Flaschengefühle – Gemeinsam für ein sauberes Bochum I Talk mit der Kommunalpolitik I +Videopodcast I +Podcast #141

Müll ist immer ein Aufreger in den Städten. Fabian Krömling (Grüne) und Stefan Klapperich (CDU) sind junge engagierte Kommunalpolitiker in zwei unterschiedlichen Parteien in Bochum. Sie sind meiner Einladung gefolgt zu einem kleinen Podcast-Plausch im Rahmen meiner interaktiven Flaschengefühle – Kunstaktionsprojekt-Ausstellung in der Nachhaltigkeitszentrale von Bochum Marketing in Bochum, um über die Vermüllung der Stadt zu sprechen, welche Maßnahmen möglich und zwischenzeitlich für ein saubereres Bochum geschehen sind.

Nach drei Jahren habe ich in der Nachhaltigkeitszentrale von Bochum Marketing mein Kunstaktionsprojekt innerhalb der Stadt neu auflegen können. Interaktiv habe ich Besucher und Besucherinnen die entwickelten Texte zu den Bildern zuordnen lassen. Wer Lust hatte, malte auf einer Leinwand ein „Flaschengefühl“. Bei einem Workshop baue ich mit Interessierten aus Drahtgeflecht Sehenswürdigkeiten oder Objekte in denen sauberer Abfall eingebaut werden konnte.

Das Konzept sieht auch vor ein Gespräch zu finden mit Kommunalpolitikern aus dem Bezirk Mitte und Zuständigkeiten. Vorher habe ich Müll gesammelt, um auch die negativen Dinge zeigen zu können. Weit laufen brauchte ich da nicht.

In der Kürze der Organisation und auch durch den Ferienanfang konnte ich aus Urlaubsgründen niemanden von der Mehrheitspartei SPD und den Linken bekommen. Die AfD hat für mich keine Relevanz, weil sie auch den Klimawandel leugnet und wurde deswegen schon nicht zum Gespräch eingeladen, weil sie nur einer bestimmten Einwohnergruppe Schuld für Müll in den Straßen zuschiebt statt sich an die eigene Nase zu packen. Da nehme ich kein Blatt vor dem Mund.

Die kleinen Parteien wurden in den Bezirk Mitte nicht reingewählt. Es sollten diesmal nur Bezirkspolitiker angesprochen werden. Stefan Klapperich war allerdings aus Wattenscheid, was mein Konzept kurzfristig veränderte und das Interview auf allgemeine Fragen zu Bochum spontan veränderte, was aber dem Podcast im Ganzen dadurch einen besseren Rahmen gab, weil dadurch Bochum und Wattenscheid insgesamt einen Raum bekamen, was gut und schlecht läuft. Und was auch in anderen Städten des Ruhrgebiets so ähnlich auch aussehen wird. Vielleicht wird es nur anders gehandhabt. So gilt jetzt dieser Podcast aus Bochum stellvertretend auch für die anderen Ruhrgebietsstädte. Müllprobleme gibt es überall.

So ging es locker vom Hocker mit den beiden jungen engagierten Politikern los:

Kurzinfo Stefan Klapperich – CDU

Mit 26 Jahren gehört er bereits zu den engagierten Stimmen der Bochumer Kommunalpolitik und hat mit Sicherheit noch einen guten Karriereweg in der Politik. Er ist Mitglied im Rat der Stadt und planungspolitischer Sprecher seiner Fraktion.

Stefan Klapperich ist Mitglied des Rates der Stadt Bochum und übernimmt dort die Rolle des planungspolitischen Sprechers. Zudem ist er Sprecher im Ausschuss für Planung und Grundstücke sowie Mitglied im Ausschuss für Sicherheit, Umwelt, Nachhaltigkeit und Ordnung.

Als stellvertretendes Mitglied ist er außerdem im Ausschuss für Beteiligungen und Controlling, im Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss sowie im Ausschuss für Kultur und Tourismus vertreten. In der Bezirksvertretung Wattenscheid wirkt er als beratendes Mitglied mit.

Seine politische Laufbahn begann unter anderem mit der Mitgliedschaft in der Bezirksvertretung Wattenscheid im Jahr 2020. Seit 2021 gehört er dem geschäftsführenden Kreisvorstand der CDU Bochum sowie dem Vorstand der Jungen Union Ruhr an.

Nach dem Abitur an der Hellweg-Schule Bochum studiert Klapperich seit 2018 Philosophie, Politik und Ökonomik an der Universität Witten/Herdecke. Ein Schuljahr verbrachte er zuvor an der Cathedral High School in Indianapolis in den USA.

Links: Fabian Krömling (Grüne) – Rechts: Stefan Klapperich (CDU)

Kurzinfo Fabian Krömling – Bündnis 90/Die Grünen Bochum

Fabian Krömling, Jahrgang 1993, ist geborener Berliner. Für sein Studium kam er nach Bochum und machte die Stadt zu seiner Wahlheimat. Beruflich ist er heute im Bereich Haus- und Wohnungsverwaltung tätig.

Seit 2019 ist er für die Grünen politisch unterwegs in den Fachbereichen Verkehr, Stadtentwicklung und Digitalisierung. Nach der Kommunalwahl zog er in die Bezirksvertretung Bochum-Mitte ein und wurde dort stellvertretender Fraktionsvorsitzender. 2021 rückte er in den Rat der Stadt Bochum nach.

Seit der Kommunalwahl 2025 gehört Fabian Krömling weiterhin dem Rat der Stadt Bochum an. In der Grünen Ratsfraktion ist er stellvertretender Fraktionsvorsitzender und planungspolitischer Sprecher. Er ist ordentliches Mitglied im Ausschuss für Planung und Grundstücke sowie im Wahlprüfungsausschuss. Darüber hinaus gehört er dem Aufsichtsrat der Stadtwerke Bochum sowie der Emschergenossenschaft an.

Zu seinen politischen Schwerpunkten gehören vor allem Stadtentwicklung, Stadtplanung, Wohnen, Klimaschutz und nachhaltiges Bauen. Dabei beschäftigt er sich mit der Frage, wie sich Bochum weiterentwickeln und gleichzeitig Flächen, Grünstrukturen und Klima schützen kann. Auch die Mobilitätswende sowie bessere Bedingungen für den Rad- und Fußverkehr spielten bereits früh in seinem politischen Engagement eine wichtige Rolle.

Es waren interessante Informationen. Es gab keine rege Diskussion, sondern auch zwischen den Parteiangehörigen aus Grüne und CDU beim Thema Umwelt tatsächlich große gemeinsame Überschneidungen. Im Gespräch ist es auch herauszuhören, dass beim Thema Umwelt alle Parteien scheinbar an einem Strang ziehen mittlerweile.

Fabian und Stefan sind beide Anfang Mitte 30 und gehören zu den jüngeren Politikern in der Stadt. Sie wirken auch sympathisch und gut aufgeklärt. Sie konnten sachlich gut antworten und haben den Podcast von einer knappen Stunde gut gefüllt.

Müllprobleme ist ein Aufreger

Wer verursacht es? Welche Überlegungen gibt es, um ihn zu vermeiden? Was wird getan, damit Pfandflaschen nicht auf den Böden gestellt werden? Wird der Kommunale Ordnungsdienst mehr Befugnisse übertragen? Und so weiter.

Fabian war in der Bezirksvertretung Mitte fünf Jahre. Er bestätigte, dass sich bei Müll und Parken die Gemüter am meisten erhitzen in der Stadt.

Mehr Sauberkeit durch Unterflurcontainer

Mittlerweile gibt es in der Erde eingelassene Container für Glas. Die Standortfrage der Unterflurcontainer ist nicht immer gut möglich. Sie sind auch größer und man muss genau schauen, wie es eingebaut wird, weil auch Grünflächen zerstört werden, weil gut ausgebaggert werden muss. So entstand durch eine Bürgerinitiative bei einem Wohnbereich, die die Zerstörung der Grünfläche bei einem Park verhindern wollte eine Alternativfläche. Da ist es auch in der Politik nötig bei Genehmigungen darauf zu achten.

Die Kosten liegen bei 250000 Euro für das Einlassen in die Erde für das Unterflurcontainerkonzept. Es müssen drei Container für Weiß-, Braun- und Grünglas eingelassen werden. Diese sind größer als die an den Straßen stehenden typisch bekannten Container. Diese wurden bisher an sechs Tagen die Wochen geleert. Das ist ein hoher Kostenfaktor für Transport. Die Unterflurcontainer sind größer, müssen weniger schnell geleert werden und haben noch eine beiläufige Funktion, dass an den Containern weniger Müll befindet, der da nicht hingehört. Die Umgebung wird sauberer. Und durch das größere Volumen der in den Boden eingelassenen Containern sind weniger Transportkosten nötig, was auf die Dauer einsparend wirken wird. Was in den Niederlanden schon länger eingebaut wird, ist endlich auch in Deutschland angekommen.

Flaschenringe um einen Mülleimer

Ein Flaschenring kostet 300 Euro. Das ist ebenfalls ein hoher Kostenfaktor, aber es macht das Stadtbild sauberer. Flaschen werden nicht mehr daneben gestellt, was in dem Moment abgestellter Müll ist und auch zu einem Bußgeld führen kann. Es ist auch für Menschen angenehmer nicht in dem Müllkörben rumzuwühlen, die sich mit Pfandflaschen ein wenig ihren Lebensunterhalt aufbessern. (Das ist schon beschissen, dies überhaupt schreiben zu müssen in einem Staat, der zu den reichsten der Welt gehört…)

Zigarettenkippen und E-Zigaretten sind schwierig

Bei meiner vorherigen Sammelaktion sind von mir wahrscheinlich in 20 Minuten etwa 50 Zigarettenkippen aufgesammelt worden. Ich fing an vor der Tür der Nachhaltigkeitszentrale auf der Hauptfußgängerstraße, die Kortumstraße. Achtlos weggeworfen, im Hinterkopf, dass es ja eh sauber gemacht wird, aber zu dem Zeitpunkt dann das Stadtbild verschlechtert.

Die Kortumstraße wird jedoch einmal Woche mit einem Hochdruckreiniger gesäubert. Nur sieht man nichts davon. Leider.

Die Menschen, die Zigarettenkippen wegwerfen ist nicht bekannt, dass 40 Liter Grundwasser mit einem einzigen Filter verseucht werden. Das ist wie ein Tropfen Öl aus dem Auto.

Was in Spanien funktioniert mit einem Landesgesetz auf öffentlichen Plätzen ein Rauchverbot zu erlassen, ist in Deutschland kaum möglich. Wobei Spanien auch durch Waldbrände einen erhöhten Beitrag dagegen leisten muss. In Deutschland ist das eine Frage der Zeit.

