Interaktive Anti-Müll-Ausstellung „Flaschengefühle“ wandert ins Welthaus nach Dortmund zur IGA 2027

Von Bochum wandert nun die Ausstellung am 13.8.2026 im Rahmen der IGA 2027 ins Pop-Up–Lädchen im Welthaus von Dortmund. Ab 16 Uhr ist die Vernissage. Ab 17 Uhr ist ein Vortrag von Sybille Hellier mit ihrem Projekt „AufGEraucht“ vor Ort und spricht über die Problematik der Grundwasserverseuchung von Zigarettenkippen.

Zwei Tage nach der Vernissage am Samstag am 15.8. zwischen 11 und 13 Uhr wird es einen Workshop geben, um mit Müll etwas zu basteln. Die Finissage wird dann mit einem Vortrag zum Thema „Flaschengefühle – Vermüllung der Stadt“ am 20.8. um 17 Uhr wieder beendet werden und auf den nächsten Ort warten.

Wer Interesse hat diese „Aufklärungsausstellung“ mit in die Welt zu tragen in einer Galerie oder städtischen Einrichtung, kann sich gern melden. Das Kunst-Aktions-Projekt „Flaschengefühle“ wird ab nächstes Jahr auch für Schulen angeboten werden.

Flaschengefühle – Gemeinsam für ein sauberes Bochum I Talk mit der Kommunalpolitik I +Videopodcast I +Podcast #141

Müll ist immer ein Aufreger in den Städten. Fabian Krömling (Grüne) und Stefan Klapperich (CDU) sind junge engagierte Kommunalpolitiker in zwei unterschiedlichen Parteien in Bochum. Sie sind meiner Einladung gefolgt zu einem kleinen Podcast-Plausch im Rahmen meiner interaktiven Flaschengefühle – Kunstaktionsprojekt-Ausstellung in der Nachhaltigkeitszentrale von Bochum Marketing in Bochum, um über die Vermüllung der Stadt zu sprechen, welche Maßnahmen möglich und zwischenzeitlich für ein saubereres Bochum geschehen sind.

Nach drei Jahren habe ich in der Nachhaltigkeitszentrale von Bochum Marketing mein Kunstaktionsprojekt innerhalb der Stadt neu auflegen können. Interaktiv habe ich Besucher und Besucherinnen die entwickelten Texte zu den Bildern zuordnen lassen. Wer Lust hatte, malte auf einer Leinwand ein „Flaschengefühl“. Bei einem Workshop baue ich mit Interessierten aus Drahtgeflecht Sehenswürdigkeiten oder Objekte in denen sauberer Abfall eingebaut werden konnte.

Das Konzept sieht auch vor ein Gespräch zu finden mit Kommunalpolitikern aus dem Bezirk Mitte und Zuständigkeiten. Vorher habe ich Müll gesammelt, um auch die negativen Dinge zeigen zu können. Weit laufen brauchte ich da nicht.

In der Kürze der Organisation und auch durch den Ferienanfang konnte ich aus Urlaubsgründen niemanden von der Mehrheitspartei SPD und den Linken bekommen. Die AfD hat für mich keine Relevanz, weil sie auch den Klimawandel leugnet und wurde deswegen schon nicht zum Gespräch eingeladen, weil sie nur einer bestimmten Einwohnergruppe Schuld für Müll in den Straßen zuschiebt statt sich an die eigene Nase zu packen. Da nehme ich kein Blatt vor dem Mund.

Die kleinen Parteien wurden in den Bezirk Mitte nicht reingewählt. Es sollten diesmal nur Bezirkspolitiker angesprochen werden. Stefan Klapperich war allerdings aus Wattenscheid, was mein Konzept kurzfristig veränderte und das Interview auf allgemeine Fragen zu Bochum spontan veränderte, was aber dem Podcast im Ganzen dadurch einen besseren Rahmen gab, weil dadurch Bochum und Wattenscheid insgesamt einen Raum bekamen, was gut und schlecht läuft. Und was auch in anderen Städten des Ruhrgebiets so ähnlich auch aussehen wird. Vielleicht wird es nur anders gehandhabt. So gilt jetzt dieser Podcast aus Bochum stellvertretend auch für die anderen Ruhrgebietsstädte. Müllprobleme gibt es überall.

So ging es locker vom Hocker mit den beiden jungen engagierten Politikern los:

Kurzinfo Stefan Klapperich – CDU

Mit 26 Jahren gehört er bereits zu den engagierten Stimmen der Bochumer Kommunalpolitik und hat mit Sicherheit noch einen guten Karriereweg in der Politik. Er ist Mitglied im Rat der Stadt und planungspolitischer Sprecher seiner Fraktion.

Stefan Klapperich ist Mitglied des Rates der Stadt Bochum und übernimmt dort die Rolle des planungspolitischen Sprechers. Zudem ist er Sprecher im Ausschuss für Planung und Grundstücke sowie Mitglied im Ausschuss für Sicherheit, Umwelt, Nachhaltigkeit und Ordnung.

Als stellvertretendes Mitglied ist er außerdem im Ausschuss für Beteiligungen und Controlling, im Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss sowie im Ausschuss für Kultur und Tourismus vertreten. In der Bezirksvertretung Wattenscheid wirkt er als beratendes Mitglied mit.

Seine politische Laufbahn begann unter anderem mit der Mitgliedschaft in der Bezirksvertretung Wattenscheid im Jahr 2020. Seit 2021 gehört er dem geschäftsführenden Kreisvorstand der CDU Bochum sowie dem Vorstand der Jungen Union Ruhr an.

Nach dem Abitur an der Hellweg-Schule Bochum studiert Klapperich seit 2018 Philosophie, Politik und Ökonomik an der Universität Witten/Herdecke. Ein Schuljahr verbrachte er zuvor an der Cathedral High School in Indianapolis in den USA.

Links: Fabian Krömling (Grüne) – Rechts: Stefan Klapperich (CDU)

Kurzinfo Fabian Krömling – Bündnis 90/Die Grünen Bochum

Fabian Krömling, Jahrgang 1993, ist geborener Berliner. Für sein Studium kam er nach Bochum und machte die Stadt zu seiner Wahlheimat. Beruflich ist er heute im Bereich Haus- und Wohnungsverwaltung tätig.

Seit 2019 ist er für die Grünen politisch unterwegs in den Fachbereichen Verkehr, Stadtentwicklung und Digitalisierung. Nach der Kommunalwahl zog er in die Bezirksvertretung Bochum-Mitte ein und wurde dort stellvertretender Fraktionsvorsitzender. 2021 rückte er in den Rat der Stadt Bochum nach.

Seit der Kommunalwahl 2025 gehört Fabian Krömling weiterhin dem Rat der Stadt Bochum an. In der Grünen Ratsfraktion ist er stellvertretender Fraktionsvorsitzender und planungspolitischer Sprecher. Er ist ordentliches Mitglied im Ausschuss für Planung und Grundstücke sowie im Wahlprüfungsausschuss. Darüber hinaus gehört er dem Aufsichtsrat der Stadtwerke Bochum sowie der Emschergenossenschaft an.

Zu seinen politischen Schwerpunkten gehören vor allem Stadtentwicklung, Stadtplanung, Wohnen, Klimaschutz und nachhaltiges Bauen. Dabei beschäftigt er sich mit der Frage, wie sich Bochum weiterentwickeln und gleichzeitig Flächen, Grünstrukturen und Klima schützen kann. Auch die Mobilitätswende sowie bessere Bedingungen für den Rad- und Fußverkehr spielten bereits früh in seinem politischen Engagement eine wichtige Rolle.

Es waren interessante Informationen. Es gab keine rege Diskussion, sondern auch zwischen den Parteiangehörigen aus Grüne und CDU beim Thema Umwelt tatsächlich große gemeinsame Überschneidungen. Im Gespräch ist es auch herauszuhören, dass beim Thema Umwelt alle Parteien scheinbar an einem Strang ziehen mittlerweile.

Fabian und Stefan sind beide Anfang Mitte 30 und gehören zu den jüngeren Politikern in der Stadt. Sie wirken auch sympathisch und gut aufgeklärt. Sie konnten sachlich gut antworten und haben den Podcast von einer knappen Stunde gut gefüllt.

Müllprobleme ist ein Aufreger

Wer verursacht es? Welche Überlegungen gibt es, um ihn zu vermeiden? Was wird getan, damit Pfandflaschen nicht auf den Böden gestellt werden? Wird der Kommunale Ordnungsdienst mehr Befugnisse übertragen? Und so weiter.

Fabian war in der Bezirksvertretung Mitte fünf Jahre. Er bestätigte, dass sich bei Müll und Parken die Gemüter am meisten erhitzen in der Stadt.

Mehr Sauberkeit durch Unterflurcontainer

Mittlerweile gibt es in der Erde eingelassene Container für Glas. Die Standortfrage der Unterflurcontainer ist nicht immer gut möglich. Sie sind auch größer und man muss genau schauen, wie es eingebaut wird, weil auch Grünflächen zerstört werden, weil gut ausgebaggert werden muss. So entstand durch eine Bürgerinitiative bei einem Wohnbereich, die die Zerstörung der Grünfläche bei einem Park verhindern wollte eine Alternativfläche. Da ist es auch in der Politik nötig bei Genehmigungen darauf zu achten.

Die Kosten liegen bei 250000 Euro für das Einlassen in die Erde für das Unterflurcontainerkonzept. Es müssen drei Container für Weiß-, Braun- und Grünglas eingelassen werden. Diese sind größer als die an den Straßen stehenden typisch bekannten Container. Diese wurden bisher an sechs Tagen die Wochen geleert. Das ist ein hoher Kostenfaktor für Transport. Die Unterflurcontainer sind größer, müssen weniger schnell geleert werden und haben noch eine beiläufige Funktion, dass an den Containern weniger Müll befindet, der da nicht hingehört. Die Umgebung wird sauberer. Und durch das größere Volumen der in den Boden eingelassenen Containern sind weniger Transportkosten nötig, was auf die Dauer einsparend wirken wird. Was in den Niederlanden schon länger eingebaut wird, ist endlich auch in Deutschland angekommen.

