Im Waldpädagogischen Zentrum in Bottrop mit Ulrich Trockle I +Videopodcast I +Podcast #115 I +Fotogalerie

Eine Begehung im Waldpädagogisches Zentrum in Bottrop-Kirchhellen mit Ulrich Trockle in zwei Teilen war ein besonderes Erlebnis, denn dort kann jeder Natur erleben und bewahren!

Ulrich Trockle (rechts)

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Es war mir ein wichtiges Bedürfnis einen Blogbeitrag über das Waldpädagogische Zentrum zu machen, ihren Menschen und ihrem Tun für die Natur und nachfolgenden Generationen. Es ist ein Verein, der wieder ein Vorbild auch für andere Städte im Ruhrgebiet sein kann. Nicht nur ein neuer Mischwald entsteht durch ihn, sondern Kindern und Jugendlichen wird erklärt, was Natur ist, wie sie mit Natur umgehen können und sollten. Für jede Generation ist etwas zu lernen dabei. Staunen und auch Natur und Wald neu zu erschaffen, auf eigenem Stadtgebiet, den vorher Kinder wiederum zur Aufzucht eingepflanzt haben.

Die Baumaufzuchtbeete

Den Geschäftsführer des Vereins Ulrich Trockle vom Waldpädagogischen Zentrum lernte ich beim neuen Gastgebernetzwerk von Bottrop kennen und habe ihm nach einer gemeinsamen Begehung angeboten einen individuellen Videopodcast mit Begehung über das gesamte Gelände zu machen. Der herzlichen Einladung bin ich gefolgt und war erstaunt, wie groß es ist und was alles das Waldpädagogische Zentrum seit 1995 in die Wege geleitet hat.

Ulrich Trockle im Element Erzählen über das Waldpädagogische Zentrum

Zu diesem Zeitpunkt zog ich nach Bochum. Wäre ich in Bottrop geblieben, wäre ich einer der ersten Mitglieder geworden, weil es ein besonderer Verein ist, der Kinder und Erwachsene nicht erzieht, sondern mit Spiel und Spaß zur Natur führt und dabei einen neuen Wald klimagerecht aufbaut auf Flächen, die landwirtschaftlich vorher stark genutzt wurden.

Der Eingang Ruhehorst 14 zum Waldpädagogischen Zentrum

Der Verein sorgt für regionale Zusammenkünfte von Kindergärten und Schulen und Erwachsenen, sich mit dem Wald und seiner Natur auseinanderzusetzen, ihn respektieren zu lernen. Er ist ein kleiner Teil für den Weg zu einer besseren zukünftigen Welt. Hier wird angefangen Wald zu erschaffen. Der Verein führt jährlich Kinder und Jugendliche dazu die Natur schätzen zu lernen. Vor Ort lernen sie sie besser kennen und können mit ihren eigenen Händen Natur erschaffen.

Für mich war klar nach den insgesamt zweieinhalb Stunden Aufenthalt direkt meine Unterschrift für eine Mitgliedschaft zu geben. Wie weit ich aktiv sein kann, ob passiv oder aktiv, spielt erstmal keine Rolle. Der geringe Mitgliedsbeitrag tut nicht weh. Die Hälfte des Mitgliedsbeitrags geht in einen weiteren alten deutschen Verein zum Schutz der deutschen Wälder. Dann wird eben einmal auf Essengehen verzichtet im Jahr und tut was gutes für den Planeten Erde auf regionalem Niveau im Ruhrgebiet.

Tatsächlich wissen innerhalb der Stadt, geschweige denn der umliegenden Städte, nur wenige von diesem besonderen Verein und ihrem Tun. So hoffe ich, dass ich dazu beitragen kann etwas mehr Reichweite über die Bottroper Stadtgrenzen hinaus für das Waldpädagogische Zentrum mit Blog, Videopodcast und einer kleinen Fotogalerie über das Gelände zu geben. In Teil 1 gibt es ein Interview mit Ulrich Trockle und in Teil 2 zeigt er das ganze Gelände, das Vereinshaus und das Haus der Waldjugend, sowie das Wildgehege, das Imkerhaus und einiges mehr:

Zum Videopodcast/Podcast Teil 1 (Interview mit Ulrich Trockle)

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Zum Videopodcast/Podcast Teil 2 (Begehung mit Ulrich Trockle über das Gelände vom WPZ)

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Ulrich Trockle und das Waldpädagogische Zentrum in Bottrop

Seit Februar 2024 leitet Ulrich Trockle das Waldpädagogische Zentrum Kirchhellen. Ulli, wie seine Freunde ihn nennen suchte nach 30 Jahren als Geschäftsführer eines Autohauses und nun in der Rente, suchte er nach einer besonderen Aufgabe mit viel Sinn.

„Ich wollte etwas machen, das für kommende Generationen Wert hat“, sagt Trockle. Die Arbeit mit Kindern, Schulen und Vereinen erfüllt ihn heute mit viel Freude und ist ein großer Gewinn für den Verein, der innerhalb der Stadtgrenzen der Stadt Bottrop nach mehr als 30 Jahren immer noch nicht so bekannt ist, obwohl Schulen und Kindergärten eingeladen sind seit 26 Jahren  einen neuen Wald zu pflanzen. Was in der Form einmalig ist und für andere Städte, nicht nur im Ruhrgebiet ein Vorbild ist, muss natürlich im Blog und als Podcast besonders erwähnt werden.

Er ist die Stimme des Vereins zur Zeit, animiert auf vielen Veranstaltungen das Waldpädagogische Zentrum zu besuchen. Doch alle Arbeiten und Aktivitäten liegen natürlich beim gesamten Vorstand und den vielen ehrenamtlichen Helfern vom und außerhalb des Vereins, die das Organisieren der Pflanzungen unterstützen oder das Frühlingsfest und den Adventsbasar aufbauen und betreuen.

Ulrich Trockle vor dem Wildschweingehege

Deswegen habe ich auch zwei Teile gemacht, um einmal die Person und den Verein vorzustellen und im zweiten Teil die Begehung des 1,6 ha großen Areals mit Kräutergarten, Baumzüchtung, Imkerei, Obstbaumwiese, Wildschweine, Mufflons, Ziegen, Hühner und Bienen näher zu bringen.

Die Bienen fliegen fleißig Honig besorgen in der Umgebung

Es soll animieren sich den Verein näher anzuschauen, vielleicht auch einzusteigen oder zumindest einmal im Jahr bei der Einpflanzaktion eines zukünftigen neuen Waldes innerhalb des Stadtgebiets mit über 1400 Kindern mitzuhelfen im Frühjahr oder es in die eigene Stadt zu tragen, um so etwas pädagogisch sinnvolles zu eröffnen.

Die Bäume von der Schule Am Tetraeder eingepflanzt ins Zuchtbeet

Kirchhellen und die Bekanntheit des Vereins

Kirchhellen hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert: Von ehemals 5.000 Einwohnern ist die Zahl inzwischen auf über 22.000 gestiegen. Früher kannte jeder jeden – heute ist das anders, sagte Ulrich im Podcast. Wer im südlichen Stadtteil Ebel wohnt, hat wahrscheinlich noch nie was von diesem einzigartigen Naturzentrum gehört.

Deshalb setzt Ulrich verstärkt auf Öffentlichkeitsarbeit und neu entstandene Netzwerke, um das Zentrum bekannt zu machen. Mittlerweile zählt der Verein über 300 Mitglieder. Wichtig zu wissen ist, dass der Verein eng mit dem Naturschutzverein SDW, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V., zusammenarbeitet, der sich der Waldpädagogik und eben dem Schutz des deutschen Waldes widmet. So wird die Hälfte von läppischen 26 € Mitgliedsbeitrag für den Verein an den SDW abgeführt, um deren naturfördernde Arbeit zu unterstützen.

SDW – Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

Kurz nach dem zweiten Weltkrieg gründete sich 1947 ein neuer Verein, der sich mit dem Waldschutz beschäftigen sollte. Es wurden Jugendlager in den Wäldern veranstaltet und Schulwälder eingerichtet. Waldjugendheime und Häuser im Wald sollten der Jugend das Verständnis zur Natur und deren Erhaltung näher gebracht werden. Sehr interessant, dass es zu einer Zeit gegründet wurde, als viele eher um Hunger und Wiederaufbau ging.

Daraus entwickelte sich die „Waldpädagogik“, ein Bildungskonzept für nachhaltige Entwicklung, die sich mit mehr als nur um den Erhalt des Waldes beschäftigt. Dazu gehört nicht nur die ganzheitliche Betreuung des Waldes, sondern auch die Persönlichkeitsentwicklung und der wichtigere Teil der Gesundheitsbildung. Denn der Wald hat ja nicht nur einen Nutzen für die Forstwirtschaft, sondern auch eine Schutz- und Reinigungsfunktion, gerade für stark luftbelastete Gegenden, wie das früher im Ruhrgebiet war, sowie auch eine Erholungsfunktion für Bürger und Bürgerinnen, nicht nur am Wochenende.

Unter diesem Aspekt sind die Waldschulen entstanden, Waldlehrpfade, sowie Waldlehrgärten, Forstmuseen, auch Waldtheater, Walderlebniszentren und daraus wiederum einzelne Vereine und Verbände, wie das Waldpädagogische Zentrum, die sich vor Ort mit dem Thema widmen.

Wer mehr über den SDW wissen möchte, oder sogar freiberuflicher Waldpädagoge werden möchte (Alter spielt keine Rolle!):

https://sdw.de

Oder die Angebote vor Ort in Waldschulen oder Bildungszentren aufsuchen möchte:

https://in.den-wald.de

Das TUN im Waldpädagogischen Zentrum

Baumpflanzaktionen mit Schulen und Kindergärten

Ein besonderes Highlight sind die jährlichen Baumpflanzaktionen. Alle Grundschulen in Bottrop werden damit angesprochen. Ein Jahrgang kommt in das Waldpädagogische Zentrum, wo auf ihren vorgefertigten Pflanzbeet eine Reihe Setzlinge gepflanzt werden. Vorrangig finden diese Pflanzungen im März statt, damit die kleinen Setzlinge noch genug Feuchtigkeit abbekommen, um die Hitze des Sommer zu überstehen. Bei späterer Pflanzung können 30 – 40% der Setzlinge eingehen.

Auch die Kindergärten können einpflanzen

Vier Jahre später werden sie auch im Frühjahr in einem von einem privaten Landwirt zur Verfügung gestellten ehemaligen Ackergelände in der Kirchheller Heide eingepflanzt. Ein neuer Wald entsteht. Es wird nicht aufgeforstet. Somit trägt der kleine örtliche Verein, das Waldpädagogischen Zentrum, viel mehr für den Klimaschutz bei als so manch andere und kann damit gleichzeitig den Schüler und Schülerinnen die Natur erklären, in dem sie selbst mit anpacken. Die Kinder erleben dabei nicht nur das Pflanzen, sondern auch Waldbegehungen mit Spielen und Naturerlebnissen.

So sind in 26 Jahren der jährlichen Pflanzaktionen auf 220.000 Bäume auf insgesamt 26 ha gepflanzt worden. Ziel ist Qualität vor Quantität – die Kinder sollen mit positiven Erfahrungen nach Hause gehen.

Klimagerechte Bäume

Gepflanzt werden vor allem Mischwälder aus Eichen, Buchen oder Vogelkirschen. Haselnussbäume haben eine Besonderheit. Sie werden am Rand gepflanzt, weil sie schnell wachsen. Sie halten das Wild auf, damit sie die kleinen Setzlinge nicht abkauen. Bewußt wird kein Baum aus den südlichen Regionen eingepflanzt. Das Klima verändert sich zwar rasend schnell, aber dennoch sind diese Baumsorten noch nicht geeignet in den hiesigen Boden einzupflanzen. Der Mineralgehalt und die Beschaffenheit der Böden sind vor Ort andere als hier. Sie können das Wachsen der heimischen Baumsorten auch hemmen. Im Einkauf, teilte Ulrich Trockle mit, kostet ein Setzling in der Mischkalkulation etwa 1,80 €.

Nachwuchsarbeit: Die Waldjugend

Der Verein hat auch eine Waldjugendgruppe. Sie trifft sich jeden Samstag von 10 bis 13 Uhr.  Mitmachen können Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre. Aber auch Jugendliche bis 25 Jahren sind herzlich eingeladen zu unterstützen. Im Waldjugendhaus mit Küche und Werkraum können sie auf Sofas sich fläzen. Dort können sie zur Verfügung gestellte ausgestopfte Tiere, die allesamt nicht erlegt wurden, sondern eines natürlichen Todes gestorben sind, für die Schaukästen vorbereiten, die auf dem Gelände des Vereins stehen, um die Waldtiere näher bringen. Von Fuchs bis zum Fischreiher, dem Biber und den Meisen oder Rehen, sind fast alle heimischen Tiersorten anschaulich zu sehen, auch in der Haupthütte, wo auch Hochzeitsfeiern stattfinden können gegen eine kleine Spende.

Die Waldjugend erlernt durch handwerkliche Projekte den Bau von Nistkästen. Wer hier einmal war, will auch nicht mehr zurück an die Playstation. Hier wird konkret die Zukunft gestaltet. Meisen zum Beispiel fressen den Eichenprozessionsspinner. Somit sind sie wichtig für den Erhalt der Eichen im Wald. Eichen können über 1000 Jahre alt werden. So macht nicht nur die neue Generation etwas gutes für die Nachwelt. Das Tun hier ist für die Zukunft des Planeten, auch wenn sich das im regionalen Bereich beschränkt.

Der Aufenthaltsraum der Waldjugend

Bildung und Gemeinschaft

Die 52 Bottroper Kindergärten nutzen das Zentrum. Wöchentlich sollen die Kindergärten vor Ort abwechselnd in das Waldpädagogische Zentrum. Sie lernen mit Begeisterung die Natur kennen. Das Miteinander klappt hier auf dem großen Areal besser als in den kleineren Räumlichkeiten eines Kindergartens. Ein Waldkindergarten soll hier entstehen, damit Kinder unter sechs Jahren, egal welcher Farbe oder Religion in der Natur diese erleben können. Ulrich sieht bei den Kindern eben keine Hürden. Sie werden eher von den Erwachsenen aufgebaut.

Tiere, Imker und Naturerlebnis

Auf dem Gelände leben Mufflons, Wildschweine, Enten, Hühner und Bienen. Der Bottroper Imkerverein, der älteste Verein der Stadt, hat hier eine feste Hütte mit Seminarräumen. Besucher können in Schaukästen die Arbeit der Bienen hautnah erleben. Das Highlight für die Kinder sind die Wildschweine. Deren Eingrenzung musste jetzt zu einem doppelten Zaun vergrößert werden, damit die afrikanische Schweinepest nicht auf oder von den Wildschweinen übertragen wird. Das würde zur Folge haben, so das Bottroper Veterinäramt, dass ca 50000 Schweine in den umliegenden Landwirtschaftsbetrieben „gekeult“, also getötet werden müssten. Was teuer für den Verein ist, so könnte dieser Umstand, der passieren könnte eher für einen noch größeren wirtschaftlichen Schaden werden, den keiner bezahlen kann.

Die Wildschweine freuen sich über Besuch

Die Mufflons sind sehr neugierig, aber auch gleichzeitig scheu. Sie sind eine Augenweide auf dem Gelände.

Die Mufflons sind neugierig, aber auch scheu

Es gibt einen umgedrehten Baum, der Besuchern zeigt, wie ein Baum mit Wurzeln aussieht.

Der umgedrehte Baum

Abgeschnittene Äste und Triebe werden an den Rand des Weges gelegt für die unzähligen Kleintiere, die das Totholz zum nisten nehmen.

Eine Informationstafel wofür Totholz wichtig ist

An den Zäunen hängen verschiedene Nistkästen für verschiedene Vögel, die wiederum die Waldjugend auch fertig stellt. Meisenkästen werden zum Beispiel an Eichen gehängt. Sie fressen Eichenprozessionsspinner. Eine Win – Win – Situation sozusagen für die Eiche und die Meise.

Auf dem Gelände stehen achteckige Glasschaukästen, die ich von früher vor dem Umbau der Fußgängerzone aus meiner Geburtsstadt kenne. Sie sind hier gelandet. In ihnen tummeln sich die ausgestopften Waldtiere. Sie sind alle eines natürlichen Todes gestorben, betont Ulrich Trockle immer wieder.

Die Glasschaukästen aus der Fußgängerzone haben einen vernünftigen Sinn bekommen

Die Glasschaukästen gibt es allerdings immer noch in den ein oder anderen Ruhrgebietsstädten. Kürzlich entdeckte ich einen in der Fußgängerzone in Bochum-Gerthe und in der Fußgängerzone in Recklinghausen standen ein paar. Meist waren sie leer und sehr verwahrlost. Leider! Hier auf dem Vereinsgelände zeigen sie anschaulich die Wald – und Wildtiere für jede Generation.

Veranstaltungen und Feste

Das Frühlingsfest mit ökumenischem Gottesdienst ist jährlich das größte Event mit den meisten Besuchern. Vor Ort üben die Jagdhornbläser. Immer wieder werden verschiedene Aktionen in der Natur gemacht. In der großen Vereinshütte können Feste gefeiert werden auch on externen Gruppen gegen eine kleine Spende.

Der Innenraum des Festsaals des Vereins mit eigener Zapfhahntheke aus einer ehemaligen Gaststätte von Kirchhellen

Jährlich finden die Jägerprüfungen vor Ort statt und es werden unterschiedliche Seminare durchgeführt.

Historie und Engagement

Das Gelände war ursprünglich ein Schießstand von Polizei und Jägern. Schon seit dem 1. Weltkrieg wurde hier das Schießen geübt. Als die Polizei es zuletzt nicht mehr nutzte, verfiel die Hütte. So hat sich Heinrich Tenhumberg die Idee in den Kopf gesetzt daraus einen außerschulischen Lernort herzurichten. Die 21 Grundschulen und Förderschulen und Kindergärten wurden direkt eingebunden. Er war bis 2010 Vorsitzender des Kreisverbands. Bis heute führt Peter Pawliczek das WPZ den Vorstand, wie es abgekürzt heißt.

Insgesamt unterstützen 10 feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie etwa 130 Freiwillige bei den jährlichen Pflanzaktionen den Verein. Bei der nächsten Pflanzaktion bin ich der 131 auf jeden Fall!

Sponsoren und Mitgliedschaft

Die Arbeit wird durch Mitgliedsbeiträge ermöglicht. Pro Jahr kostet es nur 26 €, davon gehen 13 € an die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Das Ganze wird durch Sponsoren unterstützt, um entweder die Setzlinge, die jährlichen Pflanzaktionen oder auch Flächen anzubieten, wie Stremmer – Sand und Kies, Wald und Flur GmbH, Metallbedachung Markus Kremer, Euroquarz und der Baumdienst Enbergs, sowie die beiden örtlichen Banken, Vereinte Volksbank und Sparkasse Bottrop. Natürlich sind immer neue Sponsoren herzlich eingeladen.

Blick in die Zukunft

Ulrich Trockle plant bereits die Pflanzflächen für die Jahre 2027 bis 2029. „Die größte Herausforderung ist, geeignete Flächen zu finden“, betont er. Dabei wird stets auf nachhaltige Waldwirtschaft geachtet: Der Eigentümer der Flächen übernimmt die Pflege und kann Bäume später nutzen. Zwischen 20 und 60 Jahren dauert es, bis ein Baum „erntereif“ ist.

