Erik Zabel – Ein Radprofi aus Unna I Ruhrgebiet erklärt I +Podcast Folge 19 #126 I +Videopodcast

Erik Zabel war ein sympathischer Radprofi. Er hatte immer ein Lächeln auf den Lippen. Geboren ist er nicht im Ruhrgebiet, aber er kam in jungen Jahren zu einem Radverein nach Dortmund. In der Nachbarstadt Unna blieb er und deswegen haben Jack Tengo und ich einen kleinen Ruhrgebiet erklärt Prominenten – Podcast aus der Taufe geholt, um den Menschen, den Sport und auch die Kritik am Sport und der Medienwelt loszuwerden. 

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In Folge 19 vom Podcast Ruhrgebiet erklärt (gleichzeitig als Folge 126 von Ruhrpottologe unterwegs im Ruhrgebiet erschienen) sprechen wir in der Vergangenheit über ihn, weil er die Profikarriere an den Nagel gehängt hat.

Heute ist er mit seinem Sohn unterwegs und taucht nach langen Abtauchen wieder auf. Denn die Dopingaffäre hatte ihn die Karriere gekostet, die er lange Jahre nicht offen zugegeben hat. Aber es dann am Ende doch tat. Auch ich habe seine Rennen früher gesehen und bewundert. Auch in Bochum habe ich ihn mal live fahren sehen bei einer Sparkassen Giro. Zwei Sekunden sah ich ihn an mir vorbeirasen. Ob er für die Bochum Runde eine Extra – EPO – Variante sich geben ließ, um in Stiepel die richtige Kurve nehmen zu können, kann ich nicht beurteilen. Am Ende war er jedenfalls auf dem Treppchen. Ich hab noch ein leicht verschwommenes Foto davon.

Doping im Sport ist mit Sicherheit immer noch in den verschiedensten Sportrichtungen. Wo früher laut Ralf Schumacher der Hustensaft die Fußballnationalmannschaft bis zum Finale röcheln konnte, so war das EPO-Verfahren, das eigentlich Kranke eine bessere Sauerstoffversorgung im Blut ergibt, eine relativ schlecht nachweisbare Dopingvariante.

Machen wir uns nichts vor. Nicht nur die Tour de France fordert alles aus einem Sportler heraus, sondern viele Sportarten. Vor allem ist es aber die Medienwelt, die ständig mehr Goldmedaillen fordert oder ein Staat, der sich ins Goldene Licht setzen möchte.

Der Mensch will immer höher, weiter, schneller. Aber er kommt an Grenzen. Wenn da Nahrungsergänzung, Blutaufputschmittel und ein Schluck Wein dabei hilft, dann wird es genommen. Selber will man es doch auch über die eigenen Grenzen hinaus schaffen.

Der Sprinterkönig gehörte dem Team Telekom Anfang der 190er an und fuhr lange im Schatten von Jan Ullrich und dieser im Schatten von Louis Armstrong. Zabel war nicht der schlechtere Radfahrer. Sondern er war ein Sprinter. Der hat das Grüne Trikot getragen. Jan versuchte das Gelbe Trikot zu bekommen. Und wenn er an Louis nicht rankam, dann musste wohl das EPO helfen.

Niemand wollte mehr was von ihnen wissen, aber bejubelt haben sie sie, als sie durch die Ziele rauschten. Und wenn sie sich durch diesen Rausch etwas aufgebaut haben, dass nach den Veröffentlichungen der Dopingkommission ans Licht kommt, der hat verloren.

Du kannst sehr gut sein. Kannst aufsteigen, wie ein Drache mit riesigen Flügeln. Aber du kannst durch einen Blitz die Flügel gestutzt bekommen, so dass du auch im Wind des Erfolgs abstürzen kannst. Keine Situation macht es besser.

In der DDR war es so gut wie normal die Profis für die Olympiaden zu spritzen oder dopen auf verschiedene Arten, ob mit oder ohne Wissen spielte keine Rolle. Erfolge für den Staat spielte eine Rolle. Der Sozialismus konnte es sich nicht leisten zu verlieren. Er würde das Gesicht für das kollektive Wahrnehmen, dass die Arbeiter alles schaffen.

Im kapitalistischen Westen war und ist das nicht wesentlich anders. Die Firma verliert viel Geld, wenn du schlapp bist und immer verlierst. Aufputschen hilft oft auch den Aktienkursen. 

War das also nicht die Firma Telekom schuld, die sich damals im Radrennsport profilieren wollte, wo sie gerade auf den Aktienmarkt kam beworben mit Manfrad Krug und Charles Brauer, die Schauspieler aus dem Hamburger Tatort?

Sind steigende Aktienkurse was anderes als ein Staat, der sportlich oben sein will?

Nö. Und dazwischen in diesem Getriebe, da sitzt zum Beispiel der Erik Zabel auf seinem Radsattel, fährt sich einen Wolf mit einer fetten Spritze im Hintern, um allen gerecht zu werden und am Schluss sich selbst.

Der Fall solcher Fälle ist dann am Ende immer tiefer als man denkt. Sportlich, wie auch sportlich.

Lange Jahre brauchen sie um aus diesem Tief wieder herauszukommen. Selber Schuld sagen die einfachen Denker bestimmt. Doch so einfach, wie die Argumente auf der Tischkante liegen ist es eben nicht.

Wir haben da einen Podcast gemacht, um den Menschen Erik Zabel ein wenig vorzustellen und ein wenig Kritik an den Medien auch zu äußern, die das System Sport genauso nutzen. Schlechte Nachrichten im Sport verkaufen sich schlechter als schlechte Nachrichten in den Nachrichten, wie ein Vulkanausbruch, Erdbeben oder  ein Dopingfall bei der Tour de France. 

Doch dann sind diese Menschen in den Nachrichten keine Menschen mehr, sondern Schweine. Wie konnten sie nur. Er war mein großes Vorbild. Ich bin extra selbst Radprofi geworden etc.

Die rosarote Brille sitzt noch bei vielen auf. Die Dopingliste wird nicht größer, weil die Methoden mittlerweile so gut sind, dass sie schwer nachweisbar werden.

Aber gewiss ist ein Großteil ungedopt. Ich hoffe, es auf jeden Fall. Obwohl ich das schon faszinierend finde, dass die Dopingmittel sich verändert haben im Laufe der Zeit. Noch vor etwa 100 Jahren, als die Tour de Franche ihre ersten Touren hatte, da fuhr der ein oder andere in den Graben, weil zuviel Wein im Spiel war. Rotwein hat die besonderen Tanine. Und die können mit einem Ei vermengt für eine bessere Tour führen. 

Besoffen mit einer Pulle Wein und einer Acht im Reifen im Graben liegen, so kann man zumindest schneller Dopingfälle finden als bei EPO.

Ich dope mich beim Schreiben auch. Mit – Achtung Schleichwerbung – Almdudler. Es hätte auch ein Kaffee sein können. Aber Alpenkräuter sind schlechter nachweisbar.

Glück auf!

Links

Erik Zabel – Wikipedia
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https://www.spiegel.de/sport/sonst/katusha-suspendiert-sportchef-zabel-a-913837.html
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https://www.welt.de/sport/gallery118474964/Die-Doping-Karriere-des-Erik-Zabel.html
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https://www.faz.net/aktuell/sport/thema/erik-zabel
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Erythropoetin (EPO): Hormon für die Bildung von Erythrozyten | Apotheken Umschau
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Erythropoetin – Wikipedia

 

Wer nur den Podcast „Ruhrgebiet erklärt“ folgen möchte:

 

Dieter Seifert – Gästeführer im Eisenbahnmuseum Dahlhausen & Spendensammler für den Hospizverein Regenbogen in Halberstadt  I +Videopodcast I +Podcast I +Fotos I +Links

Dieter Seifert ist ein Brückenbauer zwischen der Stadt seiner Kindheit Halberstadt und seinem Wohnort Bochum. Einerseits ist er mit Herzblut als Gästeführer im Eisenbahnmuseum Dahlhausen einmal die Woche unterwegs, andererseits setzt er sich für seine besondere Spendenaktion ein. Im Podcast erfahrt ihr einiges über das Eisenbahnmuseum und Dieters Spendentouren für den Hospizverein Regenbogen:

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Biker4Kids Fahrer Dieter

Dieter Seifert ist selbst seit Jahren als Sicherungsfahrer mit den Vereinigten Motorradstaffeln und vielen anderen Ehrenamtlichen bei den Biker4Kids dabei. Hier bekam Dieter den Funke selbst für einen guten Zweck Spenden zu sammeln. So entstand die Idee mit der Spendensammlung für den Hospizverein Regenbogen in der Stadt seiner Kindheit: Halberstadt.

Dieter vor seinem ehrenamtlichen Arbeitsplatz an der Drehscheibe im Eisenbahnmuseum Dahlhausen

Was sind die Biker4Kids?

Das was im Ruhrgebiet die Kinderfahrten sind, die ich selbst zwei Mal begleitet und worüber ich berichtet habe, gibt es seit 2007. Begeisterte Motorradfahrer*innen aus Düsseldorf und Umgebung unterstützen die Kinderhospizarbeit in Düsseldorf.

Der Start war in der Eifel. Die Geschwister von Kindern mit der lebensverkürzenden Krankheit AKHD wurden zu einer Motorradtour eingeladen. Die einmalige Aktion wurde so begeistert aufgenommen, dass dieser ehrenamtliche Dienst dauerhaft durchgeführt werden sollte. So entstanden die Biker4Kids, die nicht nur die erkrankten Kinder, sondern auch die Familien und Geschwister einbinden, die täglich mit der Belastung leben. Mittlerweile fährt auch ein großer Bus mit, der die Kinder und Familienangehörigen mitnimmt, die nicht auf einem Motorrad mitfahren können.

So entstand der jährliche Motorradkorso und zusätzliche monatliche kleinere Aktionen, um die belasteten Menschen ein wenig Freude in ihren Alltag zu bringen.

Es gibt einen monatlich stattfindenden Stammtisch, wo die Projekte besprochen und geplant werden, dadurch finden auch spontane Ausfahrten statt.

Mehr Infos: https://www.biker4kids.de/

Du möchtest die Biker4Kids unterstützen:

Spendenkonto

Stadtsparkasse Düsseldorf

BIC: DUSSDEDDXXX

IBAN: DE85 3005 0110 1008 1416 06

Spenden | Biker4Kids

Kontakt | Biker4Kids


Spendenfahrten von Bochum nach Halberstadt

Die Idee der Spendenfahrten nach Halberstadt hatte Dieter durch die Teilnahme bei den Biker4Kids bekommen. Nun fährt er für einen guten Zweck mit seiner Suzuki nach Halberstadt und macht im August jedes Jahr eine Abschlussfahrt mit einem gut herangewachsenen Spendenscheck.

Auf seiner Internetseite https://bikersammeltspenden.de  zeigt er neben seinem Engagement für den Hospizverein Regenbogen auch mit Fotos sein Halberstadt und die Orte, die er auf seinen Motorradtouren unterwegs besucht.

Halberstadt hat verwinkelte Gassen mit schnuckeligen Fachwerkhäusern, die zum Teil noch aus dem 15. Jahrhundert stammen und Touristen zum Flanieren einladen. In der DDR – Zeit verfiel die Bausubstanz stark. Mittlerweile ist es ein blühender Kern geworden.

Der Anfang der Spendensammlung für den Hospizverein Regenbogen

Im Jahr 2023 begann Dieter Spenden von Freunden und Bekannten zu sammeln für den Hospizverein Regenbogen. Er konnte auch einen Apotheker in Dahlhausen zu einer größeren Spende bewegen, so das eine erste Spendenübergabe von 1013,13 € zusammenkamen.

Dieter nimmt seine Spendenaktionen sehr ernst. Er wird das machen, solange es seine jetzt siebzig Jahre alte Knochen schaffen werden, sagte er mir. 2024 steigerte sich der Spendenbetrag auf 1413,13 €.

Ein Rundblick auf die schöne Halberstadt

https://youtu.be/BPJbaqb3Cao

Erfolgreichste Sammelaktion 2025 für den Hospizverein Regenbogen

Im dritten Jahr 2025 von Dieters Spendenaktion bekam er Unterstützung von Mario Hinze. Als Team bekamen sie 5441,13 € durch viele Spenden aus Halberstadt und Umgebung hauptsächlich zusammen. Die Spenderfirmen werden auch auf seiner Internetseite erwähnt.

In diesem Jahr brauchte der Hospizverein ganz viel Geld. Denn im Jahr 2025 musste der Hospizverein hauptamtliche Koordinatorinnen ausbilden. Die Krankenkassen finanzieren zum Großteil die Hospizvereine, ersetzen auch Personalkosten, aber sie finanzieren nicht Aus- oder Fortbildung. So wurde plötzlich für zwei Hospizmitarbeiterinnen für eine nötige Ausbildung 7500 € gebraucht. Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Dieter und Mario haben somit dann mehr als dreiviertel durch Spenden decken können. Respekt!

Für das Jahr 2026 sind schon Ende des Jahres wieder einiges zusammengekommen:  575,35 €. Das könnte das vorherige Spendenergebnis toppen. Das wünsche ich dieser besonderen von Dieter angeleierten Spendenaktion, dass sie weitergehen wird und das Hospiz ohne geldliche Probleme für die Menschen da sein kann, die ihren letzten Weg dort verbringen.

Die wilde 13

Jedes Jahr „rundet“ ein Modelleisenbahnfreund als letzter Spender auf mit der Endung von 13 Cent. Das wurde jetzt mit der örtlichen Presse zu einem „Running Gag“ und wird nun jedes Jahr so durchgeführt. Die tolle Idee entstand durch den Müllwerker und Modellbauliebhaber Jens: „Jens, der Lokomotivführer und die wilde 13“ in Anlehnung an Michael Endes Roman über Jim Knopf.


Ehrenamtlicher Gästeführer im Eisenbahnmuseum Dahlhausen

Der gelernte Buchdrucker Dieter ist umtriebig und hartnäckig in seiner Sache. Das ist als ehemaliger Betriebsratsvorsitzender und Gewerkschafter auch nötig. So auch bei der Gästeführung im Eisenbahnmuseum Bochum – Dahlhausen. Dort arbeitet er seit 2018 gern im Team für Gleisarbeiten. An einem Tag pro Woche erklärt er lebhaft und voller Begeisterung den Besuchern von der Drehscheibe aus, die Geschichte und Technik des Eisenbahnmuseums und Dampflokbetriebs in Bochum. Er dreht sich gern einmal im Kreis für alle, um sie zu zeigen, wo die Loks drauf fahren, wie sie zu ihrem Bestimmungsort kamen und auch heute noch kommen: In den Lokschuppen, zur Reparatur, zum Posieren, Rangieren oder Abstellen.

Eine weitere Gruppe hört begeistert den Worten von Dieter zu, um das Eisenbahnmuseum besser kennenzulernen

Verschlafenes altes Ruhrgebiet

Geboren wurde Dieter Seifert in Unna. Nach Halberstadt kam er zu den Großeltern, die ihn eine Zeit lang erzogen bis er zurück ins Ruhrgebiet kam, wo er Dortmund als verschlafenes Nest gefühlt erlebte. Nirgends ein Straßencafé, aber verrauchte Kneipen waren an jeder Ecke zu finden. In Frankfurt lernte er in einer gewerkschaftlichen Bildungseinrichtung zwei Jahre lang Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Er liebte das Straßenleben dort, was im Ruhrpott zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu finden war.

Anfang der 1990er kam er wegen der Arbeit zurück ins Ruhrgebiet. Mit seiner in Sachsen-Anhalt kennengelernte zukünftige Frau Elisabeth zogen sie nach Essen und staunte, wie sich das Ruhrgebiet verändert hatte. Mit 59 ging er in Altersteilzeit und zog mit seiner Frau in eine seniorengerechte Wohnung in Bochum-Dahlhausen nah am Eisenbahnmuseum.

Das Ruhrgebiet hat sich stark verändert zum Positiven, betonte Dieter im Gespräch. Er fühlt sich angekommen und liebt seine Arbeit im Eisenbahnmuseum. Die Kinder der Besucher bindet er immer ein in den Erklärungen und animiert sie etwas an der Drehscheibe zu machen, damit sie sich nicht zu sehr langweilen. Sie dürfen die Hupe drücken oder die Weiche stellen.

Besucher lernen auch die Anfänge der Bahn an der Ruhr mittels eines Modells kennen

 

Geschichte des Eisenbahnmuseums

Die deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte, die heute noch Eisenbahnmuseen in Karlsruhe betreibt, wurde im Frühjahr 1969 gegründet worden. Die Gesellschaft hat dann direkt zugeschlagen. Es hat ein paar Jahre gedauert, denn die Deutsche Bahn wollte das Gelände einfach verfallen lassen.

Aus den Verhandlungen gingen sie jedoch zufrieden hinaus. Sie verdienten ja Geld mit der Vermietung. Anschließend wurde die Gleisseite museumsgerecht umgebaut werden. Fahrzeuge wurden beschafft, um das Museum zu füllen. Der Dampflokbetrieb in Deutschland wurde 1973 eingestellt. Einige Dampfloks konnten vor dem Verschrotten für das Museum gerettet werden.

(auf das Eisenbahnmuseum gehe ich extra noch einmal ein)

Auch auf dem Museumsgelände darf eine Lore nicht fehlen. Diese stammte aus der Zeche Carl Funke

Dieter erzählte mir, dass zur Zeit der dampfenden Bahn 50 Meter rechts und links der Schiene immer frei geschnitten wurde, damit das Grün im Sommer der Hitze mit dem Funkenflug nicht in Berührung kommen konnte, um einen Waldbrand zu erzeugen.