Flaschenringe um einen Mülleimer

Ein Flaschenring kostet 300 Euro. Das ist ebenfalls ein hoher Kostenfaktor, aber es macht das Stadtbild sauberer. Flaschen werden nicht mehr daneben gestellt, was in dem Moment abgestellter Müll ist und auch zu einem Bußgeld führen kann. Es ist auch für Menschen angenehmer nicht in dem Müllkörben rumzuwühlen, die sich mit Pfandflaschen ein wenig ihren Lebensunterhalt aufbessern. (Das ist schon beschissen, dies überhaupt schreiben zu müssen in einem Staat, der zu den reichsten der Welt gehört…)

Zigarettenkippen und E-Zigaretten sind schwierig

Bei meiner vorherigen Sammelaktion sind von mir wahrscheinlich in 20 Minuten etwa 50 Zigarettenkippen aufgesammelt worden. Ich fing an vor der Tür der Nachhaltigkeitszentrale auf der Hauptfußgängerstraße, die Kortumstraße. Achtlos weggeworfen, im Hinterkopf, dass es ja eh sauber gemacht wird, aber zu dem Zeitpunkt dann das Stadtbild verschlechtert.

Die Kortumstraße wird jedoch einmal Woche mit einem Hochdruckreiniger gesäubert. Nur sieht man nichts davon. Leider.

Die Menschen, die Zigarettenkippen wegwerfen ist nicht bekannt, dass 40 Liter Grundwasser mit einem einzigen Filter verseucht werden. Das ist wie ein Tropfen Öl aus dem Auto.

Was in Spanien funktioniert mit einem Landesgesetz auf öffentlichen Plätzen ein Rauchverbot zu erlassen, ist in Deutschland kaum möglich. Wobei Spanien auch durch Waldbrände einen erhöhten Beitrag dagegen leisten muss. In Deutschland ist das eine Frage der Zeit.

Schlimmer sind die E-Zigaretten. In ihnen steckt Mikroelektronik. Wenn sie weggeworfen werden, können sie sich auch entzünden. Verbaut sind wichtige Metalle, die der Wiederverwertung zugeführt werden können. Aufklärung ist also insgesamt wichtiger denn je. Dafür hab ich das Projekt AufGEraucht von Sybille Hellier vorgeschlagen, die in Schulen gehen wird und Vorträge darüber hält.

Bochum mit touristischem Blick

Kurz vorher bin ich zwischen Technischem Rathaus und der Volkshochschule und Stadtbücherei in Richtung Musikschule gegangen und habe in 30 Minuten eine Tasche voll Müll und etwa 50 Zigarettenkippen gesammelt. Was ich dann auch zeigen konnte. Als Bochumer schäme ich mich für die Ecke. Als Tourist würde ich mich ekeln und einfach nicht beachten, weil woanders auch Müll rumliegt oder einfach nicht den Blick dafür haben oder mich fragen, warum hier keiner was sauber macht. In einer Ecke lag ein Haufen Müll, den ich über den Mängelmelder angab und der auch mir nach etwa zwei Tagen über die Stadt meldete, dass es beseitigt wurde. Dafür kann er hilfreich für viele Probleme genutzt werden. Viele andere Städte haben ihn schon eingerichtet:

https://maengelmelder.Bochum.de

Beide Poltiker bestätigen, dass es auf die Sichtweise von einzelnen ankommt, wie sauber Bochum wirkt. Kommt ein Berliner, ist es in Bochum sauberer. Kommt ein Berchtesgadener findet er es schmuztig. Beide hatten Urlaub in Polen gemacht und es dort sauberer empfunden. Dadurch, dass ich oft dort bin, kann ich es in den Großstädten, wie Krakow oder Gdansk auch bestätigen. Die Bahnhöfe sind generell so sauber, dass man vom Boden lecken kann. In Bochum oder Dortmund ist man einfach nur froh schnell aus dem Dreck rauszukommen, der auf den Bahnsteigen rumfliegt. Kein schöner Anblick. Aber das sind die Menschen. Die machen diesen Dreck. Es müssen also Richtlinien und Verbote, sowie erhöhte Bußgelder ausgegeben werden, damit die Menschen endlich verstehen, dass es falsch ist, die Umwelt mit ihrem Plastik, den Kippen und leeren Flaschen zu belasten. Es kostet uns Steuerzahler am Ende mehr in den Abgaben.

Überschneidungen der Parteien

Stefan und Fabian haben Überschneidungen in en Maßnahmen, die gemacht werden können. Es sind schon viele gute Kompromisse gelöst worden, obwohl die Parteien unterschiedliche Standpunkte haben.

Die CDU setzt hier auch auf eine bessere Bildung. Mehr Investitionen in die Schulen. Die Grünen wollen mehr Verbindung zum Klimaschutz. Beide Dinge schließen sich ja gegenseitig nicht aus, sondern haben dort erst recht viele Überschneidungen. Die Kinder von heute in den Schulen sind schließlich die verantwortungsvollen Erwachsenen von Morgen.

Engagement zahlt sich aus

Umso wichtiger ist es allgemein zu sagen, dass es wichtiger denn je ist sich in Vereinen oder auch Parteien zu engagieren um eine lebenswerte Stadt zu kreieren und erhalten.

Ohne Engagement ist nichts zu bewegen. Das fängt schon bei einem selbst an. Auf der Couch, vor der Computertastatur kann man sich über viele Dinge aufregen, Hass und Kritik ausüben, aber das ändert nichts da draußen für einen selbst. Projekte in Umwelt oder für Demokratie unterstützen oder anstoßen, dass kann auch individuell geschehen oder unterstütz werden. Ich habe es mit meinem Kunstaktionsprojekt „Flaschengefühle“ allein geschafft etwas anzustoßen, darüber kritisch zu reden, drüber nachzudenken und sich selbst zu sensibilisieren, Müll aus der Stadt zu verbannen.

Du bist dran, was du machen kannst. Also engagiere dich. Es ist nie zu spät!

Das ist das Schlußwort auch von beiden jungen Politikern gewesen. Mal sehen, wie es in Dortmund die Tage im Welthaus wird, wo die Ausstellung auch stattfinden wird im Rahmen der IGA 2027. Dort allerdings kann ich keinen Podcast so kurzfristig aus dem Boden hinbekommen mit Dortmunder Politikern. Mal sehen.

DANKE AN

Ein großer Dank erstmal ging an Bochum Marketing GmbH, die mir die Möglichkeit gaben in der Nachhaltigkeitszentrale das Projekt „Flaschengefühle“ wieder zeigen zu können. Die Ausstellung selbst ist interaktiv mittlerweile von der Gestaltung geworden und immer erweiterbar bei mittlerweile fast 6000 fotografierten Flaschen, Tetra-Paks und Dosen im öffentlichen Raum. Und ein großer Dank an die beiden Kommunalpolitiker Stefan Klapperich und Fabian Krömling, die sich die Zeit genommen haben mitzumachen, sowie auch die Organisatoren der CDU und Grünen, die es möglich gemacht haben sie beide zu organisieren in der Kürze der Zeit. Eine Wiederholung ist jederzeit überall möglich – egal in welchem Stadtbezirk und welcher Stadt. Das Problem Müll begleitet uns leider überall!

Hinweis für die nächste Flaschengefühle Ausstellung:

13.8. im Welthaus von 16 – 17 Uhr Vernissage, ab 17 Uhr Vortrag von Sybille Hellier zum Thema Zigarettenkippe mit ihrem Projekt AufGEraucht. Am 15.8. von 11-13 Uhr Workshop: Basteln mit Müll. Finissage ist am 20.8. mit Vortrag zum Thema „Flaschengefühle – Vermüllung der Stadt“

Haltet Eure Stadt und Umwelt sauber!

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Weiterführende Links

Stefan Klapperich (CDU) – Ratsmitglied in Bochum
https://www.cdu-bochum.de/person/127/Stefan-Klapperich

https://www.bochum.de/Rat-der-Stadt-Bochum/Mitglieder-des-Rates/Stefan-Klapperich

https://www.facebook.com/share/r/1EqSgs32Cv/

https://www.instagram.com/stefanklapperich?igsh=MW90aHFka3ZpbmFlYw==

https://www.cdu-bochum.de/

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Fabian Krömling (Grüne) – Ratsmitglied in Bochum

https://www.bochum.de/Rat-der-Stadt-Bochum/Mitglieder-des-Rates/Fabian-Kroemling

https://www.instagram.com/fabian7727?igsh=aXlpN2gzeGFpamdl

https://gruene-bochum.de/

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https://maengelmelder.bochum.de

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Erstes Flaschengefühle Projekt 2023 :
https://www.ruhrpottologe.de/das-politische-gespraech-zur-vermuellung-der-stadt-bochum-im-rahmen-der-gefoerderten-ausstellung-flaschengefuehle-i-video-i-podcast/

Eröffnung der Manifesta-Ausstellung „auf.atmen“ in Bottrop I Flaschengefühle von Andre Brune in der St.-Franziskus-Kirche

Ausstellungseröffnung im Rahmen der Manifesta 16 Ruhr

Am Samstag, dem 1. August 2026, eröffnet das Künstler Kollektiv Bottrop die Ausstellung „auf.atmen“ in der ehemaligen St.-Franziskus-Kirche in Bottrop-Welheim. Und ich bin ein Teil der vielen tollen Kunstwerke, die dort zu sehen sind in der sehr besonderen Kirche. Sie bekommt nach drei Jahren Leerstand neues Leben „eingeatmet“ mit Kunst, die dann „ausatmen“ wird und lässt die schlafende Umgebung „auf.atmen“ für Neues. Die Ausstellung ist Teil der regionalen Manifesta Biennale-16+Ruhr.

Als Mitglied im Künstler Kollektiv Bottrop bin ich mit drei Kunstwerken selbst mit zwei Arbeiten aus meinem Kunstaktionsprojekt „Flaschengefühle“ dabei. Ein weiteres kleines fotografisches Werk ist leicht versteckt am Drahtkunstwerk zu finden. Es ist mit dem Innenraum und der gespiegelten Natur an der St.-Franziskus-Kirche entstanden.

