Podcast I +Videos I +Fotogalerie I Der Ruhrpottologe geht schlemmern bei Eric Jaeger in Dorsten

Nach dem Podcast mit Monika Waterkamp, der Ahrtalhelferin, hatte ich einen riesigen Hunger. Sie empfahl mir den Glückauf-Grill, der nicht weit entfernt war von ihrer Wohnung. So hat sich ein ganz besonderer Kontakt entwickelt, den ich vorher gar nicht auf dem Schirm hatte und an mir vorbeigegangen ist: Dorsten – Hervest als Stadtteil ist wunderschön und der Glückauf-Grill gehörte mal der Mutter vom Fernsehkoch Frank Rosin und wurde am 15.3.22 neu eröffnet. Eric Jaeger übernahm die Pacht von Patrick Schürhoff, der das Gebäude sanierte.

Zum Audio-Podcast mit Eric Jaeger: 

https://lcdn.letscast.fm/media/podcast/2a497d97/episode/d1c7ef9b.mp3?t=1664759496

Dann ging alles schnell: Ich wurde eingeladen einen Podcast mit Patrick Schürhoff und Eric Jaeger zu machen. Sandra Kalläne, die redegewandte Mitarbeiterin im Glückauf-Grill, ist nicht nur eine gefühlte Chefin, die dort alles organisiert, sondern auch eine, die hilft. Sie war die erste Interviewpartnerin in meinem mit Natalia Lubenska hergestelltem Podcast zur Ukraine, weil sie mir erzählte, das sie eine Familie aufgenommen hatte. Dann hat sie organisiert, dass ich mit dem Käufer des Hauses vom Imbiss Patrick Schürhoff ein Interview machen kann, der mir ein wenig von Dorsten – Hervest, seiner Heimat erzählen könnte. Mit ihrem Chef, Eric Jaeger, war das dann zu einem Podcasttermin zuerst gekommen.

Hätte Eric Jaeger seinen ursprünglichen Gedanken den Imbiss nicht zu übernehmen tatsächlich durchgeführt, dann wäre ich nicht da gewesen und hätte sogar nicht selbst Pommescurrywurst bruzzeln dürfen. Allein das war ein Riesenspaß, wie das folgende Video zeigt, das ich mit Hilfe von Jack Tengo zusammengestellt habe. Auch Monika Waterkamp hat einen kleinen Film gemacht, während ich am Malochen war. Guckt oder hört mal rein! Es lohnt sich!

Video: Ich bruzzle Pommescurrywurst im Glückauf-Grill

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Podcastvideo mit Fotos und Bonusmaterial:

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Erics Welt 

Eric Jaeger ist Inhaber vom Schlemmereck und Pächter vom Glück auf-Grill in Dorsten. Schon viele Jahre ist er in der Kochwelt beschäftigt. Groß geworden im zweitältesten Imbiss von Dorsten, gegründet 1968. Dort bekam Eric mit, wie Essen ehrlich zubereitet wird, so dass es schmeckt.
 

Erics Welt nach der Schule war der Imbiss. Er schaute zu und lernte, wie Kassler und Sauerkraut zubereitet wurde bis er selbst Hand anlegte. Eric hatte in seiner Jugend eine Kochlehre gemacht. Doch mit den Tricks der Köche und Restaurants wollte er nichts zu tun haben. Er wollte so nicht kochen und seinen Kunden anbieten. Er wollte die Ursprünglichkeit der Küche bewahren und weitergeben. Das tut er bis jetzt sehr erfolgreich. Zwischendurch bevor er den Imbiss seiner Eltern übernahm allerdings tummelte er sich in der Sportbranche weit weg vom Kochgeschehen. Als jedoch sein Vater um Unterstützung bat, hat er nicht nein gesagt. Irgendwann entschied er einen Partyservice aufzubauen. Heute bestellten auch sehr prominente Personen gern bei ihm für Hochzeiten, Geburtstage und anderen Veranstaltungen

Audio-Podcast zum Abonnieren

Eric schält selbst die Kartoffeln

 

 Eric ist ein Chef, der nicht die Füße hochlegt und rumkommandiert. Er legt selbst in der Küche im Schlemmereck Hand an und denkt auch über Abläufe nach das ein oder andere effektiver vorzubereiten.

Als ich ankam schälte Eric Kartoffeln vom Bauer Finke aus Heiden für die Zubereitung zum legendären Kartoffelsalat nach Frank Rosins Mutter. Die Mitarbeiter kommen nicht nach mit der Zubereitung des Salats, denn die Nachfrage steigt und steigt. Ich habe ihn gegessen und er übertrifft tatsächlich den Kartoffelsalat meiner Mutter. Und das soll schon was heißen. Ich hoffe nur, dass sie nicht beleidigt ist, falls sie es liest…

Heute im Angebot: Hausmacher Frikadelle à la Mutter Rosin

 

Glückauf-Grill war nicht der erste Imbiss in Dorsten gewesen

Die Mutter des bekannten Fernsehkochs Frank Rosin startete 1976 mit ihrem Imbiss. Da gab es schon den Imbiss vom Vater von Eric Jaeger, gegründet 1968 und den ältesten Imbiss von 1966 in Dorsten von Peter Finke.

Alle Mitarbeiter arbeiten gerne bei Eric Jaeger. Der aus Sri Lanka stammende Lorenzo ist seit neun Jahren bei ihm und hat während des Podcasts Schnitzel zurecht geschnitten, in eine Pizzapresse gelegt und platt gemacht. Diese einfache Idee kam ihm eines Nachts zur Vereinfachung der Arbeit und Verbesserung der Zubereitung von Schnitzel.

Lorenzo bereitet die Schnitzel vor

Erfahrungen gesammelt

Ein halbes Leben lang sammelte Eric Jaeger seine Erfahrungen und baute eine eigene Philosophie in Sachen Kochen auf. In der Zwischenzeit hatte er das Geschäft von seinem Vater übernommen und ein zweites in einem Dorstener Baumarkt. Diesen verkaufte er nach 10 Jahren wieder an seine Angestellte. 2014 übernahm er das Schlemmereck. Zwischendurch noch ein Café bis daraus ein Subway gebaut werden sollte. Dann übernahm er im Ort „Grillmeister“.

Schlemmereck in Dorsten

Schwierigkeiten können gelöst werden und öffnen neue Türen

In Hervest jedoch lief die Zweigstelle nicht wie erwartet. So stieg er aus dem Vertrag nach einem Jahr aus. Deswegen hatte er lange überlegt in Hervest den Glück-auf-Grill nicht zu übernehmen. Aber seit 15.3.22 ist er nun in seiner Hand und der Erfolg ist immens. Sogar aus München fahren die Menschen einfach nur für eine Portion Pommes Currywurst mal eben nach Dorsten. Sie kommen von überall her, um bei ihm im Glück-Auf-Grill zu essen. Doch die Geschichte des Glück-Auf-Grill ist nicht ohne Hintergrund zu erzählen.

Alle lieben den Glückauf-Grill

 

Glückauf Milch bis 1976

1951 war dort die Abfüllung für Milch in Kannen und Flaschen von der Familie Pöppelfuß.1976 übernahm Marlies Rosin den kleinen Raum und baute es zu einem Imbiss um. Die Bergleute von der Zeche Fürst Leopold und die Bewohner vom Dorstener Stadtteil Hervest konnten von nun an Pommes-Schranke genießen. Frank Rosin, der bekannte Fernsehkoch und Gastronom, war damals 10 Jahre alt und konnte seine ersten Blicke in Glück-Auf-Bratenfett werfen.

Janine bei der Arbeit im Glückauf-Grill

 

Mutter Rosin geht in Rente

2011 übernahm die langjährige Mitarbeiterin Diana Einhaus den Imbiss. Marlies Rosin geht in den wohlverdienten Ruhestand. 2021 schließt Diana Einhaus den Imbiss. Patrick Schürhoff übernahm die Immobilie und baute mit dem Team von Frank Rosin die Räumlichkeit modern, aber auch mit traditionellen Bergbaumotiven um. Nur Eric Jaeger musste noch überredet werden. Patrick Schürmann hatte ihn dann umstimmen können, denn nur er konnte Marlies Rosins Kartoffelsalat nachmachen. Patrick war überzeugt, dass Eric es schaffte. So startete im März 2022 der Glückauf-Grill in Dorsten-Hervest neu.

Lecker Metaxateller

 

Das unschlagbare Glückauf-Team

Sandra und Janine schmeissen den Laden auf der gleichgenannten Glück-auf-Straße Tag für Tag, wie ich am eigenen Leib einige Wochen später erleben durfte. Dazu gibt es ein eigenes Video, dass ich dort mal hinter der Theke helfen konnte. Die beiden arbeiten in einer unglaublichen Schnelligkeit. Es  wird dort alles gebruzzelt, gebraten, frittiert, filletiert und mit viel Liebe serviert.

Janine und Sandra sind das Glückauf-Grillteam

 

Ohne Lebensmittelfahrer, kein Grill

Pascal Gebhard, der Fahrer des Lebensmittelgroßhändlers Huesken, erzählt ein wenig von seinen Touren. Er bringt seit 7 Jahren ab 6 Uhr bis Ende offen die Fleischwaren als Zulieferer zu den Imbissen und Restaurants der Umgebung Dorstens. Sein Job mache er gerne, teilte er mir mit und sagte, es gäbe noch freie Fahrerstellen bei der Firma. Wer sich also bewerben möchte: https://huesken.servicebund.de

Pascal Gebhardt ist der Lebensmittelfahrer von Huesken

 

Essgedicht

Abschließend kann ich nur sagen, dass es ein tolles Erlebnis war, selbst einfach mal Hand anlegen zu dürfen im Glück-auf-Grill. Vielen Dank für diese Erfahrung und gern komme ich wieder, um nicht nur Pommes-Currywurst zu futtern, sondern die Marlies Rosin-Frikadelle mit Kartoffelsalat zu verspeisen. Ein wahres Essgedicht!

Hausmacher Frikadelle à la Mutter Rosin

 

DANKE

Danke Marlies Rosin für dein vorbildliches Können! Ohne Dich kein Fernsehkoch Frank Rosin! Ohne Dich kein jetziger Glück-Auf-Grill! 

Danke Eric Jaeger für sein TUN, denn er macht heute die Vorbereitungen für sein Team und die vielen begeisterten Kunden und Kundinnen!

Danke Patrick Schürhoff, der das Haus erhalten, restauriert und an den richtigen Könner eines Imbiss verpachtet hat!

Danke Pascal Gebhardt, denn ohne einen Lieferantenfahrer ist kein Imbiss möglich!

Danke an Sandra und Janine, die dort alles TUN, damit der Glückauf-Grill läuft! 

Natürlich auch Danke an den ganzen Rest des Teams, denn auch ohne Lorenzo und die nicht kennengelernten Personen läuft da nix rund in so einem Imbiss und erst recht nicht im Schlemmereck und dem Partyservice!

