Reisen, Radeln + Campen inne Messe Essen I +Video I +Shorts I +Fotogalerie

Beeindruckende teure, wie auch günstige Reise-, Fahrrad- und Campingmöglichkeiten, hat die Messe Essen gezeigt. Ursprünglich war mein Anreiz die Fahrradmesse innerhalb der Reisen + Camping – Messe zu besuchen. 

Der Blick durch den ein oder anderen Wohnwagen oder Reisemobil war sehr interessant und machte plötzlich Bock auf einen unabhängigen Urlaub mit Zelt, einfachen günstigen Campanhänger namens „Essen“ oder mit dem Holzfahrrad und einem Holzanhängercampwagen im Schlepptau, z.B. nach Skandinavien. Eine vielfältige Messe, die ich mit meiner Frau besucht habe und für euch ein wenig aufgenommen habe.

Video:

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Wer es luxuriös mag konnte für fast 700000 Euro beim schicken Bus von Morelo fündig werden, der direkt im Eingangsbereich des Messeeingangs stand. Drin waren wir nicht. Eine kleine neugierige Schlange bildete sich vor dem Wagen, die ich nicht filmte, weil wir weitergehen wollten.

Luxuswohnmobil
Wohnmobile

Ewa, meine Frau, war neugierig und blieb in einem Reisemobil sitzen und war nahe dran für eine 0 weniger ein Fiat-Reisemobil zu kaufen. 

Ewa kauft fast einen Premiumwohnwagen
Soll es das Fiat-Wohnmobil sein?

Nein, es war auch nicht der kleine Beachy, der es ihr angetan hatte, der wäre ja wenigstens unter 19000 € gewesen, sondern der daneben stehende Premium-Wohnwagen von Hobby mit Fahrradträger.

Beachy Wohnwagen

Frauen mögen es also gemütlich mit viel Platz, dachte ich sogleich. Aber es geht auch kleiner mit dem Reiseanhänger Modell „Essen“ für knappe 18000 €. Oben drauf kann ein Zelt gepackt werden. Es gibt eine Spüle und eine Vorrichtung für einen Fernseher. Das Zelt ist so breit, dass auch unten drunter gesessen werden kann, wenn die Sonne prallt oder Regen plästert.

Preis Sondermodell Essen

 

Sondermodell Essen
Zelt auf dem Reiseanhänger Essen
Einsteig zum Zelt beim Essen

Campen muss man mögen. Durch die hauchdünnen Wände hört man jeden Furz von Außen. Campingstellplätze kosten mit dem Draufrechnen eines Preises für einen Wohnwagen oder Reisemobil plus Pflege, TÜV, erhöhte Benzinkosten mittlerweile fast so viel, wie ein Fünf-Sterne-Hotel für die gleiche Zeit. 

Das war nur eine kleine Kritik. Ich finde, wer Spaß an einem Urlaub im Zelt oder Wohnmobil hat, soll es ruhig machen. Als Kind mochte ich das Prasseln des Regens auf dem dünnen Blechdach. Meine Eltern hatten einen Wohnwagen für das Wochenende direkt am Wesel-Datteln-Kanal. Wenn wir den weggezogen hätten, wäre er auseinandergefallen. Wir hatten schöne Tage dort verbracht. Es sind wunderbare Erinnerungen, die genauso wichtig sein können, besonders als Kind. Ein Campingurlaub für Kinder ist mit Sicherheit eine tolle Freiheit, als in einem beengenden Hotelzimmer. Wohnwagen sind auch eng. Aber geht ein Kind aus der Tür, ist es in der Freiheit. Und genauso fühlen sich die meisten, die Campen lieben. Und so kann ein Campingurlaub ohne auf das Geld zu achten eine erholsame besondere Art des Reisens sein von der viele immer gerne reden. 

Campinganhänger der kleinen Klasse für knappe 17000 €

Wer auf die Gleichgesinnten auf einem Campingplatz trifft, findet auch gleich neue Freunde fürs Leben, feiert zusammen und liebt das gemeinsame Anstoßen mit einem Bier und Grillen von Steak und Zuccini.

Sauna für den Garten oder fürs Glampen

Das Glamping ist mittlerweile auch In. Campen luxuriös in schicken Chalets mit Whirlpool und Sauna. Hat wenig mit Camping zu tun in ihrer Ursprungsform, aber mit einer Mischung aus Ferienwohnung und Hotel in einer Anlage in der freien Natur. Wer es mag, wird mehr und mehr Angebote finden. Die Messe hat einige Anreize gezeigt. Die Sauna stammte von einer Firma aus Krefeld. Sozusagen umme Ecke.

Whirlpool zum Glampen – Hatte meine Badehose vergessen…

Fiat, Ford, VW und Mercedes liefern sich ähnliche Wohnmobile mit mehr oder weniger Luxus, das sich im Preis niederschlägt. Für ca 70000 ist ein neues Wohnmobil mit Küche, Bad, Bett, Sitzecke und natürlich Lenkrad und Getriebe ausgestattet. Manche sind so gebaut, dass der Hund ein spezielles Schlafplätzchen bekommt mit eigenem Zugang.

Wohnmobile sind total in. Früher hat man sich eher etwas in einem alten Transporter zusammengeschustert, Blümchen auf den VW Bully gemalt und ist losgefahren. Heute ist Luxus kein Problem mehr. Es gibt bezahlbare günstige Möglichkeiten mit wenig Luxus, aber funktionell. 

Short zum Camping:

https://youtube.com/shorts/M64XPVgOW6Y?si=_l52pleGvX2F9NUj  

Zwei Hallen waren für die inkludierte Fahrradmesse vorgesehen, denn es war ja eine Reisen und Camping-Messe. Fahrräder sind mittlerweile auch ein beliebtes Reisemittel. Liegeräder, schnelle E-Bikes, Lastenräder und auch schicke Mountainbikes oder amerikanisch angehauchte Harley-Fahrräder schmückten die Hallen.

Holland-E-Bikes
Harley-Rad

Claas, die Firma für Traktoren und Mähdrescher, suchte vor Ort nicht nur nach Beratern, sondern verkaufte in der gleichen patentierten Farbe Saatengrünrot Fahrräder. Mit Sicherheit waren die vom Agrardiesel befreit. Rechen hinten dran und übers Acker, ohne Subventionen. Wobei das Fahrrad kann von der Steuer abgesetzt werden. Also doch nicht so ganz ohne indirekte Subvention kaufbar. Schick waren sie. Sahen auch sehr stabil und schick aus in der Farbe. BMW macht ja genau das gleiche. Sie verkaufen auch Fahrräder, aber ohne Hinterradantrieb.

Claas ohne Agrardiesel

Pottbikes aus Essen hatte einen großen Stand und zeigte viele Fahrräder aus ihrer Verkaufshalle. An einem Stand konnte man 50% Rabatt für Räder bekommen. Es gab natürlich auch Ausstattung, wie Rucksäcke, Fahrradhalter, Klingeln, davon habe ich eine für mein Rad gekauft mit Bergbaumuseum bei Nacht drauf, Kleidung uvm.

Pottbikes

Short für die Reise- und Fahrradabteilungen in der Messe:

https://youtube.com/shorts/SQZwWXKG_T8?si=CbI3mJkBqLD2jj1t  

Die Reiseabteilung war mit allen Bundesländern vertreten und Regionen, wo immer schon starke Touristenströme zum Campen oder Radtouristik zu finden sind, wie Ostfriesland, Berchtesgadener Land, Eifel, Sachsen, Frankenland, Ostsee uvm. Aber auch das Sauerland und Radrevier Ruhr war vertreten, wo ich meine Visitenkarte hinterlassen habe.

Kreuzfahrten ohne Rad und Wohnmobil

In der vorletzten Halle waren noch besondere Putzlappen, Vorwerkstaubsauger, Strandkörbe, Luftkissensitze und ein Kajak, das in einem Rucksack verschwinden kann und aus Recyclingstoffen hergestellt wird.

Im Wohnwagen muss ja schließlich auch gesaugt werden und die Wohnmobile müssen gereinigt werden. Unsere Blicke blieben beim Luftsitz hängen für unterwegs. Sehr bequem und ganz einfach mit der Umgebungsluft aufgepumpt. Auch Kreuzfahrten konnten hier gebucht werden ohne Rad und Wohnmobil.

In der letzten Halle war ein Käsestand, Finnische Biere, Dänisches Eis, was wir leider wegen der Schlange und der wenigen Zeit, die uns noch blieb, nicht gegessen haben. Aber wir haben uns noch schnell bei Ruhrfeuer, die einen Imbisstand hatten, eine scharfe Currywurst reingezogen und ein allerletztes Fischbrötchen vom gerade schließenden Norddeutschen Fischstand ergattert statt Germknödel aus Österreich, was auch zu bekommen war.

Käsestand ohne Ende

Um 18 Uhr war Schluß. Wir sind um kurz vor 15 gekommen. Drei Stunden hat gereicht. Messen sind eh immer voll und anstrengend. Aber die meisten sind ab 14 Uhr wieder weg. Also nutzten wir als Ratschlag von einem Teilnehmer der Messe, die Nachmittagsstunden. Und es war wirklich nicht so voll mehr. Das ist nun ein Geheimtipp: Lieber erst ab 14 Uhr kommen und als letztes gehen. So macht Messe mehr Spaß!

Wir hatten unseren. Meine Frau Ewa, hat sich in den Luftsessel verliebt und gleich eins für uns haben wollen. Solange es kein Mann ist, ist mir das egal. 

Bequem und gekauft

Und ich hab mich in das Holzrad mit Holzcampinganhänger verliebt:

Radcamping mit Woody
Innenausstattung des Woody

Glück auf und bis zur nächsten Messe, ob in Essen, Dortmund oder Gelsenkirchen. Eine kommt bestimmt!

Fotogalerie:

Wir werden zum Elch, was für eine Messe
Beichtmobil
Strandkörbe hochwertig
Grillen seit 50 Jahren mit dem grünen Ei
Elektrische Motorroller
Elektro-Harley
E-Bike Wow
Alles Käse
Ruhrfeuer vor dem Matjesbrötchen
Das letzte Matjesbrötchen

Triker Gemeinschaft NRW – Gutes Tun auf drei Rädern I +Podcast I +Videos I +Fotos

Am 23.12.22 gründeten ein paar Liebhaber von motorisierten Dreirädern die Triker Gemeinschaft NRW, um zusammen etwas Gutes zu tun. Das habe ich drei Mal schon selbst erleben können: Am Seniorenzentrum in Altenessen, bei der Bademantelchallenge machten sie mit und eine Spendentour am Weihnachtshaus Oberhausen für das Tierheim Bottrop. 

Zur Motor Show in Essen lud mich die Triker Gemeinschaft NRW zum podcasten ein. Dort konnte ich den Videopodcast mit dreien der Triker aufnehmen. Jan Fink traf ich anschließend auf der Weihnachtstour. So konnte ich alle einmal kurz interviewen, was sie antreibt mit ihren Trikes nicht einfach nur so durch die Gegend zu fahren, sondern warum sie vor allem anderen Menschen die Möglichkeit geben mit den Boom-Trikes ein kleines Gefühl der Freiheit beim Fahren zu geben und dabei Gutes tun.

Markus Gärtner und Anne Jansen waren der Start der Idee der Triker Gemeinschaft NRW. Dazu kamen letztes Jahr noch Wilhelm Holstein und Jan Fink. Alle erzählten mir auf der Motor Show Essen 2023 kurz ihren Werdegang und die Idee zu der Triker Gemeinschaft NRW. Jan allerdings konnte an dem vereinbarten Termin nicht dabei sein, aber umso besser war es ihn als Grinch bei der Weihnachtshaustour in Oberhausen als Interviewpartner zu haben.

Markus traf ich zufällig bei einer Halloweenhaus-Begehung 2022. Kurz danach hatte er mich gefragt, ob ich im Mai bei einer Seniorenfahrt in Altenessen mitmachen wolle und vielleicht das ganze filmen möchte. Ich konnte nicht widerstehen, denn ich arbeite ja seit fast zwei Jahrzehnten an älteren Menschen und wollte wissen, was sie mit denen so veranstalten auf dem motorisierten Kutschböcken. Ein Podcast zusammen habe ich danach geplant. Was konnte vom Ort nicht besser sein, als die Motor Show Essen im Dezember.