Aber sie ist gleichzeitig auch eine Möglichkeit eines Landwirts generationenübergreifend in der Forstwirtschaft tätig zu sein, wenn die Flächen klima- und naturgerecht nutzbar gemacht werden. Niemand kann voraussehen, wie lange in der Kirchhellener Heide Sand und Kies weiter abgebaut werden. Wenn dort eine Fläche frei wird, dann ist das in der Zukunft auch eine Möglichkeit für den natürlichen Strukturwandel, wo keine Grundstücke für Häuser bereitgestellt werden, sondern eher die Natur sich normal weiter entwickeln kann.

„Wir wollen, dass vor allem die Kinder positive Erlebnisse mit nach Hause nehmen“, so Trockle, Ein Ziel bleibt klar: Natur erlebbar machen und kommende Generationen für den Wald begeistern und für den Erhalt ihres eigenen Planeten pädagogisch zu unterstützen.

Fazit

Ich wollte sofort dabei sein, ob ich in Bochum wohne oder in Gelsenkirchen wohnen würde. Es ist ein Verein, den es zu unterstützen gilt für die nächsten Generationen. Die 26 € tun mir nicht weh im Jahr. Dafür lasse ich einmal einen Restaurantbesuch aus und gebe das für einen sehr guten Zweck aus, nämlich den Erhalt der Natur und die pädagogische Nutzung für die Zukunft unserer nächsten Generationen. Ich habe keine Kinder, so unterstütze ich das erst recht!

Außerdem ist er eine Vorbildfunktion für andere Städte im Ruhrgebiet. Ich hoffe, das ich das nun über die Stadtgrenzen hiermit bekannter gemacht zu habe.

Mitmachen – Kontakt – Sponsoren – Links

Wer da auch mitmachen möchte, eine Waldfläche zur Verfügung stellen kann oder den Verein einfach nur mit einem Mitgliedsbeitrag unterstützten möchte, kann sich beim WPZ melden:

SDW KV Bottrop e.V.
Ansprechpartner: Ulrich Trockle

Ruhehorst 14
46244 Bottrop
Deutschland
Tel.: 
0204585111
E-Mail:
kontakt@sdw-wpz-bottrop.de

https://sdw-wpz-bottrop.de

Sponsoren:

Stremmer Sand + Kies

Wald und Flur GmbH & Co KG

Konzept-Metall-Bedachungs GmbH in Bottrop | Leistungen auf dem Dach

EUROQUARZ – Quarzsand, Quarzkies & Filterkiesprodukte

Baumdienst Enbergs GmbH – Home

Vereinte Volksbank

Sparkasse Bottrop

FOTOGALERIE (c) André Brune

Eine Bottroper Landkarte, mit den eingezeichneten Waldgebieten vom Waldpädagogischen Zentrum
Der Kräutergarten
Das Backhaus im Kräutergarten
Die Baumzuchtbeete hinter dem Kräutergarten
Informationstafeln zu den Kräutern
Das Imkerhaus des ältesten Imkervereins in der Stadt Bottrop
Die Waben tropfen den Honig anschaulich aus
Wilde Orchidee
Bienen in Aktion
Die Mufflons sind neugierig, aber scheu (c) André Brune
Hornissen kämpfen um Essen
Das Wildschweingehege
Die Wildschweine freuen sich über Besuch
Viel wildes Grün für Insekten und Bienen an der Obstwiese
Die Nachhaltigkeitshütte für pädagogische Erklärungen von Müll in der Natur
Streuobstwiese
Die Glasschaukästen aus der städtischen Fußgängerzone
Die Glasschaukästen aus der Fußgängerzone haben einen vernünftigen Sinn bekommen
Ein großes Insektenhotel
Giftige Pflanze: Gefleckter Aronstab - nicht mit Bärlauch verwechseln!
Die Ziegen
Das Brabanthuhn spielt Eminem. Der Goldklunker fehlt.

Kirchhellener – Motive I Eine ortsbezogene Fotografie-Ausstellung von André Brune im Bürgerbüro Kirchhellen ab 28.8.2025 mit Spende für den guten Zweck I +Fotos I +Video

Im Bürgerbüro der Bezirksverwaltung Kirchhellen stelle ich vom 29.8.25 bis 28.2.2026 frische Fotos unter dem Titel „Kirchhellener Motive“ aus mit einem Spendenanteil für den guten Zweck.

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Aus meinen Fotoreihen Flaschengefühle, Regenscheibe, Schattenwand und den neuen mit KI illustrierte Fotos zeige ich 16 verschiedene Situationen und örtliche Sehenswürdigkeiten. Auch die neue Fotoreihe „Vintage“ habe ich hier erstmalig hängen. Nur einige Fotos sind durch die sozialen Medien bekannt geworden. Hier im Blog sind sie auch erstmalig veröffentlicht. So kann eine Bandbreite meiner fotografischen Kunst erlebt werden, die ich fast täglich erweitere mit weiteren Ideen und Synergieeffekten.

Der Hausmeister Andreas hat geholfen aufzuhängen. Vielen Dank!

Alle Motive habe ich in  Kirchhellen zufällig gefunden oder gezielt gesucht. Wenn ich in Kirchhellen ausstelle, wollte ich das auch mit Motiven aus dem Bottroper Norden und nicht das tausendste Bild vom Tetraeder oder die Halde mit dem Prosper Haniel Fördergerüst mit Sonnenuntergang oder im Nebel.

Persönliche Beziehung

In Kirchhellen wurde auch über Jahrzehnte Steinkohle gefördert. Zu sehen ist die Bergbaugeschichte an zwei Fördergerüsten, die es bald nicht mehr geben wird. Eines davon steht in Grafenwald und das andere einen Kilometer entfernt von der Dorfmitte: Prosper V. Dort habe ich auch ein paar Monate gearbeitet als Ver- und Entsorger. Meine Schwester hatte in Grafenwald ein Haus, bevor sie starb vor 10 Jahren. So habe ich eine gewisse engere Beziehung zu diesem Teil meiner Geburtsstadt.

Ich freue mich hier ausstellen zu dürfen. Ein Kunstherz für Kirchhellen!
 

Bergbaugeschichte

Das Kirchhellener Umland weist viele Bergschäden auf als Zeugnis der Bergbaugeschichte mit einem einzigen Unterschied: es gibt keine typischen Zechensiedlungen. Die Fördergerüste kamen sehr spät nach Kirchhellen; zu einem Zeitpunkt als die Bergleute anfingen von geschlossenen alten zu neu eröffneten Zechen zu pendeln, die immer weiter und immer tiefer in den Norden abgeteuft wurden.

Durch meine persönliche Zeit in Kirchhellen hat das Dorf immer ein Platz in meinem Herzen. Es ist mir also eine Ehre dort ausstellen zu dürfen im Rahmen als Mitglied der Kunstgemeinschaft Bottrop 1969 e.V. und seit März 2025 1. Vorsitzender. Jedes Mitglied darf dort für maximal sechs Monate in Kirchhellen oder im Rathaus der Stadt Bottrop im jeweiligen Bürgerbüro seine Kunst ausstellen.

Feste im Dorf

Kirchhellen ist der nördliche Teil von Bottrop. Das größte Dorf in Deutschland feiert andere Feste als die sonst in Deutschland bekannt sind: Brezelfest und die Bauernolympiade. Beide haben eine gewisse Form von Andersfotografie ihren Platz an der Bürgerbürowand gefunden.

Gut leben

Mittlerweile über 23000 Einwohner verzeichnet das Einwohnermeldeamt im Bezirk. Viele Neubauten sind auf das von Ackerbau geprägte Kirchhellen gesetzt worden. Das Dorf lebt und boomt im Gegensatz zu anderen Stadtteilen anderer Städte im Ruhrgebiet. Hier lässt es sich gut leben auf dem Land mit viel Grün und auch vielen Freizeitangeboten, die über das Radfahren hinaus gehen: Movie Park, Schloss Beck, die Bauernhöfe Schmücker Hof, Umberg, Bauer Sagel und Miermann, die mit ihren heimischen Obst, Gemüse und Fleischangeboten in ihren Bauernläden, dem Kuhkuscheln, Spargel- und Grillfesten auch Besucher und Besucherinnen aus dem Umland einladen.

Motiv Kirchhellen

Kirchhellen wird unterschätzt für die Motivauswahl. Es ist ein modernes Dorf mit Neubauten geworden, aber es hat viele kleine Dinge, die entdeckt werden können. Je nach Lichteinfall mit dem richtigen Auge können Motive gefunden werden. Wenn die Motive gewollt noch mit speziellen Foto-Apps oder mit KI verändert werden, bekommen BetrachterInnen einen eigenen anderen Blick auf ihr Dorf und auch Interesse das Dorf mit ihren Facetten eben anders zu erkunden.

Das war das Ziel meiner Auswahl, die ich kurz nach der Bekanntgabe, dass ich dort aufhängen kann, zusammen gestellt habe. Hier ist die Galerie zwar digital zu sehen, aber wie sagt mein Freund und Künstler Ralf Opiol: „Zur Kunst musst du gehen!“

Ja, es lässt das Motiv anders auf sich wirken, wenn es im Raum zu betrachten geht.

Zu besichtigen ist die Ausstellung immer zu den Öffnungszeiten vom Bezirksverwaltungsamt Kirchhellen im Erdgeschoss links im Bürgerbüro:

Anschrift

BVSt Kirchhellen
Kirchhellener Ring 84-86
46244 Bottrop

Karte öffnen (Google Maps)
Karte öffnen (OpenStreetMap)
ÖPNV-Verbindung

Öffnungszeiten

Montag & Dienstag

8.00 – 16.00 Uhr

Mittwoch

8.00 – 13.00 Uhr

Donnerstag

8.00 – 18.00 Uhr

Freitag

8.00 – 13.00 Uhr

Anschrift und Öffnungszeiten sind der Internetseite www.bottrop.de entnommen.

Dankesworte

Es gab keine Vernissage und wird auch keine Finissage geben, da eine kleine Party zu den Öffnungszeiten nicht möglich ist. Aber die Presse war nach der Hängung eingeladen für einen kleinen netten Beitrag. Ich bedanke mich beim Bezirksamtsleiter Magnus Thesing, der das möglich macht für die Kunstgemeinschaft Bottrop, und dass er mir sozusagen diesmal den roten Teppich ausrollte.

Limitierung für den guten Zweck

Mit der Ausstellung möchte ich auch was für Kirchhellen tun. Meist gebe ich einen Teil der Erlöse meiner Fotos an soziale Projekte ab. Diesmal bekommt 10 € pro verkauftem im weißen Rahmen das Waldpädagogische Zentrum, das in der Straße Ruhehorst 14, liegt und viel für die naturnahe pädagogische Erziehung macht. Kindergärten und Schulen einlädt Bäume zu pflanzen auf dem Grundstück, die nach fünf Jahren auf einem ausgewiesenen ehemaligen Ackergelände einen Wald aufforsten.

Waldpädagogisches Zentrum

Der Verein macht in meinen Augen viele wichtige Projekte. Ich lernte Ulrich Trockle, dem Vorsitzenden des Vereins bei den Bottroper Gastgebernetzwerk kennen und wollte den Verein in seinem Tun auch podcasten. Der Podcast erscheint in Kürze mit dem Video zur Begehung über das Gelände, wo sich neben Kräutergarten, Baumarten, auch Wildschweine, Ziegen, Mufflons und Hühner, sowie Honigbienen tummeln. Kinder und Jugendlichen sollen Spaß haben und für die Naturerhaltung sensibilisiert werden.

Die Bilder in dieser Größe und Ausgabe sind limitiert auf 10 Stück!

Hier sind sie nun in der Übersicht mit den entsprechenden Preisen, ihrem Namen und das Tun hinter den Kulissen. Alle Fotos sind Copyright André Brune, auch die KI-generierten Bilder, die aus meinen Fotomotiven von mir so bei ChatGPT kreiert wurden.

FOTOGALERIE

„Kirchregen I“ - Aus der Fotoreihe „Regenscheibe“ -Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm - Preis: 190 € - Jahr : 11.03.2024 - (c) André Brune
„Schachtregen 10“ - Aus der Fotoreihe „Regenscheibe“ Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm - Preis: 190 € - Jahr : 11.03.2024 - (c) André Brune
„Brückenregen I“ - Aus der Fotoreihe „Regenscheibe“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm - Preis: 190 € - Jahr : 22.04.2024 - (c) André Brune
„Bauernolympiadenhandy“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm - Preis: 190 € - Jahr : 07.06.2025 - (c) André Brune
„Flaschenolympiade“ - Aus der Fotoreihe „Flaschengefühle“ gegen die Vermüllung der Stadt - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm - Preis: 190 € - Jahr : 07.06.2025 - (c) André Brune
„Lekka Fisch aufm Kirchheller Markt“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm – Preis : 190 € - Jahr : 24.07.2025 - (c) André Brune
„Vintagesonnenblumenhummel“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm – Preis : 190 € - Jahr : 24.07.2025 - (c) André Brune
„Verlorene Gardine“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm – Preis : 190 € - Jahr : 29.07.2025 - (c) André Brune
„Im Namen Gottes I“ - Aus der Fotoreihe „Schattenwand“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm – Preis : 190 € - Jahr : 29.07.2025 - (c) André Brune
„Im Namen Gottes II“ - Aus der Fotoreihe „Schattenwand“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm – Preis : 190 € - (c) André Brune Jahr : 29.07.2025
„Im Namen Gottes III“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm – Preis : 190 € - (c) André Brune Jahr : 29.07.2025
„Gestörte Harmonie“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm – Preis : 190 € - Jahr : 29.07.2025 - (c) André Brune
„Brezelfest“ - Fotografie - mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 60 x 45 cm – Preis : 190 € - (c) André Brune Jahr : 29.07.2025
„Brezelbruder in Kirchhellen“ - Aus der Fotoreihe „Bottroper Motive“ - Mit KI illustrierte Fotografie - mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 30 x 40 cm – Preis : 150 € - (c) André Brune Jahr : 29.07.2025
„Schloss Beck in Kirchhellen“ - Aus der Fotoreihe „Bottroper Motive“ - Fine Art Print - Mit KI illustrierte Fotografie - mit Rahmen weiß - 30 x 30 cm – Preis : 150 € Jahr : 29.07.2025 - (c) André Brune
„Fachwerk erhalts in Kirchhellen“ - Aus der Fotoreihe „Bottroper Motive“ - Mit KI illustrierte Fotografie - mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm– Preis : 190 € - Jahr : 29.07.2025 - (c) André Brune

Die Umwelt erfahren mit Naturfreunde – am Beispiel Ortsverein Bottrop I +Videopodcast I + Podcast I +Fotos #109

Was sind die Naturfreunde? Wie lange gibt es sie schon? Und was machen die Naturfreunde eigentlich? Das sind nicht die einzigen Fragen, die ich hatte, als ich zu den Bottropern Naturfreunden gekommen bin, um einen Podcast mit ihnen zu machen. 

Ich wußte bislang nicht, wie groß sie wirklich sind und welchen öko-sozialen Hintergrund sie eigentlich haben seit ihrer Gründung im Jahr 1895. Sie stellen sich offen gegen den rechten Populismus und  machen mit ihrem eigenen Projekt FARN und dem Naturfreunde-Verlag Präventionsarbeit. Sie setzen sich auch für den sanften Tourismus ein. 

Stellvertretend habe ich nun einen von den weltweiten 600 Ortsgruppen nun interviewt. Im Vorstand sitzen Wilhelm Schluckebier und Rainer Fries, die mir viele Fragen beantwortet haben, die nicht nur ich bestimmt nicht wissen:

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Vielleicht ist der Titel zu lang. Vielleicht hätte ich einen griffigeren nehmen sollen, aber vielleicht versteht ihr es, wenn ich den Titel „Umwelt erfahren“ genutzt habe, wenn ihr weiterlest oder den Podcast gehört oder gesehen habt. Denn die Umwelt ist nicht nur Natur, die es zu schützen gilt. Die Umwelt ist auch der Mensch, der sie beeinflusst mit Tourismus zum Beispiel oder auch der offene Gesellschaftliche Dialog, der durch Populisten gestört wird, die wieder mit Hass und Zerstörung drohen, was die Naturfreunde schon einmal durchmachen mussten. Denn wußtest du, dass…

Rechts: Wilhelm Schluckebier, Links: Rainer Fries vom Vorstand der Naturfreunde Bottrop vor ihrem Naturfreundehaus Auf der Koppe 16

Wußtest du, dass die „Naturfreunde“ einer der ältesten Vereine sind und gar nicht in Deutschland gegründet wurden?

Wußtest du, dass die „Naturfreunde“ von den Nationalsozialisten und Kommunisten verboten wurden?

Wußtest du, dass die „Naturfreunde“ nicht nur sich für den Naturschutz, sondern auch die erste Friedensbewegung in Deutschland mitgeprägt haben?

Wußtest du, dass die „Naturfreunde“ sich für günstigen Urlaub mit ihren Naturfreundehäusern für die ärmeren Familien oder Kinder- und Jugendgruppen einsetzen und damit nach den Jugendherbergen der zweitgrößte Anbieter in Deutschland sind?

Wußtest du, dass die „Naturfreunde“ von engagierten Arbeitern in Wien 1895 gegründet wurden?

Wußtest du, dass sie sich nicht nur für Naturschutz, sondern auch für eine offene Gesellschaft und auch die heutigen Erinnerungskultur einsetzen?

Wußtest du, dass die „Naturfreunde“ eigene Skischulen haben?

Wußtest du, das die „Naturfreunde“ weltweit in 21 Ländern heute aktiv sind, wie z.B. in Algerien, Togo, Finnland, Tschechien oder in den USA?

Ich denke, dass diese Fragen mir mit Sicherheit 99% der Leser und Leserinnen nicht beantworten hätten können. Der traditionelle Verein, der von den Nazis unter Adolf Hitler und auch in der DDR unter den Kommunisten verboten wurde, engagierte sich eben früher schon nicht nur für die Natur, dass er nicht eingezäunt wird von den reicheren bürgerlichen Besitzern, sondern auch für eine offene soziale und demokratische Gesellschaft.

Ein Abriss der Geschichte

Die Städte wurden in der Zeit der Industrialisierung immer dichter. Die Landbevölkerung zog in die Städte. Dort wurde gebaut ohne Rücksicht auf die natürlichen Flächen in den Innenstädten. Aus den Schornsteinen der Wohnhäusern und Fabrikgebäuden rauchte es. Schwefel, Stickoxide, Kohlenmonoxid und was da noch alles ohne Filteranlagen in die nahe Umwelt abgegeben wurde, ließ gerade die Kinder der ärmeren Schichten leiden. Gesundheitliche Probleme, wie Asthma, Krupphusten und Eisenmangel, genauso wie der tägliche Lärm durch die Pferdekutschen, die auf den Kopfsteinpflaster laut durch die Städte rasten, waren genau wie heute der Lärm der Autos, ein Grund, das die Menschen krank machten. Wo kann man das besser in den Griff bekommen, als in der Natur. Doch die wurde von den Reichen und der bürgerlichen Klasse der damaligen Zeit für sich beansprucht. Sie zäunten ihre Privaten Wälder und Wege ab. Die Naturfreunde waren gleichgesinnte aus der bürgerlich-arbeitenden Bevölkerung, die das verhindern wollten und es erfolgreich auch getan haben.

So entwickelte sich der Verein „Naturfreunde“ in Wien mit dem Hintergrund für die Kinder und Jugendlichen und den ärmeren Schichten der Arbeiterfamilien Natur zu schützen und ihn zur Erholung nutzen zu können. Der Wiener Sozialist, Freidenker und Lehrer Georg Schmiedl suchte nach Gleichgesinnten, um in die Natur zu gehen und diesen nachhaltig zu schützen, darin wandern zu können ohne Zäune und auch die sozialistische Prägung zu fördern für eine offene demokratische Gesellschaft.

