Budenzauber im QuasselkommPott I Ruhrgebiet erklärt Folge 27 I +Videopodcast I + Podcast

Wir quasseln diesmal nicht nach einem Skript und einem bestimmten Thema. Wir gehen querbeet vom Buchtipp über die aktuelle Saisonsituation der Fußballhochburg Ruhrgebiet, machen über bisherige Podcasts eventuelle Ergänzungen und besprechen Ruhrpottwörter, sowie Anekdoten. Das machen wir jetzt immer nach drei intensiven Erklärfolgen. Wir haben Geschichten, Anekdoten und Links auf Lager mit Spaß und Humor.

Wir haben auch eigene Quizfragen, wie die Nationalspiele bei der WM 1974 im Parkstadion.

Das im Ruhrdeutsch vorkommende Wort „Bude“ und ihren Unterschied zwischen Kiosk und Trinkhalle erklären wir dem Publikum. In diesem Zusammenhang haben wir die früheren Plakate von Langnese uns vorgenommen von Dolomiti bis Split 69, dem Grünofant oder Brauner Bär. 

Wir besprechen auch ein Buch, den Schimpf – O – Mat vom Lappan Verlag, woraus man 110000 Schimpfwörter aus dem Ruhrdeutschen heraus kreieren kann. 

Der Grumpiezwerg kommt vor und so manch andere Geschichten.

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Ruhrgebiet vs. Bodensee I Ruhrgebiet erklärt Folge 26 I +Videopodcast I +Podcast I +Videos I + Fotogalerie

Ein Blick über den Tellerrand: Im Podcast Ruhrgebiet vs. Bodensee vergleichen wir zweier unterschiedlicher Industriereviere. Und wer kennt ihn nicht den Zeppelin über unseren Ruhrpottköppen? Ich hatte mit meiner Frau Urlaub in Friedrichshafen gemacht und war erstaunt über das, was ein Tourist vor Ort nicht so wahrnimmt: Airbus, Rolls Royce, Dornier und Zeppelin sind nur einige wichtige Namen. Und was hat Herten mit Friedrichshafen gemeinsam? Mehr erfahrt ihr im Blog:

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Im Land der 1000 Feuer – Industriemalerei vom Ruhrpott im Ruhrmuseum I Ruhrgebiet erklärt I +Videopodcast I + Podcast Folge 25 #132

Nur noch einen Tag vor meinem Urlaub hatte ich, um die schon seit April 2025 gestartete Ausstellung „Im Land der 1000 Feuer“ im Ruhrmuseum in Essen über „Industriemalerei“ aus dem Ruhrgebiet zu sehen. Ich musste hin und sagte mir spontan, da will ich mehr wissen und einen Podcast machen mit Jack als Ruhrgebiet erklärt. Er sollte auch für Kunstdesinteressierte sein. Ich denke, dass es uns weitgehend gelungen ist und dass die Biographien so mancher Maler, denn es waren hauptsächlich Männer, die solche Bilder malten, so manchen aufhorchen ließen, die in den 1930er Jahren Kunst machten:

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Wer nur den Podcast „Ruhrgebiet erklärt“ folgen möchte:

Industriemalerei hat viele Facetten und die Maler und Malerinnen haben besondere farbige Einblicke geschaffen auf die Landschaft des Ruhrgebiets mit ihrer Industrie aus Stahl, Kohle und auch Ackerwirtschaft.

Viele Bilder aus dem 19. und 20. Jahrhunderts wurden ausgestellt. Alle stammten aus der Werksammlung aus über 10000 Stück von Künstlern von Ludwig Schönefeld. Seine Sammelleidenschaft ist einmalig. Er konnte bisher die Bandbreite aus vielen Jahrzehnten zusammen stellen. Bei einer Führung erzählte er, dass er überall nachgeschaut hat. Neben Galerien, auch bei Wohnungsauflösungen, wo solche Bilder angeboten wurden, dabei auch unbekannte Autodidakten dabei waren, aber tolle Bilder beisteuerten, schaute er auch in Ebay und bei Auktionen nach passenden Landschaftsbildern zur Landschaft geprägt durch Maloche und Stahlfluss, Kohle und Natur.

Wir hinterfragen im Podcast aber auch das ein oder andere. Und versuchen euch die interessantesten Bilder so einfach wie möglich näher zu bringen.

Es gibt ein Begleitbuch zur Ausstellung, das auch nachträglich noch gekauft werden kann im Ruhrmuseum, wer die Ausstellung nicht sehen konnte. Es lohnt sich aus der Sicht von Kunst und Landschaftsmalerei das Ruhrgebiet kennenzulernen. Der Link zum Klartext-Verlag ist in den Shownotes weiter unten anzuklicken.

Wer genauer hinschaut weiß, dass viele Bilder historisch sind und eine vergangene Arbeitswelt darstellt, anders, auch schöner als es eine Fotografie machen konnte. 

Vergessen wir nicht, dass Fotografie nicht in heißen Gegenden einer Stahlherstellung, Kokerei oder Untertage im Bergbau so einfach genutzt werden konnte.

Maler haben auch einen eigenen Blick auf den Rhein, die nächtliche Landschaft, die hart arbeitenden Männer, aber viele haben die Landschaft eher verfälscht, schöner gemacht, als sie war, ganz besonders auch Kokereien, die mehr die Umwelt verschmutzte früher als heute. Doch auch heute empfiehlt man den Menschen in der Nähe der Kokerei Prosper das Gemüse nicht zu essen.

Umweltverschmutzung war kein Thema in der Malerei.

Fotos haben wir nicht veröffentlicht, damit es wegen des Urheberrechts keine Schwierigkeiten gibt.

Außerdem sprechen wir über ein Ruhrpottwort, was eingewandert ist: Motek aus Polen, was aber nicht mehr so verwendet wird, aber vor allem bei den Bergleuten unter Tage wichtig war: Hammer.

Noch ein Tipp zu nächsten Besuchen im Ruhrmuseum: Geht Freitags! Da ist tatsächlich weniger los als am Wochenende!

