Ein gut erhaltener Mammutschädel ist eine Seltenheit. Ich hab aus meinem Besucherfoto im Bottroper Eiszeitmuseumsbereich mit der KI eine Postkarte mit diesem besonderen Mammutschädel kreiert. Die blaue Farbe stammt aus dem Bottroper Stadtwappenfarben mit denen ich spiele und damit lasse ich eine Sehenswürdigkeit der Stadt herausstechen. Mal mit mehr abstrakter Illustration, mal mit mehr Detailnähe. Der Mammutschädel gehört detailliert dargestellt, weil er einer der wichtigsten Funde in ganz Deutschland ist.
Der Mammutschädel ist bei Ausgrabungen für eine Kläranlage in Haltern 1975 gefunden worden. Er ist im Josef-Albers-Museum Quadrat in Bottrop zu besichtigen. Zur Zeit ist er seit April 2026 verliehen worden ans Ruhrmuseum nach Essen für eine besondere Sonderausstellung: Überleben in der Eiszeit vom 20. April 2026 bis zum 10. Januar 2027.
Da muss ich doch mal hin, um herauszufinden, wie sie diesen pompösen Schädel dort in Szene gesetzt haben. Wer genau auf seine über 3 Meter langen Stoßzähne schaut, der kann Fraßspuren von Nagetieren sehen. Die wurden weniger auf einem Spieß über Lagerfeuer gedreht. Mammutfleisch konnte ein ganzes Dorf für einen Winter ernähren, dass sogar die Ratten noch was übrig hatten.
Wer im Ruhrgebiet immer an Bergbau denkt, denkt nicht daran, dass es mal ein anderes Leben davor gab. Hier gab es die Eiszeit und erst vor 10000 Jahren ging sie langsam durch Klimaveränderung zurück. Zu diesem Zeitpunkt starben nach und nach auch die letzten Wollhaarmammuts auf der nordsibirischen Wrangelinsel im Arktischen Ozean aus vor etwa 4000 Jahren. Der damalige Klimawandel und der Verlust von Lebensraum, aber wahrscheinlich auch die Jagd nach ihnen muss das Ende besiegelt haben.
Umso beeindruckender ist es den Schädel dort an der Wand hängen zu sehen, genauso wie es fast einschüchternd ist neben dem Mammutskelett in der Museumshalle zu stehen. Was mich schon als Kind fasziniert hat, wie riesig sie waren. Und wie Menschen damals schon es schafften mit fortschrittlichen Jagdwaffen diese großen Tiere zu erlegen.
Ich ziehe ungern einen Vergleich. Aber genau das gleiche droht nun unserem Eisbären. Seine Zeit ist in dieser Isolation in der Arktis fast schon abgelaufen. Sobald das Eis weitgehend geschmolzen ist, wird er ganz aussterben. Nur noch ein schnelles Ändern des menschlichen Verstandes, das sie in den letzten 150 Jahren genau durch den technischen Fortschritt in der Lage waren das Klima vollends so stark zu beeinflussen, kann es jetzt vielleicht noch rechtzeitig verhindern.
Vor kurzem sah ich in einer Sendung den Gletscher vom Pitztal, den ich als Jugendlicher bei einer Klassenfahrt zum Skifahren auch herabglitt, mehr schlecht als recht. Da sind es genau die klimaschädlichen Schneekanonen, die dann auch noch das Trinkwasserreservoir des letzten Gletscherwassers nutzen, um als dünne Schneeschicht zu verdunsten.
Denk ich an Mammut, denk ich an den Menschen, die ihren eigenen Ast absägen, bevor sie ins All fliehen können. Negativ ist das, aber trotzdem vermiese ich nicht die Geschichte, des besonderen Bildes, sondern will zeigen, dass im Blau der Postkarte eins zu sehen ist: Die Ruhestätte des Mammuts in Ruhrgebiet. Es ist beruhigend und harmonisch anzusehen und zollt Respekt gegenüber diese schon verstorbene Kreatur.
Ein Gang durch die kleine Eiszeithalle öffnet vielleicht nochmal die Augen der Kinder, die einst dort auch drin waren aus meiner Altersklasse, aber heute einen größeren CO2-Fußabdruck hinterlassen, als es die Eltern je getan haben. Vielleicht denkt man dann beim Anblick ein wenig nach. Vielleicht kommt man einfach mal nach Bottrop oder zur Zeit ins Ruhrmuseum nach Essen, um den Mammutschädel sich anzusehen und sich Gedanken zu machen über die Welt, wie sie mal war und wie sie sein sollte, nämlich harmonisch in der Natur.
Genuch über son Mammutschädel rumphilosophiert. Geht ma gucken!
überLeben – NRW zeigt vergessene Welten mit eigener Landesausstellung
Museum Quadrat – Museum für Ur- und Ortsgeschichte
Anni-Albers-Platz 1 – Bottrop
Öffnungszeiten – Preise – Hinweise*
Montag
geschlossen (auch an Feiertagen)
Dienstag
ausschließlich für Gruppen mit gebuchtem Programm*
Mittwoch bis Sonntag
11 – 17 Uhr
Donnerstag
11 – 19 Uhr (an Feiertagen bis 17 Uhr)
Geschlossen am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. Januar
Josef Albers Museum
Dauerausstellung
Eintritt frei
Museum für Ur- und Ortsgeschichte
Dauerausstellung
Ich bin bei der Kunstmesse auch Aussteller. Kommt vorbei! Es lohnt sich mit Musik, Currywurst neben Möbel auch Ruhrgebietskunst zu entdecken. Der Text ist übrigens auch in Ruhrdeutsch zu hören im Beitrag. Klickt auf den Link:
Es war einmal…in Bottrop, da hat sich vor über 10 Jahren ein Verein gegründet, der Hilfsfahrten nach Bosnien-Herzegowina organisierte. Nun begab es sich, dass bei einer Benefizveranstaltung am 26.1.26 im Stück.Gut, Kirchplatz 3 in Bottrop, bosnische Märchen erzählt wurden von Markus Kaupp-Herdick. Er forschte in alten übersetzten Büchern nach passenden Märchen aus diesem für uns eher unbekannten Land und brachte vier ins Ruhrgebiet mit. Schon das erste Märchen „Die zwei Groschen“ begeisterte das Publikum und machte Lust auf mehr.
Teaser:
Hier könnt ihr es in voller Länge erleben::
Die Tonqualität ist nicht das beste, weil ich es spontan aufgenommen habe. Die Nebengeräusche bitte ich zu entschuldigen.
Schon das erste Märchen „Die zwei Groschen“ begeisterte das Publikum und machte Lust auf mehr.
Das anschließende Märchen „Die Bärenprinzessin“ war ein ungewöhnliches Märchen. Die Mischung aus Fabel und einer Vorstellung eines Jenseits, dass jederzeit in einer Höhle zugänglich ist, wurde im Märchen auf ungewöhnliche Art und Weise vermischt.
Im vierten Märchen wurden alle an die „Drei Nüsse von Aschenbrödel“ erinnert, das mit anderen Namen und einem etwas anderen Ende ebenso spannend, wie bewegend jeden Zuhörer packen konnte.
Vorsitzender des Vereins Aktion Leben und Lernen in Bosnien Semir Hasanspahic übergibt ein kleines Geschenk für den Märchenerzähler Markus Kaupp-Herdick. Im Hintergrund der zweite Vorsitzende Herbert Schröer, der den Kontakt hergestellt und die Idee zu diesem wunderbaren Abend verwirklichte.
Bosnische Märchen sind herrlich ironischer als so manches eher brutales Märchen von den Gebrüdern Grimm. Die Märchen waren für Alt und Jung eine schöne Abwechslung, um in eine alte Zeit einzutauchen in dieser schnelllebigen Zeit des Internets. Es machte am Ende Lust auf mehr Märchen erzählt zu bekommen statt sie selbst zu lesen.
Die gemütliche Räumlichkeit im Stück.Gut in Bottrop am Kirchplatz 3 waren mit einem bosnischen Teppich ausgelegt worden und machte die Märchen sehr nahbar
Seit vielen Jahren ist der Männerseelsorger und Gemeindereferent der Erzdiözese Freiburg Markus Kaupp-Herdick leidenschaftlich unterwegs im Land, um Kindern und Erwachsenen Märchen auf eine unnachahmlichen Art und Weise zu erzählen. Er erklärte sich bereit extra eine Veranstaltung zu machen, wo das eingesammelte Geld wiederum für Hilfsmittel und Unterstützungen für Schulen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen gesammelt wurde.
Ins Ruhrgebiet sind viele Bosnische Familien migriert in den 1990er Jahren während des Krieges in Bosnien – Herzegowina. Viele sind geblieben, haben sich integriert, haben Arbeit und engagieren sich auch politisch.
Sie haben auch ihre Kultur mitgebracht. Einen Teil der Kultur haben wir in diesen schönen Märchen mitten im Ruhrgebiet erleben können. Eine Wertschätzung und Wiederholung der bosnischen Märchenerzählungen von Markus Kaupp-Herdinck ist definitiv erwünscht für diejenigen, die es verpasst haben sollten.
Ich war bei zwei Hilfsfahrten in den letzten beiden Jahren mitgefahren und unterstütze seitdem den Verein ein wenig.
Ein Märchen hab ich aufgenommen. Den Rest wollte ich selbst genießen. Im Herbst lade ich Markus für Ruhrgebiets-Märchen ein. Mal sehen, was er da erzählen wird!
Wer mehr wissen möchte zum Märchenerzähler Markus Kaupp-Herdick und den Verein aus Bottrop:
Ins Grüne heißt die besondere 50. Jahresausstellung Bottroper Künstler und Künstlerinnen. Zum vierten Mal bin ich mit Ralf Opiol alias Metropiol auf dem Wege die Kunst unserer Geburtsstadt im Josef-Albers Museum Quadrat zu sehen für Zuschauer, die sich für Kunst und auch weniger dafür interessieren. Wir wollen Kunst ohne Wissenschaft mit einfachen Erzählungen und Gedanken näher bringen.
Das Duo Ralf & André in Sachen Kunst vor der Puppe von Gereon Krebber am Eingang des Museums Quadrat
Kunst muss man nicht verstehen. Hingehen und anschauen lohnt sich, es öffnet Horizonte, stimmt einen nachdenklich, lässt einen Erstaunen oder einfach nur ratlos stehen, denn jeder hat seine eigene Interpretation, wie der Künstler oder die Künstlerin, so auch die Betrachter. Ralf hat eine andere Sichtweise als ich. Das macht uns aus als Team, wenn wir seit vier Jahren unseren Weg durch das tolle Josef Albers Museum Quadrat gehen.
Schaut in die beiden Teile rein. Es ist bestimmt nicht langweilig. Zumindest versuchen wir es so zu machen, dass keine Langeweile aufkommen kann:
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Gereon Krebber, geboren in Oberhausen, aufgewachsen in Bottrop, hatte die Ehre ein zweites Mal und auch erstmals auch draußen auszustellen. Seine plastischen Figuren wirken für mich wie Außerirdische Utensilien. Ralf sieht darin etwas anderes. Ihn und einen Teil beschauen wir uns im ersten Teil.
Es macht deswegen auch jedes Jahr aufs neue Spaß auch den Menschen Kunst so näher zu bringen, die sich nie damit befassen würden. Wir empfehlen Teil 2 weiter zu schauen mit unglaublich interessanten weiteren Werken, die im Obergeschoss hängen.
Wenn wir uns etwas über etwas lustig machen, dann ist das mit Humor untermalte Kunst.
Als 1975 die erste Jahresausstellung startete hatten 67 Künstler 90 Kunstwerke eingereicht. 50 Jahre später wurden 308 Kunstwerke von 94 Künstler:innen.
