Hilfstransport nach Bosnien mit dem Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien Tag 1 I +Fotostrecke I +Video

Es ist der 12. Juni 2025 und der Hilfstransport nach Bosnien vom Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V. ist nach 18 Stunden Fahrt und 5 Stunden Zollabfertigung an der Grenze endlich angekommen.

Anfangs war es noch lustig,  dann dauerte es 5 Stunden bis wir weiterfahren konnten
Unterwegs bei Maribor in Slowenien

Bosnien-Herzegowina ist ein wunderschönes Land. Anfang der 1990er Jahre stand es in einem Krieg von dem sich das Land bis heute nicht richtig erholt hat. Den Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V. hatte ich letztes Jahr begleitet. Auch dieses Jahr begleite ich Herbert Schröer, dem zweiten Vorsitzenden des Vereins und zwei seiner Freunde, Hermann Frieg und Michael Weishaupt.

Youtube-Video

(Das Video folgt nach der Tour, da tontechnisch nachgearbeitet werden muss)

Ein Tag vor der Abfahrt passierte der Amokläufer in Graz. Das digitale Schild an der deutsch-österreichischen Grenze wurde angepasst und hat uns auch eine Stille Gedenkminute für die Opfer gegeben.

Jan Lachnicht, sowie Dennis Homann und zwei neue Schüler, Marijana Aleksic und Steven Busch vom Berufskolleg Bottrop begleiten auch dieses Mal die Hilfsfahrt.

Maut in Kroatien

Schüler und Schülerinnen aus dem Medienkompetenzkurs vom Berufskolleg halfen mit die vielen Spenden von Kinderkleidung, Spielsachen, Sportartikel von Bälle, Tischtennisplatte bis hin zum Basketballkorb und Laptops für Schulen, die wir gezielt anfahren, in Kartons zu verpacken. Vom Berufskolleg wurde eine Pressemitteilung erstellt die über online Bottroper Zeitung veröffentlicht wurde.

https://bottroper-zeitung.de/bkb-unterstuetzt-erneut-hilfsfahrt/

Das ist sehr schade, dass die WAZ, als große Lokalzeitung, mittlerweile auch nur noch nach Klickzahlen schaut. So ein humanitärer Transport wird nicht mehr groß beachtet. Letztes Jahr wurde darüber noch etwas geschrieben. Für viele Menschen ist es sogar schwer zu verstehen, dass wir das machen für ein Land, in dem doch kein Krieg mehr herrscht.

Sagen wir mal so: Vieles ist im Argen im Land. So wurde Radosti Druzenjia in Bihac für körperlich und geistig eingeschränkte Menschen, bzw. für psychisch kranke Menschen mit nur umgerechnet 5000 Mark (ca. 2500 €) im Jahr (!) von der Stadt Bihac gefördert. Der Rest muss von der Einrichtung selbst gestemmt werden inklusive der Gebühren der Eltern bzw. dem Verein, die ihr Kind hier in die Einrichtung bringen.

https://youtube.com/shorts/rOa4ne-xT94?feature=share

Wir haben erste Spendenkisten an Mirsada Hodzic, der Leiterin der Einrichtung abgegeben. Sie bekam zwei Laptops, sowie eine geldliche Spende von 500 € zur Unterstützung des Hauses und einige Kisten mit Spielzeug und Utensilien für Kinder und Babys, die hier gebraucht werden.

Spendenübergabe im Radosti Druzenjia bei Mirsada Hodzic
Der Anhänger wird ausgeräumt. Alle packen an.

Eine Spende ist in diesen Einrichtungen gern gesehen und dringend notwendig. . Und nicht nur hier. Die sozialen und gesundheitlichen Systeme sind  mehr als krank.

Mirsada Hodzic bekommt noch zwei Laptops für die Einrichtung, die über den Verein Labdoo vorbereitet wurden

So besuchen wir wieder Jajce, wo Kinder, die sich ein Frühstück in der Schule nicht leisten können, mit einer Geldspende unterstützt werden für ein Jahr.

In Velagici hat uns letztes Jahr der Sportlehrer Jasmin erzählt, dass sie kaum nutzbare Sportartikel haben. Wir haben gesammelt und bringen viele Sachen, die mit Sicherheit den Sportunterricht unterstützen werden.

In Fojnica besuchen wir die größte Einrichtung für körperlich und geistig eingeschränkte und psychisch kranke Menschen von Bosnien-Herzegowina. Sie hat im November 2024 eine Überschwemmung gehabt bis zu 1. Etage. Auch hier haben wir Geld gespendet. Wir wollen sehen, was draus geworden ist.

In Fojnica selbst holen an einem Vormittag Lehrer aus verschiedenen Teilen des Landes beantragt und  gespendete Computer von Labdoo.org  ab, die wir nach Bosnien transportiert haben. So können sie mit den Kindern Informatikunterricht gestalten. Der Staat sieht nicht, dass Bildung wichtig ist.

Die Berufskollegdelegation macht wieder einen Film mit verschiedenen Personen der Einrichtungen und Interviews. Ich bin auf das Ergebnis wieder gespannt.

Am Mittwoch um 11.55 Uhr ging die Tour los. Mich gabelten die Jungs nach meinem Besuch der Stolpersteinverlegung um 12.41 Uhr in Bottrop auf. Bis Köln waren wir hier und da im Stau gewesen.

Zu viert konnten wir uns immer gut ablösen und jeder seinen Kurzschlaf machen. Die Berufskollegtruppe hat uns irgendwann überholt. Sie fuhren um 17 Uhr los und waren um 6 Uhr an der kroatisch-bosnischen Grenze. Ein Polizist hat sie zum Weiterfahren bewogen, als sie dort erste Filmaufnahmen machen wollten.

Wir sind morgens um kurz nach 8 Uhr mit kleinen Pausen mit unserem Opel-Transporter mit Anhänger angekommen.

Wir hatten das Vergnügen fünf (!) Stunden dieses Mal auf unsere Papieren zu warten. Irgendwie wurden erst die LKWs abgearbeitet. Nach drei Stunden kam Mirsada Hodzic von der Einrichtung Radosti Druzenjia und die in Serbien geboren  Schülerin Marijana Aleksic, um beim Übersetzen und Dolmetschen an der Grenze zu unterstützen. Dann funktionierte der Ablauf besser.

Wie müssen geduldig warten auf den Zoll.
Der Schlaf kommt…

Im Laufe der sitzenden Zeit auf der alten Holzbank vor dem Haus der Spediteure wollten die Zollbeamten für die alten Computer mehr Zollgebühren als letztes Jahr. Das verzögerte alles wieder um eine Stunde.

Herbert Schröer ist glücklich! Endlich können wir weiter nach fünf Stunden warten…

Warum wird das gemacht? Es sind humanitäre Güter, die kostenlos verschenkt werden und müssen noch trotzdem an den Staat mit einer Gebühr bezahlt werden.

Ich empfinde das einen Affront gegenüber kleinen Vereinen und Spendern. Aber so sind die Gesetze.

Als wir endlich ankamen gegen 13.30 Uhr hing unser Magen in den Füßen. Mirsada besorgte für jeden eine große Portion Cevapcici in einer Teigtasche, wie ein Döner nur mit Fleisch und Zwiebeln.  

Die Delegation des Medienkompetenzkurs vom Berufskolleg Bottrop war morgens angekommen und hat die Situation genutzt und erste Filmaufnahmen mit der Einrichtung und Mirsada Hodzic gemacht.

Die Cevapcici-Tasche mit Zwiebeln- Alle haben riesigen Hunger. Veganer haben da schlechte Karten.

Wir haben noch aus dem Anhänger die Waren an das Haus übergeben und in die beiden Transporter umgeräumt, die wir am nächsten Tag abgeben wollen. So kann der Anhänger stehen bleiben in den drei Tagen, die wir noch unterwegs sind.

Alles muss raus und umgepackt werden!

Am Abend wurden noch Lebensmittel besorgt zur Versorgung im nahen Supermarkt und gemütlich zusammen gegessen bis nach ein paar frischen kroatischen kalten Bieren an dem warmen Tag die Augen zufielen und die Körper den fehlenden Schlaf einforderte.

18 Stunden Fahrt mit unterbrochenen Kurzschlafphasen, 5 Stunden Zollabfertigung in der sommerlichen Hitze und die Unräumaktion waren um 22 Uhr Geschichte.

Tag 1 ist geschafft! Jetzt geht es erst richtig los.

Infos zum Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V.

https://www.aktion-bosnien.eu

Fotostrecke zur Abfahrt und Ankunft Fotos (c) André Brune

Ein großer Dank an die Schülerin vom Berufskolleg Bottrop Marjanna Aleksic, die durch ihre serbischen Sprachwurzeln uns unglaublich gut helfen konnte beim Zoll
A9 bei Würzburg
Abtei Schwarzach am Main
Freizeitpark Geiselwind
Deutsch-Österreicherischer Grenzübergang bei Suben
Erdbeermond-Aufnahme-Versuch während der Fahrt
Tunnel in Hinterlainsach, Obersteiermark,  Österreich
Buggy entdeckt an der Tankstelle
Mautstation Gorni Macelj, Kroatien
Hinter der Mautstelle
Die Sonne geht wieder auf in Gorni Macelj
Auf dem Autobahn-Rastplatz wird Werbung für das kroatische Gebiet von Zagorje gemacht. Es gibt Neandertalspuren vor Ort.
Herbert übernimmt meine Fahrt
Kurz vor Ličko Petrovo Selo, Kroatien
Hundegefühle plus Flaschengefühle am Zollgebäude

Es geht weiter. Erste Moschee hinter der Grenze.
Angekommen in Radosti Druzenjia in Bihac. Der Anhänger wird ausgepackt und umgepackt.
Der erste Sonnenuntergang in Bosnien in Bihac. Gute Nacht!

Ergreifende Stolpersteinverlegung in Bottrop in besonderer Situation I 11.6.2025

Eine besondere Situation war es für mich heute bei einer Stolpersteinverlegung für die Familie Meyer in Bottrop beizuwohnen aus verschiedenen Gründen.

Zum einen kam Liesel Appel extra aus den USA mit ihrer Familie. Denn ihre Familie hatte hier gewohnt und die Macht der Nationalsozialisten unmittelbar erlebt. Liesel hatte nachgeforscht und ein Buch erschien darüber. Wir haben uns die Hände geschüttelt und uns umarmt als wenn wir uns länger nicht gesehen hätten.

Es war sehr rührend. Liesel übergab mir ihr Buch über das Ereignis, was sich auf der Gladbecker Straße 334 in Bottrop in ihrer Kindheit zugetragen hat. Natürlich wollte ich ein Autogramm. Das Buch ist leider vergriffen. Es wird in einem Podcast von mir besprochen werden.

