Benny Quick & die Motorbiene – Wie ein Junge aus Essen die Musikwelt bewegte I Ruhrgebiet erklärt Folge 28 I +Videopodcast I +Podcast #135

Vom Malocherkind zum Chart-Erfolg

Benny Quick, geboren als Rolf Müller, wuchs in einer klassischen Arbeiterfamilie im Essener Stadtteil Katernberg auf. Er wollte nicht ins Schwarze nach unter Tage gehen, wie sein Vadder. Er wußte, er hat eine gute Stimme und er wollte Erfolg haben. Schon früh bewegte er sich stilgerecht zu Twist und Beat Anfang der 1960er Jahre zu Songs von Elvis Presley und den Beatles auf kleinen Bühnen von Kneipen und kleinen Clubs.

Sein Künstlername entstand nicht zufällig: Produzenten wollten aus dem bodenständigen „Müller“ einen modernen, englisch klingenden Namen machen. So wurde aus ihm Benny Quick – passend zum Zeitgeist des Beat.

Unser Podcast: Zwischen Humor und Geschichte

In unserer Podcastfolge gehen wir nicht nur auf Benny Quicks Lebensgeschichte ein, sondern versuchen auch, die Zeit um 1962 greifbar zu machen:

  • Wie klang das Ruhrgebiet damals?
  • Wer waren die Menschen hinter seinem Erfolg?

Natürlich bleibt es nicht nur ernst:
Typisch Ruhrgebiet erzählen wir mit einem Augenzwinkern, vielen Anekdoten – und trotzdem mit dem nötigen Respekt vor seinem Schicksal.

Am Ende steht auch bei uns ein Moment der Stille ohne Motorradgeknatter.


Wir erzählen seinen rasanten Aufstieg mit dem Motorradgeknatter, singen mit im Podcast Folge 28 zu Benny Quick und so manchen Song, die seinen Erfolg übersprungen haben und bis heute noch genauso bekannt sind. Wir widmen ihm als Essener Ruhrpottkind eine eigene Folge, damit er nicht vergessen wird. 

Sein Schicksal war kein gutes. Wie der Aufstieg war, so begann auch sein Abstieg bis zum Selbstmord. Abonniert uns auf den veröffentlichten Kanälen oder ganz einfach den Newsletter der Internetseite, um auch die nächsten nicht zu verpassen!

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Die „Motorbiene“ – ein Hit für Generationen

Benny Quicks großer Durchbruch kam mit dem Song „Motorbiene“ (1962), der von  Heinz Hellmer deutsch interpretiert wurde und der viele bekannte Songs über Jahrzehnte der deutschen Musikwelt bekannt war. Er war der Mann hinter den Kulissen. Über ihn sprechen wir auch kurz, genauso wie über den Mann, der sein Talent  gefunden hat: Udo Werner. Mit seiner Show später am Tanzbrunnen in Köln war er bis kurz vor seinem Tod der Vorgänger aller Talentshows, die wir heute kennen mit Dieter Bohlen und Co. Sie wird mit dem Namen „Linus am Tanzbrunnen“ über 25 Jahre weitergeführt. Für einen einzigen Abend am 11.9.2026 kommt die Mutter aller Talentshows zuletzt von Linus moderiert noch einmal zurück:

Linus Talentprobe – Die Mutter aller Castingshow

Interessant dabei: Der Titel basiert auf dem US-Song „Motorcycle“ von Tico & the Triumphs (einem frühen Projekt von Paul Simon), der in den USA mehr schlecht als rechte in den untersten Chartplätzen ganz kurz verhaarte. Geschrieben wurde er von Jerry Landis. In Deutschland wurde der Song zum Hit über Generationen durch die deutsche Version. Bis heute ist „Motorbiene“ noch ein Ohrwurm, der ohne Probleme mitgesungen werden kann.

Typisch für die Zeit von Anfang der 1960er Jahre

Viele englischsprachige Songs wurden ins Deutsche übertragen – sogar Bands wie die The Beatles nahmen deutsche Versionen ihrer Hits auf. Wir sprechen auch über das, was die Menschen 1962 weltweit und in der jungen BRD und DDR bewegte.

