Entdeckt das historische Vest zwischen ehemaligem Bergbau, vielen Wasserwegen und dichten Naturlandschaften neu. Jack Tengo und ich stellen in der 30. Folge unseres gemeinsamen Podcastprojekts ‚Ruhrgebiet erklärt‘ die 10 Städte vom Kreis Recklinghausen kurz vor und die Geschichte dahinter, wie immer mit einem Quentchen Humor:
Ab dieser Folge ändern wir das bisherige Veröffentlichen. Ab sofort beginnt die Reihe in der Vorpremiere in Patreon immer Dienstags ab 8 Uhr. Dort kann man uns ein Taschengeld für unsere stundenlange Arbeit von Recherchen, Einsprechen und Schneiden gönnen:
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Zur Folge:
Am folgenden Sonntag ab 15 Uhr mit Musik im Internetradio bei Hitradio-Ruhr : https://www.radio.de/s/lautfm-hitradio-ruhr
Sonntag eine Woche später wird es als Videopodcast auf YouTube veröffentlicht ab 18 Uhr ruhrpottologeTV und in der Collab bei Jack Tengo, sowie auf allen Podcastkanälen einen Tag später ab 8 Uhr. Alles sehr verwirrend, aber ein Weg, um das Ruhrgebiet eine entsprechende Reichweite zu bieten und auch unsere Arbeit für das Ruhrgebiet eine gewisse Wertigkeit zu verleihen.
Aber hier geht’s jetzt zur aktuellen Folge ‚Kreis Recklinghausen‘ :
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Mehr InformationenDas Ruhrgebiet ist voller Orte, die mehr erzählen, als man auf den ersten Blick vermutet. Einer davon ist der Kreis Recklinghausen.
Für viele ist er einfach ein Name auf dem Autobahnschild. Auf der A43, der A2 und A52 steht man oft genug im Stau. Für andere ist der Kreis ein Verwaltungsraum im Norden des Reviers und hat wenig zu bieten, denkt man. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt hier eine Region voller Gegensätze, Geschichte und Identität, verbunden mit dem Namen ‚Vest‘.
Die neue Folge 30
In unserer neuen Folge von „Ruhrgebiet erklärt“ geht es genau um diesen besonderen Teil des Ruhrgebiets. Es geht um eine kurze Vorstellung der 10 Städte und die Landschaft, die im Laufe der Zeit durch Bergbau und Wasserwege entstanden ist.
Hier gibbet viel Kultur
Der Strukturwandel der eher ländlichen Städte und das Gefühl, dass hier vieles zusammenkommt, was das Revier ausmacht, macht den nördlichen Kreis, den schon die Römer für schön empfunden haben, weil sie sich bei Haltern am See niederließen.
Das Vest: ein Name mit Geschichte
Der Begriff „Vest“ klingt alt – und genau das ist er auch. Er verweist auf die historische Prägung des Vest Recklinghausen, das über Jahrhunderte ein eigener Verwaltungs- und Gerichtsraum war unter dem Erzbistum Köln.
Bis heute lebt dieser Name weiter: in Institutionen, in regionalen Bezeichnungen und im Selbstverständnis vieler Menschen.
Das macht den Kreis Recklinghausen besonders. Er ist eben nicht nur Teil des Ruhrgebiets, sondern trägt auch eine historische Identität in sich, die weit über die Kreisgrenze hinausreicht.
Zechen, Industrie und der große Strukturwandel
Wie viele Regionen im Ruhrgebiet wurde auch der Kreis Recklinghausen über lange Zeit vom Bergbau und von der Industrie geprägt.
Zechen, Fördertürme, Industrieanlagen, Halden und Arbeitersiedlungen haben Landschaft und Alltag über Generationen hinweg bestimmt.
Doch gerade hier lässt sich auch besonders gut beobachten, was Strukturwandel bedeutet. Viele Orte haben sich verändert und immer wieder neu angepasst. Ehemalige Industrieflächen bekamen neue Aufgaben, alte Arbeitswelten wurden zu Erinnerungs- und neuen Kulturstandorten oder Freizeitflächen.
So ist das Vest heute eine Region, in der Vergangenheit und Gegenwart oft direkt nebeneinanderliegen.
Zehn Städte – viele Gesichter
Zum Kreis Recklinghausen gehören zehn Städte:
Recklinghausen, Castrop-Rauxel, Datteln, Dorsten, Gladbeck, Haltern am See, Herten, Marl, Oer-Erkenschwick und Waltrop.
Genau darin liegt ein großer Reiz dieser Region: Sie ist alles andere als einheitlich.
Es gibt dicht bebaute, städtisch geprägte Räume, wie Gladbeck und Herten mit starker industrieller Geschichte, aber auch Adelsgeschlechter, bevor die Grubenlampe kam. Und es gibt Orte, die den Übergang ins Münsterland spürbar machen durch die ländliche Prägung und ihren Menschen.
