Ein Regentag kann auch wunderbare Motive hervorrufen, auch an Orten mit denen man wenig verbindet außer in der Vergangenheit mit Opel.
Viele Male habe ich das ehemalige Verwaltungsgebäude von Opel fotografiert. Dann ist dieses gelungen.
Heute trägt das Gebäude den Namen O-Werk. Deswegen nenne ich es O-Regen I, weil es noch andere Motive mit Regen gibt.
Zu finden ist das O-Werk – Gebäude im Gewerbegebiet Mark 51°7, das innerhalb von 10 Jahren nach dem Ende von Opel aus dem Boden gestampft wurde. Bochum erschuf einen erneuten innovativen Strukturwandel mit viel Nachhaltigkeit. Dort arbeiten jetzt schon mehr als in den letzten Jahren von Opel auf dem Gelände. Respekt!
Mittendrin mit Picknick in Mark 51°7 – Eine Gästeführung vom Ruhrpottologe André Brune mit dem Unternehmernetzwerk K.L.U.G Netzwerk.
Erlebt das ehemalige Opel-Gelände mit einer Gästeführung mit einem Ruhrpott-Original aus dem Netzwerk
Mittendrin in Mark 51°7 !
Voller Tatendrang startet das K.L.U.G. Netzwerk zu einem gemeinsamen Picknick der besonderen Art mit einer Gästeführung über das ehemalige Opel-Gelände und heutigem innovativen neuen Gewerbegebiet Mark 51°7.
Erlebt spannende Einblicke auf eigene Art und Weise in Geschichte und Einblicke in das neue Gelände mit dem Gästeführer Ruhrpottologe André Brune.
Diesmal machen wir was neues mit dem guten Essen für gute Gespräche: Bringt diesmal doch Selbstgemachtes oder Selbstgekauftes mit zum Teilen, Probieren und Genießen Getränke, Kniften und Salate mit.
Wann: 05.05.2026 Wo: Haltestelle Laer-Mitte um 17.45 Uhr (wegen Baustelle, kann sich der Treffpunkt kurzfristig ändern) Mitbringen: Gute Laune & einen kulinarischen Beitrag
Erlebt einen inspirierenden Abend unter freiem Himmel! (Bei Regen findet es trotzdem statt, dann ohne Picknick)
Anmeldung bitte bis 03.05.2026 bei Susanne Kolenda 01785145720 oder per Mail an susanne.kolenda@klug-netzwerk.de
Im ersten neuen Podcast des Jahres 2026 mache ich mit dem 1977 geborenen Jirka Otte-Jacobs eine musikalische Zeitreise, die tief in den 1990er Jahren in Bochum beginnt.
Wir tauchen ein in seine Anfänge der Musiklaufbahn mit Rave Busterz von Techno, Rap und Hip Hop, von Schallplattenläden bis zu Clubs und die dramatischen Veränderungen der Musikszene bis heute.
Jirka erzählt über sein Herzensprojekt Music Made in Bochum, das die Energie der Musik und ihre Interpreten und Interpretinnen aus einer Stadt mitten im Ruhrpott sammelt und sichtbar macht.
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Von Proberäumen, Plattenläden und verrauchten Clubs
Es war eine Zeit ohne Internet. Es gab kein YouTube, keine sozialen Medien wie Instagram, TikTok und Co. Jirka und seine drei musikinteressierten Freunde trafen sich im Plattenladen „White Label Records“ von Orhan Terzi ab – heute besser bekannt als DJ Quicksilver.
1993 war für die vier Freunde der Moment gekommen, nicht mehr nur auf Partys zu gehen, sondern sie selbst zu gestalten. Der Weg, als DJ in den angesagten Clubs der Stadt aufzulegen, war greifbar.
Der Bochumer Junge Jirka O., wie er auch genannt wird, und seine drei Freunde entdeckten damals die Band The Prodigy. Warum Partys feiern, wenn sie selbst die Party schmeißen können. Also gründeten sie zusammen die Rave Busterz. Ihr Song We come from Bochum City wurde damals auch über die lokale Szene hinaus bekannt.
Die 1990er Jahre waren im Ruhrgebiet eine Zeit des Umbruchs – industriell wie kulturell. In Bochum entstanden Netzwerke aus Bands, Labels, Fanzines und Spielorten, die jenseits des Mainstreams arbeiteten. Jirka O. erinnert im Podcast an diese Do-it-yourself-Mentalität: Musik wurde gemacht, weil sie gemacht werden musste. Proberäume waren Begegnungsorte, Plattenläden Informationsdrehscheiben, Konzerte soziale Knotenpunkte.
Wandel statt Bruch: Der Weg in die Moderne
Mit dem digitalen Wandel seit den 2000er Jahren veränderten sich Produktionsweisen, sowie die Verbreitung und Sichtbarkeit von Musik grundlegend. Was früher Tape-Tausch und Flyer war, ist heute Streaming, Social Media und die Plattformen der Szene.
Jirka beschreibt diesen Wandel nicht als Verlust, sondern eine Verschiebung der Werkzeuge. Die Frage bleibt jedoch dieselbe: Wie finden Künstler:innen Publikum? Wie bleibt eine Stadt hörbar?
Jirkas Weg
Jirka erklärt die Bedeutung seines Vornamens als „Regenbogen über dem herabstürzenden Wasserfall des Lebens“. Der Name stammt aus dem Alttschechischen.
Sein musikalischer Weg entwickelte sich anders, als er es zunächst erwartet hatte. Ende der 1990er-Jahre entdeckte er die Hip-Hop-Szene für sich und fand darin einen neuen Zugang zur Musik. Jedes Bandmitglied suchte sich ihren eigenen Weg in der Welt der Musik.
Er blieb der Musik treu und bezeichnet sich heute als Kulturschaffender. Er ist Musiker, Sänger, Hip-Hopper, Rapper, DJ, Content Creator, Producer und Veranstalter in einer Person.
Dabei geht es ihm nicht um Nostalgie, sondern um Haltung. Sein Weg führte ihn nicht ins Ausland, sondern hielt sich bewusst in Bochum, im Ruhrgebiet. Die Szene war offen, auch politisch, und stark lokal verwurzelt. Diese Verwurzelung prägt seinen Blick bis heute.
Heute macht Jirka Musik ohne Leistungsdruck, mit Freude und Neugier. Er geht seinen eigenen Weg. Doch es kam ein Einknicken zu einer uns allen eher ungemütlichen Zeit des „Stillstands“ 2020. Aber auch der Aufbruch zu einer neuen Idee.
Pandemie und neue Fragen
Mit der Corona-Pandemie kam eine schwierige unsichere Zeit für die Musikbranche. Stillstand, fehlende Auftritte und geschlossene Clubs bestimmten plötzlich den Alltag. Umso dringlicher wurde die Frage: Wie kommt Musik überhaupt noch zum Publikum? Und was ist in der Stadt aktuell zu hören oder zu sehen?
Music Made in Bochum: Archiv, Bühne und Netzwerk
Aus diesen Fragen heraus entstand das Projekt „Music Made in Bochum“. Es versteht sich zugleich als Dokumentation und Verstärker. Das Projekt sammelt Geschichten, macht aktuelle Musik sichtbar und verknüpft Generationen. Alte Weggefährten treffen auf neue Acts, Vergangenheit auf Gegenwart – nicht als Museum, sondern als lebendiges Archiv.
Und wer kennt nicht den weltweit bekannten Bochumer Axel Rudi Pell, der auch bei Music Made in Bochum unter den TOP 100 zu finden ist?:
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Es geht nicht um Kanonisierung, sondern um Teilhabe. Jede Band und jedes Projekt ist Teil einer größeren Erzählung der Bochumer Musikszene, die niemals abgeschlossen sein wird.
Unter https://mibo.ruhr stellt Jirka alle bisherigen Mitwirkenden vor. Das Projekt wurde unter anderem von der Stadt Bochum gefördert – ein wichtiges Signal dafür, welchen Stellenwert Kultur in der Stadt hat.
