Aktion Canchanabury – 63 Jahre Afrikahilfe aus Bochum – Gerd Stegemann im Interview I Podcast #70 I Fotos

Im Gespräch mit Geschäftsführer Gerd Stegemann vom Verein Aktion Canchanabury

Bei einem Straßenfest im „Kortländerviertel“ in Bochum habe ich zufällig auf einem Hinterhof beim Grillen Henriette Roos kennengelernt. Sie erzählte mir kurz vom Verein und ich bot ihnen einen Podcast an.

Teaser zum Podcast:

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Einige Monate später rief Gerd Stegemann, der Geschäftsführer des Vereins Aktion Canchanabury, an und machte mit mir einen Termin.

Ich war sehr neugierig, was das für ein Verein ist. Ich wußte, trotzdem ich seit 1995 in Bochum wohne, nichts über einen Verein im Ruhrgebiet, der sich für Afrika einsetzt. So ist nun nach langer Zeit endlich der Podcast raus:

Zu meiner Überraschung ist der Verein schon seit dem 10.10.1961 aktiv. Der Gründer Hans Reinhardt, der mit Kinderlähmung selbst genug Leid erfahren musste in seinem Leben, wollte anderen helfen, denen es noch dreckiger ging. Lepra war damals eine üble Seuchenkrankheit, die erst in den 1990er Jahren durch den Fortschritt in der Medizin eingedämmt werden konnte.

„Im Mai 1960 kam mir der Gedanke, den Aussätzigen (Anmerkung: Leprakranke) zu helfen. Niemand gab mir den Rat, kein Buch und kein Film regte mich dazu an. Es lag wohl daran, dass ich selber krank war. Der beste Dolmetscher für das Verstehen des Leides seiner Mitmenschen ist das Leid, das man selbst ertragen musste.“ Das war das Motto von Hans Reinhardt.

So wurde Verein „Aktion Leprakrankenhaus Canchanabury“ gegründet. Zwei Jahre wurden Spenden gesammelt, um ein Krankenhaus für Leprakranke in Thailand am Fluß Kwai zu bauen. Doch die Regierung Thailands wollte in der Nähe des Touristenzentrums das nicht sehen und verbot den Bau des Hospitals.

Hans Reinhardt gab aber nicht auf. Er nahm Kontakt mit Afrikamissionaren auf, den „Weißen Vätern“ in Köln. Sie benötigten Geld für die Behandlungen von Leprakranken im Kongo. Ao entsteht in Badiya die Leprastation für 100000 DM. Und ist damit das erste erfolgreiche Projekt der Aktion Canchanabury. Der Vereinsname des thailändischen Ortes wurde beibehalten, weil man aus Niederlagen nur lernen kann, so Hans Reinhardts Meinung als Vorsitzender. Bis heute blieb der Name und ist über die Grenzen Bochums auch bekannt.

Mehr über die Geschichte des Vereins:

Gründung und Geschichte – Aktion Canchanabury e.V.

Danach wurde in vielen afrikanischen Staaten bestimmte Projekte erfolgreich durchgeführt. Immer ist Transparenz für Mitglieder und Außenstehende wichtig für den Verein gewesen. Im Kongo musste der Verein sich jedoch durch den Bürgerkrieg Ende der 1990er Jahren zurückziehen und übergab die Tätigkeit an eine belgische Stiftung ab, die dort weiterhin ihre Arbeit weiterführt.

Politisch ist Afrika 1961 noch nicht komplett vom Kolonialismus befreit. Heute ist Afrika ein Kontinent, das die ganze Welt ernähren könnte, wenn da nicht Korruption, ständige Kriege und Hungersnöte durch Klimawandel entstanden wären durch willkürliche Grenzziehungen der europäischen Kolonialmächte im 19. Jahrhundert und die Ausbeutung der Rohstoffe, die noch heute in gewisser Form durch die mächtigen Wirtschaftsunternehmen weitergeführt wird.

Heute bekommt Afrika hier und da von ehemaligen Kolonialländern, wie auch Deutschland, Entwicklungshilfen, die hier und da wirkungsvoll sind, aber insgesamt ein Tropfen auf dem heißen Stein sind.

Gerd Stegemann spricht mit mir über das Ziel des Vereins sich aufzulösen, sobald es in Afrika „normal“ zugehen würde, denn wirtschaftlich und politisch ist der Kontinent bleibend schwierig für die Bewohner und Bewohnerinnen. Für den Geschäftsführer Gerd Stegemann ist Afrika kein Sehnsuchtsort. Für ihn ist es wichtig, etwas Sinnstiftendes zu machen. So ist der studierte „Filmwissenschaft“ durch Zufall beim Kellnern auf den Verein gekommen.

Gerd Stegemann vor dem Büro

 

Er machte einen Imagefilm und dann wurde eine Halbtagsstelle angeboten auf die er sich bewarb. Dann war der Geschäftsführer in Rente gegangen und so lag es nahe, das er diesen Weg gehen wollte für den Verein. Denn es gab keinen passenden Bewerber. Heute ist er neben Henriette Roos, die schon über 20 Jahre dabei ist, eine große Stütze im Verein. Für Gerd Stegemann ist die Vereinstätigkeit sinnvoller als das Filmen eines Schokoriegels, wie er seine Erlebnisse aus der Filmwirtschaft mitteilte.

Beide checken die Projekte ab, prüfen die Gelder, machen die Transparenz für Mitglieder und auch nach Außen und entscheiden auch bei geldlichen Spendenabgaben.

Im Moment ist Uganda ein Schwerpunkt und hier ein Beispiel der Arbeit von Aktion Canchanabury. Ein Land, dass zur Coronazeit 2 Jahre lang die Schulen geschlossen hatte. Ein Land, das durch AIDS, Ebola und anderen Krankheiten immer wieder heimgesucht wird und mit Pandemien innerhalb der Grenzen „gute“ Erfahrungen hat.

In den Orten Masaka und Mushanga haben viele Kinder ihre Eltern durch AIDS und andere Krankheiten verloren. Sie selbst sind z.T. sogar mit AIDS geboren worden. Durch Präventionsarbeit im Rhamen des „Community Based Health Care“ sollen die Quoten für die Krankheiten eingedämmt werden. Ein Projekt ist die örtlichen Selbsthilfegruppen zu unterstützen, damit sie Waisenkinder in Pflegefamilien unterbringen können. Sie unterstützen auch ältere Waisen, die sich um ihre jüngere Geschwister kümmern in sogenannten „Kinderhaushalten“. Wichtig ist es den Waisen aus den Projektmitteln dort die staatliche Schuluniform, Schuldgeld und Schulbücher zu bezahlen, damit sie nicht abgehängt werden in der Bildung.

Wieviele Mitglieder hat der Verein?

40 Stimmberechtigte Mitglieder, ehrenamtlich helfen ca 150 Personen. Es gibt einen Stamm von ca 4000 Spender und Spenderinnen, wovon 90% hauptsächlich von Bochumern kommt. Verantwortlich sind die Ehrenamtlichen und Entscheidungsträger im Verein.

Welche Aufgabe hat Gerd Stegemann als Geschäftsführer?

Eine Überweisung muss zur Sicherheit entgegengezeichnet werden. Alle Projekte, die laufen, müssen entsprechend nachverfolgt werden, ob sie laufen, wie es den Projektpartnern geht, ob das Geld angekommen ist und ob es entsprechend genutzt wird.

Sachspenden müssen koordiniert werden. Also das sinnvolle Dinge, wie medizinische Hilfsmittel in einen Container kommen, der dann an einen Projektort geschickt wird. Bildungsarbeit wird in Bochum in den Schulen vorbereitet und durchgeführt, d.h. Schulklassen werden über z.B. Uganda, das Land und auch das Projekt des Vereins informiert. Es gibt Kontakte zu medizinische Firmen, die im Moment vieles eher in die Ukraine schicken als nach Afrika, aber eben medizinische Hilfsmittel spenden für die Projektorte von Aktion Canchanabury.

„Wenn Du am entwicklungspolitischen Rad drehen möchtest und Einfluss nehmen möchtest, dann ist die Aktion Canchanabury nicht das richtige. Wenn du einen direkten Draht zu den Menschen und deren Lebensbedingung verbessern möchtest in den verschiedenen Ländern, dann bist du bei Aktion Canchanabury richtig“, sagt Gerd Stegemann während des Podcasts und öffnet damit auch die Tür von Vertrauen in einen langjährigen funktionierenden Verein, der wahrlich viele positive Entwicklungen in so manchen Ort in einigen afrikanischen Staat gebracht hat.

Leider gibt es oft genug Schwierigkeiten mit der lokalen Presse. Wenn es um das Projekt Uganda geht, so schreibt die lokale Presse nicht darüber, weil es dann ein Artikel für die Auslandsabteilung ist. Und am Ende wird dann kaum oder gar nicht drüber geschrieben. Wenn es aber um ein lokales Ereignis geht, um einen Spendenaufruf mit Kaffee und Kuchen geht, dann wird ab und zu darüber geschrieben.

Afrika ist weit weg. Lokal nimmt man es hier nicht wahr außer im Fernsehen. Jeden Tag kommen nur schlimme Nachrichten von Bürgerkrieg, Korruption, Armut, Hungersnöte. Selten sind positive Berichte. So hat Afrika natürlich schon ein Makel in den Köpfen. Doch die nicht nur hausgemachte Armut, sondern von den nördlichen „zivilisierten“ Staaten klein gehaltene afrikanische Gesellschaft, um so günstig wie möglich an Rohstoffe zu kommen und die eigene Gewinnmaximierung zu erhalten und die Aktionäre zu beglücken, wird den Verein weiterhin in Arbeit halten.

Traurig genug ist, das der für mich „vergessene“ Kontinent, so wenig Beachtung bekommt, aber dennoch im Tourismusgewerbe stark beworben wird. Zumindest sind die nordafrikanischen Staaten außer Libyen und Algerien, Südafrika und Kenia neben Namibia interessante Touristenziele, die viele deutsche Touristen anziehen. Aber das war es dann auch wieder.

Umso erfreulicher ist es, dass es diesen Verein gibt, der sich für ein besseres Afrika einsetzt und damit von Bochum eine Brücke in den großen Kontinent gebaut hat, um vor Ort bessere Lebensbedingungen zu schaffen, wenn es auch nur im kleinen Rahmen ist. So ist dennoch seit über 60 Jahren ein großer Schritt getan worden, der auch nachhallt, so wie es Paul aus Uganda, den ich als Bonus noch am Ende des Podcasts eingebaut habe, der nun nach Deutschland gekommen ist, um hier in der Pflege zu arbeiten und ein neues Leben beginnen möchte. Ein Leben, dass mit Sicherheit besser ist, als das, was er im Slum von Uganda erlebt hat.

Für den sympathischen Paul, der behinderte Menschen am Bodensee, pflegt und unterstützt, wünsche ich nur das Allerbeste. Er unterrichtete in Uganda Kinder in Ethik. Ein Unterrichtsfach, dass wir hier in Deutschland nicht haben. Er erklärte, was gut und was falsch ist. Wie schlecht Drogen und die Kriminalität ist. Es machte ihm Spaß den Kindern Moral beizubringen, aber nun geht er den Weg in Deutschland weiter von dem sich der ein oder andere eine Scheibe von Abschneiden könnte.

Für den Verein Aktion Canchanabury, den ich beim Krempelmarkt beim Kuchenverkauf und Waffelbacken unterstützte im April 2024, wünsche ich weiterhin viel Erfolg für die Projekte, die sie zur Zeit koordinieren und machen und für alle weiteren Projekte, die nötig sind, um Menschen vor Ort ein besseres Leben zu bieten. 

Ich hoffe, dass ich mit meinem Podcast anderen Menschen vielleicht animieren kann dem Verein beizutreten. Er geht fast zwei Stunden, aber ist sehr informativ über Afrika. Das Thema dieses Kontinents ist eben nicht in 30 Minuten abzuhandeln und der Verein ist nicht neu. 

Short zum Krempelmarkt und Interview mit Henriette Roos:

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Video zum Krempelmarkt und Interview mit Henriette Roos:

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Wenn Ihr weiterhin Informationen bekommen möchtet, so abonniert den Newsletter, denn ich werde den Verein in meiner Form als Ruhrpottologe und im Lokalkompass weiter unterstützen und ihre Pressemitteilungen und Aktionen mitteilen.

Für weitere Informationen über den Verein könnt ihr auf deren Internetseite, bei Instagram oder Facebook folgen oder den Youtube-Kanal aufsuchen oder einfach mal im Büro bei Gerd Stegemann und Henriette Roos auftauchen.

Adresse der Geschäftsstelle

Aktion Canchanabury

Herner Str. 16

44787 Bochum

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Wer Fragen zur Arbeit des Vereins hat, Informationen zu den einzelnen Projekten bekommen oder eine Spendenbescheinigung möchte, kann auch gern zu den Öffnungszeiten das Büro betreten oder anrufen:

Tel. +492349357846

Öffnungszeiten:

Mo-Mi + Fr  8 – 13 Uhr

Do                 8 – 18 Uhr

Und nach telefonischer Absprache

Links

Internet : https://canchanabury.de

Facebook : Facebook.com/canchanabury

Instagram : Aktion Canchanabury e.V. (@aktioncanchanabury)

Youtube: youtube.com/@aktioncanchanabury515

 

Fotos © André Brune

Schaufenster mit Projektinfos
Projekttafel von Aktion Canchanabury
Schaufenster des Büros von innen mit Sitzmöglichkeiten
Tolle Arbeit!
Mit Henriette Roos und Gerd Stegemann auf dem Krempelmarkt 2024
Kuchentheke vom Krempelmarkt in der Rotunde in Bochum
Krempelmarkt auf dem Gelände der Rotunde in Bochum
Selbstgezüchtete Pflanzen als Spende für den Verein zu kaufen
Waffeln backen geht los - bisken geholfen aufm Krempelmarkt

FOTO der Woche I Bergbaumuseumregen

„Bergbaumuseumregen“ ist nicht nur mein Foto der Woche aus der Fotoreihe „Regenscheibe“, sondern auch auf Acrylglas, 20*20 cm  in der Ausstellung „Nacht der 1000 Bilder“ im Verkauf.

Heute ab 18 Uhr, 22 Stunden lang bis Samstag, 20.4. 16 Uhr ist es erhältlich für 35 €.

Nachdruck ist möglich.

Wo?

The Artspace

Atelier von Carsten Breuer

Im Fuhlenbrock 168

Bottrop

***

Im Jahr 2024 ist Regen alltäglich. So wird auch das Bergbaumuseum in Bochum eingeregnet.

Ich habe das Bild jedoch ein wenig wärmer gestaltet, so dass Untertage die Wärme zu sehen ist, während es Übertage kühl ist.

Die Geschichte vom Bergbaumuseum werde ich hier diesmal nicht erzählen. Das passiert ein anderes Mal.

Glück auf

 

Glück auf!

Mit Giampiero Piria unterwegs auf Kiosk-Spuren in Bochum – Ehrenfeld I +Video I +Podcast I +Fotos

Der gebürtige Oberhausener Schauspieler, Intendant und -Regisseur vom Theater der Gezeiten ist in Bochum schon ein bekannter bunter Hund. Auf dem Weg durch Ehrenfeld kommt er aus dem Grüßen nicht raus. Heute am 13.4. wurde er 60  Jahre alt. Damit ist es der beste Tag das Video und den Blogbeitrag über ihn und seine besondere touristische Wanderung durch den Stadtteil Ehrenfeld herauszubringen.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Seit 15 Jahren bietet er die ein oder andere Kiosktour an, die auch schon im Fernsehen gelandet ist. Unser gemeinsames Video ist letztes Jahr im August entstanden, wo er die Ausarbeitung zu nächsten Kiosktour durch Bochum – Ehrenfeld mir und mein Publikum exklusiv vorstellt, was nun ab dem Tag seines Geburtstags auf meinem Youtube-Kanal zu sehen ist:

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Seine ersten Touren in Bochum gingen durch Wattenscheid, durch die sogenannte „Speckschweiz“ in Hamme und nun auch in Ehrenfeld. 

Zu hören als Podcast:

 

Wo geht die Tour entlang?

Sie startet an der U-Bahn-Station Schauspielhaus, geht über die Alte Hattinger Straße rüber auf die Kronenstraße, vorbei an einem Rotkehlchen-Wandgemälde. Über die Oskar-Hoffmann-Straße geht’s zur Weiherstraße, wo das ein oder andere Hauswandgemälde uns erwartete, dann kamen wir am netten kleinen Kiosk „All In“ vorbei.

Dosengefühle am Schauspielhaus

Wir kamen über die Saladin-Schmitt-Straße südlich vom Schauspielhaus Bochum, wo der Besitzer vom Kiosk 41 gerade einem Backgammonspiel von seinen Besuchern zuschaute. Wir gingen dann in die Christstraße am REWE – Markt biegen wir auf die Pieperstraße zum Romanusplatz, dem ersten Kreisverkehr Bochums ein und enden an der Drusenbergstraße an dem Kiosk „Zum Philosophen“.

Tauben über dem Kiosk
Backgammon am Kiosk 41

An der Drusenbergstraße  steht auch eine „Rote Bank“. Wer den QR-Code auf der Bank mit seinem Smartphone ablesen lässt, kann eine Erzählung von Sabine Reich hören. Die „Roten Bänke“ waren ein Literaturprojekt der Stadt Bochum vor einigen Jahren. Die Erzählungen haben immer mit dem Ort zu tun, wo die Bänke stehen.

Die Rote Bank an der Drusenbergstraße

Das ist nur eine kurze Wegbeschreibung. Alle Hintergründe zu Wandmalereien und Kioske hat Giampiero Piria für die besondere touristische Bochum-Ehrenfeld-Kiosk-Wanderung parat und werden hier nicht erwähnt.  Die Tour kann sich auch jederzeit ändern und angepasst werden.

Giampiero im Naherholungskreisverkehr

Kioske sind das Kernthema, sowie auch das Betrachten der Hauswandgemälde, die auf der Tour zu entdecken sind. Ehrenfeld hat eine besondere Geschichte. Der Stadtteil Bochums hat vieles zu bieten, wie auch den kleinsten „Naherholungspark“ der Stadt, an dem der interessierte Tourist vorbeigeführt wird.

Das Rotkehlchen an der Hauswand Kronenstraße

An der Hattinger Straße liegt die „Kleene Tocke“. Die beiden Betreiber der Trinkhalle „Zum Philosophen“, die der Endpunkt werden wird, haben die ehemalige Pizzeria übernommen. Zum Zeitpunkt des Videos wurde es gerade neu eingerichtet. Asche auf mein Haupt, denn ich habe es noch nicht ausprobiert und da ist ständig voll, wenn ich vorbeifahre.

