Revierkunst 2026 – Kreative Visionen in der Henrichshütte Hattingen I +Fotos I +Video mit Interviews

Seit 2012 gehört Revierkunst zu den wichtigsten Messen für zeitgenössische Kunst im Ruhrgebiet, die in historischer Industriekulisse im Revier gezeigt werden. Diesmal waren es 600 Werke von 77 Künstlern auf 3000 m² im Gebläsehaus der Hattinger Henrichshütte, dort wo einst Hochöfen glühten und Stahl produziert wurde.

Jede Stilrichtung war so unterschiedlich bis ungewöhnlich, auch nachhaltig und regte zum Nachdenken an. Ich war zum ersten Mal da, wollte einfach nur gucken, doch dann konnte ich nicht anders und hab bis der Akku alle war, spontan Interviews geführt. Mir ging es nicht um die Tontechnik, sondern um die Begeisterung einzufangen:

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Als wir die historische Henrichshütte in Hattingen betreten, wird schnell klar: Die Revierkunst ist weit mehr als eine klassische Kunstausstellung. Zwischen den gewaltigen Industriehallen begegnen sich Vergangenheit und Zukunft, Industriekultur und moderne Kunst, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung. Der Rundgang ist eine Entdeckungsreise durch die Gedankenwelt von Künstlerinnen und Künstlern, die das Ruhrgebiet mit ihren Werken bereichern.

Bisher war ich noch nie dort, weil sich das zeitlich nicht ergeben hat. Meine Frau Ewa war ebenfalls begeistert. Wir trafen dort eine bekannte polnische Künstlerin, die wir aus der Bochumer Deutsch-Polnischen Gesellschaft kennen.

Monika Natalia Mazur (rechts) stellte ihre großen gehörnten Portraits vor. Da sie in Italien lange Zeit lebte, nennt sie diese Werke Cornuti. Im übertragenen Sinne ein Hahnrei. Die gehörnten Frauen, die in der Ehe betrogen wurden.


Chronik der Revierkunst

Einer der wichtigsten Messen für zeitgenössische Kunst in Deutschland ist die Revierkunst im Ruhrgebiet geworden. Die Kulisse ist immer eine ehemalige Industrieanlage, um die Kunst auf eine besondere Weise erlebbar zu machen.

2012 – Der Anfang

In der Zeche Carl war der Startschuss mit dem Ziel Künstler und Künstlerinnen aus dem Ruhrgebiet eine Plattform zu bieten und sie über den Ruhrpott hinaus bekannt zu machen. Mit dem historischen Kontext der Industriekultur wurde das zu einer großen Kunstmesse, die Galeristen und weitere Künstler und Künstlerinnen anzog, um auszustellen und auch gekauft zu werden.

Revierkunst wurde zur Marke in Sachen Kunst im Ruhrgebiet und zog Besucher aus Nah und Fern an. Sie war unter anderem in der Rotunde, dem „Alten Katholikenbahnhof“ in Bochum 2013 und 2014.

In den zwei darauffolgenden Jahren wurde das Alte Museum am Ostwall für drei Tage genutzt, weil das Haus durch den Umzug der expressionistischen Werke ins Dortmunder U umgezogen ist. Der Abriss drohte, doch es wurde durch eine Bürgerinitiative verhindert. Heute ist das Bauhaus – Archiv seit 2016 drin.

Von 2017 bis 2020 wurde in der Hertener Zeche Ewald in den Räumen der Schwarzkaue, Lohnhalle und Lampenstube  auf 2000 qm eine Kunstzone.

Seit 2021 ist es nun regelmäßig in dem LWL-Museum Henrichshütte in Hattingen in der Gebläsehalle, der alten Maschinenhalle und den darunterliegenden Katakomben mit einer Gesamtfläche von 3000 qm.

10000 Menschen arbeiteten auf dem riesigen Gelände. Heute kommen an einem Wochenende nochmal diese Anzahl zusammen, um Kunst zu bestaunen.


Revierkunst – Wo Industriekultur auf zeitgenössische Kunst trifft

Zwischen harter Arbeit, Rauch und Ruß entstanden schon früh besondere Kunstwerke, die über das Ruhrgebiet hinaus bekannt wurden. Viele Künstler sind über die Grenzen auch berühmt geworden. Kunst und Industrie passte immer schon ins Ruhrgebiet. Durch den Strukturwandel zwischen den stillgelegten Industrieflächen von ehemaliger Kohleförderung und Stahlherstellung entsteht, wie aus einem Phoenix aus der Asche ein Kessel Buntes. Der große Reiz in der Henrichshütte ist die lebendige Kunstszene vor Ort, die bei diesem Kunstevent zeigt, wie eng Kunst, Arbeit, Leben im Ruhrgebiet beieinander liegt und wie es miteinander verbunden ist.

Kunst anders erleben

Bei „Revierkunst“ werden nicht die sterilen Ausstellungshallen genutzt, sondern außergewöhnliche Orte der Industriekultur, die gleichzeitig eine Bühne für die zeitgenössische Kunst werden. Einst ratterten Maschinen und die Stahlkappenschuhe schlurften über den harten Betonboden. Heute laufen in schicken Schuhen und Sandalen Menschen aus allen Altersklassen durch die heiligen Hallen ehemaliger Arbeit und schauen sich Skulpturen, Malereien, Fotografien, Installationen und digitale Kunst an.  

Dabei wird die industrielle Kulisse ein Teil des Kunsterlebnisses vor verrosteten Hebeln, Rohren und analogen Anzeigen. Die modernen Kunstwerke werden zu einem starken lebendigen Kontrast zur alten toten Industrie. Hier werden Entdeckungen gemacht, wie bei einem Chemielaborant, der neue Elemente für das Periodensystem im Reagenzglas findet.

Die kreative Seite des Ruhrgebiets

Revierkunst ist eine Bühne für die Kunstschaffenden der Region und darüber hinaus. Sie ist eine Plattform, um sich einem breiteren Publikum zu zeigen, als in einer kleinen Galerie. Hier ist das Zeigen und Gesehen werden ein wichtiger Schritt für alle Teilnehmenden zwischen Tradition und Innovation auf zu neuen kreativen Höhen. Kunst zum Anfassen, lebendig und nahbarer als es bei den vorhandenen klassischen Museumsräumen der Fall ist.

https://findart.cc

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Industriekultur als Inspirationsquelle

Die Themen sind vielfältig: Wandel, Identität, Arbeit, Migration oder das Verhältnis von Mensch und Umwelt. Die industrielle Vergangenheit dient dabei häufig als Inspirationsquelle. Gleichzeitig zeigen zahlreiche Arbeiten den Blick in die Zukunft und verdeutlichen, wie vielfältig sich das Ruhrgebiet heute präsentiert.

Entdecke die kreative Seite beim kulturellen Aushängeschild des Reviers

Das Revier hat sich in den letzten 150 Jahren immer wieder neu erfinden müssen. Revierkunst bietet jährlich eine Verbindung der Geschichte, aus Vergangenheit, Gegenwart und auch die Zukunft. Wer das Ruhrgebiet verstehen möchte, sollte nicht nur Fördertürme und Halden besuchen, sondern auch die kreative Seite entdecken, auch wenn man nicht viel für Kunst übrig hat. Es macht Geschmack auf mehr Kunstlandschaften, die das Ruhrgebiet bunter gemacht haben und das Ruhrgebiet mit den ein oder anderen Veranstaltungen über die Region hinaus Beachtung schenkt.

Mehr Infos:

https://revierkunst.com

Instagram: @revierkunst

Facebook: revierkunst

Der Gang durch die Ausstellung in der Henrichshütte

Auf ging es durch die erste Halle nach der Schlange an der Kasse, die ein ständiger musealer Bereich ist, den ich immer noch nicht besucht hatte. Ein paar Treppen höher stachen mir schon Superhelden ins Auge, die ich mag: Superman und Batman, aber in einer anderen comichafter Form, als ich sie kenne. Ein dickgewordener Superman, der auf seinen Bierbauch stolz ist und darauf erstmal eine Dose Red Bull trinkt. Darauf zu kommen sie mit modernen Problemen zu mixen und sie entsprechend normal wirken lassen, fand ich genial. Oder was ist, wenn Pippi Langstrumpf plötzlich Drogenabhängig werden würde. Es wäre nicht mehr die heile Kindheitswelt, die wir von Astrid Lindgren kennen, sondern die Hoffnung, dass sie aus dem Sumpf wieder rauskommt. Von Batmans 50 Shades of Grey mit Catwoman wollen wir gar nicht erst diskutieren. Haben Superhelden eine spezielle Form von Sexualität oder gar keine? Sebastian Kaufhold aus Bochum hat auf jeden Fall einen richtigen Riecher in Sachen Umgang mit dem Mainstream auf ironische satirische Weise.