Im Ortsverein Hamburg entstand dann die Idee Naturfreundehäuser auf Kosten von Spenden und des Vereins zu bauen, damit die Kinder und Jugendlichen, sowie die ärmeren Schichten der Bevölkerung raus in die Natur können und ganz nah oder direkt in der Natur sich erholen konnten. Das konnte auch mehr als nur ein Wochenende werden. Grillen auf dem Grundstück, Spielen und Musizieren, sowie Veranstaltungen unabhängig von der Glaubensrichtung oder politischen Gesinnung haben die Naturfreunde einen Weg gefunden vielen Menschen wieder ein Lächeln ins Gesicht zu bringen. Es entstand in der Lüneburger Heide das erste Naturfreundehaus Deutschlands. Eins von heute 400 neben Hütten, Städteheimen und Bootshäusern.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden neue Naturfreundehäuser gebaut. Darunter entstand auch Auf der Koppe 16 in Bottrop 1952 in Eigenarbeit und Geldern das Haus. Es hat zwar keine Übernachtungsmöglichkeit, aber es ist ein eingetragenes Jugendbegegnungszentrum. Wobei heute die Jugend leider nicht mehr in der Überzahl ist in Bottrop, sondern eher die im Rentenalter liegenden Mitglieder.  Es gibt keine Jugendgruppe mehr.

Ich habe sie beim Touristenworkshop in Bottrop kennengelernt. Ich wollte sie interviewen, weil ich das Konzept gar nicht kannte, wo ich doch mit Natur- und Umweltschutz mein Leben lang schon verbunden bin. Es war schon erstaunlich, was ich erfahren habe. Eine spannende, traurige und ereignisreiche Geschichte prägt die Naturfreunde. Und es ist schade, dass heute so mancher Ortsverein ums Überleben kämpfen muss. In Gladbeck wurde er kürzlich geschlossen. Ebenso ist der Ortsverein in Oberhausen kränklich. „Einzelkämpfer“ schlossen sich den Bottropern an. In Bochum gibt es im Stadteil Linden einen, den ich noch aufsuchen möchte. Vergessen ist wohl, dass die Naturfreunde in der Nazizeit verboten waren, weil sie offene Kritik an der herrschenden Kapitalklasse verübten, die wiederum die Nazis damals so gern finanzierten.

Am Beispiel vom Ortsverein Bottrop stelle ich den Ortsverein im Ruhrgebiet vor und hoffe, dass sich Menschen finden, die es toll finden, was sie machen und vielleicht….vielleicht kommt der ein oder andere hin und möchte mit anpacken und unterstützen, egal in welchem Alter! 

Hier findet sich Nachhaltigkeit, Sanfter Tourismus, Offene Gesellschaft, Prävention gegen Rassismus und Klimaschutz, sowie das gesellige Beisammensein mit Rad-, Wander-, Kanu-Touren und Grillfeste und diverse Kultur- und Aufklärungsveranstaltungen.

Ich hatte ja auch schon im Februar 2025 eine Einladung bekommen über mein Kunstaktionsprojekt „Flaschengefühle“  vorzustellen, wo es um Glasmüll geht, der das Stadtbild immer mehr belastet. Mein Freund Ralf Opiol hat ein Foto während des Vortrags mit Lesung der Texte zu meinen Bildern gemacht.

Mein Vortrag vor den Bottroper Naturfreunden zum Thema Glasmüll und dem Kunstprojekt „Flaschengefühle“ Foto (c) Ralf Opiol
Das Naturfreundehaus in Bottrop, erbaut von 1952-56 aus eigenen Mitteln

Ortsverein Bottrop im Ruhrgebiet

Der Bottroper Verein feiert 2026 ihr 95 jähriges Bestehen. Sie machen viele Dinge, um auch jüngeres Publikum anzusprechen. Sie bieten ein vielfältiges Programm an Aktivitäten an. Es gibt Radtouren, Wandertouren, die auch unabhängig vom Verein besucht werden können, sowie Veranstaltungen wie Kindermärkte, Blumentauschbörsen, Sommerfeste und Weihnachtsbasare.

Das Veranstaltungsbrett im Eingangsbereich

Kreativgruppen stellen selbstgemachte Marmeladen her, malen zusammen kunstvolle Bilder oder arbeiten mit Holz. Zudem werden Erste-Hilfe-Kurse, Stammtische und Vorträge angeboten, beispielsweise zur Geschichte des Ruhrgebiets oder zum Kapp-Putsch.

Ein Gedicht der Naturfreunde mit viel Sinn für das Leben

Wilhelm Schluckebier regte an die Emscher als Flusslandschaft des Jahres zu initiieren, was die Naturfreunde mit dem Deutschen Anglerfischerverband (DAFV) alle zwei Jahre seit 1998 zusammen machen.

Blick in den Garten aus dem Veranstaltungsraum hinaus

Wilhelm Schluckebier, den ich neben Rainer Fries aus dem Vorstand der Bottroper Naturfreunde interviewte, kam 1989 von Hessen nach Bottrop. Er ist auch der zuständige Betreuer des Käte-Strobel-Naturfreundehauses bei Gummersbach. Das ist ein ganz besonderes Haus, denn dort können sozial schwache Erwachsene für nur 50 € und 25 € pro Kind/Jugendliche pro Woche übernachten mit drei Mahlzeiten am Tag. Ein Antrag bei der Diakonie Reisen muss vorher gestellt werden, ob die Familie förderungswürdig ist, dann kann es losgehen in die Natur und sich eine Auszeit gegönnt werden.

NFH Käte-Strobel-Haus

Rainer Fries war früher in den Jugendgruppen aktiv. Eine Zeitlang hatte er sich zurück gezogen aus dem Verein und ist kürzlich wieder dazugekommen und hat sofort im Vorstand mitgemacht. Er organisiert die Radtouren in und um Bottrop herum, die einmal im Monat stattfinden.

Derzeit gibt es jedoch keine aktive Jugendgruppe vor Ort. Das Haus der Naturfreunde dient als Jugendbegegnungszentrum und Veranstaltungsort für verschiedene Events. Auch gleichgesinnte Vereine, wie der einmal im Monat ehrenamtlich in der Natur „müllsammelnde“ Verein Waldfegen e.V. nutzen die Räumlichkeiten für Vereinssitzungen.

Bei den Naturfreunden gab es auch Widerstandskämpfer zur Zeit der Nationalsozialisten. Da gehört es selbstverständlich für den Verein dazu auch an die dunkle Zeit zu erinnern. Sie unterstützten 2022 die Erinnerungskultur. Stolz kann die Bottroper Ortsgruppe einen kleinen Stolperstein-Wanderführer präsentieren. Er beinhaltet wichtige Informationen zu den einzelnen Personen. Er ist kostenlos und kann beim Verein bestellt werden.

Sie setzen sich auch gegen Einsamkeit, Hilflosigkeit und Rechtsradikalität ein. Nur Gemeinsam ist man stark, so ihr Motto.

Übersicht der Aktivitäten der Bottroper Naturfreunde

Neu ist der Erlebnis-Rucksack, der für eine Wandertour von knapp 5 km vom Naturfreundehaus aus gemacht werden kann. Für Familien oder Schulklassen mit Kindern bis 12 Jahren enthält der Erlebnis-Rucksack einige Utensilien bereit, um die Natur nah um das Naturfreundehaus zu erkunden, wie zum Beispiel eine Insektenlupe.

Der Vereinsverband, Engagement und Naturfreundehäuser

Der Verein ist in Österreich und Deutschland in weiteren 19 Ländern in über 600 Ortsgruppen weltweit mit insgesamt etwa 350.000 Mitgliedern vertreten. Das größte Angebot stellen die Naturfreundehäuser dar, die nach den Jugendherbergen die wichtigsten Gruppenunterkünfte sind. Aber es gibt auch Bootshäuser und aktive Kanugruppen, sowie eigene Skischulen und Präventionskurse zum Thema Rechtsextremismus und offene Gesellschaft.

In Nordrhein-Westfalen ist der Landesverband mit Sitz in Düsseldorf, auf Bundesebene befindet sich der Sitz in Berlin. Die Naturfreunde verbinden Natur- und Umweltschutz mit sozialem Engagement und politischer Arbeit. So setzen sie sich beispielsweise gegen Umweltzerstörung ein und haben die Emscher als Flusslandschaft des Jahres initiiert. Historisch waren sie auch im Widerstand aktiv.

Der Garten hinter dem Naturfreundehaus in Bottrop

Das Motto der Naturfreunde lautet: „Tut Gutes und rede darüber.“ Der Verein ist offen für alle, die sich für Natur, Umwelt und soziale Gerechtigkeit engagieren möchten. Wer aktiv werden will, findet vielfältige Wege, sich einzubringen – sei es durch Mitarbeit in den Gruppen, bei Veranstaltungen oder auch in sozialen Projekten. Die Naturfreunde sind eine Gemeinschaft, die sich für eine lebenswerte Umwelt und eine solidarische Gesellschaft stark macht. Das ist doch genau das, was uns alle so bewegt. Eine offene Gesellschaft, die Natur nicht nur respektiert, sondern fördert.

Im Garten kann gegrillt werden. Gemeinschaft und Geselligkeit steht an oberster Stelle

Ein besonderes Mitglied verlor der Bottroper Ortsverein bei einer Naturfreunde-Wanderung. Der deutschlandweit in den 1960er Jahren bekannte Boxer Dieter Renz, dem in Bottrop die Sporthalle gewidmet wurde, rutschte am 10.8.1969 bei einer Wanderung in den Schweizer Alpen unglücklich ab und verstarb vor Ort mit nur 26 Jahren.

Der Bottroper Boxer und Naturfreund Dieter Renz starb bei einer Naturfreunde-Bergwanderung in der Schweiz

Aktivitäten und Angebote in Bottrop (Nichtmitglieder sind herzlich willkommen!)

    • Radtouren, Wandertouren
    • Veranstaltungen wie Kindermärkte, Blumentauschbörsen, Sommerfeste, Weihnachtsbasare
    • Kreativgruppen, z.B. Herstellung von Marmelade, Holzarbeiten
    • Erste-Hilfe-Kurse, Stammtische, Vorträge (z.B. zur Geschichte des Ruhrgebiets, Kapp-Putsch)
    • Jugendgruppen (z.B. „Mal du mal“), allerdings derzeit keine aktive Jugendgruppe vor Ort
    • Das Haus dient als Jugendbegegnungszentrum und Veranstaltungsort
Die letzte Pflanzentauschbörse im April 2025

Aktivitäten und Angebote Allgemein

    • Die Naturfreunde bieten 400 Naturfreundehäuser, um Urlaub günstig in der Natur verbringen zu können für Erwachsene, Kinder und Jugendliche an
    • Die Naturfreunde betreiben eigene Skischulen: NaturFreunde-Schneesportschulen in Deutschland
    • Die Naturfreunde setzen sich für Natur- und Umweltschutz, besonders für den Sanften Tourismus ein
    • Die Naturfreunde haben Fachgruppen für den Bergsport, Kanusport, Schneesport und für das Wandern
    • Die Naturfreunde nehmen politischen Einfluss mit den Fachgruppen für Kultur und Bildung, Natur- und Umweltschutz
    • Trainer*innen-ausbildung für Berg-, Kanu-, Schnee- und Wandersport
    • Bieten Klassenfahrten an zu ihren Naturfreundehäusern
    • Bieten Seminare, machen Projekte für nachhaltigen Tourismus
    • Internationale Zusammenarbeit bei Umweltbildung, Klimaschutz, Armutsbegrenzung, öko-sozial verträglichen Tourismus
    • Organisieren Friedenswanderungen, sowie Stärkenberatung (gegen den Erstarken von rechtem Populismus)
    • Es gibt einen eigenen Verlag, der Schriften für Aufklärung zum Thema Natur- und Umweltschutz, sowie auch politische Schriften zum Thema Rechtsextremismus, Aufklärung und Prävention verlegt

 

Struktur und Mitglieder

    • Insgesamt 350.000 Mitglieder insgesamt. Allein in Deutschland 65000.
    • Über 500 Ortsgruppen und Häuser allein in Deutschland
    • Sitz vom Landesverband Nordrhein-Westfalen: Düsseldorf
    • Sitz vom Bundesverband: Berlin
    • Das größte Angebot sind die Naturfreundehäuser, die neben Jugendherbergen die wichtigsten Gruppenunterkünfte darstellen.
    • Die Naturfreunde betreiben eigene Skischulen: NaturFreunde-Schneesportschulen in Deutschland
    • Die Naturfreunde haben eine eigene Jugendorganisation: Naturfreundejugend Deutschlands
    • Die Naturfreunde haben mittlerweile in 21 Ländern weltweit einen Standort

Politisches Engagement

    • Ursprünglich setzten Sie sich für
    • Die Naturfreunde verbinden Natur- und Umweltschutz mit sozialer und politischer Arbeit, z.B. gegen Umweltzerstörung
    • Sie waren in der Vergangenheit auch im Widerstand aktiv, z.B. gegen das Verbot durch die Nationalsozialisten oder in der DDR.

Kleine Chronik der Naturfreunde

    • Der Wiener Sozialist, Freidenker und Lehrer Georg Schmiedl inseriert in der „Arbeiterzeitung“ am 22. – 24.3.1895. Er sucht Gleichgesinnte zur Gründung einer „touristischen Gruppe“. So fand am Ostersonntag mit Josef Rohrauer, Alois und Karl Renner zusammen der erste Ausflug in den Wiener Wald statt.
    • Im gleichen Jahr am 16. September gründen 185 Frauen und Männer im Gasthaus Zum goldenen Luchsen in Neulerchenfeld in Wien den „Touristenverein ‚Die Naturfreunde'“. Der Jahresbeitrag beträgt einen Gulden, der rührige Sensenschmied Alois Rohrauer wird Obmann. Karl Renner entwirft das Symbol des neuen Vereins: Der Handschlag mit den drei Alpenrosen steht für die Solidarität der Arbeiterbewegung und bleibt bis heute unverändert das Markenzeichen des Vereins.
    • Im Juli 1897 erscheint die erste Ausgabe „Der Naturfreund“ mit einer Auflage von 400 Stück
    • Im Januar 1900 wird „Berg frei“ in der Ortsgruppe Graz der Gruß später zum Gruß des gesamten Vereins. Er bedeutet ein Recht auf Freizeit in den Bergen, nicht nur für Adel und Bürgertum, die es für sich behaupten wollen und die Arbeiter zurückdrängen wollen.
    • Die erste deutsche Ortsgruppe im Gesamtverein gründet sich in München im August 1905. Mittlerweile ist es die 42. Gruppe mit 9000 Mitgliedern, davon 15% Frauen.
    • In den Stubaier Alpen in Tirol wird das erste Naturfreundehaus auf dem Padasterjoch eingeweiht im Jahr 1907
    • In Deutschland entsteht am Rand der Lüneburger Heide das erste Naturfreundehaus durch die Hamburger Gruppe im Jahr 1911
    • 1922 gibt es schon 159000 Naturfreunde
    • 1933 werden die Naturfreunde verboten wegen ihrer offenen Kritik am Kapital und der herrschenden Klasse. Alle mittlerweile 428 erbauten Naturfreundehäuser, davon 300 in Deutschland werden beschlagnahmt und missbraucht für die eigenen Gruppen, wie Bund deutscher Mädel oder Hitlerjugend.
    • Nach 1945 werden die enteigneten Häuser wieder zurückgegeben. In der DDR wird es erst nach 1990 der Fall sein.
    • Ab 1962 beteiligen sich die Naturfreunde an den Ostermärschen der Atomwaffengegner. Sie sind international in 17 Ländern auf allen Kontinenten mit 270000 Mitgliedern mittlerweile vertreten. Neben Naturfreundehäuser gibt es auch Hütten in den Bergen, aber auch Stadtheime und Bootshäuser.
    • 2001 beschließen die Naturfreunde in Deutschland eine Namensänderung. Im „Manifest Nachhaltigkeit“ wird die Bedeutung des neuen Namens „Naturfreunde Deutschlands – Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur“ festgehalten.
    • 2017 wird die Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (FARN) gegründet, das auch vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ für drei Jahre gefördert
    • Mehr Chronikinformationen: Chronik der NaturFreunde

Was ist FARN?

    • Mit FARN klären sie zum Beispiel die Narrative der Rechstextremen auf: FARN – Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz |
    • Untersucht historische und aktuelle Verknüpfungen rechter und völkischer Strömungen im deutschen Natur- und Umweltschutz
    • Identifiziert rechtsextreme und menschenverachtende Ideologien und erarbeitet menschenbejahende und demokratiefördernde Gegenentwürfe
    • Bietet Informationen, Beratung und Qualifikation für Akteure*innen des Natur- und Umweltschutzes in der Kinder- und Jugendhilfe, auch für Jugendliche und Erwachsene

Käte-Strobel – Haus

    • Ist in den 1970er Jahren erbaut worden vom Bundesfamilien-Ministerium, um sozialschwachen Familien Urlaub zu ermöglichen in der Natur des Oberbergischen Landes zwischen Meinerzhagen und Gummersbach
    • Besitzt ein Hallenbad, eine Saune, eine Kegelbahn, einen Tischtennisraum und große Gruppenräume, sowie eine große Außenanlage mit Spiel- und Sportplätze
    • Es hat Platz für 110 Personen oder 180 für Schulklassen, wenn Klappbetten zusätzlich genutzt werden sollten.
    • Die Unterbringung ist in Appartements mit Dusche und WC, einem Wohnraum und zwei bis vier Schlafräumen.
    • Es gehört heute zum Landesverband der Naturfreunde NRW und wird von den Mitgliedern über einen gemeinnützigen Hausverwaltungsverein betreut.
    • Neben der Beherbergung werden auch Seminare angeboten, die sich hauptsächlich mit politischen Inhalten beschäftigen, sowie auch Familienseminare.
    • Es stehen 7 Seminarräume zur Verfügung

Wer war Käte Strobel?

Die 1907 in Nürnberg geborene Käte Strobel heiratete 1928 einen Sozialdemokraten, der 1934 wegen Hochverrat zu zweieinhalb Jahren ins Konzentrationslager Dachau interniert wurde. Er kam später im Weltkrieg in ein Strafbatallion nach Jugoslawien, wo er in Kriegsgefangenschaft kam.

Käte Strobel war selbst ebenfalls schon 1921 in der sozialistischen Jugendbewegung eingetreten. Bis zum Verbot 1933 gehörte sie der SPD schon acht Jahre an. Sie war ab 1949 eine der wenigen Frauen, die im Bundestag Abgeordnete wurde. Von 1964 bis 1967 war sie auch die Vorsitzende der Sozialistischen Fraktion im Europaparlament.

1966 wurde sie Bundesministerin für Gesundheitswesen. Sie führte die Sexuelle Aufklärung durch einen Sexualkunde-Atlas ein und ließ den Aufklärungsfilm Helga drehen. Unter der Bundesregierung von Willy Brandt wurde sie 1969 Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit bis 1972. In dieser Zeit machte sie sich stark mit Fördermitteln für das Naturfreundehaus in Gummersbach, damit sozialschwache Familien auch Urlaub machen können für wenig Geld.

Sie bekam für ihren Einsatz das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland 1972 und wurde die erste Frau mit einer Ehrenbürgerwürde in ihrer Heimatstadt Nürnberg.

Nach ihr ist der Käte-Strobel-Straße in Nürnberg genannt und auch der Wanderweg, der an dem nach ihr benannten Naturfreundehaus in Gummersbach, den sie selbst eingeweiht hat.

Ihr Zitat „Politik ist eine viel zu ernste Sache, als dass man sie allein den Männern überlassen könnte“, gehört zu den wichtigsten politischen Sätzen, die in Deutschland gemacht wurden.

Sie starb 1996.