Links/Shownotes

Buchtipp zur Ausstellung: 

Das Land der tausend Feuer | Sachbuch | BÜCHER | Klartext Verlag

Liste der angegebenen KünstlerInnen mit Link für mehr Informationen:

Richard Gessner – Wikipedia

Richard Gessner

Industriegemälde Hermann Heyenbrock – An Rhein und Ruhr … und anderswo

Herman Heijenbrock – Wikipedia

Alexander Calvelli – Wikipedia

Industriegemälde Alexander Calvelli – An Rhein und Ruhr … und anderswo

Alexander Calvelli | Artnet

Eisenwelten | LVR-Industriemuseum

Rainer W. Campmann – Wikipedia

Profil von Rainer W. Campmann

Horst Dieter Gölzenleuchter – Wikipedia

H.D. Gölzenleuchter, Maler/Grafiker

„Oskar“ Gölzenleuchter: Holzschneider im Namen der Humanität

Heinz Schildknecht – Wikipedia

Entnazifizierung Heinz Schildknecht , geb. 23.04.1913 (Kunstmaler) – Deutsche Digitale Bibliothek

Lithografie Zeche Vereinigte Dahlhauser Tiefbau von Heinz Schildknecht :: Deutsches Bergbau-Museum Bochum – Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen :: museum-digital:westfalen

Linolschnitt Bergmann mit Lederhelm von Heinz Schildknecht – Deutsche Digitale Bibliothek

Hermann Kätelhön – Wikipedia

www.fritzlar-forschungen.de/hermann-katehon

Fritz Gärtner – Wikipedia

Fritz Gärtner – Kaufen & Verkaufen | VAN HAM Kunstauktionen

Fritz Gärtner (1882-1958) – Gemälde & Auktionsdaten – MAGEDA

Erich Palmowski – Wikipedia

LWL-Industriemuseum – Zeche Hannover – Erich Palmowski. 90 Jahre vor Ort

Bergleute kehren nach Bochum zurück: Erich Palmowski stiftete Industriemuseum 50 Kunstwerke

Stellungnahme der MLPD zu den Bilden von Erich Palmowski im Willi Dickhut-Museum in Gelsenkirchen: Fälscher und Verleumder am Werk

Karin Kahlhofer – Wikipedia

Franz Delaforgue – Wikipedia

Franz Delaforgue (1887-) – Gemälde & Auktionsdaten – MAGEDA

Gustav Deppe – Wikipedia

Gustav Deppe | LWL-Museum für Kunst und Kultur

Tisa von der Schulenburg – Wikipedia

www.tisa-stiftung.de/leben

Aktuelle Ausstellung 2026 im Bergbaumuseum Bochum: FÜHLST DU – Tisa von der Schulenburg – Der empathische Blick

Städtische Galerie zeigt Ausstellung zu Ehren von Heinz Eickholt – Bottrop

Eickholts Kunst in Warendorf: Ausstellung zeigt zwei Stile | Die Glocke

Werkverzeichnis Künstlerinnen und Künstler in Westfalen. Malerei und Grafik im 19. und 20. Jahrhundert

Fußballhochburg Ruhrpott – Das Herz der Bundesliga schlägt hier I Ruhrgebiet erklärt I +Videopodcast I +Podcast Folge 24 #131

Jack Tengo und ich machen einen kleinen historischen Rahmen über die Anfänge des Fußballs im Schatten der Fördertürme im Ruhrgebiet, reißen die Anfänge der Fußballvereine an und gehen kurz auf die Gründung der Bundesliga ein.

Wenn auch Borussia Dortmund im Moment der einzige Verein in der 1. Bundesliga ist, der die Stellung der traditionellen Vereine hält. Schalke 04 und VfL Bochum kämpfen um den Aufstieg in der 2. Bundesliga und Rot-Weiß Essen und MSV Duisburg liegen im Aufstiegskampf von der 3. in die 2. Bundesliga. 

Gestartet ist die Bundesliga mit drei Vereinen 1963 und haben damit das Herz der Fußballliga Deutschlands gebildet. Wir gehen auch auf die Rot-Weiß Oberhausen ein und werden alles Mannschaften im historischen Kontext nach und nach im Podcast besprechen. 

Viel Spaß beim Podcast als Video oder zum Hören:

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Wer nur den Podcast Ruhrgebiet erklärt folgen möchte:

Shownotes / Links:

• Kolbe, Gerd: Fußball im Revier, Klartext Verlag

• Peiffer, Lorenz: Sport im Nationalsozialismus, Campus Verlag

• DFB-Archiv, diverse Jahrgänge

• Kicker-Almanach (1930–1965)

• Assauer, Rudi: Wie ausgewechselt

• Herberger, Sepp: Das goldene Buch des deutschen Fußballs

Diverse Links der Vereine, Wikipedia und DFB.

 

Gerd Böttcher – Schwofen mit dem vergessenen Schlagerstar aus Werne I Ruhrgebiet erklärt Folge 23 I +Videopodcast I +Podcast #130

Gerd Böttcher war in den 1960er Jahren vom Gärtner zum Schlagerstar aufgestiegen. Der am 18. Juli 1936 geborene Berliner hat seine Lebenszeit hauptsächlich in Werne an der Lippe verbracht. Er war ein migrierter Ruhrpottler geworden. Und deswegen haben wir ihn auch in einem Podcast vorgestellt.

Gerd Böttcher war ein lebenslustiger Mensch. Zuletzt war er sogar Karnevalsprinz im Ort. Leider verstarb er viel zu früh, als seine gesunkene Karriere einen kleinen Aufwind bekommen sollte mit einer Langspielplatte. Drafi Deutscher, Giorgio Moroder waren nur einige, die ihn unter die Arme gegriffen haben.

Wer nur dem Podcast „Ruhrgebiet erklärt“ abonnieren möchte:

Gestartet ist er in Kneipen auf kleinen Bühnen in Berlin, wo er entdeckt wurde vom berühmten Komponisten Werner Müller, der die legendäre Musik der Sportschau kreiert hatte. Er wollte Gerd nicht mit einem italienischen Pseudonym auf der Bühne sehen, sondern er wollte ihn als Deutscher auf die deutsche Bühne bringen mit seiner klaren Stimme und förderte ihn. Er sang auch einige Lieder von Elvis Presley in deutscher Übersetzung als deutscher Elvis, was ihm auch viele Fans einbrachte. Die Singles wurden bei Decca verlegt, einem besonderen Musikverlag, die mit der deutschen Telefunken zu tun hatte. Mehr erfahrt ihr im Podcast.