Auf das Messegelände selbst kamen sie durch eine Einladung von Andreas Steindl, dessen Vater den Zwiebelhacker erfunden hatte. Sein Sohn Andreas, hat das Unternehmen präzisiert für Präzisionswerkzeuge. Diese können so manchen Blechhaufen von Oldtimerliebhabern retten. Selbst fährt auch er ein Trike, das er dort ausstellte.

https://youtu.be/3RDCtV-O45k?si=nMUm3A3H_KFwf5y2 (wird einen kleinen eigenen Blogbeitrag bekommen, und irgendwann mehr über die Firma)

In Youtube kann der Podcast Nummer 64 mit den Trikern und mit Andreas Steindl zu sehen sein, ansonsten zu hören auf allen bekannten Kanälen

Nicht nur zur Weihnachtszeit, nein über das ganze saisonale Jahr hinaus, fahren die Triker ihre Runden für den guten Zweck. Wenn Sie für das Fahren einen kleinen Obulus nehmen, dann sammeln sie es z.B. für ein Tierheim oder anderen wichtigen Institutionen je nachdem, was sie gern machen möchten. Wichtig ist den Menschen das Lächeln in die Gesichter zu bringen

Im Podcast erzählt mir Markus Gärtner, wie er dazu gekommen ist, obwohl er schon lange mit dem Trike unterwegs ist. Er erzählt, wie er Anne Jansen kennengelernt hat und den Rest der Vierertruppe. Mittlerweile hat sie sich mit Kai aus Wuppertal auf fünf Personen erhöht, während ich diese Zeilen schreibe

Zum Gesamtvideo „Triker Gemeinschaft NRW – Gutes Tun auf drei Rädern plus Bonus – Interview mit Andreas Steindl (Interviews sind auch einzeln zu sehen)

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Markus Gärtner

Markus Gärtner lernte ich zufällig bei meiner Halloweenhausbegehung bei Kerstin Beck in Bottrop kennen. Gruseliger konnte die erste Bekanntschaft nicht werden. Der Hüne bewegte sich nicht, während ich mich laut fragte, ob der verunstaltete Zombie mit der Axt in der Hand tatsächlich echt oder unecht war. Da kam sein erstes Zucken und mir war klar: Er war echt. Er konnte es wahrlich gut. Denn er lächelte nicht und erschrak schon die nächsten hinter mir. Ich weiß erst seit dem Podcast, dass er es für ein Jahr professionell im Movie Park in Bottrop gemacht hat und Halloween immer noch eine Passion für ihn ist.

Ein paar Monate später nach der ersten unheimlichen Begegnung meldete sich Markus bei mir und fragte, ob ich im Mai bei der Trikertour um das Seniorenzentrum in Altenessen dabei sein möchte. Ich war dabei und habe darüber berichtet (Altenessen auf 3 Rädern I Mit der Triker Gemeinschaft NRW unterwegs I +Video I+Fotogalerie – Ruhrpottologe – André Brune) und war begeistert mit den Trikes nicht nur kurz mitfahren zu können, sondern auch zu sehen, wie die Senioren freudig an diesem sonnigen Tag sich den Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen.

Zum Video der Tour im Mai:

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Danach habe ich eine Bademantelchallange mitgemacht und die Triker aufgerufen mitzumachen. Natürlich haben die Triker mitgemacht! Ich bin nochmal in die Rolle eines Alzheimererkrankten geschlüpft und Markus hat seine Schauspielrolle sehr gut gemacht, um mich zum Altenheim zu bringen. Es war eine Aktion für mehr Aufmerksamkeit für diese Erkrankung mit Spendenaufruf, die in die Forschung gehen sollte von der Stiftung Demenz. (Danke fürs Mitmachen!)

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Markus ist gelernter KfZ-Mechaniker und kann am Trike wenigstens Bremsen- und Öl-Wechsel machen. Denn an die Boom-Trikes geht nicht jede Werkstatt gerne dran. Die Trikes werden in Europa nicht mehr gebaut. Ersatzteile kommen nur noch aus Amerika.

Markus nennt sein Trike liebevoll Molly, wie die kleine Lokomotive aus Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer. Das frühere Modell von seinem Vater hieß Emma, wie die Mutterlok. Vor sieben Jahren hat er Emma von seinem Vater übernommen, doch mittlerweile leider einen teuren Motorschaden. So kam das Dreirad Molly als fahrbaren Untersatz.

Markus Gärtner und seine Molly

 

Was ist die Triker Gemeinschaft NRW?

Ist eine Gemeinschaft aus vier Personen aus Anne Jansen, Jan Fink, Wilhelm Holstein und Markus Gärtner. Sie wollen Gutes tun mit ihren Trikes. Sie fahren für einen guten Zweck Senioren, Kinder und Behinderte.

Wann ist die Idee gekommen den guten Zweck in den Trikes zu sehen?

Im Sommer 2022  kam die Idee und offiziell 23.12.22 starteten sie mit der Triker Gemeinschaft NRW. Die erste Aktion war am Seniorenheim der GESOB GmbH in Altenessen. Als Weihnachtsmann verkleidet wurden Geschenke vorbeigebracht.

Anne Jansen hat Markus bei Trikefahrten kennengelernt. Sie taten sich zusammen, um alles weitere zu planen. Jan Fink kam Anfang 2023 dazu mit seinem froschgrünen Trike.

Wilhelm Holstein ist kein Triker, aber er half bei den Kinderfahrten von Biker for Kids in Düsseldorf mit. Sie lernten sich dort kennen, weil sie vor Ort mitfuhren.

Das Netzwerk ist über Facebook größer geworden und wird auch bei Fahrten von anderen Bikern unterstützt.

Weihnachten 2023 waren die Triker noch am Weihnachtshaus in Oberhausen am 16.12. Sie haben Touren um den Block angeboten für eine kleine Spende. Das gesammelte Geld von 150 € für die Fahrten haben sie dem Tierheim Bottrop übergeben.

Anne Jansen hatte, bevor sie Markus Gärtner kennenlernte, schon viele Charitys mitgemacht. Mit ihrer Erfahrung waren die beiden ein perfektes Team. Sie bauten somit den Rest auf. Wobei sie nicht lange warten mussten, denn oft sind zufällige Schicksalsbegegnungen, wie mit  Wilhelm Holstein ein weiterer Stein gefunden worden, für den weiteren Weg der Triker Gemeinschaft. Und Jan Fink mit seinem grünen Trike kam dazu mit vehementer Leidenschaft etwas mitzumachen.

Die weiteren Pläne für 2024

Fünf Seniorenheime sind in der Planung mit Trikerrundtouren ums Haus: Bei der GESOB GmbH in Altenessen, Gladbeck und Duisburg und in Essen-Borbeck und Kevelaer. Wer weiß, was noch alles kommen kann.

Markus Gärtner im Video-Interview:

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Wilhelm Holstein

Wilhelm kommt nicht aus Schleswig. Er hat fünf Jahre Münzen gesammelt mit einem einzigen Ziel: 19 kg Kleingeld mit ihm zusammen von einem Bike abgeholt zu werden, damit die gesammelte Spende den Bikern for Kids übergeben werden konnte.

Bei Facebook suchte er jemanden, der ihn mitnehmen sollte und lernte so Anne Jansen kennen. Sie nahm ihn mit auf ihrem Trike. Das erfreute Wilhelm, der selbst kein Trike besitzen kann und entschied bei den Trikern als Supporter bzw. Unterstützer mitzumachen im September 2023.

Mit den Touren und der Begegnung erfährt er mehr Lebensqualität. Er hat Spaß beim Helfen und Unterstützen bei den Trikern und beim Mitfahren. Ohne sich ein Trike zu leisten, kann er die Fahrten mit genießen ohne auf den Verkehr zu achten und eine schöne Lebenserfahrung dazu gewinnen.

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Anne Jansen

Die gebürtige Essenerin und in Kevelaer wohnende Anne Jansen war schon mal in einer Bikergruppe. Aber sie war nicht zufrieden mit der Gruppe. Sie fährt ihr Trike seit drei Jahren. Vorher hat sie es immer geliehen. Doch dann hat der Verleiher gesagt, dass es doch günstiger für sie wäre mit einem eigenen Trike.

Ein Trike leihen kostete ihr ca. 400 € von Freitag bis Sonntag plus Tanken und 500 € Kaution. Die Selbstbeteiligung liegt bei 2000 € bei einem Unfall. Während die Versicherung für ein Jahr 400 € kostet und die Steuer für Sonderfahrzeuge im Jahr sich auf 338 € belaufen. Es lag nahe sich ein eigenes Trike zu kaufen.

Anne hat das Halloweentrike mit Totenköpfen und loderndem Feueraufkleber. Sie hat sozusagen das Höllenbike mit Anhängerkupplung für die Schatzkiste, die bei den Aktionen dabei ist. Sie ist speziell beleuchtet. In der Schatzkiste stecken gespendete Artikel, wie Stofftiere oder andere Dinge für Kinder, Senioren oder Behinderte, je nachdem für wen sie die Spendentouren unternehmen.

In Kevelaer hat Anne Jansen gute Kontakte für Charitys, die sie unterstützen. Vor Ort findet natürlich immer die Triker Wallfahrt statt.

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Jan Fink

Jan ist seit einem Jahr dabei. Er konnte nur am Tag meiner Podcastaufnahme nicht auf der Motor Show Essen sein. Dafür habe ich ihn als Grinch kennengelernt bei der Weihnachthaustour, wo ich ihn kurz interviewen konnte. Er teilte mit, dass es eine tolle Resonanz auf die Trikes bei der Essener Motor Show gab.

Der selbstständige Maler und Anstreicher ist mit Herz und Seele mit seinem grünen Trike in der Gruppe. Er mag es Blödsinn zu machen und dabei Menschen, ob Jung oder Alt, glücklich zu machen.

Jan Fink mag es langsam mit dem Trike durch die Landschaft zu fahren. Sein Trike hat, wie alle anderen zwei auch einen 1,6 L Motor. Mit den 100 PS kann eine Geschwindigkeitsspitze von 160 kmh erreicht werden. Aber am schönsten ist es bei gemütlichen 80 bis 100 kmh. Die Motoren haben einen Verbrauch von 5,5 L auf 100 km. In dem Käfergetriebe der Boom-Trikes steckt ein Fordmotor, der etwas sanfter knattert als eine Harley.

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Video zur Technik der Boom Trikes

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Wer ein Trike mieten möchte, um das Fahrerlebnis am eigenen Leib spüren möchte, denn es ist anders als mit einem normalen Motorrad zu fahren, kann dies hier tun:

Trike-Vermietung und Verkauf, Touren mit Trikes und Harleys | Fun-Trike Roski, Marl

Wer bei den Trikern mitmachen möchte oder Informationen, eine Tour mitmachen oder buchen möchte, um was Gutes zu tun:

Triker Gemeinschaft NRW | Facebook – Gruppe

Triker Gemeinschaft NRW (@trikergemeinschaftnrw) • Instagram-Fotos und -Videos

Triker Gemeinschaft NRW – YouTube – Kanal

Website: https://www.trikergemeinschaftnrw.de/

Ich wünsche den Trikern noch viele schöne Touren!

Und wer weiß, was sich alles noch ergibt. Auf jeden Fall haben die Triker eine eigene Rubrik bei mir im Blog für ihre Touren bekommen. Ich werde über die ein oder andere Tour mal wieder berichten oder berichten lassen. Corinna Kirschberg ist meist als Fotografin und Pressefrau mit dabei. Danke für das Überlassen der Bilder!

Glück auf!

BILDERGALERIE von der MOTOR SHOW MESSE ESSEN 2023 (Bilder auch von Corinna Kirschberg von info-marl (DANKE!):

Anne Jansen im Gespräch
Buttons der Triker Gemeinschaft NRW
Anne Jansen
Wilhelm Holstein
Markus Gärtner
Start des Podcast mit Markus Gärtner
Markus Gärtner im Interview
Markus Gärtner auf seiner Molly
Auf dem Boom Trike
Anne Jansens Trike mit Murat Keceki alias Bane
Murat Keceki alias Bane
Alle am Trike: Anne Jansen, Wilhelm Holstein, André Brune, Markus Gärtner, Andreas Steindl
Wilhelm Holstein auf Jan Finks Trike
Im Gespräch mit Andreas Steindl von Steindl Präzisionswerkzeuge
Grinch im Interview mit Ruhrpottologe
Jan Fink alias Grinch auf Spendentour
Fotografin Corinna Kirschberg mit dem Grinch

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Kunstmuseum Eigenheim – 91 Jährige Ingeborg Ader liebt das Malen für die eigenen Wände I +Fotos

Ingeborg Ader ist 91 Jahre alt. Erst kürzlich hat sie wieder ein Bild fertig gestellt, auch wenn die Hände es nicht mehr so können. Sie ist eine von mit Sicherheit vielen Künstlern, die für die Schublade malen bzw. gemalt haben, deren Werke der Öffentlichkeit nie gezeigt wurden oder gezeigt werden. Ich ändere es mit diesem Beitrag mit ihrer Erlaubnis.

Audio – Aufnahme mit ihrer Erlaubnis:

Ingeborg Ader vor ihrem zuletzt gemalten Kunstwerk (mittig)

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum talentierte Künstler und Künstlerinnen ihre Werke nicht der Öffentlichkeit zeigen möchten. Ingeborg Ader hat mir erlaubt ihre in den letzten Jahrzehnten gemalten Bilder der Öffentlichkeit zu zeigen in meinem Blog.

Ihr Haus wirkt wie eine Galerie. Bunte Bilder, die entweder an Urlaubsorte oder vergangenen Zeiten erinnern, auch religiöse Motive hängen an den Wänden. Die Stilrichtung ist eine Mischung aus Impressionismus, Landschaftsmalerei und Naive Malerei. Das eine könnte ein Monet sein, das andere ein Chagall, aber es ist jeweils ein Ader.

Mit 50 fing Ingeborg Ader erst an zu malen. Sie hatte immer den Drang zu malen, hat es aber nie wirklich machen wollen oder können. Heute ist sie 91 und die Hände sind nicht mehr so willig, wie sie waren.

Der Lauf des Lebens macht vielen den Strich durch das Talent, was in einem schlummert. Die Erziehung von drei Kindern und einen Bergmann zu versorgen plus das Haus in Ordnung zu halten gingen vor. Da bleibt für einen selbst kaum Zeit. Doch irgendwann ist alles anders. Ingeborg Ader suchte nach einer Abwechslung. Das Malen war eine Möglichkeit aus diesem normalen Leben auszubrechen und ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen.