Was in Paris die Straßencafes sind, sind im Ruhrgebiet die Kioske. Ursprung seiner Kiosktouren-Idee war vor 25 Jahren. Er sieht die Trinkhallen als immaterielles Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen an. Nirgendwo sonst ist diese Art von Kiosk noch präsenter als im Ruhrgebiet. Die einzigen Städte, die zu nennen wären, wäre Berlin mit den „Spätis“ und auch Köln, aber das ist nicht überregional geprägt, so wie hier im Ruhrpott. In den Stadtteilen aller Städte sind die Trinkhallen verteilt. Viele wurden im Zuge des Strukturwandels zwar geschlossen, aber nicht wenige besinnen sich auf Neuartigkeit, Individualität, schicke Tiktok-Videos und sogar Internet-Geschäft und erhalten sich mit den der Modernität geschuldeten Veränderungen trotzdem. Auch Kioske mussten sich den Umstand der Supermarktketten an jeder Ecke und die Eröffnungen von Verkaufsbereichen an den Tankstellen.

Kiosk 41

Die Hauswand-Malereien von z.B. Kevin Schott oder Dennis Klatt sind eine Besonderheit der Tour. Die Stadtverschönerungen sind ebenfalls eine wichtige Mitteilung in seiner Tour. Kunst auf den Straßen zu entdecken, wo man normalerweise nur schaut, dass man von A nach B kommen will, erhellt nicht nur den Horizontblick auf die Stadt, sondern zeigt, dass Ruhrgebietsstädte nicht nur grüner sind als so mancher Besucher denkt, sondern auch bunter.

 

Ausruhen am Kiosk „Zum Philosophen“ war am Ende unserer gemeinsamen Tour selbstverständlich:

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Theaterkünstler Giampiero und Verein „Theater der Gezeiten“

In der Schmechtingstraße 38 im Stadtteil Hamme befindet sich das „Theater der Gezeiten“, dass Giampiero mit dem Verein betreut. Über Hamme hinaus bekommt die Nachbarschaft der sogenannten „Speckschweiz“ an Theaterstücken für Kinder und Erwachsene oder Musikkonzerte und Literaturlesungen eingeladen.

Einige Schritte weiter von der ehemaligen Eckkneipe entfernt befindet sich der „TinyRoom“, das für Kunstausstellungen und ebenfalls für diverse Veranstaltungen genutzt werden kann.

Die „Hutkonzerte“ und Theaterstücke sind frei von Eintritt. Am Ende zahlt man in einen Hut ein „Trinkgeld“ für die Darsteller* oder Musiker* (*Innen natürlich auch!)

Im „TinyRoom“ befindet sich auch das kleinste Kunstwerk der Stadt Bochum von Giampiero Piria in einer Schublade eines dort stehenden alten Wohnzimmerschranks.

Der Individual- bzw. Gruppen-Preis der Kiosktour in Bochum-Ehrenfeld stand noch nicht fest.

Wer sie buchen möchte, kann dies über meine Email in den Kontaktdaten machen oder direkt bei Giampiero per Mail:

giampieropiria@web.de

Auf meiner Blogseite, werden in diesem Jahr noch einige andere Touren im Ruhrgebiet vorgeschlagen, die bei mir gebucht werden können.

Freut euch also auf mehr, aber erstmal auf Giampieros Kiosktour durch Ehrenfeld!

Glück auf, Klümbkes drin und Prost!

Euer Ruhrpottologe André Brune

Links:

Theater der Gezeiten

Schmechtingstr. 40 – Bochum

Internet: Theater der Gezeiten (https://theaterdergezeiten.de)  

TinyRoom

Schmechtingstr. 38, Bochum

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Kunst oder kann das weg?
Anderer Blickwinkel bei der Tour
Flaschengefühle unterwegs
Entdeckungen auf der Weiherstraße
Wandbemalung auf der Christstraße
Die Rote Bank

In den Katakomben vom Tierheim Bochum mit Leiterin Carmen Decherdt I + Spendenübergabe aus Kalenderaktion Bochum I + Video I + Podcast I + Shorts

Endlich war es soweit. Ich konnte persönlich die Spenden in Höhe von 225 € aus meiner Kalenderaktion „Bochum 2024“ im Tierheim Bochum an die Leiterin Carmen Decherdt übergeben. Bei meiner Anfrage war sie sofort bereit mit mir auch einen Rundgang durch das Tierheim Bochum zu machen.

Das seht ihr im Videopodcast:

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Podcast zu hören für unterwegs:

Die Geschichte vom Tierheim Bochum

Die Geschichte des Bochumer Tierheims beginnt tatsächlich schon 1899. Der „Tierschutz-Verein für den Stadt- und Landkreis Bochum“  hatte bis zum II. Weltkrieg unter dem Vorsitz des Oberveterinär-Rat Dr. Rogge bestanden. Die Neugründung fand 1955 mit dem Verein „Bochumer Tierparkfreunde e.V.“ statt. Knapp ein Jahr später änderte sich der Name auf „Tierschutzverein Bochum e.V.“

Mit 1400 DM Vereinsvermögen und 100 Mitgliedern ging es dann richtig los. Damals kam der bekannte Tierpsychologe Peter, den alle unter „Tierpeter“ kannten oft nach Bochum, um Vorträge über Tiere zu halten.

Am 6.10.1957 gab es einen ersten „Tierumzug“, der auf die Tiere in der Stadt aufmerksam machte und von der Bochumer Bevölkerung herzlich angenommen wurde. Nach einigen Jahren nahm der Verkehr so zu, so dass die Umzüge eingestellt wurden.

Als Museumsdirektor Dr. Winkelmann 1960 zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde, nahm er Kontakt mit der Gelsenkirchener Bergwerks AG auf, um auf der Baaker Straße in Bochum-Linden ein altes Fachwerkhaus mit Grundstück zu erwerben. Die Eheleute Fadenrecht richteten sich provisorisch dort ein und stellten erste Hundehütten. Ab 1964 wurde das Tierheim immer weiter ausgebaut, so dass 165 schon 178 obdachlosen Tieren  versorgt werden konnten.

Nach 1966 wurde unter Luise Hoffmanns Vorsitz das Tierheim weiter ausgebaut und es kam zu einer engeren Zusammenarbeit mit dem Hattinger Tierschutzverein mit Dr. Overbeck. Herrenlose Hunde aus Hattingen und Sprockhövel kamen nun ins Bochumer Tierheim.

Am 15.7.1970 schlossen sich beide Vereine zum „Tierschutzverein Bochum, Hattingen und Umgebung e.V.“ zusammen, der 2023 wieder gespalten wurde, weil sich die Hattinger mit den Wittener nun zusammen das Tierheim dort teilen.

Bis das Tierheim Bochum in seiner jetzigen Größe auf der Kleinherbeder Straße kam, hatte es erst noch einiges an Mehrarbeit zu absolvieren. Auf der Elisabethstraße wurde ein zweites Tierheim eröffnet ab 1973. Die Zahl der betreuten Tiere stieg immens auf 3400 Tiere. Der Verein startete „Tag der Offenen Tür“ und startete 1978 eine Unterschriftenaktion gegen Tierversuche.

1981 hatte der Verein 1557 Mitglieder und kümmerte sich um mittlerweile über 3000 Tiere, darunter allein 1500 Katzen!

1985 wurde überlegt ein zentrales Tierheim zu bauen, das auf der Elisabethstraße eine Sanierung stattfinden musste. Die Stadt Bochum schlug das städtische Grundstück in Querenburg auf der Kleinherbeder Straße vor als zentrales Tierheim. Das Grundstück und das Haus in seiner jetzigen Form wurde mit Hilfe der Stadt Bochum, Hattingen und dem Land Nordrhein-Westfalen mitfinanziert. Die tierschützerische Arbeit des Landestierschutzverbandes NRW sollte in Bochum zum Modellcharakter werden. Nach engagierten Planungen und Recherchen über Tierhaltung in Literatur und anderen Tierheimen in NRW fand die Einweihung am 24.4.1988 statt.

1992 pachtete der Verein ein weiteres Gelände von der Stadt in unmittelbarer Nachbarschaft, um einen Hundeübungsplatz zu errichten, der mittlerweile überdacht ist. Zeitgleich wurde auf Gruppenhaltung umgestellt auf 2000 qm große und kleinere Gelände für Hunderudel. Das alles ist im Video zu sehen.

Seit dem 1.1.2023 hat die Stadt Hattingen sich aus dem Vertrag mit dem Tierheim Bochum zurückgezogen, um mit dem Tierheim in Witten zusammen zu arbeiten, so dass der Verein nun wieder Tierschutzverein Bochum e.V. heißt.

(Kurzfassung der Quelle: Vereinsgeschichte | Tierschutzverein Bochum, Hattingen & Umg. e.V. (tierheim-bochum.de)

Beeindruckendes Tierheim

Ich war von der Größe beeindruckt und was die Tierpfleger und Tierpflegerinnen tagtäglich leisten. Denn auch wenn es schöner wäre, das Tiere schnell ein neues Zuhause bekommen sollten, werden sie hier liebevoll und individuell behandelt. Mittlerweile gibt es sogar einen eigenen Medizinischen Raum, in dem die Tiere drei Mal die Woche von der Tierärztin Simone kontrolliert, geröntgt, behandelt und auch operiert werden können. Das spart den Mitarbeiter*Innen Zeit, dem Verein langfristig Geld und für die Tiere Stress für die Fahrten zum Tierarzt.

TEASER 1

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Wie läuft es im Katzenbereich ab?

Wir sind nach der Übergabe als erstes zu den Katzen gegangen. Sie müssen bei der Übergabe eine Quarantäne von 14 Tagen aus hygienischen Gründen über sich ergehen lassen. Die Ansteckungsgefahr von Krankheiten auf die anderen Tiere muss verringert werden. Jeden Tag werden die Katzenklos, die Decken und Handtücher gewaschen. Hygiene im Tierheim Bochum ist ein oberwichtiges Element für die Gesundheit der Tiere.

Für die volle Funktion des Tierheims kommen nicht nur Stromkosten für die Waschmaschinen zusammen, sondern Heizung, Futter, Nahrungsergänzungsmittel, Medikamente, Behandlungskosten, Stroh und auch Putzmittel für die Reinigung der Räumlichkeiten sind von Spenden abhängig. Nicht zu vergessen ist die Bezahlung der Angestellten des Vereins. Zur Zeit arbeiten dort 2 Katzenpflegerinnen, 4 Hundepfleger, 2 Kleintierpfleger, vier Auszubildende.

Kein Tierheim hat es einfach im Moment in Deutschland, denn in der Corona – Zeit haben sich viele Haustiere zugelegt und nun haben sie aus beruflichen, privaten oder anderen Problemen weniger Zeit oder Geld, um ihre Tiere zu halten. Viele werden leider ausgesetzt, aber es wäre doch so einfach mal anzurufen. Die Tiere können nichts für ihre Situation!

Jeden Tag kommt mindestens ein Anruf für eine Katzenabgabe. Dagegen nur alle zwei Tage, um eine Katze zu übernehmen. Die Räume für die Katzen sind nicht klein, aber es darf auch aus hygienischen und sozialen Gründen die Anzahl der Katzen nicht überschritten werden. Im Moment okkupieren durch die hohe Anzahl der Abgaben Katzen auch den zweiten Vogel-Raum.

Schon jetzt wird über einen weiteren Ausbau allein für Katzen überlegt. An einem Wochenende wurden letztens sieben Katzen gefunden. Davon sind nur zwei wieder abgeholt worden. Die wenigsten werden wieder abgeholt.

TEASER 2

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Es gibt in Bochum die Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht. Fundkatzen sind meist nicht entsprechend behandelt. 30 Euro kostet ein Transponder. Kastration kosten jetzt seit November 2023 ca. 250 €. Die Kontrolle bei Katzen ist nicht geregelt, so dass fast jedes Fundtier diese Merkmale nicht aufweisen. Ob sie ausgesetzt wurden, wie die Kosten zu hoch sind, sei dahingestellt. Dennoch sollte sich jeder bitte vorher überlegen, ob ein Tier in Frage kommt. Sei es die wohnliche Umgebung, ob mit oder ohne Garten, kleine oder große Wohnung, viel Laufzeit oder weniger mit dem Hund eingehalten werden kann, und ob es mit dem Beruf überhaupt vereinbar ist. Wenn diese Dinge geklärt sind, dann kann über ein Tier nachgedacht werden.

Sogar bei einem Kaninchen ist es wichtig mehr als 5 qm Fläche in der Wohnung anbieten zu können. Eine Käfighaltung ist für diese Tiere eher eine Folter als sinnvoll.

Großzügige Kaninchenhaltung im Tierheim

In letzter Zeit finden sich auch obdachlose Hähne im Tierheim hin und wieder. Sie werden ausgesetzt, aber nehmen möchte niemand einen Hahn. Warum auch immer…

Wie finanziert sich das Tierheim Bochum?

Die Stadt Bochum gibt einen gewissen Obulus für Fundtiere und Sichergestellte Tiere, die nach einer Meldung vom Veterinäramt aus schlechter Haltung rausgeholt wurden. Ansonsten ist das Tierheim Bochum abhängig von Spenden. Deswegen ist es immer wichtig, die Dinge, die gebraucht werden, auch gespendet zu bekommen. Dafür nimmt das Tierheim Bochum eine Vermittlungsgebühr von 150 € und macht über das Jahr mehrere Veranstaltungen, wie Hunderennen, Patenessen, monatliche Büchertische, die kostenlos gespendet wurden für den Verkauf von je 1 €. Das allein bringt meist so um die 800 € ein.

TEASER 3

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Die Flohmarktgruppe braucht noch Unterstützung. Meldet euch:

Flohmarktgruppe | Tierschutzverein Bochum, Hattingen & Umg. e.V. (tierheim-bochum.de)

In einem Raum sind in großen Volieren die Vögel untergebracht. In anderen Räumen gibt es noch Degus und im Exotenraum ein Waran namens Wilson, der ein Verdauungsproblem hat und aus einer schlechten Tierhaltung kommt. Der arme Kerl guckte ganz konsterniert, als wir beim Rundgang in das Terrarium schauten.

Degus Voliere

Zuletzt kamen zwei ausgesetzte Chinchillas hinzu. Leider überlebte das weibliche die Narkose bei einer Operation nicht. Doch der männliche wird jeden Tag streichelnd getröstet und kommt auch bald in eine Pflege mit einer anderen weiblichen Chinchi.

Voliere für Chinchilla

In der Küche gibt es einen Plan, wieviel Gemüse von wem und für wen geschnibbelt werden muss. Alles muss auch bei Krankheit des Personals ohne Probleme weiterlaufen. Denn die Tiere brauchen die tägliche Betreuung und Futter. Von Markthändlern wurde leider oft genug schlechtes vergammeltes Gemüse abgegeben. Deswegen freut sich das Tierheim immer über Frisches.

Ich erfahre, dass Meerschweinchen weniger Probleme haben vermittelt zu werden, als Kaninchen. Wie erwähnt brauchen sie eine gewisse Raumgröße, können aber auch sehr bissig werden.

Quarantäne

Der hintere Teil abgedeckte Teil des Hundehauses ist die Quarantänestation. Hunde aus dem Ausland, die keine Nachweise haben und deren Blut wegen verpflichtender Impfnachweise untersucht werden müssen, sind manchmal länger als 14 Tage dort. Sie dürfen eben keine Krankheiten an die anderen Hunde weitergeben. Es geht um die Existenz aller lebenden Tiere, das abhängig sein kann von einem einzigen neuen Tier, wenn es nicht richtig versorgt und untersucht wird.

Quarantäne für Hunde

Wie diese leider nicht schöne Beispiel eines Welpen zeigt: vor einiger Zeit nahm das Tierheim eine Französische Bulldogge aus dem Ausland auf, das ausgesetzt wurde. In der Zeit von 5 Wochen Quarantäne fehlte die Sozialisationsphase, so dass es im Nachhinein äußerst schwierig ist diese einem Hund anzulernen.

Eigener Tierarztraum

Im eigens fertig gestellten Operationsraum mit einem kürzlich erworbenen Röntgenapparat, können die Tiere nun stressfrei direkt vor Ort von Tierärztin Simone drei Mal die Woche behandelt werden. Die Kosten für die Fahrten zu Tierärzten sind somit auch Geschichte.

Hundehaltung im Tierheim

Jeder Hund hat einen Käfig. Wir sind aus Lärmgründen nicht in den Gang gegangen. Wir hätten unser eigenes Wort nicht mehr verstanden und die tontechnischen Aufnahmen wären durch das Bellen aller Hunde untergegangen. Manche Käfige hatten Decken, damit sie sich nicht sehen gegenseitig anbellen können. 10 Mal am Tag läuft die Waschmaschine nur für die Hunde. Draußen ist eine Wegwisch-Tafel für die Hundeausführer. Auf ihr steht, wer wann mit welchem Hund Gassi geht.

Weiß & Nicht getauft von mir

Leiterin Carmen Decherdt

Carmen Decherdt leitet das Tierheim Bochum seit 16 Jahren und feierte letztes Jahr ihr 30jähriges Jubiläum Die gelernte Rechtsanwaltsgehilfin kam indirekt durch die Liebe über den Schwiegervater, der das vorher geleitet hatte zum Tierheim. Ich bedanke mich für die symphatische Führung und werde auch weiterhin das Tierheim als Tierpate und zwischendurch unterstützen.

Carmen Decherdt, seit 16 Jahren Leiterin des Tierheims Bochum

TRAILER 5

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Corona-Zeit

Die Corona-Zeit war für das Tierheim eine schwere isolierte Zeit. Sie hatten länger als die Krankenhäuser strenge Regelungen aufrecht erhalten. Carmen teilte mir mit, dass sie allein mit einer Auszubildenden mal bei einer starken Grippewelle vier Wochen lang das Tierheim betreut hat. Die Tiere müssen täglich ernährt werden, gestreichelt, mit Medikamenten versorgt werden. Das war eine Erfahrung, die sie nicht unbedingt wiederholt haben möchte.

Tier-Patenschaften

Ich habe selbst seit einigen Jahren eine Tierpatenschaft. Mittlerweile ist Lion, ein schwer vermittelbarer Stafford Terrier aus schlechter Haltung meine dritte Patenschaft. Seit unsere Hündin Zizou vor über zwei Jahren starb, gebe ich das eingesparte Geld eher dem Tierheim Bochum, um dort die hohen Kosten zu unterstützen. Ich spende monatlich 15 € für Lion.