Käte Strobel – Wikipedia

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Mehr Informationen

(Anmerkung zum Video: Schrecklich das eine weibliche KI-Stimme das runterleiert…)


Abschließende Bemerkung:
Der Verein ist offen für alle, die sich für Natur, Umwelt und soziale Gerechtigkeit engagieren möchten. Wer sich einbringen will, findet vielfältige Wege, aktiv zu werden. Ich bin schon in einigen Vereinen unterwegs, aber ich selbst überlege tatsächlich mich den Naturfreunden anzuschließen, weil sie genau das beinhalten, was mein Leben prägt: Umwelt- und Naturschutz, offene Gesellschaft, Gegen Rechtsextremismus in jeder Form, Einsatz für eine soziale Gerechtigkeit.

Ich denke, dass Jugendliche, die als Fridays for Future, für mehr Klimaschutz auf die Straßen gegangen sind, könnten sich doch hier auch engagieren. Nun, dass ist leider eine andere Geschichte, die nicht gerade rühmlich ist und den Kommentar lasse ich jetzt hier lieber, der ist zu hören im Podcast. Dafür gibt es ja auch die Möglichkeit sich eben der Naturfreundejugend anzuschließen.

Viel kostet der jährliche Beitrag einer Mitgliedschaft nicht. Für zwei Jahre gibt es eine ermäßigte Das ist doch nicht sooo viel für das was alles insgesamt geboten wird:

Vier Mal im Jahr kommt die Zeitschrift NATURFREUNDiN. Jedes Mitglied ist haftpflicht- und unfallversichert bei allen Veranstaltungen der NaturFreunde (auch online). Es gibt Rabatte auf die Übernachtungskosten in den Naturfreundehäusern. Geringere Teilnahmegebühren für Reisen und Ausbildungskurse werden gezahlt und es gibt regelmäpige Informationen zu aktuellen Themen und Aktivitäten.

Freuen würde ich mich schon, wenn ich ein paar neue Mitglieder durch meinen Blog-Beitrag gewinnen konnte für die Ortsgruppen, nicht nur im Ruhrgebiet. Ich wünsche auf jeden Fall viel Erfolg für das weitere TUN für die Naturfreunde!

FAZIT:

Was der Verein insgesamt macht ist sehr innovativ und präventiv. Das ist sehr ehrenswert!

Links:

Ortsgruppe Bottrop

NaturFreunde Bottrop e.V.

Auf der Koppe 16

D 46236 Bottrop

Ansprechpartner Wilhelm Schluckebier

Tel.:     02041 / 97433

Mobil:  0171 / 5548792

e-Mail: wilhelm.schluckebier@t-online.de

NaturFreunde Bottrop: https://www.naturfreunde-bottrop.de

***

Landesverband Nordrhein-Westfalen

Albertstr. 78
40233 Düsseldorf
Telefon (0211) 56 64 99 96
www.naturfreunde-nrw.de
info@naturfreunde-nrw.de

***

Landesverbände allgemein:

Landesverbände | NaturFreunde Deutschlands | Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur

***

Bundesverband in Berlin

Anschrift:
NaturFreunde Deutschlands
Warschauer Str. 58a/59a
10243 Berlin
+49 (0)30 29 77 32 60 | Tel
+49 (0)30 29 77 32 80 | Fax
info@naturfreunde.de
www.naturfreunde.de

Öffnungszeiten:
MO–DO: 08:30–16:30 Uhr
FR: 08:30–12:30 Uhr

Bundesgeschäftsstelle | NaturFreunde Deutschlands | Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur

***

Naturfreundejugend Deutschlands

Bundesgeschäftsstelle

(030) 29 77 32 70

(030) 29 77 32 80

info@naturfreundejugend.de

Naturfreundejugend Deutschlands | NaturFreunde Deutschlands | Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur

***

NaturFreunde Internationale (NFI)

Generalsekretariat

+43 (0)1 8 92 38 77 42

office@nf-int.org

Die NaturFreunde Internationale | NaturFreunde Deutschlands | Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur

***

Für Aufklärung gegen Rechtsextremismus: FARN

FARN – Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz |

FARN-Publikationen zum Download

Downloads | FARN – Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz

***

Naturfreundehaus finden:

Naturfreundehaus finden | NaturFreunde Deutschlands | Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur

***

Käte-Strobel-Haus

Urlaub für sozialschwache Familien oder für Schulklassen

NFH Käte-Strobel-Haus : https://kaete-strobel-haus.de

***

Aktiv – Veranstaltungskalender für zum Beispiel Kurzurlaube der Naturfreunde:

Veranstaltungskalender | NaturFreunde Deutschlands | Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur

***

Trainer*innen – Ausbildung:

Trainer*innen-Ausbildungs-Portal der NaturFreunde Deutschlands

***

Naturfreunde-Verlag

Willkommen im NaturFreunde-Shop mit Broschüren-Download | NaturFreunde Deutschlands | Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur

***

Zum Newsletter:

Abonniere hier den NaturFreunde-Newsletter https://naturfreunde.de/newsletter

 

***

Wer Mitglied werden möchte:

Hier kannst du NaturFreund*in werden! https://naturfreunde.de/mitglied-werden 

***

 

Alle Links und auch Informationen sind entnommen von der Internetseite des Bundesverbands der Naturfreunde: https://naturfreunde.de

Fotostrecke © André Brune

Der seitlich barrierefreie Hintereingang ins Naturfreundehaus von Bottrop
Der Grillofen, der auch für selbstgemachte Pizza gedacht ist
In der Küche finden auch Workshops statt, wie Seifen sieden, Marmelade kochen etc.
Der Kamin im Gesellschaftsraum
Ein Geschenk für mich: Selbstgemachte Marmelade aus einem Workshop
Ein Bild über die Stadt Bottrop, meiner Geburtsstadt, aus einem Workshop heraus kreiert
Zur Zeit hängen Bilder einer Bottroper Künstlerin im Gesellschaftsraum. Eine wechselnde Ausstellung mit Vernissage findet ebenfalls regelmäßig statt
Der Gesellschaftsraum für große Veranstaltungen
Selbstgebastelt und Selbstgemachtes in den Workshops für den Verkauf. Der Erlös geht in den Erhalt des Naturfreundehauses

Bücher zum Leihen und ganz viele Informationsbroschüren vom Verein
Der Workshop-Raum für kleinere Gruppen oder Seminare
Auf der anderen Seite ist eine Bottroper Karte und ein Glücksrad, das bei Veranstaltungen genutzt wird.

Hilfstransport nach Bosnien Tag 5 & 6 I Gespräch mit dem Leiter der Einrichtung Drin,  letztes gemeinsames Abendessen & die lustige Rückreise I +Fotostrecke I +Video

Montag, 16.6.25 & Dienstag, 17.6.25:

Der letzte Tag und die Rückreise brechen an. Am Montag gibt es nur noch zwei ehrenvolle Pflichtveranstaltungen, bevor wir am Dienstag die Rückreise antreten: Zum einen ein Vorschlag der Zusammenarbeit zur Verbesserung der Qualifikation der Fachkräfte in der Einrichtung Drin für körperlich und geistig eingeschränkte Menschen und das abschließende Abendessen mit Mirsada Hodzic von der Einrichtung Radosti Druzenjia in Bihac. Und dann die lustige Rückreise mit einem Handicap.

Montag, 16.6.25

Das letzte Frühstück im Café Central nahmen wir genüßlich ein, denn es sollten noch vier Stunden Fahrt vor uns liegen.

Im Frühstücksraum von Café Central vor der Abreise

Doch vorher ging es zum Gespräch mit Ismar Halilovic, dem neuen Leiter der Einrichtung Drin für körperlich und geistig eingeschränkte Menschen.

Er lud uns vor der Abreise ein und wollte sich für die Unterstützung persönlich bedanken, die wir durch einen videotechnischen Spendenaufruf nach der plötzlichen Überschwemmung durch Starkregen schnell in die Wege geleitet haben. Über 10000 € sind auch zusammen gekommen im November 2024 und sofort verwendet worden für die Sanierung, neue Heizung und Möbelstücke. Das Video animierte auch andere Vereine mitzuspenden. Da bin schon stolz drauf, dass meine Zusammenstellung mit dem Video so gut funktioniert hat. Es hat dadurch mehr Hilfe gegeben als gedacht.

(Video folgt)

Zijada Suzuka dolmetscht für uns

Über den Besuch und Rundgang mit der Sichtung der Schäden und Reparaturen in der Einrichtung Drin berichtete ich am Tag 3.

Noch fehlt die wichtige Unterschrift für die Urkunde

Für diese Spendenaktion bekam der Verein vom neuen Leiter der Einrichtung eine Urkunde der höchsten Dankbarkeit.

Die Dankbarkeitsurkunde von Drin wird überreicht vom neuen Leiter der Einrichtung Ismar Halilovic an den Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V. an den 2. Vorsitzenden Herbert Schröer

Ismar Halilovic empfing uns herzlich, reichte jedem die Hand. Zijada Suzuka, die in Drin Sozialarbeiterin ist, dolmetschte für uns.

Es war ihm eine persönliche Ehre allen für die Unterstützung die Hand reichen zu können. In einem Facebook-Beitrag würdigt er noch einmal den Verein:

https://www.facebook.com/share/p/15nA9GBSPT/

Internetseite von Drin:

https://drin.ba/

Die Urkunde von Drin

Er erklärte uns, wie die Zukunft aussieht von Drin. Die alten Gebäude aus den 1970er Jahren, die längst nicht dem heutigen Standard entsprechen, werden nach der Eröffnung des noch nicht ganz fertiggestellten Nachbarhauses, auch durch ein neues Gebäude ersetzt werden werden.

In Drin wird dann die Abteilung für Kinder verlegt werden in einen anderen bosnischen Ort, wo sich ein Haus auf die Betreuung spezialisieren wird. Drin wird die Zentrale in Bosnien-Herzegowina für körperlich und geistig eingeschränkte erwachsene Menschen.

Ismar Halilovic zeigt die neuen Gebäudekomplexe

Die Fachkräfte vor Ort jedoch kommen meist aus anderen Berufen, sind nicht immer qualifiziert für die Arbeit mit den Menschen,  aber sie machen alles für sie, wie es möglich ist.

Herbert Schröer hatte letztes Jahr schon seine Vision einer Unterstützung für eine Zusammenarbeit dargestellt. Aber er ist auf taube Ohren beim Vorgänger gekommen,  der sehr vorsichtig agieren wollte. Die Vision ist es anzubieten für einige Tage qualifizierte Fachkräfte aus Deutschland nach Drin zu bringen, die in Seminaren Tipps und Möglichkeiten der Betreuung mit einfachen Methoden zu erklären und zeigen, die in Deutschland erfolgreich angewendet werden.

Ein letztes gemeinsames Foto vor der Verabschiedung

Der Geschäftsführer war sehr offen für dieses Angebot und würde sich freuen, wenn das in dieser Richtung auch funktionieren wird. Der Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien würde seinem Namen dann alle Ehre machen. Ein kleiner Verein, der die Vision trägt zu einer der größten Einrichtung in Bosnien-Herzegowina würde im kleinen Rahmen eine Unterstützung bieten und würde schließlich allen Beteiligten sinnvoll zu Gute kommen. Nicht nur die Betreuungskräfte würden davon profitieren, sondern erst recht die Bewohner und Bewohnerinnen.

Kunstaustausch der Werkstätten

Beim Verabschieden traf ich noch auf die Betreuerin der Kunstwerkstatt von Menschen mit Einschränkungen. Ich trug ihr meine Vision vor eine Kunstaustausch zu machen mit der Kunstwerkstatt Rheinbaben aus Bottrop, die ich vor drei Jahren gepodcastet habe. Auch dort machen Menschen mit Einschränkungen tolle Kunst, die sogar schon im örtlichen Kunstmuseum Quadrat bei der ein oder anderen Jahresausstellung hängen konnten. Sie sind auf jeden Fall dabei, um mir Bilder mitzugeben nächstes Mal. Dieses Jahr wäre die Organisation zu knapp geworden.

So kann in vorheriger Absprache auch Kunst von und nach Bosnien-Herzegowina integriert werden durch diese Verbindung, was mit Sicherheit sehr interessant werden kann. Lebendige Völkerverständigung ist das. Ich bin gespannt, was sich im nächsten Jahr daraus entwickeln wird. Dafür strecke ch schon die Fühler aus in meiner Geburtsstadt und über die Stadtgrenze hinaus.

Wasserfälle und Mokka in Jajce

Dann fuhren wir zurück nach Bihac zur Radosti Druzenjia Einrichtung zu einem letzten „Abendmahl“ und letzten Nacht im Haus.

Unterwegs machten wir nochmal eine Pause, um uns den schönen Wasserfall im Ort und ein wenig die historische Kulisse von Jajces Altstadt bei einem bosnischen Mokka, einer Waffel und Eisbecher zu genießen. Das Eisafé Korzo in der Fußgängerzone war wirklich ein leckerer Ort zum Verweilen. Diesmal verfuhren wir uns nicht.

Slastičarna Korzo

https://g.co/kgs/98Ebe2P

Sehenswerte Wasserfallkulisse der alten Krönungsstadt Jajce
Lecker hier im Eiscafé von Jajce

Das „letzte“ Abendmahl mit allen

Am Abend gab es noch einmal ein Zusammentreffen mit allen Beteiligten, großer bosnischer Fleischplatte in einem der besten Restaurants in Bihac. Es gab  noch einmal Gespräche über zukünftige Möglichkeiten vor Ort in Bihac bei Mirsada Hodzic zu unterstützen.

https://hotel-paviljon.bosnia-herzegovina.info/de/

Gemütliches „letztes“ Abendmahl vor der Abreise am nächsten Tag

Der Regenvorfall

Der Abend schloss mit einem Platzregen, der nicht aufzuhören schien. Ich fragte nach einem Schirm. Aber im Restaurant gab es keinen. Von uns hatte niemand mit so einem starken Regen gerechnet. Ich nahm einfach mutig die Beine in die Hand, um alle mit dem Van abholen zu können.

Ein Toast auf die erfolgreiche Reise nach Bosnien-Herzegowina vor dem Platzregen

Ich konnte nicht nach oben sehen, war schon sozusagen geduscht, bog in die Straße ein und lief so schnell ich konnte, kam aber irgendwie nicht an. Ich konnte im Handy Google Maps nicht aufrufen, sonst wäre es sofort nass geworden, und wahrscheinlich kaputt gegangen. Dann kam ich plötzlich an eine Flussbrücke. Ich wußte nun, dass ich zu weit gelaufen war. Nass war ich eh schon bis auf die Haut. Der Regen hatte nachgelassen. Endlich konnte ich nachprüfen, wo ich war.

Die Wolken brauten den Regen zusammen

Ich war wirklich eine Straße zu früh abgebogen. Ich konnte ja nichts sehen vor Regen. Es gab keine andere Möglichkeit, ich musste noch ca 15 Minuten zusätzlich zurück laufen,  um zur Einrichtung zu kommen. Alle kamen trocken zurück, trotz der Wartezeit. Meine Sachen trockneten nicht mehr über Nacht und lagen hinten im Van bei der Rückreise. Ich hatte nur noch eine Hose, als wenn ich es geahnt hätte… Eine Wäscheleine wäre gut gewesen zwischen den Wänden des Vans…

Ein letztes gemeinsames Foto mit den zu betreuenden Kindern mit geistigen Einschränkungen in Radosti Druzenjia bei Mirsada Hozic (3. von links)

Dienstag, 17.6., die Rückreise

Die Rückreise dauerte gefühlt ewig. Obwohl wir zu viert waren und uns alle zwei Stunden abwechselten, schien der Endpunkt immer weiter zu sein.

Erstmal dauerte es an der Grenze wieder länger, mehr als eine Stunde. Der Medienkompetenzkurs vom Berufskolleg Bottrop hatte uns in der Zwischenzeit dort überholt, obwohl sie vorher noch letzte Videos und Interviews geführt hatten als wir losfuhren.

Trotz des leer gewogenen Anhängers wollten die bosnischen und auch kroatischen Grenzer nochmal reinschauen. Übrigens auch die deutschen Grenzer. Denn ja, wir wurden angehalten. Als wenn wir Flüchtlinge hinten im Anhänger transportieren würden. Der fragende Grenzer war ja nett, der zweite dahinter hielt locker sein Maschinengwehr um die Schulter.

Aber mal ganz ehrlich: Diese Grenzkontrollen sind eine reine Farce im Zuge des Schengener Abkommens. Die Politik sollte sich für diese Maßnahme schämen, eben genau in das Narrativ der Rechten zu handeln. Die LKWs wurden da an der österreichischen Grenze stark kontrolliert. Was soll das? Hab mich gefühlt, wie früher an den Grenzen. Kotzt mich an das Ganze Politikum!

Es kostet dem Steuerzahler nur viel mehr Geld, ist ineffektiv, verstößt gegen EU-Gesetze, schadet der Wirtschaft und bringt so gut wie nichts. Muss das einfach loswerden zwischen den Zeilen. Die sollen mal besser gegen die Schlepperbanden vorgehen. Die nehmen die Flüchtlinge eher aus, die einfach ein neues Leben in der Fremde beginnen wollen ohne Krieg und Hunger, ohne Folter und Vertreibung. Dazu habe ich ja auch einen bewegenden Podcast mit dem gebürtigen Syrer Obama Aljabr gemacht. Ich kann also nachempfinden, was Flucht bedeutet.

Und auch die Bosnier wissen bestimmt, wovon ich hier schreibe. Sie haben das auch schon erlebt und damals war es in Deutschland das gleiche. Erst wurde mit offenen Armen empfangen. Dann hieß es nach ein paar Monaten: Das Boot ist voll. Aber geschadet hat es niemanden. Das Boot ist nicht gekentert. Im Gegenteil viele die geblieben sind, haben Arbeit und eine Familie gegründet oder sind neu gestartet, leben hier glücklich, haben eine neue Heimat gefunden. Und ja: Alle zahlen ins Sozialsystem ein und haben Arbeit. Ausnahmen bestätigen die Regel. Bosnier sind nicht wenige im Ruhrgebiet. Das ist mir erst bewusst geworden,  als ich mit dem Verein ins Gespräch gekommen bin. Zurück zur Fahrt:

Die Rückreise und der platte Reifen

Wettertechnisch war letztes Jahr auf dem Rückweg viel Regen. Dieses Mal aber begleitete uns die schöne Sonne. Als sie unterging, waren wir satt und hatten einen Platten zu beklagen.

Es geht zurück über Kroatien, Slowenien und Österreich

Wir sind hinter der Grenze einer empfehlenswerten Küche gefolgt. Denn wir wollten dieses Mal die Nacht nicht mit leeren Magen durchfahren.

Michael suchte uns das besondere Restaurant aus und fuhr uns hin. Das Problem war wohl die schlechte Infrastruktur für unsere Navigationssysteme im ach so gut ausgebauten Bayern mit herrlichen glatten asphaltierten Straßen und ein Gebüsch, das den Straßennamen unglücklicherweise verdeckte, so dass wir wohl einmal Mal dran vorbei gefahren waren ohne es zu merken.

Also wir beim zweiten Mal vorbeikamen nach einer Runde nah am Bayrischen Wald sah Helmut im Augenwinkel das vom Gebüschverdeckte Straßenschild. An der nächsten Kurve musste gedreht werden. Auf dem Rückweg zur Straße jedoch gab es einen lauten Knall. Wir machten uns keine Gedanken darüber.

Essenstechnisch hatten wir uns auf die in Google abgebildeten Speisen gefreut. Aber wie es so ist, an dem Tag war kein Schnitzel, geschweige denn Salat da. Es gab nur Pizza einmal heiß in der Ping gemacht. Ausgerechnet Michael ist kein Fan davon. Es gab großes Lachen vor der Ernüchterung mit dem Reifen.

