Bosnische Märchen erzählt von Markus Kaupp-Herdick in Bottrop – Eine Benefizveranstaltung vom Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien

Es war einmal…in Bottrop, da hat sich vor über 10 Jahren ein Verein gegründet, der Hilfsfahrten nach Bosnien-Herzegowina organisierte. Nun begab es sich, dass bei einer Benefizveranstaltung am 26.1.26 im Stück.Gut, Kirchplatz 3 in Bottrop, bosnische Märchen erzählt wurden von Markus Kaupp-Herdick. Er forschte in alten übersetzten Büchern nach passenden Märchen aus diesem für uns eher unbekannten Land und brachte vier ins Ruhrgebiet mit. Schon das erste Märchen „Die zwei Groschen“ begeisterte das Publikum und machte Lust auf mehr.

Teaser:

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Hier könnt ihr es in voller Länge erleben::

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Die Tonqualität ist nicht das beste, weil ich es spontan aufgenommen habe. Die Nebengeräusche bitte ich zu entschuldigen.

Schon das erste Märchen „Die zwei Groschen“ begeisterte das Publikum und machte Lust auf mehr.

Das anschließende Märchen „Die Bärenprinzessin“ war ein ungewöhnliches Märchen. Die Mischung aus Fabel und einer Vorstellung eines Jenseits, dass jederzeit in einer Höhle zugänglich ist, wurde im Märchen auf ungewöhnliche Art und Weise vermischt.

 Im vierten Märchen wurden alle an die „Drei Nüsse von Aschenbrödel“ erinnert, das mit anderen Namen und einem etwas anderen Ende ebenso spannend, wie bewegend jeden Zuhörer packen konnte.

Vorsitzender des Vereins Aktion Leben und Lernen in Bosnien Semir Hasanspahic übergibt ein kleines Geschenk für den Märchenerzähler Markus Kaupp-Herdick. Im Hintergrund der zweite Vorsitzende Herbert Schröer, der den Kontakt hergestellt und die Idee zu diesem wunderbaren Abend verwirklichte.

Bosnische Märchen sind herrlich ironischer als so manches eher brutales Märchen von den Gebrüdern Grimm. Die Märchen waren für Alt und Jung eine schöne Abwechslung, um in eine alte Zeit einzutauchen in dieser schnelllebigen Zeit des Internets. Es machte am Ende Lust auf mehr Märchen erzählt zu bekommen statt sie selbst zu lesen.

Die gemütliche Räumlichkeit im Stück.Gut in Bottrop am Kirchplatz 3 waren mit einem bosnischen Teppich ausgelegt worden und machte die Märchen sehr nahbar

Seit vielen Jahren ist der Männerseelsorger und Gemeindereferent der Erzdiözese Freiburg Markus Kaupp-Herdick leidenschaftlich unterwegs im Land, um Kindern und Erwachsenen Märchen auf eine unnachahmlichen Art und Weise zu erzählen. Er erklärte sich bereit extra eine Veranstaltung zu machen, wo das eingesammelte Geld wiederum für Hilfsmittel und Unterstützungen für Schulen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen gesammelt wurde.

Ins Ruhrgebiet sind viele Bosnische Familien migriert in den 1990er Jahren während des Krieges in Bosnien – Herzegowina. Viele sind geblieben, haben sich integriert, haben Arbeit und  engagieren sich auch politisch.

Sie haben auch ihre Kultur mitgebracht. Einen Teil der Kultur haben wir in diesen schönen Märchen mitten im Ruhrgebiet erleben können. Eine Wertschätzung und Wiederholung der bosnischen Märchenerzählungen von Markus Kaupp-Herdinck ist definitiv erwünscht für diejenigen, die es verpasst haben sollten.

Ich war bei zwei Hilfsfahrten in den letzten beiden Jahren mitgefahren und unterstütze seitdem den Verein ein wenig.

Ein Märchen hab ich aufgenommen. Den Rest wollte ich selbst genießen. Im Herbst lade ich Markus für Ruhrgebiets-Märchen ein. Mal sehen, was er da erzählen wird!

Wer mehr wissen möchte zum Märchenerzähler Markus Kaupp-Herdick und den Verein aus Bottrop:

Markus Kaupp-Herdick Seelsorgeeinheit Batzenberg – Obere Möhlin

Männerseelsorge

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https://aktion-bosnien.eu

Die Hilfsfahrten habe ich jeweils im Blog auch beschrieben und zwei Podcasts gemacht:

Aktion Leben und Lernen in Bosnien – Ruhrpottologe – André Brune

Alle Fotos (c) André Brune für den Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V.

Werde Unterstützer für das Podcastprojekt Stolpersteine Ruhrgebiet I Start zum Holocaustgedenktag bei Steady

Schon lange hegte ich den Wunsch für ein neues Podcastprojekt, das sich mit Erinnerungskultur im Ruhrgebiet befasst.

Im Schmelztiegel von Migration im Ruhrgebiet gab es unter der NS-Diktatur eine Vielzahl an Mitläufern und Mittätern, die nach dem Zweiten Weltkrieg davon gekommen sind.

Die Opfer, ob Juden, Romas, Sintis, Homosexuelle, Menschen mit psychischen oder körperlichen Behinderungen, sowie politisch anders Denkende wurden verfolgt, gefoltert und umgebracht.

Die Opfer haben an ihrem letzten Wohnort von Verwandten oder Menschen, die sich für ihr Schicksal interessierten und nachrecherchiert haben aus Vereinen oder Schulen, an Gunter Demnig gewandt, um einen Stolperstein für das Gedenken an die Person einzusetzen.

Reden werden gehalten und im jeweiligen Stadtarchiv, auch online festgehalten für jeden einsichtbar.

Doch wie war die Zeit, was wurde herausgefunden, wie war die Person, was hat sie erleiden müssen? Wie sind die Initiatoren auf genau diesen Menschen gekommen, um nachzuforschen, was passiert ist?

