Eröffnung der Manifesta-Ausstellung „auf.atmen“ in Bottrop I Flaschengefühle von Andre Brune in der St.-Franziskus-Kirche

Ausstellungseröffnung im Rahmen der Manifesta 16 Ruhr

Am Samstag, dem 1. August 2026, eröffnet das Künstler Kollektiv Bottrop die Ausstellung „auf.atmen“ in der ehemaligen St.-Franziskus-Kirche in Bottrop-Welheim. Und ich bin ein Teil der vielen tollen Kunstwerke, die dort zu sehen sind in der sehr besonderen Kirche. Sie bekommt nach drei Jahren Leerstand neues Leben „eingeatmet“ mit Kunst, die dann „ausatmen“ wird und lässt die schlafende Umgebung „auf.atmen“ für Neues. Die Ausstellung ist Teil der regionalen Manifesta Biennale-16+Ruhr.

Als Mitglied im Künstler Kollektiv Bottrop bin ich mit drei Kunstwerken selbst mit zwei Arbeiten aus meinem Kunstaktionsprojekt „Flaschengefühle“ dabei. Ein weiteres kleines fotografisches Werk ist leicht versteckt am Drahtkunstwerk zu finden. Es ist mit dem Innenraum und der gespiegelten Natur an der St.-Franziskus-Kirche entstanden.

„Auf.Atmen“ – eine Kirche wird zum Kunstraum

Die ehemalige St.-Franziskus-Kirche wird während der Ausstellung zu einem lebendigen Ort für Kunst, Begegnung und Gespräche mit Workshops.

Ab 11 Uhr ist Samstag die Eröffnung und ab 14 Uhr geht es mit Reden in den offiziellen Teil über.

Die vielen verschiedenen Kunstwerke fließen zum Teil in die Bedeutungsebene hinein zum Thema „aufatmen“ oder verbinden auch die Kirche selbst.

Die Künstler und Künstlerin beschäftigen sich im Rahmen des Mottos mit gesellschaftlichen, ökologischen, politischen oder persönlichen Themen. Dabei ist die Architektur der 1960er Jahre mit ihrer Holz-Beton-Fenster-Fassade ein besonderer Augenschmaus.

Sogar Alt-Bottroper*innen haben den Welheimer Friedhof nicht mehr auf dem Schirm. Die Kirche liegt dort hinter Bäumen versteckt. 

Allein der große sakrale Raum wird zu einem besonderen Raum der Ausstellung.

Mit „Flaschengefühle“ dabei

Zwei Arbeiten aus meinem Kunstaktionsprojekt „Flaschengefühle“ werden dort ausgestellt. Das Drahtkunstwerk, dass spontan von mir entwickelt wurde, sieht nicht perfekt aus. Soll es auch nicht. Es ist so, wie der Mensch: Nie fertig.

Doch es atmet etwas aus. Es sieht wie die Kirche aus. Es hat die Dächer, aber nicht eins zu eins im Modell nachgebaut. Es ist und wirkt eingefallen und wird durch nicht vollen Flaschen gehalten.

Die Größe verlangte es vor Ort fertig zu stellen. Hier ist es aber noch nicht fertig. Da kommt noch was.

„Über Halbleere“ zeigt nicht nur das Zitat von Gott in der Bibel „Mach dir die Erde untertan“ (Genesis 1,28), das bis heute missverstanden wird, die Erde auszubeuten, statt sie zu bewahren. Das Kunstwerk zeigt, wie wir heute noch damit umgehen. Unachtsamkeit und Egalhaltung zu einer Verschlimmerung des Planeten Erde wird, aber auch gleichzeitig, dass der Glaube durch Kommerz und falschen Propheten abgelöst wurde und wir so weiter tun, als hätten wir unendlich viele Leben.

Die Kirche allgemein ist nicht nur halb leer. Sie ist mehr als halb leer. Sie ist keine Kirche mehr, weil es nicht genug Schäfchen gibt. Die nicht mehr gläubigen Schäfchen machen aber mit der Erde Untertan machen weiter. Flaschen sind nicht das einzige Modul, sondern viele verschiedene Müllprodukte habe ich in zwei angedeuteten Lungenflügeln unterhalb der umgedrehten halbleeren Flasche mit einer sich auflösenden Zigarette eingebaut. In der einen ist eher die Luft zum Aufatmen, in der anderen eine Flasche halbvoll mit gerauchten Zigaretten. Drumherum sind in den Ecken die Betonfeiler angedeutet. Die Flaschen enthalten die vier Elemente: Luft, Wasser, Feuer und Erde. Doch Feuer und Erde hängen in der Luft. Darunter Müll. Feuer entsteht durch Müll. Die Stützpfeiler werden Einliterflaschen von einem großen Konzern, der Wasser aus Brunnen nutzt, um weltweit das Wasser mit Zucker zu verkaufen. Die Erde wird weiter verseucht und ausgebeutet. Zigaretten sind oft auch Brandbeschleuniger in Waldgebieten, Flaschen können es auch sein. Gefunden habe ich die weitere Müll-Utensilien vor der Kirche und sie entsprechend platziert. 

Ansonsten habe ich schon mindestens 6000 weggeworfene, abgestellte oder achtlos zurückgelassene Flaschen fotografiert. Ein Gedicht über die gefundenen Reifen erzählt das Kommen und Entfernen, damit die Natur wieder „aufatmen“ kann. Die Arbeiten sollen nicht nur kritisieren. Sie sollen zum genaueren Hinsehen, zum Nachdenken und zum Gespräch und vor allem Vermeiden von Müll anregen.

Ein Foto aus der St.-Franziskus-Kirche

Neben den beiden Arbeiten aus „Flaschengefühle“ zeige ich ein kleines Foto, das direkt an der ehemaligen St.-Franziskus-Kirche entstanden ist.

Durch eine Spiegelung in den Fenstern der Eingangstür ergab sich ein überraschendes Motiv. Da es zwei Tage vor dem Abgabetermin entstanden ist, konnte ich nicht anders als es kurzerhand in einen kleinen Bilderrahmen zu packen, weil ein größerer Druck leider länger gedauert hätte. So wird es eine Entdeckung für Besucher und Besucherinnen sein.

Das Bild zeigt, wie Kunst manchmal in einem sehr kurzen Augenblick entsteht – durch Licht, Architektur, Spiegelungen und den richtigen Blick.