Kultstatus durch „Werner – Beinhart“

Durch den Animationsfilm „Werner-Beinhart“ von Werner Brösel alias Rötger Feldmann wird der Song für den Soundtrack neu aufgelegt und durch das jüngere Publikum wieder populär. Eine neue Generation kann den Song singen und Benny Quick taucht wieder im Fernsehen und auf den Bühnen auf. 

Bis heute läuft „Motorbiene“ gelegentlich im Radio und wurde vielfach gecovert.

 

Erfolg – und ein tragisches Ende

Der Erfolg des Songs liegt höher als alle anderen Songs, die er auch sang. Die Motorbiene war die Hymne der Halbstarken, der Jugendgangs der jungen Bundesrepublik. Immer nur dieser Song und nichts anderes haben schon viele in der Musikwelt mit dem Leben brechen sehen. Weitere Coversongs von Fats Domino oder anderen blieben hinter den Erwartungen der Musikwelt zurück. Die harte Branche früher und heute erst recht, hat ihn überholt. Als DJ landete er noch in Frankfurt, spielte hier und da so manchen Song seines Repertoirs. Trotz seines unnachahmlichen Talents und Bühnenpräsenz der Beatzeit blieb er für viele immer „der Mann der Motorbiene“ und nichts weiter. Das kann an ihm schwer genagt haben. Ist aber reine Spekulation. Fakt ist sein tragisches Ende::

1999 nahm sich Benny Quick im Alter von 56 Jahren das Leben – am Tag seiner geplanten Hochzeit.

Warum Benny Quick bleibt

Auch wenn seine Karriere Höhen und Tiefen hatte – eines bleibt:

Die „Motorbiene“ ist ein Stück deutsche Musikgeschichte mit einer jungen Stimme aus dem Ruhrgebiet. Benny Quick ein Teil des kulturellen Gedächtnisses des Ruhrgebiets.

Mit dieser Folge sorgen wir dafür, dass er nicht vergessen wird.

Bahpapapapapa

Weiterführende Links und Videos zur „Talentprobe“ am Kölner Tanzbrunnen, die Motorbiene gesungen von Benny Quick bei einer Fernsehshow, weiteren Songs, u.a. auch von Heinz Hellmer – Hits, wie auch Übersetzungen von Beatles :

P.S.: Erst bei der Nachbearbeitung des Blogbeitrags finde ich raus, dass der Songschreiber Heinz Hellmer wohl ein Pseudonym ist von Monika Hellmer-Falk, wird aber auch Monique Falk angegeben. So richtig klar ist das alles nicht. Denn vorher hatte ich eine Info, dass Heinz Hellmer als Pseudonym geschrieben hat. Ob Männlein oder Weiblein als Autor der Songs reich wurde spielt auch keine Rolle. Der Name Heinz Hellmer steht für die Motorbiene und vielen anderen Songs. Nur das zählt. Dabei habe ich selbst Links vorher gefunden, wo er abgebildet war. Alles sehr merkwürdig manchmal im Internet: 

https://hitparade.ch/showperson.asp?name=Heinz%20Hellmer 

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Hier seht ihr die Talentshow am Tanzbrunnen in Köln von Udo Werner bei einen seiner letzten Auftritte:

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Huch Larhe & der blaue Drache I Eine Recklinghausener Legende & Bundestagswahl 2025 I Ruhrgebiet erklärt Folge 10 I +Videopodcast I +Podcast #100

In der 10. Folge der Podcastreihe „Ruhrgebiet erklärt“ besprechen Jack Tengo und ich eine kleine Sage über einen Drachen im Recklinghausener Stadtteil Hochlar, was die Blitzkuhle ist und besprechen anschließend die Ergebnisse der Bundestagswahl in einigen Ruhrgebietsstädten durch, die diesmal revolutionär waren in fast allen Belangen. Ob das gut ist, sei dahin gestellt. Wir versuchen möglichst neutral zu bleiben, auch wenn es nicht einfach ist.