Widmung für Marlies Rosin

Marlies Rosin starb am 24.2.2021. Ruhe in Frieden – Mutter des besten Kartoffelsalats, den ich je gegessen hatte, wenn Du auch den nicht selbst den Kartoffelsalat zubereitet hast. Er übertrifft tatsächlich den meiner Mutter, der schon ein Gedicht ist mit selbstgemachter Mayonnaise.

Schnuckelig im Glückauf-Grill

Im Glückauf-Grill können übrigens 9 Personen sitzen, draußen ist Platz für 12 Personen.

Für Eric Jaeger und seinem Team wünsche ich weiterhin viel Erfolg!

Glück auf für den Glückauf-Grill auf der Glückauf-Straße wünscht der Ruhrpottologe André Brune!

P.S.:

Dies hier ist eigentlich keine Werbung, sondern als Ruhrpottologe aus Spaß an der Sache gemacht. Aber damit rechtlich alles sein Richtigkeit hat: Unbezahlte und unaufgeforderte Werbung!

Links

 

Glückauf-Grill

Glückauf-Straße 89
46284 Dorsten
Telefon: 02362 72468

https://glueckauf-grill.de

Speisekarte Glückauf Grill in Dorsten  

Kontakt@glueckauf-grill.de
GoogleMaps

Instagram: @gluckaufgrill • Instagram-Fotos und -Videos
Facebook: Glückauf-Grill | Dorsten | Facebook

Öffnungszeiten
Montag | 11:30–20:30
Dienstag | 11:30–20:30 
Mittwoch | 11:30–20:30 
Donnerstag | 11:30–20:30 
Freitag | 11:30–21:00 
Samstag | 11:30–21:00
Sonntag | 13:00–20:00

+++
 

Schlemmereck

Söltener Landweg 59
46284 Dorsten

Imbiss: 02362 / 40 34 88
Partyservice: 0151 / 56 86 60 20
Catering und Mittagstisch | Ihr Caterer in Dorsten https://partyservice-schlemmereck.de
info@partyservice-schlemmereck.de

Speisekarte Schlemmereck in Dorsten

GoogleMaps

Instagram: Schlemmereck (@schlemmereck) • Instagram-Fotos und -Videos
Facebook: Schlemmereck Dorsten | Facebook

Öffnungszeiten

Montag | 11:30–20:30
Dienstag | 11:30–20:30
Mittwoch | 11:30–20:30 
Donnerstag | 11:30–20:30 
Freitag | 11:30–21:00
Samstag | 11:30–21:00
Sonntag | 12:00–20:30

+++

Keine Garantieübernahme für die Öffnungszeiten, die ich aus dem Internet genommen habe.

+++

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Videos als Ruhrpottologe und Fotos Copyright André Brune
Unbezahlte unaufgeforderte Werbung – alles aus Spaß an der Sache gemacht !

Podcast I Quasselsalat Folge 3 – Spirituelle Beratung und dicke Unterlippe

Heute werden durch den Kakao gezogen die royale Unterlippe der Habsburger und die Königlichen
aus Großbritannien und der jetzt wirklich ehemalige stillgesetzte Premierminister Boris Johnson.

Der Podcast Bierchen bitte mit Piet und Alex und das Gespräch mit Werner Hansch und seine
Spielsucht.
Wir erzählen über spirituelle Beratung in Monaco, die was kostet. Schuhe, die wie seit Jahre getragen
aussehen und Manta 2 mit Hawaiihemden.
Shownotes:
Wer etwas über Werner Hansch und sein Leiden der Spielsucht erfahren möchte, sollte in den
Podcast reinhören:
#76 Willkommen zurück feat. Werner Hansch ~ Bierchen bitte ! Der BOTTcast mit Piet & Alex Podcast
***
Musik:
Twisted Tivoli von Stationary Sign aus https://epidemicsound.com
Buona Giornata von Trabant 33 aus https://epidemicsound.com
Human Cannon von Mary Riddle aus https://epidemicsound.com

Lies weiter

Podcast I +Video I +Fotogalerie I Der Ruhrpottologe isst mit Happy Nicole Heppert Kräuter

Kräuterwandern
Ein besonderes Erlebnis mit Nicole Heppert

Ein besonderes Podcasterlebnis diesmal mit viel Natur und Nicole Heppert: Kräuterwandern. 

Die Lebensfreude von Nicole ist die ganze Zeit ein ständiger Begleiter. Am Ende entlässt sie die Teilnehmer mit einem wunderbaren Lächeln und aufgefüllten Wissen, was hinter dem Grün der Blätter von Pflanzen steckt.*

Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!

Das ist ihr Motto. In ihrem Leben hat Nicki, wie sie sich auch von Freunden nennen lässt, viele besondere Orte bereist. Jetzt ist sie aus dem Harz im Ruhrgebiet gelandet. Nach einigen Stolpersteinen beruflicher Art und einem Nierenstein, den sie mit Wildkräutern in den Griff bekommen hatte, entbrannte eine neue Flamme von Neugier. Ihr Herz schlug immer schon für die Natur. So entstand die Idee Leidenschaft und Wissen für Reisen und Natur bei Kräuterwanderungen weiterzugeben.

Zum Audiopodcast: 

https://lcdn.letscast.fm/media/podcast/2a497d97/episode/acb52baf.mp3?t=1659282830

Happy sein mit HappyHeppert

HappyHeppert, wie sie ihre Internetseite nennt, hat mit ihrem Spitznamen zu tun. Sie bietet neben Kräuterwanderungen, auch Kräuterworkshops, auch online an oder macht besondere Kooperationen, wie „Yoga meets Kräuterwanderung“ mit Susanne Richter von https://yoga-in-gladbeck.com . Außerdem gibt es Seminare für Tipps und Tricks in der Naturfotografie. Als Reiseleiterin fernab von Touristenpfaden ist sie ebenfalls eine sehr gute Begleitung durch ihre Erfahrungen einiger Auslandsaufenthalte u.a. in Schweden, Kanada, Kolumbien, Bolivien und Brasilien.

Hotels, Touristenvereine oder -büros können mit Nicole Hepperts Dienstleistungen eine besondere Kooperation eingehen. Auf ihrer Internetseite finden sich reichhaltige Buchtipps zum Thema Wildkräuter, Fotografieren und „Outdoor“.

Ihre besonderen Wildkräuterwanderungen finden hauptsächlich in Bottrop statt, mitten im Ruhrgebiet.

In Bottrop gibt es Kräuter?

Sicherlich. An jeder Ecke gibt es Kräuter, die ein Kleingärtner eher als Unkraut ansieht und mit Gasbrenner und harten Chemikalien vernichtet statt zu pflücken. Dabei kann die erhöhte Harnsäure vom gestrigen Alkoholpegel mit einem der Kräuter, die an der Hütte wachsen, wieder eingependelt werden mit einem leckeren Salat aus den grünen Blättern, wenn sie nicht vorher mit Glyphosat besprüht worden sind.

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Kleingärtner haben es leichter als gedacht

Nicki kommt aber auch gern in ein Kleingartengehege und schaut nach und klärt auf, bevor ein Rasenmäher alles zunichtemacht. Sie erzählt von Gänseblümchen bei Essproblemen, über das Waschmittel Efeu, den vielseitigen Holunder bis zum herumrankenden Giersch, der jeden Gärtner ärgert. Jede Kräuterwanderung ist anders. Zu jeder Jahreszeit überrascht die Natur mit neuen Entdeckungsmöglichkeiten.

Bei Nicole habe ich eine Kräuterwanderung ganz normal gebucht. Es kommt ein Schreiben mit der Bitte zur Überweisung, weil es die Wanderung vereinfacht. Es ist eine vernünftige Lösung, denn persönlich möchte ich ja sofort loslegen und was sehen statt Kleingeld zählen. In der Mail klärt sie über Verhaltensweisen auf und wo der Treff- und Zeitpunkt ist. Vor Ort wird nochmal einiges erklärt zur Wanderung. Dann geht’s direkt mit dem Bücken los am Wegesrand beim Museum Quadrat am Bottroper Stadtpark. So war es zumindest bei mir.

Gänsefingerkraut und Gänseblümchen

Des erste Wildkraut, was wir immer und überall am Wegesrand sehen, hat schon einige Besonderheiten: Das Gänsefingerkraut kann bei körperlichen und seelischen Krämpfen angewendet werden. Direkt dahinter auf der großen noch ungemähten Wiese ein Meer von Gänseblümchen. Wer weiß, dass diese kleine zarte Pflanze tatsächlich vergleichbar mit dem „Heilkraut“ Arnika ist. Auch „Träne der Maria“ genannt, wahrscheinlich aus dem mittelniederländischen „Matelieve“, was soviel wie „Esslust“ heißt, wurde es gern zum Aufpeppeln von Kindern eingesetzt. Als Wetterorakel ist sie ebenfalls eine sinnvolle Pflanze: Auf = Sonne, Geschlossen=Regen. Gänseblümchen ist vielseitig einsetzbar und komplett essbar.

Efeu

Wir gehen an Efeu vorbei. Nicole Heppert klärt wie ein wandelndes Kräuterlexikon auf, was Efeu kann, auch wenn es giftig ist. Als Waschmittel nutzbar und bei Cellulite einzusetzen, ist Efeu ein sinnvolles Kraut. Wer allerdings wissen will, wie man mit Efeu umzugehen hat, weil auch allergische Reaktionen auftauchen können, sollte sich von Nicole Heppert aufklären lassen. Ihr Wissen frischt sie immer wieder  in verschiedenen Kräuterausbildungen,-seminaren und -lexika auf und erweitert so stetig ihre Workshops.

Holunder und Giersch

Wir kommen in den folgenden Minuten an Holunder und Giersch vorbei. Ich werde aufgeklärt, dass die Giersch nicht nur lecker ist, sondern nützlich. Jetzt sehe ich die Pflanze mit anderen Augen, die in unserem Garten alles überrankt. Sie hat wie viele andere Pflanzen ebenfalls eine wichtige Funktion in der Natur. Ich habe eigentlich einen wunderbaren kostenlosen Salat vor meiner Tür.

Holunder ist als besondere „Heilpflanze“ bekannt. Holunderblüten können zu Teigwaren oder als Sirup und Tee verarbeitet werden. Holunder ist unterstützend bei Virenerkrankungen, wirkt schweißtreibend und hilft bei Fieber und Herpes. Wir bleiben stehen bei der interessantesten „Unkrautpflanze“:

Brennnessel

Sie ist Heilpflanze des Jahres 2022 und ein Klassiker unter den Wildkräutern. Viele Menschen sehen die Brennnessel nur als Unkraut, das überall wächst. Es ist ein sogenanntes Frühjahrskraut. Brennnessel kann bei Frühjahrsmüdigkeit angewandt werden. Brennnesseltee unterstützt beim Entschlacken. Brennnessel ist eine leckere Zutat im Auflauf. Als Smoothie eine besondere proteinreiche Zugabe. Brennnessel ist gut bei Eisenmangel und enthält auch Kieselsäure. Somit ist das Wildkraut gut für Haut und Haare. Brennnesselwasser, z.B. unterstützt bei Haarausfall. Brennnessel wirkt positiv bei Magen und Darm und kann bei Pollenallergie helfen.  Vorsicht allerdings bei Histaminintoleranz. Langsam und vorsichtig, d.h. mit wenig anfangen und mit dem Arzt absprechen! Die oberen Blätter sind weniger beharrt und angenehmer zum Essen. Wichtig ist die Brennnesselhaare vor dem Essen rausstreichen. Nicht zu vergessen kann Brennnessel auch bei den eigenen Pflanzen angewendet werden, z.B. als Düngemittel oder Antiläusemittel bei Rosen.