Gerade an einem Ort wie der St.-Franziskus-Kirche wird deutlich, wie stark sich ein Gebäude je nach Perspektive verändern kann, vor allem mitten in der Natur, die so in dem Stadtteil nicht erwartet wird.

Bottrop ist Teil der Manifesta 16 Ruhr

Bottrop gehört zum erweiterten regionalen Programm der Manifesta 16 Ruhr. Das Hauptprogramm bespielt zwölf Kirchen in Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und Bochum. Mit dem Manifesta-16+-Programm werden weitere lokale Projekte in einigen anderen Ruhrgebietsstädte gefördert. Wichtige Impulse gehen von lokalen Künstlern aus. In den alten Gemäuern kann nicht nur über Kunst gesprochen werden, sondern was passiert mit ihnen im Zuge der Leerstände. In ihnen geht es um Kunst, Gesellschaft und die Zukunft der bestehenden Gebäude. Weitere genauere Informationen kommen im nächsten Beitrag über die Manifesta Biennale.

Kunst und Industriekultur in Welheim

Wer die Ausstellung besucht, sollte einen Spaziergang in die benachbarten Gartenstadt Welheim machen. Die historische Arbeitersiedlung ist Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden und war für die Beschäftigten der nahe gelegenen Zeche „Vereinigte Welheim“ die erholsame Unterkunft nach harter Arbeit.

Geschwungene alleeartige Straßen, unterschiedliche Haustypen, die an ein kleines Bauerndorf erinnern, kleine Vorgärten, versteckte große Gärten und begrünte Freiflächen verleihen der Siedlung bis heute einen besonderen Charakter. Der Stadtteil erzählt von vergangener Industriegeschichte, vom Leben der Bergarbeiterfamilien und ihren lebenswerten Wohnquartieren. So verbinden Besucher und Besucherinnen zeitgenössische Kunst mit Kirchenarchitektur und ein Teil der Ruhrgebietsgeschichte.

Einladung zur Ausstellungseröffnung

Ich lade euch herzlich zur Eröffnung von „Auf.Atmen“ ein.

Die Ausstellung beginnt am Samstag, dem 1. August 2026 ab 11 – 19 Uhr.

Ich selbst zum offiziellen Teil mit Reden ab 14 Uhr vor Ort.

Um 12 und 16 Uhr gibt es auch eine Performance jeweils von Gilda Bräuer, die das erste Aufatmen und eine Kriminalgeschichte aus dem 17. Jahrhundert verbindet.

Ich freue mich auf Gespräche über meine Arbeiten, damit das Projekt „Flaschengefühle“ weiter getragen kann. Ich wünsche mir für die ehemalige Kirche, dass sie als stadtteilprägende weltliche Institution weitergeführt wird und die Ausstellung einen gangbaren Weg in eine besondere Zukunft führen wird.

Ausstellungseröffnung „Auf.Atmen“

Samstag, 1. August 2026

Öffnungszeit:
11 bis 19 Uhr

Ort:

Ehemalige St.-Franziskus-Kirche
An St. Franziskus 6
46238 Bottrop

Eintritt:
frei

Mehr Infos und aktueller Kalender:

https://kollektiv-bottrop.de

Zur Manifesta:

https://www.manifesta16.org

FAZIT

Kommt vorbei, entdeckt die unterschiedlichen Kunstwerke und verbindet euren Besuch anschließend mit einem Spaziergang durch die Gartenstadt Welheim.

Ich freue mich auf euch.

Glück auf! ⚒️

Fotos (c) André Brune

Kräuterwandern trifft Gästeführung am 19.5. in Bottrop I Start der Städtepartnerschaft beim KLUG Netzwerk

Die Städtepartnerschaft von Andre Brune im KLUG Netzwerk startet furios in Bottrop mit einer Kräuterwanderung & Gästeführung am 19.5.

Ein neuer Start der Städtepartnerschaft vom KLUG-Netzwerk in Bottrop/Gladbeck mit André Brune!

Direkt gehts los mit einem Kennenlernen von Bottrop ab in den Stadtpark von Bottrop zu einer kleinen Kräuterwanderung mit Happy Nicole Heppert. Von dort geht es in die Stadt zu einer kleinen Gästetour zum Rathaus und rund um das Rathausviertel, um Bottrop mit einem anderen Horizont danach zu verlassen.

Wer Lust hat, kann während der Tour bei einer Eisdiele ein Eis mit auf die Hand nehmen oder am Ende spontan in der Gastromeile einkehren. (Essen/Eis Selbstzahler)

Start:

19.5. ab 17.45 Uhr

Teilnehmerentgelt erbeten:

Ein Beitrag für die Mischung der Kräuterwanderung, der fair ausgehandelt wurde mit dem KLUG – Netzwerk, ausschließlich nur an diesem Tag und nur für den neuen Städtepartner André Brune wird erbeten:

10 € – vor Ort wird bezahlt. Quittung wird erstellt.

Treffpunkt:

Vor dem Museum Quadrat (Parkplätze vorhanden, Parkscheibe reinlegen! 3 Stunden Parkzeit möglich)

Anni-Albers-Platz 1, Bottrop

Josef Albers Museum Quadrat Bottrop – Google Maps

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Bahn: Bottrop Hauptbahnhof, dann mit Bus Linie SB16 Richtung Bottrop ZOB Berliner Platz oder Linie 261 Richtung Bottrop Eigen Markt bis zum ZOB Berliner Platz.

Ab ZOB Berliner Platz:
Linie 251 Richtung Bottrop Grafenwald Kirche bis Haltestelle „Quadrat“, Linie 267 Richtung Bottrop Feldhausen Bf bis Haltestelle „Im Stadtgarten“.

Anmeldungen: 

André Brune – andre.brune@klug-netzwerk.de oder 01633912257

Bei Anmeldungen über 4 Personen bis zum 10.05., wird ein Tisch bei Mio bestellt, ansonten freie Auswahl in der Gastromeile.

