Was sind die Naturfreunde? Wie lange gibt es sie schon? Und was machen die Naturfreunde eigentlich? Das sind nicht die einzigen Fragen, die ich hatte, als ich zu den Bottropern Naturfreunden gekommen bin, um einen Podcast mit ihnen zu machen.
Ich wußte bislang nicht, wie groß sie wirklich sind und welchen öko-sozialen Hintergrund sie eigentlich haben seit ihrer Gründung im Jahr 1895. Sie stellen sich offen gegen den rechten Populismus und machen mit ihrem eigenen Projekt FARN und dem Naturfreunde-Verlag Präventionsarbeit. Sie setzen sich auch für den sanften Tourismus ein.
Stellvertretend habe ich nun einen von den weltweiten 600 Ortsgruppen nun interviewt. Im Vorstand sitzen Wilhelm Schluckebier und Rainer Fries, die mir viele Fragen beantwortet haben, die nicht nur ich bestimmt nicht wissen:
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Mehr InformationenVielleicht ist der Titel zu lang. Vielleicht hätte ich einen griffigeren nehmen sollen, aber vielleicht versteht ihr es, wenn ich den Titel „Umwelt erfahren“ genutzt habe, wenn ihr weiterlest oder den Podcast gehört oder gesehen habt. Denn die Umwelt ist nicht nur Natur, die es zu schützen gilt. Die Umwelt ist auch der Mensch, der sie beeinflusst mit Tourismus zum Beispiel oder auch der offene Gesellschaftliche Dialog, der durch Populisten gestört wird, die wieder mit Hass und Zerstörung drohen, was die Naturfreunde schon einmal durchmachen mussten. Denn wußtest du, dass…
Wußtest du, dass die „Naturfreunde“ einer der ältesten Vereine sind und gar nicht in Deutschland gegründet wurden?
Wußtest du, dass die „Naturfreunde“ von den Nationalsozialisten und Kommunisten verboten wurden?
Wußtest du, dass die „Naturfreunde“ nicht nur sich für den Naturschutz, sondern auch die erste Friedensbewegung in Deutschland mitgeprägt haben?
Wußtest du, dass die „Naturfreunde“ sich für günstigen Urlaub mit ihren Naturfreundehäusern für die ärmeren Familien oder Kinder- und Jugendgruppen einsetzen und damit nach den Jugendherbergen der zweitgrößte Anbieter in Deutschland sind?
Wußtest du, dass die „Naturfreunde“ von engagierten Arbeitern in Wien 1895 gegründet wurden?
Wußtest du, dass sie sich nicht nur für Naturschutz, sondern auch für eine offene Gesellschaft und auch die heutigen Erinnerungskultur einsetzen?
Wußtest du, dass die „Naturfreunde“ eigene Skischulen haben?
Wußtest du, das die „Naturfreunde“ weltweit in 21 Ländern heute aktiv sind, wie z.B. in Algerien, Togo, Finnland, Tschechien oder in den USA?
Ich denke, dass diese Fragen mir mit Sicherheit 99% der Leser und Leserinnen nicht beantworten hätten können. Der traditionelle Verein, der von den Nazis unter Adolf Hitler und auch in der DDR unter den Kommunisten verboten wurde, engagierte sich eben früher schon nicht nur für die Natur, dass er nicht eingezäunt wird von den reicheren bürgerlichen Besitzern, sondern auch für eine offene soziale und demokratische Gesellschaft.
Ein Abriss der Geschichte
Die Städte wurden in der Zeit der Industrialisierung immer dichter. Die Landbevölkerung zog in die Städte. Dort wurde gebaut ohne Rücksicht auf die natürlichen Flächen in den Innenstädten. Aus den Schornsteinen der Wohnhäusern und Fabrikgebäuden rauchte es. Schwefel, Stickoxide, Kohlenmonoxid und was da noch alles ohne Filteranlagen in die nahe Umwelt abgegeben wurde, ließ gerade die Kinder der ärmeren Schichten leiden. Gesundheitliche Probleme, wie Asthma, Krupphusten und Eisenmangel, genauso wie der tägliche Lärm durch die Pferdekutschen, die auf den Kopfsteinpflaster laut durch die Städte rasten, waren genau wie heute der Lärm der Autos, ein Grund, das die Menschen krank machten. Wo kann man das besser in den Griff bekommen, als in der Natur. Doch die wurde von den Reichen und der bürgerlichen Klasse der damaligen Zeit für sich beansprucht. Sie zäunten ihre Privaten Wälder und Wege ab. Die Naturfreunde waren gleichgesinnte aus der bürgerlich-arbeitenden Bevölkerung, die das verhindern wollten und es erfolgreich auch getan haben.