Es folgte ein Fotokünstler, der zum vierten Mal dabei war. Michael Grigat setzt sich zeitkritischen mit der  Gegenwart auseinander.

Die Fotos aus der Reihe „Der Ewige Kreis“ zeigt ein Muster. Er reduziert, direkt und ohne Auflösung, sondern Reibung, so steht es in seiner Beschreibung. Seine Fotos kratzen nicht nur an der Oberfläche, sie reiben einen die Schuppen von den Augen.

Macht verschwindet nicht. Sie verändert nur ihr Gesicht. Was als Fortschritt erscheint, ist oft nur eine Verschiebung. Was überwunden scheint, kehrt in anderer Form zurück. So stellt er seine Fotokunst vor.

Die Fotos zeigen Hitler scheinbar als Transmensch. Der übergroße Bart mit dem rechten Scheitel, ein böser Blick und dann kommt auf die Beine eine Strapse, die den brutalen Diktator in einem anderen Licht erscheinen lässt. Hat er damals vielleicht Eva Brauns Strapse in einer einsamen Stunde angezogen, um sich vor dem Spiegel ganz locker zu machen?

Die sprühende Ironie der Bilder ist eher die Ironie der Geschichte, die sich in anderer Form wiederholt, wie schon erwähnt.

Mehr über Michael Grigat aus Datteln könnt ihr hier erfahren:

@moorpicture – Instagram

@ruhrpotzblitz  – Instagram

https://moor-picture.de

Ruhrpott in 3D von Michael Wienand

Eindrucksvoll waren auch die 3 D-Kunstwerke von Michael Wienand. In den kleinen Rahmungen wurden filigran kleine Illustrationen zu einem ganz großen Bild zusammengefügt. Auch die Henrichshütte kam vor.

Viele Interessierte schauten sich die Kunstwerke an und schwelgten in Nostalgie, wie bei dem Bild über die Bude, den Hinterhof mit einem Manta oder bei Omma zu Hause.

Die Technik besteht aus Aquarellierte Tuschezeichnungen auf Karton, die dann ausgeschnitten werden und dann zu dieser Tiefenoptik zurechtmontiert werden.

Michael Wienand ist mehrere Jahrzehnte als Bühnen- und Museumbildner unterwegs gewesen und greift den Alltag der Menschen im Revier auf, um sie in einem kleinen Kosmos wiederfinden zu können. Was so einfach aussieht, kann die Arbeit dahinter nur erahnen.

Diese Kunstwerke sind ein Alleinstellungsmerkmal mit viel Ruhrpott-Gefühl vom Dortmunder Künstler und können in seinem Atelier angesehen und gekauft werden:

https://atelier-wienand.de

@michaelwienand • Instagram

Hermann Bentrup nutzt Speermüll in Postkartengröße

Der autodidaktische Künstler Hermann Bentrup aus Rech macht Mal-Schichtarbeiten auf Postkartengröße, die aus Sperrmüll, also Rückplatten von alten Möbelstücken, bestehen.

Der Inhalt ist entscheidend: Die Motive sind hauptsächlich Landschaften und können theoretisch auch als besondere Postkarte in die Welt geschickt werden. Besser ist es allerdings die eigenen vier Wände damit zu schmücken.

Hermann Bentrup hat 2021 mit Malereien und Fotografien die dramatischen Veränderungen des Ahrtals künstlerisch festgehalten.

Zur Zeit hat er ein aufrüttelndes Projekt in Rheinbach: Demokratie liegt uns zu Füßen. Der Kerngedanke ist, dass Demokratie kein Zustand ist, sondern immer in Bewegung. Mit knalligen orangen Farben sorgt er mit Schablone und Sprühfarbe auf den Wegen, ob wir stehenbleiben und drüber nachdenken, wie wir mit ihr umgehen oder einfach ignorieren würden.

https://docb-mabl.de

www.blick-aktuell.de/Bad-Neuenahr/Hermann-B-dokumentiert-mit-Kunst-den-Wandel-im-Ahrtal-nach-der-Flut-659002.html

www.rheinbach.de/kunst-findet-stadt/outdoor-ausstellung/dr-hermann-bentrup

@hermannbentrup • Instagra

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Fatia Pindra hat einen politischen Blick

Die 1971 geborene Düsseldorferin schuf ein dreiteiliges Werk über schwarze Lebensrealitäten im Nationalsozialismus. Der Ausgangspunkt der künstlerischen Auseinandersetzung waren Recherchen über Schwarze Menschen im Nationalsozialismus für ihre Magisterarbeit in Geschichte. Sie befasst sich als politische Künstlerin auch mit Femiziden auseinander. Auch die Frage, ob Menschen mit anderer Hautfarbe zu Deutschland gehören, nimmt sie künstlerisch um mit ihrer Tufting-Kunst.


Was ist Tufting?

Auf einem groben Leinwandstoff wird mit verschiedenen Tufting-Geräten eingewoben. Eine manuellen „Tufting-Pistole“ schießt sozusagen Fäden in den gespannten Tufting-Stoff. So entstehen durch die einzelnen Fäden große textile Kunstwerke.


Sie zeigt auf dem Werk Dorothea Katharina Leyseck, die eine Tochter eines afroamerikanischen Zirkusbesitzers und einer weißen Deutschen war. Sie musste sich als Deutsch-Südwestafrikanerin ausgeben, um unter den Nazis zu überleben. Trotzdem wurde sie zur Zwangsarbeit in einer Fabrik eingesetzt.

Ludwig M´bebe Mpessa, der unter dem Pseudonym Louis Brody ein bekannter Schauspieler war. Er wirkte in 30 Filmen mit. Er überlebte das Regime der Nazis, weil er immer wieder besetzt wurde für koloniale Filmproduktionen oder wurde bei der staatlich kontrollierten „Deutsch-Afrika-Show“ eingesetzt. Wie seine Psyche aussah, hätte ich gern erfahren.

Ulfo Peters wurde 1934 in Hamburg geboren. Sein Vater Afrikaner, seine Mutter war deutsche Ärztin und überlebte den Krieg. In der Nachkriegszeit war er ein erfolgreicher Amateurboxer.

Für Fatia ist die Kultur eine Waffe des Widerstands und zeigt es auf ihren besonderen Tufting-Kunstwerken. Starke politische Botschaften waren in der Ausstellung eher rar. Fatia hat hier ein Alleinstellungsmerkmal in der Ausstellung, wo Menschen im Vordergrund stehen, die unterdrückt wurden und deren Porträt warm an Wänden hängen kann und gleichzeitig über Macht und Ausgrenzung nachgedacht werden kann. Auch ein Selbstbildnis durch die aktuelle neue Situation von akzeptiertem Rassismus wird durch Fatia nahbar gemacht und lässt einen erstaunten Blick auf die Art der textilen Kunst, aber auch auf das Thema nachdenklich zurück: Bin ich keine deutsche Frau, fragt die schwarze Frau auf dem Tufting-Teppich. Sie ist hier geboren. Hat einen deutschen Pass. Sie hat nur einen anderen Hautton, was für eine gewisse politische Leitlinie eher ein Fall für Remigration sein soll. Aber wohin soll sie geschickt werden? Die Fragen können immer weitergehen, denn die Lösungen sind nicht so einfach. Obwohl hier gebe ich die ganz einfache Antwort: Sie ist eine deutsche Frau.

www.kollektiv-afriknrw.de

@tuftingcreations – Instagram

Information über ihre Magisterarbeit: Hilarius Gilges – Ein Schwarzer Deutscher Düsseldorfer – ermordet von den Nationalsozialisten

Peter Schudde recycelt Elektroschrott zu Star Trek Motiven

Von seinem Vater bekam er eine 2 MB – Platte, die 1975 in einem großen Computer gewirkt hatte, aber irgendwann einfach nicht mehr verwendet werden konnte. Der Speicher war zu klein geworden und dadurch Elektroschrott. Er baute daraus eine Lampe. Ein Totenkopf deutet an, dass die Zeit abgelaufen ist für die alte Festplatte.

