Arnold Polakewitz – Hobby-Schiffmodellbauer und Maler in Bottrop I +Videopodcast I +Fotogalerie

Was verbirgt sich hinter den einfachen vier Wänden in den Siedlungshäusern im Ruhrgebiet?

Welche kaum wahrnehmbare Persönlichkeiten können da entdeckt werden?

Versteckte Talente aus dem Ruhrgebiet, egal in welcher Sache zu zeigen, das ist für mich als Ruhrpottologe wichtig. Menschen, die keine große Lobby haben gehen im „Mainstream“ von heute unter.

Short-Teaser:

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Ich will sie zeigen, wenn ich sie finde und sie bereit sind über sich zu plaudern. Durch einen Kunden von mir bin ich auf so eine Person aufmerksam gemacht worden.

Der gelernte Schlosser und heutige Rentner Arnold Polakewitz öffnete mir sein Wohnzimmer und erzählte mir seinen Weg vom Minensuchboot bis zum Hobby-Schiffsmodellbauer und -Maler in einem kleinen Video:

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Der heute 68jährige Arnold Polakewitz, dessen Vorfahr der berühmte polnische Schriftsteller Adam Mickiewicz war, baut nicht mit den teuren Fertigbausätzen aus einem Bastelladen.

Santa Maria von Kolumbus

„Das kann ja jeder“, sagte er. Die naturgetreue Santa Maria von Kolumbus steht auf einem Regal. Die Segel sind aus alten Bettlaken. Eine russische Galiot niederländischer Bauart, die um 1820 entstand, hat Segel aus einer Lederjacke. Die Vorbilder sind aus seinen Marinebüchern, die im schicken Eichenschrank hinter Glas schlummern und ihn inspirieren.

Segel aus einer Lederjacke

Die Modelle sind Recyclingschiffe. Fast alle Teile sind nach Maß gesägt, gedrechselt, gefeilt, gebogen, gehämmert aus alten Holzresten, Küchenbrettern, Feuerwerksholzresten, Spurlatten von unter Tage, Dipphölzer von einem Schnellimbiss, Stoff- und Lederreste für die Segel zusammengesetzt.

Einige Jahre dauert es bis er ein Schiff zusammengebaut hat. Die unglaublich filigrane Arbeit fordern seine Finger und Augen. Manchmal kann man bestimmte Teile nur zwei Stunden lang bearbeiten, was schon sehr anstrengend ist. Andere Male ist er acht Stunden dabei. An dem größten Schiff hat er insgesamt 10 Jahre gebaut.

 

Der Wert des Schiffes wäre drei Mal so hoch, wie ein Fertigbausatz, der selbst schon viel Geld kostet, dann zusammengesetzt wird, um es dann zu verkaufen. Es dauert und ist nicht so einfach ein Element so zu feilen, dass es exakt richtig aussieht und passt. Laien haben keine Vorstellung, was es heißt täglich am Basteltisch zusammengesunken hoch konzentriert zu sitzen, um aus etwas Unförmiges nach Maß gestaltendes Teil für ein Schiff zu bauen.

Auch die Buddelschiffe werden bei ihm von alten Holzresten zusammengeschustert. Ein U-Boot ist gerade in Arbeit. Alte Latten, die sonst in den Müll gewandert werden, recycelt Arnold für ein U-Boot-Modell. Die Kanone stammt aus einem Schaschlikstäbchen. Die Bastelarbeit hat sein Vater ihm beigebracht. Zwischen den Arbeitsgängen braucht er auch manchmal einige Tage, um die Gelenke der Hand auszuruhen.

Die Buddelschiffe werden nach einer von einem Kapitän beigebrachten Geheimmethode dreiteilig in den engen Flaschenhals geschoben. Teurer Schund erkennt Arnold sofort in den üblichen Souvenierläden.

Arnold mit dem witzigen Polakennamen (Polakewitz) ist begeistert von der Schifffahrt. Mit seinem trockenen Humor und der tiefen sonoren Stimme erzählt er, dass er für die Bundeswehr auf einem Minensuchboot 1976 unterwegs war. Er hat sogar ein Bundesverdienstkreuz von Helmut Schmidt persönlich überreicht ausgeschlagen, weil er ein Schiff und seine Mannschaft gerettet hat als es in Brand geriet durch einen Motorschaden, den er zufällig entdeckte, als er eine Rauchen ging.