Dampfloks konnten auch Waldbrände verursachen, wenn nicht 50 Meter an beiden Seiten ständig gerodet worden wäre

1977 zog eine Dampflok den Museumszug bis zum Hauptbahnhof Hagen. Anfangs öffnete das Museum auch nur drei Tage die Woche. Sogar der Samstag war geschlossen. Das habe ich selbst mal erlebt, weil ich mit meinem Vater ins Museum wollte, und es war geschlossen. Wir landeten dann im Kloster Stiepel und aßen dort was. Den Besuch haben wir ein paar Wochen später nachgeholt. Das ist aber auch schon etwa 20 Jahre her…

Lerne die wichtigen Signale kennen

 

Kinder haben viel Platz im Museum

Auf dem Eisenbahnmuseumsgelände haben die Kinder viel Platz zum Austoben und Spielen, wenn sie die Loks und Waggons nicht interessiert. Falls es schlechtes Wetter gibt, können sie in der Lokleitung mit der Holzeisenbahn im Kinderspielzimmer spielen. Einmal im Jahr gibt es auch ein Kinderfest.

Kindertage sind alljährlich im August

Ein Transrapid im Ruhrgebiet

Eine technische Meisterleistung und moderne Augenweide im Bochumer Eisenbahnmuseum

Der Transrapid war eine neue Technik. Ein deutsches Patent, dass die Eisenbahn revolutionieren sollte im neuen Jahrtausend. Das technische Wunderwerk deutscher Ingenieurskunst stand in Bayern herum und gammelte vor sich hin. Das Eisenbahnmuseum Dahlhausen konnte es für symbolische 1 € retten und steht mit geldlicher Unterstützung der Sparkassenstiftung NRW von 250000 € für den Transport und das Aufstellen nun seit September 2024 auf dem Gelände vom Eisenbahnmuseum. 

Eine Dachdeckerfirma musste erst mal die Lecks oben flicken, damit nicht noch mehr Feuchtigkeit den Innenraum zerstört. Dort befinden sich hauptsächlich Kabel, die aus dem Innenleben hervorlugen, statt bequeme Sitze. Vorerst ist das Gefährt nur gesichert vor noch mehr Verfall. Es wird noch einige Jahre und etliche Spendengelder dauern bis für Besucher und Besucherinnen den Transrapid auch von innen zeigen zu können. Priorität haben die Fahrzeuge mit denen gefahren werden kann auf der Ruhrtalstrecke.

Ruhrtalbahn

Eröffnet wurde die mittlere Ruhrtalbahn 1874. Sie diente für den Abtransport der dort entlang geförderten Kohle aus den Zechen, sowie der Industrie, die sie brauchte. Personenverkehr war eher nebensächlich. Als 1971 sich das Befahren auch nicht mehr für Personen lohnte, wurde lag die Strecke brach.

Der Blick über einen verrosteten Dampfkessel auf das große Gelände vom Eisenbahnmuseum

10 Jahre später nahm der Museumsverkehr die fahrt wieder auf und konnte den schon 1973 verbotenen Dampflokbetrieb als historische Bahnfahrt begeistern. Heute kostet die Fahrt mit der Dampflok bis zu Endstation Wengern-Ost hin und zurück 26 €. Mit der Diesellok 20 €.

Alles muss immer geölt werden, damit nichts kaputt geht

Die Route der Industriekultur kreuzt mehrmals die Bahnlinie. So liegen viele sehenswerte touristischen Ziele entlang der Strecke, wie das  LWL-Industriemuseum Henrichshütte, das Muttental, das Gruben- und Feldbahnmuseum Theresia und das LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall,  die historischen Stadtkerne von Hattingen und Wengern, sowie die Burg Blankenstein, das Haus Kemnade oder der Kemnader See und die Ruine Hardenstein. Wer mit dem Rad unterwegs ist, kann unterwegs die Bahn nutzen um den berühmten RuhrtalRadweg
etwas zu kürzen. Auch Anlegestellen  zum Kanufahren liegen direkt neben der Strecke.

Filmkulisse Eisenbahnmuseum

Oft genug werden historische Filme im Eisenbahnmuseum mit den funktionierenden Dampfloks und historisch getreuen Waggons gedreht. Unter anderem wurde hier Sönke Wortmanns mittlerweile schon zum Klassiker gehörenden „Das Wunder von Bern“ gedreht.

Der wichtigste Ort für eine alte Filmkulisse im Museum ist der Bahnhof

Fünf Tage lang wurden die verschiedensten wichtigen Szenen in der weltweit meist gesehenen Filmserie Deutschlands produziert von der ARD und Sky: „Babylon Berlin“. Die Verfilmung der Krimiromane von Volker Kutscher sind hier und im Bahnhof Krefeld aufgenommen worden und versetzen die Zuschauer in eine Zeit kurz vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten, wo die Romane anfangs spielen. Die Verfilmungen gehören zu den bisher teuersten Produktionen des deutschen Fernsehens.

Die ehrenamtlichen Museumsführer oder Bastler kriegen nichts mit. Sie reparieren oder sanieren dann Loks, Waggons oder andere wichtigen Dinge im Museum. Weil das Museum dann geschlossen ist.

Ehrenamt Eisenbahnmuseum

Dieter in Aktion an der Drehscheibe

Wer handwerklich etwas kann, der ist auch gern gesehen. Angst zu haben braucht man nicht. Hier wird Mann und Frau beigebracht mit welchem Werkzeug an der Lok geschraubt werden muss. Dieter selbst ist gern im Gleisbauteam. Denn Gleise müssen immer mal wieder ausgetauscht werden. „Das Lösen der Schrauben ist die schwerste körperlich Arbeit, doch dann kommt der Bagger, um die Schienen herauszuholen“, sagte Dieter.

Im musealen Bereich sind es hauptsächlich Holzschwellen. Das Eisenbahnmuseum arbeitet mit einigen Kalkwerken, wie in Wülfrath, zusammen. Die Holzschwellen werden dort regelmäßig ausgetauscht, die dann dem Museum gegeben.

120 Ehrenamtliche helfen hier. Es ist ein Mitmach-Museum. Jede und Jeder ist herzlich eingeladen mitzumachen.

Manchmal kommen welche von weiter her für vier oder fünf Tage für Arbeiten an den Loks, wenn es um Getriebe oder schwereren Reparaturen geht, die hier nicht jeder kann. Es gibt Ehrenamtler, die nach ihrer Arbeit noch abends zum Schrauben kommen.

Gruppenführungen möglich

Auch an geschlossenen Tagen kann eine Gästeführung durchgeführt werden auf Anfrage. Eine Gruppenführung bis zu 10 Personen kostet 230 € zur Zeit und jede weitere Person 10 € zusätzlich.

Lohnenswerter Besuch im Eisenbahnmuseum

Ein Besuch im Eisenbahnmuseum lohnt sich auch für technisch Nichtinteressierte. Hier wird man in eine andere verlorene Zeit versetzt. Ob die alte Schienenbahn oder ein Waggon vom Orientexpress. Ein Blick in Waggons oder Loks lässt einen nostalgisch werden.

Auch spezielle Waggons sind aufbereitet für die Besucher

Die Eintrittspreise sind mehr als moderat für das, was das Museum bietet und immer in Stand setzen muss. Es gibt auch eine Jahreskarte, damit man nicht immer den Eintritt zahlen muss. Mit der Ruhrtopcard kommt man einmal im Jahr auch kostenlos rein. Familien mit Kindern haben nicht nur mit einer Dampflokfahrt durch das Ruhrtal eine besondere touristische Möglichkeit vor der Haustür im Ruhrgebiet, sondern auch einen großen Spielplatz mit Mehrwert.

Spielen erlaubt

Bücher und Souvenirs im neuen Eingangs- und Ausgangsbereich des Museums

 

Eisenbahnmuseum Bochum – Dahlhausen

Öffnungszeiten

  • Saison vom 01.03.2025 bis 16.11.2025
  • Dienstag bis Samstag & an allen Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr
  • letzter Einlass: 16 Uhr
  • Montags geschlossen (Ausser an Feiertagen)
  • Freundliche und angeleinte Hunde sind im Museum willkommen

Eintrittspreise

  •  Erwachsene: 11,00 €
  •  Kinder (6-14 Jahre): 5,50 €
  •  Familie (2 Erw. + Kinder): 28,00 €
  •  Saisonkarte Erwachsener: 88,00 €
  • Zahlungen mit EC-Karten nur für Eintritt
  • Gruppenführungen bis 10 Personen 230 €, jede weitere 10 €
  • Anmeldung für Gruppenführungen: Bestellformular Führung, Draisine,Feldbahn
Adresse
Eisenbahnmuseum Dahlhausen
Dr.-C.-Otto-Straße 191
44879 Bochum
Tel: 0234492516
info@eisenbahnmuseum-bochum.de
https://eisenbahnmuseum-bochum.de 

Links & Videos zum Eisenbahnmuseum und Dieter Seiferts Spendenaktion:

Startseite – Eisenbahnmuseum Bochum

Eisenbahnmuseum Bochum – Wikipedia

Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen

Eisenbahn Museum Bochum teil 1

Eisenbahn Museum Bochum teil 2

Ein Rundgang durchs Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen

2023 Besuch des Eisenbahnmuseums Bochum Dahlhausen

Eisenbahnmuseum Bochum 2025  Bochum Dahlhausen – Museumstage & historische Lokomotiven erleben

Das Eisenbahnmuseum Bochum – Industriekultur im Ruhrgebiet

Das Eisenbahnmuseum in Bochum-Dahlhausen: Eine Begegnung mit Geschichte, Technik und einem längst vergangenen Stück Ruhrgebiet – Ruhrbarone

Eisenbahnmuseum Bochum – Bochum Tourismus

Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen (Museum)

Transrapid – Wikipedia

Der Transrapid – Deutsche Ingenieurskunst | Industriefilm von 1997

Transrapid – Werbefilm der deutschen Magnetschwebebahn (1985)

So funktioniert der Transrapid: Schweben, Antrieb & Steuerung ausführlich erklärt

Alles über den Transrapid | Ausführlicher Vortrag über Geschichte, Technik und Zukunft

Hier vergammelt der schnellste Zug Europas

Aufstieg und Fall- Die Tragische Geschichte des Transrapid (Dokumentation/4K)

Vor 20 Jahren: Streit um den Transrapid | SPIEGEL TV

Debatte um den Transrapid | SPIEGEL TV 1999

Ruhrtopcard kaufen (unaufgeforderte Werbung, hab sie selbst)

https://ruhrtopcard.de

Spendenaktion von Dieter Seifert

Spendenfahrt Hospiz Halberstadt

Dieters Motorradtouren – Zentrum für Spendenaktionen

www.bikersammeltspenden.de

Tagebuch 2025 | Dieters Motorradtouren

2025 Pressespiegel.pdf

Hospizverein Regenbogen
https://www.hospizverein-regenbogen.de/

Allgemeine Information

Deutsche Hospiz- und Palliativverband:
https://www.dhpv.de/start.html

Organspende-Information:
https://www.organspende-info.de/

Du möchtest Dieters Spendenaktion und damit den Hospizverein Halberstadt unterstützen:

  1. Spendenmöglichkeit
    Paypal (Zahlung an Freund:innen und Familie)

paypal.me/DHFSeifert 

  1. Spendenmöglichkeit
    Überweisung an dieses Konto:
    IBAN DE66 4305 0001 0145 3329 38
    Kontoinhaber: Dieter Seifert
  2. Spendenmöglichkeit
    Überweisung auf das Konto des Hospizvereins:
    IBAN DE70 8105 2000 0311 3018 94 

Halberstadt (ein Besuch aus dem Ruhrgebiet in den Harz lohnt sich!):

Halberstadt – Ihr Tor zum Harz

Halberstadt von oben und die besten Aussichtspunkte – Sebastian Grote | Fotograf

Harz Ausflugsziele: Meine Lieblingsorte & Insider Tipps – Itchy Feet Reiseblog

Halberstadt – Wikipedia

Stadt Halberstadt – YouTube

Halberstadt Stadtrundgang

DDR 1975 Halberstadt , das kommt nie wieder 8 mm rare private Aufnahmen 4K

Halberstadt – wunderbar verwandelt

Halberstadt Eine Zeitreise durch 40 Jahre

Halberstadt 1945-2012

Auf den Spuren der Nachkriegskrimis in Bochum von mit Sabine Hofmann I +Videopodcast I +Podcast I +Fotos

Bochum in Trümmern kann man sich heute kaum noch vorstellen. Höchstens, wenn man in die Ukraine oder nach Gaza schaut. Doch die Innenstadt ist durch alliierte Luftangriffe zwischen 1942 und dem schlimmsten am 4.11.1944 zu 90% zerstört worden. Inmitten dieser entstandenen Ruinen spielt die Krimi-Trilogie Trümmerland, Totenwinter und Kopfgeld, der gebürtigen Bochumerin Sabine Hofmann mit allen „Gewürzen“ der damaligen Zeit.

Einige wichtige Punkte des ersten Romans Trümmerland fahre ich mit Sabine ab. Sie liest auch aus ihrem Roman vor und erzählt, wie sie darauf gekommen ist, was ihr Anliegen ist und wieso sie ihre Geburtsstadt genommen hat, um die spannende, aber auch grausamen Nachkriegsgeschichten zu erzählen, die wir beide selbst nicht erlebt haben.

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Ich war selbst lange Zeit Buchhändler gewesen. Ich fand die vom mittlerweile leider verstorbenen britischen Autor Phillip Kerr Krimiromane, die in den Nachkriegszeitjahren  spielten, spannend. In Berlin versucht Bernhard Gunther zwischen den alten noch vorhandenen Nazibonzen Mordfälle aufzuklären und verstrickt sich immer mehr in den Sumpf der alten Kameraden.

Jetzt traute sich die deutsche Autorin Sabine Hofmann, ihre Krimis nicht in Berlin, sondern in Bochum, mitten im Ruhrgebiet, spielen zu lassen. Auf über 1100 Seiten quetscht sie die von vielen verklärte Zeit in schwarze Buchstaben, die sich schnell lesen lassen. Und was liegt näher, als die eigene Heimatstadt zu nehmen und dort zu recherchieren? Und ganz ehrlich: Das Ruhrgebiet ist spannender als Berlin!

An einem Punkt der Rundreise hat Sabine mich mit ins Bildarchiv der Stadt Bochum entführt. Mit dem Paternoster, einem Relikt aus alten Zeiten und in Deutschland eine Rarität, wollten wir im Rathaus nach oben zum Bildarchiv fahren, aber der ist nur zu den Öffnungszeiten pausenlos unterwegs. Da noch im Rathaus saniert wird, war das Bildarchiv umgezogen und wir irrten durch die zweite Etage. Wir haben alle Gänge durchsucht und dachten, dass das Zimmer zuletzt in der Toilette wäre, weil da die Nummer 257 auftauchte. Aber dann kam eine Tür zum Treppenhaus und direkt links war es dann endlich und konnten Markus Lutter begrüßen, der extra wegen uns etwas länger blieb am Freitag.

Rechts: Markus Lutter in seinem Revier, dem Bildarchiv der Stadt Bochum mit Sabine Hofmann

Das von uns besuchte Bildarchiv der Stadt Bochum, betreut vom Verwaltungsfachangestellten Markus Lutter, der die Stadt wie seine Westentasche kennt, konnte Sabine bei ihren Recherchen sehr gut unterstützen Markus Lutter hat ein unglaubliches Wissen und betreut nicht nur seit vielen Jahren das Bildarchiv mit sage und schreibe rund 400.000 Fotos aus den Jahrzehnten seit den Anfängen der Fotografie, sondern digitalisiert sie auch. Wer die Fotos in digitaler Form sehen möchte, kann sie bei Flickr finden. (Link unten)

Ich habe Markus Lutter gefragt, ob er zu einem Podcast zu einem bestimmten Thema bereit wäre. Und so werde ich dieses Jahr natürlich nochmal auf ihn zukommen, um über einen Umweltskandal der 1970er Jahre zu sprechen, der Bochum und die ganze Bundesrepublik erschüttert hat.

Das Ruhrgebiet ist in der Literaturlandschaft zwar schon mit Frank Goosen und seinen Romanen sowie diversen tollen Krimiautoren nicht mehr wegzudenken, aber hier ist Sabine Hofmann einen erfrischenden neuen Weg der historischen Krimis gegangen. Sie sind eigentlich so aktuell wie nie, durch die aktuelle politische Stimmung im Land und die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine oder in Israel/Gaza.

Sabine Hofmann fragt: „Was macht es aus den Menschen, wenn sie vor dem Nichts stehen oder sich wieder neu sammeln, neu starten oder was ihnen in einem ‚früheren‘ Leben widerfahren ist? Gehen sie drüber hinweg? Beginnen sie an einem anderen Ort mit einem anderen Partner, wenn der vorherige im Krieg gestorben ist? Können sie das überhaupt?“

Die Romane lassen im Rahmen der Stadt Bochum die Welt in Trümmern vor Augen führen – mit all dem Leid. Die drückende Atmosphäre, die damals herrschte, die Unsicherheit, wohin die Reise geht, Hunger und Mangel sowie das Schweigen über die Taten, die kurz vorher noch tagtäglich durchgeführt wurden, wie das Töten von Zwangsarbeitern, werden uns innerhalb der Krimihandlungen gezeigt.

Ohne mahnende Worte mit erhobenem Zeigefinger, in einem einfachen, lesbaren Stil, führt Sabine Hofmann den Lesern vor Augen, was damals war und wie jeder einzelne auf seine Art und Weise damit umging. Mir gefällt die Authentizität der Romane. Ich fühlte mich in die Zeit hineinversetzt. Das kann durch die Fotos aus dem Bildarchiv gut nachvollzogen werden.

Besonders gefiel mir, dass die Nebenfiguren zwischendurch im Ruhrdeutsch-Dialekt sprachen.