Ich habe die bedeutsamen und hervorragenden Reden von ihr und Oberbürgermeister Bernd Tischler komplett aufgenommen, auch persönlich bekommen und werde über die Stolpersteine berichten mit einem Podcast mit dem Initiator Oliver Schwittay. Er hat das Verlegen in die Wege geleitet. Wenn es möglich ist, werde ich per Zoom nochmal mit Liesel sprechen.

Familie Schwittay mit Liesel Appel

Die Geschichte

… ist die eines Babys, das bei der Reichsprogromnacht aus dem Fenster geworfen wurde und von einem Mann aufgefangen wurde, der selber ein Nationalsozialist war, wie Liesel Appel bei ihren Recherchen erfuhr. Die Geschichte ist, wie ein Hollywooddrama von Spielberg. Das Kind wurde gerettet, versteckt, überlebte und kam nach Palästina. (mehr Infos folgen im Podcast)

Dort auf der Straße hatte ich 9 Jahre lang nur wenige Häuser weiter mit meiner Schwester eine Fußpflegepraxis. Von dieser Geschichte hörte ich damals zufällig durch eine Kundin, die in unmittelbarer Nachbarschaft gewohnt hatte. Mittlerweile schon lange unter der Erde, hätte sie vielleicht noch was dazu sagen können oder auch nicht. Doch in dieser Geschichte war es der damalige Kommunist Clemens Kraienhorst, der zufällig drunter hergeschlendert kam und das Kind gerettet haben soll.

Es ranken sich tatsächlich mehrere Legenden um diesen Bottroper Fenstersturz. Aber dieser blieb mir im Gedächtnis. Definitiv werde ich darüber ausführlicher berichten allein deswegen.

Dann gab es zwei weitere Ereignisse, die mich hin und her bewegt hatten. Zum einen wurde wegen meiner Anwesenheit bei der Stolpersteinverlegung die Abfahrt der Hilfsfahrt nach Bosnien-Herzegowina mit dem Verein Aktion Leben und Lernen um eine Stunde nach hinten geschoben und kurz vor der Stolpersteinverlegung bekomme ich den Anruf,  dass eine liebe Tante von mir verstorben ist. Ich wollte ursprünglich auch wegen der Situation der palliativen Pflege ab heute kurzfristig absagen. Aber jetzt bin ich unterwegs. Komme auf andere Gedanken. Kann Menschen helfen, die Unterstützung brauchen.

In manchen Situationen ist es wahrlich schwer zu entscheiden. Ich danke meinen Cousinen, Simone und Andrea, die die Vorbereitungen der Beerdigung treffen. Wenn ich wieder da bin, unterstütze ich, wo es nötig ist. Logisch!

Oberbürgermeister von Bottrop Bernd Tischler mit Liesel Appel bei den eingesetzten Stolpersteinen der Familie Meyer

So ist das Leben. In der Vergangenheit, wie zur Zeut sterben Menschen wieder durch Kriege und politische Hetze, aber eben auch mit oder ohne Schmerz im Alter. Die einen erleben ein neues Leben durch Rettung, die anderen können auch Ärzte nicht mehr retten.

Die Geschichte der Familie Meyer sollte nicht vergessen werden. Meine Tante Raphaela wird in meinem Herzen sein. Unvergessen. Mit dem Hintergedanken,  dass ich nicht so viel Zeit hatte, einen Teil meines Lebens mehr mit ihr verbringen zu können.

Die Geschichte geht weiter. Es sollte immer gemahnt und erinnert werden, an Menschen gedacht werden, die man geliebt hat und weiter lieben wird. Es sollte an Menschen gedacht werden, die wir nicht kennen, die gelitten haben, denn das könnten wir sein in einer Zukunft, die wir so nicht erleben möchten, was die Familie Meyer erlebt hat.

Mein Tante hat die Jahrzehnte in Frieden in Europa gelebt. Jetzt ist der innere Frieden von vielen Seiten bedroht. Und keiner weiß, was die nächsten 80 Jahre in Europa bringen werden.

Die Stolpersteine stehen für die Erinnerungskultur, die eine besondere Partei nicht mehr auf der Agenda stehen haben möchte. Ich betone: Erinnerung ist wichtig, damit die Geschichte sich in der Form von damals hoffentlich nicht wiederholen wird.

Und jetzt bin ich auf der Autobahn in Richtung eines Landes, das immer noch tiefe Wunden des Krieges hat. Auch dort können Stolpersteine verlegt werden für die Gräuel, die vor 30 Jahren an der Tagesordnung waren bei den eigenen Nachbarn. Das war und ist Bosnien-Herzegowina. Und der Ort Srebrenica steht für einen modernen durchgeführten Holocaust an der bosnischen Bevölkerung. Auch hier muss man nach vorne Schauen, Frieden stiften,  erinnern und für Völkerverständigung werben. Nur Zusammen und solidarisch kann uns ein gutes und friedliches Leben für die Zukunft bringen, egal wo wir Menschen leben. Lieben, nicht Hassen, füreinander einstehen, nicht aufeinander hetzen mit Lügen und Gewalt.

Grube Georg – Eisenerzbergbau an der A3 in Oberhonnefeld im Westerwald

Ausstellung Kindheit in der Nachkriegszeit in Bottrop besuchen I Tipp zum 80. Jahrestag der Befreiung I +Fotostrecke I +Video

Die Ausstellung im August – Everding – Kulturzentrum zeigt eure Eltern, Groß oder Ur-Großeltern, wie sie zum Zeitpunkt des Einmarsches der 35. US-amerikanischen Division die sogenannte Stunde Null erlebt haben mussten in Bottrop und Anderswo. Sie beendeten den Krieg vor Ort am 28.3.1945. Sie ist für alle aus dem Ruhrgebiet interessiert gemacht. So sah es überall aus und so war es für jedes Kind damals.

Teaser

https://youtube.com/shorts/_ICVVfjsqqI?si=vPh8cYBjYDD2HRkH

Der Krieg ging aber für Deutschland noch bis zur endgültigen Kapitulation bis zum 8.5.1945 weiter, auch wenn das Herz der Kriegsmaschine Hitlers, das Ruhrgebiet, schon längst eingenommen wurde.

https://youtu.be/S9AYxy-LQ_4?si=g2rwoDBonVZSzcyh

Auf den ausgestellten schwarz-weiß Fotos sind spielende, musizierende, hungernde Kinder zu sehen, die versuchen zwischen den Ruinen ein relativ normales Leben zu führen.

Wir können es heute 80 Jahre nach der Befreiung von Hitlers Nazideutschland nur in kleinen Fotorahmen, den Erzählungen von Überlebenden, in der Videoinstallation oder die Leihgabe der echten Exponate der Army von der Familie Siebert, die sich Liberating Gelsenkirchen nennen, verstehen lernen.

Niemand kann sich heute aktuell den Hunger und den täglichen Kampf ums Überleben von damals noch vorstellen. Außer man schaut sich die aktuellen Nachrichten aus Gaza oder den Frontlinien in der Ukraine an.

Wir gehen heute in den Supermarkt und kaufen, was wir brauchen. Damals gab es nichts mehr. Die komplette Wirtschaft war zusammen gebrochen. Soviel zum totalen Krieg den Göbbels in einer Rede vom Zaun gebrochen hat, als schon klar war, dass Deutschland den Krieg nicht mehr gewinnen konnte.

Verbrannte Erde, Zerstörung und unendliches Leid und Tod durch diese faschistische Ideologie gingen für noch viele Menschen daraufhin in die Geschichte ein.

In dieser Ausstellung werden die Kinder in den Vordergrund gestellt mit Fotos von Fotos aus der Sammlung von Michael-Andreas Wahle. Sie sind gefunden worden als die Briten abzogen. Der Fotograf ist nicht zu ermitteln gewesen. Einige können auch aus Berlin stammen, weil man den Rosinenbomber sieht, der damals den Westteil versorgte. Im Erdgeschoss sind neben der Videoinstallation den Erlebnisberichte von Bottropern, auch Lebensmittelkarten, Hygieneartikel und ein berühmtes Carepaket zu sehen.

In der zweiten Etage im Rahmen von ‚Stunde Null‘ sind Fotos aus dem Stadtarchiv, die festgehalten haben, als die amerikanischen Soldaten Bottrop eingenommen haben und endlich kein Schuss mehr fiel. Wenige Tage später tauchten die Briten auf, die das Ruhrgebiet besetzt hielten und die Verwaltung übernommen haben für einen Neustart.

Auf einem Foto sieht man vor dem Postgebäude eine Militärparade.

Auf einer Pinnwand sieht man Informationen der Besatzer und die Bottroper Nachrichten, die in Deutsch und Englisch Informationen der Militärregierung der Briten mitgeteilt.

Die Gespräche mit den Kindern von damals sind schon 2005 von der Stadtarchivarin Heike Biskup zum 60. Jahrestag aufgenommen worden. Drei Stunden Filmmaterial lassen einen die Zeit nicht kalt werden und sind ein wichtiges Zeugnis für die Erinnerungskultur.

https://youtube.com/playlist?list=PLM9YbHRKOpCqGuhIVN97k4NZHpG8P8CZx&si=m-4fn4438-6kQz1Z

Heike Biskup hat umfangreiche Recherchen für diese Ausstellung aus britischen und amerikanischen Nationalarchiven zusammengestellt. Private Leihgaben mit Objekten und Dokumenten aus der Zeit machen die Ausstellung, die auch für Menschen aus dem gesamten Ruhrgebiet interessant sind, nahbar.

In der Innenstadt sind an einigen Stellen Banner aufgestellt, wie es zum Zeitpunkt der Stunde Null mit den Kriegszerstörungen ausgesehen hatte. Jetzt wurde auf dem Youtube-Kanal der Stadt Bottrop der historische Rundgang von der Stadtarchivleiterin Heike Biskup zu den Standorten der Banner veröffentlicht:

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Mehr Informationen

Von dem Liberation Weekend am 11. und 12. April, habe ich schon berichtet und ein kleines Interview und Podcast zusammengestellt mit Melanie, Jonas und Philipp Siebert von Liberating Gelsenkirchen :

https://www.ruhrpottologe.de/zeitreise-zur-stunde-null-i-mit-liberating-gelsenkirchen-die-ausstellung-kindheit-in-der-nachkriegszeit-in-bottrop-besser-begreifen-i-videopodcast-i-podcast-i-fotos

Sie übernachteten in den Zelten der aufgebauten Sanitätsstation, wie es damals für die Menschen gewesen sein musste so ohne Strom.