Schmidt wäre sein politischer Mentor geworden, wenn er in die SPD eingetreten worden wäre. Aber als Zwanzigjähriger interessierte er sich nicht für Politik. Er stellte sich nicht gern in den Vordergrund und war immer begeistert von der Schifffahrt. Er wurde Schlosser, was ihm auch beim Basteln mit der Maßarbeit mit Säge und Feile bei Holzarbeiten half.

2009 hatte er seine Marinebilder in der ehemaligen Stadtteilbücherei Bottrop-Boy ausgestellt. Viele Bilder sind bei Verwandten und Bekannten gelandet. Einmal ging er mit seinen Landschaftsbildern zu einem Galeristen. Der war begeistert von seiner Malart. Die Mischung aus Emil Nolde und Vincent van Gogh wäre in den Verkauf gegangen, wenn er  denn ein Kunststudium nachgewiesen hätte, teilte ihm der Galerist mit und bekam nur ein müdes Lächeln.

Wenn sich andere an seinen Bildern erfreuen, ist es für Arnold Polakewitz Anerkennung genug. Mit fünf Jahren hat er angefangen Bilder exakt nachzumalen. Als er in die 4. Klasse ging, entdeckte eine Lehrerin sein Talent. So hat er bei einem Malwettbewerb in Gelsenkirchen mit seinem Motiv von einer Förderturmlandschaft ein Fahrrad gewonnen. Sein Bild ist ins Bergbaumuseum Bochum gewandert. Wer weiß, vielleicht schlummert es dort noch im Archiv irgendwo.

2009 in der Ausstellung in Bottrop-Boy

Die Malmotive sind Landschaften oder Schiffe, die auch vielen noch bekannt sein dürften. Die letzten Segelschiffe unter deutscher Flagge, wie die Pamir, Passat oder Posen, die auf den Weltmeeren noch ohne GPS und ohne Dieselmotoren unterwegs waren, hängen an seiner Wohnzimmerwand.

Ein Bild zeigt eine Mühle und eine wunderschöne grüne Landschaft drumherum. Er malte die Mühle von Gelsenkirchen – Hüllen. Seine Frau wollte immer ein Bild mit einer Mühle haben. Unbewusst hatte er die Mühle seiner Heimat gemalt, wo er als Gelsenkirchener Blag rumgetrollt hatte. Ganz nah waren noch Bombentrichter. Heute wohnt er in Bottrop-Boy in einer einfachen Siedlung. Seine Heimat ist das Ruhrgebiet, seine Sehnsucht das Meer.

„Am Arsch der Welt“ nennt das Bild seine Frau

Möge Arnold noch viele Schiffe bauen und Bilder malen. Meine Anerkennung und die vieler seiner Bekannten hat er. Hier im Blog hat er nun auf jeden Fall einen Ehrenplatz als POTTmensch für sein TUN.

Glück auf!

FOTO-BILD-GALERIE (alle Bilder sind von Arnold Polakewitz/Fotografiert von André Brune)

Fantastische Hängung I Besuch der Jahresausstellung 2022 Bottroper Künstler mit Ralf Opiol im Museum Quadrat I +Podcast I +Video I +Fotogalerie

Ralf Opiol, mit seinem Projekt „Metropiol“ und Mitinitiator des ersten „Bottrop.Art.Award“, ist ein weitbekannter Künstler aus Bottrop. Kurz vor der Auslosung des ersten Bottroper Art Award habe ich ihn kennengelernt und interviewt. Diesmal gehen wir in einem „Live-Podcast“ durch die Jahresausstellung Bottroper Künstler und Künstlerinnen im Josef-Albers-Museum Quadrat in Bottrop und interpretieren gemeinsam auf einfache Art und Weise die unterschiedlichen ausgestellten Kunstwerke. Außerdem gehört Ralf Opiol zu den 30 ausgewählten Künstlern, die einmal im Jahr besonders gehuldigt im Quadrat ausgestellt werden. Von Ralf Opiol hängen derweil sogar fünf Bildern in der Ausstellungshalle.

