Aktion Canchanabury lädt zum Flohmarkt rund um die Rotunde ein!
Am Sonntag, den 14. April laden wir herzlich zum dritten „Krempelmarkt“ an der Rotunde, Konrad – Adenauer – Platz 3, 44787 Bochum ein – bei schlechtem Wetter drinnen!
(Was der Verein seit Jahrzehnten für den fast vergessenen Kontinent Afrika macht, erfahrt ihr in Kürze bei mir im Podcast!)
Stände draussen Krempelmarkt 2023 (c) Verein Canchanabury
Von 11.00 bis 15.00 Uhr darf gestöbert und nach Schätzen aus fremden Kellern gejagt werden. Es sind nur private Verkäufer vor Ort, keine gewerblichen Händler.
Bei Kuchen, Kaffee, kalten Getränken und DJ informieren die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Aktion Canchanabury währenddessen über die Arbeit des Vereins und der Projektpartnerinnen und Projektpartner. Paul, ein Projektpartner, ein Lehrer einer Slum Schule aus Uganda steht für Fragen vor Ort zur Verfügung.
Der Erlös aus der Bereitstellung der Tische und dem Getränke- und Kuchenverkauf fließt gänzlich in die Unterstützung eines Projekts für Straßenkinder in Burundi.
Krempelmarkt drinnen 2022 (c) Verein CanchanaburyKrempel-Stand AC 2023 (c) Verein Canchanabury
Wer für den Guten Zweck mit einem Krempeltisch mitmachen möchte, bitte schreiben an: info@canchanabury.de
Mit 20,00 EUR und einer Kuchenspende ist man dabei.
Alle freuen sich auf einen gemütlichen gemeinsamen Stöbertag zur Unterstützung benachteiligter Kinder in Burundi!
Ich schau auch vorbei und helfe beim Aufbau! Vielleicht finde ich ja auch tolle brauchbare Dinge aus dem Keller oder Dachstuhl von dem ein oder anderen Stand. Oder geh lecker Kuchen essen. Hauptsache ein wenig tun, für die Kinder.
Den Namen Catharina Lindeskov Nielsen muss man sich in Zukunft mit Sicherheit merken. Denn die gebürtige 33jährige dänische Bochumerin hat eine ganz besondere Art Gegenwartsprobleme in ihren Kunstwerken darzustellen.
Teaser zum Video:
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Ihre Werke spiegeln die moderne Zivilisation und ihre menschlichen Abgründe wider. Umweltprobleme, Mobbing oder Bodyshaming tauchten als wichtiges Element ihrer ersten eigenen Vernissage „Art Exhibition“ vom 18.-27. August 2023. Im Rahmen der Endhaltestelle der Kulturlinie 308/318, die nach Corona wieder neu belebt wurde mit Literatur, Musik und Kunst beeindruckte sie vor allem in der Wartehalle mit dem großen Buckelwal, der blau leuchtete.
Zum Video:
In der Fahrkartenausgabestelle waren Bilder von Männern mit Blumenumrandung aufgehängt. Diese wurden im Dezember mit dem Publikumspreis mit dem 1. Platz bei der „Revierkunst“ – Ausstellung in der Hattinger Henrichshütte ausgezeichnet.
Urkunde Revierkunst - 1. Platz
Im Buckelwal konnten durch die Beleuchtung Plastikgegenstände entdeckt werden, die das Kunstwerk so besonders macht, wenn der Ernst der Lage in den Weltmeeren nicht so extrem schlimm wäre.
Sie hörte die Nachricht von einem an einem Strand verendeten Jungwal, der über 100 kg Plastik in sich trug. Weitere Informationen, wie die 1,6 Mio km2 große Müllinsel im Meer machten ihr Bauchschmerzen. Diese Informationen vereinte sie in dem einzigartigen Kunstwerk. Der in naher Zukunft in einem Foyer einer Firma hängen wird.
Auf einer großen Leinwand hinter der großen Walflosse sind Menschen wie in einem Wollknäuel miteinander verwoben. Die Videoinstallation zeigt den „Togetherness“-Gedanken von Catharina Lindeskov Nielsen. Jede Person steht nach und nach auf und sucht sich einen Standpunkt weit entfernt von dem Knäuel. Jeder muss seine Position im Leben finden, aber andererseits müssen alle zusammen arbeiten, um einen Wandel gemeinsam zu erreichen, erzählt sie mir im Gespräch. Niemand geringerer als Mahatma Ghandi mit dem Zitat: „Wer einen Fluss überqueren will, muss das eine Ufer erst verlasse“, war ihre Inspirationsquelle.
Allein schon der Gang durch den historischen Bahnhof von Bochum Dahlhausen kurz vor dem Eisenbahnmuseum, war es als Kulisse schon wert diese Ausstellung zu besuchen. Der Bahnhof bot in meinen Augen den besten Hintergrund für die Ausstellung von Catharina Lindeskov Nielsen.
Ihre moderne Kunst mit den jeweiligen wichtigen „Gegenwartsproblemen“ bricht die Historie auf, obwohl im 19. Jahrhundert damals die gleichen Probleme herrschten, wie heute, nur auf eine andere Art und Weise.
Als Kunst sah man eher Landschaftsbildern und Porträts, aber der Wandel zum Ende des Jahrhunderts kam mit dem Aufbrechen von Strukturen in der Malerei. Der Impressionismus kam auf und erste Skulpturen tauchten auf, die sich nicht mehr an alte Meister hielten, sondern die Zeit auf ihre Art und Weise interpretieren sollten.
Umweltprobleme, wie die Verschmutzung von Luft und Gewässer, die hier im Ruhrgebiet zur damaligen Zeit sehr extrem war, oder die familiären Probleme unter dem starken religiösen oder sozialen Eindruck, der hier vorherrschten, tauchten in der Kunst kaum auf. Catharina bricht mit ihren Kunstwerken auch mit noch heute verkrusteten Strukturen im Denken und Handeln der Menschen, die immer noch nicht erkannt haben, dass wir nur auf einer Erde wohnen, die wir zu unseren Lebzeiten geliehen haben und sie verdrecken und verseuchen.
2020 als die Welle der Fridays for Future – Demonstrationen für mehr weltweiten Klimaschutz kurz vor der Corona-Pandemie ihren Höhepunkt mit ihrem Vorbild Greta Thunberg erreiche, hat Catharina sie als Göttin des Frühlings „Demeter“ aus der griechischen Mythologie mit einem Blumenkranz gemalt. Sie steht als starke Frau für den Aufbruch in eine blumige neue bunte Welt, die sich für den besseren Klimaschutz weltweit.
In dem Gesamtkunstwerk der „Daphne“-Mythologie zeigt die Künstlerin auch menschliche Abgründe, wie sie aber wie Phönix aus der Asche, daraus herauskommen und ein neues oder anderes Leben beginnen, als die Eltern es zum Beispiel vormachen oder gelebt sehen wollten.
Da sind die drei starken Frauen, die ihre Schicksalsschläge haben, die Catharina in einer einzigartigen fotografischer Weise auf Papier zeigt. Die einzelnen Fotos der Frauen sind eine Abfolge mit dem aus dem oberhalb des Herzens herauswachsenden Blume ihres Charakters, die auf dem Papier mit einem Beamer gezeigt werden. Gleichzeitig können Besucher die Geschichten der Frauen mit einem Kopfhörer hören, was sie für Schicksalsschläge haben und welchen Einfluss sie unterstanden, und wie sie das Leben neu begonnen haben.
Basiernd auf die jeweilige weibliche Figur hat Catharina die Form auf weißem Papier herausgeschnitten, wo die Fotoabfolge mit der oberhalb des Herzens herauswachsende Pflanze, den neuen Weg im Leben zeigt, das sie selbst erkoren haben.
Sie stehen um einem „Lebensbaum“ wie zufällig. Auf seinen Zweigen hängen Blätter hinter „Glas“ mit einem sinnigen Spruch verschiedener Persönlichkeiten, wie Albert Einstein. Fast wie ein wunderbarer positiver und nachdenklich stimmender Weihnachtsbaum steht er da im sanften blauen Licht eingehüllt. Wer ein „Blatt“ erwirbt für 30 € tut auch etwas Gutes. 5 € gehen an das Tierheim in Bottrop.
Hanna
Sina
Im farblichen Gegensatz zu der blumigen Mythologie-Kunst von Demeter und Daphne, hängen dort auch Schwarz-Goldene Bilder aus Acryl, das Kaleidoskop der Insekten. Akribisch gezeichnete Insekten, Käfer, Libelle und Motten sind mit Blättern aus Gold eingerahmt, mit der sie selbst immer in der Natur in Verbindung stehen.
Die bei „Revierkunst“ der „Metropole Ruhr“ ausgezeichneten Bilder von Männern mit Blumen hat sie mit dem Genderklischee gebrochen. Sie kehrt das Gendern um und macht aus den „harten“ Männerporträts, die mit den Pflanzeneigenschaften zusammenhängen, eine blumige Gestalt, die dadurch eher weiblich „weicher“ wirkt. Ihr Mann bekam die Sonnenblume mit der Charaktereigenschaft „Lebensfroh“ zugewiesen, denn das ist er, auch wenn er selbst ihr berichtet hat, dass Menschen, die ihn begegnen lieber die Straßenseite wechseln…
Die Aufwendigkeit dieser Bilder ist groß gewesen. Mehrere Wochen hat sie gebraucht um das erste Bild fertig zu stellen. Das Malen und Abtrennen auf dem Organza ist sehr mühsam gewesen. Die Vielschichtigkeit der Menschen wird in den Bilder faszinierend verarbeitet.
Kunst und Germanistik auf Lehramt hat Catharina studiert. Sie war im Museum für verfolgte Kunst in Solingen angestellt. Jetzt seit dem 1.3.2024 verheiratet, ein Kind und Hund, hat sie erste Auftragsarbeiten. Die Hochzeit wurde tatsächlich verschoben. Sie war am Tag der Vernissage geplant gewesen. Aufgeschoben ist je nie aufgehoben!
Fotos freundlichst bereitgestellt von Catharina Lindeskov Nielsen
Herzlichen Glückwunsch für den 1. Platz bei „Revierkunst“ und zur Hochzeit!
Von mir ein großes Glück auf für noch ganz viele tolle Kunstprojekte!
Das nächste ist schon in den Startlöchern:
Am 25. – 28.4.2024 wandert der große Buckelwal noch einmal zu einer Ausstellung, wo Catharina Lindeskov Nielsen vertreten ist: Art Discovery Fair Cologne, die Entdeckermesse für zeitgenössische Kunst. Wer weiß, was sich dort ergeben wird!
Es ist schon tragisch, dass es immer mehr Menschen gibt, die aus den verschiedensten Gründen ihre Tiere einfach aussetzen. Dabei wäre ein Anruf im örtlichen Tierheim wenigstens eine mögliche Alternative, bevor der Gedanke kommt das eigene Tier auszusetzen. Denn die Tiere können für das eigene Leid nichts.
Aussetzen ist auch eine berechtigte Straftat gegen den Tierschutz. Sie kostet Bußgeld in Höhe von bis zu 25000 €, wenn man erwischt wird. Und das ist leider immer noch zu wenig, denn die wenigsten werden erwischt.
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Gesetzestext:
Das Aussetzen von Tieren ist eine Ordnungswidrigkeit. Gemäß § 18 Abs.1 Nr.4 des Tierschutzgesetzes (TierSchG) kann es mit bis zu 25.000 Euro bestraft werden. Kommt das Tier infolge der Aussetzung zu Schaden oder gar zu Tode, handelt es sich um eine Straftat gem. § 17 TierSchG
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Ich finde, dass eine Gefängnisstrafe von mindestens einem Jahr eingebaut werden müsste, um die Verursacher fühlen zu lassen, wie es so in einem Käfig ist.