Der ganze Essraum war ein Bayern München Fanraum. Der witzige nette Wirt mit dem wunderschönen Bayrischem Akzent wollte uns sofort den Fernseher anmachen, damit wir noch den Rest von Borussia Dortmund im Weltklubspiel sehen. Aber das war gerade zu Ende gegangen mit einem Sieg. Hat auch nichts genutzt. Sind gegen Real Madrid am Ende mal wieder gescheitert.

https://www.bayerischer-wald.de/gastronomie/bierstubm-zum-hansirglbauern-b149dfeac7

Michael (rechts) kann nicht glauben, dass es nur Pizza heute gibt
Bauernpizza mit Speck

Die Überraschung kam erst nachdem wir aus dem Landgasthof gingen, der auch einen kleinen Campingplatz hatte. Als wir zum Transporter gingen, um weiter zu fahren, entdeckte Michael den platten Reifen. Wir entschieden vorsichtig weiter zu fahren. Denn woher sollte man um 22 Uhr noch einen Ersatzreifen her bekommen für den Anhänger?

Ein letzter Blick ins dunkel werdende Allgäu

Da der Anhänger aber ein Doppelachser war, schafften wie es ohne Komplikationen bis nach Dorsten und gaben den Anhänger ab beim Verband Ev. Kirchengemeinden in Dorsten, als wir morgens gegen 8 Uhr ankamen.

Herbert Schröer wollte einen Ersatzreifen sofort besorgen. Aber nun ja…Dieser Spezialreifen für den Anhänger musste man eh erst bestellen. Wenn einmal der Wurm drin ist…

Aber auch das konnte gelöst werden und so endete die Hilfsfahrt doch mit einem Happy End und einem wohlverdienten ergiebigen Schlaf ab der nächsten Nacht im eigenen Bett und nicht irgendwo zwischen den Sitzen eines Vans.

Zuhause! Fast! (Von links: ich, Herbert Schröer,  Michael Weishaupt und Helmut Frieg)

Der Medienkompetenzkurs meldete uns gegen 1.20 Uhr, das sie in Bottrop angekommen waren. Da hatten wir noch ungefähr 6 Stunden zu fahren.

Der Verein bedankt sich auf jeden Fall bei allen Leihgebern der fahrbaren Untersätze.

Kindergartenmöbel

Jetzt sind noch Kindergartenmöbel in einer Garage der Stadt. Sie müssten mit einem Spediteur zu einer Adresse nach Bosnien-Herzegowina gehen. Aber jemanden zu finden dafür, ist nicht einfach. Die Telefone werden heiß laufen. Wir können jetzt dafür nicht sofort wieder runter fahren. Das muss diesmal eine Alternative dafür gefunden werden.

Fazit

Wie und was im nächsten Jahr per Hilfsfahrt transportiert werden wird, steht erstmal in den Sternen. Es wird ausgelotet werden, wo was gebraucht wird.

Rückblickend gefühlt war es anstrengender als im letzten Jahr. Man könnte sagen, man ist ein Jahr älter geworden. Aber vielleicht waren es einfach die vielen Termine oder die Wärme vor Ort. Wir haben auf jeden Fall wieder viele Menschen in diesem Land eine Freude machen können. Die Gastfreundschaft war wieder groß.

Der Medienkompetenzkurs hat für einen möglichen Schüleraustausch erste Kontakte und Informationen ausgetauscht und ausgelotet. Was daraus werden wird, wird sich zeigen.

Auf den Film, den die vier Lehrer und Schüler gemacht haben, bin ich jedenfalls gespannt. Voraussichtlich wird er im November bei einer abgespeckten Filmfestival-Variante oder Extra gezeigt werden. Und ich würde mich freuen, wenn sich mehr Menschen im Ruhrgebiet dafür interessieren würden. Es geht um Völkerverständigung, für ein Miteinander ohne die politischen Verhältnisse auszuloten, sondern um Hilfe und Unterstützung vor Ort zu geben, wenn es auch nur im kleinen Rahmen ist. Und das die junge Generation sich gegenseitig beschnuppert und kennenlernt. So schafft man auch mehr Akzeptanz und Verständnis für das ferne Bosnien-Herzegowina.

Für die Völkerverständigung haben wir einiges in die Wege geleitet und für Drin die Möglichkeit offen bekommen für die Unterstützung durch Fachwissen aus Deutschland. Das ist für einen kleinen Verein, bei dem ich Mitglied geworden bin, immens viel. Und es zeigt, dass man mit wenig Menschen sehr viel auch außerhalb der Grenzen fern der Heimat in über 1300 km bewegen kann. Das war es wert diese Hilfsfahrt zu machen.

Ich kann nur sagen, dass es gut wäre, so etwas selbst mal erlebt zu haben. Es erweitert auch den Horizont des eigenen Denkens und Handelns.

Ich bin gespannt, ob ich auf der Kunstebene etwas bewegen kann für einen Austausch zwischen der Kunstwerkstatt in Drin und der von  Rheinbaben – Kunstwerkstatt in Bottrop. Wollen wir auch hoffen, dass es zu keiner weiteren großen Überschwemmung kommt. Ein Jahr geht schnell um. Es kann viel passieren. Aber es kann auch abseits dessen viel getan werden. Und so kann man sehen, dass auch ein kleiner Verein im Ruhrgebiet vieles bewegen kann!

Fotostrecke (c) André Brune

Fojnica und die Umgebung vom Hotel Café Central

In diesem Haus ist das Hotel
Der Wintergarten, wo wir abends ‚geklönt‘ haben
Ein Rundumblick von der Kreuzung gegenüber vom Hotel Café Central
Fojnica ist ein schöne kleine Stadt
Tourismusinformation von Fojnica mit türkischer Unterstützung gebaut
In diesem Haus haben die Deutschen die Verhöre, Folterungen etc während der Besatzung im zweite  Weltkrieg durchgeführt
Blick auf das Kloster
Schwerer Abschied. Fojnica ist schön, die Menschen nett, die Gastfreundschaft groß!

Besuch von Drin

Zijada Suzuka mit Jan Lachnicht im Gespräch

Die Wasserfälle und die Altstadt von Jajce

Wieder mal „Flaschengefühle“ gefunden
Die verrückten Libellen
Herbert findet Jajce schön
Eiscafe Korzo war sehr gut!
Mjam!
Die Fußgängerzone in der Altstadt von Jajce
Die größte Moschee von Jajce
Die Wasserfälle von Jajce
Die Wasserfälle sind für alle ein tolles Motiv
Erinnerung an die verrückte Fahrt zur Burg werden wach
Italienisches Militär fährt als Kolonne vor
Bosnische Motive
Einmal Scheiben reinigen und volltanken bitte

In Bihac und das letzte Abendessen

Bihac und die Una
Ein alter muslimischer Friedhof
Restaurant und Hotel Paviljon
Herbert Schröer und Mirsada Hodzic
Vegan gibt es nicht in Bosnien
Ausgelassene Stimmung beim letzten Abendessen
Die urige Gastwirtschaft Bierstub’n zum Hansirglbauer’n in der Region Bayrischer Wald war den Umweg wert
Im Büro von Mirsada Hodzic. Sie wird jeden Tag weiter ihr Radosti Druzenjia betreuen. Und nächstes Jahr sehen wir uns wieder, wenn die Sterne es wollen.

Hilfstransport nach Bosnien Tag 4 I Spendenübergabe in Sarajevo und historisch-kulinarischer Ausklang der Hilfsfahrt I +Fotostrecke I +Video

Sonntag am 15.6.25: Eine allerletzte Spendenübergabe wird mit einem besonderen Ausflug in die multikulturelle Hauptstadt Sarajevo von Bosnien-Herzegowina verbunden, wie im Jahr 2024.

Bevor wir nach Sarajevo fuhren, bin ich mit Michael und Hermann durch das kleine Kurstädtchen Fojnica  gegangen, während der Medienkompetenzkurs des Berufskolleg Bottrop mit einer Lehrerin einen möglichen Schüleraustausch durchsprechen und ein Interview führen wollte mit der Deutschlehrerin Amina aus Fojnica, die wir auch schon kennengelernt hatten.

Das Kloster oberhalb von Fojnica

Fojnica ist eine sehr alte Bergbaustadt gewesen. Silber wurde hier noch bis vor 50 Jahren abgebaut. Im Heimatmuseum neben der Klosterkirche der Franziskaner auf dem Berg oberhalb der Stadt liegt eine Urkunde, die mach der Eroberung des osmanischen Sultans die religiöse Ausübung des katholischen Glaubens ohne Repressalien festgeschrieben wurde. Die Religionen sollten friedlich nebeneinander gedeihen können.

Video folgt!

Fliegenfischen am Sonntag vor der Kulisse der Rheumakurklinik in Fojnica

Hier läuten alltäglich die Glocken und rufen die Muezzins zu den Gebeten auf. Die Kurstadt hat Quellen, die bei Rheuma das gesundheitliche Befinden zu unterstützen. Im ehemaligen Jugoslawien war hier ein blühendes Städtchen, das heute mit 6000 Einwohnern eher viele Leerstände aufzuzeigen hat.

Die warmen Quellwasser für Rheumaerkrankungen

Von hier aus gibt es aber schöne ruhige natürliche Wanderziele. Sonntags lieben es Fliegenfischer jeden Alters auf der Fojnička, nach dem die Stadt bezeichnet wurde zu angeln.

Die älteste Moschee im Ort

Letztes Jahr waren wir alle gemeinsam mit der Seilbahn auf den ‚Olympiaberg‘ Trebević gefahren. Diesmal trennten sich die Gruppen.

Herbert, Michael und Hermann fuhren mit der Seilbahn zum Olympiaberg hoch, schauten sich die Stadt von oben an und liefen etwas über die verfallene olympische Bobbahn, während der Medienkompetenzkurs hauptsächlich durch die Altstadt tigerte und schöne Motive für ihren Dokumentar-Film einfingen wollten.

TV-Serientipp zum Einstieg

Zuallererst fand ich es witzig,  das wir direkt neben dem Ministerium für Verteidigung den Parkplatz empfohlen bekommen haben. Das Ministerium war einer der wichtigsten Hauptgebäude im Arte-Programm ausgestrahlte bosnischen Justizdrama-Serie ‚I know your soul‘.

Vor dem Gebäude war eine dramatische Schießerei zu sehen und im Gebäude fanden Gerichtsverfahren statt über Mord, Totschlag, Vergewaltigung und Drogenhandel.

Die Staatsanwältin lebt in Scheidung, kümmert sich um ihren 17 Jahre alten Sohn und stellt sich die Frage, wofür sie das alles tut. Sie kommt selbst ins öffentliche Kreuzfeuer in der ersten Folge. Die Serie zeigt den Riss der bosnischen Gesellschaft, auch in Familien, und die Schwierigkeiten der Behörden mit den geltenden Gesetzen.

Aber schaut sie euch selbst an. Sie ist ein TV-Serien-Tipp von mir zur aktuellen bosnischen Seele und auch, um mehr Interesse an das Land und Sarajevo zu bekommen:

https://www.arte.tv/de/videos/RC-026093/i-know-your-soul/?utm_source=android&utm_medium=share&utm_campaign=RC-026093

Das Gericht in der Serie. Natürlich gibt es ‚Flaschengefühle ‚ auf der Treppenmauer… Foto (c) André Brune

Ab in die Altstadt von Sarajevo

Als erstes sind wir gemeinsam in die nächste Gasse gegangen. Ein besonderes, aber leider verfallenes Haus aus der Jugenstilzeit begeisterte uns.

Eine Hand an der Seite im Foto hab ich mit KI weggezaubert. Foto (c) André Brune

Keine 50 Meter weiter war die 1864 gegründete Aktienbrauerei Brauerei : Sarajevsko Pivara.

Die Sarajevsko Pivara (Sarajevo Brauerei)
Das ursprüngliche Wappen der Brauerei hat alle Zeiten der Kriege überlebt und prangt über dem Lieferanteneingang nach wie vor. Es schmeckt erfrischend und ist sehr empfehlenswert!

https://tourismus-sarajevo.de/brauerei-in-sarajevo/

Leider kein Einlass in die Brauerei. Sonntags ist geschlossen.

Die Brauerei in Sarajevo wurde vom Österreicherischen Brauer Ignaz Hajdinger 1864 gegründet, um den lokalen Markt mit Bier zu versorgen. Während des ersten Weltkriegs wurde sie von österreichisch-ungarischen Truppen besetzt. Wahrscheinlich um die Armee an der Front mit Bier zu versorgen. Vielleicht hätten sie nicht so tief ins Glas geschaut,  wäre der Krieg anders ausgegangen.  (Scherz!)

Nach dem Bosnischen Krieg wurde die Brauerei wieder errichtet im ursprünglichen Zustand und produziert als größte Brauerei des Landes das schmackhafte Pils.

Eine Begehung war am Sonntag nicht möglich. Es lohnt sich auf jeden Fall um einen Einblick in die bosnische Bierkultur zu bekommen.

Interessant ist jedoch,  dass direkt gegenüber einer der größten katholischen Kirchen von Sarajevo stand, verbunden mit einem Franziskanerkloster. 

Die St. Antonius von Padua hatte gerade eine katholische Messe, als ich vor Ort fotografierte. Ich wäre gern hinein gegangen. Ob es da einen Geheimgang zur gegenüber liegenden Brauerei gibt?

https://de.wikipedia.org/wiki/St._Antonius_von_Padua_%28Sarajevo%29?wprov=sfla1

An der Brauerei trennten sich die Wege der Mitfahrer und Mitfahrerinnen. Auf dem Berg Trebević kann die Ruinen der Bobbahn der olympischen Winterspiele von 1984 gesehen und auch darauf ein wenig erlaufen werden.

Seit 2018 fährt wieder eine Seilbahn hinauf. Es gibt einen wahnsinnig schönen Blick auf die Stadt. Der Berg und die Umgebung ist ein Wanderparadies geworden.

Dorf Sarajevo

Sarajevo ist wie ein Dorf. In wenigen Schritten kann man von der Brauerei bzw. dem Parkplatz über die vielen Brücken im Ort über den 36 km langen Fluss Milijacka gehen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Miljacka?wprov=sfla1

Die berühmteste Brücke ist die Lateinerbrücke aus der Zeit der Osmanen. Sie hat auch eine ganz berühmte Weltbedeutung, denn an ihr war 1914 das Thronfolgerehepaar Österreich-Ungarns erschossen worden.

Die Lateinerbrücke. Rechts in rosa ist das Museum zum Anschlag auf das Thronfolgerehepaar und zum 1. Weltkrieg

Ich bin mit dem Medienkompetenzkurs des Berufskolleg Bottrop gegangen, aber wollte dieses Mal nicht hoch zum Berg Trebević, sondern mehr die Altstadt sehen und den wichtigsten Platz kennenlernen,  wo sich die Welt 110 Jahre zuvor von Gestern in die Welt von Heute mit ein paar Schüssen schlagartig veränderte. Letztes Jahr hat das ein Starkregen verhindert, so dass wir früher als geplant zurück fuhren.

https://de.wikipedia.org/wiki/Trebevi%C4%87?wprov=sfla1

Schüsse von Sarajevo

Der durch die Schüsse erfolgte Tod des österreichisch-ungarischen Thronfolgerehepaars erwirkte eine Neuordnung in der Welt durch zwei darauffolgende verheerende Weltkriege und späteren Nachfolgekriegen, so auch der in Bosnien.

Dort an der Wand sind die Füße von Gavrilo Princip eingegossen worden. Es war der Standort als die Schüsse auf das Thronfolgerehepaar ging. Vorn sieht man angedeutet die Räder in Messing eingegossen als das Auto zum Stillstand kam.

Ob das gut war oder nicht, das sogenannte Fass hätte auch früher oder später so oder so überlaufen können. Der Streit um Ressourcen, Nationalismus, Freiheit, Selbstbestimmung und Abschaffung von altem Adel, die ein Land in Zeiten von rasenden Fortschritt noch in Tradition und Herrschaft halten wollte, ließ die Welt wanken.

Man könnte festhalten,  dass das Heute aus diesen wenigen Schüssen entstanden ist. Gavrilo Princip ist in unserer Welt fast vergessen. Für Serbien ist er ein Held. Tatsächlich sage ich, dass er indirekt auch Verursacher unserer heutigen freiheitlichen Demokratie ohne einen herrschenden Kaiser ist.

Viele Touristen erkennen nicht unbedingt die vielen verursachten Toten, die durch diesen Terroranschlag passiert sind und lächeln mit angedeuteter Waffe im Anschlag auf dem Mahnmal in Richtung Fahrzeug des Thronfolgerehepaars.

Der tragische Anschlagsort, der bis heute eine große Bedeutung in der Geschichte hat

Ich stehe da auch und kann die Wellen hören, fühlen, die damals geschehen sind,  aber nicht begreifen, wie schnell das Weltunglück entstand in dessen Folgen wir heute noch stehen, genau durch diesen Zeitpunkt.

Ein komisches Gefühl da zu stehen, während die Touristenströme und der Verkehr brummt.

Leider hat der Staat neue Öffnungszeiten für Museen und Geschäfte vorgesehen. Gesetzlich wurden ausgerechnet Sonntags nun die Museen geschlossen,  wo die meisten Touristen unterwegs sind. So konnte ich auch diesmal nicht ins Museum gehen. Dafür genoß ich den Basar, die mittelalterlichen Gassen Sarajevos und entfernte mich nicht weit.

Mal ruft der Muezzin…
Mal die katholischen Glocken zum Gebet.

Mal rief der Muezzin, mal die Kirchenglocken zu jeweiligen Gottesdiensten auf. Auch orthodoxe Kirchen sind zu finden.

Die Gassen waren international gefüllt mit Menschen aus den USA, Großbritannien, Deutschland,  Italien,  Frankreich,  Kroatien,  arabischen Ländern, Chinesen und Japanern. Die Welt ist zu Besuch. Sarajevo ist ein multikultureller sehenswerter fast mystischer Ort. Touristen finden in den zahlreichen Souvenirshops mindestens ein Stück handgemachte Seife, einen frisch gerösteten Kaffee, ein typisches Mokkaservice oder eine Auswahl der vielen bosnischen Süßwaren mit nach Hause. In der ältesten Markthalle Europas verkauft man noch Pelze.

Touristen lieben die Stadt

Wir sind einen Kaffee trinken gegangen und lernten die bosnische Cola ‚Cockta‘ kennen, die einen interessanten Nachgeschmack von frischen Kräutern beinhaltet. Ein Sechserpack ist von mir mit auf dem Weg nach Haus gegangen. Lecker als jede amerikanische Cola ist sie auf jeden Fall!

Kaffeepause in Sarajevo ist überall möglich. Hier zusammen mit dem Medienkompetenzkurs vom Berufskolleg Bottrop.
Typisches Mokkaservice mit Geleepralinen, die aus Maisstärke, Zucker und Wasser mit Rosenaroma bestehen. Süß und lecker!
Nach dem heißen Mokka die kühle Cockta

Bevor es auf den Rückweg ging aß ich mit ihnen nur wenige Meter neben dem Café in einem kleinen urigen Restaurant nach Omas Rezepten Pasta. Wir alle hatten mal was anderes als Cevapcici essen wollen, die es an jeder Ecke gibt. Das Nanina Kuhinja hat nach ‚Omas‘ Nationalrezepte eine sehr gute Küche. Sie ist sehr empfehlenswert von der bosnischen Suppe bis hin zu meiner Pasta. Alles war super lecker!

https://www.naninakuhinja.ba/

Sehr empfehlenswertes Restaurant in der Altstadt Sarajevos: Nanina Kuhinja

Die Altstadt Sarajevos mit seinen mittelalterlichen Basargassen muss man genießen trotz der vielen Touristen. Jede Gasse hat eine Geschichte, die an den Straßenschildern erzählt wird. Es lohnt sich genauer hinzuschauen.