1-Minute-Short-Podcast:

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Museum Quadrat Jahresausstellungshalle

Was ist Kunst für Ralf Opiol

So unterschiedlich die einzelnen Künstler sind, so ist auch die Kunst verschiedenartig und sehenswert. Skulpturen, Zeichnungen, Collagen, Fotografien und Malereien mit Ralf Opiol zu erleben ist etwas Besonderes, weil für ihn die Kunst Leben ist und Leben ohne Kunst keine Kunst ist. Er macht die Kunst, weil er Kunst machen will. Er macht sie nicht als schönes Landschaftsbild, das in einem gemütlichen Wohnzimmer hängt, sondern er macht Kunst mit wenig Farben, Collagen und dadaistischen Buchstaben, weil er auch Lust auf Kunst machen will. Ralf Opiol will Menschen Denkanstöße über verschiedene Möglichkeiten der Kunst geben.

„Ich mache keine Kunst, die dir gefällt oder gefallen muss, sondern ich mache die Kunst, weil ich die Kunst machen will“, so der Tenor von Ralf Opiol und seinem Projekt Metropiol.

Ralf Opiol hat schon viele berufliche Bereiche hinter sich. Auch auf der Bottroper Kokerei hat er eine zeitlang gearbeitet. Man merkt das Leuchten in den Augen, dass er nicht für die Kokerei, aber für die Kunst lebt. Angefangen in der Kindheit Superhelden zu zeichnen hat er jetzt das olivfarbene Projekt „Metropiol“. Das Projekt ist eine neue Linie seiner Kunst, die er sich treu bleiben wird. Er arbeitet mit wenig Farben. Der Großteil ist in gelben, meist grünen Tönen bis ins Olivfarbene gehend. Mit sichtlichem Stolz kann gesagt werden, hat die Jury der Jahresausstellung fünf Bilder von ihm ausgewählt. Sie sind in der unteren Etage zu besichtigen. Auch von außen durch die große Fensterscheibe können sie betrachtet werden.

Zum kompletten Video-Podcast mit exakte Zeit zur Besprechung der Bilder:

https://youtu.be/vabbcVQsXaM

Knappe 5 Minuten (K5M) – ein neues entwickeltes Podcast-Format mit den wichtigsten Elementen aus diesem Podcast mit Ralf Opiol. Kurz als Berghabitataxiomgespräch genannt nach seinen Bildern, die wir besprochen haben, die in der Jahresausstellung Bottroper Künstler 2022 im Museum Quadrat hängen:

Bilder von Ralf Opiol in fantastischer Hängung - (c) André Brune

Nebenbei ist Ralf Opiol mit seinen Ideen zum Quartiersmanager des Stadtteilmarktes „Boyer Markt“ ernannt worden. Er arbeitet daran, den fast abgeschriebenen Markt bis zum Sommer 2023 mit den angeschafften neuen Ständen, zu festigen. Jede Woche Freitag ist er einige Minuten mit seinem kreierten Instagram-Konto online und zeigt Neuigkeiten und die örtlichen Besucher. Boyer Bewohner und Bewohnerinnen sind dann fast zum Anfassen. Das Markenzeichen aus seinem @metropiol-Projekt ist auch für den Markt Olivgrün. 

Markt ist ein Kulturgut, so Ralf Opiol. Markt ist eine lebendige Kunst die Selbstversorgung mit vielen wichtigen bunten Lebensmitteln zu sichern. Oder den Vormittag mit den verschiedenen Menschen, die sonst als Porträt oder örtliche und oft statische Kunstfigur ihre Tage und Wochen in ihrem eigenen Atelier Küche und Wohnzimmer verbringen. Die Menschen vor Ort auf dem Markt schaffen ihre Kunst des Lebens und Ralf Opiol unterstützt sie dabei eine Auswahl bereit zu stellen. Das wiederum ist auch eine Kunst, denn noch vor gar nicht langer Zeit wäre der Boyer Markt mit nur noch zwei Ständen Geschichte gewesen. Heute stehen dort wieder mehr als zehn Stände regelmäßig.

Ralf Opiol ist von der fantastischen Hängung begeistert - (c) André Brune

Kunst ist nicht nur ein Quadrat

Es gibt viele, die mit Kunst nichts anfangen können. Aber Kunst ist nicht einfach nur ein Quadrat, wie von Josef Albers. Im Farbenspiel, im Gedankengut und in der Situation, wie und wann ein Bild oder eine Skulptur entsteht im Laufe der Zeit, kann es Menschen zum Nachdenken anregen oder zum Wohlfühlen oder auch zu Kontroversen führen. So können auch die Bilder von Josef Albers, Ralf Opiol und z.B. auch der mittlerweile weltweit bekannte Künstler Gereon Krebber mit seinen außergewöhnlichen Skulpuren zu nachdenklichen Diskussionen werden.