Für seine Kunstwerke geht er auf den Schrottplatz und sammelt die wertvollen Stoffe, die sonst eventuell in die Müllverbrennung kommen. Daraus entstehen zum Beispiel ein Kubus, die aus dem Star Trek Universum stammen könnten. Jeden Moment könnten bei Revierkunst die Borgs auftauchen und die Besucher und Besucherinnen assimilieren. Mich hat es Peter schon und bin Feuer und Flamme für das, was der 1973 geborene Groninger aus alten Werkstoffen fabriziert hat.

@peterschudde • Instagram

https://peterschudde.exto.org

Scarlett Schütte verbindet Industrie und Zukunft des Ruhrgebiets

Zusammen mit dem Filmemacher Erwin Wiemer und dem Klangkünstler Frank Röttgen haben sie das einmalige Projekt  eines Verbunds namens Kali´iope aus Video-, Klang- und Robotik, sowie Rauminstallation. Ein faszinierender Blick zwischen Vergangenheit,  in die Gegenwart und Zukunft werfen lässt.

Die Videoinstallation zeigt Motive aus dem Ruhrgebiet: Haldenlandschaften, Autobahnen, die das Revier zerschneiden, und Industrie, die es mal gab und deren Reste den Pott noch prägen. Auf der anderen Seite bewegen sich Quadrate Hin und Her. In der Mitte sind gesammelte Objekte von der Henrichshütte und der Umgebung. Darauf fahren per KI kleine Roboter, die uns zeigen, wie die Zukunft aussehen wird. Wird die KI – Robotik den Menschen ersetzen und auf diesen Wegen ohne uns unterwegs sein, auf dem Gelände der Henrichshütten?

Vor dem Eingang sind Fotografien, die mit UV-Licht einen Stein oder Ast leuchten lässt und die Bilder in einen völlig anderem Licht erscheinen lassen.

Die Installation Kall´iope begeisterte das Publikum.

Raum_Klang_Video_Skulptur_Installation 51,40717° N 7,18790° O Henrichshütte Video:Erwin Wiemer Revierkunstpreis 2023

https://scarlett-schauerte.de/

@scarlettschauerte • Instagram

Frank Röttgen (@ernst_fry) • Instagram

Revierkunst26 – Kulturinfo Ruhr

www.erwinwiemer.de

Erwin Wiemer (@erwinwiemer) • Instagram

Helmut Reinelt wandelt digital Natur in Industrie um

Der aus Bad Honnef stammende Helmut Reinelt nutzt digitale Technik. Er entwirft Naturbilder und wandelt sie danach komplett in Industriekultur um und verbindet so den Strukturwandel.

Er stellt die Frage, wie Menschen die Natur erobern und die Natur wiederum die Industrielandschaft. Ein Rohr ist ursrprünglich ein Baum zum Beispiel. Seit es möglich ist mit digitaler Bildtechnik zu arbeiten, kreiert er diese einmaligen Bilder, auf denen so viele filigrane Entdeckungen zu machen sind.

Helmut Reinelt (@helmutreinelt) • Instagram

https://centouno.art/artists/helmutreinelt

Silja Meise stellt mit textiler Kostümkunst die Zukunft in Frage

Silja war die letzte Interviewpartnerin, bevor der Akku von mir und dem Smartphone leer war. Auch ihre textile Kunst hat ein Alleinstellungsmerkmal. Sie arbeitet mit Textilstoffen, die aus Fundusstücken, abgelegter Kleidung und Textilresten gestaltet werden. Sie fragt sich, wie wir im Jahr 2067 nach der Plünderung unseres Planeten noch modischen Träume konsumieren können.

Für das große Rokoko-Kleid aus Jeansstoffen brauchte sie mehr als zwei Monate. 

@siljameise • Instagram

www.kultur-und-schule.de/de_DE/kuenstler/silja-meise.109446

www.fv-textil.de/hauptnavigation/textiles-netzwerk/textilkuenstler/silja-meise

Kronkorken als fotografisches Mosaik von Henning Leuschner

Nicht jeder Künstler wollte vor die Kamera. So leider nicht Henning Leuschner.

Dennoch blieb mir besonders ein Künstler in Erinnerung, der aus Tausenden von Kronkorken beeindruckende Porträts entstehen lässt. Was mich an meine Kunstrichtung der „Flaschengefühle“ erinnert hat

Seine Arbeiten entstanden ursprünglich in einer Kneipe und sind nun weit über die Region hinaus bekannt.

Selbst juristische Auseinandersetzungen über Urheberrechte konnten seiner Kunst nichts anhaben, denn er verwendet bekannte Fotos prominenenter Personen.

Heute gelten seine Werke als eigenständige Kunstform.

Es gab Skatboards, die statt auf dem Müll zu landen mit Kunst neu interpretiert werden. Gehäkelte Figuren, die aus einer anderen Welt zu sein scheinen.

Holzfiguren, die mit Nägeln ein neues Kleid verpasst bekommen haben.

Übergroße Porträts, die entweder mit bunten Farben in einem anderen Licht erschienen.

Oberkörper, die wie Schinkenstücke an einem Haken hängen.

Alte Straßenschilder, die jetzt für Aufkleber und Graffiti genutzt werden können.

Auf Papiertüten gemalte Kunst.

Jedes Jahr wird auch ein Künstlerpreis vergeben, sowie ein Publikumspreis. 2026 ging der Revierkunst – Künstlerpreis 2026 an
1. Platz: Jule Lucia Companie
2. Platz: Stefan Fuchs
und der Revierkunst – Publikumspreis 2026
1. Platz: Jule Lucia Companie
2. Platz: Anja Werner
3. Platz: Birgit Feil

Leider konnte ich die Gewinner und Gewinnerinnen nicht interviewen.

Fazit

Die Revierkunst 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig die Kunstszene des Ruhrgebiets ist.

77 Künstlerinnen und Künstler präsentierten rund 600 Werke auf 3000 m². Spannender waren jedoch die Geschichten dahinter.

Ob Recycling, Geschichte, Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder gesellschaftlicher Wandel – jedes Gespräch eröffnete einen neuen Blickwinkel. Schade, dass ich nicht alle interviewen konnte.

Gerade diese persönlichen Begegnungen machen die Revierkunst so besonders.

Ich bin mir sicher:

Zur Revierkunst komme ich wieder.

Alle 77 Künstler und Künstlerinnen, die gern alle persönlich gesprochen hätte:

Hermann Bentrup I Rech , Nina Boeing | Duisburg, Toby Bohne | Dortmund, Chris Brackmann | Essen, Sandra Bromm | Frechen, Monika Buchen | Kleve, Helga Budde-Engelke | Mülheim, Sabine Classen | Meerbusch, Rainer Claus | Herne, Jule Lucia Companie | Wuppertal, Heike Denny | Düsseldorf, Melanie Diederichs | Dortmund, Anke Droste | Dortmund, Maria Eggenkemper | Dülmen, Sandra Eisenbarth | Siegburg, Birgit Feil | Leonberg, Claudia Forte | Köln, Stefan Fuchs | Hagen, Annette Goessel | Berlin, Michael Grigat | Dorsten, Nicolé Hager | Köln, Rosa Hahn | Pforzheim, Hansini | Hattingen/Ruhr, Meinolf Jan Holland | Bornheim, Annette Jellinghaus | Gevelsberg, Markus Jöhring | Recklinghausen, Stefanie Kamrath | Dortmund, Sebastian Kaufhold | Bochum, Rolf Klaer | Witten, Sandra König | Kreuztal, Rolf Kuhlmann | Köln, Christopher Lensing | Bochum, Henning Leuschner | Köln, Anja Lorenz | Essen, Michael Maas | Essen, Katja Marciniec | Oberhausen, Nina Markes | Aachen, Kinga MaryN | Bonn, Monika Mazur | Bochum, Marion Meinberg | Hamburg, Silja Meise | Hagen, Michael Wienand | Dortmund, Christian Partl | Essen,
Irena Paskali | Köln, Przemyslaw Perschke | Altlay, Svenja Peters | Löhne, Karina Pietrucha | Bottrop, Fatia Pindra | Hagen, Nicole Prinz | Recklinghausen, Rolf Puschnig | Dorsten, Anna Raba | Riedstadt, Aline Regese | Düsseldorf, Jakob Reh | Löhne, Helmut Reinelt | Bad Honnef, Heinegans Rita | Düsseldorf, Olli Rose | Essen, Frank Röttgen | Köln, Heribert Röttger | Dortmund, Scarlett Schauerte | Essen, Susanne Scheidle | Gelsenkirchen, Peter Schudde | Leermens, NL, Valentin Schumacher | Köln, Ela Schwartz | Aachen, Andrea Sparka | Essen, Astrid Steckel | Köln, Wilma Stegeman | Appeldoorn, Stefan Stichler | Frankfurt-Düsseldorf, Ljuba Stille | Köln, Peter ten Lohuis | Appeldoorn, Beni Veltum | Gelsenkirchen, Sara Wandhoff | Bochum, Manfred Wendel | Alpenrod, Anja Werner | Plauen, Erwin Wiemer | Essen, Marina Wittemann | St.Ingbert, André Yuen | Dortmund, Ali Zulfikar | Köln, Zupa | Hattingen

