Es war letztes Jahr eine tolle Erfahrung den Verein Canchanabury beim Krempelmarkt zu unterstützten. Jetzterlädt zum vierten Mal zum „Krempelmarkt'“ rund und um die Rotunde ein.
Short zum Krempelmarkt und Interview mit Henriette Roos:
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Voraussetzung zur Teilnahme ist: Ein Kuchen mitbringen und 25 € Standgebühr und natürlich der „Krempel“ zum Verkauf. Getränke und Kuchen werden dann verkauft und daraus ergibt sich dann eine gute Spende für ein besonderes Projekt von Aktion Canchanabury.
Ich helf beim Kuchenverkauf und Waffelbacken. Macht Spaß!
Diesmal geht der Erlös des gemeinnützigen Flohmarktes an gänzlich in die Unterstützung einer Slumschule in Uganda:Slumschule PCCP
Ich hab vor einem Jahr beim Waffelbacken geholfen. Der Teig wurde von einer Bäckerei gespendet. Da haben wir gebacken, bis der Arzt kommt. Vieles ist damals auch gesammelt worden. Es hat Spaß gemacht. Und die vielen verschiedenen Kuchen vor meiner Nase konnte ich nicht widerstehen natürlich. Da sind allein so einige Spenden draufgegangen.
Henriette Roos & Gerd Stegemann von Aktion Canchanabury e.V.
Wenn ihr den Verein unterstützen, etwas Spenden oder mehr wissen möchtet, was die schon über 60 Jahre gemeinnützige Arbeit für Afrika bedeutet und welche Hilfe vor Ort gemacht wird, könnt ihr es auch am Krempelmarkt erfahren. Ihr könnt Euch vielleicht sogar noch einen Platz in der Rotunde, dem ehemaligen Nachkriegsbahnhof von Bochum, sichern und euern Krempel mitbringen oder hingehen und kaufen, Kuchen essen bei einem leckeren Kaffee.
Mir hatte es gefallen! Ich hatte damals eine Nähmaschine gekauft. Die hab ich behalten. Und weiß sie nun gut einzusetzen. Meine Jeans hatte letztens die komplette Naht in der linken Innentasche kaputt… Auch sowas kann dort gefunden werden! Oder das klassische Gesellschaftsspiel Elfenland. Hab ich nie besessen bis jetzt…und die Kuchen… Mjam!
Begeisterte Mitmacherin und schon eine Nähmaschine an mich verkauft
Ihr könnt gern nochmal meinen Beitrag und Podcast nutzen für mehr Informationen:
Wo? Rotunde, Konrad – Adenauer – Platz 3, 44787 Bochum ein Bei schlechtem Wetter drinnen!
Wer selbst Interesse an einem Krempel-Tisch hat, schreibt einfach eine Email an info@canchanabury.de.
Die Aktion Canchanabury stellt ein Bierzelttisch, eine Bank und einen Kleingeldservice. Gerne kann auch ein Garderobenständer zusätzlich mitgebracht werden. Es wird nur um private Verkäufer gebeten. Professionelle Händler sind nicht erwünscht. Bei schlechtem Wetter findet der Krempelmarkt in der Rotunde statt.
Video zum Krempelmarkt und Interview mit Henriette Roos:
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Blogabstinenz im Januar bedeutet jetzt Nachholbedarf, weil ich nichts rausbringen konnte. Ausgerechnet am Tag der Befreiung von Auschwitz ging nichts. An dem Tag sollte der Podcast von Eva Weyl mit ihrem Vortrag als Holocaustüberlebende erscheinen. Sie war allerdings nicht in Auschwitz. Von Glück kann man nicht schreiben. Sie hat ihre Kindheit in Westerbork verbracht. Das KZ liegt in den Niederlanden. Sie hatte gehört, wenn nachts die Leute leise zu den Zügen gebracht wurden. Diese KZ-Insassen sind nie wieder zurück gekommen. Sie wurden nach Auschwitz gefahren und sind dort umgebracht worden. Sie und ihre Eltern hatte Glück. Jeden Tag lebten sie in der Angst ebenfalls in den Zug steigen zu müssen. Sie wurden auf eine Liste gesetzt für den Abtransport. Der Lagerleiter hat noch lange unbehelligt leben können. Darüber spricht Eva Weyl in ihrem Vortrag vor mehreren Schulklassen der Willy – Brandt – Gesamtschule in Bottrop. Aufbewahrt habe ich es zur Veröffentlichung zum 80. Befreiungsjahr von Auschwitz. Jetzt eben von Westerbork am 12.4.1945. Mein Beitrag wird zum Nichtvergessen und zum Erinnern beitragen: #weremember
Jetzt noch etwas Erfreulicheres :
Das Wochenende war sehr voll gepackt mit einem Seminar für die Gästeführung bei Bochum Marketing plus Jahresversammlung des Deutsch-Polnischen Vereins in Bochum.