Die Ausstellung ist noch bis zum 11.1.26 zu sehen:
ausschließlich für Gruppen mit gebuchtem Programm*
Mittwoch bis Sonntag
11 – 17 Uhr
Donnerstag
11 – 19 Uhr (an Feiertagen bis 17 Uhr)
Geschlossen am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. Januar
Josef Albers Museum Dauerausstellung
Eintritt frei
Museum für Ur- und Ortsgeschichte Dauerausstellung
Eintritt frei
Sonderausstellung Robert Smithson in Europa
8 Euro ermäßigt 4 Euro
Bitte beachten Sie, dass wir keine Zahlungen mit American Express-Karten ermöglichen können. Please note that we cannot accept payments with American Express cards.
Freien Eintritt bei Sonderausstellungen haben – Bottroper Bürger:innen an Freitagen, – Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, Schüler:innen, – geflüchtete Personen und eine Begleitperson, – Personen mit Schwerbehinderung (ab 80 % GdB) und eine Begleitperson, – Inhaber:innen eines Presseausweises, – Mitarbeiter:innen der RuhrKunstMuseen, – Mitglieder des Museumsvereins des Museumszentrum Quadrat, des ICoM (International Council of Museums), des Deutschen Verbandes für Kunstgeschichte e.V., des Deutschen Museumsbundes e.V., des Bundesverbandes Museumspädagogik e.V. und – Inhaber:innen der RuhrKulturCard (einmalig)
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Vernissage der Jahresausstellung im Bilderkarrussell:
Ralf Opiol (Metropiol) in Erklärungsaktion (Fotos von (c) André Brune während der Videoaufnahme entstanden:
Einblick auf Gereon Krebbers Einzelausstellung (Fotos sind während der Videoaufnahme entstanden) (c) André Brune
Gereon Krebbers „Puppe“ liegt vor dem Eingang
Fast alle Kunstwerke der 50. Jahresausstellung Bottroper Künstler:innen (einige Fotos folgen nach, weil während der Videoaufnahme fotografiert diese leicht verschwommen waren) (c) André Brune:
Ein schweifender Blick in die Ausstellungsräume (c) André Brune
Kunstwerkliste mit Preisen (eine fehlt und wird fotografisch nachgereicht)
Eine Begehung im Waldpädagogisches Zentrum in Bottrop-Kirchhellen mit Ulrich Trockle in zwei Teilen war ein besonderes Erlebnis, denn dort kann jeder Natur erleben und bewahren!
Ulrich Trockle (rechts)
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Es war mir ein wichtiges Bedürfnis einen Blogbeitrag über das Waldpädagogische Zentrum zu machen, ihren Menschen und ihrem Tun für die Natur und nachfolgenden Generationen. Es ist ein Verein, der wieder ein Vorbild auch für andere Städte im Ruhrgebiet sein kann. Nicht nur ein neuer Mischwald entsteht durch ihn, sondern Kindern und Jugendlichen wird erklärt, was Natur ist, wie sie mit Natur umgehen können und sollten. Für jede Generation ist etwas zu lernen dabei. Staunen und auch Natur und Wald neu zu erschaffen, auf eigenem Stadtgebiet, den vorher Kinder wiederum zur Aufzucht eingepflanzt haben.
Die Baumaufzuchtbeete
Den Geschäftsführer des Vereins Ulrich Trockle vom Waldpädagogischen Zentrum lernte ich beim neuen Gastgebernetzwerk von Bottrop kennen und habe ihm nach einer gemeinsamen Begehung angeboten einen individuellen Videopodcast mit Begehung über das gesamte Gelände zu machen. Der herzlichen Einladung bin ich gefolgt und war erstaunt, wie groß es ist und was alles das Waldpädagogische Zentrum seit 1995 in die Wege geleitet hat.
Ulrich Trockle im Element Erzählen über das Waldpädagogische Zentrum
Zu diesem Zeitpunkt zog ich nach Bochum. Wäre ich in Bottrop geblieben, wäre ich einer der ersten Mitglieder geworden, weil es ein besonderer Verein ist, der Kinder und Erwachsene nicht erzieht, sondern mit Spiel und Spaß zur Natur führt und dabei einen neuen Wald klimagerecht aufbaut auf Flächen, die landwirtschaftlich vorher stark genutzt wurden.
Der Eingang Ruhehorst 14 zum Waldpädagogischen Zentrum
Der Verein sorgt für regionale Zusammenkünfte von Kindergärten und Schulen und Erwachsenen, sich mit dem Wald und seiner Natur auseinanderzusetzen, ihn respektieren zu lernen. Er ist ein kleiner Teil für den Weg zu einer besseren zukünftigen Welt. Hier wird angefangen Wald zu erschaffen. Der Verein führt jährlich Kinder und Jugendliche dazu die Natur schätzen zu lernen. Vor Ort lernen sie sie besser kennen und können mit ihren eigenen Händen Natur erschaffen.
Für mich war klar nach den insgesamt zweieinhalb Stunden Aufenthalt direkt meine Unterschrift für eine Mitgliedschaft zu geben. Wie weit ich aktiv sein kann, ob passiv oder aktiv, spielt erstmal keine Rolle. Der geringe Mitgliedsbeitrag tut nicht weh. Die Hälfte des Mitgliedsbeitrags geht in einen weiteren alten deutschen Verein zum Schutz der deutschen Wälder. Dann wird eben einmal auf Essengehen verzichtet im Jahr und tut was gutes für den Planeten Erde auf regionalem Niveau im Ruhrgebiet.
Tatsächlich wissen innerhalb der Stadt, geschweige denn der umliegenden Städte, nur wenige von diesem besonderen Verein und ihrem Tun. So hoffe ich, dass ich dazu beitragen kann etwas mehr Reichweite über die Bottroper Stadtgrenzen hinaus für das Waldpädagogische Zentrum mit Blog, Videopodcast und einer kleinen Fotogalerie über das Gelände zu geben. In Teil 1 gibt es ein Interview mit Ulrich Trockle und in Teil 2 zeigt er das ganze Gelände, das Vereinshaus und das Haus der Waldjugend, sowie das Wildgehege, das Imkerhaus und einiges mehr:
Zum Videopodcast/Podcast Teil 1 (Interview mit Ulrich Trockle)
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Zum Videopodcast/Podcast Teil 2 (Begehung mit Ulrich Trockle über das Gelände vom WPZ)
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Ulrich Trockle und das Waldpädagogische Zentrum in Bottrop
Seit Februar 2024 leitet Ulrich Trockle das Waldpädagogische Zentrum Kirchhellen. Ulli, wie seine Freunde ihn nennen suchte nach 30 Jahren als Geschäftsführer eines Autohauses und nun in der Rente, suchte er nach einer besonderen Aufgabe mit viel Sinn.
„Ich wollte etwas machen, das für kommende Generationen Wert hat“, sagt Trockle. Die Arbeit mit Kindern, Schulen und Vereinen erfüllt ihn heute mit viel Freude und ist ein großer Gewinn für den Verein, der innerhalb der Stadtgrenzen der Stadt Bottrop nach mehr als 30 Jahren immer noch nicht so bekannt ist, obwohl Schulen und Kindergärten eingeladen sind seit 26 Jahren einen neuen Wald zu pflanzen. Was in der Form einmalig ist und für andere Städte, nicht nur im Ruhrgebiet ein Vorbild ist, muss natürlich im Blog und als Podcast besonders erwähnt werden.
Er ist die Stimme des Vereins zur Zeit, animiert auf vielen Veranstaltungen das Waldpädagogische Zentrum zu besuchen. Doch alle Arbeiten und Aktivitäten liegen natürlich beim gesamten Vorstand und den vielen ehrenamtlichen Helfern vom und außerhalb des Vereins, die das Organisieren der Pflanzungen unterstützen oder das Frühlingsfest und den Adventsbasar aufbauen und betreuen.
Ulrich Trockle vor dem Wildschweingehege
Deswegen habe ich auch zwei Teile gemacht, um einmal die Person und den Verein vorzustellen und im zweiten Teil die Begehung des 1,6 ha großen Areals mit Kräutergarten, Baumzüchtung, Imkerei, Obstbaumwiese, Wildschweine, Mufflons, Ziegen, Hühner und Bienen näher zu bringen.
Die Bienen fliegen fleißig Honig besorgen in der Umgebung
Es soll animieren sich den Verein näher anzuschauen, vielleicht auch einzusteigen oder zumindest einmal im Jahr bei der Einpflanzaktion eines zukünftigen neuen Waldes innerhalb des Stadtgebiets mit über 1400 Kindern mitzuhelfen im Frühjahr oder es in die eigene Stadt zu tragen, um so etwas pädagogisch sinnvolles zu eröffnen.
Die Bäume von der Schule Am Tetraeder eingepflanzt ins Zuchtbeet
Kirchhellen und die Bekanntheit des Vereins
Kirchhellen hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert: Von ehemals 5.000 Einwohnern ist die Zahl inzwischen auf über 22.000 gestiegen. Früher kannte jeder jeden – heute ist das anders, sagte Ulrich im Podcast. Wer im südlichen Stadtteil Ebel wohnt, hat wahrscheinlich noch nie was von diesem einzigartigen Naturzentrum gehört.
Deshalb setzt Ulrich verstärkt auf Öffentlichkeitsarbeit und neu entstandene Netzwerke, um das Zentrum bekannt zu machen. Mittlerweile zählt der Verein über 300 Mitglieder. Wichtig zu wissen ist, dass der Verein eng mit dem Naturschutzverein SDW, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V., zusammenarbeitet, der sich der Waldpädagogik und eben dem Schutz des deutschen Waldes widmet. So wird die Hälfte von läppischen 26 € Mitgliedsbeitrag für den Verein an den SDW abgeführt, um deren naturfördernde Arbeit zu unterstützen.
SDW – Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
Kurz nach dem zweiten Weltkrieg gründete sich 1947 ein neuer Verein, der sich mit dem Waldschutz beschäftigen sollte. Es wurden Jugendlager in den Wäldern veranstaltet und Schulwälder eingerichtet. Waldjugendheime und Häuser im Wald sollten der Jugend das Verständnis zur Natur und deren Erhaltung näher gebracht werden. Sehr interessant, dass es zu einer Zeit gegründet wurde, als viele eher um Hunger und Wiederaufbau ging.
Daraus entwickelte sich die „Waldpädagogik“, ein Bildungskonzept für nachhaltige Entwicklung, die sich mit mehr als nur um den Erhalt des Waldes beschäftigt. Dazu gehört nicht nur die ganzheitliche Betreuung des Waldes, sondern auch die Persönlichkeitsentwicklung und der wichtigere Teil der Gesundheitsbildung. Denn der Wald hat ja nicht nur einen Nutzen für die Forstwirtschaft, sondern auch eine Schutz- und Reinigungsfunktion, gerade für stark luftbelastete Gegenden, wie das früher im Ruhrgebiet war, sowie auch eine Erholungsfunktion für Bürger und Bürgerinnen, nicht nur am Wochenende.
Unter diesem Aspekt sind die Waldschulen entstanden, Waldlehrpfade, sowie Waldlehrgärten, Forstmuseen, auch Waldtheater, Walderlebniszentren und daraus wiederum einzelne Vereine und Verbände, wie das Waldpädagogische Zentrum, die sich vor Ort mit dem Thema widmen.
Wer mehr über den SDW wissen möchte, oder sogar freiberuflicher Waldpädagoge werden möchte (Alter spielt keine Rolle!):
Ein besonderes Highlight sind die jährlichen Baumpflanzaktionen. Alle Grundschulen in Bottrop werden damit angesprochen. Ein Jahrgang kommt in das Waldpädagogische Zentrum, wo auf ihren vorgefertigten Pflanzbeet eine Reihe Setzlinge gepflanzt werden. Vorrangig finden diese Pflanzungen im März statt, damit die kleinen Setzlinge noch genug Feuchtigkeit abbekommen, um die Hitze des Sommer zu überstehen. Bei späterer Pflanzung können 30 – 40% der Setzlinge eingehen.