All das sind Dinge, die bei der Vielzahl von Stolpersteinverlegungen untergehen nach dem Einsetzen in den Boden. Und das sind die Fragen, die ich habe, die ich festhalten will in der Nachwelt, damit die erfolgte Situation für niemanden genauso wieder erfolgen wird.

Die Floskel „Nie wieder ist jetzt“ wird jetzt in Frage gestellt, doch in den sozialen Medien können die schlimmsten Worte am nächsten Tag auch Taten folgen. Gestern war der Nachbar noch ein netter Mensch, morgen hasst er dich und möchte dich denunzieren oder selber foltern, weil er „Gründe“ hat.

Die Aufteilung des Podcast „Stolpersteine Ruhrgebiet“ hat einen Sinn: Bei Steady, einer deutschen Podcast-Firma, kann ich Mitgliedschaften anbieten. Mit nur 4 € im Monat bei jährlicher Abrechnung (20% gespart) oder 5 € im Monat kann dieser ehrenamtlich entstehende Podcast finanziert werden. Davon wird von mir 50% der Summe an einen Verein oder einer Initiative für ihre Bildungs-, Erinnerungs- oder Aufklärungsarbeit abgegeben. So macht der Podcast einen dreifachen Sinn, den die Mitglieder aktiv unterstützen können.

Hier ist der Link für eine Mitgliedschaft:

https://steady.page/plans/2e77f62d-82c8-4f8a-a795-3899a5d6764e

Vielen Dank an alle Unterstützer und Unterstützerinnen!

Alle zwei Wochen kommt zur Zeit ein Podcast in dieser Reihe immer Dienstags ab 20 Uhr.

Die schon herausgebrachten Podcasts werden noch einmal dort aufgelegt werden.

Die Seite wird zusätzliche Informationen haben, die exklusiv nur Mitglieder sehen oder lesen werden können.

Ich würde mich freuen, wenn ihr davon erzählt, es teilt und Unterstützer findet, damit es erfolgreich wird im Namen für die Opfer der NS-Diktatur. Danke!

An der schönen blauen Emscher I Eine kunstvolle Hommage an den Fluss von Wilma Reidick in Bottrop

Als 1899 die Emschergenossenschaft entstand, war Wilma Reidick noch nicht geboren. Zur Zweinullenrundung tauchen ihre Kunstwerke noch einmal aus den gereinigten Fluten des alten Flusses im Infopoint in Bottrop auf und das zum richtigen Zeitpunkt. Denn dieses Jahr feiert die Lippegenossenschaft 100 Jahre und ein neuer Stadtteil in Bottrop Grenze Essen direkt am Fluss hat kürzlich den ersten Spatenstich bekommen: Freiheit Emscher. Wilma Reidicks Collagen mit dem Thema „An der schönen blauen Emscher“, die vor knapp 25 Jahren noch visionär war, ist heute Wirklichkeit. Sie stellt den Lauf der Emscher auf unterschiedliche Weise an verschiedenen wichtigen Punkten von der Quelle bis zur Mündung dar. Sie noch einmal in einer Ausstellung sehen zu können ist zu einem richtigen Zeitpunkt geschehen. Sie zu neu zu entdecken lohnt sich im Blickwinkel des Betrachters!

Selfie in der Collage von Wilma Reidick

Wilma Reidick setzte sich aus ihrer persönlichen Lebenserfahrung mit dem kleinen stinkigen Fluss Emscher von der Quelle bis zur Mündung in den Rhein collagenartig auseinander. Damals war der Fluss noch der Fluss, der sich nicht durch die Landschaft windete, sondern in einer Betonröhre brackig in Richtung Rhein floß. Wer dort reingefallen war, hatte kaum Chancen zu überleben. Fische waren dort nicht zu finden, bis auf den Braunen Kackstreif. Der ist jedoch ungenießbar gewesen und starb auch evolutionär innerhalb kürzester Zeit aus, weil die Sauerstoffzufuhr auf Null ging durch das Einleiten von Industrieabfälle neben den extremen Exkrementen menschlicher Notdurft.

Wilma Reidick erzählt von ihren Emschererfahrungen

Anfang der 1990er Jahren kam die Überlegung, dass das so nicht weitergehen kann. Der ökologische Umbau begann und er sollte dreißig Jahre dauern. Ich bekam damals einiges indirekt mit durch meine Ausbildung bei der Ruhrkohle AG als Ver- und Entsorger, und weil ich politisch aktiv war, als die Beschlüsse dazu gemacht wurden.

Es wurden die „Fauleier“ hier und da an die Emscher gebaut. Nein, sie wurden nicht von Storchen gelegt. Moderne bessere Kläranlagen sollten die Emscher wieder zu dem Fluß machen, was er mal war. Zumindest grob, denn der alte Emscherbruch mit Überschwemmungen wäre jetzt nicht so gut gewesen.

Damals vor dem Bau der Betonröhre Emscher jedoch war es positiv erstmal für die stark wachsende Bevölkerung. Zu jeder Überschwemmung gab es übertragbare Krankheiten, wie Cholera, Rur oder Thyphus. An den Stellen vom Emscherbruch wurde dann natürlich reichlich Straßen und Häuser, sowie Gewerbegebiete gebaut. Rien ne va plus, wie der Franzose sagt. Nichts geht mehr.

Doch dann begann die Renaturierung und der komplette Umbau der Emscherzuflüsse mit riesigen Regenrückhaltebecken, und der Umbau der Kläranlagen, die zu den modernsten der Welt gehören. Und dann kam eine Künstlerin mit einem besonderen Blick auf die Emscher, die ihre Kindheit und das Erwachsenleben mit dem Fluss selbst erlebt hat und dann war da noch ihr Ehemann Ingenieur, dem nichts ists zu schwör, der dann auch noch bei der Emschergenossenschaft direkt involviert war in dem Umbau der Emscher.