„Auf.Atmen“ – eine Kirche wird zum Kunstraum

Die ehemalige St.-Franziskus-Kirche wird während der Ausstellung zu einem lebendigen Ort für Kunst, Begegnung und Gespräche mit Workshops.

Ab 11 Uhr ist Samstag die Eröffnung und ab 14 Uhr geht es mit Reden in den offiziellen Teil über.

Die vielen verschiedenen Kunstwerke fließen zum Teil in die Bedeutungsebene hinein zum Thema „aufatmen“ oder verbinden auch die Kirche selbst.

Die Künstler und Künstlerin beschäftigen sich im Rahmen des Mottos mit gesellschaftlichen, ökologischen, politischen oder persönlichen Themen. Dabei ist die Architektur der 1960er Jahre mit ihrer Holz-Beton-Fenster-Fassade ein besonderer Augenschmaus.

Sogar Alt-Bottroper*innen haben den Welheimer Friedhof nicht mehr auf dem Schirm. Die Kirche liegt dort hinter Bäumen versteckt. 

Allein der große sakrale Raum wird zu einem besonderen Raum der Ausstellung.

Mit „Flaschengefühle“ dabei

Zwei Arbeiten aus meinem Kunstaktionsprojekt „Flaschengefühle“ werden dort ausgestellt. Das Drahtkunstwerk, dass spontan von mir entwickelt wurde, sieht nicht perfekt aus. Soll es auch nicht. Es ist so, wie der Mensch: Nie fertig.

Doch es atmet etwas aus. Es sieht wie die Kirche aus. Es hat die Dächer, aber nicht eins zu eins im Modell nachgebaut. Es ist und wirkt eingefallen und wird durch nicht vollen Flaschen gehalten.

Die Größe verlangte es vor Ort fertig zu stellen. Hier ist es aber noch nicht fertig. Da kommt noch was.

„Über Halbleere“ zeigt nicht nur das Zitat von Gott in der Bibel „Mach dir die Erde untertan“ (Genesis 1,28), das bis heute missverstanden wird, die Erde auszubeuten, statt sie zu bewahren. Das Kunstwerk zeigt, wie wir heute noch damit umgehen. Unachtsamkeit und Egalhaltung zu einer Verschlimmerung des Planeten Erde wird, aber auch gleichzeitig, dass der Glaube durch Kommerz und falschen Propheten abgelöst wurde und wir so weiter tun, als hätten wir unendlich viele Leben.

Die Kirche allgemein ist nicht nur halb leer. Sie ist mehr als halb leer. Sie ist keine Kirche mehr, weil es nicht genug Schäfchen gibt. Die nicht mehr gläubigen Schäfchen machen aber mit der Erde Untertan machen weiter. Flaschen sind nicht das einzige Modul, sondern viele verschiedene Müllprodukte habe ich in zwei angedeuteten Lungenflügeln unterhalb der umgedrehten halbleeren Flasche mit einer sich auflösenden Zigarette eingebaut. In der einen ist eher die Luft zum Aufatmen, in der anderen eine Flasche halbvoll mit gerauchten Zigaretten. Drumherum sind in den Ecken die Betonfeiler angedeutet. Die Flaschen enthalten die vier Elemente: Luft, Wasser, Feuer und Erde. Doch Feuer und Erde hängen in der Luft. Darunter Müll. Feuer entsteht durch Müll. Die Stützpfeiler werden Einliterflaschen von einem großen Konzern, der Wasser aus Brunnen nutzt, um weltweit das Wasser mit Zucker zu verkaufen. Die Erde wird weiter verseucht und ausgebeutet. Zigaretten sind oft auch Brandbeschleuniger in Waldgebieten, Flaschen können es auch sein. Gefunden habe ich die weitere Müll-Utensilien vor der Kirche und sie entsprechend platziert. 

Ansonsten habe ich schon mindestens 6000 weggeworfene, abgestellte oder achtlos zurückgelassene Flaschen fotografiert. Ein Gedicht über die gefundenen Reifen erzählt das Kommen und Entfernen, damit die Natur wieder „aufatmen“ kann. Die Arbeiten sollen nicht nur kritisieren. Sie sollen zum genaueren Hinsehen, zum Nachdenken und zum Gespräch und vor allem Vermeiden von Müll anregen.

Ein Foto aus der St.-Franziskus-Kirche

Neben den beiden Arbeiten aus „Flaschengefühle“ zeige ich ein kleines Foto, das direkt an der ehemaligen St.-Franziskus-Kirche entstanden ist.

Durch eine Spiegelung in den Fenstern der Eingangstür ergab sich ein überraschendes Motiv. Da es zwei Tage vor dem Abgabetermin entstanden ist, konnte ich nicht anders als es kurzerhand in einen kleinen Bilderrahmen zu packen, weil ein größerer Druck leider länger gedauert hätte. So wird es eine Entdeckung für Besucher und Besucherinnen sein.

Das Bild zeigt, wie Kunst manchmal in einem sehr kurzen Augenblick entsteht – durch Licht, Architektur, Spiegelungen und den richtigen Blick.

Gerade an einem Ort wie der St.-Franziskus-Kirche wird deutlich, wie stark sich ein Gebäude je nach Perspektive verändern kann, vor allem mitten in der Natur, die so in dem Stadtteil nicht erwartet wird.

Bottrop ist Teil der Manifesta 16 Ruhr

Bottrop gehört zum erweiterten regionalen Programm der Manifesta 16 Ruhr. Das Hauptprogramm bespielt zwölf Kirchen in Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und Bochum. Mit dem Manifesta-16+-Programm werden weitere lokale Projekte in einigen anderen Ruhrgebietsstädte gefördert. Wichtige Impulse gehen von lokalen Künstlern aus. In den alten Gemäuern kann nicht nur über Kunst gesprochen werden, sondern was passiert mit ihnen im Zuge der Leerstände. In ihnen geht es um Kunst, Gesellschaft und die Zukunft der bestehenden Gebäude. Weitere genauere Informationen kommen im nächsten Beitrag über die Manifesta Biennale.

Kunst und Industriekultur in Welheim

Wer die Ausstellung besucht, sollte einen Spaziergang in die benachbarten Gartenstadt Welheim machen. Die historische Arbeitersiedlung ist Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden und war für die Beschäftigten der nahe gelegenen Zeche „Vereinigte Welheim“ die erholsame Unterkunft nach harter Arbeit.

Geschwungene alleeartige Straßen, unterschiedliche Haustypen, die an ein kleines Bauerndorf erinnern, kleine Vorgärten, versteckte große Gärten und begrünte Freiflächen verleihen der Siedlung bis heute einen besonderen Charakter. Der Stadtteil erzählt von vergangener Industriegeschichte, vom Leben der Bergarbeiterfamilien und ihren lebenswerten Wohnquartieren. So verbinden Besucher und Besucherinnen zeitgenössische Kunst mit Kirchenarchitektur und ein Teil der Ruhrgebietsgeschichte.

Einladung zur Ausstellungseröffnung

Ich lade euch herzlich zur Eröffnung von „Auf.Atmen“ ein.

Die Ausstellung beginnt am Samstag, dem 1. August 2026 ab 11 – 19 Uhr.

Ich selbst zum offiziellen Teil mit Reden ab 14 Uhr vor Ort.

Um 12 und 16 Uhr gibt es auch eine Performance jeweils von Gilda Bräuer, die das erste Aufatmen und eine Kriminalgeschichte aus dem 17. Jahrhundert verbindet.

Ich freue mich auf Gespräche über meine Arbeiten, damit das Projekt „Flaschengefühle“ weiter getragen kann. Ich wünsche mir für die ehemalige Kirche, dass sie als stadtteilprägende weltliche Institution weitergeführt wird und die Ausstellung einen gangbaren Weg in eine besondere Zukunft führen wird.

Ausstellungseröffnung „Auf.Atmen“

Samstag, 1. August 2026

Öffnungszeit:
11 bis 19 Uhr

Ort:

Ehemalige St.-Franziskus-Kirche
An St. Franziskus 6
46238 Bottrop

Eintritt:
frei

Mehr Infos und aktueller Kalender:

https://kollektiv-bottrop.de

Zur Manifesta:

https://www.manifesta16.org

FAZIT

Kommt vorbei, entdeckt die unterschiedlichen Kunstwerke und verbindet euren Besuch anschließend mit einem Spaziergang durch die Gartenstadt Welheim.

Ich freue mich auf euch.

Glück auf! ⚒️

Fotos (c) André Brune

Interview, Podcast & Bergmannsheil I 18.7.25

Was für ein ereignisreicher Tag!

Erst bekam ich kurz vor dem wichtigen Interviewtermin mit einer Mediafirma an der Jahrhunderthalle Bochum (Infos kommen im Herbst!) noch einen Anruf, wo es um einen Podcasttermin ging mit einem Verein Fitab50 e. V. in Recklinghausen, den ich beim Ruhrdax-Netzwerk im letzten Oktober ausgemacht habe. Der Zumbabereich möchte mit mir einen Videopodcast machen.

Natürlich habe ich da vor ein bisschen mitzuzumben, aber alles bleibt anders…

Durch den Anruf war ich unter Zeitdruck. Wollte ja pünktlich zum Termin kommen. Aber um 10.53 Uhr als ich an der Ampel an der Jahrhunderthalle stand und stand und stand… Kam der Anruf, dass er sich um 10 Minuten verspäten werde.

Natürlich war ich komplett durch das Rasen um pünktlich anzukommen verschwitzt. Hoffentlich kann der bei dem Foto, was er machen wollte, die Schweißflecken wegretuschieren, dachte ich mir da so direkt…

Mit dem Herrn von der Mediafirma habe ich nach dem Foto und Kurzinterview ein Selfie gemacht (kommt im Herbst!). Dabei habe ich den Rucksack abgelegt oben an der Brüstung, wo die Jahrhunderthalle bewundert werden kann.