Von der oberen Etage bis in den Keller hängen Bilder, die auch in einem Museum hängen könnten. Ob das kleine Ölbild von Neuschwanstein oder das Abendmahl, das im Schlafzimmer hängt, neben jede Menge anderen Motiven.

Strandspaziergang der Eltern?

Ich bewundere die alte Dame, die von ihren Bildern schwärmt und fand es wichtig ihre Bilder zeigen zu dürfen. Vielleicht animiere ich dazu auch andere aus dem Schneckenhaus zu kommen. Einfach zeigen, was man kann ohne Scham. Ob es etwas wert ist spielt keine Rolle. Ob Anerkennung oder nicht, ist auch nicht wichtig. Der Wille es zu zeigen, was man aus Überzeugung macht, was Spaß macht oder Hobby ist, kann für den ein oder anderen auch zur Passion werden und sogar Berufung. Also keine Scheu!

Ingeborg Ader freut sich doch noch ein kleines bisschen Anerkennung zu bekommen von jemanden, der es wichtig findet diese Anerkennung anderen auch zu zeigen. So ist das Ruhrgebiet, so ist der Ruhrpottologe.

Sie hat ihren ersten Mann verloren an einem Tumor. Er war 24. Mit ihrem zweiten Mann und den Kindern aus der ersten Ehe hat sie eine glückliche zweite Jahreszeit fünfzig Jahre lang mit ihm gehabt.

Zum Malen kam sie über einen Krankenhausaufenthalt. Eine jüngere Patientin im Krankenzimmer war Grafikerin und Illustratorin und malte. Ingeborg Ader hat sich sehr für ihre Arbeiten interessiert. Die kranke Bettnachbarin animierte sie es doch auch mit Malen zu versuchen. Ingeborg Ader hat es sich nicht vorstellen können zu malen. Doch der innere Drang und die Neugier es auszuprobieren war größer.

Die gebürtige Essenerin fing mit Porträts an und arbeitete sich durch verschiedene Stilrichtungen. Sie entwickelte Spaß an der Kunst ohne daran zu denken die Werke zu veröffentlichen.

Erst mit meinem Besuch und meine Faszination ihrer Erzählung über die Bilder, die überall im Haus hingen, war sie bereit sich dafür zu öffnen. Bei meinem zweiten Besuch freute sie sich zu hören, dass nun ihre Freundin auf Gran Canaria die Bilder nun auch sehen kann, die sonst nur aus Telefongesprächen erfahren konnte, was tausende Kilometer entfernt in einem kleinen alten Haus einer alten Freundin so passiert.

In manchen Bildern sind schöne Urlaubserinnerungen abgebildet. Bottroper Motive sind ebenfalls zu finden. Die Hochstraße mit der Cyriakuskirche und dem Domcafé, worüber ich selbst meine Kindheit verbracht habe und groß wurde, bis ich 1995 nach Bochum zog. Wie klein die Welt doch ist.

Hochstraße mit Cyriakuskirche und Domcafe
Gaststätte Overbeckshof

Der Overbeckshof hatte immer große Hochzeiten ausgetragen. Der Stadtpark ist bis heute ein Hochzeitsmotiv, so auch ein Motiv ihrer Malarbeiten geworden.

Malen ist für Ingeborg Ader ein Hobby, aber vielleicht auch ein Festhalten schöner Erinnerungen, gerade, wenn das Leben nicht so rosig war und ein früher Tod eine Rolle in ihrem Leben spielte, der sie psychisch belastete.

Malen kann eine Katharsis sein für Menschen, ein Ausdruck, Innehalten, Meditation oder auch Mitteilen. Wer über sich hinauswachsen will, ohne einen geldlichen Hintergedanken zu haben, der kann genauso seine Bilder zeigen. Das heißt nicht, dass sie ohne Wert auch verkauft werden können, denn das wertet jedes Bild natürlich auf. Zu wissen, dass ein eigenes Bild irgendwo hängt.

Ob sie gut oder schlecht sind, das sollte niemand selbst beurteilen, denn Kunst beurteilen andere für sich. Die Betrachter entscheiden je nach Geschmack, ob es sehenswert ist oder nicht. In der modernen Kunst ist es wie mit Schuhen. Die einen sehen schick aus, sind aber nicht zu tragen. Die anderen sind klobig und nicht schön, aber sie haben eine Bequemlichkeit. So sind auch Bilder. Das eine ist für den anderen schön, mit dem anderen kann die weitere Person nichts anfangen. So ist es mit allen Dingen. Deswegen freue ich mich, dass ich die Kunst von Ingeborg Ader nach außen bringen konnte. Die Betrachter können entscheiden, ob sie es schön finden oder nicht.

Beachtlich ist jedoch trotzdem, dass Ingeborg Ader immer noch mit Freude malt. Und es ist toll, dass sie nun weltweit zu sehen ist in einer virtuellen Ausstellung bei mir dem Ruhrpottologen.

 

Aber einen bitteren Beigeschmack hat die ganze Sache, die ich entdeckt habe. Wenn Sie aus dem Haus raus muss – so hart es klingen mag: Lebendig oder Tod –  so sind die Bilder, ihre Kunst, ihre Gedankenwelt mit dem Pinsel aufgemalt in Gefahr. Sie wandern, wie so vieles, was die Nachkommen nicht selbst an die Wand hängen können oder wollen und keinen geldlichen Wert besitzt im Container und somit in den Müll. 

Ich beziehe das auf meine eigene Situation und die vieler Nachkommen. Denn es ist wichtig die persönlichen Dinge, egal in welchem Verhältnis man mit den Vorfahren selbst zu klären. Die Dinge, die ungewöhnlich sind, eine Erinnerung haben oder durch die Hand der Person gegangen ist, wohlwollend zu betrachten und genau zu überlegen, ob es doch nicht sinnvoll ist, es zu behalten oder jemanden zu geben, der Spaß daran hat. Dabei kann man mit Gewissheit sagen, dass es jemand bekommt, der Spaß daran hat, wie z.B. eben sich ein Bild aufzuhängen oder einen Kerzenständer hinzustellen oder den alten Sessel zu benutzen, die sonst alle auf den Müll landen würden.

Ich möchte hiermit einen Aufruf an die Nachkommen machen, darüber nachzudenken, ob es nicht schöner ist, diese Bilder oder einfach irgendwelche Dinge aus einem Haushalt der Vorfahren dann der Nachwelt weiterzugeben. Dieser Aufruf gilt für alle Nachkommen von talentierten Künstler und Künstlerinnen, die ihre Werke im Hausflur, Dachboden oder in der Schublade hängen und liegen haben. Vielleicht einfach für kleines Geld anbieten, das gespendet werden kann, damit es einen Wert hat. Denn jedes einzelne Kunstwerk, ob von Ingeborg Ader oder jemand anderer, der oder die für die Schublade gemalt, geschrieben, gedrechselt, gebaut, gedruckt, gestickt oder gehäkelt hat, sollte gewürdigt werden.

Es muss nicht nur ein Van Gogh überdauern, dessen Kunst zu Lebzeiten nichts wert war, sondern auch ein Stück von unbekannteren Menschen, damit sie in Erinnerung bleiben, so wie die gemalten Bildern von Erinnerungen an Urlaub, Gedanken zur Religion oder Natur von Ingeborg Ader in Szene gesetzt wurde. Und wer weiß, vielleicht ist eins der Bilder von Frau Ader in 100 Jahren 100 Mio Euro wert, wenn es diese Währung noch geben wird.

Ein besonderes Bild ist mir selbst in Erinnerung geblieben, nicht von Frau Ader, sondern von einem Künstler, der schon lange unter der Erde liegt. Ein unbekannter Künstler, ein Schlesier, der in der Nähe von Verdun im ersten Weltkrieg gekämpft hat für die Deutschen, während der Bruder auf der französischen Seite für die Unabhängigkeit Polens kämpfte. Das Bild zeigte eine zerstörte Kirche. Das Bild war grün und grau. Es strahlte eine Besonderheit aus. Irgendwie war in dieser Besonderheit eine gewisse Ruhe trotz der pausenlosen Kampfhandlungen zu sehen. 

Ich spürte, dass es eine Beruhigung für den Maler war, gerade dieses Motiv zu wählen. In den schrecklichen Kriegstagen eben an einen Gott zu glauben und ein Leben nach dem Tod statt in diesen Schlachtfeldern. Das Bild habe ich leider nie fotografiert und als ich es wollte, ist die Person, der Großneffe des Malers leider verstorben, so dass ich das Bild nie wieder sehen konnte. Er war ein Mann, der den Vater von Lukas Podolski seit Kindheit kannte und in Polen vor der Auswanderung in den 1980ern besondere Fußballer selbst trainiert hatte. Wo das Bild gelandet ist, weiß ich nicht. Doch ich hoffe, dass es eben nicht auf dem Müll gelandet ist, denn gerade dieses Bild zeigt, wie wichtig es ist, darüber nachzudenken. Ich hätte mir das Bild mit dieser Geschichte an die Wand gehängt. 

So wünsche ich Ingeborg Ader noch viel Lebenszeit, um weitere Bilder zu malen, die vielleicht der ein oder andere irgendwann selbst an der eigenen Wand sehen möchte!

Glück auf!

Bildergalerie 

Copyright Fotos André Brune – Copyright der Bilder Ingeborg Ader

Burg Eltz
Das Abendmahl
Ingeborg Ader - Aus Freude zur Kunst

Gunter Demnig, der Initiator und Künstler stellt sich vor I Stolperstein Ruhrgebiet Podcast #1 I #63 I + Fotos I + Video

Heute zum Gedenktag zur Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz kommt die neue Podcast Reihe ‚Stolpersteine Ruhrgebiet‘ . Überall in den Städten des Ruhrgebiets finden sich die Stolpersteine von Opfern des Nationalsozialismus. Diese Mitbewohner unserem vielfältigen Migrationsgebiet wurden unrechtmäßig gefangen, gefoltert, ins Exil geschickt oder in den Tod durch Erschießen, Hängen oder Vergasen.

Zum Podcast mit dem autobiographischem Wirken von Gunter Demnig (Video wird nachträglich eingebaut):

Durch die immer größer werdende Rechte Gesinnung in unserem demokratischen Land und Europa mit Sympathisanten gegenüber den Kriegsaggressoren von Terror der Hamas, vermehrten Antisemitismus oder Putins völkerrechtswidrigen Einmarsch in die unabhängige Ukraine und den seit zwei Jahren wütenden Krieg dort mit viel verbundenem Leid, ist mir der Podcast über die Stolpersteine ein wichtiges Anliegen.

Ich möchte lautstark protestieren. Möchte die Erinnerungskultur hoch halten. Damit weiter mahnen aufmerksam zu sein. Die Geschichte darf sich nicht wiederholen. Menschen mit leichtfertigen verführten Gedanken müssen aufgeklärt werden, müssen in Schranken eingewiesen werden: Bis hierhin, aber nicht weiter.

Einen Schlussstrich der Erinnerungskultur, der dunklen deutschen Geschichte von 1933-1945 mit dem verbundenen Holocaust an sechs Millionen Menschen zu machen, wie es die AfD will, wird es mit mir nicht geben!

Die Geschichte darf sich nicht wiederholen! 

Jeder Stolperstein enthält von Gunter Demnig eingraviert ein menschliches Leben, das dort, wo der Stein in den Boden eingelassen wurde, gewohnt hatte. Nachts wurden sie meist aus den Wohnungen geholt und weggebracht und nie mehr wiedergesehen. Menschen verschiedener religiöser Ansichten, ob Jude oder Zeuge Jehova, ob Homosexuell, ob körperlich oder geistig behindert, ob politisch anderer Meinung oder verschiedener Rassen, wie Roma und Sinti, wurden nach eigenen geschaffenen Gesetzen gefoltert, ins Exil befördert, stranguliert, erschossen oder vergast.

Aktuell sind durch die Correctiv-Recherche Teile der AfD, der Werteunion und der Identitären Bewegung aufgeflogen, die eine großangelegte Remigration planten in Potsdam. Sie haben in einem Restaurant gesessen unweit vom Wannsee, wo die Konferenz zur Endlösung der Judenfrage 1941 diskutiert wurde.

Gunter Demnig in Aktion (c) André Brune

Was damals durchgeführt wurde, bis zum Ende des Weltkriegs, bahnt sich erneut an ausgerechnet in Deutschland. Migranten haben definitiv Angst vor diesen Plänen. Menschen, die sich mittlerweile hier eine Familie aufgebaut, eine Arbeit gefunden und neue Freundschaften geschlossen haben, sind in den Plänen ausgewiesen zu werden.

Mit diesem Podcast und meinem Projekt sende ich lautstark meinen Protest gegen jede Art von rechter Gesinnung mit rassistischem Hintergrund mit den Stolpersteinen aus dem Ruhrgebiet, einem Städteverbund, der nur durch 170 Jahre Migration in der heutigen Form so entstanden ist. Das Ruhrgebiet ist bunt, vielfältig, offen für die Kulturen aus aller Welt. Doch auch hier schlummert der rechte Pöbel, der es nicht anerkennen will, obwohl diese Generationen zuvor ebenso von Migranten stammt.

Gunter Demnig ist ein Mann, der in seinem Künstlerdasein oft gegen das Establishment Aktionen gemacht hat, um auf Unstimmigkeiten in der politischen Landschaft aufmerksam zu machen.