Wenn das nicht alles zusammen ein Emscherpool war voller Ideen zu den Kunstwerken, die dann entstanden, dann weiß ich auch nicht. Sie schaut auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Flusses. Sie zeigt farbenfroh die Emscher zwischen Landwirtschaft, Industrie und Bebauungen auf den Collagen, sowie eine Vision einer blauen Emscher, die so damals noch nicht war. Das Skelett eines Fisches, der damals noch nicht den Hauch einer Überlebenschance hatte, der Bau der Fauleier im Bottroper Stadtteil Welheim mit technischen Zeichnungen und die Mündung bei Dinslaken sind nur einige Beispiele ihrer Collagen.

Heute ist es so: Es stinkt nicht mehr. Klopapier findet sich nicht mehr auf der Wasseroberfläche, was vor einigen Jahren noch zu entdecken war. Fische tummeln sich dort fast wie in alten Zeiten. Algen wachsen, und Enten sowie Schwäne schwimmen in dem Gewässer. Ich selbst konnte es kaum glauben.

Das ich dies selbst noch erleben kann, aus der Generation, die die Nase rümpfte, wenn man auf der B224 oder B226 an der Brücke im Stau stand, ist ein besonderes Erlebnis. So wie auch die Kunstwerke von Wilma Reidick, die bis zum Sommer 2026 im Infopoint der Stadt Bottrop in der Hansastraße gesehen werden können.

Es ist toll diese Kunstwerke von Wilma Reidick nochmal sehen zu können, die damals schon im Landtag von Nordrhein-Westfalen (2012), in der Burg Vondern und kurz vor der Mündung in Dinslaken ausgestellt war. Es ist die künstlerische Art für den Startschuss für den weiteren Umbau ihrer Heimatstadt Bottrop mit dem neuen „Stadtteil“ Freiheit Emscher. Industriebrachflächen werden dort zum Teil Gewerbepark und zum Teil Wohnfläche. Darüber schreibe ich ein anderes Mal, denn das ist ein weiteres neues Kapitel zum Thema Emscher.

Historisch müsste man das Ruhrgebiet eigentlich Emschergebiet nennen, weil hier die ganze Mischpoke von Abwässern aus unseren Hintern von nördlich und südlich des Abwasserflusses und der Industrie abgeseilt bzw. abgelassen wurde.

Ob es Absicht war, die meisten Bilder beim Abgang zur Toilette zu hängen? Manche finden es vielleicht als Affront gegenüber der Künstlerin. Nun der Ausstellungsraum ist etwas begrenzt. Und wer dann mal das Bedürfnis einer Darmentleerung ausgerechnet im Infopoint verspürt, der kommt an den alten Nasenrümpferfluss im eigenen „Abgang“ ohne einen Blick auf die Bilder nicht vorbei. Und das ist gut so, denn dort schwimmen nicht mehr die braunen Klümpchen und das Toilettenpapier herum. Jetzt gibt es den Schwanentanz von Tschajkowksi dort auf der Emscher!

Die Ausstellung ist sehr zu empfehlen! Dort im Infopoint kann auch ein Blick auf Termine von Comedy bis Theater in der Stadt geworfen werden. Auch Souvenir-Artikel finden sich hier: Von Kirchhellener Gin bis zum T-Shirt. Es gibt sehr schöne Postkarten für den guten Zweck und auch Honig von einem örtlichen Imker.

Bürgermeister der Stadt Bottrop Thomas Göddertz

Die Ausstellungseröffnung am 14.1.2026 wohnte ich für ein paar interessante Stunden beim Gastgebernetzwerk Bottrop bei. Das zeigt, das Kunst, Kultur, Industrie und Tourismus zusammen verbunden sind, was der frisch gewählte Bürgermeister Thomas Göddertz in seiner Ansprache den ca. fünfzig Anwesenden verklickerte. Kunst und Kultur ist ein Impulsgeber für den Besuch einer Stadt und hob damit auch den Infopoint als Ort der Begegnung für Gäste, sowie Einheimische und auch Kulturschaffenden hervor. Ich kann das nur bestätigen. Es bereichert jede Stadt im Ruhrgebiet. Denn Tourismus braucht jede Stadt. Es bringt jeder Stadt nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch ein bisken Geld inne Stadtkasse.

Die Besucher des Gastgebernetzwerks hörten interessiert zu im Infopoint

Also einfach mal reinschneien im Winter, aber auch darüber hinaus vorbeikommen. Der kunstvolle Blick auf die schöne blaue Emscher geht noch bis zum Sommer, dann kommt wieder was anderes. Es lohnt sich!

Adresse:

Infopoint Bottrop

Hansastraße 15 – 46236 Bottrop

Mi & Sa 10-14 Uhr

Do 10-17

Fr 10-16

Di & So geschlossen

***

Atelier der Künstlerin

Wilma Reidick

Parkstraße 4

46236 Bottrop

www.wilmareidick.com

Alle Fotos im Beitrag von (c) André Brune

Da die Beleuchtung das Glas spiegelt und ich nicht alle hier fotografisch abgebildet habe, kann ich nur empfehlen: Geht selbst hin, um alles richtig zu sehen!

Erik Zabel – Ein Radprofi aus Unna I Ruhrgebiet erklärt I +Podcast Folge 19 #126 I +Videopodcast

Erik Zabel war ein sympathischer Radprofi. Er hatte immer ein Lächeln auf den Lippen. Geboren ist er nicht im Ruhrgebiet, aber er kam in jungen Jahren zu einem Radverein nach Dortmund. In der Nachbarstadt Unna blieb er und deswegen haben Jack Tengo und ich einen kleinen Ruhrgebiet erklärt Prominenten – Podcast aus der Taufe geholt, um den Menschen, den Sport und auch die Kritik am Sport und der Medienwelt loszuwerden. 

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In Folge 19 vom Podcast Ruhrgebiet erklärt (gleichzeitig als Folge 126 von Ruhrpottologe unterwegs im Ruhrgebiet erschienen) sprechen wir in der Vergangenheit über ihn, weil er die Profikarriere an den Nagel gehängt hat.

