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Über mich

Es war die erste Corona-Welle, die mir bewußt machte, was Heimat ist. So wird es Vielen gegangen sein. Auch vor Corona bemerkte ich beim Zuhören in den Straßen nach und nach, dass die Jugend durch das Smartphone mit den Emoji-Gesprächen und erst recht in der Schule im Ruhrgebiet die übliche umgangssprachliche Art des hiesigen Dialekts des „Ruhrpottischen“ langsam verliert.

Die Sprache des Ruhrgebiets enthält viele entlehnte Wörter aus den verschiedenen Zuwanderersprachen, wie des Französischen, Holländischen, Polnischen, Russischen und auch Österreichischen, als zwischen 1850 und 1950 die Zuwanderung durch die Industrialisierung, auch leider Zwangsarbeiter in den beiden Weltkriegen vor Ort Wörter mitbrachten, die sich im Sprachgebrauch integrierten.

Es gibt viele Wörterbücher mittlerweile, aber keines versucht annähernd zu erklären, woher die Wörter kommen und schon gar nicht humorvoll. Und es ist auch klar, dass es viele Wörter aus dem Niederdeutschen gibt, dem Plattdeutschen, das hier früher vor der Industrialisierung in den bäuerlichen Ackerstädtchen gesprochen wurde.

Ich habe zu Anfang mir also gedacht, dat musse doch mit Humor den Menschen von hier und da erklären. So fing ich erstmal mit Videos zu den ein oder anderen Wörtern an, dich ich dann zum Testen in Facebook-Gruppen und in Instagram teilte. Im Laufe der Zeit habe ich mir gedacht, dass das Ruhrgebiet doch so Kulturreich ist und im stetigen Wandel, dass es viele Dinge gibt, die es zu erzählen gibt. So habe ich mir einen Blog ausgedacht, der die reichen Facetten des Ruhrgebiets zwischen Niederrhein, Westfalen, Münsterland und Bergischen Land durchkreuzt von Lippe, Emscher und Ruhr liegend, aufzeigen soll.

Z.Zt.  bestreite ich noch selbstständiger Fußpfleger und mit einem Online-Shop für Kosmetik und Nahrungsergänzung für meine Tätigkeit als Wellnessberater meinen Lebensunterhalt. Doch die Erweiterung des Blogs und die täglichen Ideen zur Verbesserung und Vergrößerung der Information, die als Blog für die „Ewigkeit“ geschrieben, gefilmt und erzählt werden, soll auch eine Möglichkeit eines Netzwerkes innerhalb des Ruhrgebiets sein, auch und besonders für soziale Projekte. So dass alle Städte des Ruhrgebiets über ihren Tellerrand gucken und sich die Hand reichen, weil wir alle im Topf, dem „Ruhrpott“, sind.

Mein Ziel ist es eine Informationsplattform für Kunst, Kultur, Historischen Dingen, Sport und auch vielen anderen dem Ruhrgebiet prägende Eigenschaften humorvoll, aber auch in einigen Dingen ernst mitzuteilen für die Menschen von hier und anderswo. Menschen, die sich für unsere Region interessieren und Menschen, die ausgewandert sind und ihre Heimat nicht verloren gehen lassen möchten in der Ferne, sollen das Ruhrgebiet „anders“ kennenlernen, als sie es auf den üblichen Informationsplattformen von Zeitung und Internet tun.

Ich bin geboren in den tiefen 1970er Jahren, 1973. Ich habe noch die „alte“ Ruhrpottmentalität kennenlernen können, die auch heute hier und da noch zu finden ist, aber langsam verschwindet. Ich habe bei der Ruhrkohle Ver- und Entsorger Fachrichtung Abfall gelernt und kam somit durch verschiedene Praktika durch das gesamte Ruhrgebiet. Ich habe im Alter von 20 mehr kennengelernt als andere. Damals Anfang der 1990er war der Strukturwandel mittendrin, der immer noch nicht aufgehört hat.

Anschließend habe ich mich mit der zusätzlich abgeschlossenen Ausbildung als Buchhändler immer für die Ruhrgebietsliteratur in der Universitätsbuchhandlung Schaten in Bochum eingesetzt. Ich habe eine Liste erstellt von den Büchern, die mir wichtig erschienen. Das war Anfang der 2000er. Und ich habe nicht mehr als 160 Bücher entdeckt. Heute gibt es das Zehnfache. Und es macht mich stolz, dass meine Heimat mehr auf die Heimat guckt. Sie geht mittlerweile selbstbewußt seit der „Kulturhauptstadt“ von 2010 und der Schließung des letzten Bergwerks Prosper-Haniel in Bottrop mit ihrer geschichtlichen und auch besonders kulturellen Geschichte um. Im Verkauf habe ich die ein oder andere Ruhrgebietsmentalität kennen und lieben gelernt.

Das Ruhrgebiet braucht sich auch nicht vor Berlin, München, Hamburg verstecken. Denn wir haben das längste je in Deutschland gespielte Musical, das „Starlight-Express“ der Welt, das auch den Corona-Wellen gestrotzt hat und weiterfahren wird in Bochum. Wir haben eine reichhaltige Kino- und Theaterlandschaft, die auch geblieben ist. Die Literatur aus Krimi, Lokalpatriotismus, Dialektischer Satire, Prosa und Lyrik wird immer reichhaltiger. Zahlreiche Vereine kümmern sich um die Wälder, dass sie sauber bleiben, die Tiere ein Heim haben, um Musik, jede Menge Sport und einem einfachen Zusammensein, Zusammenhalten und Zusammenleben. Auch Corona macht im Ruhrgebiet diese Struktur nicht kaputt.

Und ich möchte einer von denen sein, der diese Kultur des Zusammenhalts und Zusammenlebens näher an das Publikum bringt. Ich werde zeigen in Film und Ton, auch von Menschen des Potts im Podcast, die sonst in der Nachrichtenlandschaft untergehen würden, die etwas Besonderes machen und weiter machen werden. Ich möchte einer von denen sein, der mit sozialen Projekten, Lesungen und Hinweisen diese Ruhrgebiets-Kultur zeigt. Verschiedenen Standorte im Ruhrgebiet, Urlaubs-Tipps und Regionale Küche und werden ebenfalls hier für immer im Blog vorhanden sein. Auch Firmen, die sich dem Ruhrgebiet verschrieben haben und den Menschen die Freude von Currywurst bis zu Designermöbel, werden gebührend gezeigt. Freut Euch also auf ein Mehr am Ruhrpott in diesem Blog.

Deswegen nenne ich mich auch so: Als „Wissenschaftler“ des Ruhrpotts: Der Ruhrpottologe!

Entlehnt aus „Podologe“, der ich als Fußpfleger in gewisser Form bin, gehe ich mit meinen Füßen durch die Region und schaue genau hin und zeige sie Euch – egal, wo ihr wohnt.

In diesem Sinne wünsche ich Glück auf und Viel Spaß beim Lesen, Sehen und Hören!

Euer Ruhrpottologe André Brune