Herten seine Sehenswürdigkeiten I Ruhrgebiet erklärt Folge 35 I +Podcast I +Videopodcast

Adel, Bergbau, Fachwerk und Natur ist auf wenigen Schritten quer mitten im Ruhrgebiet in Herten zu entdecken. Passend zu unserer Podcastreihe über Herten wollten wir die Sehenswürdigkeiten kurz aufzeigen und empfehlen in unserer Folge Herten seine Sehenswürdigkeiten. Ob mit dem Rad, zu Fuß oder mit anderen fahrbaren Untersätzen: Herten ist eben ein Besuch wert. Hört rein, dann wird verständlich, was wir meinen:

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Herten ist eine Stadt, die man nicht nur über den Bergbau erklären kann. Natürlich haben Zechen wie Ewald, Schlägel & Eisen und Westerholt die Stadt stark geprägt.

Herten hat noch mehr zu bieten als zwei Wasserschlösser, ein historisches Fachwerkdorf, die größte Haldenlandschaft in Europa, alte Arbeitersiedlungen, historische Wassertürme, eine Vielzahl an Naturorten, Bauernhöfe mit Lebensmitteln oder zum Erleben und Erlernen von Landwirtschaft, Freizeitangebote und auch Zukunftsstandorte.

Diese Bonusfolge ist also ein kleiner Wegweiser durch Herten – für alle, die die Stadt entdecken möchten oder sie vielleicht bisher unterschätzt haben.

Herten kennenlernen mit ein paar kurzen Tipps : Vom Dorf zur Bergbaustadt

Die erste urkundliche Erwähnung Hertens als „Herthene“ stammt aus dem Jahr 1050. Lange war Herten ein landwirtschaftlich geprägter Ort. Adel, Kirche und Bauernhöfe bestimmten das Leben, bevor der Bergbau alles veränderte.

Mit der Industrialisierung kamen die Zechen, neue Arbeitskräfte, Arbeitersiedlungen, Straßenbahnverbindungen und ein starkes Bevölkerungswachstum. Aus einem kleinen Ort wurde eine bedeutende Bergbaustadt.

Heute zeigt Herten an vielen Stellen, wie Vergangenheit und Zukunft nebeneinanderstehen: Schloss und Fachwerk auf der einen Seite, Halden, Zechenrelikte und Wasserstofftechnologie auf der anderen.

Schloss Herten und Schlosspark

Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten ist das Schloss Herten. Es wurde erstmals 1376 erwähnt und entwickelte sich von einem festen Haus zu einem Wasserschloss mit Gräften, Hauptburg, Vorburg und großem Schlosspark.

Über Jahrhunderte war das Schloss mit verschiedenen Adelsfamilien verbunden, darunter die Herren von Herten, von Galen, von Stecke und von Nesselrode. Nach einem Brand im Jahr 1687 wurde es im barocken Stil wiederaufgebaut.

Ab den 1920er Jahren litt die Anlage unter Verfall, durch die Besetzung von französischen Armeeangehörigen, Bergsenkungen und dem Nichtstun der adeligen Besitzer. Erst ab den 1970er Jahren wurde das Schloss aufwendig saniert auf Kosten der Steuerzahler. Aber heute ist es ein bedeutendes Denkmal und wird unter anderem kulturell und auch für eine Tagesklinik für Kinder und Jugendpsychiatrie genutzt.

Der Schlosspark ist ein wunderbarer Ort zum Spazieren, Radfahren, Durchatmen und Entdecken. Besonders sehenswert sind die Wassergräften, die alte Schlossanlage, die Schlosskapelle, die Alleen, die Teiche und die Landart-Installation „Burgenland“ von Nils-Udo, die zur Kulturhauptstadt Ruhr 2010 entstand.

Innenstadt, St. Antonius und Glashaus

Auch die Hertener Innenstadt lohnt sich. Unweit vom Schlosspark entfernt liegt schon die ruhige Fußgängerzone mit Kunstskulpturen im öffentlichen Raum. Im Ortskern steht die Kirche St. Antonius, deren heutiger Bau 1884 im neugotischen Stil nach Plänen von August Hanemann errichtet wurde. Schon vorher gab es an dieser Stelle ein älteres Kirchengebäude.

Das Glashaus Herten wurde 1994 eröffnet und ist heute ein kultureller Treffpunkt mit Stadtbücherei, Bühne, Veranstaltungen, Konzerten und Theater.

Wer durch die Innenstadt geht, kann außerdem den Skulpturenpfad „Kunst am Weg“ entdecken. Dort begegnet man unter anderem Bronzefiguren verschiedener Künstler, darunter dem Heiligen Antonius und die Schweineherde am Otto-Wels-Platz.

Landschaftspark Hoheward und Halde Hoppenbruch

Der Landschaftspark Hoheward ist einer der eindrucksvollsten Orte in Herten und im gesamten Ruhrgebiet. Die Halden Hoheward und Hoppenbruch bilden zusammen eine der größten zusammenhängenden Haldenlandschaften Europas.