Sichtbarkeit, Diversität und Verantwortung
Im Podcast spricht Jirka offen über bestehende Hürden in der Musikbranche – insbesondere für Frauen und für Menschen mit nicht-weißer Hautfarbe. Auch in einer vermeintlich offenen Szene gibt es weiterhin Rassismus, Abwertung und strukturelle Benachteiligung. Hinter den Kulissen wird Frauen noch immer abgesprochen, musikalisch oder technisch kompetent zu sein.
Diese Offenheit, gerade durch sein Gespräch mit Rubimental, eine Female DJ aus Bochum hat mich sehr beeindruckt und zugleich nachdenklich gemacht über die Musikbranche an sich. Gerade die Musikszene, die sich als tolerant versteht, muss bereit sein, ihre eigenen blinden Flecken zu hinterfragen, die auch zwischen Rassismus und Intoleranz, sowie Frauenverachtung liegt, wenn es um männliche Dominanz in der Branche geht. Ich schreibe das offen und hoffe, dass der ein oder andere mal über sich selbst nachdenkt und auch den Frauen eine entsprechende Chance einräumt. Denn nicht nur Rubimental macht genialen Sound. Sie ist hier nur ein Beispiel im Rahmen von Music Made in Bochum. Sie vereint Rap, Dancehall, Afrobeats, Amapiano, Future Beats und Global Beats in ihrem Repertoire.
Für einen Nichtkenner der Szene, der des englischen nicht so mächtig ist, war ich dann perplex, wie viele Richtungen es überhaupt gibt bei den Recherchen. Ich dachte nur an Techno und gut is. Aber nein! Die entsprechenden Musikstilrichtungen unterteilen sich noch einmal. All das hab ich vor dem Gespräch mit Jirka nur Ansatzweise gekannt. Das allein Bochum so eine unglaubliche musikalische Vielfalt hat, war mir auch nicht bekannt, wenn man sich die einzelnen Interpreten und Interpretinnen der Interviews von Jirka in seinem Music Made in Bochum Projekt anschaut.
Ein älteres Musikprojekt von Jirka O. mit DJ FreakyBee:
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Der inzwischen fast vergessene „Kulturrettungsschirm“ stellte dem Projekt eine Förderung von 2.500 Euro zur Verfügung. Davon konnte Jirka professionelle Technik anschaffen. Gedreht wurde an verschiedenen Orten, unter anderem in der Musikschule Wattenscheid, in der Quartiershalle der KoFabrik an der Stühmeyerstraße sowie in der Rotunde. An manchen Tagen entstanden bis zu fünf Interviews – teilweise noch unter strengen Corona-Auflagen mit großem Abstand.
Identität in der lokalen Kultur und Vorbild
Das Projekt wird weiter wachsen. Neue Bands kommen hinzu, neue Geschichten entstehen. Es ist ein Vorbild, das auch für andere Städte spannend wäre. Was passiert musikalisch in Dortmund, Essen, Duisburg, Bottrop, Oberhausen oder Gelsenkirchen? Werden dort lokale Szenen ebenso dokumentiert und sichtbar gemacht? Nicht nur historische Ereignisse verdienen Aufmerksamkeit, sondern auch die lebendige Gegenwart unserer Kultur.
Für mich als Ruhrpottologe ist dieses Gespräch mehr als ein Rückblick auf eine Szene. Es zeigt, wie lokale Kulturarbeit Identität stiftet. Musik wird hier zum Seismografen gesellschaftlicher Veränderungen – von den 1990ern bis heute.
Jirka Otte-Jacobs zeigt, dass kulturelles Gedächtnis kein Selbstzweck ist. Es lebt davon, weitergegeben, neu interpretiert und aktiv gestaltet zu werden. Bochum klingt – damals wie heute. Und Music Made in Bochum sorgt dafür, dass man es hört.
Wie geht es weiter?
Das Projekt Music Made in Bochum geht weiter und wird weiterwachsen. Neue Bands kommen hinzu, neue Musikgeschichten entstehen. Eins ist auf jeden Fall sicher: Hier ist alles ohne KI. Alles echte Musik von echten coolen Menschen!
Jirka hat außerdem selbst ein neues Album veröffentlicht: „Instrumental Fantasies Vol. 8“. Reinhören lohnt sich – auch dann, wenn man diese Musikrichtung bisher keine Beachtung geschenkt hat.
Ich würde mich freuen, wenn sein musikalischer, wie auch dokumentarischer Weg so weitergeht. Wenn auch das Thema speziell ist, so ist es wichtig, dass es mehr erfahren, auch über die Stadtgrenzen hinaus. Denn was geht musikalisch ab in den anderen Städten des Ruhrgebiets? Wird sie auch konserviert und abrufbar gemacht für die Zukunft, wie es durch das Projekt Music Made in Bochum von Jirka Otte-Jacobs geschieht?
Nicht nur historische Informationen sollten gespeichert werden, sondern auch die eigene Kulturszene der Gegenwart für die Zukunft. So wird sie als lokale musikalische Gesamtkultur einer Stadt wie in eine Zeitkapsel gepackt und für alle jederzeit zugänglich gemacht. Music Made in Bochum ist der Anfang von gemachter Musik im mittleren Ruhrgebiet.
Als Beispiel aus dem Podcast-Gespräch vom Projekt Music Made in Bochum lege ich euch die Female DJ Rubimental ans Herz, die als Frau mit anderer Hautfarbe mit toller Musik aber in der Musikszene um ihren Platz kämpfen muss:
(für Unwissende und der englischen Sprache nicht so mächtig: Frauen DJ werden in der Szene so genannt. Das wußte ich auch nicht)
Hier das Interview von Jirka O. mit Rubimental als Beispiel aus der Reihe Music Made in Bochum:
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Ich würde gern alle Interpreten und Interpretinnen einzeln aufzählen, aber das solltet ihr selbst bei Jirkas verschiedenen Kanälen von Facebook, Instagram und YouTube tun (Links folgen unten).
Es ist nicht nur für Insider und Fans der jeweiligen Szene, sondern auch für Interessenten, auch Musikproduzenten, die ein Talent entdecken, ein wertvolles Projekt. Manche Interpreten und Interpretinnen sind schon lange in Bochum unterwegs und weit über die Stadtgrenzen, wie Axel Rudi Pell, bekannt. Manche starten neu mit tollen Songs und gehen ab durch die Decke.
Music Made in Bochum ist auch eine Plattform, um sich die Musikszene des mittleren Ruhrgebiets genauer anzusehen. Und es sollte nicht vergessen werden: Musiker und Musikerinnen können auch für bestimmte Anlässe gebucht werden. Sie verdienen mit Spotify und Co nicht mal Ansatzweise etwas Geld, um davon leben zu können. Aber so ist das leider. Musik findet nebenberuflich statt. Musik ist für sie eine Leidenschaft für ein großes Miteinander, Feiern, Tanzen und das Leben genießen. Und für uns als Hörer oder Hörerin ist es dann das Verweilen im Auto, beim Kochen, Spieleabenden oder auf Kopfhörern im Lieblingssessel.
Umso sinnvoller ist es die lokale Musikszene auch entsprechend zu unterstützen. Tickets für bekannte Sänger und Sängerinnen sind heute fast unbezahlbar geworden und werden dennoch in großen Stadien und Hallen bezahlt. Den „Kleinen“, die genauso, wenn nicht sogar bessere Musik machen, geben wenige die gleiche Aufmerksamkeit. Und sie kosten viel weniger in Clubs, Bars oder kleinen Eventräumlichkeiten.
Jirka stellt sie auf seine Weise vor und deswegen war es mir auch sehr viel wert mit ihm ins Gespräch gekommen zu sein, um euch auch mal etwas anderes zu berichten aus dem Ruhrgebiet, was viele nicht wo auf dem Schirm haben.
Mal nicht den vergangenen Bergbau wieder hochholen, sondern genau in die Phase des Untergangs der großen Montanindustrie im Ruhrgebiet beleuchten, die gleichzeitig aber auch den Aufstieg der Jugend mit ihrer Musikkultur, Erwachsenwerden, Neuanfang und Leidenschaften für Musik berichten zu können. Das habe ich insgesamt mit Jirka O. erleben können. Und ich hoffe, es hat euch genauso Spaß gemacht, wie mir, der in dieser Zeit auch groß geworden ist. Schaut mal in sein Projekt hinein. Es lohnt sich!