Ein Tier zu kaufen sollte wohl überlegt sein. Ob die Haltungsmöglichkeit reicht, die Zeit für Spaziergänge eingebaut werden können bei Hunden, der Freigang für Katzen machbar ist, wenn es keine Hauskatze ist, Kaninchen große Flächen haben, ob aus beruflichen Gründen das Tier dann doch nicht tagsüber gut genug betreut werden kann oder zu den Zeiten bei Freunden und Bekannten landet, so dass die Bezugsperson nicht mehr „Herr des Tieres“ wird. Auch familiäre oder gesundheitliche Gründe, sowie Tod des oder der Besitzers bzw. Besitzerin können zur Abgabe des Tiers führen.
Eine Anschaffung muss also gut abgewogen werden, ob es das Alter, die Krankheit zulassen kann. Mehrere außenstehende Meinungen sollten eingeholt werden.
Das anzuschaffende Tier ist ein Lebewesen mit Gefühlen, das nicht durch die eigenen persönlichen Belangen leiden darf. Wenn dann muss es in gute Hände gehen. Nach meinem Rundgang mit Carmen Decherdt nahm ich erstmal genauer auf, was so eine Tierpflege bedeutet, wenn ein ausgesetztes Tier oder aus schlechter Haltung in das Tierheim kommt. Das sogar ein Waran, namens Wilson, durch die Haltung Verdauungsschwierigkeiten haben kann, ist auch ein menschliches Gefühl, wenn es einem psychisch nicht gut geht.
Gerade die Corona-Zeit hat es gezeigt, wie viele Menschen sich dann ein Hund zugelegt haben, um erstens nicht nur allein zu Hause zu sein, sondern um auch nach Draußen zu kommen, um damit die entsprechenden Gesetze zu umgehen. Ohne drüber nachzudenken, dass die Zeiten sich wieder zurück entwickeln können und die eigene Zeit nicht mehr für die Betreuung eines Tieres genutzt werden kann, kommen nun die Tiere nach und nach in die Tierheime. Und davon sind nicht wenige ausgesetzt worden. Sie haben in dieser Zeit wahrscheinlich kein gutes Zuhause mehr gehabt und haben leiden müssen. Wer so manches Video oder Foto von neuen Fundtieren sieht, bekommt eine Ahnung davon was die meisten Tiere aushalten mussten.
Jede Person, die ein Tier in ihre Wohnung, ins Haus holen möchte muss sich bewußt sein, dass es ein lebendiges Wesen ist, das Liebe und Aufmerksamkeit braucht und zwar jeden Tag!
Es muss klar sein das Futter und Arztbesuche mit Impfungen Operationen, Medikamenten und Steuern bei Hunden viel Geld kosten können, was man eventuell nicht in der gewissen Größenordnung nicht hat.
Sich ein Tier anzuschaffen sollte am Ende kein Trugschluss sein, sondern eine wohlüberlegte Sache!
Schlechte Tierhaltung ist ebenso abscheulich. Wenn ich sehe, das Tiere nicht entsprechend zuhause ihre Liebe, sondern Hiebe bekommen, nicht beachtet werden, wichtige Medikamente und der Tierarzt verweigert wird (meist aus Kostengründen), sie getreten, am Schwanz gepackt und in die Ecke geworfen werden, in ihrem eigen Mist im Käfig gelassen und nicht gesäubert werden, weil sie es selbst ja nicht können, wie Vögel, Hamster, Meerschweinchen oder auch Hunde und Katzen, die nicht nach draußen gelassen werden, dann muss das gemeldet werden, wenn es gesehen wird. Das ist Denunzieren, jawohl, aber zum Wohl der Tiere. Diesen Menschen muss verboten werden, Tiere zu halten. Handelt also für die Tiere!
Ein Beispiel ist mein Tierpatenhund Lion. Ein Stafford Terrier, der natürlich zu der ganz harten Sorte Hund gehört. Aber er wurde nicht gut behandelt. Es wurde dem Amt gemeldet. Das kann einen Hund auch zu einer Bestie werden lassen. Das Abtrainieren oder „umschulen“ ist wird dadurch nicht einfach für Hundetrainer oder den Tierpflegern, die sich erstmal um diesen Hund kümmern müssen. Da schreitet das Veterinäramt ein und das Tierheim Bochum hat Lion aufgenommen. Stafford Terrier sind nicht einfach zu vermitteln. Aber er ist ein Hund, ein lebendiges Wesen. Auch er braucht Zuneigung, Futter und Streicheleinheiten.
Lion & ich. Lieber nicht näher ran gehen...
Nun gut, ich war vorsichtig genug, trotz Gittern weit hinten zu stehen, um ihn nicht als Fremder zu sehr zu stressen. An die Tierpfleger ist er ja mittlerweile gewöhnt, aber an „Frischfleisch“ nicht. Ich hoffe, er kommt in gute Hände und wird als Wachhund bestimmt seine Ehre machen.
Ich bin Lion. Ich pass auf dich auf!
Um schlechte Tierhaltung zu melden, muss man sich an das örtliche Veterinäramt. Da gibt es nichts zu bedenken. Der Tierschutz ist umso wichtiger denn je in der heutigen Zeit. Das gilt auch für Landwirtschaftliche Tierhaltung!
Ich erkenne im höchsten Maße die Arbeit eines Tierpflegers und einer Tierpflegerin an, die sich mit all ihrer Kraft, Leidenschaft, Liebe und Arbeit drumherum beruflich oder ehrenamtlich (auch natürlich alle Beteiligten rund um ein Tierheim mit den Organisationen von Spenden etc), die sich um die Tiere kümmern, bis sie in ein neues liebevolles Heim mit einer aufopfernden Familie weitergegeben werden können.
Die Verantwortung diese in ein neues Heim zu geben, liegt bei den Tierpflegern. Sie wollen die Tiere nicht in eine Familie geben, die es nachher wieder zurückbringt oder aussetzt. Es ist also klar, dass die Strenge bei der Vermittlung sinnvoll ist. Tiere sollen das nicht noch einmal „falsche“ Tierhalter erleben, um nochmal ins Tierheim zu kommen.
Glück auf mit tierischem Gruß und Lob an alle Tierheime und ihre Tierpfleger und Tierpflegerinnen, die jeden Tag aufopfernd für die armen Wesen da sind!
Endlich war es soweit. Ich konnte persönlich die Spenden in Höhe von 225 € aus meiner Kalenderaktion „Bochum 2024“ im Tierheim Bochum an die Leiterin Carmen Decherdt übergeben. Bei meiner Anfrage war sie sofort bereit mit mir auch einen Rundgang durch das Tierheim Bochum zu machen.
Das seht ihr im Videopodcast:
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Die Geschichte des Bochumer Tierheims beginnt tatsächlich schon 1899. Der „Tierschutz-Verein für den Stadt- und Landkreis Bochum“ hatte bis zum II. Weltkrieg unter dem Vorsitz des Oberveterinär-Rat Dr. Rogge bestanden. Die Neugründung fand 1955 mit dem Verein „Bochumer Tierparkfreunde e.V.“ statt. Knapp ein Jahr später änderte sich der Name auf „Tierschutzverein Bochum e.V.“
Mit 1400 DM Vereinsvermögen und 100 Mitgliedern ging es dann richtig los. Damals kam der bekannte Tierpsychologe Peter, den alle unter „Tierpeter“ kannten oft nach Bochum, um Vorträge über Tiere zu halten.
Am 6.10.1957 gab es einen ersten „Tierumzug“, der auf die Tiere in der Stadt aufmerksam machte und von der Bochumer Bevölkerung herzlich angenommen wurde. Nach einigen Jahren nahm der Verkehr so zu, so dass die Umzüge eingestellt wurden.
Als Museumsdirektor Dr. Winkelmann 1960 zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde, nahm er Kontakt mit der Gelsenkirchener Bergwerks AG auf, um auf der Baaker Straße in Bochum-Linden ein altes Fachwerkhaus mit Grundstück zu erwerben. Die Eheleute Fadenrecht richteten sich provisorisch dort ein und stellten erste Hundehütten. Ab 1964 wurde das Tierheim immer weiter ausgebaut, so dass 165 schon 178 obdachlosen Tieren versorgt werden konnten.
Nach 1966 wurde unter Luise Hoffmanns Vorsitz das Tierheim weiter ausgebaut und es kam zu einer engeren Zusammenarbeit mit dem Hattinger Tierschutzverein mit Dr. Overbeck. Herrenlose Hunde aus Hattingen und Sprockhövel kamen nun ins Bochumer Tierheim.
Am 15.7.1970 schlossen sich beide Vereine zum „Tierschutzverein Bochum, Hattingen und Umgebung e.V.“ zusammen, der 2023 wieder gespalten wurde, weil sich die Hattinger mit den Wittener nun zusammen das Tierheim dort teilen.
Bis das Tierheim Bochum in seiner jetzigen Größe auf der Kleinherbeder Straße kam, hatte es erst noch einiges an Mehrarbeit zu absolvieren. Auf der Elisabethstraße wurde ein zweites Tierheim eröffnet ab 1973. Die Zahl der betreuten Tiere stieg immens auf 3400 Tiere. Der Verein startete „Tag der Offenen Tür“ und startete 1978 eine Unterschriftenaktion gegen Tierversuche.
1981 hatte der Verein 1557 Mitglieder und kümmerte sich um mittlerweile über 3000 Tiere, darunter allein 1500 Katzen!
1985 wurde überlegt ein zentrales Tierheim zu bauen, das auf der Elisabethstraße eine Sanierung stattfinden musste. Die Stadt Bochum schlug das städtische Grundstück in Querenburg auf der Kleinherbeder Straße vor als zentrales Tierheim. Das Grundstück und das Haus in seiner jetzigen Form wurde mit Hilfe der Stadt Bochum, Hattingen und dem Land Nordrhein-Westfalen mitfinanziert. Die tierschützerische Arbeit des Landestierschutzverbandes NRW sollte in Bochum zum Modellcharakter werden. Nach engagierten Planungen und Recherchen über Tierhaltung in Literatur und anderen Tierheimen in NRW fand die Einweihung am 24.4.1988 statt.
1992 pachtete der Verein ein weiteres Gelände von der Stadt in unmittelbarer Nachbarschaft, um einen Hundeübungsplatz zu errichten, der mittlerweile überdacht ist. Zeitgleich wurde auf Gruppenhaltung umgestellt auf 2000 qm große und kleinere Gelände für Hunderudel. Das alles ist im Video zu sehen.
Seit dem 1.1.2023 hat die Stadt Hattingen sich aus dem Vertrag mit dem Tierheim Bochum zurückgezogen, um mit dem Tierheim in Witten zusammen zu arbeiten, so dass der Verein nun wieder Tierschutzverein Bochum e.V. heißt.
Ich war von der Größe beeindruckt und was die Tierpfleger und Tierpflegerinnen tagtäglich leisten. Denn auch wenn es schöner wäre, das Tiere schnell ein neues Zuhause bekommen sollten, werden sie hier liebevoll und individuell behandelt. Mittlerweile gibt es sogar einen eigenen Medizinischen Raum, in dem die Tiere drei Mal die Woche von der Tierärztin Simone kontrolliert, geröntgt, behandelt und auch operiert werden können. Das spart den Mitarbeiter*Innen Zeit, dem Verein langfristig Geld und für die Tiere Stress für die Fahrten zum Tierarzt.
TEASER 1
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Wir sind nach der Übergabe als erstes zu den Katzen gegangen. Sie müssen bei der Übergabe eine Quarantäne von 14 Tagen aus hygienischen Gründen über sich ergehen lassen. Die Ansteckungsgefahr von Krankheiten auf die anderen Tiere muss verringert werden. Jeden Tag werden die Katzenklos, die Decken und Handtücher gewaschen. Hygiene im Tierheim Bochum ist ein oberwichtiges Element für die Gesundheit der Tiere.