Heute ist er mit seinem Sohn unterwegs und taucht nach langen Abtauchen wieder auf. Denn die Dopingaffäre hatte ihn die Karriere gekostet, die er lange Jahre nicht offen zugegeben hat. Aber es dann am Ende doch tat. Auch ich habe seine Rennen früher gesehen und bewundert. Auch in Bochum habe ich ihn mal live fahren sehen bei einer Sparkassen Giro. Zwei Sekunden sah ich ihn an mir vorbeirasen. Ob er für die Bochum Runde eine Extra – EPO – Variante sich geben ließ, um in Stiepel die richtige Kurve nehmen zu können, kann ich nicht beurteilen. Am Ende war er jedenfalls auf dem Treppchen. Ich hab noch ein leicht verschwommenes Foto davon.

Doping im Sport ist mit Sicherheit immer noch in den verschiedensten Sportrichtungen. Wo früher laut Ralf Schumacher der Hustensaft die Fußballnationalmannschaft bis zum Finale röcheln konnte, so war das EPO-Verfahren, das eigentlich Kranke eine bessere Sauerstoffversorgung im Blut ergibt, eine relativ schlecht nachweisbare Dopingvariante.

Machen wir uns nichts vor. Nicht nur die Tour de France fordert alles aus einem Sportler heraus, sondern viele Sportarten. Vor allem ist es aber die Medienwelt, die ständig mehr Goldmedaillen fordert oder ein Staat, der sich ins Goldene Licht setzen möchte.

Der Mensch will immer höher, weiter, schneller. Aber er kommt an Grenzen. Wenn da Nahrungsergänzung, Blutaufputschmittel und ein Schluck Wein dabei hilft, dann wird es genommen. Selber will man es doch auch über die eigenen Grenzen hinaus schaffen.

Der Sprinterkönig gehörte dem Team Telekom Anfang der 190er an und fuhr lange im Schatten von Jan Ullrich und dieser im Schatten von Louis Armstrong. Zabel war nicht der schlechtere Radfahrer. Sondern er war ein Sprinter. Der hat das Grüne Trikot getragen. Jan versuchte das Gelbe Trikot zu bekommen. Und wenn er an Louis nicht rankam, dann musste wohl das EPO helfen.

Niemand wollte mehr was von ihnen wissen, aber bejubelt haben sie sie, als sie durch die Ziele rauschten. Und wenn sie sich durch diesen Rausch etwas aufgebaut haben, dass nach den Veröffentlichungen der Dopingkommission ans Licht kommt, der hat verloren.

Du kannst sehr gut sein. Kannst aufsteigen, wie ein Drache mit riesigen Flügeln. Aber du kannst durch einen Blitz die Flügel gestutzt bekommen, so dass du auch im Wind des Erfolgs abstürzen kannst. Keine Situation macht es besser.

In der DDR war es so gut wie normal die Profis für die Olympiaden zu spritzen oder dopen auf verschiedene Arten, ob mit oder ohne Wissen spielte keine Rolle. Erfolge für den Staat spielte eine Rolle. Der Sozialismus konnte es sich nicht leisten zu verlieren. Er würde das Gesicht für das kollektive Wahrnehmen, dass die Arbeiter alles schaffen.

Im kapitalistischen Westen war und ist das nicht wesentlich anders. Die Firma verliert viel Geld, wenn du schlapp bist und immer verlierst. Aufputschen hilft oft auch den Aktienkursen. 

War das also nicht die Firma Telekom schuld, die sich damals im Radrennsport profilieren wollte, wo sie gerade auf den Aktienmarkt kam beworben mit Manfrad Krug und Charles Brauer, die Schauspieler aus dem Hamburger Tatort?

Sind steigende Aktienkurse was anderes als ein Staat, der sportlich oben sein will?

Nö. Und dazwischen in diesem Getriebe, da sitzt zum Beispiel der Erik Zabel auf seinem Radsattel, fährt sich einen Wolf mit einer fetten Spritze im Hintern, um allen gerecht zu werden und am Schluss sich selbst.

Der Fall solcher Fälle ist dann am Ende immer tiefer als man denkt. Sportlich, wie auch sportlich.

Lange Jahre brauchen sie um aus diesem Tief wieder herauszukommen. Selber Schuld sagen die einfachen Denker bestimmt. Doch so einfach, wie die Argumente auf der Tischkante liegen ist es eben nicht.

Wir haben da einen Podcast gemacht, um den Menschen Erik Zabel ein wenig vorzustellen und ein wenig Kritik an den Medien auch zu äußern, die das System Sport genauso nutzen. Schlechte Nachrichten im Sport verkaufen sich schlechter als schlechte Nachrichten in den Nachrichten, wie ein Vulkanausbruch, Erdbeben oder  ein Dopingfall bei der Tour de France. 

Doch dann sind diese Menschen in den Nachrichten keine Menschen mehr, sondern Schweine. Wie konnten sie nur. Er war mein großes Vorbild. Ich bin extra selbst Radprofi geworden etc.

Die rosarote Brille sitzt noch bei vielen auf. Die Dopingliste wird nicht größer, weil die Methoden mittlerweile so gut sind, dass sie schwer nachweisbar werden.

Aber gewiss ist ein Großteil ungedopt. Ich hoffe, es auf jeden Fall. Obwohl ich das schon faszinierend finde, dass die Dopingmittel sich verändert haben im Laufe der Zeit. Noch vor etwa 100 Jahren, als die Tour de Franche ihre ersten Touren hatte, da fuhr der ein oder andere in den Graben, weil zuviel Wein im Spiel war. Rotwein hat die besonderen Tanine. Und die können mit einem Ei vermengt für eine bessere Tour führen. 

Besoffen mit einer Pulle Wein und einer Acht im Reifen im Graben liegen, so kann man zumindest schneller Dopingfälle finden als bei EPO.