Schlimmer sind die E-Zigaretten. In ihnen steckt Mikroelektronik. Wenn sie weggeworfen werden, können sie sich auch entzünden. Verbaut sind wichtige Metalle, die der Wiederverwertung zugeführt werden können. Aufklärung ist also insgesamt wichtiger denn je. Dafür hab ich das Projekt AufGEraucht von Sybille Hellier vorgeschlagen, die in Schulen gehen wird und Vorträge darüber hält.

Bochum mit touristischem Blick

Kurz vorher bin ich zwischen Technischem Rathaus und der Volkshochschule und Stadtbücherei in Richtung Musikschule gegangen und habe in 30 Minuten eine Tasche voll Müll und etwa 50 Zigarettenkippen gesammelt. Was ich dann auch zeigen konnte. Als Bochumer schäme ich mich für die Ecke. Als Tourist würde ich mich ekeln und einfach nicht beachten, weil woanders auch Müll rumliegt oder einfach nicht den Blick dafür haben oder mich fragen, warum hier keiner was sauber macht. In einer Ecke lag ein Haufen Müll, den ich über den Mängelmelder angab und der auch mir nach etwa zwei Tagen über die Stadt meldete, dass es beseitigt wurde. Dafür kann er hilfreich für viele Probleme genutzt werden. Viele andere Städte haben ihn schon eingerichtet:

https://maengelmelder.Bochum.de

Beide Poltiker bestätigen, dass es auf die Sichtweise von einzelnen ankommt, wie sauber Bochum wirkt. Kommt ein Berliner, ist es in Bochum sauberer. Kommt ein Berchtesgadener findet er es schmuztig. Beide hatten Urlaub in Polen gemacht und es dort sauberer empfunden. Dadurch, dass ich oft dort bin, kann ich es in den Großstädten, wie Krakow oder Gdansk auch bestätigen. Die Bahnhöfe sind generell so sauber, dass man vom Boden lecken kann. In Bochum oder Dortmund ist man einfach nur froh schnell aus dem Dreck rauszukommen, der auf den Bahnsteigen rumfliegt. Kein schöner Anblick. Aber das sind die Menschen. Die machen diesen Dreck. Es müssen also Richtlinien und Verbote, sowie erhöhte Bußgelder ausgegeben werden, damit die Menschen endlich verstehen, dass es falsch ist, die Umwelt mit ihrem Plastik, den Kippen und leeren Flaschen zu belasten. Es kostet uns Steuerzahler am Ende mehr in den Abgaben.

Überschneidungen der Parteien

Stefan und Fabian haben Überschneidungen in en Maßnahmen, die gemacht werden können. Es sind schon viele gute Kompromisse gelöst worden, obwohl die Parteien unterschiedliche Standpunkte haben.

Die CDU setzt hier auch auf eine bessere Bildung. Mehr Investitionen in die Schulen. Die Grünen wollen mehr Verbindung zum Klimaschutz. Beide Dinge schließen sich ja gegenseitig nicht aus, sondern haben dort erst recht viele Überschneidungen. Die Kinder von heute in den Schulen sind schließlich die verantwortungsvollen Erwachsenen von Morgen.

Engagement zahlt sich aus

Umso wichtiger ist es allgemein zu sagen, dass es wichtiger denn je ist sich in Vereinen oder auch Parteien zu engagieren um eine lebenswerte Stadt zu kreieren und erhalten.

Ohne Engagement ist nichts zu bewegen. Das fängt schon bei einem selbst an. Auf der Couch, vor der Computertastatur kann man sich über viele Dinge aufregen, Hass und Kritik ausüben, aber das ändert nichts da draußen für einen selbst. Projekte in Umwelt oder für Demokratie unterstützen oder anstoßen, dass kann auch individuell geschehen oder unterstütz werden. Ich habe es mit meinem Kunstaktionsprojekt „Flaschengefühle“ allein geschafft etwas anzustoßen, darüber kritisch zu reden, drüber nachzudenken und sich selbst zu sensibilisieren, Müll aus der Stadt zu verbannen.

Du bist dran, was du machen kannst. Also engagiere dich. Es ist nie zu spät!

Das ist das Schlußwort auch von beiden jungen Politikern gewesen. Mal sehen, wie es in Dortmund die Tage im Welthaus wird, wo die Ausstellung auch stattfinden wird im Rahmen der IGA 2027. Dort allerdings kann ich keinen Podcast so kurzfristig aus dem Boden hinbekommen mit Dortmunder Politikern. Mal sehen.

DANKE AN

Ein großer Dank erstmal ging an Bochum Marketing GmbH, die mir die Möglichkeit gaben in der Nachhaltigkeitszentrale das Projekt „Flaschengefühle“ wieder zeigen zu können. Die Ausstellung selbst ist interaktiv mittlerweile von der Gestaltung geworden und immer erweiterbar bei mittlerweile fast 6000 fotografierten Flaschen, Tetra-Paks und Dosen im öffentlichen Raum. Und ein großer Dank an die beiden Kommunalpolitiker Stefan Klapperich und Fabian Krömling, die sich die Zeit genommen haben mitzumachen, sowie auch die Organisatoren der CDU und Grünen, die es möglich gemacht haben sie beide zu organisieren in der Kürze der Zeit. Eine Wiederholung ist jederzeit überall möglich – egal in welchem Stadtbezirk und welcher Stadt. Das Problem Müll begleitet uns leider überall!

Hinweis für die nächste Flaschengefühle Ausstellung:

13.8. im Welthaus von 16 – 17 Uhr Vernissage, ab 17 Uhr Vortrag von Sybille Hellier zum Thema Zigarettenkippe mit ihrem Projekt AufGEraucht. Am 15.8. von 11-13 Uhr Workshop: Basteln mit Müll. Finissage ist am 20.8. mit Vortrag zum Thema „Flaschengefühle – Vermüllung der Stadt“

Haltet Eure Stadt und Umwelt sauber!

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Weiterführende Links

Stefan Klapperich (CDU) – Ratsmitglied in Bochum
https://www.cdu-bochum.de/person/127/Stefan-Klapperich

https://www.bochum.de/Rat-der-Stadt-Bochum/Mitglieder-des-Rates/Stefan-Klapperich

https://www.facebook.com/share/r/1EqSgs32Cv/

https://www.instagram.com/stefanklapperich?igsh=MW90aHFka3ZpbmFlYw==

https://www.cdu-bochum.de/

***
Fabian Krömling (Grüne) – Ratsmitglied in Bochum

https://www.bochum.de/Rat-der-Stadt-Bochum/Mitglieder-des-Rates/Fabian-Kroemling

https://www.instagram.com/fabian7727?igsh=aXlpN2gzeGFpamdl

https://gruene-bochum.de/

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https://maengelmelder.bochum.de

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Erstes Flaschengefühle Projekt 2023 :
https://www.ruhrpottologe.de/das-politische-gespraech-zur-vermuellung-der-stadt-bochum-im-rahmen-der-gefoerderten-ausstellung-flaschengefuehle-i-video-i-podcast/

Drei Erlebniswelten zwischen Karls Erlebnis-Dorf, Manifesta mit Kunst in Kirchen und schwarzen Nächten im Krimi I +Podcast I +Videopodast

In der 140. Folge von „Ruhrpottologe unterwegs im Ruhrgebiet“ geht es um drei ganz unterschiedliche Erlebniswelten, die eines gemeinsam haben: Der Wandel im Ruhrgebiet und überall ist irgendwie auch ein Teil von mir dabei.

Erlebnis-Welt 1: Karls Erlebnis-Dorf in Oberhausen

Ich nehme Euch in dieser Folge mit zum neuen Karls Erlebnis-Dorf in Oberhausen, wo Erdbeeren, Currywurst und Familienfreizeit auf Ruhrgebietskultur treffen, und wo ich das einmalige Curryversum meine Stimme verleihen konnte. Und wie ich dadurch auch für die Interpretin Nima Lindner als Tipp für den neuen Currywurstsong exklusiv für den Oberhausener Park empfohlen habe und sie es nun auch tatsächlich geworden ist.

Erlebnis-Welt 2: Manifesta 16+ Ruhr

Danach führt der Podcast zur einmaligen Manifesta 16+ Ruhr, die ehemalige Kirchen in Bochum, Essen, Gelsenkirchen, Duisburg und weiteren Städten zu Orten für Kunst, Begegnung und neue Nutzungsideen macht. Hier bin ich mit drei Kunstwerken in der St. Franziskuskirche in Bottrop zusammen mit Künstler und Künstlerinnen vom Künstler Kollektiv Bottrop dabei.  Einen ausführlicheren Beitrag über die Manifesta folgt.

Erlebnis-Welt 3: Spionagekrimi von Sabine Hofmann

Als dritte Station steht Sabine Hofmanns Spionagethriller „Weiße Westen, schwarze Nächte“ aus dem Aufbau Verlag im Mittelpunkt. Der Roman entführt uns ins Jahr 1966 nach Essen.

Die Atmosphäre ist schon getränkt durch die Anfänge des Strukturwandels erste Schließungen von Zechen, den Aufbau der Verkehrswege im Ruhrgebiet, sowie das schleichende Ende vom Wirtschaftswunder der 1950er Jahre und das Aufbegehren der Kinder gegen ihre Eltern, die von den Gräueltaten der  Nationalsozialisten unter Hitler und ihrem eigenen Tun weiterhin schweigen.

Dort tummeln sich im Kalten Krieg zwischen den Kommunisten im Osten und den Kapitalisten im Westen große Spionagefälle. Warum diesen nicht mal im Ruhrgebiet zwischen den großen Industrieanlagen und den Villenbesitzern spielen lassen.

Im Roman spiel ich keine Rolle, aber ein Jahr zuvor habe ich mit Sabine Hofmann einen Podcast über ihre in Bochum spielende Krimireihe, die kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gemacht. Ich bin mit ihr durch Bochum mit dem Rad gefahren. An wichtigen Recherche – Punkten des Romans Trümmerland sind wir stehen geblieben. Am Ende verriet sie mir, dass sie an einem Spionageroman arbeite, wo eine Einbrecherin eine Heldin werden wird und dieser nicht in Bochum, sondern in Essen spielen soll.

So bin ich indirekt und direkt mit allen Orten in Verbindung gekommen und mache einen Streifzug mit Informationen und persönlichen Erlebnissen eine Erlebniswelt in dem 140. Podcast von „Ruhrpottologe unterwegs im Ruhrgebiet“ auf, der in Oberhausen, Bottrop und Essen spielt.