Wer mehr über die Kräuterwanderung erfahren möchte, kann dies direkt mit einem Podcast von mir tun:

Podcast I +Video I +Fotogalerie I Der Ruhrpottologe isst mit Happy Nicole Heppert Kräuter – Ruhrpottologe – André Brune

Weitere Infos :

https://www.klug-netzwerk.de

Postkartenmotiv Mammutschädel aus Haltern im Museum für Ur- und Ortsgeschichte in Bottrop wandert zum Ruhrmuseum nach Essen I Foto der Woche

Ein gut erhaltener Mammutschädel ist eine Seltenheit. Ich hab aus meinem Besucherfoto im Bottroper Eiszeitmuseumsbereich mit der KI eine Postkarte mit diesem besonderen Mammutschädel kreiert. Die blaue Farbe stammt aus dem Bottroper Stadtwappenfarben mit denen ich spiele und damit lasse ich eine Sehenswürdigkeit der Stadt herausstechen. Mal mit mehr abstrakter Illustration, mal mit mehr Detailnähe. Der Mammutschädel gehört detailliert dargestellt, weil er einer der wichtigsten Funde in ganz Deutschland ist. Der Mammutschädel ist bei Ausgrabungen für eine Kläranlage in Haltern 1975 gefunden worden. Er ist im Josef-Albers-Museum Quadrat in Bottrop zu besichtigen. Zur Zeit ist er seit April 2026 verliehen worden ans Ruhrmuseum nach Essen für eine besondere Sonderausstellung: Überleben in der Eiszeit vom 20. April 2026 bis zum 10. Januar 2027. Da muss ich doch mal hin, um herauszufinden, wie sie diesen pompösen Schädel dort in Szene gesetzt haben. Wer genau auf seine über 3 Meter langen Stoßzähne schaut, der kann Fraßspuren von Nagetieren sehen. Die wurden weniger auf einem Spieß über Lagerfeuer gedreht. Mammutfleisch konnte ein ganzes Dorf für einen Winter ernähren, dass sogar die Ratten noch was übrig hatten. Wer im Ruhrgebiet immer an Bergbau denkt, denkt nicht daran, dass es mal ein anderes Leben davor gab. Hier gab es die Eiszeit und erst vor 10000 Jahren ging sie langsam durch Klimaveränderung zurück. Zu diesem Zeitpunkt starben nach und nach auch die letzten Wollhaarmammuts auf der nordsibirischen Wrangelinsel im Arktischen Ozean aus vor etwa 4000 Jahren. Der damalige Klimawandel und der Verlust von Lebensraum, aber wahrscheinlich auch die Jagd nach ihnen muss das Ende besiegelt haben. Umso beeindruckender ist es den Schädel dort an der Wand hängen zu sehen, genauso wie es fast einschüchternd ist neben dem Mammutskelett in der Museumshalle zu stehen. Was mich schon als Kind fasziniert hat, wie riesig sie waren. Und wie Menschen damals schon es schafften mit fortschrittlichen Jagdwaffen diese großen Tiere zu erlegen. Ich ziehe ungern einen Vergleich. Aber genau das gleiche droht nun unserem Eisbären. Seine Zeit ist in dieser Isolation in der Arktis fast schon abgelaufen. Sobald das Eis weitgehend geschmolzen ist, wird er ganz aussterben. Nur noch ein schnelles Ändern des menschlichen Verstandes, das sie in den letzten 150 Jahren genau durch den technischen Fortschritt in der Lage waren das Klima vollends so stark zu beeinflussen, kann es jetzt vielleicht noch rechtzeitig verhindern. Vor kurzem sah ich in einer Sendung den Gletscher vom Pitztal, den ich als Jugendlicher bei einer Klassenfahrt zum Skifahren auch herabglitt, mehr schlecht als recht. Da sind es genau die klimaschädlichen Schneekanonen, die dann auch noch das Trinkwasserreservoir des letzten Gletscherwassers nutzen, um als dünne Schneeschicht zu verdunsten. Denk ich an Mammut, denk ich an den Menschen, die ihren eigenen Ast absägen, bevor sie ins All fliehen können. Negativ ist das, aber trotzdem vermiese ich nicht die Geschichte, des besonderen Bildes, sondern will zeigen, dass im Blau der Postkarte eins zu sehen ist: Die Ruhestätte des Mammuts in Ruhrgebiet. Es ist beruhigend und harmonisch anzusehen und zollt Respekt gegenüber diese schon verstorbene Kreatur. Ein Gang durch die kleine Eiszeithalle öffnet vielleicht nochmal die Augen der Kinder, die einst dort auch drin waren aus meiner Altersklasse, aber heute einen größeren CO2-Fußabdruck hinterlassen, als es die Eltern je getan haben. Vielleicht denkt man dann beim Anblick ein wenig nach. Vielleicht kommt man einfach mal nach Bottrop oder zur Zeit ins Ruhrmuseum nach Essen, um den Mammutschädel sich anzusehen und sich Gedanken zu machen über die Welt, wie sie mal war und wie sie sein sollte, nämlich harmonisch in der Natur. Genuch über son Mammutschädel rumphilosophiert. Geht ma gucken! überLeben – NRW zeigt vergessene Welten mit eigener Landesausstellung

Museum Quadrat – Museum für Ur- und Ortsgeschichte 

Anni-Albers-Platz 1 – Bottrop

Öffnungszeiten – Preise – Hinweise*

Montag    geschlossen  (auch an Feiertagen)
Dienstag    ausschließlich für Gruppen mit gebuchtem Programm*
Mittwoch bis Sonntag    11 – 17 Uhr
Donnerstag    11 – 19 Uhr  (an Feiertagen bis 17 Uhr)
Geschlossen am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. Januar
Josef Albers Museum Dauerausstellung Eintritt frei
Museum für Ur- und Ortsgeschichte Dauerausstellung Eintritt frei

Sonderausstellung

8 Euro ermäßigt 4 Euro

Dauerausstellungen Ur- und Ortsgeschichte im Museum Quadrat  *entnommen von der Internetseite https://quadrat.bottrop.de

Ruhrmuseum 

Gelsenkirchener Str 181 · 45309 Essen

Öffnungszeiten – Preise – Hinweise*

Bosnische Märchen erzählt von Markus Kaupp-Herdick in Bottrop – Eine Benefizveranstaltung vom Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien

Es war einmal…in Bottrop, da hat sich vor über 10 Jahren ein Verein gegründet, der Hilfsfahrten nach Bosnien-Herzegowina organisierte. Nun begab es sich, dass bei einer Benefizveranstaltung am 26.1.26 im Stück.Gut, Kirchplatz 3 in Bottrop, bosnische Märchen erzählt wurden von Markus Kaupp-Herdick. Er forschte in alten übersetzten Büchern nach passenden Märchen aus diesem für uns eher unbekannten Land und brachte vier ins Ruhrgebiet mit. Schon das erste Märchen „Die zwei Groschen“ begeisterte das Publikum und machte Lust auf mehr.