Als er mit der Idee in Köln einen Stolperstein für Romas zu verlegen, gab es das Wort noch nicht. Der Kölner Verein der Romas hatte ihn darum gebeten ein Denkmal zu entwickeln. Zu sehen sind diese ersten Stolpersteine immer noch in Köln. Tatsächlich bin ich zufällig auf den ein oder anderen dieser ersten Stolpersteine im Oktober 23 gestoßen, wie im Foto zu sehen ist.

 
Rommni Stolperstein Köln (c) André Brune

Am 16.12.23 war er in Bottrop eingeladen einige neue Stolpersteine zu verlegen und am Abend über seine Laufbahn einen Vortrag zu halten. Diesen Vortrag durfte ich mit Erlaubnis von Gunter Demnig als Podcast und Video herausbringen. 

Über die einzelnen Stolpersteine berichte ich jedoch extra. Dafür ist die Rubrik Stolpersteine entstanden. Jeder Stolperstein wird in der neuen Podcast-Reihe „Stolpersteine Ruhrgebiet“ eine Extra-Folge werden. Ich widme den Opfern, die in den Stolperstein eingraviert sind in der Form von Hörspiel, Lesung, Video oder Interviews mit Verwandten, Bekannten und Initiatoren. Schweigeminuten und Putzaktionen werden stattfinden. Jeder Stolperstein, jedes zugehörige Opfer gehörte ins vielfältige Ruhrgebiet. Sie haben hier gewohnt, wahrscheinlich sind sie migriert oder hier geboren und sie wären auch hier gestorben und begraben worden, wenn da nicht die zwölfjährige Herrschaft der Nationalsozialisten mit ihrem kruden rassistischen Gedankengut genügend Wählerstimmen bekommen hätte, ihre Auslöschungsmethoden durchführen zu können, an die keiner so richtig  geglaubt hatte, als er oder sie das Kreuz auf dem Wahlzettel 1932 gemacht hatten. 

Ich möchte Augen und Ohren öffnen auch bei den Menschen, die meinen, eben gerade jetzt, es gut zu finden rechte konservative Kräfte zu wählen, die unser Grundgesetz in Frage stellen. Das Grundgesetz lässt uns in der Bundesrepublik Deutschland seit jetzt 75 Jahren demokratisch und menschenwürdig gemeinsam leben.

Wir haben eine beispiellose Meinungsfreiheit bekommen und gelernt aus den Fehlern. Aber zur Zeit werden sie massiv untergraben, vor allem im Internet. 

Ich starte mit dem Vortrag des Initiators und Erfinder der Stolpersteine Günter Demnig ohne große Worte zu verlieren. Er verdient für sein Tun zur Erinnerungskultur mehr als nur einen Bundesverdienstkreuz. So widme ich ihm zu ehren indirekt auch mit meiner Art und Weise mit dem Stolpersteine-Ruhrgebiet-Podcasts und den verbundenen Lebensgeschichten.

Der erste Podcast enthält seinen Vortrag. Irgendwann werde ich ihn auch in seinem Atelier, in der Werkstatt besuchen und darüber berichten. 

Sollte er wegen des Alters die Stolpersteine nicht mehr verlegen können, werden 15 Personen seine Arbeit weiterführen. Mehr erfahrt ihr im Podcast.

Es können bei ihm direkt Stolpersteine in Auftrag gegeben werden. 

Wer Stolpersteine initieren will kann sich bei Gunter Demnig hierüber direkt melden: www.stolpersteine.eu 

Mehr Informationen und Stolpersteine kommen nach und nach auf: 

https://ruhrpottologe.de/stolpersteine 

Twor ai ndropt ower I Foto der Woche

Twor ai ndropt ower – ist die dadaistische Form von Two Raindrop Tower aus meiner Fotoreihe „REGENSCHEIBE“. Nach dem Schnee, gab es Starkregen, der alles in wenigen Stunden wegspülte und ließ einige tolle Motive entstehen, wie jetzt hier die Essener Hochhäuser gegenüber des Arbeitsamtes.

Die Hochhäuser waren für Bottroper Anfang der 1990er Jahre ein Leuchtturm zum Cinemaxx-Kino, das mit Popcorn und gemütlichen Sesseln lockte, weil wir vor Ort keines mehr hatten, wo Bruce Willis die Bösewichte abknallte.

 

Heute nagt der Zahn der Zeit auch an diesem Kino und den Türmen. Der Regen wirkt verwässernd auf die Gebäude, die alle ums Überleben kämpfen. Vieles hat sich in 30 Jahren geändert. Gegenüber hat der Limbecker Einkaufstempel eröffnet und die Innenstadt ausbluten lassen. Auch in dem Gebäude stehen viele Ladenflächen leer.

Das Cinemaxx hatte derzeit auch die Kinolandschaft durcheinandergewirbelt. Die Lichtburg jedoch trotzt jeder Krise und lädt immer gern zu besonderen Premieren ein. Es ist auch ein besonderes Kino.

In den 1970er Jahren waren hier auch meine Kindheitshelden Bud Spender und Terence Hill. Sie fraßen in Essen, wie in Vier Fäuste für ein Halleluja. Die Türme hätten auch Zwei Türme für ein Halleluja heißen können.

Mal sehen, was die Sonne uns nächste Woche für schöne Ruhrpottfotos schickt. Obwohl ich für ein paar Tage in Belgien bin.

Ort: Limbecker Platz, Essen

Kamera: #samsung23ultra

© André Brune

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Demonstrationen gegen Rechts in Bochum und Bottrop mitgemacht I Podcast #62 I +Fotos I +Videos I +Correctiv-Link

Nach den Veröffentlichungen der Correctiv-Recherche von den geheimen Plänen von Mitgliedern der AfD, Identitären und der Werteunion, ist es wichtig zu demonstrieren gegen Rechts, gegen die AfD, gegen die Planungen von „Remigration“, gegen das Heraufbeschwören des dunklen deutschen Kapitels der Geschichte mit seinen 60 Mio Toten und 6 Mio vergasten Juden, Sinti, Roma, Homosexuelle, körperlich und geistig Behinderten!

Es wurde Zeit! Zu lange wurde geschwiegen und den Populisten Raum gelassen.Nie wieder ist Jetzt! Für mich FÜR IMMER ! Deswegen habe ich einen Podcast zu den Demos gemacht, denn das Ruhrgebiet ist Bunt, ist Vielfalt, lebt Migration seit Mitte des 19. Jahrhunderts und wäre nicht das, was es heute ist! Deswegen auch eine Aufgabe eines Ruhrpottologen!

Ich nahm an zwei unterschiedlich organisierten Demonstrationen in Bochum und Bottrop teil. In Bochum, meiner Wahlheimat, organisierte am 19.1.24  die „Vereinigten der Verfolgten des Naziregimes“ – Bund der Antifaschisten und Antifaschistinnen eine Demonstration für 500 Menschen, die mit knapp 15000 Teilnehmern den Rahmen sprengte, aber friedlich nach der Kundgebung durch die südliche Innenstadt ging. Einen Tag später war vom „Bündnis Buntes Bottrop“ eine Kundgebung in meiner Heimatstadt Bottrop mit besonderen Reden vom Oberbürgermeister und Migranten, die vieles für das Ruhrgebiet und ihrer Heimatstadt tun und ihre Ängste zu hören. Im Podcast können die Kundgebungen weitgehend gehört werden in ihrer Unterschiedlichkeit, aber mit gleichen Gedanken gegen Rechts.

 

Zum Podcast:

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BOCHUM – die Demonstration der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes

Bei der Kundgebung wurde das Erstarken und die Beweggründe der Identitären Bewegung mitgeteilt, die bei der Geheimen Sitzung in Potsdam teilgenommen hat. Am Ende der Demonstration konnte man ein DINA 4 – Heft mitnehmen, in der diese Bewegung erklärt wird, die in Bochum ebenfalls zu finden ist.

Es wurde die Ampel-Regierung kritisiert, die der AfD in die Hände spiele mit den neuen Gesetzgebungen und damit auch das Asylgesetz aushebele. Sie forderte auf, alle Fahnen der politischen Parteien nach hinten zu gehen. Alle nationalen Fahnen wurden ebenfalls verboten, was deren Recht auch war, auf der von ihnen organisierten Demonstration. Nach einigen Buhrufen wurde es murrend akzeptiert. Niemand ging, sondern zog mit den tausenden Menschen gen Schauspielhaus und zurück.

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Der geheime Plan sieht vor rein rechnerisch fast 25 Mio Menschen zu deportieren oder als „kleines Übel“ hinfort zu fegen. Die Herkunft wird nach einer erneuerten Rassengesetzgebung von 1935 eingebaut in die deutsche Gesetzgebung. Darin wird auch Inklusion wieder rückgängig gemacht, Homosexualität verboten, Menschen ohne deutschen Pass oder als Doppelpass zurück in die Heimat geschickt. (Da wäre meine Frau dabei als Polin, die hier Steuern und Sozialbeiträge zahlt, wie soviele Migranten, egal welcher Herkunft!)

In der Kundgebung wurde Björn Höcke kritisiert

Der Fraktionsvorsitzende der AfD in Thüringen Björn Höcke redet von wohltemperierte Grausamkeit und erwähnt eine „Wendezeit“. Zitat: „Wenn einmal die Wendezeit gekommen ist, machen wir Deutschen keine halben Sachen.“

Ein paar Volksteile zu verlieren, die schwach oder nicht Willens sind, ist für ihn keine große Problematik, sondern ein kleines Übel. Ein Mensch, der im Westen der Bundesrepublik Geschichte studiert hat und einen Schlussstrich unter dem Holocaust und seine Erinnerungskultur ziehen will, hat in der heutigen deutschen politischen Situation nichts, aber auch gar nichts zu suchen.

Leugner der Geschichte

Wer Auschwitz verleugnet, auch wenn drei Mal der Hahn gekräht hat, der hat in meinen Augen nicht die Anerkennung als Politiker, sondern gilt für mich als ein Hetzer, der hinter Gittern gehört.

 

Er wählt seine Worte mit Bedacht, nutzt aber alte Wörter aus dem Nationalsozialistischen Propagandaapparat. Er sammelt Menschen um sich, die scheinbar selbst nicht an die 12-jährige blutige Geschichte glauben oder es verherrlichen. Alles Fake-News wird behauptet. Dokumentationen der öffentlich-rechtlichen Medien sind Lügenpresse etc

Aufruf zur Verantwortung gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus

Es wurde aufgerufen zu einem Zusammen- und Dagegenhalten als Gesellschaft, während die weiße Dystopie geplant wird mit Deportation und einem neuen Reich. Wir haben die Mittel und die Kraft. Wir müssen uns organisieren. Gründet Gruppen, geht in Freizeit- und Kulturvereinen, politischen Bewegung, um gegen die Wurzeln des Faschismus zu kämpfen. Sprecht mit Familien, auf der Uni, in der Schule darüber. Wenn die Opfer des Nationalsozialismus Nie wieder Faschismus sagen, dann ist das die Mutter aller Verantwortung der heutigen Zeit.

Die geheimen faschistischen Pläne sehen laut Correctiv-Recherche vor: Zuerst Geflüchtete, dann mit Menschen mit regulären Aufenthaltsrecht, anschließend mit Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft, die nicht in das Weltbild der Faschisten passen. Wir sind alle hier versammelt, weil wir gemeinsam gegen den Faschismus kämpfen wollen.

Nie wieder ist jetzt! Wir kämpfen schon lange gegen die Ausgrenzung und Entrechtung der Menschen, wurde in Bochum kundgetan. Es folgt ein immer größer werdender Ruf nach mehr Abschiebung und Abschottung. Es geht um Einteilung, wie in Auschwitz. Links die gebraucht werden für die Wirtschaft, rechts für die wir nicht brauchen, obwohl sie verfolgt werden in ihrem Land, falls sie zurück müssen. Es findet seit langem eine Verrohung bei den Diskussionen statt.

Ich war in Auschwitz. Dort sind mehr als 5 Mio Menschen vergast, gefoltert, getötet mit Schußwaffen, einfach verhungert oder an Krankheiten gestorben. Ist das die Zukunft einer demokratisch gewählten Partei, die unsere Demokratie wegwischen will, aber sie bewusst nutzt, um gewählt zu werden, wie es schon die NSDAP gemacht hat, um an die Macht zu kommen?

Video und Statement zur Bochumer Demonstration vom 19.1.24:

Demo Bochum 19.1.2024 – YouTube

Statement OB Eiskirch zur geplanten Demonstration | Stadt Bochum

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Nähere Infos zur Demonstrations-Organisatoren, die auch Führungen zu Bochumer Unrechtsorten anbietet:

VVN-BdA Bochum | Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (vvn-bda-bochum.de)

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Bottroper Demo vom „Bündnis Buntes Bottrop“

Die Bottroper Demonstration am 20.1.24 war eine reine Kundgebung, kein Marsch durch die Stadt.

Video vom Anfang der Demo:

https://www.facebook.com/reel/7087779477981636

Auf dem Podium gab es verschiedene Redner und Rednerinnen, die ihren Unmut und ihre Ängste zu den geheimen Plänen mitgeteilt haben.