Nicole erzählt begeistert über die Brennnessel. Sie holt immer noch die ein oder andere an Information raus, die einen umhaut, was diese Pflanze alles kann.

Die Kräuterwanderung geht weiter, aber nicht mehr für den Podcast, denn wir wollen ja neugierig machen. Es ist immer besser es selbst zu erleben. Ich wollte nur neugierig machen und die Wanderung selbst begeisternd erleben. Nach den Ausführungen über ihr vorheriges Leben und wie sie zum Kräuterwandern gekommen ist, bekomme ich noch einige Pflanzen zu Gesicht, die Warzen verschwinden lassen können oder einfach nur lecker und vitaminreich im Salat sind.

Mit der wandelnden Naturlexikonate Nicole Heppert können viele Dinge nicht nur vom Wegesrand erfahren werden. Mit Nicole erhält man einen Blick hinter die grünen Blätter von Wildkraut. Es lohnt sich auf jeden Fall. Es wird ein besonderes Naturerlebnis und ist jedes Mal anders, je nach Tageslicht oder Jahreszeit.

Ich habe nur die Befürchtung, dass demnächst der Stadtgarten Bottrop keine Pflanzen mehr hat, wenn sich Ärzte immer weniger Zeit nehmen für ihre Patienten. (Scherz)

Wichtige Information

Deswegen ist folgende Aussage wichtig: Kräuter sind immer komplementär, also ergänzend, einzusetzen. Schwerwiegende Erkrankungen mit entsprechender medizinischen Behandlung und gleichzeitige Einnahme von Kräutern sollten mit dem Arzt abgesprochen werden. Wechselwirkungen müssen ausgeschlossen werden. Selbstbehandlungen mit Kräutern sollten auch wegen Allergien nicht einfach durchgeführt werden. Darauf weist Nicole Heppert auch generell immer hin. Sowie auch bei der Ausdrucksweise immer darauf hingewiesen wird, dass Heilaussagen nicht gemacht werden. Es ist leider immer ein schmaler Grad in der heutigen Zeit, nicht von der Pharmaindustrie oder Staat angeklagt zu werden, wenn gesagt wird: Brennnessel kurieren deine Gicht aus. Obwohl in Kräuterlexika oft Heilaussagen stehen, distanziert sich Nicole davon. Wichtig ist für sie ihr Wissen weiterzugeben und zu zeigen, was Kräuter können. Das alte Wissen, was durch die Pharmaindustrie entweder in der Neuzeit verunglimpft haben oder von der Kirche im Mittelalter als Ketzerei abgetan, kann Nicki ohne Sorge zu haben auf dem Scheiterhaufen zu landen, preisgeben. Es lohnt sich!

Sie nimmt ihre Aufgabe Kräuter und ihre möglichen Funktionen zu zeigen und erklären sehr ernst. Sie lässt ausprobieren, schmecken, klärt jede noch so dumme Frage. Sie weiß, was giftig und was nahrhaft ist. Sie ist deswegen auch die perfekte Kräuterwanderführerin. Jede Jahreszeit hat seine ganz eigene Kräuterzeit. Es lohnt sich das ganze Jahr entweder einen Termin mit ihr zu machen oder auch als Geschenkgutschein. Auf ihrer Internetseite gibt es einiges zu entdecken. Neben dem Blog über Kräuter, ist sie auch eine begnadete tolle Fotografin. Jede ihrer Reisen setzt sie in einem besonderen Licht fest.

Goethe, Fuhlenbrock und Wildkraut im Ruhrpott

Sie lebt mit ihrer Selbstständigkeit vor Ort frei nach Goethes Zitat: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“.

Dabei hat Goethe an Fuhlenbrock, als er damals hier durchgekommen ist, kein gutes Haar gelassen. Was wäre, wenn Goethe von Nicole Heppert heute in die Umgebung entführt worden wäre. Er würde seine Meinung ändern, und auch die von Personen außerhalb des Ruhrgebiets und aus dem Ausland.

Ein Termin mit Nicole Heppert ändert Alles. Happy Heppert, der Name ist Programm. Sie bringt die Lebensfreude mit, wenn sie die Dinge erklärt. Deswegen habe ich bewegt, dass sie auch mit ihren besonderen Dienstleistungen im Ruhrpottverzeichnis für Kleinunternehmer*Innen vorhanden ist. Es war für mich ein besonderes Erlebnis, das ich nur weiterempfehlen kann und werde.

*Der Podcast, das Video, die Fotos und auch der Text sind alles unbezahlte Werbung für eine ganz besondere Person, die aus dem Harz ins Ruhrgebiet gekommen ist, um hier neue Menschen zu finden und sich wohl zu fühlen und dies auch in voller Dankbarkeit annimmt. Nicole Heppert ist mit einer POTTfirma auch ein POTTmensch mit dem Grünzeug am richtigen Fleck mitten im Ruhrpott.

Wer mehr über Nicole Hepperts Kräuterwanderungen oder anderen Dienstleistungen wissen möchte:

Kräuterwanderungen mit Happy Nicole Heppert

Reisen – Wandern – Hiking – Travelling – Blog – Kopfsalat

Home – HappyHeppert – Kräuterwanderungen, Kräutertouren, Kräuterworkshops, Naturwanderungen, Tipps und Anregungen rund ums Reisen, Wandern, Wildkräuter, Fotografieren, Outdoor und mehr
***
https://happyheppert.com
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Zum Kräuterwanderbuchen*:

Mein Angebot – Kräuterwanderungen Kräuterworkshops Naturwandungen mit Fotoworkshop Reiseleitung – HappyHeppert – Kräuterwanderungen, Kräutertouren, Kräuterworkshops, Naturwanderungen, Tipps und Anregungen rund ums Reisen, Wandern, Wildkräuter, Fotografieren, Outdoor und mehr
***
Kontakt:

Wildkräuterexpertin, Reiseleiterin, Wanderführerin, Fotografin 

Nicole Heppert

Wiggermannstrasse 6

46236 Bottrop

E-Mail-Adresse: info@happyheppert.com

Kontaktformular: https://www.happyheppert.com/kontakt-contact/

Telefon: +49 [0] 2041 9868292 

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Facebook: (9) HappyHeppert – Hiking Herbs & Happy Moments – Nicole Heppert | Facebook

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Instagram: Nicole Heppert (@happyheppert) • Instagram-Fotos und -Videos

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https://ruhrpottverzeichnis.info

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*unbezahlte Werbung

Fotos/Text: André Brun

Die Kräuterhexe - Foto: Nicole Heppert, entnommen von der Internetseite mit freundlicher Genehmigung
Visitenkarte von Nicole Happy Heppert

Podcast I +Fotos I +Video Der Ruhrpottologe besucht die Ahrtalhelferin Monika Waterkamp

Monika Waterkamp aus Dorsten spricht über das Ahrtal und die Situation seit der Flut und ein Jahr danach

Monika Waterkamp aus Dorsten spricht über das Ahrtal und seine Situation seit der Flut bis Jetzt

Podcastlink: https://lcdn.letscast.fm/media/podcast/2a497d97/episode/3e1b30f3.mp3?t=1658014557

Genau ein Jahr ist es her, am 14.7.21, als der lang anhaltende Regen einige Flüsse über die Ufer treten ließ. Das Ahrtal war am schlimmsten betroffen. Monika Waterkamp hat sofort nach den ersten Bildern aus der Eifel und dem Ahrtal beschlossen zu helfen. Sie setzte sich ans Telefon und strickte die ersten Kontakte. Innerhalb von 24 Stunden organisierte sie für Kall zehn Fahrzeuge und Helfer aus dem Ruhrgebiet voller Lebens- und Hilfsmitteln. Der Konvoi wurde von der Polizei vom Kreis Recklinghausen gesichert, lobte Monika Waterkamp, die einfach mal nachgefragt hatte, ob es möglich wäre sie zur Sicherheit zu begleiten.

Die Bastlerin hatte vor kurzem eine zündende Idee, um Kosten zu sparen. Denn Reisemobil, Wohnwagen, Hotel und Ferienwohnungen kosten viel Geld. Sie baute sich auf ihrem Anhänger eine Schlaf- und Wohnkabine, eine Art Tinyhaus. Das eingesparte Geld kommt somit dem Ahrtal zu Gute, wo sie immer wieder helfen wird, solange die Hilfe gebraucht wird. Ihre komplette Energie widmet Monika dem Ahrtal und ihren Bewohnern. Allein helfen geht, wenn man will. Aber sie hat auch ein Netzwerk, dass sie anzapfen kann, wenn sie Unterstützung braucht.

Im Stillen Gedenken Opfer der Flutkatastrophe
Von der Flut zerstörtes Haus in Sinzig

Die Bilder und Erzählungen von den geschockten betroffenen Menschen und die Verwüstungen der Flüsse hat sie entscheiden lassen, regelmäßig weiter zu unterstützen. Die erste Anfahrt ging nach Kall in die Eifel. Die zweite Tour ging zum Ahrtal. Das in der Zwischenzeit aufgebaute eigene Netzwerk half ihr bei fehlenden Baustoffen, mal mit Benzin, mal mit Kleidung oder Werkzeug. Ein Tag war sie auch in Leverkusen-Opladen. Heute eine von einigen vergessenen Städten, wie Wuppertal und Hagen, die damals auch stark betroffen waren.

Ahrtal ist ein Muss, fast eine Sucht, für Monika Waterkamp geworden. Mittlerweile sind kaum noch Helfer und Unterstützer im Ahrtal. Sie sind zum Teil politisch nicht erwünscht. Darüber redet Monika im Podcast. Sie erzählt von Resignation anderer Helfer, die z.T. Jahresurlaub genommen haben. Es gab Firmen, die mit Bagger, Traktor, schwerem Gerät gekommen waren und freiwillig Arbeitskräfte gestellt haben. Aber von Land und Staat keine Unterstützung. Für die Politik waren manche Dinge einfach schnell eine Selbstverständlichkeit. Gut das es die Ehrenamtler gibt…

Vieles kann und muss hinterfragt werden, was zu langsam ging bisher in dem einen Jahr, aber auch wieso nicht rechtzeitig vernünftig gewarnt wurde. Erst jetzt fängt ein Untersuchungsausschuss an den Fall des Krisenstabs im Ahrtal zu klären. Erst jetzt nach über einem Jahr werden Gelder ausgezahlt. Kritik an die komplizierten Fragestellungen der Gelder verhallen in den Behördengängen. Es gibt Frust und Ärger unter den Betroffenen. Einigen konnte schnell geholfen werden, anderen wiederum weniger schnell.