Erst nach der Aufnahme erfuhren wir von jemanden, der ihn kannte, dass er auf den Karnevalswagen ging, obwohl er an einer heftigen Lungenentzündung litt. Seine Nieren haben wahrscheinlich auch schon angegriffen. Er starb am 26. Februar 1985 in einem Dortmunder Krankenhaus mit nur 48 Jahren.

Er hat sein Publikum ihrer Zeit gut unterhalten, wie unten in einigen Youtube-Musikvideos zu hören und zu sehen ist. Dafür gehört ihm auch gebührenden Respekt, die wir am Ende des Podcasts auch mit einer Schweigeminute für den Entertainer würdigen.

Links:

Youtube Channel zur Musik von Gerd Böttcher :

https://youtube.com/channel/UC9-1FDxpw_vCk-b6UmHGoow?si=DHzj7aEMmID9zUeP
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Gerd Böttcher – Wikipedia

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Gerd Böttcher – Biografie

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Gerd Böttcher Diskografie: Vinyl, CDs & Mehr | Discogs

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Gerd Böttcher – Spectre Media | Thomas Hauptmann

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Böttcher, Gerd | Bear Family Records

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Teldec – Wikipedia
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Musikkomponist Werner Müller – Wikipedia

Eine kleine Auswahl seiner Musik aus Youtube:

Schalke 04 I Geschichte, Fakten, Anekdoten #129 I 150 Jahre Gelsenkirchen Teil 3 I Ruhrgebiet erklärt Folge 22 I +Videopodcast I +Podcast

10 Fußlümmel vonne Zeche Consolidation und der Firma Küppersbusch um Willy Gies herum trafen sich in der Hauergasse 2 im Jahr 1904 im neuen Gelsenkirchener Stadtteil Schalke. „Wir werden einmal vor 90000 Zuschauern spielen“, war Willys Vision. Sie gegründeten einen Verein, der die Stadt prägen sollte, wie nichts anderes in ihrer 150 jährigen Geschichte.

Es liegt nahe in der Podcast-Trilogie über die Geschichte und Sehenswürdigkeiten der 150 Jahre alten Stadt Gelsenkirchen, auch den weltweit berühmten Fußballverein mit Freud und Leid, Auf und Ab zu bringen:

Jack und ich hatten nicht vor einen Podcast über zwei Stunden zu machen. Eigentlich hätte ich ihn auf eine Stunde gekürzt. Und eigentlich haben wir wahrscheinlich das ein oder andere wichtige nicht gesagt. Wir hätten gern noch mehr über einzelne Spieler mitgeteilt, aber das folgt irgendwann ein anderes Mal.

Es war ein Abriss der Geschichte, die über 120 Jahre alt ist. Bei allen Skandalen, die der Verein hatte, war es wichtig das Herz des Fußballs zu erklären und erzählen es im Rahmen der Stadtgeschichte von Gelsenkirchen.

Wir hoffen, dass ist gelungen, trotz der Erkältung von Jack Tengo bei der Aufnahme, der zudem natürlich auch ein Borussia Dortmund – Fan ist. Also ein Derby ist hier auf jeden Fall zu hören.

Der FC Schalke 04 startete als Westfalia Schalke in Gelb-Rot, änderte die Farbe in Königsblau-Weiß, kämpfte sich mit weniger Mann durch den ersten Weltkrieg, blieb erhalten durch eine Frau, fusionierte mit einem Turnverein, um nicht unterzugehen, hielt sich wacker, ließ sich wieder scheiden von den Turnern und wurde reinkarniert in FC Schalke 04 e.V. Dann ging es los:

Der Fußball begann nach der Schicht und würde förmlich „erackert“ auf der Wiese. Die Ballmann-Brüder, geboren in Dortmund, ausgewandert mit den Eltern nach Großbritannien, aber nach dem Weltkrieg wieder zurück, brachten den unbekannten weiterentwickelten Inselfußball mit Fallrückzieher, Doppelpass und Kurzpassspiel mit.

Ernst Kuzorra und Fritz Szepan waren im Mittelfeld die Antreiber und formten den „Schalker Kreisel“, der für jede Mannschaft unschlagbar waren. Sie wurden zu Idolen ihrer Zeit und auch Vorbild in der Zeit des Nationalsozialismus.

Sie gewannen jedes Jahr die Westfalenmeisterschaft und sechs Mal die Deutsche Meisterschaft, fuhren auch mal an die Front, um mit der Wehrmacht Truppenfußball zu spielen.

Fritz Szepan sagte nicht nein, als er in der Arisierung das Textilhaus Julius Rode & Co von einem jüdischen Ehepaar namens Sally Mayer und Julie Lichtmann bekam. Ob er es wußte oder nicht, dass sie dann in Riga ermordet wurden nach der Deportation, können wir nicht nachvollziehen, auch nicht, ob er Schuldgefühle danach bekam.

Schalke hat als erste Bundesliga-Mannschaft die unrühmliche Geschichte aus der Nazizeit aufgearbeitet, der ein Skandal wurde, als 2001 eine Straße nach dem großartigen Fußballer benannt werden sollte und diese Geschichte herauskam.

Schalke wäre nicht Schalke, wenn der Verein immer weiter oben mitspielte, auch Gründungsmitglied der Bundesliga 1963 war. Doch der letzte Meisterschaftstitel wurde noch in der Oberliga 1958 gewonnen. Danach wurden sie meist Schalke Viz Vier oder Schalke Null Vize. Wie man es nimmt ist egal. Die Mannschaft spielte oben mehr mit als der Reviernachbar Borussia Dortmund. Weltweit gehört Schalke als Stadtteilmannschaft zu den größten. Das Stadion ist das meistbesuchte in ganz Deutschland.

Ein Denkmal hat sich der Manager Rudi Assauer geschaffen für sich und die Mannschaft und erst recht für die Stadt, die von der Multifunktionshalle profitiert nachdem sie in der Abschaffung der Montanindustrie im Strukturwandel eher zum Schlußlicht in der Arbeitslosenzahl gehörte, wie auch beim Schuldenberg.