Teaser:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Hier könnt ihr es in voller Länge erleben::

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Die Tonqualität ist nicht das beste, weil ich es spontan aufgenommen habe. Die Nebengeräusche bitte ich zu entschuldigen.

Schon das erste Märchen „Die zwei Groschen“ begeisterte das Publikum und machte Lust auf mehr.

Das anschließende Märchen „Die Bärenprinzessin“ war ein ungewöhnliches Märchen. Die Mischung aus Fabel und einer Vorstellung eines Jenseits, dass jederzeit in einer Höhle zugänglich ist, wurde im Märchen auf ungewöhnliche Art und Weise vermischt.

 Im vierten Märchen wurden alle an die „Drei Nüsse von Aschenbrödel“ erinnert, das mit anderen Namen und einem etwas anderen Ende ebenso spannend, wie bewegend jeden Zuhörer packen konnte.

Vorsitzender des Vereins Aktion Leben und Lernen in Bosnien Semir Hasanspahic übergibt ein kleines Geschenk für den Märchenerzähler Markus Kaupp-Herdick. Im Hintergrund der zweite Vorsitzende Herbert Schröer, der den Kontakt hergestellt und die Idee zu diesem wunderbaren Abend verwirklichte.

Bosnische Märchen sind herrlich ironischer als so manches eher brutales Märchen von den Gebrüdern Grimm. Die Märchen waren für Alt und Jung eine schöne Abwechslung, um in eine alte Zeit einzutauchen in dieser schnelllebigen Zeit des Internets. Es machte am Ende Lust auf mehr Märchen erzählt zu bekommen statt sie selbst zu lesen.

Die gemütliche Räumlichkeit im Stück.Gut in Bottrop am Kirchplatz 3 waren mit einem bosnischen Teppich ausgelegt worden und machte die Märchen sehr nahbar

Seit vielen Jahren ist der Männerseelsorger und Gemeindereferent der Erzdiözese Freiburg Markus Kaupp-Herdick leidenschaftlich unterwegs im Land, um Kindern und Erwachsenen Märchen auf eine unnachahmlichen Art und Weise zu erzählen. Er erklärte sich bereit extra eine Veranstaltung zu machen, wo das eingesammelte Geld wiederum für Hilfsmittel und Unterstützungen für Schulen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen gesammelt wurde.

Ins Ruhrgebiet sind viele Bosnische Familien migriert in den 1990er Jahren während des Krieges in Bosnien – Herzegowina. Viele sind geblieben, haben sich integriert, haben Arbeit und  engagieren sich auch politisch.

Sie haben auch ihre Kultur mitgebracht. Einen Teil der Kultur haben wir in diesen schönen Märchen mitten im Ruhrgebiet erleben können. Eine Wertschätzung und Wiederholung der bosnischen Märchenerzählungen von Markus Kaupp-Herdinck ist definitiv erwünscht für diejenigen, die es verpasst haben sollten.

Ich war bei zwei Hilfsfahrten in den letzten beiden Jahren mitgefahren und unterstütze seitdem den Verein ein wenig.

Ein Märchen hab ich aufgenommen. Den Rest wollte ich selbst genießen. Im Herbst lade ich Markus für Ruhrgebiets-Märchen ein. Mal sehen, was er da erzählen wird!

Wer mehr wissen möchte zum Märchenerzähler Markus Kaupp-Herdick und den Verein aus Bottrop:

Markus Kaupp-Herdick Seelsorgeeinheit Batzenberg – Obere Möhlin

Männerseelsorge

***

https://aktion-bosnien.eu

Die Hilfsfahrten habe ich jeweils im Blog auch beschrieben und zwei Podcasts gemacht:

Aktion Leben und Lernen in Bosnien – Ruhrpottologe – André Brune

Alle Fotos (c) André Brune für den Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V.

An der schönen blauen Emscher I Eine kunstvolle Hommage an den Fluss von Wilma Reidick in Bottrop

Als 1899 die Emschergenossenschaft entstand, war Wilma Reidick noch nicht geboren. Zur Zweinullenrundung tauchen ihre Kunstwerke noch einmal aus den gereinigten Fluten des alten Flusses im Infopoint in Bottrop auf und das zum richtigen Zeitpunkt. Denn dieses Jahr feiert die Lippegenossenschaft 100 Jahre und ein neuer Stadtteil in Bottrop Grenze Essen direkt am Fluss hat kürzlich den ersten Spatenstich bekommen: Freiheit Emscher. Wilma Reidicks Collagen mit dem Thema „An der schönen blauen Emscher“, die vor knapp 25 Jahren noch visionär war, ist heute Wirklichkeit. Sie stellt den Lauf der Emscher auf unterschiedliche Weise an verschiedenen wichtigen Punkten von der Quelle bis zur Mündung dar. Sie noch einmal in einer Ausstellung sehen zu können ist zu einem richtigen Zeitpunkt geschehen. Sie zu neu zu entdecken lohnt sich im Blickwinkel des Betrachters!

Selfie in der Collage von Wilma Reidick

Wilma Reidick setzte sich aus ihrer persönlichen Lebenserfahrung mit dem kleinen stinkigen Fluss Emscher von der Quelle bis zur Mündung in den Rhein collagenartig auseinander. Damals war der Fluss noch der Fluss, der sich nicht durch die Landschaft windete, sondern in einer Betonröhre brackig in Richtung Rhein floß. Wer dort reingefallen war, hatte kaum Chancen zu überleben. Fische waren dort nicht zu finden, bis auf den Braunen Kackstreif. Der ist jedoch ungenießbar gewesen und starb auch evolutionär innerhalb kürzester Zeit aus, weil die Sauerstoffzufuhr auf Null ging durch das Einleiten von Industrieabfälle neben den extremen Exkrementen menschlicher Notdurft.

Wilma Reidick erzählt von ihren Emschererfahrungen

Anfang der 1990er Jahren kam die Überlegung, dass das so nicht weitergehen kann. Der ökologische Umbau begann und er sollte dreißig Jahre dauern. Ich bekam damals einiges indirekt mit durch meine Ausbildung bei der Ruhrkohle AG als Ver- und Entsorger, und weil ich politisch aktiv war, als die Beschlüsse dazu gemacht wurden.

Es wurden die „Fauleier“ hier und da an die Emscher gebaut. Nein, sie wurden nicht von Storchen gelegt. Moderne bessere Kläranlagen sollten die Emscher wieder zu dem Fluß machen, was er mal war. Zumindest grob, denn der alte Emscherbruch mit Überschwemmungen wäre jetzt nicht so gut gewesen.