Sarajevos Straßenschilder erzählen Geschichte und Geschichten

Einmal durch die älteste Markthalle Europas schlendern, wo wahrscheinlich schon zur Zeit der Römer zu jeder Tageszeit Waren verkauft wurden.

Ausgrabungen neben der Markthalle mit Blick auf die Außenmauern
Informationstafel zu den Ausgrabungen

Genauso ist es interessant in die ältesten Moschee von Sarajevo zu gehen. Sie ist heute ein Museum.

Die älteste Moschee in Sarajevo ist ein Museum

Sarajevos Altstadt wirkt wie ein wandelndes Museum alter und moderner Zeit. Für einen Wochenendtrip mit Museumbesuch ist es reich an Sehenswürdigkeiten und Geschichte. An vielen Ecken gibt es eine Menge frischen guten gerösteten Kaffee in den kleinen Manufakturen zu genießen oder kaufen.

Kaffee oder Süßes gibt es reichlich in der Altstadt Sarajevos

Aber irgendwann ist auch dieser Tag vorbei. Ein Besuch im Genozidmuseum über Srebrenica konnte ich zeitlich nicht einbauen. Das war tatsächlich das einzige Museum, das am Sonntag offen hatte. Der moderne Holocaust gegenüber die bosnien-herzegowinischen Bevölkerung während des Krieges dort war ein Novum und hat auch international neben der dreijährigen Belagerung Sarajevos dafür gesorgt sich in das Kriegsgeschehen endlich einzumischen.

Das einzige Museum, das jeden Tag auf hat.

Am 11.7.25 ist in Berlin die jährliche Gedenkveranstaltung, wo an die schrecklichen Ereignisse von Srebrenica erinnert wird. 8000 Männer und Jungen wurden wahllos abgeschlachtet. Einwanderer von Bosnien-Herzegowina aus dem Ruhrgebiet nehmen auch daran jährlich teil, um an das schlimme Ereignis zu erinnern und zu mahnen, dass es sich nicht wiederholt:

https://www.gfbv.de/de/news/einladung-zu-gedenkveranstaltungen-im-juli-in-berlin-save-the-date-11733/

Auf dem Rückweg nach Fojnica, gaben wir einem bosnischen Rentner eine private Geldspende ab. Der Weg in eine typische Hochhaussiedlung war spannend, weil ich dachte,  dass Google Maps uns woeder wer weiß wo hinführen wird. Letztes Mal fuhren wir über die Hauptstraße direkt hin.

Typische Brutalistenarchitektur aus der kommunistischen Ära des vergangenen Jahrhunderts im ehemaligen Jugoslawien

Er (Name und Foto wird aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht) und seine Familie waren in Zeiten des Krieges nach Deutschland geflüchtetund dann wieder zurück in die Heimat gegangen. Die damals unterstützende deutsche Familie übergibt immer noch jährlich etwas an die bosnische Familie direkt. Die Freundschaft ist seit den Zeiten eng geblieben und die Renten sind sehr karg in Bosnien. Die Spende übergibt der Verein seit einigen Jahren im Auftrag des privaten Spenders.

Wie letztes Jahr begrüßte er uns herzlich am Spätnachmittag. Wir hätten gern mehr Zeit zum Quatschen gehabt, aber die Truppe stand im Parkverbot und wartete auf mich und Herbert. Wir mussten uns  schweren Herzens verabschieden.

Dann ging es nach Fojnica zurück, wo wir den Tag ausklingen ließen mit einem kühlen Sarajevsko…

Fotostrecke zum Rundgang durch Fojnica und den Ausflug nach Sarajevo- Fotos (c) André Brune

Fojnica, eine besondere sehenswerte Kleinstadt in Bosnien-Herzegowina ist eine Stunde vor Sarajevo  und ca 4 Stunden hinter der kroatisch-bosnischen Grenze mit dem Auto zu besuchen.

Aufstieg zum Kloster und Heimatmuseum von Fojnica
Die Maria wird besonders geehrt auf dem Weg zum Kloster
Mahnmal für Kroatische Opfer im bosnischen Krieg in Fojnica
Pater Andeo Zvidovic konnte den katholischen Glauben unter dem Sultan Mehmed el Fatih weiter ausüben.

Eine Info dazu gibt es nur in Englisch:

https://en.wikipedia.org/wiki/An%C4%91eo_Zvizdovi%C4%87?wprov=sfla1

Ein herrlicher Blick auf das Tal und das Kleinstädtchen Fojnica vom Kloster aus
Ein Zastava war ein in Lizenz in Jugoslawien gebauter Fiat 500 und stand vor dem Heimatmuseum. Er fährt immer noch.

Mehr Infos zur ehemaligen Automarke: https://de.wikipedia.org/wiki/Zastava?wprov=sfla1

Ein uraltes Grabkreuz
Das letzte Abendmahl in Originalgröße
Leitungen werden in Bosnien-Herzegowina nicht vergraben
Die älteste Moschee in Fojnica
Ein weiterer Aussichtspunkt oberhalb von Fojnica und der ältesten Moschee
Den Krieg haben nur wenige historische Gebäude überlebt. Einige verfallen mangels Besitzer zusehends. Denkmalschutz ist da kaum noch möglich.
Hier wird kein Bagger benutzt, sondern noch von Hand begraben.

Gans hat Freigang
Die größte und modernste Moschee in Fojnica
Fliegenfischen ist Nationalsport am Sonntag in Bosnien-Herzegowina

Er hat einen Fisch gefangen!
Die bekannte Kurklinik für Rheuma in Fojnica
Denkmal für einen Schriftsteller und Partisan im zweiten Weltkrieg

Mehr über den bosnischen Schriftsteller Zija Dizdarević, der als Partisan kämpfte und im Konzentrationslager Jasenovac umgebracht wurde:

https://en.wikipedia.org/wiki/Zija_Dizdarevi%C4%87#%3A%7E%3Atext%3DZija_Dizdarevi%C4%87_%2818_February_1916%2CBrother_of_Raif_Dizdarevi%C4%87.?wprov=sfla1

Leider gibt es keine deutsch übersetzte Literatur von ihm. Die Büste in Fojnica erinnert an ihn. Von hier aus operierten er als Partisan gegen die deutsche Besatzung im zweiten Weltkrieg. Ein Mahnmal noch aus jugoslawischer Zeit einige Meter weiter erinnert an die im Krieg und umgekommenen Partisanen.

Schöne Idee einen Baumstumpf zu verkleiden!
Sommer – Mode in Bosnien-Herzegowina 2025
Schön wohnen im historischen Haus von Fojnica

Fußläufig sind zwei Moscheen

Denkmal für die gefallenen Partisanen
Panorama vom Denkmal für die Partisanen aus gesehen auf Fojnica
Überall finden sich hier und da vom Krieg verfallene oder als Mahnmal stehende Gebäude

Mittendrin ein Opfermahnmal
Typische Außenbezirke von Sarajevo

Überall wird gegessen und geklönt in der Altstadt von Sarajevo
Eine Buchempfehlung Ahmet M. Rahmanović : Black Soul. Leider nicht auf Deutsch übersetzt.
Überall kleine schmale und schicke Gassen
Schöne künstlerische Ansichten der Stadt

Souvenirshops an jeder Ecke

Kupferkessel sind die wichtigsten Kochutensilien für Speisen und vor allem Kaffee!

Der Hauptplatz im Basar wurde mit türkischer Hilfe saniert. Hier ist es fast wie in Venedig, nur ohne Gondeln aber mit den vielen Tauben, die sich gern füttern ließen.

Der bekannteste Platz vom Baščaršija/Basar in der Altstadt von Sarajevo https://de.wikipedia.org/wiki/Ba%C5%A1%C4%8Dar%C5%A1ija?wprov=sfla1
Das Rathaus von Sarajevo am Eingang zur Altstadt

Blick auf den olympischen Berg Trebević kurz vor dem Rathausgelände

In Bosnien sind die Menschen irgendwie gelassener als bei uns.
Auch hier füttern Rentner gern die Vögel
Da kommt das Bier raus…

Nur 200 Meter von der Brauerei entfernt geht es schon zur Altstadt an einer großen Moschee vorbei…
An der Tabakstraße…ab in die Altstadt
Schöner als die Graffititags, die auch überall leider zu finden sind
Die Herz Jesu Kirche mitten in Sarajevo hat noch viele Kriegsschäden im Mauerwerk
Die Ferhadija Moschee
Auch Ruhrgebiet ist mitten in Sarajevo zu finden!
Neben der ältesten Moschee befindet sich die Stadtbücherei
Das Essen wird für sehr lecker eingestuft!
Mjam, war das lecker!
Sehr empfehlenswertes Restaurant in der Altstadt!

Gasse neben der ältesten Markthalle
Die Brücke von Mostar als Modellbauwerk
Leider landen Flaschengefühle auch in den Fluss
Oder mit Blick auf die Brauerei im Hauseingang
Flaschengefühle mehrfach vor der Brauerei, aber Frischgezapft schmeckt besser und lässt das Erlebte von Heute in Fojnica nochmal Revue passieren lassen

Straßengeschichte:

Ein schickes Hotel nah vom Parkplatz mit Blick zur Altstadt

Jeder schöne Ausflug geht auch zu Ende. Wir fuhren über eine andere Straße zur Spendenübergabe, nicht quer über die Hauptachse. So hatten wir noch einen besonderen Blick auf Sarajevo

Hilfstransport nach Bosnien Tag 3 I Übergabe von Computer an bosnische Schulen, Besuch der Einrichtung Drin & ein abenteuerlicher Ausflug zum Gletschersee Prokoško Jezero I +Fotostrecke I +Video

Samstag, 14.6.2025: Heute sind die letzten großen Spendenübergaben für Schulen aus vier Städten geplant, eine erneute Begehung der Einrichtung für Menschen mit geistigen und körperlichen Einschränkungen Drin, um uns über die Ergebnisse der gesammelten Geldspenden für die Renovierung nach der letzten Überschwemmung anzusehen. Als Ausgleich nach unserer bisherigen anstrengenden Hilfsfahrt machen wir einen Ausflug zum 22 km entfernten Gletschersee oberhalb von Fojnica.

Übergabe von Computern und Laptops

10 Uhr: Auf dem Parkplatz hinter dem Hotel haben wir die Kartons alle für die Schulen der jeweiligen Städte vorbereitet. Für uns wäre der Aufwand in alle Schulen zu fahren noch höher gewesen, zumal eine hinter Sarajevo lag und zwei bei Tuzla. Die beiden Orte liegen doppelt so weit entfernt von Fojnica als nach Sarajevo.

Roll-Down

Eine erinnerungswürdige Narbe davon wird mir auf jeden Fall am linken Arm bleiben, weil ich Dusselkopp den Haken nicht korrekt in die Verankerung gehängt habe. Es machte Roll-Down und in sekundenschnelle spritzte förmlich das Blut (übertrieben geschrieben) aus dem Arm. Ich umgarnte das nicht haltende Pflaster mit einem Heftbandpflaster aus dem Verbandskasten, um den trockenen Staub nicht in die Wunde zu bringen.

Mein Erfahrungstipp: Augen auf bei Roll-Ups, und bitte möglichst so aufstellen, um dabei nicht direkt in die Sonne sehen zu müssen…!

 

Ritsch Ratsch, Roll-Down und schlechte Pflasterung

Živinice holt erste Computer ab

Die erste Lehrerin Frau Professor Maksuda Murstovi kam mit ihrer Familie aus Živinice. Die Stadt liegt in der Nähe von Tuzla liegt. Die Computer gingen an das dortige Gymnasium

JU Gimnazija Živinice

https://gimnazijazivinice-en.webflow.io/

 

Maksuda Murstovi freut sich für ihre Schule

 

Passt gerade noch rein für das Gymnasium in Živinice

Die folgenden Bilder sind mit einem Dankesbeitrag aus Facebook von der Schule „JU Gimnazija Živinice“:

 

Professorin Maksuda Murstovi zeigt stolz die von uns gebrachten Laptops.

 

Mit ihnen wird der Fremdsprachenunterricht eine bessere Lernmethode bringen. Englisch und Deutsch sind am wichtigsten an der Schule. (Beide Fotos aus dem Facebookbeitrag)

Das Gymnasium will die Computer hauptsächlich für besseres Lernen von Fremdsprachen in Deutsch und Englisch nutzen:

https://www.facebook.com/share/p/16hf7j3r7j/

Im Beitrag wird der heroische Einsatz der Lehrerin Maksuda Murstovi erklärt. Das freut auch, wenn dadurch die Bildung an der Schule gesteigert wird. Das ist ja auch unser Anliegen. Leben und Lernen in Bosnien, so heißt der Verein, dem ich beigetreten bin.

Im Facebook-Beitrag wird der bosnische Verein für Bildung  Jovan Divjak aus Sarajevo erwähnt. Sie hat die Anfragen der Lehrer bearbeitet und unseren Verein kontaktiert, um die Computer über Labdoo zu organisieren zu lassen. Was wir dann an diesem Tag gemacht haben mit Übernahme der Zollgebühren.

Labdoo e.B. aus Mülheim an der Ruhr

Mit dem aufgestellten Roll-Up sollte Labdoo in den Vordergrund gebracht werden. Der Verein Labdoo überarbeitet mit ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen aus Firmen, Behörden oder auch nicht mehr Privat benötigte Computer.

Bevor die Computer im Elektroschrott wandern, werden sie angepasst für einen digitalen Schulunterricht. Die alten PCs oder Laptops werden mit einer leistungsstarken neuen Software ausgestattet, um Kindern und Jugendlichen in aller Welt eine digitale Teilhabe für eine bessere Bildung zu ermöglichen, die nicht das nötige Kleingeld haben, oder wo der Staat die Bildung finanziell an Schulen weniger unterstützt, was in Bosnien-Herzegowina der Fall ist.

Wichtige Info: Auch für Computer im Inland kann bei Labdoo angefragt werden! Wer alte Computer für einen guten Zweck spenden möchte oder selbst als Flugpate oder Überbringer unterstützen möchte,  kann sich bei Labdoo melden.

https://www.labdoo.org/deu/de/

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Mehr Informationen
Man kann Flug- oder Fahrpate werden oder noch herumliegende alte, funktionierende Computer spenden für Labdoo. Wenn es irgendwohin geht, wo Labdoo eine Anfrage durch Schulen oder Lehrern gestellt bekommen hat oder eine Reparatur, dann kann jeder auf dem Weg oder zurück die Computer für dortige Schulen mitbringen oder für Reparaturen zurück nach Deutschland nehmen. Der Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V., wo ich durch die letzten Erfahrungen der Tour selbst Mitglied geworden bin, übernahm den Transport bisher durch die jährliche Hilfsfahrt nach Fojnica für die dortige Übergabe. Sozusagen eine gegenseitige Unterstützung beider Vereine ist dadurch entstanden.

Computer für Prača

Als nächstes kamen nette Lehrer aus der Schule JU Osnovna škola in Prača, eine Stadt hinter Sarajevo. Für die 69 Schüler und Schülerinnen ist die Schule schwer erreichbar. Die Schule wurde im Krieg zerstört und ein Jahr später wieder aufgebaut. Die Lehrer freuten sich ihre von Labdoo bereitgestellten Computer mitnehmen zu können.

Damir Pivic nahm die Laptop – Pakete vom Verein Labdoo überbracht von uns Aktion Leben und Lernen in Bosnien freudig entgegen

Infos von Labdoo zur Schule:

https://platform.labdoo.org/pl/edoovillage?e=223864

Die Schule bedankt sich bei Facebook für die Spende von 10 Laptops:

https://www.facebook.com/share/p/1G1QdACCq7/

Der Wagen nach Prača wird gepackt von Michael

Falscher Aufkleber für Jajce

Dann reicht ein Lehrer aus Jajce uns die Hand. Hodžić Ramza von der Grundschule OŠ „Jajce“ Kruŝčica stellte sich uns auf Deutsch vor. Plötzlich fiel mir auf einem Karton auf, dass dort zwei unterschiedliche Aufkleber waren. Das war beim Zusammenstellen nicht zu sehen. War der Karton mit den Laptops nun für Jajce oder Živinice?

Es sind sonst immer zwei Aufkleber für die zuständige Schule und Stadt drauf. Wir mussten das so schnell wie möglich kontrollieren. Doch die Lehrerfamilie aus Živinice war schon weg, um das schnell zu prüfen. Ein kurzer Anruf wurde getätigt. Zum Glück waren sie nicht weit weg und kamen zur Kontrolle noch einmal schnell zurück. Das Paket war doch für Jajce. Alle freuten sich und hstten Verständnis für die Nachkontrolle. Schon ging es ab ins Auto nach einem Foto.

Die Schule in Jajce freut sich auch

https://www.facebook.com/share/1Hjs1GXNwT/

Auf der Internetseite von Labdoo erfährt man, wofür die 10 Laptops und 10 Tablets genutzt werden: In dieser Hauptschule sind von 325 Schülern, 53 Roma, davon haben 19 Lern- und Entwicklungsstörungen.

Ein wichtige Fahrt für den Lehrer Hodžic Ramza

Von diesen Schülern haben 19 Lern- und Entwicklungsstörungen. Die meisten leben in disfunktionalen Familien unter sehr schwierigen sozioökonomischen Bedingungen. Dem regulären Unterricht können sie kaum folgen und nehmen nicht aktiv teil. Da sie keine Einstufung haben, ob Legasthenie oder Dygraphie vorliegt,  geht die Schule den Weg der digitalen Teilhabe, um sie zu unterstützen. Die Schule will sie fördern, denn mit Bildung verhindert sie in meinen Augen, dass sie abdriften in die Kriminalität, wenn man ganz krass drüber nachdenkt. Und somit hat unsere Tour dazu vielleicht beigetragen, dass sie es besser haben könnten in ihrer Zukunft.

Zum Nachlesen:

https://platform.labdoo.org/pl/edoovillage?e=223859

Einladung nach Lukavac

Als letztes war ein Lehrer aus Lukavac, ein Ort vor Tuzla aus der Lucavac Public Institution Secondary Economic Chemistry School, so steht es in den Papieren. Er war sehr herzlich und direkt so freundschaftlich, als wenn wir uns schon Jahre kannten. Auf meine Nachfrage, ob die Stadt schön sei und wo sie ist, schwärmte er von seinem Ort und lud uns ein seine Schule und den Ort zu besuchen.

Allerdings haben wir seinen Namen leider im Eifer des Gefechts vergessen und haben nur die Angabe der Schule. Ich hoffe, dass er sich durch diesen Beitrag nochmal meldet.

Der Lehrer aus Lukavac, dessen Name ich leider vergessen habe, freut sich riesig für die Laptopspende

Herbert Schröer mit dem Verein Aktion Leben und Lernen e.V. ist Flugpate bei Labdoo:

https://platform.labdoo.org/de/content/dootrip-000004770-bottrop-germany-lukavac-bosnia-and-herzegovina

Drin und die erfolgreiche Spendenaktion

Nach den Übergaben fuhren wir zur größten Einrichtung für Menschen mit geistigen und körperlichen Einschränkungen Drin in Bosnien-Herzegowina nahe Fojnica. Letztes Jahr haben wir es schon besichtigt. Doch dieses Mal ist eine wichtige Sache dazu gekommen. Denn die dezentralisierten Häuser, um selbstständiges, betreutes wohnen zu ermöglichen, die nahe am Bach lagen, wurden durch die Überschwemmung im Oktober 2024 arg in Mitleidenschaft gezogen. Wir wollten sehen, was mit den Spendengeldern gemacht wurde.