Meine Tierpatenschaft Stafford Terrier Lion (Foto: (C) Tierheim Bochum)
Lion & ich. Lieber nicht näher ran gehen…

TEASER 4

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Wer eine Tierpatenschaft für Hunde übernehmen möchte, kann dies mit minimal 5 € tun. Man bekommt eine Urkunde, wie meine zugeschickt mit einer Übersicht, was für ein Charakter der Hund hat. Damit kann man schon so einiges an Unterstützung für ein Tier unternehmen. Für Katzen und Kleintiere gibt es eine Patenschaft nicht für die Namen, sondern eher für die jeweilige Einrichtung. Einmal im Jahr findet ein Patentreffen statt. Das nächste ist am 29.6.24. Da kann man mit dem Ausführer zusammen mit dem Patenhund z.B. gehen. Es gibt Kaffee und Kuchen. Vor Ort kann man mit den Tierpflegern und anderen Vereinsmitgliedern ins Gespräch kommen.

Tierpatenschaften | Tierschutzverein Bochum, Hattingen & Umg. e.V. (tierheim-bochum.de)

Weitere Events und Spendenaktionen vom Tierheim

Events | Tierschutzverein Bochum, Hattingen & Umg. e.V. (tierheim-bochum.de)

Futterkosten

Niedrig angesetzt kostet Futter für einen Hund ca. 20 – 25 €, für eine Katze 12,50 € – 15 €, für ein Nagetier zwischen 5 und 7,50 €

Job als Tierpfleger im Tierheim Bochum

Zur Zeit wird ein oder eine Auszubildender/e gesucht. Ein Führerschein ist sinnvoll. Denn es werden Fahrten mit dem Tiertransport gemacht werden und die Schule für die Bochumer Auszubildenden liegt in Münster.

Video-Auszüge hinter den Kulissen vom Youtube-Kanal 

Wie ist es so im Tierheim Carmen Decherdt?

Hinter den Kulissen Teil 2 – Tierheim Bochum (youtube.com)

Was sagen ehemalige Auszubildende?

Hinter den Kulissen Teil 6 – Tierheim Bochum (youtube.com)

Abonniert den Youtube – Kanal vom Tierschutzverein

Tierschutzverein Bochum, Hattingen & Umgebung e.V. – YouTube

 

Wer etwas Spenden möchte

Spendenkonto

Sparkasse Bochum
IBAN: DE73 4305 0001 0007 4253 90
BIC: WELADED1BOC

Direkt online:

Spenden | Tierschutzverein Bochum, Hattingen & Umg. e.V. (tierheim-bochum.de)

Habt ihr ein Fundtier gefunden?

Tierheim – Telefon: 0234295950 – Email: info@tierheim-bochum.de

HINWEIS!

Seit dem 1.1.2023 müssen Fundtiere aus Hattingen im Tierheim Witten untergebracht werden. Die Stadt Hattingen hat den Vertrag zum 31.12.2022 nach 34 Jahren gekündigt und arbeitet nun mit dem Wittener Tierheim zusammen.

Ruft also im Tierheim an!

Für Bochum bekommt ihr jetzt noch die Adresse und den Link:

Tierheim Bochum, Hundeschule & Tierschutzverein Bochum, Hattingen & Umg. e.V. (tierheim-bochum.de)

 

Öffnungszeiten

Mo, Di, Do, Fr:  14-17 Uhr

Mi, Sa, So:  11-14 Uhr

Für eine Vermittlung wird vom Tierheim um ein Termin für die Vorstellung erbeten, die auch außerhalb der Öffnungszeiten sein kann.

Weitere wichtige Links:

https://hundeschule-bochum.net

https://tsv-bochum.de

 

Social Media Links

Instagram @tierheimbochum) • Instagram-Fotos und -Videos

facebook.com/Tierschutzverein

Anfahrt:

Tierschutzverein Bochum

Kleinherbeder Straße 23

44892 Bochum

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***

Tierschutzbeschwerde melden

Fallen euch schlechte Tierhaltungen auf, dann meldet die „Tierschutzbeschwerde“ bitte umgehend dem städtischen Veterinäramt in Bochum:

Tierschutzbeschwerde | Stadt Bochum

 ***

Meine persönliche Bitte

Liebe Tierhalter!

Falls ihr eure Tiere, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr halten könnt, dann ruft im örtlichen Tierheim an. Es ist besser ehrlich zu sich selbst und im Sinne des Tieres zu handeln, das für die menschliche Situation nichts kann und sich auch nicht wehren kann.

Ihr handelt dann human und im Sinne des Tierschutzes. Das Aussetzen der Tiere ist abscheulich und zieht auch rechtliche und richtige Strafen nach sich.

***

Danke fürs Zuschauen, Zuhören und Lesen!

Lasst mal einen Kommentar da oder einen Like, ob im Youtube-Kanal, bei Tiktok, Instagram, Facebook oder hier im Blog. Fehler im Text bitte ich zu entschuldigen und mir mitzuteilen, damit sie korrigiert werden können. Vor lauter Hunden, sieht man da schon mal nicht die Hundehütte.

Ich würde mich sehr freuen!

Denkt dran! Die Tiere können sich nicht wehren! Meldet also auch schlechte Tierhaltung und Fundtiere. Danke!

 

Kommentar & Nachwort

Es ist schon tragisch, dass es immer mehr Menschen gibt, die aus den verschiedensten Gründen ihre Tiere einfach aussetzen. Dabei wäre ein Anruf im örtlichen Tierheim wenigstens eine mögliche Alternative, bevor der Gedanke kommt das eigene Tier auszusetzen. Denn die Tiere können für das eigene Leid nichts.

Aussetzen ist auch eine berechtigte Straftat gegen den Tierschutz. Sie kostet Bußgeld in Höhe von bis zu 25000 €, wenn man erwischt wird. Und das ist leider immer noch zu wenig, denn die wenigsten werden erwischt.

***

Gesetzestext:

Das Aussetzen von Tieren ist eine Ordnungswidrigkeit. Gemäß § 18 Abs.1 Nr.4 des Tierschutzgesetzes (TierSchG) kann es mit bis zu 25.000 Euro bestraft werden. Kommt das Tier infolge der Aussetzung zu Schaden oder gar zu Tode, handelt es sich um eine Straftat gem. § 17 TierSchG

***

Ich finde, dass eine Gefängnisstrafe von mindestens einem Jahr eingebaut werden müsste, um die  Verursacher fühlen zu lassen, wie es so in einem Käfig ist.

Ein Tier zu kaufen sollte wohl überlegt sein. Ob die Haltungsmöglichkeit reicht, die Zeit für Spaziergänge eingebaut werden können bei Hunden, der Freigang für Katzen machbar ist, wenn es keine Hauskatze ist, Kaninchen große Flächen haben, ob aus beruflichen Gründen das Tier dann doch nicht tagsüber gut genug betreut werden kann oder zu den Zeiten bei Freunden und Bekannten landet, so dass die Bezugsperson nicht mehr „Herr des Tieres“ wird. Auch familiäre oder gesundheitliche Gründe, sowie Tod des oder der Besitzers bzw. Besitzerin können zur Abgabe des Tiers führen.

Eine Anschaffung muss also gut abgewogen werden, ob es das Alter, die Krankheit zulassen kann. Mehrere außenstehende Meinungen sollten eingeholt werden.

Das anzuschaffende Tier ist ein Lebewesen mit Gefühlen, das nicht durch die eigenen persönlichen Belangen leiden darf. Wenn dann muss es in gute Hände gehen. Nach meinem Rundgang mit Carmen Decherdt nahm ich erstmal genauer auf, was so eine Tierpflege bedeutet, wenn ein ausgesetztes Tier oder aus schlechter Haltung in das Tierheim kommt. Das sogar ein Waran, namens Wilson, durch die Haltung Verdauungsschwierigkeiten haben kann, ist auch ein menschliches Gefühl, wenn es einem psychisch nicht gut geht.

Gerade die Corona-Zeit hat es gezeigt, wie viele Menschen sich dann ein Hund zugelegt haben, um erstens nicht nur allein zu Hause zu sein, sondern um auch nach Draußen zu kommen, um damit die entsprechenden Gesetze zu umgehen. Ohne drüber nachzudenken, dass die Zeiten sich wieder zurück entwickeln können und die eigene Zeit nicht mehr für die Betreuung eines Tieres genutzt werden kann, kommen nun die Tiere nach und nach in die Tierheime. Und davon sind nicht wenige ausgesetzt worden. Sie haben in dieser Zeit wahrscheinlich kein gutes Zuhause mehr gehabt und haben leiden müssen. Wer so manches Video oder Foto von neuen Fundtieren sieht, bekommt eine Ahnung davon was die meisten Tiere aushalten mussten.

Jede Person, die ein Tier in ihre Wohnung, ins Haus holen möchte muss sich bewußt sein, dass es ein lebendiges Wesen ist, das Liebe und Aufmerksamkeit braucht und zwar jeden Tag!

Es muss klar sein das Futter und Arztbesuche mit Impfungen Operationen, Medikamenten und Steuern bei Hunden viel Geld kosten können, was man eventuell nicht in der gewissen Größenordnung nicht hat.

Sich ein Tier anzuschaffen sollte am Ende kein Trugschluss sein, sondern eine wohlüberlegte Sache!

Ich lobe nicht nur, sondern erkenne im höchsten Maße die Arbeit eines Tierpflegers und einer Tierpflegerin an, die sich mit all ihrer Kraft, Liebe und Arbeit drumherum beruflich oder ehrenamtlich (auch natürlich alle Beteiligten rund um ein Tierheim mit den Organisationen von Spenden etc), die sich um die Tiere kümmern, bis sie in ein neues liebevolles Heim mit einer aufopfernden Familie weitergegeben werden können.

Die Verantwortung diese in ein neues Heim zu geben, liegt bei den Tierpflegern. Sie wollen die Tiere nicht in eine Familie geben, die es nachher wieder zurückbringt oder aussetzt. Es ist also klar, dass die Strenge sinnvoll ist. Tiere sollen das nicht noch einmal erleben, was und wie sie ins Tierheim gebracht hat. 

Glück auf mit tierischem Gruß und Lob an alle Tierheime und ihre Tierpfleger und Tierpflegerinnen, die jeden Tag aufopfernd für die armen Wesen da sind!

Euer Ruhrpottologe André Brune

FOTOS (C) André Brune

Ich bin Lion. Ich pass auf dich auf!

P.S.: Wer im Beitrag das kürzlich aufkommende Taubenproblem wegen schlechter Tierhaltung vermisst: Wir sind im Gespräch zwar auf das „Taubenproblem“ von Bochum eingegangen, dass kürzlich die örtlichen Gemüter erhitzt hat, aber ich habe es bewußt aus dem Video und Podcast in Absprache mit dem Tierheim herausgeschnitten. Wichtiger ist es das Gesamtbild des Tierheims zu zeigen und damit die Arbeit, die Funktion und die aktuelle Problematik, die in ganz Deutschland zu Zeit herrscht, näher zu bringen. Was sie im übrigen auch für die Tauben jetzt machen.

Das Tierheim Bochum bekam einen riesigen Shitstorm, weil sie die kranken Tauben mit der Anweisung vom Veterinäramt der Stadt Bochum aufgenommen haben, das bei einer Meldung von schlechter Tierhaltung, wie schon oben geschrieben, einschreitet. Das Tierheim Bochum ist laut Vertrag zuständig für die anschließende Abholung und Betreuung. Das wurde auch entsprechend kommuniziert. Aber es gibt eben Menschen, die dann wiederum anderen, die nichts dafür können, sondern ausführendes Organ ist, das Leben schwer machen. Wie die Tiere vor Ort gehalten wurden, wurde mir mitgeteilt. Das hörte sich sehr schlimm an und muss hiermit reichen. Leider ist das sehr abscheulich, was da bei der Veröffentlichung in der Presse in Facebook in den Kommentaren, auch Drohungen, die leider unter die Gürtellinie gegangen sind, wurden ausgesprochen. Das Thema soll hier im Blog keinen weiteren Raum bekommen, sondern mit dem Link vom Beitrag unten einen Schlussstrich bekommen. Ich behalte mir auch hier vor entsprechende Kommentare zu löschen. Danke für das Verständnis!

Tierheim Bochum: Mitarbeiter ziehen Schlussstrich! „Nicht mehr witzig“ – Der Westen.de

Marathon mit Trassenliebherin Verena Liebers I Interview I +Video I +Podcast I +Shorts

Ruhrpottologe unterwegs auf der Springorum-Trasse in Bochum mit Autorin & Sportlerin Verena Liebers & ihr Buch „Trasse ist Klasse“
 

Verena Liebers ist eine lebensfrohe naturverbundene Schreibbiologin. Sie seziert förmlich die natürliche Umgebung. In erzbahntrassenschwingenden Worten zwischen zwei Buchdeckeln lässt sie Leser und Leserinnen dann an ihren freien Dopamingedanken teilhaben.

Glücksgefühle bekommen auch Sofakartoffeln, die nicht so sportlich angehaucht sind. Aber schon beim Lesen werden auch sie sich die Schuhe schnüren und losgehen, wenn es gelesen wurde, ob in Bochum oder ganz Deutschland. Trassen finden sich überall, aber im Ruhrgebiet sehr viele.

Ich habe Verena Liebers, die sich abgekürzt VIGLi nennt, weil Verena Gisela Liebers ihr vollständiger Name ist, nicht nur zu ihrem autobiografischen Sport-Natur-Erzählbuch „Trasse ist Klasse“ interviewt, sondern ich wollte die Frau hinter den geschriebenen Worten kennenlernen.

Außerdem ist zeitgleich der Roman „Klang der Schritte“, an dem sie sieben Jahre lang gearbeitet hat, erschienen. Den reißen wir nur an, weil wir uns dafür mit einer Lesung nochmal extra treffen werden. Aber sie ist nicht nur Autorin, in erster Linie ist sie Biologin. 

Teaser – Short zum Buch „Trasse ist Klasse“:

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Trailer zum Videopodcast:

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Im Video oder Podcast erfahrt ihr mehr:

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Die 62 jährige Verena Liebers läuft schon immer gern seit dem 2. Lebensjahr, wie sie mir im Anfang unseres Gesprächs mitteilte. Mit dem Schreiben begann sie schon mit 7 mit einem ersten Bilderbuch.

Geboren in Berlin hat sie eine Zeitlang in München vor Bochum gewohnt. Die Innenstadt von München war ihr immer ein touristischer Graus, so fuhr für sportliche Freizeitaktivitäten außerhalb der Stadt zum Wandern in den Alpen oder in der Umgebung. Ist ja ein Katzensprung.

Das Schreiben gehörte für sie immer wie selbstverständlich zum Leben. Mit 13 allerdings entschied sie sich schon Biologie zu studieren und nicht Schriftstellerin zu werden. Damals hatte sie noch nicht geahnt, das sich beides erfolgreich vereinbaren lässt.

Zum Sport mit dem Rad, Joggen oder auch Marathon oder Triathlon mitzumachen, kam sie erst in  Bochum auf dem Geschmack als sie 1990 beruflich mit der Dissertation über Allergien durch rote Mückenlarven in der Tasche hier ihre Zelte aufschlug. Seitdem arbeitet sie in der Immunologie für Arbeitsschutz.

Hier waren keine Berge, die ihre Kondition anstrengen konnte, weil es nicht die Berge, wie südlich von München vorhanden waren. Der sportliche Ausgleich wurde hier im Ruhrgebiet dennoch schnell gefunden.

In Bochum fühlt sie sich seit jeher wohl. Sie wohnt in der Nähe der großen Springorum-Trasse, die sie fast täglich nutzt. Sie hat die 2019 komplett fertiggestellte Trasse unweit ihrer Wohnung schätzen und lieben gelernt. Und immer einige Dinge aufgefangen, die sie sich aufgeschrieben hatte. Irgendwann war es soweit und um die sogenannten 25 „Trassensplitter“ kamen die autobiografischen Erzählungen von sportlichen Erlebnissen, die Sportgemeinschaft, die vielen Freunde und die Franks.

Verena und die klasse Trasse (Foto: Copyright André Brune)

 

Nicht nur in Bochum gibt es eine Trasse. Ganz Deutschland hat stillgelegte alte Eisenbahn-Linien zu Rad- und Fußwegen umfunktioniert. Im Ruhrgebiet sind die meisten sehr alt und lange nicht mehr in Funktion. Die Trasse sind ehemalige industriell genutzte Eisenbahnschienenwege. Güter, wie Kohle, Eisen, Koks, Stahl wurden von den Produzentenorten in den Städten, wie eben z.B. Zechen, Bochumer Verein oder Krupp in Essen, dann zu den Kanälen oder Flüssen gebracht, um sie weiter zu transportieren oder zu bearbeiten.

Viele Wege wurden jahrzehntelang nicht mehr genutzt und verwuchsen. Doch die Wege waren noch da. Die Idee war die Trassen nicht nur zur Verkehrsentlastung zu nutzen, um Menschen vom Auto auf das Fahrrad zu bekommen ohne eine Hauptverkehrsader nutzen zu müssen, und gleichzeitig auch einen idealen Freizeitort mit verschiedenen Verbindungswegen auszubauen, die an Sehenswürdigkeiten und Stadtteilen liegen. Erholungs- und Pendlerwege sind nun die Trassen geworden, die noch nicht überall zu 100 % fertig sind. Sie kosten ja auch einige Millionen

***

Kurzinfo zur Springorum-Trasse:

Für die 10 km Springorum-Trasse 5,8 Millionen Euro ausgegeben worden. Sie verbindet den Ruhrtalradweg mit der Innenstadt Bochum. Sie führt auch zum entstehenden Radschnellweg 1 bei der Buselohstraße. Der letzte Abschnitt wurde 2019 der Öffentlichkeit zur Nutzung freigegeben. Der Eisenbahntunnel unterhalb der Hattinger Straße wurde nach der Schließung und Verfüllung vor Jahrzehnten wieder aufgemacht und gesichert. Somit verband der Tunnel die Wege von der Innenstadt Bochum mit dem Weg ab Schlosspark Weitmar bis zum Ruhrtalradweg in Dahlhausen.

RVR – Infos zur Trasse:

Springorum-Trasse (rvr.ruhr)

***

Für Verena Liebers ist nicht nur die Springorum-Trasse somit eine besondere Strecke, wo Joggen, Wandern, Radfahren und Sonntagsspaziergänge stattfinden können, sondern auch die Natur und die anliegenden Gebäude bewundert werden. Es gibt immer was neues zu entdecken!

Sie freut sich über jeden Stau auf der Autobahn, wenn die schwarze Blechlawine steht und sie freudestrahlend ohne Stress staufrei über die Autobahn läuft. Das haben wir zufälligerweise bei unserem Podcasttermin auch erleben dürfen.