Rudi Assauer sprechen wir im Podcast kurz an, denn er prägte als Manager wie kaum ein anderer mit seiner Zigarre und er durfte auch noch einen Pokal hochheben, den UEFA-Pokal.

Den gewannen sie gegen Inter Mailand. Im letzten Spiel im Parkstadion feierten sie viereinhalb Minuten die Deutsche Meisterschaft 2001. Doch die Bayern aus München trafen dann in einer unerhörten Überlänge doch noch in letzter Sekunde und hatten den Titel weggeschnappt.

Freud und Leid liegen eben wirklich nah beieinander. Der Malocherclub ist einem Millionenbeinverein gewichen. Gazprom kaufte sich ein, um eine sportliche symphatische Mannschaft für ihre Werbung zu nutzen. Als der russische Einmarsch in der Ukraine losging, zog der Verein die Reissleine und warf den Sponsor raus. Eine Konsequenz, die natürlich weniger Geld in die Kasse spülte, aber die ehrlich war.

Je mehr ich selbst über Schalke als Bochum-Fan lese, desto symphatischer wird mir Gelsenkirchen mit Schalke 04. Die Stadt und der Verein verdienen mehr Respekt als die ständigen negativen Schlagzeilen in den deutschen Medien.

Mehr Geschichte gibt es im Podcast und viele Infos, haben wir in folgenden Links und Büchern gefunden:

Links

https://www.schalke-erleben.de/

https://schalke04.de : FC Gelsenkirchen-Schalke 04 e.V. | Offizielle Website vom S04

Epochen Archiv – Fußball – Schalke 04

https://veltins-arena.de

Fritz Szepan – Wikipedia

Schalke Erleben | Fritz Szepan

Robert Schuermann – Gelsenkirchener Geschichten Wiki

Bücher

Homann, Ulrich: Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten, Klartext Verlag

Homann, Ulrich: Schalke 04 für Klugscheißer

Steffen, Simon: 100 unglaubliche Fakten über Schalke 04: Das große Fussballbuch, Kindle

Harris, Brian: Der unerzählte Mythos FC Schalke 04: Fakten die jeder Schalke-Fan kennen sollte, Kindle

Bernhard, Kai: Mythos Schalke 04: 22 Meilensteine der S04-Clubgeschichte, Kindle

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Gelsenkirchen & seine Sehenswürdigkeiten #127 & #128 I Ruhrgebiet erklärt I +Podcast Folge 20 + 21 I +Videopodcast

Gelsenkirchen hat Sehenswürdigkeiten! Entdeckt mit mir und Jack Tengo die Stadt im Herzen des Ruhrgebiets, dass mehr zu bieten hat, als schlechte Nachrichten, um den größten Bankraub von Deutschland. Die meisten verbinden Gelsenkirchen nur mit der Arena Auf Schalke und dem weltbekannten Fußballverein, den wir im letzten Teil der Trilogie besprechen werden. Gelsenkirchen hat mehr zu bieten als viele denken!

Es gibt das Musiktheater, den Zoo Zoom, den Consolpark, Nordsternpark, einige erhaltene alten Zechenhäuserstraßen und noch viel mehr. Wir werden bestimmt nicht alles aufgelistet haben, was es gibt. Ihr könnt uns gern in die Kommentare schreiben, was euch gefehlt hat.

Was hat Gelsenkirchen noch zu bieten?  Die Innenstadt ist ja wohl nix besonderes. Von wegen!  Man muss genau hinsehen.  Zum Entdecken der Stadt wird es definitiv reichen.  

Empfehlen können wir die beiden in den Shownotes stehenden Bücher, in denen wir auch recherchiert haben neben den vielen Links.  Hier habt ihr einen kleinen Einblick in Gelsenkirchen, in Sehenswürdig- und Merkwürdigkeiten. 

Wer durchfährt, sollte anhalten und auch mal aussteigen. Es lohnt sich, dort mal genauer hinzuschauen.  

Gelsenkirchen entdecken ist auf jeden Fall interessant! 

Im ersten Teil sind wir südlich der Emscher im alten Gelsenkirchen und seinen Stadtteilen:

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Im zweiten Teil besprechen wir den Norden der Emscher bestehend aus Buer und seinen Stadtteilen:

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Unsere Recherchelinks:
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Buch: Gelsenkirchen in Geschichte und Gegenwart, Klartext Verlag, ISBN: 9783837527049
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Gelsenkirchener Geheimnisse von Mike Durlacher und Maira Schröer, ISBN: 9783946581482
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Antiquarisch: Gelsenkirchen Buer und Horst von Hans-Rudolf Thiel

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Werde Unterstützer für das Podcastprojekt Stolpersteine Ruhrgebiet I Start zum Holocaustgedenktag bei Steady

Schon lange hegte ich den Wunsch für ein neues Podcastprojekt, das sich mit Erinnerungskultur im Ruhrgebiet befasst.

Im Schmelztiegel von Migration im Ruhrgebiet gab es unter der NS-Diktatur eine Vielzahl an Mitläufern und Mittätern, die nach dem Zweiten Weltkrieg davon gekommen sind.

Die Opfer, ob Juden, Romas, Sintis, Homosexuelle, Menschen mit psychischen oder körperlichen Behinderungen, sowie politisch anders Denkende wurden verfolgt, gefoltert und umgebracht.

Die Opfer haben an ihrem letzten Wohnort von Verwandten oder Menschen, die sich für ihr Schicksal interessierten und nachrecherchiert haben aus Vereinen oder Schulen, an Gunter Demnig gewandt, um einen Stolperstein für das Gedenken an die Person einzusetzen.

Reden werden gehalten und im jeweiligen Stadtarchiv, auch online festgehalten für jeden einsichtbar.

Doch wie war die Zeit, was wurde herausgefunden, wie war die Person, was hat sie erleiden müssen? Wie sind die Initiatoren auf genau diesen Menschen gekommen, um nachzuforschen, was passiert ist?

All das sind Dinge, die bei der Vielzahl von Stolpersteinverlegungen untergehen nach dem Einsetzen in den Boden. Und das sind die Fragen, die ich habe, die ich festhalten will in der Nachwelt, damit die erfolgte Situation für niemanden genauso wieder erfolgen wird.