Eine Anekdote habe ich jedoch. Dieser Podcast ist unter erschwerten Bedingungen gemacht worden. An einem Sonntagabend, sollte er einfach nur eingesprochen werden und dann hochgeladen werden. Aber da die Festplatte im Handy voll war, ohne das ich das bei der Aufnahme bemerkt habe, musste ich alles nochmal neu einsprechen. Und da es schon zu später Stunde war, es war einfach nur warm und es war schon nach 21 Uhr, wurde es beim zweiten Mal nicht besser. So habe ich dann leider doch alles mit den ersten vorhandenen 20 Minuten mit dem zweiten zusammenschneiden müssen. Als ich um 5 Uhr das Licht des Tages erblickte und mich zu Bette bewegte, wußte ich. Der Blogbeitrag muss warten. Ich bin erstmal fertig mit der Welt. Also verzeiht mir, wenn dies jetzt hier mit allen Links etwas verspätet kommt. Denn der nächste Podcast folgt sogleich und mein Steuerordner für das Finanzamt muss auch noch fertig gestellt werden.

Ihr bekommt von allen drei Erlebniswelten noch einen gesonderten Beitrag mit den entsprechenden Links, die ihr hier schon aufrufen könnt.

Jetzt viel Spaß beim Gucken und oder Hören:

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Tinnef – ein Ruhrpottwort? I Seine vielseitige Bedeutung und fremde Herkunft I +Video I +Podcast

Was bedeutet Tinnef und kommt das Wort wirklich aus dem Ruhrgebiet?

Tinnef stammt aus dem Ruhrgebiet! So meint wahrscheinlich die Mehrheit. Das Wort klingt nach Ruhrgebiet, aber die Herkunft und die Bedeutung war und ist eine andere. Damit räume ich jetzt auf:

Der folgende Text ist zu hören im Podcast und sehen im Video:

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Wenn man eine Urlaubsreise tut, kauft sich jeder Tinnef fürn Kühlschrank, anne Wand oder wat irgendwann inne Müllverbrennung landet.

Oft genug kommt der Ehemann nach Hause, weil er aufm Flohmarkt alten Kram so toll findet und die Olsche krakelt dann:

„Hömma, Ollen! Wat hasse widda da fürn Tinnef gekauft? Is kein Platz mehr inne Schränke!“

Das sie selbst allerdings den sterbenden Schwan aus Porzellan von Meissen in der Vitrine hat, tut nichts zur Sache. 

Wer braucht so was Unschönes? Wenn es wenigstens Wert hätte. Also älter als vielleicht 100 Jahre und mindestens einen Weltkrieg unbeschadet überstanden hat.

Im Ruhrgebiet hört man oft solche Sätze. Ein Tedi, Kik und Temu haben oft mehr von dem unnützen Zeug auf Lager. Aber es wird gekauft, sonst würde es niemand herstellen.

Auch eine Lügengeschichte hat viel Potenzial, um als Tinnef bezeichnet zu werden. So wie meine Geschichte um die Küchengerätehersteller – Familie Neff und die Tochter Tine, die sich im Herd versteckt haben, aber nie wieder gefunden wurde, die ich auf der Bühne bei Benjamin Eisenbergs „Comedy im Saal“ vor einigen Jahren zum Besten gab.

Aber Unsinn oder Kitsch ist nicht der Ursprung des Wortes, das in ganz Deutschland bekannt ist. Es kommt nicht aus dem Ruhrdeutschen. Es ist hier nicht heimisch, auch wenn es sich so anfühlt. Leider muss ich mit dem Mythos aufräumen. Du findest es hier oft im typischen Sprachgebrauch, aber es wird in Hamburg, in Berlin, in Hannover, sowie in Köln, aber auch in München gesagt, wenn es dort auch weit aus weniger als in Köln ausgesprochen wird.

Im Rheinischen ist es sogar mehr zu hören als anne Bude umme Ecke. Viele denken vielleicht, das es dort entstanden ist, weil anne Bude kann man auch Tinnef kaufen.

„Anne! Hasse ma son Tinnef, wat ich verschenken tun kann. Hab den Hochzeitstach wieder fast vergessen und wollt ohne nix nich nach Hause gehn, weisse Bescheid.“

Anne hat immer wat da. Die hilft immer. Und wenn es nur ein buntes Osterei ist zu Weihnachten.

Tinnef klingt wirklich kernig, direkt und nach typisch Ruhrpott. Die Frage, woher es stammt gehe ich in meinem Video aus der Reihe „Ruhrpott-Dialekt erklärt“ auf den Grund und fange mit einer kleinen Geschichte an, die ich bei Benjamin Eisenberg bei Comedy im Saal erzählt habe:

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Woher stammt Tinnef eigentlich?

Kurz gesagt : Aus dem Hebräischen.

Mal wieder kommt ein Wort aus dem jüdischen Sprachgebrauch und mal wieder wurde der ursprüngliche Begriff von tinnuf über Tinneph zu Tinnef durch die Jahrhunderte verändert von einem eher schlimmen Wort des Jiddischen zu einem anderen schlimmen Wort über die Gaunersprache, dem sogenannten Rotwelschen.

Denn richtig übersetzt war tinnuf aus dem hebräischen Schmutz oder Kot das Ursprungswort.

Ein bisschen Mittelalter-Geschichte

Im Mittelalter wurden Juden in Ghettos gesteckt. Stadtbereiche, die nur für sie gedacht waren. Für Christen waren die Juden der Schmutz der Stadt die eingepfercht gehören. Bis in die Neuzeit hat sich auch dieser Antisemitismus breitgemacht, dass Juden die Brunnen verseucht haben, wenn es Cholera, Ruhr oder Pest gab. Juden waren immer an allem Schuld. Aber damals kannte man noch keine wissenschaftlichen Nachweise. Man suchte Schuldige für das eigene Unvermögen sich sauber zu halten. Wohin dieser im Kopf gewachsene Tinnef ging, nämlich Unsinn, wissen alle: In den Holocaust. Aber ich schweife ab. Im Jiddischen wurde aus dem Hebräischen die Schrift etwas verändert. Tinnuf wurde zu Tinneph. Und jetzt passierte auch bei der Anwendung des Wortes ein Wandel.

Juden konnten nur bestimmte Berufe ausüben. So gingen sie als Händler von Ort zu Ort und tatsächlich machten sie hier und da Geld mit Kurzwaren oder billigen Plunder, sowie gebastelten oder geschnitzten unnützen Zeug, also billigen Ramsch, der auch gekauft wurde, um andere eine Freude zu bieten. Die Juden hatten nichts zu lachen allerorten und so konnten sie aber dafür Geld zum Überleben für die Familien verdienen. Das jüdische Wort mit ph ging dann auch in den normalen Sprachgebrauch in ganz Deutschland über. Natürlich gibt es Anwandlungen je nach Dialekt.

Es gab auch sogenannte Tinfläden, also Tinnefläden. Holzhäuser, wo hinten die Familien gewisse Artikel zusammenbauten und vorne an der Ladentheke verkauften.

Das Wort ‚Tinnef‘ kam in alle Bereiche des Deutschen Reiches als ein Begriff für Ramsch.

Auch der alte Konrad Duden hat dieses Wort aufgenommen in seine Rechtschreibbibel der Deutschen Sprache. Darin heißt es: wertloses Zeug, Kram, Plunder“ und „Unsinn“. Das ungewöhnliche Wort war und ist bis heute im Einsatz, wer in Souvenierläden, bei Tedi, KIK und Co geht.

Im Internet bei Temu kann es ein Gegenstand sein, der wahrlich nichts taugt zu irgendwas, aber billig ist und heute aus dem fernen asiatischen Ländern kommt. Ein ansehnliches Foto lässt den Klick mit dem Finger schneller zu als man denkt. Die billige Herstellung verpestet die Umwelt mit giftigen Farben und ist oft  nur Schrott. Da kannste sagen:

„Schmeiß wech den Tinnef! Und kauf da nich widda son Mist! “

Oder aber es geht um die erwähnte Geschichte von der Tochter des Herstellergründers von Küchengeräte Carl Andreas Neff.

Tine, war die Schwester der Nachfolger Arnold Wilhelm und Heinrich. Sie hat sich in der Fabrik in Bretten in einen Ofen vor ihrem Vater versteckt. 1877 startete der Schlossermeister die Produktion für Herde und Öfen mit sechs Gesellen.

Sie tauchte jedoch nie wieder auf bei den Neffs. Entweder haben die Brüder eine Lausbubenstreich gespielt, um sie loszuwerden oder es war ein dummer Zufall, das der Herd ausgerechnet ins ferne Berlin wanderte. Jedenfalls konnte sie sich nicht mehr erinnern, woher sie kam, weil sie durch den Sauerstoffmangel während des Transports das Bewusstsein verlor und auch Gedächtnislücken aufwies. Sie kam in ein Waisenhaus und lebte bis an ihr Lebensende als Kochgehilfin beim Kaiser Wilhelm im Schloss von Berlin.

Tinnef oder Nicht – Tinnef, das ist hier die Frage

Die Geschichte klingt glaubhaft, ist aber Tinnef. Eine unsinnige Geschichte. Aber Neff gibt es bis heute trotz einer Insolvenz im Jahre 1982. Die Tine gibt es nicht. Neff ist heute eine der größten Hersteller der Welt für hochwertige Küchengeräte. Durch die Insolvenz wurde sie übernommen von dem BSH GmbH Konzern (Bosch und Siemens Hausgeräte). Noch heute werden in Baden-Württemberg in Bretten hochwertige Küchengeräte auf 105000 m² hergestellt.

Es sieht so aus, als wenn es ein eingeborenes Wort ist, und es klingt so schön Ruhrpottisch. Aber es hat durch die Zeit von Schmutz und Unrat über minderwertige Waren, wertloses Zeug und unsinnigen Lügengeschichten den Weg in die Sprache vom Hebräischen über dem Jiddischen, der Gaunersprache, dem Rotwelschen heute zu uns in die gesamte deutsche Sprache gefunden.

Wir benutzen das Wort jiddischer Herkunft so selbstverständlich, ohne zu wissen, dass es ursprünglich von dort kommt. Es passt so sehr ins Klischee im Ruhrpott geboren worden zu sein als Wort.

Hier sagt jeder sofort, was ihm nicht gefällt. Ob auf liebevolle, bitterernste oder scherzhafte Art, Tinnef verfehlt nie seine Wirkung im Gespräch. Es zeigt sofort, was von dem Gesagten oder Ramschteil gehalten wird.

Aber Tinnef kann auch ein emotionaler Gegenstand sein. Als ich das Video gedreht hatte, hatte ich kurz danach meine Mutter verloren nachdem mein Vater ein Jahr zuvor starb. Ich musste die elterliche Wohnung aufräumen und besenrein machen.