Auch die Kindergärten können einpflanzen
Vier Jahre später werden sie auch im Frühjahr in einem von einem privaten Landwirt zur Verfügung gestellten ehemaligen Ackergelände in der Kirchheller Heide eingepflanzt. Ein neuer Wald entsteht. Es wird nicht aufgeforstet. Somit trägt der kleine örtliche Verein, das Waldpädagogischen Zentrum, viel mehr für den Klimaschutz bei als so manch andere und kann damit gleichzeitig den Schüler und Schülerinnen die Natur erklären, in dem sie selbst mit anpacken. Die Kinder erleben dabei nicht nur das Pflanzen, sondern auch Waldbegehungen mit Spielen und Naturerlebnissen.
So sind in 26 Jahren der jährlichen Pflanzaktionen auf 220.000 Bäume auf insgesamt 26 ha gepflanzt worden. Ziel ist Qualität vor Quantität – die Kinder sollen mit positiven Erfahrungen nach Hause gehen.
Klimagerechte Bäume
Gepflanzt werden vor allem Mischwälder aus Eichen, Buchen oder Vogelkirschen. Haselnussbäume haben eine Besonderheit. Sie werden am Rand gepflanzt, weil sie schnell wachsen. Sie halten das Wild auf, damit sie die kleinen Setzlinge nicht abkauen. Bewußt wird kein Baum aus den südlichen Regionen eingepflanzt. Das Klima verändert sich zwar rasend schnell, aber dennoch sind diese Baumsorten noch nicht geeignet in den hiesigen Boden einzupflanzen. Der Mineralgehalt und die Beschaffenheit der Böden sind vor Ort andere als hier. Sie können das Wachsen der heimischen Baumsorten auch hemmen. Im Einkauf, teilte Ulrich Trockle mit, kostet ein Setzling in der Mischkalkulation etwa 1,80 €.
Nachwuchsarbeit: Die Waldjugend
Der Verein hat auch eine Waldjugendgruppe. Sie trifft sich jeden Samstag von 10 bis 13 Uhr. Mitmachen können Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre. Aber auch Jugendliche bis 25 Jahren sind herzlich eingeladen zu unterstützen. Im Waldjugendhaus mit Küche und Werkraum können sie auf Sofas sich fläzen. Dort können sie zur Verfügung gestellte ausgestopfte Tiere, die allesamt nicht erlegt wurden, sondern eines natürlichen Todes gestorben sind, für die Schaukästen vorbereiten, die auf dem Gelände des Vereins stehen, um die Waldtiere näher bringen. Von Fuchs bis zum Fischreiher, dem Biber und den Meisen oder Rehen, sind fast alle heimischen Tiersorten anschaulich zu sehen, auch in der Haupthütte, wo auch Hochzeitsfeiern stattfinden können gegen eine kleine Spende.
Die Waldjugend erlernt durch handwerkliche Projekte den Bau von Nistkästen. Wer hier einmal war, will auch nicht mehr zurück an die Playstation. Hier wird konkret die Zukunft gestaltet. Meisen zum Beispiel fressen den Eichenprozessionsspinner. Somit sind sie wichtig für den Erhalt der Eichen im Wald. Eichen können über 1000 Jahre alt werden. So macht nicht nur die neue Generation etwas gutes für die Nachwelt. Das Tun hier ist für die Zukunft des Planeten, auch wenn sich das im regionalen Bereich beschränkt.
Der Aufenthaltsraum der Waldjugend
Bildung und Gemeinschaft
Die 52 Bottroper Kindergärten nutzen das Zentrum. Wöchentlich sollen die Kindergärten vor Ort abwechselnd in das Waldpädagogische Zentrum. Sie lernen mit Begeisterung die Natur kennen. Das Miteinander klappt hier auf dem großen Areal besser als in den kleineren Räumlichkeiten eines Kindergartens. Ein Waldkindergarten soll hier entstehen, damit Kinder unter sechs Jahren, egal welcher Farbe oder Religion in der Natur diese erleben können. Ulrich sieht bei den Kindern eben keine Hürden. Sie werden eher von den Erwachsenen aufgebaut.
Tiere, Imker und Naturerlebnis
Auf dem Gelände leben Mufflons, Wildschweine, Enten, Hühner und Bienen. Der Bottroper Imkerverein, der älteste Verein der Stadt, hat hier eine feste Hütte mit Seminarräumen. Besucher können in Schaukästen die Arbeit der Bienen hautnah erleben. Das Highlight für die Kinder sind die Wildschweine. Deren Eingrenzung musste jetzt zu einem doppelten Zaun vergrößert werden, damit die afrikanische Schweinepest nicht auf oder von den Wildschweinen übertragen wird. Das würde zur Folge haben, so das Bottroper Veterinäramt, dass ca 50000 Schweine in den umliegenden Landwirtschaftsbetrieben „gekeult“, also getötet werden müssten. Was teuer für den Verein ist, so könnte dieser Umstand, der passieren könnte eher für einen noch größeren wirtschaftlichen Schaden werden, den keiner bezahlen kann.
Die Wildschweine freuen sich über Besuch
Die Mufflons sind sehr neugierig, aber auch gleichzeitig scheu. Sie sind eine Augenweide auf dem Gelände.
Die Mufflons sind neugierig, aber auch scheu
Es gibt einen umgedrehten Baum, der Besuchern zeigt, wie ein Baum mit Wurzeln aussieht.
Der umgedrehte Baum
Abgeschnittene Äste und Triebe werden an den Rand des Weges gelegt für die unzähligen Kleintiere, die das Totholz zum nisten nehmen.
Eine Informationstafel wofür Totholz wichtig ist
An den Zäunen hängen verschiedene Nistkästen für verschiedene Vögel, die wiederum die Waldjugend auch fertig stellt. Meisenkästen werden zum Beispiel an Eichen gehängt. Sie fressen Eichenprozessionsspinner. Eine Win – Win – Situation sozusagen für die Eiche und die Meise.
Auf dem Gelände stehen achteckige Glasschaukästen, die ich von früher vor dem Umbau der Fußgängerzone aus meiner Geburtsstadt kenne. Sie sind hier gelandet. In ihnen tummeln sich die ausgestopften Waldtiere. Sie sind alle eines natürlichen Todes gestorben, betont Ulrich Trockle immer wieder.
Die Glasschaukästen aus der Fußgängerzone haben einen vernünftigen Sinn bekommen
Die Glasschaukästen gibt es allerdings immer noch in den ein oder anderen Ruhrgebietsstädten. Kürzlich entdeckte ich einen in der Fußgängerzone in Bochum-Gerthe und in der Fußgängerzone in Recklinghausen standen ein paar. Meist waren sie leer und sehr verwahrlost. Leider! Hier auf dem Vereinsgelände zeigen sie anschaulich die Wald – und Wildtiere für jede Generation.
Veranstaltungen und Feste
Das Frühlingsfest mit ökumenischem Gottesdienst ist jährlich das größte Event mit den meisten Besuchern. Vor Ort üben die Jagdhornbläser. Immer wieder werden verschiedene Aktionen in der Natur gemacht. In der großen Vereinshütte können Feste gefeiert werden auch on externen Gruppen gegen eine kleine Spende.
Der Innenraum des Festsaals des Vereins mit eigener Zapfhahntheke aus einer ehemaligen Gaststätte von Kirchhellen
Jährlich finden die Jägerprüfungen vor Ort statt und es werden unterschiedliche Seminare durchgeführt.
Historie und Engagement
Das Gelände war ursprünglich ein Schießstand von Polizei und Jägern. Schon seit dem 1. Weltkrieg wurde hier das Schießen geübt. Als die Polizei es zuletzt nicht mehr nutzte, verfiel die Hütte. So hat sich Heinrich Tenhumberg die Idee in den Kopf gesetzt daraus einen außerschulischen Lernort herzurichten. Die 21 Grundschulen und Förderschulen und Kindergärten wurden direkt eingebunden. Er war bis 2010 Vorsitzender des Kreisverbands. Bis heute führt Peter Pawliczek das WPZ den Vorstand, wie es abgekürzt heißt.
Insgesamt unterstützen 10 feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie etwa 130 Freiwillige bei den jährlichen Pflanzaktionen den Verein. Bei der nächsten Pflanzaktion bin ich der 131 auf jeden Fall!
Ulrich Trockle plant bereits die Pflanzflächen für die Jahre 2027 bis 2029. „Die größte Herausforderung ist, geeignete Flächen zu finden“, betont er. Dabei wird stets auf nachhaltige Waldwirtschaft geachtet: Der Eigentümer der Flächen übernimmt die Pflege und kann Bäume später nutzen. Zwischen 20 und 60 Jahren dauert es, bis ein Baum „erntereif“ ist.
Aber sie ist gleichzeitig auch eine Möglichkeit eines Landwirts generationenübergreifend in der Forstwirtschaft tätig zu sein, wenn die Flächen klima- und naturgerecht nutzbar gemacht werden. Niemand kann voraussehen, wie lange in der Kirchhellener Heide Sand und Kies weiter abgebaut werden. Wenn dort eine Fläche frei wird, dann ist das in der Zukunft auch eine Möglichkeit für den natürlichen Strukturwandel, wo keine Grundstücke für Häuser bereitgestellt werden, sondern eher die Natur sich normal weiter entwickeln kann.
„Wir wollen, dass vor allem die Kinder positive Erlebnisse mit nach Hause nehmen“, so Trockle, Ein Ziel bleibt klar: Natur erlebbar machen und kommende Generationen für den Wald begeistern und für den Erhalt ihres eigenen Planeten pädagogisch zu unterstützen.
Fazit
Ich wollte sofort dabei sein, ob ich in Bochum wohne oder in Gelsenkirchen wohnen würde. Es ist ein Verein, den es zu unterstützen gilt für die nächsten Generationen. Die 26 € tun mir nicht weh im Jahr. Dafür lasse ich einmal einen Restaurantbesuch aus und gebe das für einen sehr guten Zweck aus, nämlich den Erhalt der Natur und die pädagogische Nutzung für die Zukunft unserer nächsten Generationen. Ich habe keine Kinder, so unterstütze ich das erst recht!
Außerdem ist er eine Vorbildfunktion für andere Städte im Ruhrgebiet. Ich hoffe, das ich das nun über die Stadtgrenzen hiermit bekannter gemacht zu habe.
Mitmachen – Kontakt – Sponsoren – Links
Wer da auch mitmachen möchte, eine Waldfläche zur Verfügung stellen kann oder den Verein einfach nur mit einem Mitgliedsbeitrag unterstützten möchte, kann sich beim WPZ melden:
Im Bürgerbüro der Bezirksverwaltung Kirchhellen stelle ich vom 29.8.25 bis 28.2.2026 frische Fotos unter dem Titel „Kirchhellener Motive“ aus mit einem Spendenanteil für den guten Zweck.
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Aus meinen Fotoreihen Flaschengefühle, Regenscheibe, Schattenwand und den neuen mit KI illustrierte Fotos zeige ich 16 verschiedene Situationen und örtliche Sehenswürdigkeiten. Auch die neue Fotoreihe „Vintage“ habe ich hier erstmalig hängen. Nur einige Fotos sind durch die sozialen Medien bekannt geworden. Hier im Blog sind sie auch erstmalig veröffentlicht. So kann eine Bandbreite meiner fotografischen Kunst erlebt werden, die ich fast täglich erweitere mit weiteren Ideen und Synergieeffekten.