Die Floskel „Nie wieder ist jetzt“ wird jetzt in Frage gestellt, doch in den sozialen Medien können die schlimmsten Worte am nächsten Tag auch Taten folgen. Gestern war der Nachbar noch ein netter Mensch, morgen hasst er dich und möchte dich denunzieren oder selber foltern, weil er „Gründe“ hat.

Die Aufteilung des Podcast „Stolpersteine Ruhrgebiet“ hat einen Sinn: Bei Steady, einer deutschen Podcast-Firma, kann ich Mitgliedschaften anbieten. Mit nur 4 € im Monat bei jährlicher Abrechnung (20% gespart) oder 5 € im Monat kann dieser ehrenamtlich entstehende Podcast finanziert werden. Davon wird von mir 50% der Summe an einen Verein oder einer Initiative für ihre Bildungs-, Erinnerungs- oder Aufklärungsarbeit abgegeben. So macht der Podcast einen dreifachen Sinn, den die Mitglieder aktiv unterstützen können.

Hier ist der Link für eine Mitgliedschaft:

https://steady.page/plans/2e77f62d-82c8-4f8a-a795-3899a5d6764e

Vielen Dank an alle Unterstützer und Unterstützerinnen!

Alle zwei Wochen kommt zur Zeit ein Podcast in dieser Reihe immer Dienstags ab 20 Uhr.

Die schon herausgebrachten Podcasts werden noch einmal dort aufgelegt werden.

Die Seite wird zusätzliche Informationen haben, die exklusiv nur Mitglieder sehen oder lesen werden können.

Ich würde mich freuen, wenn ihr davon erzählt, es teilt und Unterstützer findet, damit es erfolgreich wird im Namen für die Opfer der NS-Diktatur. Danke!

Erik Zabel – Ein Radprofi aus Unna I Ruhrgebiet erklärt I +Podcast Folge 19 #126 I +Videopodcast

Erik Zabel war ein sympathischer Radprofi. Er hatte immer ein Lächeln auf den Lippen. Geboren ist er nicht im Ruhrgebiet, aber er kam in jungen Jahren zu einem Radverein nach Dortmund. In der Nachbarstadt Unna blieb er und deswegen haben Jack Tengo und ich einen kleinen Ruhrgebiet erklärt Prominenten – Podcast aus der Taufe geholt, um den Menschen, den Sport und auch die Kritik am Sport und der Medienwelt loszuwerden. 

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In Folge 19 vom Podcast Ruhrgebiet erklärt (gleichzeitig als Folge 126 von Ruhrpottologe unterwegs im Ruhrgebiet erschienen) sprechen wir in der Vergangenheit über ihn, weil er die Profikarriere an den Nagel gehängt hat.

Heute ist er mit seinem Sohn unterwegs und taucht nach langen Abtauchen wieder auf. Denn die Dopingaffäre hatte ihn die Karriere gekostet, die er lange Jahre nicht offen zugegeben hat. Aber es dann am Ende doch tat. Auch ich habe seine Rennen früher gesehen und bewundert. Auch in Bochum habe ich ihn mal live fahren sehen bei einer Sparkassen Giro. Zwei Sekunden sah ich ihn an mir vorbeirasen. Ob er für die Bochum Runde eine Extra – EPO – Variante sich geben ließ, um in Stiepel die richtige Kurve nehmen zu können, kann ich nicht beurteilen. Am Ende war er jedenfalls auf dem Treppchen. Ich hab noch ein leicht verschwommenes Foto davon.

Doping im Sport ist mit Sicherheit immer noch in den verschiedensten Sportrichtungen. Wo früher laut Ralf Schumacher der Hustensaft die Fußballnationalmannschaft bis zum Finale röcheln konnte, so war das EPO-Verfahren, das eigentlich Kranke eine bessere Sauerstoffversorgung im Blut ergibt, eine relativ schlecht nachweisbare Dopingvariante.

Machen wir uns nichts vor. Nicht nur die Tour de France fordert alles aus einem Sportler heraus, sondern viele Sportarten. Vor allem ist es aber die Medienwelt, die ständig mehr Goldmedaillen fordert oder ein Staat, der sich ins Goldene Licht setzen möchte.

Der Mensch will immer höher, weiter, schneller. Aber er kommt an Grenzen. Wenn da Nahrungsergänzung, Blutaufputschmittel und ein Schluck Wein dabei hilft, dann wird es genommen. Selber will man es doch auch über die eigenen Grenzen hinaus schaffen.

Der Sprinterkönig gehörte dem Team Telekom Anfang der 190er an und fuhr lange im Schatten von Jan Ullrich und dieser im Schatten von Louis Armstrong. Zabel war nicht der schlechtere Radfahrer. Sondern er war ein Sprinter. Der hat das Grüne Trikot getragen. Jan versuchte das Gelbe Trikot zu bekommen. Und wenn er an Louis nicht rankam, dann musste wohl das EPO helfen.

Niemand wollte mehr was von ihnen wissen, aber bejubelt haben sie sie, als sie durch die Ziele rauschten. Und wenn sie sich durch diesen Rausch etwas aufgebaut haben, dass nach den Veröffentlichungen der Dopingkommission ans Licht kommt, der hat verloren.

Du kannst sehr gut sein. Kannst aufsteigen, wie ein Drache mit riesigen Flügeln. Aber du kannst durch einen Blitz die Flügel gestutzt bekommen, so dass du auch im Wind des Erfolgs abstürzen kannst. Keine Situation macht es besser.

In der DDR war es so gut wie normal die Profis für die Olympiaden zu spritzen oder dopen auf verschiedene Arten, ob mit oder ohne Wissen spielte keine Rolle. Erfolge für den Staat spielte eine Rolle. Der Sozialismus konnte es sich nicht leisten zu verlieren. Er würde das Gesicht für das kollektive Wahrnehmen, dass die Arbeiter alles schaffen.

Im kapitalistischen Westen war und ist das nicht wesentlich anders. Die Firma verliert viel Geld, wenn du schlapp bist und immer verlierst. Aufputschen hilft oft auch den Aktienkursen. 