Niemand muss also weit fahren, um tolle Dinge zu erleben, stellt Verena Liebers fest. In Bochum ist alles nah beieinander, wenn sie die Haustür verlässt. Egal, ob Theater, Ausstellungen oder Abenteuer auf der Trasse erleben, alles ist sozusagen umme Ecke, wie man hier so schön sagt. Sie weiß den Wohnort im Ruhrgebiet zu schätzen und zu lieben. 

Im Buch beschreibt sie auch einen Marathon in einem kleinen Volkspark in Bottrop oder in Uelzen. Sie beschreibt die Gemeinde der Läufer um sie herum. Irgendwie sind alle miteinander verbunden. Man lernt sich schnell kennen. Im Buch gibt es mehrere Franks. Wobei einer von ihnen gefühlt, wie ein innerer Schweinehund,  Verena mit einer virtuellen Peitsche zu mehr Energie antreibt, wie ein Trainer einer Nationalmannschaft bei der Olympiade.

Verena trainiert nicht nach Plan. Sie verbindet Sport mit Freunde treffen oder Ausstellungen besuchen. Sie setzt sich dann auf ein Fahrrad und fährt mal eben 30 km nach Marl. Verena besitzt kein Auto und lüftet lieber ihr Hirn statt auf der Couch zu liegen. Sie hat auch keinen Fernseher. Nach der Arbeit und anschließendem Laufen oder Radfahren auf der Trasse, hat sie dann auch einen frischen Kopf, um diszipliniert eine Stunde zu schreiben.

Verena liebt die staufreie Trasse während unter ihr die Blechlawine steht (Foto: Copyright André Brune)

 

Mit Ironie belächelt Verena Menschen, die um frische Luft zu tanken extra ins Auto steigen, im Stau stehen, um irgendwo statt vor der Haustür das Gleiche erleben zu können.

Mein kleines Erlebnis mit der Springorum-Trasse:

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Die Trasse ist für sie wie ein Chamäleon, mal nach Flieder oder mal nach Haschisch riechend.

Verena Liebers Lebenslust ist in dem Buch „Trasse ist klasse“ wunderbar zu lesen. Mit dem Buch lernt man die Person kennen und bekommt Geschmack nicht nur das Ruhrgebiet zu besuchen, sondern sich die Joggingschuhe, das Fahrrad in die Hand zu nehmen oder vor die Tür zu gehen, egal wo man wohnt.

Wer hier wohnt, weiß noch immer nicht unbedingt, was es hier alles zu entdecken gibt! Und wer hier nicht wohnt, wird mit dem Verenas Buch mit Sicherheit indirekt aufgefordert mal vorbei zu schauen in Bochum und Umgebung.

Es gibt vieles zu entdecken hier auf und neben der Trasse, ob Springorum – oder Erzbahntrasse, hier ist lebenswerter als viele denken außerhalb des Ruhrgebiets. Deswegen mein Tipp: Buch lesen!

Weitere Titel und Infos von Verena Liebers:
 

Verena Liebers „Vigli“ im Internet

VIGLi (https://vigli.de)

TRASSE IST KLASSE
Bücher (vigli.de)

Instagram
@vigli_verena

Facebook
Verena.Liebers

Kontakt:

Dr. Verena Liebers
44789 Bochum
E-Mail: vigli@vigli.de

Der Buchtipp, worüber wir gesprochen haben:

Trasse ist Klasse – Vom Abenteuer, vor der Haustür zu laufen

Trasse ist Klasse – Buchcover (Copyright aus der Internetseite von Verena Liebers)

Ihre Bücher auch als Ebook bestellen:

Trasse ist Klasse (gebundenes Buch) | Neue Impulse Verlag GmbH (neue-impulse-verlag.de)

ISBN: 9783903376533

Wir hatten unseren Spaß (Foto: Copyright Verena Liebers)

Glück auf aufer Trasse!

P.S.: Mit Verena Liebers werde ich zum Buch „Klang der Schritte“ nochmal einen Extra-Podcast machen und dann auch andere Bücher ansprechen. Hier ging es ausschließlich darum Verena Liebers kennenzulernen und die Trasse und das Buch „Trasse ist Klasse“ und das drumherum. Seid also gespannt! Termin wird noch bekannt gegeben!

P.S. 2: Podcast, Videoaufnahme oder die Buchempfehlung ist aus freier Entscheidung hier beworben worden ohne bezahlt zu werden. Für mich ist wichtig Menschen zu zeigen und interviewen, die hier im Ruhrgebiet was besonderes machen oder sind. Der Beitrag ist unbezahlte und unaufgeforderte Werbung, falls jemand meint ich würde dafür bestimmt bezahlt werden. Ne. Is nicht! Entdeckt VIGLi einfach literarisch! Tschüssikowski!

Neujahrsfotos vom Spaziergang im Schlosspark Haus Weitmar I Frohes Neues Jahr 2024 I + Fotostrecke

Ein gesundes, glückliches, fröhliches und für den ein oder anderen erfolgreiches  neues Jahr 2024 möchte ich allen Lesern und Leserinnen, Followern und Interessierten des Blogs mitteilen und ein paar schöne Fotos aus meiner Wohngegend, dem Schlosspark von und zu Haus Weitmar auf den Weg geben. 

Alle Fotos (c) André Brune

Sylvesterruine
Blau geht auch
Haus Weitmar im Quadrat
Türkismuseumsstange
Lady in Red
Wurzel aus Stahl
Dreisam
Stahlbaum
Baumskulptur
Teichstahl
Gelbbrücke
Haus Entenmar
Lady Red zum Schloss
Flederbaum
Gieskannenprinzip
Dachkonstrukte

Bedrückende beeindruckende Foto-Ausstellung „Kiyw ohne Licht“ im Schaubüdchen I +Video I +Short I +Fotogalerie

Beindruckende und bedrückende Fotos sind in Kiyw (Kiew) im Dunkel der Kriegssituation in der Ukraine entstanden.

Täglich heulen die Sirenen. Nachts wird das Licht der Städte ausgemacht. Nur Autolampen, das Handy und Taschenlampen erhellen dann die Nacht. Wie geht man mit dieser Anspannung um in Kiew des im Kriegszustand stehenden Landes?

Die Fotografen und Fotografinnen haben ihre Gefühle und Sichtweise in einer besonderen Situation mit einem Bild festgehalten.

Nach der ersten Ausstellung im August 2023 zur Zeit des zweiten Jahrestages des Krieges mit Russland wurde nun zum zweiten Mal zum Ende der Übergangsphase des Schaubüdchen, Ursulastraße 24 in Bochum, an neue Inhaber die Ausstellung gezeigt.

Ausgestellt werden Fotos von Vlad Moiseienko, Ihor Kurinnyi, Anastasia Dekthiaruk, Artem Humilevskyi, Olena Lemberska, Iryna Kabysh, Alena Burya, Oleksandra Zborovska, Olga Vasylieva, Olena Morozova. 

Vom 28. bis zum 30.12.23 ist die Ausstellung zwar geöffnet, kann aber auch durch die großen Trinkhallenscheiben von außen gesehen werden. Wer es nicht schafft, kann sich die Fotos mit den von mir eingefügten Copyrights der Fotokünstler und Fotokünstlerinnen mit ihren Informationen zu sich und ihren Bildern in Ruhe ansehen mit der Genehmigung von Kateryna Kutsevol, die für die Kuratierung der Fotos gesorgt hat. Ein Kalender für 2024 mit den Fotos der Künstler ist kostenlos im Schaubüdchen zu bekommen. Wer eine Spende geben möchte, die wiederum für Hilfsprojekte in der Ukraine genutzt wird, kann einen Obulus in die Spendenbox geben.

 

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Ich mag es mir nicht vorstellen, wie es ist dort in der Nacht ist. Ständig gehen die Sirenen an und warnen vor Luftschlägen und Drohnenangriffen. Um sich ein Bild von der bedrückenden Situation vor Ort zu machen, habe ich ein Video vom ukrainischen Künstler Kostya Sova mit eingebaut, das mir von Kateryna Kutsevol zugeschickt wurde. Auch wenn es überall hell strahlt auf der Hauptverkehrsstraße in Kiew. Wenn die Sirenen dröhnen, fühlt sich keiner so richtig sicher, auch wenn es scheinbar alltäglich zum Leben in der Ukraine gehört. Das Video lässt die Fotos in einem anderen Licht stehen und von der Situation der täglichen Sirenen bedrückender werden.

Definitiv lassen die Fotos Besucher der Ausstellung nachdenklich zurück.

Short zur Ausstellung:

https://youtube.com/shorts/GL1t_neft0A?feature=share

Info am Rande: Das Schaubüdchen bekommt neue Inhaber und Inhaberinnen, die das bisher erfolgreiche Umsetzen einer Ausstellungstrinkhalle fortführen werden. Ich berichte darüber, wenn es am 30.12. übergeben wurde.

FOTOGALERIE

Das Politische Gespräch zur Vermüllung der Stadt Bochum im Rahmen der geförderten Ausstellung „Flaschengefühle“ I +Video I +Podcast

„Es ist bedrückend“, so Volker Steude von den Stadtgestaltern mit Blick auf meine Fotos, „und zeigt, dass was passieren muss“. So die Aussage eines Kommunalpolitikers aus Bochum beim Nachfragen, wie er die Ausstellung „Flaschengefühle“ findet.

Fünf Mitglieder aus verschiedenen Bochumer Parteien haben sich bereit erklärt zum Politischen Gespräch im Schaubüdchen über die Thematik „Vermüllung der Stadt“ zu sprechen.

Müll, Wilde Kippen, Zigarettenfilter auf dem Boden sind ein heißes Thema in vielen Städten Deutschlands. Durch meine Touren durch die Ruhrgebietsstädte ist mir der Schmutz aufgefallen, der leider mehr wird statt weniger, besonders im Ruhrpott.

Wie können wir unsere Heimat verschönern? Wie kann die Visitenkarte Bahnhof schöner gemacht werden? Viele Fragen und Antworten wurden in zwei Stunden gestellt und in netter Runde beantwortet.

Welche Lösungsvorschläge hat die Kommunalpolitik den Müll in und auf den Straßen und in der Natur zu verringern?

Das sollten mir kommunale Politiker und Politikerinnen aus Bochum mitteilen, die ich im Rahmen der von der Stadt Bochum aus dem Westendfond geförderten Ausstellung zu einem Politischen Gespräch im Schaubüdchen am 21.7.23 eingeladen hatte. Sie ist eine Frage, die vor Ort in jeder Stadt im Kleinen dennoch eine globale Antwort sucht.

Es ist eine Frage, die mich persönlich schon lange beschäftigt, weil es auf den Straßen, in den Gebüschen auf Wiesen und in der Natur mittlerweile immer schlimmer aussieht. Obwohl die Menschen aufgeklärt werden, sind sie achtloser gedankenloser. Die Verursacher und Verursacherinnen von Wilden Müllkippen sind scheinbar der Meinung, dass es die Müllabfuhr, der Kehrer schon irgendwann mitnehmen wird, weil sie dafür bezahlt werden. Und weil es statt weniger Müll, immer mehr wird.

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Podcast - Das Politische Gespräch "Vermüllung der Stadt" - Teil 1

Wenn eine Flasche stehen gelassen wird, denkt vielleicht die Person, sie tue noch was für die Obdachlosen oder die armen Rentner, die nichts zu essen haben. Aber es gibt von den Flaschen viele, die einfach im Rausch egal wo stehengelassen werden. Wenn der Alkoholpegel hoch genug ist, wandert auch der „Kleine Feigling“ unter dem Gehölz oder in der Blumenwiese, wo er nicht gefunden werden kann. Vielleicht ist es zu pauschal gesagt, vorurteilhaft oder einfach nur polemisch. Das mag sein, aber ich verfolge das seit ich selbst Anfang der 1990er Jahren in Bottrop in der Umweltschutzgruppe Robin Wood einstieg und auch politisch einiges gemacht habe, während ich in der Ruhrkohle zum Ver- und Entsorger ausgebildet wurde. Vielen Menschen scheint es immer noch egal zu sein, was mit dem Müll passiert, obwohl Filme und Dokumentationen versuchen zu sensibilisieren, wie es auf dem Meeresboden aussieht oder an schönen Urlaubsstränden. Dort landen Kunststoffe jeder Art auch aus Bochum. Doch kaum einer denkt daran. Es wird auch Müll aus dem Autofenster geworfen, statt im Auto in einer kleinen Tüte zu sammeln und diese im Hausmüll zu entsorgen. Der Abfall von hier landet doch nicht im Meer. Das ist doch Unsinn!

Ist es nicht! Denn wer hier z.B. eine Zigarettenkippe fallen lässt, wenn der Starkregen diese in die Kanalisation spült, denkt nicht daran, dass sie am Ende über irgendwelche Umwege dann doch plötzlich wieder da auftaucht, wo der Bochumer Raucher gerade wieder an der Nordseeküste in die Wellen springt. 10 Jahre dauert es bis ein Zigarettenfilter im Meer zersetzt wird. 10 Jahre zuviel, in dem Meerestiere und Bakterien an dem noch anhängenden Nikotin, Arsen, Cadmium und Blei sterben können. Aus den Augen aus dem Sinn. Was geht mich das Meerestier an. Bakterien kann ich ja eh nicht sehen. Davon gibt es außerdem ja auch genug!

Als ich die Flaschen anfing zu fotografieren, hatte ich eine Ausstellung noch gar nicht geplant. Das erste Bild entstand in Gelsenkirchen Ückendorf im August bei der Szeniale. Dort standen Bierflaschen und kleine Schnapsflaschen an den unmöglichsten Stellen. Sie wurden eben nicht zur Trinkhalle am Flöz zurück gebracht oder da, wo sie gekauft wurden. Ist ja auch mit einem Weg verbunden. Das ist zu umständlich. Die erste Flasche, die ich dann fotografiert habe war in Marianske Lazne (Marienbad), einem Kurort in Tschechien, wo ich ein paar Wochen danach in Urlaub war.

Die Flasche schien alt zu sein. Sie lag vielleicht schon Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte auf einem rostenden alten Dach, dass jederzeit drohte abzufallen, in Moss gebettet. Das war Absicht, wahrscheinlich hochgeworfen oder von einer höheren Etage runtergeworfen. Sie wurde nicht platziert für einen Obdachlosen, der die Flasche zum Pfand bringen wollte. Sie lag in einer Schönheit dort, die seinesgleichen suchte, wie Dornröschen. Ich wollte sie mit einem Kuss wecken. Der Kuss war die Ausstellung, die mir dann im Kopf rumspukte. Ich lernte die Inhaber des Schaubüdchen am Tag der Trinkhallen kennen, bevor ich die ganzen Flaschen anfing zu fotografieren. Und nach dem Urlaub, als ich den Terminplan in die Hand bekam, wann ich welche Ausstellung selbst dort einbinden wollte, plante ich sie schon. Im Mai teilte mir das Schaubüdchen mit, dass der Westendfonds eine Ausschreibung gemacht hat und ich mit meiner Idee vielleicht Chancen auf eine Förderung hätte.

Der Westendfond ist eine Stadtteilförderung der Stadt Bochum. Die Stadtteile Giesenbruch, Stahlhausen und Goldhamme, die an der Jahrhunderthalle, am Westpark angrenzen nah der Innenstadt sollten unterstützt werden. Eine besondere Idee für das sogenannte Westend-Viertel würde mit 1000 € gefördert werden. Einen Tag vor dem Ende, schickte ich meine Vorstellung, nicht nur Fotos aufzuhängen, sondern ein ganzes Projekt innerhalb einer Woche zu machen, die sich nicht nur mit den Flaschen, sondern dem nachbarschaftlichen Müll befasst, den ich im Westpark und in den Straßen der Stadtteile gesehen habe. Ich wollte auch Positives berichten darüber und die möglichen Alternativen, Vorschläge besprechen mit kommunalen Parteien oder Anwohner und Anwohnerinnen.

Videopodcast - Vermüllung der Stadt Bochum - Das Politische Gespräch - Teil 2

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Podcast - Vermüllung der Stadt Bochum - Das Politische Gespräch - Teil 2

Ich konnte es kaum glauben, als ich davon hörte, dass die Jury entschied meine Ausstellung und Projektwoche zu finanzieren. Es hat mich riesig gefreut. Ich hätte es zwar auch ohne Förderung gestemmt, weil ich es für wichtig erachte, aber so hat es natürlich noch eine besondere Marke bekommen. Denn mein Ziel ist es diese Ausstellung mit einer etwas anderen Art von Fotos, den Geschichten zu den Flaschen und der Projektwoche auch in andere Städte zu bringen. Mein Ziel ist, dass dort in jeder Stadt Müll in Straßen, am Bahnhof auf den grünen Wiesen einfach nochmal ins Gedächtnis zu rufen und Möglichkeiten zu besprechen, wie es in den Städten bekämpft werden kann. Mein Ziel ist es die Kommunalpolitik in der Verantwortung zu sehen, darauf aufmerksam zu machen und nach einer gemeinsamen Strategie zu suchen, finden und auszuführen. Das es Geld kosten kann ist keine Frage, die Folgekosten von Verseuchung, das Aufräumen durch den Steuerzahler statt von Veranstaltern z.B. oder auch Wegbleiben von Touristen, die nicht kommen, weil die Stadt schmutzig ist, lässt nachfolgend auch Gewerbesteuer sinken. Vieles hängt zusammen. Es muss über den Tellerrand geschaut werden. Alle kennen das Problem, doch kaum einer zieht an einem Strang. Es ist egal, ob Links, Rechts oder Mitte, egal ob Tierschutzpartei, Grün oder Freie Bürger.

Das Problem ist allen bekannt, doch eins ist klar: Es werden Anträge von Parteien abgelehnt, die förderlich wären, weil sie von der Opposition kommen und nicht aus den eigenen regierenden Reihen. Müll muss parteiübergreifend bekämpft werden. Lösungen müssen gefunden werden. Schnelle Lösungen. Weltweit sogar. Angefangen in der örtlichen Bildungspolitik, an den Schulen bis hin zu hohen Strafen, die ich aus Singapur kenne. Es gibt Dokumentationen in den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten oder Youtube. In Singapur ist es möglich vom Boden zu essen. Erziehung, Bildung und hohe Strafen, die nicht unbedingt die Freiheit eingrenzt, sondern eher das Stadtbild verbessert und die Ressourcen der Natur schont. Die Natur kann sich nicht wehren und wir haben nur diese eine Erde.