Aber vorher könnt ihr noch die Kunstwerke von 2026 genießen.

(Alle Fotos (c) André Brune):

Herten & Gelsenkirchen ihre Zeche Westerholt I Ruhrgebiet erklärt Folge 38 I +Podcast I +Videopodcast I +Videos

Das Bergwerk Lippe hat zwei Städte verbunden: Herten und Gelsenkirchen. Die Zeche Westerholt war weit über 100 Jahre ein Schwergewicht von Zeche und prägte den Gelsenkirchener Norden mit der Kokerei Hassel und den Stadtteil Westerholt und machte auch Herten dadurch zu einer Stadt durch den Zuzug von Bergleuten. Wir erzählen die bewegende Geschichte und die Zukunft des alten Zechengeländes, das transformiert zu Neue Zeche Westerholt in unserem Podcast:

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Gerade der Blick auf das Gelände der ehemaligen Zeche Westerholt kann das Ruhrgebiet wunderbar erklären. Sie liegt genau auf der Grenze von Herten und Gelsenkirchen. Sie ist ein Ort der gemeinsamen Geschichte von Aufstieg zur Stadt unter Arbeit und der Modernisierung der Abbautechnik, wie auch den Niedergang und Neustart. Sie erzählt mit ihren denkmalgeschützten Mauern und Fördergerüsten die Geschichte vom Start in eine neue Zukunft, wie sie nun heute auch neu und von beiden Städten gemeinsam geschrieben wird mitten im Revier.

Die Alte und die Neue Zeche Westerholt wird mit Jack Tengo gemeinsam in Folge 38 und der siebten und vorerst letzten Folge über Herten mit Humor das spannende Strukturwandelprojekt im nördlichen Ruhrgebiet erklärt.

Eine Zeche zwischen zwei Städten

Die Zeche Westerholt war eine Besonderheit. Während viele Bergwerke klar einer Stadt zugeordnet werden konnten, verlief hier die Stadtgrenze mitten durch das Zechengelände. Schacht 1 stand sogar direkt auf der Grenze zwischen Herten-Westerholt und Gelsenkirchen-Hassel. Über mehr als 100 Jahre wurde hier Steinkohle gefördert, bevor 2008 endgültig Schicht im Schacht war. Damit endete zugleich die aktive Bergbaugeschichte in Gelsenkirchen Die letzte Lore kam exakt am 19. Dezember heraus und teilte neben Herten nun auch Gelsenkirchen: Der Start für was neues beginnt.

Doch der Start aus dem riesigen Gelände etwas neues zu gestalten dauerte lange. Erst 2026, also erst 18 Jahre später wurden von der Bundesregierung und vom Land Nordrhein-Westfalen 56 Mio Euro locker gemacht worden, um endlich den Identifikationspunkt und das Lebenszentrum für tausende Familien eine neue zukünftige positive Perspektive für sie zu schaffen. Der Umbau zu NEUE ZECHE WESTERHOLT mit Gewerbe, mit verbindenden Straßen für Westerholt und Hassel. Ein offenes Gewerbegebiet mit Firmen, Event, Kunst und Bühne, Hotel und Nachhaltigkeit, Aussichtsturm und Restaurants. In einigen Jahren wird man hier ein neues Gelände sehen, das mit den alten denkmalgeschützten Gemäuern eingebunden wurde. 

Noch heute finden sich in den angrenzenden Stadtteilen auf Gelsenkirchener, wie auch der Hertener Seite, viele typische Arbeitersiedlungshäuser aus der Zeit des großen Starts des Kohleabbaus vor Ort. Hier gründeten sich auch Vereine, hier siedelten Gastarbeiter sich an, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts angeworben wurde und auch ihren muslimischen Glauben mitbrachten.

Westerholt und Hassel – Mehr als nur Zechenstandorte

Wie im Podcast vorher schon erzählt und auch gezeigt kann nur wenige Minuten von der Zeche entfernt durch den alten historischen Dorfkern mit seinen engen Gassen in Westerholt gelaufen werden. Neben der Zeche sind in beiden Stadtteilen viele schöne typische Zechenhaussiedlungen erhalten, die es lohnt zu entdecken. Hier bestimmte die Kohle den Lauf des Alltags.

Hier zwischen den Stadtteilen entsteht zwischen Industriekultur und Naturflächen eine neues Zukunftsprojekt. Das ist das Ruhrgebiet im Kleinformat.

Vom Förderkorb zum Zukunftsquartier

Wo früher abgeteuft, die Erde nach oben gebracht wurde, ist heute Schluss. Irgendwann ist das nun mal zu Ende und dann steht die Frage im Raum für jeden: Was wird aus dem Gelände? Und was mit den Menschen, die dort gearbeitet haben?

Die historischen Gebäude sollen erhalten bleiben. Was den Bergmann beim Rein- und Rauskommen vonne Schicht geprägt hat, bleibt erhalten. Doch hier entsteht neues Arbeiten und Wohnen mit nachhaltigen Energieprojekten. Es wird ein spannendes interkommunales Strukturwandelprojekt im Ruhrgebiet.

Die Zeche, der ehemalige Malocherort von Herten und Gelsenkirchen, bleibt eine Verbindung beider Städte und schafft Raum auf den ehemaligen Fließband und Transportschienen, Holzlagerplätzen, Lagerhallen und Werkstätten. Hier entstehen neue Begegnungsorte und Wohnquartiere. Herten und Gelsenkirchen wachsen enger zusammen. Denn früher war die Zeche durch einen Zaun und einer Mauer nicht zu begehen. Es war ein abgeriegelter Ort. Er wird offen für alle Anwohner und Anwohnerinnen sein und Besucher und Besucherinnen zu einem neuen Viertel bringen, das den Strukturwandel im Ruhrgebiet auf besondere Art und Weise zeigen wird.

Erinnerungen an die Kumpelzeit

Viele Menschen verbinden mit Westerholt nicht unbedingt das schmucke alte Fachwerkdörfchen, sondern  eher persönliche Geschichten von Schichtwechseln, Kohlenstaub auf der Arbeitskleidung, dem Leben in den Zechensiedlungen nach und vor der Schicht und dem Zusammenhalt unter Tage.

Noch heute gehören die erhaltenen Fördergerüste zu den markantesten Wahrzeichen im nördlichen Ruhrgebiet und sind auch in der Ferne von jedem Haldehöhepunkt aus zu erkennen. Sie erinnern daran, wie sehr die Region durch den Bergbau geprägt wurde und warum Industriekultur weit mehr ist als alte Gebäude, nämlich ein Heimatgefühl für unsere Region.

Darum geht es in Folge 38

In unserer neuen Podcastfolge sprechen wir über:

  • die Entstehung der Zeche Westerholt

  • die besondere Lage zwischen Herten und Gelsenkirchen

  • die Bedeutung für die Menschen vor Ort

  • das Ende des Bergbaus im Jahr 2008

  • die Zukunft der „Neuen Zeche Westerholt“

Eine Folge über Grenzen, die keine Grenzen sind, über Wandel und darüber, wie das Ruhrgebiet seine Geschichte bewahrt, ohne stehenzubleiben.