Der Hausmeister Andreas hat geholfen aufzuhängen. Vielen Dank!
Alle Motive habe ich in Kirchhellen zufällig gefunden oder gezielt gesucht. Wenn ich in Kirchhellen ausstelle, wollte ich das auch mit Motiven aus dem Bottroper Norden und nicht das tausendste Bild vom Tetraeder oder die Halde mit dem Prosper Haniel Fördergerüst mit Sonnenuntergang oder im Nebel.
Persönliche Beziehung
In Kirchhellen wurde auch über Jahrzehnte Steinkohle gefördert. Zu sehen ist die Bergbaugeschichte an zwei Fördergerüsten, die es bald nicht mehr geben wird. Eines davon steht in Grafenwald und das andere einen Kilometer entfernt von der Dorfmitte: Prosper V. Dort habe ich auch ein paar Monate gearbeitet als Ver- und Entsorger. Meine Schwester hatte in Grafenwald ein Haus, bevor sie starb vor 10 Jahren. So habe ich eine gewisse engere Beziehung zu diesem Teil meiner Geburtsstadt.
Ich freue mich hier ausstellen zu dürfen. Ein Kunstherz für Kirchhellen!
Bergbaugeschichte
Das Kirchhellener Umland weist viele Bergschäden auf als Zeugnis der Bergbaugeschichte mit einem einzigen Unterschied: es gibt keine typischen Zechensiedlungen. Die Fördergerüste kamen sehr spät nach Kirchhellen; zu einem Zeitpunkt als die Bergleute anfingen von geschlossenen alten zu neu eröffneten Zechen zu pendeln, die immer weiter und immer tiefer in den Norden abgeteuft wurden.
Durch meine persönliche Zeit in Kirchhellen hat das Dorf immer ein Platz in meinem Herzen. Es ist mir also eine Ehre dort ausstellen zu dürfen im Rahmen als Mitglied der Kunstgemeinschaft Bottrop 1969 e.V. und seit März 2025 1. Vorsitzender. Jedes Mitglied darf dort für maximal sechs Monate in Kirchhellen oder im Rathaus der Stadt Bottrop im jeweiligen Bürgerbüro seine Kunst ausstellen.
Feste im Dorf
Kirchhellen ist der nördliche Teil von Bottrop. Das größte Dorf in Deutschland feiert andere Feste als die sonst in Deutschland bekannt sind: Brezelfest und die Bauernolympiade. Beide haben eine gewisse Form von Andersfotografie ihren Platz an der Bürgerbürowand gefunden.
Gut leben
Mittlerweile über 23000 Einwohner verzeichnet das Einwohnermeldeamt im Bezirk. Viele Neubauten sind auf das von Ackerbau geprägte Kirchhellen gesetzt worden. Das Dorf lebt und boomt im Gegensatz zu anderen Stadtteilen anderer Städte im Ruhrgebiet. Hier lässt es sich gut leben auf dem Land mit viel Grün und auch vielen Freizeitangeboten, die über das Radfahren hinaus gehen: Movie Park, Schloss Beck, die Bauernhöfe Schmücker Hof, Umberg, Bauer Sagel und Miermann, die mit ihren heimischen Obst, Gemüse und Fleischangeboten in ihren Bauernläden, dem Kuhkuscheln, Spargel- und Grillfesten auch Besucher und Besucherinnen aus dem Umland einladen.
Motiv Kirchhellen
Kirchhellen wird unterschätzt für die Motivauswahl. Es ist ein modernes Dorf mit Neubauten geworden, aber es hat viele kleine Dinge, die entdeckt werden können. Je nach Lichteinfall mit dem richtigen Auge können Motive gefunden werden. Wenn die Motive gewollt noch mit speziellen Foto-Apps oder mit KI verändert werden, bekommen BetrachterInnen einen eigenen anderen Blick auf ihr Dorf und auch Interesse das Dorf mit ihren Facetten eben anders zu erkunden.
Das war das Ziel meiner Auswahl, die ich kurz nach der Bekanntgabe, dass ich dort aufhängen kann, zusammen gestellt habe. Hier ist die Galerie zwar digital zu sehen, aber wie sagt mein Freund und Künstler Ralf Opiol: „Zur Kunst musst du gehen!“
Ja, es lässt das Motiv anders auf sich wirken, wenn es im Raum zu betrachten geht.
Zu besichtigen ist die Ausstellung immer zu den Öffnungszeiten vom Bezirksverwaltungsamt Kirchhellen im Erdgeschoss links im Bürgerbüro:
Anschrift
BVSt Kirchhellen Kirchhellener Ring 84-86 46244 Bottrop
Anschrift und Öffnungszeiten sind der Internetseite www.bottrop.de entnommen.
Dankesworte
Es gab keine Vernissage und wird auch keine Finissage geben, da eine kleine Party zu den Öffnungszeiten nicht möglich ist. Aber die Presse war nach der Hängung eingeladen für einen kleinen netten Beitrag. Ich bedanke mich beim Bezirksamtsleiter Magnus Thesing, der das möglich macht für die Kunstgemeinschaft Bottrop, und dass er mir sozusagen diesmal den roten Teppich ausrollte.
Limitierung für den guten Zweck
Mit der Ausstellung möchte ich auch was für Kirchhellen tun. Meist gebe ich einen Teil der Erlöse meiner Fotos an soziale Projekte ab. Diesmal bekommt 10 € pro verkauftem im weißen Rahmen das Waldpädagogische Zentrum, das in der Straße Ruhehorst 14, liegt und viel für die naturnahe pädagogische Erziehung macht. Kindergärten und Schulen einlädt Bäume zu pflanzen auf dem Grundstück, die nach fünf Jahren auf einem ausgewiesenen ehemaligen Ackergelände einen Wald aufforsten.
Waldpädagogisches Zentrum
Der Verein macht in meinen Augen viele wichtige Projekte. Ich lernte Ulrich Trockle, dem Vorsitzenden des Vereins bei den Bottroper Gastgebernetzwerk kennen und wollte den Verein in seinem Tun auch podcasten. Der Podcast erscheint in Kürze mit dem Video zur Begehung über das Gelände, wo sich neben Kräutergarten, Baumarten, auch Wildschweine, Ziegen, Mufflons und Hühner, sowie Honigbienen tummeln. Kinder und Jugendlichen sollen Spaß haben und für die Naturerhaltung sensibilisiert werden.
Die Bilder in dieser Größe und Ausgabe sind limitiert auf 10 Stück!
Hier sind sie nun in der Übersicht mit den entsprechenden Preisen, ihrem Namen und das Tun hinter den Kulissen. Alle Fotos sind Copyright André Brune, auch die KI-generierten Bilder, die aus meinen Fotomotiven von mir so bei ChatGPT kreiert wurden.
FOTOGALERIE
„Kirchregen I“ - Aus der Fotoreihe „Regenscheibe“ -Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm - Preis: 190 € - Jahr : 11.03.2024 - (c) André Brune
„Schachtregen 10“ - Aus der Fotoreihe „Regenscheibe“ Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm - Preis: 190 € - Jahr : 11.03.2024 - (c) André Brune
„Brückenregen I“
- Aus der Fotoreihe „Regenscheibe“ -
Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print -
45 x 60 cm - Preis: 190 € -
Jahr : 22.04.2024 - (c) André Brune
„Bauernolympiadenhandy“ -
Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print -
45 x 60 cm - Preis: 190 € -
Jahr : 07.06.2025 - (c) André Brune
„Flaschenolympiade“ -
Aus der Fotoreihe „Flaschengefühle“ gegen die Vermüllung der Stadt -
Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print -
45 x 60 cm - Preis: 190 € -
Jahr : 07.06.2025 - (c) André Brune
„Lekka Fisch aufm Kirchheller Markt“ -
Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print -
45 x 60 cm – Preis : 190 € -
Jahr : 24.07.2025
- (c) André Brune
„Vintagesonnenblumenhummel“ -
Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print -
45 x 60 cm – Preis : 190 € -
Jahr : 24.07.2025
- (c) André Brune
„Verlorene Gardine“ -
Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print -
45 x 60 cm – Preis : 190 € -
Jahr : 29.07.2025 - (c) André Brune
„Im Namen Gottes I“
- Aus der Fotoreihe „Schattenwand“
- Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print -
45 x 60 cm – Preis : 190 € -
Jahr : 29.07.2025 - (c) André Brune
„Im Namen Gottes II“ -
Aus der Fotoreihe „Schattenwand“ -
Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print -
45 x 60 cm – Preis : 190 € - (c) André Brune
Jahr : 29.07.2025
„Im Namen Gottes III“ -
Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm – Preis : 190 € - (c) André Brune
Jahr : 29.07.2025
„Gestörte Harmonie“ -
Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print -
45 x 60 cm – Preis : 190 € -
Jahr : 29.07.2025 - (c) André Brune
„Brezelfest“ -
Fotografie -
mit Rahmen weiß - Fine Art Print -
60 x 45 cm – Preis : 190 € - (c) André Brune
Jahr : 29.07.2025
„Brezelbruder in Kirchhellen“ -
Aus der Fotoreihe „Bottroper Motive“ -
Mit KI illustrierte Fotografie - mit Rahmen weiß - Fine Art Print -
30 x 40 cm – Preis : 150 € - (c) André Brune
Jahr : 29.07.2025
„Schloss Beck in Kirchhellen“ -
Aus der Fotoreihe „Bottroper Motive“ - Fine Art Print -
Mit KI illustrierte Fotografie - mit Rahmen weiß -
30 x 30 cm – Preis : 90 statt 150 € auf der Kunstmesse
Jahr : 29.07.2025 - (c) André Brune
„Fachwerk erhalts
in Kirchhellen“ -
Aus der Fotoreihe „Bottroper Motive“ -
Mit KI illustrierte Fotografie - mit Rahmen weiß - Fine Art Print -
45 x 60 cm– Preis : 190 € -
Jahr : 29.07.2025 - (c) André Brune
Was sind die Naturfreunde? Wie lange gibt es sie schon? Und was machen die Naturfreunde eigentlich? Das sind nicht die einzigen Fragen, die ich hatte, als ich zu den Bottropern Naturfreunden gekommen bin, um einen Podcast mit ihnen zu machen.
Ich wußte bislang nicht, wie groß sie wirklich sind und welchen öko-sozialen Hintergrund sie eigentlich haben seit ihrer Gründung im Jahr 1895. Sie stellen sich offen gegen den rechten Populismus und machen mit ihrem eigenen Projekt FARN und dem Naturfreunde-Verlag Präventionsarbeit. Sie setzen sich auch für den sanften Tourismus ein.
Stellvertretend habe ich nun einen von den weltweiten 600 Ortsgruppen nun interviewt. Im Vorstand sitzen Wilhelm Schluckebier und Rainer Fries, die mir viele Fragen beantwortet haben, die nicht nur ich bestimmt nicht wissen:
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Vielleicht ist der Titel zu lang. Vielleicht hätte ich einen griffigeren nehmen sollen, aber vielleicht versteht ihr es, wenn ich den Titel „Umwelt erfahren“ genutzt habe, wenn ihr weiterlest oder den Podcast gehört oder gesehen habt. Denn die Umwelt ist nicht nur Natur, die es zu schützen gilt. Die Umwelt ist auch der Mensch, der sie beeinflusst mit Tourismus zum Beispiel oder auch der offene Gesellschaftliche Dialog, der durch Populisten gestört wird, die wieder mit Hass und Zerstörung drohen, was die Naturfreunde schon einmal durchmachen mussten. Denn wußtest du, dass…
Rechts: Wilhelm Schluckebier, Links: Rainer Fries vom Vorstand der Naturfreunde Bottrop vor ihrem Naturfreundehaus Auf der Koppe 16
Wußtest du, dass die „Naturfreunde“ einer der ältesten Vereine sind und gar nicht in Deutschland gegründet wurden?