Mehr Infos zu Jirka O. und das Projekt Music Made in Bochum:
Bedürftige bekommen beim Dreikönigsessen einmal im Jahr vom Verein Ihr Pfand hilft Obdachlosen e.V. in Bochum Rühreier, Waffeln und Pizza. Essen können sie soviel sie mögen. Natürlich gibt es auch heiße und kalte Getränke und dazu noch ein Weihnachtsgeschenk. Ich habe dieses Jahr unterstützt und erfahren, wie die Menschen gelächelt haben, trotz des Wintereinbruchs und der Kälte, die das Land über Nacht ergriffen hat.
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Die KoFabrik in der Stühmeyerstraße 33 in Bochum hat eine bewegende Industriegeschichte. Dort in dem Veranstaltungsraum fand das gemütliche Beisammensein für Bedürftige und Obdachlose statt.
Eine Infotafel zur KoFabrik in Bochum
Der Verein „Quartiershalle in der KoFabrik e.V. hat sich gegründet, um aus dieser ehemaligen Bochumer Eisenhütte, die mitten im Innenstadtbereich steht, eine gemeinwohlorientierte Nutzung zu schaffen. Es ist ein Ort der Begegnung geworden mitten in Bochum mit einem Nachhaltigkeitskonzept. So war es gerade das gemütliche Beisammensein, die Begegnung im Warmen miteinander ins Gespräch zu kommen naheliegend dieses Dreikönigsessen dort zu veranstalten. Es war für die Essensausgabe und der Größe eine perfekte Lösung gewesen.
Draußen wurde ein Pizzaofen bereitgestellt, an dem die von uns dreien Pizzafeen auf der Empore fertig gestellten Pizzablechen gebacken und ausgegeben wurden. Ungefähr 48 Pizzableche waren von 10 bis 15 Uhr
kostenlos gegeben worden!
Die waren aber auch lecker von uns zubereitet worden!
Die Menschen sollten sich ja erwärmen. Ich kann das auf jeden Fall in eigener Sache bestätigen, denn ich hab mir erst beim Kaffee die Zunge verbrannt, dann bei der Waffel die Lippen, bei der Pizza den Gaumen und zuletzt beim Saubermachen unter dem Wasserstrahl der Spüle die Hände verbrüht. Also alles richtig gemacht…
Es gab neben Rühreier und Waffeln natürlich auch heiße und kalte Getränke.
Waffel 1001 mit oder ohne Kirschen?
Die AWO hat vor Ort dabei unterstützt. Ab 13 Uhr kam Live-Musik dazu, wobei das Kneten und Rollen vom Teig dann besser von der Hand ging.
Alle Besucher und Besucherinnen, die das Angebot genutzt haben, haben sich so richtig satt essen können und bekamen dann auch noch ein Weihnachtsgeschenk , was hauptsächlich Hygieneartikel und Süßes beinhaltete.
Der Geschenkekarton ist gut gefüllt.
Auch die Bochumer Prominenz ließ sich blicken. Ralf Zumdick, die „Katze“, der legendäre Torwart von VfL Bochum und Schirmherr vom Verein, kam vorbei und stellte sich für ein schickes Foto zwischen die beiden Vorsitzenden, Matthias Kersting (links) und Oliver Nolting (rechts). Zuletzt ging er im Dezember selbst mit, um Obdachlosen Wasser, Wärmedecken und etwas zu essen zu geben. Zuletzt tauchte auch die Polit-Prominenz auf: Serdar Yüksel, SPD-Bundestagsabgeordneter von Bochum und Hendrik Bollmann, SPD-Bundestagsabgeordneter von Herne und Bochum-Nord, den ich nun auch kennenlernen durfte.
Politprominenz war auch vor Ort: Hendrik Bollmann SPD – Bundestagsabgeordneter von Herne /Bochum II (links) und Serdar Yüksel von Bochum I (mitte)
Letztes Jahr nahmen 150 Personen das Angebot wahr. Gefühlt waren bei 1000 gegessenen Waffeln doppelt so viele Menschen da. 150 Eier wurden für die Rühreier ebenfalls gespendet.
Die „Hilfe aus dem Kofferraum“ unterstützte auch. Der Pizzateig ist von der Pizzeria Lillo gespendet worden. Der Verein hat mittlerweile auch ein Netzwerk mit anderen Unterstützern.
Der Verein „Ihr Pfand hilft Obdachlosen e.V.“ kostet mit 24 € im Jahr soviel wie ein Kinobesuch oder Restaurantessen. Ich bin beigetreten und werde hier und da auch mal aushelfen.
Für Städte, die diese tolle Idee nicht haben, empfehle ich Interessierte es nachzumachen. Es lohnt sich definitiv den Armen unserer Gesellschaft eine Unterstützung in dieser Form zu geben. In ihre Lage können wir alle selbst schneller kommen, als uns lieb ist, nicht nur, wenn alles im Leben schief läuft.
Es zählt jede Flasche und warum, das könnt ihr hier genauer erfahren mit Videopodcast:
Für einige nachfolgende Fotos, die ich nicht machen konnte, während meiner Arbeit, bin ich Corinna Kirschberg sehr dankbar:
Gleich geht es los
Alles ist vorbereitet für den Ansturm nach 10 Uhr
Eine kleine Kleiderkammer mit Wintersachen ist auch vorbereitet
Dort in der KoFabrik geht es gleich ab
In Arbeit
Bedanke mich bei Corinna Kirschberg von Info Marl für einige Fotos, da ich ja da gearbeitet habe mit der Nudelholzrolle
Waffel mit oder ohne Kirschen?
Die Vorsitzenden: Oliver Nölting (links) und Matthias Kersting
Ralf Zumdick ‚Katze‘ von VfL Bochum, legendärer Torhüter, ist Schirmherr und gern gesehener Gast nicht nur zwischen den beiden Vorstandsvorsitzenden Matthias Kersting und Oliver Nolting
Pizzateig richtig vorbereiten ist nicht so einfach, wie man denkt
Das Ehepaar vom Bochumer Journal ist auch dabei als örtliche Presse.
Dieter Seifert ist ein Brückenbauer zwischen der Stadt seiner Kindheit Halberstadt und seinem Wohnort Bochum. Einerseits ist er mit Herzblut als Gästeführer im Eisenbahnmuseum Dahlhausen einmal die Woche unterwegs, andererseits setzt er sich für seine besondere Spendenaktion ein. Im Podcast erfahrt ihr einiges über das Eisenbahnmuseum und Dieters Spendentouren für den Hospizverein Regenbogen:
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Dieter Seifert ist selbst seit Jahren als Sicherungsfahrer mit den Vereinigten Motorradstaffeln und vielen anderen Ehrenamtlichen bei den Biker4Kids dabei. Hier bekam Dieter den Funke selbst für einen guten Zweck Spenden zu sammeln. So entstand die Idee mit der Spendensammlung für den Hospizverein Regenbogen in der Stadt seiner Kindheit: Halberstadt.
Dieter vor seinem ehrenamtlichen Arbeitsplatz an der Drehscheibe im Eisenbahnmuseum Dahlhausen
Was sind die Biker4Kids?
Das was im Ruhrgebiet die Kinderfahrten sind, die ich selbst zwei Mal begleitet und worüber ich berichtet habe, gibt es seit 2007. Begeisterte Motorradfahrer*innen aus Düsseldorf und Umgebung unterstützen die Kinderhospizarbeit in Düsseldorf.
Der Start war in der Eifel. Die Geschwister von Kindern mit der lebensverkürzenden Krankheit AKHD wurden zu einer Motorradtour eingeladen. Die einmalige Aktion wurde so begeistert aufgenommen, dass dieser ehrenamtliche Dienst dauerhaft durchgeführt werden sollte. So entstanden die Biker4Kids, die nicht nur die erkrankten Kinder, sondern auch die Familien und Geschwister einbinden, die täglich mit der Belastung leben. Mittlerweile fährt auch ein großer Bus mit, der die Kinder und Familienangehörigen mitnimmt, die nicht auf einem Motorrad mitfahren können.