Im dritten Teil „Kopfgeld“, setzte Sabine bewusst bei der Hauptfigur Max die Sprache ein, um die  Zerrissenheit der Heimatgefühle und Distanz zur Stadt Bochum darzustellen, denn seiner Familie ist hier Schreckliches widerfahren. Er hatte furchtbare Erfahrungen mit Freunde und Nachbarn gemacht. Dieses Mit- und Gegeneinander aus Distanz, Vertrautheit und Abkehr drückt sich im Sprachenwechsel aus nachdem er mit seiner Schwester zurück aus England in die alte Heimat Bochum kommt.

Durch die gewählte Form der Kriminalliteratur fließt ein roter Faden der Zeit und der Hauptcharaktere durch die drei Romane. In Sabine Hofmanns Krimis lässt sich alles finden: vom Start des Wiederaufbaus, dem Leben in Ruinen, der Suche nach Essen, wärmender Kleidung, dem verbotenen Schwarzhandel, dem Hungerwinter 46/47, bis hin zu den wirklich durchgeführten Mordbefehlen der Bochumer Gestapo im Stadtpark sowie der Judenverfolgung und der Rückkehr in eine zerstörte Heimatstadt.

Sabine Hofmann ist Lehrerin, studierte Germanistik und Romanistik. Sie lebte lange in Frankfurt, bevor sie entschied ihrem Mann ins hessische Erbach in den Odenwald zu folgen und dort Spanisch und Deutsch zu lehren.

Mit ihrer spanischen Freundin Rosa Ribas zusammen schrieb sie eine Krimihandlung, wo die Sprachwissenschaft auch eine große Rolle spielt und helfen kann einen Mordfall aufzuklären. So fingen sie an zu überlegen, ob es in Bochum oder in Spanien spielen sollte. Zuerst wurden dann drei Krimis, die im Barcelona der 1950er Jahre spielten, geschrieben. Sie bauen in den Krimis die dunkle Ära des faschistischen spanischen Führers Franco auf, wo die Presse gleichgeschaltet wurde und jede Person, die gegen das Regime wetterte, ins Gefängnis wandern konnte. Erschienen sind sie im Rowohlt Verlag.

(Screenshots meiner E-Books)

Während Rosa ihre Eltern noch zu der Atmosphäre der 1950er Jahre ausfragen konnte und auch erzählt wurde, hatte es Sabine schwieriger. Früher wurde sehr wenig über die Zeit erzählt. Das Überleben hatte Vorrang. Heute leben die Personen nicht mehr, die etwas erzählen konnten, wenn sie es gewollt hätten. Über die Zeit der Nationalsozialisten wurde meist geschwiegen. Es gab viele Mitläufer und genau diesen Charakterzug lässt sie in den Oberinspektor, so wurden die Hauptkommissare nach britischen Vorbild während der Besetzung genannt,  einfließen. Er war Mitläufer. Hatte immer seinen Job bei der Polizei getan, egal welche Regierung er durchgemacht hatte in seiner Dienstzeit.

Der erste Roman „Trümmerland“ spielt 1946 in einem zerbombten Bochum. Der Wohnraum ist knapp. Flüchtlinge aus dem Osten, die vor der Roten Armee der Sowjetunion, der Russen, flohen, suchten eine Unterbringungsmöglichkeit.

Teil 1 der Trilogie (Screenshot)

Edith Marheinecke ist eine Hauptfigur aller drei Romane. Du gutbürgerlich erzogene Edith floh vor den Russen und verlor ihre Heimat. In Bochum suchte sie nach einem neuen Leben. Bei Martha mit ihrer Tochter Hanna bekam sie eine Wohnmöglichkeit zugewiesen. Marthas Ehemann hatte noch kein Lebenszeichen mitgeteilt. Die Wohnung von Martha war in einer Mietskaserne auf der Hofsteder Str. 74, die heute noch in modernisierter Fassung steht.

Mietskaserne Hofsteder Str. 74 (ca. 1920er Jahre) Mit großem Dank von Sabine Hofmann bekommen für den Blog!)

In der Mietskaserne Hofsteder Straße 74 gab es früher die Toilette in den Zwischenetagen, Kohleofen, kein Badezimmer, kein Wasser in der Wohnung. Herd in der Wohnküche, nicht beheizte Zimmer, spartanische Einrichtung. So hatte Sabine noch die Erinnerung an die Wohnung der Tante, wenn sie sie besuchten. Deswegen kam dieses Haus als erstes Motiv im ersten Teil vor.

Allerdings musste Sabine beim Besuch der Tante keine Brennnesselsuppe mehr essen, was 1946 eher eine tägliche Mahlzeit war, weil es kaum etwas zu essen gab. Die Lebensmittelmärkte, die wir heute kennen mit vollen Regalen, gab es nicht. Auch der Tante Emma – Laden nebenan hatte nichts zu verkaufen. Die Infrastruktur war zerstört. Handelswege unterbrochen. Die Alliierten bestimmten, wie es weitergeht. Der Schwarzmarkt blühte, obwohl er verboten war. Man konnte gegen Zigaretten zum Beispiel Butter eintauschen. Zigaretten waren das Zahlungsmittel in der damaligen Zeit, nicht die Reichsmark. Es gab keine Regierung mehr, keine Nationalbank. Die Menschen musste irgendwie sich selbst helfen, um zu überleben.

Die Zeche Präsident war die nächste Station, wenn sie noch gestanden hätte. Hier spielt der Mantel eines Ermordeten am Anfang des Krimis eine wichtige Rolle. In ihm fanden die Frauen Butterscheine, die für ihr eigenes Überleben, wie der Gewinn einer Lotterie war.

Gelände der Zeche Präsident in Bochum (Foto von der Pressestelle/Bildarchiv der Stadt Bochum)

Die Zeche Präsident war eine wichtige und einer der größten Bergwerke von Bochum nah der Innenstadt. Jedoch wurde das Gelände so zerbombt, dass entschieden wurde, dort keine Steinkohle mehr abzubauen. Für die nahe Jahrhunderthalle entfiel die Möglichkeit nah abgebaute Kohle zu bekommen.

Neben Martha ist der Oberinspektor Dietrichs einer der wichtigsten Hauptpersonen, der ebenfalls in allen drei Romanen vorkommt. Er machte schweigend seine Polizeiarbeit, verlor seine Ehefrau beim Bombenangriff und lehnte sich nicht gegen das Regime auf, machte aber auch nicht bei Erschießungskommandos mit, die zum Beispiel in den Osten gingen.

Podcasten vor dem Polizeipräsidium Bochum

Nach dem Bildarchiv fuhren wir noch zur Uhlandstraße, wo das Polizeipräsidium der Stadt Bochum ist und Dietrichs seine Arbeit in den Romanen tat. Hier las Sabine wieder aus ihrem Roman vor und stellte den bulligen, aber schweigsamen Dietrichs vor, der hier in den Nachkriegsromanen seinen Dienst tat. Unweit von der Uhlandstraße begaben wir uns zu einer Stelle eines Massengrabs, dass sich auf der linken Seite vom Eingang zum Stadtparks befindet.

Kurz vor dem Ende des zweiten Weltkriegs, als die Amerikaner schon im Anmarsch waren, hat die Gestapo in der Villa auf der Bergstraße 74 alle Insassen ermordet und an dieser Stelle vergraben. Die wirklichen Täter kamen mit keinen oder wenigen Jahren Gefängnis davon.

Die kleine Stahltafel weist darauf hin, das NIE WIEDER FASCHISMUS zwar schön ist, aber zur jetzigen Zeit sich zu wiederholen droht. Für mich ist die Tafel ein zu kleiner Hinweis auf die Schandtat dieser Faschisten, denn es waren schließlich nicht nur diese 20 Ermordeten. Die Bochumer Gestapo hat im Laufe der Jahre genug andere Verbrechen getan, die nicht nachgewiesen wurden.

Vor dem Hintergrund des Hungerwinters 1946/47 spielt der zweite Roman „Todeswinter“. Edith Marheinecke kommt bei einem zwielichtigen Rechtsanwalt unter. Als ein ehemaliger KZ-Häftling ermordet wird und ihr Arbeitgeber verwickelt zu sein schein, beginnt Edith selbst die Aufklärung in die Hand zu nehmen ohne zu ahnen, was sie herausfindet.

Teil 2 der Trilogie

Im Krimi „Kopfgeld“ geht Edith Marheinecke als Journalistin mit ihrer Kamera zur Geldausgabestelle am Tag der Einführung der neuen Währung, um darüber zu berichten. Edith machte einige Bilder als Konrad Garthner plötzlich tot unter einer Straßenbahn liegt. Können die Bilder den Fall aufklären oder ist Edith wegen der Fotos selbst in Gefahr? Hier fließt der wichtige Punkt der Shoah hinein. Inspiration war die Stolperstehle, die in Bochum an die Deportation von unzähligen Juden und Jüdinnen nach Auschwitz vom Nordbahnhof erinnert. Die Trilogie ist im Aufbau Verlag erschienen.

Teil 3 der Trilogie

Für mich als Ruhrpottologe ist es einfach wichtig auch die dunklen Seiten des heute so hoch gehobenen WIR SIND DER RUHRPOTT – ZUSAMMEN SIND WIR STARK etc. politisch meist wieder heute einen Keil in die Gesellschaft treibt, genauso wie im Fußball zwischen den Dortmunder Borussen und Schalke 04. Damals wurde wirklich umgebracht. Lebten die Menschen in Angst und Schrecken, denunzierten und kollaborierten die Nachbarn, Freunde und Verwandten aus Überzeugung oder aus anderen niederen Gründen. Hier ist eben auch nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen gewesen. Und es ist auch nie der Fall dass es mal so aalglatt geht, wie wir es gerne hätten.

Sabine Hofmann jedenfalls hat genau die Seite in ihren Romanen geöffnet, wie sie selbst als geborene Ruhrpottfrau ist. Offen sein und sagen oder schreiben, was man denkt mit dem rechten Fleck auf der Brust.

Foto Screenshot von der Internetseite www.sabinehofmann.net

Schon allein deswegen lohnt sich das Lesen aller Romane!

Sabine Hofmann beweist ihre Vielseitigkeit als Autorin auch in einem Sachbuch – ihrer Dissertation Die Konstruktion kolonialer Wirklichkeit aus dem Campus Verlag.

Wer meint, dass Sabine jetzt durch ihre Publikationen reich geworden ist, wird eines besseren im Podcast belehrt. Für die Taschenbuchveröffentlichung bei den namhaften Verlagen Rowohlt und Aufbau verdient sie pro Buch gerade mal 1 €. Das gilt für jeden Autoren, der mit Schreiben Geld verdienen will. Reich wird ein Autor oder Autorin nur wenn es ein Bestseller wird und wochenlang durch die Medien auf die entsprechenden Spiegel-Bestsellerliste puscht. Also muss die andere Literatur, die gut ist und nicht auf der berühmten Liste erscheint, irgendwie gefördert werden. Und damit auch die Person, die schreibt. Also für mich sind alle drei Romane Bestseller. Für euch müssen sie es noch werden. Hofmanns Krimis lohnen sich definitiv!

Ich betone: Ich bekomme für diese Infos keinen Cent. Gut ich hab ein Essen ausgegeben bekommen und ein Buch mit Widmung geschenkt bekommen. Aber sonst nichts. Es ist eine persönliche Buchempfehlung und es war ein tolles Gespräch mit einer tollen Frau gewesen in meinem Podcast! Und wir sehen uns nächstes Jahr definitiv wieder. Ich will doch wissen, wo die Leichen in Essen rumschwimmen aus ihrem nächsten Roman, wenn da auch hauptsächlich eingebrochen werden soll. Literatur muss genauso wie Kunst gefördert werden!

Am Ende waren wir noch zusammen nicht Eis essen, sondern einen Rote Beete-Salat im Café Konkret im Bochumer Bermuda-Dreieck. Lecker!

Links:

Alle Bücher: www.sabinehofmann.net

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Bildarchiv Stadt Bochum:

Stadt Bochum | Flickr

Facebook/Stadt Bochum

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Café Konkret – Bermuda3Eck Bochum

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Fotostrecke (c) André Brune

Die Skulptur „Entfaltung“ erstaunt jeden Besucher immer wieder neu, so auch Sabine Hofmann.

Eine Fotogalerie mit Fotos vom Bildarchiv der Pressestelle der Stadt Bochum:

Mit Sybille Hellier im Galopp über die Pferderennbahn von Gelsenkirchen-Horst I +Videopodcast I +Podcast

Welche riesige Bedeutung hatte die ehemalige Pferderennbahn in Gelsenkirchen für die Stadt? Sehr viel!

Was bebte die Erde in Horst durch 24 galoppierende Pferde! Sie preschten über die Rennbahn ab ins Ziel und brachten die Gläser in den Nachbarhäusern zum Klirren. Das Gallopiergeräusch mussten doch  die Bergleute von Zeche Nordstern Untertage sogar mitbekommen haben. Dort haben sie dann bestimmt gewettet, ob Kaiserstern oder Newcomer das Rennen gewinnen wird.

Darüber und noch mehr spricht Sybille Hellier mit mir. Sie macht wöchentlich ehrenamtliche Führungen vor Ort. Sie ist ein Lexikon der Pferdekultur von Gelsenkirchen. Sehend oder hörend im jeweiligen Podcastformat:

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Sybille Hellier ist eine geborene von und zu aus Gelsenkirchen, Stadtteil Horst. Sie wohnte nicht nur immer in der Nähe der Galopprennbahn, sondern sie hatte auch einen direkten Bezug als Pferdewirtin. Sie erlebte noch die Hochzeiten der Bahn, aber auch den Niedergang durch neue Steuergesetze im Wettbereich, sowie das Abnehmen des Interesses seitens der Medien, und auch das veränderte Freizeitverhalten, das schlussendlich die fairste Pferderennbahn in Europa (!) den Genickbruch brachte. Sie versuchte, wie Don Quichotte die Pferderennbahn irgendwie in der Stadt als Denkmal zu erhalten. Heute ist es eine wunderbare Freizeitanlage zum Spazierengehen, auch zum Golfen bei Pott-Golf, zum Joggen oder Walken auf 2300 Meter ursprünglichen Rennbahnwegen. Die Kinder haben einen wunderbar nah dem Pferdesport nachempfundenen Spielplatz.

Im Video erzählt sie mir bereitwillig so einige Anekdoten vom Pferdebesatteln, Abwerfen, aber auch einem tragischen Todesfall auf der Pferderennbahn. Manchmal ist eben Freud und Leid nah beieinander.

Buntes Pferd Sybille Hellier

Sybille selbst ist in Horst bekannt, wie ein buntes Pferd. Sie macht nicht nur die Führungen der altehrwürdigen ehemaligen Pferderennbahn hinter dem Schloss Horst, sondern jeden letzten Samstag im Monat geht sie mit der Gruppe um Hans-Georg Kouker „Horst putzt sich heraus“ den Stadtteil in einer bestimmten Straße sauber zu machen. Sie engagiert sich als Vertreterin für die in Gründung befindliche Stiftung Greendays4Future und macht aufmerksam mit der Müllaktion „AufGEraucht“ (darüber hab ich schon berichtet. Link unten). 

Damit tritt sie den Rauchern auf die Füße, die ihre Zigarettenfilter in die Landschaft oder auf die Straße werfen. Sie geht auch oft genug über die Galopprennbahn und sammelt hunderte Stück ein. Die sie dann in einer Wasserlake bei der ein oder anderen Veranstaltung präsentiert. Sie zeigt auf welche Umweltverschmutzung, auch in Verbindung mit dem Grundwasser dadurch entsteht, sollen Raucher eben auch erfahren. Rauchen verbietet sie ja nicht. Sie möchte nur, dass die Zigarettenstummel ganz normal in den Mülleimer gehören und nicht daneben. Bei der Führung reißt sie das mit Sicherheit auch immer an. Und sie berichtet natürlich auch darüber, wie gut Horst früher von den Pferderennen gelebt hat.

Viele aus Horst lebten von der Pferderennbahn. Angefangen vom Aufpiecker der Lose für den Müll bis eben hin zum Jockey. Es gab 40 verschiedene Berufe, die dort gearbeitet haben. Sybille kannte viele von ihnen, weil sie selbst dort tätig war. Heute sammelt sie Fotos, Filme und Geschichten, zeigt und erzählt sie Interessierten, damit diese Erinnerungskultur nicht verloren geht für den Stadtteil von Gelsenkirchen. Die Stadt selbst hat 1956 einen Stempel auf jeden Briefumschlag gesetzt, der stolz in die Welt prangte: „Metropole des westdeutschen Pferdesports“ . Die Pferderennbahn war ein weltweites Vorzeigeobjekt, dass heute zum Teil auch bebaut wurde, wo früher gesattelt wurde oder nervöse Pferde ein Gebäude hatten, sowie die Tribüne stand.

Wo früher die Pferdewaage stand, ist heute der Kindergarten „Galoppi“ und davor steht ein Denkmal für Rudolf Rose, der die Pferderennbahn aus der alten Kuhweide, und vorherigen Sumpfgebiet des Emscherbruchs 1895 bauen ließ.

Wer weiß das denn noch?

Ich wußte es tatsächlich nicht! Wenn die Autobahnen 40 oder 42 von Bochum nach Bottrop, meinen fast täglichen Arbeitsweg verstopft werden, dann gurke ich durch Gelsenkirchen – Horst, komme an ein paar neu gebauten Häusern vorbei, die rechts vor dem Schloss Horst seit einigen Jahren stehen. Was ich nicht wußte, dass dort jahrzehntelang einer der größten Arbeitgeber von Horst gewesen ist und den Stadtteil von Gelsenkirchen maßgeblich geprägt hat neben der Zeche Nordstern. Ich wollte mehr wissen, was der nördliche Stadtteil von Gelsenkirchen zu bieten hat, was hinter Häusern jetzt versteckt ist.