Am Samstag ging es durch die Innenstadt Bochums. Der Regen fiel waagerecht vom Himmel und nässte das Seminarteam gut durch. Von zwei Städtischen Mitarbeitern von Bochum Marketing, die die Bochumer Strategie entwickelten wurden uns Bochumer Treffpunkte gezeigt, sowie die U-Bahn-Haltestelle Bermudadreieck/Musikforum. Sie erklärten uns, was die besondere Graffiti-Kunst bedeutet. Und auch die rechts im Bild befindlichen Recyclingbänke, die Bochumer für mehr Sitzmöglichkeiten für die Stadt spenden konnten.
Anschließend ging es ins Stadtarchiv Bochum, wo wir eine kleine Führung bekommen haben. Ich erfuhr von „Bernhardiner“ im Kloster zu Werden, die Altenbochum urkundlich erstmals erwähnten.
Ulf, der die Führung machte, erzählte mir hinterher, dass er sich für die polnische Einwanderergeschichte interessiere und gern eine Führung darüber machen möchte. Wenn er bereit ist, würde ich es mir gern ansehen. Denn ohne polnische Einwanderer, wäre das Ruhrgebiet definitv nicht das von heute. Ulf lachte, als ich ihm sagte, dass ich die Bernhardiner im Kloster klasse fand. Manchmal spricht man eben etwas unbewusst falsch aus. Geht mir nicht anders.
Am Nachmittag ging es zu Mark 51°7. So ist die Flurbezeichnung der Stelle von dem größten Opel-Herstellungs-Gebiet von dreien auf Bochumer Stadtgebiet. Die Mark liegt im Stadtteil Laer und wurde komplett bis auf das unter Denkmalschutz stehende Bürogebäude abgerissen.
Nach knapp einem Jahrzehnt ist es mit neuem Gewerbe und neuen Bereichen für die Uni neu belegt worden. Vor allem wurde mehr Grün eingebaut, was vorher gar nicht vorhanden war, außer ein Stück Wiese.
Die dem Planungsteam angehörige Führerin erklärte, dass sie Bochum in dem Strukturwandel schneller und effektiver Handeln sieht als ihre Heimatstadt Dortmund. Dort passiert auf dem alten Hoeschgelände immer noch nicht viel. Darüber werde ich noch ausführlicher berichten im Blog. Zumal ich im Sommer die Gästeführung vor Ort mache.
Anschließend ging es zum Jahresempfang der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bochum NRW e. V. ins Kunstmuseum. Ich kam leider erst dazu als die großen Reden über die mögliche neue Städtepartnerschaft mit der polnischen Stadt Białystok vorbei waren.
Das Glück tritt sich fest
Vorher traf ich eine eher unglückliche Entscheidung rechts zu gehen am Nordring um zum Kunstmuseum zu kommen. Ich latschte in was weiches und traf genau in den Hundekothaufen im Dunkeln, der mittig auf dem breitesten Bürgersteig lag. Vom Regen weich quetschte sich der Scheißhaufen auch noch bestimmt in die letzte Rille der Schuhsohle. Muss ein großer Hund gewesen sein. Da reichte nicht mal eine Alditüte. Die hätte ich jetzt gern gehabt, um es aufzuheben und dem Typen damit den Kopf zu waschen, der das liegen gelassen hatte. Warum passiert das immer mir…
Zum Glück gab es unterwegs reichlich Pfützen und eine Wiese vor dem Museum. Ich empfinde das allerdings nicht glücklich da reinzutreten. Ich hasse Hundebesitzer, die sich einen großen Hund anschaffen und sich nicht Bücken, weil sie im Rücken haben oder sich davor eckeln oder einfach nur faul sind, um die Tonne Braunes aufzuheben. Ich hatte selbst eine Hündin. Für mich war das Aufheben immer selbstverständlich. Nun Tonnen hat sie nicht hinten rausgepresst…
Dem Bundestagskandidat der SPD Serdar Yüksel konnte ich noch die Hand schütteln. Wir kennen uns durch eine Packaktion bei der Gesellschaft Bochum Donezk für die Ukraine, wo er die Solidarität mit der Ukraine unter Beweis stellte. Zum Zeitpunkt des Blogartikels war er noch Landtagsabgeordneter von Nordrhein-Westfalen. Er wurde in den Bundestag gewählt und vertritt nun den Bochumer Wahlkreis in Berlin.