Zijada Suzuka machte mit uns die Begehung und organisierte den anschließenden Ausflug. Sie arbeitet in Drin als Sozialarbeiterin. Sie ist unschätzbar wichtig für den Verein und die Organisation vor Ort. Sie ist für den Bottroper Verein eine direkte Ansprechpartnerin für die Organisation der Hilfsfahrten. Sie macht die Termine, reserviert die Hotels, dolmetscht vor Ort.

Sie erhielt das letzte Paket aus dem Transport für Drin mit Brillen für die Einrichtung, bevor wir durch das Haus erneut gehen, damit die beiden neuen Mitfahrer Hermann und Michael es auch kennenlernen können.

Herbert Schröer übergibt Zijada Suzuka für Drin das letzte Spendenpaket

Die Überschwemmung

Im Oktober 2024 gab es nach großen Regenfällen durch den kleinen Bach im Tal eine große Überflutung und hat die nahen Häuser unter Wasser gesetzt.

Heizung, Möbel, Böden, Sanitäreinrichtungen wurden vom Wasser zerstört. Von der Einrichtung ist niemand gestorben. Weiter oben im Tal haben es drei Menschen leider nicht mehr geschafft zu entkommen. Darüber wurde im deutschen Fernsehen kaum bis gar nicht berichtet.

Mein kleiner zusammengestellter Film hat vor und nach dem Filmfestival im November noch eine große Runde mehr gemacht und es wurde dadurch noch mehr Geldspenden gesammelt. Als ich das hörte, war ich hocherfreut diesen Teil damit unterstützt zu haben.

 
Die erfolgreiche Spendenaktion mit meinem zusammengestellten Video hat andere Vereine ebenfalls darauf aufmerksam und weitere Spenden gesammelt für Drin: 

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An den Außenmauern kann die Höhe des Wasserstands noch gesehen werden.

Die Schäden waren immens. Die Spenden halfen nach drei Monaten wieder die Bewohner zurück zu kommen.

Drei Monate mussten alle Bewohner und Bewohnerinnen in Häusern der Rheumaklinik in Fojnica wohnen, bevor die Rückkehr möglich war.

Es ist noch nicht alles fertig, aber die größten Schäden sind beseitigt, neue Möbel und Einrichtungen konnten gekauft werden, so dass alle wieder dort wohnen können. Die BewohnerInnen haben vor Ort immer einen Betreuer oder Betreuerin. Sie sollen mit ihren geistigen Einschränkungen, trotzdem ein normales Leben führen können. Diese Form ist in Bosnien-Herzegowina noch nicht lange der Fall.

Wir lassen uns die Situation erklären. Die neuen Möbel sind auch durch die Geldspenden gekauft worden
Blick auf das Haupthaus der Einrichtung Drin

Im großen Haus sind Etagen mit großen Zimmern. Die meisten pflegenden Fachkräfte sind Quereinsteiger. Die Situation ist nicht einfach für sie. Zeit für therapeutische Maßnahmen sind kaum möglich. An die frische Luft kommen die Kinder zum Beispiel nicht. Sie sind das ganze Jahr über in der Abteilung wie gefangen. Erste Verbesserungen gibt es. Logopäden und Physiotherapeuten, die sehr rar sind, weil viele ausgewandert sind, die auch viel Geld kosten, kommen ins Haus zur Unterstützung. Eine moderne Erweiterung des Hauses ist fast fertig.

Links ist die alte Einrichtung. Rechts wird wahrscheinlich zum Ende des Jahres die neue eröffnet.

Vor der Rückreise nach Bihac haben wir noch den neuen Leiter der Einrichtung mit dem Team vom Berufskolleg gesprochen. Das wird im Beitrag zum Tag 5 beschrieben.

Das eigene Ackergelände zur Selbstversorgung und therapeutische Zwecke darf wegen der verseuchten Böden durch die Überschwemmung ein Jahr lang nicht genutzt werden.

Zijada hatte uns dann alle eingeladen zu einem ganz besonderen Ort: Prokoško Jezero

Die Einfahrt zum Gletschersee

Die Straße ging direkt von Drin hoch. Die asphaltierte Strecke endete nach 15 Minuten. Wir fuhren nicht mit dem geliehenen Transporter. Zijada hatte einen Mitarbeiter der Einrichtung Drin arrangiert, der uns mit dem hauseigenen VW Bully nach oben fuhr. Die Fahrt der knapp 22 km dauerte eine Stunde über Stock und Stein. So mancher ängstlicher Blick ging in einen tiefen Abgrund. Bei Starkregen ist es nicht möglich hier lang zu fahren.

Vertraue nie dem Navi Teil 2

Die Berufskolleggruppe wollte um 13 Uhr in Drin sein und hatte sich dennoch mit Google Maps verfahren. Sie wollten mit der Lehrerin Amina von der Fojnicer Schule ein Gespräch um 14 Uhr führen. Da sie aber sich durch die fehlgeleitete Navigation sich wohl verspäteten, organisierte Zijada einen anderen Termin und wollte sie mit einladen zum See. Beim Kurzschließen kam raus, dass sie auf dem Weg vom See herunterkamen. Sie konnten nicht erklären, warum Google Maps sie weg von der normalen schnelleren Hauptstraße über den Berg lotste. Jan Lachnicht schwitzte Blut und Wasser, um die Strecke zu schaffen.

Sie sollten am See warten, aber sie hatten nicht immer Empfang, so dass sie weiter fuhren. Wir fuhren ihnen entgegen und trafen uns kurz nachdem der asphaltierte Weg aufhörte. Zijada fuhr mit ihnen runter und fuhr mit einem Dienstwagen der Einrichtung wieder hinauf. Der Medienkompetenzkurs wurde also noch zwei Mal zusätzlich über Stock und Stein durchgeschüttelt. Alle haben es überlebt.

Eins kann man definitiv sagen: Abenteuer pur. Die Strecke ist nichts für schwache Nerven. Aber der See lohnte sich definitiv.

Geheimtipp Ausflugsort Gletschersee Prokoško Jezero

Prokoško Jezero ist ein in 1670 m Höhe alter Gletschersee. Baden ist dort in dem kleinen See mit einer Tiefe von ca 16 Meter verboten. Es sind dort schon Menschen verstorben, weil sie die Kälte des kleinen Sees unterschätzt haben. Natürlich gibt es immer wieder Wahnsinnige, die trotzdem reingehen, wie auch bei unserem Aufenthalt zu sehen war.

Um den See herum entstand eine kleine sehr schnuckelige traditionelle Ferienhaussiedlung in den Hängen. Es gibt hier von kleinen Restaurants, sogar Anbieter von Massagen oder ein Supermarkt. Allerdings hab ich da nur Holz zum Heizen gesehen.

Einige Hütten verfallen. Hier oben haben wir arabisch stämmige Touristen gesehen. Der Geheimtippscheint schon weltbekannt zu werden. Mit Quads allerdings brettern die Touristen über die schöne Natur. Das sind die negativen Folgen. Sollte die Straße vollständig asphaltiert werden, wird hier wahrscheinlich ein Touristenboom entstehen. Was die Natur leiden lässt.

Am See vorbei führt ein Wanderweg, der quer durch Bosnien-Herzegowina führt. Bestimmt ist das eine ganz besondere Tour, um das Land per Pedes zu erkunden.

Das Unglück von 1997

Hier oben stürzte am 17.9.1997 ein SFOR* – Hubschrauber russischer Bauart ab, der in einem Nebel geriet. Dabei kam der deutsche Diplomat Gerd Wagner (geboren am 19.5.1942) mit  ums Leben. Er hinterließ eine Frau und drei Kinder.

(*Die SFOR, ist die Abkürzung für die multilaterale UN-Friedenstruppe für die Friedensmission in Bosnien-Herzegowina unter der militärischen Leitung der NATO.)

Jährlich kommt eine Delegation zum Gedenken an die Verstorbenen zum neu errichteten Mahnmal. Drei Monate ersetzte er den deutschen Stellvertreter des Hohen Repräsentanten von Bosnien-Herzegowina* Michael Steiner. Zu dem Zeitpunkt war der Spanier Carlos Westendorp der Hohe Repräsentant im Land.

(*Quelle Wikipedia: überwacht seit 1995 durch die Resolution 1031 des UN-Sicherheitsrates gemeinsam mit dem ihm unterstellten Büro des Hohen Repräsentanten die Umsetzung der zivilen Aspekte des Dayton-Abkommens. Derzeitiger Amtsinhaber ist der deutsche CSU-Politiker Christian Schmidt.)

Von dem Gedenkstein aus hat man einen herrlichen Blick:

Oben haben wir aus einem Ziegelsteinofen Burek jeweils mit jeweils mit Käse, Spinat, Kartoffeln und Hackfleisch von Zijada ausgegeben bekommen.

Zum Nachtisch gab es eine Art Apfeltasche mit einem süßen Zuckerguss. Alles sehr mächtig. Dazu tranken wir Joghurt.

Es war nach den anstrendenden Tagen mit vielen Gesprächen ein besonderer Abschluss des Tages. Der nächste Tag würde uns auch Freude bringen. Wir machten einen Ausflug Sarajevo und übergeben die letzte Spende der Hilfsfahrt.

Links zum Gletschersee Prokoško Jezero

https://de.wikipedia.org/wiki/Proko%C5%A1ko_jezero?wprov=sfla1

https://www.tripadvisor.de/Attraction_Review-g1826220-d1825767-Reviews-Prokosko_Lake-Fojnica_Central_Bosnia_Canton_Federation_of_Bosnia_and_Herzegovina.html

Wer den Fernwanderweg machen und dabei viele Sehenswürdigkeiten mitnehmen möchte:

https://trail.viadinarica.com

Der ereignisreiche Tag endete mit einem abkühlenden frisch gezapften Sarajevo Pils. Ein frischer Vorgeschmack auf den nächsten Tag, der Fahrt nach Sarajevo…Tag 4.

Fotostrecke – Fotos (c) André Brune

Besuch von DRINBesichtigung der Schäden und Reparaturen

Schäden durch die Überschwemmung am dezentralen Haus zum betreuten Wohnen sind noch zu sehen
Die Küche musste neu eingerichtet werden. Die Bewohner haben eine Stunde auf der Küche gesessen, bevor sie gerettet werden konnten
Möbel mussten neu gekauft werden. Dank der gesammelten Geldspenden war das möglich
Im anderen Haus nah am Bach wurde auch viel renoviert
Was zu renovieren war, wurde weitgehend erledigt
Neues Sofa. Das Wasser ging ungefähr bis zur Steckdose
Neue Heizung musste eingerichtet werden
Das Bad musste neu gefliest werden.
Wir bekommen die Infos, was gemacht wurde
Hier sind die Außenschäden noch sehr gut zu sehen
Ein Blick aus dem Haupthaus von Drin in die Richtung zur Wäscherei und Werkstätten links und auf das Haus für Männer rechts. Hinten ist das Haus für Frauen, das wir besucht haben.
Aufenthaltsort für die Frauen, die weitgehend selbstständig hier wohnen können mit einer Betreuerin, die tagsüber hier aufpasst und Ansprechpartnerin ist.
Die alten Einrichtungen aus den 1970er Jahren wurden auch weitgehend wieder bewohnbar gemacht. Sie werden jedoch nach der Fertigstellung des neuen Hauses mit einem weiteren neuen Haus ersetzt, erklärte uns der neue Direktor.
Frisch geborene Katzen passen auf, dass sich die Mäuse auf dem Gelände nicht vermehren

Fotos vom Ausflug nach Prokoško Jezero

Wunderschön da oben
Allein 5 Golf II haben wir da oben entdeckt
Wahnsinnsausblick in die bosnische Bergwelt
Arabische Touristen haben den Geheimtipp schon entdeckt
Achtung Kuhfladen!
Toilette mit eingebauter Klimaanlage
Gedenkstein für die beim Absturz verstorbenen SFOR-Personen und Gerd Wagner
Erste kleine Gedenkplatte für den Absturz
Unglaublich schöne Natur oben
Aktionsselfie
Hier wird man gelassener
Der Supermarkt im Ort
Natürlich gab es auch ‚Flaschengefühle‘
Hier begrüßten uns auch die Kühe
Die Moschee im Ort
Die Polizeistation
Alle hatten Durst. Trinkwasser und Waschstation vor der Moschee
Klares Gletscherwasser
Muhkuckuck
Alle einmal bitte lächeln!
Vorbereitungsgespräch für die Aufnahme nachher vom Berufskolleg Bottrop
Hier gibt es eine bosnischen Fernwanderweg
Information zum Rundweg um den See und die Flora und Fauna
Das Berufskolleg Bottrop: Aufnahme läuft!
Lecker Burek essen zum Abschluss des Tages
Reifenrecycling mit Blumen
Der Fernwanderweg durch Bosnien-Herzegowina und seine Sehenswürdigkeiten
Via Dinarica – Es gibt auch eine App!
Sprechen Enten auch Bosnisch?
Ein toller Ausflug!

Letzter Anblick
Alle wollen nochmal die Landschaft einfangen
Es geht zurück

Ergreifende Stolpersteinverlegung in Bottrop in besonderer Situation I 11.6.2025

Eine besondere Situation war es für mich heute bei einer Stolpersteinverlegung für die Familie Meyer in Bottrop beizuwohnen aus verschiedenen Gründen.

Zum einen kam Liesel Appel extra aus den USA mit ihrer Familie. Denn ihre Familie hatte hier gewohnt und die Macht der Nationalsozialisten unmittelbar erlebt. Liesel hatte nachgeforscht und ein Buch erschien darüber. Wir haben uns die Hände geschüttelt und uns umarmt als wenn wir uns länger nicht gesehen hätten.

Es war sehr rührend. Liesel übergab mir ihr Buch über das Ereignis, was sich auf der Gladbecker Straße 334 in Bottrop in ihrer Kindheit zugetragen hat. Natürlich wollte ich ein Autogramm. Das Buch ist leider vergriffen. Es wird in einem Podcast von mir besprochen werden.

Ich habe die bedeutsamen und hervorragenden Reden von ihr und Oberbürgermeister Bernd Tischler komplett aufgenommen, auch persönlich bekommen und werde über die Stolpersteine berichten mit einem Podcast mit dem Initiator Oliver Schwittay. Er hat das Verlegen in die Wege geleitet. Wenn es möglich ist, werde ich per Zoom nochmal mit Liesel sprechen.

Familie Schwittay mit Liesel Appel

Die Geschichte

… ist die eines Babys, das bei der Reichsprogromnacht aus dem Fenster geworfen wurde und von einem Mann aufgefangen wurde, der selber ein Nationalsozialist war, wie Liesel Appel bei ihren Recherchen erfuhr. Die Geschichte ist, wie ein Hollywooddrama von Spielberg. Das Kind wurde gerettet, versteckt, überlebte und kam nach Palästina. (mehr Infos folgen im Podcast)

Dort auf der Straße hatte ich 9 Jahre lang nur wenige Häuser weiter mit meiner Schwester eine Fußpflegepraxis. Von dieser Geschichte hörte ich damals zufällig durch eine Kundin, die in unmittelbarer Nachbarschaft gewohnt hatte. Mittlerweile schon lange unter der Erde, hätte sie vielleicht noch was dazu sagen können oder auch nicht. Doch in dieser Geschichte war es der damalige Kommunist Clemens Kraienhorst, der zufällig drunter hergeschlendert kam und das Kind gerettet haben soll.

Es ranken sich tatsächlich mehrere Legenden um diesen Bottroper Fenstersturz. Aber dieser blieb mir im Gedächtnis. Definitiv werde ich darüber ausführlicher berichten allein deswegen.

Dann gab es zwei weitere Ereignisse, die mich hin und her bewegt hatten. Zum einen wurde wegen meiner Anwesenheit bei der Stolpersteinverlegung die Abfahrt der Hilfsfahrt nach Bosnien-Herzegowina mit dem Verein Aktion Leben und Lernen um eine Stunde nach hinten geschoben und kurz vor der Stolpersteinverlegung bekomme ich den Anruf,  dass eine liebe Tante von mir verstorben ist. Ich wollte ursprünglich auch wegen der Situation der palliativen Pflege ab heute kurzfristig absagen. Aber jetzt bin ich unterwegs. Komme auf andere Gedanken. Kann Menschen helfen, die Unterstützung brauchen.

In manchen Situationen ist es wahrlich schwer zu entscheiden. Ich danke meinen Cousinen, Simone und Andrea, die die Vorbereitungen der Beerdigung treffen. Wenn ich wieder da bin, unterstütze ich, wo es nötig ist. Logisch!

Oberbürgermeister von Bottrop Bernd Tischler mit Liesel Appel bei den eingesetzten Stolpersteinen der Familie Meyer

So ist das Leben. In der Vergangenheit, wie zur Zeut sterben Menschen wieder durch Kriege und politische Hetze, aber eben auch mit oder ohne Schmerz im Alter. Die einen erleben ein neues Leben durch Rettung, die anderen können auch Ärzte nicht mehr retten.

Die Geschichte der Familie Meyer sollte nicht vergessen werden. Meine Tante Raphaela wird in meinem Herzen sein. Unvergessen. Mit dem Hintergedanken,  dass ich nicht so viel Zeit hatte, einen Teil meines Lebens mehr mit ihr verbringen zu können.

Die Geschichte geht weiter. Es sollte immer gemahnt und erinnert werden, an Menschen gedacht werden, die man geliebt hat und weiter lieben wird. Es sollte an Menschen gedacht werden, die wir nicht kennen, die gelitten haben, denn das könnten wir sein in einer Zukunft, die wir so nicht erleben möchten, was die Familie Meyer erlebt hat.

Mein Tante hat die Jahrzehnte in Frieden in Europa gelebt. Jetzt ist der innere Frieden von vielen Seiten bedroht. Und keiner weiß, was die nächsten 80 Jahre in Europa bringen werden.

Die Stolpersteine stehen für die Erinnerungskultur, die eine besondere Partei nicht mehr auf der Agenda stehen haben möchte. Ich betone: Erinnerung ist wichtig, damit die Geschichte sich in der Form von damals hoffentlich nicht wiederholen wird.

Und jetzt bin ich auf der Autobahn in Richtung eines Landes, das immer noch tiefe Wunden des Krieges hat. Auch dort können Stolpersteine verlegt werden für die Gräuel, die vor 30 Jahren an der Tagesordnung waren bei den eigenen Nachbarn. Das war und ist Bosnien-Herzegowina. Und der Ort Srebrenica steht für einen modernen durchgeführten Holocaust an der bosnischen Bevölkerung. Auch hier muss man nach vorne Schauen, Frieden stiften,  erinnern und für Völkerverständigung werben. Nur Zusammen und solidarisch kann uns ein gutes und friedliches Leben für die Zukunft bringen, egal wo wir Menschen leben. Lieben, nicht Hassen, füreinander einstehen, nicht aufeinander hetzen mit Lügen und Gewalt.

Grube Georg – Eisenerzbergbau an der A3 in Oberhonnefeld im Westerwald

Ein Hilfstransport nach Bosnien & die Erfahrungen mit Merle Hoffjan, Jan Lachnicht und Dorothea Bromkamp I +Videopodcast I +Podcast Folge 107

Ein Podcast über eine Hilfsfahrt aus dem Ruhrgebiet nach Bosnien ist eine Besonderheit, weil viele denken, dass Hilfstransporte nach Bosnien, wo doch kein Krieg mehr herrscht, nicht nötig wären. Oder die Meinung herrscht, dass wir selbst genug Probleme haben.