Um die Geschichte von damals erlebbarer zu gestalten hat die Stadt Bottrop mit Liberating Gelsenkirchen zusammengearbeitet. Der Militaria – Experte Philipp erzählte den Besuchern die 3D – Modelle und Munition, sowie das Chirurgenbesteck, die verwendet wurden, um die Geschichte im Rahmen der Ausstellung erlebbarer zu machen.

Außerdem wurde und sind spezielle Filme und Lesungen im Filmforum an bestimmten Tagen zu sehen sein auch über die Ausstellung hinaus. Wer nun das alles nicht geschafft hat und trotzdem es sehen wollte, der hat nun in der Fotostrecke die Möglichkeit die Bilder zu sehen und einen Film aus der Videoinstallation. Damit die Ausstellung nicht ganz in Vergessenheit gerät.

Die Ausstellung ist noch bis zum 10.5.2025 im August Everding Kulturzentrum auf der Blumenstraße 12-14 kostenlos zu besuchen.

Weitere Infos zur Ausstellung :

Adresse :

August Everding Kulturzentrum

Blumenstraße 12-14 in Bottrop

Öffnungszeiten

Mo – Fr: 9-20 Uhr

Sa: 9-12 Uhr

Stadt Bottrop

https://www.bottrop.de/kultur-und-bildung/stadt-_und_zeitgeschichte/stadtarchiv/stunde0kinder.php

https://nrw.volksbund.de/aktuell/projekte/artikel/kriegsende-nrw

https://www.bottrop.de/kultur-und-bildung/aktuelles/stundenull1_25.php

Liberating Gelsenkirchen

https://liberating-gelsenkirchen.de

Fotostrecke Erdgeschoss (c) André Brune

Fotostrecke 1. Etage (c) André Brune

 

Open Print Exchange – Unfassbare 400 Kunstdrucke aus aller Welt in Bottrop I +Fotos I +Video

Ein weltweiter Kulturaustausch findet seit 2021 durch die Kölner Designer und Initiatoren der kleinen Druckerpresse Martin Schneider und Dominik Schmitz statt. Diesmal ist es in Bottrop. 

Drei Künstler vom Künstler Kollektiv Bottrop holen 400 Hoch-, Tief – und Prägedrucke aus aller Welt in die kleine Popup-Galerie. Für jeden Geschmack ist was dabei. Jeder Mensch kann das selbst herstellen.Alle Druckkunst-Bilder kommen aus der 2018 aus einem 3D-Drucker entwickelten „Open Print Press“. Die Druckdatei der kleinen Druckpresse sind frei verfügbar und können bei Vorhandensein eines eigenen 3D-Druckers zu Hause hergestellt werden. So kann jeder oder jede Interessierte die kleinen Kunstdrucke mit maximal 7 cm Breite herstellen und auf der Internetseite (Link unten) der weltweiten Öffentlichkeit zeigen. 

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Mehr Informationen

Wer die kleine Druckerpresse gern selbst besitzen möchte, um solche kleinen Druckkunstwerke zu schaffen, aber keinen eigenen 3D-Drucker besitzt, kann sich auch beim Bottroper Künstler Paul Schulte melden. Er bietet an für kleines Geld die kleine Druckerpresse herzustellen.

 

Die kleine Druckerpresse aus einem 3D-Drucker hergestellt

Weltweit ist die kleine „Open Press“ nun im Einsatz und beschert jede noch so kleine Wand mit einem Kunstwerk aus jeder Stilrichtung. Besucher und Besucherinnen der Ausstellung sind begeistert. Die kleinen Bilder können an jede noch so kleine Wand. Auch schick als kleine Kachel in der Küche anzubringen.

Die 400 Künstler*innen schicken in zehnfacher Ausführung ihre Bilder nach Köln. Jedes Jahr sind sonst 100 oder 200 Werke irgendwo zu sehen. Erstmals werden 400 gleichzeitig gezeigt in Bottrop. Nach der Ausstellung werden sie Museen oder Galerien zur Verfügung gestellt. Also eine einmalige Gelegenheit mitten im Ruhrgebiet.

In der kleinen Popup-Galerie, Hansastraße 17, in Bottrop können die kleinen Bilder noch bis zum 31.2.2025 bewundert und gekauft werden.

 

Viele Besucher waren bei der Vernissage

Die drei Künstler Paul Schulte, Dirk Hermann und Brigitte Münch vom Künstler Kollektiv Bottrop, einem städteübergreifenden Künstlernetzwerk, initiierten diese einmalige Ausstellung von viel Kunst auf kleinem Raum.

Dirk Hermann, Paul Schulte, Brigitte Münch haben unfassbare ‚Flaschengefühle‘ zu ihrer initiierten genialen Ausstellung

Kunst als tolle Spendenaktion

Die Drei steuern auch eigene Werke bei. Mit jedem verkauften Bild von 90 €, spendet man den Verein Wunschzauberer e. V. 45 €, der u.a. den Kinderschutzbund Bottrop oder das Hospiz unterstützt.

Das Tetraeder – Bild von Dirk Hermann im Original wird meine Wand zieren, sobald es aus einer Ausstellung aus Istanbul zurückkehren wird.
Auch von Paul Schulte und Brigitte Münch oder das ein oder andere werde ich mir noch aussuchen.

Tag der Druckkunst

Am 15.3. gab es am Tag der Druckkunst einen Druckworkshop. Brigitte Münch zeigte zusammen mit der Künstlerin Leonie Warnke Interessierten und Kindern ab 10 Jahren die verschiedensten Drucktechniken und erstellten gemeinsam weitere Kunstdrucke, die im Keller der Popup-Galerie bewundert werden können. Das FabLab der Hochschule Ruhr-West erklärte den 3D-Druck.

Zur Kunst musst du gehen (Zitat Künstler Ralf Opiol)

Geht hin! Es lohnt sich! Ansonsten habt ihr die Bilder hier im Blog im Nachgang.

Öffnungszeiten sind von Mittwoch bis Montag, 11-17 Uhr, Finissage ist am 31.3.25 17 Uhr.

Eintritt ist kostenlos ohne Anmeldung.

Die Ausstellung ist gefördert durch den Stärkungsfonds Innenstadt der Stadt Bottrop

Wichtige Links:

Das OpenPress-Projekt der Designer Martin Schneider und Dominik Schmitz:

https://openpressproject.com

Weitere Infos oder um die Kunstdrucke auch nach der Ausstellung zu kaufen :
www.openprintexchange.com

Anfrage für eine eigene Druckerpresse, können an Paul Schulte gestellt werden: p.schulte@paschfoto.de

Mehr über die drei Künstler:

Paul Schulte

www.Paschfoto.de – Paul Schulte – Wildlifefotograf – Bildermacher- 3D-Künstler

Instagram @paschfoto 

Dirk Hermann

Instagram @dirk._.hermann

Brigitte Münch

Instagram @muenchs.brigitte

Infos zum Wunschzauberer, wer ihn auch so unterstützen möchte :
www.wunschzauberer.de

 

Zum Instagram-Beitrag von @ruhrpottologe

Fotos von der Vernissage und Bilder der Ausstellung (c) André Brune:

Künstlerin Brigitte Münch
Offen gepresste Flaschengefühle

Museumsführung ‚Blockbuster Bottrop – Kino und Stadtgeschichte‘ am 2.3 im Ur und Ortsgeschichte Museum Quadrat

Herzliche Einladung zu meiner andersartigen Museumsführung am Sonntag.

Anhand von Kinofilmen und Kinogeschichte werden Exponate und Einrichtungen des Museum für Ur-und Ortsgeschichte in der Bürgermeistervilla im Museumszentrum Quadrat erzählt zwischen 14-15 Uhr.

3 € pro Person für die Führung zu zahlen an der Museumskasse und ab geht’s in die Welt der Geschichten.

Wo?

Anni-Albers-Platz 1 in Bottrop

Was ist schon Cannes, wenn es Bottrop gibt?  7. Internationales Bosnien – Herzegowina Filmfestival vom 22.-24.11.24 I +Programm I +Short

Filmjuwelen aus dem besonderen europäischen Land Bosnien-Herzegowina werden exklusiv hier im Ruhrgebiet im einzigen Kino von Bottrop gezeigt.

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Eröffnet wird das Filmfestival mit der Dokumentation vom Berufskolleg Bottrop über den Hilfstransport im Mai 2024 vom Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e. V. bei dem ich mitgefahren bin und selbst noch deswegen mein eigenes Filmmaterial zurück gehalten habe.

Es endet mit dem furiosen ausgezeichneten Film  ‚Kiss the Future‘ von Nenad Cicin – Saint, produziert von Matt Damon und Ben Affleck.

An- und abschließend gibt es noch eine besondere Gesprächsrunde mit der im Film agierenden Botschafterin von Bosnien-Herzegowina in Spanien Vesna Andree Zaimović, Dr. Senad Zaimović und Dr. Damir Arnaut (Botschafter von Bosnien – Herzegowina in Deutschland).

Prof. Dr. Markus Koller von der Ruhr-Universität Bochum für Geschichte des Osmanischen Reiches und der Türkei wird sich in dem Meinungsaustausch und Interview geführt von Aida Demirović – Krebs ebenfalls über die Zukunftsperspektive des Landes äußern.

Anlässlich des Tages der Staatlichkeit von Bosnien-Herzegowina ist das umso mehr interessant über ein europäisches Land mehr zu erfahren.

Am Samstag, 23.11., gibt es von 12 bis 22 Uhr 23 Kurzfilme von 4 – 30 Minuten Länge. Eine fünfköpfige Jury von Schülern vom Berufskolleg aus der Medienklasse von Jan Lachnicht, der den Dokumentationsfilm mit Schülern über den Hilfstransport gedreht hat, wird am Sonntag ab 15 Uhr den Siegerfilm des Filmfestivals ehren. Danach wird die Zukunft geküsst und die Botschafter empfangen.

Zwischendurch gibt es immer auch Gespräche mit Filmemachern und Schauspielern, die extra zu dem Filmfestival gekommen sind.

Außerdem wird vor Ort zusätzlich vom Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e. V. für die Hochwasser – Schäden in der Einrichtung für geistig und körperlich behinderte Menschen Drin in Fojnica Geldspenden für Hilfe zur Selbsthilfe gesammelt. Der Winter ist schon da, die Heizung ist zu Reparieren, die Böden sind alle kaputt, sowie die Möbel, Betten, auch Kleidung.

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Wir haben das Haus im Mai 2024 noch besucht. In der Dokumentation wird es auch vorkommen.