Innerhalb der Projektwoche habe ich vor dem Politischen Gespräch die Müllsammelaktion geplant und auch die Garteninitiative aufgesucht. Ich wollte vorher Dinge sehen, was Alternativ passieren kann und wieviel Müll in der Umgebung der Ausstellung zu finden war. Das Ergebnis ist schon im Blog zu lesen. Es ist schon erschreckend, dass ich zwei Matratzen, zwei Einkaufswagen, einen Aktenordner voll mit Materialien von Tapeten neben hunderten Zigarettenkippen und Flaschen, Dosen, Batterien, Autoteile und Hundekotbeutel gefunden habe. Zwei orange halbe Säcke waren voll. Schwer von Papperesten und Flaschen. Am allerversautesten war der Platz hinter dem Anneliese Brost – Musikforum. 15 Mal habe ich das „Bürgerecho“, die Mängelmelder-App in Anspruch genommen und Verbesserungen, Anfragen und Entsorgungshinweise gemacht, die auch fast alle beantwortet oder durchgeführt wurden.

Und nun nach der Zusammenkunft mit den Parteimitgliedern, das zeitlich schon etwas her ist, dachte ich noch vor einer Woche, dass meine Gespräche tatsächlich gefruchtet haben. Es war so schön aufgeräumt am Musikforum. Kaum ging ich diesen Samstag, also eine Woche später daher, war es wieder versaut bis zum geht nicht mehr. Die Bahnhöfe sehen katastrophal aus. Ein neues Bild von meiner Urlaubsabreise nach Polen, in Polen am Bahnhof Gleiwitz / Gliwice und beim Ankommen in Bochum zeigt, was ich meine.

Ich habe die Bahnhöfe von Polen gesehen. Dort kann vom Boden geleckt werden. Sie sind sauber. Es kann nicht sein, dass die Visitenkarte einer Stadt, wie ein Bahnhof einfach nur „abgefuckt“ aussehen. Ich habe mich geschämt für meine deutschen Bahnhöfe, für meine Heimat. Nicht nur in Polen war das Bild der Städte schöner, nein auch in Paris, wo ich davor einige Tage war. Natürlich fand ich dort auch Flaschen und Müll, aber ich stieg aus dem Thalys am Gare du Nord und es war sauber! An jeder Ecke Mülleimer, Wachpersonal und auch Müllmänner, die aufräumten immer und immer wieder.

Neben dem Bahnhof sah es dann im Viertel nicht so toll aus, aber das sah man nur mit dem zweiten Blick. Der Bahnhof ist eine Visitenkarte. Er war sauber. Natürlich schiebt man schnell die Schuld auf die Deutsche Bahn. Natürlich könnte aber jede Stadt mal einfach eine Partnerschaft eingehen und unterstützen. Eine Hand wäscht die andere. Es muss da einfach mehr passieren. So kann es nicht weitergehen. Wenn auf einer anfängt Abfälle hinzulegen, legen andere was dazu. Verbote von alkoholischen Getränken auf den Bahngleisen und im Zug sollten ausgesprochen werden. Die moralische Keule muss treffen ins Mark und Bein. An Bahnhöfen sollte mehr Ordnungsamt seine Wege tun. Die Kosten können auch die Deutsche Bahn z.T. übernehmen. Wer in Google „Bahnhof“ „reinigen“ eingibt, wird erstaunt sein, wo überall die Menschen sich über das schäbige Bild beschweren. Nürnberg, Bad Oynhausen, Stuttgart, Bielefeld. In Facebookgruppen finden sich tausende Aufreger von wilden Müllkippen bis hin zu überfüllten Mülleimern, versifften Ecken. Abfall ist einer der Aufreger Nummer 1.

Und was macht die örtliche Politik?

Sie streitet, diskutiert, debattiert und nach monatelangen Ringen oder auch Jahren entscheidet dann der Ausschuss oder Rat am Ende eine abgespeckte für alle zufriedene freiheitliche Version, um niemanden auf die Füße zu treten.  Es wird in Vierjahresrhythmus gedacht statt in einem Jahrzehnt,. Ich denke da an die Jahrzehnte lang verkommenen Schulen, das Sparen an den Kindern und Lehrern, die für die Zukunft der Stadt und des Landes ausbilden und ausgebildet werden. Es wird ans wiederwählen gedacht. Keine heißen unpopuläre Eisen anfassen. Die Opposition hat es einfacher, sie polemisiert, macht Vorschläge, die aber von der regierenden Mehrheit, dann abgelehnt wird, weil es von der Opposition kommt. Das tägliche politische Geschäft ist meist parteipolitische Abgrenzung statt gerade bei dem Problem Müll zusammen an einem Strang zu ziehen. Das geht so nicht. Politik muss auch auf die Füße treten. Politik muss auch unpopuläre Entscheidungen treffen, muss auch mal mit der moralischen Keule um sich schlagen und mehr als nur in Vierjahresrhythmus denken. Politik sollte viel weiter in die Zukunft blicken.

Es muss Entscheidungen geben, die erzieherisch wirkt. Die Politik muss einen Wink geben, so sollte es aussehen und dafür gesorgt werden. Politik kann ändern, wenn sie will. Und wie die Zeilen zu lesen sind, hängt alles mit allem irgendwie zusammen. Denn allein beim Thema Müll ist das Problem, wenn in der Richtung nicht viel gemacht wird, die Kosten am Ende höher, als die abgespeckten Gesetze, dass der Bürger und die Bürgerin wissen, was zu tun ist. Meist wissen sie es nicht. Denn in der Gelben Tonne wandern auch nach 30 Jahren immer noch Dinge rein, die nicht reingehören.

Zum Beispiel hat meine Frau eine Broschüre übersetzt in polnischer Sprache und in anderen Sprachen für den USB erstellen lassen. Doch wo ist dieser Flyer? Da steht drin, was wo in welchen Müllbehälter kommt, wo Müll hingebracht werden kann. Ich sehe dagegen wilde Müllkippen, wie auf dem Foto „Versteckt“ von mir. Gemacht habe ich es nachdem ich auf frischer Tat ein deutschsprachiges Ehepaar erwischt habe. Sie wollten ein Brett auf den Haufen werfen an einem sonnigen warmen Samstagabend vor einem Jahr. Dieser Haufen liegt immer noch da. Ein Jahr nachdem ich es fotografiert habe. Mittlerweile sperrt ein Zaun das komplette Geländer ab, damit es nicht höher wird. Rechtliche Schwierigkeiten mit dem Grundbesitzer, sagt man mir. Und im gleichen Atemzug sagt mit die Mitarbeiterin des Umweltamtes, dass es in Bochum im Jahr über 5000 wilde Müllkippen gibt! Zusätzliche Kosten, die wir Steuerzahler übrigens mit einer Erhöhung der Müllgebühren am Ende zu zahlen haben, obwohl in Bochum die Abgabe von Sperrmüll und Sondermüll KOSTENLOS ist an den Sammelstellen des USB.

Ich erlebe nach dreißig Jahren „Grüner Punkt“ eine immer noch viel zu geringe Recyclingquote trotz verbesserter Technik. Immer noch wird Grüner Punkt – Müll eher verbrannt, weil es billiger ist als Öl. Seit der Gründung des Grünen Punkts ist mehr Verpackungsmüll entstanden statt weniger. Damit einhergehend ist auch die Recyclingquote nie so richtig auf 100% gekommen, wo sie liegen müsste. Die Verpackungsindustrie vermeidet nicht, sie will verdienen. Die Politik stellt das wegen Arbeitsplätze, Gewerbesteuer etc. nicht in Frage. Sie könnte aber auf mehr Vermeidung setzen. Arbeitsplätze außerhalb der Verpackungsindustrie gibt es in unserem Land mit Fachkräftemangel im Moment genug. Viele Verpackungen haben Verbundstoffe aus Aluminium, Kunststoff und Pappe, wie das Tetrapak, das als umweltfreundlich dargestellt wird, jedoch kaum wiederverwendbar ist und in der Herstellung stark klimaschädlich. Darüber spricht die Politik nicht!

Ich komme aus der Branche der Ver- und Entsorgung, Fachrichtung Abfall. Ich weiß, wovon ich rede und schreibe. Ich bin zwar lange nicht mehr beruflich dabei, aber es ist bis heute nicht viel geändert worden, außer dass es die Thermische Verwertung vor dem Deponieren gibt. Warum? Weil die Deponien voll sind und kein Bürger oder Bürgerin in der unmittelbaren Nachbarschaft eine Mülldeponie haben möchte. Punkte, die natürlich sind, denn wer Müll macht, möchte ihn natürlich nicht nebenan liegen sehen und riechen. Weit weg landen dann so manche Dinge, die sich nicht recyclen lassen. Eine regelrechte Müllmafia schickt für wenig Geld tonnenweise Müll ins Ausland. Noch kürzlich gab es eine Doku darüber. Müll wandert nach Polen oder Bulgarien auf eine wilde Mülldeponie, nach Thailand oder Afrika. Alles ist für uns scheinbar regulär, alles ist gut, wenn es nicht gesehen wird. Hauptsache nicht in meinem Auto, neben meiner Haustür oder in den Kosten der Müllgebühren. Aber was ist am Naheliegendsten?

Das Problem gibt es nicht seit gestern, sondern seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs: Immer größere technische Fortschritte in der Herstellung. Statt direkte Bedienung, verpackte Selbstbedienung, Verpackung für Parfumflaschen, Verpackungsmaterial für Bestellungen im Internet. Dazu immer größere Hygienevorschriften, die z.B. auf den Märkten das Zeitungspapier verbannt und billige dünne Tüten zur Verwendung vorgeschrieben haben. Über die Fleisch- und Käsetheke darf die eigene Dose nicht gereicht werden. Schicke Verpackungen mit einer Menge verschiedenen Farbstoffchemikalien zieren Pappverpackungen, die kaum recycelt werden können. Plastikspielzeug mit gefährlichen Farbstoffen, hergestellt in China, das hier dann in die Hände und Münder von Kindern wandert. Das ist eigentlich Sondermüll, was wiederum verbrannt wird. Alle vergessen, wie Verpackungen hergestellt werden. Auch Kleidung besteht nicht mehr aus reinen Naturstoffen, wie Leinen oder Baumwolle. Die Kunststofffasern sind Müll. 

Medikamente sind aus Kohlenstoff. Erdöl sozusagen. Sie wandern bei Nichtgebrauch in den Müll. Was ist wenn es kein Öl mehr gibt? Wie wird dann die medizinische Versorgung aussehen? Was passiert jetzt mit unseren Gewässern? Was passiert mit den Antibiotika im Trinkwasser, wenn die Kläranlagen es nicht komplett chemisch reinigen können? Müll hat viele Fragen und bedarf viele Antworten, aber vor allem ein TUN. Das kann nicht in einem Zwei-Stunden-Gespräch locker besprochen werden. Aber „Das Politische Gespräch“ kann zumindest einen Wink der jeweiligen Partei und persönlichen Anliegen der kommunalen Politiker und Politikerinnen sein, wie sie denken und was sie planen. Welche Möglichkeiten im gesetzlichen Rahmen gibt es? Was erarbeiten sie für den Bezirk, die Stadt, für das Land Nordrhein-Westfalen, die Bundesrepublik Deutschland, die EU und am Ende der Welt an Ideen in ihren Arbeitsgruppen? Welche Gesetze, welche Maßnahmen können die Müllproblematik verbessern?

Was kostet uns Verbraucher eine Joghurtdose, dessen Inhalt bei einem Viertel Erdbeere z.B. liegt und deren Dose am Ende eher verbrannt wird, weil es nicht recycelt wird?

Erstmal ist die Herstellung mit viel Trinkwasser verbunden. Das gleiche gilt für das Recyceln. Beim Recyceln sind die Kohlenstoffmoleküle spröder, vor allem wenn Fremdstoffe mit eingewebt werden. Es sollte jedem Verbraucher und jeder Verbraucherin klar gemacht werden, was so eine Joghurtdose kostet in der Herstellung, beim Vermüllen und Recyceln. Das macht einem bewußter, was wir verursachen.

Warum unterstützt die Politik schicke Verpackungen? Warum wird nicht einfach auf Verpackungsverbot, Verringerung von Müll durch Vermeidung gesetzlich festgesetzt? All das hat auch mit Klimaschutz zu tun. Denn jede Verpackungsherstellung geht auf Kosten der Umwelt und des Klimas! Abgesehen davon ist auch die Produktion von Verpackung und den dann entstehenden Müll mit der Klimasituation und den Treibhausgasen zu sehen. Und dann gibt es am Ende das Thema Flüchtlinge, die aus ihren Ländern wegen der Klimaveränderung fliehen müssen. Trockene oder verseuchte Böden oder Gewässer, starke Regenfälle, Stürme oder Dürre. Alles hängt irgendwie zusammen.

Die Antwort für eine Verbesserung der Müllpolitik ist nicht so einfach, denn daran hängt politisch Arbeitsplätze, Gewerbesteuereinnahmen, Firmenlobby, viel Geld. Aktienkurse und Verträge mit Import und Export. Etwas, was wir als Normalverbraucher kaum sehen, wenn wir z.B. die Chipstüte in die Hand nehmen, die aus Aluminium besteht. Sehr teuer in der Herstellung mit einem immensen Wasserverbrauch.

Alles gut und schön, aber am Ende wandert Müll, der nicht recycelt wird, dann in der Dritten Welt, wo die Kinder recyclebares Material auf den angespülten Müllhaufen suchen, um davon zu leben. Die Dunkelziffer ist hoch, an was sie in frühen Alter sterben. Die Dunkelziffer ist hoch, wieviel aus welchen Ländern auftaucht. Die Dunkelziffer ist hoch, wieviel Arten von Tieren und gesunden Bakterien im Meer und an Land an dieser Erstickung unseres Mülls versterben. Das alles ist weit weg. Was kümmert es uns? Warum schreibe ich über die Politischen Gespräche so ausführlich und gleichzeitig konfus über das globale Problem Müll? Weil es ein globales Problem ist, was im kleinen, auf kommunaler Ebene geebnet werden kann, besser zu machen. Die Voraussetzung ist nur: Die Parteien wollen es! Wir selbst sind in der Verantwortung unseres TUN, nämlich Müll zu vermeiden!

Was ist bei uns, allein in Bochum, kommunal, in den Straßen, im Wald, in den Köpfen?

Das versuchte ich auf eine Art und Weise bei der Kommunalpolitik herauszufinden. Eigentlich plante ich nur eine Stunde, aber es wurden zwei Stunden eines angenehmen Gesprächs mit den einzelnen Mitgliedern der im Rat der Stadt Bochum regierenden Parteien SPD, CDU, Stadtgestalter, Linke und UWG/Freie Wähler.

FDP und Grüne sagten für ihre Vertreter wegen Urlaub ab. Wenn nachträglich noch Interesse besteht, werde ich beide einzeln nochmal zu einem Gespräch aufsuchen. Aber es wird nicht mehr das gleiche sein, was am runden Tisch zusammengetragen wurde.

Ich lud auch die AfD ein. Doch sie hat sich selbst ausgeladen, weil sie keinen kompetenten Vertreter hat. Das Gespräch war nett und freundlich. Ich bin kein Freund dieser Partei. Dennoch sah ich es als wichtig an, alle an einen Tisch zu bekommen, die hier regieren. Das es die „Partei“ noch gibt und die von der AfD abgespaltene „Bündnis Deutschland“ hatte ich zwar auf dem Schirm, aber die „Partei“ reagierte auf meine Anfrage nicht und die Basis hab ich, ehrlich wie ich bin, nicht mehr angefragt. Ich habe natürlich auch die Stadt Bochum mit dem Umweltamt eingeladen. Doch das Umweltamt sagte aus sicherlich eher vorsichtigen Gründen ab, denn sie wollten niemanden auf die Füße treten bzw. sich nicht treten lassen verständlicherweise salopp ausgedrückt. Auch der USB, der Umweltservice Bochum, zuständig für den Müll innerhalb und außerhalb der Bochumer Mülltonnen und auf den Straßen, hat im Vorfeld abgesagt.

Jörn Denhardt von der Presseabteilung bat im Vorfeld um schriftliche Fragen, die er beantworten würde. Die mögliche weitere Anfrage wurde dann wegen Urlaub abgesagt. Er signalisierte sofort ein Nein. Das fand ich schade und hat mich eigentlich tierisch geärgert, denn wer wenn nicht der USB mit Vertretern der Pressestelle, wäre am sinnvollsten geeignet bestimmte Dinge vor Ort zu beantworten. Dafür ist ja eine Pressestelle da. Ich fühlte mich von Seiten des USB eher allein gelassen für meine konsensfindende Idee.

Der USB ist aber hiermit ebenso nochmals aufgefordert sich der Situation zu stellen. Vielleicht wird es nochmal ein Gespräch geben, vielleicht auch nicht. Und ja, natürlich machen alle ihre Arbeit. Ich bin auch glücklich vom USB Material zur Verfügung gestellt bekommen zu haben für die Müllsammelaktion, die ich auf ungefähr 12 Mitmacher geschätzt habe. Am Ende war ich alleine unterwegs, was mich erst enttäuschte. Im Nachhinein fand ich es eher positiv, weil ich mich komplett selbstreinigend auf die Umgebung von knapp 500 Metern um das Schaubüdchen konzentriert habe und dafür acht Stunden unterwegs war. Erfahrungen, die ich beim Politischen Gespräch ebenso nutzen konnte. Die bisher zusammengetragenen Abfälle legte ich auf dem Boden. Die Politiker mussten dadurch waten. Das war Absicht.

Ablauf von Videopodcast Teil 1

Ich musste die zwei Stunden zu zwei Teilen splitten. Eine politische Veranstaltung kann bei zwei Stunden die Aufmerksamkeit verringern. Im zweiten Teil waren weitere wichtige Dinge besprochen worden, die das Bochumer Müllproblem intensiver besprach als im ersten, denn dort fing ich wie im Text des Blogbeitrags dazu vorher Global an um in Bochum zu landen, wo die Vermüllung der Welt bei uns persönlich anfängt oder etwa doch nicht…

Im Ablauf habe ich zu Anfang eine kleine Schweigeminute gemacht, die alle irritiert hatte. So wie ich gerade über die globale Problematik geschrieben habe und die Dritte Welt erwähnt habe, die durch unseren Müll Sterbefälle haben, die hier nicht groß erwähnt werden, so begann ich den ersten Teil meines Podcasts mit den fünf Parteivertretern. Die Eröffnung fing also global an und wurde positiv wahrgenommen. Anfangs nach der Vorstellungsrunde und der globalen Müllproblematik gingen wir dann auf das ein, was in Bochum politisch machbar ist und was nicht. Das ist im von mir gesplitteten zweiten Teil zu sehen auf Youtube bzw. hören als Podcast.