War das also nicht die Firma Telekom schuld, die sich damals im Radrennsport profilieren wollte, wo sie gerade auf den Aktienmarkt kam beworben mit Manfrad Krug und Charles Brauer, die Schauspieler aus dem Hamburger Tatort?

Sind steigende Aktienkurse was anderes als ein Staat, der sportlich oben sein will?

Nö. Und dazwischen in diesem Getriebe, da sitzt zum Beispiel der Erik Zabel auf seinem Radsattel, fährt sich einen Wolf mit einer fetten Spritze im Hintern, um allen gerecht zu werden und am Schluss sich selbst.

Der Fall solcher Fälle ist dann am Ende immer tiefer als man denkt. Sportlich, wie auch sportlich.

Lange Jahre brauchen sie um aus diesem Tief wieder herauszukommen. Selber Schuld sagen die einfachen Denker bestimmt. Doch so einfach, wie die Argumente auf der Tischkante liegen ist es eben nicht.

Wir haben da einen Podcast gemacht, um den Menschen Erik Zabel ein wenig vorzustellen und ein wenig Kritik an den Medien auch zu äußern, die das System Sport genauso nutzen. Schlechte Nachrichten im Sport verkaufen sich schlechter als schlechte Nachrichten in den Nachrichten, wie ein Vulkanausbruch, Erdbeben oder  ein Dopingfall bei der Tour de France. 

Doch dann sind diese Menschen in den Nachrichten keine Menschen mehr, sondern Schweine. Wie konnten sie nur. Er war mein großes Vorbild. Ich bin extra selbst Radprofi geworden etc.

Die rosarote Brille sitzt noch bei vielen auf. Die Dopingliste wird nicht größer, weil die Methoden mittlerweile so gut sind, dass sie schwer nachweisbar werden.

Aber gewiss ist ein Großteil ungedopt. Ich hoffe, es auf jeden Fall. Obwohl ich das schon faszinierend finde, dass die Dopingmittel sich verändert haben im Laufe der Zeit. Noch vor etwa 100 Jahren, als die Tour de Franche ihre ersten Touren hatte, da fuhr der ein oder andere in den Graben, weil zuviel Wein im Spiel war. Rotwein hat die besonderen Tanine. Und die können mit einem Ei vermengt für eine bessere Tour führen. 

Besoffen mit einer Pulle Wein und einer Acht im Reifen im Graben liegen, so kann man zumindest schneller Dopingfälle finden als bei EPO.

Ich dope mich beim Schreiben auch. Mit – Achtung Schleichwerbung – Almdudler. Es hätte auch ein Kaffee sein können. Aber Alpenkräuter sind schlechter nachweisbar.

Glück auf!

Links

Erik Zabel – Wikipedia
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https://www.spiegel.de/sport/sonst/katusha-suspendiert-sportchef-zabel-a-913837.html
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https://www.welt.de/sport/gallery118474964/Die-Doping-Karriere-des-Erik-Zabel.html
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https://www.faz.net/aktuell/sport/thema/erik-zabel
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Erythropoetin (EPO): Hormon für die Bildung von Erythrozyten | Apotheken Umschau
***
Erythropoetin – Wikipedia

 

Wer nur den Podcast „Ruhrgebiet erklärt“ folgen möchte:

 

Jirka Otte – Jacobs & Music Made in Bochum I +Videopodcast I  +Podcast #125

Im ersten neuen Podcast des Jahres 2026 mache ich mit dem 1977 geborenen Jirka Otte-Jacobs eine musikalische Zeitreise, die tief in den 1990er Jahren in Bochum beginnt.

Wir tauchen ein in seine Anfänge der Musiklaufbahn mit Rave Busterz  von Techno, Rap und Hip Hop, von Schallplattenläden bis zu Clubs und die dramatischen Veränderungen der Musikszene bis heute.

Jirka erzählt über sein Herzensprojekt Music Made in Bochum, das die Energie der Musik und ihre Interpreten und Interpretinnen aus einer Stadt mitten im Ruhrpott sammelt und sichtbar macht.

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Von Proberäumen, Plattenläden und verrauchten Clubs

Es war eine Zeit ohne Internet. Es gab kein YouTube, keine sozialen Medien wie Instagram, TikTok und Co. Jirka und seine drei musikinteressierten Freunde trafen sich im Plattenladen „White Label Records“ von Orhan Terzi ab – heute besser bekannt als DJ Quicksilver.

1993 war für die vier Freunde der Moment gekommen, nicht mehr nur auf Partys zu gehen, sondern sie selbst zu gestalten. Der Weg, als DJ in den angesagten Clubs der Stadt aufzulegen, war greifbar.

Der Bochumer Junge Jirka O., wie er auch genannt wird, und seine drei Freunde entdeckten damals die Band The Prodigy. Warum Partys feiern, wenn sie selbst die Party schmeißen können. Also gründeten sie zusammen die Rave Busterz. Ihr Song We come from Bochum City  wurde damals auch über die lokale Szene hinaus bekannt.

Die 1990er Jahre waren im Ruhrgebiet eine Zeit des Umbruchs – industriell wie kulturell. In Bochum entstanden Netzwerke aus Bands, Labels, Fanzines und Spielorten, die jenseits des Mainstreams arbeiteten. Jirka O. erinnert im Podcast an diese Do-it-yourself-Mentalität: Musik wurde gemacht, weil sie gemacht werden musste. Proberäume waren Begegnungsorte, Plattenläden Informationsdrehscheiben, Konzerte soziale Knotenpunkte. 

Wandel statt Bruch: Der Weg in die Moderne

Mit dem digitalen Wandel seit den 2000er Jahren veränderten sich Produktionsweisen, sowie die Verbreitung und Sichtbarkeit von Musik grundlegend. Was früher Tape-Tausch und Flyer war, ist heute Streaming, Social Media und die Plattformen der Szene.

Jirka beschreibt diesen Wandel nicht als Verlust, sondern eine Verschiebung der Werkzeuge. Die Frage bleibt jedoch dieselbe: Wie finden Künstler:innen Publikum? Wie bleibt eine Stadt hörbar?

Jirkas Weg

Jirka erklärt die Bedeutung seines Vornamens als „Regenbogen über dem herabstürzenden Wasserfall des Lebens“. Der Name stammt aus dem Alttschechischen.