Wußtest du, dass die „Naturfreunde“ von den Nationalsozialisten und Kommunisten verboten wurden?
Wußtest du, dass die „Naturfreunde“ nicht nur sich für den Naturschutz, sondern auch die erste Friedensbewegung in Deutschland mitgeprägt haben?
Wußtest du, dass die „Naturfreunde“ sich für günstigen Urlaub mit ihren Naturfreundehäusern für die ärmeren Familien oder Kinder- und Jugendgruppen einsetzen und damit nach den Jugendherbergen der zweitgrößte Anbieter in Deutschland sind?
Wußtest du, dass die „Naturfreunde“ von engagierten Arbeitern in Wien 1895 gegründet wurden?
Wußtest du, dass sie sich nicht nur für Naturschutz, sondern auch für eine offene Gesellschaft und auch die heutigen Erinnerungskultur einsetzen?
Wußtest du, dass die „Naturfreunde“ eigene Skischulen haben?
Wußtest du, das die „Naturfreunde“ weltweit in 21 Ländern heute aktiv sind, wie z.B. in Algerien, Togo, Finnland, Tschechien oder in den USA?
Ich denke, dass diese Fragen mir mit Sicherheit 99% der Leser und Leserinnen nicht beantworten hätten können. Der traditionelle Verein, der von den Nazis unter Adolf Hitler und auch in der DDR unter den Kommunisten verboten wurde, engagierte sich eben früher schon nicht nur für die Natur, dass er nicht eingezäunt wird von den reicheren bürgerlichen Besitzern, sondern auch für eine offene soziale und demokratische Gesellschaft.
Ein Abriss der Geschichte
Die Städte wurden in der Zeit der Industrialisierung immer dichter. Die Landbevölkerung zog in die Städte. Dort wurde gebaut ohne Rücksicht auf die natürlichen Flächen in den Innenstädten. Aus den Schornsteinen der Wohnhäusern und Fabrikgebäuden rauchte es. Schwefel, Stickoxide, Kohlenmonoxid und was da noch alles ohne Filteranlagen in die nahe Umwelt abgegeben wurde, ließ gerade die Kinder der ärmeren Schichten leiden. Gesundheitliche Probleme, wie Asthma, Krupphusten und Eisenmangel, genauso wie der tägliche Lärm durch die Pferdekutschen, die auf den Kopfsteinpflaster laut durch die Städte rasten, waren genau wie heute der Lärm der Autos, ein Grund, das die Menschen krank machten. Wo kann man das besser in den Griff bekommen, als in der Natur. Doch die wurde von den Reichen und der bürgerlichen Klasse der damaligen Zeit für sich beansprucht. Sie zäunten ihre Privaten Wälder und Wege ab. Die Naturfreunde waren gleichgesinnte aus der bürgerlich-arbeitenden Bevölkerung, die das verhindern wollten und es erfolgreich auch getan haben.
So entwickelte sich der Verein „Naturfreunde“ in Wien mit dem Hintergrund für die Kinder und Jugendlichen und den ärmeren Schichten der Arbeiterfamilien Natur zu schützen und ihn zur Erholung nutzen zu können. Der Wiener Sozialist, Freidenker und Lehrer Georg Schmiedl suchte nach Gleichgesinnten, um in die Natur zu gehen und diesen nachhaltig zu schützen, darin wandern zu können ohne Zäune und auch die sozialistische Prägung zu fördern für eine offene demokratische Gesellschaft.
Im Ortsverein Hamburg entstand dann die Idee Naturfreundehäuser auf Kosten von Spenden und des Vereins zu bauen, damit die Kinder und Jugendlichen, sowie die ärmeren Schichten der Bevölkerung raus in die Natur können und ganz nah oder direkt in der Natur sich erholen konnten. Das konnte auch mehr als nur ein Wochenende werden. Grillen auf dem Grundstück, Spielen und Musizieren, sowie Veranstaltungen unabhängig von der Glaubensrichtung oder politischen Gesinnung haben die Naturfreunde einen Weg gefunden vielen Menschen wieder ein Lächeln ins Gesicht zu bringen. Es entstand in der Lüneburger Heide das erste Naturfreundehaus Deutschlands. Eins von heute 400 neben Hütten, Städteheimen und Bootshäusern.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurden neue Naturfreundehäuser gebaut. Darunter entstand auch Auf der Koppe 16 in Bottrop 1952 in Eigenarbeit und Geldern das Haus. Es hat zwar keine Übernachtungsmöglichkeit, aber es ist ein eingetragenes Jugendbegegnungszentrum. Wobei heute die Jugend leider nicht mehr in der Überzahl ist in Bottrop, sondern eher die im Rentenalter liegenden Mitglieder. Es gibt keine Jugendgruppe mehr.
Ich habe sie beim Touristenworkshop in Bottrop kennengelernt. Ich wollte sie interviewen, weil ich das Konzept gar nicht kannte, wo ich doch mit Natur- und Umweltschutz mein Leben lang schon verbunden bin. Es war schon erstaunlich, was ich erfahren habe. Eine spannende, traurige und ereignisreiche Geschichte prägt die Naturfreunde. Und es ist schade, dass heute so mancher Ortsverein ums Überleben kämpfen muss. In Gladbeck wurde er kürzlich geschlossen. Ebenso ist der Ortsverein in Oberhausen kränklich. „Einzelkämpfer“ schlossen sich den Bottropern an. In Bochum gibt es im Stadteil Linden einen, den ich noch aufsuchen möchte. Vergessen ist wohl, dass die Naturfreunde in der Nazizeit verboten waren, weil sie offene Kritik an der herrschenden Kapitalklasse verübten, die wiederum die Nazis damals so gern finanzierten.
Am Beispiel vom Ortsverein Bottrop stelle ich den Ortsverein im Ruhrgebiet vor und hoffe, dass sich Menschen finden, die es toll finden, was sie machen und vielleicht….vielleicht kommt der ein oder andere hin und möchte mit anpacken und unterstützen, egal in welchem Alter!
Hier findet sich Nachhaltigkeit, Sanfter Tourismus, Offene Gesellschaft, Prävention gegen Rassismus und Klimaschutz, sowie das gesellige Beisammensein mit Rad-, Wander-, Kanu-Touren und Grillfeste und diverse Kultur- und Aufklärungsveranstaltungen.
Ich hatte ja auch schon im Februar 2025 eine Einladung bekommen über mein Kunstaktionsprojekt „Flaschengefühle“ vorzustellen, wo es um Glasmüll geht, der das Stadtbild immer mehr belastet. Mein Freund Ralf Opiol hat ein Foto während des Vortrags mit Lesung der Texte zu meinen Bildern gemacht.
Mein Vortrag vor den Bottroper Naturfreunden zum Thema Glasmüll und dem Kunstprojekt „Flaschengefühle“ Foto (c) Ralf Opiol
Das Naturfreundehaus in Bottrop, erbaut von 1952-56 aus eigenen Mitteln
Der Bottroper Verein feiert 2026 ihr 95 jähriges Bestehen. Sie machen viele Dinge, um auch jüngeres Publikum anzusprechen. Sie bieten ein vielfältiges Programm an Aktivitäten an. Es gibt Radtouren, Wandertouren, die auch unabhängig vom Verein besucht werden können, sowie Veranstaltungen wie Kindermärkte, Blumentauschbörsen, Sommerfeste und Weihnachtsbasare.
Das Veranstaltungsbrett im Eingangsbereich
Kreativgruppen stellen selbstgemachte Marmeladen her, malen zusammen kunstvolle Bilder oder arbeiten mit Holz. Zudem werden Erste-Hilfe-Kurse, Stammtische und Vorträge angeboten, beispielsweise zur Geschichte des Ruhrgebiets oder zum Kapp-Putsch.
Ein Gedicht der Naturfreunde mit viel Sinn für das Leben
Wilhelm Schluckebier regte an die Emscher als Flusslandschaft des Jahres zu initiieren, was die Naturfreunde mit dem Deutschen Anglerfischerverband (DAFV) alle zwei Jahre seit 1998 zusammen machen.
Blick in den Garten aus dem Veranstaltungsraum hinaus
Wilhelm Schluckebier, den ich neben Rainer Fries aus dem Vorstand der Bottroper Naturfreunde interviewte, kam 1989 von Hessen nach Bottrop. Er ist auch der zuständige Betreuer des Käte-Strobel-Naturfreundehauses bei Gummersbach. Das ist ein ganz besonderes Haus, denn dort können sozial schwache Erwachsene für nur 50 € und 25 € pro Kind/Jugendliche pro Woche übernachten mit drei Mahlzeiten am Tag. Ein Antrag bei der Diakonie Reisen muss vorher gestellt werden, ob die Familie förderungswürdig ist, dann kann es losgehen in die Natur und sich eine Auszeit gegönnt werden.
Rainer Fries war früher in den Jugendgruppen aktiv. Eine Zeitlang hatte er sich zurück gezogen aus dem Verein und ist kürzlich wieder dazugekommen und hat sofort im Vorstand mitgemacht. Er organisiert die Radtouren in und um Bottrop herum, die einmal im Monat stattfinden.
Derzeit gibt es jedoch keine aktive Jugendgruppe vor Ort. Das Haus der Naturfreunde dient als Jugendbegegnungszentrum und Veranstaltungsort für verschiedene Events. Auch gleichgesinnte Vereine, wie der einmal im Monat ehrenamtlich in der Natur „müllsammelnde“ Verein Waldfegen e.V. nutzen die Räumlichkeiten für Vereinssitzungen.
Bei den Naturfreunden gab es auch Widerstandskämpfer zur Zeit der Nationalsozialisten. Da gehört es selbstverständlich für den Verein dazu auch an die dunkle Zeit zu erinnern. Sie unterstützten 2022 die Erinnerungskultur. Stolz kann die Bottroper Ortsgruppe einen kleinen Stolperstein-Wanderführer präsentieren. Er beinhaltet wichtige Informationen zu den einzelnen Personen. Er ist kostenlos und kann beim Verein bestellt werden.
Sie setzen sich auch gegen Einsamkeit, Hilflosigkeit und Rechtsradikalität ein. Nur Gemeinsam ist man stark, so ihr Motto.
Übersicht der Aktivitäten der Bottroper Naturfreunde
Neu ist der Erlebnis-Rucksack, der für eine Wandertour von knapp 5 km vom Naturfreundehaus aus gemacht werden kann. Für Familien oder Schulklassen mit Kindern bis 12 Jahren enthält der Erlebnis-Rucksack einige Utensilien bereit, um die Natur nah um das Naturfreundehaus zu erkunden, wie zum Beispiel eine Insektenlupe.
Der Vereinsverband, Engagement und Naturfreundehäuser
Der Verein ist in Österreich und Deutschland in weiteren 19 Ländern in über 600 Ortsgruppen weltweit mit insgesamt etwa 350.000 Mitgliedern vertreten. Das größte Angebot stellen die Naturfreundehäuser dar, die nach den Jugendherbergen die wichtigsten Gruppenunterkünfte sind. Aber es gibt auch Bootshäuser und aktive Kanugruppen, sowie eigene Skischulen und Präventionskurse zum Thema Rechtsextremismus und offene Gesellschaft.
In Nordrhein-Westfalen ist der Landesverband mit Sitz in Düsseldorf, auf Bundesebene befindet sich der Sitz in Berlin. Die Naturfreunde verbinden Natur- und Umweltschutz mit sozialem Engagement und politischer Arbeit. So setzen sie sich beispielsweise gegen Umweltzerstörung ein und haben die Emscher als Flusslandschaft des Jahres initiiert. Historisch waren sie auch im Widerstand aktiv.