Teilnehmer waren

Die fünf Vertreter Alexander Knickmeier von der SPD, Elke Janura von der CDU, Bernhard Koolen (Linke), Ulli Engelbrecht (UWG/Freie Bürger) und Volker Steude (Stadtgestalter) waren nicht nur Vertreter der jeweiligen Parteien, sondern auch z.T. Mitglieder im Ausschuss Umwelt, Nachhaltigkeit und Ordnung, kurz UNO. Den abgekürzten politischen Begriff musste ich erstmal verstehen. Das war ein Vorteil für meine Veranstaltung politisches Personal zu bekommen, die auch im Ausschuss für die Müllproblematik sitzen.

 

Elke Janura (CDU) – Mitglied im Rat der Stadt Bochum, Vorsitzende des Planungsausschusses, Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Nachhaltigkeit und Ordnung. 69 Jahre alt. Seit Januar 1991 Mitglied der CDU. Seit 2004 begann die politische Laufbahn.

Bernhard Koolen (Linke) – Sachkundiger Bürger, im Landesvorstand seit Oktober 2022, Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Nachhaltigkeit, Ordnung. Arbeitet in der Ratsfraktion mit. Seit drei Jahren dabei. Er war Schulleiter eines Dortmunder Gymnasiums. Durch seine Erfahrungen fühlte er sich radikalisiert, hat aber erst nach dem Ende der beruflichen Laufbahn die Politische Laufbahn angefangen. Er ist 68 Jahre alt.

Ulli Engelbrecht (UWG/Freie Bürger – Unabhängige Wählergemeinschaft mit Verbund der Freien Bürger) – Die UWG ist eine alteingesessene Wählergemeinschaft aus Wattenscheid. Ulli ist Sachkundiger Bürger und war als Vertreter anwesend, weil alle anderen in Urlaub waren. Seine Meinung wird Wattenscheid leider oft genug links liegen gelassen in der Bochumer Kommunalpolitik.  66 Jahre alt.

Alexander Knickmeier von der SPD ist mit 43 Jahren der jüngste in der Runde gewesen und ist als  Sachkundiger Bürger im Ausschuss für Umwelt, Nachhaltigkeit und Ordnung. Sein Weg führte die politische Situation der Flüchtlingskrise 2015 in die Parteipolitik. Er wollte dem Erstarken der rechtspopulistischen Kräfte entgegenstehen. Die größte Schnittmenge seiner Meinung war in der SPD.

Volker Steude, Fraktionsvorsitzender von „Die Stadtgestalter“, die 2014 gegründet wurden. Darin tummeln sich Parteilose Bürger und Bürgerinnen, die selber kreativ gestalten. Sie sammeln Ideen und Vorschläge zum Bessermachen und bringen Fachleute an ihren Tisch. Er ist 54 Jahre alt. Volker Steude war vorher in der Umweltpolitik schon bürgerlich engagiert.

Teil 1 der Politischen Gespräche zum Thema „Vermüllung der Stadt“

Angefangen wird im Teil 1 des „Politischen Gesprächs“ mit der globalen Müllproblematik, die Verschmutzung der Meere, Export von Müll in ferne Länder, wie Afrika oder nach Asien. Es reizte mich die Politiker mit einer Schweigeminute zu provozieren, wie sie darüber nachdenken, dass der Müll aus unserer Ecke auch global zu sehen ist.

Alexander Knickmeier kommt aus der Wasserwirtschaft und stellt sich die Fragen:

Wie wird man unseren Müll los? Welche Industrie kann recyclen? Wird im asiatischen Raum recycelt? 80% der Abwässer wird weltweit immer noch ungeklärt in die Flüsse bzw. Meere geschickt. Auf verschiedenen Ebenen muss klar darüber diskutiert werden und Maßnahmen international gemacht werden.

Ulli Engelbrecht sieht Bochum und findet, dass das Müllproblem im Kleinen anfängt.

Bernhard Koolen erklärt aufgeregt das Zerstören der Lebensgrundlage der Menschen, die weit von uns entfernt leben und durch uns verursachte Klimaschäden, auch die Ursache von Krieg und Flucht aus den ärmeren Ländern in die EU ist. Müllexporte sollten verboten werden. Er stellt die Frage: Wie kommen wir von der Plastikwelt weg? Es wird von Öl hergestellt. Es müssen bisherige Regeln geändert werden.

Elke Janura sieht das Plastik in ihrem eigenen Badezimmer. Sie reduziert das Gespräch auf Bochum und sie fragt sich in wie fern wir selbst schuldig am Müllproblem sind. Das Mikroplastik im Shampoo. Die Shampooflasche aus Kunststoff, statt aus Glas.  Wie schuldig sind wir eigentlich selbst an dem Problem? Wir schieben das weit weg, wo Müll landet. Denken nicht drüber nach. Aus den Augen aus dem Sinn.

Wir besprechen das Wandern einer Zigarettenkippe zum Meer, die Gedankenlosigkeit am Anneliese Brost – Musikforum und was man dagegen tun kann, das Japanische Bildungssystem der Erziehung von Sauberhalten und Sensibilisierung.

Was bedeuten denn Zigarettenfilter für die Umwelt?

In einem Filter stecken die Stoffe Formaldehyd und Nikotin. Beide können Kleinstlebewesen zerstören. Allein 5,6 Billionen Zigarettenkippen fallen jährlich weltweit an. 80% davon landet in der Umwelt. Zusätzlich sind Blei, Cadmium und Arsen, enthalten. Schwermetalle, die wie der Name schon sagt, natürlich schwer abbaubar sind.

Allein 2,2 Mio. Zigaretten pro Tag werden in Deutschland geraucht. In der neben dem Schaubüdchen liegenden Antoniusstraße sammelte ich an jedem Baum, an jeder Laterne bis zu 10 Zigarettenfilter.

Elke Janura wies auf den Vollzugsdefizit des Bochumer Bußgeldkatalogs. 55 Euro werden für die Verschmutzung der Straße genommen. Aber der Ordnungsdienst macht nichts. Das was funktioniert ist Falschparken. Das Argument fällt, dass in der Schule das Müllproblem erklärt werden muss.

Bernhard Koolen erwähnt seine Zeit als Schulleiter. Die Lehrer waren eher nicht begeistert, wenn die Schüler in den Pausen den Schulplatz sauber gemacht haben, weil sie dann zu spät in den Unterricht gekommen waren. Die Politik sollte sich mit den Konzernen, den Herstellern von Müll ruhig anlegen und Rahmenbedingungen schaffen zur Müllvermeidung.

Meine grundlegenden Vorschläge sind ein höherer Bußgeldkatalog für ganz Deutschland. Die Schweiz ist ein glänzendes Beispiel dafür. Damit lässt sich dann auch mehr Personal im Ordnungsamt bezahlen, die in den Problemzonen im Vorfeld aufräumen können oder als Mülldetektive aufpassen und Strafzettel verteilen. Es muss weh tun. Und schmerzhaft ist immer die Geldbörse!

Ulli Engelbrecht kritisiert, dass viele Mängelmeldermeldungen nicht ausgeführt werden.

Ich betone den in verschiedenen Sprachen übersetzten Flyer des USB und frage in die Runde, wer weiß, wo es ausliegt. Niemand kann antworten.

Bochum hat vier 4 Mülldetektive im Einsatz durch den USB. 443 Anzeigen wurden im ersten Halbjahr 2022 durchgezogen. Die Kosten für die Entsorgung sind siebenstellig. Nachhaltige Kosten, die den Bochumer Haushalt belasten, die durch höhere Bußgelder und mehr Mülldetektive definitiv eingespart werden könnten, so mein Vorschlag.

Ich erfahre, dass der USB Aufklärungsarbeit in den Schulen macht.

Bernhard Koolen erzählt von britischer Videoüberwachung und die Anlehnung an der chinesischen Überwachung. Das möchte er nicht in Deutschland erleben. Er erwähnte Boris Palmer von den Grünen. Er ist Oberbürgermeister in Tauberbischofsheim und hat eine städtische Mehrweg- und Verpackungsgebühr eingeführt. Die Linke hat es für Bochum vorgeschlagen. Doch sie stieß bisher auf taube Ohren.

Volker Steude erzählte, wie in der Schweiz der mitgebrachte Müll auch wieder mit den eigenen Hausmüll mitgenommen wird. Er vermisst eine klare Linie zum Thema Müll als Stadt.

Darf ein Grundstückbesitzer wilde Müllkippen besitzen?

Teil 2 der Politischen Gespräche zur „Vermüllung der Stadt“

Antibiotika besteht aus Kohlenstoff, aus Erdöl sozusagen, das begrenzt auf der Erde ist. Es gibt nachhaltig eine Verseuchung der Gewässer, eine weitere Müllproblematik, die niemand sieht, aber merkt, wenn Antibiotika merkwürdigerweise nicht mehr helfen.

Alexander Knickmeier ist in der Wasserwirtschaft tätig. „Es gibt viele Medikamente, die wir nehmen“, betonte er. „Wenn die im Hausmüll landen, dann haben wir noch Glück“. Wenn dann wird verbrannt und entsorgt. Wenn wir die zu uns nehmen, wie z.B. sogenannte Lifestyle-Produkte und zu viele Antibiotika oder Voltaren die auf schmerzende Knie getragen wird, dann wird es schwieriger mit der Abwasserbearbeitung. Das Produkt bleibt auf der Oberfläche und seine Chemikalien müssen in Kläranlagen abgebaut werden können, was nicht so einfach ist und die Abwasseranlage verteuert. Hier sollten die Erzeuger in die Verantwortung mit ins Boot geholt werden. Aber auch die Verbraucher, die es nutzen, sollten darauf hingewiesen werden.

Kommunale Steuern einführen hat immer eine Schwierigkeit mit den Nachbarstädten, die es nicht haben. Zum Beispiel kann auf einzelne Medizinprodukte schlecht eine Steuer eingeführt werden. Es müssen Anreize gemacht werden, damit z.B. der Plastikbecher mit Kaffee, der in Bochum gekauft wird, dann nicht in Duisburg im Gebüsch landet.

Volker Steude schlägt Kümmerer vor. Das können Langzeitarbeitslose machen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad durch die Stadt gehen und sich um die Mängelmeldermeldungen kümmern oder selbst die Meldungen machen. Die Kümmerer können ohne große Qualifizierung solche Dinge erledigen und bekommen damit noch eine vernünftige Arbeit für die Gesellschaft. Außerdem können sie Graffiti wegmachen oder entsprechende Handwerksbetriebe suchen. Kümmerer wären eine WIN WIN Situation für alle und könnten schnell eingeführt einfach ausprobiert werden.

Elke Janura wies nochmal auf die Grillplätze hin, wie die Schmechtingwiese, die anschließend stark vermüllt ist. Es gibt zu wenig Mülleimer und keine Kontrolle.

Ulli Engelbrecht wies auf die neue Hattinger Straße hin. Im Mittelstreifen, der gebaut wurde, um Starkregen aufzufangen, sammelt sich schon viel Müll, der aus den Autos geworfen wird. Dort muss öfter gesäubert werden. Gitter würden helfen, so sein Vorschlag.

Alexander Knickmeier erklärte die Kosten, die bei den ein oder anderen Vorschlägen auftauchen. Das ist oft der Grund einer Ablehnung.

Doch was ist mit den Folgekosten nach den Ablehnungen, frage ich mich. Die Folgekosten, die nicht zu sehen sind auf dem Papier, wie das nachträgliche Aufräumen wilder Müllkippen oder die zusätzlichen Zeiten allein beim Anneliese Brost-Musikforum?

Volker Steude betonte das Fehlen von Verantwortlichkeiten. Die Problematik von Organisation und Verwaltung. Früher gab es im Stadtgarten persönliche Ansprechpartner, die auch für die Pflege zuständig waren. Alles vorbei.

Für mich sind das eingesparte Kosten, die hinterher mehr Kosten verursachen. Der Stadtpark allein muss saniert werden. Kosten, die nun höher sind, als die ganzjährige Betreuung.

Meine Vorschläge sind mehr Ordnungsamt, Bußgelder erhöhen um sie zu bezahlen, Zigarettenkippe muss weit mehr als 55 € kosten. Warum nicht 300 €. Da kann man das Stadtsäckchen füllen und auch das zusätzliche Personal des Ordnungsamtes bezahlen.

Weniger Müll produzieren bedeutet auch mehr Klimaschutz. Verpackungsfreier muss unterstützt werden, nicht das Produzieren von Verpackung.

Blumenwiese statt unansehnliche grüne Gehölzbüsche, die keine wilde Biene einlädt Honig zu tanken. Stadtgestaltung sollte nicht kostenintensiv sein, aber sie muss einladen können. Die Bewohner und Bewohnerinnen der Stadt sollen sich wohl fühlen.

Außerdem habe ich den Hinweis aus der Stadt Hamm gemacht. Dort wurden zwanzig Flaschenkästen an Laternen aufgehängt. So sind zwei Fliegen mit einer Klappe gemacht worden. Menschen, die ihren Pfand Obdachlosen spenden möchten und auch ein sauberes Stadtbild. Das ist im Bermudadreieck nicht unbedingt der Fall und möglich.

Tatsächlich soll laut Alexander Knickmeier kleine Ringe für Flaschen im Bermudadreieck angebracht worden sein, die nur geringfügig genutzt wurden. Diese Ringe sagte ich, habe ich selbst noch nie gesehen. Es ist ein guter Zweck dahinter, aber er ist nicht sichtbar.

Das Recap-System wurde als eine tolle Investition für die Zukunft für die Müllvermeidung angesehen. Aber ich sehe sie als Kostenfaktor für Kleinunternehmer. Müll produzieren nicht die Kleinunternehmer, sondern der Hersteller und am Ende der Verbraucher, der es kauft, nicht derjenige, der es weiterverkauft. Aber das ist umstritten. Die Kosten sind letztendlich versteckt in den Verkaufspreisen.

Von Elke Janura wurde der Ümminger See angesprochen und seine Müllproblematik, die verschmierten mit Graffiti verschmierten Schilder, die Freiheit mit weniger Bußgeld zu behalten, mehr oder weniger Mülleimer.

Bernhard Koolen betonte die Handlung innerhalb der EU zu sehen, die mit Richtlinien noch mehr Verpackungsverbote aussprechen kann. Dort ist es möglich mehr zu schaffen. Müll ist ein vielschichtiges Problem.

Elke Janura erklärte eine fehlende Vorbildfunktion der Stadt. „Die Straßen müssen gereinigt werden. Das Stadtbild muss schön sein. Politiker müssen Vorbildcharakter sein. Wenn Bürger sehen, dass sich was tut, dann unterstützen sie das auch.“

Der Schlusssatz der anwesenden Einmannkoalition in Form von Alexander Knickmeier war:

„Wir können nur eine ökologischere Stadt entstehen lassen, wenn alle mithelfen. Mit mehr Bildungsarbeit und Aufklärung. Der Haushalt muss dagegen finanztechnisch alles bezahlbar halten.“

Mehr Informationen gibt es natürlich im Podcast bzw. Video.

Ich selbst hab fast alle mal zusammengebracht. Es waren zwei angeregte interessante Stunden des politischen Gesprächs. Volker Steude fasste es zusammen, dass die Politik einig ist, auch Vorschläge in den zwei Stunden vorhanden waren.

Ich selbst sage nur, das nun was passieren muss und nicht wieder Jahre gewartet werden darf. Müll und Klimaschutz, sowie Lebensqualität und Stadtbild sind je zwei Dinge, die zusammengehören und gemeinsam betrachtet werden sollten.

Glück auf Euer Ruhrpottologe André Brune mit der Hoffnung meine Ausstellung mit Projektwoche demnächst in deiner Stadt zu machen, falls du kein Bochumer bist.

Müllsammelaktionstag zur Ausstellung Flaschengefühle macht wütend I +Video I +Short I +Fotogalerie

Kann man es erfolgreich nennen, wenn Müll gesammelt wird? Wäre es nicht sinnvoller, wenn es gar nicht in der Landschaft liegen würde. Müll gemacht von Menschenhand. Erst hergestellt, dann ohne Gewissen ins Grün. Das macht wütend! 

Der erste Tag meiner Projektwoche  „Vermüllung der Stadt“ mit dem Sammeln von Müll im Rahmen meiner von der Stadt geförderten Ausstellung „Flaschengefühle“ begann in der Umgebung der kleinen Kunstmuseums „Schaubüdchen“ am 16.7.23 um 11 Uhr.

Kleines Einblickvideo: 

https://youtube.com/shorts/x3XWicLokLQ?feature=share 

Am Tag der Müllsammelaktion, war ich alleine. Es läuft nicht immer alles rund bei einem Projekt, wenn man sich auf relativ schnelle Rückrufe und Email-Antworten verlässt. Die IFAK hatte ich sechs Wochen zuvor angerufen und per Mail angeschrieben. Zwischendurch ebenfalls nochmal, aber erst einen Tag nachdem ich die Termine eine Woche vor der Eröffnung der Ausstellung festlegen musste, kam der Rückruf mit dem Hinweis, das ab dem 15.7 alle in Ferien für drei Wochen sind.

Nicht nur das die Flyer dadurch auch noch nicht mal am Tag der Eröffnung pünktlich kommen konnten, nein der Aufruf in Facebook-Gruppen innerhalb von Bochum sollten ja 30000 Menschen erreichen, ging schief. Zwei Likes waren alles. Die Reichweite wurde dadurch geschmälert. Und durch die späte Rückmeldung hatte ich nicht mehr daran gedacht, daraus eine „Veranstaltung“ zu machen, was eventuell mehr Anmeldungen gegeben hätte, als ein Aufruf. Habe ich an Ferien gedacht? Ja, aber nicht jeder kann sich leisten bei den Preisen sechs Wochen Urlaub zu machen. Also Teilnehmende hätte es mit Sicherheit geben können. Ich habe trotz der Situation aber nicht sauer reagiert. Ich habe mich so oder so darauf vorbereitet allein zu gehen und diesen Projekttag bewußt zu erleben. Es war sehr erbaulich am Tag der Aktion, dem Mängelmelder, die Bochumer Bürgerecho – App, 13 Mal zu nutzen und nun zwei Tage später mit einer Mail eine Antwort zu bekommen, dass vier gemeldete Mängel behoben wurden. Ich bin mir sicher, dass die anderen und zusätzlich zwei gemeldeten Vorschläge ebenso erhört werden zur Verbesserung der Stadt.

Egal. Ich lerne aus meinem Fehler. Ich werde mit der IFAK diese Müllsammelaktion im Herbst nochmal durchführen, wie ursprünglich geplant.

Dabei fing der „Spaß“ tatsächlich kurz nach meiner Haustür an: Vier leere Astra-Flaschen standen vor den Müllcontainern, fast wie beim Spiel „Mensch ärgere dich nicht“. Als wenn es ein Hinweis gewesen wäre für den Ablauf des Tages. Die sind natürlich für die Pfandspende eingesammelt worden. Dann ging es ab zum Schaubüdchen.