Für die volle Funktion des Tierheims kommen nicht nur Stromkosten für die Waschmaschinen zusammen, sondern Heizung, Futter, Nahrungsergänzungsmittel, Medikamente, Behandlungskosten, Stroh und auch Putzmittel für die Reinigung der Räumlichkeiten sind von Spenden abhängig. Nicht zu vergessen ist die Bezahlung der Angestellten des Vereins. Zur Zeit arbeiten dort 2 Katzenpflegerinnen, 4 Hundepfleger, 2 Kleintierpfleger, vier Auszubildende.
Kein Tierheim hat es einfach im Moment in Deutschland, denn in der Corona – Zeit haben sich viele Haustiere zugelegt und nun haben sie aus beruflichen, privaten oder anderen Problemen weniger Zeit oder Geld, um ihre Tiere zu halten. Viele werden leider ausgesetzt, aber es wäre doch so einfach mal anzurufen. Die Tiere können nichts für ihre Situation!
Jeden Tag kommt mindestens ein Anruf für eine Katzenabgabe. Dagegen nur alle zwei Tage, um eine Katze zu übernehmen. Die Räume für die Katzen sind nicht klein, aber es darf auch aus hygienischen und sozialen Gründen die Anzahl der Katzen nicht überschritten werden. Im Moment okkupieren durch die hohe Anzahl der Abgaben Katzen auch den zweiten Vogel-Raum.
Schon jetzt wird über einen weiteren Ausbau allein für Katzen überlegt. An einem Wochenende wurden letztens sieben Katzen gefunden. Davon sind nur zwei wieder abgeholt worden. Die wenigsten werden wieder abgeholt.
TEASER 2
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Es gibt in Bochum die Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht. Fundkatzen sind meist nicht entsprechend behandelt. 30 Euro kostet ein Transponder. Kastration kosten jetzt seit November 2023 ca. 250 €. Die Kontrolle bei Katzen ist nicht geregelt, so dass fast jedes Fundtier diese Merkmale nicht aufweisen. Ob sie ausgesetzt wurden, wie die Kosten zu hoch sind, sei dahingestellt. Dennoch sollte sich jeder bitte vorher überlegen, ob ein Tier in Frage kommt. Sei es die wohnliche Umgebung, ob mit oder ohne Garten, kleine oder große Wohnung, viel Laufzeit oder weniger mit dem Hund eingehalten werden kann, und ob es mit dem Beruf überhaupt vereinbar ist. Wenn diese Dinge geklärt sind, dann kann über ein Tier nachgedacht werden.
Sogar bei einem Kaninchen ist es wichtig mehr als 5 qm Fläche in der Wohnung anbieten zu können. Eine Käfighaltung ist für diese Tiere eher eine Folter als sinnvoll.
Großzügige Kaninchenhaltung im Tierheim
In letzter Zeit finden sich auch obdachlose Hähne im Tierheim hin und wieder. Sie werden ausgesetzt, aber nehmen möchte niemand einen Hahn. Warum auch immer…
Wie finanziert sich das Tierheim Bochum?
Die Stadt Bochum gibt einen gewissen Obulus für Fundtiere und Sichergestellte Tiere, die nach einer Meldung vom Veterinäramt aus schlechter Haltung rausgeholt wurden. Ansonsten ist das Tierheim Bochum abhängig von Spenden. Deswegen ist es immer wichtig, die Dinge, die gebraucht werden, auch gespendet zu bekommen. Dafür nimmt das Tierheim Bochum eine Vermittlungsgebühr von 150 € und macht über das Jahr mehrere Veranstaltungen, wie Hunderennen, Patenessen, monatliche Büchertische, die kostenlos gespendet wurden für den Verkauf von je 1 €. Das allein bringt meist so um die 800 € ein.
TEASER 3
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In einem Raum sind in großen Volieren die Vögel untergebracht. In anderen Räumen gibt es noch Degus und im Exotenraum ein Waran namens Wilson, der ein Verdauungsproblem hat und aus einer schlechten Tierhaltung kommt. Der arme Kerl guckte ganz konsterniert, als wir beim Rundgang in das Terrarium schauten.
Degus Voliere
Zuletzt kamen zwei ausgesetzte Chinchillas hinzu. Leider überlebte das weibliche die Narkose bei einer Operation nicht. Doch der männliche wird jeden Tag streichelnd getröstet und kommt auch bald in eine Pflege mit einer anderen weiblichen Chinchi.
Voliere für Chinchilla
In der Küche gibt es einen Plan, wieviel Gemüse von wem und für wen geschnibbelt werden muss. Alles muss auch bei Krankheit des Personals ohne Probleme weiterlaufen. Denn die Tiere brauchen die tägliche Betreuung und Futter. Von Markthändlern wurde leider oft genug schlechtes vergammeltes Gemüse abgegeben. Deswegen freut sich das Tierheim immer über Frisches.
Ich erfahre, dass Meerschweinchen weniger Probleme haben vermittelt zu werden, als Kaninchen. Wie erwähnt brauchen sie eine gewisse Raumgröße, können aber auch sehr bissig werden.
Quarantäne
Der hintere Teil abgedeckte Teil des Hundehauses ist die Quarantänestation. Hunde aus dem Ausland, die keine Nachweise haben und deren Blut wegen verpflichtender Impfnachweise untersucht werden müssen, sind manchmal länger als 14 Tage dort. Sie dürfen eben keine Krankheiten an die anderen Hunde weitergeben. Es geht um die Existenz aller lebenden Tiere, das abhängig sein kann von einem einzigen neuen Tier, wenn es nicht richtig versorgt und untersucht wird.
Quarantäne für Hunde
Wie diese leider nicht schöne Beispiel eines Welpen zeigt: vor einiger Zeit nahm das Tierheim eine Französische Bulldogge aus dem Ausland auf, das ausgesetzt wurde. In der Zeit von 5 Wochen Quarantäne fehlte die Sozialisationsphase, so dass es im Nachhinein äußerst schwierig ist diese einem Hund anzulernen.
Eigener Tierarztraum
Im eigens fertig gestellten Operationsraum mit einem kürzlich erworbenen Röntgenapparat, können die Tiere nun stressfrei direkt vor Ort von Tierärztin Simone drei Mal die Woche behandelt werden. Die Kosten für die Fahrten zu Tierärzten sind somit auch Geschichte.
Hundehaltung im Tierheim
Jeder Hund hat einen Käfig. Wir sind aus Lärmgründen nicht in den Gang gegangen. Wir hätten unser eigenes Wort nicht mehr verstanden und die tontechnischen Aufnahmen wären durch das Bellen aller Hunde untergegangen. Manche Käfige hatten Decken, damit sie sich nicht sehen gegenseitig anbellen können. 10 Mal am Tag läuft die Waschmaschine nur für die Hunde. Draußen ist eine Wegwisch-Tafel für die Hundeausführer. Auf ihr steht, wer wann mit welchem Hund Gassi geht.
Weiß & Nicht getauft von mir
Leiterin Carmen Decherdt
Carmen Decherdt leitet das Tierheim Bochum seit 16 Jahren und feierte letztes Jahr ihr 30jähriges Jubiläum Die gelernte Rechtsanwaltsgehilfin kam indirekt durch die Liebe über den Schwiegervater, der das vorher geleitet hatte zum Tierheim. Ich bedanke mich für die symphatische Führung und werde auch weiterhin das Tierheim als Tierpate und zwischendurch unterstützen.
Carmen Decherdt, seit 16 Jahren Leiterin des Tierheims Bochum
TRAILER 5
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Die Corona-Zeit war für das Tierheim eine schwere isolierte Zeit. Sie hatten länger als die Krankenhäuser strenge Regelungen aufrecht erhalten. Carmen teilte mir mit, dass sie allein mit einer Auszubildenden mal bei einer starken Grippewelle vier Wochen lang das Tierheim betreut hat. Die Tiere müssen täglich ernährt werden, gestreichelt, mit Medikamenten versorgt werden. Das war eine Erfahrung, die sie nicht unbedingt wiederholt haben möchte.
Tier-Patenschaften
Ich habe selbst seit einigen Jahren eine Tierpatenschaft. Mittlerweile ist Lion, ein schwer vermittelbarer Stafford Terrier aus schlechter Haltung meine dritte Patenschaft. Seit unsere Hündin Zizou vor über zwei Jahren starb, gebe ich das eingesparte Geld eher dem Tierheim Bochum, um dort die hohen Kosten zu unterstützen. Ich spende monatlich 15 € für Lion.
Meine Tierpatenschaft Stafford Terrier Lion (Foto: (C) Tierheim Bochum)Lion & ich. Lieber nicht näher ran gehen…
TEASER 4
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Wer eine Tierpatenschaft für Hunde übernehmen möchte, kann dies mit minimal 5 € tun. Man bekommt eine Urkunde, wie meine zugeschickt mit einer Übersicht, was für ein Charakter der Hund hat. Damit kann man schon so einiges an Unterstützung für ein Tier unternehmen. Für Katzen und Kleintiere gibt es eine Patenschaft nicht für die Namen, sondern eher für die jeweilige Einrichtung. Einmal im Jahr findet ein Patentreffen statt. Das nächste ist am 29.6.24. Da kann man mit dem Ausführer zusammen mit dem Patenhund z.B. gehen. Es gibt Kaffee und Kuchen. Vor Ort kann man mit den Tierpflegern und anderen Vereinsmitgliedern ins Gespräch kommen.
Niedrig angesetzt kostet Futter für einen Hund ca. 20 – 25 €, für eine Katze 12,50 € – 15 €, für ein Nagetier zwischen 5 und 7,50 €
Job als Tierpfleger im Tierheim Bochum
Zur Zeit wird ein oder eine Auszubildender/e gesucht. Ein Führerschein ist sinnvoll. Denn es werden Fahrten mit dem Tiertransport gemacht werden und die Schule für die Bochumer Auszubildenden liegt in Münster.
Video-Auszüge hinter den Kulissen vom Youtube-Kanal
Seit dem 1.1.2023 müssen Fundtiere aus Hattingen im Tierheim Witten untergebracht werden. Die Stadt Hattingen hat den Vertrag zum 31.12.2022 nach 34 Jahren gekündigt und arbeitet nun mit dem Wittener Tierheim zusammen.
Ruft also im Tierheim an!
Für Bochum bekommt ihr jetzt noch die Adresse und den Link:
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Falls ihr eure Tiere, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr halten könnt, dann ruft im örtlichen Tierheim an. Es ist besser ehrlich zu sich selbst und im Sinne des Tieres zu handeln, das für die menschliche Situation nichts kann und sich auch nicht wehren kann.
Ihr handelt dann human und im Sinne des Tierschutzes. Das Aussetzen der Tiere ist abscheulich und zieht auch rechtliche und richtige Strafen nach sich.
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Danke fürs Zuschauen, Zuhören und Lesen!
Lasst mal einen Kommentar da oder einen Like, ob im Youtube-Kanal, bei Tiktok, Instagram, Facebook oder hier im Blog. Fehler im Text bitte ich zu entschuldigen und mir mitzuteilen, damit sie korrigiert werden können. Vor lauter Hunden, sieht man da schon mal nicht die Hundehütte.
Ich würde mich sehr freuen!
Denkt dran! Die Tiere können sich nicht wehren! Meldet also auch schlechte Tierhaltung und Fundtiere. Danke!
Kommentar & Nachwort
Es ist schon tragisch, dass es immer mehr Menschen gibt, die aus den verschiedensten Gründen ihre Tiere einfach aussetzen. Dabei wäre ein Anruf im örtlichen Tierheim wenigstens eine mögliche Alternative, bevor der Gedanke kommt das eigene Tier auszusetzen. Denn die Tiere können für das eigene Leid nichts.