Bevor Oberbürgermeister Bernd Tischler eine Rede über die politische Situation hielt, hat der Sprecher des Bündnis Buntes Bottrop Jürgen Buschfeld die Kundgebung mit markigen Worten eröffnet. Oberbürgermeister Bernd Tischler war begeistert von der Anzahl der Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Kundgebung.

https://www.facebook.com/reel/7087779477981636

Er prangerte das Unwort Remigration an und erinnerte an dunkle Zeiten von 1933 bis 1945 an, wo rechte Kräfte durch ihre politische Gesinnung Menschen verfolgt haben.

„Wir sind heute hier zusammengekommen, um absolut klar und deutlich  zu machen, dass wir nicht  zulassen werden, das sich sowas wiederholt und nochmals passieren kann. Wir sind mehr, wir sind lauter, gegenüber die, die unsere Demokratie angreifen.“

Oberbürgermeister Bernd Tischler von Bottrop

Er sagte, dass man aktiv wachsam und wehrhaft bleiben muss, um sich gegen solche Angriffe zu verteidigen. Unsere Demokratie, wie wir sie kennen und schätzen, muss geschützt werden. Er zählt in seiner Rede auf die Bottroper und Bottroperinnen in der Mehrheit, dass sie dann wissen, was zu tun sei.

 

Anschließend sagte aus persönlicher Sicht die Moderatorin und Kreisgruppengeschäftsführerin von der Paritätische Andrea Multmeier, dass ihre Mutter, geboren um Zeitpunkt der Machtergreifung Hitlers zur Demonstration mitkommen wollte.

„Ich weiß, wie die Nazis sind, wie sie waren und ich habe die Zeit nach dem Krieg erlebt,“  sagte die Mutter von Andrea Multmeier in einem Interview mit der Projektmitarbeiterin Sofia Prusko nach der Veranstaltung.

„Schön, dass du da bist, Mama!“ sagte Andrea Multmeier sichtlich bewegt. Das Publikum begleitete das mit tosendem Applaus die Worte. Ich hatte einen Klos im Hals, weil ich an meine vor einem Jahr verstorbene Mutter gedacht hatte, die wahrscheinlich genauso hier gestanden hätte, wenn sie noch leben würde.

Andrea Multmeier las anschließend den Artikel 1 aus dem Grundgesetz vor, dass dieses Jahr 75 Jahre alt wird. Der Artikel 3: Alle Menschen sind gleich vor dem Gesetz (…) wurde von ihr auch nicht ausgelassen.

„Wir wissen das doch alles,“ sagte sie. Aber scheinbar wisse es ein Teil der Gesellschaft nicht mehr.  Anschließend bat sie Dana Rashid von der Caritas Bottrop, Hüriyet Yilmaz von der Arbeiterwohlfahrt Gelsenkirchen Fettah Timar, Vorsitzender von der Gesellschaft Deutsch-Kurdische Freundschaft, Irfan Durdu Rechtsanwalt und Arbeitgeber in Bottrop auf die Bühne. Sie alle haben einen Migrationshintergrund und sind tragende Säulen im Arbeitsleben, in der Familie und im gesellschaftlichen Alltag im Ruhrgebiet.

Multmeier fragte: “ Was ging euch durch den Kopf, als ihr von der Correctiv-Recherche gehört habt?

Durdu: „Das kanns wirklich nicht sein. In welcher Dreistigkeit an einem öffentlichen Ort in einer Gastronomie getroffen wird und dort bespricht, wie man Abtransporte organisiert. Mir fehlen die Worte.“

Fettah Timar: „Ich bin 1971 eingereist nach Deutschland. Ich habe alle Etappen der deutschen Geschichte mitbekommen. Anfang 2000 konnte man merken, wie Menschen schlechter behandelt wurden. Die Menschen, die hier hin gekommen sind, haben auch beim Aufschwung geholfen. Wir müssen wach werden. Wir müssen die Gesellschaft aufklären. Wir müssen die Angst ernst nehmen. Man muss aufhören mit AfD-Politik Stimmen zu gewinnen. Wir sind mehr als Ihr!“

Hüriyet Yilmaz aus Gelsenkirchen: „Ich komme aus einer Bergarbeiterfamilie. Meine Heimat ist Deutschland. Kindergarten, Schule und Studium habe ich hier absolviert. Ich begegne Menschen, die Angst haben, dass sie bald abgeschoben werden oder ihre Rente verlieren, obwohl sie hier seit Jahrzehnten leben und gearbeitet haben.“

In einem Dialog, den sie erlebt hatte mit ihrer deutschen Nachbarin, sagte sie, dass die Nachbarin Angst habe vor der AfD. Sie habe den Krieg und das ganze Elend miterlebt und fragte Hüriyet, wieso sie zur Kundgebung nach Bottrop gehe.

„Ich zeige meine Haltung. Ich sage meine Meinung. Ich sage, hier ist meine Heimat,“ antwortete Hüriyet darauf. Die Nachbarin sagte daraufhin: „Ich möchte das nicht noch einmal erleben. Sag auch für mich auch NEIN in Bottrop.“

„Wenn Sie an die Zukunft ihrer Kinder denken. Gehen sie wählen. Machen sie das Kreuz an der richtigen Stelle,“  sagte Hüryiet Yilmaz, bevor Dana Rashid von der Caritas das Mikrofon übergeben wurde.

Dana Rashid: „Ich bin in den 1990er mit den Eltern geflüchtet. Ich bin Muslimin. Mein Kind geht hier zur Schule. Wir entscheiden, wie wir hier leben wollen. Wir lassen uns von niemanden vorschreiben, wo wir leben.“ Das Leben zusammen ist bunt und bringt eine Bereicherung für alle, sagte sie.

Dana Rashid wirkt betroffen

Alle vier Redner und Rednerinnen forderten mehr Verantwortung, auf Migranten zugehen, sie kennenlernen, sich zu öffnen für die Kultur, wie sie leben, junge Menschen müssen wählen gehen, sich der Verantwortung bewußt sein, in der auch sie stehen werden für die nächste Generation. Ein Zeichen jeglicher Art gegen Rechts muss gesetzt werden. Die Gesellschaft muss erkennen, was es für Deutschland bedeutet, wenn jetzt nicht NEIN gesagt wird. Es muss mehr Aufklärung stattfinden. Debatte um Debatte für mehr klare Linie gegen Rechts.

Vor dem Ende der Kundgebung sprach noch die Vorsitzende des Jugendparlamentes von Bottrop Sinem Alpugan: „Wie kann es sein, dass Feinde der Demokratie, mit Hass gefüllten Menschen mit rassenideologischen Gedankengut sich zusammentreffen, um unglaubliche Pläne zu schmieden, wie man in großen Teilen diese Gesellschaft loswerden könnte. Dies passiert in einem Land, wo fest verankert im Grundgesetz steht, dass die Würde des Menschen unantastbar ist.“

 

Jürgen Buschfeld – Sprecher von Bündnis Buntes Bottrop

Vor ein paar Jahren hat sie sich nicht vorstellen können, auf der Bühne zu stehen. Sie hat einen türkischen Migrationshintergrund. Sie kennt Bottrop als eine Stadt in der viele Kulturen und Religionen aufeinandertreffen. Hier wird der Mensch als Mensch gesehen, nicht mehr und nicht weniger. Das friedliche Zusammenleben. Wenn es heute heißt, dass ich meine Stimme erheben muss, dann bin ich dafür bereit. Ich weiß auch, dass die Jugend von Bottrop bereit ist für die gemeinsame Zukunft zu kämpfen und in Zukunft die Demokratie von ihren Feinden zu bewahren, so die weiteren beachtlichen Worte von Sinem Alpugan.

Sie bat darum, dass Hass und Hetze die Gesellschaft nicht spalten darf.

Sinem Alpugan, die Vorsitzende des Jugendparlaments von Bottrop

„Wenn wir es nicht tun, verliert nicht der Einzelne, sondern die Allgemeinheit den Kampf gegen Rechtsextremismus. Lasst uns gemeinsam dagegen vorgehen. Für eine offene und Menschenfreundliche Gesellschaft.“

Als Letztes sprachen die Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche. Sie bedankten sich für das Zeichen für Vielfalt, Toleranz und Demokratie, wofür die Veranstaltung steht.

Folgende Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren auf dem Podium der Kundgebung:

Moderation: Andrea Multmeier (Kreisgruppengeschäftsführerin von der Paritätische) und Jürgen Buschfeld (Sprecher Bündnis Buntes Bottrop). Redner waren Oberbürgermeister Bernd Tischler, Sinem Alpugan, die Sprecherin vom Bottroper Jugendparlament (Die YOU.PA-Mitglieder | Jugendparlament Bottrop), Dana Rashid, Hüriyet Yilmaz, Fettah Timar, Irfan Durdu, Pfarrer Neumann, Pfarrerin Anke Büker-Mamy der katholischen und evangelischen Kirche von Bottrop.

Links:

Bündnis Buntes Bottrop – Für eine Stadt ohne Rassismus (buendnis-buntes-bottrop.de)

Kontakt: Der Paritätische Bottrop (paritaet-nrw.org)

Zeitungsbericht der WAZ Bottrop:

Kundgebung gegen Rechts in Bottrop: „Wir sind mehr als ihr“ – waz.de

Zur Correctiv-Recherche:

Geheimplan gegen Deutschland (correctiv.org)

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Auch der Wirtschaft wired langsam  bewußt, was es bedeutet, wenn die AfD mit ihren möglichen Gesetzen an die Macht kommen würde, so warnt der BDI-Präsident Siegfried Russwurm eindrücklich vor den Worten der AfD. Sie sei nicht nur für die Wirtschaft eine Gefahr, sondern für die gesamte Gesellschaft. Die Zugehörigkeit dürfe nicht vom Nachnamen abhängen, sagte er in einem Interview im Handelsblatt.

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Link:

Rechtsextremismus: BDI-Präsident Russwurm warnt mit deutlichen Worten vor der AfD (handelsblatt.com)

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Lange genug wurde die AfD mit ihren skandierenden Sprüchen gegen die „Altparteien“, gegen jede Form von Freiheit von Religion, sexueller Gesinnung und Flüchtlingen zugelassen.

Durch das Akzeptieren dieser gefährlichen politischen Linie, wurde der Geist der Nationalsozialisten wieder hoffähig gemacht, die heute nicht in Uniformen, sondern in schicken Anzügen mit hässlichen Krawatten auftrumpfen wollen.

Lange genug wurde eine Partei so akzeptiert, die nur eines im Sinn hat: Macht an sich zu reißen, den Staat in ihrem Sinn umzubauen, um dann Europa in ihrem Sinn zu zerstören. Nichts anderes, was Putin so oder so will und das in seiner Form mit Sicherheit unterstützt. Nichts anderes, was der eventuelle neue alte Präsident der USA Donald Trump unterstützt, weil er alles, was gegen ihn spricht als Fake, als Lüge bezeichnet. Wir müssen klare Kante zeigen! Lügen müssen Lügen bleiben! Wahrheit muss Wahrheit bleiben! Das ist die Verantwortung eines jeden einzelnen von uns Bürger und Bürgerinnen und liegt nicht in der Hand der Mächtigen!

Es ist eine Politik hoffähig gemacht worden, die in den 1920er Jahren eine Menschheit in den nächsten Weltkrieg gezogen hat.

Meine Mutter hat als Kind den Krieg erlebt. Als die Bomben in der Ukraine fielen, hatte sie Angst um die Zukunft bekommen. Auch das Erstarken der AfD schürte in ihr und ihrer Generation, die in den 1930er Jahren geboren wurden und die Herrschaft der Nationalsozialisten am eigenen kindlichen Leib erleben mussten neue Ängste. Sie haben das Leid, den Tod und das Elend von Bomben, Bunkerleben und Hunger erlebt.

Zu ihren Ehren und ihrer Generation deren Eltern geschwiegen haben und angeblich nichts von den Greueltaten der Nationalsozialisten wußten, gehe ich nicht nur auf diese Demonstrationen. Sie sind im Ruhrgebiet wichtig. Nicht nur aus dem Grund eröffne ich am 27.1.24, dem Gedenktag zur Befreiung von Auschwitz an die Opfer der rassistischen Ideologie die neue Podcastreihe „Stolperstein Ruhrgebiet“.

Wenn eine Partei alles dafür tut, besonders eindeutig in den sozialen Medien, die öffentlich-rechtlichen Nachrichten als Fake und Lüge anzusehen, ist sie dann nicht verfassungsfeindlich?

Ist die Welt der AfD eine heile weiße Welt mit schicken Blazern und braunroten Krawatten?

Sicherlich kann sich jeder streiten und diskutieren über die üblichen Regierungen. Was ist schon in diesem Land gelaufen? Es fehlt an Geld an allen Ecken und Kanten. Die Infrastruktur ist marode, die Bildungssysteme sind veraltet, die Schulen kaputt, Lehrer fehlen, aber das hat nichts mit den Flüchtlingen zu tun.

Das ist die Sparpolitik gewesen als die Bankenkrise kam. Statt in den Zinsniedrigphasen Geld in die Hand zu nehmen und zu investieren in die Zukunft, wurde gespart. Dann kam Corona und gleichzeitig wurden die Zinsen erhöht. Der Schuldenturm erhöhte sich wieder. Trotzdem muss investiert werden. Die Ampel-Regierung trägt die Kommunikation sehr unglücklich nach außen, macht aber vieles in kurzes Zeit, was lange Brach lag. Doch das nutzt die AfD als neues Feindbild. Sie tut alles dafür in der Regierung gerade die Grünen am meisten durch den Kakao zu ziehen. Dennoch sind es alle „Altparteien“, die hinweggefegt werden sollen.