Wegen des schnellen Erfolgs schon gleich hier und jetzt am Anfang meines Berichts mein Aufruf: 

Liebe Bochumer und Bochumerinnen! Ladet euch die Bürgerecho-App hoch und meldet, was das Zeug ist. Nur so kann es Verbesserungen in der Stadt geben! Hier ist der Link:

BürgerEcho Bochum – Apps bei Google Play

Für alle anderen Städte gilt es das gleiche. Schaut in die Google oder Apple App-Listen ! Sie gibt es auch für viele andere Städte. Bombadiert die Mängelmelder-App. Es lohnt sich für deine Stadt!

Mängelmelder oder Bürgerecho können was bewegen!

Siehe da, es war auch recht erbaulich, wenn auch mit Frust verbunden, das Menschen die wirklichen Schweine sind. Schweine sind in ihrem Stall mit Sicherheit sauberer, wenn sie nicht kacken und pissen müssten, auf Deutsch gesagt, was dann auf unseren Feldern landet und dann auf unserem Tisch inne Kohlrabi, Brot oder Maiskolben.

Spaß beiseite. Ich hatte meinen Garten-Bollerwagen genommen und bin vom Schaubüdchen aus rechts in die Katharinenstraße gegangen. Da kam ich ganze 20 Minuten nicht weiter. An jedem Baum und Laternenpfahl lagen Zigarettenfilter und -Stummel. Ich habe auch nur rechtsseitig den Abfall in den orangen Sack des USB (Umweltservice Bochum) geschmissen, die ich mir am Freitag noch rechtzeitig für eigentlich dreißig Teilnehmern geholt hatte. Die andere Seite sollte auf dem Rückweg gemacht werden. Dazu bin ich gar nicht gekommen.

 

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Hätte ich ein Team gehabt, hätte ich eins nach Stahlhausen hinter die Feuerwache geschickt, ein anderes in den Bereich der Rottstraße und ein drittes Team auf das Gelände der Jahrhunderthalle, so bog ich allein auf weiter Flur in die Henriettenstraße rechts ab und kam am Hunde- und Spielplatz vorbei. Auf der Wiese lag tatsächlich wenig Müll. Der Mülleimer vor Ort war gut gefüllt. Die Hundetüten im Hundemülleimer waren leer. Die erste Meldung für den Mängelmelder der Bürgerecho App von der Stadt Bochum wurde von mir fertig gestellt.

Ein Hundebesitzer fragte, warum ich filme. Er hatte einen kleinen Bullterier, der aber völlig harmlos war, aber von vielen als Kampfhund gesehen wird. Naja, an der Leine hätte er ihn trotzdem nehmen müssen, als er vom Hundeplatz kam. Ich hatte keine Angst. Der Hundebesitzer war an meiner Ausstellung interessiert und fand meine Aktion gut. Blacky schnüffelte am Bollerwagen interessiert herum.

Auf dem Spielplatz war der Mülleimer bis oben hin voll. Die nächste Mängelmeldung, diesen zu leeren, ging durch das 5G-Netz, das dort tatsächlich herrschte. Ein voller Hundekotbeutel wanderte noch in den Mülleimer. Alles andere drumherum habe ich in den USB-Sack gepackt.

Ich dachte, du hast ja schon bald die Hälfte hinter dir, aber dann ging es erst richtig los auf dem kleinen Stück der Adolfstraße am Spielplatz entlang. Einmal um die Ecke im Grüngürtel um den Fußballspielplatz fand ich einen Einkaufswagen, eine Menge Tetrapaks, Altpapier von Prospekten, die hoffentlich bald Geschichte sind, einen Tisch, eine Mappe von einem Tapezierladen, einen Brotkorb von Harry, den ich für den Transport von leeren Flaschen von nun an nutze, um diese vom Restmüll zu trennen, die ich dann auf beiden Seiten des Grüngürtels fand. Ein Stückchen weiter hätte ich, wie im Dschungel weich auf einer wunderbaren Schaumstoffmatratze schlafen können. Auch sie war einfach so da im Grünen entsorgt worden, obwohl sie kostenlos auf der Sperrmülldeponie der Stadt abgegeben werden hätte können.

 

Meist waren es eben kleine Schnaps- und Likörflaschen. Wodka Gorbatschow oder Jägermeister, Kümmerling und was weiß ich, welche pfandlosen Flaschen hier und da durch Starkregen und Dürrezeiten über Jahre hinweg in der Erde z.T. eingegraben waren.

Die Grüngürtelbereiche sind ältere Gesträuche, die Insekten so gut wie keine Chance geben. Für Bienen ist hier auf der Adolfstraße nichts gepflanzt. Die Sträucher sind z.T. auch ausgetrocknet. Die Wiese hat kaum Wuchs und durch die hohen dichten Bäume wächst da unten das Grün auch kaum. Das ganze Straßenbild ist einfach nur Scheiße. Ich muss es so ausdrücken, wie es ist.

Mitten auf dem Bürgersteig bin ich natürlich auch in Scheiße getreten. Ein Sinnbild der Lage nachdem ich den Tisch dem Mängelmelder mitgeteilt habe. Auf der Parkplatzseite lagen in den Sträuchern eine Autolampe, ein angeschimmelter McCafe-Becher, Plastik von Süßkram, Überraschungseiplastik, Tetrapaks, Gummi von irgendwas Undefinierbarem, Heizungskörperableser, Getränkeflaschen aus Kunststoff, Deckel für Becher mit Strohhalm, eine Blindschleiche aus Gummi.

Dann entdeckte ich an der Seite einen weiteren Eingang zum Sportplatz. Dieser hat keinen Mülleimer und prompt wandert auch das Tetrapak im nahgelegenen Strauch. Das Tetrapak würde ich wahrscheinlich in 10 Jahren immer noch finden können, kaum verwittert, weil es Aluminium und eine Plastikfolie zum Erhalt des Mindesthaltbarkeitsdatums enthält. Die Farben auf dem Pappkarton von Außen sind meist auch problematische Chemikalien, die dann den Boden verseuchen können.

Auf der anderen Straßenseite war ein von alten Bahnschwellen umzäunter Blumenkasten. Diese Form ist auf allen Straßen, aber die Sträucher wirken nicht mehr gepflegt. Im Inneren sind sie kahl und zeigen Flaschen, die dort verwachsen sind mit der Erde und den Zweigen. Ich habe reichlich viele kleine Schnapsflaschen herausholen können. Die ganzen Teile laden nicht mal Vögel zum Verweilen ein, geschweige denn ein Nest zu bauen. Auch der Grünstreifen der Adolfstraße ist einfach nur scheiße anzusehen. Er sieht nicht gepflegt aus. Natürlich ist dort wenig Licht durch die hohen Bäume. Aber deswegen wächst auf so einem Grünstreifen trotzdem eine Blumenwiese. Alle Sträucher können eingedämmt werden und eine pflegeleichte Blumenwiese erhalten für Bienen und Insekten wäre mein Vorschlag. Das macht das Wohnen auch schöner vor Ort als diese Gehölze, die nur Grün sind, wie die hohen Bäume. Es gibt keinen Farbwechsel.

An einer Stelle des Grünstreifens war ein Plastik in der Erde, dass die Ameisen zum Abdecken ihrer Erdhütte genommen haben. Das wußte ich ja nicht. Woher sollte ich ahnen, dass sie jetzt keinen Regenschutz mehr haben. Was für ein Gewusel!

Dann kam ich an eine Stelle, die eine Pergola aus Stahl hat für Kletterrosen. Von Rosen keine Spur, sondern von Socken, Pappe, Flaschen, Splitter von Flaschen, ganz viele Tücher, wahrscheinlich für das Abwischen für den Uriniervorgang bei Damen. Alle lagen achtlos in den Ecken oder vom Winde verweht in der Mitte. Sie wanderten trotzdem in meinen Sack, ich meine den orangen vom USB.

Der Platz war so verwahrlost, dass ich den Mängelmelder aufrief für das Aufsammeln des Laubs, der so wie es aussah noch vom letzten Jahr war. Hier könnte man mit dem Spielplatz den Bereich mit einbinden oder einfach Parkplätze machen. Die Pergola macht überhaupt keinen Sinn, wenn sie nicht entsprechend gepflegt wird. Wenn das so ist, dann weg damit. Aber so ist das eher ein nichteinladender Platz.

Warum nicht ein paar Blumenkästen hinstellen oder die Nachbarschaft macht dort einen Hochbeetgarten zur Selbstversorgung. Absperren für die Nachbarn zum Klönen und gemeinsamen Mensch ärgere dich nicht spielen. Das hätte ich gebraucht, denn der nächste Ärger kochte in mir.

Eine halbe Sektpulle am Stromkasten. Immer wieder Flaschen am Stromkasten. Als wenn die Stromkästen Flaschen magnetisch anziehen. Unglaublich. Und es ist eben auch keine Pfandflasche. Somit bleibt sie in der Landschaft liegen, wie die anderen.

Pfandflaschen werden von der ärmeren Bevölkerung gesucht und gefunden, aber auf dem herrenlosen Platz war auch eine Krombacher, frisch geköpft in der Ecke. Sie wurde nicht mitgenommen. Im Gebüsch lag eine zweite, kaum zu sehen, ebenfalls nicht mitgenommen. Pfandflaschen und Pfanddosen habe ich nur eine Handvoll gefunden. Aber alle Nichtpfandflaschen, die wenn sie irgendwie fallen oder gekickt werden, können gefährliche Glassplitter erzeugen. Fallen Kinder da hinein, gibt es ein böses Erwachen, ganz zu schweigen von Hunde- und Katzenpfoten. Da kommen teure Operationen beim Tierarzt auf einen zu.

Auf der Ursulastraße kurz vor dem Schaubüdchen habe ich tief liegende Kellerfenster gesehen. In einem lag einiges an Müll, was ich herausgepickt habe. Diese Fenster laden ein, etwas hineinzuwerfen. Geöffnet zum Säubern werden sie wohl nie. Sie wachsen mit Unkraut zu und basta. Davor liegt ein Streifen aus Kopfsteinpflaster. Logisch, dass dazwischen Grünes wächst und die Steine aus dem Sandbeet drängt. Ein Vorschlag von mir: Die Kopfsteinpflaster brauchen dort gar nicht sein. In Holland, wo es z.B. in Amsterdam kaum Parkanlagen gibt, haben sie Menschen entschieden mit Einverständnis der Stadt, vor ihrem Haus Steine zu entnehmen und Blumen oder einen kleinen Blumenwiesengarten anzulegen. Das macht viel Sinn. Erstens tut man was für die mittlerweile stark dezimierte Insektenzahl und Bienen und zweitens für den Klimaschutz. Drittens wird das Wasser von den Pflanzen aufgenommen, auch bei Starkregen, während das sonst über die Steine in die Gullys fließt. Ein Vorschlag, der in jeder beliebigen Stadt gemacht werden kann und kaum Kosten verursacht. Einmal im Jahr geht man im Herbst mit einem Rasenmäher drüber und fertig.

Aber das Grünflächenamt pflegt ja nicht mal die Adolfstraße, wie soll so etwas möglich sein… Das werde ich doch mal anbringen beim politischen Gespräch.

Statt es im eigenen Fahrzeug mitzunehmen um in den eigenen Hausmüll zu legen, wird es einfach achtlos in die Stadtlandschaft geschmissen. An den Seitenrändern der Bürgersteige kann der Straßenreiniger des USB leider auch nicht immer mit seinem Besen vorbei kommen, wenn da Autos vor dem Müll stehen. Auch da sehe ich trotzdem die händischen Besenreiniger in der Pflicht sich auch mal zu bücken. Ich hab jedenfalls alles dort weggemacht. Und dann kam die Überraschung….

Der rückwärtige schöne Platz vom Musikzentrum war voll mit Müll. Überall Flaschen ohne Pfand. Es waren z.T. zerschlagene und eine Menge Wodka-, Wein-, Whiskey-Flaschen. Hochwertiges Zeug zum Saufen. Und es waren sechs Lachgas-Flaschen von mir gefunden worden.

Ich wußte nicht, dass man die braucht. Ich bin auch ohne sowas lustig. Die Dinger enthalten Distickstoffmonoxid. Ist total trendy, wie man heute sagt. Es gibt zum Inhalieren sogar Geschmacksrichtungen von Mango, Pfirsich und Erdbeer und soll unbeschwerte Freizeit-Spass-Fotos bringen. Eine Flasche kostet um die 25 €. Ein Sechser-Pak wird mit 145 € im Internet gehandelt. Und dann liegen die einfach hier rum. Das kann sich keiner mit Bürgergeld kaufen. Das ist nicht die Klientel, die diese „hochwertigen Flaschen“ in die Landschaft werfen. Unglaublich!

Am Ende dieser Rundtour von knapp drei Stunden habe ich mehr als einen halben Sack zusammen. Doch ich wollte ja unbedingt zum Anneliese-Bost-Musikzentrum. Das ach so tolle teure Teil der Stadt hat einen wunderbaren sehenswerten Platz zum Ausruhen und Klönen auf der Rückseite.

Ich war einen Tag vorher zufällig dran vorbei gelaufen und war erschrocken wieviel Müll und Flaschen da herumgelegen haben. Bis ich allerdings mit einem weiteren Sack dort ankam über die Katharinastraße und Maximilian-Kolbe-Straße auf die Humboldstraße, da hatte ich den blauen Ersatzsack schon wieder voll mit Pappe für Pizza, Getränke oder Fressalien.

An dem Marienstift, einem Seniorenheim direkt gegenüber, ist seitlich an der Maximilian-Kolbe – Straße eine Absenkung des Bodens. Diese ist abgesperrt mit einem Bauzaun. Davor stand mal wieder ein Einkaufswagen. Es war der Dritte innerhalb von 800 Meter Radius. Der zweite stand auf dem Gelände des Spielplatzes an der Katharinastraße.

Hinter dem Bauzaun lag natürlich, wie aus den Augen aus dem Sinn, logischerweise Müll. Meist sind es Becher, kleine Kunststoffe, Löffel, Tüten voller Dönertaschen, also alles, was mit Essen zu tun hat. Der Mülleimer kann so viel auf einmal nicht schlucken. Und wenn voll, dann wohin?

Die schweizerische Koordinationsstelle Sucht stellt fest: Aktuell geniesst Lachgas bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15-25 Jahren seit den 1990er Jahren eine gewisse Popularität. Sie gilt als Freizeitdroge.

In der Technoszene wird sie gern genutzt, um scheinbar besser abtanzen zu können. In einigen europäischen Ländern sind diese Kapseln schon verboten. Ich finde, diese Dinger sollten hier auch verboten werden. Früher hat ein Zahnarzt sowas verwendet, wieso kriegt man diese Klamotte bei uns ganz normal zu kaufen?

Der Hersteller des Gases warnt sogar versteckt im Kleingedruckten auf einer Unterseite im Online-Shop: „Distickstoffmonoxid ist ein Gas, das nach dem Einatmen ein angenehmes Gefühl des Wohlbefindens und eine leichte Euphorie, zwischendurch Halluzinationen und bei manchen Menschen eine schmerzlindernde und sedierende Wirkung hervorrufen kann“ (Quelle: https://blaulichtreport-saarland.de)

Es wird gemunkelt, dass die „Exotik Whip“ nach dem Konsum schon Unfälle auf den Straßen erzeugt haben kann. Halluzinationen und ein gewisses Wohlbefinden mit Sedierung ist für mich eindeutig ein großes Gefahrpotential auf der Straße. Das Potential hat man bei Ecstasy auch und es ist eine verbotene Droge, die man trotzdem irgendwo erhalten kann. Diese Lachgas-Geschichten gehören auch verboten, meine Meinung! Sie sind gefährlich und liegen auch noch als Müll in der Landschaft herum. Zu fein, die jungen Leute, aufzustehen und im Rücken die Mülleimer zu benutzen. Geht auch nicht mit einem Lachkrampf, das fallen eher die Flaschen aus den Händen und zerschellen auf dem Steinboden.

Auf dem Platz kam mir Kai Braun entgegen und fand meine Aktion sehr gut. Er erklärte sich bereit mir zu erzählen, dass er sich auch jeden Tag hier mit Freunden trifft. Am Wochenende sieht der Platz immer so verheerend aus. Da nehmen die Discobesucher gern die Alkoholischen und di Lachgasnummer gleichzeitig ein und machen einen auf Trallafitti. Ordnungsamt und Polizei scheint entweder machtlos zu sein oder wird nicht Herr der Lage. Was tut die Stadt? Warum sieht der ehrwürdige Platz regelmäßig so aus?

Da hat die Stadt mit zusätzlichen Spendengeldern zig Millionen das tolle Konzerthaus der Bochumer Symphoniker hingesetzt und bekommt es nicht gebacken drumherum sauber zu halten. Das muss doch anders gehen. Das hoffe ich bei meinem Gespräch am Freitag mit den Politikern zu klären. Allerdings warte ich noch auf einige Zusagen…

Ich habe nur die alle Flaschen und Lachgasbehälter mitgenommen. Diese waren so schwer auf dem Rückweg zum Schaubüdchen, so dass ich nun einen zwei Zentimeter längeren Arm habe. Die Finger hatten fast Blasen von dem Greifer bekommen.

Der Bollerwagen war voll mit Glasflaschen. Da ich nicht mehr genug Platz für den Restmüll hatte, habe ich die Mängelmelder-App wieder genutzt. Ich werde die Tage wieder schauen, wie es da aussieht. Und die Trommel rühren, damit die Stadt ihr Bild wieder in den Griff bekommt.

Wie sieht das für internationale Touristengäste aus?

Ich sage das im Video auch ganz klar, als ich die „Absolut Wodka“ – Flasche filme: ABSOLUT SCHEISSE!

Natürlich ist es ein Kampf gegen Windmühlen. Man fühlt sich wie Don Quichotte. Trotzdem möchte ich was bewegen, nicht nur in Bochum. Es reicht nicht immer ehrenamtlich Müll einzusammeln. Es müssen Maßnahmen ergriffen werden. Ich bin auch nicht für Verbote, aber ich bin für mehr und höhere Strafen. Das funktioniert in anderen Städten der Welt auch. Ich bin für eine größere Kontrolle. Denn gerade das führt auch bei den Menschen zum Nachdenken, wenn sie das im benebelten Lachgas schon nicht mehr hinbekommen können.

