Örtliche Buchhandlung in Gelsenkirchen bekommt keinen Ausschreibungszuschlag für die Stadtbücherei I Kommentar & Meinung

Ein WAZ – Beitrag hat mich verärgert als ich las, dass der örtliche Buchhändler Dirk Niewöhner mit seiner Buchhandlung Kottmann in Gelsenkirchen nicht den Zuschlag erhielt die örtliche Stadtbücherei zu bestücken.

Buchhändler schäumt: „Gelsenkirchen übergeht heimische Firma“ https://www.waz.de/lokales/gelsenkirchen/article410115075/buchhaendler-schaeumt-gelsenkirchen-uebergeht-heimische-firma.html

Rechtlich richtig ist es leider. Deswegen ist die Entscheidung für die Stadt Gelsenkirchen einfach gewesen.

Rechtlich ist es natürlich schwierig da einen Unterschied zu machen, denn ab einem bestimmten Beitrag muss die Stadt die Ausschreibung für wirtschaftliche Aufträge für den Ort in ganz Deutschland machen oder sogar in ganz Europa. Das sind Richtlinien, die natürlich auch den angespannten Haushalt der Stadt Gelsenkirchen etwas entspannen sollen. Doch dies ist nicht nur dort der Fall, sondern überall, wo Städte eine schiefe Haushaltslage bekommen haben.

Aber ist es sinnvoll?

Nein. Denn mit jedem Cent, der eingespart wird, um bei diesem Beispiel nun in einer Buchhandlung in München die Bücher zu bestellen für die Stadtbücherei, weil diese in der Punktevergabe entweder günstiger war oder in einem Losverfahren zum Glück den Zuschlag erhalten hat, sägt sich die Stadt langfristig natürlich den eigenen Ast ab.

Denn der Gelsenkirchener Dirk Niewöhner hat Angestellte, er zahlt nicht unwesentliche Steuern an die Stadt, die diese wiederum für die örtlichen Schulen und kaputten Straßen investieren… sollten.

Aber wenn jetzt die Vergabe von einem Betrag von über 188000 € nicht an eine ortsansässige Gelsenkirchener Buchhandlung geht, die sich mit 16 anderen aus ganz Deutschland beworben hat nicht bekommt, dann geht die Gewerbesteuer eben nach München. Die Stadt freut sich mit den Steuereinnahmen einen weiteren U-Bahnschacht bauen zu können.

Rechtlich im Rahmen ist es ja, aber der eigenen Stadt spart man kein Geld damit, sondern zahlt doch am Ende drauf. So hätte die Buchhandlung in Gelsenkirchen eine Unterstützung seitens der Wirtschaftsförderung bekommen, wenn sie sich nicht am rechtlichen Rahmen gehalten hätte, sondern der eigenen städtischen Wirtschaft zugewendet hätte. Aber geht das nach den gesetzlichen Vorgaben, die eigentlich die eigene Wirtschaft schaden können ?

Der Buchhandel allgemein hat einen schweren Weg zur Zeit zu gehen. Durch Aufkäufe kleinerer Buchhandlungen und Zentralisierung von einigen Großbuchhandlungsketten, wie Thalia oder Hugendubel, sowie der Internethandel durch den Riesen Amazon, ist der Druck auf die Kleinen Einzelunternehmer trotz Buchpreisbindung immens geworden.

Viele bleiben auf der Strecke. Viele arbeiten nur noch der Liebhaberei wegen den Büchern und den Menschen in den Orten, die als Stammkunden immer kommen, um zu schmöckern und sich vom Service überzeugt beraten lassen.

Fazit

Die kleinen Buchhandlungen, die noch ihren vernünftigen Beratungsservice haben, und nicht nur gewinnbringend abkassieren für ihr Aktienunternehmen, sowie auch schlechte bis gar keine Beratung mehr haben, sollten Unterstützung bekommen. Gerade von der eigenen städtischen Wirtschaftsförderung.

Sonst wundert man sich wieder über einen erneuten Leerstand in der Stadt. Mit so einem Auftrag kann sich eine kleine Buchhandlung das Jahr über Wasser bis zum Weihnachtsgeschäft halten.

Ich war selber Buchhändler. Ich weiß, wovon ich rede

Viele kleine geben auf wegen der Kosten von hohen Mieten, Nebenkosten und Abgaben. Vollzeitkräfte können meist nicht mehr gehalten werden.

Große Unternehmen bekommen durch die wirtschaftliche Lage der Kleinen mehr von diesem großen Kuchen ab und können dadurch problemlos überleben. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in großen Unternehmen bekommen auch nicht wesentlich mehr als Mindestlohn. Das ist in meinen Augen unfairer Wettbewerb.

In den Ausschreibungsrichtlinien sollte stehen, daß örtliche Firmen immer bevorzugt werden sollten, wenn die Ausschreibung auch vernünftig abgegeben wurden. Der Papierkram, der einen eben nur stundenlang erschlägt mit der Hoffnung mal etwas einfacher Geld zu bekommen, ist schon immens genug.

So werden in den Ruhrgebietsstädten noch leerere das Bild der Fußgängerzonen prägen. Und Schulbücher werden dann bei Amazon und Co bestellt, weil es niemanden mehr vor Ort gibt.

Allein das traurige Bild der neueren Geschichte des Buchhandels ist mittlerweile ein Gesellschaftsproblem.

Wenn ich Bücher kaufe, dann gehe ich zu meinem örtlichen Buchhändler in Bochum. Oder wenn ich in einer Stadt an einer vorbei komme, wo ich etwas spannendes finde, dann kaufe ich es dort ein.