Sicherlich die Infrastruktur musste als erstes wiederhergestellt werden. So können manche betroffenen Gegenden besser erreicht werden. Die Anschlüsse für Wasser und Abwasser, Strom und Heizung mussten schneller als ein Hausbau fertig werden, da sie für die Grundversorgung des ganzen Ahrtals am wichtiger sind.

Dennoch haben viele Helfer resigniert oder haben die Zeit nicht mehr, die sie bisher geopfert haben. Manche haben ihren Jahresurlaub genommen und halfen, wie sie konnten. Durch den Krieg in der Ukraine helfen auch Einige nun an anderer Stelle in der Ukrainekrise. Es gibt auch verbale Ärgernisse gegenüber den Ersthelfern. Personen, wie Markus Wipperfürth oder Andreas Maertz, die in den ersten Wochen fast 24 Stunden täglich geholfen haben, werden mittlerweile verbal angegriffen. Sie erhalten keine Unterstützung von Institutionen, wie Staat, Land, Caritas oder Rotes Kreuz. Sie müssen auf eigene Faust um Spenden betteln, genau wie Monika Waterkamp, die seit den ersten Tagen das Ahrtal mit eigenen Geldmitteln, privat den Menschen vor Ort helfen.

Monika ist eine Amazone mit 1,88 Meter Größe und einer tiefen Stimme. Mit 58 Jahren noch unblaublich agil, weiß sie sich bei den Menschen durchzusetzen. Sie erzählt so manche Anekdote im Podcast, die sie erlebt hat. Im Ahrtal hilft sie privat und braucht immer mal wieder auch größere Kleinigkeiten, um etwas fertig zu stellen. Ihre Geldreserven sind auch aufgebraucht worden, die sie in jede Fahrt investiert hat. Die Dankbarkeit und neuen Freundschaften, die sich im Laufe des Jahres entwickelt haben, will sie nicht mehr missen. Sie überlegt auch ins Ahrtal zu ziehen. Aber das ist nicht so einfach, wie man denkt, denn der Immobilienmarkt ist im Ahrtal überhitzt, kaum was entsprechendes für sie zu bekommen.

Wir nehmen uns Zeit für das Gespräch. Nichts ist gekürzt. Spenden, Helfer und Situationen werden hinterfragt. Traurige, wie auch lustige Momente, haben einen besonderen Podcast entstehen lassen. Wichtig ist eines in dieser Situation: Den Humor darf niemand verlieren. Den Humor hat sich Monika Waterkamp bewahrt, trotz allen Leids und Geschichten, die sie erfahren hat in dem einen Jahr, in dem sie geholfen hat.

Sie wird weiter helfen mit ihrem Anhänger, der ihr wichtigster Partner im Leben geworden ist. Kostensparend und mit neuer Freude fährt Monika Waterkamp ab sofort mit ihrem Tinyanhänger nun alle paar Wochen ins Ahrtal, um weiter zu helfen.

Eins unterscheidet sie von einigen anderen Helfern. Sie hat sich nie in Szene gesetzt, um aufzufallen. Trotz ihrer großen Figur und lauten dunklen Stimme ist sie die unscheinbare Helferin geblieben, die sich aber durchzusetzen weiß und eine klare Linie hat zu unterstützen. Das wissen Ahrtaler aus Sinzig und Mayschoss. Viele Ahrtaler, denen sie helfen konnte sind heute gute Freunde geworden. Sie wissen: Auf Monika Waterkamp kann man sich verlassen.

Auf das dein Weg weiterhin viele Menschen im Ahrtal ihre Herzen höher schlagen lassen kann, denn Hilfe wird hier und da immer noch gebraucht. Ich hoffe, dass dieser Podcast ein wenig Unterstützung bietet, wieder mehr Aufmerksamkeit für dein TUN gibt. Denn Ahrtal braucht immer noch Hilfe!

 

Glück auf aus dem Ruhrgebiet

 

Kontakt zu Monika Waterkamp: 017646029077

Facebook: Monika Waterkamp | Facebook

Mein Hochwasserhilfenetzwerk: Hochwasserhilfenetzwerk | Facebook

Palette Getränkekisten im Baum in Sinzig - Foto: André Brune

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Andreas Maertz | Facebook

Sauerland:

Hochwasserhilfe Gruppe Sauerland | Facebook

Eifel:

Hochwasserhilfe für den Großraum Eifel | Facebook

Sendungen über das Ahrtal:

ARD: Ahrtal: Viele Menschen warten weiter auf Hilfsgelder – YouTube

SWR:  Rheinland-Pfalz gedenkt der Opfer der Flutkatastrophe | Sondersendung des SWR – YouTube

ZDF Info: Flutkatastrophe im Ahrtal: Drei Dinge, die wir lernen müssen | Kontext – YouTube

SWR:  Wie die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal ihren Lauf nahm – YouTube

WDR:  Die Flut – Chronik eines Versagens | WDR Doku – YouTube

ZDF heute:  Ein Jahr nach der Flutkatastrophe – so hat sich Schuld im Ahrtal verändert – YouTube

ZDF heute journal:  heute journal vom 14.07.2022 Flutkatastrophe, Ahrtal, Steinmeier, Frankreich, Draghi (українською) – YouTube

SWR:  Die Flutkatastrophe an der Ahr – Fehler, Folgen und Verantwortung | SWR Zur Sache! Rheinland-Pfalz – YouTube

Welt:  AHRTAL: „Friedrich Merz hat im Ahrtal vom nächsten Mal gesprochen – Ich will kein nächstes Mal“ – YouTube

SWR:  Ein Jahr nach der Flut im Ahrtal: So läuft der Wiederaufbau – YouTube

Hessenschau:  Ein Jahr nach der Flut: Liebe im Ahrtal gefunden | hessenschau – YouTube

ZDF:  Flutkatastrophe: Feuerwehrfrau Katharina wollte Leben retten – und starb dabei – YouTube

ARTE:  Die Nacht, als die Flut kam – Protokoll einer Klimakatastrophe | Doku HD | ARTE – YouTube

 

Podcast I UKRAINEBILD #4 I Unterkunftgeberin & Behördenbegleiterin Sandra Kalläne

Unser erster Gast im Ukrainebild Podcast ist Sandra Kalläne aus Dorsten. Eine Unterkunftgeberin & Behördenbegleiterin für jeweils zwei ukrainische Flüchtlingsmütter mit Kinder.

Sie erzählt von den extrem holprigen Behördengängen und dem ganzen Drumherum von Übersetzungen bis hin zu Wartezeiten und Schwierigkeiten zum Verständnis von Formularen, die z.T. nicht in der ukrainischen Sprache waren. Wo es doch schnell gehen sollte.

Wir hinterfragen die Situation. Sandra erzählt sie. Wir schlagen Lösungen vor und hoffen, dass der Podcast gehört wird an der richtigen Stelle.

Link: https://lcdn.letscast.fm/media/podcast/9e48ffbc/episode/e1acf185.mp3?t=1657833388

Sandra Kalläne mit Natalia Lubenska und Andre Brune im Gespräch

Helfersyndrom einer ehemaligen Pflegerin

Direkt nach dem Einmarsch der russischen Streitkräfte hat Sandra Kalläne zu ihrem Mann gesagt, dass sie helfen möchte. Als ehemalige Pflegekraft lag es ihr sehr am Herzen sofort zu helfen. Die Familie Kalläne hat ein Haus und hat sich sofort mit den Behörden in Verbindung gesetzt. Alles sollte seinen geregelten Weg gehen. Sandra ist Geldspenden gegenüber skeptisch. Oft ist es problematisch und nicht einsichtig wohin die Gelder fließen. Sandra wollte sich jedoch nicht über Facebook und Co irgendwelchen willkürlichen Gruppen anschließen, sondern direkt mit den Behörden und nach Gesetzen handeln.

Natürlich dauern Amtswege länger. Die Behörden haben in solchen Zeiten nicht mehr Mitarbeiter. So schaute nach zwei Wochen jemand vorbei und inspizierte die Wohnung. Es dauerte noch eine Weile bis die Genehmigung kam, die eigentlich schon während der Hausbesichtigung hätte getätigt werden können. Da war schon eine Flut an Neuankömmlingen in Turnhallen angekommen und warteten auf Unterkunft nach ihrer Registierung.

Pädagogin brät Pommes

Sandra hat bisher zwei Ukrainerinnen jeweils mit Kindern eine Unterkunft anbieten können. Svetlana, die zweite Mutter mit Kind, bleibt vorerst dort als Untermieterin und arbeitet auch mittlerweile mit Sandra auch im Glück-Auf-Imbiss in Dorsten. Doch Svetlana ist studierte Pädagogin. Statt sofort sich um die Möglichkeit zu kümmern, wie sie als Pädagogin in der Integration eingesetzt werden könnte, arbeitet sie jetzt im Imbiss. Sie ist zufrieden mit der Arbeit. Und es ist toll, dass diese Möglichkeit ihr sofort durch Sandra und ihrem Chef angeboten wurde. Andere harren in einem Flüchtlingslager auf eine Unterkunft, Wohnung oder Helfer, die ihnen zur Seite stehen, wenn sie nicht verstehen, was die Behörden von ihnen wollen. Jeden Tag gehen auch Ukrainerinnen wieder frustriert zurück, obwohl es gefährlich werden kann.

Kritik an einigen Ecken ist in diesem Podcast zu hören und auch dafür ist der Ukrainebild Podcast gedacht

Das Behördendeutsch ist kaum richtig in ukrainisch übersetzt, wenn überhaupt. Manche Broschüren sind in Deutsch und werden einfach ausgehändigt ohne weiter zu informieren. Der deutschen Sprache nicht mächtig, werden die ukrainischen Flüchtlinge von Behörden allein stehen gelassen, weil die Arbeit natürlich immens hoch ist. Die Kritik liegt ja noch nicht mal an den einzelnen Mitarbeitern, die nicht mehr werden, sondern dass die Organisation von Oben nicht vorangetrieben wird. Das es keine Einstellungen von Fremdmitarbeitern gibt

Mehr MitarbeiterInnen, mehr übersetzte Gesetze und Informationen, die schnellere Hilfe und auch Verständnis für die kommenden Flüchtlinge wären, werden in diesem Podcast vorgeschlagen, wie es auch bei der Corona-Pandemie möglich war.

Es gibt Lösungen und sie hätten schon seit den Erfahrungen von 2015 sinnvollerweise überarbeitet und angewendet werden können. Es wird immer wieder zu einer solchen Krisensituation kommen durch den kommenden Klimawandel und Kriege in allen Teilen der Welt.

Sandra Kalläne erzählt über die Schwierigkeiten von Übersetzungen von Dokumente und Antragstellungen, die lange Bearbeitungszeiten, das nervige Schreiben mit den Behörden. Es gibt Fragen seitens vom Jobcenter, die schleierhaft sind, wenn es darum geht Flüchtlingen zu helfen. Auch hier hätte das Jobcenter bzw. die MitarbeiterInnen besser vorbereitet werden müssen.