Also es lohnt sich auch von außerhalb mal nach Bottrop zu kommen für dieses außergewöhnliche unterschätzte Filmfestival.

Hier ist die Übersicht (Filmplakate und das Programm sind Screenshots mit Erlaubnis von Samir Čorkadi, dem Mitorganisator des Filmfestivals und Mitglied des Vereins Aktion Leben und Lernen in Bosnien e. V.)

https://www.vhs-bottrop.de/Programm/filmforum/

Filmforum Bottrop

Blumenstraße 12-14, 46236 Bottrop

https://maps.app.goo.gl/tXYSEn48DNRWAC4b9

„Stell Dich vor“ – Ich stelle mich vor mit „Flaschengefühle“ und 49 weiteren Kollektiv – Künstlern in einer Ausstellung im Kulturzentrum Bottrop ab 16.11.24

Schon erstaunlich, wie sich eine kleine Idee zu etwas ganz besonderem Großen entwickelt hat. Ich darf einen kleinen Teil dazu beitragen mit einem meiner ruhrgebietsbezogenen Flaschen-Fotos, die einen Bezug zur Vermüllung der Städte hat.

49 weitere Künstler und Künstlerinnen aus Bottrop und Umgebung stellen sich und ihre Kunst vor auf einem einheitlich gestalteten Passepartout von Fotografie, Malerei bis zur Bildhauerei.

Stell Dich vor ist auch eindeutig zweideutig von Ralf Opiol angedacht worden bei der Findung des Namens: Einerseits stellen sich die Künstler vor, andererseits stehen die Betrachter davor, um es sich anzusehen.

Im August Everding Kulturzentrum in Bottrop wurde nun die Möglichkeit gegeben, dass sich in den Räumlichkeiten der dort beheimateten Volkshochschule das Künstler Kollektiv Bottrop vorstellen kann.

Mittlerweile sind es insgesamt 75 Künstler und Künstlerinnen, die aus der Kreativität zwischen, Malen, Fotografieren, Filmen und Musik ins Künstler Kollektiv Bottrop zusammen gekommen sind. Es besteht kein Zwang zu einem Verein, es gibt keine Vorgaben. Ideen werden relativ schnell und wohlwollend ohne zu Hinterfragen umgesetzt. So etwas ist nachahmenswert und gilt zu unterstützen.

Jede und Jeder kann zeigen, was sie antreibt die Kunst so zu machen ohne Kritik und Vorurteile. Es gibt keine Jury, die erst kritisch beurteilt und abwägt, was in die Gruppe darf und was nicht.

Einhergehend ist auch eine Vernetzung. So kann sich auch eine überregionale Ausstellung schnell durch den WhatsApp Chat finden oder ein Ausflug organisiert werden zu einem Museum.

In der „Nacht der 1000 Bilder“ haben sich schon 850 Besucher sich nicht nur an der Vielfalt satt sehen können, sondern auch das ein oder andere gekauft.

Kunst zu machen und nicht Bottrop anzugehören heißt trotzdem im Künstler Kollektiv Bottrop zu sein. In dem Ort ist er initialisiert worden und heißt deswegen auch so. Ich bin gebürtiger Bottroper, wohne in Bochum. Wir haben aber auch Künstler und Künstlerinnen aus Dorsten, Essen, Mülheim, Gladbeck und Oberhausen.

Die nun zweite Ausstellung des Kollektivs wird durch die Bottroper Bürgermeisterin Monika Budke und dem Leiter Holger Gruner nach einer kleinen Rede eröffnet am 16.11.24 ab 17 Uhr

Die Vernissage ist nicht das Ende. Wann die Bilder wieder angehängt werden ist noch unklar. Sie können in der Böckenhoffstraße 30 in der VHS von Montags bis Freitags von 9-12.30 Uhr und Montags, Dienstags und Donnerstags zusätzlich von 14-16 Uhr gesehen werden.

Also kommt vorbei! Denn auch Du kannst nicht nur uns kennenlernen, sondern auch mitmachen!

Schreibe einfach an die Initiatoren:

Nolin Wischermann und Ralf Opiol :

moin@nolin.wischermann.art

Du mußt nur bereit sein, dich in der WhatsApp Gruppe auch zu beteiligen. Dort finden alle Informationen neben dem Instagramaccount statt :

https://www.instagram.com/kuenstler.kollektiv.bottrop/

Anfahrt :

https://maps.app.goo.gl/MYCSF2ysMfUvPTtL9

Foto der Woche I Emscherradweg bei Bottrop – Ebel I Auftakt von Stadtteil – Videopodcast im Ruhrgebiet

Am Ende des Videopodcast mit Ralf Opiol über den  Bottroper Stadtteil Ebel habe ich beim Sonnenuntergang das Foto mit den Spaziergängern machen können, die unter der A 42 – Brücke vorbei an der Emscher Richtung Bernepark laufen.

Die Emscher stinkt nicht mehr. Ebel ist ein kleiner Stadtteil, den es zu erkunden gilt. Er gehört zu den kleinsten Stadtteilen, aber wirtschaftsstärksten von meiner Geburtsstadt Bottrop.

Das haben wir getan. Das Projekt von mir ist in Zukunft in vielen Ruhrgebiet – Städten die Stadtteile zu erkunden mit Gesprächspartnern, die dort aufgewachsen sind oder sich auskennen, um auch andere Seiten des Ruhrgebiets zu zeigen, die unter anderem nicht immer mit Bergbau oder Industriekultur zu tun haben bzw. hatten.

Das Foto ist sozusagen der Startschuss für die Renaturierung der Emscherregion und zeigt gleichzeitig auch den Strukturwandel, den das Ruhrgebiet innerhalb von knapp 200 Jahren durchlaufen hat. Und es zeigt auch, dass es mehr zu bieten hat, als man denkt. Egal, ob man hier geboren oder zugezogen ist oder wer touristisch das Revier erkunden möchte: das Ruhrgebiet ist vielfältig in allen Bereichen!

Also warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Das sagte Goethe einst, der trotzdem immer auf Achse war bis nach Italien und das Ruhrgebiet nur kurz durchfahren hatte.

Schon Anfang des 19. Jahrhunderts müffelte es ihm wohl auf der Strecke durch das Ruhrgebiet so sehr, dass er das Gute hier eher gemieden hatte. (kleine historische Anekdote)

Der Videopodcast ist nicht nur ein Start für die Stadtteil-Podcasts, sondern wird jeweils in der Podcast – Reihe ‚Ruhrgebiet erklärt‘ mit Jack Tengo auch mit Zahlen, Daten und historischen Informationen nachträglich ein Thema sein. Natürlich immer mit einem Quentchen Humor dazu.

Der blau-weiße Pin ist ein Hinweis auf den Emscherradweg im Ruhrgebiet, der hier unterhalb der A 42 – Brücke bei Ebel die Stadt Bottrop durchkreuzt

Wilfried Bartscherer – Ein Bottroper Maler wird beehrt vom Künstler Kollektiv im DRK-Seniorenzentrum

Ein besonderer Besuch zu einer Ausstellung der besonderen Art im Seniorenzentrum vom DRK Rottmannsmühle in Bottrop organisierte ich für Interessierte des Künstler.Kollektiv.Bottrop zum bekannten Bottroper Maler Wilfried Bartscherer.  

Teaser:

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Nun kann er nicht mehr malen, aber seine Bilder hängen dort und in seinem Zimmer und geben ihm eine Alltagsstruktur und Erinnerungen. Sein Lächeln über diesen Überraschungsbesuch hat jedem genauso viel Freude gebracht, wie ihm selbst.

Das Beehren eines noch lebenden Künstlers ist höher anzusiedeln als die Ehre nach dem Leben. Deswegen habe ich die Aktion in die Wege geleitet.

Wie ist es zu diesem Besuch gekommen? Wer ist und was malt Wilfried Bartscherer?

Kürzlich bin ich bei einem Bild über Heinz Rühmann im Pflegeheim des Deutschen Roten Kreuz gestolpert. Als ich erfuhr, wer das Bild gemalt hatte, wollte ich etwas besonderes machen für den besonderen Maler der Stadt Bottrop.

Schauspieler Heinz Rühmann

Kurzerhand habe ich im Chat des Künstler.Kollektiv.Bottrop eine Umfrage gestartet, ob Interesse besteht ihn zu besuchen. Die Umfrage stieß auf ein sehr positives Ergebnis.

Wir einigten uns auf einen Nachmittag in der Woche. Neun Personen aus dem Kreis waren anwesend und schüttelten die Hände von Wilfried Bartscherer, lauschten seinen und der Worte seiner Tochter Jutta Kubitza, die einiges über den Werdegang und Höhepunkte ihres Vaters zu erzählen wußte. 

Video:

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Für ihn war es eine gelungene Überraschung. Er war überwältigt. Auch wenn es ihm schwer fiel zu erzählen, er weiß heute noch ganz genau, mit welchem Pinsel er die Leinwand berührte und warum er gerade diese Farbe ausgewählt hatte. Heute kann er nicht mehr malen. 

Sein Zimmer und auch die Wände in der Wohnetage hängt voll mit seinen Bildern. Sie bringen ihn die Erinnerung an seine Zeit des Malens und Sehnsüchte. Die Rahmen hatte seine leider schon verstorbene Frau ausgesucht. Auch das ist eine Erinnerung, die wichtig ist. Denn seine Frau war der Schlüssel für seinen „Kunstweg“. Sie wählte nicht nur den Rahmen, sie war auch diejenige, die ihn während seiner Arbeitslosigkeit in die Volkshochschule zum Malen lernen trieb. Von da an war sein Hobby, seine Leidenschaft geworden.

Die Bilder im Gang geben Wilfried Bartscherer auch eine Sicherheit und Erinnerung

Zur Veranstaltung nahm ich über die Leiterin Beatrice Werner Kontakt zur Tochter Jutta Kubitza auf, die noch einige Bilder im Haus besitzt. Frau Werner und auch die Tochter waren von der Idee sehr angetan. Es ist ja auch immens wichtig Menschen mit einer Altersdemenz eine große Freude zu machen und immer wieder in Aktion zu bringen, damit sie nicht teilnahmslos werden und die Erkrankung schneller fortschreitet. Möge er also noch lange so fit bleiben, wie es geht.

Tochter Jutta Kubitza erzählt über Wilfried Bartscherers Kunst im Café des Seniorenzentrums

Im Seniorenzentrum des DRK Rottmannsmühle arbeite ich schon länger als selbstständiger Fußpfleger und sehe, wieviel getan wird für die über sechzig Bewohner und Bewohnerinnen. Es ist nicht einfach ein gutes Haus zu finden. Hier fühlen sich die Menschen wohl, die nicht mehr fähig sind, ihr Leben allein in einem Haushalt zu führen. Wilfried Bartscherer kam 2024 in dieses Haus.