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Das sieht der kleine Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V. etwas anders, der sich vor  2015 gegründet hat. Durch viele Dinge, die vor Ort zu sehen sind, die im Kleinen nicht funktionieren hat sich in Bottrop, mitten im Ruhrgebiet dieser Verein eben gegründet, um auf eine besondere Art und Weise zu unterstützen und das funktioniert nun schon so lange. Er unterstützt nicht nur vor Ort Kindergärten, Schulen und Einrichtungen für Menschen mit Einschränkungen, sondern steht für Völkerverständigung. Bildung ist das wichtigste Wort und es ist das wichtigste für einen funktionierenden Staat.

In Deutschland werden alte Computer oder Schulmöbel einfach weggeworfen. Der Verein sammelt die alten Computer, gibt sie an den Verein Labdoo, der formatiert und passt die Computer an und dann gehen sie gezielt, wo Anfragen herrschen an Lehrern von Schulen in Bosnien – Herzegowina. An Kindergärten, auch Kinderheime gehen Stofftiere, Spiele, Möbel, Kleidung uvm.

Merle Hoffjan ist eine von den drei Schülern, die mitgefahren sind vom Berufskolleg Bottrop. Sie wollte Bosnien und die Menschen kennenlernen. Jan Lachnicht ist Lehrer und wollte das vereinbaren mit einer Dokumentation, was der Verein macht und was gemacht werden kann. Sie werden von mir kurz vor der Heimreise noch interviewt.

Jan Lachnicht interviewt seine Schüler (c) André Brune

Dorothea Bromkamp hat mit mir und Herbert den großen Bus gefahren mit Anhänger und war drei Jahre zuvor schon einmal dabei. Sie erzählt von den politischen Hürden und wie das damals war.

Dorothea Bromkamp (c) André Brune

Alle drei werden wiederkommen irgendwann. Jan ist auf jeden Fall 2025 wieder dabei. Diesmal möchte er die Berufsschulen vor Ort besuchen und herausfinden, ob ein Schülerausstausch möglich ist. Eine Dokumentation soll es diesmal nicht über die Tätigkeit des Vereins geben, sondern welche Möglichkeiten es gibt einen „Bildungsaustausch“ stattfinden zu lassen zwischen der Bottroper Berufsschule und eine in Bihac oder wo wir gerade sind.

Die Hilfsfahrttruppe 2024

Jan und Herbert Schröer, der 2. Vorsitzende des Vereins, sind vor der Fahrt 2024 ein Kooperationsvertrag eingegangen. Herbert wollte junge Leute über den Verein nach Bosnien bringen, um ihnen zu zeigen, was dort nicht so gut läuft und was der Verein wie unterstützt.

Das Berufskolleg Bottrop hat mit Jan Lachnicht und Dennis Homann und drei Schülern vor Ort Interviews geführt, haben die Einrichtungen mit aufgesucht und haben selbst einen Film hergestellt, der seine Uraufführung mit viel Applaus bei dem Filmfestival Bosnien Looksaround im November 2024 hatte.

Ich durfte auch ein Teil des Films sein und bin nun wieder bei der nächsten Fahrt dabei, sowie auch Jan Lachnicht und Dennis Homann mit einem neuen Schülerteam. Sie werden diesmal allerdings weniger die Einrichtungen mit aufsuchen, sondern versuchen vor Ort mit Berufsschulen in Kontakt zu treten, um einen Schüleraustausch hinzubekommen. Dabei werden auch Interviews mit dortigen Schülern versucht zu bekommen.

Im Interview, was ich vor der Abreise noch schnell gemacht habe, wollte ich wissen, wie die drei Begleiter sich gefühlt haben, was sie begeistert hat, was sie weniger gut fanden und ob sie wieder nach Bosnien kommen würden.

Eigentlich wollte ich den Podcast schon viel früher herausbringen, nämlich vor der Uraufführung und längst vor der neuen Fahrt nach Bosnien, aber wie das Leben so spielt. Es gab viele Termine, Dinge, die ich vorziehen musste und Dinge, die liegen geblieben sind. Jetzt aber kommt es noch heraus und zeigt auch, dass es sinnvoll ist, diesen Verein und sein Tun vor Ort zu unterstützen. Das teilten mir Dorothea Bromkamp, eine langjährige Bekannte von Herbert mit, sowie die Schülerin Merle Hoffjan und Jan Lachnicht.

Die anfängliche Nervösität von Merle bei den Interviews als Moderatorin verschwand mit jedem Tag. Jan hatte vor der Fahrt von der Technik kaum Ahnung und entwickelte sich ebenfalls weiter. Die Schneidearbeit am Ende war mit Sicherheit ein schwieriges Unterfangen, das Video relativ kurz zu halten, wo es so viele Eindrücke gegeben hat.

Alles in Allem kann das Ergebnis sich wirklich sehen lassen:

Ursprünglich wären sonst meine vielen kleinen Filme herausgekommen. Aber ich verschone niemanden, denn sie werden noch kommen. Und sie werden verbunden werden mit der neuen Fahrt, denn ich bin wieder dabei, sowie Jan und Dennis. Wir werden auch sehen, was sich in der Zwischenzeit in Drin getan hat, wo es eine Überschwemmung gegeben hat. Und diesmal fackel ich nicht so lange, sondern bringe alles relativ zeitnah heraus.

Neben Merle, waren mit Markus Gubanow und Can Aslana. Sie haben für den Ton und die Kamerahaltung gesorgt. Alle hatten eine Vorfreude ein neues Land zu sehen, was nie auf ihrer Reise – Agenda gestanden hätte. Sie waren alle sehr überrascht über die tolle Landschaft und Gastfreundschaft der Menschen vor Ort.

Nach 18 Stunden Fahrt und mehreren Stunden Wartezeit beim Zoll waren wir jeden Tag an vielen Orten, um Computer, Schultornister, Kinderkleider und auch Übergaben von Geldspenden zu machen. Der vorletzte Tag war ein Entspannungstag für uns alle in Sarajevo. Wir waren auf dem Berg, wo die Winterspiele 1984 stattgefunden haben. Von dort gab es eine herrliche Sicht auf diese interessante Stadt. Wer allerdings über die Grenze kommt, wird immer noch sehr viele Einschusslöcher in älteren Häuser entdecken.

Merle war in Drin, der größten Einrichtung für körperlich und geistig eingeschränkte Menschen von Bosnien-Herzegowina, sehr betroffen. Sie war sehr berührt von den dortigen Umständen, die sie gern lieber besser vorgefunden hätte. Die Einrichtung selbst hat im November 2024 eine starke Überflutung gehabt. Wir wollen dieses Jahr schauen, was die gesammelten Spenden unterstützt haben vor Ort.
Die Kinderabteilung in Drin (c) André Brune
Spartanische Zimmer in Drin (c) André Brune

Er ist kein professioneller Videofilmer, aber hat den Anspruch was gutes daraus zu machen. Und definitiv ist den Lehrern und Schülern was besonderes gelungen mit Aufnahmen einer Drohne, die den Film natürlich in eine gewisse Höhe bringt:

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Merle würde gern nochmal wieder kommen. Sie fordert auf das Land zu erkunden und sich vielleicht auch bei einer Hilfsfahrt zu beteiligen.

Dorothea Bromkamp kannte Herbert schon 30 Jahre lang. Sie findet es gut, dass wenn wir in Deutschland eben neue Sachen, wie Computer oder Kleidung bekommen und aussortieren, es  woanders noch eine weitere Verwendung bekommt und dies dankbar angenommen wird.

2021 war sie erstmals dabei und stellt 2024 fest, dass politisch es dort sehr festgefahren ist. Zum Beispiel ist es so gewesen, dass ein Krankenhaus ein Ultraschallgerät gebraucht hätte, aber als die Politik das mitbekommen haben, wurde das Gerät abgelehnt. Ein Mangel entsteht dadurch, so dass das Land ausblutet, da viele junge Menschen auswandern in Richtung Deutschland, Österreich und die Schweiz. Pro Jahr verschwindet sozusagen die Anzahl einer Schulklasse eines jeden Ortes ins Ausland.

Dorothea ist der Meinung, dass die Menschen wieder Mut bekommen, wenn sie sehen, wenn es ein paar Menschen von außerhalb gibt, die sich für sie engagieren. So kann auch ich nur sagen, dass wir mit wenig Menschen und einem kleinen Verein aus dem Ruhrgebiet Hoffnung, Mut und eben auch Möglichkeiten für eine bessere Möglichkeit für die Bildung bringen.

Lehrer aus verschiedenen Städten holen in Fojnica ihre beim Verein bestellten Laptops ab (c) André Brune

Das ist eine tolle Sache und deswegen bin ich auch in den Verein eingetreten, um das soweit zu unterstützen, wie ich kann im Rahmen meiner zeitlichen Möglichkeiten.

Ich kann nur empfehlen einfach mal mitzufahren und es selbst zu empfinden, das Land zu entdecken und einmal mit anzupacken, um für sich selbst nicht nur etwas mitzunehmen, sondern auch vor Ort zu sehen. Wenn Hilfe ankommt, schaut jeder in lächelnde Gesichter. Das allein ist es schon wert einen Hilfstransport zu begleiten.

LINKS:

Podcast mit Herbert Schröer,  2. Vorsitzender von Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V.
https://www.ruhrpottologe.de/herbert-schroeer-von-aktion-leben-lernen-in-bosnien-der-hilfstransport-im-mai-2024-i-videopodcast-i-podcast-i-fotos/

***

Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V.
https://aktion-bosnien.eu

***

Labdoo Deutschland e.V.

Labdoo.org

Als Vorsitzender der Kunstgemeinschaft Bottrop 1969 e.V. lade ich herzlich zur Vernissage am 20.5. ein

Seit einigen Wochen bin ich Vorsitzender der Kunstgemeinschaft Bottrop 1969 e.V. und lade herzlich zu der Vernissage am 20.5. ab 18 Uhr ein. Das Hauptmotiv der ausgestellten Kunst ist das Element Wasser im Foyer des Bürogebäudes der Rhein-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft mbH, Gladbecker Str. 140 in Bottrop.

Simone Ehlen, Geschäftsführerin der RWW, wird die Besucherinnen und Besucher begrüßen. Eine Einführung in die Ausstellung gibt Doris Reineking von der Kunstgemeinschaft Bottrop. Musikalisch begleitet wird der Abend von dem Querflötenensemble „Querwerk“.

Gezeigt wird eine vielfältige Auswahl an Malerei, Grafiken und Skulpturen, die sich thematisch dem Wasser als Ursprung und Element des Lebens widmet – mal abstrakt, mal figürlich, immer inspirierend, aber auch warnend oder meditativ.


Gezeigt wird eine vielfältige Auswahl von 20 Künstler und Künstlerinnen mit einer Auswahl aus 49 Kunstwerken von Malereien, Grafiken, Fotografien und Skulpturen, die sich thematisch dem Wasser als Ursprung und Element des Lebens widmet – mal abstrakt, mal figürlich, immer inspirierend, aber auch warnend oder meditativ.

Ein Highlight der Ausstellung ist die eindrucksvolle Holzskulptur mit dem Titel „Suche“ von Michael Zell. Die Suche nach Halt und vor allem Wasser ist für Pflanzen überlebenswichtig. Zur Zeit herrscht in Deutschland eine lange Trockenphase, die alle Elemente des Lebens, wie Feuer, Luft und Erde durch das fehlende Wasser stark beeinträchtigt oder fördert. Alle Kunstwerke kommunizieren miteinander. Eine Flasche im Meer,  ein Leuchtturm im Dunkel des Meeres, ein See mit Birken, ein Glas Wein in der Sonne uvm.

Die Kunstgemeinschaft der Bottroper Künstler und Künstlerinnen zeigen jeder und jede auf ihre Art und Weise, wie sie die Welt mit Wasser als die Kraft des Lebens sehen. Ich selbst führe nach der Einführung der Vernissage von Doris Reineking eine kleine Kunstaktion zum Thema der Elemente des Lebens im Rahmen meiner Kunstreihe „Flaschengefühle“ durch und nehme das Publikum mit auf die Reise durch die Ausstellung.

Die Ausstellung kann vom 20. Mai bis zum 17. Juli 2025 jeweils montags bis donnerstags von 9:00 bis 13:30 Uhr besucht werden.

Ort:
RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH
Gladbecker Straße 140
46236 Bottrop

Zeitraum:
20. Mai – 17. Juli 2025
Montag bis Donnerstag, 9:00–13:30 Uhr

Veranstalter:
Kunstgemeinschaft Bottrop 1969 e.V.
in Kooperation mit RWW

Bei Interesse an Interviews, Hintergrundinformationen oder weiterem Bildmaterial wenden Sie sich bitte an:

Pressekontakt:
Kunstgemeinschaft Bottrop 1969 e.V.
1. Vorsitzender André Brune : ruhrpottologe@gmail.com – Mobil : 01633912257

Ausstellung Kindheit in der Nachkriegszeit in Bottrop besuchen I Tipp zum 80. Jahrestag der Befreiung I +Fotostrecke I +Video

Die Ausstellung im August – Everding – Kulturzentrum zeigt eure Eltern, Groß oder Ur-Großeltern, wie sie zum Zeitpunkt des Einmarsches der 35. US-amerikanischen Division die sogenannte Stunde Null erlebt haben mussten in Bottrop und Anderswo. Sie beendeten den Krieg vor Ort am 28.3.1945. Sie ist für alle aus dem Ruhrgebiet interessiert gemacht. So sah es überall aus und so war es für jedes Kind damals.

Teaser

https://youtube.com/shorts/_ICVVfjsqqI?si=vPh8cYBjYDD2HRkH

Der Krieg ging aber für Deutschland noch bis zur endgültigen Kapitulation bis zum 8.5.1945 weiter, auch wenn das Herz der Kriegsmaschine Hitlers, das Ruhrgebiet, schon längst eingenommen wurde.

https://youtu.be/S9AYxy-LQ_4?si=g2rwoDBonVZSzcyh

Auf den ausgestellten schwarz-weiß Fotos sind spielende, musizierende, hungernde Kinder zu sehen, die versuchen zwischen den Ruinen ein relativ normales Leben zu führen.

Wir können es heute 80 Jahre nach der Befreiung von Hitlers Nazideutschland nur in kleinen Fotorahmen, den Erzählungen von Überlebenden, in der Videoinstallation oder die Leihgabe der echten Exponate der Army von der Familie Siebert, die sich Liberating Gelsenkirchen nennen, verstehen lernen.

Niemand kann sich heute aktuell den Hunger und den täglichen Kampf ums Überleben von damals noch vorstellen. Außer man schaut sich die aktuellen Nachrichten aus Gaza oder den Frontlinien in der Ukraine an.

Wir gehen heute in den Supermarkt und kaufen, was wir brauchen. Damals gab es nichts mehr. Die komplette Wirtschaft war zusammen gebrochen. Soviel zum totalen Krieg den Göbbels in einer Rede vom Zaun gebrochen hat, als schon klar war, dass Deutschland den Krieg nicht mehr gewinnen konnte.

Verbrannte Erde, Zerstörung und unendliches Leid und Tod durch diese faschistische Ideologie gingen für noch viele Menschen daraufhin in die Geschichte ein.

In dieser Ausstellung werden die Kinder in den Vordergrund gestellt mit Fotos von Fotos aus der Sammlung von Michael-Andreas Wahle. Sie sind gefunden worden als die Briten abzogen. Der Fotograf ist nicht zu ermitteln gewesen. Einige können auch aus Berlin stammen, weil man den Rosinenbomber sieht, der damals den Westteil versorgte. Im Erdgeschoss sind neben der Videoinstallation den Erlebnisberichte von Bottropern, auch Lebensmittelkarten, Hygieneartikel und ein berühmtes Carepaket zu sehen.

In der zweiten Etage im Rahmen von ‚Stunde Null‘ sind Fotos aus dem Stadtarchiv, die festgehalten haben, als die amerikanischen Soldaten Bottrop eingenommen haben und endlich kein Schuss mehr fiel. Wenige Tage später tauchten die Briten auf, die das Ruhrgebiet besetzt hielten und die Verwaltung übernommen haben für einen Neustart.

Auf einem Foto sieht man vor dem Postgebäude eine Militärparade.

Auf einer Pinnwand sieht man Informationen der Besatzer und die Bottroper Nachrichten, die in Deutsch und Englisch Informationen der Militärregierung der Briten mitgeteilt.

Die Gespräche mit den Kindern von damals sind schon 2005 von der Stadtarchivarin Heike Biskup zum 60. Jahrestag aufgenommen worden. Drei Stunden Filmmaterial lassen einen die Zeit nicht kalt werden und sind ein wichtiges Zeugnis für die Erinnerungskultur.

https://youtube.com/playlist?list=PLM9YbHRKOpCqGuhIVN97k4NZHpG8P8CZx&si=m-4fn4438-6kQz1Z

Heike Biskup hat umfangreiche Recherchen für diese Ausstellung aus britischen und amerikanischen Nationalarchiven zusammengestellt. Private Leihgaben mit Objekten und Dokumenten aus der Zeit machen die Ausstellung, die auch für Menschen aus dem gesamten Ruhrgebiet interessant sind, nahbar.

In der Innenstadt sind an einigen Stellen Banner aufgestellt, wie es zum Zeitpunkt der Stunde Null mit den Kriegszerstörungen ausgesehen hatte. Jetzt wurde auf dem Youtube-Kanal der Stadt Bottrop der historische Rundgang von der Stadtarchivleiterin Heike Biskup zu den Standorten der Banner veröffentlicht:

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Mehr Informationen

Von dem Liberation Weekend am 11. und 12. April, habe ich schon berichtet und ein kleines Interview und Podcast zusammengestellt mit Melanie, Jonas und Philipp Siebert von Liberating Gelsenkirchen :

https://www.ruhrpottologe.de/zeitreise-zur-stunde-null-i-mit-liberating-gelsenkirchen-die-ausstellung-kindheit-in-der-nachkriegszeit-in-bottrop-besser-begreifen-i-videopodcast-i-podcast-i-fotos

Sie übernachteten in den Zelten der aufgebauten Sanitätsstation, wie es damals für die Menschen gewesen sein musste so ohne Strom.

Um die Geschichte von damals erlebbarer zu gestalten hat die Stadt Bottrop mit Liberating Gelsenkirchen zusammengearbeitet. Der Militaria – Experte Philipp erzählte den Besuchern die 3D – Modelle und Munition, sowie das Chirurgenbesteck, die verwendet wurden, um die Geschichte im Rahmen der Ausstellung erlebbarer zu machen.

Außerdem wurde und sind spezielle Filme und Lesungen im Filmforum an bestimmten Tagen zu sehen sein auch über die Ausstellung hinaus. Wer nun das alles nicht geschafft hat und trotzdem es sehen wollte, der hat nun in der Fotostrecke die Möglichkeit die Bilder zu sehen und einen Film aus der Videoinstallation. Damit die Ausstellung nicht ganz in Vergessenheit gerät.

Die Ausstellung ist noch bis zum 10.5.2025 im August Everding Kulturzentrum auf der Blumenstraße 12-14 kostenlos zu besuchen.

Weitere Infos zur Ausstellung :

Adresse :

August Everding Kulturzentrum

Blumenstraße 12-14 in Bottrop

Öffnungszeiten

Mo – Fr: 9-20 Uhr

Sa: 9-12 Uhr

Stadt Bottrop

https://www.bottrop.de/kultur-und-bildung/stadt-_und_zeitgeschichte/stadtarchiv/stunde0kinder.php

https://nrw.volksbund.de/aktuell/projekte/artikel/kriegsende-nrw

https://www.bottrop.de/kultur-und-bildung/aktuelles/stundenull1_25.php

Liberating Gelsenkirchen

https://liberating-gelsenkirchen.de

Fotostrecke Erdgeschoss (c) André Brune

Fotostrecke 1. Etage (c) André Brune