Auf der Bühne sang und spielte dabei auch noch virtuos Cello die mehrsprachige Musikerin „Bison Rouge“, eindringliche romantische ins Indiepop gehende Songs. Ich kaufte alle ihre mitgebrachten CDs. Es lohnte sich wirklich! Es war sehr bewegend, wie sie die Menschen aus der Diskussionsblase beim Catering an die Hand nahm und mit zur Bühne zog. Ich war der auch der Erste, der ihre Hand nehmen sollte, um die anderen mitzuziehen. Tolle Idee das Publikum mit ins Boot zur Bühne zu schleppen!
Am Abend erzählte mir meine Frau, dass ihr Tag mal so abging, wie manch einer meiner Tage und es endete eben mit der dritten Geschichte, wie es eben passieren muss.
Morgens hat sie in der Kälte ihr Sakko vergessen anzuziehen, dann fuhr sie mit der Straßenbahn nicht nach Hause, sondern stieg auf der verkehrten Seite ein, um in den himmlischen Bochumer Norden zu fahren.
Am Tisch bei Tucholsky, wo wir nach den anstrengenden Tag hingegangen sind, bekam sie dann nicht das bestellte Thai-Curry, sondern die Tucholsky – Bowl. Sie war ok, aber hatte eben nicht die Schärfe eines Thai-Essen. So oder so haben wir nur zwei Minuten zur Entscheidung haben können, denn…
Die quirlige Kellnerin, die sich zwischen die Tische quetschte, um die Bestellungen aufzunehmen, teilte uns mit, dass in fünf Minuten die Küche schließt und sie in zwei Minuten unsere Bestellung aufnehmen wird.
Sie entschuldigte sich vielmals natürlich hinterher für die falsche Bestellung. Sie konnte es nicht erklären, was passiert ist, wollte uns dafür von ihrem Geld eine Kaffee ausgeben und hoffte, das es trotzdem geschmeckt hätte. Naja, ich denke der Koch hat die Zahlen verwechselt.
Ewa war nicht ganz so überzeugt von der Bowl. Sie wollte was Scharfes. Aber nun haben Koch und Kellnerin jeweils eine Doppelschicht wegen Krankmeldungen hinter sich gebracht, wie uns mitgeteilt wurde. Das ist schon Leistung genug und da kann am Schluss eben so was passieren. Da macht man keinen Aufstand. Ich habe meinen Flammkuchen mit Schafskäse bekommen. Er war lecker.
Kunstgemeinschaft, Seminar und Halleluja am Sonntag
Sonntag war wieder ein Seminartag. Aber vorher ging es nach Bottrop zu einem besonderen Frühstück, zu dem ich eingeladen war.
Die Kunstgemeinschaft Bottrop e. V. überaltert gerade und der Vorstand möchte sich zur Ruhe setzen. Aber es findet sich niemand.
Nolin Wischermann (seine Ausstellung Orange.Bottrop hatte ich im Blog beschrieben) und ich wurden in einer Wahl aufgenommen, nachdem wir uns jeweils kurz vorgestellt haben. Ich bin nicht zum Frühstück geblieben, sondern direkt wieder nach Bochum gefahren zum Seminar. Es gibt an diesem Tag die Geschichte des Ruhrgebiets und Persönlichkeiten. Zum Glück hatte ich nicht so viel verpasst und rechtzeitig zurück gekommen als die wichtigsten Dinge losgingen.
Ich war am Abend voll mit Infos und hab mir mit Ewa einen Teil der guten Westernserie ‚American Primeval‘ in Netflix angesehen. Spannend und nah an der Wirklichkeit der damaligen Besiedelung der USA, bevor ich zum Korrekturhören meiner Hörbuchproduktion ging.
Geburtstag und Museum
Der Montag war mein Geburtstag. Normalerweise fahre ich in der Woche in Urlaub. Aber den haben wir um eine Woche verschoben. Die Arbeit im Altenheim in der Bottroper Rottmannsmühle vom DRK musste ich beschleunigt um 14 Uhr beenden können, denn auch danach war ein wichtiger Termin.
