Eröffnung der Manifesta-Ausstellung „auf.atmen“ in Bottrop I Flaschengefühle von Andre Brune in der St.-Franziskus-Kirche

Ausstellungseröffnung im Rahmen der Manifesta 16 Ruhr

Am Samstag, dem 1. August 2026, eröffnet das Künstler Kollektiv Bottrop die Ausstellung „auf.atmen“ in der ehemaligen St.-Franziskus-Kirche in Bottrop-Welheim. Und ich bin ein Teil der vielen tollen Kunstwerke, die dort zu sehen sind in der sehr besonderen Kirche. Sie bekommt nach drei Jahren Leerstand neues Leben „eingeatmet“ mit Kunst, die dann „ausatmen“ wird und lässt die schlafende Umgebung „auf.atmen“ für Neues. Die Ausstellung ist Teil der regionalen Manifesta Biennale-16+Ruhr.

Als Mitglied im Künstler Kollektiv Bottrop bin ich mit drei Kunstwerken selbst mit zwei Arbeiten aus meinem Kunstaktionsprojekt „Flaschengefühle“ dabei. Ein weiteres kleines fotografisches Werk ist leicht versteckt am Drahtkunstwerk zu finden. Es ist mit dem Innenraum und der gespiegelten Natur an der St.-Franziskus-Kirche entstanden.

„Auf.Atmen“ – eine Kirche wird zum Kunstraum

Die ehemalige St.-Franziskus-Kirche wird während der Ausstellung zu einem lebendigen Ort für Kunst, Begegnung und Gespräche mit Workshops.

Ab 11 Uhr ist Samstag die Eröffnung und ab 14 Uhr geht es mit Reden in den offiziellen Teil über.

Die vielen verschiedenen Kunstwerke fließen zum Teil in die Bedeutungsebene hinein zum Thema „aufatmen“ oder verbinden auch die Kirche selbst.

Die Künstler und Künstlerin beschäftigen sich im Rahmen des Mottos mit gesellschaftlichen, ökologischen, politischen oder persönlichen Themen. Dabei ist die Architektur der 1960er Jahre mit ihrer Holz-Beton-Fenster-Fassade ein besonderer Augenschmaus.

Sogar Alt-Bottroper*innen haben den Welheimer Friedhof nicht mehr auf dem Schirm. Die Kirche liegt dort hinter Bäumen versteckt. 

Allein der große sakrale Raum wird zu einem besonderen Raum der Ausstellung.

Mit „Flaschengefühle“ dabei

Zwei Arbeiten aus meinem Kunstaktionsprojekt „Flaschengefühle“ werden dort ausgestellt. Das Drahtkunstwerk, dass spontan von mir entwickelt wurde, sieht nicht perfekt aus. Soll es auch nicht. Es ist so, wie der Mensch: Nie fertig.

Doch es atmet etwas aus. Es sieht wie die Kirche aus. Es hat die Dächer, aber nicht eins zu eins im Modell nachgebaut. Es ist und wirkt eingefallen und wird durch nicht vollen Flaschen gehalten.

Die Größe verlangte es vor Ort fertig zu stellen. Hier ist es aber noch nicht fertig. Da kommt noch was.

„Über Halbleere“ zeigt nicht nur das Zitat von Gott in der Bibel „Mach dir die Erde untertan“ (Genesis 1,28), das bis heute missverstanden wird, die Erde auszubeuten, statt sie zu bewahren. Das Kunstwerk zeigt, wie wir heute noch damit umgehen. Unachtsamkeit und Egalhaltung zu einer Verschlimmerung des Planeten Erde wird, aber auch gleichzeitig, dass der Glaube durch Kommerz und falschen Propheten abgelöst wurde und wir so weiter tun, als hätten wir unendlich viele Leben.

Die Kirche allgemein ist nicht nur halb leer. Sie ist mehr als halb leer. Sie ist keine Kirche mehr, weil es nicht genug Schäfchen gibt. Die nicht mehr gläubigen Schäfchen machen aber mit der Erde Untertan machen weiter. Flaschen sind nicht das einzige Modul, sondern viele verschiedene Müllprodukte habe ich in zwei angedeuteten Lungenflügeln unterhalb der umgedrehten halbleeren Flasche mit einer sich auflösenden Zigarette eingebaut. In der einen ist eher die Luft zum Aufatmen, in der anderen eine Flasche halbvoll mit gerauchten Zigaretten. Drumherum sind in den Ecken die Betonfeiler angedeutet. Die Flaschen enthalten die vier Elemente: Luft, Wasser, Feuer und Erde. Doch Feuer und Erde hängen in der Luft. Darunter Müll. Feuer entsteht durch Müll. Die Stützpfeiler werden Einliterflaschen von einem großen Konzern, der Wasser aus Brunnen nutzt, um weltweit das Wasser mit Zucker zu verkaufen. Die Erde wird weiter verseucht und ausgebeutet. Zigaretten sind oft auch Brandbeschleuniger in Waldgebieten, Flaschen können es auch sein. Gefunden habe ich die weitere Müll-Utensilien vor der Kirche und sie entsprechend platziert. 

Ansonsten habe ich schon mindestens 6000 weggeworfene, abgestellte oder achtlos zurückgelassene Flaschen fotografiert. Ein Gedicht über die gefundenen Reifen erzählt das Kommen und Entfernen, damit die Natur wieder „aufatmen“ kann. Die Arbeiten sollen nicht nur kritisieren. Sie sollen zum genaueren Hinsehen, zum Nachdenken und zum Gespräch und vor allem Vermeiden von Müll anregen.

Ein Foto aus der St.-Franziskus-Kirche

Neben den beiden Arbeiten aus „Flaschengefühle“ zeige ich ein kleines Foto, das direkt an der ehemaligen St.-Franziskus-Kirche entstanden ist.

Durch eine Spiegelung in den Fenstern der Eingangstür ergab sich ein überraschendes Motiv. Da es zwei Tage vor dem Abgabetermin entstanden ist, konnte ich nicht anders als es kurzerhand in einen kleinen Bilderrahmen zu packen, weil ein größerer Druck leider länger gedauert hätte. So wird es eine Entdeckung für Besucher und Besucherinnen sein.

Das Bild zeigt, wie Kunst manchmal in einem sehr kurzen Augenblick entsteht – durch Licht, Architektur, Spiegelungen und den richtigen Blick.

Gerade an einem Ort wie der St.-Franziskus-Kirche wird deutlich, wie stark sich ein Gebäude je nach Perspektive verändern kann, vor allem mitten in der Natur, die so in dem Stadtteil nicht erwartet wird.

Bottrop ist Teil der Manifesta 16 Ruhr

Bottrop gehört zum erweiterten regionalen Programm der Manifesta 16 Ruhr. Das Hauptprogramm bespielt zwölf Kirchen in Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und Bochum. Mit dem Manifesta-16+-Programm werden weitere lokale Projekte in einigen anderen Ruhrgebietsstädte gefördert. Wichtige Impulse gehen von lokalen Künstlern aus. In den alten Gemäuern kann nicht nur über Kunst gesprochen werden, sondern was passiert mit ihnen im Zuge der Leerstände. In ihnen geht es um Kunst, Gesellschaft und die Zukunft der bestehenden Gebäude. Weitere genauere Informationen kommen im nächsten Beitrag über die Manifesta Biennale.

Kunst und Industriekultur in Welheim

Wer die Ausstellung besucht, sollte einen Spaziergang in die benachbarten Gartenstadt Welheim machen. Die historische Arbeitersiedlung ist Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden und war für die Beschäftigten der nahe gelegenen Zeche „Vereinigte Welheim“ die erholsame Unterkunft nach harter Arbeit.

Geschwungene alleeartige Straßen, unterschiedliche Haustypen, die an ein kleines Bauerndorf erinnern, kleine Vorgärten, versteckte große Gärten und begrünte Freiflächen verleihen der Siedlung bis heute einen besonderen Charakter. Der Stadtteil erzählt von vergangener Industriegeschichte, vom Leben der Bergarbeiterfamilien und ihren lebenswerten Wohnquartieren. So verbinden Besucher und Besucherinnen zeitgenössische Kunst mit Kirchenarchitektur und ein Teil der Ruhrgebietsgeschichte.

Einladung zur Ausstellungseröffnung

Ich lade euch herzlich zur Eröffnung von „Auf.Atmen“ ein.

Die Ausstellung beginnt am Samstag, dem 1. August 2026 ab 11 – 19 Uhr.

Ich selbst zum offiziellen Teil mit Reden ab 14 Uhr vor Ort.

Um 12 und 16 Uhr gibt es auch eine Performance jeweils von Gilda Bräuer, die das erste Aufatmen und eine Kriminalgeschichte aus dem 17. Jahrhundert verbindet.

Ich freue mich auf Gespräche über meine Arbeiten, damit das Projekt „Flaschengefühle“ weiter getragen kann. Ich wünsche mir für die ehemalige Kirche, dass sie als stadtteilprägende weltliche Institution weitergeführt wird und die Ausstellung einen gangbaren Weg in eine besondere Zukunft führen wird.

Ausstellungseröffnung „Auf.Atmen“

Samstag, 1. August 2026

Öffnungszeit:
11 bis 19 Uhr

Ort:

Ehemalige St.-Franziskus-Kirche
An St. Franziskus 6
46238 Bottrop

Eintritt:
frei

Mehr Infos und aktueller Kalender:

https://kollektiv-bottrop.de

Zur Manifesta:

https://www.manifesta16.org

FAZIT

Kommt vorbei, entdeckt die unterschiedlichen Kunstwerke und verbindet euren Besuch anschließend mit einem Spaziergang durch die Gartenstadt Welheim.

Ich freue mich auf euch.

Glück auf! ⚒️

Fotos (c) André Brune

Revierkunst 2026 – Kreative Visionen in der Henrichshütte Hattingen I +Fotos I +Video mit Interviews

Seit 2012 gehört Revierkunst zu den wichtigsten Messen für zeitgenössische Kunst im Ruhrgebiet, die in historischer Industriekulisse im Revier gezeigt werden. Diesmal waren es 600 Werke von 77 Künstlern auf 3000 m² im Gebläsehaus der Hattinger Henrichshütte, dort wo einst Hochöfen glühten und Stahl produziert wurde.

Jede Stilrichtung war so unterschiedlich bis ungewöhnlich, auch nachhaltig und regte zum Nachdenken an. Ich war zum ersten Mal da, wollte einfach nur gucken, doch dann konnte ich nicht anders und hab bis der Akku alle war, spontan Interviews geführt. Mir ging es nicht um die Tontechnik, sondern um die Begeisterung einzufangen:

Als wir die historische Henrichshütte in Hattingen betreten, wird schnell klar: Die Revierkunst ist weit mehr als eine klassische Kunstausstellung. Zwischen den gewaltigen Industriehallen begegnen sich Vergangenheit und Zukunft, Industriekultur und moderne Kunst, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung. Der Rundgang ist eine Entdeckungsreise durch die Gedankenwelt von Künstlerinnen und Künstlern, die das Ruhrgebiet mit ihren Werken bereichern.