Kunst ist Machen und andere drüber reden lassen. Die Aktionskunst von Christo oder Wei Wei ist ebenfalls eine große Kunst, sie einfach zu machen ebenfalls. Ralf Opiol ist einer davon und das beweist er im Gespräch über die verschiedenen ausgestellten Kunstwerke aller 30 Künstler und Künstlerinnen, die von mir leider erst knapp zum Ende der Ausstellung besucht werden konnte.

Allerdings ist der Podcast und die Bilder der Werke im Raum auch eine Verneigung vor der ausgestellten Kunst, die nur wenige Wochen zu sehen ist bzw. war und hiermit nun im Blog bis auf Abschaltung des Internets archivarisch hinterlegt.

Museum Quadrat

Für knapp 13 Mio Euro ist der Erweiterungsbau der Öffentlichkeit am 19.10.22 zugänglich gemacht worden. Die Ausstellung „Josef Albers. Huldigung an das Quadrat“ ist auch die Huldigung der Stadt zu ihrem berühmten Sohn, der in die USA ging und es sogar mit einem Bild im Weißen Haus geschafft hat. Diese Huldigung wurde 1987 vom Vizepräsidenten der USA George Bush mit einem Besuch bestätigt.

Im alten Bereich rechts von der Kasse ist der Teil wechselnder Ausstellungen. Die Jahresausstellung ist wiederum eine Huldigung heutiger lebender Künstler und Künstlerinnen der Stadt Bottrop. Sie beginnt am letzten Wochenende im November und geht bis zum Ende des ersten Wochenendes im Januar, dieses Mal am 8.1.2023. Eine Jury sucht die Bilder aus.

Fantastische Hängung

Durch die Lichteinwirkung der großen Fenster von außen und die höhere Decke mit dezenten quadratischen Lampen und die von Ralf Opiol immer wieder betonte „Fantastische Hängung“ im Raum des einen Ausstellungs-Quadrats bekommt die Ausstellung ein besonderes Augenmerk für Besucher und Besucherinnen.

Die Jury suchte dieses Jahr Petra Lamers mit ihrer Fotografiekunst „Luft. Licht. Linie.“ als Krönung der Ausstellung aus. Sie bekommt einen eigenen Ausstellungsraum für die besonderen Motive ihrer Fotografien.

Allein diese Ausstellung zeigt, dass in vielen Menschen Kunst steckt. Sie ist es wert herausgeholt zu werden und zu zeigen.

Folgende Künstler/Künstlerinnen stellen/stellten aus:

Gilda Bräuer – Mixed Media

Karina Bregula-Pietrucha – Malerei

Claudia Brüggemeier – Malerei

Rebecca Bujnowski – Relief

Wolfgang Fröhlich – Fotografie

Stefanie Fuchs – Malerei

René Haustein – Zeichnung

Guido Hofmann – Skulptur

Lorine Hosch – Malerei

Ulrike Int-Veen – Malerei

Werner Jelinek – Zeichnung

André Kirschbaum – Malerei

Christian Kleinheins – Fotografie

Gereon Krebber – Skulptur

Monika Lioba Lang – Skulptur

Ralf Opiol – Mixed Media

Doris Reineking – Malerei

Ulrich Röhring – Relief

Angelika Schilling – Fotografie

Barbara Schmuchal – Zeichnung

Dieter Schröder – Fotografie

Paul Schulte – Objekt

Iris Stöber – Druckgrafik

Evelina Velkaité – Malerei

Jutta Weber – Zeichnung

Stefan Wepil – Mixed Media Reinhard Wieczorek – Malerei

Edgar Wiese – Malerei

Nolin Wischermann – Malerei

Trudel Zeltinger – Malerei

Über das Museum werde ich ein anderes Mal genauer berichten, denn es hat eine reichhaltige Geschichte, die ihresgleichen im Ruhrgebiet nicht zu finden ist von der Form und dem gewidmeten Künstler Josef Albers.