Glück auf und viel Spaß beim Hören von „Ruhrgebiet erklärt“ Folge 38!

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Weiterführende und informative Links und Youtube-Videos:

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Weitere Videos:

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Foto der Woche I Sonnenuntergang anne Kokerei Prosper

Der März 2025 beginnt mit Sonne und gleichzeitig politischem Rumoren der Weltgeschichte. Aber das ist der Kokerei beides egal. Sie steht am Horizont. Die e Sonne geht am Gasometer unter und die Schornsteine ragen in den Himmel, wie Streichhölzer.

©André Brune

Die Stromleitungen durchschneiden den Himmel, der von Blau über Violett nun ins Orange, Gelbe und am Ende Dunkelheit.

Dir Kokerei ist noch einer der wenigen Industrieanlagen mit vielen Schornsteinen, die funktionieren, rauchen und qualmen, nur im Moment der Aufnahme nicht.

Das Stahlgerippe steht da im orangen Licht und geht unter.

©André Brune

Das ist die Kokerei Bottrop Prosper von ArcelorMittal, früher zur Ruhrkohle AG gehörend.

https://germany.arcelormittal.com/Standorte/Bottrop-Kokerei/

POTTfoto #6 – „Schlossstille“ – Schlosspark Weitmar

Schönes Wochenende und fröhlichen 3. Advent ! 

Mein Kalenderfoto Nummer 6 für die Kalenderwoche 46: „Schlossstille“ – Schlosspark Weitmar – (c) Ruhrpottologe André Brune.

Wann fotografiert?📷

04.12.2022 gegen 13.10 Uhr

Wo?🧭

Schloßstraße 1A, Bochum vom Schlossparkteich aus

Google Maps – Standort

Gefühle

Die letzten Wochen waren sehr streßig. Meine Frau sah mich selten. Meist spät abends erst. Wir gönnten uns wenigstens einen gemeinsamen Spaziergang in unserer unmittelbaren Umgebung im Schlosspark Weitmar.

Dort befindet sich mittlerweile das Museum Unter Tage, das ich noch nicht geschafft habe zu besuchen. Dort war noch vor über 100 Jahren das Vorburggelände und drumherum ein riesiger Wassergraben.

Motiv

Das Schloss Haus Weitmar ist ein ehemaliger Adelssitz, das aus einem Schultenhof des Klosters Werden im 8. oder 9. Jahrhundert entstand.

Im 13. Jahrhundert wurde es repräsentativ ausgebaut und immer wieder erweitert unter der Familie von Brüggeney genannt Hasenkamp.

Zuletzt im 18. Jahrhundert wurde das Herrenhaus klassizistisch umgebaut. Die besitzende Familie Hasenkamp starb leider aus. Die Nachfolgefamilie von Vaerst besaß es nur kurz, bevor es Andreas Friedrich Wilhelm von Berswordt-Wallrabe 1780 übernahm. Seine Nachfahren besitzen es noch heute. 

Im Zweiten Weltkrieg am 13. Mai 1943 wurde das Herrenhaus so stark beschädigt, dass es nicht mehr bewohnbar war. 1968 wurde die unversehrte Vorburg leider eingeebnet. Die Ruine des Herrenhauses jedoch  wurde zum Glück 1995 als Baudenkmal geschützt.

Alexander von Berswordt-Wallrabe gründete 1968 die Galerie M. Dank der Initiative des Kunstvereins konnte in den 1970er Jahren der  komplette Verfall der Ruine des Schlosses aufgehalten werden.

Der verwilderte Garten wurde 1974 von der Stadt Bochum gepachtet und wieder hergerichtet, so dass er ab 1978 der Bevölkerung frei zugänglich gemacht werden konnte.

Der Kubus innerhalb der Gemäuer des Herrenhauses entstand vor dem Hintergrund  Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr.

Das Gebäude besitzt 1200 qm Fläche für kulturelle und wissenschaftliche Veranstaltungen, Ausstellungen und Lager- und Arbeitsräume.

In dem Kubus ist die Ausstellung von der „Situation Kunst“. Eine zeitgenössische Kunstsammlung mit Skulpturen und Bildern, die Alexander von Berswordt-Wallrabes der Ruhr-Universität Bochum schenkte. Die Sammlung entstand im Andenken an den ersten Inhaber des Lehrstuhls für Kunstgeschichte, dem Kunsthistoriker Max Imdahl.

Unten über die Gräftebrücke erreicht man auch das Café, das auf einem Teil des Schlossgeländes Außengastronomie anbietet.

Der Schlosspark ist mittlerweile nicht nur für Kunstliebhaber ein besonderes Ziel. Durch die Erweiterung des Schlossparks auf einem ehemaligen Ackergelände, können Familien mit ihren Kindern neben einem Abenteuerspielplatz auch die Wiesen zum Fußballspielen nutzen. 

Durch den Schlosspark führen indirekt der Verbindungsradweg Richtung Dahlhausen zur Ruhr und umgekehrt in Richtung Stadt Bochum. Die ehemalige Bahnlinie für Koks und Kohle ist heute ein sehr großer Freizeitwert für Wanderer und Radfahrer. Wer genau hinschaut, kann hier und da noch alte ursprüngliche Metallteile der alten Bahnlinie entdecken.

Im Schlosspark selbst stehen einige moderne Skulpturen. Sie passen ergebenst zwischen die über 100 Jahre alten Bäume, die auch den 2. Weltkrieg und die Sägen des Grünflächenamtes überstanden haben.

Weitere Informationen:

Haus Weitmar – Wikipedia

Das Foto wird im Guten-Zweck-Kalender die 48. Woche zieren.

Welcher gute Zweck das sein wird, ob Ukrainehilfe, Obdachlosenhilfe, Tierheim oder eine andere unterstützenswerte Organisation, das entscheide ich kurzfristig und informiere darüber.

Motivsuche

Das jeweilige Foto mit Motiven aus der Natur, Architektur, Porträt oder Industriekultur des Ruhrgebiets wird auf jeden Fall das Wochenende einläuten. Es soll auch einen besonderen Titel bekommen und erklärt werden, wo es aufgenommen wurde.

Hast Du auch ein schönes Foto, das Du in den Kalender hinzufügen möchtest?

Hobby- oder Profi-Fotografen sind herzlich eingeladen an meine Emailadresse ihr Foto zu schicken, das ich dann veröffentlichen darf im Blog und natürlich auch in den „Guten-Zweck-Kalender“. Dazu bitte wenn möglich Aufnahmedatum, Motiverklärung, vielleicht auch Gefühle, Ort der Aufnahme und auch eigene Gefühle dazuschreiben. Ein Honorar wird nicht bezahlt, da der Kalender insgesamt für einen guten Zweck gedacht ist. Ich würde mich über zahlreiche Teilnehmer freuen! Vielen Dank für das Verständnis!

Fotos bitte an folgende Email: ruhrpottologe@gmail.com

Vom 04.12.2022 – „Schlossstille“ – Schlosspark Weitmar in Bochum:

„Schlossstille“ – Schloss Weitmar

Glück auf und Schönes 3. Advents-Wochenende wünscht der Ruhrpottologe André Brune

POTTfoto #5 – „Abheben“ – Tetraeder Bottrop

Schönes Wochenende und fröhlichen 2. Advent ! 

Mein Kalenderfoto Nummer 5 für die Kalenderwoche 46: Abheben – Tetraeder Bottrop – (c) Ruhrpottologe André Brune.

Wann fotografiert?📷

29.11.2022 gegen 14.30 Uhr

Wo?🧭

Vom Lokschuppen Bottrop aus, Gabelsberger Straße

Google Maps – Standort

Gefühle

Das Tetraeder wirkte sehr plastisch unwirklich im Nebel der tiefliegenden Wolken aus der Entfernung der Kreuzung Horster Straße, Ecke Gabelberger Straße. Ich sah es rein zufällig beim Vorbeifahren, drehte und ging zum Lokschuppen. Denn von dort wollte ich diesen besonderen Moment einfangen.