Bisher war ich noch nie dort, weil sich das zeitlich nicht ergeben hat. Meine Frau Ewa war ebenfalls begeistert. Wir trafen dort eine bekannte polnische Künstlerin, die wir aus der Bochumer Deutsch-Polnischen Gesellschaft kennen.

Monika Natalia Mazur (rechts) stellte ihre großen gehörnten Portraits vor. Da sie in Italien lange Zeit lebte, nennt sie diese Werke Cornuti. Im übertragenen Sinne ein Hahnrei. Die gehörnten Frauen, die in der Ehe betrogen wurden.


Chronik der Revierkunst

Einer der wichtigsten Messen für zeitgenössische Kunst in Deutschland ist die Revierkunst im Ruhrgebiet geworden. Die Kulisse ist immer eine ehemalige Industrieanlage, um die Kunst auf eine besondere Weise erlebbar zu machen.

2012 – Der Anfang

In der Zeche Carl war der Startschuss mit dem Ziel Künstler und Künstlerinnen aus dem Ruhrgebiet eine Plattform zu bieten und sie über den Ruhrpott hinaus bekannt zu machen. Mit dem historischen Kontext der Industriekultur wurde das zu einer großen Kunstmesse, die Galeristen und weitere Künstler und Künstlerinnen anzog, um auszustellen und auch gekauft zu werden.

Revierkunst wurde zur Marke in Sachen Kunst im Ruhrgebiet und zog Besucher aus Nah und Fern an. Sie war unter anderem in der Rotunde, dem „Alten Katholikenbahnhof“ in Bochum 2013 und 2014.

In den zwei darauffolgenden Jahren wurde das Alte Museum am Ostwall für drei Tage genutzt, weil das Haus durch den Umzug der expressionistischen Werke ins Dortmunder U umgezogen ist. Der Abriss drohte, doch es wurde durch eine Bürgerinitiative verhindert. Heute ist das Bauhaus – Archiv seit 2016 drin.

Von 2017 bis 2020 wurde in der Hertener Zeche Ewald in den Räumen der Schwarzkaue, Lohnhalle und Lampenstube  auf 2000 qm eine Kunstzone.

Seit 2021 ist es nun regelmäßig in dem LWL-Museum Henrichshütte in Hattingen in der Gebläsehalle, der alten Maschinenhalle und den darunterliegenden Katakomben mit einer Gesamtfläche von 3000 qm.

10000 Menschen arbeiteten auf dem riesigen Gelände. Heute kommen an einem Wochenende nochmal diese Anzahl zusammen, um Kunst zu bestaunen.


Revierkunst – Wo Industriekultur auf zeitgenössische Kunst trifft

Zwischen harter Arbeit, Rauch und Ruß entstanden schon früh besondere Kunstwerke, die über das Ruhrgebiet hinaus bekannt wurden. Viele Künstler sind über die Grenzen auch berühmt geworden. Kunst und Industrie passte immer schon ins Ruhrgebiet. Durch den Strukturwandel zwischen den stillgelegten Industrieflächen von ehemaliger Kohleförderung und Stahlherstellung entsteht, wie aus einem Phoenix aus der Asche ein Kessel Buntes. Der große Reiz in der Henrichshütte ist die lebendige Kunstszene vor Ort, die bei diesem Kunstevent zeigt, wie eng Kunst, Arbeit, Leben im Ruhrgebiet beieinander liegt und wie es miteinander verbunden ist.

Kunst anders erleben

Bei „Revierkunst“ werden nicht die sterilen Ausstellungshallen genutzt, sondern außergewöhnliche Orte der Industriekultur, die gleichzeitig eine Bühne für die zeitgenössische Kunst werden. Einst ratterten Maschinen und die Stahlkappenschuhe schlurften über den harten Betonboden. Heute laufen in schicken Schuhen und Sandalen Menschen aus allen Altersklassen durch die heiligen Hallen ehemaliger Arbeit und schauen sich Skulpturen, Malereien, Fotografien, Installationen und digitale Kunst an.  

Dabei wird die industrielle Kulisse ein Teil des Kunsterlebnisses vor verrosteten Hebeln, Rohren und analogen Anzeigen. Die modernen Kunstwerke werden zu einem starken lebendigen Kontrast zur alten toten Industrie. Hier werden Entdeckungen gemacht, wie bei einem Chemielaborant, der neue Elemente für das Periodensystem im Reagenzglas findet.

Die kreative Seite des Ruhrgebiets

Revierkunst ist eine Bühne für die Kunstschaffenden der Region und darüber hinaus. Sie ist eine Plattform, um sich einem breiteren Publikum zu zeigen, als in einer kleinen Galerie. Hier ist das Zeigen und Gesehen werden ein wichtiger Schritt für alle Teilnehmenden zwischen Tradition und Innovation auf zu neuen kreativen Höhen. Kunst zum Anfassen, lebendig und nahbarer als es bei den vorhandenen klassischen Museumsräumen der Fall ist.

https://findart.cc

Industriekultur als Inspirationsquelle

Die Themen sind vielfältig: Wandel, Identität, Arbeit, Migration oder das Verhältnis von Mensch und Umwelt. Die industrielle Vergangenheit dient dabei häufig als Inspirationsquelle. Gleichzeitig zeigen zahlreiche Arbeiten den Blick in die Zukunft und verdeutlichen, wie vielfältig sich das Ruhrgebiet heute präsentiert.

Entdecke die kreative Seite beim kulturellen Aushängeschild des Reviers

Das Revier hat sich in den letzten 150 Jahren immer wieder neu erfinden müssen. Revierkunst bietet jährlich eine Verbindung der Geschichte, aus Vergangenheit, Gegenwart und auch die Zukunft. Wer das Ruhrgebiet verstehen möchte, sollte nicht nur Fördertürme und Halden besuchen, sondern auch die kreative Seite entdecken, auch wenn man nicht viel für Kunst übrig hat. Es macht Geschmack auf mehr Kunstlandschaften, die das Ruhrgebiet bunter gemacht haben und das Ruhrgebiet mit den ein oder anderen Veranstaltungen über die Region hinaus Beachtung schenkt.

Mehr Infos:

https://revierkunst.com

Instagram: @revierkunst

Facebook: revierkunst

Der Gang durch die Ausstellung in der Henrichshütte

Auf ging es durch die erste Halle nach der Schlange an der Kasse, die ein ständiger musealer Bereich ist, den ich immer noch nicht besucht hatte. Ein paar Treppen höher stachen mir schon Superhelden ins Auge, die ich mag: Superman und Batman, aber in einer anderen comichafter Form, als ich sie kenne. Ein dickgewordener Superman, der auf seinen Bierbauch stolz ist und darauf erstmal eine Dose Red Bull trinkt. Darauf zu kommen sie mit modernen Problemen zu mixen und sie entsprechend normal wirken lassen, fand ich genial. Oder was ist, wenn Pippi Langstrumpf plötzlich Drogenabhängig werden würde. Es wäre nicht mehr die heile Kindheitswelt, die wir von Astrid Lindgren kennen, sondern die Hoffnung, dass sie aus dem Sumpf wieder rauskommt. Von Batmans 50 Shades of Grey mit Catwoman wollen wir gar nicht erst diskutieren. Haben Superhelden eine spezielle Form von Sexualität oder gar keine? Sebastian Kaufhold aus Bochum hat auf jeden Fall einen richtigen Riecher in Sachen Umgang mit dem Mainstream auf ironische satirische Weise.

Es folgte ein Fotokünstler, der zum vierten Mal dabei war. Michael Grigat setzt sich zeitkritischen mit der  Gegenwart auseinander.

Die Fotos aus der Reihe „Der Ewige Kreis“ zeigt ein Muster. Er reduziert, direkt und ohne Auflösung, sondern Reibung, so steht es in seiner Beschreibung. Seine Fotos kratzen nicht nur an der Oberfläche, sie reiben einen die Schuppen von den Augen.

Macht verschwindet nicht. Sie verändert nur ihr Gesicht. Was als Fortschritt erscheint, ist oft nur eine Verschiebung. Was überwunden scheint, kehrt in anderer Form zurück. So stellt er seine Fotokunst vor.

Die Fotos zeigen Hitler scheinbar als Transmensch. Der übergroße Bart mit dem rechten Scheitel, ein böser Blick und dann kommt auf die Beine eine Strapse, die den brutalen Diktator in einem anderen Licht erscheinen lässt. Hat er damals vielleicht Eva Brauns Strapse in einer einsamen Stunde angezogen, um sich vor dem Spiegel ganz locker zu machen?

Die sprühende Ironie der Bilder ist eher die Ironie der Geschichte, die sich in anderer Form wiederholt, wie schon erwähnt.

Mehr über Michael Grigat aus Datteln könnt ihr hier erfahren:

@moorpicture – Instagram

@ruhrpotzblitz  – Instagram

https://moor-picture.de

Ruhrpott in 3D von Michael Wienand

Eindrucksvoll waren auch die 3 D-Kunstwerke von Michael Wienand. In den kleinen Rahmungen wurden filigran kleine Illustrationen zu einem ganz großen Bild zusammengefügt. Auch die Henrichshütte kam vor.

Viele Interessierte schauten sich die Kunstwerke an und schwelgten in Nostalgie, wie bei dem Bild über die Bude, den Hinterhof mit einem Manta oder bei Omma zu Hause.

Die Technik besteht aus Aquarellierte Tuschezeichnungen auf Karton, die dann ausgeschnitten werden und dann zu dieser Tiefenoptik zurechtmontiert werden.

Michael Wienand ist mehrere Jahrzehnte als Bühnen- und Museumbildner unterwegs gewesen und greift den Alltag der Menschen im Revier auf, um sie in einem kleinen Kosmos wiederfinden zu können. Was so einfach aussieht, kann die Arbeit dahinter nur erahnen.

Diese Kunstwerke sind ein Alleinstellungsmerkmal mit viel Ruhrpott-Gefühl vom Dortmunder Künstler und können in seinem Atelier angesehen und gekauft werden:

https://atelier-wienand.de

@michaelwienand • Instagram

Hermann Bentrup nutzt Speermüll in Postkartengröße

Der autodidaktische Künstler Hermann Bentrup aus Rech macht Mal-Schichtarbeiten auf Postkartengröße, die aus Sperrmüll, also Rückplatten von alten Möbelstücken, bestehen.

Der Inhalt ist entscheidend: Die Motive sind hauptsächlich Landschaften und können theoretisch auch als besondere Postkarte in die Welt geschickt werden. Besser ist es allerdings die eigenen vier Wände damit zu schmücken.

Hermann Bentrup hat 2021 mit Malereien und Fotografien die dramatischen Veränderungen des Ahrtals künstlerisch festgehalten.

