Flaschengefühle in der Nachhaltigkeitszentrale Bochum – Ausstellung, Vortrag, Workshop und Podcast von Ruhrpottologe André Brune

Was sagt eine weggeworfene Flasche über unsere Gesellschaft aus, die oft überall in unseren Städten zu finden sind?  Wenn Flaschen könnten Geschichten erzählen über Gefühle, die gerade erlebt wurden. Deswegen gibt es das Kunstaktionsprojekt „Flaschengefühle“. Dazu lade ich mit Bochum Marketing in die Nachhaltigkeitszentrale Bochum, Kortumstraße 93, ein mit einer Ausstellung, einem Workshop, einen Vortrag und einen Live-Podcast zum Thema Vermüllung der Stadt.

In der Fotoausstellung zeige ich alltägliche Stellen in verschiedenen Städten, die durch eine oder mehrere Flaschen den öffentlichen Raum verändern.
Im Rahmen des Nachhaltigkeitsjahres 2026 der Stadt Bochum wird die Ausstellung vom 21. bis 24. Juli 2026 in der Nachhaltigkeitszentrale an der Kortumstraße 93 gezeigt. Das Nachhaltigkeitsjahr steht unter dem Motto „Ideen für morgen. Von hier aus.“ und möchte Nachhaltigkeit für alle Menschen erlebbar machen. (Bochum Marketing GmbH)

Mehr als Müll – Fotografien mit einer Botschaft

Jeden Tag laufen wir an Flaschen vorbei. Manche stehen ordentlich auf einer Mauer, andere liegen achtlos im Gebüsch, auf Gehwegen oder in Grünanlagen. Die meisten Menschen nehmen sie kaum noch wahr. Viele meinen, dass sie was gutes Tun mit liegengelassenen 15 Cent, die in diesem Moment jedoch stehengelassener Müll ist und eigentlich ein Bußgeld gefordert werden müsste.

Genau hier setzt „Flaschengefühle“ an.

Jedes Foto zeigt nicht nur eine zurückgelassene Flasche, sondern erzählt eine Geschichte über unseren Umgang mit Ressourcen, Verantwortung und dem öffentlichen Raum. Die Bilder laden dazu ein, über Konsum, Wegwerfmentalität und Nachhaltigkeit nachzudenken. Sie machen deutlich, dass bereits kleine Entscheidungen jedes Einzelnen Einfluss auf das Erscheinungsbild unserer Städte und auf unsere Umwelt haben.

Vernissage am 21. JuliVernissage Flaschengefühle in der Nachhaltigkeitszentrale Bochum

Ab 12 Uhr werden die Bilder aufgehängt und bleiben bis zum 24.7. hängen. Die offizielle Vernissage findet am Dienstag, 21. Juli 2026, von 14 bis 16 Uhr statt.

Dabei stellt André Brune die Idee hinter dem Projekt vor und berichtet, wie die Fotografien entstanden sind. Besucherinnen und Besucher erhalten einen Einblick in die Hintergründe der Ausstellung und können mit dem Künstler über Nachhaltigkeit, Stadtbild und Umweltbewusstsein ins Gespräch kommen.

Mitmachen statt nur Zuschauen

Am Freitag, 24. Juli, wird die Ausstellung durch ein abwechslungsreiches Mitmachprogramm ergänzt. Denn es gibt nicht nur Fotos, sondern mit Müll kann auch Kunst entstehen.

Von 12 bis 15 Uhr findet der Workshop „Flaschengefühle – Aus Müll wird Kunst“ statt.

Nach einem gemeinsamen Rundgang durch die Bochumer Innenstadt sammeln die Teilnehmenden Eindrücke darüber, wie achtlos entsorgte Abfälle das Stadtbild verändern. Anschließend entstehen aus vorbereiteten Wertstoffen und Draht kreative Kunstwerke, die bekannte Bochumer Sehenswürdigkeiten darstellen. So wird aus vermeintlichem Müll ein neues Kunstobjekt – ganz im Sinne des Upcyclings.

Der Workshop richtet sich an alle Altersgruppen und zeigt auf anschauliche Weise, dass Nachhaltigkeit nicht Verzicht bedeuten muss, sondern Kreativität fördern kann.