Zur Zeit findet dort ein Teil vom  Sportfest der Rhein-Ruhr FISU World University Games statt. Das passt natürlich, dass ich ein völlig geniales Foto bekommen konnte, was mit meinem Flaschengefühleprojekt in Verbindung steht.

Die Jahrhunderthalle begrüßt internationale Gäste zu den Universitäts-Ruhrgames

Nach dem Interview sind wir einmal rum, weil unten an der Jahrhunderthalle war alles laut und abgesperrt für Gäste von außen worden. Nach dem Selfie sind wir sind die Treppe runter. Ich musste mein Fahrrad die steile Treppe runterkriegen. Dabei haben wir gequatscht über meine Sprecherarbeit und dabei vergaß ich meinen Rucksack wieder auf den Rücken zu packen. Vor allem, weil ich wieder die mit hässlichen Graffitis beschmierten Historischen Hinweistafeln gesehen habe. Das brachte mich auf dir Palme!

Alle Schilder sind versaut. Der RVR kümmert sich nicht. Echt traurig!
Schild direkt gegenüber! Touristen haben hier kein gutes Bild von dem Westpark. Echt ärgerlich!

Nach 10 Minuten und kurz vor der Verabschiedung, wollte ich ihm noch meine Visitenkarte in die Hand drücken und siehe da: Wo ist der Rucksack?

Da war noch alles gut…

Ich sofort los.  Doch statt mit dem Rad da hoch zu rasen, was ja schneller gewesen wäre, rannte ich wie der schnellste Mann der Welt den Berg hoch und auf der Hälfte macht es Peng und ich musste humpeln.

Schuldig war der Rucksack, der im Bergmannsheil unschuldig blickte auf dem Fußboden der Notfallaufnahme. Warum hat er nicht um Hilfe geschrien als ich ihn alleine ließ?

Ich wusste, dass war keine gute Idee zu rennen, wenn man sich vorher nicht warm gemacht hat und schon gar nicht einen leichten Berg hoch.

Waren die Bänder gerissen? War es eher eine Muskelzerrung. Nein, das Peng war bestimmt ein Muskelfaserriss. So meine Diagnose. Ich hatte das schon mal als Fußballer vom VfB Bottrop in der E-Jugend am ersten Trainigstag in der Halle.

Es war tiefer kalter Winter. Ich gerade 12 Jahre alt oder jünger. Kann mich nicht genau erinnern. Es war ein Geburtstagsgeschenk meiner Schwester Mitglied zu werden in einem Sportverein. Ich war immer schon ehrgeizig jeden Ball zu kriegen. War in der Abwehr immer gerne. Aber war nie ein Typ damals in einen Verein einzutreten. Beim ersten Trainingstag in der Halle war ich schnell bei jedem Ball, wehrte ihn ab, sprang in die Höhe und zack hörte ich ein Peng und konnte nach 15 Minuten schon aus dem Training mit 6 Wochen Pause humpeln.

Vom Team bin ich danach nie mehr richtig aufgenommen worden. Und ich ging nach Hause endgültig nach ein paar Trainigseinheiten nachdem ich soweit wieder fit war. Tja die Nationalmannschaft hat leider einen guten Abwehrspieler verloren…

Und so ahnte ich auch diesmal genau durch diese kindliche Erfahrung, dass es dumm gelaufen ist im wahrsten Sinne des Wortes durch eigene Dummheit und einer schnellen Fehlentscheidung zu rennen statt mit dem Rad hoch zu fahren. Im Angesicht der Situation für den Podcast mit der Autorin Sabine Hofmann im Anschluß sollte doch jetzt nicht scheitern dürfen. Sabine hatte geplant bei schönem Wetter mit dem Fahrrad quer durch Bochum Hofstede im Richtung Stadt zu gurken. Im Rucksack war die Kamera, das Mikro und mein Portemonnaie für ein anschließendes Eis. Das alles hätte ja auch ausfallen können, wenn mein Rucksack geklaut worden wäre.

Nein, mein Wille war da, ich ahnte, der Rucksack ist noch da. Aber ich musste schnell sein!

Er war da. Ich sah den orangen Rucksack von unten. Aber jetzt war auch der kaputte Muskel oder ein Band, eine verletzte Sehne da. Ich humpelte so schnell ich konnte die steile Treppe hoch, nahm ihn von der Bank, dann wieder runterhumpeln. Und nach dem Verabschieden war ich total durchgeschwitzt. Und in 30 Minuten ging es ja weiter… Und jetzt fahren mit dem Rad. Ging das überhaupt?

Interessant, dass der Muskel beim Radfahren sich nicht so bemerkbar gemacht hatte. Ich habe einen Winkel herausgefunden, um es nicht so zu belasten. Nur einen Berg hoch und Schlaglöcher mochte die rechte Wade nicht. Also die Podcasttour würde so fortgesetzt werden können. Wenigstens das.

Glück gehabt! Wie man’s nimmt…

In der Kneipe ‚Speckschweiz‘ in der Hofsteder Straße wartete ich mit einem dort für Kinder kostenlos ausgegeben Wassereis und einem alkoholfreien Fiege Pils, denn Malzbier hatten die nicht.

Speckschweiz in Hofstede ist eine kleine urige Kneipe, die es dort seit 20 Jahren gibt. Dort kann man die üblichen Kneipenspiele spielen. Man kommt mit den anwesenden Personen schnell ins Gespräch. Wahrscheinlich kann man sofort mitzocken. Aber dafür war ich nicht da. Ich wollte meine trockene Kehle vor dem Interview kühlen und befeuchten.

Draußen trocknete das T-Shirt durch die warme Sonne ein wenig. Ein bisschen Parfum musste drauf. Sonst hätte Sabine nachher wegen der Ausströmungen vom Rennen und Radfahren den Termin abgesagt…

Sabine Hofmann mit mir am Startpunkt einer Mietskaserne, die im Trümmerland eine wichtige Rolle spielt

Aber alles ging gut. Das Ergebnis werdet ihr in ein paar Wochen sehen. Wir aßen am Ende kein Eis, sondern durfte mich dazugesellen, was ich sonst nicht machen würde, um nicht zu stören, zu den Freunden, mit denen das Ehepaar Hofmann verabredet war. Aber ich war ausgelaugt, brauchte was zu trinken und etwas zu essen.

Rote Beete Salat mit Sonnenblumenkernen und Apfel. Echt lecker

Ich aß meinen bestellten köstlichen Rote-Beete-Salat im Café Konkret, verabschiedete mich, damit sie allein klönen konnten über das Odental, wo sie wohnt und humpelte quer durch das Bermudadreieck. Es gab neugierige, aber auch mitleidige Blicke. Ich war durch das humpeln mit dem Rad in der Hand (dort ist Radfahren in der Fußgängerzone ja verboten und es war auch zu voll zu der Zeit, es zu riskieren) ein Blickfang. Der einzige, der humpelte. Da ging mir durch den Kopf, dass ich doch lieber zur Notaufnahme fahren sollte. Ich bin ja kein Arzt. Und nachher kann ich morgen gar nicht mehr laufen. Jetzt war noch genug Adrenalin im Blut. Aber ich hatte riesige Vorfreude auf meine Dusche zu Hause, wenn es kein Bänderriss ist, der sofort operiert werden müsste.

Das Unfallkrankenhaus Bergmannsheil von Bochum lag auf dem Weg nach Hause. Also fuhr ich hin. Ich wollte lieber eine ärztliche Diagnose haben vorsichtshalber. Ich musste wissen, wie ich damit umgehen soll.

Auf dem langen Weg zurück zum Haupteingang

Nun ja, wer durch den Haupteingang kommt muss nur den Punkten mit dem Roten Kreuz folgen. Dann allerdings braucht man hunpeltechnisch nur noch ungefähr gefühlt 200 Meter laufen quer durch das Erdgeschoss.

Der lange Weg zur Notfallambulanz im Bergmannsheil

Um 21.30 Uhr war ich da und um 23.30 Uhr war ich dann endlich wieder raus. Der junge Arzt hat einmal geprüft. Die Achillessehne war nicht gerissen. Ein MRT müsste man machen, aber eine Röntgenaufnahme und ein Ultraschall konnte meine eigene Diagnose bestätigen : Muskelfaserriss.

Schonen Sie das den Muskel, sagte er. Nun die 200 Meter zum Haupteingang zurück, wo das Fahrrad stand, war erstmal mit Nichtschonung möglich. Hab dem Pförtner gesagt, dass die doch umme Ecke am Haupteingang noch mal eine Notaufnahme machen sollten. Wie soll ich denn sonst mein Bein schonen, wenn ich erstmal meilenweit laufen muss… Er hat gelacht und dabei zustimmend genickt. Ich verliere ja trotz fluchen, nie meinen Humor.

Man sieht nichts, aber ist ganz schön schmerzhaft…

Es war wie damals beim Fußball im Oberschenkel. Das jetzt im unteren Teil der rechten Wade war aber fpr das Laufen doofer. Immer rechts passiert es. Merkwürdig … Und nun ist das Laufen eher ein Humpeln… Aber was solls. Da muss ich durch und ausgerechnet jetzt, wo ich im Garten was machen wollte, der gerade wieder überwuchert, beim Zumba Podcast mitmachen wollte, bei der Gesellschaft Bochum Donezk die zwei LKWs mitpacken wollte, was ich seit Dezember aus Zeitgründen nicht machen konnte und Wander-Gästeführung-Wege ablaufen wollte in der übernächsten Woche, wo ich mir extra Zeit eingebaut habe.

Aber so ist das Leben, manchmal passieren banale Dinge, die von einer Sekunde auf die andere durch dumme Kleinigkeiten zeitlich alles verändern können.

Jeder hat schon solche dumme Situationen erlebt. Jeder wird auch immer wieder so etwas erleben und am Ende kann eine Sache gut, aber auch sehr schlecht ausgehen.