Der Garten hinter dem Naturfreundehaus in Bottrop
Das Motto der Naturfreunde lautet: „Tut Gutes und rede darüber.“ Der Verein ist offen für alle, die sich für Natur, Umwelt und soziale Gerechtigkeit engagieren möchten. Wer aktiv werden will, findet vielfältige Wege, sich einzubringen – sei es durch Mitarbeit in den Gruppen, bei Veranstaltungen oder auch in sozialen Projekten. Die Naturfreunde sind eine Gemeinschaft, die sich für eine lebenswerte Umwelt und eine solidarische Gesellschaft stark macht. Das ist doch genau das, was uns alle so bewegt. Eine offene Gesellschaft, die Natur nicht nur respektiert, sondern fördert.
Im Garten kann gegrillt werden. Gemeinschaft und Geselligkeit steht an oberster Stelle
Ein besonderes Mitglied verlor der Bottroper Ortsverein bei einer Naturfreunde-Wanderung. Der deutschlandweit in den 1960er Jahren bekannte Boxer Dieter Renz, dem in Bottrop die Sporthalle gewidmet wurde, rutschte am 10.8.1969 bei einer Wanderung in den Schweizer Alpen unglücklich ab und verstarb vor Ort mit nur 26 Jahren.
Der Bottroper Boxer und Naturfreund Dieter Renz starb bei einer Naturfreunde-Bergwanderung in der Schweiz
Aktivitäten und Angebote in Bottrop (Nichtmitglieder sind herzlich willkommen!)
Radtouren, Wandertouren
Veranstaltungen wie Kindermärkte, Blumentauschbörsen, Sommerfeste, Weihnachtsbasare
Kreativgruppen, z.B. Herstellung von Marmelade, Holzarbeiten
Erste-Hilfe-Kurse, Stammtische, Vorträge (z.B. zur Geschichte des Ruhrgebiets, Kapp-Putsch)
Jugendgruppen (z.B. „Mal du mal“), allerdings derzeit keine aktive Jugendgruppe vor Ort
Das Haus dient als Jugendbegegnungszentrum und Veranstaltungsort
Die letzte Pflanzentauschbörse im April 2025
Aktivitäten und Angebote Allgemein
Die Naturfreunde bieten 400 Naturfreundehäuser, um Urlaub günstig in der Natur verbringen zu können für Erwachsene, Kinder und Jugendliche an
Die Naturfreunde setzen sich für Natur- und Umweltschutz, besonders für den Sanften Tourismus ein
Die Naturfreunde haben Fachgruppen für den Bergsport, Kanusport, Schneesport und für das Wandern
Die Naturfreunde nehmen politischen Einfluss mit den Fachgruppen für Kultur und Bildung, Natur- und Umweltschutz
Trainer*innen-ausbildung für Berg-, Kanu-, Schnee- und Wandersport
Bieten Klassenfahrten an zu ihren Naturfreundehäusern
Bieten Seminare, machen Projekte für nachhaltigen Tourismus
Internationale Zusammenarbeit bei Umweltbildung, Klimaschutz, Armutsbegrenzung, öko-sozial verträglichen Tourismus
Organisieren Friedenswanderungen, sowie Stärkenberatung (gegen den Erstarken von rechtem Populismus)
Es gibt einen eigenen Verlag, der Schriften für Aufklärung zum Thema Natur- und Umweltschutz, sowie auch politische Schriften zum Thema Rechtsextremismus, Aufklärung und Prävention verlegt
Struktur und Mitglieder
Insgesamt 350.000 Mitglieder insgesamt. Allein in Deutschland 65000.
Über 500 Ortsgruppen und Häuser allein in Deutschland
Sitz vom Landesverband Nordrhein-Westfalen: Düsseldorf
Sitz vom Bundesverband: Berlin
Das größte Angebot sind die Naturfreundehäuser, die neben Jugendherbergen die wichtigsten Gruppenunterkünfte darstellen.
Die Naturfreunde haben mittlerweile in 21 Ländern weltweit einen Standort
Politisches Engagement
Ursprünglich setzten Sie sich für
Die Naturfreunde verbinden Natur- und Umweltschutz mit sozialer und politischer Arbeit, z.B. gegen Umweltzerstörung
Sie waren in der Vergangenheit auch im Widerstand aktiv, z.B. gegen das Verbot durch die Nationalsozialisten oder in der DDR.
Kleine Chronik der Naturfreunde
Der Wiener Sozialist, Freidenker und Lehrer Georg Schmiedl inseriert in der „Arbeiterzeitung“ am 22. – 24.3.1895. Er sucht Gleichgesinnte zur Gründung einer „touristischen Gruppe“. So fand am Ostersonntag mit Josef Rohrauer, Alois und Karl Renner zusammen der erste Ausflug in den Wiener Wald statt.
Im gleichen Jahr am 16. September gründen 185 Frauen und Männer im Gasthaus Zum goldenen Luchsen in Neulerchenfeld in Wien den „Touristenverein ‚Die Naturfreunde'“. Der Jahresbeitrag beträgt einen Gulden, der rührige Sensenschmied Alois Rohrauer wird Obmann. Karl Renner entwirft das Symbol des neuen Vereins: Der Handschlag mit den drei Alpenrosen steht für die Solidarität der Arbeiterbewegung und bleibt bis heute unverändert das Markenzeichen des Vereins.
Im Juli 1897 erscheint die erste Ausgabe „Der Naturfreund“ mit einer Auflage von 400 Stück
Im Januar 1900 wird „Berg frei“ in der Ortsgruppe Graz der Gruß später zum Gruß des gesamten Vereins. Er bedeutet ein Recht auf Freizeit in den Bergen, nicht nur für Adel und Bürgertum, die es für sich behaupten wollen und die Arbeiter zurückdrängen wollen.
Die erste deutsche Ortsgruppe im Gesamtverein gründet sich in München im August 1905. Mittlerweile ist es die 42. Gruppe mit 9000 Mitgliedern, davon 15% Frauen.
In den Stubaier Alpen in Tirol wird das erste Naturfreundehaus auf dem Padasterjoch eingeweiht im Jahr 1907
In Deutschland entsteht am Rand der Lüneburger Heide das erste Naturfreundehaus durch die Hamburger Gruppe im Jahr 1911
1922 gibt es schon 159000 Naturfreunde
1933 werden die Naturfreunde verboten wegen ihrer offenen Kritik am Kapital und der herrschenden Klasse. Alle mittlerweile 428 erbauten Naturfreundehäuser, davon 300 in Deutschland werden beschlagnahmt und missbraucht für die eigenen Gruppen, wie Bund deutscher Mädel oder Hitlerjugend.
Nach 1945 werden die enteigneten Häuser wieder zurückgegeben. In der DDR wird es erst nach 1990 der Fall sein.
Ab 1962 beteiligen sich die Naturfreunde an den Ostermärschen der Atomwaffengegner. Sie sind international in 17 Ländern auf allen Kontinenten mit 270000 Mitgliedern mittlerweile vertreten. Neben Naturfreundehäuser gibt es auch Hütten in den Bergen, aber auch Stadtheime und Bootshäuser.
2001 beschließen die Naturfreunde in Deutschland eine Namensänderung. Im „Manifest Nachhaltigkeit“ wird die Bedeutung des neuen Namens „Naturfreunde Deutschlands – Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur“ festgehalten.
2017 wird die Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (FARN) gegründet, das auch vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ für drei Jahre gefördert
Untersucht historische und aktuelle Verknüpfungen rechter und völkischer Strömungen im deutschen Natur- und Umweltschutz
Identifiziert rechtsextreme und menschenverachtende Ideologien und erarbeitet menschenbejahende und demokratiefördernde Gegenentwürfe
Bietet Informationen, Beratung und Qualifikation für Akteure*innen des Natur- und Umweltschutzes in der Kinder- und Jugendhilfe, auch für Jugendliche und Erwachsene
Käte-Strobel – Haus
Ist in den 1970er Jahren erbaut worden vom Bundesfamilien-Ministerium, um sozialschwachen Familien Urlaub zu ermöglichen in der Natur des Oberbergischen Landes zwischen Meinerzhagen und Gummersbach
Besitzt ein Hallenbad, eine Saune, eine Kegelbahn, einen Tischtennisraum und große Gruppenräume, sowie eine große Außenanlage mit Spiel- und Sportplätze
Es hat Platz für 110 Personen oder 180 für Schulklassen, wenn Klappbetten zusätzlich genutzt werden sollten.
Die Unterbringung ist in Appartements mit Dusche und WC, einem Wohnraum und zwei bis vier Schlafräumen.
Es gehört heute zum Landesverband der Naturfreunde NRW und wird von den Mitgliedern über einen gemeinnützigen Hausverwaltungsverein betreut.
Neben der Beherbergung werden auch Seminare angeboten, die sich hauptsächlich mit politischen Inhalten beschäftigen, sowie auch Familienseminare.
Es stehen 7 Seminarräume zur Verfügung
Wer war Käte Strobel?
Die 1907 in Nürnberg geborene Käte Strobel heiratete 1928 einen Sozialdemokraten, der 1934 wegen Hochverrat zu zweieinhalb Jahren ins Konzentrationslager Dachau interniert wurde. Er kam später im Weltkrieg in ein Strafbatallion nach Jugoslawien, wo er in Kriegsgefangenschaft kam.
Käte Strobel war selbst ebenfalls schon 1921 in der sozialistischen Jugendbewegung eingetreten. Bis zum Verbot 1933 gehörte sie der SPD schon acht Jahre an. Sie war ab 1949 eine der wenigen Frauen, die im Bundestag Abgeordnete wurde. Von 1964 bis 1967 war sie auch die Vorsitzende der Sozialistischen Fraktion im Europaparlament.
1966 wurde sie Bundesministerin für Gesundheitswesen. Sie führte die Sexuelle Aufklärung durch einen Sexualkunde-Atlas ein und ließ den Aufklärungsfilm Helga drehen. Unter der Bundesregierung von Willy Brandt wurde sie 1969 Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit bis 1972. In dieser Zeit machte sie sich stark mit Fördermitteln für das Naturfreundehaus in Gummersbach, damit sozialschwache Familien auch Urlaub machen können für wenig Geld.
Sie bekam für ihren Einsatz das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland 1972 und wurde die erste Frau mit einer Ehrenbürgerwürde in ihrer Heimatstadt Nürnberg.
Nach ihr ist der Käte-Strobel-Straße in Nürnberg genannt und auch der Wanderweg, der an dem nach ihr benannten Naturfreundehaus in Gummersbach, den sie selbst eingeweiht hat.
Ihr Zitat „Politik ist eine viel zu ernste Sache, als dass man sie allein den Männern überlassen könnte“, gehört zu den wichtigsten politischen Sätzen, die in Deutschland gemacht wurden.
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(Anmerkung zum Video: Schrecklich das eine weibliche KI-Stimme das runterleiert…)
Abschließende Bemerkung: Der Verein ist offen für alle, die sich für Natur, Umwelt und soziale Gerechtigkeit engagieren möchten. Wer sich einbringen will, findet vielfältige Wege, aktiv zu werden. Ich bin schon in einigen Vereinen unterwegs, aber ich selbst überlege tatsächlich mich den Naturfreunden anzuschließen, weil sie genau das beinhalten, was mein Leben prägt: Umwelt- und Naturschutz, offene Gesellschaft, Gegen Rechtsextremismus in jeder Form, Einsatz für eine soziale Gerechtigkeit.