Auf der Halde Hoheward stehen der Obelisk als Sonnenuhr und das bekannte Horizontalobservatorium. Von oben hat man einen fantastischen Blick über das Revier.Die Halde Hoppenbruch ist durch ihr Windrad weithin sichtbar. Sie bietet Wege für Spaziergänger, Wanderer und Mountainbiker. Die Halden bestehen aus Bergematerial der umliegenden Zechen und sind heute Orte für Freizeit, Natur, Erinnerung und Industriekultur.

Zeche Ewald und Zukunftsstandort

Am Fuß der Halde Hoheward liegt die ehemalige Zeche Ewald. Die letzte Förderung fand im Jahr 2000 statt. Erhalten geblieben sind unter anderem der Malakowturm von Schacht 1, das Stahlkastenstrebengerüst von Schacht 2, das Doppelbockfördergerüst von Schacht 7, Maschinenhallen, Waschkaue und weitere Gebäude.

Heute ist das Gelände ein Zukunftsstandort für Wasserstofftechnologie und für Events. Industriekultur, Veranstaltungen, Tourismus, Wasserstofftechnologie und Freizeit verbinden sich an einem Fleck mitten im Ruhrgebiet. Mit der Motorworld, dem Besucherzentrum und der Nähe zur Halde Hoheward ist Ewald heute ein wichtiger Anlaufpunkt für alle, die Herten besuchen. Wo früher Kohle gefördert wurde, geht es heute um Strukturwandel und neue Perspektiven.

Ewaldsee und Hertener Mark

Der Ewaldsee entstand im Zusammenhang mit dem Bau der Autobahn A2 und der Nutzung durch die Zeche Ewald als Kühlwasserreservoir. Heute ist er ein Natur- und Spaziergebiet mit Wald, Wasser, Pflanzen und Tieren. Zusammen mit der Hertener Mark bietet der Bereich schöne Möglichkeiten für kurze Wanderungen, Radtouren oder ruhige Auszeiten im Grünen.

Backumer Tal und Copa Ca Backum

Das Backumer Tal ist ein bekanntes Freizeitgebiet in Herten. Dort liegt auch das Copa Ca Backum, ein beliebtes Bad mit Sportbad, Freizeitbad, Sauna, Wellnessbereich, Gastronomie und Freibad.

Es ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und eignet sich für Familien, Schwimmer, Saunagänger und alle, die mal eine kleine Auszeit brauchen.

Aktuelle Öffnungszeiten und Preise sollten vor dem Besuch direkt auf der Internetseite geprüft werden.

Volkspark Katzenbusch und Katzenschlösschen

Im Süden Hertens liegt der Volkspark Katzenbusch, ein Wald- und Parkgebiet für Spaziergänge, Natur und Erholung.

Am Rand des Parks steht das heutige Katzenschlösschen, früher Parkschlösschen genannt. Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Form eines kleinen Schlosses mit Rundturm gebaut und wird heute gastronomisch genutzt.

Die Wassertürme in Scherlebeck

In Scherlebeck stehen zwei markante Wassertürme der Gelsenwasser AG. Der ältere Turm stammt aus dem Jahr 1908, der jüngere aus den 1930er Jahren.

Der ältere Turm gehört zum Typ Intze, benannt nach dem Ingenieur Otto Intze. Er war einer der bedeutenden Wasserbauingenieure des 19. Jahrhunderts und prägte die Entwicklung von Wassertürmen und Talsperren.

Die Hertener Wassertürme gehören zur Route der Industriekultur. Am Tag des offenen Denkmals kann der historische Turm teilweise besichtigt werden. Von oben bietet sich ein schöner Blick in die Umgebung.

Altes Dorf Westerholt

Ein absoluter Höhepunkt ist das Alte Dorf Westerholt. Der historische Ortskern mit seinen vielen Fachwerkhäusern wird oft als „westfälisches Rothenburg“ bezeichnet.

Über 60 gut erhaltene, meist denkmalgeschützte Fachwerkhäuser, kleine Gassen, Inschriften, Vorgärten, Kirche und Schlossumfeld machen Westerholt zu einem der schönsten historischen Ortskerne im nördlichen Ruhrgebiet.

Ein Rundgang durch Westerholt lohnt sich besonders in Kombination mit der Kirche St. Martinus, dem Schloss Westerholt und einer kleinen Pause in einem Café oder Restaurant.

Schloss Westerholt und St. Martinus

Das Schloss Westerholt liegt direkt am Alten Dorf und ist heute Hotel und Restaurant. Eine reguläre Innenbesichtigung ist in der Regel nicht möglich, aber schon der Blick von außen und die Lage am historischen Ortskern machen den Ort sehenswert.

Die Kirche St. Martinus prägt zusammen mit Schloss und Fachwerkhäusern das Ortsbild. Wer Herten besucht, sollte Westerholt unbedingt mit einplanen.

Allee des Wandels und Zechenbahntrasse

Die Allee des Wandels ist ein Fuß- und Radweg auf ehemaligen Bahn- und Zechenverbindungen. Sie verbindet Industriekultur, Natur und Stadtteile miteinander.

Besonders schön ist eine Tour vom Alten Dorf Westerholt über ehemalige Zechenstandorte zur Zeche Ewald und weiter zur Halde Hoheward. Die Strecke zeigt auf engem Raum, wie eng Bergbaugeschichte, Landschaft und Strukturwandel in Herten zusammengehören.