Es wird zwar noch gelesen, aber trotzdem sind schnelle Bilder, Videos und Fake News auch ein Knackpunkt der kleinen Buchhandlungen, die als Nische sich aufrecht erhalten müssen.

Ich wünsche der Gelsenkirchener Buchhandlung Kottmann noch ein langes Überleben und viel Kundschaft, damit sie ohne diesen Zuschlag trotzdem der Stadt erhalten bleiben wird.

Glück auf

Schienenersatzverkehr is wenne nich weiß, ob und wie du mitte Bahn nach Hause komms und überhaupt I Kolumne

So dat muss auf Ruhrdeutsch jetz sein: Bahnfahren is schon schön, abba et nervt manchmal schon!

Ich liebe dat, so einfach sich fahren zu lassen, die Leute begaffen, watse so treiben und verzähln, und freu mich dann auffet Ankommen, vor allem, wennet im Somma is, und dat so eine Dunstmischung aus Schweißparfume is, wo du denks, du bis im Douglas und fünf verschiedene Flaschen sind aufm Boden gefallen und die einparfümierte Angestellte kommt zusätzlich ins Schwitzen beim Aufwischen. Da macht Axel natürlich dem Namen alle Ehre, wenne dir dat l dann wegdenks. Hinterher, am besten immer dann duschtechnisch.

Son Schachtelsatz, wie beim Thomas und seine Buddenbrockinski, kommt dir schnell aufe Lippen, wenne dann vor dem Bahnsteig stehs und oben ne Anzeige dir mitteilt, dat du morgen um 4.50 mit der S9 dann eventuell nach Wuppertal kommen kanns aus Essen. Abba nix an Gleis 11 zure S1 steht, wo du ja eigentlich in knappen 15 Minuten dann fast in deine Heimat Bochum aussteigen kanns.

Da wird dir ersma schummrich, wenne auch no nimma wat innem Google findest, auch die Bahnepp zeicht dir nur den ICE an, der sich widda vespätet. Abba da is ja noch die Info vonne DB im verschachtelten Bauhausbahnhof von Essen. Schnell hin, bevor der Zuch kütt, wie die Kölner im Karneval imma sagn.

Der Tünnes war nett und hat mit wenich Worten mitgeteilt, dat kein Zuch kütt. Man solle den violetten Pfeil für Schienenersatzverkehr entlang laufen. Der ging da auch direkt los. Und schwupp auf den Boden gestarrt, dann guckse nich so aufe Gestalten, die pressewirksam Angst verbreiten, da abba hauptsächlich nur sind, weil dat ein trockener Aufenthaltsraum is.

Hamwa also gemacht meine Frau und ich und sind quer zum Hinterausgang. Da kommse dann inet schummrige Abteil vom Bahnhof. Da möchste als Frau auch nich lange bleiben, et sei denn, du wills bisken Koks oder ne halbe Pulle Sekt, die ich versehentlich weggekickt hab, mitnehmen aufe Fahrt nach Hause. Foto für mein Projekt Flaschengefühle hab ich mir verkniffen, denn wir waren eilich. In sonner Situation kann der ybus schneller da sein oder schon abfahren, auch wenn wir noch etwas Zeit hatten.

Da hört der violette Pfeil einfach auf anne Treppe. Habn die vom Reinigungsdienst wahrscheinlich einfach zu lange die Treppen gewischt.

Dann entdeckse dat widda auf Büagasteich und et geht in Richtung Postgebäude üba die Ampel. Die wird nich so schnell Grün. Du gucks schon um dich, ob da ein Bus kommt. Abba is noch Zeit. Dat essen vom Vietnamesen nachm Treffen mit dem Netzwerk für Unternehmen gab ich nem Obdachlosen, der sich freute.

Ein Teil war schon inne Tüte irgendwie ausgelaufen. Dat jetz noch stundenlang durch die Gegend zu schleppen, wollte ich auch nich.

Die Traube Menschen waren sich alle nich klar, wann der Bus jeweils fährt. Die Anzeigen der Busse zeigten nix. Die Busfahrer wurden gefragt. Natürlich dauerte die Antwort. Die sind sich wahrscheinlich selbs nich sicha.

S1 Ersatzbus nach Dortmund? Antwort dauerte. Die Busanzeige war dunkel.

Dann rief einer S1 Dortmund. Der zweite Bus ohne digitale Anzeige war der Richtige. Rein da und ab dafür. Der erste fuhr auch ohne Anzeige auf dem Bus in Richtung Borbeck.

Ne, Bahn. Da sitzen die in ihre Sessel im Büro, pupsen und rülpsen da rum in ihren Stühlen mit dem schlechten Bürokaffee, abba fahren vielleicht selbs nichma den Wech ab. Instruieren die Busfahrer nich. Und hoffen, dat dat allet läuft.

Irgendwie tun mir die Busfahrer leid. Die haben die Pappe auf. Und wenn die unzufriedenen Pottler raus sind, die oft genuch sagn, watse denken, dann atmen die ersma auf. Die haben ihr Geld verdient und sind bestimmt froh endlich irgendwann die Schicht beendet zu haben.

Dennoch bei aller Liebe war unser Busfahrer beim Anfahren der Bahnhöfe auch nicht so ganz gut geschult, wo er da im Dunklen lang musste, um die Bahnhöfe Steele, Steele-Ost, Eiberg, dann endlich Höntrop anzufahren. Da gabet unzufriedene Rumnörgler, die durch den Bus Kommandos zum Abbiegen gegeben haben. War schon lustich. Abba bestimmt nich für den Busfahrer. Der hat in Höntrop aufe Straße gedreht statt anders zu fahren in Richtung Ehrenfeld, die nächste Station. Alles in allem sind wa ja angekommen, abba eben ers nach über 30 Minuten, also mehr als doppelt so lang die Fahrt. Hin war die Bahn abba noch gefahren. Sons wär ich lieba mitn Auto nach Essen gegurkt, abba dann hätte ich dat jetz nich schreiben können. Musse auch so sehen.