So entwickelte sich der Verein „Naturfreunde“ in Wien mit dem Hintergrund für die Kinder und Jugendlichen und den ärmeren Schichten der Arbeiterfamilien Natur zu schützen und ihn zur Erholung nutzen zu können. Der Wiener Sozialist, Freidenker und Lehrer Georg Schmiedl suchte nach Gleichgesinnten, um in die Natur zu gehen und diesen nachhaltig zu schützen, darin wandern zu können ohne Zäune und auch die sozialistische Prägung zu fördern für eine offene demokratische Gesellschaft.
Im Ortsverein Hamburg entstand dann die Idee Naturfreundehäuser auf Kosten von Spenden und des Vereins zu bauen, damit die Kinder und Jugendlichen, sowie die ärmeren Schichten der Bevölkerung raus in die Natur können und ganz nah oder direkt in der Natur sich erholen konnten. Das konnte auch mehr als nur ein Wochenende werden. Grillen auf dem Grundstück, Spielen und Musizieren, sowie Veranstaltungen unabhängig von der Glaubensrichtung oder politischen Gesinnung haben die Naturfreunde einen Weg gefunden vielen Menschen wieder ein Lächeln ins Gesicht zu bringen. Es entstand in der Lüneburger Heide das erste Naturfreundehaus Deutschlands. Eins von heute 400 neben Hütten, Städteheimen und Bootshäusern.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurden neue Naturfreundehäuser gebaut. Darunter entstand auch Auf der Koppe 16 in Bottrop 1952 in Eigenarbeit und Geldern das Haus. Es hat zwar keine Übernachtungsmöglichkeit, aber es ist ein eingetragenes Jugendbegegnungszentrum. Wobei heute die Jugend leider nicht mehr in der Überzahl ist in Bottrop, sondern eher die im Rentenalter liegenden Mitglieder. Es gibt keine Jugendgruppe mehr.
Ich habe sie beim Touristenworkshop in Bottrop kennengelernt. Ich wollte sie interviewen, weil ich das Konzept gar nicht kannte, wo ich doch mit Natur- und Umweltschutz mein Leben lang schon verbunden bin. Es war schon erstaunlich, was ich erfahren habe. Eine spannende, traurige und ereignisreiche Geschichte prägt die Naturfreunde. Und es ist schade, dass heute so mancher Ortsverein ums Überleben kämpfen muss. In Gladbeck wurde er kürzlich geschlossen. Ebenso ist der Ortsverein in Oberhausen kränklich. „Einzelkämpfer“ schlossen sich den Bottropern an. In Bochum gibt es im Stadteil Linden einen, den ich noch aufsuchen möchte. Vergessen ist wohl, dass die Naturfreunde in der Nazizeit verboten waren, weil sie offene Kritik an der herrschenden Kapitalklasse verübten, die wiederum die Nazis damals so gern finanzierten.
Am Beispiel vom Ortsverein Bottrop stelle ich den Ortsverein im Ruhrgebiet vor und hoffe, dass sich Menschen finden, die es toll finden, was sie machen und vielleicht….vielleicht kommt der ein oder andere hin und möchte mit anpacken und unterstützen, egal in welchem Alter!
Hier findet sich Nachhaltigkeit, Sanfter Tourismus, Offene Gesellschaft, Prävention gegen Rassismus und Klimaschutz, sowie das gesellige Beisammensein mit Rad-, Wander-, Kanu-Touren und Grillfeste und diverse Kultur- und Aufklärungsveranstaltungen.