Ich dope mich beim Schreiben auch. Mit – Achtung Schleichwerbung – Almdudler. Es hätte auch ein Kaffee sein können. Aber Alpenkräuter sind schlechter nachweisbar.

Glück auf!

Links

Erik Zabel – Wikipedia
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https://www.spiegel.de/sport/sonst/katusha-suspendiert-sportchef-zabel-a-913837.html
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https://www.welt.de/sport/gallery118474964/Die-Doping-Karriere-des-Erik-Zabel.html
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https://www.faz.net/aktuell/sport/thema/erik-zabel
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Erythropoetin (EPO): Hormon für die Bildung von Erythrozyten | Apotheken Umschau
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Erythropoetin – Wikipedia

 

Wer nur den Podcast „Ruhrgebiet erklärt“ folgen möchte:

 

Jirka Otte – Jacobs & Music Made in Bochum I +Videopodcast I  +Podcast #125

Im ersten neuen Podcast des Jahres 2026 mache ich mit dem 1977 geborenen Jirka Otte-Jacobs eine musikalische Zeitreise, die tief in den 1990er Jahren in Bochum beginnt.

Wir tauchen ein in seine Anfänge der Musiklaufbahn mit Rave Busterz  von Techno, Rap und Hip Hop, von Schallplattenläden bis zu Clubs und die dramatischen Veränderungen der Musikszene bis heute.

Jirka erzählt über sein Herzensprojekt Music Made in Bochum, das die Energie der Musik und ihre Interpreten und Interpretinnen aus einer Stadt mitten im Ruhrpott sammelt und sichtbar macht.

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Von Proberäumen, Plattenläden und verrauchten Clubs

Es war eine Zeit ohne Internet. Es gab kein YouTube, keine sozialen Medien wie Instagram, TikTok und Co. Jirka und seine drei musikinteressierten Freunde trafen sich im Plattenladen „White Label Records“ von Orhan Terzi ab – heute besser bekannt als DJ Quicksilver.

1993 war für die vier Freunde der Moment gekommen, nicht mehr nur auf Partys zu gehen, sondern sie selbst zu gestalten. Der Weg, als DJ in den angesagten Clubs der Stadt aufzulegen, war greifbar.

Der Bochumer Junge Jirka O., wie er auch genannt wird, und seine drei Freunde entdeckten damals die Band The Prodigy. Warum Partys feiern, wenn sie selbst die Party schmeißen können. Also gründeten sie zusammen die Rave Busterz. Ihr Song We come from Bochum City  wurde damals auch über die lokale Szene hinaus bekannt.

Die 1990er Jahre waren im Ruhrgebiet eine Zeit des Umbruchs – industriell wie kulturell. In Bochum entstanden Netzwerke aus Bands, Labels, Fanzines und Spielorten, die jenseits des Mainstreams arbeiteten. Jirka O. erinnert im Podcast an diese Do-it-yourself-Mentalität: Musik wurde gemacht, weil sie gemacht werden musste. Proberäume waren Begegnungsorte, Plattenläden Informationsdrehscheiben, Konzerte soziale Knotenpunkte. 

Wandel statt Bruch: Der Weg in die Moderne

Mit dem digitalen Wandel seit den 2000er Jahren veränderten sich Produktionsweisen, sowie die Verbreitung und Sichtbarkeit von Musik grundlegend. Was früher Tape-Tausch und Flyer war, ist heute Streaming, Social Media und die Plattformen der Szene.

Jirka beschreibt diesen Wandel nicht als Verlust, sondern eine Verschiebung der Werkzeuge. Die Frage bleibt jedoch dieselbe: Wie finden Künstler:innen Publikum? Wie bleibt eine Stadt hörbar?

Jirkas Weg

Jirka erklärt die Bedeutung seines Vornamens als „Regenbogen über dem herabstürzenden Wasserfall des Lebens“. Der Name stammt aus dem Alttschechischen.

Sein musikalischer Weg entwickelte sich anders, als er es zunächst erwartet hatte. Ende der 1990er-Jahre entdeckte er die Hip-Hop-Szene für sich und fand darin einen neuen Zugang zur Musik. Jedes Bandmitglied suchte sich ihren eigenen Weg in der Welt der Musik.

Er blieb der Musik treu und bezeichnet sich heute als Kulturschaffender. Er ist Musiker, Sänger, Hip-Hopper, Rapper, DJ, Content Creator, Producer und Veranstalter in einer Person.

Dabei geht es ihm nicht um Nostalgie, sondern um Haltung. Sein Weg führte ihn nicht ins Ausland, sondern hielt sich bewusst in Bochum, im Ruhrgebiet. Die Szene war offen, auch politisch, und stark lokal verwurzelt. Diese Verwurzelung prägt seinen Blick bis heute.

Heute macht Jirka Musik ohne Leistungsdruck, mit Freude und Neugier. Er geht seinen eigenen Weg. Doch es kam ein Einknicken zu einer uns allen eher ungemütlichen Zeit des „Stillstands“ 2020. Aber auch der Aufbruch zu einer neuen Idee. 

Pandemie und neue Fragen

Mit der Corona-Pandemie kam eine schwierige unsichere Zeit für die Musikbranche. Stillstand, fehlende Auftritte und geschlossene Clubs bestimmten plötzlich den Alltag. Umso dringlicher wurde die Frage: Wie kommt Musik überhaupt noch zum Publikum? Und was ist in der Stadt aktuell zu hören oder zu sehen?

Music Made in Bochum: Archiv, Bühne und Netzwerk

Aus diesen Fragen heraus entstand das Projekt Music Made in Bochum. Es versteht sich zugleich als Dokumentation und Verstärker. Das Projekt sammelt Geschichten, macht aktuelle Musik sichtbar und verknüpft Generationen. Alte Weggefährten treffen auf neue Acts, Vergangenheit auf Gegenwart – nicht als Museum, sondern als lebendiges Archiv.