Ich denke, dass Jugendliche, die als Fridays for Future, für mehr Klimaschutz auf die Straßen gegangen sind, könnten sich doch hier auch engagieren. Nun, dass ist leider eine andere Geschichte, die nicht gerade rühmlich ist und den Kommentar lasse ich jetzt hier lieber, der ist zu hören im Podcast. Dafür gibt es ja auch die Möglichkeit sich eben der Naturfreundejugend anzuschließen.
Viel kostet der jährliche Beitrag einer Mitgliedschaft nicht. Für zwei Jahre gibt es eine ermäßigte Das ist doch nicht sooo viel für das was alles insgesamt geboten wird:
Vier Mal im Jahr kommt die Zeitschrift NATURFREUNDiN. Jedes Mitglied ist haftpflicht- und unfallversichert bei allen Veranstaltungen der NaturFreunde (auch online). Es gibt Rabatte auf die Übernachtungskosten in den Naturfreundehäusern. Geringere Teilnahmegebühren für Reisen und Ausbildungskurse werden gezahlt und es gibt regelmäpige Informationen zu aktuellen Themen und Aktivitäten.
Freuen würde ich mich schon, wenn ich ein paar neue Mitglieder durch meinen Blog-Beitrag gewinnen konnte für die Ortsgruppen, nicht nur im Ruhrgebiet. Ich wünsche auf jeden Fall viel Erfolg für das weitere TUN für die Naturfreunde!
FAZIT:
Was der Verein insgesamt macht ist sehr innovativ und präventiv. Das ist sehr ehrenswert!
Der seitlich barrierefreie Hintereingang ins Naturfreundehaus von BottropDer Grillofen, der auch für selbstgemachte Pizza gedacht istIn der Küche finden auch Workshops statt, wie Seifen sieden, Marmelade kochen etc.Der Kamin im GesellschaftsraumEin Geschenk für mich: Selbstgemachte Marmelade aus einem WorkshopEin Bild über die Stadt Bottrop, meiner Geburtsstadt, aus einem Workshop heraus kreiertZur Zeit hängen Bilder einer Bottroper Künstlerin im Gesellschaftsraum. Eine wechselnde Ausstellung mit Vernissage findet ebenfalls regelmäßig stattDer Gesellschaftsraum für große VeranstaltungenSelbstgebastelt und Selbstgemachtes in den Workshops für den Verkauf. Der Erlös geht in den Erhalt des Naturfreundehauses
Bücher zum Leihen und ganz viele Informationsbroschüren vom VereinDer Workshop-Raum für kleinere Gruppen oder SeminareAuf der anderen Seite ist eine Bottroper Karte und ein Glücksrad, das bei Veranstaltungen genutzt wird.
Es ist der 12. Juni 2025 und der Hilfstransport nach Bosnien vom Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V. ist nach 18 Stunden Fahrt und 5 Stunden Zollabfertigung an der Grenze endlich angekommen.
Anfangs war es noch lustig, dann dauerte es 5 Stunden bis wir weiterfahren konntenUnterwegs bei Maribor in Slowenien
Bosnien-Herzegowina ist ein wunderschönes Land. Anfang der 1990er Jahre stand es in einem Krieg von dem sich das Land bis heute nicht richtig erholt hat. Den Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V. hatte ich letztes Jahr begleitet. Auch dieses Jahr begleite ich Herbert Schröer, dem zweiten Vorsitzenden des Vereins und zwei seiner Freunde, Hermann Frieg und Michael Weishaupt.
Youtube-Video
(Das Video folgt nach der Tour, da tontechnisch nachgearbeitet werden muss)
Ein Tag vor der Abfahrt passierte der Amokläufer in Graz. Das digitale Schild an der deutsch-österreichischen Grenze wurde angepasst und hat uns auch eine Stille Gedenkminute für die Opfer gegeben.
Jan Lachnicht, sowie Dennis Homann und zwei neue Schüler, Marijana Aleksic und Steven Busch vom Berufskolleg Bottrop begleiten auch dieses Mal die Hilfsfahrt.
Maut in Kroatien
Schüler und Schülerinnen aus dem Medienkompetenzkurs vom Berufskolleg halfen mit die vielen Spenden von Kinderkleidung, Spielsachen, Sportartikel von Bälle, Tischtennisplatte bis hin zum Basketballkorb und Laptops für Schulen, die wir gezielt anfahren, in Kartons zu verpacken. Vom Berufskolleg wurde eine Pressemitteilung erstellt die über online Bottroper Zeitung veröffentlicht wurde.
Das ist sehr schade, dass die WAZ, als große Lokalzeitung, mittlerweile auch nur noch nach Klickzahlen schaut. So ein humanitärer Transport wird nicht mehr groß beachtet. Letztes Jahr wurde darüber noch etwas geschrieben. Für viele Menschen ist es sogar schwer zu verstehen, dass wir das machen für ein Land, in dem doch kein Krieg mehr herrscht.
Sagen wir mal so: Vieles ist im Argen im Land. So wurde Radosti Druzenjia in Bihac für körperlich und geistig eingeschränkte Menschen, bzw. für psychisch kranke Menschen mit nur umgerechnet 5000 Mark (ca. 2500 €) im Jahr (!) von der Stadt Bihac gefördert. Der Rest muss von der Einrichtung selbst gestemmt werden inklusive der Gebühren der Eltern bzw. dem Verein, die ihr Kind hier in die Einrichtung bringen.
Wir haben erste Spendenkisten an Mirsada Hodzic, der Leiterin der Einrichtung abgegeben. Sie bekam zwei Laptops, sowie eine geldliche Spende von 500 € zur Unterstützung des Hauses und einige Kisten mit Spielzeug und Utensilien für Kinder und Babys, die hier gebraucht werden.
Spendenübergabe im Radosti Druzenjia bei Mirsada HodzicDer Anhänger wird ausgeräumt. Alle packen an.
Eine Spende ist in diesen Einrichtungen gern gesehen und dringend notwendig. . Und nicht nur hier. Die sozialen und gesundheitlichen Systeme sind mehr als krank.
Mirsada Hodzic bekommt noch zwei Laptops für die Einrichtung, die über den Verein Labdoo vorbereitet wurden
So besuchen wir wieder Jajce, wo Kinder, die sich ein Frühstück in der Schule nicht leisten können, mit einer Geldspende unterstützt werden für ein Jahr.
In Velagici hat uns letztes Jahr der Sportlehrer Jasmin erzählt, dass sie kaum nutzbare Sportartikel haben. Wir haben gesammelt und bringen viele Sachen, die mit Sicherheit den Sportunterricht unterstützen werden.
In Fojnica besuchen wir die größte Einrichtung für körperlich und geistig eingeschränkte und psychisch kranke Menschen von Bosnien-Herzegowina. Sie hat im November 2024 eine Überschwemmung gehabt bis zu 1. Etage. Auch hier haben wir Geld gespendet. Wir wollen sehen, was draus geworden ist.
In Fojnica selbst holen an einem Vormittag Lehrer aus verschiedenen Teilen des Landes beantragt und gespendete Computer von Labdoo.org ab, die wir nach Bosnien transportiert haben. So können sie mit den Kindern Informatikunterricht gestalten. Der Staat sieht nicht, dass Bildung wichtig ist.
Die Berufskollegdelegation macht wieder einen Film mit verschiedenen Personen der Einrichtungen und Interviews. Ich bin auf das Ergebnis wieder gespannt.
Am Mittwoch um 11.55 Uhr ging die Tour los. Mich gabelten die Jungs nach meinem Besuch der Stolpersteinverlegung um 12.41 Uhr in Bottrop auf. Bis Köln waren wir hier und da im Stau gewesen.
Zu viert konnten wir uns immer gut ablösen und jeder seinen Kurzschlaf machen. Die Berufskollegtruppe hat uns irgendwann überholt. Sie fuhren um 17 Uhr los und waren um 6 Uhr an der kroatisch-bosnischen Grenze. Ein Polizist hat sie zum Weiterfahren bewogen, als sie dort erste Filmaufnahmen machen wollten.
Wir sind morgens um kurz nach 8 Uhr mit kleinen Pausen mit unserem Opel-Transporter mit Anhänger angekommen.
Wir hatten das Vergnügen fünf (!) Stunden dieses Mal auf unsere Papieren zu warten. Irgendwie wurden erst die LKWs abgearbeitet. Nach drei Stunden kam Mirsada Hodzic von der Einrichtung Radosti Druzenjia und die in Serbien geboren Schülerin Marijana Aleksic, um beim Übersetzen und Dolmetschen an der Grenze zu unterstützen. Dann funktionierte der Ablauf besser.
Wie müssen geduldig warten auf den Zoll.Der Schlaf kommt…
Im Laufe der sitzenden Zeit auf der alten Holzbank vor dem Haus der Spediteure wollten die Zollbeamten für die alten Computer mehr Zollgebühren als letztes Jahr. Das verzögerte alles wieder um eine Stunde.
Herbert Schröer ist glücklich! Endlich können wir weiter nach fünf Stunden warten…
Warum wird das gemacht? Es sind humanitäre Güter, die kostenlos verschenkt werden und müssen noch trotzdem an den Staat mit einer Gebühr bezahlt werden.
Ich empfinde das einen Affront gegenüber kleinen Vereinen und Spendern. Aber so sind die Gesetze.
Als wir endlich ankamen gegen 13.30 Uhr hing unser Magen in den Füßen. Mirsada besorgte für jeden eine große Portion Cevapcici in einer Teigtasche, wie ein Döner nur mit Fleisch und Zwiebeln.
Die Delegation des Medienkompetenzkurs vom Berufskolleg Bottrop war morgens angekommen und hat die Situation genutzt und erste Filmaufnahmen mit der Einrichtung und Mirsada Hodzic gemacht.
Die Cevapcici-Tasche mit Zwiebeln- Alle haben riesigen Hunger. Veganer haben da schlechte Karten.
Wir haben noch aus dem Anhänger die Waren an das Haus übergeben und in die beiden Transporter umgeräumt, die wir am nächsten Tag abgeben wollen. So kann der Anhänger stehen bleiben in den drei Tagen, die wir noch unterwegs sind.
Alles muss raus und umgepackt werden!
Am Abend wurden noch Lebensmittel besorgt zur Versorgung im nahen Supermarkt und gemütlich zusammen gegessen bis nach ein paar frischen kroatischen kalten Bieren an dem warmen Tag die Augen zufielen und die Körper den fehlenden Schlaf einforderte.
18 Stunden Fahrt mit unterbrochenen Kurzschlafphasen, 5 Stunden Zollabfertigung in der sommerlichen Hitze und die Unräumaktion waren um 22 Uhr Geschichte.
Tag 1 ist geschafft! Jetzt geht es erst richtig los.
Infos zum Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V.
Fotostrecke zur Abfahrt und Ankunft Fotos (c) André Brune
Ein großer Dank an die Schülerin vom Berufskolleg Bottrop Marjanna Aleksic, die durch ihre serbischen Sprachwurzeln uns unglaublich gut helfen konnte beim ZollA9 bei WürzburgAbtei Schwarzach am MainFreizeitpark GeiselwindDeutsch-Österreicherischer Grenzübergang bei SubenErdbeermond-Aufnahme-Versuch während der FahrtTunnel in Hinterlainsach, Obersteiermark, ÖsterreichBuggy entdeckt an der TankstelleMautstation Gorni Macelj, KroatienHinter der MautstelleDie Sonne geht wieder auf in Gorni MaceljAuf dem Autobahn-Rastplatz wird Werbung für das kroatische Gebiet von Zagorje gemacht. Es gibt Neandertalspuren vor Ort.Herbert übernimmt meine Fahrt
Kurz vor Ličko Petrovo Selo, Kroatien
Hundegefühle plus Flaschengefühle am Zollgebäude
Es geht weiter. Erste Moschee hinter der Grenze.Angekommen in Radosti Druzenjia in Bihac. Der Anhänger wird ausgepackt und umgepackt.Der erste Sonnenuntergang in Bosnien in Bihac. Gute Nacht!