Ich hatte ja auch schon im Februar 2025 eine Einladung bekommen über mein Kunstaktionsprojekt „Flaschengefühle“ vorzustellen, wo es um Glasmüll geht, der das Stadtbild immer mehr belastet. Mein Freund Ralf Opiol hat ein Foto während des Vortrags mit Lesung der Texte zu meinen Bildern gemacht.

Ortsverein Bottrop im Ruhrgebiet
Der Bottroper Verein feiert 2026 ihr 95 jähriges Bestehen. Sie machen viele Dinge, um auch jüngeres Publikum anzusprechen. Sie bieten ein vielfältiges Programm an Aktivitäten an. Es gibt Radtouren, Wandertouren, die auch unabhängig vom Verein besucht werden können, sowie Veranstaltungen wie Kindermärkte, Blumentauschbörsen, Sommerfeste und Weihnachtsbasare.

Kreativgruppen stellen selbstgemachte Marmeladen her, malen zusammen kunstvolle Bilder oder arbeiten mit Holz. Zudem werden Erste-Hilfe-Kurse, Stammtische und Vorträge angeboten, beispielsweise zur Geschichte des Ruhrgebiets oder zum Kapp-Putsch.

Wilhelm Schluckebier regte an die Emscher als Flusslandschaft des Jahres zu initiieren, was die Naturfreunde mit dem Deutschen Anglerfischerverband (DAFV) alle zwei Jahre seit 1998 zusammen machen.

Wilhelm Schluckebier, den ich neben Rainer Fries aus dem Vorstand der Bottroper Naturfreunde interviewte, kam 1989 von Hessen nach Bottrop. Er ist auch der zuständige Betreuer des Käte-Strobel-Naturfreundehauses bei Gummersbach. Das ist ein ganz besonderes Haus, denn dort können sozial schwache Erwachsene für nur 50 € und 25 € pro Kind/Jugendliche pro Woche übernachten mit drei Mahlzeiten am Tag. Ein Antrag bei der Diakonie Reisen muss vorher gestellt werden, ob die Familie förderungswürdig ist, dann kann es losgehen in die Natur und sich eine Auszeit gegönnt werden.
Rainer Fries war früher in den Jugendgruppen aktiv. Eine Zeitlang hatte er sich zurück gezogen aus dem Verein und ist kürzlich wieder dazugekommen und hat sofort im Vorstand mitgemacht. Er organisiert die Radtouren in und um Bottrop herum, die einmal im Monat stattfinden.
Derzeit gibt es jedoch keine aktive Jugendgruppe vor Ort. Das Haus der Naturfreunde dient als Jugendbegegnungszentrum und Veranstaltungsort für verschiedene Events. Auch gleichgesinnte Vereine, wie der einmal im Monat ehrenamtlich in der Natur „müllsammelnde“ Verein Waldfegen e.V. nutzen die Räumlichkeiten für Vereinssitzungen.
Bei den Naturfreunden gab es auch Widerstandskämpfer zur Zeit der Nationalsozialisten. Da gehört es selbstverständlich für den Verein dazu auch an die dunkle Zeit zu erinnern. Sie unterstützten 2022 die Erinnerungskultur. Stolz kann die Bottroper Ortsgruppe einen kleinen Stolperstein-Wanderführer präsentieren. Er beinhaltet wichtige Informationen zu den einzelnen Personen. Er ist kostenlos und kann beim Verein bestellt werden.
Sie setzen sich auch gegen Einsamkeit, Hilflosigkeit und Rechtsradikalität ein. Nur Gemeinsam ist man stark, so ihr Motto.

Neu ist der Erlebnis-Rucksack, der für eine Wandertour von knapp 5 km vom Naturfreundehaus aus gemacht werden kann. Für Familien oder Schulklassen mit Kindern bis 12 Jahren enthält der Erlebnis-Rucksack einige Utensilien bereit, um die Natur nah um das Naturfreundehaus zu erkunden, wie zum Beispiel eine Insektenlupe.