1990 war ein Schicksalsjahr, wo Arbeitslosigkeit ihn zurückwarf. Lange Jahre war er Kaufmännischer Leiter bei Dieler. In die Kunstgemeinschaft Bottrop 1969 e.V. ging er 1995. In dem Jahr zog ich nach Bochum. So schließt sich ein besonderer Kreislauf, denn ich entdeckte ihn erst jetzt und konnte sehen, welche Kunst er geschaffen hatte im Laufe der Jahrzehnte, die er mit der Kunstgemeinschaft in Bottrop auch zum Teil in ganz Deutschland oder auch ab und an im Josef-Albers – Museum Quadrat ausgestellt hatte. Sogar im Düsseldorfer Landtag oder auf Sylt sind Bilder von dem 1936 geborenen Wilfried Bartscherer schon gelandet.

Bergbau-Motive fehlen neben abstrakter Kunst und Landschaftsmalerei, sowie Stilleben, nicht. Er ist und bleibt der vielseitige Maler aus Bottrop, der sich Motive vornahm, die bekannt oder weniger bekannt sind, aber mit eigener Interpretation auf die Leinwand brachte. Wilfried Bartscherer ist ein „optischer“ Maler.

Er sucht sich seine Motive aus, dann wandelt er sie ab, interpretiert sie selbst mit anderen Farben, anderen Blickwinkel. Ein besonderes Bild ist der Transrapid der scheinbar das ganze Ruhrgebiet verkehrstechnisch anschließt. Die Magnetschwebebahn war mal ein Verkehrskonzept, dass die Politik als zu teuer eingestuft hatte, statt visionär in die Zukunft zu blicken und sie zu bauen. Sie hätte so manchen Stau im Ruhrgebiet mit den kaputten Brücken ersparen können. Auf jeden Fall ist wenigstens das Bild von Wilfried Bartscherer übrig:

Die Magnetschwebebahn „Adolf Tegtmeier“ verbindet das Ruhrgebiet
Mit Stilleben fing die Malerei von Wilfried Bartscherer an

 

Seine Bilder aus seinem Zimmer im Pflegeheim und von Zuhause sind exklusiv mit Genehmigung von Jutta Kubitza und Wilfried Bartscherer hier in der Fotogalerie im Blog nun zu sehen, die nicht bei der Begehung zu sehen waren. Sie sind aus seinem Zimmer und dem Haus abfotografiert. Das Copyright liegt also bei Wilfried Bartscherer, der mir seine Erlaubnis gab auch Heinz Rühmann für den Podcast als Bild nehmen zu dürfen, sobald er im Herbst erscheint. Das Bild war der Anstoß zu diesem schönen Nachmittag für Wilfried. Denn im Ruhrgebiet weiß man von der berühmten deutschen Schauspiellegende, dass er aus dem Ruhrgebiet stammte. Doch darüber wird ein anderes Mal geschrieben und gesprochen.

Ralf Opiol (rechts) ist Gründer des über die Stadtgrenzen hinaus gehenden Künstlerkollektivnetzwerks

 

Ralf Opiol und Nolin Wischermann verfolgen die Idee zu diesem einmaligen Künstler Kollektiv eher als ein einfaches loses Netzwerk zwischen allen Künstler und Künstlerinnen in Bottrop. Mittlerweile ist das Kollektiv auf über 70 Personen aus unterschiedlichen Bereichen gewachsen. Im Netzwerk werden z.B. Termine, Vorschläge, gemeinsame Art.Walks, Austausch von Utensilien oder Ausstellungen organisiert. Das alles läuft ohne einen Verein zu gründen und ohne Zwang und weiteren Verpflichtungen. Gegenseitige Besuche und Aufmerksamkeit von Ausstellungen, die sonst eventuell untergegangen wären, werden zusammen vorgeschlagen und ausgeführt. Ein Art.Walk, heißt gemeinsam wer Zeit und Lust hat, zu einem gemeinsamen Termin zu gehen, wird regelmäßig angeboten, sowie auch der interessante Künstler.Dialog, wo über Dinge, wie z.B. kann Kunst politisch sein oder KI in der Kunst besprochen werden. So entsteht ein Synergieeffekt, der auch mehr Besucher und Besucherinnen in Einzelausstellungen ziehen kann und es spricht sich mehr herum. 

Ralf Opiol war beim besonderen Art.Walk für Wilfried Bartscherer begeistert dabei. Ohne ihn und Nolin Wischermann wäre das in der Form mit dem Netzwerken so nicht möglich gewesen. Nur einer muss den Stein ins Rollen bringen, damit Interessierte zu diesem Besuch bei Wilfried Bartscherer, die ihn zum Teil kannten oder noch nicht, besuchen konnten.

So hoffe ich, dass er seine Freude an diesem Besuch noch lange behalten wird.

Abstrakte Kunst von Wilfried Bartscherer

Und ich hoffe, er hat mit diesem Tag viel mitgenommen. Ich habe es für mich auf jeden Fall. Ich freue mich, dass ich ein Lächeln auf seinem Gesicht zeichnen konnte, und das er noch lange von seinen Bildern zehren kann mit klaren Gedanken und schönen Erinnerungen.

Glück auf Wilfried Bartscherer, bleib wie du bist!

Wilfried Bartscherer in Farbe! Foto von Ralf Opiol, fotografiert von Jutta Kubitza, nachbearbeitet von André Brune

Zur Biographie:

Biografie aus dem Heft 40 Jahre - Das Revier sind wir von der Kunstgemeinschaft Bottrop 1969 e.V.
Bilder aus dem Haus zur Exklusiv - Kollektiv-Ausstellung im Seniorenzentrum
Ausstellung in der 1. Etage des Seniorenzentrum DRK Rottmannsmühle

Exklusive Bilder aus seinem Wohnraum im DRK - Pflegeheim

Bilder aus dem Haus mit Genehmigung der Tochter Jutta Kubitza fotografiert - Vielen Dank!

Herbert Schröer von Aktion Leben & Lernen in Bosnien & der Hilfstransport im Mai 2024 I +Videopodcast I +Podcast I +Fotos

Herbert Schröer wirkt auf mich so alt wie das Grundgesetz, aber zugleich jünger, wie dessen neueste Auflage. Es ist unglaublich, dass dieser 75-jährige Mann noch immer den Sprinter mit Anhänger seelenruhig über viele Kilometer nach Bosnien hinweg lenkt. Als Beifahrer saß ich beim Hilfstransport am 22. Mai 2024 nach Bihac, Bosanska Krupa, Fojnica inklusive der staatlichen Einrichtung für Menschen mit Behinderungen Drin, Sarajevo und Velagici.

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Herbert Schröers beruflicher Werdegang begann nach der Volksschule, gefolgt von einer Ausbildung zum Heizungsbauer. Nach vier Jahren erlebte er eine Wirtschaftskrise und fand als Schlosser und Schweißer im Bergbau Arbeit.

Dann entschied er sich für den zweiten Bildungsweg und absolvierte sein Fachabitur. Er arbeitete in einer Werkstatt für Behinderte bevor er Sozialarbeit studierte. Zuletzt war er Leiter   (geändert) der Werkstatt Constantin in Bochum, nur zwei Kilometer von meinem damaligen Wohnort entfernt, als ich 1995 von Bottrop nach Bochum zog.

Sein Schwager gründete die Stiftung „Aktion Stiftung – Menschen in Not“ in Castrop-Rauxel, die Menschen in Armut unterstützt, beispielsweise bei nicht bezahlbaren Stromrechungen und  anderes mehr. Die Stiftung unterstützt auch die Bosnienhilfe. Herbert Schröer war im Verein dort Vorstandsvorsitzender.

Als Podcast hören:

Warum berichte ich über Bosnien und einen Verein, der sich mit Hilfstransporte der besonderen Art beschäftigt?

Es gibt viele Gründe!

  1. Wir haben viele Bosnier im Ruhrgebiet, die geflüchtet sind durch den Krieg und hier ein neues Leben angefangen haben.
  2. Ich habe auch nach 1995 durch meinen Umzug nach Bochum, noch jahrelang die Container gegenüber des Trainingsplatzes vom VfL Bochum gesehen, die Menschen aus dem Land beherbergten bis sie wieder entweder zurück gegangen sind, ihr Asylantrag abgelehnt wurde oder eine Arbeit und Wohnung beziehen konnten. Irgendwann waren die Container nicht mehr da.
  3. Ist es ein besonderer Verein im Ruhrgebiet, der mit viel Enthusiasmus Hilfe zur Selbsthilfe schaffen will bei den kleinsten und ärmsten des europäischen Landes, die sich nicht selber helfen können: Die Kinder!
  4. Ich wollte selbst sehen, was der Verein vor Ort macht und mir ein Bild machen.
  5. Wollte ich drüber schreiben, einen Podcast machen und Freundschaften in einem fernen Land schließen
  6. Ich bin neugierig auf das Leben. Bosnien-Herzegowina ist somit irgendwie stark verbunden mit dem Ruhrgebiet, zusätzlich mit dem Verein, so dass ich das mir noch unbekannte Land kennenlernen wollte.
  7.  Hilfe zur Selbsthilfe ist ein sehr gutes Motto für diesen Verein. So etwas unterstützte ich gern.
  8. Habe ich Fojnica besucht. In der Stadt wurde über Jahrhunderte Silber abgebaut und Münzen daraus hergestellt. Indirekt hat die Stadt indirekt ein ähnliches Schicksal erlebt, wie die Städte des Ruhrgebiets, nur etwas anders. Bergbauinteressierte Menschen werden deswegen auch von mir hierüber informiert.

Die Idee der Gründung

Amela Halilovic hatte die Idee zu dem Verein „Aktion Bosnien“. Sie sah, wie auch mit Fördergeldern Entwicklungsprojekte im Ausland ins Laufen gebracht werden konnten, wie z.B. in Rumänien. Sie unterstützte in ihrer Heimatstadt Bosanska Krupa mit vielen kleinen Hilfsprojekten. Entscheidend war eine Bitte einer Schulleiterin „Druga Osnovna skola“ beim Kauf und Einbau einer Heizkesselanlage zu helfen. Eine Flutkatastrophe hatte die Keller überflutet und die Kinder hätten zuhause bleiben müssen vor der Kälte, die in den Räumen drohte. Herbert Schröer unterstützte mit der Stiftung ohne lange Nachzudenken dieses Projekt. So gründete sich zur Verbesserung der sozialen Situation und Bildungsmöglichkeiten, mit dem Ziel zur Selbsthilfe am 15.11. 2014 der Verein „Aktion-Leben und Lernen in Bosnien“. Hilfe zur Selbsthilfe ist das Motto.