Ich hatte zwar Pech, aber in einigen Wochen geht auch das Laufen wieder und alles ist wieder gut. Jetzt muss ich mich mit der Situation arrangieren, heißt schonen. Was liegt näher, als meine bisher liegen gebliebenen Podcasts endlich zeitlich in den nächsten Wochen in Ruhe bearbeiten zu können, meine Gästeführungsseite endlich fertig zu stellen und mal mit weniger Stress als bisher die nächsten Wochen sinnvoll auch mit Recherchen zu nutzen.

Mitte August ist wieder alles im Lot und die Steuern der letzten drei Jahre sind auch bearbeitet. Als wenn es so sein müsste, dass auch das Finanzamt alle Unterlagen endlich von mir bekommt, weil ich ja jetzt Zeit habe, das auch ganz in Ruhe zu machen.

Obwohl Lust hab ich dazu nicht. Wer hat schon Lust auf Steuererklärung?…

Freut euch also auf den ein oder anderen Podcast, die sonst so gar nicht in der Form von anderen entstehen würde mit dem entsprechenden Blogbeitrag mit Fotos und Infos zu den verschiedenen Themen, von den Naturfreunden Verein, über zwei Podcasts zur Suche nach Spuren von Ruhrgebiet in den belgischen Schützengräben vom ersten Weltkrieg, eine alternden Rockergruppe, die schon viel zu lange mit der Veröffentlichung wartet, und natürlich auch der Podcast mit Sabine und ihren in Bochum spielenden Nachkriegszeitromanen. Natürlich starte ich auch wieder mit Jack den Ruhrgebiet erklärt – Podcast. Wir haben beide kaum Zeit gefunden uns miteinander zusammen zu setzen bei Zoom durch meine Vorbereitungen zur Gästeführungsinternetseite.

Doch heute, heute leg ich nur mein Bein hoch und mache erstmal einen Spiele- und Grillabend mit Freunden. Das war verabredet. Den Weg nehme ich auf mich. Das lenkt ab vom Problem. Und muss auch drin sein!

Ich denke, das machen hoffentlich viele von euch! Denn wer weiß, ob der Sommer so sonnig bleibt, wie heute am 19.7. mit 31 Grad. Was mir schon wieder zu warm ist.

Glück auf! Und denkt bitte daran: Nichts vergessen auf einer Bank und dann auch nicht spontan losrennen wie ich Dusselkopp!

Hab schon mal Pflegegrad 1 beantragt…

Flaschengefühle bei den Ruhrgames

Extraschichtstaunen

Foto aus der Reihe ‚Flaschengefühle‘. Entdeckt in der Jahrhunderthalle während der Lichtinstallation.

Ein Pärchen genießt es im Arm auf einer Palettenbank. Ein anderes versucht es mit dem Smartphone einzufangen.

Die Flasche Bier von Fiege it dem Stahlbügel steht verloren am Rand zwischen den Stahlträgern. Sie wurde bewusst dort hingestellt. Jemand wird sie schon wegräumen, wird die Person gedacht haben. Sie hätte es auch selbst wieder mitnehmen können.

Doch egal, wie gehandelt wurde: Ein Gefühl von Erstaunen diese Jahrhunderthalle Bochum in einer besonderen Lichtinstallation mit einem Schluck aus der Flasche begleitet zu haben, wird in dem Glas mit einem Hauch aus dem Eisen in der Luft konserviert worden sein.

So entstand der lyrische Text dazu von mir dazu:

Das kühle Pils getrunken,
stehengelassen,
um zu staunen.

Festhalten in Linsen,
halten im Arm,
eingefroren in Medien

das Rot,
das Grün,
das bunte Lampenwerk,

in der Halle

Jahrhundert voller Taten,
Gegossen in Glockenformen,
Kanonen,
Karossen.

Geruch aus Eisen
Gefühl von Extraschichtstaunen
schwebt in der Flasche
aus Glas und Stahl.

Jahrzehnte voller Shuttlebusse,
um zu staunen,
das Kulturwerk,
Ruhrgebiet.

Foto & Text (c) André Brune

Als Vorsitzender der Kunstgemeinschaft Bottrop 1969 e.V. lade ich herzlich zur Vernissage am 20.5. ein

Seit einigen Wochen bin ich Vorsitzender der Kunstgemeinschaft Bottrop 1969 e.V. und lade herzlich zu der Vernissage am 20.5. ab 18 Uhr ein. Das Hauptmotiv der ausgestellten Kunst ist das Element Wasser im Foyer des Bürogebäudes der Rhein-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft mbH, Gladbecker Str. 140 in Bottrop.

Simone Ehlen, Geschäftsführerin der RWW, wird die Besucherinnen und Besucher begrüßen. Eine Einführung in die Ausstellung gibt Doris Reineking von der Kunstgemeinschaft Bottrop. Musikalisch begleitet wird der Abend von dem Querflötenensemble „Querwerk“.

Gezeigt wird eine vielfältige Auswahl an Malerei, Grafiken und Skulpturen, die sich thematisch dem Wasser als Ursprung und Element des Lebens widmet – mal abstrakt, mal figürlich, immer inspirierend, aber auch warnend oder meditativ.


Gezeigt wird eine vielfältige Auswahl von 20 Künstler und Künstlerinnen mit einer Auswahl aus 49 Kunstwerken von Malereien, Grafiken, Fotografien und Skulpturen, die sich thematisch dem Wasser als Ursprung und Element des Lebens widmet – mal abstrakt, mal figürlich, immer inspirierend, aber auch warnend oder meditativ.

Ein Highlight der Ausstellung ist die eindrucksvolle Holzskulptur mit dem Titel „Suche“ von Michael Zell. Die Suche nach Halt und vor allem Wasser ist für Pflanzen überlebenswichtig. Zur Zeit herrscht in Deutschland eine lange Trockenphase, die alle Elemente des Lebens, wie Feuer, Luft und Erde durch das fehlende Wasser stark beeinträchtigt oder fördert. Alle Kunstwerke kommunizieren miteinander. Eine Flasche im Meer,  ein Leuchtturm im Dunkel des Meeres, ein See mit Birken, ein Glas Wein in der Sonne uvm.

Die Kunstgemeinschaft der Bottroper Künstler und Künstlerinnen zeigen jeder und jede auf ihre Art und Weise, wie sie die Welt mit Wasser als die Kraft des Lebens sehen. Ich selbst führe nach der Einführung der Vernissage von Doris Reineking eine kleine Kunstaktion zum Thema der Elemente des Lebens im Rahmen meiner Kunstreihe „Flaschengefühle“ durch und nehme das Publikum mit auf die Reise durch die Ausstellung.

Die Ausstellung kann vom 20. Mai bis zum 17. Juli 2025 jeweils montags bis donnerstags von 9:00 bis 13:30 Uhr besucht werden.

Ort:
RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH
Gladbecker Straße 140
46236 Bottrop

Zeitraum:
20. Mai – 17. Juli 2025
Montag bis Donnerstag, 9:00–13:30 Uhr

Veranstalter:
Kunstgemeinschaft Bottrop 1969 e.V.
in Kooperation mit RWW

Bei Interesse an Interviews, Hintergrundinformationen oder weiterem Bildmaterial wenden Sie sich bitte an:

Pressekontakt:
Kunstgemeinschaft Bottrop 1969 e.V.
1. Vorsitzender André Brune : ruhrpottologe@gmail.com – Mobil : 01633912257

Einladung zum Vortrag & Fotos meiner Aktionskunst  Flaschengefühle bei den Naturfreunden Bottrop

Die Naturfreunde Bottrop haben mich eingeladen meine ‚Flaschengefühle‘ die Fotos, den Sinn und die Aktionen drumherum vorzustellen.

Alle sind herzlich eingeladen auch den zugehörigen Texten zu den Bildern zuzuhören, damit die Bilder auf Leinwand ihren entsprechenden Sinn auch zum Verstehen geben, warum ich das, auch als Repräsentant von @greendays4future, sowie als Mitglied der @kunstgemeinschaft_bottrop und bei Waldfegen e. V. als Aktionskunstform erkoren habe, um mehr Aufmerksamkeit und Sensibilität auf Müll und für eine sauberere Natur und Stadt zu bekommen. Mit dem Thema Müll beschäftige ich mich seit meiner Ausbildung bei der Ruhrkohle zum Ver- und Entsorger Fachrichtung Abfall.

Seitdem ich diese Fotos mache, sehe ich tatsächlich mehr Müll, den es immer wieder in der Landschaft gibt, den ich aber vorher nicht so extrem wahrgenommen habe. Fast jeden Tag entdecke ich Flaschen, die nie verrotten können. Doch sie alle wurden benutzt, doch liegen gelassen. Dafür gibt es Gründe. Das erfahrt ihr dann bei dem Abend im Naturfreundehaus in Bottrop, Auf der Koppe 16.

Kommt vorbei am Donnerstag, 27.2. ab 18 Uhr.
Ich freue mich auf euch!

Glück auf ⚒️

#ruhrpottologe unterwegs #kunst #Flaschengefühle #ruhrgebiet #ruhrpott #ruhrgebietsliebe #fotografie #kunst #photos #müll #waldfegen #umwelt #Natur #naturfreunde #bottrop #greendays4future #flasche #abfall

„Stell Dich vor“ – Ich stelle mich vor mit „Flaschengefühle“ und 49 weiteren Kollektiv – Künstlern in einer Ausstellung im Kulturzentrum Bottrop ab 16.11.24

Schon erstaunlich, wie sich eine kleine Idee zu etwas ganz besonderem Großen entwickelt hat. Ich darf einen kleinen Teil dazu beitragen mit einem meiner ruhrgebietsbezogenen Flaschen-Fotos, die einen Bezug zur Vermüllung der Städte hat.

49 weitere Künstler und Künstlerinnen aus Bottrop und Umgebung stellen sich und ihre Kunst vor auf einem einheitlich gestalteten Passepartout von Fotografie, Malerei bis zur Bildhauerei.

Stell Dich vor ist auch eindeutig zweideutig von Ralf Opiol angedacht worden bei der Findung des Namens: Einerseits stellen sich die Künstler vor, andererseits stehen die Betrachter davor, um es sich anzusehen.