Und wer kennt nicht den weltweit bekannten Bochumer Axel Rudi Pell, der auch bei Music Made in Bochum unter den TOP 100 zu finden ist?:

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Es geht nicht um Kanonisierung, sondern um Teilhabe. Jede Band und jedes Projekt ist Teil einer größeren Erzählung der Bochumer Musikszene, die niemals abgeschlossen sein wird.

Unter https://mibo.ruhr stellt Jirka alle bisherigen Mitwirkenden vor. Das Projekt wurde unter anderem von der Stadt Bochum gefördert – ein wichtiges Signal dafür, welchen Stellenwert Kultur in der Stadt hat.

Sichtbarkeit, Diversität und Verantwortung

Im Podcast spricht Jirka offen über bestehende Hürden in der Musikbranche – insbesondere für Frauen und für Menschen mit nicht-weißer Hautfarbe. Auch in einer vermeintlich offenen Szene gibt es weiterhin Rassismus, Abwertung und strukturelle Benachteiligung. Hinter den Kulissen wird Frauen noch immer abgesprochen, musikalisch oder technisch kompetent zu sein.

Diese Offenheit, gerade durch sein Gespräch mit Rubimental, eine Female DJ aus Bochum hat mich sehr beeindruckt und zugleich nachdenklich gemacht über die Musikbranche an sich. Gerade die Musikszene, die sich als tolerant versteht, muss bereit sein, ihre eigenen blinden Flecken zu hinterfragen, die auch zwischen Rassismus und Intoleranz, sowie Frauenverachtung liegt, wenn es um männliche Dominanz in der Branche geht. Ich schreibe das offen und hoffe, dass der ein oder andere mal über sich selbst nachdenkt und auch den Frauen eine entsprechende Chance einräumt. Denn nicht nur Rubimental macht genialen Sound. Sie ist hier nur ein Beispiel im Rahmen von Music Made in Bochum. Sie vereint Rap, Dancehall, Afrobeats, Amapiano, Future Beats und Global Beats in ihrem Repertoire.

Für einen Nichtkenner der Szene, der des englischen nicht so mächtig ist, war ich dann perplex, wie viele Richtungen es überhaupt gibt bei den Recherchen. Ich dachte nur an Techno und gut is. Aber nein! Die entsprechenden Musikstilrichtungen unterteilen sich noch einmal. All das hab ich vor dem Gespräch mit Jirka nur Ansatzweise gekannt. Das allein Bochum so eine unglaubliche musikalische Vielfalt hat, war mir auch nicht bekannt, wenn man sich die einzelnen Interpreten und Interpretinnen der Interviews von Jirka in seinem Music Made in Bochum Projekt anschaut.

Ein älteres Musikprojekt von Jirka O. mit DJ FreakyBee:

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Förderung des Projekts

Der inzwischen fast vergessene „Kulturrettungsschirm“ stellte dem Projekt eine Förderung von 2.500 Euro zur Verfügung. Davon konnte Jirka professionelle Technik anschaffen. Gedreht wurde an verschiedenen Orten, unter anderem in der Musikschule Wattenscheid, in der Quartiershalle der KoFabrik an der Stühmeyerstraße sowie in der Rotunde. An manchen Tagen entstanden bis zu fünf Interviews – teilweise noch unter strengen Corona-Auflagen mit großem Abstand.

Identität in der lokalen Kultur und Vorbild 

Das Projekt wird weiter wachsen. Neue Bands kommen hinzu, neue Geschichten entstehen. Es ist ein Vorbild, das auch für andere Städte spannend wäre. Was passiert musikalisch in Dortmund, Essen, Duisburg, Bottrop, Oberhausen oder Gelsenkirchen? Werden dort lokale Szenen ebenso dokumentiert und sichtbar gemacht? Nicht nur historische Ereignisse verdienen Aufmerksamkeit, sondern auch die lebendige Gegenwart unserer Kultur.

Für mich als Ruhrpottologe ist dieses Gespräch mehr als ein Rückblick auf eine Szene. Es zeigt, wie lokale Kulturarbeit Identität stiftet. Musik wird hier zum Seismografen gesellschaftlicher Veränderungen – von den 1990ern bis heute.

Jirka Otte-Jacobs zeigt, dass kulturelles Gedächtnis kein Selbstzweck ist. Es lebt davon, weitergegeben, neu interpretiert und aktiv gestaltet zu werden. Bochum klingt – damals wie heute. Und Music Made in Bochum sorgt dafür, dass man es hört.

Wie geht es weiter?

Das Projekt Music Made in Bochum geht weiter und wird weiterwachsen. Neue Bands kommen hinzu, neue Musikgeschichten entstehen. Eins ist auf jeden Fall sicher: Hier ist alles ohne KI. Alles echte Musik von echten coolen Menschen!

Jirka hat außerdem selbst ein neues Album veröffentlicht: „Instrumental Fantasies Vol. 8“. Reinhören lohnt sich – auch dann, wenn man diese Musikrichtung bisher keine Beachtung geschenkt hat.

Ich würde mich freuen, wenn sein musikalischer, wie auch dokumentarischer Weg so weitergeht. Wenn auch das Thema speziell ist, so ist es wichtig, dass es mehr erfahren, auch über die Stadtgrenzen hinaus. Denn was geht musikalisch ab in den anderen Städten des Ruhrgebiets? Wird sie auch konserviert und abrufbar gemacht für die Zukunft, wie es durch das Projekt Music Made in Bochum von Jirka Otte-Jacobs geschieht?

Nicht nur historische Informationen sollten gespeichert werden, sondern auch die eigene Kulturszene der Gegenwart für die Zukunft. So wird sie als lokale musikalische Gesamtkultur einer Stadt wie in eine Zeitkapsel gepackt und für alle jederzeit zugänglich gemacht. Music Made in Bochum ist der Anfang von gemachter Musik im mittleren Ruhrgebiet.