Der Vereinsverband, Engagement und Naturfreundehäuser
Der Verein ist in Österreich und Deutschland in weiteren 19 Ländern in über 600 Ortsgruppen weltweit mit insgesamt etwa 350.000 Mitgliedern vertreten. Das größte Angebot stellen die Naturfreundehäuser dar, die nach den Jugendherbergen die wichtigsten Gruppenunterkünfte sind. Aber es gibt auch Bootshäuser und aktive Kanugruppen, sowie eigene Skischulen und Präventionskurse zum Thema Rechtsextremismus und offene Gesellschaft.
In Nordrhein-Westfalen ist der Landesverband mit Sitz in Düsseldorf, auf Bundesebene befindet sich der Sitz in Berlin. Die Naturfreunde verbinden Natur- und Umweltschutz mit sozialem Engagement und politischer Arbeit. So setzen sie sich beispielsweise gegen Umweltzerstörung ein und haben die Emscher als Flusslandschaft des Jahres initiiert. Historisch waren sie auch im Widerstand aktiv.

Das Motto der Naturfreunde lautet: „Tut Gutes und rede darüber.“ Der Verein ist offen für alle, die sich für Natur, Umwelt und soziale Gerechtigkeit engagieren möchten. Wer aktiv werden will, findet vielfältige Wege, sich einzubringen – sei es durch Mitarbeit in den Gruppen, bei Veranstaltungen oder auch in sozialen Projekten. Die Naturfreunde sind eine Gemeinschaft, die sich für eine lebenswerte Umwelt und eine solidarische Gesellschaft stark macht. Das ist doch genau das, was uns alle so bewegt. Eine offene Gesellschaft, die Natur nicht nur respektiert, sondern fördert.

Ein besonderes Mitglied verlor der Bottroper Ortsverein bei einer Naturfreunde-Wanderung. Der deutschlandweit in den 1960er Jahren bekannte Boxer Dieter Renz, dem in Bottrop die Sporthalle gewidmet wurde, rutschte am 10.8.1969 bei einer Wanderung in den Schweizer Alpen unglücklich ab und verstarb vor Ort mit nur 26 Jahren.

Aktivitäten und Angebote in Bottrop (Nichtmitglieder sind herzlich willkommen!)
- Radtouren, Wandertouren
- Veranstaltungen wie Kindermärkte, Blumentauschbörsen, Sommerfeste, Weihnachtsbasare
- Kreativgruppen, z.B. Herstellung von Marmelade, Holzarbeiten
- Erste-Hilfe-Kurse, Stammtische, Vorträge (z.B. zur Geschichte des Ruhrgebiets, Kapp-Putsch)
- Jugendgruppen (z.B. „Mal du mal“), allerdings derzeit keine aktive Jugendgruppe vor Ort
- Das Haus dient als Jugendbegegnungszentrum und Veranstaltungsort

Aktivitäten und Angebote Allgemein
- Die Naturfreunde bieten 400 Naturfreundehäuser, um Urlaub günstig in der Natur verbringen zu können für Erwachsene, Kinder und Jugendliche an
- Die Naturfreunde betreiben eigene Skischulen: NaturFreunde-Schneesportschulen in Deutschland
- Die Naturfreunde setzen sich für Natur- und Umweltschutz, besonders für den Sanften Tourismus ein
- Die Naturfreunde haben Fachgruppen für den Bergsport, Kanusport, Schneesport und für das Wandern
- Die Naturfreunde nehmen politischen Einfluss mit den Fachgruppen für Kultur und Bildung, Natur- und Umweltschutz
- Trainer*innen-ausbildung für Berg-, Kanu-, Schnee- und Wandersport
- Bieten Klassenfahrten an zu ihren Naturfreundehäusern
- Bieten Seminare, machen Projekte für nachhaltigen Tourismus
- Internationale Zusammenarbeit bei Umweltbildung, Klimaschutz, Armutsbegrenzung, öko-sozial verträglichen Tourismus
- Organisieren Friedenswanderungen, sowie Stärkenberatung (gegen den Erstarken von rechtem Populismus)
- Es gibt einen eigenen Verlag, der Schriften für Aufklärung zum Thema Natur- und Umweltschutz, sowie auch politische Schriften zum Thema Rechtsextremismus, Aufklärung und Prävention verlegt
Struktur und Mitglieder
- Insgesamt 350.000 Mitglieder insgesamt. Allein in Deutschland 65000.