Aussetzen ist auch eine berechtigte Straftat gegen den Tierschutz. Sie kostet Bußgeld in Höhe von bis zu 25000 €, wenn man erwischt wird. Und das ist leider immer noch zu wenig, denn die wenigsten werden erwischt.
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Gesetzestext:
Das Aussetzen von Tieren ist eine Ordnungswidrigkeit. Gemäß § 18 Abs.1 Nr.4 des Tierschutzgesetzes (TierSchG) kann es mit bis zu 25.000 Euro bestraft werden. Kommt das Tier infolge der Aussetzung zu Schaden oder gar zu Tode, handelt es sich um eine Straftat gem. § 17 TierSchG
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Ich finde, dass eine Gefängnisstrafe von mindestens einem Jahr eingebaut werden müsste, um die Verursacher fühlen zu lassen, wie es so in einem Käfig ist.
Ein Tier zu kaufen sollte wohl überlegt sein. Ob die Haltungsmöglichkeit reicht, die Zeit für Spaziergänge eingebaut werden können bei Hunden, der Freigang für Katzen machbar ist, wenn es keine Hauskatze ist, Kaninchen große Flächen haben, ob aus beruflichen Gründen das Tier dann doch nicht tagsüber gut genug betreut werden kann oder zu den Zeiten bei Freunden und Bekannten landet, so dass die Bezugsperson nicht mehr „Herr des Tieres“ wird. Auch familiäre oder gesundheitliche Gründe, sowie Tod des oder der Besitzers bzw. Besitzerin können zur Abgabe des Tiers führen.
Eine Anschaffung muss also gut abgewogen werden, ob es das Alter, die Krankheit zulassen kann. Mehrere außenstehende Meinungen sollten eingeholt werden.
Das anzuschaffende Tier ist ein Lebewesen mit Gefühlen, das nicht durch die eigenen persönlichen Belangen leiden darf. Wenn dann muss es in gute Hände gehen. Nach meinem Rundgang mit Carmen Decherdt nahm ich erstmal genauer auf, was so eine Tierpflege bedeutet, wenn ein ausgesetztes Tier oder aus schlechter Haltung in das Tierheim kommt. Das sogar ein Waran, namens Wilson, durch die Haltung Verdauungsschwierigkeiten haben kann, ist auch ein menschliches Gefühl, wenn es einem psychisch nicht gut geht.
Gerade die Corona-Zeit hat es gezeigt, wie viele Menschen sich dann ein Hund zugelegt haben, um erstens nicht nur allein zu Hause zu sein, sondern um auch nach Draußen zu kommen, um damit die entsprechenden Gesetze zu umgehen. Ohne drüber nachzudenken, dass die Zeiten sich wieder zurück entwickeln können und die eigene Zeit nicht mehr für die Betreuung eines Tieres genutzt werden kann, kommen nun die Tiere nach und nach in die Tierheime. Und davon sind nicht wenige ausgesetzt worden. Sie haben in dieser Zeit wahrscheinlich kein gutes Zuhause mehr gehabt und haben leiden müssen. Wer so manches Video oder Foto von neuen Fundtieren sieht, bekommt eine Ahnung davon was die meisten Tiere aushalten mussten.
Jede Person, die ein Tier in ihre Wohnung, ins Haus holen möchte muss sich bewußt sein, dass es ein lebendiges Wesen ist, das Liebe und Aufmerksamkeit braucht und zwar jeden Tag!
Es muss klar sein das Futter und Arztbesuche mit Impfungen Operationen, Medikamenten und Steuern bei Hunden viel Geld kosten können, was man eventuell nicht in der gewissen Größenordnung nicht hat.
Sich ein Tier anzuschaffen sollte am Ende kein Trugschluss sein, sondern eine wohlüberlegte Sache!
Ich lobe nicht nur, sondern erkenne im höchsten Maße die Arbeit eines Tierpflegers und einer Tierpflegerin an, die sich mit all ihrer Kraft, Liebe und Arbeit drumherum beruflich oder ehrenamtlich (auch natürlich alle Beteiligten rund um ein Tierheim mit den Organisationen von Spenden etc), die sich um die Tiere kümmern, bis sie in ein neues liebevolles Heim mit einer aufopfernden Familie weitergegeben werden können.
Die Verantwortung diese in ein neues Heim zu geben, liegt bei den Tierpflegern. Sie wollen die Tiere nicht in eine Familie geben, die es nachher wieder zurückbringt oder aussetzt. Es ist also klar, dass die Strenge sinnvoll ist. Tiere sollen das nicht noch einmal erleben, was und wie sie ins Tierheim gebracht hat.
Glück auf mit tierischem Gruß und Lob an alle Tierheime und ihre Tierpfleger und Tierpflegerinnen, die jeden Tag aufopfernd für die armen Wesen da sind!
Euer Ruhrpottologe André Brune
FOTOS (C) André Brune
Ich bin Lion. Ich pass auf dich auf!
P.S.: Wer im Beitrag das kürzlich aufkommende Taubenproblem wegen schlechter Tierhaltung vermisst: Wir sind im Gespräch zwar auf das „Taubenproblem“ von Bochum eingegangen, dass kürzlich die örtlichen Gemüter erhitzt hat, aber ich habe es bewußt aus dem Video und Podcast in Absprache mit dem Tierheim herausgeschnitten. Wichtiger ist es das Gesamtbild des Tierheims zu zeigen und damit die Arbeit, die Funktion und die aktuelle Problematik, die in ganz Deutschland zu Zeit herrscht, näher zu bringen. Was sie im übrigen auch für die Tauben jetzt machen.
Das Tierheim Bochum bekam einen riesigen Shitstorm, weil sie die kranken Tauben mit der Anweisung vom Veterinäramt der Stadt Bochum aufgenommen haben, das bei einer Meldung von schlechter Tierhaltung, wie schon oben geschrieben, einschreitet. Das Tierheim Bochum ist laut Vertrag zuständig für die anschließende Abholung und Betreuung. Das wurde auch entsprechend kommuniziert. Aber es gibt eben Menschen, die dann wiederum anderen, die nichts dafür können, sondern ausführendes Organ ist, das Leben schwer machen. Wie die Tiere vor Ort gehalten wurden, wurde mir mitgeteilt. Das hörte sich sehr schlimm an und muss hiermit reichen. Leider ist das sehr abscheulich, was da bei der Veröffentlichung in der Presse in Facebook in den Kommentaren, auch Drohungen, die leider unter die Gürtellinie gegangen sind, wurden ausgesprochen. Das Thema soll hier im Blog keinen weiteren Raum bekommen, sondern mit dem Link vom Beitrag unten einen Schlussstrich bekommen. Ich behalte mir auch hier vor entsprechende Kommentare zu löschen. Danke für das Verständnis!
Der Abend war schön warm, so entschieden wir, meine Frau Ewa und ich, den Schauplatz der Extraschicht von der Zeche Fürst Leopold in Dorsten zum nahen Punkt Zeche Westerholt im Norden Gelsenkirchens zu verlegen. Es hat sich wahrlich gelohnt diesen Schritt noch um 0 Uhr zu machen statt nach Hause zu fahren.
Denn dort durch die Kauen zu laufen und anschließend noch auf den Sohn von Many Szejstecki zu treffen, der mir auf Instagram folgt und mich ansprach, wäre der Besuch nur halb so klasse geworden!
Und das Treffen war rein zufällig passiert beim Rausgehen. Also ging ich wieder rein, während Ewa dachte, ich komme nach ein paar Minuten wieder…
Zum fast ungekürzten Video:
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Der Anfang der Extraschicht auf Zeche Westerholt war schon spannend. Angekommen waren wir gegen 0.30 Uhr. Die Live-Bühne war schon leergefegt. Die Musik dröhnte noch aus vollen Boxen. Die Besucheranzahl war aufs Minimum gesunken. Also freie Bahn für uns relativ zügig durch die Kauen zu latschen und die Kunst dort zu bewundern.
Teaser zum Teil 1
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Die fluoreszierende Kunst von Adnan Kassim im Eingangsbereich des Rundgangs mit einem Joker, David Bowie, einem unbekannten Bergmann und anderen waren durch das besondere Licht und der dumpfen Technoklänge von Catronic ein erster Höhepunkt des Staunens. Nostalgische Gefühle wurden mit den Minimuseen von Ulle Bowski geweckt. Wenn die Zeit nicht gedrängt hätte, weil um 2 Uhr Schluss war, wäre ich gern noch geblieben und hätte das ganze auf mich einwirken lassen. So ist wenigstens das Video eine bleibende Erinnerung.
Weiter ging es in die Weißkaue, wo das Thema BERGBAU groß geschrieben wurde. Moderne Skizzen zeigten einen Streb oder Bergmänner in ihrer Arbeitskluft. An den Ketten hingen historische Bilder der Zeche Westerholt und ließen die Geschichte der jetzt historischen Hallen einwirken. Schaufensterpuppen als Bergmann oder Grubenwehr verkleidet zeigten die „Kostüme“ der Arbeiter. Auch der Geschichtskreis Hassel hatte einen Stand vor Ort, war aber zu diesem Zeitpunkt leider schon verlassen.
In der Schwarzkaue nebenan begeisterten uns die Wäschekörbe in unterschiedlicher Höhe und in blaues Licht eingehüllt an denen Papiervögel hingen. Chiara Dahlem hat sein mühevoll an die vielen Wäschekörbe in unterschiedlicher Weise aufgehängt. So wirken sie plastisch, dass sie eine Zeitlang ein Nest für die Bergleute waren und dann mit der Schließung flügge wurden. Mit einer großen Ehrfurcht liefen wir durch die in blauem Licht gehüllte Kaue. Die ganze Kunstinstallation wurde dadurch zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Weiter ging es in Angestelltenräume, die zwar leer waren, aber dennoch so wirken, als wenn sie gestern noch benutzt wurden und heute eigentlich nur saniert für die Zukunft werden würden. Anschließend folgte ein Schwarz-Weiß-Film mit einer treibenden Musik eines rollenden Güterzugs, der am Ende der Fahrt über eine Güterstrecke im Ruhrgebiet an der Zeche hielt.
Wer nur diese Sequenz sehen möchte, kann sich nur Teil 1 anschauen:
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Mit den Klängen eines metallischen Treibens ging es nach dem Kurzfilm über die Brücke auf die andere Seite, wo es dann bei „Hempels unter dem Sofa“ weiterging.
In der ersten Halle standen nicht nur plüschige Sitzmöglichkeiten, sondern an den Wänden hingen Leihgaben von Bildern unterschiedlicher Künstler, aber auch von Many Szejstecki.
Seine Bilder sind in der ganzen Zeche hier und da verteilt. Und hier hing ein ganz großes von der Zeche Westerholt. Many zeichnete, wie ein Computerprogramm. Sogar Geologen waren fasziniert, wie genau die Zeichnungen waren, die er anfertigte. Die Unterwelt mit allen Gesteinsschichten, die Streben und Flöze des Bergwerks wirken riesig gegenüber die Stadt darüber.
Auf dem Bild Zeche Westerholt ist die Stadt Gelsenkirchen kopfüber dargestellt. Wir schauen von unten auf die Stadt. Und aus 1000 Meter Tiefe wirkt sie wie ein kleines Dorf. Einfach nur faszinierend die Kunst von Many Szejstecki! Den Namen, den ich am Anfang nicht aussprechen konnte.
Die Halle bekam schon den Sound des nächsten Kunstwerks zu spüren und hören. Die lauten Klänge machten neugierig und schon waren wir drin. Spektakulär war dann das, was wir gesehen haben.