Zur Zeit hat er ein aufrüttelndes Projekt in Rheinbach: Demokratie liegt uns zu Füßen. Der Kerngedanke ist, dass Demokratie kein Zustand ist, sondern immer in Bewegung. Mit knalligen orangen Farben sorgt er mit Schablone und Sprühfarbe auf den Wegen, ob wir stehenbleiben und drüber nachdenken, wie wir mit ihr umgehen oder einfach ignorieren würden.

https://docb-mabl.de

www.blick-aktuell.de/Bad-Neuenahr/Hermann-B-dokumentiert-mit-Kunst-den-Wandel-im-Ahrtal-nach-der-Flut-659002.html

www.rheinbach.de/kunst-findet-stadt/outdoor-ausstellung/dr-hermann-bentrup

@hermannbentrup • Instagra

Fatia Pindra hat einen politischen Blick

Die 1971 geborene Düsseldorferin schuf ein dreiteiliges Werk über schwarze Lebensrealitäten im Nationalsozialismus. Der Ausgangspunkt der künstlerischen Auseinandersetzung waren Recherchen über Schwarze Menschen im Nationalsozialismus für ihre Magisterarbeit in Geschichte. Sie befasst sich als politische Künstlerin auch mit Femiziden auseinander. Auch die Frage, ob Menschen mit anderer Hautfarbe zu Deutschland gehören, nimmt sie künstlerisch um mit ihrer Tufting-Kunst.


Was ist Tufting?

Auf einem groben Leinwandstoff wird mit verschiedenen Tufting-Geräten eingewoben. Eine manuellen „Tufting-Pistole“ schießt sozusagen Fäden in den gespannten Tufting-Stoff. So entstehen durch die einzelnen Fäden große textile Kunstwerke.


Sie zeigt auf dem Werk Dorothea Katharina Leyseck, die eine Tochter eines afroamerikanischen Zirkusbesitzers und einer weißen Deutschen war. Sie musste sich als Deutsch-Südwestafrikanerin ausgeben, um unter den Nazis zu überleben. Trotzdem wurde sie zur Zwangsarbeit in einer Fabrik eingesetzt.

Ludwig M´bebe Mpessa, der unter dem Pseudonym Louis Brody ein bekannter Schauspieler war. Er wirkte in 30 Filmen mit. Er überlebte das Regime der Nazis, weil er immer wieder besetzt wurde für koloniale Filmproduktionen oder wurde bei der staatlich kontrollierten „Deutsch-Afrika-Show“ eingesetzt. Wie seine Psyche aussah, hätte ich gern erfahren.

Ulfo Peters wurde 1934 in Hamburg geboren. Sein Vater Afrikaner, seine Mutter war deutsche Ärztin und überlebte den Krieg. In der Nachkriegszeit war er ein erfolgreicher Amateurboxer.

Für Fatia ist die Kultur eine Waffe des Widerstands und zeigt es auf ihren besonderen Tufting-Kunstwerken. Starke politische Botschaften waren in der Ausstellung eher rar. Fatia hat hier ein Alleinstellungsmerkmal in der Ausstellung, wo Menschen im Vordergrund stehen, die unterdrückt wurden und deren Porträt warm an Wänden hängen kann und gleichzeitig über Macht und Ausgrenzung nachgedacht werden kann. Auch ein Selbstbildnis durch die aktuelle neue Situation von akzeptiertem Rassismus wird durch Fatia nahbar gemacht und lässt einen erstaunten Blick auf die Art der textilen Kunst, aber auch auf das Thema nachdenklich zurück: Bin ich keine deutsche Frau, fragt die schwarze Frau auf dem Tufting-Teppich. Sie ist hier geboren. Hat einen deutschen Pass. Sie hat nur einen anderen Hautton, was für eine gewisse politische Leitlinie eher ein Fall für Remigration sein soll. Aber wohin soll sie geschickt werden? Die Fragen können immer weitergehen, denn die Lösungen sind nicht so einfach. Obwohl hier gebe ich die ganz einfache Antwort: Sie ist eine deutsche Frau.

www.kollektiv-afriknrw.de

@tuftingcreations – Instagram

Information über ihre Magisterarbeit: Hilarius Gilges – Ein Schwarzer Deutscher Düsseldorfer – ermordet von den Nationalsozialisten

Peter Schudde recycelt Elektroschrott zu Star Trek Motiven

Von seinem Vater bekam er eine 2 MB – Platte, die 1975 in einem großen Computer gewirkt hatte, aber irgendwann einfach nicht mehr verwendet werden konnte. Der Speicher war zu klein geworden und dadurch Elektroschrott. Er baute daraus eine Lampe. Ein Totenkopf deutet an, dass die Zeit abgelaufen ist für die alte Festplatte.

Für seine Kunstwerke geht er auf den Schrottplatz und sammelt die wertvollen Stoffe, die sonst eventuell in die Müllverbrennung kommen. Daraus entstehen zum Beispiel ein Kubus, die aus dem Star Trek Universum stammen könnten. Jeden Moment könnten bei Revierkunst die Borgs auftauchen und die Besucher und Besucherinnen assimilieren. Mich hat es Peter schon und bin Feuer und Flamme für das, was der 1973 geborene Groninger aus alten Werkstoffen fabriziert hat.

@peterschudde • Instagram

https://peterschudde.exto.org

Scarlett Schütte verbindet Industrie und Zukunft des Ruhrgebiets

Zusammen mit dem Filmemacher Erwin Wiemer und dem Klangkünstler Frank Röttgen haben sie das einmalige Projekt  eines Verbunds namens Kali´iope aus Video-, Klang- und Robotik, sowie Rauminstallation. Ein faszinierender Blick zwischen Vergangenheit,  in die Gegenwart und Zukunft werfen lässt.

Die Videoinstallation zeigt Motive aus dem Ruhrgebiet: Haldenlandschaften, Autobahnen, die das Revier zerschneiden, und Industrie, die es mal gab und deren Reste den Pott noch prägen. Auf der anderen Seite bewegen sich Quadrate Hin und Her. In der Mitte sind gesammelte Objekte von der Henrichshütte und der Umgebung. Darauf fahren per KI kleine Roboter, die uns zeigen, wie die Zukunft aussehen wird. Wird die KI – Robotik den Menschen ersetzen und auf diesen Wegen ohne uns unterwegs sein, auf dem Gelände der Henrichshütten?

Vor dem Eingang sind Fotografien, die mit UV-Licht einen Stein oder Ast leuchten lässt und die Bilder in einen völlig anderem Licht erscheinen lassen.

Die Installation Kall´iope begeisterte das Publikum.

Raum_Klang_Video_Skulptur_Installation 51,40717° N 7,18790° O Henrichshütte Video:Erwin Wiemer Revierkunstpreis 2023

https://scarlett-schauerte.de/

@scarlettschauerte • Instagram

Frank Röttgen (@ernst_fry) • Instagram

Revierkunst26 – Kulturinfo Ruhr

www.erwinwiemer.de

Erwin Wiemer (@erwinwiemer) • Instagram

Helmut Reinelt wandelt digital Natur in Industrie um

Der aus Bad Honnef stammende Helmut Reinelt nutzt digitale Technik. Er entwirft Naturbilder und wandelt sie danach komplett in Industriekultur um und verbindet so den Strukturwandel.

Er stellt die Frage, wie Menschen die Natur erobern und die Natur wiederum die Industrielandschaft. Ein Rohr ist ursrprünglich ein Baum zum Beispiel. Seit es möglich ist mit digitaler Bildtechnik zu arbeiten, kreiert er diese einmaligen Bilder, auf denen so viele filigrane Entdeckungen zu machen sind.

Helmut Reinelt (@helmutreinelt) • Instagram

https://centouno.art/artists/helmutreinelt

Silja Meise stellt mit textiler Kostümkunst die Zukunft in Frage

Silja war die letzte Interviewpartnerin, bevor der Akku von mir und dem Smartphone leer war. Auch ihre textile Kunst hat ein Alleinstellungsmerkmal. Sie arbeitet mit Textilstoffen, die aus Fundusstücken, abgelegter Kleidung und Textilresten gestaltet werden. Sie fragt sich, wie wir im Jahr 2067 nach der Plünderung unseres Planeten noch modischen Träume konsumieren können.

Für das große Rokoko-Kleid aus Jeansstoffen brauchte sie mehr als zwei Monate. 

@siljameise • Instagram

www.kultur-und-schule.de/de_DE/kuenstler/silja-meise.109446

www.fv-textil.de/hauptnavigation/textiles-netzwerk/textilkuenstler/silja-meise

Kronkorken als fotografisches Mosaik von Henning Leuschner

Nicht jeder Künstler wollte vor die Kamera. So leider nicht Henning Leuschner.

Dennoch blieb mir besonders ein Künstler in Erinnerung, der aus Tausenden von Kronkorken beeindruckende Porträts entstehen lässt. Was mich an meine Kunstrichtung der „Flaschengefühle“ erinnert hat

Seine Arbeiten entstanden ursprünglich in einer Kneipe und sind nun weit über die Region hinaus bekannt.

Selbst juristische Auseinandersetzungen über Urheberrechte konnten seiner Kunst nichts anhaben, denn er verwendet bekannte Fotos prominenenter Personen.

Heute gelten seine Werke als eigenständige Kunstform.

Es gab Skatboards, die statt auf dem Müll zu landen mit Kunst neu interpretiert werden. Gehäkelte Figuren, die aus einer anderen Welt zu sein scheinen.

Holzfiguren, die mit Nägeln ein neues Kleid verpasst bekommen haben.

Übergroße Porträts, die entweder mit bunten Farben in einem anderen Licht erschienen.

Oberkörper, die wie Schinkenstücke an einem Haken hängen.

Alte Straßenschilder, die jetzt für Aufkleber und Graffiti genutzt werden können.

Auf Papiertüten gemalte Kunst.

Jedes Jahr wird auch ein Künstlerpreis vergeben, sowie ein Publikumspreis. 2026 ging der Revierkunst – Künstlerpreis 2026 an
1. Platz: Jule Lucia Companie
2. Platz: Stefan Fuchs
und der Revierkunst – Publikumspreis 2026
1. Platz: Jule Lucia Companie
2. Platz: Anja Werner
3. Platz: Birgit Feil

Leider konnte ich die Gewinner und Gewinnerinnen nicht interviewen.

Fazit

Die Revierkunst 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig die Kunstszene des Ruhrgebiets ist.

77 Künstlerinnen und Künstler präsentierten rund 600 Werke auf 3000 m². Spannender waren jedoch die Geschichten dahinter.

Ob Recycling, Geschichte, Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder gesellschaftlicher Wandel – jedes Gespräch eröffnete einen neuen Blickwinkel. Schade, dass ich nicht alle interviewen konnte.

Gerade diese persönlichen Begegnungen machen die Revierkunst so besonders.

Ich bin mir sicher:

Zur Revierkunst komme ich wieder.