Sybille Hellier ist  in Gelsenkirchen eine Person, die sich nicht nur für Horst einsetzt. Sie hält Stadtteil nicht nur monatlich sauber mit „Horst putzt sich heraus“, sondern sticht auch Rauchern wörtlich ins Herz mit ihrer Aktion „AufGEraucht“, wenn sie ihren Zigarettenfilter auf den Boden werfen. (Darüber habe ich schon berichet). Vor allem besitzt sie ein unschätzbares Wissen über die ehemalige Pferderennbahn von Horst. Sie gibt dieses Wissen und eigenen Erfahrungen in Führungen mit vollem Elan weiter. Sie verbrachte einen Großteil ihres Lebens dort, striegelte Pferde. Heute striegelt sie Menschen, die es interessiert zu erfahren, was früher Gelsenkirchen dort so attraktiv gemacht hat.

Die heutige grüne Oase wird im Inneren der Galopprennbahn zum Golfen für Jedermann und Jedefrau genutzt. Im dortigen Restaurant  Pott-Gold wurden mir die Pommes empfohlen. Das Essen soll dort empfehlenswert sein. Das haben wir nicht geprüft zusammen. Aber werde ich natürlich mit einem erneuten Besuch in Horst bestimmt tun.

Sybille erzählt mit Leidenschaft Anekdoten, Geschichten und Besonderheiten über die Galopprennbahn. Und das macht sie ausnahmsweise diesmal mit mir, um die Erinnerungskultur noch etwas weiter als nur innerhalb der Stadtgrenzen zu erzählen. Gelsenkirchen wird 2025 150 Jahre. Damit möchte ich auch einen Beitrag zu mehr Positivismus und neue Aufbruchstimmung leisten für die von Medien immer arg gebeutelte Stadt mitten im Ruhrgebiet, die nicht nur mit dem Abstieg von Schalke 04 zu kämpfen hat, sondern auch immer noch mit hohen Schulden und einer hohen Arbeitslosenrate. Dabei war Gelsenkirchen in der Nachkriegszeit einer der reichsten Städte Deutschlands.

Emscherbrücher Dickköppe

Umso mehr ist es interessanter sich mal mit der Stadt von Heute in Bezug auf die Vergangenheit zu beschäftigen. Sybille ist ein Baustein in Gelsenkirchen. Sie hat sich auch mit den ausgestorbenen Emscherbrücher Dickköppen auseinander gesetzt. Im Zoo Münster gibt es die Pferdebibliothek. Alles, was man über Pferde wissen will, kann dort entdeckt werden. Nicht umsonst ist das Münsterland das Herz für die Pferdezüchtung. Dort gehen auch die Olympischen Medaillen meist hin.

Sybille fand heraus, dass diese Pferde, die wild an der Emscher grasten wahrscheinlich eine Mischrasse von reiterlosen Pferde waren, die durch die Kriege zerstreut wurden. Sie vermischten sich und so kam diese Rasse heraus über die Generationen. Sie waren nicht höher als 1,20 Meter. Sie hatten einen breiten Brustkorb, um sich in der sumpfigen Emscherlandschaft durchzupflügen. Als die letzten Pferde vom preussischen Amtmann von Waldhausen ins Münsterland entweder zum Sauerbraten oder in die Pferdekoppeln von münsterländischen Bauern führen ließ, waren die Wildpferde nicht mehr da. Aber sie grasten wahrscheinlich mal genau da, wo heute noch die Rennbahn ist in einer anderen Zeit in einer etwas anderen Landschaft, als die Emscher noch ein wilder unbändiger und gefährlicher Fluß für die Anwohner war. Die Dülmer Wildpferde von heute sollen von den Emscherbrücher Dickköppe abstammen. Es wird auch schon diskutiert, sie neu zu züchten und an der Emscher auszuwildern. Das habe ich mal irgendwo gehört. Ob das mal so kommen wird? Warten wir mal ab.

Ohne Pferde kein Ruhrgebiet von Heute

Wichtig zu wissen für jeden, der sich für das Ruhrgebiet interessiert ist, dass es das Ruhrgebiet von heute eben ohne Pferde so nicht gegeben hätte. Sie waren für die Transporte zuständig, halfen auf den Äckern, brachten die Milch zu den Bewohnern, wurden für die Sicherheit genutzt bei der Polizei, halfen den Bergleuten Untertage, brachten den Müll aus den Städten, zogen die Steine für die Straßen und treidelten die Schiffe auf der Ruhr, um die Kohle zum Rhein oder zu den Koksanlagen zu bringen. Zuletzt waren sie ein wichtiges Nahrungsmittel. Denn Pferdefleisch war eben für die Bevölkerung immer zu kriegen. Massentierhaltung gab es noch nicht. Pferde waren immer da.

Wer heute Sauerbraten bestellt, ißt ein selten gewordenes Gericht. Heute kann sich kaum jemand vorstellen, der durch Horst fährt, dass bei einem Pokalrennen über 100000 Zuschauer dort waren und auch gewettet haben. Der Stadtteil war von Autos überfüllt.

Nebenberuf Pferderennbahn

Sybille erzählt, was ein Pferdewirt macht, was sie selbst auf der Pferderennbahn erlebt hat und regt an auch über den Naturschutz der Tiere nachzudenken. Früher haben sich viele etwas nebenberuflich auf der Pferderennbahn dazu verdient. Heute sucht Sybille Material, damit diese Geschichte mitten im Ruhrpott nicht verloren geht.

Nebenbei noch Flaschengefühle gesehen und zum Abfalleimer gelegt

Ich hoffe, dass ich durch das Video und den Beitrag im Blog den ein oder andere animiere nicht nur nach Horst mal zu fahren und sich die Geschichte selbst mal anzuhören und zu sehen, sondern vielleicht ist ja einer dabei, der noch Fotos hat oder einen Super 8 Film über die Pferderennbahn. Sybille wird alles dankend annehmen und auch würdig verwahren.

Wer dort einen Abstecher macht, sollte sich auch das Heimatmuseum im Schloss Horst ansehen. Ein Blick in die Einkaufszone von Horst ist auch nicht verkehrt. Und wer will, kann von dort bis zur Gruga mit der Straßenbahn fahren. Aber der Nordsternpark ist fußläufig erreichbar und mit Sicherheit ebenfalls schön genug und vor allem spannend von der Lage, um einen kompletten Ausflugstag in Gelsenkirchen zu verbringen.

Kosten und Zeitpunkt einer Pferderennbahn-Führung

Ehrenamtlich und kostenlos immer an jedem 3. Freitag im Monat ab 15 Uhr außer in der Urlaubszeit. Ansonsten 5 € pro Person.

Anmeldung bitte am besten per Mail: info@hellier.de oder telefonisch: 01745174139

Weitere Infos zur ehemaligen Galopprennbahn:

www.horster-pferde.de

***

Wer dort Golf innerhalb der ehemaligen Galopprennbahn ausprobieren möchte:

POTTGOLF Gelsenkirchen – POTTGOLF

Kontakt Gelsenkirchen

Johannastr. 37
45899 Gelsenkirchen

Tel: 0209 – 503 020

Mail: info@pott-golf.de

 

Fotos, Text und Podcastmoderation (c) André Brune

7 Jahre Hitradio Ruhr – Marco Hölzer erklärt sein Internetradio I +Videopodcast I +Podcast #99

Wie funktioniert ein Internetradio, was kostet das Betreiben und wer steckt hinter Hitradio Ruhr? Am 6.3.2025 feierte das Webradio, gegründet von Marco Hölzer,  das verflixte 7. Jahr. Herzlichen Glückwunsch!

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Vor einiger Zeit folgte mir plötzlich auf Instagram das Hitradio Ruhr. Ich dachte mir erstmal nix bei, aber schaute genauer hin bzw. hörte. Mit Internetradio hab ich mich bis dahin kaum befasst, obwohl ich schon gern das Radio Nostalgie gehört habe mit französischen Chansons. Das gab es in Deutschland aus Frankreich eben nur über das Internet. Ich wußte bis dahin nicht mal, was für ein Potential dahintersteckt, wenn es gut gemacht ist. Noch nie hatte ich jemanden fragen können, wie es abläuft und welche Personen dahinterstehen. Das war eine einmalige Möglichkeit und lernte so den sympathischen Marco Hölzer über Instagram kennen.

Wir machten einen Termin aus, denn Radiobetreiben ist nicht seine Haupterwerbsquelle. Er arbeitet im Restaurant des ehemaligen Fußballers „Ente“ Lippens. Da war ich noch nicht einmal essen und jetzt hab ich auch noch jemanden, der dort auch noch arbeitet im Podcast. Wie genial ist das denn?

Aber fangen wir erstmal mit dem Ankommen an:

Marco wohnt in Essen-Karnap in einer Siedlung aus dem Ende der 1920er, Anfang 1930er. Und dort mitten in der Siedlung, in seiner kleinen bescheidenen Wohnung ist das Studio. Dabei dachte ich erst an ein Großraumbüro mit einigen Angestellten, ein abgeteilter Raum, wo die Mikros sind und die Moderatoren, die ihr Programm vorstellen. Nix da.

Er war es. Marco Hölzer wartete fröhlich und lud mich in seine kleine schmucke Wohnung ein. Ein PC, ein Drucker, Lautsprecher, mitten drin ein gemütliches Sofa, ein Fernseher, Schals, Trikots und Fotos von VfL Bochum und Rot-Weiß Essen und einige Vitrinen voll mit Modellautos und Modell-Lastkraftwagen. Das war also das Internetradio. Ein Radio von Zuhause aus. Marco ist der Chef und Initiator. Ein intensives Hobby betreibt er. Denn so einfach ist das nämlich nicht, wie ich dachte.

Handykamera angestellt, Mikro in der Hand und los ging es mit dem Podcast

Sofort war Marco mir sympathisch, nicht nur wegen der Schals. Die Welt ist wirklich klein, denn Marco hat lange in meiner Geburtstadt Bottrop gewohnt, ist in Bochum-Langendreer aufgewachsen, ist ein VfL Bochum – Fan und arbeitet in der Küche bei Ente Lippens sein Restaurant in Bottrop-Welheim. Ein unglaublicher Zufall war auch noch das Foto an der Wand. Marco Hölzer mit Ata Lameck, einem der besten Abwehrspieler des VfL und ehemaliger Nachbar von mir.

Ein schnöder PC mit einem entsprechenden Radio-Software-Programm, dass gekauft werden kann reicht. Doch der Weg dahin ist erstmal müßig und steinig. Man muss als Radiobetreiber die Urheberschutzrechte beachten, sonst ist es schnell aus mit dem Geld verdienen mit einem Radio. Apropos sollte man ein Radio eher als Hobby, als eine Geldquelle sehen. Wer also selber mit eigenen Ideen starten möchte, muss auch erstmal Geld mitbringen und es sollten genug Hörer da sein. Wenn regelmäßig nur 20 Zuhörer sind, lohnt der ganze Aufwand nicht, der 24 Stunden laufen sollte.

Hitradio Ruhr hat eine gute Mischung von unterschiedlicher Musik. Deutsche Schlager über 1980er bis zu neuen Scheiben, Chillige Elektromusik und Neuvorstellungen. Jeden Tag bekommt Marco Musik zugeschickt. Neue Interpreten, die hoffen einfach mal gesendet zu werden für den Start in die Musikbundesliga. Aber so einfach ist es nicht. Denn da ist Marco streng, denn es kommt viel Schrott. Sogar ich könnte eine Scheibe singen und versuchen ins Radio zu kommen. Aber werde ich auch gesendet?

Auf die Genehmigung zum Betreiben des Webradios musste er ein Jahr warten. Das sind im Moment deutsche Behörden. Geduldiges Warten ist da angesagt, egal für was. Und da stehen erstmal Kosten im Raum: Zwischen 400 und 500 €  kostet GEMA und GVL, um ein Webradio zu halten.

Im Internet gibt es die Firma laut.fm – User Generated Radio™. Sie sponsorn den Sendestream. Sie zahlen die Gebühren, aber man muss alle halbe Stunde deren Werbeblöcke miteinbauen lassen. Alle drei Monate bezahlt Marco dann nur noch den Server von 20 bis 25 €.

Verdienst gibt es da eigentlich keinen. Es ist für ihn ein Hobby. Es ist kein kommerzieller Sender. Sein Geld verdient Marco in der Gaststätte bei Ente Lippens. Er macht die Salate und macht nach der Schließung auch noch alles sauber für den nächsten Tag von der Küche bis zu den Toiletten.

Die Idee zum Hitradio Ruhr kam ihm beim Webradio machen. Damals waren Radioleute dabei, die es immer besser gewußt haben, wie Radio läuft. Auf das Mobbing und Konkurrenzdenken hatte Marco keine Lust, also musste ein eigenes her.

Er hat ein eigenes Team. Sie basteln sozusagen ein Programm zusammen und bieten das Webradios an. So landen sie dann auch mit ihren unterschiedlichen Programmen zu bestimmten Zeiten bei Marcos Hitradio Ruhr.

Anfragen von Künstlern und Promotern zu eigenen Songs kommen fast täglich. Oft genug kommen Schlager, aber genauso oft passt es erstens nicht in sein Programm, oder nicht zum Geschmack.

12 Jahre lang wohnt er nun in Karnap, davor hatte er 11 Jahre in Bottrop-Batenbrock gewohnt, aufgewachsen war er in Bochum-Langendreer. Aber weil er im Alpin-Center in der Küche gearbeitet hat, hatte er keine Lust mehr auf die lange Fahrt mit Bus und Bahn von Bochum nach Bottrop. Das kann ich gut verstehen. Er ist ein Pottmensch, wenn er schon in drei verschiedenen Ruhrgebietsstädten gewohnt hat!

Marco musste natürlich erstmal knapp ein Jahr schauen bis es dann auch abgesegnet ist, damit er keine Schwierigkeit hat wegen des Namens, denn es gibt um die 10000 Webradios. Das sind fast alle Einzelkämpfer, die nur eine kleine Hörerschaft haben.

Mit Teamspeak klärt Marco, ob das Konzept einer Sendung von einem neuen Teammitglied zum Hitradio Ruhr passen würde. Etwa zehn Teammitglieder schicken ihre musikalische Zusammenstellung, wie zum Beispiel „Schlager Boulevard“. Frauen sind in diesem Metier eher selten. In seinem Team sind nur Männer. Also liebe Frauen, macht doch auch mal Radio!

Was ist die GVL?

Die GVL (Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten) ist eine Verwertungsgesellschaft, die 1959 von der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) und der Deutschen Landesgruppe der International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) gegründet wurde.

Sie vertritt ausübende Künstler, Tonträgerhersteller und Veranstalter bei der Zweitverwertung ihrer Leistungsschutzrechte im Fernsehen, Radio und bei der öffentlichen Aufführung ihrer (Musik-)Produktionen. Das betrifft auch Diskotheken, Gaststätten und Einzelhandelsgeschäfte.

Die gleichberechtigten Geschäftsführer GVL vertreten Urheberschutzrechte für Tonträgerhersteller und Künstler, sowie Videoclipproduzenten. Guido Evers ist zuständig für Tonträgerhersteller*innen, Videoclipproduzent*innen, sowie Veranstalter*innen. Dr. Tilo Gerlach vertritt die ausübenden Künstler*innen. Die GVL kann neben Tarifverhandlungen, wie auch in der politischen Kommunikation ein starker Verhandlungspartner sein. Sie ist eine Art Lobbyfunktion für die genannten Bereiche und kann die Einnahmesituation verbessern und gesetzliche Rahmenbedingungen beeinflussen

GVL | Verwertungsgesellschaft für Künstler*innen und Labels

Was macht eigentlich die GVL? Lohnt sich ein Beitritt für Musiker? – Tipps für Musiker und Bands – Backstage PRO

Die nervige GEMA ist wichtig für die Künstler und Künstlerinnen

Die GEMA ist die Institution, die sich für Künstler und Künstlerinnen, deren Urheberrechte, Nutzungsrechte für die Musikwerke und auch die verbundenen Lizenzeinnahmen, also die Interessen von Musikschaffenden einsetzt.

GEMA | Musik ist uns was wert

Wenn ein Sender von einer Band zum Beispiel vier Songs spielen will, dann muss er das anmelden. Liegt zum Beispiel der Antrag auf eine Sondersendung vor, weil sie Geburtstag hat oder jemand aus der Band gestorben ist, macht man Ausnahmen.  Ansonsten dürfen nicht mehr als drei Stücke in einer Stunde gespielt werden.

Allerdings bekommen die Künstler von GEMA und Co nur wenig Geld. Auch wenn sie sich einsetzen für die Rechte und das Geld für sie sammeln, geht mehr für die Verwaltung und Vorstände scheinbar raus. Sonst ist nicht zu erklären, warum Musiker und Musikerinnen bei einem gespielten Song nicht mal einen Cent bekommen. Die vielen Nullen hinter dem Komma zwingen förmlich einen dazu sich auf die Bühne zu begeben und hoffen, dass ein Konzert mehr als ausverkauft ist.

So kann man eigentlich sagen ist die Kunst Musik zu machen doch eine sehr schwierige Kunst Geld zu verdienen, genauso wie es mit einem Internetradio geht. Aber mit Kunst, ob mit Musik, Malen oder auch als Autor. Wer keinen Bestseller landet oder einen Hit, sowie einen guten Mäzen hat, der muss sich durchbeißen und wird mehr oder weniger Erfolg haben.

Ich wünsche Marco Hölzer viele neue Hörer und Hörerinnen und auch Gestalter für sein Radioprogramm. Damit ist nun Jeder, vor allem Jede angesprochen, die es gern machen möchte, ein bis zwei Stunden das Programm von Hitradio Ruhr mit Informationen und Musik zu füllen.