- Über 500 Ortsgruppen und Häuser allein in Deutschland
- Sitz vom Landesverband Nordrhein-Westfalen: Düsseldorf
- Sitz vom Bundesverband: Berlin
- Das größte Angebot sind die Naturfreundehäuser, die neben Jugendherbergen die wichtigsten Gruppenunterkünfte darstellen.
- Die Naturfreunde betreiben eigene Skischulen: NaturFreunde-Schneesportschulen in Deutschland
- Die Naturfreunde haben eine eigene Jugendorganisation: Naturfreundejugend Deutschlands
- Die Naturfreunde haben mittlerweile in 21 Ländern weltweit einen Standort
Politisches Engagement
- Ursprünglich setzten Sie sich für
- Die Naturfreunde verbinden Natur- und Umweltschutz mit sozialer und politischer Arbeit, z.B. gegen Umweltzerstörung
- Sie waren in der Vergangenheit auch im Widerstand aktiv, z.B. gegen das Verbot durch die Nationalsozialisten oder in der DDR.
Kleine Chronik der Naturfreunde
- Der Wiener Sozialist, Freidenker und Lehrer Georg Schmiedl inseriert in der „Arbeiterzeitung“ am 22. – 24.3.1895. Er sucht Gleichgesinnte zur Gründung einer „touristischen Gruppe“. So fand am Ostersonntag mit Josef Rohrauer, Alois und Karl Renner zusammen der erste Ausflug in den Wiener Wald statt.
- Im gleichen Jahr am 16. September gründen 185 Frauen und Männer im Gasthaus Zum goldenen Luchsen in Neulerchenfeld in Wien den „Touristenverein ‚Die Naturfreunde'“. Der Jahresbeitrag beträgt einen Gulden, der rührige Sensenschmied Alois Rohrauer wird Obmann. Karl Renner entwirft das Symbol des neuen Vereins: Der Handschlag mit den drei Alpenrosen steht für die Solidarität der Arbeiterbewegung und bleibt bis heute unverändert das Markenzeichen des Vereins.
- Im Juli 1897 erscheint die erste Ausgabe „Der Naturfreund“ mit einer Auflage von 400 Stück
- Im Januar 1900 wird „Berg frei“ in der Ortsgruppe Graz der Gruß später zum Gruß des gesamten Vereins. Er bedeutet ein Recht auf Freizeit in den Bergen, nicht nur für Adel und Bürgertum, die es für sich behaupten wollen und die Arbeiter zurückdrängen wollen.
- Die erste deutsche Ortsgruppe im Gesamtverein gründet sich in München im August 1905. Mittlerweile ist es die 42. Gruppe mit 9000 Mitgliedern, davon 15% Frauen.
- In den Stubaier Alpen in Tirol wird das erste Naturfreundehaus auf dem Padasterjoch eingeweiht im Jahr 1907
- In Deutschland entsteht am Rand der Lüneburger Heide das erste Naturfreundehaus durch die Hamburger Gruppe im Jahr 1911
- 1922 gibt es schon 159000 Naturfreunde
- 1933 werden die Naturfreunde verboten wegen ihrer offenen Kritik am Kapital und der herrschenden Klasse. Alle mittlerweile 428 erbauten Naturfreundehäuser, davon 300 in Deutschland werden beschlagnahmt und missbraucht für die eigenen Gruppen, wie Bund deutscher Mädel oder Hitlerjugend.
- Nach 1945 werden die enteigneten Häuser wieder zurückgegeben. In der DDR wird es erst nach 1990 der Fall sein.
- Ab 1962 beteiligen sich die Naturfreunde an den Ostermärschen der Atomwaffengegner. Sie sind international in 17 Ländern auf allen Kontinenten mit 270000 Mitgliedern mittlerweile vertreten. Neben Naturfreundehäuser gibt es auch Hütten in den Bergen, aber auch Stadtheime und Bootshäuser.
- 2001 beschließen die Naturfreunde in Deutschland eine Namensänderung. Im „Manifest Nachhaltigkeit“ wird die Bedeutung des neuen Namens „Naturfreunde Deutschlands – Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur“ festgehalten.