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Nach unserer gemeinsamen kleinen beruflich, wie auch privat, sowie auch durch die Sperrung meines Blogs für vier Wochen bedingten Zwangspause, wollten wir das aktuelle Thema der Wahl und seine Situation im Ruhrgebiet besprechen. Es macht uns Sorgen, dass die Blauen mehr Stimmen auch im Ruhrgebiet bekommen haben, wo Vielfalt und Einwanderung ein normaler Vorgang bisher war.

Ohne Einwanderung kein Ruhrgebiet. Mit Remigration kann eine Stadt, wie Gelsenkirchen ausbluten. Ganze Geschäftszeilen wären leer. Gewerbe- und Grundsteuereinnahmen würden fehlen. Die Ruhrgebietsstädte würden allgemein noch mehr Schwierigkeiten bekommen.

Ja, es ist wahr, dass es Gegenden gibt, wo die Menschen sich nicht mehr sicher fühlen. Dort ist vermehrte Polizeipräsenz. Aber es ist noch zu wenig. Aber das ist ein anderes Thema.

Am Ende gibt es wieder ein Quiz. Doch diesmal nicht aus dem Kartenquiz. Wir haben da natürlich nochmal Recklinghausen auf dem Schirm. Wer die Frage und Antwort wissen will, sollte bis zum Schluß dranbleiben.

Einen Literaturtipp gibt es auch noch. Nein, kein Anti-AFD-Buch, sondern das Buch für den nächsten Podcast. Ich werde über die Ausstellung „Glück auf – Film ab! Sprechen, die ich im Ruhrmuseum kurz vor dem Ende noch besucht habe und total fasziniert war.

Shownotes  

Emschersagen – Hrsg. Dirk Sondermann Henselowsky & Boschmann Verlag ISBN 9783942094757

Quellen für die Bundestagswahlergebnisse der Städte Bochum, Bottrop, Essen, Duisburg, Dortmund, Gelsenkirchen, Werne, Kreis Unna, die wir besprochen haben, findet ihr auf den jeweiligen Internetseiten der Städte oder direkt bei der Bundeswahlleitung : https://www.bundeswahlleiterin.de/

Literaturtipp

Glück auf – Film ab!

Kino- und Filmgeschichte des Ruhrgebiets

Das Buch zur Ausstellung im Ruhrmuseum Essen – Zeche Zollverein

Klartext Verlag ISBN 9783937526325

Wer den Podcast sehen oder hören möchte auf Jacks Kanal:

‪@JackTengo

Wer den Podcast allein folgen möchte:

Podcast I UKRAINEBILD #6 – Wer sind die Kosaken?

Sehr viele Leute fragen sich zurzeit, wo findet die Ukraine Kraft, um dem starken Feind zu widerstehen?

Sehr wichtig ist die Unterstützung der ganzen Welt. Aber ohne den starken ukrainischen Geist und Willen wäre diese Hilfe umsonst.

Für uns Ukrainer liegen die Wurzeln des Widerstands im Kosakentum. Davon berichten wir heute:

Zum Podcast: https://lcdn.letscast.fm/media/podcast/9e48ffbc/episode/7c3f728a.mp3?t=1659656746

Wer sind die Kosaken?

Der Name „Kosake“ ist eine Mischung aus der tatarischen und türkischen Sprache. Es bedeutet so viel wie „ein tapferer Mann; Grenzverteidiger“ und in der ursprünglichen Turko-Tatarischen Bedeutung „Freibeuter“. Kosaken gab es auch in Polen und Russland, aber der Ursprung der Bewegung liegt in der Ukraine.

Laut Historikern haben entflohene Leibeigene im 15. Jahrhundert an den durch Schwellen schwer zugänglichen Inseln des Fluss Dnepr ihre Siedlungen gegründet. Im Laufe der Jahrzehnte sind mehrere Freiwillige zur Siedlung Zaporizska Sich gekommen und haben dort ihre Freiheit bekommen. So entstand ein Staat im Staate mit eigenen, auch ersten demokratischen Gesetzen, einem eigenen Heer und ihren gewählten Führern, die Hetmann oder Atamann genannt wurden.