Es war ein schöner und spannender Nachmittag und toll den Ruhrpotttypen Marco Hölzer kennengelernt zu haben. Wir bleiben nun im stetigen Kontakt. Ich werde, wie im Podcast erzählt und vorgeschlagen, nun ein kleines Programm mit Jack Tengo zusammen kreieren. Mal sehen, ob es ankommen wird. Geduld. Alles braucht seine Zeit! Aber hören, hören könnt ihr das Programm von Hitradio Ruhr trotzdem jeder Zeit: 24/7.  Ich wünsche Marco Hölzer und seinem Radioprogramm noch weitere 7 Jahre und viele weitere danach!

Viel Spaß beim Hören:

www.hitradio-ruhr.de

Wer bei Ente Lippens futtern möchte:

Lippens – Mitten im Pott

Gungstr. 198

46238 Bottrop

 
Öffnungszeiten:
Dienstag, Mittwoch: Geschlossen
Donnerstag 17 – 21 Uhr
Freitag 17 – 22 Uhr
Samstag 16 – 22 Uhr
Sonntag 15 – 20.30 Uhr
 
 
 Text und alle Fotos (c) André Brune

Osama Aljabr – gebürtiger Syrer, seine Flucht, das Ankommen und die Arbeit im Kinderschutzbund Bottrop I +Videopodcast I +Podcast #94 Teil 1 & 2 I +Fotogalerie

Osama Aljabr habe ich auf der Kundgebung vom Bündnis Buntes Bottrop gegen die AfD gehört und ihn sofort gefragt, dass ich seine Geschichte gern in einem Podcast herausbringen möchte. Er sagte sofort zu. Der Podcast ist zwar lang, aber ungekürzt. Er beinhaltet seine Geschichte von Anfang an und seine Arbeit im Kinderschutzbund Bottrop. Seine Geschichte ist bewegend und emotional. Im zweiten Teil zeigt er mir das Haus vom Kinderschutzbund und die Arbeit vor Ort. Ein Moment der Vielfalt vor Ort, denn hier sind keine Grenzen gesetzt, welcher Religionszugehörigkeit oder Nationalität die Kinder entstammen. Allen wird geholfen mit viel Liebe, Wissen und Wärme bei Hausaufgaben, mit einer vernünftigen Mahlzeit und viel Spielen.

 

Videopodcast Teil 1 Krieg, Flucht und Ankommen:

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Videopodcast Teil 2 Osama und der Kinderschutzbund Bottrop:

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Ich hoffe, ich kann auch Zuhörer und Zuhörerinnen gewinnen, die vielleicht anders denken, wenn sie Osamas Ausführungen gehört haben. Denn im Moment ist die Stimmung im Land vor den Wahlen mit unberechenbaren Denkzetteln gepflastert. Denn die rechten Gesinnungskräfte werden immer mehr, obwohl wir doch alle irgendwie Migranten sind. Wir wissen ganz genau, was eben die Deutschen verursacht haben im 20. Jahrhundert. Für mich gibt und darf es keinen Schlussstrich unter der Erinnerungskultur geben! Es können dadurch unberechenbare weitere rassistische Übergriffe möglich sein ohne Aufklärung. Die Kinder, egal welcher Religion oder Nationalität, leiden am meisten darunter. Sie werden nicht gesehen in den ganzen Diskussionen. Rassistische Übergriffe sind nach der aktuellen Statistik stark gestiegen.

 

Zahlen des Bundesinnenministeriums: Mehr rechtsextreme Straftaten | tagesschau.de

 

Podcast Teil 1:

Fragen Fragen Fragen

Ich stellte viele Fragen im Podcast, den ich bewusst nicht gekürzt habe, denn er sollte zu Wort kommen, sollte sich öffnen, sollte erklären, damit man als Außenstehender verstehen kann. Ich habe sehr wohl verstanden, warum er geflüchtet ist. Ich spreche mich nicht frei davon. In dieser Situation, in der er steckte, würde ich wahrscheinlich auch mich entscheiden zu flüchten, um eine neues Leben in Frieden leben zu wollen.

Wie war denn das Leben in Syrien, fragte ich ihn. Wie ist es im Krieg, weil wir keine Vorstellung mehr haben. Die älteren haben noch den Bombenhagel der Alliierten im Kopf, aber wir leben in Frieden seit fast 80 Jahren und können das nicht mehr nachvollziehen.

Was passierte auf der Flucht und wie war denn das Ankommen? Hatte er noch den Mut weiterzugehen? Und wie war es die Familie wieder in die Arme nehmen zu können? Das sind einige Fragen, die ich gestellt habe. Doch es war noch viel mehr.

Wir lachen auch mal, weil Osama wieder lachen kann. Osama hatte lange Zeit das Lachen verloren. Heute ist er ein lebenslustiger Mann geworden, der es weitergeben kann. Das sieht man bei der Arbeit mit den Kindern beim Kinderschutzbund.

Viele weitere Fragen begegneten mir im Laufe des Gesprächs. Nichts war vorbereitet. Ich habe mit ihm, wie mit einem Freund gesprochen und Fragen gestellt, die er vor knapp 7 Jahren wahrscheinlich so noch nicht beantwortet hätte können.

Schmelztiegel und Fluchtburg Ruhrgebiet

Schon vor 170 Jahren begann durch die Industrialisierung die Entwicklung durch Einwanderung ins Ruhrgebiet. Menschen kamen von überall her, weil es hier Arbeit gab. Menschen, die als Knechte auf Bauernhöfe gearbeitet haben für einen kargen Lohn unter miesen Bedingungen, die einer Sklaverei ähnelte, suchten nach Verbesserungen im Leben und für ihre Familie. So kamen viele Landarbeiter aus dem Osten ins Ruhrgebiet. Allein Bottrop hatte fast 80% Migranten aus Polen. Klein-Warschau sagte man damals.

Dazu kamen über die Jahrzehnte Kriegsflüchtlinge nach dem zweiten Weltkrieg aus Ostpreussen und Wirtschaftsflüchtlinge aus der DDR, sowie Polen, Russen, Ukrainer, Italiener, Griechen, Portugiesen, Spanier, Türken, Bosnien-Herzegowina, Serben, Kroaten, Albaner, Rumänen, Bulgaren ins Ruhrgebiet. Das Ruhrgebiet wurde zu einem Schmelztiegel von Nationalitäten, die heute allein in Bochum 180 erreicht haben durch die Universität. Alle sind hier friedlich zusammen gekommen und leben auch friedlich zusammen, ergänzen sich und bereichern sich mit ihrer Kultur. Multikulti funktioniert, wenn es zugelassen wird. Vieles ist neu entstanden, anderes ist gegangen. Heute prägen Dönerbuden und nicht die Pommesbuden den Stadtraum als Beispiel. Das macht das Ruhrgebiet aus: Eine bunte Vielfalt. Osama Aljabr verkörpert sie in einer Person mit Tragik und Optimismus für eine bessere Welt, die wir doch wollen, oder nicht?

Ohne Migration kein Ruhrgebiet

Ohne Migration wäre das Ruhrgebiet von heute nicht das, was es heute ist und wir nicht hier. Syrer, egal welcher Religionszugehörigkeit (wichtige Erwähnung, denn Syrer sind nicht alle muslimischen Glaubens, sondern es gibt auch Christen und Drusen!) sind nun auch Teil der Migration und Integration. Sie sind in einen Bürgerkrieg geraten zwischen vielen Fronten. Viele sind geflüchtet und haben sich nach Europa retten können.

Das dabei auch „Schwarze Schafe“ mit ins Boot gekommen oder geworden sind, bedeutet nicht, dass eben ALLE zu welche geworden sind. So wie es in den Medien und einer bestimmten neueren Partei täglich durchgekaut wird. Ich betone, dass auch wir schwarze Schafe in der deutschen Bevölkerungsstruktur haben. Deswegen sind DIE Syrer für mich nicht alle über einen Kamm zu scheren. Es besteht kein Zweifel, dass mit Verbrechern und Terroristen im gesetzlichen Rahmen der Verfassung umgangen werden muss. Sie müssen dann nach unserer Verfassung und Gesetzesmöglichkeit abgeschoben werden oder ins Gefängnis gehen. Das nur kurz dazu, damit nicht die Meinung entsteht ich würde Terroristen und Verbrecher verteidigen. Auch Geflüchtete grenzen sich von diesen Personen ab. Sie werden eben gleich gesetzt mit den schlechten Menschen aus ihrem Land.

Kriegsflüchtling oder Wirtschaftsflüchtling?

In der heutigen Debatte um Flucht und Vertreibung werden „Kriegsflüchtlinge“ zu „Wirtschaftsflüchtlinge“. Sie könnten ja zurück und mit der Waffe kämpfen, um dann ihr Land wieder aufbauen zu können, so einige Meinungen die in den Sozialen Medien herumgeistern. Aber das ist einfacher gesagt als getan. Denn dazu gibt es viele Argumente, um zu verstehen, dass es eben nicht so einfach ist. Das ist am Beispiel Syriens eben nicht zu sagen, wenn auch Assad mittlerweile kein Präsident ist.

Heute haben viele Syrer, die allein 2015 gekommen sind, als der Krieg bestialischer denn je wurde, entweder eine Arbeit gefunden oder haben sich erfolgreich Selbstständig gemacht. Sie hatten in Syrien schon ein Leben vor dem Krieg. Hier wollen sie dieses Leben nur in Frieden ohne Waffe leben. Ausnahmen bestätigen die Regel. Natürlich gibt es welche, die sich nicht integrieren wollen, die nicht Deutsch lernen wollen, auch gegen das Gesetz verstoßen und dafür ins Gefängnis landen oder abgeschoben werden. Aber wir haben genug Deutsche, die nur vom Sozialsystem leben wollen, Gesetze brechen, sogar ihre Frauen zu Hause schlagen. Wir müssen uns immer erst an die eigene Nase fassen, bevor wir mit dem Finger auf andere zeigen.

Der überwiegende Teil der damaligen Flüchtlinge hat eine Arbeit gefunden, zahlen mittlerweile Steuern und in die Sozialsysteme ein. Es wächst schon eine neue Generation an, die alle einen deutschen Pass haben, die keine syrische Sprache mehr beherrschen. Und es gibt auch viele, die sich Selbstständig gemacht haben mit einer Konditorei zum Beispiel. In Bochum gibt es neben einer syrischen Konditorei auch eine Parfumerie und ein Schnellrestaurant mit syrischen Speisen.

Jetzt haben wir hier nach fast 80 Jahren Wohlstand und Frieden. Deutschland hat durch die Erfahrungen mit den Nationalsozialisten ein Grundgesetz und eine einmalige Verfassung geschaffen, die seit 75 Jahren Bestand hat und den Frieden, die Freiheit bewahrt und eine Wiederholung der Nazi-Regierung verhindern soll. Menschen, die aus Ländern mit Krieg kommen, wo Folter und Totschlag, die Freiheit des Einzelnen Lebens gefährdet ist, weil sie eine andere Meinung, eine andere Religion haben, können Asyl beantragen.

Arabischer Frühling und Syrien

2010 begann der Arabische Frühling. In den arabischen Ländern ist es damals wie heute wirtschaftlich nicht zum Besten gestellt. In einigen Ländern, wie Syrien und Libyen herrschten Diktatoren, die ihr Volk unterdrückten. In anderen regierten Personen, die ihr Volk auspressten mit hohen Steuern und wenig taten, um die Wirtschaft anzukurbeln, damit die jungen Menschen Arbeit haben. Zwangsweise suchen diese nach neuen Lösungen, nach einer Lebensperspektive, wenn die Heimat es nicht bieten kann.

Studierte junge Menschen kamen nicht in gute Jobs. Korruption und Willkür herrschte und herrscht noch heute in Ländern wie Tunesien, Algerien Ägypten und Libyen. Die Völker standen auf. So auch in Syrien. Doch dort passierte mehr als in den anderen Ländern, denn in Syrien leben verschiedene Glaubensrichtungen und Kulturen. Assad regierte noch bis kurz nach der Podcastaufnahme Ende November mit harter Hand, presste sein Volk aus und hatte Russland als Beistand, als die Revolution begann, die zu einem nicht enden wollenden Bürgerkrieg wurde.

Damaskus war schon früher zur Zeit des Kalten Krieges eine Bastion des sowjetischen Geheimdiensts KGB als Drehscheibe für den Nahen Osten. In die Tiefe dieses Themas zu gehen, würde jetzt zu weit gehen. In Syrien kämpften verschiedene Gruppen nun mit- oder gegeneinander, während Assad immer noch in seinem Präsidentensessel saß ohne Rücksicht auf das Volk mit Putins Segen. Assad hat Putin wegen den mittlerweile drei Jahre andauernden Krieg mit der Ukraine fallen gelassen, weil er die Kräfte vor Ort braucht. Assads Fall hängt also unmittelbar mit der Situation Putins zusammen.

Was bedeutet Flucht?

Wir, die wir in Sicherheit hier leben und jeden Tag im Supermarkt ein Überangebot von Lebensmitteln bekommen, die verschiedenste Arbeit bekommen, sich selbständig machen können, eine Meinungs- und Demonstrationsfreiheit genießen, ein Auto kaufen können, leben jetzt 80 Jahren in Frieden. Wir sind heute umringt von befreundeten Ländern, die Deutschland damals völkerrechtswidrig besetzt hatten. Gemeinsam setzen heute Deutschland und die heute befreundeten Länder mit der EU sich für Frieden, Freiheit und Wohlstand in Europa ein. Dafür kämpfe ich auch als kleines Rad am Wagen und vergesse dabei nicht, woher ich komme, warum es mir gut geht und was mich bedroht. Natürlich ist nicht alles rosig. Man kann einiges kritisieren, aber es geht uns verdammt nochmal besser als den Menschen eben in Syrien oder sonst wo.

Woanders ist Krieg, woanders leben die Menschen unter dem Existenzminimum. Woanders hat unser zivilisiertes und fortschrittliches Leben auch leider den Grund, warum Kriege entstehen. Wir haben die Länder ausgebeutet oder beuten sie immer noch aus. Haben sie politisch in Richtungen gelenkt, um uns freudig zu stimmen, um Rohstoffe billig zu liefern. Es gibt so viele Dinge, die ich aufzählen kann.

Es gibt nur drei Gründe zu fliehen: Familie, Sicherheit, Frieden. Was folgt ist Leben in Sicherheit und Frieden. Die Sprache lernen und dann den Wohlstand und die Sicherheit mit Gründung, sowie Erhalt der Familie in Zukunft in einer neuen Heimat zu sichern. Gerade die Rechten sagen dann: Klar Sicherheit! Die wollen nur unser Bürgergeld. Und wir zahlen das mit unseren Steuern. Erstens haben wir deswegen nicht weniger Butter auf dem Brot. Die wird nicht teurer, weil Ausländer zu uns kommen. Das sind wirtschaftliche und inflationäre, sowie Angebot und Nachfrage-Gründe. Außerdem wollen zu mindestens 98% alle so schnell wie möglich ein Leben aufbauen mit Arbeit und Wohnung. Es gibt auch da Ausnahmen. Aber die behördlichen Wartezeiten bis zur Anerkennung ist ein Spiel mit dem Leben. Der psychische Druck wächst, je länger die Menschen warten müssen, ob Asyl anerkannt wird oder nicht. Dann dürfen sie nicht arbeiten in der Zeit, bekommen eben nicht die Summe von Bürgergeld. Sie sind Spielball für Politik in diesem Moment. Es ist pervers mit Menschenleben zu spielen, die eine lange Flucht voller Gefahren hinter sich haben. Das wird mir beim Podcasten immer mehr bewusster.

Flüchtlingswelle Generation Zweiter Weltkrieg vs. Schlauchboot heute

Viele deutsche Familien haben das auch erlebt nach dem Zweiten Weltkrieg. Es leben noch Kinder des zweiten Weltkriegs, die jedoch langsam aussterben. Sie wissen, was Flucht und Vertreibung, Krieg und Hass bedeutet nach 80 Jahren. Doch wir unsere Generation und die Generation nach uns, kennt es nicht, hat es nicht am eigenen Leib erlebt. Und genau das ist das traurige, wenn ich Demonstrationen sehe für Remigration oder bei den Gegendemonstrationen zu wenige, die aufstehen gegen diese rechte Gesinnung. Sie alle, auch die Zuschauer und Schweigenden würde ich gern in ein Schlauchboot in die Region schicken, wo Bürgerkrieg herrscht, mal einen Monat lang leben lassen. Sie sollen es kennenlernen, ob es dort besser ist zu leben. Wer schweigt hat auch den zweiten Weltkrieg zugelassen, sowie den Holocaust und es hinterher auch akzeptiert. Ich schicke sie gern an die Front in die Ukraine, damit sie die Ängste der in den Kellern sitzenden Kinder und Mütter erfahren können. Was sind schon 1500 km Entfernung bis zur Grenze eines Landes, das schon mehr als 10 Jahre im Krieg lebt?

Geht zum Spiegel! Wer von uns selbst würde nicht auch flüchten, wenn hier Bomben, Granaten und Maschinengewehrsalven jeden Tag, jede Nacht fallen, man nicht kämpfen möchte für die Ansichten des Staates oder der Gruppierung und die Familie kaum was zu essen hat? Das alles hatten die Deutschen selbst schon durch zwei Weltkriege nicht nur verursacht, sondern auch selbst durch Vertreibung aus den Ostgebieten erfahren. Viele sind auch von ihnen im Ruhrgebiet gelandet.

Wer als Mann, aber auch Frau, flieht statt selbst die Waffe in die Hand zu nehmen um zu kämpfen, der/die ist mutig, aber wird seine Familie in Stich lassen, wenn er/sie stirbt. Und wofür wäre man dann gestorben in einem Bürgerkrieg, wenn die Situation unübersichtlich ist, wie in Syrien?

Genau das hat Osama erlebt. Es geht um Osama Aljabr, sozusagen stellvertretend für die Syrer, die einfach ein neues und friedliches Leben mit Arbeit in einem anderen Land führen wollte. Er gehört nicht zu diesem großen Kamm, der von Populisten gern aus der Gesäßtasche hervorgeholt wird um den rechten Scheitel zu striegeln.