Natalia schlägt eine Zwischenfunktion vor

Eine Brücke der Verständigung zwischen einer ukrainischen Gemeinde, Gruppe oder einem Verein. Behörden und Politiker wissen nicht, was gebraucht wird. Ansprechpartner werden so gut wie gar nicht aufgesucht. In dieser Situation sollte eine Kommunikationsbrücke zwischen den zuständigen Behörden, wie z.B. das Landes- und auch Bundesinnenministerium mit den entsprechenden Stellen von Jobcenter und Ausländerbehörden in den Städten und AnsprechpartnerInnen aus geflüchteten UkrainerInnen geben.

Es kann nicht sein, dass sich verlassen wird auf ehrenamtliche HelferInnen und UnterkunftsgeberInnen, die mit den Geflüchteten die wichtigen Unterlagen ausfüllen sollen, wo sie z.T. selbst nicht mal Ahnung von haben.

Vorschlag von Natalia, selbst eine aus der Ukraine Geflüchtete: Warum gibt es keinen Workshop, wo erklärt wird, wie die deutschen Anträge ausgefüllt werden?

Warum werden diese Dinge nicht vor Ort in Flüchtlingslagern direkt geklärt?

Warum gibt es z.B. nicht ein Callcenter, an den sich UkrainerInnen wenden können. Eine informative Internetseite ist zwar gut, aber persönliche Ansprechpartner sind einfach sinnvoller. Ein erstes Vertrauen wird dadurch aufgebaut. Menschliche freundliche Nähe nach den schrecklichen Kriegsgeschehen, die vielleicht durchgemacht wurden, um ihre Probleme klären, statt kalte Abweisung und im Hintergrund hoffen, dass sie alle schnell wieder zurück in ihr Land gehen, weil die Arbeit ach so groß ist.

Im Podcast werden diese Informationen und mehr besprochen. Allerdings können wir nur einen Anstoß geben, dass darüber nicht nur gesprochen wird, sondern auch einiges in die Wege geleitet wird, was unterstützend wird und wirkt.

Bis zum nächsten Ukrainebild Podcast und bald auch wieder mit besonderen Gästen

Glück auf wünschen

André Brune & Natalia Lubenska & unser Gast Sandra Kalläne

(Leider gab es für einige Minuten ein Mikrofonproblem inmitten des Podcasts, der mit Zoom von mir aufgenommen wurde. Technisch ging dieser nicht herauszufiltern, weil das Knistern zu nah an der Stimme lag. Diese Sequenzen sind dennoch gut zu verstehen. Für das unerwünschte technische Problem bitte ich um Verzeihung und Verständnis.)

Podcast I UKRAINEBILD #3 – Shubin & die drei Königinnen

Geschichten über den Berggeist Shubin, die Stachanow-Bewegung, Clara Zetkin und den Maler Wasnezow mit seinen drei Königinnen des unterirdischen Königreichs

Diesmal gibt es einige liebevolle Geschichten von einem unterschätzten Gebiet im Osten Europas.

Der direkte Podcast-Link: UKRAINEBILD PODCAST #3 – Shubin & die drei Königinnen

Wer kennt den Berggeist Shubin?

Er ist ein besonderes Symbol von Donezk.

Wer war Stachanow? Und warum gibt es zwei Bilder von einem Motiv?

Natalia Lubenska erklärt mir und dem Hörpublikum Mysthisches, Reales und Besonderes über die Urkaine.

Wer mehr über folgende Themen erfahren möchte:

Quiz: Welches Symbol ist für Donezk auch wichtig?

Ihr Cousin ist Alpinist und hat ein besonderes Symbol auf die höchsten Berge der Welt gebracht: Eine Palme.

Wer ist Stachanow?

Alexei Grigorjewitsch Stachanow, in Lugowaja bei Orjol geboren und in Tores 1977 bei Donezk verarmt und einsam gestorben war ein Bergmann, der den Abbau mit einem Bohrhammer so verfeinert hat, dass er mehr als 13 Mal mehr abgebaut Kohle abgebaut hatte als üblich. Sein Arbeitsplatz wurde natürlich gut vorbereitet am 31.8.1935 in der Zeche Irmino in der Oblast Lugansk, um diese Arbeitssteigerung zu schaffen als Vorbild für alle anderen.

Er bekam 1970 einen Orden als „Held der sozialistischen Arbeit“, doch das hinderte ihn nicht daran den Alkohol zu frönen.

Die Stachanow-Bewegung wurde durch seine Leistungen als Kampagne für mehr Arbeitsleistung initiert, um die Wirtschaft innerhalb des Riesenstaats anzukurbeln.

Alexei Grigorjewitsch Stachanow – Wikipedia

Stachanow-Bewegung – Wikipedia

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Frauentag ist ein besonderer Tag in der Ukraine

Clara Zetkin, Abgeordnete in der Weimarer Zeit für die KPD wollte den Frauen mehr Aufmerksamkeit geben. Im ersten Weltkrieg haben Frauen viele Arbeiten von Männern übernommen, während Väter, Söhne, Brüder und Ehemänner an der Front kämpften. Nach dem Krieg wurde ihnen nicht der gebührende Respekt gegeben. Clara Zetkin hat den Frauen einen Gedenktag mit besonderer Würdigung einführen wollen.

Clara Zetkin war eine besondere und die erste Reichstagsabgeordnete im Parlament des neu gegründeten Reichstags in der Weimarer Republik, Alterspräsidentin und 1933 ins Exil in die Sowjetunion gegangene erste Kritikerin des Stalinistischen sogenannten Sozialfaschismus mit Personenkult.

Clara Zetkin – Wikipedia

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Bergbauwörter

Bergbauwörter stammen aus der Deutschen Sprache, wie Schacht, was im Fußballverein Schachtjor Donezk zu lesen ist. Die Strecke ist Streck. Deutsche Bergleute können mit ukrainischen Bergleuten ohne Probleme zusammen arbeiten oder sich gegenseitig mit Fachbegriffen aus dem Bergbau zuwerfen. Die Fachbegriffe in der ukrainischen Sprache sind aus dem Deutschen Fachbuch.

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Berggeist Schubin

Wer dem Berggeist nicht freundlich gesinnt ist, wenn er einem Bergmann nach Wasser fragt, dem droht das Hangende auf dem Kopf zu fallen.

Shubin – Geist, der in Donbass Mines lebt (folkpublication.com)

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Der Maler mit dem fliegendem Teppich im Industriezeitalter

1879 erschuf Wiktor Michailowitsch Wasnezow zwei unterschiedliche Bilder für zwei verschiedene Mäzene. Der eine Russe, der andere Ukrainer.

Die drei Königinnen des unterirdischen Königreichs:

 Auf beiden sind „Die drei Königinnen des unterirdischen Königreichs“ Gold, Kupfer und Kohle zu sehen. Während Frau Kohle schüchtern reinblickt, ist Frau Gold die Erhabene, die über alles zu stehen scheint. Frau Kupfer guckt eher neidisch auf Frau Kohle. Auf dem für den russischen Mäzen gemalten Bild ist ein Mann mit Schwert zu sehen, der Frau Kohle zu entführen droht. Auf dem ukrainischen Bild ist es ein Loch, in dem ein Seil hängt. Sie blickt schüchtern in ein Loch, in dem ein Seil hinabfällt. Alles spielt sich ein einer offenen Höhle ab, weil Mineralien schließlich in der Erde zu finden sind. KIeine Fledermäuse scheinen ironisch in dem Bild zu wirken.

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Fliegender Teppich statt Eiserne Lok:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wiktor_Michailowitsch_Wasnezow#/media/Datei:Vasnetsov_samolet.jpg

Der Maler: Wiktor Michailowitsch Wasnezow – Wikipedia

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Gesponsort:

André Brune – WellnessMobil : https://forever-rabattshop.de

Brune Sprachenservice : https://brune-sprachenservice.de

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Sponsorengelder gehen zu 80 % als Spende zur „Gesellschaft Bochum-Donezk e.V.“ für Hilfstransporte in die Ukraine. 

20% sind für die laufenden Kosten eines Podcasts und die Technik.

Fragen an: André Brune – 01633912257 oder Email: ruhrpottologe@gmail.com

Podcast I +Fotos I Der Ruhrpottologe wird blind im Stockfinster von Thorsten Haneke

Im Gespräch mit dem Ideengeber und Inhaber von Stockfinster Thorsten Haneke und dem Guide Jan Patrick Wilhelm

Stockfinster zeigt Sehenden die Welt der Sehbehinderten

Blind kam ich nicht zur Welt. Auch Jan Patrick Wilhelm kam nicht blind zur Welt. Jan ist mit 2%iger Sehkraft auf dem rechten Auge die rechte Hand vom Initiator des „Stockfinster“ und einer der Guides, der durch die stockfinsteren Räumlichkeiten führt. Dabei wird das erfühlen, riechen und erleben „sichtbar“ gemacht für Sehende. Ein Verstehen für Blinde und ihr Leben und die Art und Weise, wie „Blind“ im Alltag gelebt wird.

Eingangsschild Stockfinster

Über ihn kam ich zum Kontakt mit diesem besonderen Unternehmen, das Thorsten Haneke aufgebaut hat: Stockfinster.

Thorsten Hanekes Idee

Ein Ruhrpottler durch und durch. Geboren in Bochum, aufgewachsen in Herne und heute in Hattingen wohnend, entdeckte in München mit seiner damaligen Partnerin ein „Dunkelrestaurant“, das „Finster“.

Der Treppenaufgang zum Stockfinster

Schon war die Idee geboren ein besseres Restaurantkonzept ins Ruhrgebiet zu bringen. Seit 2007 ist das Dunkelrestaurant „Finster“ ein sehr erfolgreiches Restaurant in Essen. Durch das Restaurant mit der gelebten Inklusion Blinde bzw. Sehbehinderte als Koch und Kellner einzustellen, ist er auf eine weitere Idee gekommen.

Thorsten Haneke rechts und Jan Patrick Wilhelm links

Thorsten Haneke ist mit seinen 54 Jahren kein Mensch, der die Füße hochlegt und sich auf seinen Lorbeeren ausruht. Neben dem Dunkelrestaurant führte er von 2015 bis 2020 auch die Gastronomie im Schloss Borbeck. Thorsten ist sehr vielseitig. Kaum einer weiß, dass er früher mal Tanzmusik als DJ unter anderem beim Ballermann aufgelegt hat. Thorsten ist mittlerweile weg von der Musikbranche hin zu einem besonderen Beruf geschwenkt: Bauingenieur. Er kennt sich also bestens aus mit dem Umbaumaßnahmen und rechtlichen Dingen eines alten Betriebsgebäudes zum „Stockfinster“. Sein Bedürfnis ist es, die Erfahrungen aus dem Restaurant heraus in Bewegung zu bringen, um für ein noch besseres Verständnis für Menschen mit Behinderung zu vermitteln.

Durch das Dunkelrestaurant hat Thorsten schon Kontakte in die Community der Blinden gehabt, die eng miteinander verbunden sind. Jan Patrick Wilhelm ist einer davon. 1993 geboren hat er in seiner Jugend plötzlich seine Sehkraft durch eine Infektion bis auf 2% auf dem rechten Auge verloren.