Zwischen urbanem Leben, Industrie, Wäldern, Seen und weiten Flächen entsteht so ein Bild vom Ruhrgebiet, das besonders abwechslungsreich ist.
Wasser prägt das Vest
Wer an das Ruhrgebiet denkt, denkt oft zuerst an Kohle und Stahl. Der Kreis Recklinghausen zeigt aber, wie wichtig auch das Wasser für die Region ist. Die Flusslandschaft von Emscher im Süden und die Lippe im Norden, sowie drei Kanäle, die sich in Datteln alle auf einmal finden, zerschneiden nicht nur die Landschaft des Vest, sondern haben die Industrie erst richtig eingesetzt und als wichtige Transportwege für das Ruhrgebiet etabliert. Die kleine Stadt ist Dreh und Angelpunkt für die Binnenschifffahrt in Deutschland, sogar Europas. Außerdem gehört der Halterner Stausee als einer der größten Trinkwasserreservoiren Deutschlands zu den bekanntesten Wasserlandschaften im nördlichen Ruhrgebiet. Sie ist einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele im Kreis.
In Waltrop steht mit dem Schiffshebewerk Henrichenburg eines der beeindruckendsten technischen Denkmäler der Region. Kanäle, Schleusen und Wasserwege haben das Vest nicht nur wirtschaftlich geprägt, sondern geben ihm bis heute einen ganz eigenen Charakter. Hier zeigt sich, dass das Ruhrgebiet nicht nur Industriegebiet, sondern auch Wasserlandschaft ist.
Kultur zwischen Industriekulisse und Stadtleben
Auch kulturell ist der Kreis Recklinghausen weit mehr als ein Randgebiet des Ruhrgebiets.
Die Ruhrfestspiele in Recklinghausen gehören zu den bekanntesten Kulturereignissen der Region. Das Westfälische Landestheater in Castrop-Rauxel steht für starke Theatertradition. In Marl setzen Kulturorte eigene Akzente.
Mit dem LWL-Römermuseum in Haltern am See wird deutlich, dass die Geschichte dieser Region weit vor dem Industriezeitalter beginnt. Gerade diese Mischung macht das Vest so spannend: Hier stehen Industriekultur, Stadtgeschichte, Bühnenkunst, Technikgeschichte und Naherholung nicht nebeneinander, sondern greifen ineinander.
Natur, Halden und Naherholung
Wer glaubt, der Kreis Recklinghausen sei vor allem grau, übersieht einen wichtigen Teil seiner Identität.
Wälder, Wege, Halden und Wasserflächen gehören genauso zu dieser Region wie Zechen und Industrieanlagen. Jeder Einwohner und jede Einwohnerin kann stolz auf ihre jeweilige Stadt sein und sie weiter hegen, pflegen und prägen.
Die Haard, die Höhe Mark, der Raum rund um Haltern am See oder Landmarken wie die Halde Hoheward zeigen, wie eng Naturerlebnis und Industriegeschichte im nördlichen Ruhrgebiet verbunden sind. Genau diese Verbindung macht das Vest so besonders: Es ist eine weite Landschaft des Wandels.
Ruhrpottologe – Fazit zur Podcastfolge
Der Kreis Recklinghausen ist ein Ruhrgebiet im Kleinen – und gleichzeitig viel mehr als das.
Hier treffen Geschichte und Gegenwart, Industrie und Natur, Wasser und Stadtleben, Erinnerung und Zukunft aufeinander. Das Vest steht für ein vielfältiges spannendes Ruhrgebiet.
In unserer Podcastfolge schauen wir genau hin: auf die Herkunft des Begriffs „Vest“, auf die zehn Städte des Kreises, auf Wasserwege, Industriekultur und auf die Frage, warum sich ein genauerer Blick auf diese Region unbedingt lohnt.
Wer das Ruhrgebiet verstehen und oder kennenlernen will, sollte auch das Vest kennen.