In 3 D schien ein Urknall zu entbranden. Ein Grollen ging durch die Halle, das den Durchgang der Steinschichten darstellte und die Augen folgten einem unentrinnbaren Thriller durch Millionen Jahre alten Stock und Stein, von Streben und Flözen bis sie nach ein paar Minuten aus dem Boden sprangen und ein Baum erschien mit zwitschernden Vögeln. Hier haben sich die 3-D-Artisten Timo Sodenkamp und Laurin Bürmann alles gegeben, um die Bilder von Many grandios in Szene zu setzen. In meinem Film kann es gesehen werden, aber ist längst nicht so beeindruckend, wenn es nicht selbst gesehen wurde. Zur Kunst muss man gehen, wie mein guter Podcast-Kunst-Freund Ralf Opiol immer sagt. Hier wird seine Aussage erst recht bekräftigt!
Beeindruckt von der ganzen Ausstellung ging ich dann mit meiner Frau Ewa zum Ausgang, wo plötzlich Roland Szejstecki stand und mir die Flyer in die Hand drückte. Er erkannte er mich. Ich kannte ihn ja noch nicht, hab ihn nur immer vor mir im Film gesehen. Er erklärte einem Besucher, was zu sehen war in den Szenen. Roland folgt mir schon länger auf Instagram. Dann hab ich ihn gefragt, ob er mir das Bild erklären könne. Und schon ging es wieder in die Halle zurück. Ewa dachte, ich komme gleich wieder zurück…
Dort zeigte er mir noch ein paar Landschaftsaufnahmen und prompt fand er selbst ein Bild, dass er selbst aus dem Nachlass nicht kannte und war hin und weg. Wenn wir uns nicht getroffen hätte, wäre er ohne das Wissen, dass dort ein für ihn unbekanntes Bild seines Vaters hing, nach Hause gegangen. Wie gut, dass wir uns also getroffen haben! Da wird die Frage von Zufall und Schicksal philosophisch aufs Auge gedrückt.
Noch besser wurde es, als er die Jungs fragte, ob sie für ein Interview kurz Zeit hätten und so plauderten Timo und Laurin auch noch einige Minuten mit mir über ihren unglaublichen Film. Beide arbeiten im Dortmunder U an verschiedenen Projekten. Das Dortmunder U ist noch ein weißer Fleck auf der Ruhrpottologen-Weste und ein unbedingtes Muss demnächst da aufzutauchen!
Um die Erklärungen kurz zu machen, die Beide im Film besser erklären konnten, so sei nur zu sagen, das sie Many Szejsteckis Kunst in ein Video packen wollten und es visuell begreifbarer machen. Das haben sie geschafft!
Teaser zu Teil 2:
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Wer nur die Sequenzen mit den Interviews sehen möchte, kann dies nun in Teil 2 machen:
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Am 19. und 20.4. 2024 ist auch wieder was besonderes für den Nachlass von Many Szejstecki in der Zeche Westerholt zu sehen. Ich werde da noch gesondert als Veranstaltung mitteilen und dann drüber berichten. So bleibt mir nur zu sagen, dass ich gespannt bin, was in der nächsten Extraschicht zu sehen ist. Allerdings werden wir dann woanders sein. Mal sehen, wohin es uns die Gesteinsschichten treiben werden.
Meine Frau und ich waren sehr begeistert und fanden dort alles Sensationell. Jetzt ist es für diejenigen, die Zeche Westerholt damals nicht besuchen konnten, wenigstens als Video erhalten, wenn auch nur im Hochkantformat, aber umso interessanter ist der Ausschnitt.
Glück auf!
P.S.: Abschließend kann ich mich nur für die Beteiligten entschuldigen, die sich auf den Beitrag schon früher gefreut haben, dass ich für den Zuschnitt des Films und den Beitrag so lange gebraucht habe. Es liegt noch einiges an Material aus dem letzten Jahr, dass durch private Dinge und meinen eigenen Projekten immer noch nach hinten geschoben werden musste. Aber ich denke, die Würdigung für die Extraschicht 2023 der Zeche Westerholt hat jetzt auf jeden Fall noch einen guten Abschluss gefunden.
Roland Szejstecki werde ich für einen Podcast einladen, damit ihr mehr über die Kunst von Many erfahren könnt, die wirklich einzigartig ist. Übrigens hab ich zufällig ein Original bei einem Rechtsanwalt in Oberhausen an der Wand gesehen. Many ist also sehr berühmt im Ruhrgebiet. Schade, dass ich nicht früher auf ihn aufmerksam geworden bin. Aber besser als Nie!
Jeder nur ein Kreuz! Diesen Ausdruck kennt jeder, der einmal den Film der Comedy-Truppe „Monty Pythons“ „Das Leben des Brian“ gesehen hat. Der Film nimmt auf sehr sarkastische Art und Weise die „Legende“ von Jesus auf. Ich habe mir die Freiheit genommen, den Film mit seiner Botschaft und auch mit der Tradition zu spielen mit der Skulptur von Günter Tollmann vor dem Kunstmuseum Gelsenkirchen und mir zu Karfreitag einige Gedanken gemacht. Denn nichts ist, wie es scheint, wenn man genau hinschaut. Die Auflösung ist am Ende der Gedanken:
Der Film „Das Leben des Brian“ darf wird zu Ostern in Deutschland nicht ausgestrahlt werden. Die Macht der Kirche hat da immer noch eine Hand drauf.
Wer an Jesus und die Geschichte um ihn aus dem Neuen Testament glaubt, der kann es tun.
Nun stelle ich mir leider seid meiner Kommunion immer wieder folgende Fragen:
Warum wird Jesus an einem 24.12. jedes Jahr, wie jeder andere Mensch an einem Tag geboren, aber stirbt nicht an einem und denselben Tag?
Ostern, d.h. auch Karfreitag, der Tag seiner Kreuzigung, findet kalendermäßig immer an unterschiedlichen Wochenenden statt. Interessanterweise hat er immer einen Freitag, an dem er von den Römern umgebracht wurde, Todestag. Es gibt niemand anderen in der Weltgeschichte, der sozusagen mit dem letzten Vollmond vom März Todestag hat.
Ostern ist sozusagen die Sonnenwende. Noch etwas ist interessant: Der Karfreitag ist nur in wenigen Ländern Feiertag. Im katholischen Polen zum Beispiel ist Karfreitag kein Feiertag. Sie feiern nicht die Kreuzigung, sondern eher das Osterfest, halten sich aber traditionell essenstechnisch am Freitag an den Tag ohne Fleisch auszukommen und essen eher Fisch, geangelt von Petrus höchstpersönlich wahrscheinlich, der den Sohn Gottes drei Mal verleumdet hat, als es zum schweren Kreuzgang ging.
Nun bleiben die offenen Fragen bei mir ja nicht stehen, denn wer hat den schweren Felsblock zur Seite geschoben um ihn frei zu lassen, nachdem er eigentlich drei Tage Sauerstoffentzug hatte, und zudem auch schon eigentlich Tod war. Der allmächtige Vater hätte einmal mit dem Finger schnippen können und schon da wäre es passiert. Vielleicht hat er es ja getan. Denn wie hätte er da sonst aus dem Fels herausspazieren können?
Die traditionellen Gesetze, die jedoch gemacht werden, um ständig mitzuteilen, was man wie an den Feiertagen machen soll und was nicht, sind nicht von Gott gemacht, sondern von Menschen, die meinen, dass sie nach Gottes Gesetzen handeln. Hat ER wirklich gesagt, dass Fleisch am Karfreitag verboten ist? Und wenn ja, wann?
Gut ich kann an diesem Tag auf Fleisch verzichten. Ich kann auch Vegan essen. Alles kein Problem. Ich hab nur ein Problem, wenn es Menschen in Kutten gibt, die Vorschriften machen, aber selbst sich nicht dran halten, so wie es ja schon oft genug gegeben hat, wie die Pädophilenaffären zeigen. Menschen steigen als Kirchgänger aus, um zuhause an Gott weiter glauben, jedoch nicht mehr den Kutten zu folgen. Damit will ich natürlich nicht jeden über einen Kamm scheren. Nein. Es gibt mit Sicherheit ganz viele, die ihren Glauben an der Religion richtig ausführen, ob mit oder ohne Zölibat, ihren Schäfchen viele gute Dinge mitgeben und sie begleiten von der Taufe bis zum Tod mit all dem begleitenden Lebensleid.
Ich glaube, also bin ich
„Ich glaube, also bin ich“ ist ein philosophischer Satz von dem Franzosen René Descartes, der dem Namen nach Karten lesen konnte und lecker Camembert verschlingen konnte. Er wirft die Frage auf, ob der Glaube an einer Welt in der ich lebe die wahre Welt ist oder ob tatsächlich nur eine Matrix, wo Nichtglaube die Wirklichkeit sein könnte. Nun, ob Glaube oder Nichtglaube: Die Welt ist, wie sie ist. Doch viele leben mittlerweile in einer Matrix. Sie machen sich die Welt, wie sie es gerne hätten. Die Welt scheint keinen Gott zu haben, sonst gäbe es keinen Hunger in Afrika oder Idioten von Machthabern, wie Putin, oder anderen die meinen, sie hätten die Weisheit gefressen, Kriege veranstalten und wahrscheinlich ebenso an den einzigen wahren Gott glauben, der scheinbar alles in ihren Sinne richtig findet, wie es schon in den Weltkriegen war.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Nichts Gutes, wer pessimistisch ist. Nun sterben werden wir alle einmal, dass hat auch was Gutes. Es hat etwas Befreiendes von den unsäglichen Diskussionen, den Schmerz, den Kriegen und der Hunger in Israel, Ukraine etc. Das ist jetzt pauschal gesagt. Ich bin eher ein Optimist. Ich begegne Dinge mit Humor und überspitze es auf meine Art und Weise.
So war das Kreuz und das Foto dazu eine witzige Art und Weise ein stählernes Kunstwerk neu in Szene zu setzen und tatsächlich Fragen aufwerfen zu lassen über unsere Gesellschaft von heute, aber eben auf humorvolle Art.
Blasphemie wird wahrscheinlich der Gläubige sagen, aber sich nicht fragen, warum Jesus nicht ertränkt wurde. Wäre er ertränkt worden, dann hätten wir ein Aquarium an der Wand? Beim Köpfen wäre dann würde was über den Altaren hängen? Und würde er dann wieder auferstanden sein, abgetrennt von seinem Körper? Hätten die Römer vielleicht mal drüber nachdenken sollen, wenn es um Effektivität von Nichtwiederauferstehen gehen sollte. Aber sie wollten ihn besonders leiden lassen. Er war Jude und er wurde als neuer König der Juden gefeiert vom Volk. Und die Römer haben die Israeliten besetzt, so wie sie es jetzt mit Palästina tun. Aber das ist eine andere Geschichte und führt zu weit. Das Leid über die Jahrtausenden von Unterdrückung ist heute eingebrannt in der Verteidigung des 1948 geschaffenen Landes. Es ist nicht Entschuldbar, dass über 1000 Menschen von Terroristen abgeschlachtet und ein Teil entführt wurde. Es ist aber auch nicht zu entschuldigen, wenn umgekehrt Leid gebracht wird und mehr als 1 Mio Menschen, die mit den Terroristen nichts zu tun haben, hungern müssen.
Jesus war Jude?
Ja genau. Er wurde jedoch von Pharisäern verraten, die von ihm verurteilt wurden, dass sie im Tempel der Juden Geschäfte gemacht haben. Nehmen wir mal an Jesus wäre ein Katholik gewesen sein in der Jetztzeit und in Holland in eine ehemalige Kirche gehen, wo nun ein Hotel und Restaurant wäre. Er hätte dann alles kurz und klein geschlagen, weil er es blasphemisch sehen würde. Die Hotelbesitzer klagen ihn an, obwohl sie selbst Katholiken wären, würden sie als ganzes Volk verurteilt und über 2000 Jahre verfolgt werden von Andersgläubigen, die aus dem katholischen Glauben erzeugt wurde, der Jesus dann ja selbst angehörte. Und er würde an ein Kreuz genagelt werden. Doch heute würde er frei kommen. Die Gesetze haben sich geändert. Todesstrafe ist in Europa abgeschafft worden. Eine neue Religion würde wahrscheinlich nicht entstehen. Er würde auf Seite 3 als Wahnsinniger beschrieben worden und niemand hätte sich an ihn erinnert, während er in einer Psychiatrie gelandet wäre.