Jetzt aber auf Hochdeutsch, Liebe Deutsche Bahn!

Ich weiß, dass ihr euer möglichstes in dieser Situation tut. Aber macht es verdammt nochmal vernünftig!

Guckt euch die Schweizer an. Schaut mal, wie die Österreicher und Niederländer oder Polen das machen. Ihr könnt das doch auch, oder etwa nicht. Identifiziert euch mit der Firma, aber zum Positiven! Macht es besser! Oder ist euch dieser Service und die Fahrgäste egal?

Dann werden eben wieder Fahrgäste fern bleiben und die Arbeitsplätze weniger werden. Macht es so, wie ihr selbst gern behandelt werden möchtet. Habt ein Lächeln auf den Lippen und geht jeden Tag zur Arbeit, um das Beste für die Fahrgäste hinzubekommen, egal wie schwer es ist bei den beschissenen Baustellen, die leider nun mal zur Modernisierung gemacht werden müssen.

Und macht gefälligst die Problematik der Baustelle und Ersatzbussen auch in eure tolle App rein oder aktualisiert es bei Google mit Warnhinweisen! Sprecht das mit den örtlichen Nahverkehrsstellen ab, wie den VRR.

Touristen würden jetzt komplett auf dem Schlauch stehen. Und die Region Ruhrgebiet mal wieder meiden, weil das nicht so funktioniert, wie es funktionieren sollte. Stellt einen oder mehrere Aufklärer da hin, der es in zwei Sprachen mitteilen könnten, warum und wieso und wo man hingehen muss und überhaupt.

Mannomann ist das ein trauriges Bild von einem so guten starken deutschen Unternehmen, was von uns Steuerzahlern immer viel Geld in den Hintern geblasen bekommt und dann auch noch die günstigen Familientickets streicht!

Und der VRR ist da ja nicht besser. Alle sitzen fröhlich in ihren Sesseln und planen dort. Fahren bestimmt auch mit dem Auto zur Arbeit. Insgesamt krieg ich das Kotzen!

Wenigstens war die Abendluft beim Aussteigen so richtig schön! Es duftete frisch und der Mond leuchtete uns den Weg.

Eine Flasche entdeckte ich natürlich sofort. Ich bemerkte erst nach 10 Mal fotografieren, dass da jemand im Dunkeln saß. Aber nichts fragte, sondern ungläubig starrte, warum ich das eine Weile lang fotografierte. Gegenüber ist ein Kiosk. Am Morgen wird die Flasche hoffentlich rübergebracht, um den Pfand zu kassieren.

Ich hoffe nur, der nahm sein Müll mit!

Sie sieht aus, als wenn sie den weißen Hai im Open Air Kino guckt, der gerade am Essener Dom gezeigt wurde, wo ich noch mit meinem Freund Ralf Opiol gestern war. Einmal auf großer Leinwand die scharfen Zähne sehen. War das genial!

Blaue Osterstimmung bunt gescheckt I Kommentar & Meinung

Bunte Regenbogenfarben auf einem Osterei werden kritisch gesehen und blaue gehen durch die Decke. Und zusätzlich ist nicht mehr so einfach in Facebook mal den ein oder anderen Like zu bekommen. Der Algorhytmus mag eher rechtsgerichtete blaue Dinge. Was ist aus den sozialen Medien bloß geworden.

Ich hab Ostern Facebook geöffnet und bekomme Wahlwerbung einer örtlichen Partei aus Emmerich mit einem blaugecheckten Osterei und einem übergroßen Osterhasen, der lächelnd hinterherläuft oder es fast wie einen Kegel auf einen zurollen lässt.

Das Bild hat über 117 Likes bekommen. Mein buntes Bild mit einem regenbogenfarbenen Osterei hat nur läppische 10 in jeweils drei verschiedenen Gruppen bekommen, sogar Kritik geerntet.

Mehr als 7 rechne ich nicht. Da kam dann eher ein Kommentar, dass ich das doch nicht in diesen Regenbogenfarben hätte machen müssen und wünschte mir „Trotzdem Frohe Ostern“. Das war ein Kommentar, den dieser Herr sich echt hätte sparen können, aber natürlich die Meinung von mittlerweile scheinbar 25% der Deutschen widerspiegelt.

Dabei hab ich einfach an ein schönes buntes Osterei gedacht und es nicht politisch nutzen wollen, was die AfD natürlich macht. Also hab ich auch noch mal ein blaues Ei gemacht mit einem Osterhasen in der Deutschen Fahne. Weil ich da im Text: Achtung Satire geschrieben habe, kam bisher 0 Likes.

Ich hab es erstmal nur auf meinem Account hochgeladen und noch nicht weitergeschickt in die Gruppen. Zumindest ist noch kein dummer Kommentar gekommen. Immerhin!

Ich kann dann nicht an mich halten. Ich hab es kommentiert. Aber die Meinung war einfach von den anderen: Bunt ja, aber bitte nicht in diesen Regenbogenfarben. Es ist schlimm, wieviel über Diverse Menschen schon publiziert wird, da muss doch so ein Osterei nicht auch noch dafür herhalten….

Ich sprang natürlich auf diese Anmerkung an. Denn es regt mich auf, wenn aus einem bunten Ei die „Diversität“ angesprochen wird, die man zwar akzeptiert, aber durch die Fahne stilisiert, so wohl indirekt die Meinung. Aber wird es auch akzeptiert?