Meine Eltern liebten nicht jeden Tinnef. Aber gefunden habe ich dennoch viele. Durch die emotionale Verbindung der Familie, habe ich viele Dinge erstmal behalten. Trauerarbeit habe ich ganz allein bewältigen wollen damit. Noch nach Jahren schlummern einige in Kisten im Keller, oder sind hier und da in der Wohnung gelandet, weil ich mich von dem Tinnef immer noch nicht trennen kann, wie die kitschigen Engel oder eine geschnitzte Holzeule, die in der Wohnzimmervitrine stand. Die starrt jetzt im Schlafzimmer auf mich.

Manchen Tinnef kaufe ich natürlich auch im Urlaub. Einen kitschigen Kühlschrankmagnet von dem Ort, wo ich gerade bin, ist ein Muss geworden. Oder auch eine Schneekugel mit dem Namenszug Ruhrpott mit einem Fördergerüst, sowie eine alte Grubenlampe zieren meinen Raum. Kunst in Form von Skulpturen oder Bildern hängen an den Wänden oder liegen auf Regalen.

Viele würden das als Tinnef bezeichnen, besonders, die damit nichts anfangen können, was aber Kunst ist. Würde ich den Löffel abgeben, würde meine Frau entweder den Container bestellen oder den Tinnef behalten, weil sie emotional mit mir darüber verbunden wäre.

So ist Tinnef nicht gleich Tinnef. Was für den einen wertloser Ramsch ist, ist für den anderen das wertvollste im Leben. Es ist nicht immer gleich wertloser Ramsch und schon gar nicht ein Wort aus dem Ruhrgebiet. Es liegt im Auge des Betrachters.

Jetzt liebe Leser und Leserinnen, seid mal ehrlich zu euch. Wir haben alle irgendwo in der Schublade, im Schrank, in der Vitrine oder im Keller Tinnef stehen, wo ein anderer wiederum sagen würde :“Wat willste mit dem ganzen Tinnef?“

Nach mir die Sintflut! Dann ist es egal, wohin damit. So denken bestimmt alle jetzt. Aber ihr denkt bestimmt anders nun darüber.

Ob etwas Tinnef ist, liegt also manchmal im Auge des Betrachters.

Und das fälschlicherweise genannte Ruhrpottwort Tinnef zeigt, dass die Sprache, der Regiolekt, wie die Sprachwissenschaft das Ruhrdeutsche bezeichnet, viele Begegnungen, Veränderungen und eine lange Reise mitgemacht hat, um in der heutigen Bedeutung nicht nur im Ruhrgebiet gelandet zu sein.

Fazit

Tinnef stammt nicht vom Ruhrpott, nicht aus einer Arbeitersiedlung oder aus dem tiefen Stollen eines Bergwerks, sondern hat seine Wurzeln in der alten hebräischen Sprache und wurde durch Handelswege zu uns gebracht. Vom Schmutz und Dreck hin zu Kitsch und Unsinn.

Die Ruhrpottler haben sich das Wort mit einem eigenen Klang angeeignet in der Umgangssprache. Im Ruhrgebiet fühlt es sich an, als stammt es von hier!

Dat is kein Tinnef. Ich behaupte es auch nich, sondern so iset!

Glück auf

Weiterführende Links zum Wort „Tinnef“ :

Duden – Bedeutung, Rechtschreibung und Herkunft

Der Duden erklärt die Bedeutungen „wertloses Zeug“ und „Unsinn“ sowie die Herkunft aus dem Jiddischen und Hebräischen.

Jüdische Allgemeine – „Billiger Tinnef“

Ein ausführlicher und lesenswerter Beitrag über die sprachliche Entwicklung des Wortes vom Hebräischen über das Jiddische bis in die deutsche Umgangssprache.

Ruhrgebietssprache.de – Tinnef im Ruhrdeutschen

Hier wird „Tinnef“ als Ausdruck für dummes Zeug und Unsinn im Sprachgebrauch des Ruhrgebiets vorgestellt.

Wiktionary – Bedeutung, Aussprache und Synonyme

Der Eintrag enthält Bedeutungen, Aussprache, grammatische Angaben, Synonyme und Übersetzungen.

Duden – Synonyme für Tinnef

Eine Übersicht über ähnliche Begriffe wie Kram, Plunder, Ramsch oder Schund.

Jüdische Allgemeine – Sprachgeschichten

Eine Sammlung über deutsche Alltagswörter mit hebräischen oder jiddischen Wurzeln, darunter auch „Tinnef“, „Zoff“, „meschugge“ und „Tacheles“.

Entrüstung im Quasselkommpott I Ruhrgebiet erklärt #39 I +Podcast I +Videopodcast

Zwischen Geschichte, Strukturwandel und dem ganz normalen Wahnsinn

Ruhrgebiet erklärt – Quasselkompott Folge 39

Zwischendurch muss auch mal debattiert, ausgekotzt und gemeckert werden. Im lockeren Gespräch zeigen wir, was das Ruhrgebiet eigentlich ausmacht: Ehrliche Diskussionen, unglaubliche persönliche Geschichten, ein Blick zurück in die Vergangenheit und natürlich jede Menge aktuelle Themen.

Genau darum geht es im neuesten Quasselkompott von Ruhrgebiet erklärt, das wir alle paar Wochen machen zum Ausruhen. 

Wir springen von Thema zu Thema – ganz so, wie es bei einem guten Gespräch am Küchentisch eben passiert.

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1962 – Als das Ruhrgebiet Arbeitskräfte brauchte

Anfangs nehmen wir nach längerem Ausfall uns wieder die Chronik des Ruhrgebiets vor und schauen kurz ins Jahr 1962. Damals herrschte nahezu Vollbeschäftigung. Die Industrie suchte händeringend Arbeitskräfte, weshalb tausende sogenannte Gastarbeiter durch Werbung im Ausland, aus Italien, Spanien und Griechenland ins Ruhrgebiet kamen.

Viele arbeiteten unter schwierigen Bedingungen. Sprachbarrieren, schlechte Unterkünfte und Vorurteile gehörten leider oft zum Alltag. Gleichzeitig wurde deutlich, wie unverzichtbar diese Menschen für den wirtschaftlichen Erfolg des Ruhrgebiets waren.

Ein Thema, das – so stellen die beiden Podcaster fest – auch heute noch erstaunlich aktuell wirkt.

Persönliche Erfahrungen mit Vorurteilen

Eindrucksvoll wird die Folge, als Jack Tengo von einem eigenen Erlebnis berichtet.

Bei einem Vorstellungsgespräch wurde er aufgrund seines Nachnamens zunächst für einen ausländischen Bewerber gehalten. Noch bevor überhaupt über seine Qualifikationen gesprochen wurde, ist er ein Pole, der für die Firma wahrscheinlich Fördergelder hätte geben können als billige Arbeitskraft. Vorurteile sind nicht nur bei ihm, sondern passieren jeden Tag, auch im Multikulti-Ruhrgebiet.

Eine Geschichte, die zeigt, dass Diskriminierung nicht nur ein historisches Thema ist, sondern viele Menschen auch heute noch betrifft.

Wenn Social Media zum Minenfeld wird

Ein weiteres Thema ist mein Video, in dem ich einen illegal angebrachten politischen Aufkleber von einem Verkehrsschild entferne, und dafür von Rechts einen Shitstorm ernte. 

Die Folge:

  • zehntausende Aufrufe
  • tausende Kommentare
  • heftige Diskussionen
  • zahlreiche persönliche Angriffe

Dabei geht es weniger um Parteipolitik als um die Frage, wie respektvoll gesellschaftliche Diskussionen heute noch geführt werden können und dass nun mal nach dem Straßenverkehrsrecht §33 keine Verkehrsschilder, egal von welcher Partei oder einem Fußballverein, Aufkleber beklebt werden dürfen..

Strukturwandel hört niemals auf

Natürlich kommt auch das Ruhrgebiet selbst nicht zu kurz.

Gesprochen wird unter anderem über:

  • den Abriss markanter Fördergerüste, wie der drohende Abriss von Zeche Ewald Schacht 3 in Oer – Erkenschwick oder Schacht Lerche, dem Golfschläger.
  • den Wandel ehemaliger Zechenflächen
  • neue Gewerbegebiete
  • Wasserstoff- und Energiethemen
  • den Erhalt bergbaulicher Denkmäler

Wir wollen im Podcast deutlich machen :

Der Strukturwandel ist kein abgeschlossenes Kapitel, sondern findet bis heute jeden Tag statt.

Fußball, Podcasts und Ruhrpott-Alltag

Zwischendurch wird es typisch Ruhrgebiet:

  • Schalke 04
  • Rot-Weiss Essen
  • Oberhausen
  • neue Ruhrgebiets-Podcasts
  • Barrierefreiheit
  • Vereinsarbeit
  • Kunst im Ruhrgebiet
  • Bauernmarkt statt Supermarkt

Gerade diese Mischung macht den Reiz des Quasselkompotts aus. Man weiß nie genau, wohin das Gespräch führt – langweilig wird es nie.

Fazit

Unser Quasselkommpott ist keine klassische Geschichtsstunde.

Er ist vielmehr ein Blick auf das Ruhrgebiet, wie es wirklich ist mit Erinnerungen, Veränderungen und Menschen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen.

Zwischen Humor und Ernst entsteht ein Gespräch, das zeigt, dass Geschichte nie abgeschlossen ist, sondern bis heute nachwirkt.

Wichtige Links zu den angesprochenen Themen:

Chronik-Thema 1962: Gastarbeiter im Ruhrgebiet
Industriekultur & Strukturwandel
Empfohlene Podcasts
Zwischen Pütt und Pilsken
 
Deutschland 33/45 – Der Geschichtspodcast
Kunst & Kultur
Kunstgemeinschaft Bottrop 1969 e.V.
 
RWW – Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft
 
Barrierefreiheit
Barrierefrei – Sei mit dabei e.V.
 

Im Gespräch erwähnt

 
Herbert Grönemeyer
 
Hape Kerkeling

Ruhrgebiet entdecken

  •  Route Industriekultur 
  •  Zeche Zollverein 
  •  Bochumer Verein 
  •  Schacht Lerche 
  •  Kraftwerk Scholven 
  •  Zeche Westerholt 
  •  Zeche Ewald 
  •  Rot-Weiss Essen 
  •  FC Schalke 04 

Stolpersteine Ruhrgebiet – Das umstrittene Video auf Facebook:

https://www.facebook.com/share/r/1DCjtjzpUk/

Der Paragraph:

§ 33 StVO: Verkehrsbeeinträchtigungen – Bußgeldkatalog 2026

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Im Podcast erwähnt
Ruhrgebiet erklärt
 
Ruhrpottologe
Ruhrpottologe bei Patreon
Hitradio Ruhr
 

Glück auf!