Er gehört zu den Drusen, einer Glaubensrichtung, die von den islamischen Kriegern vor Ort nicht gern gesehen wird. Würde er überleben? Das konnte niemand vorhersagen. Er ist nur einer von vielen.

Drusen – Wikipedia

Jeder hat und hatte ein Motiv zu flüchten. Viele Familien sind gemeinsam geflüchtet. Mir brannte sich 2015 das Fotos eines ertrunkenen Kindes am Strand ein, das weltweit um die Welt ging. Das Symbol für Krieg, Flucht oder Vertreibung, aber auch der Festung Europa. Ein Kind, dass auch unser Kind sein könnte, wenn wir flüchten würden. Doch die Wahrnehmung war eine andere zu Sylvester 2015. Auch das spreche ich an. Die Situation hat sich für das schlechte Verhalten junger Männer auch in der Medienlandschaft verschlechtert, so dass die rechte Partei AfD mehr Stimmen bekam, vor allem im Osten. Sogar Italiener wurden wegen ihres Aussehens nicht nur von der Polizei angehalten, sondern auch beschimpft ohne zu wissen, woher sie stammten. Hätte ich schwarz gelockte Haare, wäre ich wahrscheinlich auch verhaftet worden, wenn ich zum gleichen Zeitpunkt am falschen Ort gewesen wäre ohne zu wissen, was da war.

Der Lehrer und sein Schlüsselerlebnis

Osama Aljabr war Lehrer an einer Schule in einer kleineren Nachbarstadt der Hauptstadt Damaskus. Er sah den täglichen Wahnsinn des Krieges. Er gründete eine Familie und blieb in seiner Heimat bis ein schlimmes Schlüsselerlebnis ihn dazu brachte, seine Eltern zu verlassen und zu flüchten.

Jeden Tag konnte jemand an die Tür klopfen, um ihn entweder zu erschießen oder ihm eine Waffe in die Hand zu drücken, um ihn zum Mitmachen zu zwingen. Er würde seine Familie dann wahrscheinlich nicht mehr wiedersehen. Niemand weiß, wie der nächste Tag weitergegangen wäre. Er wollte seine Familie beschützen. Er wäre vielleicht geblieben, wäre sein Bruder nicht gestorben in den Wirren des Bürgerkriegs. Er liebte seinen Bruder. Er packte mit seiner Frau die Koffer. Dann flohen sie, um auch seinen fünf Monate alten Sohn vor den Kriegswirren zu schützen.

Im Podcast besprechen wir weitgehend alle Einzelheiten, die er mitgemacht hat und starten mit dem Kennenlernen seines Geburtslandes und die Sprache. Denn für mich ist wichtig nicht nur den Menschen, sondern auch seine Umgebung näher kennenzulernen. Das ist in einem kleinen Rahmen von 30 bis 60 Minuten nicht machbar gewesen und deswegen ist der Podcast auch sehr lang. Er ist nur von der Begehung des Kinderschutzbundhauses getrennt worden.

Die Flucht – Eine Odysee

Sie flogen nach Indien, dann in die Türkei. Osama trennte sich von seiner Familie und begann eine Odysseereise nach Deutschland, wo er einen Bekannten hatte. Er hatte nur das Ziel seine Familie in Sicherheit nach Deutschland bringen zu können.

Osama erzählt über die langen Wege, das Fahren mit dem Schlauchboot, die Gefahren und die Gewalt, die er bei seiner Flucht erfahren hatte. Er kam in Deutschland an, bevor Angela Merkel ihre Willkommensgrüße an die über eine Million Flüchtlinge in Ungarn und den an den Grenzen der Balkanstaaten richtete, und unter unmenschlichen Bedingungen ausharrten. Es gab einzelne Menschen, die unter Drohung von Gefängnisstrafen trotzdem geholfen haben.

Das Ankommen

Dann kam er in Deutschland an. Zuerst in eine Flüchtlingsunterkunft in Halberstadt für eineinhalb Monate. Dann begann eine Reise durch verschiedene Städte. In Bremen begann er Deutsch zu lernen. Vor Ort wollte er nicht mehr rumliegen und auf neue Möglichkeiten warten.

Die Wahl der neuen Heimat

Er wollte etwas machen, nicht still im Asylantenhaus rumhängen und ging zur dortigen Caritas. Die Bremer haben sich nicht die Zeit genommen und waren recht unfreundlich. Dann kam er 2016 zu Besuch bei einem Bekannten nach Bottrop. Die Stadt gefiel ihm. Sie war ähnlich groß, wie die Heimatstadt bei Damaskus. Bottrop liegt an der großen Stadt Essen, so fühlte er sich fast wie „Zuhause“ und entschied ins Ruhrgebiet in diese Stadt zu ziehen. Er stellte auch fest, dass er hier freundlichere Menschen als in Bremen kennenlernte. Das man offen mit ihm umging.

In Bottrop suchte er nach Arbeit. Der Kinderschutzbund gab ihm eine Woche zum Probearbeiten. Dann wurde es ein Vertrag auf Dauer bis heute. Er machte noch eine Ausbildung als Erzieher und wurde Pädagogischer Leiter als die Vorgängerin in Rente ging. Seit dem Zuzug nach Bottrop macht er seinen Weg im Kinderschutzbund Bottrop. Das Kapitel Syrien ist für ihn abgeschlossen, egal, ob Assad noch regieren würde oder nicht. Die Aufnahme war einige Wochen vor dem Sturz von Assad. Nach einem Jahr und acht Monaten konnte er seine Familie wieder in die Arme schließen. Ein Datum, dass ihm ins Gehirn eingebrannt wurde.

Osama Aljabr und der Bürgerdialog der AfD

Wie erwähnt habe ich Osama Aljabr im September 2024 auf der Bühne bei einer Demonstration gegen den Bürgerdialog der AfD in der Aula der Berufsschule Bottrop erlebt. Viele Personen, die längst in der Gesellschaft nicht nur angekommen sind und sich integriert haben, erzählten ihre Geschichte und Ängste, die von den Remigrationsplänen der Partei geschürt werden. Sie erzählten von ihrer Flucht und das Ankommen. Darunter war auch Osama Aljabr. Nach der Kundgebung suchte ich ihn auf und machte einen Termin für einen Podcast über ihn, seine Flucht, sein Ankommen und seine Arbeit im Kinderschutzbund Bottrop, den er mittlerweile als Pädagogischer Leiter mit viel Herz betreut.

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Mehr Informationen
Was fühlt man?

Was fühlt nun ein integrierter Mensch mit Deutschem Pass, um es hart zu sagen, was fühlt ein Mensch, der die Gefahren der Flucht auf sich genommen hatte und nun ein politischer Spielball einer Partei wurde. Sie sprechen von Remigration und wollen sie durchführen, wenn sie an die Macht kommen würden. Was denkt ein Mensch, der in der Gesellschaft nicht nur angekommen ist, sondern eine wichtige Funktion hat, genauso ins Rentensystem und in die Krankenkassen einzahlt, wenn die AfD mit mehr als 30% im Osten Deutschlands gewählt wird. Und was denkt ein Syrer, der gerade Assads Sturz mit einer Freude erleben konnte (der passierte zufällig nun nach dem Podcast und vor der Veröffentlichung), der von Politikern der CDU mitgeteilt bekommt, dass sie nun schon prüfen würden, wie eine Rückführung stattfinden kann. Da war keine Stunde nach der Meldung vergangen. Was macht das mit den Menschen, die wissen, dass da noch lange kein Frieden herrscht und dass sie nach fast zehn Jahre mit einem neuen Leben hier leben?

Abscheulichkeiten der Politik

Meine persönliche Meinung: Diese Politiker sich schämen. Sie spielen rhetorisch mit der menschlichen Psyche und Menschenleben. Man muss erstmal abwarten, wie sich das alles in Syrien entwickelt, was da passiert und dann prüfen, wer noch zurück kann. Aber wer will noch zurück, der hier im Frieden leben kann und dort nur Krieg erfahren hat?

Der erste Teil des Podcasts war bewegend und emotional für mich. Ich musste schlucken, man sieht es mir vielleicht nicht an und machte dennoch weiter, denn im zweiten Teil wollte ich die Arbeit im Kinderschutzbund sehen.

Angst vor Remigration

Wenn er das Wort „Remigration“ von der AfD hört, kommen neue Ängste. Viele glauben sich nun eher in Sicherheit, als das sie es wissen. Keiner weiß, wie es sein wird, falls die Pläne von Remigration der AfD, wenn sie denn machtpolitisch an den Hebeln sitzen können nach der nächsten Bundestagswahl Wirklichkeit werden.

Der Bottroper Kinderschutzbund und sein Leiter

Als Pädagogischer Leiter ist Osama Aljabr für alles verantwortlich. Er betreut die Spendenannahme und Umsetzung, die Organisation seines Teams für die Betreuung der Kinder, Ausflüge und das Lernen, das Annehmen von Ehrenamtlichen und die Abrechnungen im Büro. Er zeigte mir die Räumlichkeiten vom Ruheraum, wo Kinder sich auch öffnen können, wenn sie etwas belastet, den Spielraum, die Lernräume, die Küche mit dem Aufenthaltsraum, wo auch gelernt wird. Ich war dabei, hab mit den Kindern zusammen Crepes gegessen und einen Kaffee getrunken. Habe sogar einem Mädchen bei der Mathematik geholfen.

Ich habe sie im Spielraum rumtollen sehen und war begeistert wieviel Platz sie haben in dem neu renovierten Haus, das vorher als Wohnhaus mit einem Kiosk noch den alten Grauputz mit Kokereischmutz hatte. Der Verein Wunschzauberer hat es gekauft und renoviert für den Kinderschutzbund. Über den Wunschzauberer habe ich jedoch nicht gesprochen, weil ich das extra behandeln wollte, was es ist und wer es initiiert hat.

Der „Pottmensch“ Osama Aljabr

Ich freue mich Osama Aljabr als einen „Pottmenschen“ zu zeigen, der eine Institution zu führen, die für Kinder da ist, der selbst Krieg und Flucht hinter sich bringen konnte, um ein neues Leben hier im Ruhrgebiet zu starten.

Mit Sicherheit bleibe ich mit ihm in Kontakt. Meine erste Handlung war, dass ich erfahren habe, dass der Kinderschutzbund auch Lebensmittelspenden gern erhalten möchte, damit die Kinder Mittagessen bekommen können.

Podcast zum Hören:

Öffnungszeiten beim Kinderschutzbund

montags und donnerstags, 11-17 Uhr dienstags, 8–17 Uhr mittwochs, 8– 19 Uhr freitags: besondere Veranstaltungen und Projekte, kurzfristige Terminierungen
Zielgruppe 6-14 Jahre
Anfahrt ÖPNV Bus 268 Richtung Klopriesstraße, Haltestelle Brinkstraße, 1 min Fußweg / Bus 263 Richtung Essen Boyer Straße, Haltestelle Brinkstraße, 1 min Fußweg

Entnommen von der Städtischen Internetseite www.bottrop.de

Der Dt. Kinderschutzbund Bottrop e.V. stellt sich vor:

Unser Motto lautet „Der Kinderschutzbund ist bunt! Jeder ist hier herzlich willkommen!“ Der Kinderschutzbund liegt zentral in Stadtnähe an der Prosperstraße in Bottrop.

Wir fördern Kinder im Grundschulalter mit unterschiedlichen Projekten und stehen Eltern mit Rat und Tat zur Seite. Wir scheuen uns nicht vor Problemlagen, sondern möchten für Familien im Stadtteil ein aktiver Ansprechpartner sein.

Im Kinderschutzbund gibt es keine unlösbaren Probleme, sondern nur praktische Lösungen. Ob Sprachförderung, Erziehungsberatung oder Hausaufgabenhilfe – wir sind für euch da. Wir haben einen Blick für kleine und große Talente und möchten über das Medium Theater, Tanz und Musik Kindern Selbstbewusstsein mit auf ihren Lebensweg geben.

Das Team des Kinderschutzbundes leistet auf Nachfrage jegliche Hilfestellung im Umgang mit Ämtern. Wir möchten auf diesem Weg dazu beitragen, Ängste und Vorurteile gegenüber Behörden abzubauen und Familien dadurch stärken.

Dt. Kinderschutzbund e.V. (DKSB)

Osama Aljabr

Anschrift

Prosperstraße 99
46238 Bottrop

Karte öffnen (Google Maps)ÖPNV-Verbindung

Kontakt

Tel.: 02041 684477
E-Mail-Adresse: kinderschutzbundbottrop@t-onlinede
Website: https://www.kinderschutzbund-bottrop.de (Öffnet in einem neuen Tab)

Links:

https://www.bottrop.de/jugend-und-schule/freizeiteinrichtungen/kinderschutzbund_neu.php

(Die Internetseite ist noch in der Überarbeitung)

Startseite – Der Kinderschutzbund e.V. Deutschland

Facebook: Deutscher-Kinderschutzbund-Ortsverband-Bottrop-eV

Weihnachtslesung und Spenden

Ich habe kurz vor Weihnachten eine Lesung mit Genehmigung von Jack Tengo gemacht mit der Geschichte „Otto und der heilige Abend“, habe sie mit meinen Kunstfiguren „Kalle und Erwin“ abgeändert und die Huteinnahmen in der Rathausschänke mit einem Hut verdoppelt und ihm noch kurz vor meinem Urlaub vorbeigebracht.

Die Freude war groß 50 € zu erhalten. Da können schon mal wieder zwei Essen gestaltet werden. Außerdem werde ich mit ihm zusammen eine touristische Führung für die Kinder 2025 planen. Also ich werde hin und wieder anklopfen und was mitmachen. Alle Infos im Link:

Live – Weihnachts-Spendenlesung für den Kinderschutzbund Bottrop I +Video I +Podcast – Ruhrpottologe – André Brune

Es ist, wie zu einem Freund zu kommen und zu Kindern, die ich selbst nicht habe. Es ist eine Freude zu sehen, wie sie sich freuen.

So kann ich nur aufrufen, dass ihr euch an den örtlichen Kinderschutzbund wenden könnt, bei euch in der Stadt. Oder werdet Mitglied im Landesverband. Ihr könnt auch Lebensmittel vorbeibringen, damit die Kinder was zum Essen zubereitet bekommen. Eine Liste hab ich abfotografiert:

Jetzt kann ich nur Glück auf sagen und hoffen, dass durch diese offene Fluchtgeschichte von Osama Aljabr Menschen nicht mehr auf den Populismuskram der AfD reinfallen und zur Vernunft kommen. Das war es mir wert und wird es immer wieder sein, wenn ich solche Geschichten immer wieder finde. Die nächste ich schon in Planung, denn ich habe eine junge Frau kennengelernt, die aus dem Iran flüchtete.

Wer solche Geschichten zu erzählen hat, kann sich gern bei mir melden. Auch Fluchtgeschichten aus der europäischen Kriegszeit, wie von Schlesien ins Ruhrgebiet interessieren mich und möchte ich eine Stimme geben. Ihr könnt euch gern melden.

Nun wünsche ich friedliche Tage und verbleibe mit einem lächelnden Gesicht Kinder spielen zu sehen in diesem schönen neuen Haus vom Kinderschutzbund.

Euer Ruhrpottologe André Brune

Fotogalerie vom Kinderschutzbund Bottrop (Kinder durften fotografiert werden mit Genehmigung vom Kinderschutzbund Bottrop!)

 

Das gelbe Haus vom Kinderschutzbund Bottrop

Der Flur

 

Ein Willkommensgruß im Haus

 

Pinnwand für Infos

 

Regal für Schultornister

Links vom Eingang der Aufenthaltsraum zum Lernen an der Küche und den Toiletten

 

Lern- und Aufenthaltsraum

Der Spielraum im Erdgeschoss

 

Vor dem Treppenaufgang eine Vorher-Nachher-Ansicht vom Haus und dem Spender Wunschzauberer und Projektentwickler Oliver Helmke

 

Treppenaufgang zum Büro und diversen anderen Räumlichkeiten

 

Erster Blick fällt auf ein besonderes Bild – nähere Infos im Podcast

 

Direkt links der Treppe ein Lern- und Spielraum

 

Wieder hängt dort ein besonderes Bild

 

Rechts der Treppe geht es in den Ruheraum. Dort stehen auch die Fotoalben seit Gründung des Kinderschutzbundes von Bottrop – Hier können Kinder sich auch im Gespräch öffnen, wenn sie etwas bedrückt oder sich einfach zurückziehen

 

Da ist auch die Schatzkiste

 

Daneben ist noch ein Spiel – und Besprechungsraum

 

Zur Straße hinaus ist das Büro. Auch dort wird gelernt. Gäste empfangen und mit Spendern gesprochen, Buchhaltung gemacht und Organisiert.

 

Hinten rechts ist Osamas hauptsächlicher Arbeitsplatz

 

Unterlagen zum Lernen. Der Sieger bekommt ein Schatzkistengeschenk

Als Studienpatient in der Kleinhirn-Grundlagenforschung bei Dana Huvermann im Uniklinikum Essen I +Podcast I +Videos I +Fotos

Ein Studienpatient zu sein ist spannend. Damit ist man Teilnehmer bei einer weltweit anerkannten Studie. Eine Studie kann dazu ein Anfang für die mögliche Therapien werden, mit Medikation, in der Psychologie oder bei körperlichen Therapien.

Ich nahm 2022 an einer Studie teil, die sich mit dem Kleinhirn befasst. Ist das Kleinhirn bei Schlaganfällen mitbetroffen? Gesund und betroffene Studienteilnehmer sollten bei der Studie untermauern. Ich war einer der gesunden Studienpatienten. Ich konnte Dana Huvermann damit unterstützen, die mit dieser Studie beweisen wollte, dass unser kaum erforschtes Kleinhirn tatsächlich betroffen sein könnte.