Ratlose Ärzte

„Sie sehen nichts, wir leider auch nicht“, war ein zynischer Spruch eines Arztes, den Jan zu hören bekam. Die Ärzte waren ratlos und fanden die Gründe nicht nur raus, sondern sie konnten ihm auch nicht helfen. Jan musste sein Leben neu starten.

Der Eingang zum Stockfinster

Jeder kann Blind werden

Jan erzählt über seine starke Sehbehinderung durch eine über Nacht gekommene Infektion als Kind. Kein Arzt konnte erklären, woher die mysteriöse Infektion gekommen war und warum und wie er sehbedindert wurde. Es waren einfache Erkältungssymptome, die auftauchten. Am Ende rieten die Ärzte ihm zu einer Blindenschule zu gehen und sein Leben neu zu justieren.

Der lange Tisch für Schulklassen

Das heißt nicht, dass Blinde nichts machen können. Denn Jan ist zuständig für die Bearbeitung von Internet und Social Media Kanäle und ist der perfekte Guide für „Stockfinster“. Er ist schon im Vorfeld der Eröffnung eine große Hilfe für Thorsten Hanekes Idee.

Viele reden über Inklusion, machen jedoch wenig

Jan Patrick Wilhelm wollte bei „Stockfinster“ sofort dabei sein.

„Viele reden über Inklusion, aber wenig wird gemacht“, sagte er im Interview. In seinen „Augen“ findet die Sensibilität für die Inklusion sehr selten statt. Um mehr Verständnis für Blinde zu bekommen, hat Jan auch den Youtube-Kanal „BlindeTube“ gegründet, wo er u.a. mit anderen Sehbehinderten über „Blinde Situationen“ oder „Gott und die Welt“ plaudert.

Ausstattung im Eingangsbereich

Sie konnten ihm nicht helfen. Sie wußten nicht, woher die Erkrankung kam.

„Herr Wilhelm, Sie sehen nichts. Wir leider auch nicht“, sagte ein behandelnder Arzt.

 Es war eine mysteriöse Infektion. Jan war einfach ganz plötzlich Blind. Es kann also jeden treffen.

Ehre des Arbeit

Tunnelblick

Vor meinem Besuch war mir nicht klar, dass es verschiedene Sorten „Blindheit“ und eine Einteilung von Sehbehinderung gibt. Der Tunnelblick ist Vielen bekannt, aber nicht wie er wirklich zustande kommt. Jan erklärt es im Podcast.

Die Arbeit eines Blinden

Strukturiertes Arbeiten ist wichtig bei Sehbehinderten. Ein Messer darf nicht woanders liegen, wenn gekocht wird. Das Anbrennen von Essen kann  schon zu einem Chaos in der Küche führen kann.

Ruhrpott im Stockfinster

Kai Pflaume im Dunkelrestaurant

Für eine Aufnahme von 6 Minuten mit dem Moderator Kai Pflaume arbeiteten 10 Leute von morgens bis abends. Hinterher konnte man nicht mal mehr die aufgeschnittenen Schränke und Wände sehen. Alles wunderbar verputzt und wieder hergerichtet.

Stockfinster sehen

1,2 Mio Blinde bzw. Sehbehinderte mit sehr geringer Sehkraft leben allein in Deutschland. Weltweit gibt es tatsächlich 1,1 Milliarden Menschen mit eingeschränkter Sehkraft bis Blindheit. In ärmeren Regionen der Welt, wie in Afrika, ist die rechtzeitige Versorgung mit entsprechenden medizinischen Möglichkeiten und Brillen stark beeinträchtigt. Die Statistik für Deutschland und auch weltweit wird wahrscheinlich auch höher sein.

Finde die Spinne Kasten

Gemütlich in einem Kinosessel fläzend wird im ersten leicht verdunkelten Eingangsraum vom „Stockfinster“ die Begehung, das Nutzen des Blindenstabs und  Beachten des Gehens im Dunkeln erklärt. Jan und die anderen Guides bereiten so die Besucher*innen auf ihre „Blindheit“ vor.

Dann gehen alle hinter dem Guide langsam in den ersten Raum, um einzelne Buchstaben zu ertasten. In jedem Raum sind verschiedene Experimente, die das Fühlen und Hören stärker beanspruchen und die Sinne schärfen. 

Auch eine Straße wird gelernt zu übertreten in 15 Sekunden. Einen Korb mit einem Basketball werfen oder im Ruhrpottraum besondere andere Dinge fühlen.

Am Ende erwartet den Besucher eine Bar bzw. das Dunkelcafé, in dem mit Bargeld die Bestellung eines Essener Stauders möglich ist. Wer dann noch Fragen an den Guide hat, können diese nun ergiebig gestellt werden.

Im Podcast ist eine kleine Begehung. Dieser ist zwar mit den Interviews über zwei Stunden lang geworden, aber Thorsten Haneke und der Guide Jan Patrick Wilhelm sollten sich vorstellen dürfen und die Idee von Stockfinster dem Zuhörer näher bringen.

Aus meinen Erfahrungen, die ich im Stockfinster als Sehender gemacht habe, kann ich nur den Hut ziehen. Diese ganz besondere Einrichtung von Thorsten Haneke. „Stockfinster“ gehört für mich nicht nur zu einem einfachen Erlebnis Blindheit kennenzulernen, sondern zu einem einmaligen Verständnis Inklusion besser verstehen zu können auf allen Ebenen.

Der Spieletisch

Der Podcast mit den Interviews von Thorsten Haneke und Jan Patrick Wilhelm können nur einen kleinen Teil klären. „Blindes Leben“ erspüren und erfahren ist im „Stockfinster“ nun möglich geworden.

Bilder oder Buchstaben erfühlen erfordert neben Geduld auch Übung. Ich brauchte sehr lange um manche Dinge erfühlt bildlich vorzustellen. Oft konnte ich nur raten, weil mein Gehirn mir anderes vorgegaukelt hat.

Bergbauutensilien was der Sehende sieht

Inklusion erleben

Eine Kamera kann und darf diese Empfindungen nicht hergeben. Ein Podcast zum Hören, ist ein besseres Medium. Aber es selbst zu erleben ist die beste Methode „Stockfinster“ zu erleben. Anschließend können die Erlebnisse der Empfindungen mit anderen im Ausgangsbereich des „Dunkelcafés“ mit Anderen geteilt werden.

Für mich ist das „Stockfinster“ von Thorsten Haneke schon jetzt eine besondere Institution für ein besseres Verständnis Blind zu sein. Er verdient ein Bundesverdienstkreuz für die erlebte Inklusion, von der so viel geredet wird, aber in Wirklichkeit, gerade im Bereich vieler namhafter Firmen, kaum durchgeführt wird. Wobei die Gründe nicht klar sind.

Win-Win Situation

So kann „Stockfinster“ auch aufklärend sein für die Personalabteilungen, die Inklusion bisher eher ablehnend gegenüber stehen. Blinde können Dinge anders sehen, als Sehende sich das vorstellen. Das kann für viele Seiten sogar eine Win-Win-Situation sein.

Schulen und Vereine, sowie Interessierte aus allen Teilen Deutschlands, können das Blindsein entdecken und erfühlen. Es kann ein Gespür entwickelt werden, wie Blinde sich durch das Leben tasten und auf einem selbst bezogen bewußter das Leben zu nehmen.

Geduldig sein, das ist vor allem das Erleben von Blindsein. Für mich war das Fixieren und Konzentrieren meiner Wahrnehmung beim Fühlen und Hören im „Stockfinster“ plötzlich anders wahrgenommen. Blindsein bzw. Blindwerden lässt die Sinnesorgane verändern.

Außerhalb der dunklen Räume ist ein Wartebereich, bevor es ins „Stockfinster“ geht. Ein meterlanger Tisch lädt zum Spielen ein, ist aber auch für Schulklassen gedacht. An der Wand ist ein „Fühlkasten“ mit dem Hinweis „Finde die Spinne“. Ein lustiges „Fühlspiel“, das sich lohnt.

Mein Fazit:

Stockfinster wird ein neues Verständnis bieten für gelebte Inklusion. „Stockfinster“ ist ein Muss es zu besuchen mitten im Ruhrgebiet in Essen.

Respekt für diese Idee und viel Erfolg wünscht der Ruhrpottologe André Brune

Weitere Informationen und Links:

Internet: https://stockfinster.de

Facebook: (20+) Stockfinster – Lichtlose Interaktion | Facebook

Instagram: Stockfinster (@stock_finster) • Instagram-Fotos und -Videos

Email: info@stockfinster.de

Adresse:

Stockfinster

Münchener Str. 65

45145 Essen

WhatsApp: 01631429680

Telefon: 020179885558

Fax: 020179885575

Das Dunkelrestaurant:

Finster

Steinhauser Str. 26

45147 Essen

Reservierungen:

Tel: 02014519567

Internet: Restaurant FINSTER – SINNreich essen (finster-essen.de)

Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.:

Startseite – Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (dbsv.org)

Landesvereine:

Landesvereine – Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (dbsv.org)

Podcast I +Fotogalerie I +Podcastfilm I Der Ruhrpottologe fährt mit Antje Herbst eine Historische Stadtrundfahrt in Bottrop

Unterwegs auf historischen Spuren mit der Bottroper Stadtführerin

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Eine besondere Stadtrundfahrt wurde am 11. und 12.6.22 auf dem Bottroper Stadtfest angeboten. Mit Erlaubnis von Antje Herbst habe ich ihre Ausführungen aufgenommen. Erst wollte ich nur einen Bericht schreiben für den Ruhrpottologen-Blog. Aber ich entschied das Aufgenommene zu kürzen und entsprechend neugierig machend daraus auch für Nichtbottroper*innen einen Teil in einen Live-Podcast mit Antje Herbst umzuwandeln. Wer reinhört, will mehr wissen. Das geht ganz einfach: Antje Herbst nach einem Termin fragen!

Für mich war das Kürzen von mehr als zwei Stunden Material nicht einfach. Denn die Neugier Antje zu buchen sollte bleiben. Alles war Interessant. Der weggekürzte Teil bleibt im Archiv für kurze Storyklümbkes.

Antje Herbst, ehrenamtliche Stadtführerin, Kennerin ihrer Heimatstadt, erzählte dem mitfahrenden Publikum in zwei Stunden eine Menge toller historischer Anekdoten über Bottrop. Um die besondere Stadtführung durchzuführen, spendete das Bottroper Reisebusunternehmen Fischer einen Bus mit einem geschickten Fahrer für die Tour.