Vortrag: Warum Müll mehr ist als ein Sauberkeitsproblem

Im Rahmen des Projekttages gibt es außerdem einen Vortrag über die Vermüllung unserer Städte.

Dabei verbindet er seine Erfahrungen als gelernter Ver- und Entsorger der Fachrichtung Abfalltechnik mit zahlreichen Beobachtungen aus seiner langjährigen Tätigkeit als Fotograf, Gästeführer und Ruhrgebietsblogger, sowie auch vor der eigenen Haustür.

Der Vortrag zeigt,

  • warum achtlos weggeworfener Müll enorme Kosten verursacht,

  • welche Auswirkungen Vermüllung auf Mensch und Natur hat,

  • weshalb Mehrweg und Recycling wichtige Bausteine nachhaltigen Handelns sind,

  • und wie jeder Einzelne dazu beitragen kann, Städte sauberer und lebenswerter zu gestalten.

Podcast-Talk mit Politik und Verantwortlichen

Den Abschluss bildet am 24. Juli von 17 bis 18:30 Uhr ein öffentlicher Podcast-Talk unter dem Titel:

„Flaschengefühle – Gemeinsam für ein sauberes Bochum“

Mit Vertreterinnen und Vertreter aus Politik sowie Verantwortliche aus Bochum diskutiere ich gemeinsam über Fragen wie:

  • Wie sauber soll Bochum in Zukunft sein?

  • Welche Verantwortung tragen Politik, Verwaltung und Bürger?

  • Wie können Ressourcen besser geschützt werden?

  • Welche Ideen lassen sich gemeinsam umsetzen?

Die Gesprächsrunde soll nicht nur Probleme benennen, sondern vor allem Lösungsansätze entwickeln und Menschen zum Mitmachen motivieren.

Nachhaltigkeit beginnt im Alltag

„Flaschengefühle“ zeigt eindrucksvoll, dass Nachhaltigkeit nicht erst bei großen politischen Entscheidungen beginnt, sondern bei uns selbst!

Sie beginnt dort, wo wir täglich unterwegs sind – auf Gehwegen, in Parks, auf Plätzen oder an Bushaltestellen.

Jede aufgehobene Flasche, jede bewusste Kaufentscheidung und jeder achtsame Umgang mit Ressourcen, sowie die Mitnahme unseres eigenen Mülls, den wir produzieren, zum Beispiel beim Grillen an der Ruhr, kann dazu beitragen, unsere Städte lebenswerter zu machen.

Die Ausstellung verbindet Kunst mit Umweltbildung und macht deutlich, dass Fotografien oder auch andere Kunstinstallationen Denkanstöße geben können – leise, aber wirkungsvoll.

Veranstaltungsübersicht

Fotoausstellung „Flaschengefühle“
📅 21.–24. Juli 2026 

Freier Eintritt jeden Tag zwischen 12 – 16 Uhr

Vernissage
📅 21. Juli 2026
🕑 14:00–16:00 Uhr

Workshop „Aus Müll wird Kunst“
📅 24. Juli 2026
🕛 12:00–15:00 Uhr

Podcast-Talk „Gemeinsam für ein sauberes Bochum“
📅 24. Juli 2026
🕔 17:00–18:30 Uhr

📍 Nachhaltigkeitszentrale Bochum
Kortumstraße 93
44787 Bochum

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Nachhaltigkeitsjahr 2026 sowie zum Veranstaltungsprogramm der Nachhaltigkeitszentrale finden Sie auf den Seiten von Bochum Marketing und Bochum Tourismus:

Fotos sind Screenshots vom Veranstaltungskalender von Bochum Tourismus: Veranstaltungskalender – Bochum Tourismus

Persönliche Anmerkung: Die tun ganz schön viel für die Stadt Bochum! Respekt!

Extraschichtstaunen

Foto aus der Reihe ‚Flaschengefühle‘. Entdeckt in der Jahrhunderthalle während der Lichtinstallation.

Ein Pärchen genießt es im Arm auf einer Palettenbank. Ein anderes versucht es mit dem Smartphone einzufangen.

Die Flasche Bier von Fiege it dem Stahlbügel steht verloren am Rand zwischen den Stahlträgern. Sie wurde bewusst dort hingestellt. Jemand wird sie schon wegräumen, wird die Person gedacht haben. Sie hätte es auch selbst wieder mitnehmen können.