Im August Everding Kulturzentrum in Bottrop wurde nun die Möglichkeit gegeben, dass sich in den Räumlichkeiten der dort beheimateten Volkshochschule das Künstler Kollektiv Bottrop vorstellen kann.

Mittlerweile sind es insgesamt 75 Künstler und Künstlerinnen, die aus der Kreativität zwischen, Malen, Fotografieren, Filmen und Musik ins Künstler Kollektiv Bottrop zusammen gekommen sind. Es besteht kein Zwang zu einem Verein, es gibt keine Vorgaben. Ideen werden relativ schnell und wohlwollend ohne zu Hinterfragen umgesetzt. So etwas ist nachahmenswert und gilt zu unterstützen.

Jede und Jeder kann zeigen, was sie antreibt die Kunst so zu machen ohne Kritik und Vorurteile. Es gibt keine Jury, die erst kritisch beurteilt und abwägt, was in die Gruppe darf und was nicht.

Einhergehend ist auch eine Vernetzung. So kann sich auch eine überregionale Ausstellung schnell durch den WhatsApp Chat finden oder ein Ausflug organisiert werden zu einem Museum.

In der „Nacht der 1000 Bilder“ haben sich schon 850 Besucher sich nicht nur an der Vielfalt satt sehen können, sondern auch das ein oder andere gekauft.

Kunst zu machen und nicht Bottrop anzugehören heißt trotzdem im Künstler Kollektiv Bottrop zu sein. In dem Ort ist er initialisiert worden und heißt deswegen auch so. Ich bin gebürtiger Bottroper, wohne in Bochum. Wir haben aber auch Künstler und Künstlerinnen aus Dorsten, Essen, Mülheim, Gladbeck und Oberhausen.

Die nun zweite Ausstellung des Kollektivs wird durch die Bottroper Bürgermeisterin Monika Budke und dem Leiter Holger Gruner nach einer kleinen Rede eröffnet am 16.11.24 ab 17 Uhr

Die Vernissage ist nicht das Ende. Wann die Bilder wieder angehängt werden ist noch unklar. Sie können in der Böckenhoffstraße 30 in der VHS von Montags bis Freitags von 9-12.30 Uhr und Montags, Dienstags und Donnerstags zusätzlich von 14-16 Uhr gesehen werden.

Also kommt vorbei! Denn auch Du kannst nicht nur uns kennenlernen, sondern auch mitmachen!

Schreibe einfach an die Initiatoren:

Nolin Wischermann und Ralf Opiol :

moin@nolin.wischermann.art

Du mußt nur bereit sein, dich in der WhatsApp Gruppe auch zu beteiligen. Dort finden alle Informationen neben dem Instagramaccount statt :

https://www.instagram.com/kuenstler.kollektiv.bottrop/

Anfahrt :

https://maps.app.goo.gl/MYCSF2ysMfUvPTtL9

„Historische Schilder säubern“ bei der Ausstellung „Flaschengefühle“ I Projekttag 2 I +Video I +Fotos

Im Rahmen meiner ersten „Flaschengefühle“ – Ausstellung habe ich den 17.7.23 als Projekttag vorgesehen für die Säuberung von Historischen Schildern.

Etwas, das ich zwischendurch auch mache in Städten, wenn ich an einem Schild vorbeifahre und es mit unsinnigen Graffitis beschmiert sehe. Das ist für mich ebenfalls Abfall. Abfall für die Augen.

Es geht nicht um die Verkehrsschilder, denn die darf man nicht saubermachen. Sie werden vom Straßenverkehrsamt gesäubert, wenn sie es denn mal machen. Fachkräftemangel, Stadt muss sparen oder Hemd in der Wäsche. Die Gründe, warum das Straßenverkehrsamt, egal in welcher Stadt, es nicht machen kann, sind höchstwahrscheinlich sehr vielfältig.

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Mehr Informationen

Es geht um die Informationsschilder über Historische Orte von Industriekultur, Architektur bis hin zu Gedenkstätten, aus der Naziherrschaft, die für Einheimische und Touristen von Vereinen, Sponsoren, Gesellschaften oder der jeweiligen Stadt aufgestellt werden. Oft genug erlebe ich sie respektlos mit Aufklebern oder „Tags“ durch Edding- oder Sprayfarben beschmutzt bis hin zur Unlesbarkeit verschmiert. Oft genug wurden die Schutzschichten mit Werkzeugen beschädigt.

Bevor ich die Schilder im Westpark sauber gemacht habe, war das Denkmalschild von Louis Baare dran. Da waren es keine Menschen, sondern Tauben vom Baum, die drauf geschissen hatten. Auf Louis lass ich nix kommen. Er hat für seine Stahlarbeiter ganze Siedlungen gebaut. So entstand auch die Siedlung Stahlhausen. Oft im Radio wegen Staunachrichten A40 etc.

Die Beschmutzung ist für in meinen Augen auch eine Art „Müll“. Gehirnmüll, der doch an anderer Stelle hübsch angesehen werden kann, aber nicht auf den Schrifttafeln. Das Video zum Projekttag ist seit knapp einem Jahr auf Youtube in meinem Kanal ruhrpottologeTV zu sehen, aber es ist noch nicht im Blog entsprechend beschrieben worden. Ich finde es nun wichtiger denn je, weil ich die Ausstellung mit der Projektwoche in ähnlicher Weise in andere Städte bringen will. Der Umweltschutzgedanke, der dahinter steckt, ist mir sehr wichtig, weil ich nicht nur aus der Branche komme, sondern anders als die Fridays for Future-Kids, damals als ich so alt war in einer Umweltschutzgruppe namens Robin Wood gewesen war und mich für die Umwelt stark engagiert habe in meiner Heimatstadt Bottrop. Der Verein hat damals viel erreicht und wir waren nur eine Handvoll Personen. Mein Projekttag der Schilder-Säuberungsaktion gehört trotzdem dazu. Weil es wichtiger denn je ist, unsere Region schöner zu machen.

Louis lächelt wieder

Ich suchte mir also zum Projekttag einige Schilder aus in der Nähe vom Ausstellungsraum des Schaubüdchen, das an der Ursulastraße in Bochum liegt. Natürlich war es sinnvoll zum Westpark zu gehen. Dort befinden sich viele Hinweisschilder auf die Historie der Jahrhunderthalle und ihrem Gelände.

Natürlich waren fast alle beschmiert im wahrsten Sinne des Wortes. Auch Aufkleber vom Bochumer VfL fand ich auf einem. Wenn auch ich Mitglied des VfL Bochum bin, heißt es nicht, dass ich unbedingt einen Aufkleber genau darauf setzen muss. Da gehört aber keiner drauf!

 

Vier Sponsoren gab es für das Bild. Keiner fühlt sich nun verantwortlich für die Säuberung der Schilder. Wirklich beschämend!

Ich habe im Rahmen des Projekttages auch um Mithilfe gebeten im Internet, aber es scheint kaum jemanden zu interessieren, was mich noch mehr nervt. Wer durch die Landschaft des Ruhrgebiets geht und diese wichtigen historischen Schilder beschmiert sieht, findet es ebenso wie ich sehr negativ. Es kommen Aussagen wie: „Schrecklich! …. Wie kann man nur….? Diese Schweine….! Man müsste was tun….!

Wenn ich dann dabei bin mit einem Schwamm zu säubern, schauen sie interessiert hin. Sie gehen entweder nickend oder schweigend dran vorbei. Oder sie fangen ein Gespräch an. Manche sagen dann, dass es toll sei, dass es jemanden gibt, der das mal tut. Manche sagen auch, dass es schon so lange da draufsteht und niemand abputzt. Manche sprechen einen Lob aus und manche holen brachialen Wortschatz raus, um die Beschmierer zu beschimpfen. Aber niemand, wirklich niemand von ihnen ist selbst mal auf den Trichter gekommen mit einem Schwamm und etwas Putzmittel oder Brennspiritus, was ich verwende meist, je nach Schutzschicht, selbst Hand anzulegen. Auf dem Gelände des Westparks ist eigentlich der Kommunalverband Ruhrgebiet zuständig. Ich habe das dort auch mitgeteilt, dass ich das nicht in Ordnung finde. Wenn dort Schilder aufgestellt werden, dann sollten sie regelmäßig überprüft und von ihnen gesäubert werden. Das liegt leider in deren Verantwortung!

Natürlich kostet es Geld diese sauber zu machen bzw. halten. Aber es sind wichtige Elemente für den Tourismus auch für auswärtige Gäste, die sich für unsere Heimat und Region interessieren. Wenn ich nach Bayern fahre, sehe die Berge vom Berchtesgadener Land bin ich begeistert. Würde ich nun aus dem Bahnhof steigen, der voll versaut wäre, so wie es im Ruhrgebiet leider der Fall ist, und im nächsten Moment die erste historische Tafel voll verschmiert vorfinde, die mich über den Bahnhof informiert, seit wann er im welchem Stil und wie die Halle von wem gebaut wurde, weil es für die Stadt ein besonderer Bahnhof ist, dann würde ich den ersten Eindruck schon haben und mir denken: Das ist also Berchtesgaden. Klar, es sind schicke Berge rundherum, aber die Menschen scheinen hier wohl nicht ganz so toll zu sein. Da werde ich wohl das ein oder andere enttäuschende Erlebnis haben. Aber ich hab meinen Urlaub gebucht. Da muss ich wohl durch und erstmal hoffen, dass es etwas besser wird. Das ist so wahrscheinlich der Eindruck, den viele machen, so wie kürzlich bei der Europameisterschaft der Engländer, der Gelsenkirchen am Bahnhof einfach als „Shithole“ bezeichnet hat. Natürlich ist das der Eindruck. Die Menschen sind nicht alle so, wie die Beschmierer. Aber trotzdem wird die Stadt im Allgemeinen daran gemessen.

Ich habe etwa sieben Schilder an dem heißen sonnigen Tag sauber gemacht. Es war nicht viel los vor Ort und ich musste aufpassen das richtige Mittel zu nutzen, weil die Oberschicht eine andere ist, als bei anderen Schildern. Manche Dinge gingen nicht ab, was mich ärgerte. Aber am Ende war alles lesbar. Das war das wichtigste für mich.