Als Führer im Ur- und Ortsgeschichtsmuseum im Museumszentrum Quadrat gab es für alle ein Jahrestreffen. So konnte man Kritik aussprechen, Verbesserungen vorschlagen und sich natürlich auch etwas kennenlernen untereinander. Mal sehen, was von meinen Kritiken umgesetzt werden kann und was nicht. Alles braucht natürlich seine Zeit. Ich befürchte, dass sich nicht so viel ändern wird…
Am Abend war nix mit Essen gehen. Zuhause gab es Champions auf Reis. Und einen gemütlichen Abend mit anschließendem Einschlafen beim Korrekturhören bei der Sachbuchproduktion. So ist das Leben. Irgendwann macht der Körper dann doch schlapp. Ich darf das. Bin jetzt schließlich über 50…
Welche riesige Bedeutung hatte die ehemalige Pferderennbahn in Gelsenkirchen für die Stadt? Sehr viel!
Was bebte die Erde in Horst durch 24 galoppierende Pferde! Sie preschten über die Rennbahn ab ins Ziel und brachten die Gläser in den Nachbarhäusern zum Klirren. Das Gallopiergeräusch mussten doch die Bergleute von Zeche Nordstern Untertage sogar mitbekommen haben. Dort haben sie dann bestimmt gewettet, ob Kaiserstern oder Newcomer das Rennen gewinnen wird.
Darüber und noch mehr spricht Sybille Hellier mit mir. Sie macht wöchentlich ehrenamtliche Führungen vor Ort. Sie ist ein Lexikon der Pferdekultur von Gelsenkirchen. Sehend oder hörend im jeweiligen Podcastformat:
Teaser
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Sybille Hellier ist eine geborene von und zu aus Gelsenkirchen, Stadtteil Horst. Sie wohnte nicht nur immer in der Nähe der Galopprennbahn, sondern sie hatte auch einen direkten Bezug als Pferdewirtin. Sie erlebte noch die Hochzeiten der Bahn, aber auch den Niedergang durch neue Steuergesetze im Wettbereich, sowie das Abnehmen des Interesses seitens der Medien, und auch das veränderte Freizeitverhalten, das schlussendlich die fairste Pferderennbahn in Europa (!) den Genickbruch brachte. Sie versuchte, wie Don Quichotte die Pferderennbahn irgendwie in der Stadt als Denkmal zu erhalten. Heute ist es eine wunderbare Freizeitanlage zum Spazierengehen, auch zum Golfen bei Pott-Golf, zum Joggen oder Walken auf 2300 Meter ursprünglichen Rennbahnwegen. Die Kinder haben einen wunderbar nah dem Pferdesport nachempfundenen Spielplatz.
Im Video erzählt sie mir bereitwillig so einige Anekdoten vom Pferdebesatteln, Abwerfen, aber auch einem tragischen Todesfall auf der Pferderennbahn. Manchmal ist eben Freud und Leid nah beieinander.
Buntes Pferd Sybille Hellier
Sybille selbst ist in Horst bekannt, wie ein buntes Pferd. Sie macht nicht nur die Führungen der altehrwürdigen ehemaligen Pferderennbahn hinter dem Schloss Horst, sondern jeden letzten Samstag im Monat geht sie mit der Gruppe um Hans-Georg Kouker „Horst putzt sich heraus“ den Stadtteil in einer bestimmten Straße sauber zu machen. Sie engagiert sich als Vertreterin für die in Gründung befindliche Stiftung Greendays4Future und macht aufmerksam mit der Müllaktion „AufGEraucht“ (darüber hab ich schon berichtet. Link unten).
Damit tritt sie den Rauchern auf die Füße, die ihre Zigarettenfilter in die Landschaft oder auf die Straße werfen. Sie geht auch oft genug über die Galopprennbahn und sammelt hunderte Stück ein. Die sie dann in einer Wasserlake bei der ein oder anderen Veranstaltung präsentiert. Sie zeigt auf welche Umweltverschmutzung, auch in Verbindung mit dem Grundwasser dadurch entsteht, sollen Raucher eben auch erfahren. Rauchen verbietet sie ja nicht. Sie möchte nur, dass die Zigarettenstummel ganz normal in den Mülleimer gehören und nicht daneben. Bei der Führung reißt sie das mit Sicherheit auch immer an. Und sie berichtet natürlich auch darüber, wie gut Horst früher von den Pferderennen gelebt hat.