Ist es wirklich nicht so, dass ein Viertel der Deutschen es nicht einsehen wollen, dass es andere Menschen gibt, wie man selbst gestaltet wurde von den Eltern oder Gott, wie Gläubige es sehen?

Gott ist doch egal, wie du als Mensch bist. Hauptsache du hältst dich an die 10 Gebote. Der Mensch ist vielfältig in Farbe und auch im Geschlecht. Also ich weiß dann ja nie, wie ich mir das Ebenbild von ihm laut Bibel vorstellen soll. Ein alter grauer Mann mit Bart, wie es sich ein Künstler im 16. Jahrhundert vorgestellt hat? Und was ist, wenn Gott eine diverse Frau ist, der sich als Mann umgewandelt hat? Das kann Gott mit einem Fingerschnippen. Hat er überhaupt Finger?

Die Ostereier sind mit ihrem Hasen ein alter heidnischer Brauch der Fruchtbarkeit. Hat mit der Auferstehung insofern nur was mit Zeugen und der folgenden Erstehung von neuem Leben zu tun, was dann neun Monate später so auf die Welt kommt.

Es soll wohl jeder seine eigene Vorstellung über ihn, sie oder es haben. Der Mensch ist derjenige, der daraus ein Korsett macht, an das wir uns dann alle halten sollen. Die Menschen zwingen mit Rassismus und Diskriminierung einen dazu genauso zu sein, wie man als „Weißer“ Mann oder Frau zu sein hat. Das gilt aber für alle Völker der Welt statt sich solidarisch zu verhalten. Zusammen ist man doch stärker. Miteinander kann mehr lösen als gegeneinander zu handeln.

Dieses veraltete Bild aus Jahrhunderten der Geschichte der Menschheit, ist 80 Jahre nach Kriegsende mit vielen Ermordungen von Homosexuellen, Transmenschen und Behinderten, wieder en vogue zu diskutieren, und wird wegen der freien Meinung, die wir tätigen können auch öffentlich in den Sozialen Medien ausgetragen.

Die blaue Partei rief vor ein paar Jahren durch ihren Vorsitzenden Gauland zu einem Schlussstrich der Erinnerungskultur auf und erklärte kurzerhand die Geschichte von 60 Mio Toten zu einem Fliegenschiss, die man heute nicht mehr diskutieren muss, weil es eine neue Zeit gibt.

Nein. So sehe ich das nicht. Natürlich kann man seine eigene Meinung haben, solange damit nicht Menschen diskreditiert werden, die eben nicht einfach Mann und Frau sind. Sie sind geboren worden und wurden eben von den Menschen drumherum in ein Korsett gesteckt. Jahrhundertelang lebten sie im Schatten oder konnten sich nicht aussuchen, so zu leben, wie sie es innerlich wollten und äußerlich zeigen.

Abgesehen, dass es eben auch Menschen mit anderen Farben gibt, die ins Ruhrgebiet gekommen sind, weil sie so geboren wurden, wo sie geboren wurden und diese Gene eben mitbringen.

Alles muss immer ausdiskutiert werden und kritisiert werden, Meinungen müssen auf jeden Fall geäußert werden. Die freie Meinung darf jeder sagen, weil wir in einem freien Land leben, weil die Deutschen eben den Krieg verloren haben. Ansonsten würden wir uns heute nicht so frei äußern dürfen.

Ist das so? Muss alles so sein, wie wir es uns selbst vorstellen? Wird dieses Korsett nicht wieder von anderen Menschen vorgezeichnet? Es ist egal, ob links oder rechts. Beide Seiten stecken die jeweilige Meinung in ein Korsett und wollen ihre Weisheit weitergeben.

Ich jedenfalls finde es auch nicht in Ordnung, wenn seit Jahren nun die Ausstrahlung von Winnitou und Old Shatterhand kritisiert wird. Das wiederum kommt hauptsächlich aus der linken Szene. Ich bin mit den beiden aufgewachsen. Ich habe ihre Art die Personenverkörperung aus Karl Mays Romanen geliebt als Kind.

Als Kind habe ich nie über das Problem nachgedacht, was erst vor einigen Jahren festgestellt wurde. Die Indianer dürfen nicht mehr Indianer heißen, sondern Indigene Völker. Ok, verstanden. Die Apachen lebten so nicht. Alles ist unecht. Ja, das ist wahr. Aber die Person auf der Titanic, die am Ende von Leonardo Di Caprio gespielt wurde und in dem kalten Wasser versank, gab es auch nicht.

Karl May war zum Zeitpunkt des Schreibens nie vorher in Amerika und hat denen die Hand geschüttelt. Er hatte es aus Büchern, die wahrscheinlich genauso rassistische und antisemitische Schriften beinhalteten, die damals vor über 120 Jahren normal waren.

Würden wir heute darüber nachdenken, was in den letzten fünfzig Jahren alles an Literatur und Filme auf dem Markt gekommen ist, was sexistisch, pornografisch, rassistisch, auch zwischen den Zeilen war, dann müsste man einen Scheiterhaufen aufmachen und diese Bücher verbrennen. Doch der Turm würde bis zum Mond reichen und man sollte es den Nazis nicht gleichmachen. Es ist der jeweilige Zeitgeist, der in Literatur und Filme eingeflossen ist. Traurig, aber so ist es eben.

Wenn ich Fotos von einem schönen blauen Himmel mache, hab ich die Befürchtung, dass nun linksgerichtete Kommentare kommen, ich solle doch lieber den Sonnenuntergang fotografieren, dass könnte man für ein glückliches Leben unter der blauen Partei deuten.

