FOTO der WOCHE I Magnolie anne Zechensiedlung Engelsburg in Bochum

Wußtet Ihr, dass die Pflanzengattung nach dem französischen Botaniker Pierre Magnol benannt wurde und über 350 Arten ihren Ursprung in Ostasien und Amerika hatten?

Nur wenige Tage bis Wochen blühen die Magnolienbäume oder -Sträucher und kündigen mit den Kirschblütenbäumen den Frühling mit wärmeren Tagen an. An einem Zechenhaus zeigt eine blühende Magnolie auch für Nichtkenner des Ruhrgebiets, wie schön es hier ist.

Ihre Farben leuchten im Sonnenlicht in Weiß, Gelb, Rosa und bis Rosarot.

Ihre Tulpen- oder Sternenform begeistern Parkbesucher jedes Jahr aufs neue.

Eine Magnolienbaum oder -Strauch im eigenen Vorgarten oder Garten stehen zu haben, ist mittlerweile auch gern gesehen. Sie stehen auch mal an ungewöhnlichen Orten oder in einer Zechensiedlung, wie die gefundene auf dem Foto an der ehemaligen Zeche Engelsburg in Bochum, auf der Engelsburger Straße, Ecke Ackerbergweg.

Dort steht an einem historischen Zechenhaus ein ganz besonderes Exemplar. Je nach Winkel der fotografischen Linse, können die Blüten im Sonnenlicht auch die historischen Zechenhäuser einrahmen.

Google Maps

Mit dem Laden der Karte akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Google.
Mehr erfahren

Karte laden

Der Baum lässt die sanierten Häuser in noch bunteren Farben aufleben. Die Magnolienblüten werten die noch mit alten Straßenbahnschienen, Kopfsteinpflaster und ewigen Schlaglöchern belegte Straße auf. Bald wird die komplett saniert sein. Sie verbindet die Essener Straße mit den Stadtteilen Eppendorf und Bärendorf. Wenn Stau auf der A448 ist, wird sie auch als Umleitung benutzt.

Auf dem alten Bergwerksgelände hat nach vielen Jahren Wildwuchs die BOGESTRA mit einen zentralen modernen Betriebshof für die Straßenbahnen gebaut, die vorher an drei dezentralen Orten gestanden haben, u.a. in Gerthe. Dort kann das alte Straßenbahndepot noch bewundert werden am Castroper Hellweg.

Die Engelsburger Straße ist sehr sehenswert mit ihren Häusern bis in den Bereich zur modernen Brücke über die Eisenbahnlinie, wo auch der ICE vorbeizischt.

So macht ein Foto einer Magnolie eine interessante überregionale  Ortsgeschichte aus und ist deswegen auch das Foto der Woche.

Glück auf

Foto der Woche I Sonne Zechenhaus

Die Temperaturen sind endlich unter Null, der Dauerregen macht eine Pause und im Ruhrgebiet finden sich viele Motive. Auch die Proportionen eines Zechenhauses können sehr ansehnlich in Szene gesetzt werden.

„Sonne Zechenhaus“ ist mein Foto der Woche. Die Verwinkelung und der entlaubte Baum auf dem Putz im winterlichen Sonnenlicht zeigt, wie ein solides altes Haus ein wunderbares Fotomotiv sein kann.

Ort: Sarterstraße in Bottrop während meiner Arbeitszeit entdeckt

Fotografiert mit dem Smartphone Samsung Galaxy S23 Ultra im 4:3 Modus mit 12 MP

In Bottrop zahlt man mit Zloty

Im Ruhrgebiet überschneiden sich viele Dinge im deutsch-polnischen Verhältnis zu sehen am Beispiel der Stadt Bottrop

Polenkloster in Bottrop

„Wöchentlich kamen 1000 Polen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, um Arbeit zu bekommen“. erzählt Stadtführerin Antje Herbst und erwähnt in den Ausführungen in einer Anekdote das sogenannte ‚Polenkloster‘ .

Das war damals im deutschen Sprachgebrauch ein besonderes Haus, eine Menage, wo bis zu 800 Männer, eben meist Polen wohnten.

Gewalt beherrschte die Enge

Neben Bier floss Schnaps und Wodka durch die Kehlen und verursachten oftmals schnell Streitigkeiten. Es gab Pistolen ohne Probleme, wie noch heute in den USA, damals einfach in einem deutschen Laden zu kaufen. Schießereien und Messerstechereien waren tatsächlich an der Tagesordnung im deutschen Kaiserreich unter Wilhelm II.

Fast täglich hatte die deutsche Justiz damit zu tun. Das Ansehen allein von Bottrop war damals sehr gering.

Bleibt Bottrop ein Dorf?

So hatte die Stadtwerdung auch wegen dem hohen Anteil von fast 80% Zuwanderung aus Polen eine starke Minderwertigkeit bei zuständigen Politikern und Behörden im preußischen Land. 25 Jahre musste Bottrop warten bis sie zur Stadt werden konnte im Jahr 1919. Ohne den Aufbau eines Verwaltungssitz wäre die Stadtwerdung wegen der Polen und fehlenden Struktur durch einfach in die Landschaft gebaute Zechensiedlungen wahrscheinlich nie möglich gewesen.

Zahlungsmittel Zloty in Bottrop?

Noch heute gibt es so manche Aussagen:

Ach, von Bottrop kommst du? Da muss man doch noch mit Zloty bezahlen. Natürlich lacht man heute darüber. Aber früher hatten die Menschen tatsächlich geglaubt, dass es so ist.

Klingelschildnamen

Heute sind polnische bzw schlesische Nachnamen auf jedem zweiten Klingelschild, Przybilla, Piotrowska oder Bartoszewski zu lesen. Viele haben Vorfahren aus Polen.

Ältestes Zechenhaus in Bottrop

In einem der ältesten Zechenhäusern von Bottrop, erbaut ca. 1875, erkennbar an den groben Steinbrüchen im Sockelbereich, lebten im Stadtteil an der Prosperstraße hauptsächlich zugezogene Polen. Die größte polnische Kolonie in Bottrop hieß Engelbert.

Türken und Polen

Heute leben dort hauptsächlich in den 1960er und 1970er Jahren zugezogene Türken. Sie haben eigene Läden zur Lebensmittelversorgung, Imbiss, die sogenannten Dönerbude, eine Deutsch-türkische Spezialität mit Rind-oder Putenfleisch und verschiedenen Salaten mit einer scharfen oder Knoblauchsauce gewürzt in einem halben Fladenbrot gelegt, die es so nicht in der Türkei gibt.

Moscheen statt Katholische Kirchen

Wo früher katholische Kirchen durch die Polnischen Einwanderer wie Pilze aus dem Boden wuchsen, sind heute versteckt in normalen Häusern die Moscheen. Der Bau einer richtigen Moschee ist in Bottrop bis jetzt noch nicht geschehen aber im Gespräch.

Urlaub in Polen statt auf Malle

Das polnische Blut fließt allerdings mittlerweile in vielen deutschen Nachfahren vor allem im Ruhrgebiet in den Adern, egal zu wieviel Prozent.

Es gibt den ein oder anderen, der die Geschichte der Herkunft mittlerweile gerne wissen möchte. Da wird dann ein Urlaub auch mal in Polen geplant und nicht auf Mallorca.