Damals vor dem Bau der Betonröhre Emscher jedoch war es positiv erstmal für die stark wachsende Bevölkerung. Zu jeder Überschwemmung gab es übertragbare Krankheiten, wie Cholera, Rur oder Thyphus. An den Stellen vom Emscherbruch wurde dann natürlich reichlich Straßen und Häuser, sowie Gewerbegebiete gebaut. Rien ne va plus, wie der Franzose sagt. Nichts geht mehr.

Doch dann begann die Renaturierung und der komplette Umbau der Emscherzuflüsse mit riesigen Regenrückhaltebecken, und der Umbau der Kläranlagen, die zu den modernsten der Welt gehören. Und dann kam eine Künstlerin mit einem besonderen Blick auf die Emscher, die ihre Kindheit und das Erwachsenleben mit dem Fluss selbst erlebt hat und dann war da noch ihr Ehemann Ingenieur, dem nichts ists zu schwör, der dann auch noch bei der Emschergenossenschaft direkt involviert war in dem Umbau der Emscher.

Wenn das nicht alles zusammen ein Emscherpool war voller Ideen zu den Kunstwerken, die dann entstanden, dann weiß ich auch nicht. Sie schaut auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Flusses. Sie zeigt farbenfroh die Emscher zwischen Landwirtschaft, Industrie und Bebauungen auf den Collagen, sowie eine Vision einer blauen Emscher, die so damals noch nicht war. Das Skelett eines Fisches, der damals noch nicht den Hauch einer Überlebenschance hatte, der Bau der Fauleier im Bottroper Stadtteil Welheim mit technischen Zeichnungen und die Mündung bei Dinslaken sind nur einige Beispiele ihrer Collagen.

Heute ist es so: Es stinkt nicht mehr. Klopapier findet sich nicht mehr auf der Wasseroberfläche, was vor einigen Jahren noch zu entdecken war. Fische tummeln sich dort fast wie in alten Zeiten. Algen wachsen, und Enten sowie Schwäne schwimmen in dem Gewässer. Ich selbst konnte es kaum glauben.

Das ich dies selbst noch erleben kann, aus der Generation, die die Nase rümpfte, wenn man auf der B224 oder B226 an der Brücke im Stau stand, ist ein besonderes Erlebnis. So wie auch die Kunstwerke von Wilma Reidick, die bis zum Sommer 2026 im Infopoint der Stadt Bottrop in der Hansastraße gesehen werden können.

Es ist toll diese Kunstwerke von Wilma Reidick nochmal sehen zu können, die damals schon im Landtag von Nordrhein-Westfalen (2012), in der Burg Vondern und kurz vor der Mündung in Dinslaken ausgestellt war. Es ist die künstlerische Art für den Startschuss für den weiteren Umbau ihrer Heimatstadt Bottrop mit dem neuen „Stadtteil“ Freiheit Emscher. Industriebrachflächen werden dort zum Teil Gewerbepark und zum Teil Wohnfläche. Darüber schreibe ich ein anderes Mal, denn das ist ein weiteres neues Kapitel zum Thema Emscher.

Historisch müsste man das Ruhrgebiet eigentlich Emschergebiet nennen, weil hier die ganze Mischpoke von Abwässern aus unseren Hintern von nördlich und südlich des Abwasserflusses und der Industrie abgeseilt bzw. abgelassen wurde.

Ob es Absicht war, die meisten Bilder beim Abgang zur Toilette zu hängen? Manche finden es vielleicht als Affront gegenüber der Künstlerin. Nun der Ausstellungsraum ist etwas begrenzt. Und wer dann mal das Bedürfnis einer Darmentleerung ausgerechnet im Infopoint verspürt, der kommt an den alten Nasenrümpferfluss im eigenen „Abgang“ ohne einen Blick auf die Bilder nicht vorbei. Und das ist gut so, denn dort schwimmen nicht mehr die braunen Klümpchen und das Toilettenpapier herum. Jetzt gibt es den Schwanentanz von Tschajkowksi dort auf der Emscher!

Die Ausstellung ist sehr zu empfehlen! Dort im Infopoint kann auch ein Blick auf Termine von Comedy bis Theater in der Stadt geworfen werden. Auch Souvenir-Artikel finden sich hier: Von Kirchhellener Gin bis zum T-Shirt. Es gibt sehr schöne Postkarten für den guten Zweck und auch Honig von einem örtlichen Imker.

Bürgermeister der Stadt Bottrop Thomas Göddertz

Die Ausstellungseröffnung am 14.1.2026 wohnte ich für ein paar interessante Stunden beim Gastgebernetzwerk Bottrop bei. Das zeigt, das Kunst, Kultur, Industrie und Tourismus zusammen verbunden sind, was der frisch gewählte Bürgermeister Thomas Göddertz in seiner Ansprache den ca. fünfzig Anwesenden verklickerte. Kunst und Kultur ist ein Impulsgeber für den Besuch einer Stadt und hob damit auch den Infopoint als Ort der Begegnung für Gäste, sowie Einheimische und auch Kulturschaffenden hervor. Ich kann das nur bestätigen. Es bereichert jede Stadt im Ruhrgebiet. Denn Tourismus braucht jede Stadt. Es bringt jeder Stadt nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch ein bisken Geld inne Stadtkasse.

Die Besucher des Gastgebernetzwerks hörten interessiert zu im Infopoint

Also einfach mal reinschneien im Winter, aber auch darüber hinaus vorbeikommen. Der kunstvolle Blick auf die schöne blaue Emscher geht noch bis zum Sommer, dann kommt wieder was anderes. Es lohnt sich!

Adresse:

Infopoint Bottrop

Hansastraße 15 – 46236 Bottrop

Mi & Sa 10-14 Uhr

Do 10-17

Fr 10-16

Di & So geschlossen

***

Atelier der Künstlerin

Wilma Reidick

Parkstraße 4

46236 Bottrop

www.wilmareidick.com

Alle Fotos im Beitrag von (c) André Brune

Da die Beleuchtung das Glas spiegelt und ich nicht alle hier fotografisch abgebildet habe, kann ich nur empfehlen: Geht selbst hin, um alles richtig zu sehen!

Pferdemarktschnee I Foto der Woche

Statt Regen fiel ausnahmsweise mal Schnee. Ohne eine Glasscheibe davor, konnte Ich dennoch eine tolle Aufnahme machen von dem Denkmal zum traditionellen Pferdemarkt in Bottrop. Es gehört trotzdem zur Reihe „Regenscheibe“.