Foto von mir mit ChatGPT kreiert

Und wenn ich einen Regenbogen fotografiere, den ich zufällig am Himmel entdecke, kommt von den Seiten der Blaumacher, dass ich doch bitte die Diversität aus dem Foto lassen solle, das geht einen auf den Sack ständig diese Farben zu sehen.

Himmel nochmal, im wahrsten Sinne des Wortes. Kann einer die Zeit zurückdrehen, wo in Facebook und Instagram nur Katzenvideos zu sehen waren? Obwohl so ein Katzenhasser würde bestimmt sagen: Diese Perser sind einfach nur hässlich. Fotografiere lieber keine Katze aus Persien, die wollen wir hier nicht. Fotografiere die getigerte garfieldartige Katze, die ist schöner und kommt von hier. Kommt sie das wirklich?

Ich glaube dann ticke ich aus und werde nimmermüde die Perserkatzen zu verteidigen, die nicht so ihre Krallen ausfahren. Rote Katzen sind wie rote Frauen unbändig. Huch, jetzt drifte ich in die frauenfeindliche Schiene.

Also Ihr Eierköppe: Lasst Ostern mit der Politik. Seht einfach nur bunte Eier, feiert die Wiederauferstehung Jesus Christus und geht nach Hause zu euren Familien, spielt Minigolf und freut euch an einem Regenbogen, wenn er im April oder März fällt, je nachdem, wann der Lattenjupp eben je nach Vollmondlage auf die Bretter gelegt wurde. Ganz ehrlich, dass ist eine Frage, die ich wohl nie richtig beantwortet bekomme: Warum ist Jesus Todestag jedes Jahr an einem anderen Tag?

Regenbogen ist doch schön auf einem bunten Ei. Foto von mir mit ChatGPT kreiert

Wir sterben ja nicht je nach Vollmondlage. Aber das ist ein anderes Thema! Glück auf!

Privater Kryptorubel I 30.1.2025

Kennste bestimmt, so Anrufe, die einem erstmal stutzig machen, weil eine private Nummer anruft, was heutzutage kaum noch machbar ist. Bei mir kann es ja ein Kunde sein, der einen Termin verlegen will und einfach seine Nummer nicht zeigen will, weil es oder sie von solchen Anrufen leider schon oft genug geärgert wurden.

Doch wenn dann eine nette Stimme erstmal nach meinen Namen fragt, bin ich mittlerweile reserviert in Abwartehaltung. Man weiß nicht, was einen erwartet. Schließlich könnte plötzlich die berühmte Waschmaschine vor der Tür stehen, die ich nicht bestellt habe…

Mittlerweile sage ich nur noch lapidar ohne meine Identität mit Ja zu beantworten :“Worum geht’s?“

Diesmal hätte ich ja in der Vergangenheit in Krytowährung investiert. Nun ja. Hätte ich mal… Dann könnte ich mir die ein oder andere Arbeit sparen und säße in der Karibik, wo ich mit schwitzrigen Rücken und unter den Achseln miefend einen leckeren Cocktail mit frischer Ananas, Mango und einem Schuß Bacardi schlürfen würde. Ich könnte mir die Hände reiben und weiter in zukünftige möglichen Krytowährungen von seines Gnaden Trumpl investieren, um weiter den Schatten unter den Palmen genießen zu können.

Mit meinem Hinweis, dass ich nicht investiert habe und ich rechtliche Bedenken sehe, dass ich die Nummer meiner netten Telefonistin mit der angenehmen Stimme nicht sehen kann, wurde prompt aufgelegt. Schade, ich wollte gerade nach ihrer Nummer fragen.

Warum macht sie das, diesen Job? Einen nach den anderen anrufen und hoffen, dass eine Person hochjauchzend sein Geld bei solchen kruden Geschichten rauszuhaut und auch am Telefon alles abwickelt.

Es gibt noch Haushaltslöcher

Die Ruhrgebietstädte drehen am Rad der Schulden. Die könnten sich wieder reich machen, tatsächlich mit Krytowährung. Viele Prestigeobjekte werden gebaut, trotz hoher Schulden. Haushaltssperren drohen. Gleichzeitig wollen die Gewerkschaften mehr Geld rausholen. Ein Kreis, der sich nicht schließt. Aber ein noch größeres Loch hat allerdings meine Hosentasche in der Jeans. Das ist viel gravierender.

Wenn ich nicht aufpasse, wie heute morgen, wäre mein Portemonnaie mitsamt Inhalt irgendwo verloren gegangen. Das lässt sich nicht wieder auffüllen. Die Ausweise neu beantragen kostet Geld. Und das Bargeld wäre auch hinfort. Ergo wäre mein Haushaltsloch definitiv nicht wieder auffüllbar. Meine Kinder, wenn ich welche hätte, würde ich nicht zur Kasse mit Abgaben bitten können oder etwa einem Solidaritätszuschlag oder noch besser einem Sondervermögen geschenkt von der Bank mit Zins und Zinseszins in Höhe von 100 Euro. Die stellen sich ja schon bei einem Dispo von nur 1000 € quer. Aber eine Stadt, ein Staat kann das. Es füllt sich immer wieder über die Generationen hinweg arbeitende Bevölkerung. Es sei denn alle gehen weg, weil sie es scheiße finden und sich das Leben in diesem Land nicht lohnt. Nun im Kongo ist es zur Zeit auch nicht besser, aber da sind Palmen…

Kryptorubel wird die einfache Lösung

Dann sollte man doch in den demnächst startenden neuen Kryporubel investieren, den uns dann durch die Besetzung Putins aufs Auge gedrückt werden würde, wenn wir jetzt nicht aufpassen.