André Brune & Jack Tengo
Ruhrgebiet erklärt 🎙️🖤⚒️

Herten & Gelsenkirchen ihre Zeche Westerholt I Ruhrgebiet erklärt Folge 38 I +Podcast I +Videopodcast I +Videos

Das Bergwerk Lippe hat zwei Städte verbunden: Herten und Gelsenkirchen. Die Zeche Westerholt war weit über 100 Jahre ein Schwergewicht von Zeche und prägte den Gelsenkirchener Norden mit der Kokerei Hassel und den Stadtteil Westerholt und machte auch Herten dadurch zu einer Stadt durch den Zuzug von Bergleuten. Wir erzählen die bewegende Geschichte und die Zukunft des alten Zechengeländes, das transformiert zu Neue Zeche Westerholt in unserem Podcast:

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Gerade der Blick auf das Gelände der ehemaligen Zeche Westerholt kann das Ruhrgebiet wunderbar erklären. Sie liegt genau auf der Grenze von Herten und Gelsenkirchen. Sie ist ein Ort der gemeinsamen Geschichte von Aufstieg zur Stadt unter Arbeit und der Modernisierung der Abbautechnik, wie auch den Niedergang und Neustart. Sie erzählt mit ihren denkmalgeschützten Mauern und Fördergerüsten die Geschichte vom Start in eine neue Zukunft, wie sie nun heute auch neu und von beiden Städten gemeinsam geschrieben wird mitten im Revier.

Die Alte und die Neue Zeche Westerholt wird mit Jack Tengo gemeinsam in Folge 38 und der siebten und vorerst letzten Folge über Herten mit Humor das spannende Strukturwandelprojekt im nördlichen Ruhrgebiet erklärt.

Eine Zeche zwischen zwei Städten

Die Zeche Westerholt war eine Besonderheit. Während viele Bergwerke klar einer Stadt zugeordnet werden konnten, verlief hier die Stadtgrenze mitten durch das Zechengelände. Schacht 1 stand sogar direkt auf der Grenze zwischen Herten-Westerholt und Gelsenkirchen-Hassel. Über mehr als 100 Jahre wurde hier Steinkohle gefördert, bevor 2008 endgültig Schicht im Schacht war. Damit endete zugleich die aktive Bergbaugeschichte in Gelsenkirchen Die letzte Lore kam exakt am 19. Dezember heraus und teilte neben Herten nun auch Gelsenkirchen: Der Start für was neues beginnt.

Doch der Start aus dem riesigen Gelände etwas neues zu gestalten dauerte lange. Erst 2026, also erst 18 Jahre später wurden von der Bundesregierung und vom Land Nordrhein-Westfalen 56 Mio Euro locker gemacht worden, um endlich den Identifikationspunkt und das Lebenszentrum für tausende Familien eine neue zukünftige positive Perspektive für sie zu schaffen. Der Umbau zu NEUE ZECHE WESTERHOLT mit Gewerbe, mit verbindenden Straßen für Westerholt und Hassel. Ein offenes Gewerbegebiet mit Firmen, Event, Kunst und Bühne, Hotel und Nachhaltigkeit, Aussichtsturm und Restaurants. In einigen Jahren wird man hier ein neues Gelände sehen, das mit den alten denkmalgeschützten Gemäuern eingebunden wurde. 

Noch heute finden sich in den angrenzenden Stadtteilen auf Gelsenkirchener, wie auch der Hertener Seite, viele typische Arbeitersiedlungshäuser aus der Zeit des großen Starts des Kohleabbaus vor Ort. Hier gründeten sich auch Vereine, hier siedelten Gastarbeiter sich an, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts angeworben wurde und auch ihren muslimischen Glauben mitbrachten.

Westerholt und Hassel – Mehr als nur Zechenstandorte

Wie im Podcast vorher schon erzählt und auch gezeigt kann nur wenige Minuten von der Zeche entfernt durch den alten historischen Dorfkern mit seinen engen Gassen in Westerholt gelaufen werden. Neben der Zeche sind in beiden Stadtteilen viele schöne typische Zechenhaussiedlungen erhalten, die es lohnt zu entdecken. Hier bestimmte die Kohle den Lauf des Alltags.

Hier zwischen den Stadtteilen entsteht zwischen Industriekultur und Naturflächen eine neues Zukunftsprojekt. Das ist das Ruhrgebiet im Kleinformat.

Vom Förderkorb zum Zukunftsquartier

Wo früher abgeteuft, die Erde nach oben gebracht wurde, ist heute Schluss. Irgendwann ist das nun mal zu Ende und dann steht die Frage im Raum für jeden: Was wird aus dem Gelände? Und was mit den Menschen, die dort gearbeitet haben?

Die historischen Gebäude sollen erhalten bleiben. Was den Bergmann beim Rein- und Rauskommen vonne Schicht geprägt hat, bleibt erhalten. Doch hier entsteht neues Arbeiten und Wohnen mit nachhaltigen Energieprojekten. Es wird ein spannendes interkommunales Strukturwandelprojekt im Ruhrgebiet.

Die Zeche, der ehemalige Malocherort von Herten und Gelsenkirchen, bleibt eine Verbindung beider Städte und schafft Raum auf den ehemaligen Fließband und Transportschienen, Holzlagerplätzen, Lagerhallen und Werkstätten. Hier entstehen neue Begegnungsorte und Wohnquartiere. Herten und Gelsenkirchen wachsen enger zusammen. Denn früher war die Zeche durch einen Zaun und einer Mauer nicht zu begehen. Es war ein abgeriegelter Ort. Er wird offen für alle Anwohner und Anwohnerinnen sein und Besucher und Besucherinnen zu einem neuen Viertel bringen, das den Strukturwandel im Ruhrgebiet auf besondere Art und Weise zeigen wird.

Erinnerungen an die Kumpelzeit

Viele Menschen verbinden mit Westerholt nicht unbedingt das schmucke alte Fachwerkdörfchen, sondern  eher persönliche Geschichten von Schichtwechseln, Kohlenstaub auf der Arbeitskleidung, dem Leben in den Zechensiedlungen nach und vor der Schicht und dem Zusammenhalt unter Tage.

Noch heute gehören die erhaltenen Fördergerüste zu den markantesten Wahrzeichen im nördlichen Ruhrgebiet und sind auch in der Ferne von jedem Haldehöhepunkt aus zu erkennen. Sie erinnern daran, wie sehr die Region durch den Bergbau geprägt wurde und warum Industriekultur weit mehr ist als alte Gebäude, nämlich ein Heimatgefühl für unsere Region.

Darum geht es in Folge 38

In unserer neuen Podcastfolge sprechen wir über:

  • die Entstehung der Zeche Westerholt

  • die besondere Lage zwischen Herten und Gelsenkirchen

  • die Bedeutung für die Menschen vor Ort

  • das Ende des Bergbaus im Jahr 2008

  • die Zukunft der „Neuen Zeche Westerholt“

Eine Folge über Grenzen, die keine Grenzen sind, über Wandel und darüber, wie das Ruhrgebiet seine Geschichte bewahrt, ohne stehenzubleiben.

Glück auf und viel Spaß beim Hören von „Ruhrgebiet erklärt“ Folge 38!

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Weiterführende und informative Links und Youtube-Videos:

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Weitere Videos:

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Herten seine Zeche Schlägel und Eisen I Ruhrgebiet erklärt Folge 37 I +Podcast I +Videopodcast

Ruhrgebiet erklärt Zeche Schlägel & Eisen in Herten

Schlägel und Eisen ist das bekannte traditionelle Symbol des Bergbaus. Es steht nicht nur für den Steinkohlebergbau und hat eine eigene Geschichte, die im Podcast nur angerissen werden kann. Woher stammte also der Name der Zeche? Das und wie die Zeche die alten Bauernschaften Disteln, Langenbochum und Scherlebeck zu Europas größter Bergbaustadt machte, klären wir in diesem spannenden Podcast.

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Wie veränderten sich die Stadtteile von Herten. Durch den Zuzug vieler Arbeitskräfte hauptsächlich aus dem Osten des Deutschen Reiches siedelten sich viele Menschen hier an. Neue Arbeitersiedlungen entstanden und die Dörfer wurden größer und wurden dann zu Herten eingemeindet.

Wir erzählen über die Entstehung der Zeche Schlägel & Eisen, um die Schächte 1/2, 3/4/7 und 5/6, um Abteufen, Sohlen, Fördergerüste, Kokerei, Zwangsarbeit, Unglücke und den Wandel nach der Kohle. Besonders die heutige Schachtanlage 3/4/7 zeigt, wie Industriekultur weiterlebt: als Denkmal, Gewerbestandort, Parklandschaft, Erinnerungsort und Teil der wunderbaren Allee des Wandels, die ich ja schon entlanggewandert bin mit meiner Frau. Man läuft den Strukturwandel nach von der Halde Hoheward um Herten herum bis Zeche Westerholt und kommt auch an Zeche Schlägel und Eisen nach.

Doch diese Geschichte hat auch dunkle Seiten. Mehrfach kam es auf Schlägel & Eisen zu tödlichen Unglücken und dort gab es auch im Zweiten Weltkrieg die Schattenseite mit dem Ausnutzen von Zwangsarbeitern, die aus den durch die Nazis eroberten Gebieten hauptsächlich aus dem Osten. 

Die Folge erinnert deshalb nicht nur an Technik und Strukturwandel, sondern auch an die Menschen, die unter Tage arbeiteten und ihr Leben riskierten.

Schlägel & Eisen zeigt, was das Ruhrgebiet ausmacht und Herten mit Zeche Ewald und Zeche Westerholt zur Stadt geformt hat: Dörfer wurden zu Industriestandorten, Zechen zu sozialen Mittelpunkten, und aus Arbeitsorten wurden Erinnerungsorte. Es geht nicht um Verherrlichung, sondern um Bewahrung von Geschichte und Geschichten.

Glück auf!