- 2017 wird die Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (FARN) gegründet, das auch vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ für drei Jahre gefördert
- Mehr Chronikinformationen: Chronik der NaturFreunde
Was ist FARN?
- Mit FARN klären sie zum Beispiel die Narrative der Rechstextremen auf: FARN – Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz |
- Untersucht historische und aktuelle Verknüpfungen rechter und völkischer Strömungen im deutschen Natur- und Umweltschutz
- Identifiziert rechtsextreme und menschenverachtende Ideologien und erarbeitet menschenbejahende und demokratiefördernde Gegenentwürfe
- Bietet Informationen, Beratung und Qualifikation für Akteure*innen des Natur- und Umweltschutzes in der Kinder- und Jugendhilfe, auch für Jugendliche und Erwachsene
Käte-Strobel – Haus
- Ist in den 1970er Jahren erbaut worden vom Bundesfamilien-Ministerium, um sozialschwachen Familien Urlaub zu ermöglichen in der Natur des Oberbergischen Landes zwischen Meinerzhagen und Gummersbach
- Besitzt ein Hallenbad, eine Saune, eine Kegelbahn, einen Tischtennisraum und große Gruppenräume, sowie eine große Außenanlage mit Spiel- und Sportplätze
- Es hat Platz für 110 Personen oder 180 für Schulklassen, wenn Klappbetten zusätzlich genutzt werden sollten.
- Die Unterbringung ist in Appartements mit Dusche und WC, einem Wohnraum und zwei bis vier Schlafräumen.
- Es gehört heute zum Landesverband der Naturfreunde NRW und wird von den Mitgliedern über einen gemeinnützigen Hausverwaltungsverein betreut.
- Neben der Beherbergung werden auch Seminare angeboten, die sich hauptsächlich mit politischen Inhalten beschäftigen, sowie auch Familienseminare.
- Es stehen 7 Seminarräume zur Verfügung
Wer war Käte Strobel?
Die 1907 in Nürnberg geborene Käte Strobel heiratete 1928 einen Sozialdemokraten, der 1934 wegen Hochverrat zu zweieinhalb Jahren ins Konzentrationslager Dachau interniert wurde. Er kam später im Weltkrieg in ein Strafbatallion nach Jugoslawien, wo er in Kriegsgefangenschaft kam.
Käte Strobel war selbst ebenfalls schon 1921 in der sozialistischen Jugendbewegung eingetreten. Bis zum Verbot 1933 gehörte sie der SPD schon acht Jahre an. Sie war ab 1949 eine der wenigen Frauen, die im Bundestag Abgeordnete wurde. Von 1964 bis 1967 war sie auch die Vorsitzende der Sozialistischen Fraktion im Europaparlament.
1966 wurde sie Bundesministerin für Gesundheitswesen. Sie führte die Sexuelle Aufklärung durch einen Sexualkunde-Atlas ein und ließ den Aufklärungsfilm Helga drehen. Unter der Bundesregierung von Willy Brandt wurde sie 1969 Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit bis 1972. In dieser Zeit machte sie sich stark mit Fördermitteln für das Naturfreundehaus in Gummersbach, damit sozialschwache Familien auch Urlaub machen können für wenig Geld.
Sie bekam für ihren Einsatz das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland 1972 und wurde die erste Frau mit einer Ehrenbürgerwürde in ihrer Heimatstadt Nürnberg.
Nach ihr ist der Käte-Strobel-Straße in Nürnberg genannt und auch der Wanderweg, der an dem nach ihr benannten Naturfreundehaus in Gummersbach, den sie selbst eingeweiht hat.
Ihr Zitat „Politik ist eine viel zu ernste Sache, als dass man sie allein den Männern überlassen könnte“, gehört zu den wichtigsten politischen Sätzen, die in Deutschland gemacht wurden.
Sie starb 1996.