Josef Albers war geborener Bottroper, der es mit seinen Bildern bis ins Weiße Haus geschafft hat. Zudem hat das Museum eingebettet in der Stadtparklandschaft eine besondere Lage. Die Verbindung der außergewöhnlichen Mischung aus dem Ur- und Ortsgeschichtsmuseum, dem alten Heimatmuseum der Stadt, mit jungsteinzeitlichen Funden aus Stadtgebiet und Emscherregion und der Modernen Kunst ist sehr gelungen. Zudem hat das Museum auch einen großen pädagogischen Wert und dafür einen eigens eingerichteten Raum.

Alle ausgestellten Kunstwerke können vom Publikum erworben werden. Die Liste ist abfotografiert auf der Blogseite mit den Kunstwerken zu sehen und auch im Nachhinein noch bei den entsprechenden Künstler und Künstlerinnen zu kaufen.

Ausstellerin Petra Lamers, Fotografie - Prospekt abfotografiert von André Brune

Öffnungszeiten

Montag

geschlossen

Dienstag bis Samstag

11 – 17 Uhr

Sonn- und Feiertage

10 – 17 Uhr

Geschlossen am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. Januar.

 

Maskenplicht in den Räumen des Museum durch örtliche Allgemeinverfügung der Stadt Bottrop. Änderungen bitte an der Kasse nachfragen.

 

Eintrittspreise

Sonderausstellung
„Josef Albers. Huldigung an das Quadrat“ (19.10.22 – 26.2.23)
(Josef-Albers-Galerie)

Eintritt 10 Euro,
ermäßigt 6 Euro*,
ermäßigt 8 Euro**

Josef Albers Museum

Eintritt frei

Museum für Ur- und Ortsgeschichte

Eintritt frei

Für Bottroper Bürgerinnen und Bürger ist der Eintritt  für die Sonderausstellung freitags frei. Ausweis bitte bereit halten.

 

 

Links und weitere Informationen:

Shownotes:

 

Museum Quadrat

Adresse:

 

Museumszentrum Quadrat

Anni-Albers-Platz 1
46236 Bottrop

Tel.: 02041 372030
Fax: 02041 3720344
E-Mail-Adresse: quadrat@bottrop.de

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Internet: Josef Albers Museum | Startseite (bottrop.de)

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Instagram: Museumszentrum Quadrat (@museumquadrat) • Instagram-Fotos und -Videos

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Facebook: Quadrat Bottrop | Facebook

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Wie kommse hin?

Information zur Eingabe im Navigationssystem
Je nach Navigationssystem die alte Adresse – Im Stadtgarten 20 – nutzen.

Von der Autobahn A 2
Abfahrt Bottrop (3) Richtung Stadtmitte (Kirchhellener Straße) bis zur Kreuzung Kirchhellener Straße/Josef-Albers-Straße. Rechts in die Josef-Albers-Straße abbiegen. Der Weg ist ausgeschildert.

Von der Autobahn A 42
Abfahrt Bottrop-Süd (12) Richtung Stadtmitte (Essener Straße; im weiteren Verlauf Freiherr-vom-Stein-Straße, Friedrich-Ebert-Straße, Hans-Sachs-Straße). Dem Straßenverlauf folgen Richtung A 2 bis zur Kreuzung Eichenstraße. Links in die Eichenstraße abbiegen. Im Kreisverkehr die erste Straße rechts (Randebrockstraße) wählen. Der Weg ist ausgeschildert.

Anfahrtsbeschreibung bei Google Maps

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Bahn: Bottrop Hauptbahnhof, dann mit Bus Linie SB16 Richtung Bottrop ZOB Berliner Platz oder Linie 261 Richtung Bottrop Eigen Markt bis zum ZOB Berliner Platz.

Ab ZOB Berliner Platz:
Linie 251 Richtung Bottrop Grafenwald Kirche bis Haltestelle „Quadrat“, Linie 267 Richtung Bottrop Feldhausen Bf bis Haltestelle „Im Stadtgarten“.