Alle 77 Künstler und Künstlerinnen, die gern alle persönlich gesprochen hätte:

Hermann Bentrup I Rech , Nina Boeing | Duisburg, Toby Bohne | Dortmund, Chris Brackmann | Essen, Sandra Bromm | Frechen, Monika Buchen | Kleve, Helga Budde-Engelke | Mülheim, Sabine Classen | Meerbusch, Rainer Claus | Herne, Jule Lucia Companie | Wuppertal, Heike Denny | Düsseldorf, Melanie Diederichs | Dortmund, Anke Droste | Dortmund, Maria Eggenkemper | Dülmen, Sandra Eisenbarth | Siegburg, Birgit Feil | Leonberg, Claudia Forte | Köln, Stefan Fuchs | Hagen, Annette Goessel | Berlin, Michael Grigat | Dorsten, Nicolé Hager | Köln, Rosa Hahn | Pforzheim, Hansini | Hattingen/Ruhr, Meinolf Jan Holland | Bornheim, Annette Jellinghaus | Gevelsberg, Markus Jöhring | Recklinghausen, Stefanie Kamrath | Dortmund, Sebastian Kaufhold | Bochum, Rolf Klaer | Witten, Sandra König | Kreuztal, Rolf Kuhlmann | Köln, Christopher Lensing | Bochum, Henning Leuschner | Köln, Anja Lorenz | Essen, Michael Maas | Essen, Katja Marciniec | Oberhausen, Nina Markes | Aachen, Kinga MaryN | Bonn, Monika Mazur | Bochum, Marion Meinberg | Hamburg, Silja Meise | Hagen, Michael Wienand | Dortmund, Christian Partl | Essen,
Irena Paskali | Köln, Przemyslaw Perschke | Altlay, Svenja Peters | Löhne, Karina Pietrucha | Bottrop, Fatia Pindra | Hagen, Nicole Prinz | Recklinghausen, Rolf Puschnig | Dorsten, Anna Raba | Riedstadt, Aline Regese | Düsseldorf, Jakob Reh | Löhne, Helmut Reinelt | Bad Honnef, Heinegans Rita | Düsseldorf, Olli Rose | Essen, Frank Röttgen | Köln, Heribert Röttger | Dortmund, Scarlett Schauerte | Essen, Susanne Scheidle | Gelsenkirchen, Peter Schudde | Leermens, NL, Valentin Schumacher | Köln, Ela Schwartz | Aachen, Andrea Sparka | Essen, Astrid Steckel | Köln, Wilma Stegeman | Appeldoorn, Stefan Stichler | Frankfurt-Düsseldorf, Ljuba Stille | Köln, Peter ten Lohuis | Appeldoorn, Beni Veltum | Gelsenkirchen, Sara Wandhoff | Bochum, Manfred Wendel | Alpenrod, Anja Werner | Plauen, Erwin Wiemer | Essen, Marina Wittemann | St.Ingbert, André Yuen | Dortmund, Ali Zulfikar | Köln, Zupa | Hattingen

Aber vorher könnt ihr noch die Kunstwerke von 2026 genießen.

(Alle Fotos (c) André Brune):

Im Land der 1000 Feuer – Industriemalerei vom Ruhrpott im Ruhrmuseum I Ruhrgebiet erklärt I +Videopodcast I + Podcast Folge 25 #132

Nur noch einen Tag vor meinem Urlaub hatte ich, um die schon seit April 2025 gestartete Ausstellung „Im Land der 1000 Feuer“ im Ruhrmuseum in Essen über „Industriemalerei“ aus dem Ruhrgebiet zu sehen. Ich musste hin und sagte mir spontan, da will ich mehr wissen und einen Podcast machen mit Jack als Ruhrgebiet erklärt. Er sollte auch für Kunstdesinteressierte sein. Ich denke, dass es uns weitgehend gelungen ist und dass die Biographien so mancher Maler, denn es waren hauptsächlich Männer, die solche Bilder malten, so manchen aufhorchen ließen, die in den 1930er Jahren Kunst machten:

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Mehr Informationen

Wer nur den Podcast „Ruhrgebiet erklärt“ folgen möchte:

Industriemalerei hat viele Facetten und die Maler und Malerinnen haben besondere farbige Einblicke geschaffen auf die Landschaft des Ruhrgebiets mit ihrer Industrie aus Stahl, Kohle und auch Ackerwirtschaft.

Viele Bilder aus dem 19. und 20. Jahrhunderts wurden ausgestellt. Alle stammten aus der Werksammlung aus über 10000 Stück von Künstlern von Ludwig Schönefeld. Seine Sammelleidenschaft ist einmalig. Er konnte bisher die Bandbreite aus vielen Jahrzehnten zusammen stellen. Bei einer Führung erzählte er, dass er überall nachgeschaut hat. Neben Galerien, auch bei Wohnungsauflösungen, wo solche Bilder angeboten wurden, dabei auch unbekannte Autodidakten dabei waren, aber tolle Bilder beisteuerten, schaute er auch in Ebay und bei Auktionen nach passenden Landschaftsbildern zur Landschaft geprägt durch Maloche und Stahlfluss, Kohle und Natur.

Wir hinterfragen im Podcast aber auch das ein oder andere. Und versuchen euch die interessantesten Bilder so einfach wie möglich näher zu bringen.

Es gibt ein Begleitbuch zur Ausstellung, das auch nachträglich noch gekauft werden kann im Ruhrmuseum, wer die Ausstellung nicht sehen konnte. Es lohnt sich aus der Sicht von Kunst und Landschaftsmalerei das Ruhrgebiet kennenzulernen. Der Link zum Klartext-Verlag ist in den Shownotes weiter unten anzuklicken.

Wer genauer hinschaut weiß, dass viele Bilder historisch sind und eine vergangene Arbeitswelt darstellt, anders, auch schöner als es eine Fotografie machen konnte. 

Vergessen wir nicht, dass Fotografie nicht in heißen Gegenden einer Stahlherstellung, Kokerei oder Untertage im Bergbau so einfach genutzt werden konnte.

Maler haben auch einen eigenen Blick auf den Rhein, die nächtliche Landschaft, die hart arbeitenden Männer, aber viele haben die Landschaft eher verfälscht, schöner gemacht, als sie war, ganz besonders auch Kokereien, die mehr die Umwelt verschmutzte früher als heute. Doch auch heute empfiehlt man den Menschen in der Nähe der Kokerei Prosper das Gemüse nicht zu essen.

Umweltverschmutzung war kein Thema in der Malerei.

Fotos haben wir nicht veröffentlicht, damit es wegen des Urheberrechts keine Schwierigkeiten gibt.

Außerdem sprechen wir über ein Ruhrpottwort, was eingewandert ist: Motek aus Polen, was aber nicht mehr so verwendet wird, aber vor allem bei den Bergleuten unter Tage wichtig war: Hammer.

Noch ein Tipp zu nächsten Besuchen im Ruhrmuseum: Geht Freitags! Da ist tatsächlich weniger los als am Wochenende!

Links/Shownotes

Buchtipp zur Ausstellung: 

Das Land der tausend Feuer | Sachbuch | BÜCHER | Klartext Verlag

Liste der angegebenen KünstlerInnen mit Link für mehr Informationen:

Richard Gessner – Wikipedia

Richard Gessner

Industriegemälde Hermann Heyenbrock – An Rhein und Ruhr … und anderswo

Herman Heijenbrock – Wikipedia

Alexander Calvelli – Wikipedia

Industriegemälde Alexander Calvelli – An Rhein und Ruhr … und anderswo

Alexander Calvelli | Artnet

Eisenwelten | LVR-Industriemuseum

Rainer W. Campmann – Wikipedia

Profil von Rainer W. Campmann

Horst Dieter Gölzenleuchter – Wikipedia

H.D. Gölzenleuchter, Maler/Grafiker

„Oskar“ Gölzenleuchter: Holzschneider im Namen der Humanität

Heinz Schildknecht – Wikipedia

Entnazifizierung Heinz Schildknecht , geb. 23.04.1913 (Kunstmaler) – Deutsche Digitale Bibliothek

Lithografie Zeche Vereinigte Dahlhauser Tiefbau von Heinz Schildknecht :: Deutsches Bergbau-Museum Bochum – Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen :: museum-digital:westfalen

Linolschnitt Bergmann mit Lederhelm von Heinz Schildknecht – Deutsche Digitale Bibliothek

Hermann Kätelhön – Wikipedia

www.fritzlar-forschungen.de/hermann-katehon

Fritz Gärtner – Wikipedia

Fritz Gärtner – Kaufen & Verkaufen | VAN HAM Kunstauktionen

Fritz Gärtner (1882-1958) – Gemälde & Auktionsdaten – MAGEDA

Erich Palmowski – Wikipedia

LWL-Industriemuseum – Zeche Hannover – Erich Palmowski. 90 Jahre vor Ort

Bergleute kehren nach Bochum zurück: Erich Palmowski stiftete Industriemuseum 50 Kunstwerke

Stellungnahme der MLPD zu den Bilden von Erich Palmowski im Willi Dickhut-Museum in Gelsenkirchen: Fälscher und Verleumder am Werk

Karin Kahlhofer – Wikipedia

Franz Delaforgue – Wikipedia

Franz Delaforgue (1887-) – Gemälde & Auktionsdaten – MAGEDA

Gustav Deppe – Wikipedia

Gustav Deppe | LWL-Museum für Kunst und Kultur

Tisa von der Schulenburg – Wikipedia

www.tisa-stiftung.de/leben

Aktuelle Ausstellung 2026 im Bergbaumuseum Bochum: FÜHLST DU – Tisa von der Schulenburg – Der empathische Blick

Städtische Galerie zeigt Ausstellung zu Ehren von Heinz Eickholt – Bottrop

Eickholts Kunst in Warendorf: Ausstellung zeigt zwei Stile | Die Glocke

Werkverzeichnis Künstlerinnen und Künstler in Westfalen. Malerei und Grafik im 19. und 20. Jahrhundert

Revierkunst aus Herne auf Nachbarschaftsbesuch in Gelsenkirchen I +Fotos

Im Ruhrgebiet gibt es immer irgendwo Grenzen. Sie sind nur durch Ortseingangsschilder zu entdecken. Die Kunst ist sie im wahrsten Sinne zu überschreiten. Und so kam es, dass der Herner Künstlerbund mit acht Künstler*innen im Domizil vom Bund Gelsenkirchener Künstler „Zu Gast“ sind für ein paar Wochen, so der treffende Titel der Unterkunftgeber.

Vor dem „Domizil“ auf der Bergmannstraße in Ückendorf trifft sich die Kunstszene

Es gibt zwischen den Städten Herne und Gelsenkirchen keine Distanz. Sie sind Nachbarn. Doch wie es im Ruhrgebiet so ist, die meisten Vereine kochen ihr Süppchen im eigenen Haus. Hier in der Kunstszene ist es nun anders gelaufen. Und das ist gut so! Der Bund Gelsenkirchener Künstler (BGK) mit der Vorsitzenden Gordana Djukic hat Kreativköpfe des Herner Künstlerbundes eingeladen das „Domizil“ nach Ückendorf. Natürlich ist diese, wie es sich im Ruhrpott gehört, auf der Bergmannstraße Nummer 53, denn Bergbau und Kunst gehörten immer schon irgendwie zusammen.

Ein besonderer Ausstellungsort mit Ruhrgebiets-Charme von 1900

In Ückendorf, ein Stadtteil von Gelsenkirchen, in dem durch die öffentlichen Medien oft nur negatives berichtet wird über Schlägereien und Clans, stehen noch wunderbare Häuser aus der Gründerzeit. Aber es ist eigentlich ganz anders. Hier steppt nicht nur der Bär bei den Künstlergangs. Da geht es kunterbunt zu! Es ist ein Ort geworden voller Kreativität im Neuanfang des Strukturwandels, in dem der Stadtteil seit Jahrzehnten steckt, wie kaum ein anderer.