So entstand der jährliche Motorradkorso und zusätzliche monatliche kleinere Aktionen, um die belasteten Menschen ein wenig Freude in ihren Alltag zu bringen.
Es gibt einen monatlich stattfindenden Stammtisch, wo die Projekte besprochen und geplant werden, dadurch finden auch spontane Ausfahrten statt.
Die Idee der Spendenfahrten nach Halberstadt hatte Dieter durch die Teilnahme bei den Biker4Kids bekommen. Nun fährt er für einen guten Zweck mit seiner Suzuki nach Halberstadt und macht im August jedes Jahr eine Abschlussfahrt mit einem gut herangewachsenen Spendenscheck.
Auf seiner Internetseite https://bikersammeltspenden.de zeigt er neben seinem Engagement für den Hospizverein Regenbogen auch mit Fotos sein Halberstadt und die Orte, die er auf seinen Motorradtouren unterwegs besucht.
Halberstadt hat verwinkelte Gassen mit schnuckeligen Fachwerkhäusern, die zum Teil noch aus dem 15. Jahrhundert stammen und Touristen zum Flanieren einladen. In der DDR – Zeit verfiel die Bausubstanz stark. Mittlerweile ist es ein blühender Kern geworden.
Der Anfang der Spendensammlung für den Hospizverein Regenbogen
Im Jahr 2023 begann Dieter Spenden von Freunden und Bekannten zu sammeln für den Hospizverein Regenbogen. Er konnte auch einen Apotheker in Dahlhausen zu einer größeren Spende bewegen, so das eine erste Spendenübergabe von 1013,13 € zusammenkamen.
Dieter nimmt seine Spendenaktionen sehr ernst. Er wird das machen, solange es seine jetzt siebzig Jahre alte Knochen schaffen werden, sagte er mir. 2024 steigerte sich der Spendenbetrag auf 1413,13 €.
Erfolgreichste Sammelaktion 2025 für den Hospizverein Regenbogen
Im dritten Jahr 2025 von Dieters Spendenaktion bekam er Unterstützung von Mario Hinze. Als Team bekamen sie 5441,13 € durch viele Spenden aus Halberstadt und Umgebung hauptsächlich zusammen. Die Spenderfirmen werden auch auf seiner Internetseite erwähnt.
In diesem Jahr brauchte der Hospizverein ganz viel Geld. Denn im Jahr 2025 musste der Hospizverein hauptamtliche Koordinatorinnen ausbilden. Die Krankenkassen finanzieren zum Großteil die Hospizvereine, ersetzen auch Personalkosten, aber sie finanzieren nicht Aus- oder Fortbildung. So wurde plötzlich für zwei Hospizmitarbeiterinnen für eine nötige Ausbildung 7500 € gebraucht. Woher nehmen, wenn nicht stehlen?
Dieter und Mario haben somit dann mehr als dreiviertel durch Spenden decken können. Respekt!
Für das Jahr 2026 sind schon Ende des Jahres wieder einiges zusammengekommen: 575,35 €. Das könnte das vorherige Spendenergebnis toppen. Das wünsche ich dieser besonderen von Dieter angeleierten Spendenaktion, dass sie weitergehen wird und das Hospiz ohne geldliche Probleme für die Menschen da sein kann, die ihren letzten Weg dort verbringen.
Die wilde 13
Jedes Jahr „rundet“ ein Modelleisenbahnfreund als letzter Spender auf mit der Endung von 13 Cent. Das wurde jetzt mit der örtlichen Presse zu einem „Running Gag“ und wird nun jedes Jahr so durchgeführt. Die tolle Idee entstand durch den Müllwerker und Modellbauliebhaber Jens: „Jens, der Lokomotivführer und die wilde 13“ in Anlehnung an Michael Endes Roman über Jim Knopf.
Ehrenamtlicher Gästeführer im Eisenbahnmuseum Dahlhausen
Der gelernte Buchdrucker Dieter ist umtriebig und hartnäckig in seiner Sache. Das ist als ehemaliger Betriebsratsvorsitzender und Gewerkschafter auch nötig. So auch bei der Gästeführung im Eisenbahnmuseum Bochum – Dahlhausen. Dort arbeitet er seit 2018 gern im Team für Gleisarbeiten. An einem Tag pro Woche erklärt er lebhaft und voller Begeisterung den Besuchern von der Drehscheibe aus, die Geschichte und Technik des Eisenbahnmuseums und Dampflokbetriebs in Bochum. Er dreht sich gern einmal im Kreis für alle, um sie zu zeigen, wo die Loks drauf fahren, wie sie zu ihrem Bestimmungsort kamen und auch heute noch kommen: In den Lokschuppen, zur Reparatur, zum Posieren, Rangieren oder Abstellen.
Eine weitere Gruppe hört begeistert den Worten von Dieter zu, um das Eisenbahnmuseum besser kennenzulernen
Verschlafenes altes Ruhrgebiet
Geboren wurde Dieter Seifert in Unna. Nach Halberstadt kam er zu den Großeltern, die ihn eine Zeit lang erzogen bis er zurück ins Ruhrgebiet kam, wo er Dortmund als verschlafenes Nest gefühlt erlebte. Nirgends ein Straßencafé, aber verrauchte Kneipen waren an jeder Ecke zu finden. In Frankfurt lernte er in einer gewerkschaftlichen Bildungseinrichtung zwei Jahre lang Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Er liebte das Straßenleben dort, was im Ruhrpott zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu finden war.
Anfang der 1990er kam er wegen der Arbeit zurück ins Ruhrgebiet. Mit seiner in Sachsen-Anhalt kennengelernte zukünftige Frau Elisabeth zogen sie nach Essen und staunte, wie sich das Ruhrgebiet verändert hatte. Mit 59 ging er in Altersteilzeit und zog mit seiner Frau in eine seniorengerechte Wohnung in Bochum-Dahlhausen nah am Eisenbahnmuseum.
Das Ruhrgebiet hat sich stark verändert zum Positiven, betonte Dieter im Gespräch. Er fühlt sich angekommen und liebt seine Arbeit im Eisenbahnmuseum. Die Kinder der Besucher bindet er immer ein in den Erklärungen und animiert sie etwas an der Drehscheibe zu machen, damit sie sich nicht zu sehr langweilen. Sie dürfen die Hupe drücken oder die Weiche stellen.
Besucher lernen auch die Anfänge der Bahn an der Ruhr mittels eines Modells kennen
Geschichte des Eisenbahnmuseums
Die deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte, die heute noch Eisenbahnmuseen in Karlsruhe betreibt, wurde im Frühjahr 1969 gegründet worden. Die Gesellschaft hat dann direkt zugeschlagen. Es hat ein paar Jahre gedauert, denn die Deutsche Bahn wollte das Gelände einfach verfallen lassen.
Aus den Verhandlungen gingen sie jedoch zufrieden hinaus. Sie verdienten ja Geld mit der Vermietung. Anschließend wurde die Gleisseite museumsgerecht umgebaut werden. Fahrzeuge wurden beschafft, um das Museum zu füllen. Der Dampflokbetrieb in Deutschland wurde 1973 eingestellt. Einige Dampfloks konnten vor dem Verschrotten für das Museum gerettet werden.
(auf das Eisenbahnmuseum gehe ich extra noch einmal ein)
Auch auf dem Museumsgelände darf eine Lore nicht fehlen. Diese stammte aus der Zeche Carl Funke
Dieter erzählte mir, dass zur Zeit der dampfenden Bahn 50 Meter rechts und links der Schiene immer frei geschnitten wurde, damit das Grün im Sommer der Hitze mit dem Funkenflug nicht in Berührung kommen konnte, um einen Waldbrand zu erzeugen.
Dampfloks konnten auch Waldbrände verursachen, wenn nicht 50 Meter an beiden Seiten ständig gerodet worden wäre
1977 zog eine Dampflok den Museumszug bis zum Hauptbahnhof Hagen. Anfangs öffnete das Museum auch nur drei Tage die Woche. Sogar der Samstag war geschlossen. Das habe ich selbst mal erlebt, weil ich mit meinem Vater ins Museum wollte, und es war geschlossen. Wir landeten dann im Kloster Stiepel und aßen dort was. Den Besuch haben wir ein paar Wochen später nachgeholt. Das ist aber auch schon etwa 20 Jahre her…
Lerne die wichtigen Signale kennen
Kinder haben viel Platz im Museum
Auf dem Eisenbahnmuseumsgelände haben die Kinder viel Platz zum Austoben und Spielen, wenn sie die Loks und Waggons nicht interessiert. Falls es schlechtes Wetter gibt, können sie in der Lokleitung mit der Holzeisenbahn im Kinderspielzimmer spielen. Einmal im Jahr gibt es auch ein Kinderfest.