Was will die AfD wirklich?

Ich kann und will nicht schweigen als ein Mensch, der ohne Humor nicht seine Beiträge hier im Blog macht. Ich will nicht schweigen, weil ich die Geschichte in der Schule hatte, Museen und Erinnerungskultur besucht habe, die Stolpersteine sehe, Bücher lese und Dokumentationen schaue. Es ist mir wichtiger denn je als Mensch aus dem Ruhrgebiet zu erklären, wie wichtig Migration hier ist, weil ohne Migration kein Ruhrgebiet entstanden wäre.

Ohne Migration wäre das größte Industriegebiet in Deutschland nicht entstanden. Niemals wäre diese bunte Vielfalt von Menschen aus aller Welt, ihre Religion und ihre Essgewohnheiten hier nie gelandet.

Niemals würde es die schönen Zechensiedlungen geben. Die Fördertürme, die Kumpelhaftigkeit, die man heute so nicht mehr nennt, weil der Bergbau geschlossen wurde. Die Regierung ist nicht verantwortlich dafür, dass der Bergbau geschlossen wurde. Es ist der teurere Marktpreis der deutschen Kohle gewesen, die schon in den 1990er Jahren zu sehen war. Eine weitere Subventionierungsunterstützung kam nicht in Frage. Sicherlich auch ein Grund, was schwierig ist, in der Situation der unabhängigen Energiewirtschaft, als Deutschland sich von Russland durch das Gas abhängig zu machen.

Niemals wäre der Ruhrpott bei aller Probleme und Schwierigkeiten der Ballungsraum aus Kulturen nicht das, was es heute ist. Diese vielfältige Identität wollen andere zerstören.

Mal ganz bewußt und banal gedacht:

Was würde denn passieren,

wenn alle deportiert werden würden nach einer erneuten Einführung einer überarbeiteten Fassung der Rassengesetze von 1935? Nehmen wir nur dann das neu definierte Ruhrgebiet als Beispiel:

Leere Straßen, noch mehr geschlossene Läden, geschlossene Krankenhäuser und Altenheime, fast keine Gastronomie. Kein Lieferando, kein Paketdienst für Internetgeschäfte, kein Straßenbau, Häuserbau oder Obst- und Gemüseladen, noch weniger Handwerker und Lehrer etc

Alles würde zusammenbrechen. Niemand würde profitieren außer die Menschen in ihrer Genugtuung, die meinen, dass mit ihren „Germany First“ Gesetzen alles war, wenn sie es durchgeführt haben.   

Ein Beispiel: Meine Frau ist Polin, d.h. ich bin mit einer Ausländerin verheiratet. Wird eine Ausnahme gemacht oder muss sie nach Polen zurück. Muss ich mit auswandern? Oder werden wir in ein Konzentrationslager gebracht, wo wir dann an Hungers sterben, damit ein Exempel statuiert wird.

Diese Worte, die ich hier schreibe, können auch eine andere Bedeutung bekommen, wenn sich die Verfassung ändert, weil es manche so wollen. Wenn die Meinungsfreiheit eingeschränkt wird, dann heißt es:

André Brune hat gegen die Partei gehetzt, Gefängnisstrafe, KZ etc ist im Ermessen der neu eingesetzten Richter und Gesetztmäßigkeiten. 6 Monate bei Wasser und Brot oder 5 Jahre Konzentrationslager oder Ausweisung?

Was geht in den Köpfen dieser rechten Menschen um? Und warum folgen so viele dieser Partei?

Wegen Unzufriedenheit mit der Demokratie? Wegen Unfähigkeit der Regierungen, die im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten arbeiten? Was will eine Partei, die alle bisherigen Errungenschaften wieder rückgängig machen möchte oder hinwegfegen, wie es immer gesagt wird. Die Freiheit und den Frieden in ganz Europa abschaffen?

Aber es ist mir wichtig, gerade die Migration des Ruhrgebiets hochzuhalten. Fast jeder von hier hat Wurzeln aus anderen „Volksgruppen“, ob Pole, Russe, Ukrainer, Tscheche, Ungar, Österreicher, Holländer, Belgier, Franzosen, Italiener, Kroate, Kenianer, Serbe, Slowene, Spanier, Portugiese, Chinese, Iraner, Kurde, Jordanier, Araber, Ägypter, Syrer, auch Amerikaner, aus Nord- oder Südamerika kamen hier hin in den letzten 170 Jahren her, um das Ruhrgebiet, zu gestalten in ihrer jetzigen Form. Sie alle haben friedlich mit den Deutschen zusammengelebt und den „Ruhrpott“ zusammengerührt.
Natürlich gab und gibt es hier auch immer schon Faschisten, aber im Ruhrgebiet haben sie nicht die Erreichbarkeit bei der Mehrheit der Bewohner. Auch ich habe polnische, ukrainische und französische Wurzeln, habe Verwandte in Holland. Was würde das für eine Situation geben? Wahrscheinlich wäre ich einer der ersten wegen meiner öffentlichen Aussagen, der geprügelt, gefoltert, erschossen oder aufgehängt werden würde an der nächsten Laterne. Meinungsfreiheit ist das höchste Gut nach der Niederlage des Nationalsozialismus 1945. Aber die Meinungsfreiheit wird ausgenutzt eben von Menschen, die genau da hängen geblieben sind. Sie meinen frei äußern zu können, dass es Auschwitz nie gab. Sie meinen, dass alle Flüchtlinge Verbrecher sind, sie meinen, dass die „Altparteien“ nicht mehr wählbar sind.

Nach der Machtergreifung ist genau das passiert: Gleichschaltung der Gewerkschaften, der Vereine, der politischen Strukturen. Wer dagegen war, kam in ein Konzentrationslager. Menschen wurden von heute auf morgen mundtot gemacht. So würde es jedem ergehen, wenn solche Parteien in die Regierungsverantwortung kommen, die Verfassung aushebeln und das Grundgesetz missachten, das 2024 nun 75 Jahre alt wird.

Die AfD hat oft genug im Bundestag und vor allem im Internet klare Ansagen gegen die jetzige demokratische Grundordnung. Sie untergräbt jeden Tag mit vielen Helfershelfern in Kommentaren, im Teilen und Liken im Internet die freiheitliche Demokratie, weil sie dort in den Sozialen Medien durch die dadurch erzeugte freiwillige Erhöhung der Reichweite mehr Zuspruch mit einfachen angstmachenden und polemisierenden Sprüchen und Ki-gesteuerten Bildern, nicht nur die Wahrheit so reproduzieren, dass die Wahrheit als Lüge darstellt, sondern auch die Lüge als Wahrheit darstellt. Ein gefährlicher Prozess, die kaum nachprüfbar ist.

Zu behaupten, man ist demokratisch gewählt worden und dann die Demokratie nicht zu achten, sondern eben abzuschaffen, dass ist 1933 schon einmal gelungen und sie kann wieder gelingen, wenn wir alle als Gesellschaft weiter schweigen, ignorieren und akzeptieren, was die 20% der deutschen zumeist unwissentlich glauben besser zu wissen statt genauer hinzusehen. Diese 20%, deren Unmut und Unzufriedenheit doch mal der AfD zumuten wollen, weil sie sehen möchten, was sie kann, ist gefährlich. Diese 20% können eigene Richter stellen, den öffentlich-rechtlichem Fernsehen eigene Personen infiltrieren, können in vielen Hierarchien Gleichgesinnte einstellen lassen. Ein Björn Höcke als Ministerpräsident in Thüringen würde vieles im Land so verändern, dass kaum noch Möglichkeiten zur Normalität der Gesetzmäßigkeiten zu sehen sein werden. Es wird eine Untergrabung aller demokratischen Errungenschaften werden. Ein Höcke als Ministerpräsident wird das Land Thüringen in ein Kleinod des Rechtsextremen werden lassen. Er wird definitiv versuchen alle bisher freiheitlichen Errungenschaften zu zerstören und für die Machtübernahme in anderen Bundesländern als Vorbild vorbereiten. All das haben die Deutschen schon erlebt. Es wird ein Machtkampf auf höchster Ebene werden.

Es ist ein Irrglaube, der 1945 eben genau in Ruinen endete. Wir wollen nicht in Ruinen enden, aus der unsere heutige Demokratie entstanden ist, sondern wir wollen sie mit Europa gemeinsam gestalten in Frieden und Freiheit.

All diese Gründe, wie auch das Wissen, dass viele damals gesagt haben, das haben wir nicht gewußt, ist für mich ein Ansporn die Erinnerungskultur hochzuhalten. Ich gehe zur ein oder anderen Demonstration, wie es meine Zeit erlaubt.

Ich starte nun den Podcast Stolpersteine Ruhrgebiet am 27.1.24. Darin wird die Erinnerungskultur auf eine neue Art dargestellt. Gestartet wird mit zwei Vorträgen. Der erste Vortrag wird von dem „Stolperstein-Erfinder“ Gunter Demnig sein. Die Geschichte des Künstlers und wie es dazu kam. Im zweiten Podcast, der in zwei Teilen geteilt werden wird, ist ein Vortrag der Holocaust-Überlebenden Eva Weyl aus Amsterdam, die als Kind im Konzentrationslager von Westerbork war und nachts die Abtransporte mitbekommen hat, die nach Auschwitz gingen.

Sie hat es überlebt und berichtet, so lange sie kann, über diese Erfahrungen, die ich hiermit auch für die Ewigkeit festhalten möchte.

Jeder Stolperstein, den ich bei Ausflügen sehe, wird fotografiert und bei Gelegenheit anschließend dokumentiert, gelesen, als Hörspiel oder Schauspiel verarbeitet werden.

Dazu sind alle, die das unterstützten möchten, herzlich eingeladen mitzumachen. Bitte kontaktiert mich diesbezüglich!

Zunächst gehe ich kurz auf die Demonstrationen ein, die sehr unterschiedlich waren als Kundgebung. In Bochum war es ein antifaschistischer Verein, der mit 500 Demonstranten gerechnet hat. Am Ende der Veranstaltung wurde von ca. 15000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen von Seiten der Polizei gesprochen, in der WAZ schrieb man von 13000 Menschen. Egal, wie hoch die Anzahl in Bochum war, sie war hoch und ich war mittendrin.

Die Kundgebung vor dem Marsch durch die Stadt über das teilnehmende Schauspielhaus mit all ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ging es zurück zum Hauptbahnhof. Unter den Eisenbahnbrücken, die in vielen verschiedenen Sprachen, die in Bochum von Zugezogenen zu hören sind, steht in Lichtröhren „Willkommen“.

„Ob Ost, ob West, nieder mit der Nazipest“ wurde skandiert. Grundgedanke ist das gefährliche Einnisten rassistischer Informationen, die unsere reale Welt als „Fake-Welt“, als Lüge darstellen. Donald Trump, der ehemalige Präsident der USA, der das Capitol, also die amerikanische Demokratie, stürmen ließ, dafür aber nicht vor Gericht gestellt wird, und bald wieder Präsident sein kann, hat die Rechten in der Welt eine Stimme gegeben.

Jede noch so kleine Wahrheit ist für die rechten Kräfte eine Lüge. Sie bauen sich ihre Welt, so wie sie es möchten. Und Trump ist der Trumpf für die Zukunft, genauso wie der russische Präsident es schafft mit seinen Lügen Nazis in der Ukraine zu bekämpfen, die Nazis in Deutschland paradoxerweise auf die Seite der russischen Kriegsargumente zu ziehen um sie zu unterstützen.

„Widewidewit, mach mir die Welt, wie es dir gefällt.“ Ein Kinderbuchspruch aus Astrid Lindgrens Pipi Langstrumpf ist absurderweise zu einem Leitspruch rechter Gesinnung geworden. In Deutschland ist sie durch die „Willkommenspolitik“ von der Bundeskanzlerin Angela Merkel hoffähig gemacht worden und seitdem stark untermauert mit unzähligen polemischen Sprüchen auf Bundeswahlplakaten der AfD und im Internet.

Die schnellere Abschiebung ganzer „Volksgruppen“, wird kritisiert. Auch die jetzige Ampel-Regierung bekommt ihr Fett weg. Kritisiert wurde das kürzlich verabschiedete Gesetz der schnelleren Abschiebung, Verurteilung von Rettungskräften auf dem Meer oder an den Grenzen zu hohen Haftstrafen verurteilt. Das ist ein gefährlicher Schulterschluß mit der AfD, die seit Jahren von sofortiger Abschiebung redet. Es ist wichtig, sich auch diese neutrale Meinung der antifaschistischen Organisation anzuhören. Es ist wichtig, dass die Identitäre Bewegung als eine rechtsradikale Hetzorganisation verboten wird und rechtlich verfolgt wird. Erst recht nach diesen Veröffentlichungen nach der Recherche, die von AfD-Sympathisanten, wen wunderts, als Lüge, Fake und KI-Gesteuerte Falschmeldung im Internet tituliert werden. Mein Video zur Podcastaufnahme wurde sogar kommentiert mit dem Hinweis, dass alle Anwesenden nur 150 gewesen sein sollen und als Statisten bezahlt worden sind. Auch ich hätte daran Geld verdient.

Man liest das und denkt: Wie hohl sind die eigentlich?