Unser Gehirn ist kaum erforscht. Wir sind an der Schwelle der Zeit das Gehirn genauer untersuchen zu können und mit Studien in Zukunft Therapien für die verschiedensten Erkrankungen von Sucht bis Schlaganfall besser bekämpfen zu können. Dabei ein kleines Rädchen im Getriebe zu sein, ist war mir Ansporn genug bei Dana Huvermanns Studie mitzumachen, in der ein MRT, ein EEG und einige Stunden verschiedene „Gehrinjogging“-Tests mit mir veranstaltet wurden in mehreren Stunden über zwei Tage verteilt.

Diese Erfahrung war etwas ganz besonderes für mich. Ich kann es jedem empfehlen einfach mal mitzumachen. Es hatte Spaß gemacht, aber vor allem habe ich mitwirken können bei etwas zu helfen in der psychologisch-neurowissenschaftlichen Grundlagenforschung, was in der Zukunft wichtig sein kann. Die Psychologin und Doktorandin in der Arbeitsgruppe Experimentelle Neurologie Dana Huvermann, sowie auch der Facharzt für Neurologie Dr. med. Andreas Gustafsson Thieme bringen mit der Studie erweiternde Erkenntnisse in der Kleinhirnforschung ans Tageslicht, das in den nächsten Jahren auch weiterführende Therapien oder medizinische Ansätze bewirken können.

Zum Podcast:

Bisher wurde das Kleinhirn z.B. bei Schlaganfällen kaum in Betracht gezogen. Die Kleinhirnforschung ist noch nicht weit fortgeschritten. Wir wissen mehr über den Weltraum, als über das menschliche Gehirn. Dana Huvermann setzt ihren Ehrgeiz daran die psycho-neurologische Forschung im Gehirn, besonders im Kleinhirn mehr zu erforschen, als es bisher der Fall war. Dana hatte sich bereit erklärt einen Podcast darüber mit mir zu machen. Denn dieses Feld ist kaum erforscht.

Wie bin ich zu einem Teilnehmer bei Dana Huvermanns Studie geworden?

Ich entdeckte zufällig in der Facebook-Gruppe „Bock auf Bottrop“ den Aufruf zur Teilnahme an einer Studie von Dana Huvermann. Gefragt waren Frauen und Männer zwischen 50 und 70 Jahren. 25 gesunde und 25 z.B. an Schlaganfall erkrankte Patienten wurden gebeten daran teilzunehmen. Zu dem Zeitpunkt wußte ich noch nicht, dass man eine kleine Aufwandsentschädigung dafür bekommt. Es ist ein kleines bisschen Taschengeld, um sich ein großes Menü im Restaurant zu bestellen und die Fahrt zur Uniklinik zu bezahlen. Das kann auch Menschen anreizen, die es nicht so dick in der Tasche haben. Geld war für mich aber nicht so wichtig. Vielmehr hat es mich gereizt bei dieser Studie dabei zu sein und es als Erfahrung fürs Leben mitzunehmen. Darüber wollte ich auch berichten, wenn es soweit ist, was ich hiermit nun tue, wenn es auch schon mehr als zwei Jahre her ist.

Ich erfuhr auch, dass es leider viel zu wenige Interessenten gibt, die gerne mitmachen möchten. Die Angst davor möchte ich den Lesern und PodcastzuhörerInnen nehmen (ein Videopodcast gibt es darüber leider nicht). Ich möchte dazu aufrufen, sich für die Grundlagenforschung zu interessieren und mal bei der ein oder anderen Studie mitzumachen. Sie kann unser Leben in verschiedensten Bereichen positiv beeinflussen.

Ein wichtiges Gerät für die ablaufenden Studien-Programme

Meist sind es junge aufstrebende Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die für ihre Doktorarbeiten eine besondere Idee haben oder Forscher und Forscherinnen, die für eine bestimmte Sache ihre Idee untermauert sehen möchten. Das kann später für die Ausarbeitung von Therapien in der Medizin und Psychologie sehr wichtig sein. Jeder Mensch kann durch Grundlagenforschung profitieren, falls sie entsprechende Krankheiten bekommen würden.

Dana Huvermann hat 2020 mit geldlicher Unterstützung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft eine Idee zu einer besonderen Grundlagenforschung erarbeitet. In Danas Studie soll bewiesen werden, ob das Kleinhirn nach einem Schlaganfall, wie auch bei der damals aufgekommenen Corona-Pandemie, einen „Beitrag zur Verarbeitung von Vorhersagefehlern leistet“ und damit gestört ist. Wenn ich es richtig verstanden habe, könnten auch Suchtprobleme von einem gestörten Kleinhirn ausgehen. Aus dieser Studie könnten neben anderen Studien eine spätere Therapiemöglichkeit erarbeitet werden. Das dauert aber auch noch Jahre, bis es soweit erforscht genug ist.

Die Universitätsklinik ist riesig

Am ersten Tag hatte ich ein MRT. 45 Minuten lang wurde mein Gehirn in Scheibchen geschnitten und ich bekam vom dortigen Doktor der Diagnostik Andreas Thieme Aufgaben das Gehirn zu nutzen bei Denk- und Lernspielen. Zahlen und Wörter erst lesen, dann behalten und rückwärts aufsagen oder Bilder in die richtige Reihe stellen, sowie auch Wörter aufsagen, die mit einem Buchstaben anfangen. Ich hatte das Wort F. Ihr wisst bestimmt, dass man manchmal, egal wie gesund man ist, trotzdem oft ein Brett vor dem Kopf ist, und nicht sprechen kann, was man möchte. Ob das Kleinhirn einem da auch ein Strich durch die Rechnung macht? Das kann nur der Test beurteilen.

Bei Dana Huvermann habe ich das EEG angelegt bekommen und spezielle Belohnungsaufgaben gemacht, die auch neben der kognitiven, auch die affektive Nutzung des Gehirns fördert. Das heißt neben den Denkprozessen für die Aufgaben, wurde gleichzeitig auch die emotionale Seite des Gehirns mit der Studie erforscht.

Ein Testgerät für Studien

Als ich die Tests gemacht habe, konnte ich mir nicht vorstellen, dass man damit Ergebnisse herausfiltern können. Aber diese Tests sind lange erprobt und bewährt. Wir „Normalsterbliche“ können uns darunter nichts vorstellen. Es kommt einem vor wie das einfaches Spiel Memory oder den üblichen „Gehirnjogging“ – Rätseln. Das daraus das Gehirn in der Arbeit mit entsprechendem Gerätschaften erforscht werden kann, hatte ich nicht geahnt. Es war eine fantastische Erfahrung!

Das EEG-Gerät

Die Tests fanden allesamt unter den damaligen noch herrschenden strengen Pandemiegesetzen mit einer FFP2 – Maske statt. Es war August 2022. Das Erscheinen meines Podcasts wurde immer wieder verzögert, weil sich privat einiges verändert hatte. Mein Vater starb, dann meine Mutter und in der ganzen Zeit gingen dadurch private Regelungen vor. Einige Podcasts lagen erstmal brach, die noch auf die Veröffentlichung warten.

Es ist nicht einfach Hochladen, denn die Tonbearbeitung und Nachbearbeitung, sowie der Text hier dauern seine Zeit. Das wollte ich nur nochmal am Rande erwähnen. Doch tatsächlich ist in der Zwischenzeit bei dem Vornehmen zur Veröffentlichung des Podcasts folgendes passiert:

Dana Huvermann hat erfolgreich die Studie veröffentlichen können! Im Mai 2024, also mehr als vier Jahre nach dem Start der Studie ist sie nun veröffentlicht und hat ihre Gedanken dazu tatsächlich bestätigt! So war es gar nicht mal schlimm, dass ich den Podcast jetzt erst veröffentliche. Denn ich konnte im Nachgang noch erwähnen, dass sie veröffentlicht wurde und kurz darüber berichten. Vielleicht gewinne ich Dana nochmal für einen Podcast, um den Werdegang zur Veröffentlichung erzählen zu lassen, und was sie für eine Freude dabei hatte, als die Ergebnisse da waren. Wenn das nicht mehr klappen sollte, so habe ich das Ergebnis wenigstens hier veröffentlichen können.

Es war schon toll, dass Dana bereit war mit mir einen Podcast darüber zu machen und dann war ich auch noch Teilhaber ihrer Studie, die weltweit einen bestimmten Beweis erbracht hat. Das ist für mich was ganz Besonderes. Jeder oder jede einzelne Person, die daran teilgenommen haben, waren Teil des Ganzen und haben nun Möglichkeiten zur weiteren Erforschung des Kleinhirns und seines Wirkens in unserem Schädel eröffnet. Das ist doch ein schöneres Geschenk des Wissens als jeder Kinkerlitz, den man zu Weihnachten geschenkt bekommt.

Zur Person Dana Huvermann

Witzigerweise ist Dana auch gebürtige Bottroperin. Sie wohnt in Düsseldorf mittlerweile. Sie muss dort das Wort „rummelig“ erklären, wenn die Rheinländer verdutzt gucken. Zum Glück hat sie es zur Heimat ja nicht weit.

Sie hat ihren Bachelor und Master in Psychologie hinter sich. Die Neurowissenschaftliche Psychologie ist noch ein wenig erforschtes Gebiet in ihren Augen. Mit der Studie erarbeitet sie sich ihren Doktortitel. Das verdient meinen höchsten Respekt gegenüber dieser jungen ehrgeizigen Frau. Und es freut mich, dass ich das mit der Teilnahme unterstützten konnte.

 

Grundlagenforschung und Erkrankungen im Gehirn

Die Grundlagenforschung in Universitätskliniken sind oft im Schatten hinter den großen Entdeckungen. Doch sie sind ein Ursprung für jegliche weiterführende und tiefergehende Forschung.

Über das menschliche Gehirn, sowie Kleinhirn, wissen wir immer noch weniger, als wir heute über das Weltall wissen. Wir kennen die Relativitätstheorie, wissen aber nichts genaueres über die Funktionen, wie diese Formel zustande gekommen ist.

Welche Hirnströme verursachen diese Intelligenz? Können sie in der Zukunft beeinflusst werden mit Elektronischen Chips und KI-Steuerung?

Aber viel wichtiger und einfacher ist die Frage bei Dana Huvermann: Es geht um die Gesundheit und die mögliche Auseinandersetzung in Zukunft mit Schlaganfallpatienten oder Menschen, die neurologische Erkrankungen haben.

Die Grundlagenforschung ist der Anfang einer neuen Forschungsebene. Daraus können später auch Möglichkeiten entwickelt werden, um Ärzten und Psychologen wichtige Informationen zur Entwicklung von weiteren Therapien zur Gesundheitsunterstützung zu geben.

In der Psychologie sind Konzepte oft schwierig, sehr schwammig im Gegensatz bei einer bestimmten Erkrankung eines Körperteils, wie eine Muskelzerrung. Wie misst man Ärger? Da kann man nicht einfach eine Elektrode nutzen.

So eine Studie ist nicht ganz so einfach, wie es der Anschein hat, denn nach den Ergebnissen, die gemessen wurden, müssen diese richtig interpretiert, diskutiert und zusammengelegt werden. Es kommen die Fragen, wie der bisherige Forschungsstand ist und was selbst herausgefunden wurde.

Wenn alles soweit passt wird die Studie im Journal, einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift, eventuell erscheinen. Ein Redakteur entscheidet, ob es hineinpasst. Das Erscheinen im Journal ist dann eine „Adelung“. Wenn die Studie nicht erscheint, dann muss man die Studie noch einmal aus einem anderen Blickwinkel draufschauen. Es werden Meta-Analysen durchgeführt, Studien gleicher Art geprüft nach Unterschieden geprüft Wie heißt es so schön: Vor lauter Wald sieht man den Baum nicht.

Da sieht man aus einer Sicht von mir, der mit Studien nichts zu tun hat, schon die Welt mit anderen Augen. Es ist nicht so einfach eine vernünftige Studie zu entwickeln. Dabei ist es wichtig sich Zeit zu lassen und alles abzuwägen damit alles stimmig ist und passt. Unterschiede werden gesucht. Experten aus anderen Gebieten schauen drauf, die es entweder annehmen oder nicht. Ein „Reviewer“ überprüft eventuell noch einmal, schlägt bestimmte Interpretationen oder eine andere, vielleicht bessere Kennzeichnung vor, bevor es veröffentlicht werden kann.

Die Finanzierung

Solche Studien sind nicht billig. Wer das MRT und das EEG dafür nutzen, sowie die teilnehmenden Patienten ein kleines Entgelt geben muss, der braucht Geld.

Ein Förderantrag kann, wie Dana Huvermann es gemacht hat, ein Konzept vorgestellt werden bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Sie wägt ab, ob es sinnvoll ist zu fördern und gibt die Gelder entsprechend frei. Im Fall dieser Studie kam die Corona-Pandemie dazu. So sprang zusätzlich noch die Bernd-Fink-Stiftung ein, damit diese Studie ihren erfolgreichen Weg nehmen konnte

Das MRT (Magnetresonanztomographie)

Bei Dr. med. Andreas Gustafsson Thieme habe ich einen MRT meines Gehirns bekommen. Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Facharztprüfung von meiner Seite!

Er hat auch im Rahmen der Studie mitgewirkt. Aus dieser Studie mit den Tests konnte so mehr über die Rolle des Kleinhirns bei Angststörungen oder Autismus herausgefunden werden. So können klinische Scores für degenerative Kleinhirnerkrankungen (sogenannte Ataxien) entwickelt werden. Das ist wiederum wichtig, um die Wirksamkeit von Medikamenten besser erfassen zu können.

Im Video wird mein Gehirn erklärt:

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Momentan kommen viele genetische Therapien auf, die bisher unheilbare neurologische Krankheiten künftig gut behandelbar machen. „Es ist toll diese Entwicklung hautnah mitzuerleben“, so Dr. Thieme. Auch hier freue ich mich ein kleiner Teil davon gewesen zu sein!

Eine Therapie braucht immer eine Grundlagenforschung. Grundlagenforschung ist die Basis für eine Therapie.

Ein Vorteil hat die Grundlagenforschung mit dem MRT auf jeden Fall gehabt. Hätte ich in dieser Studie ein eventuelles Aneurysma, dann wäre sofort ein Arzt zur weiteren Maßnahme dazu gekommen, um weitere Maßnahmen einleiten zu können.

Ein MRT liegt bei einem Preis von ca. 1 Mio €. Eine Liegephase kostet im Schnitt für einen Patienten bzw. der Krankenkasse 500 bis 600 €. Normalerweise liegen die Patienten nicht mehr als 20 Minuten drin. Ich wurde 45 Minuten lang scheibchenweise durchleuchtet. Mit Ohrenstöpsel, einem bequemen Nackenpolster ging es. Ich bin fast eingeschlafen in der Röhre.

Mein Gehirn in Scheiben geschnitten vom MRT

 

Ich empfand die Klopfgeräusche eher beruhigend statt aufwühlend und bedrohlich. Wer allerdings zu Klaustrophobie neigt, sollte das MRT meiden oder zumindest vorher beruhigt werden, wenn es wichtig ist als Patient dort hineingelegt zu werden.

Es ist also nicht nur ein wenig Taschengeld, was einen Anreiz für Probanten sein kann, sondern vor allem die ärztliche Aufsicht. Beim MRT kann so einiges entdeckt werden, was vielleicht da schon lange unbeachtet geschlummert hat.

2020 war der Startschuß für die Studie. Die Fördergelder der Deutschen Forschungsgesellschaft waren bewilligt. Aber keiner rechnete zu dem Zeitpunkt mit einer noch längeren Zeit der Studie durch die Corona-Pandemie. Es hatte zwar den Vorteil, dass Dana Huvermann mehr vorbereiten konnte, aber verzögerte auch die Fertigstellung der Studie über das Kleinhirn.

Das Kleinhirn

Das Kleinhirn stellt die Wissenschaft immer noch große Fragen. Die neurologische Abteilung der Universitätsklinik Essen forscht sehr stark danach. Das Kleinhirn stellt die Wissenschaft immer noch große Fragen. Die neurologische Abteilung der Universitätsklinik Essen forscht sehr stark danach. Bis vor 30 Jahren hat man gedacht, dass ein Kleinhirn nur für die Feinmotorik des menschlichen Körpers zuständig ist. Heute weiß die Wissenschaft, dass es mehr als nur das macht.

Es gibt mittlerweile einen weltweit anerkannten wissenschaftlichen Konsens. Es geht zum Beispiel auch bei Suchterkrankungen, wie Essstörungen, Spiel-, sowie Alkoholsucht. Was macht die Belohnungsverarbeitung im Gehirn aus uns?

Wie arbeitet das Kleinhirn mit den anderen Hirnbereichen zusammen? Und was ist, wenn das Kleinhirn kann das Kleinhirn einen Schlaganfall erleiden und wenn, was passiert danach?

Kann das Kleinhirn andere Hirnareale treffen bei Schlaganfällen? Kleinhirnschlaganfälle finden sich bisher leider nicht so schnell. Sie sind meist im Hirnstamm. Es gab während der Studie eine Teilnehmerin, die vorher nie erfahren hatte, dass sie einen heftigen Schlaganfall erlitten hatte. Das konnte die Tests jedoch beweisen.

Wie ist die Belohnungsphase bei Depressionen? Was ist mit den Dopaminneuronen?

Eine Hypothese ist, dass durch ein Abbild der Dopaminneuronen auch eine Möglichkeit gefunden werden kann, diese zu kompensieren.

Das leitende Gel ist auf der Kopfhaut überall verteilt

Wie wirkt das Kleinhirn bei Autismus?

Da kommen viele Fragen auf, die bis heute noch nicht endgültig geklärt sind und auch Möglichkeiten zu medizinischen Unterstützung sind noch offen.

