Entrüstung im Quasselkommpott I Ruhrgebiet erklärt #39 I +Podcast I +Videopodcast

Zwischen Geschichte, Strukturwandel und dem ganz normalen Wahnsinn

Ruhrgebiet erklärt – Quasselkompott Folge 39

Zwischendurch muss auch mal debattiert, ausgekotzt und gemeckert werden. Im lockeren Gespräch zeigen wir, was das Ruhrgebiet eigentlich ausmacht: Ehrliche Diskussionen, unglaubliche persönliche Geschichten, ein Blick zurück in die Vergangenheit und natürlich jede Menge aktuelle Themen.

Genau darum geht es im neuesten Quasselkompott von Ruhrgebiet erklärt, das wir alle paar Wochen machen zum Ausruhen. 

Wir springen von Thema zu Thema – ganz so, wie es bei einem guten Gespräch am Küchentisch eben passiert.

1962 – Als das Ruhrgebiet Arbeitskräfte brauchte

Anfangs nehmen wir nach längerem Ausfall uns wieder die Chronik des Ruhrgebiets vor und schauen kurz ins Jahr 1962. Damals herrschte nahezu Vollbeschäftigung. Die Industrie suchte händeringend Arbeitskräfte, weshalb tausende sogenannte Gastarbeiter durch Werbung im Ausland, aus Italien, Spanien und Griechenland ins Ruhrgebiet kamen.

Viele arbeiteten unter schwierigen Bedingungen. Sprachbarrieren, schlechte Unterkünfte und Vorurteile gehörten leider oft zum Alltag. Gleichzeitig wurde deutlich, wie unverzichtbar diese Menschen für den wirtschaftlichen Erfolg des Ruhrgebiets waren.

Ein Thema, das – so stellen die beiden Podcaster fest – auch heute noch erstaunlich aktuell wirkt.

Persönliche Erfahrungen mit Vorurteilen

Eindrucksvoll wird die Folge, als Jack Tengo von einem eigenen Erlebnis berichtet.

Bei einem Vorstellungsgespräch wurde er aufgrund seines Nachnamens zunächst für einen ausländischen Bewerber gehalten. Noch bevor überhaupt über seine Qualifikationen gesprochen wurde, ist er ein Pole, der für die Firma wahrscheinlich Fördergelder hätte geben können als billige Arbeitskraft. Vorurteile sind nicht nur bei ihm, sondern passieren jeden Tag, auch im Multikulti-Ruhrgebiet.

Eine Geschichte, die zeigt, dass Diskriminierung nicht nur ein historisches Thema ist, sondern viele Menschen auch heute noch betrifft.

Wenn Social Media zum Minenfeld wird

Ein weiteres Thema ist mein Video, in dem ich einen illegal angebrachten politischen Aufkleber von einem Verkehrsschild entferne, und dafür von Rechts einen Shitstorm ernte. 

Die Folge:

  • zehntausende Aufrufe
  • tausende Kommentare
  • heftige Diskussionen
  • zahlreiche persönliche Angriffe

Dabei geht es weniger um Parteipolitik als um die Frage, wie respektvoll gesellschaftliche Diskussionen heute noch geführt werden können und dass nun mal nach dem Straßenverkehrsrecht §33 keine Verkehrsschilder, egal von welcher Partei oder einem Fußballverein, Aufkleber beklebt werden dürfen..

Strukturwandel hört niemals auf

Natürlich kommt auch das Ruhrgebiet selbst nicht zu kurz.

Gesprochen wird unter anderem über:

  • den Abriss markanter Fördergerüste, wie der drohende Abriss von Zeche Ewald Schacht 3 in Oer – Erkenschwick oder Schacht Lerche, dem Golfschläger.
  • den Wandel ehemaliger Zechenflächen
  • neue Gewerbegebiete
  • Wasserstoff- und Energiethemen
  • den Erhalt bergbaulicher Denkmäler

Wir wollen im Podcast deutlich machen :

Der Strukturwandel ist kein abgeschlossenes Kapitel, sondern findet bis heute jeden Tag statt.

Fußball, Podcasts und Ruhrpott-Alltag

Zwischendurch wird es typisch Ruhrgebiet:

  • Schalke 04
  • Rot-Weiss Essen
  • Oberhausen
  • neue Ruhrgebiets-Podcasts
  • Barrierefreiheit
  • Vereinsarbeit
  • Kunst im Ruhrgebiet
  • Bauernmarkt statt Supermarkt

Gerade diese Mischung macht den Reiz des Quasselkompotts aus. Man weiß nie genau, wohin das Gespräch führt – langweilig wird es nie.

Fazit

Unser Quasselkommpott ist keine klassische Geschichtsstunde.

Er ist vielmehr ein Blick auf das Ruhrgebiet, wie es wirklich ist mit Erinnerungen, Veränderungen und Menschen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen.

Zwischen Humor und Ernst entsteht ein Gespräch, das zeigt, dass Geschichte nie abgeschlossen ist, sondern bis heute nachwirkt.

Wichtige Links zu den angesprochenen Themen:

Chronik-Thema 1962: Gastarbeiter im Ruhrgebiet
Industriekultur & Strukturwandel
Empfohlene Podcasts
Zwischen Pütt und Pilsken
 
Deutschland 33/45 – Der Geschichtspodcast
Kunst & Kultur
Kunstgemeinschaft Bottrop 1969 e.V.
 