Wenigstens kann ich mir dann einen Schneider leisten, der es stopfen kann oder eine KI-gesteuerte Nähmaschine, wo ich mit Ansage ruckzuck einen neue Hosentasche genäht bekomme.

Bitcoin ist dann out. Russisch wird Weltsprache und im Ruhrgebiet werden die Bergwerke wieder aufgemacht, weil Klimaschutz ist weniger wichtig geworden, denn die Panzer müssen weiter Rollen können. Geht nur mit Diesel. Wahrscheinlich bauen sie wieder die Hydrieranlage in Bottrop auf, um künstliches Benzin herzustellen, wo heute nur noch ein Rohr aus der brachliegenden Fläche ragt. Wollte die nette Dame mir diesen Kryptorubel vielleicht schon andrehen? Dann hätte ich in die Zukunft investieren können! (Achtung Satire : Ironie der Weltpolitik, die uns alle auch hier im Ruhrgebiet beeinflusst)

Man darf ja nochmal eine Dystopische Phantasie loswerden. Ich will das nicht. Oder etwa der Leser oder die Leserin, die sich fragt, was das mit dem Ruhrpottologe zu tun hat. Ganz einfach : ich lebe hier und ich möchte in Frieden und Freiheit weiter hier leben nach den geltenden Gesetzen, die mühsam mit Weltkriegen und vielen Debatten erschaffen wurden in der Vergangenheit. Ich würde mir wünschen, dass die Parteien nachdenken, was sie falsch machen und wen wir Wähler und Wählerinnen wirklich vertrauen schenken sollten.

Dies ist geschrieben worden zu einem Zeitpunkt, wo meine Blogseite noch durch höchstwahrscheinlich russischem hybriden Angriff gesperrt wurde und in Reparatur ist. Das kommt genau jetzt zur falschen Zeit. Und das Loch ist noch da…

Aber wann ist es die richtige Zeit? Und wann sollte man sich Zeit nehmen Löcher zu stopfen?

Fragen über Fragen. Es folgen neue Tage und die Sonne geht auf. Wir leben noch.

(P. S. : Dieser Beitrag konnte nicht wegen Reparaturarbeiten der WordPress – Dateien am Stichtag der Veröffentlichung herausgegeben werden)

Venus anne Kirchturmspitze I 13.1.2025

Ein schöner sonniger Tag heute mit Frost auf dem Auto. Kratzen ist angesagt und gleichzeitig denke ich an meine Mutter, die ich genau heute vor zwei Jahren im Krankenhaus nicht mehr lebendig antreffen konnte.

Damals wurde ich nicht von den Ärzten über ihren Zustand unterrichtet. Wenn ich nach 18 Uhr kam, war kein zuständiger Arzt da. Bei Anrufen wurde gesagt, dass zurück gerufen wird. Wurde aber nicht.

Ich war ein paar Tage in Warschau mit meiner Frau. Dort hatte sie eine Beeidigung zur Dolmetscherin für den Staat Polen im Justizministerium übergeben bekommen.

Wir haben Warschau kennen und lieben gelernt. Doch im Hinterkopf war Mutters Aufenthalt in der Geriatrie. Da dachte ich, dass sie dort gut aufgehoben ist. Doch es war genau das Gegenteil.

Das ich sie nur noch einmal mit einer fast vereisten Hand am Telefon hatte, war mir einfach nicht bewusst oder ich habe es verdrängt. Bis heute fühle ich mich niedergeschlagen, wenn ich daran denke, dass sie mir von ihren Schmerzen erzählte und ich das Gespräch wegen der eisigen Kälte direkt vor dem polnischen Präsidentenpalast abgewürgt habe.

Hätte ich im Sommer anders reagiert oder zu einer anderen Tageszeit?

Wie reagieren andere, die eine ähnliche Situation haben und sich dann ihr Leben lang Vorwürfe machen, zum Beispiel nicht genug für die Eltern, Ehefrau, Ehemann, Schwester, Bruder, Kinder getan zu haben?

Und warum schreibe ich das jetzt hier in den Blog so frei hinein. Ganz einfach. Im Ruhrgebiet sind wir (fast) alle mit Eltern groß geworden. Ich bin nun über 50. Wir haben eine gute wohlige Zeit gehabt. Meine Eltern sind im Krieg geboren, haben  auf viele Dinge verzichten müssen. Bis der Wohlstand kam, dauerte es. Es wurde gespart, geknapst beim Essen und als Kind hat meine Mutter, die sieben Jahre jünger als mein Vater war noch die Bomben erleben müssen und hat sowjetischen Kriegsgefangenen unter lebensbedrohlichen Umständen Brot gegeben.

Es war eine Zeit, die heute die Enkel und Urenkel nicht mehr kennen, oder die tatsächlich wieder verherrlicht werden. Und ja es gibt einen Teil im Ruhrgebiet, die bei den nächsten Wahlen ihr Kreuz bewußt bei einer Partei das Kreuz machen, um den ‚Altparteien‘ einen ‚Denkzettel‘ zu verpassen.

Dieser Denkzettel wurde auch schon 1933 bei den Wahlen gemacht und der wurde sehr schnell ausgeführt. Es gab nur noch eine Partei, die Demokratie wurde abgeschafft und der Krieg bewußt vorangetrieben. Das war neben der Vernichtung der Jüdischen Rasse ein weiteres Ziel, dass in dem berühmten Buch Adolf Hitlers ‚Mein Krampf‘ (bewußt ironischer Titel) beschrieben wurde. Alle hatten es im Regal, keiner will es gelesen haben und doch ist alles passiert.