Fahrplanauskunft des VRR

(Information aus der Internetseite des Museums Quadrat)

Bing: 

Ralf Opiol

Instagram: Ralf Opiol (@metropiol) • Instagram-Fotos und -Videos

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Facebook: Ralf Opiol Metropiol | Facebook

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Youtube: Ralf Opiol Metropiol – YouTube

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International: Pieces of Ralf Opiol – Tagree

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„Kulturgut Markt“

Unser Boyer Markt:

Instagram: (@unser_boyer_markt) • Instagram-Fotos und -Videos

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Presse:

Neuer Boyer Wochenmarkt – Vorbild für andere Bottroper Märkte? – waz.de  

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Immer freitags von 8 bis 14 Uhr: Boyer Wochenmarkt in neuem Gewand – Bottrop (lokalkompass.de)

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Youtube-Film zu Weihnachten: Geht nur aufm Boyer Markt : Mitn Weihnachtsmann einkaufen gehen – YouTube

Fotogalerie - (c) André Brune

(Die dargestellte Kunst wurde von mir fotografiert mit dem absichtlichen Hintergrund diese für die Nachwelt nach der Ausstellung zu erhalten. In keinem Fall sehe ich es als Nachteil für die Künstler und Künstlerinnen. Es ist eher unbezahlte Werbung für jeden einzelnen Aussteller und jede einzelne Ausstellerin. Auch das Museum Quadrat wird hiermit beworben. Alles unbezahlt und mit viel Arbeit, die keiner sieht, aber dennoch mit viel Freude für diese Sache. Kunst hat lange genug gelitten in der Coronazeit. Es ist Zeit, ihre wieder einen besonderen Raum zu bieten. Dies möchte ich mit meiner Seite und Tun machen. Sollte aber jemand, auch Verwandte oder Freunde, dies anders sehen, kann man mir eine Email schreiben, so dass ich dann das entsprechende Foto entfernen kann. Im Podcast – Video ist es nicht möglich. Die Aufbereitung würde zu einem Verlust der bisherigen Zuschauer führen. Ich verdiene nichts an der getanen Zeit und Arbeit. Es ist ein reines hobbymäßiges Interesse gewesen dies zu tun.)

Rheinbabenwerkstatt Bottrop : Kunst und Inklusion I +Videopodcast I +Podcast #10

Es war ein toller Besuch in der Rheinbabenwerkstatt in Bottrop, denn so hat es noch keiner berichtet. Im zehnten Podcast „Ruhrpottologe unterwegs im Ruhrgebiet“ gehen wir in die Malerwerkstatt der Diakonie.

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Was ist die Rheinbabenwerkstatt in Bottrop?

Die Rheinbabenwerkstatt gehört zu den Bottroper Werkstätten des Diakonischen Werkes Gladbeck-Bottrop-Dorsten.

287 anerkannte Plätze für Menschen mit vorrangig geistigen Behinderungen, Autismus-Spektrum-Störungen sowie unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen gibt es in dieser Einrichtung.

Es geht nicht allein um eine reine Beschäftigung. Es geht geht vor allem um Teilhabe am Arbeitsleben. Die Arbeitsplätze und Tätigkeiten werden möglichst an individuelle Fähigkeiten, Interessen und Bedürfnisse der Beschäftigten angepasst.

Vom „Malen nach Zahlen“ zum Kunstatelier Freihand

Ursprünglich lautete mein Titel mit einem Augenzwinkern:

„Der Ruhrpottologe geht malen nach Zahlen inne Rheinbabenwerkstatt der Diakonie in Bottrop.“

Wobei „Malen nach Zahlen“ eigentlich überhaupt nicht das beschreibt, was ich dort erlebt habe. Doch das Gegenteil ist der Fall und ich habe inhaltlich einfach den Text und die Überschrift neu geschrieben.

Was ursprünglich in reinem Ruhrdeutsch zu lesen war, ändere ich nun nach fünf Jahren in Hochdeutsch. Denn es geht mir um eine Aufwertung des Beitrages. Es geht nicht mehr um einen Ruhrpottologe, der lustig durch die Welt zieht. Es geht um Information, die ich mitteilen will, wie dort in der Werkstatt gearbeitet wird.

Malen nach Zahlen ist hier in der Werkstatt nicht der Fall. Es geht um die persönliche Kreativität, den Ausdruck auf den Bildern und die unterschiedlichen Stilrichtungen und vor allem um die Menschen hinter den Kunstwerken und wie das ganze funktioniert.

Ich kam, bevor die Rheinbabenwerkstatt umgebaut und erweitert wurde. Heute ist auf der Internetseite der Rheinbabenwerkstatt die Malerwerkstatt als Kunstatelier Freihand geführt. Das ist ein besonderer Name für die unterschiedlichen Arbeiten, die dort entstehen zwischen Abstrakt, Farbfröhlichkeit, Expressivität, auch gegenständlich, aber immer vollkommen individuell. Was eine beeindruckende Vielfalt ist.