Sein musikalischer Weg entwickelte sich anders, als er es zunächst erwartet hatte. Ende der 1990er-Jahre entdeckte er die Hip-Hop-Szene für sich und fand darin einen neuen Zugang zur Musik. Jedes Bandmitglied suchte sich ihren eigenen Weg in der Welt der Musik.

Er blieb der Musik treu und bezeichnet sich heute als Kulturschaffender. Er ist Musiker, Sänger, Hip-Hopper, Rapper, DJ, Content Creator, Producer und Veranstalter in einer Person.

Dabei geht es ihm nicht um Nostalgie, sondern um Haltung. Sein Weg führte ihn nicht ins Ausland, sondern hielt sich bewusst in Bochum, im Ruhrgebiet. Die Szene war offen, auch politisch, und stark lokal verwurzelt. Diese Verwurzelung prägt seinen Blick bis heute.

Heute macht Jirka Musik ohne Leistungsdruck, mit Freude und Neugier. Er geht seinen eigenen Weg. Doch es kam ein Einknicken zu einer uns allen eher ungemütlichen Zeit des „Stillstands“ 2020. Aber auch der Aufbruch zu einer neuen Idee. 

Pandemie und neue Fragen

Mit der Corona-Pandemie kam eine schwierige unsichere Zeit für die Musikbranche. Stillstand, fehlende Auftritte und geschlossene Clubs bestimmten plötzlich den Alltag. Umso dringlicher wurde die Frage: Wie kommt Musik überhaupt noch zum Publikum? Und was ist in der Stadt aktuell zu hören oder zu sehen?

Music Made in Bochum: Archiv, Bühne und Netzwerk

Aus diesen Fragen heraus entstand das Projekt Music Made in Bochum. Es versteht sich zugleich als Dokumentation und Verstärker. Das Projekt sammelt Geschichten, macht aktuelle Musik sichtbar und verknüpft Generationen. Alte Weggefährten treffen auf neue Acts, Vergangenheit auf Gegenwart – nicht als Museum, sondern als lebendiges Archiv.

Und wer kennt nicht den weltweit bekannten Bochumer Axel Rudi Pell, der auch bei Music Made in Bochum unter den TOP 100 zu finden ist?:

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Es geht nicht um Kanonisierung, sondern um Teilhabe. Jede Band und jedes Projekt ist Teil einer größeren Erzählung der Bochumer Musikszene, die niemals abgeschlossen sein wird.

Unter https://mibo.ruhr stellt Jirka alle bisherigen Mitwirkenden vor. Das Projekt wurde unter anderem von der Stadt Bochum gefördert – ein wichtiges Signal dafür, welchen Stellenwert Kultur in der Stadt hat.

Sichtbarkeit, Diversität und Verantwortung

Im Podcast spricht Jirka offen über bestehende Hürden in der Musikbranche – insbesondere für Frauen und für Menschen mit nicht-weißer Hautfarbe. Auch in einer vermeintlich offenen Szene gibt es weiterhin Rassismus, Abwertung und strukturelle Benachteiligung. Hinter den Kulissen wird Frauen noch immer abgesprochen, musikalisch oder technisch kompetent zu sein.

Diese Offenheit, gerade durch sein Gespräch mit Rubimental, eine Female DJ aus Bochum hat mich sehr beeindruckt und zugleich nachdenklich gemacht über die Musikbranche an sich. Gerade die Musikszene, die sich als tolerant versteht, muss bereit sein, ihre eigenen blinden Flecken zu hinterfragen, die auch zwischen Rassismus und Intoleranz, sowie Frauenverachtung liegt, wenn es um männliche Dominanz in der Branche geht. Ich schreibe das offen und hoffe, dass der ein oder andere mal über sich selbst nachdenkt und auch den Frauen eine entsprechende Chance einräumt. Denn nicht nur Rubimental macht genialen Sound. Sie ist hier nur ein Beispiel im Rahmen von Music Made in Bochum. Sie vereint Rap, Dancehall, Afrobeats, Amapiano, Future Beats und Global Beats in ihrem Repertoire.

Für einen Nichtkenner der Szene, der des englischen nicht so mächtig ist, war ich dann perplex, wie viele Richtungen es überhaupt gibt bei den Recherchen. Ich dachte nur an Techno und gut is. Aber nein! Die entsprechenden Musikstilrichtungen unterteilen sich noch einmal. All das hab ich vor dem Gespräch mit Jirka nur Ansatzweise gekannt. Das allein Bochum so eine unglaubliche musikalische Vielfalt hat, war mir auch nicht bekannt, wenn man sich die einzelnen Interpreten und Interpretinnen der Interviews von Jirka in seinem Music Made in Bochum Projekt anschaut.

Ein älteres Musikprojekt von Jirka O. mit DJ FreakyBee:

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Förderung des Projekts

Der inzwischen fast vergessene „Kulturrettungsschirm“ stellte dem Projekt eine Förderung von 2.500 Euro zur Verfügung. Davon konnte Jirka professionelle Technik anschaffen. Gedreht wurde an verschiedenen Orten, unter anderem in der Musikschule Wattenscheid, in der Quartiershalle der KoFabrik an der Stühmeyerstraße sowie in der Rotunde. An manchen Tagen entstanden bis zu fünf Interviews – teilweise noch unter strengen Corona-Auflagen mit großem Abstand.

Identität in der lokalen Kultur und Vorbild 

Das Projekt wird weiter wachsen. Neue Bands kommen hinzu, neue Geschichten entstehen. Es ist ein Vorbild, das auch für andere Städte spannend wäre. Was passiert musikalisch in Dortmund, Essen, Duisburg, Bottrop, Oberhausen oder Gelsenkirchen? Werden dort lokale Szenen ebenso dokumentiert und sichtbar gemacht? Nicht nur historische Ereignisse verdienen Aufmerksamkeit, sondern auch die lebendige Gegenwart unserer Kultur.

Für mich als Ruhrpottologe ist dieses Gespräch mehr als ein Rückblick auf eine Szene. Es zeigt, wie lokale Kulturarbeit Identität stiftet. Musik wird hier zum Seismografen gesellschaftlicher Veränderungen – von den 1990ern bis heute.