Zum besseren Verständnis – Ein kleiner Abriss der bosnischen Geschichte

Bosnien-Herzegowina hat eine reichhaltige wechselvolle Geschichte seit der römischen Besetzung. Eine Zeitlang gab es einen eigenen König, dann fiel es an das Königreich Ungarn, auch der kroatische König und das Byzantinische Reich herrschte über das Gebiet. Von 1230 bis zum Erlöschen der Dynastie des Hauses Komaric 1463 gab es einen Ban, einen Bosnischen König, bevor die Osmanen das Land eroberten. Sie beherrschten das Land bis zur österreichisch-ungarischen Annexion 1908.

Nachfolgendend tauchten Unruhen, Krisen und  Nationalkämpfe tauchten auf. Am 28.7.1914 gab es den folgenschweren tödlichen Schuss in Sarajevo durch die serbische Terrororganisation Schwarze Hand. Der junge Terrorist Gavrilo Princip tötete den Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau während eines Besuchs. Der erste Weltkrieg entbrannte und zeigt seine Spuren bis heute. Danach gründete sich Jugoslawien.

File:Gavrilloprincip.jpg
Für Europa Urheberschutzfrei aus Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Gavrilo_Princip

Unter Jozip Broz Tito wurde nach dem Zweiten Weltkrieg der Vielvölkerstaat Jugoslawien mit harter Hand bis zu seinem Tod  zusammengehalten. Er hat das Land etwas gemäßigter und offener regiert als die östlichen  kommunistisch beherrschten Länder unter der sowjetrussischen Vorgabe. Es gab Reisefreiheit.

Jozip Broz Tito I Foto aus Wikipedia Urheberschutzrechtfrei: https://de.wikipedia.org/wiki/Josip_Broz_Tito

Aber nach dem Zusammenbruch des Kommunismus und Titos Tod, kamen die bisher friedlich zusammenlebenden Nachbarn Serben und Kroaten nicht zu einer guten Lösung, sondern griffen nach den Waffen. Der Nationalismus forderte viele Todesopfer.

In Bosnien – Herzegowina gab die Bevölkerung über 99 %ige Zustimmung bei einem demokratischen Referendum zur Gründung eines eigenen Staates unabhängig von Jugoslawien. Die Serben boykottierten weitgehend ihr Kreuz zu setzen. Das verhinderte aber nicht, dass mit über 63 % Einverständnis der Bevölkerung am 3.3.1992 die Unabhängigkeitserklärung von Jugoslawien bekannt gegeben wurde.

Sobald die Bekanntgabe war, begann die Gewalt. Ein unvorstellbarer Genozid gegenüber der bosnischen Bevölkerung begann. Noch heute sind nicht alle Massengräber gefunden worden.

Es gab Konzentrationslager, wo Menschen verhungerten, fast wie in Auschwitz wurden sie hinter Stacheldraht gehalten.

Kaum vorstellbar, dass es nach dem zweiten Weltkrieg wieder so eine Situation geben sollte. Leider wiederholte die Geschichte sich in gewisser Form in diesem Krieg.

Schlimm waren auch die Scharfschützen, die nur darauf warteten Menschen zu erschießen, die nur kurz einkaufen gingen. So war es leider im Land von 1992-1995. Die Spuren sind bis heute zu sehen, wie bei uns in Berlin am Reichstagsgebäude: Einschusslöcher, Granattrichter und sichtbare Mauerschäden. Europa suchte viel zu lange nach Lösungen. Die Diplomatie erreichte dann endlich am 14.12.1995 mit dem Dayton-Vertrag in den USA unter der Leitung von US-Präsident Bill Clinton und Beteiligung der Europäischen Union endlich einen ersten Schritt zum Frieden. Aber der Vertrag erreichte auch, dass es nun einen Staat gab, der mit den drei Ethnien und entsprechenden drei wechselnden Staatsoberhäuptern klar kommen musste, die alle ein eigenes Kabinett haben.

Kriegsschäden aus den 190ern am Haus 2024

Durch den Krieg brachen viele Industriezweige zusammen, die im jugoslawischen Staat zur Produktion von Industriegüter, zur Stromerzeugung und für den wirtschaftlichen Handel wichtig waren. Dies führte zu einer hohen Arbeitslosigkeit. Herbert betont im Podcast, dass aufkeimender Nationalismus immer schädlich für ein Land ist.

Besonders in den Kantonen hat er erlebt, wie schwierig es ist, Projekte wie die barrierefreie Gestaltung von Schulen für Kinder mit Behinderungen umzusetzen. Und das ist nur ein Beispiel. Die Menschen helfen sich meist selbst irgendwie, und dass sie enttäuscht sind von der Politik, egal wer wie dort regiert. Das ist ein fatales Zeichen an die Politik. Sie ist wichtig, um ein Land zu repräsentieren und seine Bevölkerung zu hören und entsprechend zu unterstützen. Doch es passiert nicht viel. 

Mir reichte ein Blick auf die Schulräume und ich habe gedacht, dass ich da sitzen könnte in dem Klassenraum von 1987. Der gleiche alte Fernseher. Ein Computer von Anfang bzw. Mitte der 1990er und Stühle, die schon bessere Zeiten gesehen haben. Wer die Schulen sieht, sieht dass im Land was nicht stimmt. Und das kann man übrigens ohne die PISA – Studie auch in Deutschland sehen. Die föderale Struktur lähmt auch hierzulande die Bildung in meinen Augen. Aber das ist ein anderes Thema.

Gastfreundschaft wird hoch angesehen in Bosanska Krupa

Daten von Bosnien-Herzegowina

Die Staatsflagge von Bosnien-Herzegowina ähnelt der europäischen Flagge. (Foto aus Wikipedia). Das gelbe Dreieck symbolisiert geographisch abstrakt die Umrisse des Landes, aber auch gleichzeitig die drei Ethnien der Serben, Kroaten und Bosniaken. Die Farbe Gold steht für Frieden und die Sonne. Das Blau steht für die Europäische Union. Dieser Flaggenentwurf des bosnischen Künstlers Mladen Kolobaric wurde durch den ersten hohen Repräsentanten Carlos Westendorp durchgesetzt, nachdem das Parlament natürlich wieder stritt, wie es auszusehen hatte. 

Die Sterne stehen für die Kantone. Allerdings sind es nur 9 Sterne, die das andeuten. Die Nähe zur Europäischen Fahne mit den Farben und Sternen ist eindeutig zu sehen. Diese Flagge gilt solange, bis sich das Parlament auf eine neue einigen würde. Scheinbar hat man sie jetzt akzeptiert. Ich finde sie passend zum Land. 

Fun Fact (wie es heute so schön heißt) am Rande: Mladen Kolobaric war auch künstlerischer Leiter für die Olympischen Spiele 1984 in Sarajevo. Die Bobbahn in Sarajevo haben wir am letzten Tag noch besucht.

File:Flag of Bosnia and Herzegovina.svg

Wichtige Daten des Landes /Quelle Wikipedia:

Größe: 51.197[3] km² 

Einwohnerzahl: 3.233.526 (2022)

Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner pro km²

Hauptstadt: Sarajevo

Gründung: 1.3.1992 von Jugoslawien 

Währung: Konvertible Mark (KM/BAM)

Telefonvorwahl: +387

KfZZeichen: BIH

Der Vorsitz des Staatsoberhaupts wechselt alle acht Monate zwischen, den Serben, Kroaten und Bosniaken:
Denis Bećirović (aktuell) (bosniakischSDP)
Željka Cvijanović (serbischSNSD),
Željko Komšić (kroatischDF BH)
 
Religion: 50,7% muslimische Bosniaken, 30.7 % serbisch -orthodoxe Christen, 15,2 % kroatische römisch-katholische Christen (2013) 

10 Kantone: 

1.Kanton Una-Sana (Unsko-sanski kanton)4.125,0273.26166,2Bihać
2.Kanton Posavina (Posavski kanton/Posavska županija)324,643.453133,9Orašje
3.Kanton Tuzla (Tuzlanski kanton)2.649445.028168Tuzla
4.Kanton Zenica-Doboj (Zeničko-dobojski kanton)3.343,3364.433109Zenica
5.Kanton Bosnisches Podrinje (Bosansko-podrinjski kanton)504,623.73447Goražde
6.Kanton Zentralbosnien/Mittelbosnien (Srednjobosanski kanton/Srednjobosanska županija)3.189,0254.68679,9Travnik
7.Kanton Herzegowina-Neretva (Hercegovačko-neretvanski kanton/Hercegovačko-neretvanska županija)4.401,0222.00750,4Mostar
8.Kanton West-Herzegowina (Zapadno-hercegovački kanton / Zapadno-hercegovačka županija)1.362,294.89869,7Široki Brijeg
9.Kanton Sarajevo (Sarajevski kanton)1.276,9413.593323,9Sarajevo
10.Kanton 10 (Hercegbosanska županija/Livanjski kanton/Zapadnobosanski kanton)4.934,984.127

Bosnien und Herzegowina (Bosnien und Herzegowina)

QuelleTopographischer Hintergrund: NASA Shuttle Radar Topography Mission (public domain). SRTM3 v.2.
Urheber
Die Truppe des Hilfstransports nach Bosnien an der Grenzstation

Politik, Statistik und Kritik

Für mich ist das eher wie ein Kabarett, denn alle wollen irgendwie nur sich selbst repräsentieren und nicht das Land, die Schönheiten und die Menschen, die dort leben. So ist mein Eindruck von dem, was ich sah und was ich erfahren habe, als ich mich mehr mit Bosnien beschäftigt habe. Politische Verhältnisse möchte man vor der Kamera lieber nicht sagen, damit keine Probleme auftauchen. Eine freie Meinungsäußerung oder öffentliche Kritik sehen zuständige Politiker scheinbar nicht gern. Dabei ist offene Kritik auch eine mögliche Verbesserung für die Dinge, die wirklich sinnvoll sind getan zu werden. Dafür sollte Politik auch offen sein und entsprechend handeln. Das ist Politik: Reagieren und Handeln, so wie es die Basis nötig hat, und nicht wie es der Politik oder dem Parteiprogramm in den Kram passt. Ich war selbst in der Politik eine gewisse Zeit. Ich weiß wovon ich rede. In Deutschland gibt es in gewisser Form ähnliche Probleme. Aber auch das ist ein anderes Thema.