Schlägel & Eisen in Langenbochum

In Langenbochum erinnern noch Gebäude und Anlagen an die ehemalige Zeche Schlägel & Eisen. Auf dem Gelände zwischen Feldstraße und Langenbochumer Straße haben sich heute neue Firmen angesiedelt.

Erhalten sind unter anderem Fördergerüste, Maschinenhäuser, Kaue, Verwaltungsgebäude und weitere Zeugnisse der Bergbauzeit. Die genaue Geschichte der Zeche erzählen wir in einer eigenen Podcastfolge.

Hof Wessels

Der Hof Wessels ist ein besonderer Natur-, Lern- und Erlebnisort in Herten. Nach rund 100 Jahren Bauernhofgeschichte wurde das Gelände von der Hertener Bürgerstiftung übernommen und zu einem ökologischen und sozialen Projekt weiterentwickelt.

Heute ist Hof Wessels ein außerschulischer Lernort für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Es gibt einen Kräutergarten, eine Streuobstwiese, einen Bienenstand, Tierweiden, Anbauflächen und Angebote rund um Naturpädagogik und Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Seit 2021 ist Hof Wessels anerkanntes BNE-Regionalzentrum für den Kreis Recklinghausen. Außerdem gibt es dort eine solidarische Landwirtschaft. Gemüse, Kräuter und weitere Produkte werden biologisch angebaut, allerdings ohne offizielle Bio-Zertifizierung.

Interessierte können sich über Gemüsekisten und Angebote direkt beim Hof informieren.

Bauer Feldhaus

Auch Bauer Feldhaus steht für regionale Produkte und Landwirtschaft in Herten. Im Hofladen gibt es unter anderem Kartoffeln, Milch, Eier, Konfitüre, Honig und Liköre.Ab September wird dort auch das Kartoffelselbstaufnehmen angeboten. Ein schöner Ort für alle, die regionale Landwirtschaft unterstützen möchten.

Weitere Orte in Herten

Herten hat noch viele weitere interessante Orte. Dazu gehören die Volkshochschule in der ehemaligen Villa Schweisfurth, die Rathaus-Galerien, der zentrale Omnibusbahnhof mit moderner Überdachung, die griechisch-orthodoxe Kirche des Heiligen Dimitrios, die Blaue Moschee an der Paschenbergstraße und alte Arbeitersiedlungen wie an der Friedrichstraße in Backum.

Dazu kommen Sportvereine, Radwege, Spazierwege, Gastronomie, Naturflächen und viele kleine Details, die zeigen: Herten ist vielseitiger, als man auf den ersten Blick denkt.

Gute Kombinationen für einen Besuch

Für einen kurzen Rundgang in Westerholt:

Altes Dorf Westerholt → St. Martinus → Schloss Westerholt → Café oder Restaurant im historischen Ortskern

Für einen Industriekultur-Ausflug:

Zeche Ewald → RVR-Besucherzentrum → Halde Hoheward → Horizontalobservatorium → Ewaldsee

Für eine Radtour:

Altes Dorf Westerholt → Allee des Wandels → Zeche Ewald → Halde HohewardFür einen Natur- und Familienausflug:Hof Wessels → Backumer Tal → Copa Ca Backum → Volkspark Katzenbusch

Fußgängerzone Herten Mitte mit der St. Antoniuskirche, den Kunstweg und Wasserschloss Herten und Schlosspark unbedingt verbinden!

Ruhrpottologe – Fazit

Herten ist mehr als eine ehemalige Bergbaustadt. Die Stadt erzählt von Adel und Schlossgeschichte, von Landwirtschaft und Fachwerk, von Zechen und Arbeitersiedlungen, von Halden und Strukturwandel, von Wasserstoff, Natur und Freizeit.

Wer Herten besucht, bekommt Ruhrgebiet in vielen Facetten: historisch, grün, industriell, familiär und zukunftsorientiert. Genau das macht diese Stadt spannend.

Wie schon gesagt: Herten hat wat! Oder einfacher: Heha: Herten hats!

Weiterführende Links / Shownotes

Herten allgemein und Sehenswürdigkeiten

Stadt Herten – Freizeit und Sehenswürdigkeiten: 

https://www.herten.de/stadtleben/freizeitStadt 

Herten-Schlosspark:

https://www.herten.de/stadtleben/freizeit/sehenswuerdigkeiten/schlosspark

Glashaus Herten:

https://www.herten.de/kultur-und-bildung/glashaus

Route Industriekultur 

Zeche Ewald / Zukunftsstandort:

https://www.route-industriekultur.ruhr/ankerpunkte/zukunftsstandort-zeche-ewald-herten/

Landschaftspark Hoheward:

https://www.hoheward.rvr.ruhr/

RVR-Besucherzentrum Hoheward:

https://www.hoheward.rvr.ruhr/rvr-besucherzentrum-hoheward/das-besucherzentrum/

Copa Ca Backum:

https://www.copacabackum.de

Hof Wessels:

https://hofwessels.de

Solawi Hof Wessels 

Kontakt: solawi@hofwessels.de

Bauer Feldhaus:

Ebbelicher Weg 56, 45701 Herten 

***

Westerholt

Ruhr Tourismus – Altes Dorf Westerholt:

https://www.ruhr-tourismus.de/poi/altes-dorf-westerholt/

Schlosshotel Westerholt:

https://www.schlosswesterholt.de/

St. Martinus Herten:

https://stmartinus.de/

Allee des Wandels:

https://www.ruhrgebiet-industriekultur.de/allee-des-wandels/  

Projekt Neue Zeche Westerholt:

https://neue-zeche-westerholt.de/ 

***

 

Weitere Orte und Themen

Wasserstoffstadt Herten:

https://wasserstoffstadt-herten.de

Route Industriekultur:

https://www.route-industriekultur.ruhr/

Ruhr Tourismus:

https://www.ruhr-tourismus.de/

Regionalverband Ruhr:

https://www.rvr.ruhr/ 

 

***

Literaturtipps

Achim Kubiak und Gerlinde Droste:

Herten – Bildband

Erschienen bei der Buchhandlung Droste, 2021. ISBN 978-3-9801008-4-7

***

Wilhelm Hermann, Gertrude Hermann:

Die alten Zechen an der Ruhr

Verlag Karl Robert Langewiesche.ISBN 3-7845-6994-3

***

Joachim Huske:

Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier

Selbstverlag des Deutschen Bergbau-Museums. ISBN 3-937203-24-9

***

Wolfgang Quickels, Sibylle Raudies, Eberhard Scholz:

Es war, es wird. Die Zeche Ewald von 1871 bis 2010 in Geschichte/n und Bildern

RDN Verlags GmbH & Co. KG Stefan Prott. ISBN 3-9810120-3-8  

 

***

Kontakt:

Habt ihr Erinnerungen an Herten, Westerholt, Zeche Ewald, Schlägel & Eisen oder andere Orte im Ruhrgebiet? Dann schreibt gerne an: ruhrpottologe@gmail.com

Mehr Ruhrgebietsgeschichten gibt es hier im Blog – bedenket. Alles ist bei mir hier neben der Arbeit. Manchmal dauert ein Beitrag auch ein paar Tage länger.

 

Kapaaftig im Quasselkommpott I Ruhrgebiet erklärt Folge 34 I +Videopodcast I +Podcast

Manchmal braucht es keine große Stadtchronik, keine Jahreszahlen und keine sauber sortierte Themenliste. Manchmal reicht ein guter Quasselkommpott: ein bisschen Ruhrgebietssprache, ein bisschen Alltag, ein bisschen Erinnerung, ein bisschen Heimatgefühl – und natürlich genug Stoff zum Schnabulieren, Nachdenken und Schmunzeln.

In der Folge „Kapaaftig im Quasselkommpott“ machen wir eine kleine Pause vom zuletzt eingeschlagenen Herten-Schwerpunkt.  Einmal querbeet über das Ruhrgebiet erzählen, einen Rückblick auf bisherige Folgen und einen Ausblick auf die nächsten schaffen und dabei nach den bisherigen vielen Recherchen auch dabei durchatmen. 

Der Pott hat viele zu erzählen und das wollen wir auch, nicht nur von Orten, sondern auch von Menschen und ihre Geschichten. 

Folge 34 ist ein bewusstes Durchatmen. Kein enges Korsett, kein einzelner Stadtteil, sondern ein lockerer Blick auf das, was den Ruhrpott im Alltag ausmacht: Sprache, Menschen, kleine Beobachtungen, Erinnerungen und die besondere Art, Dinge beim Namen zu nennen.

Und wir haben nachgeforscht: was ist eigentlich „kapaaftig“?

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Wir dozieren nicht trocken zum Format unserer Themen, sondern mit Tempo, Witz und Ruhrpottgefühl direkt mit unserem örtlichen Dialekt und dem lockeren Tonfall des Reviers. 

Quasselkommpott: Ruhrgebiet als Gesprächskultur
Das klingt nach Küchenradio, Bude, Familientisch, Vereinsheim und Nachbarschaftsbank zugleich. Man nimmt, was da ist, rührt es zusammen und am Ende entsteht etwas, das mehr ist als die Summe seiner Zutaten.

Das Ruhrgebiet wird nicht nur erklärt, sondern erzählt. Nicht von oben herab, sondern mitten aus dem Leben heraus.

Ruhrgebietssprache als Heimatarchiv

Wenn André Brune und Jack Tengo also im Quasselkommpott über den Pott sprechen, geht es auch um Bewahrung. Nicht museal, nicht verstaubt, sondern lebendig. Sprache bleibt nur dann lebendig, wenn sie benutzt wird – im Podcast, im Video, auf der Straße, anne Bude oder beim Erzählen über früher und heute.

Zwischen Geschichte, Humor und Heimatliebe

Die Reihe „Ruhrgebiet erklärt“ ist insgesamt breit angelegt. In unseren Folgen geht es Geschichte und Geschichten von Städten, Sehenswürdigkeiten und Menschen, die fast vergessen sind aber hier geboren sind und die Mentalität in die Welt gebracht haben. 

Folge 34 reiht sich darin als lockerer Zwischenruf ein. Sie zeigt: Das Ruhrgebiet besteht nicht nur aus Fördertürmen, Zechen, Stahlwerken und Strukturwandel. Es besteht auch aus Stimme, Tonfall, Witz, Streitlust, Herzlichkeit und diesen kleinen Wörtern, die man kaum übersetzen kann, ohne dass etwas verloren geht.