Unvergessene herzliche Begrüßung

Ich werde immer in Erinnerung behalten die Offenheit der Künstler und Künstlerinnen mir alle ihre Kunstwerke zu zeigen und wie sie ihre Arbeiten entstehen. Wenn jemand von Außen kommt und sich dafür interessiert, was dort entsteht, dann ist es für jeden von ihnen wichtig sich mitzuteilen.

Kurz gucken reicht nicht, wer fragt wird auch mit guten Antworten belohnt, wie ihre Bilder entstanden sind.und warum das so gemacht wurde.

Das ist auch Podcasten. Es ist eine Möglichkeit Menschen kennenzulernen, denen man sonst nicht begegnet und diese Erfahrungen dann auch anderen weitergeben zu können.

Kevin Lange und Ingo Meier erklären mir die Rheinbabenwerkstatt

Kevin Lange und Ingo Meier, der Leiter der Kunstwerkstatt, sprachen mit mir über die Arbeit der Rheinbabenwerkstatt und die unterschiedlichen Möglichkeiten für Menschen mit Behinderung.

Kevin Lange ist nach wie vor der Ansprechpartner für den Bereich Vertrieb. Also, wenn ich mal Vogelhäuser oder Kühlschrsnkmagnete produzieren lassen möchte zum Beispiel.

Es wwar für mich etwas absolut Besonderes hinter die Kulissen so einer Malerwerkstatt zu schauen und auch heute ist nach fünf Jahren (Text wurde 2026 überarbeitet) alles noch sehr wichtig und aktuell.

Wer aals Außenstehender einen Nistkasten oder ein Bild fertig sieht, weiß nicht, welcher Aufwand dahinter steckt. Und nicht nur das. Es stehen vor allem Menschen dahinter mit einem bestimmten Arbeitsablauf betreut von Menschen, die qualifiziert sind und die gesellschaftliche und berufliche Teilhabe erst möglich machen.

Was wird in der Rheinbabenwerkstatt gemacht?

Die Rheinbabenwerkstatt ist kein reines Kunstatelier, sondern hier gibt es wichtige unterschiedliche Bereiche :

  • Lager und Logistik
  • Montage und Konfektionierung
  • mechanische Bearbeitung
  • Holzbearbeitung und Tischlerei
  • Hauswirtschaft und Verteilerküche
  • Kunstatelier Freihand

Sowie individuell angepasste begleitende Angebote, aus den Bereichen Bewegung und Entspannung, Kreativität, Hauswirtschaft und berufliche Bildung.

Die unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen werden möglichst in den entsprechenden Bereiche genutzt.

Kunst ist mehr als ein schönes Bild

Natürlich sind mir die vielen Bilder im Gedächtnis hängen geblieben. Jedes Kunstwerk hat was eigenes. Jeder konzentrierte sich auf sein eigenes Werk. Gefühle oder die Wahrnehmung der Umgebung wurde und wird immer noch von den Kunstschaffenden eingebaut. Etwas anders als die berühmten Maler. Aber was bringt das Berühmtsein schon. Es geht um das einfach machen und sichtbar werden und darauf stolz sein, dass es gezeigt wird, irgendwo mal hängt, wie neuerdings auch das ein oder andere in den letzten Jahresausstellungen Bottroper Künstler und Künstlerinnen im Museum Quadrat.

Den Stolz aller auf ihre Kunstwerke habe ich gespürt. Ich habe nicht Bilder gesehen von Menschen mit Behinderung, sondern

Genau diesen Stolz konnte ich bei meinem Besuch spüren.

Deshalb fand ich es damals schon falsch, die Bilder lediglich unter dem Gesichtspunkt „Kunst von Menschen mit Behinderung“ zu betrachten.

Entscheidend ist zuerst das Werk.

Gefällt es mir?

Berührt es mich?

Macht es mich neugierig?

Würde ich es mir an die Wand hängen?

Die Behinderung eines Künstlers oder einer Künstlerin sollte nicht das Qualitätsmerkmal des Bildes sein.

Ein Bild aus der Rheinbabenwerkstatt und eine besondere Aktion

Zu diesem Podcast kam ich übrigens nicht ganz zufällig.