Viele aus Horst lebten von der Pferderennbahn. Angefangen vom Aufpiecker der Lose für den Müll bis eben hin zum Jockey. Es gab 40 verschiedene Berufe, die dort gearbeitet haben. Sybille kannte viele von ihnen, weil sie selbst dort tätig war. Heute sammelt sie Fotos, Filme und Geschichten, zeigt und erzählt sie Interessierten, damit diese Erinnerungskultur nicht verloren geht für den Stadtteil von Gelsenkirchen. Die Stadt selbst hat 1956 einen Stempel auf jeden Briefumschlag gesetzt, der stolz in die Welt prangte: „Metropole des westdeutschen Pferdesports“ . Die Pferderennbahn war ein weltweites Vorzeigeobjekt, dass heute zum Teil auch bebaut wurde, wo früher gesattelt wurde oder nervöse Pferde ein Gebäude hatten, sowie die Tribüne stand.
Wo früher die Pferdewaage stand, ist heute der Kindergarten „Galoppi“ und davor steht ein Denkmal für Rudolf Rose, der die Pferderennbahn aus der alten Kuhweide, und vorherigen Sumpfgebiet des Emscherbruchs 1895 bauen ließ.
Wer weiß das denn noch?
Ich wußte es tatsächlich nicht! Wenn die Autobahnen 40 oder 42 von Bochum nach Bottrop, meinen fast täglichen Arbeitsweg verstopft werden, dann gurke ich durch Gelsenkirchen – Horst, komme an ein paar neu gebauten Häusern vorbei, die rechts vor dem Schloss Horst seit einigen Jahren stehen. Was ich nicht wußte, dass dort jahrzehntelang einer der größten Arbeitgeber von Horst gewesen ist und den Stadtteil von Gelsenkirchen maßgeblich geprägt hat neben der Zeche Nordstern. Ich wollte mehr wissen, was der nördliche Stadtteil von Gelsenkirchen zu bieten hat, was hinter Häusern jetzt versteckt ist.
Sybille Hellier ist in Gelsenkirchen eine Person, die sich nicht nur für Horst einsetzt. Sie hält Stadtteil nicht nur monatlich sauber mit „Horst putzt sich heraus“, sondern sticht auch Rauchern wörtlich ins Herz mit ihrer Aktion „AufGEraucht“, wenn sie ihren Zigarettenfilter auf den Boden werfen. (Darüber habe ich schon berichet). Vor allem besitzt sie ein unschätzbares Wissen über die ehemalige Pferderennbahn von Horst. Sie gibt dieses Wissen und eigenen Erfahrungen in Führungen mit vollem Elan weiter. Sie verbrachte einen Großteil ihres Lebens dort, striegelte Pferde. Heute striegelt sie Menschen, die es interessiert zu erfahren, was früher Gelsenkirchen dort so attraktiv gemacht hat.
Die heutige grüne Oase wird im Inneren der Galopprennbahn zum Golfen für Jedermann und Jedefrau genutzt. Im dortigen Restaurant Pott-Gold wurden mir die Pommes empfohlen. Das Essen soll dort empfehlenswert sein. Das haben wir nicht geprüft zusammen. Aber werde ich natürlich mit einem erneuten Besuch in Horst bestimmt tun.
Sybille erzählt mit Leidenschaft Anekdoten, Geschichten und Besonderheiten über die Galopprennbahn. Und das macht sie ausnahmsweise diesmal mit mir, um die Erinnerungskultur noch etwas weiter als nur innerhalb der Stadtgrenzen zu erzählen. Gelsenkirchen wird 2025 150 Jahre. Damit möchte ich auch einen Beitrag zu mehr Positivismus und neue Aufbruchstimmung leisten für die von Medien immer arg gebeutelte Stadt mitten im Ruhrgebiet, die nicht nur mit dem Abstieg von Schalke 04 zu kämpfen hat, sondern auch immer noch mit hohen Schulden und einer hohen Arbeitslosenrate. Dabei war Gelsenkirchen in der Nachkriegszeit einer der reichsten Städte Deutschlands.
Emscherbrücher Dickköppe
Umso mehr ist es interessanter sich mal mit der Stadt von Heute in Bezug auf die Vergangenheit zu beschäftigen. Sybille ist ein Baustein in Gelsenkirchen. Sie hat sich auch mit den ausgestorbenen Emscherbrücher Dickköppen auseinander gesetzt. Im Zoo Münster gibt es die Pferdebibliothek. Alles, was man über Pferde wissen will, kann dort entdeckt werden. Nicht umsonst ist das Münsterland das Herz für die Pferdezüchtung. Dort gehen auch die Olympischen Medaillen meist hin.