Ich gebe dazu immer eine Antwort. Egal, welche negativen Kommentare kommen. Ich nehme mir die Zeit, um zu zeigen, dass ich diese Kommentare nicht akzeptiere. Ich kommentiere, weil sie die Reichweite rechter Gesinnung vergrößern. So ist die Algorhytmus-Welt der Sozialen Medien von Facebook, Instagram, Tiktok und Co.s

Hier der Link zum Video von Tiktok mit den entsprechenden Kommentaren:

https://vm.tiktok.com/ZGerXLLEn/

Nie wieder ist jetzt. Für mich für immer! 

Dafür kämpfe ich laut. Meinen Humor und meine anderen Dinge werde ich weiter machen, wie bisher, aber ich lasse meine politische Meinung nicht dahinter. Ich bekenne mich klar und deutlich gegen Rassismus, gegen die Haltung der Partei AfD, gegen jede Art von rassistischer Politik. Das ist und bleibt in mir und wird es immer bleiben durch die Erfahrungen der alten Generation, die als Kind Leid und Schweigen der Eltern mitgemacht haben. Ich werde nicht schweigen!

Bildergalerie von der Bochumer Demonstration

 

Bildergalerie von der Bottroper Kundgebung und Demonstration

Nieder mit der AFD I Veranstaltungshinweis aus Überzeugung

Wichtige Veranstaltung für die Gegenwehr gegen Rechts!

Nicht nur wegen der kürzlich veröffentlichten investigativen journalistischen Veröffentlichung von Correctiv, ist mir die Partei, als politisch Interessierter seit ich denken kann, ein Dorn im Auge und mit ihren Strömungen von Rechts eine zwar demokratisch gewählte Partei. Sie hat aber mehr vor als nur Regieren, sondern den Umbau des Staates und die Zerstörung der Europäischen Union, die für Frieden, Freiheit und Wohlstand gesorgt hat, bei aller Problematik der Bürokratie, die dort herrscht.

Im kürzlich veröffentlichten Beitrag von Correctiv wurde eindeutig was die AFD vor hat. Egal, welche Regierung herrscht. Sie wird immer Zielscheibe sein für die AFD bis sie selbst regiert und „aufräumt“. Dazu darf es nicht kommen!

Hier ist der Beitrag von Correctiv:

Geheimplan gegen Deutschland (correctiv.org)

Die Befürchtung, dass die Partei auch von Seiten Russland mitfinanziert wird, habe ich schon lange. Sie ist gegen weitere Waffenlieferungen in die Ukraine und eine Annäherung an Putin, der nur eine Zerschlagung der Europäischen Werte vor hat und mit Autokratischen Kräften, nämlich der AFD die Situation in Deutschland zu einem Bürgerkrieg führen möchte. Er denkt nicht in Legislaturperioden, wie deutsche Politiker, sondern in Jahrzehnten.

Wenn wir nicht aufklären und gegen Rechts aufstehen, dann steht dieses Land und Europa vor der Situation, wie es schon 1932 der Fall war, als die NSDAP ebenfalls davon sprach eine demokratische friedliebende Partei ist, die nur den Juden alles in die Schuhe schieben möchte, um einen Verantwortlichen für den verlorenen ersten Weltkrieg, sowie der anschließenden wirtschaftlichen Katastrophe von Inflation und Weltwirtschaftskrise mit einhergehenden hohen Arbeitslosenquoten, zu haben.

Das Ergebnis kennen wir. Wenn solche Denkmuster wieder populär sind und ein Schlußstrich unter der Geschichte des Holocaust gezogen wird, haben sie gewonnen. Das darf nicht passieren, deswegen rufe ich auch in meinem Blog auf gegen Rechts zu demonstrieren.

Ab dem 27.1. wird der erste Teil einer Holocaust – Überlebenden die Stolperstein-Rubrik eröffnen. Mit dieser Rubrik will ich die Geschichte der Stolperstein-Menschen näher bringen und immer gegen Rechts einen Hinweis machen um Augen zu öffnen und darüber zu diskutieren.

Als Ruhrgebietler bin ich selbst eine Mischung einer Einwanderung aus Schlesien, Polen, Ukraine und wahrscheinlich auch Frankreich. Ich bin mit einer Polin verheiratet und hatte eine erste Ehe mit einer Tschechin. Ich habe meinen Horizont geöffnet als ich selbst Parteipolitik gemacht habe und den Osten kennengelernt habe.

Nur ein Miteinander, Respektieren einander, egal welche Religion oder Region die Menschen angehören. Jeder hat ein Grund zum Migrieren. Ich will mich nicht regieren lassen von einer Partei, die das Verfassungsgericht unterwandern kann, Gesetze aushebeln wird und Menschenverachtend handelt. Einmal demokratisch von „Wutbürgern“ gewählt, wird die AFD alles tun, um noch mehr Einfluss zu gewinnen.

Sie wird die Europäische Union, ihre Werte und die deutsche Demokratie auf die Waage legen und zerlegen, das war und ist von Anfang an ihr Ziel!

Im Bergbau war jeder ein Kumpel, egal welcher Hautfarbe. Alle hielten zusammen! Wenn gestreikt wurde, standen alle da, ob Türke, Pole, Italiener, Deutscher, Serbe, Kroate und haben um mehr Lohn gekämpft.

JETZT SIND WIR DIE KUMPELS AUF DEN STRASSEN UND KÄMPFEN FÜR FREIHEIT UND WIDERSTAND GEGEN RECHTS!

AUFSTEHEN ! JETZT IST ES UM SO WICHTIGER DENN JE !

 

Schneefahrerei I Foto der Woche

Schneefahrerei ist das Foto der Woche. Sie fing mit Schneefall an und wird wahrscheinlich mit Regen enden.

Seit Jahrzehnten liegt Schnee nie länger als zwei Wochen im Ruhrpott.

Schnee ist im Ruhrgebiet eine Seltenheit geworden. Die Klimaveränderung ist hier sehr stark zu sehen. Ältere Menschen erzählen, wie hart die früheren Winter waren. Pferde trugen Jutesäcke um ihre Hufen, damit sie es warm hatten, um über die verschneiten und kalten Flächen heil ans Ziel zu kommen.

Kinder hatten ganze Straßen für sich, da kaum Autos fuhren. Sie glitten mit ihren Schlitten und machten Schneeballschlachten auf den leeren Straßen. Heute sind die Kinder alt und trauen sich nicht auf die matschigen vereisten Straßen, die vollbeparkt sind und jede Menge Schlaglöcher haben, wo man im Schnee versinken kann. Bücken für einen Schneeball ist wegen Bandscheibenvorfall meist auch nicht mehr drin. Mit diesen Menschen über die tollen Schneezeiten von früher zu sprechen, wird immer seltener.

Deshalb begegne ich dem Schnee, der hier selten fällt, sehr positiv und freue mich über jede Flocke, die für wenige Stunden liegen bleibt. Weil es vielleicht bald keinen mehr geben wird.

Die Aufnahme ist neben weiteren innerhalb einer Minute entstanden und durch meine Autofrontscheibe fotografiert worden. Es gehört mit dem wegfließenden Tropfen einer ehemaligen dicken Flocke zur Fotoreihe „Regenscheibe“. Sie ist mir in den Regentagen der letzten Woche eingefallen und wird hier im Blog nach und nach zu entdecken sein mit Geschichten zu den Orten der Aufnahme.

Der Titel „Schneefahrerei“ und das Foto mit den wegfahrenden oder auch stehengebliebenen Autos habe ich mit leichter Ironie gewählt. Denn im Ruhrgebiet ist es so:

Entweder du steigst ins Auto und musst da durch, was du nicht kannst. Fährst übervorsichtig, hältst den Verkehr auf oder fährst mit dem tiefergelegten Karren mit fetten Winterreifen zu schnell und landest im Graben. Beides hat damit zu tun, dass im Ruhrgebiet nur Bergehalden sind und Schnee seltener liegt als im Sauerland, wo die Menschen mit Schnee klar kommen, wenn er fällt. Hier wird er auch durch den Autoverkehr schnell grau bis schwarz. Unschön und matschig. Wenige erfreuen sich, sondern trauen sich nicht mal raus. Dabei ist die Winterluft so herrlich und der dumpfe bis stille Ton von verschluckenden Geräuschen im Schnee ist meditativ.

Fotografiert habe ich es auf der Spechtstraße von der Oberhausener Seite aus. Diese Straße hat eine Besonderheit im Ruhrgebiet. Dort kommt zwei Mal die Müllabfuhr in einer Woche, jedoch einmal für die Oberhausener und dann kommt die Bottroper für deren Seite. Sie teilt sich auf in den Regierungsbezirk Düsseldorf auf Seiten Oberhausens und dem Regierungsbezirk Münster auf Seiten Bottrop.

Ich war für 1 Stunde in einem Haus. Als ich zurück kam, war der Schnee schon verschwunden.

Hier ist er festgehalten in einem besonderen Moment der Schneefahrerei, die ich zu dem Zeitpunkt auch hinter mich bringen musste.

Ort: Spechtstraße, Oberhausen/Bottrop

Kamera: #samsung23ultra

© André Brune

 

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Sehenswerte Foto-Ausstellung #meinegrüneinfrastruktur I Grüne Industrieregion aus den Augen von Fotografen im Haus Ripshorst mit einem Bild von mir I +Video I +Fotos

Im Sommer rief der RVR, der Regionalverband Ruhr zu einem Fotowettbewerb in Instagram auf. Die Gewinner der Ausschreibung sollten in einen Kalender für 2024 zusammengefasst werden und in eine Ausstellung im RVR – Begegnungszentrum Haus Ripshorst kommen. 

Der Hintergrundgedanke von Wettbewerb #meinegrüneinfrastruktur ist der Strukturwandel des grauen Ruhrgebiets zur grünsten Industrieregion der Welt. Die Fotografien sollten sich im Motiv damit auseinandersetzen und zeigen, wie grün es hier wirklich ist, trotz Bebauung und Industrie. Ein Foto von mir landete auch in dieser besonderen Foto-Ausstellung.

Kalender Perspektiven aus der Metropole Ruhr

Mein Foto hat es wegen der vertikalen Variante leider nicht geschafft in den Kalender zu kommen, weil alle Kalenderfotos horizontal sein sollten. Dennoch war meins neben weiteren sieben Fotografien so gut, dass sie in der Ausstellung zum Kalender auch ausgestellt wurden.

Ich bekam eine Einladung zur Vernissage, die von der Beigeordneten für den Bereich Umwelt und Grüne Infrastruktur beim Regionalverband Ruhr Nina Frense mit einer schwungvollen Rede eröffnet wurde. Wobei ich gestehen muss, dass ich mit meiner Frau nur die letzten Sätze mitbekommen habe. Durch den Stau und den Umweg um 16 Uhr pünktlich zu sein, kam ich mit meiner Frau erst um 16.35 Uhr an.

Wir haben wenigstens die letzten Worte und den Spieß mit Tomaten mit Fetakäse nicht verpasst, der mir natürlich nach dem Einschmieren mit Balsamicoessig über den Daumen rollte und meine Hand total verschmierte.

Mit anwesenden Fotografen und Fotografinnen konnten anregende Gespräche geführt werden, wie sie entstanden sind. Um 18 Uhr löste sich die Gesellschaft im Dunkeln auf.

Ein kleine Video und ein paar Fotografien der Ausstellung sollen hier eher den Besuch des Haus Ripshorst in Oberhausen anregen, das in einer schönen grünen Landschaft liegt und über die Natur im Ruhrgebiet aufklärt. Aus dem nebenan stehenden Honighaus kann Honig gekauft werden.

VIDEO zur Ausstellung:

Ruhrpottologe Andre Brune (@ruhrpottologe) • Instagram-Fotos und -Videos

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Über die Geschichte des Hauses Ripshorst berichte ich ein anderes Mal. Es ist ein altes Gutshaus aus dem Mittelalter. Ein Besuch lohnt sich definitiv, um sich die Fotos von nahem anzusehen und durch das Grün zu laufen.

Ich war bewegt ein Foto dort von mir liegen zu sehen und bedanke mich in dieser Form nochmal bei dem Regionalverband Ruhr, dass ich dort auch mit einem Bild vertreten bin.

Ich komme auf jeden Fall zur Ausstellung nochmal und schau mir bei einer Wanderung um das Gelände alles genauer an, denn es war nass und dunkel, als wir herauskamen.

Mein Foto von der Hummel an der Schiene im Westpark in Bochum ist dafür in meinem Bochumer Kalender 2024 gelandet.

Die Ausstellung geht bis zum 21.4.2024.

Mehr Infos zur Ausstellung vom RVR im Link:

Fotoausstellung #MeineGrüneInfrastruktur – Perspektiven aus der Metropole Ruhr (rvr.ruhr)

Alle am Wettbewerb teilgenommenen Fotografien sind hier zu bestaunen:

#meinegrüneinfrastruktur auf Instagram 

Kalender im Shop bestellen:
Meine Grüne Infrastruktur Kalender 2024 (rvr.ruhr) 

Adresse:

Ripshorster Str. 306 – 46117 Oberhausen

Tel: 0208-8833483

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Öffnungszeiten:

Di-Fr 10-16 Uhr

Wochenende 10-13 / 13.30 – 16 Uhr

Eintritt ist frei!

Glück auf!