Das war eine Skulptur, auf die ich als Kind immer raufgeklettert bin und auch verstecken spielte. Der Standort ist etwas versetzt worden, nachdem dort die Straße zur Fußgängerzone wurde und die Hauptstelle der Stadtsparkasse einen moderneren Eingang bekam.

Ich habe das Denkmal mehrmals fotografiert und die beste Variante herausgesucht, um dann etwas mit der Farbskala und Beleuchtung, sowie den Kontrast, damit können die Schneeflocken wie Sterne, die vor dem jetzt eher Blau statt dunklem Eisengrau der Skulptur herab rieseln.

Ich habe einfach draufgehalten und die besten aufbewahrt. Eins davon ist jetzt das Foto der Woche mit ein wenig nachgeholfener Farbretuschierung. So hat das Foto eine andere Wirkung als normal.

Pferdemarktschnee ©André Brune

Und die anderen sind jetzt Beiwerk. So eine zufällige Situation darf ich mir doch nicht entgehen lassen mit dem Spielzeug meiner Kindheit fotografisch zu spielen – alle Varianten ©André Brune :

Jetzt spiele ich noch ein bisschen mit Farbe :

Auf dem letzten Bild sehen Sie wie verpixelte Infrarotaufnahmen aus. Aber es könnte auch die Startrekmannschaft um Captain Kirk sein, die sich gerade bekamen lassen auf die Erde und wir gucken zu aus der Sicht von jemandem, der auch gebeamt wird.

Ihr könnt mir gern schreiben, welcher Euer Favorit ist.

Ins Grüne I 50. Jahresausstellung Bottroper Kunst I +Videopodcast Teil 1 & 2 I In Sachen Kunst mit Ralf Opiol

Ins Grüne heißt die besondere 50. Jahresausstellung Bottroper Künstler und Künstlerinnen. Zum vierten Mal bin ich mit Ralf Opiol alias Metropiol auf dem Wege die Kunst unserer Geburtsstadt im Josef-Albers Museum Quadrat zu sehen für Zuschauer, die sich für Kunst und auch weniger dafür interessieren. Wir wollen Kunst ohne Wissenschaft mit einfachen Erzählungen und Gedanken näher bringen.

Das Duo Ralf & André in Sachen Kunst vor der Puppe von Gereon Krebber am Eingang des Museums Quadrat

Kunst muss man nicht verstehen. Hingehen und anschauen lohnt sich, es öffnet Horizonte, stimmt einen nachdenklich, lässt einen Erstaunen oder einfach nur ratlos stehen, denn jeder hat seine eigene Interpretation, wie der Künstler oder die Künstlerin, so auch die Betrachter. Ralf hat eine andere Sichtweise als ich. Das macht uns aus als Team, wenn wir seit vier Jahren unseren Weg durch das tolle Josef Albers Museum Quadrat gehen.

Schaut in die beiden Teile rein. Es ist bestimmt nicht langweilig. Zumindest versuchen wir es so zu machen, dass keine Langeweile aufkommen kann:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Gereon Krebber, geboren in Oberhausen, aufgewachsen in Bottrop, hatte die Ehre ein zweites Mal und auch erstmals auch draußen auszustellen. Seine plastischen Figuren wirken für mich wie Außerirdische Utensilien. Ralf sieht darin etwas anderes. Ihn und einen Teil beschauen wir uns im ersten Teil.

Es macht deswegen auch jedes Jahr aufs neue Spaß auch den Menschen Kunst so näher zu bringen, die sich nie damit befassen würden. Wir empfehlen Teil 2 weiter zu schauen mit unglaublich interessanten weiteren Werken, die im Obergeschoss hängen. 

Wenn wir uns etwas über etwas lustig machen, dann ist das mit Humor untermalte Kunst.

Als 1975 die erste Jahresausstellung startete hatten 67 Künstler 90 Kunstwerke eingereicht. 50 Jahre später wurden 308 Kunstwerke von 94 Künstler:innen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 11.1.26 zu sehen:

50. Jahresausstellung Bottroper Künstler:innen : https://museum.quadrat.bottrop.de

Adresse:

Anni-Albers-Platz 1
46236 Bottrop

Tel.: 02041 372030
Fax: 02041 3720344
E-Mail-Adresse: quadrat@bottrop.de

 

Öffnungszeiten:

Montag   geschlossen  (auch an Feiertagen)
Dienstag    ausschließlich für Gruppen mit gebuchtem Programm*
Mittwoch bis Sonntag   11 – 17 Uhr
Donnerstag   11 – 19 Uhr  (an Feiertagen bis 17 Uhr)
Geschlossen am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. Januar
Josef Albers Museum
Dauerausstellung
Eintritt frei
Museum für Ur- und Ortsgeschichte
Dauerausstellung
Eintritt frei

Sonderausstellung
Robert Smithson in Europa

8 Euro
ermäßigt
4 Euro

Bitte beachten Sie, dass wir keine Zahlungen mit American Express-Karten ermöglichen können.
Please note that we cannot accept payments with American Express cards.

Freien Eintritt bei Sonderausstellungen haben
– Bottroper Bürger:innen an Freitagen,
– Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, Schüler:innen,
– geflüchtete Personen und eine Begleitperson,
– Personen mit Schwerbehinderung (ab 80 % GdB) und eine Begleitperson,
– Inhaber:innen eines Presseausweises,
– Mitarbeiter:innen der RuhrKunstMuseen,
– Mitglieder des Museumsvereins des Museumszentrum Quadrat, des ICoM (International Council of Museums), des Deutschen Verbandes für Kunstgeschichte e.V., des Deutschen Museumsbundes e.V., des Bundesverbandes Museumspädagogik e.V. und
– Inhaber:innen der RuhrKulturCard (einmalig)

Informationen direkt von der Internetseite: Öffnungszeiten und Preise

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Fotos (c) André Brune

Vernissage der Jahresausstellung im Bilderkarrussell:

Ralf Opiol (Metropiol) in Erklärungsaktion (Fotos von (c) André Brune während der Videoaufnahme entstanden:

Einblick auf Gereon Krebbers Einzelausstellung (Fotos sind während der Videoaufnahme entstanden) (c) André Brune

Fast alle Kunstwerke der 50. Jahresausstellung Bottroper Künstler:innen (einige Fotos folgen nach, weil während der Videoaufnahme fotografiert diese leicht verschwommen waren) (c) André Brune:

Ein schweifender Blick in die Ausstellungsräume (c) André Brune

Kunstwerkliste mit Preisen (eine fehlt und wird fotografisch nachgereicht)

Abstrakte Zirkel I 49. Jahresausstellung Bottroper KünstlerInnen 2024 im Museum Quadrat I +Videopodcast Teil 1 & 2 I +Fotos

Ruhrpottologe André Brune & Metropiol Ralf Opiol haben sich auch dieses Jahr wieder zusammen getan und gehen durch das Josef-Albers-Museum Quadrat in Bottrop, um sich die Bottroper Kunst von 2024 anzusehen. Da dieses Mal sehr viel zu besprechen ist, ist es diesmal nur als Videopodcast zu sehen und wird nicht als Podcast zum Hören erscheinen. In Teil 1 wird die Einzelausstellung von Rebecca Bujnowski als erstes angesehen und der untere Teil im Museumsbereich, bevor im zweiten Teil alle anderen Bilder im Eingangsbereich gezeigt und besprochen werden. 

Es war wieder eine sehr sehenswerte Ausstellung, die auch kritische Themen von Mikroplastik im Meer bis hin zu tanzenden Bäumen und futuristischen Fotos oder mühselig mit einer Schreibmaschine beschriebene Seiten. Auch Gereon Krebber hat eine Skulptur beigesteuert, der 2025 in der 50. Jubiläums-Jahresausstellung eine Einzelausstellung bekommen wird. 

Der zweiteilige Videopodcast ist eine Nachbereitung zur Ehrung aller teilnehmenden Künstler und Künstlerinnen, damit das nicht verloren geht. 

Glück auf!

Fotos folgen:

Zeiten ändern sich: Bottroper Grubennacht ist Event und der Knappenchor Rheinland singt ein letztes Mal I +Video I Kommentar

Der Knappenchor Rheinland hat am 21.12.2026 in Moers auf Schacht IV das letzte Mal das Steigerlied gesungen, während in Bottrop umme Ecke mit dem Erinnerungsevent der „Grubennacht“ zum zweiten Mal mit der Ehrengarde Prosper – Haniel angestimmt wird: 

https://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/moers-letztes-weihnachtssingen-knappenchor-bergbau-100.html

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

100 Mann besangen noch vor 40 Jahren das Arschleder, jetzt standen noch 14 mit dem Durchschnittsalter von Mitte 80 mit kraftstrotzender Stimme auf der Bühne. 200 Besucher sangen kräftig mit kullernden Tränen mit. Der Lauf der Dinge. Auch Bergleute werden alt und es sterben Kumpels weg, die den Schnaps danach mitgeschluckt haben, auch früher an den damals vielen Kneipentheken, die heute schicke große Wohnungen sind.

Die Jugend hat anderes im Kopf

Wir sollten uns nichts vormachen, denn schon jetzt tauchen auf gemalten Bildern von Kindern so gut wie keine rauchende Schlote oder Bergwerke in Zeichnungen auf, sondern grüne Wiesen mit dem Tetraeder im Hintergrund. 

Der vom Bundeskanzler Willy Brandt a.D.u.v. (außer Dienst und verstorben…) geforderte blaue Himmel ist heute fast automatisch Wirklichkeit geworden. Weil es kaum noch Stahl- und Kokserzeugung gibt, die sonst an jeder Ecke im Ruhrgebiet waren. Die Kinder können mit der Ursprungsgeschichte des Ruhrgebiets nichts mehr anfangen. So ist das nun mal.

Es gibt sie noch die Bergleute, die letzten, die noch mit Bergbausicherung zu tun haben, die Bergleute, die in Salz- oder Kali-Bergwerke arbeiten. Auch die Braunkohle macht Schicht im Schacht demnächst. Im Ruhrgebiet ist es die letzte Garde die Schächte verfüllen oder gesangstechnisch in der Ehrengarde Prosper – Haniel e.V. ihre Stimme bereitstellen.

Grubennacht in Bottrop 

Für die letzten Bergleute von Bottrop ist das zweite Mal das Event „Grubennacht“ gestaltet worden am 21.12.2025. Auch diese Reihen werden sich in ein paar Jahrzehnten lichten und dann macht der letzte im wahrsten Sinne dat Licht im Schacht aus. Wird dann die nächste Generation das noch würdigen, was die Eltern, Groß- und Urgroßeltern geschaffen haben?

Wir wissen es nicht. Die Welt dreht sich weiter. Andere Prioritäten werden wichtiger, aber die Spuren werden bleiben an vielen Punkten im Ruhrgebiet, ob in Moers, Bottrop, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund oder Hamm. Fast alle 53 Städte haben sich durch den Zuzug von Männern von Dörfern erst zu Städten entwickelt. Gut, damals gab es noch keinen Fernseher, da gab es dann mal eben ein paar Kinder zu füttern bei dem kargen Bergarbeiterlohn. Aber immerhin gab es eine Wohnung mit Garten für die Selbstversorgung. Ja, dass waren noch Zeiten. Da kam der Metzger und schlachtete das Hausschwein. Und die Familie hatten nur einen Sonntagsbraten. Heute fährt man mit dem Auto bis vor die Tür der an jeder Ecke stehenden Supermärkten und behauptet, dass kein Tier geschlachtet wird, die Schnitzel kommen ja aus der Kühltheke… 

Es ist irgendwie gruselig, wenn man indirekt mit den noch vorhandenen Fördergerüsten aufwächst. Man weiß etwas darüber, aber dann stehen die Seilscheiben still. Die Männer machen was anderes oder gehen in Rente. Es sind andere Themen, andere Arbeiten, eben Strukturwandel, der sich bei allen entwickelt und die Städte durchzieht. Und so mancher Bergmann war auch froh in Frührente gehen zu können. Nicht alle beweihräuchern ihren alten dreckigen Job. Das soll auch ehrlich gesagt sein. Lustig war das da unten nämlich nicht immer. Aber Kumpels, was heute ein aussterbender Begriff ist, sind sie immer noch Übertage.

Im schicken Moers war Bergbau?

Und dann gibt es einen Chor aus Bergleuten vom Bergwerk Rheinbaben in Moers. Wer weiß denn noch, dass da Bergbau war. Moers liegt doch auf der anderen Seite vom Rhein. Das ist doch Niederrhein. Liegt das noch im Ruhrgebiet?