Man merkt schon, dass da 2000 Jahre was falsch gelaufen ist. Es sind viele Kriege entstanden, Kreuzzüge, Mord und Totschlag, Verfolgung, Holocaust, Antisemitismus, neuer Glaube, neue Religionen mit noch mehr Fanatismus. Und überall zeigt sich einer nicht: Gott.
Er scheint es mit seinem absichtlichen Nichterscheinen den Menschen den Spiegel vorzuhalten oder ist ein Sadist und wartet nur auf den dritten Weltkrieg. Sozusagen den Spruch der Römer als Spieler im Universum die „Würfel sind gefallen“ – Gesellschaftsspiel als Squid Game demnächst in Netflix oder vielleicht zeigt er sich nicht, weil ER eine SIE ist und beleidigt, weil SIE nicht angebetet wird.
Oh Gott, oder Göttin, dann fängt das Gendern in der Bibel an! Eine Neuinterpretation ist dann wirklich fällig. Und überhaupt, wer hat dann die Maria geschwängert?
War das doch Josef? Oder gab es da schon die Möglichkeit einer genetischen Eiverpflanzung?
Wer glaubt, sollte sich an die 10 Gebote aus dem Alten Testament halten und Jesus als tragische Vater-Sohn – Beziehung sehen. Welcher Vater lässt seinen eigenen Sohn umbringen ohne mit der Macht zu spielen, die er gehabt hätte, die Römer hinwegzufegen?
Fragen, die keiner beantworten kann. Der Mensch macht, wie es im Internet zu sehen ist, so wie er die Welt haben will, nicht wie Gott es haben möchte. Glaube bekommt hier einen anderen Stellenwert. Mainstream wird in Frage gestellt. Öffentlich-Rechtliches wird in eine Ecke von Lüge und Unsinn gesteckt, während Unsinn und Lügen im Internet immer mehr verbreitet werden, was wiederum immer mehr Menschen glauben.
So stellt mein Foto auch in dieser Hinsicht die philosophische Frage, was richtig und falsch ist. Du siehst, was du sehen willst, doch die Auflösung kommt am Ende.
Ruhrpottologie ist auch eine weiterführende Wissenschaft aus dem Bauch und Kopf eines Ruhrgebietsmenschen geboren worden, der sich viele halbseidene und stahltreibende Fragen stellt, die sein Dasein erklärt oder auch nicht, und wie Sprache auch zu Missverständnissen führen kann. So wie es Moderne Kunst auch tut.
Moderne Kunst, die sich mit Fragen von Sein und Nichtsein, Glauben und Nichtglauben, Stahl und Farben auseinander setzen, können im Kunstmuseum Gelsenkirchen kostenlos bewundert werden. Vielleicht stellen sich die einen oder anderen Betrachter dort auch so manche philosophische Frage: Was hat der Künstler damit bewegen wollen? Was will er uns damit sagen?
Ich hab zu meinem Selfie genug gesagt. Vergesst alles vorher gelesenes. Es hat einfach Spaß gemacht, mal selbst an einem Kreuz zu lehnen, aber froh zu sein, dass Nägel nicht durch die Hände getrieben werden. Jesus hat gelitten für die Menschen, doch einen neuen Glauben, wollte er damit sicherlich nicht hervorholen.
Ich glaube einfach an das, was ich sehe und nicht sehen kann, fühlen und ertasten kann. Ich lasse die Sonne auf mein Haupt scheinen und den kühlen Stahl im Rücken spüren, denke an den verbotenen Film „Das Leben des Brian“, wo gesungen wird, dass man immer auf die helle Seite des Lebens schauen soll, egal wie schwer es ist.
Und das mache ich mit dem Bild. Ich lächel und mache mit Humor weiter bis es nicht mehr geht.
Wer das Kunstwerk von Günter Tollmann als Kreuz entdecken will, kann es entdecken im äußeren Eingangsbereich vor dem Kunstmuseum Gelsenkirchen. Doch Vorsicht! Es ist kein Kreuz! Es ist eben nur der Schein der trügt, das was man sehen und glauben will. Sie ist eine Skulptur ohne Namen aus dem Jahr 1969. Das Museum besitzt den Schwerpunkt von Kinetischer Kunst und wird von mir mit Sicherheit dieses Jahr einen besonderen Besuch bekommen! So ist eben mein Foto, dass was man sehen will, nicht das was es eigentlich ist. Es ist kein Kreuz. Es sieht nur so aus! Das Foto lässt damit meine philosophischen Interpretationen zu, obwohl es kein Kreuz ist.
In diesem Sinne wünsche ich allen ein schönes Osterfest ! Egal, ob ihr an den Osterhasen glaubt oder nicht!
Rüdiger Caspelherr vom Machmit-Sozialwerk ist ein POTTmensch durch und durch. Seine Idee in Schuhkartons Weihachtsgeschenke für Kinder in der Ukraine zu spenden hallte gerade noch nach, da kam die Idee mit den gespendeten Geldern eine Feldküche zu organisieren, die vor Ort genutzt werden kann.
Teaser:
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Der 63jährige Rüdiger Caspelherr arbeitet seit 24 Jahren bei der Knappschaft Bahn-See. Er engagiert sich seit Oktober 2023 beim Machmit-Sozialwerk, einem Verein der Angestellten- und Sozialverwaltungen des Bundes und Krankenkassen. Schirmherr ist Arbeitsminister Hubertus Heil.
Der Verein setzt sich für viele soziale Dinge in ganz Deutschland ein. Gezielt wird dann für bestimmte Projekte Geld in Charity- oder Tombola-Veranstaltungen gesammelt.
Alle Helfer vor der Feldküche
Rüdiger Caspelherr ist seit 2019 mit einer Ukrainerin verheiratet. Die Tochter lebt in Odessa und hat durch die täglichen Raketenangriffe Angst um ihr Leben.
Als der Krieg sich ausweitete und Ukrainer und Ukrainerinnen mit Kindern nach Deutschland flüchteten hat er sich Gedanken gemacht, wie man ihnen eine entsprechenden Krankenversicherung schnellstmöglich zusammenstellen kann.
Im Oktober 2023 hat Rüdiger Caspelherr Johannes Höreth, dem Leiter des Machmit-Sozialwerks, die Aktion von Weihnachtsgeschenken in einem Schuhkarton aufgeteilt für Mädchen und Jungs für das Kriegswaisenhaus „Sonnenblume“ vorgeschlagen.
Kinder sollten darin bestimmte Dinge je nach Geschlecht hineingelegt bekommen, wie Malheft, Matchboxauto, Kuscheltier, Malstifte, Radiergummi, Puppe etc. Das Ziel war 220 Stück zusammen zu bekommen.
Insgesamt sind 280 Stück zusammengekommen und kurz vor Weihnachten mit dem 54. Hilfstransport in die Ukraine zum vom Verein Gesellschaft Bochum Donezk e.V. betreuten Kriegswaisenhaus „Sonnenblume“ geschickt worden. Dort bekamen sie alle eine riesige Freude in ihre Gesichter, obwohl zu dem Zeitpunkt alle in Kellern sein mussten, weil die Russen gerade an Weihnachten heftige Raketenangriffe auf die Umgebung gemacht haben.
Rüdiger Caspelherr
Insgesamt steigerten bei dem Aufruf viele Mitglieder des Vereins Gesellschaft Bochum Donezk und Bochumer Bürger und Bürgerinnen die Weihnachtsschuhkartons auf eine Anzahl von sage und schreibe 1700 Stück, die dann in der Umgebung an Kinder verteilt wurden.
Bei dieser Aktion kamen auch viele Geldspenden zusammen, so kam es zu der Idee eine agile Feldküche zu organisieren und diese bei einem der nächsten Transporte mitzuschicken.
Ein Feldküche kann 250 Personen versorgen und als Anhänger schnell weitertransportiert werden. Sie hat ein aufklappbares Dach, so dass die Abgabe von gekochtem Essen auch bei widrigen Wetterverhältnissen ausgeführt werden kann. Sie ist jederzeit von einem Ort zum anderen transportierbar und kann im Umkreis viele Menschen versorgen, deren Häuser zerbombt wurden und alles verloren haben.
Jedoch kostet eine neue Feldküche 18000 €. Rüdiger Caspelheer kam durch die Suche allerdings auf einen Landwirt aus Warendorf, der eine sehr gut erhaltene mit abgelaufenen TÜV für 4000 € verkaufen wollte. Der Landwirt fand das Projekt so gut, so dass er das unterstützte, in dem er den TÜV auf eigene Kosten übernahm. Danach wurde sie nach Bochum gebracht, wo sie dann in den Anhänger des 65. LKW-Hilfstransports bugsiert wurde.
Im Film ist noch die Begehung des von der Stadt Bochum zur Verfügung gestellten Sammellagers für den Verein Gesellschaft Bochum Donezk zu sehen und anschließend, wie so ein Transport gepackt wird. Ich war selbst dabei um die jeweiligen Transporte zu packen.
Video zum Weihnachts-Hilfstransport:
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Rüdiger Caspelherr ist ein wertvolles Zahnrad im Getriebe mit tollen Ideen den Verein Gesellschaft Bochum Donezk in ihrer Arbeit für die Ukraine zu unterstützen!
Er ist ein POTTmensch durch und durch. Er wurde für seine Idee und Unterstützung ausgezeichtnet mit einer Ehrenurkunde unterzeichnet vom Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und dem Leiter des Machmit-Sozialwerks Johannes Höreth ausgezeichnet worden.
Urkunde vom Machmit Sozialwerk mit Unterschriften vom Bundesarbeitsminister Hubertus Heil & Johannes Höreth vom Machtmit-Sozialwerk
Glück auf!
FOTOS vom Packen des 65. Hilfstransports (Fotos Copyright Johnny Khoury, André Brune & Liza)
Ruhrpottologe unterwegs auf der Springorum-Trasse in Bochum mit Autorin & Sportlerin Verena Liebers & ihr Buch „Trasse ist Klasse“
Verena Liebers ist eine lebensfrohe naturverbundene Schreibbiologin. Sie seziert förmlich die natürliche Umgebung. In erzbahntrassenschwingenden Worten zwischen zwei Buchdeckeln lässt sie Leser und Leserinnen dann an ihren freien Dopamingedanken teilhaben.
Glücksgefühle bekommen auch Sofakartoffeln, die nicht so sportlich angehaucht sind. Aber schon beim Lesen werden auch sie sich die Schuhe schnüren und losgehen, wenn es gelesen wurde, ob in Bochum oder ganz Deutschland. Trassen finden sich überall, aber im Ruhrgebiet sehr viele.
Ich habe Verena Liebers, die sich abgekürzt VIGLi nennt, weil Verena Gisela Liebers ihr vollständiger Name ist, nicht nur zu ihrem autobiografischen Sport-Natur-Erzählbuch „Trasse ist Klasse“ interviewt, sondern ich wollte die Frau hinter den geschriebenen Worten kennenlernen.
Außerdem ist zeitgleich der Roman „Klang der Schritte“, an dem sie sieben Jahre lang gearbeitet hat, erschienen. Den reißen wir nur an, weil wir uns dafür mit einer Lesung nochmal extra treffen werden. Aber sie ist nicht nur Autorin, in erster Linie ist sie Biologin.
Teaser – Short zum Buch „Trasse ist Klasse“:
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Die 62 jährige Verena Liebers läuft schon immer gern seit dem 2. Lebensjahr, wie sie mir im Anfang unseres Gesprächs mitteilte. Mit dem Schreiben begann sie schon mit 7 mit einem ersten Bilderbuch.
