Im Schatten von Fritz Bauer I Foto der Woche

Im Schatten von Fritz Bauer sind wir alle. Es kommt drauf an, auf welcher Seite wir sind. Und. Welche Tür wir aufmachen.

Im Schatten von Fritz Bauer ©André Brune

Vor 60 Jahren gingen die Auschwitz – Prozesse zu Ende, die Fritz Bauer als Generalstaatsanwalt in die Wege geleitet hatte.


Gewonnen haben damals die Nazis. Die Schatten der Vergangenheit ragen bis in unsere Zeit.


Sie sind trotz aller Aufklärung, wieviele Menschen umgebracht wurden, nie wirklich weggegangen. Ihre Enkel und Urenkel sehen sich zum Teil nicht mehr verantwortlich für die Vergangenheit, nutzen jedoch die Sprache der Zeit und Hetzen gegen Ausländer, Andersgläubigen, Queere Menschen, Homosexuellen, ja und auch gegen Behinderte Menschen!

Mit Hetze beginnt es, mit dem Tod von Millionen Menschen ist es nicht beendet, sondern so wie es aussieht nur vorübergehend eingestellt worden.

In Italien gibt es ein Zitat : Gibt es einen Faschisten und 10 handeln gleichgültig. Dann gibt es 11 Faschisten.

Wir sind im Schatten von Fritz Bauer, der in der Geschichte fast vergessen wurde.

Es gibt die, die auf der Seite sind, die Aufstehen und Widerstand leisten und die, die den Populisten folgen und abnicken aus Wut, Unzufriedenheit oder Dummheit glauben, was gut für Deutschland ist.

Ich bin kein weichgespülter linksgrüner Faschist, wie ich schon beschimpft wurde. Ich bin weltoffen, aufgeklärt und gegen jede Form des Rassismus und Antisemitismus. Da endet meine Toleranz gegenüber den Personen, die Menschen einteilen, wie sie leben dürfen oder gar nicht.

Ich trete in den Schatten von Fritz Bauer, um Widerstand zu leisten gegen die Zersetzung der Gesellschaft und Moral durch die Politik der AfD. Und öffne die Tür. Ich werde es mit Kunst, Büchern, Fotos und meiner Podcastreihe Stolpersteine Ruhrgebiet durchziehen.

Meine Mutter hat den zweiten Weltkrieg erlebt. Hat den Tod gesehen als Kind. Hat Zwangsarbeitern mit viel Mut Brot gegeben, sie hat ihr Leben lang damit gelebt mit dem, was Faschisten angerichtet haben.

Sie gehören in ihre Schranken gewiesen und verboten für die Wahrung unserer Demokratie!

Wenn es auch ein Widerspruch ist, dass jeder seine Meinung sagen kann: Menschenleben auf eine Waage legen, ob sie leben dürfen oder nicht, weil sie einen anderen Glauben, eine andere Hautfarbe oder eine andere Sprache sprechen. Es ist inhuman und gegen das Grundgesetz Artikel 1: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Dieses erste Gesetz der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland hat jedoch selbst das Gesetz nie wirklich richtig angewandt und beginnt daran zu rütteln, was Fritz Bauer sich in seinem Leben auf seine Fahnen als Generalstaatsanwalt auf die Fahnen geschrieben hatte. Er wollte jeden noch so kleinen Naziunterstützer vor Gericht bringen.

Er starb leider zu früh. Ob wirklich an einem Herzleiden oder ob er vielleicht doch ins Jenseits befördert würde, weil er sehr tief gegraben hat, kann jeder selbst entscheiden darüber nachzudenken.

Es gibt sie immer wieder die Glaubensritter einer verirrten Politik. Uns geht es so gut wie es uns noch nie ergangen ist.

Das Foto ist am 27.11.25 entstanden bei einem Vortag von Dr. Irmtrud Wojak über Fritz Bauer und die Auschwitz-Prozesse im @fritzbauerforum

Rege Teilnahme am Vortrag von Dr. Irmtrud Wojak ©André Brune

Der Auschwitz-Prozess, Fritz Bauer und die deutsche Gesellschaft hatte eine anregende Diskussion, wie heute mit der Geschichte umgegangen werden soll.

Es wurde die Frage gestellt, ob es richtig ist, ritualisierend an den bestimmten Tagen 9.11. Reichsprogromnacht oder am 27.1. Befreiung von Auschwitz zu erinnern mit Kränzen und Reden.

Die Überlebenden, die kaum noch leben heute, hatten Widerstand geleistet. Nur so konnten sie überleben. Wie leisten wir in der Gesellschaft heute unseren Widerstand. An bestimmten Tagen nur oder jeden Tag mit Zivilcourage, Aufklärung in der Schule oder einfach nur mit einer Kerze oder Blume zwischendurch an Stätten des Widerstands oder Denkmäler für Opfer? Stolpersteine nur im November putzen? In der jetzigen Zeit ist es umso wichtiger Widerstand zu leisten in jeder Form und das tue ich in meinen Möglichkeiten.