Die Moerser meinen nein. Sie fühlen sich nicht zum „Ruhrpott“ unbedingt zugehörig. Der Knappenchor besang jedoch 40 Jahre lang das berühmte Arschleder im Steigerlied. Also muss es wohl so sein. Da ist es schon länger her mit dem Bergbau und nun werden die Stimmen stumm. Die Uniformen werden in den Schrank gehängt.

Das ist, als wenn die Eltern sterben, so wie ich es erlebt habe vor ein paar Jahren. Es ist dann eine gewisse Leere, die entsteht am Ort, wo man aufgewachsen ist. Etwas fehlt und wird fehlen, bis man selbst nicht mehr da ist, wenn man es erlebt hat. Die Kinder, die damit nicht mehr aufwachsen, werden anders damit umgehen. Ihnen wird auch irgendwas fehlen, aber nicht unbedingt ein Knappenchor oder ein Fördergerüst, dessen Bedeutung ihnen heute nicht mal mehr in der Schule unbedingt beigebracht wird. 

Zu meiner Schulzeit in den 1970er und 1980er Jahren hatte der Rohstoff Steinkohle in Erdkunde noch eine große Bedeutung. Den Lehrern wurde aufgetragen laut Lehrplan uns zu zeigen, wo die Kohle abgebaut wurde und wie das ist mit den Anfängen vom Abteufen bis zum Abbau mit Bohrhammer und der Kohlenwäsche und was damit außer Heizen noch gemacht werden kann.

Die Zeiten ändern sich

Die Welt dreht sich weiter. So ist es nun mal. Die Generation wechselt. Das Leben mit Rauch, schwarzer Kohle, dem Dreck in Luft und auf Straßen, was viele mit einer besonderen Nostalgie verklären, ist einmal mehr Geschichte geworden. Ich kenne sie noch, die hartgesottenen Arbeiter. Heute sind es die Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen, die sich die Hände schmutzig machen und hochgelobt werden, sogar Verständnis gezeigt wird, wenn sie mal ein paar Sekunden Pause machen zwischen den Patienten, aber dann mit vorgehaltener Hand durch den Kakao gezogen werden, dass die Pflege nicht mehr das ist, was sie mal war…

Jetzt macht das Ruhrgebiet automatisch durch die Schließungen auch der großen Kohlekraftwerke, wie in Voerde, wo der große Schornstein am 19.12. gesprengt wurde, ganz viel für den Klimaschutz. Am besten noch die Autobahnen dicht machen, dann haben wir auch keinen Feinstaub mehr. Die Straßenbauer sind jetzt die, die am meisten Staub einatmen müssen Übertage.

Schornsteinsprengung Voerde: RWE baut Kraftwerk zurück – Ruhrgebiet – Nachrichten – WDR

 

Mit einem traurigen Blick schaut man auf die Vergangenheit, aber man muss nach vorne schauen. Der Strukturwandel ist wichtiger denn je, damit das Ruhrgebiet in der globalisierten Welt bestehen kann. Darauf sollte sich Politik und Wirtschaft konzentrieren.

 

Rheinpreussen ist schon lange dicht

 

Die Schachtanlage Rheinpreussen 4 in Moers wurde östlich der Römerstraße als Anschlussanlage von Rheinpreussen von 1900 bis 1904 abgeteuft. Weithin sichtbar kam eine Kokerei dazu. Zu Spitzenzeiten konnte 1 Mio Tonnen Steinkohle gefördert werden.

 

Das Doppelstreben-Fördergerüst blieb nach dem Verfüllen 1990 erhalten und ist ein sehenswerter Ort auf der Route der Industriekultur.

 

Natürlich werde ich mit Jack Tengo einen eigenen Podcast in der Reihe ‚Ruhrgebiet erklärt‘ zu Rheinpreussen und auch Moers machen. Aber das dauert noch ein wenig und Bedarf noch ein wenig Recherche als nur bei Wikipedia nachzulesen.

Kunst und Bergbau

Und nächstes Jahr habe ich vor mit der Kunstgemeinschaft Bottrop mehr eingebunden zu werden bei der Grubennacht, denn der Kumpel Anton (im Foto) der zur Einstimmung der Grubennacht genutzt wird, wurde von meiner Vorvorgängerin vom ersten Vorsitz des Vereins Bernhardine Lützenburg entworfen. 

Kunst und Industrie gehen seit jeher Hand in Hand. Und wenn ich mir die Bilder ansehe im WAZ-Beitrag, dann sehe ich kaum Jugendliche, sondern eher die Generation 50+. Traurig aber wahr, das ist eben das, was ich beschrieb. Der Generationenwechsel ist im vollen Gange und kaum einer bemerkt es. Ich selbst konnte leider nicht anwesend sein, da ich in Urlaub fuhr, den ich unbedingt auch mal brauchte.

Ehrliche Diskussion zur Bergbaukultur

Wir müssen das auch mal ehrlich machen die Verklärung. So schön die Nostalgie ist. Es gab und gibt immer Vor- und Nachteile bei der Industrie, vor allem im Bergbau. Es gibt sie, die Bergleute, die den Job 100%ig gern gemacht haben da unten im Dunkeln unter den Millionen Tonnen Gestein. Doch es gibt auch die, die es gemacht haben, aber lieber was anderes gemacht hätten und froh sind aus der Grube heil heraus gekommen zu sein.

Und wieviele Bergleute sind an der Staublunge (Silikose) schon in jungen Jahren elendig verreckt. Viele sind Untertage geblieben durch Unfälle in den frühen Tagen. Bergleute wollten ihre Kinder nicht im Schacht sehen. Zuhause waren sie dann keine Kumpels. Auch wenn der Sohn meinte, es gibt aufe Zeche besseres Geld, so solle er besser studieren gehen, um was anständiges zu lernen. Es gibt sie, die generationenübergreifend im Bergbau tätig waren. Aber es gibt vor allem die, die es nicht getan haben, längst nicht mehr den Weg der Silikose gewählt haben und heute vielleicht Krankenpfleger oder am E-Auto Kabelbinder geworden sind…

 

Glück auf auf das, was noch kommen wird, denn das Leben geht weiter, auch ohne Kohle mit ein bisschen noch von Stahl und Koks, die das Ruhrgebiet zu dem gemacht haben, was es heute ist!

 

Links

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Schachtanlage_Rheinpreu%C3%9Fen_4?wprov=sfla1

https://www.meinchor.de/knappenchor-rheinland-moers

grubennacht-bottrop.de

Grubennacht feiert den Bergbau in Bottrop: Die schönsten Fotos zum Event