Das Motiv ist herausgeschnitten aus einem Komplettbild, weil es dann nicht meinem Sinn entsprochen hatte. Die bunten Herbstblätter, die zu einem verwaschenen Braun verkommen, können Flammen sein und das Tetraeder verhüllende Grau der Wolken schien Qualm zu sein oder eine Art Äther, eine Übergangswolke.

An dem Tag habe ich die Beerdigung des Vaters eines Freundes begleitet. Mein eigener Vater verstarb vor knapp einem Jahr. So versinnbildlicht das Tetraeder für mich in diesem Moment unbewußt die Seelen der Verstorbenene, die Abheben, aber auch gleichzeitig die Rakete Tetraeder, die gerade feuerspeiend Qualm versprüht und jeden Moment abheben könnte.

Motiv

Das Motiv „Tetraeder“ in Bottrop von der 120 Meter hohen Halde Beckheide ist mittlerweile weltweit bekannt und im Ruhrgebiet weithin zu sehen. Es steht für den Strukturwandel im Ruhrgebiet. Die von Menschen mathematisch hergestellte Stahlkonstruktion eingebettet in die wilde Natur der Bergehalde ist vergleichbar mit den Industriekomplexen des 19. Jahrhunderts, die mitten in die reichhaltige Natur gesetzt wurden. Denn damals war das Ruhrgebiet eine reine Ackerbau-Landschaft. Weithin sichtbar ist das Tetraeder ein Symbol des neuen Ruhrgebiets.

Das Tetraeder wird „Haldenereignis Emscherblick“ genannt. Sie ist eine begehbare dreiseitige Pyramide mit einer mehreren Aussichtsterrassen im Bottroper Stadtteil Batenbrock. Vier neun Meter hohe Betonpfeiler stützen die 60 Meter langen Seiten.

Ist die Metalltreppe schwindelfrei erstiegen worden bis zur Aussichtsplattform, der kann eine herrliche Sicht in alle Richtungen genießen. Bei guter Wetterlage ist auch der Funkturm von Düsseldorf zu sehen.

Am Tag der Deutschen Einheit 1995 wurde die Landmarke der IBA Emscher Park eröffnet. 210 Tonnen Stahl mit Rohren von einer Gesamtlänge von 1500 Metern stehen in einer linsenförmigen Vertiefung. Von ihrem Mittelpunkt aus ist die Ruhrgebietslandschaft nicht mehr zu sehen.

Architekt war Wolfgang Christ aus Darmstadt mit dem Tragwerksplaner Klaus Bollinger. Die Rüter GmbH errichtete das Haldenereignis. An der Spitze befindet sich die Lichtskulptur Fraktal des Düsseldorfer Künstlers Jürgen Fischer.

Von der ersten Plattform in 18 Meter Höhe führt eine aus Treppen gebaute steile Hängebrücke zur zweiten in 32 Meter Höhe. Die dritte Plattform in 38 Meter Höhe besitzt einen Ring von 8 m Durchmesser, die über eine Wendeltreppe erklommen wird. An Stahlseile sind die Treppen und Podeste aufgehängt. Bei starken Winden kommt es zu Schwankungen. Auf vier Panoramatafeln wird die Aussicht erklärt.

Wer Höhenangst hat und nicht schwindelfrei ist, sollte besser unten bleiben, denn Besucher bewegen sich auf Lichtgittern und Lochplatten mit freiem Blick nach unten.

Zur Bergehaldenplattform gelangen Besucher entweder über die verschiedenen angelegten Fußwege oder dem direkten Treppenaufgang mit 387 Stufen.

Gegenüber auf der Nachbarhalde befindet sich das Alpincenter. Eine Wanderung mit Verbindung einer Besichtigung der einmaligen Tetraeder-Aussichtsplattform sollte auf jeden Fall bei Besuchern und Touristen eingebunden werden.

Weitere Informationen:

Tetraeder (Bottrop) – Wikipedia

Das Foto wird im Guten-Zweck-Kalender die 46. Woche zieren.

Welcher gute Zweck das sein wird, ob Ukrainehilfe, Obdachlosenhilfe, Tierheim oder eine andere unterstützenswerte Organisation, das entscheide ich kurzfristig und informiere darüber.

Motivsuche

Das jeweilige Foto mit Motiven aus der Natur, Architektur, Porträt oder Industriekultur des Ruhrgebiets wird auf jeden Fall das Wochenende einläuten. Es soll auch einen besonderen Titel bekommen und erklärt werden, wo es aufgenommen wurde.

Hast Du auch ein schönes Foto, das Du in den Kalender hinzufügen möchtest?🏠🏭🍂

Hobby- oder Profi-Fotografen sind herzlich eingeladen an meine Emailadresse ihr Foto zu schicken, das ich dann veröffentlichen darf im Blog und natürlich auch in den „Guten-Zweck-Kalender“. Dazu bitte wenn möglich Aufnahmedatum, Motiverklärung, vielleicht auch Gefühle, Ort der Aufnahme und auch eigene Gefühle dazuschreiben. Ein Honorar wird nicht bezahlt, da der Kalender insgesamt für einen guten Zweck gedacht ist. Ich würde mich über zahlreiche Teilnehmer freuen! Vielen Dank für das Verständnis!

Fotos bitte an folgende Email: ruhrpottologe@gmail.com

Vom 29.11.2022 – Abheben – Tetraeder Bottrop:

Tetraeder hebt ab

Glück auf und Schönes 2. Advents-Wochenende wünscht der Ruhrpottologe André Brune

POTTfoto #4 – Stillstandwandel- Förderturm Zeche Osterfeld

Schönes Wochenende und fröhlichen 1. Advent ! 

Mein Kalenderfoto Nummer 4 für die Kalenderwoche 45: Stillstandwandel – Förderturm der Zeche Osterfeld Schacht 3 – (c) Ruhrpottologe André Brune.

Wann fotografiert?📷

15.11.2022

Wo?🧭

Der fotografische Winkel war über die Bahnlinie hinaus von der Freiligrathstraße aus. Die herbstlich geschmückten Bäume passten zum immer noch stolz in den blauen Himmel ragenden Förderturm der Zeche Osterfeld Schacht 3 im heutigen OLGA-Park. 

Google Maps – Standort

Motiv

1903 beginnt die Teufe als Wetterschacht 3 der Zeche Osterfeld. 1906 geht der Schacht in Betrieb, der 1944 durch einen Bombenangriff so zerstört wird, dass er erst 1946 wieder erneut abgeteuft werden kann und 1950 wieder in Betrieb genommen werden kann.

Schacht 3 wird ab Neustart als Paul-Reusch-Schacht bezeichnet. Paul Reusch war langjähriger Vorstandsvorsitzender der Gutehoffnungshütte in Oberhausen. 

1989 wird die Zeche Lohberg mit Osterfeld verbunden. 1993 wird der Schacht verfüllt.

am 1.5.1999 eröffnet die OLGA, die Oberhausener Landesgartenschau. Es ist die 12. im Land Nordrhein-Westfalen mit einem sehr besonderen Standort, denn das Gelände des Bergwerks und der Kokerei Osterfeld, das den Menschen über Jahrzehnte Lohn und Brot gegeben hat und den Stadtteil Oberhausen wachsen ließ, wird von Grau in Grün umgewandelt.

Die schöne Parkanlage ist bis heute innerhalb des Ruhrgebiets mit Rad- und Wanderwegen verbunden und auf jeden Fall eine Reise wert.

Der Park hat eine Größe von 26 ha mit Brückenbauwerken, Baumharfen der Koksbatterie, Industrie-Blumen-Feldern, zwei große Kinderspielplätze und für Jugendliche stehen besondere Spielräume zur Verfügung.

Der Eingang ist an der Bottroper Straße und Vestischen Straße. Im südlichen Parkbereich verbindet eine Brücke das Einkaufszentrum und den Gasometer und den freizugänglichen Rhein-Herne-Kanal.

Adresse:

Vestische Straße 45

Tourist Informationen Oberhausen – Tel: 0208824570

Weiter Informationen:

 https://industriekultur-ob.de/olga-park

https://oberhausen.de

https://zechenkarte.de

Zeche Osterfeld – Wikipedia

Wer war Paul Reusch?

Am 9.2.1868 in Königsbronn als Paul Hermann Reusch geboren, gestorben am 21.12.1956 auf Schloss Katharinenhof bei Backnang. 