Antje Herbst in Aktion – Foto: André Brune

Für den Guten Zweck

5 € kostete ein Sitzplatz im Bus. Das Geld ging als Spende zu gleichen Teilen an den Wunschzauberer und das Bottroper Tierheim für den Guten Zweck. Mein Sitz plus den kurzfristig in einem Facebook-Gewinnspiel verlosten Sitzplatz zahlte ich freudig mit, wenn auch beide zugelosten Personen aus Krankheits- und Arbeitsgründen leider absagen mussten. Wer allerdings mitfuhr bekam zwei Extra-Klümbkes: Mit Sondergenehmigung mit dem Bus auf das Tetraederplateau und einen Einblick bei dem neuen Freizeiterlebnis „Eloria“ auf dem Prosper II – Gelände neben dem Malakoffturm in Welheim. Kirchhellen wurde ausgeklammert, weil es den zeitlichen Rahmen gesprengt hätte. Unwissende Nichtbottroper bzw. Zugezogene aus Niedersachsen waren begeistert allein schon vom Ausblick vom Tetraeder, das unerwartete viele Grün in der Industrieregion und die besondere bunte Pflanzenwelt auf der Halde.

Der Zustieg war am Gleiwitzer Platz, wo Antjes erste Ausführungen über die gescheiterten Theaterbaupläne der Stadt begannen.

Gleiwitzer Platz – ehemaliger geplanter Theaterplatz in Bottrop – Foto: André Brune

An der Osterfelder Straße, Ecke Heideneck, kam der Hinweis zum Bau einer Pferderennbahn, die ein Bauer als Idee zum Geldverdienen hatte. Dann bog der Bus in die Sterkrader Straße Richtung Oberhausen-Sterkrade ein.

Hier ungefähr war eine Pferderennbahn – Foto: André Brune

Kein Bahnhof für Bottrop geplant

Auf der Brücke über die Eisenbahnstrecke, die seit einigen Jahren stillgelegt wurde, erzählt die Reiseführerin einige interessante Dinge über die Planung der Strecke, die ohne den Kampf eines Amtmannes keinen Bahnhof für Bottrop vorsah. Der Nordbahnhof hatte auch mehrere wichtige Funktionen im Laufe der Zeit, die im Podcast erzählt werden. Wer hätte gedacht, dass auch der Südbahnhof nicht eingeplant war?

Ehemalige Bottroper Eisenbahnstrecke direkt an die Nordsee – Brücke über die Sterkrader Straße – Foto: André Brune

Die Überraschung war groß bei allen, dass es tatsächlich möglich war vom Nordbahnhof direkt an die Nordsee fahren zu können. Eine weitere große Bedeutung war nach dem ersten Weltkrieg. Ohne den Nordbahnhof hätte die Bottroper Bevölkerung in der Besatzungszeit Anfang der 1920er Jahren nicht versorgt werden können.

Weitere Anekdoten folgten über die Birkenstraße, die so heißt, weil es in Bottrop eine Menge Birken gab und deren Rindensaft auch genutzt wurde.

Fuhlenbrock riecht faul

Antje Herbst erklärte Faszinierendes über den Stadtteil Fuhlenbrock, der trotz Zeche Prosper Haniel, keine typische Zechensiedlung besitzt. Außerdem wohnten anfangs eher Holländer statt Polen hier. Und das Goethe am heutigen Stadtteil kein gutes Haar gelassen hat in seinen Reisetagebüchern…

Holzschuhe aus Holland – eine Bottroper Erfindung?

Kaum jemand weiß, dass Bottrop ein sehr großer Holzschuhproduzent im 19. Jahrhundert war und in die Niederlande exportierte. Tatsächlich konnten 80 Familien sich von der Schuhproduktion ernähren. Bäume gab und gibt es bis heute kaum in Holland.

Förderturm Prosper Haniel während der Fahrt – Foto: André Brune

Über das Gelände der Zeche Prosper Haniel fahrend, erklärt Antje Herbst das besondere Image von Bottrop.

Was war ein „Polenkloster“ und konnte man in Bottrop mit Zloty bezahlen?

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen wöchentlich zu Spitzenzeiten, als immer mehr Arbeitskräfte gebraucht wurden ca. 1000 Zuwanderer nach Bottrop um zu arbeiten, hauptsächlich aus Polen. Es gab Zeiten, wo 90 % der Bottroper Bevölkerung Polen waren. In den Menagen, wie die Wohnheime früher hießen, wohnten zeitweise 800 Männer. Da ging es heiß her: Messerstechereien, Schlägereien, auch Schießereien. Pistolen konnten nämlich ganz normal, wie heute in den USA, in einem Waffengeschäft gekauft werden.

Stadtteil Fuhlenbrock Hans-Böckler-Straße Richtung Bottrop mit Lore – Foto: André Brune

 

Wem hat Bottrop den Parkfriedhof zu verdanken an dem wir in Richtung Dieter-Renz-Halle vorbeifuhren? Arbeitslosen

Eingang Parkfriedhof – Foto: André Brune

Auf dem Weg Richtung Museum Quadrat, an der Dieter-Renz-Halle vorbei, führte Antje Herbst uns in die 1950er Jahre, wo Bottrop eine große Nummer war im Sport. Neben dem erfolgreichen Bottroper Boxer Dieter Renz, der leider früh verstorben ist, gab es bis zu 20000 fußballbegeisterte Zuschauer im Jahnstadion und Meisterschaften im Seifenkistenrennen. Antje nahm sich keine Pause und erzählte über die Stadtwerdephase, die nicht einfach war.

Dieter Renz Halle – Foto: André Brune

Was haben Baurat Albert Lange und die Baustofffirma Bremer gemeinsam?

25 Jahre lang wurde kämpften Bottroper um die Stadtrechte. Aber das äußerliche Bild war für die Regierung nicht gut genug. Es gab keine richtige sichtbare Struktur bis Baurat Albert Lange Anfang des 20. Jahrhunderts den Grundstein für ein städtisches Bottrop legte und das Verwaltungsviertel um den heutigen Ernst-Wilczok-Platz, dem Rathausplatz, konzipierte.

Verwaltungsbau – Standesamt von Baurat Lange entwickelt – Foto: André Brune

Die Baustofffirma Bremer lieferte die Ziegelsteine, die das noch heute die stehenden Verwaltungen und das Rathaus sichtbar prägen.

Ein kleiner Halt war an der Nepomukstatur an der Randebrockstraße, wo sich Verliebte treffen sollen. Am Museum Quadrat vorbei verkündete Antje Herbst stolz, das der gebürtige Bottroper Josef Albers ein Bild in einem ganz besonderen Haus in den USA hängen hat.

Nepomukstatur an der Randebrockstraße – Foto: André Brune
Museum Quadrat

Warum „Kalter“ Eigen?

Weiter gings in die Richtung des großen Stadtteils Eigen, der unterteilt ist in „Kalter“ und „Warmer“. „Der „Kalte“ Eigen“, erklärt Antje Herbst, “ist deswegen kälter als im „Warmen“, weil im Boden ein höherer Eisenanteil vorhanden ist, der die Temperatur bis zu 2 Grad kühler werden lässt.“

Sackers und der Kommodenlack

Wenn Antje von der vor einigen Jahren abgebrannten Schnapsbrennerei schwärmt, dann von dem süßlichen Geruch von Maische, der die schwere schwefelhaltige Luft des Ruhrpotts übertünchte. Sie liebte als Kind diesen Duft nach Hopfen und Brennereien. Da durfte nicht fehlen zu erwähnen, dass es in Spitzenzeiten nach dem Zweiten Weltkrieg 250 Kneipen in Bottrop gab. Auf fünf Einwohner*innen eine Kneipe.

Aegidistraße und die Kappsiedlung

Im warmen Eigen auf der Aegidistraße erzählte Antje Herbst über die Kappsiedlung. Die Namensgebung ist umstritten. Die einen Historiker meinen sie heißt so wegen des früheren Anbaus in den dortigen Gärten von „Kappes“ und die anderen meinen, dass die Bewohner der Häuser hauptsächlich am „Kapp-Putsch“ beteiligt waren.

Eigener Marktplatz mit Bunker

Die Aegidistraße wurde erst 1965 am Abwassernetz angeschlossen, was für die spielenden Kinder vorher damals trotzdem scheinbar kein Beinbruch war, wenn sie die kleinen herfließenden Bäche aufstauten um darin zu schwimmen und sich abzukühlen.

Zechenhaus Aegidistraße

Karl Ganser der Vater der Industriekultur und Haldenlandschaft

Antje Herbst erzählte auf dem Weg zum Tetraeder etwas über den kürzlich verstorbenen Karl Ganser. Er hatte die Idee, dass die Bergehalden, sowie stillgelegten Industrieanlagen zu Freizeit- und Parkanlagen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden sollten. Er rettete dadurch viele altgediente Fördertürme, Lohnhallen, Waschkauen, Stahlgerüste und Bergehalden, die heute Museum und Begegnungsstätte sind für Kunst, Geschichte bzw. für einen Ausflug und Ausblick in die Geschichte und Landschaft vom Ruhrgebiet. Ohne ihn wäre es nicht mal möglich zum Tetraeder zu kommen, zu dem der Bus mit einer Sondergenehmigung hochfahren konnte. Geschweige denn der Bau möglich gewesen, weil es nichtöffentliches Gelände der Ruhrkohle AG gewesen ist. Der Busfahrer war ein besonders geschickter Lenker, der uns über den kurzen, steilen und schmalen Weg sicher nach oben und wieder nach unten brachte.

Panoramablick mit Kokerei Prosper und Essener Skyline

Das herrliche Wetter ließ eine weite Sicht zu. Die Blicke schweiften bis nach Dortmund, Velbert und Duisburg. Die Essener Skyline glich Frankfurt hinter den roten Doppelbögen der A42-Brücke beim Stadtteil Ebel. Die Kokerei schnaubte in dem Moment weißen Rauch aus und verdeckte die im Hintergrund stehende neue Windkraftanlage, das Zeichen des überall stattfindenden und nötigen energetischen Wandel im Ruhrgebiet. Blauviolette und gelbe Pflanzen, fast wie die Ukrainische Flagge ragten bei den leichten Windböen sanft schwingend gen Himmel. Sie waren ein besonderes Fotomotiv mit dem Hintergrund von Skihalle, Kokerei und den Ausblick auf die Essener Skyline.

Schrebergärten für die Luftreinhaltung

Kaum einer glaubte die Anzahl von 17 Schrebergartenvereine in der kleinen kreisfreien Stadt Bottrop. Die Gründung des ersten Schrebergartenvereins war 1906. Für die Luftreinhaltung waren die Kleingartenanlagen als kleine grüne Lungen eine willkommene Lösung in der früher von Kohle und Koks produzierenden Umgebung.

Stadtteil Boy

Die Boy, früher Boye hieß, besaß ein eigenes Postamt und besondere Postkarten zeigten Häuser und Straßenzüge, auch in polnischer Sprache. Der Boyer Bahnhof wurde 1925 erbaut.  Wir fuhren zwar nicht über die Prosperstraße, aber Antje Herbst erwähnte auf dem Weg durch die Gartenstadt Welheim in Richtung Eloria die ältesten Zechenhäuser Bottrops. Sichtbar sind sie durch die groben Sockelsteine. Sie gehörten zur Kolonie Engelbert, wo früher die meisten Polen wohnten.