Ich möchte das Bewußtsein bewahren, daß das Ruhrgebiet auch nur durch Migranten so groß werden konnte. Fast jeder hier geborene hat Vorfahren aus einer völlig anderen Gegend der Welt. Hier ist es umso wichtiger Widerstand zu leisten! Und umso unverständlicher, dass die Menschen sich von einer wahren Lügenpartei die Richtung vorgeben zu lassen.

Die Demokratie müssen wir bewahren und daran arbeiten es noch lebenswerter zu bauen!

Gemeinsam! Nicht nur im Ruhrgebiet!

Glück auf

#Schattenwand #foto #niewiederistjetzt

Leise tritt eine große Stimme und Mahnerin ab: Margot Friedländer Holocaust-Überlebende

Gern hätte ich die kleine große Dame noch kennen lernen wollen. Nun ist die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer am 9.5.2025 genau 80 Jahre nach der Befreiung von Nazideutschland im hohen Alter von 104 gestorben.

SEID MENSCHEN – R.I.P. Margot Friedländer Foto (c) André Brune

Die Sumpfpflanze, fotografiert im ehemaligen deutschen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und heutigen Staatlichen Museum in Polen, ist ein Symbol für den Aufbruch von Liebe, Hoffnung und Frieden in Zeiten von neuem Hass, Krieg und weiteren Verwüstungen.

Natur statt Terror soll wachsen in den Lagern.

Jetzt kann sie in Frieden ruhen. Ihr Schlaf war nicht einfach. Jede Nacht aufs Neue hat sie den Terror vom Konzentrationslager Auschwitz vor Augen gehabt.

Dennoch ging sie im hohen Alter zurück nach Deutschland, um von ihren Erlebnissen zu erzählen, damit es nicht vergessen wird und sich nicht wiederholen wird.

Seid Menschen, sagte sie und hatte noch viele Zitate kreiert durch ihre Erfahrungen und Erlebnisse,  über die sie erst mit über 80 sprechen wollte.

Terra X History erinnert:

https://youtube.com/shorts/WZh3zpK_qVM?si=AnFDeuCyp7v1HzgQ

Kürzlich sollte sie den höchsten Orden der Bundesrepublik Deutschland bekommen. Doch wie ein Zeichen starb sie kurz nach den Feiern zu Befreiung von Nazideutschland 80 Jahre nach dem Kriegsende.

80 Jahre lebte sie ohne Terror und in Frieden. Das Erstarken der AfD erschreckte sie und ließ Erinnerungen wieder hoch kommen.

Möge es sich nicht wiederholen, was sie und die anderen Überlebenden erlebt haben.

Im meinem Ruhrgebietsblog ist es mir wichtig die Vielfalt hoch zu halten und auch Margot Friedländer zu erwähnen. Sie besuchte auch das Ruhrgebiet. Und vom Ruhrgebiet aus Bochum und Essen gingen direkte Transporte nach Auschwitz. Und im Rahmen meines Stolperstein Ruhrgebiet Projekts zur Erinnerungskultur ist das ein Muss. Auch im Ruhrgebiet gab es Terror, Lager, Zwangsarbeit und Mord in den Gestappgefängnissen, im Rombergpark in Dortmund, an der nächsten Laterne. Das darf sich nicht wiederholen!

Die Transportlinien der Reichsbahn Richtung Auschwitz- Foto aus dem Museum Auschwitz (c) André Brune

Leider hatte ich nie die Chance sie kennen gelernt zu haben.

Dafür ist in meinem Blog Eva Weyl mit ihrem Vortrag stellvertretend. Sie stand mehr als einmal auf der Liste als Kind nach Auschwitz zu kommen von Westerbork.

https://www.ruhrpottologe.de/vortrag-von-eva-weyl-holocaust-ueberlebende-vom-kz-westerbork-in-der-willy-brandt-gesamtschule-bottrop-i-80-jahrestag-der-befreiung-i-podcast-i-video

„Wir sind alle gleich. Wir sind Menschen,“ mahnte Margot Friedländer.

Hoffnung erwächst in Auschwitz-Birkenau.
Margot Friedländer wurde zum prominentesten Sprachrohr der Holocaust-Überlebenden.

Ihr Überleben konnte uns das Lebendig machen, was wir nicht miterlebten: Der Tod durch Menschenhand jeden Tag überlebend.

Margot Friedländer hat den Holocaust überlebt, lange geschwiegen, doch uns dann mitgeteilt, Mensch zu sein. „Wir sind alle gleich. Es gibt kein christliches, muslimisches oder jüdisches Blut.“

Sie bekam ihre Zeit uns das alles mitzuteilen, was sie schlimmes im KZ erlebt hat. Nun kann sie in Frieden ruhen und für sich den Schrecken der Nazis abschütteln. Sie sind aber noch unter uns, ihr Gift vernebelt unsere Sinne, so wie sie es immer getan haben. Seid wachsam und schaut genauer hin, um nachher nicht sagen zu müssen, dass ich das nicht gewusst habe.