Reusch war ein deutscher Industriemanager und langjähriger Vorstandsvorsitzender der Gutehoffnungshütte in Oberhausen. Unter seiner Regie wandelte sich das Montanunternehmen in einem großen Konzern in der Maschinenbausparte.

In der Weimarer Zeit allerdings wird seine politische Haltung antirepublikanisch. Er beeinflusste als einer der größten Wirtschaftsfunktionäre die Industrie mit seiner Meinung.

Im ersten Weltkrieg war er Mitglied des Industriellen Beirats der Kriegsrohstoffabteilung im Kriegsministerium und Vorstandsmitglied des Kriegsernährungsamtes.

1920 übernahm die GHH die Aktionmehrheit der Maschinenfabrik Eßlingen und 1921 kaufte GHH die MAN AG. Damit ebnete Paul Reusch den Weg des heutigen MAN-Konzerns.

Als Mitglied der rechtskonservativen Partei DVP unterstützte er indirekt den Kurs der NSDAP, wandte sich aber im Laufe der Zeit von deren Kurs ab. Er übte Kritik zu Beginn des Nationalsozialismus, die er zuvor mit der Aussage, Deutschland sein ein Volk ohne Raum unterstützte. 

1942 gab er unter dem politischen Druck der Nationalsozialisten seine Vorstands- und Aufsichtsratsposten in der GHH und 20 weiteren Konzernen auf, was ihm bei der Entnazifizierung half.

Er zog sich auf sein schwäbisches Landgut zurück und gründete den „Reusch-Kreis“, der einen engen Kontakt zur Widerstandsgruppe um Carl Goerdeler stand.

Nach dem Krieg war er zu alt für einen Neustart in der GHH. Enttäuscht von der Nachkriegsentwicklung und seinem von den Nazis erzwungenen Rücktritt weigerte er sich bis zu seinem Tod das Ruhrgebiet noch einmal zu betreten.

Weitere Informationen:

Paul Reusch – Wikipedia

Paul Reusch: Oberhausens Industriemagnat als Hitlers Helfer – waz.de

Das Foto wird im Guten-Zweck-Kalender die 45. Woche zieren.

Welcher gute Zweck das sein wird, ob Ukrainehilfe, Obdachlosenhilfe, Tierheim oder eine andere unterstützenswerte Organisation, das entscheide ich kurzfristig und informiere darüber.

Motivsuche

Das jeweilige Foto mit Motiven aus der Natur, Architektur, Porträt oder Industriekultur des Ruhrgebiets wird auf jeden Fall das Wochenende einläuten. Es soll auch einen besonderen Titel bekommen und erklärt werden, wo es aufgenommen wurde.

Hast Du auch ein schönes Foto, das Du in den Kalender hinzufügen möchtest?🏠🏭🍂

Hobby- oder Profi-Fotografen sind herzlich eingeladen an meine Emailadresse ihr Foto zu schicken, das ich dann veröffentlichen darf im Blog und natürlich auch in den „Guten-Zweck-Kalender“. Dazu bitte wenn möglich Aufnahmedatum, Motiverklärung, Ort der Aufnahme und auch eigene Gefühle dazuschreiben. Ein Honorar wird nicht bezahlt, da der Kalender insgesamt für einen guten Zweck gedacht ist. Ich würde mich über zahlreiche Teilnehmer freuen! Vielen Dank für das Verständnis!

Fotos bitte an folgende Email: ruhrpottologe@gmail.com

Vom 16.11.2022 – Vergangenheit – Zukunft – Das Erinnerungsmal in Bochum-Werne:

Stillstandwandel – Förderturm Zeche Osterfeld Schacht 3

Glück auf und Schönes Wochenende wünscht der Ruhrpottologe André Brune

POTTfoto #3 – Vergangenheit ist Zukunft – Das besondere Förderturmdenkmal in Bochum-Werne

Schönes Wochenende – Kalenderfoto Nummer 3 für die Kalenderwoche 44: Vergangenheit – Zukunft – (c) Ruhrpottologe André Brune.

Wann fotografiert?📷

16.11.2022

Wo?🧭

Fotografiert habe ich das Bild beim Abholen von Rollatoren, die für die Ukraine gespendet wurden, um sie am Abend von mir zur Gesellschaft Bochum-Donezk gebracht zu werden. Ich entschied einige wunderbare Aufnahmen im Stadtteil Werne von Bochum zu machen. Auf einem Fleck von 200 Metern waren einige wunderbare Motive zu finden. Ein besonderes Motiv pickte ich heraus, dass an der Ecke Kreyenfeldstraße / Lütge Heide steht.

https://goo.gl/maps/Mc6WRmnrDPSUzFP29

Motiv

Am 7. Juni 1989 wird in Form eines Förderturms ein Erinnerungsmal im Stadtteil Werne enthüllt. Es steht gegenüber des im Originalzustand erhaltenen Amtshauses von Werne. Werne ist ein Stadtteil von Bochum seit dem 1.8.1929

Es war nochmal ein herrlicher sonniger, wenn auch kühler Tag. In jedem braun gewordenen Blatt schwangen noch einmal kraftvolle Sonnenstrahlen mit.

Werne ist ein besonderer Stadtteil von Bochum, wo der Bergbau tatsächlich noch lebt. Denn ganz in der Nähe ist der Förderturm von Robert Müser zu sehen. Die Schächte Arnold und Gustav werden weiterhin für die Wasserhaltung stillgelegter Zechen im Bochumer Osten genutzt. Der Auslauf geht in die Werner Teiche des Oelbachs. 

Auf einer Bronzetafel am Stützpfeiler sind die Firmen und Organisationen eingraviert, die geholfen haben dieses besondere Denkmal aufzustellen.

Folgendes steht auf der Bronzetafel:

Erinnerungsmal

Allen Bürgern zum Gedenken an den die Stadtentwicklung prägenden Bergbau, den Bergleuten in Anerkennung ihrer Arbeit errichtet von:

Bezirksvertretung Bochum-Ost

Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrgebiet den Spendern

Hardeck Möbel, Laer

Hauhinco Maschinenfabrik, Essen

Hölter Firmengruppe Gladbeck

Ursula und Axel Kuhn

Oberbeamtenstammtisch Mansfeld

Adam Opel AG, Werk Bochum

Raschig GmbH, Werne

Deutscher Bergingenieure BV Langendreer

Robitzky Bau-GmbH, Langendreer

Volksbank Bochum-Ost e.G.

Ziesak Baumarkt, Langendreer

Und weiteren Gönnern

Künstlerischer Entwurf und Ausführung:

Paul Epp

Organisation: Hubart Koschnick

Bronzeguß: Metallgießerei Kohlisch, Wetter

  Allein diese Tafel zeigt anschaulich wieviele Menschen im Bergbau tätig waren, die nicht nur Untertage waren. Ohne den Bergbau, keine Maschinenfabriken, ohne das Gehen des Bochumer Bergbaus, kein Opelwerk, das zwar wieder verschwunden ist, aber einen weiteren Wandel der Stadt stattfinden lässt. Ohne Bergingenieure, keine Kohleabbau, keine Fördergerüste. Ohne Bergbau kein Baumarkt für die Bergleute, die ihre Häuser in Stand gehalten haben oder ihren Schrebergarten bewirtschaftet. Ohne Bergbau kein Möbelhaus, dass den Aufstieg mit dem Lohn der Bergleute zu verdanken hat. Ohne Bergbau keine Kunst im Raum der Stadt. Vor allem nicht in dieser besonderen inspierierender Form eines Förderturms, das auf allen Seiten die schwere Arbeit der Bergleute anschaulich macht.

Der Aufstieg von Werne als ursprüngliches Bauerndörfchen mit 561 Einwohner im Jahr 1858 zu einem Einwohnermaximum 1962 mit 22500 Einwohner zeigt diesen Wandel, der immer noch stattfindet. Mittlerweile leben hier noch ca 15000 Menschen in dem Stadtteil.

Werne ist ein unterschätzter Arbeiterstadtteil in Bochum mit der Grenze zu Lütgendortmund. Ihn mit seinen alten Jahrhundertwendehäusern zu erkunden ist ein besonderer Spaziergang, den ich ein anderes Mal zeigen werde.