Kindertage sind alljährlich im August
Ein Transrapid im Ruhrgebiet
Eine technische Meisterleistung und moderne Augenweide im Bochumer Eisenbahnmuseum
Der Transrapid war eine neue Technik. Ein deutsches Patent, dass die Eisenbahn revolutionieren sollte im neuen Jahrtausend. Das technische Wunderwerk deutscher Ingenieurskunst stand in Bayern herum und gammelte vor sich hin. Das Eisenbahnmuseum Dahlhausen konnte es für symbolische 1 € retten und steht mit geldlicher Unterstützung der Sparkassenstiftung NRW von 250000 € für den Transport und das Aufstellen nun seit September 2024 auf dem Gelände vom Eisenbahnmuseum.
Eine Dachdeckerfirma musste erst mal die Lecks oben flicken, damit nicht noch mehr Feuchtigkeit den Innenraum zerstört. Dort befinden sich hauptsächlich Kabel, die aus dem Innenleben hervorlugen, statt bequeme Sitze. Vorerst ist das Gefährt nur gesichert vor noch mehr Verfall. Es wird noch einige Jahre und etliche Spendengelder dauern bis für Besucher und Besucherinnen den Transrapid auch von innen zeigen zu können. Priorität haben die Fahrzeuge mit denen gefahren werden kann auf der Ruhrtalstrecke.
Ruhrtalbahn
Eröffnet wurde die mittlere Ruhrtalbahn 1874. Sie diente für den Abtransport der dort entlang geförderten Kohle aus den Zechen, sowie der Industrie, die sie brauchte. Personenverkehr war eher nebensächlich. Als 1971 sich das Befahren auch nicht mehr für Personen lohnte, wurde lag die Strecke brach.
Der Blick über einen verrosteten Dampfkessel auf das große Gelände vom Eisenbahnmuseum
10 Jahre später nahm der Museumsverkehr die fahrt wieder auf und konnte den schon 1973 verbotenen Dampflokbetrieb als historische Bahnfahrt begeistern. Heute kostet die Fahrt mit der Dampflok bis zu Endstation Wengern-Ost hin und zurück 26 €. Mit der Diesellok 20 €.
Alles muss immer geölt werden, damit nichts kaputt geht
Oft genug werden historische Filme im Eisenbahnmuseum mit den funktionierenden Dampfloks und historisch getreuen Waggons gedreht. Unter anderem wurde hier Sönke Wortmanns mittlerweile schon zum Klassiker gehörenden „Das Wunder von Bern“ gedreht.
Der wichtigste Ort für eine alte Filmkulisse im Museum ist der Bahnhof
Fünf Tage lang wurden die verschiedensten wichtigen Szenen in der weltweit meist gesehenen Filmserie Deutschlands produziert von der ARD und Sky: „Babylon Berlin“. Die Verfilmung der Krimiromane von Volker Kutscher sind hier und im Bahnhof Krefeld aufgenommen worden und versetzen die Zuschauer in eine Zeit kurz vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten, wo die Romane anfangs spielen. Die Verfilmungen gehören zu den bisher teuersten Produktionen des deutschen Fernsehens.
Die ehrenamtlichen Museumsführer oder Bastler kriegen nichts mit. Sie reparieren oder sanieren dann Loks, Waggons oder andere wichtigen Dinge im Museum. Weil das Museum dann geschlossen ist.
Ehrenamt Eisenbahnmuseum
Dieter in Aktion an der Drehscheibe
Wer handwerklich etwas kann, der ist auch gern gesehen. Angst zu haben braucht man nicht. Hier wird Mann und Frau beigebracht mit welchem Werkzeug an der Lok geschraubt werden muss. Dieter selbst ist gern im Gleisbauteam. Denn Gleise müssen immer mal wieder ausgetauscht werden. „Das Lösen der Schrauben ist die schwerste körperlich Arbeit, doch dann kommt der Bagger, um die Schienen herauszuholen“, sagte Dieter.
Im musealen Bereich sind es hauptsächlich Holzschwellen. Das Eisenbahnmuseum arbeitet mit einigen Kalkwerken, wie in Wülfrath, zusammen. Die Holzschwellen werden dort regelmäßig ausgetauscht, die dann dem Museum gegeben.
120 Ehrenamtliche helfen hier. Es ist ein Mitmach-Museum. Jede und Jeder ist herzlich eingeladen mitzumachen.
Manchmal kommen welche von weiter her für vier oder fünf Tage für Arbeiten an den Loks, wenn es um Getriebe oder schwereren Reparaturen geht, die hier nicht jeder kann. Es gibt Ehrenamtler, die nach ihrer Arbeit noch abends zum Schrauben kommen.
Gruppenführungen möglich
Auch an geschlossenen Tagen kann eine Gästeführung durchgeführt werden auf Anfrage. Eine Gruppenführung bis zu 10 Personen kostet 230 € zur Zeit und jede weitere Person 10 € zusätzlich.
Lohnenswerter Besuch im Eisenbahnmuseum
Ein Besuch im Eisenbahnmuseum lohnt sich auch für technisch Nichtinteressierte. Hier wird man in eine andere verlorene Zeit versetzt. Ob die alte Schienenbahn oder ein Waggon vom Orientexpress. Ein Blick in Waggons oder Loks lässt einen nostalgisch werden.
Auch spezielle Waggons sind aufbereitet für die Besucher
Die Eintrittspreise sind mehr als moderat für das, was das Museum bietet und immer in Stand setzen muss. Es gibt auch eine Jahreskarte, damit man nicht immer den Eintritt zahlen muss. Mit der Ruhrtopcard kommt man einmal im Jahr auch kostenlos rein. Familien mit Kindern haben nicht nur mit einer Dampflokfahrt durch das Ruhrtal eine besondere touristische Möglichkeit vor der Haustür im Ruhrgebiet, sondern auch einen großen Spielplatz mit Mehrwert.
Spielen erlaubt
Bücher und Souvenirs im neuen Eingangs- und Ausgangsbereich des Museums
Eisenbahnmuseum Bochum – Dahlhausen
Öffnungszeiten
Saison vom 01.03.2025 bis 16.11.2025
Dienstag bis Samstag & an allen Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr
letzter Einlass: 16 Uhr
Montags geschlossen (Ausser an Feiertagen)
Freundliche und angeleinte Hunde sind im Museum willkommen
Eintrittspreise
Erwachsene: 11,00 €
Kinder (6-14 Jahre): 5,50 €
Familie (2 Erw. + Kinder): 28,00 €
Saisonkarte Erwachsener: 88,00 €
Zahlungen mit EC-Karten nur für Eintritt
Gruppenführungen bis 10 Personen 230 €, jede weitere 10 €
Der vierte und letzte Teil unseres geschichtlichen Panoramas über den Bochumer Verein enthält die Infos zur Jahrhunderthalle, wie sie entstanden und was sie heute ist: Eine Eventhalle, wie zu ihrer Ursprungszeit 1902 in Düsseldorf. Dort hat sie als Ausstellungshalle für den Bochumer Verein gedient, bevor in ihr die Gaskraftzentrale des Stahlwerks entstand.
Wir reißen die Situation der Reste der Firma auf, die heute einen chinesischen Investor gehört. Als GmbH stellt sie hochwertige Radsätze für die Eisenbahn her – sozusagen traditionelle Produkte. Sie hat aber auch eine kleine Schattenseite bekommen, als mit den Radsätzen in Eschede das größte ICE-Eisenbahnunglück der Geschichte passiert ist 1998. Dadurch sind aber noch höhere Maßstäbe gesetzt worden, die seitdem unfallfrei laufen.