FOTOS aus der Ausstellung:

Haus Ripshorst im Dunkeln (c) André Brune

Adresse und Infos:

Haus Ripshorst (rvr.ruhr)

Mein Bild in der Ausstellung:

 

Ein Mann sieht Orange I Nolin Wischermann Art Ausstellung Orange.Bottrop in der Pop-Up-Galerie I +Video I +Short I +Fotos

Ein Mann sieht Orange – Die Kunst, eine Farbe ins Spiel zu bringen – Eine Ausstellung der besonderen Orange

Nolin Wischermann vor seiner Ausstellung Orange.Bottrop

Nolin Wischermann liebt seine Heimatstadt Bottrop, aber noch mehr die Farbe Orange. Im Jahr 2022 hat er gemeinsam mit Ralf Opiol und Konstantin Karras den Bottrop.Art.Award ins Leben gerufen, um Bottroper Künstlern einen Preis zu verleihen, den es in dieser Form zuvor nicht gegeben hatte. Mittlerweile mutierte er zum Bottroper Kunstpreis.

Von den ausgestellten Künstlern angesteckt, begann er in seinem Atelier mit Farbspraydosen zu experimentieren und erschuf erste Graffitibilder.

Er drückte auf den Sprühknopf, drehte die Bilder, ließ die Farbe vor dem Antrocknen noch etwas zerfließen und schuf so einzigartige Kunstwerke. Diese wirken wie fliegende Luftballons, Stecknadeln auf einem Kopfkissen oder ein variabler Stadtplan mit buntem Baumbestand. Orange und Grün sind dabei die vorherrschenden Farben.

Short zur Ausstellung:

https://youtube.com/shorts/2AoXQFbMMC8

https://youtube.com/shorts/2AoXQFbMMC8?si=tFvQcx6AQ3eZVxVU

Video zur Ausstellung

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Pop-Up-Galerie in Orange.Bottrop

Die ungewöhnlichen Titel wie „Homogenität“ und „Heterogenität“ regen die Fantasie dazu an, etwas anderes zu sehen. Geht es um Gene, Genialität oder  Genitalien? 

Es lohnt sich also, genauer hinzuschauen, um zu verstehen, was sich Nolin Wischermann überlegt hat, auf die Leinwand zu sprühen.

Homegenität (c) Nolin Wischermann
Heterogenität (c) Nolin Wischermann
 

Im Bild „Aufstieg“ ist deutlich eine zerfließende Treppe zu erkennen, während am Horizont die Sonne scheint. Das Leben mit seinen Erfahrungswerten zerfließt am Punkt ins Nirgendwo. Ein blasses Gedächtnis oder ein Schatz beim Aufstieg ins Nichts. Unten irritiert ein orangefarbener Streifen, der seitlich nach links fließt. Er kann den Einfluss von außen oder den Beginn eines neuen Lebens symbolisieren. Muss es aber nicht.

Aufstieg (c) Nolin Wischermann

In der Reihe „orange.art“ dominieren die Farben Orange und Schwarz. Hier wird mit den Farben und dem Hintergrund gespielt. Betrachter mögen es schön finden oder nicht, es einordnen können, sich etwas vorstellen oder einfach kopfschüttelnd weitergehen.

orange.art #02 (c) Nolin Wischermann

Das Kreuz in „#03“ hat in der Mitte einen zerfließenden, braunen Sprühklecks bekommen. Ist es ein rostiger Nagel, der vielleicht die Kirche in ihrer jetzigen Form kritisiert, als rostige, alte, verkommene Institution oder einfach nur ein Verbindungsstück? Fantasien und Interpretationen sind keine Grenzen gesetzt.

orange.art #03 (c) Nolin Wischermann
 

Im Bild „#04“ fällt sichtlich ein oranger Komet durch das dunkle Weltall.

orange.art #04 (c) Nolin Wischermann

Die Graffiti-Kunst von Nolin Wischermann ist eine Suche, die nicht klar abgegrenzt ist. Punkte sind eingegrenzte Kreise, aber sie zerfließen nach außen.

graffiti.art untiteld #078 (c)Nolin Wischermann

Das Spiel mit Grün oder Braun zeigt auf manchen Bildern einen Wald oder Hirnströme, die in schwarzen Wellen über den orangefarbenen Hintergrund fließen und zerfließen. Ein orangefarbener Komet fliegt durch den schwarzen Weltraum oder eine orange Raupe zerfließt auf einem unscharfen dunklen Hintergrund.

Extrovert (c) Nolin Wischermann

Punkte, die zerfließen, lassen sich prägen. Punkte sind ein Schlusspunkt, setzen jedoch beim Künstler keinen, sondern geben die Möglichkeit ein anderes Ende zu überlegen. Damit zeigen die Bilder, dass nach einem Punkt auch ein Weitermachen und Weiterdenken möglich ist.

orange.art #06 (c) Nolin Wischermann

Ein zerfließendes Kreuz ist nicht das Ende. Die geometrische Form aus der Mathematik zeigt ein Ende, Kunst zeigt einen Neuanfang und die Unendlichkeit der Wahrnehmung und Farbkonstellationen. Ein Gedankenstrich, der zerfließt, ist ein flüchtiger Gedanke. Mehrere Punkte in verschiedenen Farben können je nach Herkunft der Gedanken aus der Dunkelheit Licht bringen oder umgekehrt. Die Bilder sind in der Tat eine Herausforderung für die Betrachter, aber sehenswert. Sie stehen für den Anfang einer Kunstform, die Nolin Wischermann irgendwann auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt machen kann.

graffiti.art untitled #057 (c) Nolin Wischermann

Orange ist Nolins Lieblingsfarbe und wurde zu seinem Markenzeichen, ähnlich wie andere Künstler bestimmte Farben, einen roten Faden oder wiederkehrende Symbole in ihre Werke integrieren. Es entstanden bereits bekannte Werke wie „Aufschwung“, „Wagemut“ und „Gegenwehr“, die nicht nur in der Popup-Galerie hängen, sondern auch schon in der Jahresausstellung des Josef-Albers-Museum Quadrat 2022 zu sehen waren.

Bilder aus der Jahresausstellung im Museum Quadrat 2022

In kurzer Zeit hat Nolin Wischermann durch einen Kunstvirus über 150 Motive geschaffen. Ein kleiner Teil davon ist nun in der Popup-Galerie ausgestellt worden. Er wollte sich selbst beweisen, dass er mehr kann. Stadtbekannte Motive, bei Sonnenschein fotografiert, hat er mit einem orangefarbenen Horizont verfremdet. Orange füllt den Hintergrund städtischer Denkmäler, bekannter Skulpturen und der Rathausturm.

orange.sky von Nolin Wischermann

Blaue Himmel werden durch Orange ersetzt, was die Fotos wie Szenen vom Mars wirken lässt. Orange dominiert die Fotografien, verleiht den Motiven aber eine wärmere Wirkung und spiegelt sie in einer anderen Originalität wider. Das Grau der Stadt und die negativen Aspekte der letzten Jahre werden farblich in den Bildern ad acta gelegt. Die Bilder erwärmen die Wände schon beim Betreten der Ausstellung in der Popup-Galerie in Bottrop, Hansastraße 17.

Eingangsbereich Popup-Galerie

Manche denken an die 1970er Jahre, in denen Orange- und Brauntöne vorherrschten und vor einigen Jahren als Farbe in Kleidung, Wandfarbe oder Wohnmöbeln, wie zum Beispiel einem Stressless-Sessel, wiederbelebt wurden. Die Farbe wertet langweiliges Weiß mit einem Knall auf. Orange ist auch meine eigene Lieblingsfarbe, nicht umsonst trage ich eine orange Alltagsbrille. Ich war beeindruckt von der kurzen Zeit der intensiven Auseinandersetzung mit seinen Ideen, der Umsetzung und der Farbnutzung in seinen Bildern.

Die Fotos aus seiner Serie „orange.sky“ zeigen klar, wo sein Herz hängt: seine Heimatstadt und die Farbe Orange. Orange.Bottrop ist auch der Aufhänger der Ausstellung. Nolin Wischermann kommt aus dem Marketingbereich und hat klare Vorstellungen darüber, was mit seinen Bildern gemacht werden kann. Auf Bierdeckeln oder größeren quadratischen Kacheln, dem Ehrenbürger Josef Albers gewidmet, hat er seine Motive drucken lassen, um sie als kleine Bilder in die Wohnungen der Bottroper zu bringen für kleines Geld.

Verkaufstisch von Nolin Wischermann

Zusätzlich hat Nolin Wischermann in seiner vierwöchigen Ausstellung acht Gastkünstler eingeladen, die alle die Aufgabe hatten, die Farbe Orange in die Motivsuche einzubeziehen.

orange.sky (c) Nolin Wischermann

Das Bild von Fabian Skowronek zeigt mit einer orangefarbenen Krone einen bekannten Rapper, der einen Traum gelebt hat (@ivematic).

it was all a dream (c) Fabian Skowronek
it was all a dream (c) Fabian Skowronek

Ralf Opiol hat in seiner neuesten Collagenarbeit eine eher traurige Stadtgeschichte in einen kleinen Rahmen gebracht: Der Aasgeier, das Apothekenzeichen, ein orangefarbener Krebs und das Wort „Stadt“ sagen alles über den Skandal des Apothekers aus, der noch in Haft sitzt. „Haftnotiz“ hat in einem kleinen Rahmen den kompletten mehrjährigen Skandal geschafft. Ein Bild, das innerhalb der Ausstellung als erstes verkauft wurde und mit Sicherheit noch für Aufsehen sorgen wird (@metropiol).

Haftnotiz (c) Ralf Opiol Metropiol
Haftnotiz (c) Ralf Opiol Metropiol

Fabian Mende hat auf dem Weihnachtsmarkt von Münster oranges Licht fotografisch eingefangen. Das Foto zeigt die Spiegelung eines Baukrans oder einer Weihnachtsbude. Doch beim Betrachten sind es, wie der Titel schon sagt, Treppen in Reflektion. Oder einfach Stairways to Heaven/Treppen zum Himmel?  (@der.mende).

stairs in reflection (c) Fabian Mende
stairs in reflection (c) Fabian Mende

Caro Kernspecht zeigt auf ihrem Bild eine im orangefarbenen Horizont endende Landstraße. Das kann das Ende sein oder ein Weg nach rechts oder links, den wir im Leben wählen können. Am Horizont gibt es immer eine Wahl zu sehen. Oder einfach nur der Sonnenuntergang am Firmament. (@caro_._art).

Caro Kernspecht vor ihrem Kunstwerk
orange hour (c) Caro Kernspecht

Gilda Bräuer stellt in ihrem Rahmen die Frage „Would all this be true, if I didn’t care for you?“. Kunstvoll wird ein Stück Jeansstoff mit orangefarbendem Garn eingerahmt  auf dem die Frage „Wäre das alles wahr, wenn ich mich nicht um dich kümmern würde?“ Eine private oder eine politische Frage? Die Antwort liegt in der Kunst die Frage selbst zu beantworten. (@gilda_braeuer).

i didn´t care (c) Gilda Bräuer

Marcel Häselhoff hat auf vier orangefarbenen Bierdeckeln das alte Bottroper und das Kirchhellener Stadtwappen, das Tetraeder und Rathaus in schwarz verewigt (@marcel_hazel_1990 / @the.hazel.perspective).

orange Bottrop Orange Kirchhellen (c) Marcel Häselhoff

Carsten Breuer führt seine Motivauswahl des Hollywoodkinos fort. Auf seinem türkisorangenen Bild ist nicht leicht erkennbar Meryl Streep, die wie Mephisto die Betrachter anschaut. Ich konnte sie jedenfalls nicht sofort erkennen. Aber das Bild zeigt mir eine wandlungsfähige Schauspielerin, die ihresgleichen sucht. Dennoch hat das Bild keinen Titel.  (@carstenbreuerarts).

untitled (c) Carsten Breuer

Am Schaufenster stehen benutzte orangefarbene Sprayflaschen des Künstlers.

Spraydosen von NW

Insgesamt handelt es sich um eine sehenswerte Ausstellung, die noch bis zum 31. Januar läuft, mit verschiedenen Aktionen und einem Künstlerdialog.

Öffnungszeiten:

  1. Januar 9-13 Uhr + 20-22 Uhr Bottroper.Bier & Kunst mit DJ timo k
  2. Januar: 9-13 Uhr
  3. Januar: 9-13 Uhr Kaffee & Kunst
  4. Januar: 18-21 Uhr Künstlerdialog
  5. Januar: 10-15 Uhr Sunday.session
  6. Januar: 18-20 Uhr finissage
Orange.Bottrop
Anwesende Gastkünstler um Nolin Wischermann (von links: Marcel Häselhoff, Ralf Opiol, Fabian Skowronek, Nolin Wischermann, Fabian Mende, Gilda Bräuer, Caro Kernspecht)

Wer von Orange nicht genug bekommen kann und sich für Zuhause Bottroper Motive mit Sonnenuntergangsstimmung an die Wand hängen möchte, kann über 150 Motive auf der Internetseite finden: https://nolinwischermann.art. Dort gibt es Drucke der Fotografien auf 5 mm Leichtschaumplatten in den Größen 10×10 cm, 20×20 cm und 30×30 cm in der bekannten Sonnenuntergangsstimmung sowie in Schwarz-Weiß.

Oder vielleicht wird es ja auch ein Graffiti-Bild das die Fantasie anregt und auf der langweiligen Wand farbliche Muster versprüht.

Glück auf – Farb klecks!

FOTOS

Stefan Hütte alias @bottblick getroffen
Ralf Opiol erklärt sein Bild
Widmung meinerseits im Gästebuch