Als Beispiel aus dem Podcast-Gespräch vom Projekt Music Made in Bochum lege ich euch die Female DJ  Rubimental ans Herz, die als Frau mit anderer Hautfarbe mit toller Musik aber in der Musikszene um ihren Platz kämpfen muss: 

Rubimental – CuteCommunity

Rubi (@rubimental_) • Instagram

(für Unwissende und der englischen Sprache nicht so mächtig: Frauen DJ werden in der Szene so genannt. Das wußte ich auch nicht)

Hier das Interview von Jirka O. mit Rubimental als Beispiel aus der Reihe Music Made in Bochum:

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Ich würde gern alle Interpreten und Interpretinnen einzeln aufzählen, aber das solltet ihr selbst bei Jirkas verschiedenen Kanälen von Facebook, Instagram und YouTube tun (Links folgen unten). 

Es ist nicht nur für Insider und Fans der jeweiligen Szene, sondern auch für Interessenten, auch Musikproduzenten, die ein Talent entdecken, ein wertvolles Projekt. Manche Interpreten und Interpretinnen sind schon lange in Bochum unterwegs und weit über die Stadtgrenzen, wie Axel Rudi Pell, bekannt. Manche starten neu mit tollen Songs und gehen ab durch die Decke. 

Music Made in Bochum ist auch eine Plattform, um sich die Musikszene des mittleren Ruhrgebiets genauer anzusehen. Und es sollte nicht vergessen werden: Musiker und Musikerinnen können auch für bestimmte Anlässe gebucht werden. Sie verdienen mit Spotify und Co nicht mal Ansatzweise etwas Geld, um davon leben zu können. Aber so ist das leider. Musik findet nebenberuflich statt. Musik ist für sie eine Leidenschaft für ein großes Miteinander, Feiern, Tanzen und das Leben genießen. Und für uns als Hörer oder Hörerin ist es dann das Verweilen im Auto, beim Kochen, Spieleabenden oder auf Kopfhörern im Lieblingssessel.

Umso sinnvoller ist es die lokale Musikszene auch entsprechend zu unterstützen. Tickets für bekannte Sänger und Sängerinnen sind heute fast unbezahlbar geworden und werden dennoch in großen Stadien und Hallen bezahlt. Den „Kleinen“, die genauso, wenn nicht sogar bessere Musik machen, geben wenige die gleiche Aufmerksamkeit. Und sie kosten viel weniger in Clubs, Bars oder kleinen Eventräumlichkeiten. 

Jirka stellt sie auf seine Weise vor und deswegen war es mir auch sehr viel wert mit ihm ins Gespräch gekommen zu sein, um euch auch mal etwas anderes zu berichten aus dem Ruhrgebiet, was viele nicht wo auf dem Schirm haben. 

Mal nicht den vergangenen Bergbau wieder hochholen, sondern genau in die Phase des Untergangs der großen Montanindustrie im Ruhrgebiet beleuchten, die gleichzeitig aber auch den Aufstieg der Jugend mit ihrer Musikkultur, Erwachsenwerden, Neuanfang und Leidenschaften für Musik berichten zu können. Das habe ich insgesamt mit Jirka O. erleben können. Und ich hoffe, es hat euch genauso Spaß gemacht, wie mir, der in dieser Zeit auch groß geworden ist. Schaut mal in sein Projekt hinein. Es lohnt sich!

Mehr Infos zu Jirka O. und das Projekt Music Made in Bochum:

Music Made in Bochum

https://linktr.ee/mibo.ruhr
@made.in.bochun – Instagram
facebook.com/made.in.bochum
Made in Bochum – YouTube
MiBO.ruhr – #HEIMSPIEL – Sendereihe mit Live-Musik aus Bochum | NRWision

Jirka Otte-Jacobs aus Bochum – Musiker und Moderator | Mediathek | NRWision

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Neues Album (2025 erschienen):

Instrumental Fantasy Vol.8 | Jirka Otte
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Instagram 

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Jirka Otte – Ruhrgebiet, MC (Hip Hop/Rap) aus Bochum – Backstage PRO

Jirka Otte – Bochum | MyOwnMusic

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Rave Busterz

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Axel Rudi Pell – Wikipedia

Unterstützung für Bedürftige beim Dreikönigsessen von Ihr Pfand hilft Obdachlosen I +Shorts I +Fotos

Bedürftige bekommen beim Dreikönigsessen einmal im Jahr vom Verein Ihr Pfand hilft Obdachlosen e.V. in Bochum Rühreier, Waffeln und Pizza. Essen können sie soviel sie mögen. Natürlich gibt es auch heiße und kalte Getränke und dazu noch ein Weihnachtsgeschenk. Ich habe dieses Jahr unterstützt und erfahren, wie die Menschen gelächelt haben, trotz des Wintereinbruchs und der Kälte, die das Land über Nacht ergriffen hat.

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Mehr Informationen

Die KoFabrik in der Stühmeyerstraße 33 in Bochum hat eine bewegende Industriegeschichte. Dort in dem Veranstaltungsraum fand das gemütliche Beisammensein für Bedürftige und Obdachlose statt.

Eine Infotafel zur KoFabrik in Bochum

Der Verein „Quartiershalle in der KoFabrik e.V. hat sich gegründet, um aus dieser ehemaligen Bochumer Eisenhütte, die mitten im Innenstadtbereich steht, eine gemeinwohlorientierte Nutzung zu schaffen. Es ist ein Ort der Begegnung geworden mitten in Bochum mit einem Nachhaltigkeitskonzept. So war es gerade das gemütliche Beisammensein, die Begegnung im Warmen miteinander ins Gespräch zu kommen naheliegend dieses Dreikönigsessen dort zu veranstalten. Es war für die Essensausgabe und der Größe eine perfekte Lösung gewesen.