Weiterführende Links
Kreis Recklinghausen
www.kreis-re.de
***
Die zehn Städte im Kreis Recklinghausen
Stadt Recklinghausen
https://recklinghausen.de
Stadt Castrop-Rauxel
https://castrop-rauxel.de
Stadt Datteln
https://datteln.de
Stadt Dorsten
https://dorsten.de
Stadt Gladbeck
https://gladbeck.de
Stadt Haltern am See
https://haltern-am-see.de
Stadt Herten
https://herten.de
Stadt Marl
https://marl.de
Stadt Oer-Erkenschwick
https://oer-erkenschwick.de
Stadt Waltrop
https://waltrop.de
Geschichte, Industriekultur und Strukturwandel
Route Industriekultur
https://route-industriekultur.ruhr
Landschaftspark Hoheward
https://hoheward.rvr.ruhr
Chemiepark Marl
https://chemiepark-marl.de
Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop
https://schiffshebewerk-henrichenburg.lwl.org
Kultur und Museen
Ruhrfestspiele Recklinghausen
https://ruhrfestspiele.de
Natur und Ausflugsziele
Naturpark Hohe Mark
https://naturpark-hohe-mark.de
Die Haard / Regionalverband Ruhr
https://rvr.ruhr



Der Mammutschädel ist bei Ausgrabungen für eine Kläranlage in Haltern 1975 gefunden worden. Er ist im Josef-Albers-Museum Quadrat in Bottrop zu besichtigen. Zur Zeit ist er seit April 2026 verliehen worden ans Ruhrmuseum nach Essen für eine besondere Sonderausstellung: Überleben in der Eiszeit vom 20. April 2026 bis zum 10. Januar 2027.
Da muss ich doch mal hin, um herauszufinden, wie sie diesen pompösen Schädel dort in Szene gesetzt haben. Wer genau auf seine über 3 Meter langen Stoßzähne schaut, der kann Fraßspuren von Nagetieren sehen. Die wurden weniger auf einem Spieß über Lagerfeuer gedreht. Mammutfleisch konnte ein ganzes Dorf für einen Winter ernähren, dass sogar die Ratten noch was übrig hatten.
Wer im Ruhrgebiet immer an Bergbau denkt, denkt nicht daran, dass es mal ein anderes Leben davor gab. Hier gab es die Eiszeit und erst vor 10000 Jahren ging sie langsam durch Klimaveränderung zurück. Zu diesem Zeitpunkt starben nach und nach auch die letzten Wollhaarmammuts auf der nordsibirischen Wrangelinsel im Arktischen Ozean aus vor etwa 4000 Jahren. Der damalige Klimawandel und der Verlust von Lebensraum, aber wahrscheinlich auch die Jagd nach ihnen muss das Ende besiegelt haben.
Umso beeindruckender ist es den Schädel dort an der Wand hängen zu sehen, genauso wie es fast einschüchternd ist neben dem Mammutskelett in der Museumshalle zu stehen. Was mich schon als Kind fasziniert hat, wie riesig sie waren. Und wie Menschen damals schon es schafften mit fortschrittlichen Jagdwaffen diese großen Tiere zu erlegen.
Ich ziehe ungern einen Vergleich. Aber genau das gleiche droht nun unserem Eisbären. Seine Zeit ist in dieser Isolation in der Arktis fast schon abgelaufen. Sobald das Eis weitgehend geschmolzen ist, wird er ganz aussterben. Nur noch ein schnelles Ändern des menschlichen Verstandes, das sie in den letzten 150 Jahren genau durch den technischen Fortschritt in der Lage waren das Klima vollends so stark zu beeinflussen, kann es jetzt vielleicht noch rechtzeitig verhindern.
Vor kurzem sah ich in einer Sendung den Gletscher vom Pitztal, den ich als Jugendlicher bei einer Klassenfahrt zum Skifahren auch herabglitt, mehr schlecht als recht. Da sind es genau die klimaschädlichen Schneekanonen, die dann auch noch das Trinkwasserreservoir des letzten Gletscherwassers nutzen, um als dünne Schneeschicht zu verdunsten.
Denk ich an Mammut, denk ich an den Menschen, die ihren eigenen Ast absägen, bevor sie ins All fliehen können. Negativ ist das, aber trotzdem vermiese ich nicht die Geschichte, des besonderen Bildes, sondern will zeigen, dass im Blau der Postkarte eins zu sehen ist: Die Ruhestätte des Mammuts in Ruhrgebiet. Es ist beruhigend und harmonisch anzusehen und zollt Respekt gegenüber diese schon verstorbene Kreatur.
Ein Gang durch die kleine Eiszeithalle öffnet vielleicht nochmal die Augen der Kinder, die einst dort auch drin waren aus meiner Altersklasse, aber heute einen größeren CO2-Fußabdruck hinterlassen, als es die Eltern je getan haben. Vielleicht denkt man dann beim Anblick ein wenig nach. Vielleicht kommt man einfach mal nach Bottrop oder zur Zeit ins Ruhrmuseum nach Essen, um den Mammutschädel sich anzusehen und sich Gedanken zu machen über die Welt, wie sie mal war und wie sie sein sollte, nämlich harmonisch in der Natur.
Genuch über son Mammutschädel rumphilosophiert. Geht ma gucken!












































































































