Gefühl in diesem Moment

Für den Kalender ist dieses Denkmalfoto ein Muss. Es zeigt den Ursprung eines jeden Ruhrgebietsstadtteils. Im frühen 19. Jahrhundert war Werne ein kleines Bauerndörfchen, das nur von Viehtrieb und Ackerbau gelebt hatte. So wie alle Städte und heutigen Stadtteile. Erst die Jahrzehnte harter Arbeit der Bergleute und mit dem Aufstieg der Industrialisierung nach 150 Jahren erreichten die Stadtteile den heutigen Zustand Teil eines großen Ganzen zu sein.

Das Förderturm-Denkmal in Werne ist neben dem Erinnern, auch ein Sinnbild der Geschichte des Aufstehens in die Zukunft durch den endenden Bergbau im Ruhrgebiet.

 

Das Foto wird im Guten-Zweck-Kalender die 44. Woche zieren.

Welcher gute Zweck das sein wird, ob Ukrainehilfe, Obdachlosenhilfe, Tierheim oder eine andere unterstützenswerte Organisation, das entscheide ich kurzfristig und informiere darüber.

Motivsuche

Das jeweilige Foto mit Motiven aus der Natur, Architektur, Porträt oder Industriekultur des Ruhrgebiets wird auf jeden Fall das Wochenende einläuten. Es soll auch einen besonderen Titel bekommen und erklärt werden, wo es aufgenommen wurde.

Hast Du auch ein schönes Foto, das Du in den Kalender hinzufügen möchtest?🏠🏭🍂

Hobby- oder Profi-Fotografen sind herzlich eingeladen an meine Emailadresse ihr Foto zu schicken, das ich dann veröffentlichen darf im Blog und natürlich auch in den „Guten-Zweck-Kalender“. Dazu bitte wenn möglich Aufnahmedatum, Motiverklärung, Ort der Aufnahme und auch eigene Gefühle dazuschreiben. Ein Honorar wird nicht bezahlt, da der Kalender insgesamt für einen guten Zweck gedacht ist. Ich würde mich über zahlreiche Teilnehmer freuen! Vielen Dank für das Verständnis!

Fotos bitte an folgende Email: ruhrpottologe@gmail.com

Vom 16.11.2022 – Vergangenheit – Zukunft – Das Erinnerungsmal in Bochum-Werne:

Vergangenheit-Zukunft – Erinnerungsmal in Bochum-Werne (c) Ruhrpottologe André Brune

Glück auf und Schönes Wochenende wünscht der Ruhrpottologe André Brune

POTTfoto #2 – Ruh(r) – Die Ruhr am Hohenstein bei Witten

Kalenderfoto Nummer 2 für die Kalenderwoche 43: Ruh(r) – (c) Ruhrpottologe André Brune. Fotografiert vom Denkmal Hohenstein aus bei Witten.📷

Wann fotografiert?

30.10.2022

Es war ein ungewöhnlich warmer Tag. Es herrschten angenehme Temperaturen, wehte kaum Wind, der Herbst war in vollem Gange bei bestem Wetter am frühen Nachmittag nach der Zeitumstellung.

Wo?

Fotografiert habe ich das Bild auf einer Wanderung von Witten nach Wetter vom Denkmal Hohenstein aus.

Motiv

Das Tal der Ruhr.

Die Sonne lag hinter einem Schleier, das ein besonderes Licht für das Ruhrtal erzeugte. Es war ein besonderer Moment diese Ruhe in der Natur zu sehen und fühlen. Denn dieses Jahr passierten viele Dinge und die Arbeit raubte mir viel Zeit. Die Ruhr dagegen schien scheinbar still zu stehen.

Gefühl in diesem Moment

Der Augenblick es so zu erleben lag in der besonderen Schönheit des Ruhrtals, bei herrlicher Herbstluft von Wald und Pilzen und die Freiheit die Natur heute zu erleben. Es war wie ein meditativer Blick in sich selbst.

Das Foto wird im Guten-Zweck-Kalender die 43. Woche zieren.

Welcher gute Zweck das sein wird, ob Ukrainehilfe, Obdachlosenhilfe, Tierheim oder eine andere unterstützenswerte Organisation, das entscheide ich kurzfristig und informiere darüber.📅

Motivsuche

Das jeweilige Foto mit Motiven aus der Natur, Architektur, Porträt oder Industriekultur des Ruhrgebiets wird auf jeden Fall das Wochenende einläuten. Es soll auch einen besonderen Titel bekommen und erklärt werden, wo es aufgenommen wurde.🏙🌳🍄🍂🏭

Hast Du auch ein schönes Foto, das Du in den Kalender hinzufügen möchtest?

Hobby- oder Profi-Fotografen sind herzlich eingeladen an meine Emailadresse ihr Foto zu schicken, das ich dann veröffentlichen darf im Blog und natürlich auch in den „Guten-Zweck-Kalender“. Dazu bitte wenn möglich Aufnahmedatum, Motiverklärung, Ort der Aufnahme und auch eigene Gefühle dazuschreiben. Ein Honorar wird nicht bezahlt, da der Kalender insgesamt für einen guten Zweck gedacht ist. Ich würde mich über zahlreiche Teilnehmer freuen! Vielen Dank für das Verständnis!

Fotos bitte an folgende Email: ruhrpottologe@gmail.com

Vom 30.11.2022 – Ruh(r) – Die Ruhr am Hohenstein bei Witten:

Ruh(r) – Die Ruhr am Hohenstein bei Witten – Foto: (c) Ruhrpottologe André Brune

Glück auf und Schönes Wochenende wünscht der Ruhrpottologe André Brune⚒

POTTfoto Nummer #1 – Solidarische Gemeinschaft – Gemeine Stockschwämmchen

Hiermit beginnt eine neue Rubrik von ausgesuchten Fotos von mir und oder anderen Fotografen. Die sich nächstes Jahr in einem Kalender wiederfinden können, der für einen guten Zweck dann zu kaufen ist.📷

Welcher gute Zweck das sein wird, ob Ukrainehilfe, Obdachlosenhilfe, Tierheim oder eine andere unterstützenswerte Organisation, das entscheide ich kurzfristig und informiere darüber.📅

Das jeweilige Foto mit Motiven aus der Natur, Architektur, Porträt oder Industriekultur des Ruhrgebiets wird auf jeden Fall das Wochenende einläuten. Es soll auch einen besonderen Titel bekommen und erklärt werden, wo es aufgenommen wurde.🏙🌳🍄🍂🏭

Hobby- oder Profi-Fotografen sind herzlich eingeladen an meine Emailadresse ihr Foto zu schicken, das ich dann veröffentlichen werde. Dazu bitte wenn möglich Aufnahmedatum, Motiverklärung, Ort der Aufnahme und auch eigene Gefühle und Motiverklärung. Ein Honorar wird nicht bezahlt. Es ist insgesamt für einen guten Zweck gedacht. Vielen Dank für das Verständnis!

Fotos bitte an folgende Email: ruhrpottologe@gmail.com

Heute am 4.11.2022 – Herbstzeit – Pilzzeit:

Titel: Solidarische Gemeinschaft (Gemeines Stockschwämmchen) (c)André Brune

Fotografiert habe ich das Foto bei einem Sonntagsspaziergang bei mir um die Ecke in Bochum-Eppendorf auf dem Westtangenteweg, der Höntrop mit Weitmar und den jeweiligen Radwegenetz verbindet Richtung Ruhr und Wattenscheid.

Dieser Pilz klingt namentlich nach einem bösen Pilz und ist immer gemeinsam und solidarisch friedlich mit vielen anderen auf einem alten verrottenden Baumstamm zu finden. Der Gemeine Stockschwamm wächst von Frühling bis Winter (April bis Dezember) in Laub-, Misch- und Nadelwäldern an Baumstümpfen und abgestorbenen Stämmen verschiedener Laubbäume. Warum er gemein sein soll, ist mir bei seinem Tun nicht klar.

Vorsicht ! Er ähnelt dem Gift-Häubling. Vielleicht ist er wegen der Verwechslung gemein.

Kuehneromyces mutibalis auf Latein ist auch im Ruhrgebiet überall zu finden und ist ein schmackhafter leckerer Pilz! (Ich übernehme keine Verantwortung bei Eurer Pilzsammlung! Quelle: „Pilze App“)

Glück auf und Schönes Wochenende wünscht der Ruhrpottologe André Brune⚒