Früher lebten hier überwiegend Arbeiterfamilien und es kamen Einwanderer aus der Türkei dazu, die angeworben wurden für das Kohleschürfen und die Stahlherstellung. Heute wandelt sich das bisher trostlose verfallende, das dem Niedergang der Montanindustrie gleicht, langsam zu einem der attraktivsten Stadtteilen. Es lohnt sich, es zu entdecken. Neben der Kunstszene, ist hier eine neue Gaststättenlandschaft entstanden. Heute wandelt er sich mit neuer Aufbruchstimmung in eine der attraktivsten Stadtteile mit unterschiedlichen Gaststätten, sowie mit der Kulturkirche Heilig – Kreuz und dem „Hier ist nicht da“ auch zu einem soziokulturellen Hot Spot von Veranstaltungen unterschiedlicher Art von Comedy, Poetry Slam über Jazz und Rock bis Klassikkonzerten.

Im Domizil der Gelsenkirchener finden sich nun Acht Künstler und Künstlerinnen aus Herne, die unterschiedlicher nicht sein können mit Malerei, Grafik, Fotografie und experimentellen Techniken. Die Kunst ist so vielfältig wie das Ruhrgebiet selbst: Hagen Apel, Annett Breitfeld, Annika Döring, Sophia Kühn, Jörg Kippmeyer, Daniel Pajonk, Gisela Schulte und der Vorsitzende des Herner Künstlerbundes Hassan Jelveh. 

Bei der Vernissage am 18.1.26 grinsten alle breit über den riesigen Andrang von neugierigen Besuchern, wovon ich auch einer war. Ich hörte den interessanten Ausführungen des Kunsthistorikers Dr. Bernd A. Gülker zu, sowie der fantastischen Violinistin Astrid Sophie Müller, die das Domizil mit kunstvoller klassischer Musik erfüllte.

Ein Dialog zwischen zwei Städten

Das Domizil ist ein Austauschort nicht nur für Kreative, sondern auch für Kreativbegeisterte, zur gegenseitigen Inspiration und Vernetzung. Die Ausstellung lud auch Interessierte aus anderen Städten ein.

Und wer denkt in Herne is nix… Doch ! Herne hat auch jede Menge unterschiedliche Kreativität zu bieten! Allein an den unterschiedlichen Kunstwerken ist es mit Sicherheit anders zu beurteilen. Das Miteinander zwischen Herne und Gelsenkirchen hat auch etwas Symbolträchtiges. Es überschreitet geografische Grenzen und zeigt gedankliche Offenheit, wo es keine Grenzen gibt.

Die 1. Vorsitzende vom Bund Gelsenkirchener Künstler Gordana Djukic erklärt die Ausstellung für eröffnet

Für mich als Ruhrpottologe, der auch 1. Vorsitzender der Kunstgemeinschaft Bottrop geworden ist, zeigt diese Ausstellung genau das, was die Region Ruhrgebiet ausmacht: Zusammenhalt statt Abschottung, Austausch statt Einzelkämpfertum und ein Gefühl von Aufbruch Menschen dazu zu bringen ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Etwas schlummert in dir und du bist interessiert dich anzuschließen, mitzumachen, grenzüberschreitend kreativ über den eigenen Tellerrand zu gucken zwischen den stillstehenden Fördergerüsten und Trinkhallen, dann schau dir die Kunst an und mach mit.

Das Ruhrgebiet ist im steten Wandel, wie auch die Kreativität der teilnehmenden Künstler. Wer sich dafür interessiert, sag ich nun in Dialekt: Geh ma rübba! Kunst kanntse nicht hier im Blog erleben, kanntse nur persönlich vor Ort mitte Nase anne Bilder klebend erleben. Dat is Revierkultur!

Und wenne noch Zeit hass, dann gehste nebenan auffe Bochumer, da kannste speisen von Döner über Tapas bis hin zu Omas Apfelkuchen. Glaubse nich? Überzeuchse dich bessa vor Ort!

Und danach wird der Austausch umgekehrt sein. Solche Projekte machen unsere Region aus. Keine Eitelkeiten, kein Konkurrenzdenken, sondern gelebte Nachbarschaft! Ein Grund mehr Ückendorf näher kennenzulernen. Übrigens ist ganz in der Nähe eine Halde zu entdecken. Zu Fuß oder mit dem Rad! Aber das ist ein anderer Blogbeitrag…

Die Ausstellung ist immer Samstags bis zum 21.2.26 zwischen 14 und 17 Uhr oder nach Vereinbarung mit dem Bund Gelsenkirchen Künstler. Aber hier im Blog habt ihr die Möglichkeit die Bilder wenigstens fotografisch zu entdecken auch nach der Ausstellung. Wer mehr von den einzelnen Künstler und Künstlerinnen wissen will, scrollt einfach weiter runter. Da sind auch alle Links zu ihnen.

Fazit

Ich fand die Herner Kunst inspirierend und so unterschiedlich in ihrer Form, dass ich Lust auf mehr bekommen habe auf mehr Herne. Nicht nur in der Kunst, sondern auch drumherum ist Herne einfach mehr als nur Herne. Nach Herne komm ich gerne. Ich kann es nur empfehlen!

Adresse:

Domizil

BGK – Bund Gelsenkirchener Künstler e.V.

Bergmannstr. 53

45886 Gelsenkirchen

Öffnungszeiten: Samstags 14-17 Uhr

Kontaktdaten

Johanniter Str. 13

45879 Gelsenkirchen

Mail: info@bundgelsenkirchenerkuenstler.de

www.bundgelsenkirchenerkuenstler.de

Mobil: 01773430514

Herner Künstlerbund ´90 e.V. :

Hassan Jelveh 

1. Vorsitzender

Unser-Fritz-Straße 22, 44649 Herne

Die ausstellenden Künstler und Künstlerinnen:

Hagen Apel

Es sind Fotos von Natur, die ein ihrer Echtheit banal erscheinen. Es sind Fotos in Nahaufnahme. Fotos, die Hagen Apel so bearbeitet, das die Wirklichkeit wie ein abstraktes gemaltes Kunstwerk aussieht. Ist die Natur so abstrakt? Sie kann es sein. Sie ist seine größte Inspirationsquelle und inspiriert jeden Betrachter, zieht einem in einen Bann von lyrischer Fotografie.

https://hagenapel.art

Hagen Apel im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Annett Breitfeld

In Tusche-, Kohle-, Acryl- und Ölmalerei sucht sie Verborgenes. Sie dreht die Seelen nach Außen. Sagt uns: Schaut drauf, was denkt, was fühlt die Person auf dem Bild im Hier und Jetzt.

https://annett-breitfeld.de

Annett Breitfeld im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Annika Döring

Acryl auf Leinwand und in Zukunft auch getöpferte Kunstwerke sind ihre Schwerpunkte. Hier lässt sie den Blick zum Horizont auf die Betrachter wirken. Es weckt nicht nur Sehnsucht zum Meer, sondern auch das Nachdenken über das Leben und die Kraft der Natur. Die Bilder laden ein zum Verweilen, Träumen und Genießen am Sandstrand, das Meer und das Rauschen der Wellen. Alles ist sichtbar. Im Hintergrund denkt das Gehirn sich den Rest und macht es erlebbar.

https://annika-döring.de

Annika Döring im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Hassan Jelveh

Auf mich wirken die kleinen Bilder übergroß in der Betrachtung. Es sind Farben der Seele. Die Pinselstriche hinterlassen in dem überwiegend roten Variationen – Kunstwerk, ein Gefühl von unterschiedlichen Stufen von Wut oder Wärme. In dem anderen mit grünen Pinselvariationen ist es die Unterschiedlichkeit von Hoffnung. Insgesamt sind es Kunstwerke, die nicht nur in die Seele blicken, sondern auch einen in die Seele fallen lassen kann. Ein Schwelgen in der Schönheit der Farbgestaltung geht natürlich auch.

Hassan Jelveh im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Sophia Kühn

Sophias Werke lassen einen träumen von Landschaften, wo Engel aufsteigen an der stürmischen Atlantikküste oder sie unterzieht eine dunkle Landschaft mit Phosphorfarbe durch eine UV-Lampe sichtbar eine Veränderung. Das Bild wird mit zweierlei Maß gemessen: Kommende Dunkelheit, wie ein Sonnenuntergang oder in Licht gehüllt von einem strahlenden Mond, der nicht zu sehen ist. Es lässt die Betrachter das Bild im wahrsten Sinne in einem anderen Licht sehen.

Atelier: https://sophiakuehn.de

Sophia Kühn im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Jörg Lippmeyer

Seine karikaturhaften  Kunstwerke nehmen die aktuelle politische Situation im Land und den USA aufs Korn. Mal bleibt einem das Lachen im Hals stecken, mal ist es einfach nur lustig. Eine Anregung ist sich die Bilder näher anzusehen. Unverkennbar ist er ein Schalke 04 –  Fan. Das ist nicht zu übersehen und fährt mit den Kunstwerken auch den Bundesligafahrstuhl mit. Katzen begleiten ihn in vielen Bildern. Katzen sind seine Lieblingstiere und sind nicht nur in der Karikatur zu finden. Sie sind für ihn die Königinnen der Haustiere und seiner Kunstwerke.

Jörg Lippmeyer im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Daniel Pajonk

Die Welt in Schwarz-Weiß zu zeigen kann auch eine Anregung sein. Das die Welt nicht immer Schwarz-Weiß ist kann aus den vielen Variationen von Pajonks Kunstwerken entdeckt werden. Sie regen zum Nachdenken, zum fantasieren und zum Entdecken an. Er sucht immer nach anderen Strukturen, die einen immer neugierig machen auf mehr von seinem Können.

Instagram: @art_by_daniel_pajonk

Daniel Pajonk im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Gisela Schulte

Farben und Linien, abstrakt gestrickt gepinselt lassen die Betrachter zurück, den eigenen Blickwinkel der Einfachheit zu erweitern. Das genaue Hinsehen, in die Tiefe gehen, kann das Bild einen Spiegel vorhalten von Anecken oder Linientreue. Weiche Ecken, die einem mitteilen, dass es auch komplett anders gehen kann, zeigen die Bilder, genauso, wie die Unendlichkeit von Linien, die nicht immer gerade sein müssen. Gisela Schultes Kunstwerke sind einfach anders und genau macht es das ganze spannend bei der Betrachtung.

Gisela Schulte im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Alle auf dem Bild ohne Hagen Apel, der etwas früher gehen musste.