Die Republik Srpska, in der überwiegend Serben leben, umfasst 49 % des Landes. In den anderen 51% sind die Kroaten und Bosniaken, die wiederum in Kantone, wie unsere Bundesländer aufgeteilt sind. Jedes Kanton hat auch politische Repräsentanten. Auch diese empfinden scheinbar es sinnvoll das Land still stehen zu lassen. Ich übe Kritik in dem, was ich sah. So gern ich diplomatisch sein möchte, so möchte ich aber klipp und klar sagen, warum sind denn die Schulen in einem Zustand, der kurz nach dem Ende des Krieges aussieht?

Erster Eindruck in der wundervollen Landschaft sind die ehrwürdigen Minarette auf einem Hügel gewesen

Warum wird da nicht Geld für die Bildung in die Hand genommen? Warum werden die Kinder und die Eltern der Kinder nicht gefördert? Das sind Punkte, die einen sprachlos machen. Das Geld ist ja eine Investition in die Zukunft des Landes. Und alle Parteien sehen scheinbar nur sich selbst, aber nicht eine friedliche Koexistenz mit einem hohen Bildungsstand. Oder will man den hohen Bildungsstand nicht?

Nun, dann werden die Eltern ihre Kinder nehmen und ins Ausland gehen. Jedes Jahr leert sich eine Klasse in Velagici, also Eltern nehmen ihr Kind für eine bessere Ausbildung und bessere eigene Arbeit ins Ausland, meist nach Deutschland, so eine Lehrerin, die wieder zurück gegangen ist nach Bosnien, weil sie ihrer Heimat helfen wollte, genau wie Jasmin, der in Wuppertal aufgewachsen ist zur Zeit des Krieges. Seine Eltern sind nach Deutschland geflüchtet. Er ist aber zurück gegangen und freut sich über jede Hilfe für die Schule, denn Gelder für Bälle oder Computer für den Unterricht müssen sehr hart erkämpft werden und sind oft aussichtslos zu bekommen. Zu ihm werde ich extra berichten in einem der nächsten Beiträge wegen der Dokumentationsfilme, die noch nicht veröffentlicht sind.

Statistisch gesehen leben mittlerweile mehr als 226000 Bosnier allein in Deutschland seit dem Gründen der Republik.

Bosnien und Herzegowina – Bosnische Staatsbürger in der EU | Statista

Bis 2050 vermuten Statistiker durch das Anhalten von Auswandererzahlen und dem demografischen Wandel ein Rückgang der über 4,5 Mio Einwohner auf die Hälfte davon. Das ist ein katastrophaler Zustand für ein Land. Es sieht sogar eher nach einem natürlichen Rückgang der Einwohner aus. Und je weniger Einwohner, desto katastrophaler auch der Einspareffekt für den übriggebliebenen Teil.

Bosnien und Herzegowina – Gesamtbevölkerung bis 2050 | Statista

Eine weitere Statistik zeigt eine Stagnierung der Wirtschaft. Je mehr Auswandern, je weniger wird die Wirtschaft durch den Binnenmarkt gestärkt. Hier ist höchstens die Hoffnung mehr Einwanderung zu schaffen oder durch Tourismus Geld ins Land zu bringen. Ansonsten wird der Staat zusammenbrechen. Das klingt pessimistisch von meiner Seite, aber wenn die Politik sich dort nicht zusammenrauft und visionär nach vorne schaut, sieht es eher mau aus statt blühende Landschaften. Das macht die Natur allein, dafür braucht sie den Menschen nicht.

Bosnien und Herzegowina – Bewertung im Bertelsmann Transformationsindex (BTI) bis 2024 | Statista

Der Verein „Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V.“

Der Verein wurde vor zehn Jahren, 2014, gegründet und führt regelmäßige Hilfstransporte, ein bis zwei Mal im Jahr, nach Bosnien durch. Diese Transporte unterscheiden sich von den aktuellen Hilfsaktionen für die Ukraine. In Deutschland werden oft Dinge aus gesetzlichen oder anderen Gründen nicht mehr genutzt, die dann nach Bosnien gebracht werden. Das sind ausgemusterte Computer, auch Spielzeug für Kinder und Jugendliche, für Kinderheime entsprechende Kinderkleidung, oder auch für den Sportunterricht Bälle, Schultornister oder Schreibzeug, Druckerpapier, Laptops. Alles Dinge, die Schulen dem Verein mitteilen, was sie brauchen, das besorgt dann der Verein.

Vor acht Jahren fuhr Herbert zum ersten Mal mit seinem LKW-Führerschein bei einem Hilfskonvoi vom Roten Kreuz aus Ahrweiler mit. Der Verein Labdoo.org in Deutschland, den der Verein bei einem Ruhr-Dax-Treffen fand, rüstet alte Computer auf und sendet sie an Schulen in Entwicklungsländern. Das war so die Idee es ähnlich zu machen für die Bildung in Bosnien. Es geht darum Leben in Bosnien und das durch Lernen bzw. Bildung zu schaffen. Bisher hat der bosnische Verein mehr als  700 Computer ins Land gebracht und zig Schulen sowie  Hilfsorganisationen unterstützt. Ein- bis zweimal im Jahr werden Hilfstransporte durchgeführt, die Planung und Organisation dauert in der Regel ein halbes Jahr.

Herausforderungen und Projekte

Es ist schwierig, neue Mitglieder zu finden, und Infostände in Fußgängerzonen sind oft wenig erfolgreich, da die Menschen die Notwendigkeit von Hilfstransporten nach Bosnien nicht verstehen. Deshalb entstand die Idee, ein Filmfestival zu organisieren, um mehr Aufmerksamkeit zu generieren. Seit sechs Jahren gibt es das in Deutschland einmalige bosnische Filmfestival in Bottrop. Ich nenne sie die „Bosnische Bottropiale“. Es heißt aber richtig:

Bosnia Herzegovina Looks Around Festival (bih-looksaround-festival.eu)

Dort wird auch die Politik eingeladen, Schauspieler*innen und Regisseure*innen. Ein großes Netzwerken durch viele Filme an drei Tagen entsteht und kann auch dem Verein nützlich sein bei dem ein oder anderen Projekt. 2024 findet es zwischen dem 22 und 24. November statt.

Kurzer Bericht über die Fahrt nach Bosnien

Am 22. Mai wollten wir um 12 Uhr losfahren, mussten aber noch die Zollpapiere fertigstellen. Schließlich fuhren wir um 14 Uhr los und erreichten mit Pausen um 8:36 Uhr die Grenze. Es dauerte noch zwei Stunden, um die Zollpapiere zu überprüfen, was 425 € kostete. In Deutschland hatten wir bereits 45 € Bearbeitungsgebühren bezahlt. Wenn die Zollgebühren in das bosnische Bildungssystem fließen würden, wäre das sehr sinnvoll. Lustig waren die herumstreundenden Hunde. Alle waren frei und bellten bis zur Grenze, die reinkommenden Fahrzeuge an. Niemand von ihnen ging über die Grenze nach Kroatien. Sie legten sich in den Schatten vom Zollhaus und schliefen. Versorgt werden sie hier bestens von den Mitarbeitern und anhaltenden Autofahrern. Von Radfahrern hielten sie nichts, sie bellten zwei junge Radfahrerinnen an und begleiteten sie eine zeitlang. Ob das Freude war, konnten wir nicht rausfinden. An der Grenze warteten auch der von der Caritas St. Theresien bereitgestellte Personentransporter mit der Truppe vom Berufskolleg. Jan Lachnicht und Dennis Homann, die Lehrer und die Schülerin Merle und Schüler Markus und Can. Sie waren von der Sonne schon wie Spiegeleier gut gebraten worden, während sie warten mussten. Nach einem gemeinsamen Foto und die zwei Stunden Wartezeit, ging es dann zur ersten Station Bihac.

Übrigens war ich verwundert, dass der Kaffee eine Mark kostete in der Zollkantine. Ich dachte, ich müsste jetzt meine alten DM-Münzen wieder aus der Geldbörse holen. Aber die bosnische Währung, die Konvertible Mark, wurde angelehnt an die Deutsche Mark. Beim Umrechnungsfakter 2:1, kam rechnerisch der gleiche Kurs, wie damals die DM getauscht wurde.

Bihac ist die Kantonshauptstadt von Una-Sana und liegt nah an der Kroatischen bzw. EU-Grenze. Dort besuchten wir die Tageseinrichtung für Menschen mit Behinderungen, „Radosti Druzenja„, wo uns die Leiterin Mirsada Hozic schon mit einem leckeren traditionellen Süppchen und selbstgemachte Burek erwartete. Diese Einrichtung ähnelt der Lebenshilfe in Deutschland und wird von einem Verein unterstützt, der aus Eltern von Kindern mit Behinderungen besteht.

Erster Eindruck in der wundervollen Landschaft von Bosnien, waren die ehrwürdigen Minarette einer Moschee auf einem Hügel

Am gleichen Tag fuhren wir zum Kinderheim nach Bosanska Krupa, um das meiste gespendete Material von Kinderkleidung, Spielzeug und auch Stofftiere abzugeben. Die Stofftiere hatte ich über eine von mir wegen ihrer Hilfe im Ahrtal gepodcastet. Monika Waterkamp hat eine Stofftiersammelaktion in Dorsten gestartet. Erfolgreich kamen so über 25 Kisten und Säcke Stofftiere zusammen, die allerdings nicht im Ahrtal gewünscht waren. Ich bot die Lösung an, an verschiedenen Hilfsorganisationen sie abzugeben. Ein Teil ist im Waisenhaus in der Ukraine über die Gesellschaft Bochum Donezk, die ich unterstütze, ein Teil bei der Triker Gemeinschaft NRW, die Spendenfahrten machen mit Kindern und Senioren und nun ist ein Teil in Bosanska Krupa gelandet. Aus hygienischen Gründen wurde es abgelehnt. Diese Gründe hörte ich auch bei einem angefragten Kinderheim in Deutschland. Merkwürdig, dass Stofftiere gewaschen in Second-Hand-Läden für Kinder weiterverkauft werden. Ich verstehe solche Aussagen einfach überhaupt nicht. In meinen Augen sollen die Kinder sich doch freuen! Das tun sie jetzt da, wo ich sie abgegeben habe mit Sicherheit!

Die Kindersachen, Stofftiere und Spielzeug sind am Kinderheim in Bosanska Krupa gelandet

In Bosanska Krupa wurden wir wieder gastfreundschaftlich empfangen. Der Tisch wurde mit den letzten Keksen und frischen Kaffee gedeckt. Die Schüler des Berufskolleg bereiteten hier ihr erstes Interview vor mit dem Lehrer Jan Lachnicht und dann fuhren wird zurück. Kamen nicht rechtzeitig an, denn der Lehrer Jasmin aus Velagici konnte nicht noch länger warten in Bihac. Für ihn waren Computer, Bälle und noch andere Dinge vorgesehen. Da er nicht alle Sachen mitnehmen konnte, waren wir am nächsten Tag nochmal da. Velagici liegt auf der Durchreise nach Fojnica, genau wie Jajce.