Zusammengekommen sind sozusagen ein voller Sack mit Restmüll, aus dem ich wirklich kein Kunstwerk mehr machen kann. Ich hab da ein Brett und ein paar Plastikteile. Mal sehen, was geht. Das habe ich heute nicht mehr gemacht. Um 17 Uhr statt um 13 Uhr habe ich meine Müllsammelaktion beendet und bin anschließend ausgelaugt Kohlenhydrate mir reinziehen gefahren bei meiner Stammeisdiele „Eiscafé Etna“, Am Thie in Eppendorf. Ein bisschen Schleichwerbung für das gute Eis dort darf ich ja wohl mal machen.

Der nächste Tag wird auch das ein oder andere bringen: Historische Hinweisschilder säubern. Da werde ich in Stahlhausen schauen, aber definitiv auf dem Gelände von der Jahrhunderthalle. Bestimmt muss ich den Mängelmelder wieder füttern wegen des Wochenendes. Da wird dort gerne gegrillt und gefeiert. Alles gut und schön.

Aber liebe Leute, nehmt euren Müll bitte mit, denn ihr habt die Klamotten ja auch gebracht zum Feiern. Warum bleibt es dann vor Ort liegen? Ich zahl Steuern, irgendein Bekloppter macht das schon? Ja ich oder jemand vom „Frühjahrsputz“, freiwillig. Das ist aber nicht die Lösung!

Mal sehen, was die Projektwoche noch so bringt!

Glück auf!

Euer Ruhrpottologe

P.S.1: Natürlich war ich einen Tag später schauen, wie es aussieht auf dem Anneliese-Brost-Musikforum-Gelände. Siehe da. Sauber gemacht. Zumindest die groben Sachen. Alle Splitter von Glas und Kronkorken von Bierflaschen liegen da leider noch rum. Ein Hund sollte da nicht herlaufen. Hab einen Passanten mit einem Hund gewarnt dort seinen Hund herlaufen zu lassen.

P.S.2: Ich bin wegen drohenden Regens zum Schaubüdchen mit dem Fahrrad gefahren und hielt an der Adolfstraße an. Die  Matratze, der Tisch und der Einkaufswagen standen und lagen noch da. Geht ja auch nicht immer alles so schnell. Ist ja gemeldet wenigstens. Aber innerhalb von nur 24 Stunden hat sich zweierlei Dinge getan.

Ich musste erst lachen, weil jemand vor dem Einkaufswagen ein Parkschild aufgestellt hat. Doch dann blieb mir das Lachen im Hals stecken, denn zum Tisch hat sich über Nacht eine Matratze dazugesellt! Der Mängelmelder ist informiert. Ich bin wirklich sprachlos, wie Menschen so unachtsam mit ihrer Umwelt umgehen können. 

Etwas hinter Grün zu verstecken ist das eine, aber das fördert dazu, dass andere das Grün nutzen eine neue wilde Müllkippe aufzumachen. Wenn einer anfängt, folgen andere. Mein Vorschlag: Das Grün muss geschnitten werden oder anders gepflanzt, damit dort keine weitere wilde Müllkippe mehr stattfinden kann. 

P.S.3: Natürlich habe ich wieder geniale Motive gefunden, die ich in weiteren Ausstellungen zeigen kann. Eine eigene Instagram-Seite habe ich jetzt dafür auch errichtet, damit ich nicht zuviel davon auf meinem Account zeige. Wenn ich Bilde verkaufen oder versteigern sollte, geht 10 Euro pro Bild an den Obdachlosenverein BODO e.V. Das ist meine Intention meine Bilder durch euren Müll eine Wertigkeit wieder zurück zu geben, in der Hoffnung, dass der Müll weniger wird und nicht mehr in der Stadt und dann ins Meer wandert, und dass ich damit den Menschen, die abhängig sind von Spenden etwas helfen kann.

P.S.4: Die Ausstellung „Flaschengefühle“ mit meinem Projekt mit dem Thema „Vermüllung der Stadt“ wird vom Westendbeirat unterstützt und der Stadt Bochum gefördert

Organismus : Bunker I Faszinierende Ausstellung im Kunstbunker vom Künstlerbund Bochum bis zum 14.1.23

Faszination Kunstbunker

Das besondere Thema „Organismus : Bunker“ hat sich der Bochumer Künstlerbund zu ihrer Ausstellung im neuen „Kunstbunker“ ausgedacht.

Der Kunstbunker – (c) André Brune

20 Künstler und Künstlerinnen haben sich Konzepte ausgedacht, die in keinem anderen Museum als in diesem zu finden wären. Denn der Künstlerbunker wurde als Luftschutzbunker 1941 von 1000, meist Zwangsarbeitern vom Bochumer Verein gebaut für 3200 Schutzbedürftige in Zeiten der Luftangriffe in Bochum-Stahlhausen. In den Räumen der Ausstellung sind Muster einer Tapete im Originalzustand. Das zeigt, dass die Menschen sich vor Ort trotz der immerwährenden Angst es versucht haben sich es etwas heimelig zu machen. Die Idee für dieses Motto war nicht weit hergeholt, denn die Frage steht im wahrsten Sinne im Raum: Wie haben sich die Bunkerbewohner in Zeiten des Krieges gefühlt? Leider ist es erschreckend aktuell, wenn wir an den aktuellen Krieg in der Ukraine denken oder den Unruhen im Iran, die Schrecknisse von Syrien oder den vergessenen Krieg in Jemen.

Pulsierendes Innenleben

Das empathisch pulsierende Innenlebens eines Bunkers, das gefüllt war von vielen Ängsten je länger und schlimmer die Bombadierungen waren, in Kunst umzuwandeln ist nicht einfach. Die Ausstellung zeigt, dass die Künstler und Künstlerinnen das sehr wohl geschafft haben. Wer einmal in dieser bedrückenden Atmosphäre eines genutzten Bunkers steht, versteht nicht nur die Bilder, Filme, Fotos und Skulpturen. Das laute Geräusch eines Herzschlags aus der Vertonung von Gisbert Danbergs Filmsequenz des Ertrinkens im Raum der Ausstellung macht den Bunker bedrückend lebendig. Zu den Öffnungszeiten führen anwesende Künstler auch durch die Ausstellungsräume. Dadurch wird die Kunst noch spannender und beeindruckender.

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Angeschlossen habe ich mich den Initiatoren vom Schaubüdchen. Sie organisierten eine geführte Führung durch den Kunstbunker mit seiner laufenden Ausstellung „Organismus:Bunker“ , der nur wenige hundert Meter entfernt ist vom kleinen Ausstellungskiosk.

Schon der Eingangsbereich mit dem noch angedeuteten Reichsadler aus Quadersteinen wirkt prägnant. Die Historie ist hier nicht ganz nebensächlich, weil sie wichtig ist für die Idee des Themas.

Wer durch die Glastür tritt, wundert sich über diesen großen Durchbruch. Denn es war ursprünglich eine Durchfahrt. Durch eine Luke oben in der Mitte konnten LKWs Versorgunsgüter sicher im Bunker abladen. Heute ist das Gebäude von außen nett herausgeputzt und sieht aus, wie ein großes schlichtes Wohngebäude. Oben auf dem Dach sind auch tatsächlich Wohnungen gebaut worden.

Eingangsbereich Kunstbunker (c) André Brune

Nach einer kurzen geschichtlichen Einführung zum Bunker von Jaqueline Kraemer, geht es schon die Betontreppe hoch, wo einem das Geräusch eines Herzschlags immer lauter entgegenkommt.

So unterschiedlich die Künstler und Künstlerinnen sind, so unterschiedlich ist auch die ausgestellte Kunst mit einer beeindruckenden Mischung aus Fotos, Skulpturen, Installationen und Bildern mit Acryl- oder Ölfarben.

Ausgestellt haben folgende 19 Künstler und Künstlerinnen: Krzysztof Gruse, Babette Sponheuer, Claudia Karweick, Tatiana Carneiro-dos-reis, Wibke Brandes, Farah Nourinejadfard, Klaus Pfeiffer, Johanna Sandau, Peter Gros, Klaus Nixdorf, Gisbert Danberg, Bernd Figgemeier, Anna Britz, Werner Block, Barbara Grosse, Ortrud Kabus, Uta Hoffmann, Dagmar Witt.

Krzysztof Gruse

nutzt das Thema Organismus als Summe der Verflechtung aller Leben. Das Leben ist verflochten. Ist eins zerstört, wird der Organismus insgesamt nicht mehr funktionieren und sterben.

Kontakt: https://superartmarkt.de/kuenstler/krzysztof-gruse/

Treppenaufgang zum Ausstellungsraum (c) André Brune
Babette Sponheuer und Felix Freier

inszenieren mit dem Konzept „Spurensuche“ – Abdrücke und Deja-vu an verschiedenen Wänden der Ausstellungsräume Hände. Die Dramatik im Bunker sind heute kaum vorstellbar. Wenn die vor den Bomben zusammengepferchten Menschen sich an den Wänden entlanggetastet haben, hinterließen sie unzählige heute nicht sichtbare Handabdrücke. Die Ängste, die durch die Aura der Hände in die Bunkerwände bis heute strahlen, wollen die beiden Künstler mit ihren Arbeiten sichtbar machen.

Kontakt:

Babette Sponheuer: bsp_contact@web.de

Felix Freier: felix.freier@rub.de 

Claudia Karweick und Daniela Werth 

haben eine Foto-Installation auf transluzenenter Polyesterfolie eine Installation der Lebendigkeit des Bunkers aus verschiedenen Blickwinkeln dargestellt. Die Kunst des Wandelns aus der Vergangenheit der Zweckgebundenheit des Krieges und der heutigen friedlichen Verwendung der dicken Wände ist eine innere Besonderheit dies in ein Bild zusammenzubringen.

Kontakt:

Claudia Karweick: claudia.karweick@gmail.comwww.claudiakarweick.com

Daniela Werth: info@daniela-werth.de

Tatiana Carneiro-dos-reis

Teil 1 und 2 namens „Organismus“ stellt auf Acryl die Interaktion und Globalisierung der Stockwerke dar. Beide Bilder stehen auf verschiedenen Ebenen und interagieren durch die Treppe miteinander.

Kontakt: https://tatiana-carneiro-dos-reis-q.jimdosite.com

Wibke Brandes 

symbolisiert in ihrem Acrylbild die Flucht aus der Heimat in eine neue Unterkunft für unbestimmte Zeit einhergehend mit traumatischen Erlebnissen oder auch Krankheit.

Kontakt: www.wibke-brandes.dewibkebrandes@yahoo.de

Farah Nourinejadfard 

hat ein Werk geschaffen, das aus ihrem Inneren kommt. Ihre Wurzeln aus dem Iran hat die Bunkergefühle in „Hände im Dunkel“ eingefangen. Das Bild kann auch das Abbild des Inneren von Betroffenen und Bewohnern des Bunkers sein. 

Kontakt: a.nourinejadford@outlook.de
 
Die dunkle Hand von Farah Nourinejadfard
Klaus Pfeiffer

„oxydation 1 bis oxydation 6“ ist eine Form der esoterischen Fotografie. Die sechs Fotografien fordern den Betrachter auf sich mit dem nicht sehenden Präsenzen auseinander zu setzen. Das andächtige Schauen in ein Bild der satten Schwarztöne erzeugen ein hineintauchen in die Welt der anderen Seite des Nichtsehens. Es erzeugt ein schwebendes Nachdenken über das Erlebte, dass sich immer noch im Raum befinden kann.

Kontakt: info@klauspfeiffer.com

Johanna Sandau

lässt Blut als Energie in ihre Bilder einfließen. Blut in der roten Farbe hat die Funktion Leben zu erhalten, aber auch zu beenden.

Kontakt: info@johannasandau.de

Blut von Johanna Sandau
Peter Gros

arbeitet mit Holz als Leinwand. Das ergibt eine besondere Form eines Bildes, da über den Rand einer vorgezeichneten Leinwand gemalt werden kann. Das Bild „Schutzhütte“ ist wie der Bunker inmitten der Schwärze und Unwirklichkeit des Krieges, das sich zu der „lebendigen“ Zeit des Bunkers im Krieg ausdehnte, aber sicheren Schutz vor dem Tod bot.

In der Ausstellung erklärte er seine Bilder mit Füßen oder Ohren in der Landschaft. Wie haben sich die Menschen im Alltag des Bunkers, die Welt vorgestellt. Haben sie sich in Träumen an einen anderen Ort gesehnt, an Berge, ans Meer? Nutzten sie die Geräusche des Bunkers, um sich in eine andere Welt zu versetzen? Fragen, die Peter Gros uns in seiner Vorstellungskraft erklärend auf den Weg mitgab.

Kontakt: www.pgrosmalerei.de

Schutzhütte von Peter Gros
Klaus Nixdorf 

zeigt in seiner „Spiegel-Skulptur“ namens „Fragmente“ in der Größe 2 * 2 Meter eine Reflexion des Innenraums aus unterschiedlichen Neigungswinkeln. Das Beeindruckende ist der Blickwinkel in die Spiegel in denen sich niemand ganz sehen kann. Gleichzeitig zeigt es auch die schnell zerbrechliche Psyche der Menschen, die von den Bomben bedroht werden.

Kontakt: a-k.nixdorf@t-online.de

Spiegel-Skulptur von Klaus Nixdorf im Raum
 
Gisbert Danberg 

zeigt mit dem Titel „Kyklos“ auf Griechisch in seinem millimetergenau gemessenen Ausstellungsraum wiederholende Kreisläufe aus Rohre, die durch Maschinen gehen und immer wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren, wie ein menschlicher Körper dessen Herz schlägt. Das Innere des Kunstbunkers wird in dieser Computeranimation abstrakt in 3D gezeigt.

Kontakt: mail@gisbert-danberg.de

Kyklos von Gisbert Danberg
 
Bernd Figgemeier 

stellt zwei Bilder aus. Während das eine als „up and down“  in Öl und Sand auf Leinwand gebeugte und aufrechtstehend das extreme Leben unter widrigen Umständen trotz des Bunkerschutzes in seiner Gänze zeigt, ist das zweite Bild „Frühe Schutzräume des Menschen“ mit Acrylfarbe und Quarzsand ein Rückblick auf die ersten Höhlen, die den Menschen Schutz boten gegen Witterung und Feinde aus der Natur.

Kontakt: bernd.figgemeier@web.de

Anna Brilz 

Installation „Pater Noster” aus verschiedensten Buchstaben, die in der Luft des Bunkers liegen. Menschen, die hier verharrt haben, fanden zum Glauben zurück, sprachen Gebete aus oder erzählten sich Märchen und Geschichten, um auf ein weiteres Leben zu hoffen.

Kontakt: www.mirart.de

Pater Noster von Anna Brilz
Werner Block 

legte auf den Bunkerboden ein „Gebrochenes Herz“. Eine Rauminstallation aus 15 verschiedenen Glasobjekten, wie Kopf, Fuß, Hände, Teile, die wie Organe aussehen und alle mit dem in Formaldehyd liegenden echten Herz von einem Tier mit Schläuchen verbunden, aber nicht direkt miteinander verbunden sind.

Kontakt: info@sternentor.de

Gebrochenes Herz von Werner Block
Barbara Grosse 

zeichnete mit Wachskreide auf Papier während sie einen Weg lief eine Linie. In der Linie findet sich Kreuzung und Verbindung der Linie neben Ordnung auch die „Figur-verwirrt“ beim genauen Betrachten des Bildes. Sinnbildlich stehen die Besucher neben sich und sind verwirrt durch die Situation in einem Bunker zu sitzen. Wahrscheinlich haben sie einen Schock oder wissen nicht, was als nächstes passiert.

Kontakt: www.barbaragrosse.de / Mail: b.s.grosse@gmail.com

Ortrud Kabus 

malt mit Acrylfarben und Öl Wuchsformen von Bäumen. In ihren Augen sind Geäste ähnlich wie menschliche Gestiken oder Körperteile.

Kontakt: www.ortrud-kabus.de

 
Uta Hoffmann 

schuf aus vielen verschiedenen und bunten Lederstücken aus der Auflösung der Familienwohnung eine große Collage. Die Lederstücke sind von ihrer Mutter seit den 1960er Jahren gesammelt worden. Sie war Innenarchitektin und wollte immer irgendwann etwas aus den Resten gestalten bis sie es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr konnte. Viele Lederstücke sind in Form und Farbe so nicht mehr erhältlich. So verbindet sich Uta Hoffmann in der Ledercollage „Berührung“ noch einmal mit ihrer Mutter, aber auch gleichzeitig sagt es aus, das damals zu Zeiten des Krieges verbindende Materialien zur bzw. aus der Vergangenheit zu schätzen wären.

Kontakt: www.uta-hoffmann.de

Dagmar Witt 

erreichte mit ihrer „Hedera“, einem Efeu-Geäst ein wahrlichen Gegensatz zum Beton. Die in weiß angestrichenen Papier liegenden Verästelungen sind ein Sinnbild für das in alle Richtungen fließende Leben, während der Betonbunker eher starr für sich steht und von dem Geäst aus dem Dunkel heraus von Innen gesprengt werden könnte.

Kontakt: art-witt@online.de

 
Nach den Ausführungen und der Entdeckungen der Kunstobjekte in zwei Meter Dicken Mauern, waren wir alle begeistert und beeindruckt von der Kunst und dem Kunstraum, den auch Menschen sehen sollten, denen Kunst nichts sagt. Es lohnt sich allein schon wegen des Herzschlags durch die Räume zu schlendern und die Atmosphäre aufzusaugen. 

Empathische Menschen spüren noch immer diese Aura aus Angst, die in diesen Räumen geherrscht haben musste.

Persönliches Fazit:

Lohnt sich!

 

Wer die Ausstellung noch sehen möchte, kann dies folgendermaßen tun:

Kunstbunker Öffnungszeiten
Öffnungszeiten bis zum 14.1.23

Mittwochs von 16 bis 19 Uhr

Samstags von 14 bis 17 Uhr (und nach Vereinbarung)

Heiligabend und Silvester geschlossen.

Die Ausstellung geht noch bis zum 14. Januar. Dann findet ab 17 Uhr die Finissage statt mit einer szenischen Lesung zur Kunst des Älterwerdens von Boys Group – alte Männer, man weiß nicht genau warum…  

Ab 18 Uhr wird das neue Jahr gefeiert.

Kontakt zum Kunstbunker

Kunstbunker Bochum (kunstbunker-bochum.de)

Adresse:

Baarestr. 68

44793 Bochum

Google-Maps

Künstlerbund Bochum

Bochumer Künstlerbund – Bildende Kunst in Bochum (bochumer-kuenstlerbund.de)

bochumerkünstlerbund e.V.
Kulturbüro der Stadt Bochum
Stefanie Kepper
Westring 32
44777 Bochum
Tel: 0234-910-3953
Mail: skepper@bochum.de 

FOTOGALERIE AUS DEM KUNSTBUNKER