Fotos alle (c) André Brune

An der schönen blauen Emscher I Eine kunstvolle Hommage an den Fluss von Wilma Reidick in Bottrop

Als 1899 die Emschergenossenschaft entstand, war Wilma Reidick noch nicht geboren. Zur Zweinullenrundung tauchen ihre Kunstwerke noch einmal aus den gereinigten Fluten des alten Flusses im Infopoint in Bottrop auf und das zum richtigen Zeitpunkt. Denn dieses Jahr feiert die Lippegenossenschaft 100 Jahre und ein neuer Stadtteil in Bottrop Grenze Essen direkt am Fluss hat kürzlich den ersten Spatenstich bekommen: Freiheit Emscher. Wilma Reidicks Collagen mit dem Thema „An der schönen blauen Emscher“, die vor knapp 25 Jahren noch visionär war, ist heute Wirklichkeit. Sie stellt den Lauf der Emscher auf unterschiedliche Weise an verschiedenen wichtigen Punkten von der Quelle bis zur Mündung dar. Sie noch einmal in einer Ausstellung sehen zu können ist zu einem richtigen Zeitpunkt geschehen. Sie zu neu zu entdecken lohnt sich im Blickwinkel des Betrachters!

Selfie in der Collage von Wilma Reidick

Wilma Reidick setzte sich aus ihrer persönlichen Lebenserfahrung mit dem kleinen stinkigen Fluss Emscher von der Quelle bis zur Mündung in den Rhein collagenartig auseinander. Damals war der Fluss noch der Fluss, der sich nicht durch die Landschaft windete, sondern in einer Betonröhre brackig in Richtung Rhein floß. Wer dort reingefallen war, hatte kaum Chancen zu überleben. Fische waren dort nicht zu finden, bis auf den Braunen Kackstreif. Der ist jedoch ungenießbar gewesen und starb auch evolutionär innerhalb kürzester Zeit aus, weil die Sauerstoffzufuhr auf Null ging durch das Einleiten von Industrieabfälle neben den extremen Exkrementen menschlicher Notdurft.

Wilma Reidick erzählt von ihren Emschererfahrungen

Anfang der 1990er Jahren kam die Überlegung, dass das so nicht weitergehen kann. Der ökologische Umbau begann und er sollte dreißig Jahre dauern. Ich bekam damals einiges indirekt mit durch meine Ausbildung bei der Ruhrkohle AG als Ver- und Entsorger, und weil ich politisch aktiv war, als die Beschlüsse dazu gemacht wurden.

Es wurden die „Fauleier“ hier und da an die Emscher gebaut. Nein, sie wurden nicht von Storchen gelegt. Moderne bessere Kläranlagen sollten die Emscher wieder zu dem Fluß machen, was er mal war. Zumindest grob, denn der alte Emscherbruch mit Überschwemmungen wäre jetzt nicht so gut gewesen.

Damals vor dem Bau der Betonröhre Emscher jedoch war es positiv erstmal für die stark wachsende Bevölkerung. Zu jeder Überschwemmung gab es übertragbare Krankheiten, wie Cholera, Rur oder Thyphus. An den Stellen vom Emscherbruch wurde dann natürlich reichlich Straßen und Häuser, sowie Gewerbegebiete gebaut. Rien ne va plus, wie der Franzose sagt. Nichts geht mehr.

Doch dann begann die Renaturierung und der komplette Umbau der Emscherzuflüsse mit riesigen Regenrückhaltebecken, und der Umbau der Kläranlagen, die zu den modernsten der Welt gehören. Und dann kam eine Künstlerin mit einem besonderen Blick auf die Emscher, die ihre Kindheit und das Erwachsenleben mit dem Fluss selbst erlebt hat und dann war da noch ihr Ehemann Ingenieur, dem nichts ists zu schwör, der dann auch noch bei der Emschergenossenschaft direkt involviert war in dem Umbau der Emscher.

Wenn das nicht alles zusammen ein Emscherpool war voller Ideen zu den Kunstwerken, die dann entstanden, dann weiß ich auch nicht. Sie schaut auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Flusses. Sie zeigt farbenfroh die Emscher zwischen Landwirtschaft, Industrie und Bebauungen auf den Collagen, sowie eine Vision einer blauen Emscher, die so damals noch nicht war. Das Skelett eines Fisches, der damals noch nicht den Hauch einer Überlebenschance hatte, der Bau der Fauleier im Bottroper Stadtteil Welheim mit technischen Zeichnungen und die Mündung bei Dinslaken sind nur einige Beispiele ihrer Collagen.

Heute ist es so: Es stinkt nicht mehr. Klopapier findet sich nicht mehr auf der Wasseroberfläche, was vor einigen Jahren noch zu entdecken war. Fische tummeln sich dort fast wie in alten Zeiten. Algen wachsen, und Enten sowie Schwäne schwimmen in dem Gewässer. Ich selbst konnte es kaum glauben.

Das ich dies selbst noch erleben kann, aus der Generation, die die Nase rümpfte, wenn man auf der B224 oder B226 an der Brücke im Stau stand, ist ein besonderes Erlebnis. So wie auch die Kunstwerke von Wilma Reidick, die bis zum Sommer 2026 im Infopoint der Stadt Bottrop in der Hansastraße gesehen werden können.

Es ist toll diese Kunstwerke von Wilma Reidick nochmal sehen zu können, die damals schon im Landtag von Nordrhein-Westfalen (2012), in der Burg Vondern und kurz vor der Mündung in Dinslaken ausgestellt war. Es ist die künstlerische Art für den Startschuss für den weiteren Umbau ihrer Heimatstadt Bottrop mit dem neuen „Stadtteil“ Freiheit Emscher. Industriebrachflächen werden dort zum Teil Gewerbepark und zum Teil Wohnfläche. Darüber schreibe ich ein anderes Mal, denn das ist ein weiteres neues Kapitel zum Thema Emscher.

Historisch müsste man das Ruhrgebiet eigentlich Emschergebiet nennen, weil hier die ganze Mischpoke von Abwässern aus unseren Hintern von nördlich und südlich des Abwasserflusses und der Industrie abgeseilt bzw. abgelassen wurde.

Ob es Absicht war, die meisten Bilder beim Abgang zur Toilette zu hängen? Manche finden es vielleicht als Affront gegenüber der Künstlerin. Nun der Ausstellungsraum ist etwas begrenzt. Und wer dann mal das Bedürfnis einer Darmentleerung ausgerechnet im Infopoint verspürt, der kommt an den alten Nasenrümpferfluss im eigenen „Abgang“ ohne einen Blick auf die Bilder nicht vorbei. Und das ist gut so, denn dort schwimmen nicht mehr die braunen Klümpchen und das Toilettenpapier herum. Jetzt gibt es den Schwanentanz von Tschajkowksi dort auf der Emscher!

Die Ausstellung ist sehr zu empfehlen! Dort im Infopoint kann auch ein Blick auf Termine von Comedy bis Theater in der Stadt geworfen werden. Auch Souvenir-Artikel finden sich hier: Von Kirchhellener Gin bis zum T-Shirt. Es gibt sehr schöne Postkarten für den guten Zweck und auch Honig von einem örtlichen Imker.

Bürgermeister der Stadt Bottrop Thomas Göddertz

Die Ausstellungseröffnung am 14.1.2026 wohnte ich für ein paar interessante Stunden beim Gastgebernetzwerk Bottrop bei. Das zeigt, das Kunst, Kultur, Industrie und Tourismus zusammen verbunden sind, was der frisch gewählte Bürgermeister Thomas Göddertz in seiner Ansprache den ca. fünfzig Anwesenden verklickerte. Kunst und Kultur ist ein Impulsgeber für den Besuch einer Stadt und hob damit auch den Infopoint als Ort der Begegnung für Gäste, sowie Einheimische und auch Kulturschaffenden hervor. Ich kann das nur bestätigen. Es bereichert jede Stadt im Ruhrgebiet. Denn Tourismus braucht jede Stadt. Es bringt jeder Stadt nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch ein bisken Geld inne Stadtkasse.

Die Besucher des Gastgebernetzwerks hörten interessiert zu im Infopoint

Also einfach mal reinschneien im Winter, aber auch darüber hinaus vorbeikommen. Der kunstvolle Blick auf die schöne blaue Emscher geht noch bis zum Sommer, dann kommt wieder was anderes. Es lohnt sich!

Adresse:

Infopoint Bottrop

Hansastraße 15 – 46236 Bottrop

Mi & Sa 10-14 Uhr

Do 10-17

Fr 10-16

Di & So geschlossen

***

Atelier der Künstlerin

Wilma Reidick

Parkstraße 4

46236 Bottrop

www.wilmareidick.com

Alle Fotos im Beitrag von (c) André Brune

Da die Beleuchtung das Glas spiegelt und ich nicht alle hier fotografisch abgebildet habe, kann ich nur empfehlen: Geht selbst hin, um alles richtig zu sehen!

Pferdemarktschnee I Foto der Woche

Statt Regen fiel ausnahmsweise mal Schnee. Ohne eine Glasscheibe davor, konnte Ich dennoch eine tolle Aufnahme machen von dem Denkmal zum traditionellen Pferdemarkt in Bottrop. Es gehört trotzdem zur Reihe „Regenscheibe“.

Das war eine Skulptur, auf die ich als Kind immer raufgeklettert bin und auch verstecken spielte. Der Standort ist etwas versetzt worden, nachdem dort die Straße zur Fußgängerzone wurde und die Hauptstelle der Stadtsparkasse einen moderneren Eingang bekam.

Ich habe das Denkmal mehrmals fotografiert und die beste Variante herausgesucht, um dann etwas mit der Farbskala und Beleuchtung, sowie den Kontrast, damit können die Schneeflocken wie Sterne, die vor dem jetzt eher Blau statt dunklem Eisengrau der Skulptur herab rieseln.

Ich habe einfach draufgehalten und die besten aufbewahrt. Eins davon ist jetzt das Foto der Woche mit ein wenig nachgeholfener Farbretuschierung. So hat das Foto eine andere Wirkung als normal.

Pferdemarktschnee ©André Brune

Und die anderen sind jetzt Beiwerk. So eine zufällige Situation darf ich mir doch nicht entgehen lassen mit dem Spielzeug meiner Kindheit fotografisch zu spielen – alle Varianten ©André Brune :

Jetzt spiele ich noch ein bisschen mit Farbe :

Auf dem letzten Bild sehen Sie wie verpixelte Infrarotaufnahmen aus. Aber es könnte auch die Startrekmannschaft um Captain Kirk sein, die sich gerade bekamen lassen auf die Erde und wir gucken zu aus der Sicht von jemandem, der auch gebeamt wird.

Ihr könnt mir gern schreiben, welcher Euer Favorit ist.

Ins Grüne I 50. Jahresausstellung Bottroper Kunst I +Videopodcast Teil 1 & 2 I In Sachen Kunst mit Ralf Opiol

Ins Grüne heißt die besondere 50. Jahresausstellung Bottroper Künstler und Künstlerinnen. Zum vierten Mal bin ich mit Ralf Opiol alias Metropiol auf dem Wege die Kunst unserer Geburtsstadt im Josef-Albers Museum Quadrat zu sehen für Zuschauer, die sich für Kunst und auch weniger dafür interessieren. Wir wollen Kunst ohne Wissenschaft mit einfachen Erzählungen und Gedanken näher bringen.