Über eine gemeinsame Aktion des Bottroper Podcasts „Bierchen bitte – der Bottcast mit Piet und Alex“ und der Clownsvisite e.V. hatte ich ein Bild aus der Rheinbabenwerkstatt gewonnen.

So wollte ich doch wissen, wo das Bild und wie es entstanden ist. Ich fragte, ob ich einfachal einen Podcast vor Ort machen könnte. Schließlich ist mein Motto ja unterwegs zu sein. Nachdem die Genehmigungen der Betreuer und Betreuerinnen da waren, ging es los.

Das Kunstwerk, das in der Rheinbabenwerkstatt ist, ziert auch das Foto von Frank Gebauer von mir bei der Auktion des Bildes, das nun in den Vereinsräumlichkeiten von Gegenwind e. V. hängt, die es ersteigert haben.

Der Erlös wurde dann als Spende aufgeteilt, so dass die Clownsvisite und Gegenwind, sowie das Kinderkrankenhaus des Marienhospitals je 100 € bekamen.

So iist aus dem Bild der Rheinbabenwerkstatt auch noch eine besondere Geschichte entstanden und eine Spendenaktion für wichtige sozial engagierte Vereine, die ich ebenfalls gepodcastet habe.

Informationen zur Rheinbabenwerkstatt Bottrop

Rheinbabenwerkstatt – Bottroper Werkstätten gGmbH
Heinrich-Theißen-Straße 7
46240 Bottrop

Träger: Diakonisches Werk Gladbeck-Bottrop-Dorsten

https://diakonisches-werk.de/menschen-mit-behinderungen/arbeitsangebote-fuer-menschen-mit-behinderungen/kunstatelier-freihand

Verschiedene Bilder und verschiedene Stilrichtungen in der Malerwerkstatt der Rheinbabenwerkstatt – Foto: André Brune

Firmen und Privatpersonen können unter anderem auch Aufträge machen. Nistkästen z.B. für eine Wohnungsgenossenschaft werden individuell hergestellt und preislich für alle „solidarisch“ berechnet.

Bilderkes verschiedener Stilrichtung – Foto: André Brune

Et is eben nich nur einfach ein Bild malen. Die Stärken der Kreativität jeder einzelnen Person wird mit Unterstützung von Ingo Meier, dem Leiter der Malerwerkstatt, individuell gefördert. Alle in der Malerwerkstatt machen die Arbeit aus Liebe und mit Leidenschaft und lassen ihrer Kreativität freien Lauf. Die Stilrichtungen sind da eher nebensächlich. Jedes Bild, jede Skulptur ist individuell zu sehen. Ausstellungen werden immer wieder mal gemacht.

Kassys Lieblingsmotive: Emojis – Foto: André Brune
Die Malerwerkstatt – Foto: André Brune

Dies gilt weiterhin zu fördern, weil eben auch Menschen mit Behinderungen Kreativität besitzen. Picassoähnliche Bilder sind da sogar eine Ausnahme ohne auf die Stilrichtung des Expressionismus einzugehen.

Im Podcast erfährt man viel mehr, als ich es beschreiben kann. Und die Rheinbabenwerkstatt der Diakonie in Bottrop steht als Beispiel der Arbeit aller Behindertenwerkstätten im Ruhrgebiet, wenn nicht in ganz Deutschland.

Es ist eine ganz besondere Art und Weise Menschen mit Behinderung nicht nur zu fördern, sondern auch in ihrem Tun zu stärken und zu fördern und ihnen eine Struktur zu geben im Leben. Es ist einfach eine tolle Einrichtung, die immer auch Unterstützung von Außen braucht.

Der Besuch am Tag der Offenen Tür oder des von der Rheinbabenwerkstatt veranstalteten Weihnachtsmarkt ist eine ganz besondere Möglichkeit sich die Arbeit vor Ort anzusehen.

Also einfach mal reinhören. Oder einfach anrufen, sich einen Individuellen Auftrag machen für den Garten, die Wand oder auch Firma. Ich sach ma so: Et lohnt sich ! Und dat vor allem für alle Seiten!

Weiter unten sind noch weitere Fotos exklusiv aus der Malerwerkstatt – alle Copyright André Brune !

Glück auf Euer Ruhrpottologe André Brune