Links:

https://margot-friedlaender-stiftung.de

https://de.wikipedia.org/wiki/Margot_Friedl%C3%A4nder?wprov=sfla1

https://www.spiegel.de/geschichte/holocaust-ueberlebende-margot-friedlaender-ein-jahrhundert-leben-a-419d1294-8b28-469b-b1c8-47eb75d48fde

https://www.jmberlin.de/zeitzeuginnengespraech-versuche-dein-leben-zu-machen

https://www.zdf.de/video/dokus/terra-x-history-102/ich-bin-margot-friedlaender-holocaustueberlebende-100

Bücher

Margot Friedländer und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

Ich tue es für Euch: Was wir von einer hundertjährigen Holocaustüberlebenden über Vergebung, Hoffnung und Toleranz lernen können

https://www.osiander.de/shop/home/artikeldetails/A1060873146

***

Malin Schwerdtfeger und Margot Friedländer

„Versuche, dein Leben zu machen“: als Jüdin versteckt in Berlin

https://www.rowohlt.de/buch/margot-friedlander-malin-schwerdtfeger-versuche-dein-leben-zu-machen-9783644104815

Nie vergessen und nie wiederholen – Reichsprogromnacht!

Heute ein ernstes Thema:

Stolpersteine im Ruhrgebiet gibt es mehr als 3000 Stück. In ganz Nordrhein-Westfalen sind es 15000 Stück.

Allein Bochum hat 247 und Gelsenkirchen 281.

Immer noch zu wenig für das Leid, das viele ertragen mussten: Folterung, KZ-Aufenthalt und Gaskammern. Neben Juden, waren auch Roma, Sintis, Homosexuelle und politisch Verfolgte ermordet worden.

Die von Nationalsozialisten sogenannte Reichskristallnacht, heute Novemberprogromnacht oder Reichsprogromnacht, vom 9. auf den 10.11.1938 war nach der Bücherverbrennung von 1933 der Auftakt von noch mehr Leid und Tod von ca 70 Mio Menschen weltweit. Niemals darf sich das wiederholen!

Und doch ist es in gewisser Form in der Welt noch zu sehen:

Krieg in der Ukraine, der vergessene Bürgerkrieg in Syrien, Taliban in Afghanistan, Uigurenverfolgung und Umerziehung in China, Minderheitenverfolgung in vielen Ländern der Erde.

Auch bei uns IN EUROPA tummeln sich wieder Menschen mit Hass auf Minderheiten, die Geschichte leugnen oder sogar wiederholen möchten, wenn sie könnten.

Auch das Ruhrgebiet hatte damals große Schattenseiten, die der Ruhrpottologe auch besprechen wird. Und auch heute gibt es hier und da genau die Menschen wieder, die unseren teuer erkauften Neuanfang eines friedlichen Europa mit ihren Freiheiten wieder zerstören möchten.

Stellen wir uns ihnen in den Weg! Seien wir mutig!

Halten wir zusammen und kämpfen wir auf unsere Art und Weise friedlich und mit Unterstützung der Aufklärung damit sich die Geschichte nicht wiederholen wird. Und hoffen wir, dass der Krieg in der Ukraine bald enden wird!

Diese Geschichte darf sich nicht wiederholen. Deswegen habe ich vor einem Jahr die POTTsteine – Rubrik und auf Facebook und Instagram @stolpersteine.ruhrgebiet gegründet. Die aus vielen privaten und beruflichen Gründen erst jetzt nach und nach gefüllt werden wird.

Im Projekt BigosKraut, auch auf Facebook und Instagram @bigoskraut, werden meine Frau und ich auch die historischen Prozesse in Polen in diesem Bezug ein Thema sein. Auch die historischen Bezüge auf Poleneinwanderung ins Ruhrgebiet und das Entstehen erster polnischer Vereine, aber auch der dortigen Judenverfolgung in Kielce 1946 nach dem Ende des II. Weltkriegs und der Naziverbrechen in Auschwitz und Co.

Ernste Themen müssen ebenfalls hier und da besprochen werden, damit es nicht vergessen wird, damit es sich nicht wiederholt. Die Anzeichen einer Wiederholung sind hier und da ebenso zu spüren, zu sehen. Ich verschließe meine Augen nicht. Worte und Handeln, Aufklärung und Prävention ohne Schnitt ohne Zensur bei mir ist meine Agenda als Ruhrpottologe neben all den schönen Dingen, die das Ruhrgebiet zu bieten hat.

Heute Nacht gedenke ich der Nacht von 1938!

Es ist eben nicht alles Gold, was glänzt.

Ich würde mich freuen, wenn es bei Facebook, Instagram und hier Follower gibt und es weiterverbreitet wird.

Danke!

Schalom! (engl. shalom) – Hebräisch geschrieben: עֲלֵיכֶם und heißt „Friede“

Schalom alechem bedeutet demnach „Friede sei mit dir“.

Das arabische arabischen Salām  ist sehr nah verwandt und bedeutet „Friede, Wohlergehen bzw. Heil“

Mehr Informationen: Reichspogromnacht – 9. November 1938 (lpb-bw.de)