Eine besondere Situation war es für mich heute bei einer Stolpersteinverlegung für die Familie Meyer in Bottrop beizuwohnen aus verschiedenen Gründen.
Zum einen kam Liesel Appel extra aus den USA mit ihrer Familie. Denn ihre Familie hatte hier gewohnt und die Macht der Nationalsozialisten unmittelbar erlebt. Liesel hatte nachgeforscht und ein Buch erschien darüber. Wir haben uns die Hände geschüttelt und uns umarmt als wenn wir uns länger nicht gesehen hätten.
Es war sehr rührend. Liesel übergab mir ihr Buch über das Ereignis, was sich auf der Gladbecker Straße 334 in Bottrop in ihrer Kindheit zugetragen hat. Natürlich wollte ich ein Autogramm. Das Buch ist leider vergriffen. Es wird in einem Podcast von mir besprochen werden.
Ich habe die bedeutsamen und hervorragenden Reden von ihr und Oberbürgermeister Bernd Tischler komplett aufgenommen, auch persönlich bekommen und werde über die Stolpersteine berichten mit einem Podcast mit dem Initiator Oliver Schwittay. Er hat das Verlegen in die Wege geleitet. Wenn es möglich ist, werde ich per Zoom nochmal mit Liesel sprechen.
Familie Schwittay mit Liesel Appel
Die Geschichte…
… ist die eines Babys, das bei der Reichsprogromnacht aus dem Fenster geworfen wurde und von einem Mann aufgefangen wurde, der selber ein Nationalsozialist war, wie Liesel Appel bei ihren Recherchen erfuhr. Die Geschichte ist, wie ein Hollywooddrama von Spielberg. Das Kind wurde gerettet, versteckt, überlebte und kam nach Palästina. (mehr Infos folgen im Podcast)
Dort auf der Straße hatte ich 9 Jahre lang nur wenige Häuser weiter mit meiner Schwester eine Fußpflegepraxis. Von dieser Geschichte hörte ich damals zufällig durch eine Kundin, die in unmittelbarer Nachbarschaft gewohnt hatte. Mittlerweile schon lange unter der Erde, hätte sie vielleicht noch was dazu sagen können oder auch nicht. Doch in dieser Geschichte war es der damalige Kommunist Clemens Kraienhorst, der zufällig drunter hergeschlendert kam und das Kind gerettet haben soll.
Es ranken sich tatsächlich mehrere Legenden um diesen Bottroper Fenstersturz. Aber dieser blieb mir im Gedächtnis. Definitiv werde ich darüber ausführlicher berichten allein deswegen.
Dann gab es zwei weitere Ereignisse, die mich hin und her bewegt hatten. Zum einen wurde wegen meiner Anwesenheit bei der Stolpersteinverlegung die Abfahrt der Hilfsfahrt nach Bosnien-Herzegowina mit dem Verein Aktion Leben und Lernen um eine Stunde nach hinten geschoben und kurz vor der Stolpersteinverlegung bekomme ich den Anruf, dass eine liebe Tante von mir verstorben ist. Ich wollte ursprünglich auch wegen der Situation der palliativen Pflege ab heute kurzfristig absagen. Aber jetzt bin ich unterwegs. Komme auf andere Gedanken. Kann Menschen helfen, die Unterstützung brauchen.
In manchen Situationen ist es wahrlich schwer zu entscheiden. Ich danke meinen Cousinen, Simone und Andrea, die die Vorbereitungen der Beerdigung treffen. Wenn ich wieder da bin, unterstütze ich, wo es nötig ist. Logisch!
Oberbürgermeister von Bottrop Bernd Tischler mit Liesel Appel bei den eingesetzten Stolpersteinen der Familie Meyer
So ist das Leben. In der Vergangenheit, wie zur Zeut sterben Menschen wieder durch Kriege und politische Hetze, aber eben auch mit oder ohne Schmerz im Alter. Die einen erleben ein neues Leben durch Rettung, die anderen können auch Ärzte nicht mehr retten.
Die Geschichte der Familie Meyer sollte nicht vergessen werden. Meine Tante Raphaela wird in meinem Herzen sein. Unvergessen. Mit dem Hintergedanken, dass ich nicht so viel Zeit hatte, einen Teil meines Lebens mehr mit ihr verbringen zu können.
Die Geschichte geht weiter. Es sollte immer gemahnt und erinnert werden, an Menschen gedacht werden, die man geliebt hat und weiter lieben wird. Es sollte an Menschen gedacht werden, die wir nicht kennen, die gelitten haben, denn das könnten wir sein in einer Zukunft, die wir so nicht erleben möchten, was die Familie Meyer erlebt hat.
Mein Tante hat die Jahrzehnte in Frieden in Europa gelebt. Jetzt ist der innere Frieden von vielen Seiten bedroht. Und keiner weiß, was die nächsten 80 Jahre in Europa bringen werden.
Die Stolpersteine stehen für die Erinnerungskultur, die eine besondere Partei nicht mehr auf der Agenda stehen haben möchte. Ich betone: Erinnerung ist wichtig, damit die Geschichte sich in der Form von damals hoffentlich nicht wiederholen wird.
Und jetzt bin ich auf der Autobahn in Richtung eines Landes, das immer noch tiefe Wunden des Krieges hat. Auch dort können Stolpersteine verlegt werden für die Gräuel, die vor 30 Jahren an der Tagesordnung waren bei den eigenen Nachbarn. Das war und ist Bosnien-Herzegowina. Und der Ort Srebrenica steht für einen modernen durchgeführten Holocaust an der bosnischen Bevölkerung. Auch hier muss man nach vorne Schauen, Frieden stiften, erinnern und für Völkerverständigung werben. Nur Zusammen und solidarisch kann uns ein gutes und friedliches Leben für die Zukunft bringen, egal wo wir Menschen leben. Lieben, nicht Hassen, füreinander einstehen, nicht aufeinander hetzen mit Lügen und Gewalt.
Grube Georg – Eisenerzbergbau an der A3 in Oberhonnefeld im Westerwald
Die Ausstellung im August – Everding – Kulturzentrum zeigt eure Eltern, Groß oder Ur-Großeltern, wie sie zum Zeitpunkt des Einmarsches der 35. US-amerikanischen Division die sogenannte Stunde Null erlebt haben mussten in Bottrop und Anderswo. Sie beendeten den Krieg vor Ort am 28.3.1945. Sie ist für alle aus dem Ruhrgebiet interessiert gemacht. So sah es überall aus und so war es für jedes Kind damals.
Der Krieg ging aber für Deutschland noch bis zur endgültigen Kapitulation bis zum 8.5.1945 weiter, auch wenn das Herz der Kriegsmaschine Hitlers, das Ruhrgebiet, schon längst eingenommen wurde.
https://youtu.be/S9AYxy-LQ_4?si=g2rwoDBonVZSzcyh
Auf den ausgestellten schwarz-weiß Fotos sind spielende, musizierende, hungernde Kinder zu sehen, die versuchen zwischen den Ruinen ein relativ normales Leben zu führen.
Wir können es heute 80 Jahre nach der Befreiung von Hitlers Nazideutschland nur in kleinen Fotorahmen, den Erzählungen von Überlebenden, in der Videoinstallation oder die Leihgabe der echten Exponate der Army von der Familie Siebert, die sich Liberating Gelsenkirchen nennen, verstehen lernen.
Niemand kann sich heute aktuell den Hunger und den täglichen Kampf ums Überleben von damals noch vorstellen. Außer man schaut sich die aktuellen Nachrichten aus Gaza oder den Frontlinien in der Ukraine an.
Wir gehen heute in den Supermarkt und kaufen, was wir brauchen. Damals gab es nichts mehr. Die komplette Wirtschaft war zusammen gebrochen. Soviel zum totalen Krieg den Göbbels in einer Rede vom Zaun gebrochen hat, als schon klar war, dass Deutschland den Krieg nicht mehr gewinnen konnte.
Verbrannte Erde, Zerstörung und unendliches Leid und Tod durch diese faschistische Ideologie gingen für noch viele Menschen daraufhin in die Geschichte ein.
In dieser Ausstellung werden die Kinder in den Vordergrund gestellt mit Fotos von Fotos aus der Sammlung von Michael-Andreas Wahle. Sie sind gefunden worden als die Briten abzogen. Der Fotograf ist nicht zu ermitteln gewesen. Einige können auch aus Berlin stammen, weil man den Rosinenbomber sieht, der damals den Westteil versorgte. Im Erdgeschoss sind neben der Videoinstallation den Erlebnisberichte von Bottropern, auch Lebensmittelkarten, Hygieneartikel und ein berühmtes Carepaket zu sehen.
In der zweiten Etage im Rahmen von ‚Stunde Null‘ sind Fotos aus dem Stadtarchiv, die festgehalten haben, als die amerikanischen Soldaten Bottrop eingenommen haben und endlich kein Schuss mehr fiel. Wenige Tage später tauchten die Briten auf, die das Ruhrgebiet besetzt hielten und die Verwaltung übernommen haben für einen Neustart.
Auf einem Foto sieht man vor dem Postgebäude eine Militärparade.
Auf einer Pinnwand sieht man Informationen der Besatzer und die Bottroper Nachrichten, die in Deutsch und Englisch Informationen der Militärregierung der Briten mitgeteilt.
Die Gespräche mit den Kindern von damals sind schon 2005 von der Stadtarchivarin Heike Biskup zum 60. Jahrestag aufgenommen worden. Drei Stunden Filmmaterial lassen einen die Zeit nicht kalt werden und sind ein wichtiges Zeugnis für die Erinnerungskultur.
Heike Biskup hat umfangreiche Recherchen für diese Ausstellung aus britischen und amerikanischen Nationalarchiven zusammengestellt. Private Leihgaben mit Objekten und Dokumenten aus der Zeit machen die Ausstellung, die auch für Menschen aus dem gesamten Ruhrgebiet interessant sind, nahbar.
In der Innenstadt sind an einigen Stellen Banner aufgestellt, wie es zum Zeitpunkt der Stunde Null mit den Kriegszerstörungen ausgesehen hatte. Jetzt wurde auf dem Youtube-Kanal der Stadt Bottrop der historische Rundgang von der Stadtarchivleiterin Heike Biskup zu den Standorten der Banner veröffentlicht:
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Von dem Liberation Weekend am 11. und 12. April, habe ich schon berichtet und ein kleines Interview und Podcast zusammengestellt mit Melanie, Jonas und Philipp Siebert von Liberating Gelsenkirchen :
Sie übernachteten in den Zelten der aufgebauten Sanitätsstation, wie es damals für die Menschen gewesen sein musste so ohne Strom.
Um die Geschichte von damals erlebbarer zu gestalten hat die Stadt Bottrop mit Liberating Gelsenkirchen zusammengearbeitet. Der Militaria – Experte Philipp erzählte den Besuchern die 3D – Modelle und Munition, sowie das Chirurgenbesteck, die verwendet wurden, um die Geschichte im Rahmen der Ausstellung erlebbarer zu machen.
Außerdem wurde und sind spezielle Filme und Lesungen im Filmforum an bestimmten Tagen zu sehen sein auch über die Ausstellung hinaus. Wer nun das alles nicht geschafft hat und trotzdem es sehen wollte, der hat nun in der Fotostrecke die Möglichkeit die Bilder zu sehen und einen Film aus der Videoinstallation. Damit die Ausstellung nicht ganz in Vergessenheit gerät.
Die Ausstellung ist noch bis zum 10.5.2025 im August Everding Kulturzentrum auf der Blumenstraße 12-14 kostenlos zu besuchen.
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