Warum solche Folgen wichtig sind

Gerade das scheinbar Beiläufige erzählt viel über eine Region. Wer wissen will, wie der Ruhrpott tickt, sollte nicht nur in Archive schauen, sondern auch hinhören, wenn Menschen einfach erzählen. Im Quasseln liegt hier kein Mangel an Struktur, sondern eine eigene Form von Kultur.

„Kapaaftig im Quasselkommpott“ erinnert daran, dass Heimat nicht nur aus Orten besteht. Heimat ist auch, wie man spricht. Wie man lacht. Wie man abschweift. Wie man vom Hundertsten ins Tausendste kommt – und am Ende trotzdem beim Ruhrgebiet landet.

Oder eben: kapaaftig rein in den Kommpott, einmal gut umrühren und dann merken, wie viel Pott in so einem Gespräch steckt.

Glück auf 

150 Jahre Gelsenkirchen Teil 1 I Geschichte, Fakten, Anekdoten I +Videopodcast I +Podcast Ruhrgebiet erklärt Folge 18

Die Stadt Gelsenkirchen feiert 150 Jahre und kaum einer im Ruhrgebiet hat es bemerkt. Wir feiern es im Podcast und besprechen die bewegende Geschichte eines Dorfes aus dem Jahr 1150 namens Geilistirinkirkin.

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Wer nur den Podcast „Ruhrgebiet erklärt“ abonnieren möchte:

Der ursprüngliche Name der „Stadt mit geilen Stieren um eine Kirche herum“, so eine mögliche Erklärung des mittelalterlichen Namens in der Neuzeit, hat aber eine andere Bedeutung. Das klären wir im Podcast und erzählen noch viele weitere interessante Dinge über die Stadtwerdung im Jahr 1875.

Natürlich darf der nördlich der Emscher liegende heutige Stadtteil Buer mit seiner eigenen Geschichte nicht fehlen. Dort war übrigens die letzte Hexe im Ruhrgebiet gefasst worden. In Buer ging es herrschaftlich streng katholisch auf Schloss Horst und Berge zu.

Die Stadt hat viel mehr zu erzählen als die negativen Schlagzeilen, wie die eines Engländers, der während der Fußballeuropameisterschaft 2024 die Stadt mit einem kleinen Video weltweit zur übelsten Stadt herabgewürdigt hat. Nicht nur dass es in Großbritannien mit Sicherheit noch schlimmere Ecken gibt, sondern nun muss der Rat der Stadt nach den Kommunalwahlen auch mit einem gewählten stellvertretenden AfD-Bürgermeister, den ersten der blauen ewig meckernden rassistischen Partei im Ruhrgebiet klar kommen, die haushohe Stimmen sogar bei Migranten bekommen hat.

Wenn Remigration passiert, kann Gelsenkirchens stellvertretendender Bürgermeister Norbert Emmerich dann das Licht ausmachen.

Gelsenkirchen setzt Maßstäbe auf ganz eigene Art und Weise, nicht nur mit einem Korruptionsskandal bei den örtlichen Müllentsorger Gelsendienste, sondern auch mit positiven Dingen, wie Swiftkirchen oder der kommenden IGA 2027, sowie ganz vielen kleinen und großen Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel das Musiktheater. Darauf gehen wir allerdings im zweiten Teil mehr ein.

Am Ende besprechen wir diesmal kein Ruhrpottwort, sondern woher der Ausdruck Gelsenkirchener Barock stammt und was es bedeutet. Wir werden im nächsten Teil nochmal auf den Ausdruck die Stadt der 1000 Feuer kommen und die Sehenswürdigkeiten näher beleuchten.

Im dritten Teil folgt die Geschichte des weltweit viel beachteten Fußballvereins, den die Stadt prägt, wie kaum eine andere Mannschaft mit ihren Höhen und Tiefen in der ersten und zweiten Bundesliga: Schalke 04.

Gelsenkirchen ist eine spannende und trotz aller negativen Schlagzeilen eben wirklich eine sehenswerte Stadt, die man kennenlernen muss im Ruhrgebiet. Sie ist wirklich der Ruhrpott gewesen. Sie hat ihn bekommen im Fußball und wurde durch den Visionär und Industrieboss Friedrich Grillo zur Großstadt.

Alle industrielle Wirkungsstätten aus Bergbau und Stahl, Drahtzieh- und Chemiewerken, sowie Textilfirmen haben die Stadt zur reichsten in Deutschland gemacht. Das Schließen der Industrie nach und nach ließ Gelsenkirchen jedoch zu einem der ärmsten werden in ganz Deutschland, die das Image ständig aufpolieren muss.

Dabei kann sie es ohne Probleme. Das muss sich nur in den Köpfen der anderen, die die Stadt allein wegen des Namens schon meiden, ändern. Wir versuchen das in unserer Podcastreihe Ruhrgebiet erklärt.

Viel Spaß und Glück auf also!