Auch jetzt denke ich an meine Mutter, 1936 geboren. Sie hat nicht alles mehr im Kopf gehabt, aber sie hat mir einige Anekdoten erzählt. Das reichte mit um mich auch als Ruhrpottologe mit den Stolpersteinen zu beschäftigen und auch mich gegen die Partei AfD zu wenden.

Es gibt Menschen, die das Parteiprogramm nicht zwischen den Zeilen lesen können. Parteiprogramme sind geduldiges Papier. Wer die Zitate von den Politikern hört, der sollte sich im Klaren sein, dass diese Narrative der Nazis hervorholen und es als legitim sehen. Mit arroganter Manier wird das zelebriert. Man hat sich sozusagen Mut angesoffen mit russischem Wodka (Geld).

Spätestens jetzt fragt man sich als Leser, warum er das heute in den Tagebucheintrag reingeschrieben hat.

Heute war der zweite Todestag meiner Mutter und ich habe ein Video gesehen, wo ich fast kotzen musste. Und das muss nun mal hier rein, um aufzuklären in Gedenken an die Mütter und Väter, die als Kind den Krieg in Deutschland mitgemacht haben :

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Mehr Informationen

Genauso empfehle ich die Aufklärung über das Katapult – Magazin:

https://katapult-magazin.de/de/artikel/wir-drucken-544-000-afd-wahlprogramme

Ich habe 100 € gespendet, um 100 Flyer drucken zu lassen vor den Wahlen.

Sie beinhalten das wahre Wahlprogramm, nämlich rechtspopulistische Zitate der AfD – Politik. Es ist mir nicht mehr schleierhaft, wie eine Fakeseite bei Facebook mit über 260000 Follower, nachdem ich  Beitrag kommentiert habe, plötzlich AfD – Politwerbung bei mir im Feed beim nächsten Öffnen auftaucht. Sie sind super professionell. Sie nutzen das Wissen der besten SocialMedia – Beratern aus. Sie werden wahrscheinlich fürstlich bezahlt und Sie gehen dafür über Leichen.

Erschreckend, was ich da sehe in der Zukunft, wenn sie an die Macht kämen. Allein schon der Abriss aller Windkraftanlagen würden unsere Energiepreise um das fünffache erhöhen. Die Arbeitsplätze in den Branchen würden alle wegfallen. Dumm wie Brot sind sie, dabei hat Weidel doch Volkswirtschaft studiert, oder hat sie bei jemanden abgeschrieben?

Nichtsdestotrotz habe ich heute hauptsächlich bei dem schönen Winterwetter gearbeitet und hab nur ein Foto mitgenommen vom Tag:

Der Blick auf die Hauptkirche von Bottrop, sozusagen dem Ort, wo ich aufgewachsen bin, direkt gegenüber dieser Kirche. Links ist ein heller Punkt. Das ist die Venus und rechts, leider aussehend wie eine Glühbirne, ist der Mond.

Meine Mutter ist jetzt die Venus, die Nach wenigen Minuten auf der anderen Seite des Kirchturms wanderte.

Ganz kleiner heller Punkt ist die Venus ©André Brune

Ich veröffentlichte noch heute das Video der Lesung Rapunzel und das hat den langen Arbeitstag ein wenig erhellt.

Auf geht’s in die Bearbeitung weiterer Projekte. Genug Negativität.

Getz gibbet noch wat lustiget, denn ich hab tatsächlich Fuchur, den fliegenden Hundedrache aus der unendlichen Geschichte am Himmel fliegen sehen!

Ich hoffe, dass er die Hoffnung eines blauen Himmels bringt und die Zerstörung der blauen Partei.

Fuchur ©André Brune

Kolumne I Tierheimpflege ist Opferbereitschaft für Wesen, die sich nicht wehren können I Kommentar & Meinung zum Thema Tiere aussetzen & Tierschutz am Beispiel Tierheim Bochum

Kommentar & Meinung
Es ist schon tragisch, dass es immer mehr Menschen gibt, die aus den verschiedensten Gründen ihre Tiere einfach aussetzen. Dabei wäre ein Anruf im örtlichen Tierheim wenigstens eine mögliche Alternative, bevor der Gedanke kommt das eigene Tier auszusetzen. Denn die Tiere können für das eigene Leid nichts.

Aussetzen ist auch eine berechtigte Straftat gegen den Tierschutz. Sie kostet Bußgeld in Höhe von bis zu 25000 €, wenn man erwischt wird. Und das ist leider immer noch zu wenig, denn die wenigsten werden erwischt.

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Gesetzestext:

Das Aussetzen von Tieren ist eine Ordnungswidrigkeit. Gemäß § 18 Abs.1 Nr.4 des Tierschutzgesetzes (TierSchG) kann es mit bis zu 25.000 Euro bestraft werden. Kommt das Tier infolge der Aussetzung zu Schaden oder gar zu Tode, handelt es sich um eine Straftat gem. § 17 TierSchG

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Ich finde, dass eine Gefängnisstrafe von mindestens einem Jahr eingebaut werden müsste, um die  Verursacher fühlen zu lassen, wie es so in einem Käfig ist.

Ein Tier zu kaufen sollte wohl überlegt sein. Ob die Haltungsmöglichkeit reicht, die Zeit für Spaziergänge eingebaut werden können bei Hunden, der Freigang für Katzen machbar ist, wenn es keine Hauskatze ist, Kaninchen große Flächen haben, ob aus beruflichen Gründen das Tier dann doch nicht tagsüber gut genug betreut werden kann oder zu den Zeiten bei Freunden und Bekannten landet, so dass die Bezugsperson nicht mehr „Herr des Tieres“ wird. Auch familiäre oder gesundheitliche Gründe, sowie Tod des oder der Besitzers bzw. Besitzerin können zur Abgabe des Tiers führen.