Doch egal, wie gehandelt wurde: Ein Gefühl von Erstaunen diese Jahrhunderthalle Bochum in einer besonderen Lichtinstallation mit einem Schluck aus der Flasche begleitet zu haben, wird in dem Glas mit einem Hauch aus dem Eisen in der Luft konserviert worden sein.

So entstand der lyrische Text dazu von mir dazu:

Das kühle Pils getrunken,
stehengelassen,
um zu staunen.

Festhalten in Linsen,
halten im Arm,
eingefroren in Medien

das Rot,
das Grün,
das bunte Lampenwerk,

in der Halle

Jahrhundert voller Taten,
Gegossen in Glockenformen,
Kanonen,
Karossen.

Geruch aus Eisen
Gefühl von Extraschichtstaunen
schwebt in der Flasche
aus Glas und Stahl.

Jahrzehnte voller Shuttlebusse,
um zu staunen,
das Kulturwerk,
Ruhrgebiet.

Foto & Text (c) André Brune

Flaschengefühle – eine Müll-Aktions-Ausstellung startet vom Ruhrpottologe im Schaubüdchen in Bochum am 1.7.23

In den Straßen unserer Städte finden sich allerorts leere, zurückgelassene Flaschen. So auch in denen des Westend-Viertels in Bochum. Sie bleiben in bestimmten Positionen stehen, werden nicht mitgenommen oder in einem Mülleimer gelegt.

Die von der Stadt Bochum geförderte Ausstellung  »Flaschengefühle« befasst sich als eine andere Art von Ausstellung im Rahmen einer Fotoreihe mit den in den Straßen zurückgelassenen Flaschen, ihrem Standort und der (vermutlichen) Situation, in der sie zurückgelassen wurden. Haben sich hier zwei getroffen und bei einer gemeinsamen Zigarette bloß über das Wetter oder über sehr wichtige Dinge gesprochen? Erzählt die einzelne Flasche etwas über die Einsamkeit einer Person, oder gab es einfach nur einen »Trinker« in einer größeren Gruppe vor Ort? Hatte jener Mensch es so eilig, dass er nur einen einzigen Schluck aus dieser Flasche nehmen konnte?

"Flaschenpiercing" - ein Foto der Reihe vom Ruhrpottologe André Brune | Foto: André Brune
  • „Flaschenpiercing“ – ein Foto der Reihe vom Ruhrpottologe André Brune
  • Foto: André Brune

Die Flaschen erzählen mitunter spannende Geschichten – sind aber auch eine ›Vermüllung der Stadt‹, mit der sich »Flaschengefühle« ebenfalls auseinandersetzt.

So wird es in der Projektwoche vom 17.7. bis 22.7. im Stadtteil eine Müllsammelaktion, Schilder gesäubert und gefundener Pfand dem Verein BODO übergeben sowie Podcast-Interviews mit Zuständigkeiten aus allen Parteien, Stadt, USB, sowie Betroffenen des Stadtteils aus einer Garteninitiative oder Anwohner*innen.

Projektwoche "Vermüllung der Stadt" | Foto: André Brune
  • Projektwoche „Vermüllung der Stadt“
  • Foto: André Brune

Vor Ort werden Videos zum Thema Müll entstehen, um auf die Situation aufmerksam zu machen.
Mit dem gefundenen Müll soll ein gemeinsames Objekt der Ausstellung entstehen. Freies Spiel für die Phantasie!
Am 21.7. wird vom Ruhrpottologe André Brune die Moderation zum Thema „Vermüllung der Stadt“ mit allen Parteien zwischen 17 und 19 Uhr stattfinden, sowie Umweltamt und USB. Alle sind herzlich zu diesem Gespräch und Diskussion eingeladen.

Die Ausstellung beginnt mit der Vernissage am 1.7. ab 14 Uhr und läuft bis zum 29.7.
Öffnungszeiten : Mittwochs 17 – 19 Uhr, Samstag von 11-15 Uhr
Projektwoche vom 17. – 22.7.

Die Vernissage beginnt um 14 Uhr am 1.7. im Schaubüdchen, Ursulastr. 24 in Bochum

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