Links:

Wikipedia Gelsenkirchen
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https://www.gelsenkirchen.de
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https://www.gelsenkirchener-geschichten.de/wiki/Portal:Geschichte
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https://www.gelsenkanal.de/Geschichte-1023394361.html
***
https://www.heimatbund-gelsenkirchen.de/venues/besuch.html
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Wissenschaftspark Gelsenkirchen : https://www.wipage.de/ueber-uns/geschichte
***
https://klartext-verlag.de/buecher/sachbuch/6646/gelsenkirchen-in-geschichte-und-gegenwart
***
https://daten.geoportal.ruhr/srv/api/records/5ea88219-ec47-471e-bd81-bf9664c25a83

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www.gelsenkirchen.de – 150Jahre

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Buch: Gelsenkirchen in Geschichte und Gegenwart, Klartext Verlag, ISBN: 9783837527049

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Gelsenkirchener Geheimnisse von Mike Durlacher und Maira Schröer, ISBN: 9783946581482

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Antiquarisch: Gelsenkirchen Buer und Horst von Hans-Rudolf Thiel

Früher war alles besser? I Ruhrgebiet erklärt Folge 4 I +Videopodcast I +Podcast #84

Uns geht es schlecht, alles ist schrecklich, es geht uns schlechter als früher, alles ist schlimmer geworden, das ist nicht mehr unser Deutschland oder früher war alles besser. Diese Angstmacherei und Meckerei geistert jeden Tag durch alle Sozialen Medien.

Geht es uns wirklich so schlecht? War früher wirklich alles besser? Mit diesem Thema räumen wir jetzt erstmal auf humorvolle Art auf , was im Internet so stark polarisiert, auch politisch.

Nur mit ironischem Humor kann man diese ewigen Nörgler und Meckerer entgegentreten, sie schweigend anlächeln bis sie hochrot wieder abziehen, denn meist denken sie nicht an das, was mal wirklich war, weil sie da noch nicht gelebt haben oder zu jung waren drüber nachzudenken oder sie wollen nicht drüber nachdenken.

Teaser zum Podcast:

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Zum Podcast zum Hören:

Die Meckerer und Nörgler zeigen mit den Finger auf andere, die für das eigene Elend, wenn es denn eins gibt, verantwortlich sein sollen. Sie meinen es ist alles schlimm.

Wir wollen natürlich nicht alles gut heißen. In jeder Zeit gibt es gute und schlechte Dinge, die auch die Politik mal besser mal schlechter in den Griff bekommt. Aber noch nie war die Politik nach dem zweiten Weltkrieg so an die Wand gestellt worden durch Lügen, die verbreitet werden statt genauer hinzusehen.

Und das Ruhrgebiet? Kann sich einer von uns weniger Brot kaufen. Ja, die Inflation hat uns einige Tantiemen weniger in der Geldbörse gelassen. Das Benzin ist teurer, war es aber auch zeitlich in den 1970er Jahren auch, sowie auch die Nebenkosten und Lebensmittel etc. blabla.

Durch einen guten Freund weiß ich auch, dass aber noch nie so viel gereist wird für sehr viel Geld trotz der angezogenen Preise. Die Deutschen lassen in Spanien den Larry raushängen. Aber das ist ein anderes Thema. Mit Sicherheit werden wir das ein oder andere innerhalb dieser mehr als eine Stunde laufenden Podcast weiter behandeln.

Aber definitiv fangen wir schon mal mit der Luft an oder mit den Menschen, die vor 100 Jahren nicht alt wurden. Es ging heiß her. Schlägereien waren an der Tagesordnung. Durch Alkoholeinfluss kam es auch in der ein oder anderen Situation von Vergewaltigung, die vertuscht wurden, weil Frauen nichts zu sagen hatten oder sogar zu Schießereien und man lese und staune: Messerstechereien.

In der Zeitung war das nicht unbedingt auf der Titelseite, wie in der BILD. Das tauchte meist als kleine Randnotiz entweder auf Seite 2 oder 3 auf. Die große Politik von Kaiser und Vaterland beherrschte die Tagesblätter. Männer lebten im Haufen in einem damals so genannten „Bullenkloster“. Da war nicht immer Eitel Sonnenschein. Wenn heute Asylanten in genauso einem Haus zusammen wohnen aus unterschiedlichen Ländern mit unterschiedlicher Mentalität gibt es auch mögliche Auseinandersetzungen.

Der Euro ist nichts anderes als die Gründung der Deutschen Reichsmark, die nach der Gründung der Deutschen Reichs eingeführt wurde. Denn die unterschiedlichen Länder im Deutschen Reich hatten alle eine eigene Währung und es gab Zoll an jeder Grenze. Die Kindersterblichkeit war hoch. Die Menschen haben außer Sonntag bis zu 16 Stunden am Tag gearbeitet.

Im Bergbau hat man mit Spitzhacke gearbeitet, als es noch keinen Presslufthammer gab. Arbeitsschutz gab es nicht. Gewerkschaftsbildung oder Streiks wurden mit Waffengewalt niedergeknüppelt. Die Menschen wurden nicht alt.