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Nach dem Ende der Herstellung von Stahl im Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahl unter Krupp Ende der 1980er setzten sich die Bochumer zusammen an einen Tisch und entwickelten ein neues Naherholungsgebiet in der Stadt, das seinesgleichen suchen sollte.
Gleichzeitig wird die unter Denkmalschutz stehende ehemalige Ausstellungshalle und Gaskraftzentrale einer neuen Funktion zugeführt. Als Jahrhunderthalle, deren Name zu diesem Zeitpunkt plötzlich entstand, sollte sie weltberühmt werden mit der Ruhrtriennale, die hier jährlich gastiert oder dem historischen Jahrmarkt und vielen anderen Events.
Damit schließt sich der Kreis des Gründers Jacob Mayer und die mit ihm entstandene große Geschichte einer Firma, die Stadt Bochum mit den Bergwerken zusammen aus einem Dorf eine Großstadt hat werden lassen.
Sein Grab wird es ebenfalls weiterhin geben im Kortumpark hinter dem Hauptbahnhof Bochum. Und so können wir uns dem nächsten Projekt widmen in dieser Podcastreihe: 150 Jahre Gelsenkirchen.
Übrigens klären wir auch auf, woher das Wort „pennen“ kommt, denn es ist ein Wort, dass nicht nur im Ruhrgebiet gesprochen wird und auch gar nicht von hier wech kommt. Nur damita Bescheid wisst!
Glück auf, wie auch die Stahlarbeiter wohl sagen, weil sie die Kohle brauchten, um Stahl zu erzeugen.
In Teil 3 unseres gemeinsamen Projektes ‚Ruhrgebiet erklärt‘ Folge 16 sprechen wir über die eher unrühmliche Vergangenheit unter der Herrschaft des Nationalsozialismus, Zwangsarbeit und die Nachkriegszeit vom Stahlhersteller im Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahl AG.
Ein nicht ganz so einfacher Podcast, der in Hitradio Ruhr seine Premiere hatte eine Woche zuvor.
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Die Firma hat sich sehr unrühmlich verhalten. Viele Zwangsarbeiter wurden ausgenutzt, um die Rüstung am Laufen zu halten. In Bochum gab es ein Außenlager vom KZ Buchenwald. Das sagt schon genug aus, wie die Situation in Bochum war. Und es sagt aus, dass Verantwortliche wußten, was mit denen passierte, die nicht mehr arbeitsfähig waren. Jahrzehntelang wurden Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen nicht entschädigt. Aber wie das genau war, dass wird in einem anderen Podcast der Stolperstein-Reihe besprochen werden.
Die Nachkriegszeit hat dem Bochumer Verein nach einem Aufschwung wirtschaftlich stark zugesetzt. Es wurde auch woanders und billiger Stahl hergestellt. Eine Aktienmehrheit von Krupp hat so die Übernahme vom8 Bochumer Verein Generationen nach dem alten Alfried endlich möglich gemacht. Die Situation war dann aber leider so, dass Krupp in Bochum das Werk nach und nach eher abwickelte. Durch Managementfehler sind die Herstellungsverfahren einfach veraltet gewesen und sie wurden nicht mehr ersetzt.
Natürlich flechten wir jetzt immer ein Ruhrpottwort ein, um es zu erklären, woher es stammt und ob es wirklich von hier kommt. Oder was man noch so sagt.
Der Bochumer Verein lebt noch. Und einige Hallen werden auch noch genutzt für Herstellung von speziellen Radsätzen im Eisenbahnbau. Bochumer Verein Verkehrstechnik GmbH ist keine Aktiengesellschaft mehr. Die Firma prüft auch Materialien. Im vierten Teil reden wir über die moderne Firma, aber sprechen auch über den die Jahrhunderthalle, ihre Geschichte und den Ursprung als Ausstellungshalle, sowie ihre Architektur, den heutigen Westpark auf dem Ursprungsgelände des Stahlwerks nah der Innenstadt und reißen die Ruhrtriennale an. Das es weitere Veranstaltungen in der Jahrhunderthalle gibt ist selbstverständlich. Als da wären der historische Jahrmarkt oder im Jahr 2025 die studentische Sportveranstaltung FISO. Die Jahrhunderthalle und das Gelände hat einen großen Mehrwert für die Stadt Bochum und gilt als ein internationaler Must-See touristischer Ausflugsort des Ruhrgebiets.
Für die Opfer von Eschede, die bei dem schwersten ICE-Unglück am 3.6.1998 ums Leben gekommen sind, legen wir am Ende eine Schweigeminute im Podcast ein. Dieses Unglück hat zu einer noch größeren Material- und Sicherheitsüberprüfung bei der Bahn geführt, damit dies nicht wieder passieren kann. Damals war der Bochumer Verein unter die Lupe genommen.
2016 war ein Schnittpunkt für die traditionelle deutsche Firma. Sie wurde von Full Hill, einem chinesischen Investor gekauft. 2022 wechselte der Geschäftsführer. Die Spezialisierung war wohl wirklich sehr wichtig für das Überleben dieses Restunternehmens, aber hat nur entfernt mit dem Ursprung der Gusstahlfabrik Meyer & Kühne zu tun. Auf dem Gelände steht kein Hochofen mehr, der den Stahl zu einem Rad formt.
Andere Teile der Firma, wie die große Stahlverarbeitungshalle in Höntrop, die in den 1920er Jahren die größte der Welt war, sowie die in Bochum anderen verteilten „Herstellerhallen“ gehören mittlerweile anderen Firmen. Eine wurde kürzlich im Oktober 2025 von ThyssenKrupp geschlossen. An der Castroper Straße wird nun nichts mehr produziert und die Stadt Bochum setzt sich schon hin, um das Gelände neu zu gestalten, wie es schon mit dem Opel-Gelände passiert ist. Bochum ist das Markenzeichen für positiven Strukturwandel im Revier und schaut nach vorn.
Glück auf ist übrigens der Gruß der Stahlleute ebenfalls nutzen, weil sie eng mit dem Bergbau verbunden sind. Ohne Kohle, keine Stahlerzeugung. Die Zeche Carolinenglück, wovon noch ein Fördergerüst an der Erzbahntrasse unter Denkmalschutz steht, gehörte dem Bochumer Verein.
Damit endet der letzte Podcast über den Bochumer Verein. Alles konnten wir nicht reinpacken. Das hätte den schon großen Rahmen noch größer gemacht und gesprengt. Es hat Spaß gemacht, ihn zu kreieren. Die nächsten folgen und werden das Ruhrgebiet erklären.
Viel Spaß dabei! Für weitere Infos geht auf die Quellen und weiteren Informationen :
Vor 60 Jahren gingen die Auschwitz – Prozesse zu Ende, die Fritz Bauer als Generalstaatsanwalt in die Wege geleitet hatte.
Gewonnen haben damals die Nazis. Die Schatten der Vergangenheit ragen bis in unsere Zeit.
Sie sind trotz aller Aufklärung, wieviele Menschen umgebracht wurden, nie wirklich weggegangen. Ihre Enkel und Urenkel sehen sich zum Teil nicht mehr verantwortlich für die Vergangenheit, nutzen jedoch die Sprache der Zeit und Hetzen gegen Ausländer, Andersgläubigen, Queere Menschen, Homosexuellen, ja und auch gegen Behinderte Menschen!
Mit Hetze beginnt es, mit dem Tod von Millionen Menschen ist es nicht beendet, sondern so wie es aussieht nur vorübergehend eingestellt worden.
In Italien gibt es ein Zitat : Gibt es einen Faschisten und 10 handeln gleichgültig. Dann gibt es 11 Faschisten.
Wir sind im Schatten von Fritz Bauer, der in der Geschichte fast vergessen wurde.
Es gibt die, die auf der Seite sind, die Aufstehen und Widerstand leisten und die, die den Populisten folgen und abnicken aus Wut, Unzufriedenheit oder Dummheit glauben, was gut für Deutschland ist.
Ich bin kein weichgespülter linksgrüner Faschist, wie ich schon beschimpft wurde. Ich bin weltoffen, aufgeklärt und gegen jede Form des Rassismus und Antisemitismus. Da endet meine Toleranz gegenüber den Personen, die Menschen einteilen, wie sie leben dürfen oder gar nicht.