Quellen/Weiterführende Links
 
Industriedenkmalpflege
https://vimeo.com/674836218

Früchteteppich in Langenbochum

Zeche Schlägel & Eisen – Wikipedia 

Zeche Schlägel & Eisen in Herten – Ruhrzechenaus 

Zeche Schlägel & Eisen – Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur 

Zeche Schlägel & Eisen – Regiofreizeit / Kreis Recklinghausen 

Zeche Schlägel & Eisen Schacht 3/4 – Tag des offenen Denkmals 

Neue Perspektiven für die Zeche Schlägel & Eisen in Herten – Regionalverband Ruhr 

Übergabe der Zeche Schlägel & Eisen – Geschichtskultur Ruhr 

Gewerbestandorte in Herten – Stadt Herten 

Stadtgebiet Herten mit Stadtteilen – Stadt Herten, PDF 

Spielplätze in Herten 2024 – Stadt Herten, PDF 

Raumvermietung / Schacht V/VI Scherlebeck – Stadt Herten 

Stadtarchiv Herten – Stadt Herten 

Klub Schlägel & Eisen 

Der Klub Schlägel & Eisen 

Vereine Industriekultur – Stadt Herten 

Tag des offenen Denkmals auf Zeche Schlägel & Eisen – Hertener Allgemeine 

Zeche Schlägel und Eisen 3/4/7 – Deutsche Digitale Bibliothek 

Zeche Schlägel und Eisen 3/4/7 – museum-digital / Deutsches Bergbau-Museum Bochum 

Stadtarchiv Herten – Archive NRW 

Bauakten Schlägel & Eisen ans Stadtarchiv Herten – Archivalia 

Dampfmaschinen-Zeichnungen Schlägel & Eisen – Presse-Service 

Schlägel & Eisen Schacht 1 – Zechenkarte 

Liste der Fördertürme im Ruhrbergbau – Wikipedia 

Unglücke im Ruhrbergbau – Wikipedia 

Ruhrpott-Whisky 

Historisches Oberhausen 

Herten seine Zeche Ewald I Ruhrgebiet erklärt Folge 36 I +Podcast I +Videopodcast

Zeche Ewald in Herten hat eine bewegende Geschichte : Vom schwarzem Gold hin zum Wasserstoff, Halde Hoheward und bleibenden Event -, Tourismus – und Zukunftsstandort.

Von Europas größter Kohlestadt zur Wasserstoffstadt wird von uns im Podcast in Geschichte, Anekdoten von den Anfängen bis zur Gegenwart erklärt. Und wir nehmen auch bei einem bestimmten Thema kein Blatt vor dem Mund. Zum Reinsehen und Hören: 

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In dieser Folge geht es zum fünften Mal nach Herten. Diesmal zur ehemaligen Zeche Ewald. Wir erzählen euch eine bewegende Bergbaugeschichte, über eine Zeche, die knapp 130 Jahre der Stadt und Umgebung von einer Ackerbürgerstadt zur Großstadt verholfen hat und heute hat und heute ein weiteres starkes Symbol für den Strukturwandel im Ruhrgebiet ist.

Wir erzählen euch von der ersten Mutung über Schacht Hilger und was Bergbaubegriffe eigentlich aussagen. Auch über den Malakowturm, Schacht 7, Europas größter Abbauzeche, schwerer Arbeit unter Tage und tragische Unglücke bis hin zur heutigen Nutzung als Eventstandort, dem Besucherzentrum, Wasserstoff-Kompetenzzentrum und dem Eingangstor zur Haldenlandschaft Hoheward.

Früher Kohle, heute Wasserstoff. Früher Maloche, heute Tourismus, Technologie, Events und neue Arbeitsplätze. Herten zeigt, wie aus einer Bergbaustadt ein Zukunftsstandort werden kann mitten im Ruhrgebiet.

Und wir erzählen es euch mit einem Quentchen Humor, so wie der Ruhrpott eben ist mit Selbstironie. Wir wollen nicht einfach über den Alltag labern, sondern das Ruhrgebiet für Interessierte locker näher bringen und sind damit im Moment der einzige Podcast, der das überhaupt macht.

Anreise mit den Öffis

Buslinien nach Zeche Ewald in Herten:

NE7 – Herne Wanne-Eickel Hbf

SB27 – Herten Mitte

SB27 – Marl Mitte

210 – Recklinghausen Marderweg

210E – Herten Mitte

Außerdem ist die Zeche Ewald mit einem Fußweg von ca. 20 Minuten ab Herten Mitte oder Recklinghausen Süd erreichbar.

Bahnlinien in der Umgebung:

S9, RE2, RE41, RE42, S2

Mit dem Auto über die A2 Ausfahrt Herten. Navi einschalten 🤪

Literaturtipps

Wilhelm Hermann, Gertrude Hermann:

Die alten Zechen an der Ruhr.

Verlag Karl Robert Langewiesche.

ISBN 3-7845-6994-3

Wolfgang Quickels, Sibylle Raudies, Eberhard Scholz:

Es war, es wird. Die Zeche Ewald von 1871 bis 2010 in Geschichte/n und Bildern.

1. Auflage.

RDN Verlags GmbH & Co. KG Stefan Prott.

ISBN 3-9810120-3-8

Joachim Huske:

Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier.

Selbstverlag des Deutschen Bergbau-Museums.

ISBN 3-937203-24-9

50 Jahre Gewerkschaft des Steinkohlenbergwerks Ewald, Herten 1871–1921.

Jubiläumsbericht.

Gelsenkirchen, Druck von Carl Bertenburg.

Shownotes / Weiterführende Links

Zechenkarte – Kategorie Zeche Ewald:

https://zechenkarte.de/wiki/index.php?title=Kategorie:Zeche_Ewald

Zechenkarte allgemein:

https://zechenkarte.de

Zeche Ewald – Gelsenkirchener Geschichten Wiki:

https://www.gelsenkirchener-geschichten.de/w/index.php?title=Zeche_Ewald&redirect=no&mobileaction=toggle_view_mobile

Wasserstoffstadt Herten:

https://wasserstoffstadt-herten.de

Zeche Ewald – Günter Pilger:

https://www.guenter-pilger.de/ruhrgebiet_47.htm

Zeche Ewald – Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Zeche_Ewald

Zeche Ewald – regiofreizeit.de:

https://www.regiofreizeit.de/attraktionen/zeche-ewald-herten-ewaldstrasse-273

Zeche Ewald – Ruhrgebiet.TV:

https://ruhrgebiet-tv.weebly.com/zeche-ewald.html

Hertener Allgemeine – „Herten: Vor 25 Jahren schließt Zeche Ewald – ein Rückblick“:

https://www.hertener-allgemeine.de/herten/zeche-ewald-herten-rueckblick-25-jahre-schliessung-stadtplaner-hoffnung-am-tag-der-trauer-w1013047-8000951180/

Chronik von Ewald-Fortsetzung – Bergbaumuseum Oer-Erkenschwick:

https://www.museum-oe.de/geschichte/chronik-von-ewald-fortsetzung/

LostAreas – Zeche Ewald:

https://lostareas.de

Deutsches Rechtswörterbuch zum Begriff „Mutung“:

http://www.drw.hadw-bw.de

Ruhrpottologe #blog :

https://ruhrpottologe.de

Kontakt:

ruhrpottologe@gmail.com

#Ruhrpottologe #ZecheEwald #Herten #Ruhrgebiet #Industriekultur #Bergbaugeschichte #Strukturwandel #HaldeHoheward #Wasserstoffstadt #RuhrpottGeschichte #ruhrpott

Herten seine Sehenswürdigkeiten I Ruhrgebiet erklärt Folge 35 I +Podcast I +Videopodcast

Adel, Bergbau, Fachwerk und Natur ist auf wenigen Schritten quer mitten im Ruhrgebiet in Herten zu entdecken. Passend zu unserer Podcastreihe über Herten wollten wir die Sehenswürdigkeiten kurz aufzeigen und empfehlen in unserer Folge Herten seine Sehenswürdigkeiten. Ob mit dem Rad, zu Fuß oder mit anderen fahrbaren Untersätzen: Herten ist eben ein Besuch wert. Hört rein, dann wird verständlich, was wir meinen:

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Herten ist eine Stadt, die man nicht nur über den Bergbau erklären kann. Natürlich haben Zechen wie Ewald, Schlägel & Eisen und Westerholt die Stadt stark geprägt.

Herten hat noch mehr zu bieten als zwei Wasserschlösser, ein historisches Fachwerkdorf, die größte Haldenlandschaft in Europa, alte Arbeitersiedlungen, historische Wassertürme, eine Vielzahl an Naturorten, Bauernhöfe mit Lebensmitteln oder zum Erleben und Erlernen von Landwirtschaft, Freizeitangebote und auch Zukunftsstandorte.

Diese Bonusfolge ist also ein kleiner Wegweiser durch Herten – für alle, die die Stadt entdecken möchten oder sie vielleicht bisher unterschätzt haben.

Herten kennenlernen mit ein paar kurzen Tipps : Vom Dorf zur Bergbaustadt

Die erste urkundliche Erwähnung Hertens als „Herthene“ stammt aus dem Jahr 1050. Lange war Herten ein landwirtschaftlich geprägter Ort. Adel, Kirche und Bauernhöfe bestimmten das Leben, bevor der Bergbau alles veränderte.

Mit der Industrialisierung kamen die Zechen, neue Arbeitskräfte, Arbeitersiedlungen, Straßenbahnverbindungen und ein starkes Bevölkerungswachstum. Aus einem kleinen Ort wurde eine bedeutende Bergbaustadt.

Heute zeigt Herten an vielen Stellen, wie Vergangenheit und Zukunft nebeneinanderstehen: Schloss und Fachwerk auf der einen Seite, Halden, Zechenrelikte und Wasserstofftechnologie auf der anderen.

Schloss Herten und Schlosspark

Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten ist das Schloss Herten. Es wurde erstmals 1376 erwähnt und entwickelte sich von einem festen Haus zu einem Wasserschloss mit Gräften, Hauptburg, Vorburg und großem Schlosspark.

Über Jahrhunderte war das Schloss mit verschiedenen Adelsfamilien verbunden, darunter die Herren von Herten, von Galen, von Stecke und von Nesselrode. Nach einem Brand im Jahr 1687 wurde es im barocken Stil wiederaufgebaut.

Ab den 1920er Jahren litt die Anlage unter Verfall, durch die Besetzung von französischen Armeeangehörigen, Bergsenkungen und dem Nichtstun der adeligen Besitzer. Erst ab den 1970er Jahren wurde das Schloss aufwendig saniert auf Kosten der Steuerzahler. Aber heute ist es ein bedeutendes Denkmal und wird unter anderem kulturell und auch für eine Tagesklinik für Kinder und Jugendpsychiatrie genutzt.

Der Schlosspark ist ein wunderbarer Ort zum Spazieren, Radfahren, Durchatmen und Entdecken. Besonders sehenswert sind die Wassergräften, die alte Schlossanlage, die Schlosskapelle, die Alleen, die Teiche und die Landart-Installation „Burgenland“ von Nils-Udo, die zur Kulturhauptstadt Ruhr 2010 entstand.

Innenstadt, St. Antonius und Glashaus

Auch die Hertener Innenstadt lohnt sich. Unweit vom Schlosspark entfernt liegt schon die ruhige Fußgängerzone mit Kunstskulpturen im öffentlichen Raum. Im Ortskern steht die Kirche St. Antonius, deren heutiger Bau 1884 im neugotischen Stil nach Plänen von August Hanemann errichtet wurde. Schon vorher gab es an dieser Stelle ein älteres Kirchengebäude.