Im ersten Weltkrieg war nur Zuckerrübe zu bekommen, weil der Welthandel mit Warenaustausch von wichtigen Lebensmitteln mit Deutschland durch eine Seeblockade verhindert wurde. Die Soldaten dafür bekamen besseres Essen als es zuhause möglich war. Frauen mussten Männerarbeit verrichten, weil diese an der Front war. Die Frauenbewegung konnte sich dadurch mehr durchsetzen. Wahlrecht für Frauen kam erst in der Weimarer Republik. Durch den Versailler Vertrag und die nicht bezahlten Reparationen wurde das Ruhrgebiet als das Herz Deutschlands besetzt. Es kamen die Nationalsozialisten, die letztendlich die Frau wieder als Gebärmaschinen für den kommenden Krieg sehen wollten.

Dann hat der zweite Weltkrieg viele Städte zerbombt, Menschen in aller Welt Not und Elend gebracht, der Holocaust war die Spitze des Eisberges. Die Kohle war nach dem Zweiten Weltkrieg erstmal wichtiger das Land wieder nach oben zu bringen. Die Wirtschaft brauchte Kohle zur Energieerzeugung für die Erstellung von „Dingen“, die die Welt brauchte. Die Luft und das Wasser vor Ort im Ruhrgebiet war mehr als krankheitserregend.

Die Wäsche wurde noch mit Waschbrettern gereinigt. Für Frauen war das ein Tagesjob, wofür sie nicht bezahlt wurden. Erst ab den 1960er Jahren gab es in den Haushalten Waschmaschinen. Kühlschränke gab es erst ab den 1950er Jahren erst wirklich in den Haushalten. Die Luft war verdreckt. Kriminalität gab es überall. Frauen hatten kaum was zu sagen. Es gab noch Plumpsklo und keine eigene Badewanne. Butter war sehr teuer. Es gab viele schlechte Dinge, aber man hat nicht genörgelt, weil es vorher noch schlechtere Lebensbedingungen gab.

Einhergehend ist der Müllberg gewachsen. Dann war die Subvention der heimischen Steinkohle teurer als Importkohle, Öl und Gas. Deswegen wurde der Abbau der deutschen Steinkohle beschlossen, was in Großbritannien schon längst passiert ist. Was wiederum schwierig im Strukturwandel war und Großbritannien auch eine schwierigere soziale Lage in den Kohlestädten gebracht hat. Das Ruhrgebiet dagegen ist zwar mit den Städten ärmer geworden, aber noch nie war das Ruhrgebiet attraktiver für Außenstehende. Es gibt viel Kultur, alte Industriemerkmale sind touristische Ziele geworden. Es gibt mehr Erholung. Das Ruhrgebiet ist derzeit in der Neuerfindung ihrer Region

Kurzum so schlimm manche Dinge heutzutage zu kritisieren sind, war es früher nicht schlimmer? Es geht uns besser denn je. Damit wollten wir mal weg vom ewigen Genörgel in den sozialen Medien. Allerdings nehmen wir Ergänzungen gern auf!

Glück auf!

‪@ruhrpottologeTV André Brune & ‪@JackTengo

Neuer Podcast startet! Ruhrgebiet erklärt #1 I Der Bergbau und seine Heiligen I Städte, Geschichte, Geschichten und Persönlichkeiten mit Jack Tengo I +Buchempfehlung I Licht im Schacht von Manfred Keller I +Videopodcast I +Podcast

Mit „Ruhrgebiet erklärt“ erscheint eine neue Podcastreihe zusammen mit Jack Tengo. Sie startet ihre Premiere am 31.8. um 12 Uhr und kommt ab sofort nun alle zwei Wochen auf Youtube und den Podcast – Kanälen.

Wir nehmen es auf Zoom für das lieber zuschauende Publikum auf und laden es auch gleichzeitig als Podcast hoch:

 

zu Sehen als Video im Youtube-Kanal :

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Collage: Manfred Keller. Licht im Schacht I Titelcover und Rückseite mit ISBN-Nummer (C) F.A. Gimmerthal KG Verlag

Schon lange wollte ich das ein oder andere von und über das Ruhrgebiet im Podcast erzählen. Es macht aber mehr Lust, wenn man jemand Gleichgesinnten trifft. Mit Jack Tengo habe ich zusammen schon den Quasselsalat bzw. Quasselkompott gemacht. Allerdings haben wir uns da über alltägliche Nachrichten mit Humor und Aufregung ausgelassen. So lustig und manchmal auch spannend das war, wir stellen diesen Podcast ab sofort ein. Zumal wir den nur sporadisch gemacht haben. In der ganzen Zeit hatten wir leider Todesfälle in der Familie und mussten uns um andere Dinge kümmern. Also lag es nahe nach seinem Schicksalsschlag von diesem Jahr abwartend nun zusammen diesen Podcast zu kreieren.

Nun starten wir neu mit dem Thema, was mich als Ruhrpottologe schon seit drei Jahren umtreibt und machen nun den weitaus spannenderen Podcast über das Ruhrgebiet auf.