Kosakenhauptstadt Zaporizska Sich

In Zaporizska Sich galten die Regeln der Gleichberechtigung und Bruderschaft zwischen den Kosaken.  Es war ein halbautonomes Gemeinwesen und Protostaat der Kosaken zwischen dem 16. Und 18. Jahrhundert. Die Führer des Kosakenstaates wurden durch freie Wahlen bestimmt. In Zaporizska Sich waren keine Frauen zugelassen. Die Männer lebten in Häusern nach dem Prinzip eines Wohnheims. Sie hielten Gottesdienst, denn der orthodoxe Glaube war Voraussetzung für einen Kosaken. Kosaken trainierten sich Tag und Nacht. Kleinste Vergehen wurden hart bestraft. Wer etwas von einem anderen Kosaken gestohlen hatte wurde mit dem Tode bestraft. Die Strafe war lebendig begraben zu werden.

Der Ruf der ukrainischen Kosaken im 15. – 17. Jahrhundert war in Europa sehr hoch. Sie waren tapfere, mutige, ausdauernde und besonders schlaue Kämpfer. Sie haben gegen Russland, Polen, Türkei und Tataren aus der Mongolei und Krim erfolgreich gekämpft. Die Kosaken verfeinerten erste Methoden einer „Marineeinheit“. Mit leichten Booten, die „Chaikas“, übersetzt in Deutsch „Möwen“, haben sie das Asowsche und Schwarze Meer überquert und sind bis Instanbul gegangen. Die Boote waren so gebaut, dass sie darunter entweder eine gute Luftzufuhr bekamen oder verfeinerten es in dem sie Strohhalme nutzten, um an der Oberfläche zu tauchen und die Feinde zu überwältigen. Die Kosaken waren die ersten Marines, eine Eliteeinheit, die wir heute aus den USA kennen.

Nicht jede Möwe kann bis zur Mitte des Flusses Dniepr fliegen

Das heute verwendete ukrainische Sprichwort hat einen besonderen Ursprung bei der Ausbildung zum Kosaken. Denn jeder Mann, der Kosak werden wollte, musste eine Prüfung bestehen. Diese Mutprobe, die es zu überleben gilt, konnte auch tödlich enden. Ein zukünftiger Kosake musste über den großen breiten Fluss Dnepr mit seinen gefährlichen Schwellen und schnellen Strömungen schwimmen. Hatte er es lebend erreicht, wurde er in die Kosakengilde aufgenommen.

Die Kampfkunst der Kosaken ist im heute noch im bekannten Volkstanz „Gopak“ angedeutet. Die Bewegungen ähneln dem Capoeira aus Brasilien. Capoeira ist ein Tanz und auch eine Kampfkunst, der dem Kung Fu der buddhistischen Shaolin Mönche in China ähnelt mit seinen Beinbewegungen. Er wurde von verschleppten Sklaven aus Afrika mitgebracht nach Lateinamerika.

Die Kampfkunst der Kosaken bestand ebenfalls aus einer Mischung von vielen verschiedenen bestimmten Bewegungen der Beinarbeit, aus speziellen Wurftechniken und Schlägen. Spagat, Kniebeugen im Ausfall, Ausholen von Beinen in gewisse Höhen, gleichzeitig mit die Arme Säbel und Gewehr nutzen, um Gegner schnell und effektiv unschädlich zu machen wurden erlernt und jeden Tag trainiert.

Feinde im Kampf fürchteten sich allein durch das bedrohliche Aussehen der Kosaken. Jeder Kosak war rasiert bis auf einen kleinen Haarzopf. Ein Gegner konnte im Kampf nicht einfach den kleinen Haarzopf greifen. Historiker weisen allerdings auch auf einen anderen eher esoterischen Grund des Haarzopfs hin, dass er ein Symbol zur Verbindung zum Universum sein soll.