Das Glashaus Herten wurde 1994 eröffnet und ist heute ein kultureller Treffpunkt mit Stadtbücherei, Bühne, Veranstaltungen, Konzerten und Theater.

Wer durch die Innenstadt geht, kann außerdem den Skulpturenpfad „Kunst am Weg“ entdecken. Dort begegnet man unter anderem Bronzefiguren verschiedener Künstler, darunter dem Heiligen Antonius und die Schweineherde am Otto-Wels-Platz.

Landschaftspark Hoheward und Halde Hoppenbruch

Der Landschaftspark Hoheward ist einer der eindrucksvollsten Orte in Herten und im gesamten Ruhrgebiet. Die Halden Hoheward und Hoppenbruch bilden zusammen eine der größten zusammenhängenden Haldenlandschaften Europas.

Auf der Halde Hoheward stehen der Obelisk als Sonnenuhr und das bekannte Horizontalobservatorium. Von oben hat man einen fantastischen Blick über das Revier.Die Halde Hoppenbruch ist durch ihr Windrad weithin sichtbar. Sie bietet Wege für Spaziergänger, Wanderer und Mountainbiker. Die Halden bestehen aus Bergematerial der umliegenden Zechen und sind heute Orte für Freizeit, Natur, Erinnerung und Industriekultur.

Zeche Ewald und Zukunftsstandort

Am Fuß der Halde Hoheward liegt die ehemalige Zeche Ewald. Die letzte Förderung fand im Jahr 2000 statt. Erhalten geblieben sind unter anderem der Malakowturm von Schacht 1, das Stahlkastenstrebengerüst von Schacht 2, das Doppelbockfördergerüst von Schacht 7, Maschinenhallen, Waschkaue und weitere Gebäude.

Heute ist das Gelände ein Zukunftsstandort für Wasserstofftechnologie und für Events. Industriekultur, Veranstaltungen, Tourismus, Wasserstofftechnologie und Freizeit verbinden sich an einem Fleck mitten im Ruhrgebiet. Mit der Motorworld, dem Besucherzentrum und der Nähe zur Halde Hoheward ist Ewald heute ein wichtiger Anlaufpunkt für alle, die Herten besuchen. Wo früher Kohle gefördert wurde, geht es heute um Strukturwandel und neue Perspektiven.

Ewaldsee und Hertener Mark

Der Ewaldsee entstand im Zusammenhang mit dem Bau der Autobahn A2 und der Nutzung durch die Zeche Ewald als Kühlwasserreservoir. Heute ist er ein Natur- und Spaziergebiet mit Wald, Wasser, Pflanzen und Tieren. Zusammen mit der Hertener Mark bietet der Bereich schöne Möglichkeiten für kurze Wanderungen, Radtouren oder ruhige Auszeiten im Grünen.

Backumer Tal und Copa Ca Backum

Das Backumer Tal ist ein bekanntes Freizeitgebiet in Herten. Dort liegt auch das Copa Ca Backum, ein beliebtes Bad mit Sportbad, Freizeitbad, Sauna, Wellnessbereich, Gastronomie und Freibad.

Es ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und eignet sich für Familien, Schwimmer, Saunagänger und alle, die mal eine kleine Auszeit brauchen.

Aktuelle Öffnungszeiten und Preise sollten vor dem Besuch direkt auf der Internetseite geprüft werden.

Volkspark Katzenbusch und Katzenschlösschen

Im Süden Hertens liegt der Volkspark Katzenbusch, ein Wald- und Parkgebiet für Spaziergänge, Natur und Erholung.

Am Rand des Parks steht das heutige Katzenschlösschen, früher Parkschlösschen genannt. Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Form eines kleinen Schlosses mit Rundturm gebaut und wird heute gastronomisch genutzt.

Die Wassertürme in Scherlebeck

In Scherlebeck stehen zwei markante Wassertürme der Gelsenwasser AG. Der ältere Turm stammt aus dem Jahr 1908, der jüngere aus den 1930er Jahren.

Der ältere Turm gehört zum Typ Intze, benannt nach dem Ingenieur Otto Intze. Er war einer der bedeutenden Wasserbauingenieure des 19. Jahrhunderts und prägte die Entwicklung von Wassertürmen und Talsperren.

Die Hertener Wassertürme gehören zur Route der Industriekultur. Am Tag des offenen Denkmals kann der historische Turm teilweise besichtigt werden. Von oben bietet sich ein schöner Blick in die Umgebung.

Altes Dorf Westerholt

Ein absoluter Höhepunkt ist das Alte Dorf Westerholt. Der historische Ortskern mit seinen vielen Fachwerkhäusern wird oft als „westfälisches Rothenburg“ bezeichnet.

Über 60 gut erhaltene, meist denkmalgeschützte Fachwerkhäuser, kleine Gassen, Inschriften, Vorgärten, Kirche und Schlossumfeld machen Westerholt zu einem der schönsten historischen Ortskerne im nördlichen Ruhrgebiet.

Ein Rundgang durch Westerholt lohnt sich besonders in Kombination mit der Kirche St. Martinus, dem Schloss Westerholt und einer kleinen Pause in einem Café oder Restaurant.

Schloss Westerholt und St. Martinus

Das Schloss Westerholt liegt direkt am Alten Dorf und ist heute Hotel und Restaurant. Eine reguläre Innenbesichtigung ist in der Regel nicht möglich, aber schon der Blick von außen und die Lage am historischen Ortskern machen den Ort sehenswert.

Die Kirche St. Martinus prägt zusammen mit Schloss und Fachwerkhäusern das Ortsbild. Wer Herten besucht, sollte Westerholt unbedingt mit einplanen.

Allee des Wandels und Zechenbahntrasse

Die Allee des Wandels ist ein Fuß- und Radweg auf ehemaligen Bahn- und Zechenverbindungen. Sie verbindet Industriekultur, Natur und Stadtteile miteinander.

Besonders schön ist eine Tour vom Alten Dorf Westerholt über ehemalige Zechenstandorte zur Zeche Ewald und weiter zur Halde Hoheward. Die Strecke zeigt auf engem Raum, wie eng Bergbaugeschichte, Landschaft und Strukturwandel in Herten zusammengehören.

Schlägel & Eisen in Langenbochum

In Langenbochum erinnern noch Gebäude und Anlagen an die ehemalige Zeche Schlägel & Eisen. Auf dem Gelände zwischen Feldstraße und Langenbochumer Straße haben sich heute neue Firmen angesiedelt.

Erhalten sind unter anderem Fördergerüste, Maschinenhäuser, Kaue, Verwaltungsgebäude und weitere Zeugnisse der Bergbauzeit. Die genaue Geschichte der Zeche erzählen wir in einer eigenen Podcastfolge.

Hof Wessels

Der Hof Wessels ist ein besonderer Natur-, Lern- und Erlebnisort in Herten. Nach rund 100 Jahren Bauernhofgeschichte wurde das Gelände von der Hertener Bürgerstiftung übernommen und zu einem ökologischen und sozialen Projekt weiterentwickelt.

Heute ist Hof Wessels ein außerschulischer Lernort für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Es gibt einen Kräutergarten, eine Streuobstwiese, einen Bienenstand, Tierweiden, Anbauflächen und Angebote rund um Naturpädagogik und Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Seit 2021 ist Hof Wessels anerkanntes BNE-Regionalzentrum für den Kreis Recklinghausen. Außerdem gibt es dort eine solidarische Landwirtschaft. Gemüse, Kräuter und weitere Produkte werden biologisch angebaut, allerdings ohne offizielle Bio-Zertifizierung.

Interessierte können sich über Gemüsekisten und Angebote direkt beim Hof informieren.

Bauer Feldhaus

Auch Bauer Feldhaus steht für regionale Produkte und Landwirtschaft in Herten. Im Hofladen gibt es unter anderem Kartoffeln, Milch, Eier, Konfitüre, Honig und Liköre.Ab September wird dort auch das Kartoffelselbstaufnehmen angeboten. Ein schöner Ort für alle, die regionale Landwirtschaft unterstützen möchten.

Weitere Orte in Herten

Herten hat noch viele weitere interessante Orte. Dazu gehören die Volkshochschule in der ehemaligen Villa Schweisfurth, die Rathaus-Galerien, der zentrale Omnibusbahnhof mit moderner Überdachung, die griechisch-orthodoxe Kirche des Heiligen Dimitrios, die Blaue Moschee an der Paschenbergstraße und alte Arbeitersiedlungen wie an der Friedrichstraße in Backum.

Dazu kommen Sportvereine, Radwege, Spazierwege, Gastronomie, Naturflächen und viele kleine Details, die zeigen: Herten ist vielseitiger, als man auf den ersten Blick denkt.

Gute Kombinationen für einen Besuch

Für einen kurzen Rundgang in Westerholt:

Altes Dorf Westerholt → St. Martinus → Schloss Westerholt → Café oder Restaurant im historischen Ortskern

Für einen Industriekultur-Ausflug:

Zeche Ewald → RVR-Besucherzentrum → Halde Hoheward → Horizontalobservatorium → Ewaldsee

Für eine Radtour:

Altes Dorf Westerholt → Allee des Wandels → Zeche Ewald → Halde HohewardFür einen Natur- und Familienausflug:Hof Wessels → Backumer Tal → Copa Ca Backum → Volkspark Katzenbusch

Fußgängerzone Herten Mitte mit der St. Antoniuskirche, den Kunstweg und Wasserschloss Herten und Schlosspark unbedingt verbinden!

Ruhrpottologe – Fazit

Herten ist mehr als eine ehemalige Bergbaustadt. Die Stadt erzählt von Adel und Schlossgeschichte, von Landwirtschaft und Fachwerk, von Zechen und Arbeitersiedlungen, von Halden und Strukturwandel, von Wasserstoff, Natur und Freizeit.

Wer Herten besucht, bekommt Ruhrgebiet in vielen Facetten: historisch, grün, industriell, familiär und zukunftsorientiert. Genau das macht diese Stadt spannend.

Wie schon gesagt: Herten hat wat! Oder einfacher: Heha: Herten hats!