Eine Anschaffung muss also gut abgewogen werden, ob es das Alter, die Krankheit zulassen kann. Mehrere außenstehende Meinungen sollten eingeholt werden.

Das anzuschaffende Tier ist ein Lebewesen mit Gefühlen, das nicht durch die eigenen persönlichen Belangen leiden darf. Wenn dann muss es in gute Hände gehen. Nach meinem Rundgang mit Carmen Decherdt nahm ich erstmal genauer auf, was so eine Tierpflege bedeutet, wenn ein ausgesetztes Tier oder aus schlechter Haltung in das Tierheim kommt. Das sogar ein Waran, namens Wilson, durch die Haltung Verdauungsschwierigkeiten haben kann, ist auch ein menschliches Gefühl, wenn es einem psychisch nicht gut geht.

Gerade die Corona-Zeit hat es gezeigt, wie viele Menschen sich dann ein Hund zugelegt haben, um erstens nicht nur allein zu Hause zu sein, sondern um auch nach Draußen zu kommen, um damit die entsprechenden Gesetze zu umgehen. Ohne drüber nachzudenken, dass die Zeiten sich wieder zurück entwickeln können und die eigene Zeit nicht mehr für die Betreuung eines Tieres genutzt werden kann, kommen nun die Tiere nach und nach in die Tierheime. Und davon sind nicht wenige ausgesetzt worden. Sie haben in dieser Zeit wahrscheinlich kein gutes Zuhause mehr gehabt und haben leiden müssen. Wer so manches Video oder Foto von neuen Fundtieren sieht, bekommt eine Ahnung davon was die meisten Tiere aushalten mussten.

Jede Person, die ein Tier in ihre Wohnung, ins Haus holen möchte muss sich bewußt sein, dass es ein lebendiges Wesen ist, das Liebe und Aufmerksamkeit braucht und zwar jeden Tag!

Es muss klar sein das Futter und Arztbesuche mit Impfungen Operationen, Medikamenten und Steuern bei Hunden viel Geld kosten können, was man eventuell nicht in der gewissen Größenordnung nicht hat.

Sich ein Tier anzuschaffen sollte am Ende kein Trugschluss sein, sondern eine wohlüberlegte Sache!

Schlechte Tierhaltung ist ebenso abscheulich. Wenn ich sehe, das Tiere nicht entsprechend zuhause ihre Liebe, sondern Hiebe bekommen, nicht beachtet werden, wichtige Medikamente und der Tierarzt verweigert wird (meist aus Kostengründen), sie getreten, am Schwanz gepackt und in die Ecke geworfen werden, in ihrem eigen Mist im Käfig gelassen und nicht gesäubert werden, weil sie es selbst ja nicht können, wie Vögel, Hamster, Meerschweinchen oder auch Hunde und Katzen, die nicht nach draußen gelassen werden, dann muss das gemeldet werden, wenn es gesehen wird. Das ist Denunzieren, jawohl, aber zum Wohl der Tiere. Diesen Menschen muss verboten werden, Tiere zu halten. Handelt also für die Tiere!

Ein Beispiel ist mein Tierpatenhund Lion. Ein Stafford Terrier, der natürlich zu der ganz harten Sorte Hund gehört. Aber er wurde nicht gut behandelt. Es wurde dem Amt gemeldet. Das kann einen Hund auch zu einer Bestie werden lassen. Das Abtrainieren oder „umschulen“ ist wird dadurch nicht einfach für Hundetrainer oder den Tierpflegern, die sich erstmal um diesen Hund kümmern müssen. Da schreitet das Veterinäramt ein und das Tierheim Bochum hat Lion aufgenommen. Stafford Terrier sind nicht einfach zu vermitteln. Aber er ist ein Hund, ein lebendiges Wesen. Auch er braucht Zuneigung, Futter und Streicheleinheiten.

Lion & ich. Lieber nicht näher ran gehen...

Nun gut, ich war vorsichtig genug, trotz Gittern weit hinten zu stehen, um ihn nicht als Fremder zu sehr zu stressen. An die Tierpfleger ist er ja mittlerweile gewöhnt, aber an „Frischfleisch“ nicht. Ich hoffe, er kommt in gute Hände und wird als Wachhund bestimmt seine Ehre machen.

Ich bin Lion. Ich pass auf dich auf!

Um schlechte Tierhaltung zu melden, muss man sich an das örtliche Veterinäramt. Da gibt es nichts zu bedenken. Der Tierschutz ist umso wichtiger denn je in der heutigen Zeit. Das gilt auch für Landwirtschaftliche Tierhaltung! 

Ich erkenne im höchsten Maße die Arbeit eines Tierpflegers und einer Tierpflegerin an, die sich mit all ihrer Kraft, Leidenschaft, Liebe und Arbeit drumherum beruflich oder ehrenamtlich (auch natürlich alle Beteiligten rund um ein Tierheim mit den Organisationen von Spenden etc), die sich um die Tiere kümmern, bis sie in ein neues liebevolles Heim mit einer aufopfernden Familie weitergegeben werden können.

Die Verantwortung diese in ein neues Heim zu geben, liegt bei den Tierpflegern. Sie wollen die Tiere nicht in eine Familie geben, die es nachher wieder zurückbringt oder aussetzt. Es ist also klar, dass die Strenge bei der Vermittlung sinnvoll ist. Tiere sollen das nicht noch einmal „falsche“ Tierhalter erleben, um nochmal ins Tierheim zu kommen. 

Glück auf mit tierischem Gruß und Lob an alle Tierheime und ihre Tierpfleger und Tierpflegerinnen, die jeden Tag aufopfernd für die armen Wesen da sind!

Euer Ruhrpottologe André Brune