Jirka Otte-Jacobs zeigt, dass kulturelles Gedächtnis kein Selbstzweck ist. Es lebt davon, weitergegeben, neu interpretiert und aktiv gestaltet zu werden. Bochum klingt – damals wie heute. Und Music Made in Bochum sorgt dafür, dass man es hört.

Wie geht es weiter?

Das Projekt Music Made in Bochum geht weiter und wird weiterwachsen. Neue Bands kommen hinzu, neue Musikgeschichten entstehen. Eins ist auf jeden Fall sicher: Hier ist alles ohne KI. Alles echte Musik von echten coolen Menschen!

Jirka hat außerdem selbst ein neues Album veröffentlicht: „Instrumental Fantasies Vol. 8“. Reinhören lohnt sich – auch dann, wenn man diese Musikrichtung bisher keine Beachtung geschenkt hat.

Ich würde mich freuen, wenn sein musikalischer, wie auch dokumentarischer Weg so weitergeht. Wenn auch das Thema speziell ist, so ist es wichtig, dass es mehr erfahren, auch über die Stadtgrenzen hinaus. Denn was geht musikalisch ab in den anderen Städten des Ruhrgebiets? Wird sie auch konserviert und abrufbar gemacht für die Zukunft, wie es durch das Projekt Music Made in Bochum von Jirka Otte-Jacobs geschieht?

Nicht nur historische Informationen sollten gespeichert werden, sondern auch die eigene Kulturszene der Gegenwart für die Zukunft. So wird sie als lokale musikalische Gesamtkultur einer Stadt wie in eine Zeitkapsel gepackt und für alle jederzeit zugänglich gemacht. Music Made in Bochum ist der Anfang von gemachter Musik im mittleren Ruhrgebiet.


Als Beispiel aus dem Podcast-Gespräch vom Projekt Music Made in Bochum lege ich euch die Female DJ  Rubimental ans Herz, die als Frau mit anderer Hautfarbe mit toller Musik aber in der Musikszene um ihren Platz kämpfen muss: 

Rubimental – CuteCommunity

Rubi (@rubimental_) • Instagram

(für Unwissende und der englischen Sprache nicht so mächtig: Frauen DJ werden in der Szene so genannt. Das wußte ich auch nicht)

Hier das Interview von Jirka O. mit Rubimental als Beispiel aus der Reihe Music Made in Bochum:

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Ich würde gern alle Interpreten und Interpretinnen einzeln aufzählen, aber das solltet ihr selbst bei Jirkas verschiedenen Kanälen von Facebook, Instagram und YouTube tun (Links folgen unten). 

Es ist nicht nur für Insider und Fans der jeweiligen Szene, sondern auch für Interessenten, auch Musikproduzenten, die ein Talent entdecken, ein wertvolles Projekt. Manche Interpreten und Interpretinnen sind schon lange in Bochum unterwegs und weit über die Stadtgrenzen, wie Axel Rudi Pell, bekannt. Manche starten neu mit tollen Songs und gehen ab durch die Decke. 

Music Made in Bochum ist auch eine Plattform, um sich die Musikszene des mittleren Ruhrgebiets genauer anzusehen. Und es sollte nicht vergessen werden: Musiker und Musikerinnen können auch für bestimmte Anlässe gebucht werden. Sie verdienen mit Spotify und Co nicht mal Ansatzweise etwas Geld, um davon leben zu können. Aber so ist das leider. Musik findet nebenberuflich statt. Musik ist für sie eine Leidenschaft für ein großes Miteinander, Feiern, Tanzen und das Leben genießen. Und für uns als Hörer oder Hörerin ist es dann das Verweilen im Auto, beim Kochen, Spieleabenden oder auf Kopfhörern im Lieblingssessel.

Umso sinnvoller ist es die lokale Musikszene auch entsprechend zu unterstützen. Tickets für bekannte Sänger und Sängerinnen sind heute fast unbezahlbar geworden und werden dennoch in großen Stadien und Hallen bezahlt. Den „Kleinen“, die genauso, wenn nicht sogar bessere Musik machen, geben wenige die gleiche Aufmerksamkeit. Und sie kosten viel weniger in Clubs, Bars oder kleinen Eventräumlichkeiten. 

Jirka stellt sie auf seine Weise vor und deswegen war es mir auch sehr viel wert mit ihm ins Gespräch gekommen zu sein, um euch auch mal etwas anderes zu berichten aus dem Ruhrgebiet, was viele nicht wo auf dem Schirm haben. 

Mal nicht den vergangenen Bergbau wieder hochholen, sondern genau in die Phase des Untergangs der großen Montanindustrie im Ruhrgebiet beleuchten, die gleichzeitig aber auch den Aufstieg der Jugend mit ihrer Musikkultur, Erwachsenwerden, Neuanfang und Leidenschaften für Musik berichten zu können. Das habe ich insgesamt mit Jirka O. erleben können. Und ich hoffe, es hat euch genauso Spaß gemacht, wie mir, der in dieser Zeit auch groß geworden ist. Schaut mal in sein Projekt hinein. Es lohnt sich!

Mehr Infos zu Jirka O. und das Projekt Music Made in Bochum:

Music Made in Bochum

https://linktr.ee/mibo.ruhr
@made.in.bochun – Instagram
facebook.com/made.in.bochum
Made in Bochum – YouTube
MiBO.ruhr – #HEIMSPIEL – Sendereihe mit Live-Musik aus Bochum | NRWision

Jirka Otte-Jacobs aus Bochum – Musiker und Moderator | Mediathek | NRWision

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Neues Album (2025 erschienen):

Instrumental Fantasy Vol.8 | Jirka Otte
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Jirka Otte – Ruhrgebiet, MC (Hip Hop/Rap) aus Bochum – Backstage PRO

Jirka Otte – Bochum | MyOwnMusic

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Kreuz und Queer – Inklusiver Tag der Künste an der Zionskirche Herne | Jirka Otte | NRWision

Jirka Otte Discography: Vinyl, CDs, & More | Discogs
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Rave Busterz

https://ravebusterz.bandcamp.com
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Youtube: Rave Busterz – Thema

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Orhan Terzi : DJ Quicksilver – Wikipedia

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Axel Rudi Pell – Wikipedia