Und so endete der Projekttag wieder erfolgreich. Ein Jahr ist es tatsächlich her, dass ich dort den Weg gemacht habe. Ich habe den KVR informiert über Instagram. Ich werde nun ein Jahr danach wieder dort nachschauen gehen, um nachzuforschen, ob die Schilder in Takt sind.

Beim historischen Bergbauwanderweg in Eppendorf fühlt sich niemand für zuständig. Ich habe mich hier und da informiert. Die Sparkasse Bochum, die Stadt und der Historische Bergbauverein haben die Schilder vor Jahren aufgestellt. Niemand fühlt sich für diese zuständig. Warum macht man da nicht einfach einen Schuh draus? Warum übernimmt die Stadt nicht einfach die Kosten und macht sie mit dem Grünflächenamt sauber? Dann wäre die Zuständigkeit erledigt. Aber eben da liegt der Hase im Pfeffer. Es kostet. Die Stadt hat kein Geld. Ehrenamtliche finden sich dafür nicht. Also bleiben die Schilder meist versaut, wenn es keine Freiwilligen gibt.

Ein Schild auf dem Höntroper Bergbauwanderweg in Eppendorf, das ich schon zwei Mal innerhalb von zwei Jahren sauber gemacht habe, ist seit sechs Monaten wieder beschmutzt worden. Es beschreibt die Pferdebahn, die vor über 100 Jahren hier herging mit einer schönen Grafik. Nur noch ein Weg ist davon noch übrig und wird von Obstbäumen gesäumt. Ich habe bewußt einfach abgewartet, ob es jemand anderer tut. Nein, es hat sich keiner dafür hingestellt mit einem Schwamm. Diese Arbeit von wenigen Minuten werde ich dann wieder übernehmen. Es ärgert mich zutiefst, wenn etwas nicht zu entfernen ist. Auf den Tafeln des KVR hatte ich das ein oder andere Problem nicht entfernen zu können.

Niemand versteht, dass diese Schmierereien natürlich auch ein schlechtes Bild nach Außen ist. Ich möchte das Bild nach Außen nicht kaschieren. Das Ruhrgebiet ist, wie es ist. Aber an einigen Stellen können wir alle schrauben. So schraube ich an meiner Aktion der „Schilderchallenge“, die ich immer noch alleine machen werde. Irgendwann folgen mir die Leute, um es zu tun, genau, wie es immer mehr gibt, die Müll sammeln gehen. Apropos habe ich neben dem Säubern der Schilder natürlich auch Müll sammeln können im Westpark. Zwei Fliegen mit einer Klappe erfolgreich zum Projekttag ausgeführt. Und die von der Stadt Bochum (vielen Dank dafür, trotz meiner Kritik an der Zuständigkeit wegen der Schilder!) geförderte Ausstellung hat wieder einen wichtigen Abschluss gefunden.

Wir sehen uns bei einer meiner nächsten „Flaschengefühle“-Ausstellung irgendwo im Ruhrgebiet, um wieder auf die Missstände aufmerksam zu machen und zu animieren es besser zu machen, denn das hat z.B. die Garteninitiative in Goldhamme gemacht, die ich an einem anderen Tag der Projektwoche besucht habe. Aus einer kleinen wilden Mülldeponie entstand ein nachbarschaftlicher für alle zugänglicher Anbaugarten, wo sich alle wer möchte Kräuter, Tomaten, Salat und Porree mitnehmen kann. Es geht eben auch anders. Aber darüber berichte ich nachfolgend.

Glück auf!

Spendenübergabe und Helfen bei Waldfegen in Bottrop I +Fotos

Waldfegen heißt nicht den Wald abreißen, sondern sauber machen vom Unrat der Menschen, die einen Wald als Müllkippe nutzen. Nach langer Zeit war ich wieder beim Verein tätig, der einmal jeden letzten Sonntag im Monat an einem bestimmten Ort in der Stadt Bottrop zum „Waldputzen“ bzw. „Stadtputzen“ zum Mitmachen aufruft. Ich hatte zusätzlich vor, wie versprochen, die Gesamtsumme als Spende für den Verein aus dem Verkauf der „Flaschengefühle“-Fotos von der Nacht der 1000 Bilder zu überbringen.

Nach langer Zeit der Abstinenz vom Mithelfen war es ein Tag, den alle lieber Zuhause verbracht hätten mit Familie und Freunde. Aber hier geht man aus Überzeugung die Natur „sauber machen“, weil leider immer noch viele Leute unachtsam ihren Müll, ob Zigarettenkippe, Bierflasche, Reifen oder einen ganzen Sack Hausmüll einfach wegwerfen. Das ist nicht nur unansehnlich, sondern belastet auch die Umwelt, das Grundwasser und am Ende auch die Meere.

Am Infozelt befindet sich immer der Startpunkt. Alle wichtigen Utensilien, wie Eimer, Bollerwagen, Waldfegen-Warnweste oder auch Greifzangen befinden sich dort. Vor Ort ist immer jemand, um sich auszutauschen oder sich über das Thema Müll zu unterhalten.

Daneben ist der Container von der Bottroper Entsorgungsfirma BEST, der jedesmal zum Befüllen aufgestellt wird. Er wird am nächsten Tag gewogen, um die gesammelten Kilos mitzuteilen.

Diesmal steht eine komplette Gartensitzbank mit Tisch und Stühlen, wie abgesprochen davor. Und nur 50 Meter weiter lag eine Tischtennisplatte unter der sich schon Ameisen heimelig ein Häuschen gebaut haben.

Bevor ich Carmen Böhm, die 2. Vorsitzende und Mitbegründerin, begrüßt habe, ging ich gegenüber meines Parkplatzes ins Grün und machte schon den ersten Eimer mit Müll voll. Zigarettenkippen, Plastikblumentöpfe, Bauschutt, Kunststofffolien und andere Unappetitlichkeiten.

Spendenübergabe aus dem Flaschengefühle-Bilderverkauf an Waldfegen e.V. I Von links: Jessy Schmidt (Schatzmeisterin), Silke Richterich (1. Vorsitzende), Ruhrpottologe André Brune, Carmen Böhm (2. Vorsitzende) I Foto: (c) Carmen Böhm

 

Carmen Böhm startete 2019 in ihrer Wohnortnähe am Köllnischen Wald. Sie nahm beim Spaziergang gefundenen Müll mit. Dann lief alles von selbst. Es kamen viele Gleichgesinnte dazu, so dass beim Neustart nach der Corona-Pandemie mit genügend Mitgliedern ein gemeinnütziger Verein gegründet wurde. Waldfegen e.V. ist durch einen Lokalzeit-Beitrag im WDR seit 2023 überregional bekannt. Mit zur Zeit 72 Mitgliedern wurden insgesamt bisher unglaubliche 26 Tonnen Müll gesammelt.

Heute am 29.4. waren etwa 30 Helfer und Helferinnen vor Ort. Es war verdammt nochmal nicht wenig an der B224 am Wäldchen, was wir alle zusammen gefunden haben und in den Container gelandet ist.

An dem Tag zogen mich Flaschen wahrscheinlich magisch an. Als ich vor etwa vor zwei Jahren meine Fotoreihe „Flaschengefühle“ angefangen habe, um über Müll in der Natur und Stadt auch mit Kunst, Literatur und Politikern vor Ort eine „Mülldiskussion“ anzuregen, hatte ich nie an Flaschen gedacht.

Ein Dank für den Kauf der zwei Bilder, die als Spende für Waldfegen vorgesehen waren, geht an die Käufer der Bilder Mario Holubek und Rebecca Bujnowski.

Mario Holubek
Rebecca Bujnowski

Schon auf den ersten Metern über die B224-Fußgängerbrücke, die schon einige Mitglieder entlanggegangen sind, entdeckte ich Flaschen, die andere übersehen haben. Ein Blick ins Efeu-Gestrüpp genügte und ich sah direkt hinter der Brücke einen ersten braunen Schimmer: Eine alte Bierflasche wahrscheinlich. Der Aufkleber ist vom Regen schon abwaschen worden.

Beim Herausholen, entdeckte ich noch mehr. Daneben lagen unverkennber ein kleiner Feigling, ein geleerter Kräuterlikör und diverse andere Sorten Flaschen, insgesamt sechs Stück und eine Vorrichtung aus Kunststoff für einen Gartenschlauch, der dort auch schon länger lag.

Ich pickte alles auf: während mir ein frischer großer Hundehaufen am Wegesrand in der Nase hing. Leider überlassen unverständlicherweise einige Hundebesitzer die vollgemachten Tüten gern der Natur, die auch immer wieder vom Team gefunden werden. Kürzlich habe ich eine Übersicht von Zerfallszeit im Allwetterzoo Münster gesehen.

Flaschen können ewig als Müll erhalten bleiben.

Was mich natürlich mehr denn je anspornt, dass nicht in der Natur liegen bleiben dürfen! Sie müssen dem Recycling zugeführt werden. Flaschen sind bestens recyclingfähig. Viele Male mehr als jede Kunststoffflasche!

Die Hundetüten brauchen in der Natur und im Meer etwa 10-20 Jahre, um sich zu zersetzen.

.Wir haben Müll gefunden, der zeigt, dass 30 Jahre alter Plastikmüll in der Erde wie neu aussieht. Nicht mal ein Wurm interessiert sich brennend dafür.

Mülltafel Allwetterzoo Münster im Robbenhavenhaus

Der Eimer war also schon zwei Mal voll, bevor ich überhaupt richtig loslegen konnte. Dann gab es einen Hilferuf per Whatsapp-Nachricht in der Waldfegen-Gruppe. Im Wald wurde am Wegesrand, 50 Meter von der Bundesstraße entfernt, ein Haufen Reifen plus Kunststoffflasche gefunden.

Vorher einfach nur häßlich!
Nachher ist wieder schön!