Das Duo Ralf & André in Sachen Kunst vor der Puppe von Gereon Krebber am Eingang des Museums Quadrat

Kunst muss man nicht verstehen. Hingehen und anschauen lohnt sich, es öffnet Horizonte, stimmt einen nachdenklich, lässt einen Erstaunen oder einfach nur ratlos stehen, denn jeder hat seine eigene Interpretation, wie der Künstler oder die Künstlerin, so auch die Betrachter. Ralf hat eine andere Sichtweise als ich. Das macht uns aus als Team, wenn wir seit vier Jahren unseren Weg durch das tolle Josef Albers Museum Quadrat gehen.

Schaut in die beiden Teile rein. Es ist bestimmt nicht langweilig. Zumindest versuchen wir es so zu machen, dass keine Langeweile aufkommen kann:

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Gereon Krebber, geboren in Oberhausen, aufgewachsen in Bottrop, hatte die Ehre ein zweites Mal und auch erstmals auch draußen auszustellen. Seine plastischen Figuren wirken für mich wie Außerirdische Utensilien. Ralf sieht darin etwas anderes. Ihn und einen Teil beschauen wir uns im ersten Teil.

Es macht deswegen auch jedes Jahr aufs neue Spaß auch den Menschen Kunst so näher zu bringen, die sich nie damit befassen würden. Wir empfehlen Teil 2 weiter zu schauen mit unglaublich interessanten weiteren Werken, die im Obergeschoss hängen. 

Wenn wir uns etwas über etwas lustig machen, dann ist das mit Humor untermalte Kunst.

Als 1975 die erste Jahresausstellung startete hatten 67 Künstler 90 Kunstwerke eingereicht. 50 Jahre später wurden 308 Kunstwerke von 94 Künstler:innen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 11.1.26 zu sehen:

50. Jahresausstellung Bottroper Künstler:innen : https://museum.quadrat.bottrop.de

Adresse:

Anni-Albers-Platz 1
46236 Bottrop

Tel.: 02041 372030
Fax: 02041 3720344
E-Mail-Adresse: quadrat@bottrop.de

 

Öffnungszeiten:

Montag   geschlossen  (auch an Feiertagen)
Dienstag    ausschließlich für Gruppen mit gebuchtem Programm*
Mittwoch bis Sonntag   11 – 17 Uhr
Donnerstag   11 – 19 Uhr  (an Feiertagen bis 17 Uhr)
Geschlossen am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. Januar
Josef Albers Museum
Dauerausstellung
Eintritt frei
Museum für Ur- und Ortsgeschichte
Dauerausstellung
Eintritt frei

Sonderausstellung
Robert Smithson in Europa

8 Euro
ermäßigt
4 Euro

Bitte beachten Sie, dass wir keine Zahlungen mit American Express-Karten ermöglichen können.
Please note that we cannot accept payments with American Express cards.

Freien Eintritt bei Sonderausstellungen haben
– Bottroper Bürger:innen an Freitagen,
– Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, Schüler:innen,
– geflüchtete Personen und eine Begleitperson,
– Personen mit Schwerbehinderung (ab 80 % GdB) und eine Begleitperson,
– Inhaber:innen eines Presseausweises,
– Mitarbeiter:innen der RuhrKunstMuseen,
– Mitglieder des Museumsvereins des Museumszentrum Quadrat, des ICoM (International Council of Museums), des Deutschen Verbandes für Kunstgeschichte e.V., des Deutschen Museumsbundes e.V., des Bundesverbandes Museumspädagogik e.V. und
– Inhaber:innen der RuhrKulturCard (einmalig)

Informationen direkt von der Internetseite: Öffnungszeiten und Preise

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Fotos (c) André Brune

Vernissage der Jahresausstellung im Bilderkarrussell:

Ralf Opiol (Metropiol) in Erklärungsaktion (Fotos von (c) André Brune während der Videoaufnahme entstanden:

Einblick auf Gereon Krebbers Einzelausstellung (Fotos sind während der Videoaufnahme entstanden) (c) André Brune

Fast alle Kunstwerke der 50. Jahresausstellung Bottroper Künstler:innen (einige Fotos folgen nach, weil während der Videoaufnahme fotografiert diese leicht verschwommen waren) (c) André Brune:

Ein schweifender Blick in die Ausstellungsräume (c) André Brune

Kunstwerkliste mit Preisen (eine fehlt und wird fotografisch nachgereicht)

Grubenbarbara I +Lyrik I Foto der Woche

Zum Tag der Heiligen Barbara am 4.12.25 erscheint meine fotografische und lyrische Interpretation der Heiligen Barbara.

Barbara stieg empor,

nachdem sie floh,

aus dem Turm,

Erneut gefangen vom eigenen Vater.

mit einem Schwerthieb

gen Himmel hinauf,

mit Bergknappen hinab

in die Grube,

bleibender Beistand über Jahrhunderte

mit dem Turm in der Hand,

Wo scheinbar im Fenster die Grubenlampe brennt,

Alle kennen sie,

Sie bringt Wärme

in die Herzen

International vereint als Kumpel.

Gemeinsam in aller Welt,

die Barbara verspricht

Schutz im Gebet.

Foto und Text ©André Brune

Gefunden habe ich die Holzfigur im Malakoffturm von Prosper 2. Dort betreut ehrenamtlich die Knappengarde einmal pro Woche oder nach Anfrage ein kleines bergmännsiches Museum.

Die hölzerne Barbara steht im Eingangsbereich. Ich habe sie mehrmals übereinander beschichtet in einem heller werdenden Lichtton, was suggerieren soll, dass sie aus dem Schwarz der Grube hervorkommt, wie ein Bergmann aus dem Dunkel einer Grube. Deswegen auch der Name ‚Grubenbarbara‘

Glück auf

Bottroper Fußabdruck –  Ab 4.10. Start der interaktiven Kunstprojekt-Ausstellung zum Mitmachen und Staunen vom Ruhrpottologe Andre Brune in Bottrop

Am 4.10. startet in der Popup-Galerie, Hansastraße 17 in Bottrop, meine interaktive Kunstprojektaktion von Fußportätaufnahmen. Füße sind im dunklen Schuh eingepackt in Socken oft eine unterschätzte und tabuisiertes Körperteil, aber sie begleiten uns das ganze Leben und sind wichtig für unseren aufrechten Gang durchs Leben.

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Füße können viele Geschichten erzählen. Diese Geschichten des urbanen Lebens innerhalb der Stadtgrenzen möchte ich mit Porträtaufnahmen von Füßen zeigen und damit jede Bottroperin und jeden Bottrop herzlich einladen mitzumachen und über sich selbst zu staunen. 

Die Titelgebung wird die Körperanalystin Monika Sundermann machen. Einige Angaben können auch zusätzlich gemacht werden, sind aber freiwillig.  In Bottrop hat dieses Foto-Projekt Premiere und wird auch in anderen Städten durchgeführt werden, genauso wie mein Foto-Projekt „Flaschengefühle“.

Die Ausstellung wird mit spannenden interessanten Vorträgen zum Thema Fußgesundheit abgerundet. Zehenanalyse, Neuroorthopädie, Barfusslaufen und Pflege sind die Themen, die Kunst auf andere Art und Weise auch näher bringen kann.

Die Fotokunst-Aktion zeigt das menschliche Individuen gemeinschaftlich verbunden ist mit der Vielfalt des Lebens im Laufe der Zeit, allein mit den täglichen Schritten innerhalb der Stadtgrenzen. Alle, ob hier geboren oder zugezogen, von Jung bis Alt, haben ihre Fußabdrücke hier hinterlassen, aber bekommen kaum Aufmerksamkeit. 

Ich möchte den viel gebrauchten, aber vernachlässigten Füßen, die in dunklen Schuhen ihr Dasein fristen, einen symbolischen Wert im Rahmen einer Ausstellung bieten. Zu den Öffnungszeiten der Popup-Galerie kann sich jeder porträtieren lassen und entscheiden, ob das gemachte Foto in der Ausstellung hängen darf mit eigens ausgewählten Angaben: Name, Beruf, Alter, Hobby, Sport oder einer Körperanalyse durch die Körperanalystin Monika Sundermann.

Die Ausstellung wird dann offiziell mit einer Vernissage am 16.10. eröffnet werden. Beteiligte und Interessierte sind ab 18.30 Uhr eingeladen über das Wunderwerk Fuß zu diskutieren und sich auszutauschen.

Füße werden täglich gebraucht, aber wenig beachtet, obwohl sie ein Wunderwerk der menschlichen Mechanik sind und den aufrechten Gang möglich machen. Ein Fuß besitzt 26 Knochen, 33 Gelenke, 107 Sehnen und Bänder, 19 Muskeln und 200000 Nervenenden.

Mit dem Porträt von Füßen möchte ich, selbst seit 19 Jahren unterwegs als Fußpfleger, die Füße in den Vordergrund stellen und von einem Tabu befreien. Fehlstellungen,  Aussehen oder Probleme prägen das Leben im Alter und können auch gesundheitliche Beeinträchtigungen verursachen, die im Rahmen der Ausstellung durch verschiedene Vorträge erklärt werden. Damit möchte ich einen Synergieeffekt zwischen Kunst und den täglichen Lebensbedingungen schaffen.

Die Fotoausstellung, die in den zwei Wochen vor der Vernissage entsteht, wird auch einige Videoprojekte zeigen. Eigene Fotos können für einen kleinen Unkostenbeitrag von 30 € ohne Rahmung während oder nach der Ausstellung mitgenommen werden. Davon gehen 5 € als Spende an den Wunschzauberer für einen guten Zweck.

Es finden interessante Vorträge zum Thema Fußgesundheit statt während der Ausstellung:

  •   8.10. – 17.30 Uhr Barefoot Movement Coach Alexander Tok :Gesundes Barfusslaufen
  • 14.10. – 17.30 Uhr Körperdolmetscherin Monika Sundermann : Körper verstehen & Zehenanalyse
  • 21.10. – 17.30 Uhr Schuhorthopädietechnikmeister Thormas Bergfeld : Neuroorthopädie & falsches Schuhwerk
  • 30.10. – 17.30 Uhr Fußpfleger André Brune Richtige Pflege – Finissage ab 18.30 Uhr

Danach ist das Projekt nicht zu Ende. Es wird weitergehen, innerhalb und auch über die Stadtgrenzen hinaus.

Als 1. Vorsitzender der Kunstgemeinschaft Bottrop 1969 e.V. starte ich damit eine Ausstellungsreihe bekannter Mitglieder und Mitgliederinnen von der Kunstgemeinschaft Bottrop. Es werden noch viele Projekte bis Ende Februar zu sehen sein. Im Blog werde ich darüber auch berichten und animieren auch von außerhalb nach Bottrop zu kommen. Wer möchte, kann ja dann eine kleine Gästeführung bekommen. Ich würde mich über Besucher und Besucherinnen freuen!

Die Öfnnungszeiten sind jede Woche im Oktober Dienstags und Donnerstag von 15.30 Uhr – 18.30 Uhr und Samstags 10-15 Uhr.

Der Eintritt ist frei.