Draußen wurde  ein Pizzaofen bereitgestellt, an dem die von uns dreien Pizzafeen auf der Empore fertig gestellten Pizzablechen gebacken und ausgegeben wurden. Ungefähr 48 Pizzableche waren von 10 bis 15 Uhr

kostenlos gegeben worden!

Die waren aber auch lecker von uns zubereitet worden!

Die Menschen sollten sich ja erwärmen. Ich kann das auf jeden Fall in eigener Sache bestätigen, denn ich hab mir erst beim Kaffee die Zunge verbrannt, dann bei der Waffel die Lippen, bei der Pizza den Gaumen und zuletzt beim Saubermachen unter dem Wasserstrahl der Spüle die Hände verbrüht. Also alles richtig gemacht…

Es gab neben Rühreier und Waffeln natürlich auch heiße und kalte Getränke.

Waffel 1001 mit oder ohne Kirschen?

Die AWO hat vor Ort dabei unterstützt. Ab 13 Uhr kam Live-Musik dazu, wobei das Kneten und Rollen vom Teig dann besser von der Hand ging.

Alle Besucher und Besucherinnen, die das Angebot genutzt haben, haben sich so richtig satt essen können und bekamen dann auch noch ein Weihnachtsgeschenk , was hauptsächlich Hygieneartikel und Süßes beinhaltete.

Der Geschenkekarton ist gut gefüllt.

Auch die Bochumer Prominenz ließ sich blicken. Ralf Zumdick, die „Katze“, der legendäre Torwart von VfL Bochum und Schirmherr vom Verein, kam vorbei und stellte sich für ein schickes Foto zwischen die beiden Vorsitzenden, Matthias Kersting (links) und Oliver Nolting (rechts). Zuletzt ging er im Dezember selbst mit, um Obdachlosen Wasser, Wärmedecken und etwas zu essen zu geben.  Zuletzt tauchte auch die Polit-Prominenz auf: Serdar Yüksel, SPD-Bundestagsabgeordneter von Bochum und Hendrik Bollmann, SPD-Bundestagsabgeordneter von Herne und Bochum-Nord, den ich nun auch kennenlernen durfte. 

Politprominenz war auch vor Ort: Hendrik Bollmann SPD – Bundestagsabgeordneter von Herne /Bochum II (links) und Serdar Yüksel von Bochum I (mitte)

Letztes Jahr nahmen 150 Personen das Angebot wahr. Gefühlt waren bei 1000 gegessenen Waffeln doppelt so viele Menschen da. 150 Eier wurden für die Rühreier ebenfalls gespendet. 

Die „Hilfe aus dem Kofferraum“ unterstützte auch. Der Pizzateig ist von der Pizzeria Lillo gespendet worden. Der Verein hat mittlerweile auch ein Netzwerk mit anderen Unterstützern.

Der Verein „Ihr Pfand hilft Obdachlosen e.V.“ kostet mit 24 € im Jahr soviel wie ein Kinobesuch oder Restaurantessen. Ich bin beigetreten und werde hier und da auch mal aushelfen.

Für Städte, die diese tolle Idee nicht haben, empfehle ich Interessierte es nachzumachen. Es lohnt sich definitiv den Armen unserer Gesellschaft eine Unterstützung in dieser Form zu geben. In ihre Lage können wir alle selbst schneller kommen, als uns lieb ist, nicht nur, wenn alles im Leben schief läuft.

Es zählt jede Flasche und warum, das könnt ihr hier genauer erfahren mit Videopodcast:

Ihr Pfand hilft Obdachlosen – ein besonderer Verein I Matthias Kersting und die Aktion Bollerwagen in Bochum I +Videopodcast I +Podcast #116 I +Fotos – Ruhrpottologe – André Brune

Alle Infos zum Verein sind hauptsächlich auf Facebook zu finden:

Facebook.com/IhrPfandHilftObdachlosen

Wer die KoFabrik für Räumlichkeiten anfragen möchte:

KoFabrik – Ein Projekt der Urbanen Nachbarschaft Imbuschplatz

Für einige nachfolgende Fotos, die ich nicht machen konnte, während meiner Arbeit, bin ich Corinna Kirschberg sehr dankbar:

Pferdemarktschnee I Foto der Woche

Statt Regen fiel ausnahmsweise mal Schnee. Ohne eine Glasscheibe davor, konnte Ich dennoch eine tolle Aufnahme machen von dem Denkmal zum traditionellen Pferdemarkt in Bottrop. Es gehört trotzdem zur Reihe „Regenscheibe“.

Das war eine Skulptur, auf die ich als Kind immer raufgeklettert bin und auch verstecken spielte. Der Standort ist etwas versetzt worden, nachdem dort die Straße zur Fußgängerzone wurde und die Hauptstelle der Stadtsparkasse einen moderneren Eingang bekam.

Ich habe das Denkmal mehrmals fotografiert und die beste Variante herausgesucht, um dann etwas mit der Farbskala und Beleuchtung, sowie den Kontrast, damit können die Schneeflocken wie Sterne, die vor dem jetzt eher Blau statt dunklem Eisengrau der Skulptur herab rieseln.

Ich habe einfach draufgehalten und die besten aufbewahrt. Eins davon ist jetzt das Foto der Woche mit ein wenig nachgeholfener Farbretuschierung. So hat das Foto eine andere Wirkung als normal.

Pferdemarktschnee ©André Brune

Und die anderen sind jetzt Beiwerk. So eine zufällige Situation darf ich mir doch nicht entgehen lassen mit dem Spielzeug meiner Kindheit fotografisch zu spielen – alle Varianten ©André Brune :

Jetzt spiele ich noch ein bisschen mit Farbe :

Auf dem letzten Bild sehen Sie wie verpixelte Infrarotaufnahmen aus. Aber es könnte auch die Startrekmannschaft um Captain Kirk sein, die sich gerade bekamen lassen auf die Erde und wir gucken zu aus der Sicht von jemandem, der auch gebeamt wird.

Ihr könnt mir gern schreiben, welcher Euer Favorit ist.