Ältestes Zechenhaus von Bottrop – Foto: André Brune

Sumpfiges Welheim

Welheim ist schon immer ein geteiltes Gebiet gewesen. Die fruchtbare Welheimer Mark, an der die Emscher entlang floss und die Emscherbrücher Wildpferde durchtrabten. Die Essen-Werdener Äbtissin ließ hier ihre Schweine mästen. Auf der anderen Seite im sumpfigen Welheim lag die vom Deutschen Ritterorden gegründete Kommende Welheim. Die seit dem 13. Jahrhundert viele Male angegriffen wurde. Wenn nur die Dorstener angriffen, kamen Essener zu Hilfe. Wurde gesiegt, feierten das alle kräftig und wurde „Welheimer Reise“ genannt. Was jedoch der Ursprung der Schützenvereine mit der Kommende Welheim zu tun hat, klärt Antje bei einer Führung. Diese Information habe ich absichtlich herausgeschnitten, um neugierig zu machen.

Haus in der Gartenstadt Welheim – Foto: André Brune

Antje Herbst vergisst nicht auf ihren namentlichen Herbst 2022 hinzuweisen. Denn das Historische Erlebniszentrum wird in Bottrop eröffnet. Der historische Brauchtum der Stadt und viele andere besondere Dinge werden im Rathaus mit 3D-Animation erlebbar gemacht für Jung und Alt. An diesem besonderen Konzept arbeitete Antje mit und jeder hörte den Stolz in der Stimme für dieses besondere Konzept, das auch die städtischen Schulen einbezogen hat.

Der zweite Stopp war dann am neuen Erlebniszentrum „Eloria“. Der angeschlossene Open Air Bereich das „Zechentreff“ lud zum Verweilen ein. Der Malakoffturm  von Prosper II war das besondere Fotomotiv beim Zwischenhalt.

Malakoffturm Prosper II mit Erlebnisfabrik Eloria

Lyrische Texte für ein Bottroper Wasserschloss

Nach einigen Minuten ging es weiter über die Straße „Auf der Knippenburg“. Auf dem Gelände der wirklichen Knippenburg steht heute das große Lagerhaus von Deichmann. Eine besondere Anekdote erfuhren die Mitfahrer*innen:

Die befreundete und damals sehr berühmte Schriftstellerin Luise Hensel wurde damals in den 1820er Jahren vom neuen Besitzer, preußischem Justizkommissar und Landrat des Kreises Recklinghausen Friedrich Carl Devens eingeladen. Inspiriert von dem Wasserschloss und dem nach englischen Vorbildern gebauten weitläufigen Park schrieb sie ein besonderes Gedicht. Das Wasserschloss wurde im Mittelalter um 1340 gebaut. Devens kaufte es 1821. Doch es kamen erhebliche Bergschäden auf das alte Gemäuer zu. Der Park sackte stark ab, so dass die Pflanzen abstarben. Ein langwieriger Entschädigungsprozess beschäftigte die damalige Justiz. Die Bergsenkungen und schlussendlich die starke Beschädigung durch Bombenangriffe im zweiten Weltkrieg hinterließ nur noch eine Ruine, die Anfang der 1960er Jahre zu einem Abriss führte.

Blick aus dem Bus auf dem Weg zum Tetraeder – Foto: André Brune

Unverfänglicher Emscherblick vom Westring

Auf dem Rückweg zum Gleiwitzer Platz querten wir den Stadtteil Lehmkuhle. Antje erklärte die Herkunft und weitere Anekdoten über den Westring. Zum einen wurden dort steinzeitliche Urnen gefunden, die im Museum für Ur- und Ortsgeschichte am Quadrat bewundert werden können. Wahrscheinlich stammten sie von den ersten Besiedlern der Emscheranhöhe um den Donnerberg mit dem weitläufigen Blick ins Emschertal, der damals ohne die vielen Häuser von heute gewesen sein musste. Von der anderen Geschichte erfuhren wir von einer Gaststätte, die einen See hatte. Sie war ein besonderes Ausflugslokal für einen unverfänglichen Blick ins Emschertal bevor die Einbetonierung und Veränderungen der Landschaft diesen Blick zerstörte.

Wilde Emscher und Epidemien

Antje erwähnte auch die Epidemien von Cholera und Rur, die vor dem Umbau der Emscher in eine Betonrinne vielen das Leben kostete. Vor über 100 Jahren war die Emscher einer der wildesten Flüsse Deutschlands. Durch die ständige Zuleitung von industriellen und menschlichen Abwässern wurde die Emscher bei Überschwemmungen durch die Bakterien und Chemikalien auch der gefährlichste Fluss. Das Grundwasser nahe der Emscher wurde stark verseucht und verursachte Krankheit und Tod.

Lechzen nach mehr historischen Anekdoten

Antje Herbst hätte bestimmt noch mehr auf Lager gehabt, doch irgendwann ging auch diese tolle historische Stadtrundfahrt zu Ende. Wer Antje Herbst allerdings gerne buchen möchte, der kann dies gerne machen. Weitere Informationen gibt es weiter unten und beim Podcast in den Shownotes oder auch im „Bierchen bitte -BOTTcast mit Piet und Alex“, wo Antje Herbst in Folge #77 zu Gast war.

Antje Herbst Buchen

Im Podcast mit Piet und Alex erzählte Antje Herbst erstaunt, dass Lehrer*innen sie nicht für eine Stadtführung buchen. Das ist schade, denn so anschaulich und spannend, wie Antje es erzählt, wird es den Kindern mit Sicherheit nicht langweilig sein die eigene Heimatstadt außerhalb der zu lüftenden Klassenräume zu erkunden.

Antje Herbst buchen hier:

info@stadt-land-fluss-tours.com

Tel: 015771266060

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Mehr Informationen:

Wikipedia-Eintrag zum Haus Knippenburg mit dem Gedicht von Luise Hensel:

Haus Knippenburg – Wikipedia

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Link zum Bierchen bitte-Podcast Folge 77:

https://meinpodcast.de/bierchen-bitte-der-bottcast-mit-piet-alex/77-rent-a-kid-feat-antje-herbst

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Text/Bilder: André Brune

Moderation vom Podcast : André Brune/Antje Herbst

Podcast I UKRAINEBILD #2 – Donezk – die Stadt der Millionen Rosen

Das Moderatorenteam: Natalia Lubenska aus Donezk, Ukraine & André Brune aus Bochum, Deutschland

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Folge 2: Donezk – die Stadt der Millionen Rosen

Natalia ist in Donezk geboren. Wir können nicht alles in einer Stunde reinpacken und geben es häppchenweise ab. Dies ist ein kleiner Einblick in die Geschichte zur Gründung durch John Hughes, einem britischen Ingenieur, und die Namensgebungen von Donezk, die ursprünglich Jusowka hieß bzw. von 1924-1961 Stalino.

Natalia erzählt noch eine Anekdote zu einem besonderen Kloster als kleines Bonbon aus der Region.

Wir fangen langsam an. Lernen uns und André die Ukraine kennen, die er nur von der Landkarte kennt und aus den Nachrichten. Das Land und die Menschen sind sehr vielfältig und machen Neugier auf mehr Wissen.

Wir möchten Menschen interviewen, aus Vereinen oder Politik, Wirtschaft und Kultur mit der Ukraine etwas zu tun haben oder auch in der Flüchtlingsunterstützung tätig sind oder waren.

Wir wollen den Krieg nicht beleuchten und zur Diskussion bringen.
Ein Ziel ist die Ukraine den Menschen beider Länder näher zu bringen, ein anderes Ziel ist es durch Sponsoren, die den Podcast tragen, zusätzlich Spenden für die Ukrainehilfe zu sammeln.
Unser vertrauenswürdiger Partner für weitere Spendentransporte direkt in die Ukraine ist der langjährig und deutschlandweit bekannte Verein „Gesellschaft Bochum – Donezk e.V.“

Viel Spaß wünschen das Moderatorenteam Andre Brune und Natalia Lubenska unabhängig von den kriegerischen Auseinandersetzungen, denn das Leben muss trotz allem Weitergehen und wir wollen das Leben unterstützen von Flüchtlingen und die vom Krieg gezeichneten Menschen

Der Podcast „UKRAINEBILD“ ist gestartet #1 mit Natalia Lubenska und André Brune

Mit der aus Donezk stammenden Natalia Lubenska zusammen agieren wir als Moderatorenteam und starten einen besonderen Podcast über die Ukraine: „UKRAINEBILD“ 

UKRAINEBILD ist ein Podcast, der sich mit der Ukraine und seinen Menschen, aber auch die Geschichte, Mythologie, Geographie u.a. behandeln.

Gäste werden herzlich zum Gespräch des Podcast eingeladen: UkrainerInnen, wie auch Deutsche. z.B. aus der Flüchtlingshilfe, die eine Unterkunft gegeben haben.

Zu Wort kommen sollen auch Vereine, Menschen aus Wirtschaft, Politik, Religion, Kunst und Musik.

Moderatorenteam Andre Brune und Natalie Lubenska – Foto: Andre Brune

 

Meine Mitmoderatorin Natalia Lubenska ist eine besondere Frau, die beruflich mit dem Bergbau zu tun hatte in ihrer Karriere und in der Partnerstadt von Bochum in Donezk geboren wurde. 

In der #1 Folge stellen wir uns und unser Anliegen kurz vor.

Unabhängig von der jetzigen politischen Situation möchten die Moderatoren André Brune und Natalia Lubenska die Ukraine jedem Interessierten näher bringen.

Der Podcast wird zum Ruhrpottologen-Blog gehören, weil es viele Dinge gibt, die ruhrgebietsbezogen sind. Aber es muss nicht ruhrgebietsbezogen sein. Aus allen Teilen Deutschlands und der Ukraine sind Menschen eingeladen mit uns ins Gespräch zu kommen. Irgendwann wird es dann eine eigene Internetseite geben, wo unsere gesammelten Informationen dann neu veröffentlicht werden.

Wir sprechen u.a. über die Ukraine, die Geographie, die Menschen, die Mythologie und vieles mehr.

Gerade in der jetzigen politischen und kriegerischen Situation die Gesellschaft der Ukraine möchten wir die den Zuhörern ein „Bild“ von der Ukraine bieten. Daher der Titel „Ukrainebild“.

Interessierte Sponsoren, die uns unterstützen möchten, können gern mit dem Podcast weitere Hilfsgüter oder Programme für hier gestrandete UkrainerInnen untersützten. Wir wählen aus, wer damit unterstützt wird

An erster Stelle gehen Sponsorengelder an die „Gesellschaft Bochum – Donezk e.V.“, damit weitere Hilfstransporte in die Ukraine geschickt werden können. Der Verein konnte bisher fast 1 Mio Menschen in der Ukraine helfen. mit Lebensmitteln, Hygieneartikel, Medikamenten, technischen Hilfsmitteln u.a. Die Arbeit muss weiterhin unterstützt werden.

Wir möchten auf die Ukraine neugierig machen. Wir möchten ein Netzwerk und Interesse zwischen Deutschen und Ukrainern schaffen, was auch zu einer Verbesserung auf allen Ebenen schaffen kann.

Gute Unterhaltung und spannende Informationen wünschen wir das Moderatorenteam Andre Brune und Natalia Lubenska