Eine Auszeichnung für den Verein bzw. Herbert Schröer

Die Schule in Velagici, wo wir Papier, Bälle für den Sportunterricht und Computer übergaben. Er lud uns natürlich an der Sana in einem dortigen Hotel Restaurant zu einem bosnischen Mokka ein und erzählte uns von spanischen Urlaubern, die extra zum Fliegenfischen zur kristallklaren Sana nach Bosnien kommen.

Die Natur ist das größte, was Bosnien zu bieten hat. Viele unberührte Landschaften von Bergen, Tälern und türkisfarbenen Flüssen, alte Geschichte, auch die erschreckende Neuzeitliche begegnet überall einen Touristen. Ein Land, dass es wahrlich zu erkunden gilt, so auch die alte Krönungsstadt Jajce.

Berglandschaft in Bosnien

Wir besuchten in Jajce eine Schule und übergaben eine besondere Spende übergaben: Ein Spender finanziert jedes Jahr ein Jahr lang das Frühstück für Kinder, deren Eltern es sich nicht leisten können.

Ein abendlicher Blick auf Bihac

In der schönen Kleinstadt Fojnica, wo auch eine sehr bekannte Rheumaklinik ist und ein altes Franziskanerkloster auf einem Hügel über der Stadt thront, wurden wir von Lehrer und Lehrerinnen aus der Republik Srbska und Sarajevo empfangen, die den Großteil der Computer verteilt bekommen haben, die sie auf ihrer Liste hatten. Alle waren sehr herzlich und auch bereit ein Interview zu machen mit Merle vom Berufskolleg. Nach dem herzlichen Händeschütteln das ein doppelter Regenbogen begleitet hat. Beim Verein wird ethnisch kein Unterschied gemacht. Allen im Land soll geholfen werden ohne Vorurteile oder Ethnie.

Einblick in die größte Einrichtung von Bosnien-Herzegowina für behinderte Menschen „Drin“

In Fojnica steht nah der Stadt die Staatliche Einrichtung „Drin“ für Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen. Sie stand auf dem Plan genauer kennenzulernen. Ziada empfing uns herzlich. Sie ist nicht nur eine Dolmetscherin vor Ort gewesen, sondern auch eine Freundin für Herbert und in sehr kurzer Zeit auch bei allen Anwesenden geworden. Sie zeigte uns Fojnica und ging auch mit uns durch die Einrichtung.

Dort haben wir u.a. die Werkstatt besucht, die aus den Skoda – Werk in Sarajevo Textilreste bekommen, die einige aus der Einrichtung wiederum zu Pantoffeln umnähen mit schicken Mustern oder für einen Schlüsselbund zurecht stanzen. Jeder von uns durfte sich ein Teil als Geschenk aussuchen.

Allgemein erinnert der jetzige Zustand des Hauses eher an deutsche Einrichtungen in den 1970er Jahren. Es gibt abgeschlossene Abteilungen, wenig Spielmaterialien und einen riesigen Fernseher im Gemeinschaftsraum. Mit den Menschen, die eher wie Gefängnisinsassen dort wohnen, werden Tag und Nacht von enthusiastischen Pfleger und Pflegerinnen betreut. Fachkräftemangel gibt es natürlich auch hier. Viele sind bekanntlich ausgewandert. Die noch hier sind müssen starke Nerven haben. Und es ist wirklich eine Berufung hier den Job zu machen. Doch mehr als Pflege und Essen ist nicht machbar zum jetzigen Zeitpunkt. Mit mehr Teilhabe am Leben, und einfachen Heilpädagogischen Hilfen, können die Kinder und Jugendlichen vor Ort schon mehr angeregt werden.

Für den Besuch von Drin hat sich auch Barbara Jäger mit ihrem Mann aus Bochum angemeldet. Sie ist Heilpädagogin und hatte sich sehr dafür interessiert. Witzig ist wie klein die Welt wirklich ist, denn sie wohnt nicht mal 500 Meter von mir entfernt. Das wir uns nicht in Bochum kennenlernen, sondern im fernen Bosnien, ist schon eine erstaunliche lustige Anekdote.

Der neue Leiter des Hauses, ein Jurist, und der Psychologische  Berater vom Haus  führte uns durch die Einrichtung. Es durften nur Aufnahmen ohne Menschen gemacht werden.

Ein Neubau für die uralten Gebäude, in denen sehr schwere psychische Fälle betreut werden, wird mit staatlicher Hilfe errichtet. Es bleibt abzuwarten, wie die Organisation dort künftig aussehen wird. Der Verein plant, zusammen mit Barbara Jäger und der Fachhochschule für Heilpädagogik in Bochum, mehr Unterstützung zu leisten. Es wird geprüft, welche Möglichkeiten es gibt.

Zum Abschluss Sarajevo

Am letzten Tag besuchten wir die wunderbare Hauptstadt Sarajevo, um uns von allen Eindrücken etwas zu „erholen“. Drin hat allen etwas Schwermut gebracht. Die Altstadt in Sarajevo war allein ein sehr sehenswerter Besuch. Wir sind auch die Seilbahn zum „Olympischen Berg“ gefahren. Oben besichtigten wir den Anfang der Bobbahn, die im Krieg natürlich auch Schaden nahm. Dort oben kann man sehr viel wandern. Seit 2017 fahren wieder nach langen Jahren der Kriegsschäden wieder ein Seilbahn hoch. Der nachmittägliche Starkregen forderte uns leider auf, wieder zurück zu fahren.

Abreise

Er letzte Tag war ein langer Reisetag. Wir fuhren am 28. Mai los und waren am nächsten Tag um 7 Uhr morgens zurück. Mit leerem Sprinter und Anhänger ging es trotzdem nicht so schnell. Ich machte mich auf den Weg von Bottrop nach Bochum nach dem herzlichen Verabschieden zwischen Herbert, Dorothée und mir. Die Lehrer Jan Lachnicht, Dennis Homann und die Schüler Markus, Can und die Schülerin Merle vom Berufskolleg Bottrop, dem Beruflichen Gymnasium, waren schon eher da gewesen. Ich fuhr direkt zur Gesellschaft Bochum Donezk um dort für den Hilfstransport in die Ukraine wieder mit anzupacken.

Die schlafenden Hunde im Schatten der Grenzstation

Fazit

Alles in Allem war diese Reise für alle sehr besonders gewesen. Wir haben überaus große Gastfreundschaft erlebt. Wir haben die Freude in den Gesichtern gesehen, wenn wir die entsprechenden Hilfsgüter überreicht haben. Wir haben die Landschaft bewundert und das Essen und den Mokka genossen. Bosnien war auf jeden Fall wert besucht zu werden. Ich bin in den Verein eingetreten und werde die schwere Reise wieder auf mich nehmen, wenn es meine Zeit erlaubt.

Herbert wünsche ich auf jeden Fall weiterhin gutes Gelingen in seinem Tun. Der nächste Weg ist nun das Filmfestival am 22. bis 24. November 2024, das ich auch besuchen werde. Ich möchte schließlich die Dokumentation vom Berufskolleg sehen. Alle kommen in bestimmten Interviews vor mit unseren Eindrücken, die wir vor Ort hatten.

Hinweis

Zu der Reise werden einzelne Videos und Fotogalerien im Blog in der Vereinsrubrik entstehen mit einer ausführlicheren Reportage-Beschreibung. Der Podcast mit Herbert Schröer war der Auftakt zur weiteren Information. Deswegen scheint vielleicht dem ein oder anderen der Text zu kurz oder nicht informativ genug. Entweder abwarten bis alles nach und nach erscheint und schauen, oder einfach auf „Abonnieren“ gehen und den Newsletter erhalten. Die Daten werden von mir nicht verwendet!

Links

Zur Geschichte Bosnien-Herzegowina: Bosnien und Herzegowina – Wikipedia

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Mehr Informationen gibt es auf der Seite des Vereins:
http://aktion-bosnien.eu
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Facebook.com/aktion.bosnien
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Instagram:
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#aktionbosnien
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Filmfestival in Bottrop:
https://bih-looksaround-festival.eu I Bosnia Herzegovina Looks Around Festival

Instagram: bihlooksaround (@bihlooksaround_filmfestival) • Instagram-Fotos und -Videos
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https://filmfreeway.com/Bosnia-HerzegowinaLooksAroundFestival
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Aktion-Bosnien
Gerichtsstraße 3
46236 Bottrop, Germany
 +49 2041 23019
 info@aktion-bosnien.eu

Öffnungszeiten: Freitag 10-12 Uhr

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Stiftung Menschen in Not in Castrop-Rauxel

Aktionen – Stiftung für Menschen in Not (stiftung-min.de)

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Auch hier sehe ich, dass der Bottroper Verein überregional bekannter sein muss und deswegen auch von mir speziell gefördert wird. Menschen aus einer Stadt, können aus anderen Städten Hand in Hand gehen, um mehr zu bewegen. Ich denke über die Stadtgrenzen hinaus. Denn nur Gemeinsam können wir solidarisch die Probleme der Welt vielleicht nicht lösen, aber zumindest eindämmen und unterstützen. Ein Schritt dazu macht der Verein „Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V.“, ein anderer die Stiftung für Menschen in Not in Castrop-Rauxel und es gibt weiterer Vereine, die viel Gutes tun, die ich auch nach und nach aufsuche und mit einem Podcast beehren werde, egal, wo sie im Ruhrgebiet sind.

Schaut euch die Videos und ausführlicheren Beiträgen zu den anderen Tagen an, um ein Gesamtbild der Reise, den Menschen und den Vereinstätigkeiten zu bekommen! Sie folgen nun nach und nach im Blog bzw. im Youtube-Kanal von mir einzeln pro Tag und als Gesamtvideo etwas gekürzt und von mir eingesprochen.

Dafür und natürlich für alle anderen Artikel und Informationen könnt ihr meine Internetseite abonnieren, denn bei neuen Aktivitäten des Vereins „Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V.“ wird es kundgetan in einer eigenen Rubrik, die ich eingerichtet habe.

Ich werde, so wie es meine Zeit erlaubt, den Verein unterstützen und wieder mitfahren, auch mit meinem eigenen neuen Transporter. Natürlich wird dann alles neue wieder berichtet werden.

Glück auf