Sybille fand heraus, dass diese Pferde, die wild an der Emscher grasten wahrscheinlich eine Mischrasse von reiterlosen Pferde waren, die durch die Kriege zerstreut wurden. Sie vermischten sich und so kam diese Rasse heraus über die Generationen. Sie waren nicht höher als 1,20 Meter. Sie hatten einen breiten Brustkorb, um sich in der sumpfigen Emscherlandschaft durchzupflügen. Als die letzten Pferde vom preussischen Amtmann von Waldhausen ins Münsterland entweder zum Sauerbraten oder in die Pferdekoppeln von münsterländischen Bauern führen ließ, waren die Wildpferde nicht mehr da. Aber sie grasten wahrscheinlich mal genau da, wo heute noch die Rennbahn ist in einer anderen Zeit in einer etwas anderen Landschaft, als die Emscher noch ein wilder unbändiger und gefährlicher Fluß für die Anwohner war. Die Dülmer Wildpferde von heute sollen von den Emscherbrücher Dickköppe abstammen. Es wird auch schon diskutiert, sie neu zu züchten und an der Emscher auszuwildern. Das habe ich mal irgendwo gehört. Ob das mal so kommen wird? Warten wir mal ab.
Ohne Pferde kein Ruhrgebiet von Heute
Wichtig zu wissen für jeden, der sich für das Ruhrgebiet interessiert ist, dass es das Ruhrgebiet von heute eben ohne Pferde so nicht gegeben hätte. Sie waren für die Transporte zuständig, halfen auf den Äckern, brachten die Milch zu den Bewohnern, wurden für die Sicherheit genutzt bei der Polizei, halfen den Bergleuten Untertage, brachten den Müll aus den Städten, zogen die Steine für die Straßen und treidelten die Schiffe auf der Ruhr, um die Kohle zum Rhein oder zu den Koksanlagen zu bringen. Zuletzt waren sie ein wichtiges Nahrungsmittel. Denn Pferdefleisch war eben für die Bevölkerung immer zu kriegen. Massentierhaltung gab es noch nicht. Pferde waren immer da.
Wer heute Sauerbraten bestellt, ißt ein selten gewordenes Gericht. Heute kann sich kaum jemand vorstellen, der durch Horst fährt, dass bei einem Pokalrennen über 100000 Zuschauer dort waren und auch gewettet haben. Der Stadtteil war von Autos überfüllt.
Nebenberuf Pferderennbahn
Sybille erzählt, was ein Pferdewirt macht, was sie selbst auf der Pferderennbahn erlebt hat und regt an auch über den Naturschutz der Tiere nachzudenken. Früher haben sich viele etwas nebenberuflich auf der Pferderennbahn dazu verdient. Heute sucht Sybille Material, damit diese Geschichte mitten im Ruhrpott nicht verloren geht.
Nebenbei noch Flaschengefühle gesehen und zum Abfalleimer gelegt
Ich hoffe, dass ich durch das Video und den Beitrag im Blog den ein oder andere animiere nicht nur nach Horst mal zu fahren und sich die Geschichte selbst mal anzuhören und zu sehen, sondern vielleicht ist ja einer dabei, der noch Fotos hat oder einen Super 8 Film über die Pferderennbahn. Sybille wird alles dankend annehmen und auch würdig verwahren.
Wer dort einen Abstecher macht, sollte sich auch das Heimatmuseum im Schloss Horst ansehen. Ein Blick in die Einkaufszone von Horst ist auch nicht verkehrt. Und wer will, kann von dort bis zur Gruga mit der Straßenbahn fahren. Aber der Nordsternpark ist fußläufig erreichbar und mit Sicherheit ebenfalls schön genug und vor allem spannend von der Lage, um einen kompletten Ausflugstag in Gelsenkirchen zu verbringen.
Kosten und Zeitpunkt einer Pferderennbahn-Führung
Ehrenamtlich und kostenlos immer an jedem 3. Freitag im Monat ab 15 Uhr außer in der Urlaubszeit. Ansonsten 5 € pro Person.
Anmeldung bitte am besten per Mail: info@hellier.de oder telefonisch: 01745174139
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