Weiterführende Links / Shownotes

Herten allgemein und Sehenswürdigkeiten

Stadt Herten – Freizeit und Sehenswürdigkeiten: 

https://www.herten.de/stadtleben/freizeitStadt 

Herten-Schlosspark:

https://www.herten.de/stadtleben/freizeit/sehenswuerdigkeiten/schlosspark

Glashaus Herten:

https://www.herten.de/kultur-und-bildung/glashaus

Route Industriekultur 

Zeche Ewald / Zukunftsstandort:

https://www.route-industriekultur.ruhr/ankerpunkte/zukunftsstandort-zeche-ewald-herten/

Landschaftspark Hoheward:

https://www.hoheward.rvr.ruhr/

RVR-Besucherzentrum Hoheward:

https://www.hoheward.rvr.ruhr/rvr-besucherzentrum-hoheward/das-besucherzentrum/

Copa Ca Backum:

https://www.copacabackum.de

Hof Wessels:

https://hofwessels.de

Solawi Hof Wessels 

Kontakt: solawi@hofwessels.de

Bauer Feldhaus:

Ebbelicher Weg 56, 45701 Herten 

***

Westerholt

Ruhr Tourismus – Altes Dorf Westerholt:

https://www.ruhr-tourismus.de/poi/altes-dorf-westerholt/

Schlosshotel Westerholt:

https://www.schlosswesterholt.de/

St. Martinus Herten:

https://stmartinus.de/

Allee des Wandels:

https://www.ruhrgebiet-industriekultur.de/allee-des-wandels/  

Projekt Neue Zeche Westerholt:

https://neue-zeche-westerholt.de/ 

***

 

Weitere Orte und Themen

Wasserstoffstadt Herten:

https://wasserstoffstadt-herten.de

Route Industriekultur:

https://www.route-industriekultur.ruhr/

Ruhr Tourismus:

https://www.ruhr-tourismus.de/

Regionalverband Ruhr:

https://www.rvr.ruhr/ 

 

***

Literaturtipps

Achim Kubiak und Gerlinde Droste:

Herten – Bildband

Erschienen bei der Buchhandlung Droste, 2021. ISBN 978-3-9801008-4-7

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Wilhelm Hermann, Gertrude Hermann:

Die alten Zechen an der Ruhr

Verlag Karl Robert Langewiesche.ISBN 3-7845-6994-3

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Joachim Huske:

Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier

Selbstverlag des Deutschen Bergbau-Museums. ISBN 3-937203-24-9

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Wolfgang Quickels, Sibylle Raudies, Eberhard Scholz:

Es war, es wird. Die Zeche Ewald von 1871 bis 2010 in Geschichte/n und Bildern

RDN Verlags GmbH & Co. KG Stefan Prott. ISBN 3-9810120-3-8  

 

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Kontakt:

Habt ihr Erinnerungen an Herten, Westerholt, Zeche Ewald, Schlägel & Eisen oder andere Orte im Ruhrgebiet? Dann schreibt gerne an: ruhrpottologe@gmail.com

Mehr Ruhrgebietsgeschichten gibt es hier im Blog – bedenket. Alles ist bei mir hier neben der Arbeit. Manchmal dauert ein Beitrag auch ein paar Tage länger.

 

Kapaaftig im Quasselkommpott I Ruhrgebiet erklärt Folge 34 I +Videopodcast I +Podcast

Manchmal braucht es keine große Stadtchronik, keine Jahreszahlen und keine sauber sortierte Themenliste. Manchmal reicht ein guter Quasselkommpott: ein bisschen Ruhrgebietssprache, ein bisschen Alltag, ein bisschen Erinnerung, ein bisschen Heimatgefühl – und natürlich genug Stoff zum Schnabulieren, Nachdenken und Schmunzeln.

In der Folge „Kapaaftig im Quasselkommpott“ machen wir eine kleine Pause vom zuletzt eingeschlagenen Herten-Schwerpunkt.  Einmal querbeet über das Ruhrgebiet erzählen, einen Rückblick auf bisherige Folgen und einen Ausblick auf die nächsten schaffen und dabei nach den bisherigen vielen Recherchen auch dabei durchatmen. 

Der Pott hat viele zu erzählen und das wollen wir auch, nicht nur von Orten, sondern auch von Menschen und ihre Geschichten. 

Folge 34 ist ein bewusstes Durchatmen. Kein enges Korsett, kein einzelner Stadtteil, sondern ein lockerer Blick auf das, was den Ruhrpott im Alltag ausmacht: Sprache, Menschen, kleine Beobachtungen, Erinnerungen und die besondere Art, Dinge beim Namen zu nennen.

Und wir haben nachgeforscht: was ist eigentlich „kapaaftig“?

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Wir dozieren nicht trocken zum Format unserer Themen, sondern mit Tempo, Witz und Ruhrpottgefühl direkt mit unserem örtlichen Dialekt und dem lockeren Tonfall des Reviers. 

Quasselkommpott: Ruhrgebiet als Gesprächskultur
Das klingt nach Küchenradio, Bude, Familientisch, Vereinsheim und Nachbarschaftsbank zugleich. Man nimmt, was da ist, rührt es zusammen und am Ende entsteht etwas, das mehr ist als die Summe seiner Zutaten.

Das Ruhrgebiet wird nicht nur erklärt, sondern erzählt. Nicht von oben herab, sondern mitten aus dem Leben heraus.

Ruhrgebietssprache als Heimatarchiv

Wenn André Brune und Jack Tengo also im Quasselkommpott über den Pott sprechen, geht es auch um Bewahrung. Nicht museal, nicht verstaubt, sondern lebendig. Sprache bleibt nur dann lebendig, wenn sie benutzt wird – im Podcast, im Video, auf der Straße, anne Bude oder beim Erzählen über früher und heute.

Zwischen Geschichte, Humor und Heimatliebe

Die Reihe „Ruhrgebiet erklärt“ ist insgesamt breit angelegt. In unseren Folgen geht es Geschichte und Geschichten von Städten, Sehenswürdigkeiten und Menschen, die fast vergessen sind aber hier geboren sind und die Mentalität in die Welt gebracht haben. 

Folge 34 reiht sich darin als lockerer Zwischenruf ein. Sie zeigt: Das Ruhrgebiet besteht nicht nur aus Fördertürmen, Zechen, Stahlwerken und Strukturwandel. Es besteht auch aus Stimme, Tonfall, Witz, Streitlust, Herzlichkeit und diesen kleinen Wörtern, die man kaum übersetzen kann, ohne dass etwas verloren geht.

Warum solche Folgen wichtig sind

Gerade das scheinbar Beiläufige erzählt viel über eine Region. Wer wissen will, wie der Ruhrpott tickt, sollte nicht nur in Archive schauen, sondern auch hinhören, wenn Menschen einfach erzählen. Im Quasseln liegt hier kein Mangel an Struktur, sondern eine eigene Form von Kultur.

„Kapaaftig im Quasselkommpott“ erinnert daran, dass Heimat nicht nur aus Orten besteht. Heimat ist auch, wie man spricht. Wie man lacht. Wie man abschweift. Wie man vom Hundertsten ins Tausendste kommt – und am Ende trotzdem beim Ruhrgebiet landet.

Oder eben: kapaaftig rein in den Kommpott, einmal gut umrühren und dann merken, wie viel Pott in so einem Gespräch steckt.

Glück auf 

Westerholt: Adeliges Fachwerkdorf in Herten I Ruhrgebiet erklärt Folge 33 Teil 3 I +Videopodcast I +Podcast

Hertens Stadtteil Westerholt hat eine eigene besondere historische Geschichte bis zum Jahr der Eingemeindung 1975 gehabt. Nicht weit vom Schloss Herten, steht heute noch das Schloss Westerholt. Im 14. Jahrhundert taucht erstmals in einer Urkunde eine Burg auf. Und wir erzählen die Geschichte und schönen Seiten von Westerholt in unserem gemeinsamen Podcast:

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Die adelige Geschichte von Westerholt hat eine sehr bewegte Geschichte. Fast wäre das Schloss sogar durch Krieg und Vernachlässigung durch Schulden, sowie Brand verschwunden.

Heute ist der angelegte englische Landschaftspark ein weithin bekannter Golfplatz und gehört zu den schönsten in Deutschland. Im Schloss kann wunderbar eine Hochzeit gefeiert werden. Nebenan ist das Fachwerkdorf Alt Westerholt mit der Anfang des 20. Jahrhunderts entstandenen großen St. Martinus Kirche.

Das Fachwerkdörfchen allein ist schon einen Besuch wert, aber auch die grüne Umgebung oder die gut erhaltene Architektur aus Arbeitersiedlung und Mietshäusern aus der Zeit der Gründung von Zeche Westerholt des  Örtchens trotz Bomben im 2. Weltkrieg sind einen Besuch wert. Dafür muss man auch mal andere Wege auf sich nehmen und in die Seitenstraßen abbiegen, die von der Hauptverkehrsachse, die Bahnhofstraße, abzweigen. Es lohnt sich!

Durch die markante St. Martinuskirche am Ortseingang des Dorfes spürt man den noch heute großen katholischen Einfluss im Ort. Die Adeligen im 16. Jahrhundert wollten Protestanten werden, dagegen protestierte der Bischof von Köln und ließ die Burg schleifen. Deswegen ist das alles „nur“ noch ein Schloss.

Aus dem Dornröschenschlaf der kleinen Handwerker im Dorf holte dann 1907 die Zeche Westerholt und veränderte das Stadtbild nachhaltig. Aus dem Dorf wurde eine Stadt mit eigenem Amtshaus. Doch 1975 bei der Kreisreform, kam Westerholt in die Eingemeindung von Herten. 

Im 2. Weltkrieg wurde Westerholt weitgehend trotz der Zeche glücklicherweise verschont. Und das macht den Ort so besonders mitten im Ruhrgebiet. Er besitzt noch historische Substanz und hat naturnahe Räume und seit Dezember 2025 endlich wieder einen Bahnhof direkt an der gegenüberliegenden Seite der Zeche, deren Fördertürme von der Halde Hoheward sogar prägnant in der Ferne zu sehen sind. 

Auf jeden Fall war es das wert einen eigenen Podcast Ruhrgebiet erklärt über Westerholt zu machen. Wenn was fehlt oder falsch recherchiert wurde, teilt es uns mit: 

ruhrpottologe@gmail.com 

Wir sind die einzigen Podcaster, die das Ruhrgebiet in dieser Form hörbar machen! 

Weiterführende Links:

Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Westerholt_%28Adelsgeschlecht%29?wprov=sfla1

https://de.wikipedia.org/wiki/Westerholt_%28Herten%29?wprov=sfla1

Westerholt – Gelsenkirchener Geschichten Wiki
https://www.gelsenkirchener-geschichten.de/wiki/Westerholt

RVR
https://www.ruhr-tourismus.de/poi/altes-dorf-westerholt/


https://www.hso-nrw.de/historische-stadt-und-ortskerne/herten/

Neues Leben in Westerholt
https://www.neue-zeche-westerholt.de/

Bochum wirbt für Westerholt
https://www.bochum-tourismus.de/destination-one-liste/einzelansicht/altes-dorf-westerholt.html

Herten, ihr Homepage 
https://www.herten.de/stadtleben/freizeitWesterholt