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Mehr Informationen(Anmerkung zum Video: Schrecklich das eine weibliche KI-Stimme das runterleiert…)
Abschließende Bemerkung:
Der Verein ist offen für alle, die sich für Natur, Umwelt und soziale Gerechtigkeit engagieren möchten. Wer sich einbringen will, findet vielfältige Wege, aktiv zu werden. Ich bin schon in einigen Vereinen unterwegs, aber ich selbst überlege tatsächlich mich den Naturfreunden anzuschließen, weil sie genau das beinhalten, was mein Leben prägt: Umwelt- und Naturschutz, offene Gesellschaft, Gegen Rechtsextremismus in jeder Form, Einsatz für eine soziale Gerechtigkeit.
Ich denke, dass Jugendliche, die als Fridays for Future, für mehr Klimaschutz auf die Straßen gegangen sind, könnten sich doch hier auch engagieren. Nun, dass ist leider eine andere Geschichte, die nicht gerade rühmlich ist und den Kommentar lasse ich jetzt hier lieber, der ist zu hören im Podcast. Dafür gibt es ja auch die Möglichkeit sich eben der Naturfreundejugend anzuschließen.
Viel kostet der jährliche Beitrag einer Mitgliedschaft nicht. Für zwei Jahre gibt es eine ermäßigte Das ist doch nicht sooo viel für das was alles insgesamt geboten wird:
Vier Mal im Jahr kommt die Zeitschrift NATURFREUNDiN. Jedes Mitglied ist haftpflicht- und unfallversichert bei allen Veranstaltungen der NaturFreunde (auch online). Es gibt Rabatte auf die Übernachtungskosten in den Naturfreundehäusern. Geringere Teilnahmegebühren für Reisen und Ausbildungskurse werden gezahlt und es gibt regelmäpige Informationen zu aktuellen Themen und Aktivitäten.
Freuen würde ich mich schon, wenn ich ein paar neue Mitglieder durch meinen Blog-Beitrag gewinnen konnte für die Ortsgruppen, nicht nur im Ruhrgebiet. Ich wünsche auf jeden Fall viel Erfolg für das weitere TUN für die Naturfreunde!
FAZIT:
Was der Verein insgesamt macht ist sehr innovativ und präventiv. Das ist sehr ehrenswert!
Links:
Ortsgruppe Bottrop
NaturFreunde Bottrop e.V.
Auf der Koppe 16
D 46236 Bottrop
Ansprechpartner Wilhelm Schluckebier
Tel.: 02041 / 97433
Mobil: 0171 / 5548792
e-Mail: wilhelm.schluckebier@t-online.de
NaturFreunde Bottrop: https://www.naturfreunde-bottrop.de
***
Landesverband Nordrhein-Westfalen
Albertstr. 78
40233 Düsseldorf
Telefon (0211) 56 64 99 96
www.naturfreunde-nrw.de
info@naturfreunde-nrw.de
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Landesverbände allgemein:
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Bundesverband in Berlin
Anschrift:
NaturFreunde Deutschlands
Warschauer Str. 58a/59a
10243 Berlin
+49 (0)30 29 77 32 60 | Tel
+49 (0)30 29 77 32 80 | Fax
info@naturfreunde.de
www.naturfreunde.de
Öffnungszeiten:
MO–DO: 08:30–16:30 Uhr
FR: 08:30–12:30 Uhr
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Naturfreundejugend Deutschlands
Bundesgeschäftsstelle
(030) 29 77 32 70
(030) 29 77 32 80
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NaturFreunde Internationale (NFI)
Generalsekretariat
+43 (0)1 8 92 38 77 42
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Für Aufklärung gegen Rechtsextremismus: FARN
FARN – Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz |
FARN-Publikationen zum Download
Downloads | FARN – Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz
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Naturfreundehaus finden:
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Käte-Strobel-Haus
Urlaub für sozialschwache Familien oder für Schulklassen
NFH Käte-Strobel-Haus : https://kaete-strobel-haus.de
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Aktiv – Veranstaltungskalender für zum Beispiel Kurzurlaube der Naturfreunde:
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Trainer*innen – Ausbildung:
Trainer*innen-Ausbildungs-Portal der NaturFreunde Deutschlands
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Naturfreunde-Verlag
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Alle Links und auch Informationen sind entnommen von der Internetseite des Bundesverbands der Naturfreunde: https://naturfreunde.de
Fotostrecke © André Brune
