Ich trete in den Schatten von Fritz Bauer, um Widerstand zu leisten gegen die Zersetzung der Gesellschaft und Moral durch die Politik der AfD. Und öffne die Tür. Ich werde es mit Kunst, Büchern, Fotos und meiner Podcastreihe Stolpersteine Ruhrgebiet durchziehen.
Meine Mutter hat den zweiten Weltkrieg erlebt. Hat den Tod gesehen als Kind. Hat Zwangsarbeitern mit viel Mut Brot gegeben, sie hat ihr Leben lang damit gelebt mit dem, was Faschisten angerichtet haben.
Sie gehören in ihre Schranken gewiesen und verboten für die Wahrung unserer Demokratie!
Wenn es auch ein Widerspruch ist, dass jeder seine Meinung sagen kann: Menschenleben auf eine Waage legen, ob sie leben dürfen oder nicht, weil sie einen anderen Glauben, eine andere Hautfarbe oder eine andere Sprache sprechen. Es ist inhuman und gegen das Grundgesetz Artikel 1: Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Dieses erste Gesetz der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland hat jedoch selbst das Gesetz nie wirklich richtig angewandt und beginnt daran zu rütteln, was Fritz Bauer sich in seinem Leben auf seine Fahnen als Generalstaatsanwalt auf die Fahnen geschrieben hatte. Er wollte jeden noch so kleinen Naziunterstützer vor Gericht bringen.
Er starb leider zu früh. Ob wirklich an einem Herzleiden oder ob er vielleicht doch ins Jenseits befördert würde, weil er sehr tief gegraben hat, kann jeder selbst entscheiden darüber nachzudenken.
Es gibt sie immer wieder die Glaubensritter einer verirrten Politik. Uns geht es so gut wie es uns noch nie ergangen ist.
Das Foto ist am 27.11.25 entstanden bei einem Vortag von Dr. Irmtrud Wojak über Fritz Bauer und die Auschwitz-Prozesse im @fritzbauerforum
Der Auschwitz-Prozess, Fritz Bauer und die deutsche Gesellschaft hatte eine anregende Diskussion, wie heute mit der Geschichte umgegangen werden soll.
Es wurde die Frage gestellt, ob es richtig ist, ritualisierend an den bestimmten Tagen 9.11. Reichsprogromnacht oder am 27.1. Befreiung von Auschwitz zu erinnern mit Kränzen und Reden.
Die Überlebenden, die kaum noch leben heute, hatten Widerstand geleistet. Nur so konnten sie überleben. Wie leisten wir in der Gesellschaft heute unseren Widerstand. An bestimmten Tagen nur oder jeden Tag mit Zivilcourage, Aufklärung in der Schule oder einfach nur mit einer Kerze oder Blume zwischendurch an Stätten des Widerstands oder Denkmäler für Opfer? Stolpersteine nur im November putzen? In der jetzigen Zeit ist es umso wichtiger Widerstand zu leisten in jeder Form und das tue ich in meinen Möglichkeiten.
Ich möchte das Bewußtsein bewahren, daß das Ruhrgebiet auch nur durch Migranten so groß werden konnte. Fast jeder hier geborene hat Vorfahren aus einer völlig anderen Gegend der Welt. Hier ist es umso wichtiger Widerstand zu leisten! Und umso unverständlicher, dass die Menschen sich von einer wahren Lügenpartei die Richtung vorgeben zu lassen.
Die Demokratie müssen wir bewahren und daran arbeiten es noch lebenswerter zu bauen!
Im Teil 2 erzählen wir das Großwerden von einer kleinen Hütte auf einem Ackergelände vor den Toren Bochums bis zum zweitgrößten Stahlhersteller Deutschlands. Immer moderner werdend mit immer neuen Stahlherstellungsverfahren setzte die Bochumer Verein Gussstahlfabrikation AG immer neue Maßstäbe.
In Folge 15 der Podcast – Reihe ‚Ruhrgebiet erklärt‘ erzählen wir über den wirtschaftlichen Verlauf von den Anfängen über den Ersten Weltkrieg bis kurz vor der Machtergreifung von den Nationalsozialisten.
Zum Videopodcast:
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Wir erklären so einfach wie möglich das ein oder andere technische Verfahren. Denn das Bochumer Werk und die weiteren Werke in Weitmar, Langendreer und Höntrop bekommen stetig die modernsten Erfindungen zur besseren Stahlherstellung.
Bergbau und Gußstahlfabrikation Bochum Expo 1873 (Urheberschutzrecht aufgehoben – Quelle Wikipedia)
Der Neustart und das Großwerden zu einem weltweit bekannten Unternehmen unter dem Generaldirektor Louis Baare und die Personen dahinter und danach werden erwähnt. Wir vergessen auch nicht die sozialen, aber auch sozialkritischen Maßnahmen von Louis Baare für die geschundenen Hilfsarbeiter und die Verbindung zu Otto von Bismarck, sowie auch die Unterdrückung der Arbeitnehmer, die für einen Akkordlohn, eine Wohnung oder Zimmer trotzdem jederzeit ohne Kündigungsschutz gearbeitet haben.
Bochumer Verein Hochöfen (um 1920) (Urheberschutzrecht aufgehoben – Quelle Wikipedia)
Im dritten Teil kommt das dunkle Kapitel, das der ausgezeichnete Musterbetrieb der Nazis für eine unrühmliche Rolle, besonders in Sachen Zwangsarbeit spielte und besprechen den Weg der Nachkriegszeit bis zur Übernahme von Krupp und das Fast-Ende vom Bochumer Verein. Dieses Kapitel brauchte einfach einen zusätzlichen Podcast.
Bochumer Verein, 1898 (Urheberschutzrecht aufgehoben – Quelle Wikipedia)
Im vierten Teil gehen wir auf die Gegenwart vom Bochumer Verein, die Geschichte und Architektur der Eventstation Jahrhunderthalle Bochum ein und erklären die Ruhrtriennale und andere Attraktionen die jedes Jahr aufs neue die entstandene Parkanlage zum Leben bringen.
Viel Geschichte, die wir jedoch mit Humor unterlegen, damit es nicht zu langweilig wird, obwohl Geschichte nie langweilig ist.
Wir haben eine Menge Quellen gefunden und Links wer sich für mehr Informationen interessiert:
Der neue „Ruhrgebiet erklärt“ aus der Reihe „Ruhrpottologe unterwegs im Ruhrgebiet“ ist Teil 1 einer vierteiligen Reihe über den Stahlhersteller Bochumer Verein. Jack Tengo und ich beginnen mit den wichtigsten Personen ohne die das Unternehmen gar nicht erst gewesen wäre: Jacob Mayer, Eduard Kühneund dem Generaldirektor Louis Baare, der kam, als die kleine von Konkurs bedrohte auf einem ehemaligen Bochumer Ackergelände stehende Firma zu einem Aktienunternehmen wurde: Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahlfabrication AG.
Es geht um die Geschichte, den Aufstieg und Fall eines der größten Stahlhersteller. Wir besprechen nicht nur einfach einen Wikipediaeintrag, sondern auch humorvoll über Anekdoten, die ich bei der Recherche gefunden habe, sowie auch das Drumherum der Zeit, als die Gründung vollzogen wurde unter welchen Bedingungen von der Ersten Weltwirtschaftskrise bis zu den ersten Aufträgen von Kanonen und die Weltausstellung in Paris mit der ersten aus einem Guß hergestellten Glocke, von der eine der zweitgrößten vor dem Rathaus Bochum steht.
Gusstahlfabrik in Bochum von Mayer und Kuehne 1845 (c) aufgehoben aus Wikipedia
Es geht um das Auf und Ab in der Stahlproduktion, die Beteiligungen der Firma in alle Welt, die Nebenschauplätze vom Siegerland über Lothringen bis nach Schweden, aber auch die negativen Seiten von Zwangsarbeitern im ersten, sowie im zweiten Weltkrieg.