RWW – Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft
 
Barrierefreiheit
Barrierefrei – Sei mit dabei e.V.
 

Im Gespräch erwähnt

 
Herbert Grönemeyer
 
Hape Kerkeling

Ruhrgebiet entdecken

  •  Route Industriekultur 
  •  Zeche Zollverein 
  •  Bochumer Verein 
  •  Schacht Lerche 
  •  Kraftwerk Scholven 
  •  Zeche Westerholt 
  •  Zeche Ewald 
  •  Rot-Weiss Essen 
  •  FC Schalke 04 

Stolpersteine Ruhrgebiet – Das umstrittene Video auf Facebook:

https://www.facebook.com/share/r/1DCjtjzpUk/

Der Paragraph:

§ 33 StVO: Verkehrsbeeinträchtigungen – Bußgeldkatalog 2026

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Im Podcast erwähnt
Ruhrgebiet erklärt
 
Ruhrpottologe
Ruhrpottologe bei Patreon
Hitradio Ruhr
 

Glück auf!

André Brune & Jack Tengo
Ruhrgebiet erklärt 🎙️🖤⚒️

Kapaaftig im Quasselkommpott I Ruhrgebiet erklärt Folge 34 I +Videopodcast I +Podcast

Manchmal braucht es keine große Stadtchronik, keine Jahreszahlen und keine sauber sortierte Themenliste. Manchmal reicht ein guter Quasselkommpott: ein bisschen Ruhrgebietssprache, ein bisschen Alltag, ein bisschen Erinnerung, ein bisschen Heimatgefühl – und natürlich genug Stoff zum Schnabulieren, Nachdenken und Schmunzeln.

In der Folge „Kapaaftig im Quasselkommpott“ machen wir eine kleine Pause vom zuletzt eingeschlagenen Herten-Schwerpunkt.  Einmal querbeet über das Ruhrgebiet erzählen, einen Rückblick auf bisherige Folgen und einen Ausblick auf die nächsten schaffen und dabei nach den bisherigen vielen Recherchen auch dabei durchatmen. 

Der Pott hat viele zu erzählen und das wollen wir auch, nicht nur von Orten, sondern auch von Menschen und ihre Geschichten. 

Folge 34 ist ein bewusstes Durchatmen. Kein enges Korsett, kein einzelner Stadtteil, sondern ein lockerer Blick auf das, was den Ruhrpott im Alltag ausmacht: Sprache, Menschen, kleine Beobachtungen, Erinnerungen und die besondere Art, Dinge beim Namen zu nennen.

Und wir haben nachgeforscht: was ist eigentlich „kapaaftig“?

Wir dozieren nicht trocken zum Format unserer Themen, sondern mit Tempo, Witz und Ruhrpottgefühl direkt mit unserem örtlichen Dialekt und dem lockeren Tonfall des Reviers. 

Quasselkommpott: Ruhrgebiet als Gesprächskultur
Das klingt nach Küchenradio, Bude, Familientisch, Vereinsheim und Nachbarschaftsbank zugleich. Man nimmt, was da ist, rührt es zusammen und am Ende entsteht etwas, das mehr ist als die Summe seiner Zutaten.

Das Ruhrgebiet wird nicht nur erklärt, sondern erzählt. Nicht von oben herab, sondern mitten aus dem Leben heraus.

Ruhrgebietssprache als Heimatarchiv

Wenn André Brune und Jack Tengo also im Quasselkommpott über den Pott sprechen, geht es auch um Bewahrung. Nicht museal, nicht verstaubt, sondern lebendig. Sprache bleibt nur dann lebendig, wenn sie benutzt wird – im Podcast, im Video, auf der Straße, anne Bude oder beim Erzählen über früher und heute.

Zwischen Geschichte, Humor und Heimatliebe

Die Reihe „Ruhrgebiet erklärt“ ist insgesamt breit angelegt. In unseren Folgen geht es Geschichte und Geschichten von Städten, Sehenswürdigkeiten und Menschen, die fast vergessen sind aber hier geboren sind und die Mentalität in die Welt gebracht haben. 

Folge 34 reiht sich darin als lockerer Zwischenruf ein. Sie zeigt: Das Ruhrgebiet besteht nicht nur aus Fördertürmen, Zechen, Stahlwerken und Strukturwandel. Es besteht auch aus Stimme, Tonfall, Witz, Streitlust, Herzlichkeit und diesen kleinen Wörtern, die man kaum übersetzen kann, ohne dass etwas verloren geht.

Warum solche Folgen wichtig sind

Gerade das scheinbar Beiläufige erzählt viel über eine Region. Wer wissen will, wie der Ruhrpott tickt, sollte nicht nur in Archive schauen, sondern auch hinhören, wenn Menschen einfach erzählen. Im Quasseln liegt hier kein Mangel an Struktur, sondern eine eigene Form von Kultur.

„Kapaaftig im Quasselkommpott“ erinnert daran, dass Heimat nicht nur aus Orten besteht. Heimat ist auch, wie man spricht. Wie man lacht. Wie man abschweift. Wie man vom Hundertsten ins Tausendste kommt – und am Ende trotzdem beim Ruhrgebiet landet.

Oder eben: kapaaftig rein in den Kommpott, einmal gut umrühren und dann merken, wie viel Pott in so einem Gespräch steckt.

Glück auf