Geboren in Berlin hat sie eine Zeitlang in München vor Bochum gewohnt. Die Innenstadt von München war ihr immer ein touristischer Graus, so fuhr für sportliche Freizeitaktivitäten außerhalb der Stadt zum Wandern in den Alpen oder in der Umgebung. Ist ja ein Katzensprung.
Das Schreiben gehörte für sie immer wie selbstverständlich zum Leben. Mit 13 allerdings entschied sie sich schon Biologie zu studieren und nicht Schriftstellerin zu werden. Damals hatte sie noch nicht geahnt, das sich beides erfolgreich vereinbaren lässt.
Zum Sport mit dem Rad, Joggen oder auch Marathon oder Triathlon mitzumachen, kam sie erst in Bochum auf dem Geschmack als sie 1990 beruflich mit der Dissertation über Allergien durch rote Mückenlarven in der Tasche hier ihre Zelte aufschlug. Seitdem arbeitet sie in der Immunologie für Arbeitsschutz.
Hier waren keine Berge, die ihre Kondition anstrengen konnte, weil es nicht die Berge, wie südlich von München vorhanden waren. Der sportliche Ausgleich wurde hier im Ruhrgebiet dennoch schnell gefunden.
In Bochum fühlt sie sich seit jeher wohl. Sie wohnt in der Nähe der großen Springorum-Trasse, die sie fast täglich nutzt. Sie hat die 2019 komplett fertiggestellte Trasse unweit ihrer Wohnung schätzen und lieben gelernt. Und immer einige Dinge aufgefangen, die sie sich aufgeschrieben hatte. Irgendwann war es soweit und um die sogenannten 25 „Trassensplitter“ kamen die autobiografischen Erzählungen von sportlichen Erlebnissen, die Sportgemeinschaft, die vielen Freunde und die Franks.
Verena und die klasse Trasse (Foto: Copyright André Brune)
Nicht nur in Bochum gibt es eine Trasse. Ganz Deutschland hat stillgelegte alte Eisenbahn-Linien zu Rad- und Fußwegen umfunktioniert. Im Ruhrgebiet sind die meisten sehr alt und lange nicht mehr in Funktion. Die Trasse sind ehemalige industriell genutzte Eisenbahnschienenwege. Güter, wie Kohle, Eisen, Koks, Stahl wurden von den Produzentenorten in den Städten, wie eben z.B. Zechen, Bochumer Verein oder Krupp in Essen, dann zu den Kanälen oder Flüssen gebracht, um sie weiter zu transportieren oder zu bearbeiten.
Viele Wege wurden jahrzehntelang nicht mehr genutzt und verwuchsen. Doch die Wege waren noch da. Die Idee war die Trassen nicht nur zur Verkehrsentlastung zu nutzen, um Menschen vom Auto auf das Fahrrad zu bekommen ohne eine Hauptverkehrsader nutzen zu müssen, und gleichzeitig auch einen idealen Freizeitort mit verschiedenen Verbindungswegen auszubauen, die an Sehenswürdigkeiten und Stadtteilen liegen. Erholungs- und Pendlerwege sind nun die Trassen geworden, die noch nicht überall zu 100 % fertig sind. Sie kosten ja auch einige Millionen
***
Kurzinfo zur Springorum-Trasse:
Für die 10 km Springorum-Trasse 5,8 Millionen Euro ausgegeben worden. Sie verbindet den Ruhrtalradweg mit der Innenstadt Bochum. Sie führt auch zum entstehenden Radschnellweg 1 bei der Buselohstraße. Der letzte Abschnitt wurde 2019 der Öffentlichkeit zur Nutzung freigegeben. Der Eisenbahntunnel unterhalb der Hattinger Straße wurde nach der Schließung und Verfüllung vor Jahrzehnten wieder aufgemacht und gesichert. Somit verband der Tunnel die Wege von der Innenstadt Bochum mit dem Weg ab Schlosspark Weitmar bis zum Ruhrtalradweg in Dahlhausen.
Für Verena Liebers ist nicht nur die Springorum-Trasse somit eine besondere Strecke, wo Joggen, Wandern, Radfahren und Sonntagsspaziergänge stattfinden können, sondern auch die Natur und die anliegenden Gebäude bewundert werden. Es gibt immer was neues zu entdecken!
Sie freut sich über jeden Stau auf der Autobahn, wenn die schwarze Blechlawine steht und sie freudestrahlend ohne Stress staufrei über die Autobahn läuft. Das haben wir zufälligerweise bei unserem Podcasttermin auch erleben dürfen.
Niemand muss also weit fahren, um tolle Dinge zu erleben, stellt Verena Liebers fest. In Bochum ist alles nah beieinander, wenn sie die Haustür verlässt. Egal, ob Theater, Ausstellungen oder Abenteuer auf der Trasse erleben, alles ist sozusagen umme Ecke, wie man hier so schön sagt. Sie weiß den Wohnort im Ruhrgebiet zu schätzen und zu lieben.
Im Buch beschreibt sie auch einen Marathon in einem kleinen Volkspark in Bottrop oder in Uelzen. Sie beschreibt die Gemeinde der Läufer um sie herum. Irgendwie sind alle miteinander verbunden. Man lernt sich schnell kennen. Im Buch gibt es mehrere Franks. Wobei einer von ihnen gefühlt, wie ein innerer Schweinehund, Verena mit einer virtuellen Peitsche zu mehr Energie antreibt, wie ein Trainer einer Nationalmannschaft bei der Olympiade.
Verena trainiert nicht nach Plan. Sie verbindet Sport mit Freunde treffen oder Ausstellungen besuchen. Sie setzt sich dann auf ein Fahrrad und fährt mal eben 30 km nach Marl. Verena besitzt kein Auto und lüftet lieber ihr Hirn statt auf der Couch zu liegen. Sie hat auch keinen Fernseher. Nach der Arbeit und anschließendem Laufen oder Radfahren auf der Trasse, hat sie dann auch einen frischen Kopf, um diszipliniert eine Stunde zu schreiben.
Verena liebt die staufreie Trasse während unter ihr die Blechlawine steht (Foto: Copyright André Brune)
Mit Ironie belächelt Verena Menschen, die um frische Luft zu tanken extra ins Auto steigen, im Stau stehen, um irgendwo statt vor der Haustür das Gleiche erleben zu können.
Mein kleines Erlebnis mit der Springorum-Trasse:
Die Trasse ist für sie wie ein Chamäleon, mal nach Flieder oder mal nach Haschisch riechend.
Verena Liebers Lebenslust ist in dem Buch „Trasse ist klasse“ wunderbar zu lesen. Mit dem Buch lernt man die Person kennen und bekommt Geschmack nicht nur das Ruhrgebiet zu besuchen, sondern sich die Joggingschuhe, das Fahrrad in die Hand zu nehmen oder vor die Tür zu gehen, egal wo man wohnt.
Wer hier wohnt, weiß noch immer nicht unbedingt, was es hier alles zu entdecken gibt! Und wer hier nicht wohnt, wird mit dem Verenas Buch mit Sicherheit indirekt aufgefordert mal vorbei zu schauen in Bochum und Umgebung.
Es gibt vieles zu entdecken hier auf und neben der Trasse, ob Springorum – oder Erzbahntrasse, hier ist lebenswerter als viele denken außerhalb des Ruhrgebiets. Deswegen mein Tipp: Buch lesen!
Wir hatten unseren Spaß (Foto: Copyright Verena Liebers)
Glück auf aufer Trasse!
P.S.: Mit Verena Liebers werde ich zum Buch „Klang der Schritte“ nochmal einen Extra-Podcast machen und dann auch andere Bücher ansprechen. Hier ging es ausschließlich darum Verena Liebers kennenzulernen und die Trasse und das Buch „Trasse ist Klasse“ und das drumherum. Seid also gespannt! Termin wird noch bekannt gegeben!
P.S. 2: Podcast, Videoaufnahme oder die Buchempfehlung ist aus freier Entscheidung hier beworben worden ohne bezahlt zu werden. Für mich ist wichtig Menschen zu zeigen und interviewen, die hier im Ruhrgebiet was besonderes machen oder sind. Der Beitrag ist unbezahlte und unaufgeforderte Werbung, falls jemand meint ich würde dafür bestimmt bezahlt werden. Ne. Is nicht! Entdeckt VIGLi einfach literarisch! Tschüssikowski!
Die entspannende und spannende Wohlfühlmesse ist alljährlich im Wissenschaftspark Gelsenkirchen. Die Buchhandlung Isensee aus Gelsenkirchen hat sie organisiert, die sich selbst als Wohlfühlbuchhandlung tituliert.
Wohlfühlen heißt hier eine Mischung aus Entspannen bei Massagen, Matratzen, Klangschalen, Aromaölen, Kosmetika, eigenem Wertgefühl stärken mit Personal-Coaching, sowie Mineralien, besserem Wasser als aus dem Kran und eine Mischung aus esoterischen Anbietern, wie Kontakt mit dem Jenseits, Trauerarbeit, Schamanismus, Runenlesen, Irislesen, Tarotkarten legen, Numerologie und Aurafotografie.
Für einen Eintritt von nur 5 € konnten 80 Vorträge und ebenso viele Messestände zu den verschiedensten Themen besucht werden. Die einstündigen Vorträge wurden in vier Seminarräume während des Messetages gehalten. Um 11 Uhr war am Eingang des Wissenschaftsparks schon einiges los, so dass man in einer Schlange stand um hineinzukommen. Aber es ging schnell voran. In der Halle des Wissenschaftsparks war es gut besucht.
Mineralien, die mit Farben und Formen im eigenen Haushalt nicht nur Schönheit ausstrahlen, sondern auch Energie abgeben können, die sie über Millionen Jahre angespeichert haben, wurden feil geboten . Nun Kritiker können berechtigterweise sagen, dass es Unsinn ist, aber wie Shakespeare es schon im Hamlet sagen ließ: „Es gibt mehr zwischen Himmel und Erd, als unsere Schulweisheit träumt.“ Ich habe selbst genug Dinge erlebt, die nicht erklärbar sind, aber eben passiert sind.
Vorträge
Zwischen Himmel und Erd innerhalb der Halle vom Wissenschaftspark standen die verschiedensten esoterischen Anbieter mit ihren Dienstleistungen, die sie auch vor Ort offen oder hinter einem Vorhang oder einer kleinen Nische angeboten haben. Da war Runenlesen, Tarotkarten legen, Kaffeesatz lesen oder die Numerologie eine Möglichkeit je nach Geschmack oder Gedanken sich die Zukunft sagen zu lassen.
Faszinierend wie im aufgeklärten 21. Jahrhundert diese Formen aus Hunderten von Jahren immer noch Menschen offen sind für diese Dinge. Das ist keine Kritik, sondern zeigt, dass altbewährte Dinge immer noch ein Teil des Menschen sind, ob dran geglaubt wird oder nicht und ins Leben zugelassen werden.
Die Messe heißt ja nicht umsonst „Wohlfühlmesse“. Hier soll sich jeder und jede Person nicht nur wohlfühlen, sondern es soll ausprobiert werden. Hier wird niemand bekehrt, sondern hier kann vieles kennengelernt werden, was zum eigenen Wohlbefinden helfen oder unterstützen kann. Es können hier auch Menschen, die Esoterik für Unfug halten plötzlich anderer Meinung werden, wenn sie sich öffnen oder einfach nur einen Putzlappen kaufen, der in Amethystwasser getaucht wird, um reinere energiegeladenere Fenster zu bekommen.
Der Gong einer Klangschale kann den eigenen 80%igen Wasserhaushalt in Schwingungen von Beruhigung und Entspannung bringen, wie ich es selbst schon ausprobiert habe bei einer Klangschalenmassage. Auch diese wurden hier auf der Messe in allen Größen verkauft.