Bochumer Verein (Postkarte um 1907) vom Bildarchiv Stadt Bochum
Aufhänger der Idee war eine Gästeführer – Hospitation von Bochum Marketing in der Unterwelt der Jahrhunderthalle. Ich hab gesagt: Erst der Podcast, dann Gästeführung. Der heutige Eventpunkt „Jahrhunderthalle“ auf der Route der Industriekultur hat eine große Drumherum-Geschichte, die es im Podcast zu erzählen gilt in einem wahren Industrie-Epos.
Alle vier Teile werden eine Woche vor der Veröffentlichung auf den Podcast-Kanälen vorher beim Internetradio Hitradio Ruhr als Vorpremiere immer Sonntags von 16-19 Uhr veröffentlicht werden. Dabei begleitet uns Musik von Tana Schanzara, Dieter Krebs, Wolfgang Petry, Hausmeister Klopotek und viele andere Interpreten bei den eher trockenen Themen, die wir mit Humor aufbereiten und nicht langweilig werden lassen.
Eine Woche später wird der Podcast dann am Sonntag ab 19 Uhr zu hören sein auf allen Podcast – Kanälen, sowie im Youtube – Kanal: @ruhrpottologeTV oder auch bei Jack Tengo. Alle Links und Infos kommen, wie jetzt immer über den Blog.
Wir behandeln in Teil 1 den Aufstieg des Bochumer Vereins, der ohne die drei wichtigsten Persönlichkeiten nicht möglich gewesen wäre. Wir besprechen die Wurzeln der Fabrik, das nicht den Anfang im Ruhrgebiet nahm, sondern in Nippes, was viele nicht wissen oder nicht erzählt bekommen.
Dieser Podcast (Bochumer Verein Teil 1) jetzt sehen oder hören:
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Der Erfinder: Jacob Mayer – vom Uhrmacher zum Stahlpionier
Jacob Mayer (1813–1875), geboren im württembergischen Dunningen, war eigentlich Uhrmacher – und zugleich ein Tüftler, der das Herstellungsverfahren von Gussstahl revolutionieren wollte. Auf der Suche nach dem nötigen Know-how ging er nach Sheffield, der britischen Stahlmetropole, wo er die Grundlagen moderner Tiegelgussverfahren studierte bei dem britischen Uhrmacher Huntsman, der sich das selber in Indien genauer angeschaut hatte. Jacob hätte seinen Nachnamen in Bond ändern können, der war ja schließlich aus dem Ruhrgebiet, geboren in Wattenscheid. Jacob Meyer war der Techniker und Eduard Kühne war der Geschäftsmann, der auf die Idee der Gründung einer Stahlfirma aufmerksam wurde und unterstützen wollte als Geschäftsführer Links zu Jacob Mayer:
1836 gelang ihm der Durchbruch: der erste Gussstahl auf deutschem Boden – noch in Köln-Nippes. Doch die Vision war größer. Die Verwirklichung sollte im Ruhrgebiet nicht in Aachen oder Köln sein. Seine aus einem Guß gegossene erste Glocke auf der Weltausstellung 1855 war nicht nur damals die erste ihrer Art vor Ort, sondern beeindruckte auch den Nachbarkonkurrenten aus Essen Alfred Krupp.
Der Möglichmacher: Eduard Kühne – Kaufmann mit Weitblick und leider tragischem Ende
Eduard Kühne (1810–1883) war der kaufmännische Partner, ohne den Mayer nie ein Werk aufgebaut hätte in seinem Wunschgebiet. Als Kaufmann mit Kapital, Kontakten und Mut unterschrieb er 1842 den Gründungsvertrag und finanzierte die frühen, verlustreichen Experimente bis es nicht mehr ging. Als die gemeinsame Firma des Technikers Jacob Mayer und des Geschäftsführers Eduard Kühne in Konkurs rutschte, half nur ein Neustart als Aktiengesellschaft 1854 in dem die 1842 gegründete Firma Guß- et Cement, Stahlfabrik bei Bochum oder Essen Mayer & Kühne zum Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahlfabrication AG, kurz BVG.
Doch trotz seines Pioniergeistes geriet Kühne, der unter dem eingesetzten Generaldirektor Louis Baare seine Ideen nicht mehr durchsetzen konnte und somit 1858 seinen Hut nahm, später in finanzielle Schwierigkeiten, verlor sein Vermögen und starb verarmt in Kleve. In Bochum wird Kühne vielleicht deswegen nicht unbedingt als Vorreiter des Bochumer Vereins gedacht, obwohl ohne ihn es nicht dazu gekommen wäre. Von ihm gibt es keine Fotos oder Lithografien.
Der Stratege und Patriarch: Louis Baare – der Mann, der Bochum zur Großstadt machte
Mit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft 1854 wurde Louis Baare (1821–1895) Geschäftsführer des neuen Bochumer Vereins für Bergbau und Gußstahlfabrikation AG. Baare machte aus dem Unternehmen einen Stahlgiganten – strukturiert, modern, sozial engagiert und international erfolgreich.
Louis Baare (c) aufgehoben aus Wikipedia
Unter seiner Führung wuchs das Werk von wenigen Hundert Arbeitern auf über 16.000 Beschäftigte (1909). Er prägte das Stadtbild. Er hatte sehr gute politische Verbindungen bis zum damaligen Reichminister Otto von Bismarck und entwarf die Idee einer Unfallversicherung. Er ließ einen neuen Stadtteil entstehen, wie das bekannte Stahlhausen direkt gegenüber des Eingangs zum Werk. Es war vergleichbar mit der Form des sozialen Engagement der Firma Krupp in Essen.
Die weiteren Teile gehen mehr auf die Geschichte des Unternehmens, die dunkle Zeit und den Neubeginn, den Abriss und die Jahrhunderthalle von heute mit den Events von Ruhrtriennale, Konzerten und Jahrmarkt-Attraktion.
Zweiter Teil bespricht den Aufstieg von der Glocke zur Weltindustrie
Zu den legendären Momenten gehört die Gussstahlglocke von 1855, die auf der Pariser Weltausstellung eine Goldmedaille gewann. Die noch größere Glocke der Weltausstellung von 1867 steht heute auf dem Rathausplatz in Bochum.
Bochumer Verein, 1898 (c) aufgehoben, aus Wikipedia
Doch die Glocken machten nur 0,4% der Produktion aus. Der Bochumer Verein war eher der Motor für zivile Infrastrukturprodukte von Werkzeug bis zu Schiffsschrauben, Räder für die Eisenbahn, Lokomotivteile, Schienen und Weichen und später auch Rüstungsgüter. Durch die immer neuen Ingenieurstechniken in der Zeit der Einigung von Kleinstaaten zum Deutschen Reich modernisierte sich die Fabrik immer wieder und erweiterte seine Standorte innerhalb der Stadt später mit zwei weiteren Stahlerzeugung- und Verarbeitungshallen auf der heutigen Bessemerstraße und in Höntrop auf der Essener Straße.
Bochum explodiert – von 3.000 zu 65.000 Einwohnern
Mit der Industrialisierung strömten Menschen aus Preußen, Württemberg, Schlesien, Polen und dem gesamten Deutschen Reich nach Bochum. Die Einwohnerzahl verfünffachte sich binnen weniger Jahrzehnte. Ohne Mayer, Kühne und Baare wäre Bochum vielleicht ein kleines Ackerbaudorf geblieben oder ein anderer hätte es gemacht.
Wer sich alle Podcasts anhören möchte, wird im dritten Teil die dunkle Zeit der Nationalsozialistischen Herrschaft und die Zwangsarbeit im Bochumer Verein, sowie den Neubeginn bis zum Abbruch und Neubau einer Parklandschaft mit integrierter Eventstation innerhalb der ehemaligen Ausstellungshalle und heute genannten Jahrhunderthalle .
Der Podcast behandelt außerdem die dunklen Kapitel: Rüstungsproduktion und den massiven Einsatz von Zwangsarbeiter*innen im Zweiten Weltkrieg.
Vom Stahlwerk zur Jahrhunderthalle: Kultur statt Hochöfen behandelt der vierte Podcast
Mit dem Strukturwandel schloss weitgehend das Werk – aber das Gelände lebt weiter: Die Jahrhunderthalle Bochum, einst Herzstück des Bochumer Vereins, ist heute einer der bedeutendsten Kulturorte des Ruhrgebiets und zentraler Spielort der Ruhrtriennale.
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