Der kleine Elektrolieferwagen, den ein Mitglied zum Transport für große Teile mitbrachte, brauchte seine Zeit dahin zum Ort der Reifen. Ich brachte sie in der Zwischenzeit zur Straße. Bei den letzten Reifen, dachte ich mir die Absperrung mal zu prüfen, ob man auch mit dem Wagen hätte reinfahren können. Denn irgendwie mussten die Reifen ja reingekommen sein. Hätte ich das mal sofort gemacht, hätte ich mir die Schlepperei der schweren Reifen sparen können. So hab ich mir an dem Tag zumindest den Besuch im Fitness-Studio gespart.

Kaum waren sie aufgeladen, kam in der Gruppe der nächste Hilferuf. Gegenüber von meinem Autostandplatz war ein Pfad hoch in den Wald. 

Zwei Waldfegerinnen fanden durch ein zufälliges Blitzen nicht nur eine Flasche, sondern ganze Reste von einem ehemaligen Auto. Wahrscheinlich war es ein BMW aus den 1980er oder 1990er Jahren, dessen Sitze, Tankdeckel und Stoßstange dort mit Efeu, Moos und wilden Brombeeren verwachsen war. Die Autositze lagen dort, wie die Kunstinstallation im Wittringer Park von Gladbeck „Dinner im Wald“, aber das hier war keine Kunstinstallation, eher eine Art Rückzugsort für Jugendliche gewesen oder einfach ein Müllabladeplatz. Denn es fand sich auch Hausmüll unter einer dünnen Erdschicht.

Silke Richterich vom Vorstand des Vereins zeigt die mossbewachsenen Autositze

Die Verpackungen waren kaum verrottet, obwohl sie aus einer Zeit stammten als es noch die vierstellige Postleitzahl gab. Das war der Beweis, dass 30 Jahre Kunststoffmüll aussehen kann, als wäre er einen Tag zuvor vergraben worden.

Der gefundene Müllhaufen
Vierstellige Postleitzahl ist drauf – ca 30 Jahre alter Müll
Dornröschenschlafflasche
Autofahren im Wald

Vier Bollerwagen wurden vollgepackt. Im Winter müsste dort noch einmal nachgeschaut werden, denn durch das überwuchernde Grün, konnte das ein oder andere nicht mitgenommen werden.

Zwei von vier vollen Bollerwagen aus dem Horrorfund im Wald I Foto: (c) Susanne K.
Der nächste volle Bollerwagen I Foto: (c) Susanne K.

Natürlich wurden Lachgasflaschen auf einem Parkplatz unweit der Müllsammelstelle gefunden und am Container extra abgestellt. Wegen Explosionsgefahr können die Gasflaschen nicht einfach so in den Container entsorgt werden. Das Metall ist natürlich auch ein besonderes Recyclingmaterial. 

Lachgasflaschen werden immer mehr. Ich selbst bin bei meiner eigenen Müllsammelaktion während der Projektwoche meiner „Flaschengefühle“-Ausstellung in Bochum im Juli 2023 zum ersten Mal auf dieses Müllproblem gestoßen.

Ich wußte noch nicht, was es ist, bis mir mein Interviewpartner Kai Braun damals am Bochumer Musikforum erzählte, was es eigentlich ist.

Nach der Einnahme des Lachgases fühlt man sich lockerer. Es wirkt wie eine leichte Droge. Abfeiern geht dann so richtig gut. Allerdings sind nach der Einnahme schon tödliche Autounfälle passiert, weil Lachgas Lähmungserscheinungen und Halluzinationen verursachen kann.

Die kommunale Politik nimmt das Thema nun in den Städtetagen auf, um etwas dagegen zu unternehmen. Ein allgemeingültiges Verbotsgesetz in der Bundesrepublik wird angeregt. In anderen Ländern sind sie schon verboten. Deutsche Politik braucht ihre Zeit…

Diejenigen, die meinen sich eine „gesunde“ Droge reinzuschieben, sollten definitiv wissen, dass der Konsum von „Exotic Whip“ gefährlicher ist als gedacht.

Foto (c) Carmen Böhm

Warten wir mal ab und hoffen, das die Politik diesen Konsum unterbindet oder zumindest besser regelt. Bis jetzt ist nichts geregelt. Es gibt keinen Pfand oder eine Rücknahmepflicht. Besser wäre einfach ein Verbot für den Normalverkauf. So jedenfalls geht es nicht weiter. Auch die Entsorgung ist ein Problem und es werden wertvolle Rohstoffe für ein unsinniges Konsumgut genutzt.

Mehr Infos zum Lachgas:

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Mehr Informationen

Früher war mehr Lametta…

Interessant war für mich, als ich kürzlich einige dieser Lachgaspatronen zum Entsorgen zur Sammelstelle des Umweltservice in Bochum gebracht habe, das niemand der Angestellten genau wußte, wo und wie sie zu entsorgen sind. Es befindet sich immer ein Restgasanteil, der hochexplosiv sein kann. Das ist eine besondere Gefahr, falls Kinder damit spielen. Ich will mir nicht mal ausmalen, was alles passieren kann mit diesen Mistdingern!

Um 15 Uhr war der Container voll. Ich konnte den Deckel gerade noch schließen. Wir quetschten nur die Autositze rein. Ein paar Tage später kam die Meldung vom Bottroper Entsorgungsunternehmen BEST, dass der Container unglaubliche 850 kg wog. Dazu berechnet wurden noch die schweren Altreifen, die Gartenmöbel, die Lachgaspatronen, die Tischtennisplatte mit ungefähr 100 kg. Also fast eine Tonne, die in den wenigen Stunden vom Verein Waldfegen zwischen der Straße „Im Dorbusch“ und der B224 im Stadtteil Bottrop-Boy, gesammelt wurde.

Google Maps: Im Dorbusch, Bottrop

Voll! 850 kg

Diesen Tag des Waldfegens kann der Verein durchaus als Erfolgreich bezeichnen für die Natur. Trotzdem ist es eine traurige Entwicklung, die scheinbar nicht besser wird, wenn weiterhin politisch zugelassen wird so viel Verpackungen herzustellen, die nicht gebraucht werden.

Eine starke politische gesetzliche Veränderung für mehr Müllvermeidung, strengere Gesetze und teurere Bußgelder müssten her und nicht die Gelbe Tonne, die von Anfang an für die Industrie Mittel zum Zweck des Geldverdienens auf allen Ebenen war. Schon vor dreißig Jahren war ich als Ver- und Entsorger in verschiedenen Praktika während meiner Ausbildung in der Ruhrkohle und meiner Zeit als Aktivist von Robin Wood auf diese Problematik gestoßen und haben vor mehr Verpackungsmüll damals in Gesprächen mit Bürgern in der Fußgängerzone gewarnt. Klaus Töpfer für eine bessere Umweltpolitik der Müllvermeidung animieren wollen mit Aktionen und Briefen als es eben noch kein Internet gab.

Der Müll aus der Gelbe Tonne wurde nach der Verarbeitung nicht etwa in großem Maße recycelt, sondern der Stahlherstellung als billigeres Verbrennungsmaterial gegenüber dem schon damals immer teurer werdendem Öl nach Bremerhaven geschickt. Da wurde gut Geld verdient und es wurden auch Subventionsgelder genutzt.

BMW Tankdeckel, oder wat? I (c) Carmen Böhm
 

Ich hab in einer Firma gearbeitet, die Müll aus der Gelben Tonne zu einer Masse zerkleinert haben und zu Pellets verformt haben. Ich besitze immer noch eins aus der Zeit als Beweismittel. Seitdem hat Deutschland statistisch mehr Müll produziert statt weniger. Die Recyclingquote ist zwar höher, aber eben nicht 100 %, weil es auch nicht geht. Die Meere sind überlastet. Die Produktion von Glasflaschen sind in der Zwischenzeit bei vielen Getränkeherstellern auf Plastik umgestellt worden, weil es ja so leicht und billig herzustellen ist und als Konsumgut leicht zu tragen ist. Ganz ehrlich: Es schmeckt abscheulich aus Plastikflaschen!

Am Ende bezahlt wieder einmal der Verbraucher und gleichzeitig auch Steuerzahler, niemals eine verantwortlich zu machende Firma. Und genau da muss ein Hebel dran gesetzt werden. Die Lobby muss endlich einsehen, dass es so nicht mehr weitergeht.

Kaba-Relikt


Bei Waldfegen wird weitergemacht. Jeden letzten Sonntag im Monat wird, außer in der Sommerpause, Müll aus den Ecken von Wald und Wiese an bestimmten Stellen geangelt, weil der Mensch ist, wie er ist, obwohl es schönere Dinge gibt, nämlich die Natur ohne Müll zu genießen. Und das haben wir alle am Nachmittag der Sammelaktion gemacht bei schönstem Aprilwetter.

Das Motto von Waldfegen ist: Nicht reden! Machen!

Vom Sitzen und Gucken wären sonst seit dem Neustart nach der Coronapandemie 2021 nicht die beachtlichen über 26 Tonnen Müll gesammelt worden, also wer aktiv mitmachen möchte oder Passiv den Verein unterstützten möchte:

waldfegen@web.de
 

Unterstützt wird der Verein von mittlerweile 72 Mitgliedern, auch von Sponsoren, wie das Bottroper Entsorgungsunternehmen BEST, die Vereinte Volksbank und Pottgarage.

Mit läppischen 12 € Jahresgebühr kannste Mitglied werden.

Mehr Infos:

https://waldfegen-ev.de/

Instagram: Wᴀʟᴅfᴇɢᴇɴ e.V. – Wir räumen auf! (@waldfegen_ev) • Instagram-Fotos und -Videos

Facebook: https://www.facebook.com/WALDFEGEN/

 

Weitere Vereine, die sich in der Stadt Bottrop für Umwelt und Tierschutz einsetzen:

https://www.nabu-bottrop.de

https://www.naturfreunde-bottrop.de

https://bluehende-landschaft.de/netzwerkkarte/bottrop-gladbeck/

Bis zum nächsten Mal bei einer Sammelaktion von Waldfegen!

Glück auf!