Wir beginnen mit einer Buchbesprechung und nehmen das Thema abschließend nach unserem gemeinsamen Podcast über die Heilige Barbara nochmal auf und sprechen über die anderen vorhergehenden Schutzpatronen der Bergleute: Daniel, Anna, Christophorus und Andreas.

zu Hören als Folge Nummer 77 in der Podcast-Reihe „Ruhrpottologe unterwegs“ zu hören:

Als neue eigenständige Reihe “Ruhrgebiet erklärt“ zu hören und abonnieren:

Zum Autor und Buch

Manfred Keller, geboren 1940, ist Doktor der Theologie und war langjähriger Leiter der Evangelischen Stadtakademie in Bochum. Er hat ein knapp 50 seitiges Buch über die Verbindung der Heiligen mit dem Bergbau, darunter auch die schon von uns gepodcasteten Heilige Barbara, geschrieben.

Kurzweilig und spannend mit reichhaltigem Bildermaterial ist es zu lesen. Wir haben das Buch nicht nur zu empfehlen, sondern strickten mit den weiteren Informationen unter anderem den Podcast als Abschluss zur Heiligen Barbara, der größten Schutzpatronin der Bergleute.

Es ist neben einer Buchbesprechung, ein Thema, dass über die Jahrhunderte die Menschheit geprägt hat. Seit den menschlichen Aufzeichnungen haben die verschiedenen Berufszweige Götter gehabt, die bei den Römern Fruchtbarkeit für das Ackerland, den Wettergott oder auch bei Krankheiten einen unsichtbaren Gott angerufen. Die katholische Kirche hat das System durchaus sinnvoll ergänzt für ihre Art des Gottglaubens. Die Heiligen sind die „Vermittler“ zwischen dem Dies- und dem Jenseits, wenn man es so sagen kann.

Das Buch ist sehr empfehlenswert!*

Manfred Keller: Licht im Schacht – Heilige und Schutzpatrone der Bergleute

ISBN: 9783000606083

Verlag F.A. Gimmerthal KG

Licht im Schacht – Gimmerthal Verlag Bochum (gimmerthal-verlag.de)

Denn die katholische Kirche hatte im Gegensatz zum vorherigen römischen Vielgötterglaube ja nur einen einzigen Gott. Die Heiligen traten nun im Vergleich zu den alten Römern als Vermittler auf und wurden angerufen.

Bei steigendem Grubenwasser und drohendem Ertrinken wurde z.B. der Andreas angerufen, bevor es die Barbara wurde. Um einen dicken Flöz zu finden, rief man den Daniel an, den Visionär, dessen Überleben in der Löwengrube im alten Babylon auch „Gruben“-Namensgeber wurde in vielerlei bergbauworttechnischer Hinsicht.

Das Buch hat nur 48 Seiten und erzählt in einer extremen Kurzform die Geschichten der Heiligen und ihre Verbindung zum Bergbau. Dies ist aber so anschaulich gewesen, dass ich kurzerhand beschlossen habe, den ersten Podcast geschichtlich zu nutzen. Denn ohne die Heiligen wäre hier auch der Bergbau anders gelaufen. Auch die Architektur wäre eine andere. Die Barbara taucht in vielen alten Häusern als Relief oder in einer Ecke eingesenkte Statue auf.

Ohne Bergbau kein Ruhrgebiet. Dabei fing der Bergbau eher im Harz und Erzgebirge an, um Eisenerze, Kupfer, Salz und Silber abzubauen statt Steinkohle. Das kam alles hier erst viel später. Auch darüber werden wir berichten. Das Ruhrgebiet ist eine spannende Region.

Es umspannt interessante zusammenhängende Informationen. Es hat tolle Menschen hervorgebracht, auch prominente Persönlichkeiten, die wir besprechen werden, wie Heinz Rühmann.

Wir haben unzählige Themen auf der Agenda und ich bin erfreut diese nun nicht alleine den Zuhörern und Zuhörerinnen zu erzählen, sondern im Zwiegespräch mit dem sympathischen Jack Tengo, der aus dem Osten des Ruhrgebiets aus Werne an der Lippe kommt.

Mit ihm habe ich sozusagen meinen allerersten „Gast“-Podcast gemacht in meinen Anfängen als Ruhrpottologe vor drei Jahren. Wir sind gute Freunde geworden.

Freut euch also auf einen sehr interessanten Podcast über die Heiligen im Bergbau mit einer ordentlichen Prise Humor. Anfangs bei der Vorstellung erzählen wir aber auch, warum dieser Podcast in seiner Form längere Wartezeit hatte und wir nur sehr unregelmäßig podcasten konnten. Aber dann geht’s los. Die nächsten zwei sind auch schon fertig gestellt und werden nach unserem Intermezzo mit der Geschichte und Gegenwartsproblematik zur Zeche Sterkrade alle zwei Wochen Samstags um 12 Uhr erscheinen, auch im Youtube – Kanal bei  mir und bei Jack Tengo. Dazwischen kommen meine eigenen mit Gästen oder ohne.

Wir haben aber nicht immer den Bergbau auf dem Schirm! Die nächsten befassen sich mit dem Thema „Früher war alles besser?“ und „Warum und woher der Begriff Ruhrpott?“

Viel Spaß also mit dem ersten und den Heiligen, der in meiner Podcast – Reihe „Ruhrpottologe unterwegs“ einfach nur nicht der erste, sondern der mittlerweile 77. Podcast sein wird!

Eine Bitte haben wir dennoch:

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Glück auf

*Die Buchempfehlung ist keinerlei bezahlte Werbung, sondern war unaufgefordert und ein gern gelesenes Buch!