Die Spezialeinheit „Charakterniks“

Unter Kosaken gab es Spezialeinsatzkräfte oder „Charakterniks“. Das Wort enthält die Erklärung „mit starkem Charakter“. Diese ausgewählte Kaste, eine besondere Einheit, trainiert ausgesuchte Jungen von Kindheit an. Sie müssen Hitze, Frost, Hunger und Durst und mögliche Folterungen aushalten ohne mentale Probleme zu bekommen. Eine Legende besagt, dass sie Kugeln beschwören, Wunden mit den Händen heilen, sogar wahrsagen oder plötzlich verschwinden können.

Die Legende um die „Charakterniks“ erzählt auch, dass wenn die Anzahl der Gegner viel größer als die der Kosaken war, diese ihre Speere in die Erde steckten, so dass der Feind dachte, es wären mehr Kosaken auf dem Kampffeld. Das Angstschüren ging so weit, dass Gegner glaubten, dass Charakterniks Feinde hypnotisieren konnten, um sich selbst die Kehle durchzuschneiden.

Die Legende Iwan Sirko

Der berühmteste Kosak-Charakternik war Iwan Sirko. Zwölf Mal wurde er zum Ataman, einem Kosakenführer gewählt. Seine Mutter soll in Ohnmacht gefallen sein, als sie das Neugeborene gesehen hatte. Das Kind hatte den Mund voller Zähne. Sein Vater jedoch sagte, dass sein Sohn mit seinen Zähnen die Feinde zerreißen wird und übergab ihn den Kosaken-Charakterniks. Die Legende besagt, dass Iwan mit zwölf Jahren verschwand und mit einem Wolf zurückgekommen war. Sein Nachname „Sirko“ hat deswegen auch eine besondere Bedeutung: „Grau oder Wolf“. Der Name schürte Angst, weil er selbst ein „Werwolf“ gewesen sein sollte.

Als erwachsener Heerführer hat er keinen Kampf verloren. Historisch belegt ist, dass Sirkos Kosakenheer für den französischen König gegen die Spanische Niederlande kämpfte und in nur wenigen Tagen die von Franzosen bisher uneinnehmbare Festung Dunkerque eroberte. Sirko und seine Kosakensöldner waren furchteinflößend für den Feind. Laut seiner Willenserklärung sind die Kosaken mit seiner abgeschnittenen Hand fort gegangen.

Einige Jahrhunderte später bei dem Napoleonfeldzug, so eine weitere Legende, soll nach einer Bitte vom russischen General Kutusow die Kosaken drei Mal um die Stadt Moskau reiten. Danach wurde Moskau befreit.

Drei Mal wurden seine sterblichen Überreste woanders begraben. Feinde von Iwan Sirko wollten nicht, dass der Ruf seinen Tod übersteht und versuchten so die Legende des furchteinflößenden Kosaken zu zerstreuen.

Eine moderne bekannte Erzählung ist „Der stille Don“ von Michail Alexandrowitsch Scholochow. Inhaltlich geht es um das bäuerliche Leben der Donkosaken mit den Spannungen des Ersten Weltkriegs und den Wirren des Bürgerkriegs, in dem ein Teil für die Rote Armee und ein anderer Teil für das Weiterbestehen der zaristischen Monarchie kämpft.

Weitere Informationen: Michail Alexandrowitsch Scholochow – Wikipedia

Später kämpften Kosaken im Zweiten Weltkrieg auch freiwillig für die Nationalsozialisten und ein anderer Teil kämpfte für Stalin.

Der Roman von Henryk Sienkiewicz, eher für den Klassiker der Literatur „Quo Vadis?“ bekannt, schrieb 1884 „Feuer und Schwert“, in dem es um den Chmelnyzkyj-Aufstand und den Saporoger Kosaken geht. Im Podcast wird die sehenswerte polnischen Verfilmung erwähnt.

Film- und Literaturtipps

Autor: Michail Alexandrowitsch Scholochow – Wikipedia

Autor: Henryk Sienkiewicz – Wikipedia

Autor: Nikolai Wassiljewitsch Gogol – Wikipedia

Text: Natalya Lubensko