Anbieter von Kräftigung von Selbstheilungskräfte oder Anruf von Tier oder geliebte Menschen im Jenseits haben hier ebenfalls um „Kunden“ geworben und ihre Bücher und Visitenkarten weitergegeben.
Da fällt mir meine Oma ein. Sie hat mir selbst Karten gelegt. Ich war erst 14. Aber alles, was ich mitbekommen habe war, das vieles eingetreten ist, was sie den Menschen mitgeteilt hat. Vielleicht hat sie auch nur ein Händchen gehabt es gut zu verkaufen, aber sie nahm kein Geld dafür. War das Pik As aufgetaucht starb jemand aus der nahen Bekannt- oder Verwandtschaft. Nun, das tritt ja irgendwann ja immer ein. Das sie es nie professionell anbieten wollte, fand ich im Nachhinein schade. Sie hatte wahrlich Talent.
Nach dem Kartenlegen, machte sie sich erstmal eine „Lord“ an und paffte gemütlich. Mit 64 hatte sie erst angefangen zu rauchen. Da gingen dann die hellseherischen Fähigkeiten in den Rauch auf. Angeblich hatte sie auch einen Engel gesehen, der die Hände über ihr Haus vor Kriegsbomben mit den sieben Kindern beschützend legte. Aus der Familie wurde sie immer belächelt. Nun nebenan ist das Haus von einer Fliegerbombe platt gemacht worden. Ich würde diesen Beitrag gar nicht schreiben können ohne diese schützenden Hände, die Oma gesehen hatte. Oder hatte Oma ihren Spaß uns diese Geschichten zu erzählen? Man weiß es nicht…
Das Haus meiner Großeltern blieb heil. Niemand ist im Krieg gestorben. Dinge, die nachdenklich machen wegen der anfänglich angesprochenen Schulweisheit.
Grundsätzlich versetzt Glauben Berge, wird gesagt. Nun die Berge sind natürlich bildlich gemeint, sonst hätte ich mir hier gern vor die Tür die Lechtaler Berge gewünscht, die ich als Kind im Winter immer gern besucht hatte. Hier finden sich nur die Bergehalden.
Nicht alles war Esoterik, denn es ging auch um Entspannung. Zum einen war dort die „Energietankstelle Ruhrgebiet“ von Bettina Viergutz aus Marl. Sie hatte die Osflow-Rückenrüttlermaschine mit einer entsprechenden angepassten Massage angeboten. Ich wollte es unbedingt ausprobieren und auch meine Frau Ewa war interessiert. Ihr Mann Udo streckte meine Arme und Beine, strich über die Lymphen und schüttelte die Glieder sanft während der sanften Rüttlermaschine.
Wir waren begeistert!
Alles in Allem stimmte es tatsächlich, dass die Lymphen und der Stoffwechsel mit dem Gerät angeregt werden. Ich war danach nicht nur entspannt, sondern war froh am Nachmittag zuhause zu sein, denn der Darm meldete Hochzeit mit der weißen Schüssel im kleinsten Raum der Wohnung. Es hat definitiv funktioniert.
Anschließend nach der Massage kamen wir an den Stand von Seven Sundays mit dem Vertreter Daniel Girten, der uns die Vorteile der besonderen Matratze erklärte. Sie wurde von Professor Dietrich Grönemeyer vom Bochumer Rückeninstitut mitentwickelt und der hochwertigen Technik vom Möbelhersteller Rolf Benz. Sehr bequem war die Matratze, auch das Kopfkissen. Fast wäre ich eingeschlafen…Schon ist ein Termin für April gemacht worden. Er kommt zu uns nach Hause und lässt sie uns vor Ort testen. Wir sind gespannt.
Daniel Girten von Seven Sundays
Als Letztes kam die Entspannungsmatte haben wir von Bemer. Dietmar Ney erklärte uns das in der Schweiz entwickelte System, das die kleinen Adern unseres Körpers sanft durchwalkt. Nun gespürt hab ich nicht viel, aber vielleicht hat es tatsächlich den Stoffwechsel noch mehr angeregt. Ich erinnere nur an die Darmgeschichte… Auch hier werden wir uns weiter schlau machen, was sie uns bringen wird.
Dietmar Ney von Bemer
Bemer Massagematratze
Faszinierend und Entspannend
Definitiv waren wir angetan von besonderen Massagematte. Mehr Informationen bekommt man in einer Zoom-Konferenz zu der man eingeladen wird. Wir warten noch auf einen passenden neuen Termin, da ich den ersten nicht wahrnehmen konnte.
Jennifer Ganser, die Coachingtante, die ich schon gepodcastet hatte, war auch anwesend und freute sich uns zu sehen. Wer mehr über das Personal-Coaching erfahren möchte, auch mit ihrer Coaching-Hypnose, kann sich gern meinen Podcast mit ihr anhören. Es ist wirklich spannend. Und ganz ehrlich, sie öffnet wirklich die Augen. Meine Frau kann es ebenfalls bestätigen.
Unsere Personal-Coachingtante
Vortrag von Jennifer Ganser
Fotos von dem Vortrag von Jennifer Ganser über Hypno-Coaching, was ich und meine Frau auch schon mitgemacht haben. Sehr empfehlenswert!
Auf der Messe wurde außerdem angeboten: Ernährungscoaching, Aloe Vera Kosmetik, Hautpflegeberatung, Yoga-Anbieter, Schamanische Heilarbeit, Elektrosmog und Mobilfunkstrahlungschützer, Motivationstrainer, Bewußsteinserweiterer, Kraftbilder auf Kissen oder Leinwand, als Foto oder Schmuck, Räucherwerk, Aromaöle, Seelenflüstern, natürliche Wasseraufbereitung, Heilpraktiker, Reiki, spirituelles Training, Burnout-Beratung, Klangmassagen, Instrumente, Aurafotografie. (Fotostrecke zeigt fast alle Anbieter und Anbieterinnen.)
Alles in Allem eine sehr interessante Messe, deren Schwerpunkt ich bei der nächsten Gelegenheit anders nutzen werde. Nächstes Mal lass ich mir die Runen und Tarot legen aus dem Kaffeesatz lesen, vielleicht kann mir einer der anwesenden Hellseherdienstleister sagen, dass ich endlich Lotto spielen soll, denn ich würde in naher Zukunft gewinnen. (Scherz!) Interessiert bin ich auf jeden Fall, sowie die Aurafotografie auszuprobieren oder aus meiner Iris meine Altersgebrechen zu lesen.
Spannend, interessant und Augenöffend ist die Wohlfühlmesse in jeder Beziehung. Einfach mal hin und wer sich mehr mit den Themen beschäftigen möchte auch mal die Fachbuchhandlung in Gelsenkirchen besuchen, die als Veranstalter mit Sicherheit aufklären kann. Ich bin ja selbst gelernter Buchhändler.
Glück auf und bis zur nächsten Wohlfühlmesse – Seufz!
Ich geh mich jetzt mal entspannen auf meinem Massagestuhl und les das Buch über „Botschaften aus dem Jenseits“ von Stefan Hermkes
Stefan Hermkes, Medium und Spiritueller Coach
Wer mehr Literatur aus der Wohlfühlmesse heraus finden möchte, sollte die Buchhandlung Isensee in Gelsenkirchen aufsuchen. Sie ist dafür eine Fachbuchhandlung und hat fachkundiges Personal zu den Themen, die auf der Messe zu sehen und zu erleben waren:
HINWEIS: Für diesen Beitrag bekomme ich kein Geld von irgendwelchen erwähnten Anbietern! Das hier ist ein privater Besuch und zwecks Recherchen zum Thema „Wohlfühlmesse in Gelsenkirchen“ gewesen über den ich hier berichte.
Das Foto „Schachtregen 10“ hat eine vielseitige Bedeutung.
Noch einmal hab ich es, wenn auch zum zweiten Mal, in meine Fotoreihe „Regenscheibe“ aufgenommen.
Diesmal ist es auch ein ganz besonderes Foto, denn in dem heftigen Regen, den ich am 11.3.24 den ganzen Tag erleben konnte war der blaue Schirm das besondere vordergründige Motiv. Der Regen bescherte mir wunderbare weitere Fotos zwischen Gladbeck, Gelsenkirchen-Scholven und Bottrop und Kirchhellen. Doch der einsame Fußgänger mit dem hellblauen Schirm auf der von Bergsenkung geschädigten Landstraße zwischen Schacht und Kirchhellen war genau das richtige Motiv für das Gesamtbild. Das Fördergerüst ist nur im Hintergrund zu sehen. Und bald vielleicht gar nicht mehr.
Der Schirm zeigt farblich das Regenwasser, was auf der Straße eher Grau ist. Die Straße glänzt, wie frisch gewaschen. Im Sommer ist sie eher verstaubt durch die nahegelegenen Landwirtschaftsbetriebe.
Der Regen wirkt depressiv, der Himmel grau. Er zeigt die negativen Abbilder des Ruhrgebiets. Den langsamen Strukturwandel, die Baufälligkeit, die ebenso langsam voran geht, wegen Geldmangel. Die altersmüde Straße wird jedoch von ukrainischen Flüchtlingen benutzt, die zur Zeit in den ehemaligen Bürogebäuden untergekommen sind. So haben die Räumlichkeiten in Zeiten von Krieg in Europa wenigstens einen guten Zweck, bevor sie irgendwann den Erdboden gleichgemacht werden.
Aber da war noch ein kühner Plan für das Gelände. Es sollte ein Seilscheibenpark entstehen. Alle Seilscheiben der bald abgerissenen Fördertürme und -gerüste sollten dort in einer schönen Parklandschaft museal ausgestellt werden. Ob das Projekt jemals Wirklichkeit wird, steht mittlerweile leider auch in den Sternen.
Definitiv ist diese Idee im Moment im Regen stehend. Auch das versinnbildlicht das Bild, genauso wie den eventuellen Flüchtling, der durch den Regen geht, einsam, so wie die Ukraine im Moment im Regen steht gegen einen übergroßen Gegner. Der Spaziergänger geht zu dem hohen Turm. Genau wie David zu Goliath geht.
Ganz viele Gedanken können in ein einziges Foto einfließen. Das sind meine Gedanken. Doch jeder Betrachter und jede Betrachterin sehen es vielleicht anders. Das ist die Kunst, das ist der Gedanke des in diesem Moment gemachte Foto.
Schachtregen 10 – die Zahl steht für den Schacht vor Ort.
Die Zechen sind geschlossen. Sie regnen nun auf den Boden. Nur sehr wenige werden das Ruhrgebiet noch säumen und Zeitzeuge der Geschichte des Aufbaus des Ruhrgebiets sein, das erst durch den Bergbau seine heutige Größe erreicht hat mit all ihren schlechten Auswirkungen, die wir sehen, wie z.B. durch Bergsenkungen, so wie auch diese Straße wahrscheinlich brüchig wurde.
Grubenwasserpumpen müssen immer in Betrieb sein. Horrende Nachfolgekosten, an die scheinbar niemand gedacht hat, als es immer tiefer ging. Dennoch ist genau das, was wir sind: Ruhrpott mit allen Zugezogenen aus den verschiedenen Ländern, gewundenen Straßen mit schmucken Häusern, die es so nur in Bergbaugebieten zu finden sind und Menschen, die sagen, was sie denken.
Schacht 10 von Prosper Haniel verfolgt mich seit ich die Ruhrkohle AG 1995 als frisch gebackener Ver- und Entsorger Fachrichtung Abfalltechnik verlassen habe.
Heute habe ich in unmittelbarer Nachbarschaft einmal im Monat etwas beruflich zu tun und sehe somit das moderne Fördergerüst jedes Mal in einem anderen Licht, mit Blattgrün oder Maispflanzen umgarnt oder in Regen stehend. Wie lange es dort noch stehen wird, weiß keiner so genau.
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