Individuelle Fototermine außerhalb der Öffnungszeiten der Galerie oder bei weiteren Fragen:

Kontakt:

Kunstprojekt „Bottroper Fußabdruck“

André Brune

Telefon: 0163 3912257

E-Mail: ruhrpottologe@gmail.com

Unterstützt wird das Projekt in Bottrop vom Wunschzauberer und der Vereinte Volksbank

Links:

www.wunschzauberer.de

www.vereinte-volksbank.de

Kirchhellener – Motive I Eine ortsbezogene Fotografie-Ausstellung von André Brune im Bürgerbüro Kirchhellen ab 28.8.2025 mit Spende für den guten Zweck I +Fotos I +Video

Im Bürgerbüro der Bezirksverwaltung Kirchhellen stelle ich vom 29.8.25 bis 28.2.2026 frische Fotos unter dem Titel „Kirchhellener Motive“ aus mit einem Spendenanteil für den guten Zweck.

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Aus meinen Fotoreihen Flaschengefühle, Regenscheibe, Schattenwand und den neuen mit KI illustrierte Fotos zeige ich 16 verschiedene Situationen und örtliche Sehenswürdigkeiten. Auch die neue Fotoreihe „Vintage“ habe ich hier erstmalig hängen. Nur einige Fotos sind durch die sozialen Medien bekannt geworden. Hier im Blog sind sie auch erstmalig veröffentlicht. So kann eine Bandbreite meiner fotografischen Kunst erlebt werden, die ich fast täglich erweitere mit weiteren Ideen und Synergieeffekten.

Der Hausmeister Andreas hat geholfen aufzuhängen. Vielen Dank!

Alle Motive habe ich in  Kirchhellen zufällig gefunden oder gezielt gesucht. Wenn ich in Kirchhellen ausstelle, wollte ich das auch mit Motiven aus dem Bottroper Norden und nicht das tausendste Bild vom Tetraeder oder die Halde mit dem Prosper Haniel Fördergerüst mit Sonnenuntergang oder im Nebel.

Persönliche Beziehung

In Kirchhellen wurde auch über Jahrzehnte Steinkohle gefördert. Zu sehen ist die Bergbaugeschichte an zwei Fördergerüsten, die es bald nicht mehr geben wird. Eines davon steht in Grafenwald und das andere einen Kilometer entfernt von der Dorfmitte: Prosper V. Dort habe ich auch ein paar Monate gearbeitet als Ver- und Entsorger. Meine Schwester hatte in Grafenwald ein Haus, bevor sie starb vor 10 Jahren. So habe ich eine gewisse engere Beziehung zu diesem Teil meiner Geburtsstadt.

Ich freue mich hier ausstellen zu dürfen. Ein Kunstherz für Kirchhellen!
 

Bergbaugeschichte

Das Kirchhellener Umland weist viele Bergschäden auf als Zeugnis der Bergbaugeschichte mit einem einzigen Unterschied: es gibt keine typischen Zechensiedlungen. Die Fördergerüste kamen sehr spät nach Kirchhellen; zu einem Zeitpunkt als die Bergleute anfingen von geschlossenen alten zu neu eröffneten Zechen zu pendeln, die immer weiter und immer tiefer in den Norden abgeteuft wurden.

Durch meine persönliche Zeit in Kirchhellen hat das Dorf immer ein Platz in meinem Herzen. Es ist mir also eine Ehre dort ausstellen zu dürfen im Rahmen als Mitglied der Kunstgemeinschaft Bottrop 1969 e.V. und seit März 2025 1. Vorsitzender. Jedes Mitglied darf dort für maximal sechs Monate in Kirchhellen oder im Rathaus der Stadt Bottrop im jeweiligen Bürgerbüro seine Kunst ausstellen.

Feste im Dorf

Kirchhellen ist der nördliche Teil von Bottrop. Das größte Dorf in Deutschland feiert andere Feste als die sonst in Deutschland bekannt sind: Brezelfest und die Bauernolympiade. Beide haben eine gewisse Form von Andersfotografie ihren Platz an der Bürgerbürowand gefunden.

Gut leben

Mittlerweile über 23000 Einwohner verzeichnet das Einwohnermeldeamt im Bezirk. Viele Neubauten sind auf das von Ackerbau geprägte Kirchhellen gesetzt worden. Das Dorf lebt und boomt im Gegensatz zu anderen Stadtteilen anderer Städte im Ruhrgebiet. Hier lässt es sich gut leben auf dem Land mit viel Grün und auch vielen Freizeitangeboten, die über das Radfahren hinaus gehen: Movie Park, Schloss Beck, die Bauernhöfe Schmücker Hof, Umberg, Bauer Sagel und Miermann, die mit ihren heimischen Obst, Gemüse und Fleischangeboten in ihren Bauernläden, dem Kuhkuscheln, Spargel- und Grillfesten auch Besucher und Besucherinnen aus dem Umland einladen.

Motiv Kirchhellen

Kirchhellen wird unterschätzt für die Motivauswahl. Es ist ein modernes Dorf mit Neubauten geworden, aber es hat viele kleine Dinge, die entdeckt werden können. Je nach Lichteinfall mit dem richtigen Auge können Motive gefunden werden. Wenn die Motive gewollt noch mit speziellen Foto-Apps oder mit KI verändert werden, bekommen BetrachterInnen einen eigenen anderen Blick auf ihr Dorf und auch Interesse das Dorf mit ihren Facetten eben anders zu erkunden.

Das war das Ziel meiner Auswahl, die ich kurz nach der Bekanntgabe, dass ich dort aufhängen kann, zusammen gestellt habe. Hier ist die Galerie zwar digital zu sehen, aber wie sagt mein Freund und Künstler Ralf Opiol: „Zur Kunst musst du gehen!“

Ja, es lässt das Motiv anders auf sich wirken, wenn es im Raum zu betrachten geht.

Zu besichtigen ist die Ausstellung immer zu den Öffnungszeiten vom Bezirksverwaltungsamt Kirchhellen im Erdgeschoss links im Bürgerbüro:

Anschrift

BVSt Kirchhellen
Kirchhellener Ring 84-86
46244 Bottrop

Karte öffnen (Google Maps)
Karte öffnen (OpenStreetMap)
ÖPNV-Verbindung

Öffnungszeiten

Montag & Dienstag

8.00 – 16.00 Uhr

Mittwoch

8.00 – 13.00 Uhr

Donnerstag

8.00 – 18.00 Uhr

Freitag

8.00 – 13.00 Uhr

Anschrift und Öffnungszeiten sind der Internetseite www.bottrop.de entnommen.

Dankesworte

Es gab keine Vernissage und wird auch keine Finissage geben, da eine kleine Party zu den Öffnungszeiten nicht möglich ist. Aber die Presse war nach der Hängung eingeladen für einen kleinen netten Beitrag. Ich bedanke mich beim Bezirksamtsleiter Magnus Thesing, der das möglich macht für die Kunstgemeinschaft Bottrop, und dass er mir sozusagen diesmal den roten Teppich ausrollte.

Limitierung für den guten Zweck

Mit der Ausstellung möchte ich auch was für Kirchhellen tun. Meist gebe ich einen Teil der Erlöse meiner Fotos an soziale Projekte ab. Diesmal bekommt 10 € pro verkauftem im weißen Rahmen das Waldpädagogische Zentrum, das in der Straße Ruhehorst 14, liegt und viel für die naturnahe pädagogische Erziehung macht. Kindergärten und Schulen einlädt Bäume zu pflanzen auf dem Grundstück, die nach fünf Jahren auf einem ausgewiesenen ehemaligen Ackergelände einen Wald aufforsten.

Waldpädagogisches Zentrum

Der Verein macht in meinen Augen viele wichtige Projekte. Ich lernte Ulrich Trockle, dem Vorsitzenden des Vereins bei den Bottroper Gastgebernetzwerk kennen und wollte den Verein in seinem Tun auch podcasten. Der Podcast erscheint in Kürze mit dem Video zur Begehung über das Gelände, wo sich neben Kräutergarten, Baumarten, auch Wildschweine, Ziegen, Mufflons und Hühner, sowie Honigbienen tummeln. Kinder und Jugendlichen sollen Spaß haben und für die Naturerhaltung sensibilisiert werden.

Die Bilder in dieser Größe und Ausgabe sind limitiert auf 10 Stück!

Hier sind sie nun in der Übersicht mit den entsprechenden Preisen, ihrem Namen und das Tun hinter den Kulissen. Alle Fotos sind Copyright André Brune, auch die KI-generierten Bilder, die aus meinen Fotomotiven von mir so bei ChatGPT kreiert wurden.

FOTOGALERIE

„Kirchregen I“ - Aus der Fotoreihe „Regenscheibe“ -Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm - Preis: 190 € - Jahr : 11.03.2024 - (c) André Brune
„Schachtregen 10“ - Aus der Fotoreihe „Regenscheibe“ Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm - Preis: 190 € - Jahr : 11.03.2024 - (c) André Brune
„Brückenregen I“ - Aus der Fotoreihe „Regenscheibe“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm - Preis: 190 € - Jahr : 22.04.2024 - (c) André Brune
„Bauernolympiadenhandy“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm - Preis: 190 € - Jahr : 07.06.2025 - (c) André Brune
„Flaschenolympiade“ - Aus der Fotoreihe „Flaschengefühle“ gegen die Vermüllung der Stadt - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm - Preis: 190 € - Jahr : 07.06.2025 - (c) André Brune
„Lekka Fisch aufm Kirchheller Markt“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm – Preis : 190 € - Jahr : 24.07.2025 - (c) André Brune
„Vintagesonnenblumenhummel“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm – Preis : 190 € - Jahr : 24.07.2025 - (c) André Brune
„Verlorene Gardine“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm – Preis : 190 € - Jahr : 29.07.2025 - (c) André Brune
„Im Namen Gottes I“ - Aus der Fotoreihe „Schattenwand“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm – Preis : 190 € - Jahr : 29.07.2025 - (c) André Brune
„Im Namen Gottes II“ - Aus der Fotoreihe „Schattenwand“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm – Preis : 190 € - (c) André Brune Jahr : 29.07.2025
„Im Namen Gottes III“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm – Preis : 190 € - (c) André Brune Jahr : 29.07.2025
„Gestörte Harmonie“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm – Preis : 190 € - Jahr : 29.07.2025 - (c) André Brune
„Brezelfest“ - Fotografie - mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 60 x 45 cm – Preis : 190 € - (c) André Brune Jahr : 29.07.2025
„Brezelbruder in Kirchhellen“ - Aus der Fotoreihe „Bottroper Motive“ - Mit KI illustrierte Fotografie - mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 30 x 40 cm – Preis : 150 € - (c) André Brune Jahr : 29.07.2025
„Schloss Beck in Kirchhellen“ - Aus der Fotoreihe „Bottroper Motive“ - Fine Art Print - Mit KI illustrierte Fotografie - mit Rahmen weiß - 30 x 30 cm – Preis : 90 statt 150 € auf der Kunstmesse Jahr : 29.07.2025 - (c) André Brune
„Fachwerk erhalts in Kirchhellen“ - Aus der Fotoreihe „Bottroper Motive“ - Mit KI illustrierte Fotografie - mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm– Preis : 190 € - Jahr : 29.07.2025 - (c) André Brune