Wie funktioniert ein EEG (Elektroenzephalogramm)?

Bis zu 32 Punkte können auf der Kopfhaut mit einem leitenden Gel aufgeklebt werden. Die darin enthaltenen Elektrolyte leiten kleine elektrische Ströme vom Gehirn in das Computerprogramm, wo die Ströme gemessen werden können. Ein Elektroenzophalogrammgerät kostet etwa 10000 €. Bestimmte Frequenzbereiche der Gehirnströme werden geprüft.

Das EEG ist fast angeschlossen

Die Linien, die auf dem Monitor zu sehen sind, können den Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen viel über den Menschen, die Krankheit, die Psychologie erzählen, die einen belastet oder auch nicht. Ein Blinzeln ist sogar in den Linien zu erkennen.

Im Video wird es erklärt:

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Ein Gehirn kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht nachgebaut werden. Tatsächlich wurde schon das Gehirn einer Fliege nachgebaut. Aber ein menschliches Gehirn besteht aus 2 Mio Neuronen. Mal eben nachbauen geht zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

TAG 1 & 2

Tag 1 hatte ich 6 Stunden im Universitätsklinikum verbracht mit verschiedenen Test nach dem MRT, die das Gehirn letztendlich durch Zeichnen, Zuordnen von Bildern, Behalten im Kurzzeitgedächtnis von Zahlen und Wörtern und diese dann rückwärts aufsagen. Das klingt nach banalen einfachen Tests. Die allerdings haben mehr in sich, als es scheint auf dem ersten Blick, denn das Gehirn wird jeden Tag überflutet von Informationen, die es verarbeiten muss. Wird es krank durch äußere, wie auch durch innere Einflüsse, wie einem Schlaganfall, ist diese Bearbeitung der Tests nicht mehr so einfach. Ehrlich, so einfach waren die Tests in meinen Augen nicht wirklich. Sie machten aber Spaß. Es war, wie Gehirnjogging. Ich frage mich, wer überhaupt auf dieses Wort gekommen ist. Ein Gehirn kann nicht joggen an der frischen Luft!

Tag 2 beinhaltete noch weitere 3 Stunden in denen ich symbolische Schriftzeichen erkennen sollte und dabei eine Belohnung beim Erkennen oder die Aberkennung der Belohnung bei Falschaussage bekommen. Das EEG erfasst die Daten und wirft zusätzlich die emotionale neben der Denkprozesse aus. Das EEG kann als Lernprozess angesehen werden. Auch Ärger bei einer falsch gedrückten Taste, kann es filtern.

So flossen die Diagnostischen Tests von Dr. Andreas Thieme und psychologischen Aspekte aus Denkprozessen und emotionalen Aspekten in die Studie hinein.

Im wissenschaftlichen Englisch heißt es:

Celibrala Kognitiv Affectiv Syndrom = Zelluläres kognitives affektives Syndrom

In Amerika wurden diese Tests von 20 Minuten entwickelt, um herauszufinden, ob eine Erkrankung des Kleinhirn vorliegt.

Während der Studie hatte Dana Huvermann zwei Freiwillige, wo durch die Tests herausgefunden wurde, dass nicht alles in Ordnung war. Das wurde den Personen auch mitgeteilt und ein beratender Arzt wurde eingeschaltet.

Veröffentlichung der Studie im Mai 2024

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH DANA HUVERMANN für die Veröffentlichung der Studie! Sie sagt aus, dass unser Kleinhirn tatsächlich mehr kann und Vorhersagefehler kodiert oder nicht kodieren kann, je nachdem, ob gesund oder erkrankt.

Folgender Text habe ich aus LinkedIn herauskopiert von der Neurologie.Essen , wo sie für ihr anprechendes Poster zur Studie zum besseren Verständnis gewürdigt wurde:

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH Wir gratulieren Dana Huvermann, Doktorandin in der Arbeitsgruppe Experimentelle Neurologie von Prof. Dr. Dagmar Timmann-Braun, zum Posterpreis auf dem dies jährigen „Psychologie und Gehirn“-Kongress in Hamburg.  

Im Poster stellt Frau Huvermann die Studiendaten vor, welche sie im Rahmen Ihrer Doktorarbeit erhoben hatte. Die Studie wird von der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) und Bernd Fink-Stiftung unterstützt.  

„Wir ließen Patienten, die in der Vergangenheit einen Schlaganfall im Kleinhirn erlitten, eine Verstärkerlern-Aufgabe durchführen. Währenddessen leiteten wir die Hirnströme mittels Elektroenzephalographie (EEG) ab, um die Verarbeitung von Vorhersagefehlern des Vorder- und Mittelhirns zu erfassen. Wenn das Kleinhirn einen Beitrag zur Verarbeitung von Vorhersagefehlern leistet, müsste diese Verarbeitung bei den Patienten also gestört sein“, beschreibt Frau Huvermann den Versuchsablauf.

In der Tat zeigten die Patienten mit Schlaganfall im Kleinhirn keine Kodierung von Vorhersagefehlern, während wir dies bei den gesunden Kontrollpersonen fanden. Unsere Ergebnisse zeigen, dass das Kleinhirn bei der Verarbeitung von Vorhersagefehlern eine Rolle spielt, und erweitern damit Befunde vorheriger Studien.  

Der Ergebnisse wurden bereits als Preprint veröffentlicht: https://lnkd.in/esS8RkpY  

Frau Huvermann ist seit September 2020 in der Abteilung von Prof. Timmann als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig. Ihre Doktorarbeit läuft parallel zwischen der Universität Düsseldorf und dem Uniklinikum Essen und wird gemeinsam von Prof. Jutta Peterburs und Prof. Dagmar Timmann betreut.

„Mich interessiert insbesondere die Rolle des Kleinhirns bei der Verarbeitung von Handlungskonsequenzen. Dies untersuche ich innerhalb von zwei Parallelstudien – die oben beschriebene Patientenstudie und eine Studie mit nicht-invasiver Hirnstimulation.“  

Wir wünschen ihr weiterhin viel Erfolg und sind gespannt auf die kommenden Ergebnisse. #neurologie #kleinhirn #neurologieessen Universitätsmedizin Essen Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen

Screenshot aus @neurologie.essen (C) Universitätsklinik Essen
Das Poster zur Erklärung der Studie von Dana Huvermann

 

Nach der Grundlagenforschung und Veröffentlichung der Studie geht es an die Doktorarbeit von Dana Huvermann. Ich drücke, auch im Namen der Leser und Leserinnen, sowie Podcastzuhörer und Zuhörerinnen, alle Daumen, damit Dana auch diese Hürde in ihrer Karriere schafft.

Vielleicht werden wir uns danach noch einmal treffen, damit sie den genauen Ablauf der Studie und ihre Doktorarbeit im Podcast besprechen kann. Das eröffnet auch einem nicht wissenschaftlichen Publikum eine Möglichkeit mal hinter die Kulissen der Wissenschaft zu blicken ohne zu wissenschaftlich zu sein.

Noch ein Hinweis zum Zeitpunkt der Aufnahme des Podcast. Die Studienteilnahme und der Podcast entstand im August 2022. Zu diesem Zeitpunkt mussten wir mit Mundschutz wegen damaligen herrschenden Seuchenschutzgesetzen die Aufnahme gestalten.

Aus privaten Gründen ist nach den Aufnahmen einiges privat passiert und so hat der Podcast leider lange gelegen. Da nun die Studie erst kürzlich in diesem Jahr im Mai 2024 veröffentlicht wurde, ist nun das späte Erscheinen ein besonderer Rückblick auf die Stunde des Gesprächs. Im Podcast konnte ich nun noch ein bisschen mehr im Nachgang erwähnen.

Ich hoffe, dass sich durch den Podcast mehr für die Grundlagenforschung und Studien interessieren. Ich habe damals noch salopper, eben typisch ruhrgebietsmäßig, im Podcast gewirkt am Anfang. Das hat sich mit der Zeit  auch geändert bei diesen Themen.

Ich würde mich freuen, wenn ich durch den Podcast Menschen erreiche, die sich für eine Studie bereit erklären. Grundlagenforschung ist wirklich nicht nur ein spannendes Feld, sondern unterstützt die Ärzte in Zukunft in allen Bereichen, um die Gesundheitsforschung voran zu treiben und den Menschen mit Krankheiten, ob psychisch oder körperlich zu helfen.

Wer Interesse hat, kann sich bei der Uniklinik in Essen einfach mal informieren. Alle wichtigen Links sind unten angegeben.

Wer Grundlagenforschung selbst betreibt, kann dafür Forschungsgelder beantragen, z.B. bei der DFG – Deutsche Forschungsgemeinschaft

Vielleicht ändert sich mit dieser Studie in dieser Richtung einiges und kann demnächst mehr Leben retten oder positiv beeinflussen. Das war es mir auf jeden Fall Wert dabei gewesen zu sein!

Links

Wer an Studien teilnehmen möchte:

Studien – Klinik für Neurologie

***

Dana Huvermann – Ihre Ergebnisse der Studie von der ich mit 49 anderen Studienprobanten ein Teil war:

OSF Preprints | The cerebellum contributes to prediction error coding in reinforcement learning – complementary evidence from stroke patients and from cerebellar transcranial magnetic stimulation

(es ist eine englische wissenschaftliche Fassung)

OSF | Das Kleinhirn trägt zur Kodierung von Vorhersagefehlern beim Reinforcement Learning bei – komplementäre Evidenz von Schlaganfallpatienten und von zerebellärer transkranieller Magnetstimulation – Patientenstudie

OSF | The cerebellum contributes to prediction error coding in reinforcement learning – Huvermann et al. – preprint – supplement.pdf

Klinik für Neurologie – Universitätsklinikum Essen auf LinkedIn: #neurologie #kleinhirn #neurologieessen

Dana Huvermann – Wissenschaftliche Mitarbeiterin – Universitätsklinikum Essen Anstalt des öffentl. Rechts | LinkedIn

Dana Huvermann – Research Associate – University Hospital Essen | LinkedIn

Glückwünsche von der Klinik für Neurologie für ihre Studie: Klinik für Neurologie – Universitätsklinikum Essen auf LinkedIn: #neurologie #kleinhirn #neurologieessen

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH💐 Wir gratulieren Dana… – Neurologie Essen | Facebook

***

Neurologie im Universitätsklinikum Essen

Neurologie Essen (@neurologie.essen) • Instagram-Fotos und -Videos

URL: Klinik für Neurologiehttps://neurologie.uk-essen.de

Klinik für Neurologie
Universitätsklinikum Essen

Hufelandstraße 55

45147 Essen

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Für Patientinnen/ Patienten:

Tel.: 0201 723 6302neurologie.anmeldung@uk-essen.de
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Zu den Kontaktformularen
Privat-Ambulanz Terminvereinbarung:
Tel.: 0201 723 6504
Hotline für ambulante und stationäre Privatpatientinnen/ Privatpatienten (09:00-15:00 Uhr):
Tel.: 0201 723 7272

Für Praxen:

Terminanfragen und Rezepte:
Tel.: 0201 723 6302

***

DFG – Deutsche Forschungsgemeinschaft

Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V.
Kennedyallee 40
53175 Bonn
Telefon: +49 (228) 885-1
Telefax: +49 (228) 885-2777
E-Mail: postmaster@dfg.de
URL: www.dfg.de

Bernd Fink – Stiftung

Bernd Fink-Stiftung (BFS) | IM

Tuncay Nazik – Seelsorger, Flüchtlingsunterstützer und Imam der Islamischen Gemeinde Herne-Röhlinghausen I +Videopodcast I +Podcast Folge #85

Sein Motto ist „MITEINANDER“ !

Tuncay Nazik ist ein Mann der Religion und ein Mann, der die Hand reicht für ein friedliches Zusammenleben. Er betreut die Islamische Gemeinde in Herne-Röhlinghausen. Er öffnet die Türen zur Moschee. Er ist Seelsorger in einer JVA und betreut die Jugendarbeit und die Gemeinde. Im Gespräch wird klar, dass es nur mit einem miteinander Reden, Zeigen und gemeinsamen Tun langfristig Frieden und auch Hilfe untereinander geben kann. Es spielt für ihn keine Rolle, welche Religion, woher der Mensch kommt oder welche Hautfarbe dieser hat. Er erzählt von den Problemen mit Behörden und wie sie mit der Islamischen Gemeinde Flüchtlingen aus Syrien und der Ukraine geholfen haben. Sein Gebot ist zu helfen!

Teaser:

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Zum Videopodcast:

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Als Podcast hören:

Tuncay Nazik gehört zu den Menschen, die sich einsetzen für die Menschen, egal woher sie kommen, aus welchen Gründen und welcher Religion sie angehören. Er betreut die Islamische Gemeinde seit 20 Jahren, die es seit 40 Jahren im Stadtteil Röhlinghausen in Herne gibt. Sein Leben war ein Hin und Her nach Deutschland zurück in die Türkei, dann wieder nach Deutschland. Das Pendeln zwischen den Ländern war für türkische Gastarbeiterfamilien früher zum Großteil normal, weil sie auch zurück in die Heimat wollten. Aber wenn dort keine Arbeit zu finden war, gingen sie wieder zurück nach Deutschland.

So erging es Tuncays Familie bis sie alle endgültig in Deutschland geblieben sind. Er studierte Islamwissenschaft und wurde Imam. Tuncay Nazik arbeitet in Teilzeit als Seelsorger für eine Justizvollzugsanstalt und als Honorarkraft in der Volkshochschule in Herne neben seiner Tätigkeit als Jugendleiter und Gemeindevorsteher bzw. Imam in Röhlinghausen.

Die Gemeinde bzw. der Verein hat 100 Mitglieder, die alles am Laufen halten.

Im unscheinbaren Haus ist die kleine Moschee untergebracht auf der Rheinischen Straße in Herne

 

Im Innenraum der Moschee, die sich in einem einfachen Mietshaus befindet und wahrscheinlich früher mal ein Geschäft oder Kneipe war, lädt ein flauschiger Teppich die in Socken steckenden Füße ein drüber zu laufen, sich hinzuknien und zu Allah zu beten in Richtung Mekka.

Der Imam Tuncay Nazik in der Moschee

Der Raum wird jedoch nicht nur zum Beten benutzt, sondern ist gleichzeitig auch ein Raum für die Jugend. Er ist ein Veranstaltungsraum und ein Raum für Spiele von Kindern und Jugendlichen. Eine Tischtennisplatte steht an der Seite und es können kleine Fußballtore aufgestellt werden. Die Uhr an der Wand ist vor Beschädigung mit einem schützenden Plexiglas abgedeckt.

Die Freitagsgebetskanzel

 

Ein Gebetsraum, der gleichzeitig Spielraum ist, wo gibt es das? Ich kann sagen, dass in einer katholischen Kirche höchstens Kunst hängen darf, Fußballspielen geht eher nicht, aber erst wenn sie entweiht ist.

Der Blick nach Mekka mit den Leitlinien der Islamischen Gemeinde, Links steht der Name des Propheten, rechts Allah

 

Im hinteren Raum gibt es einen Kicker und eine große Bibliothek, in dem alle möglichen religiösen Bücher stehen, auch der Talmud. Für Tuncay gilt eben ein Miteinander, das haben wir auch geklärt im Podcast.

Im Namen des Gottes, des größten Barmherzigen heißt es übersetzt

 

Aufgenommen haben wir ihn zwei Tage nach der Europawahl. So haben wir nicht nur das Thema Religion, sondern auch die Flüchtlingsproblematik, Flüchtlingsaufnahme und sein Tun in Zeiten der Flucht aus Syrien 2015 und der Ukraine 2022 thematisiert, sowie das Erstarken der rechten Parteien in Europa. Wir sind da beide einer Meinung in allen Fragen gewesen.

Definitiv haben wir den Angriff der Hamas am 7. Oktober in Israel als falsch und bestialisch eingestuft. Aber ebenso kritisch sehen wir auch das militärische Ausradieren des Gazastreifens, das in keinem menschlichem Maß mehr einzuschätzen ist. Die israelische Regierung ist ebenso rechts gerichtet und will ein Exempel statuieren, was allerdings auf Tod basiert.

Tuncay sagt es genau richtig: „Der Terror ernährt sich von toten Menschen. Davon gibt es im Gaza mittlerweile zu viele.“ Damit ist alles gesagt, denn die Spirale wird nicht aufhören, wenn nicht die Hand gereicht wird mit diplomatischen Lösungen in der Region.

Ein kleiner Blick in die Bibliothek

Tuncay habe ich kennengelernt indirekt über meine Facebook Gruppe „Ukrainehilfe Ruhrgebiet“. Dort postete er viele Male, was er mit seiner Gemeinde für die ukrainischen Flüchtlinge getan hat. Er suchte nach Unterstützern, Möbel in der Anfangszeit, sowie Helfern und zeigte die Dinge, die seine Gemeinde für die fünf ukrainischen Kriegsflüchtlinge gemacht hat, die sie in der Moschee aufgenommen haben. Schon viel früher wollte ich mit ihm über seine Arbeit reden.

Seit den syrischen Flüchtlingen 2015 hat er mit seiner Gemeinde Flüchtlinge bei allen Lebenslagen unterstützt. Er ging mit ihnen zu den Behörden, bot Deutschkurse in der Gemeinde an und half bei der Wohnungssuche, sowie Einrichtung. Mit seiner Jugendgruppe und Kontakten hatte er auch beim Einrichten und Renovieren der Wohnungen geholfen. Er erklärt, dass in Deutschland 2015 niemand richtig vorbereitet war auf diese Flüchtlingswelle, obwohl täglich gesehen wurde, dass 600000 Menschen über die Balkan-Route in Richtung Mitteleuropa unterwegs waren.

Im syrischen Bürgerkrieg wurde der Diktator Assad von Putins Bomben unterstützt. Es ging kein Aufschrei im Westen hoch. Die Opposition, die Rebellen und die dort wohnenden Menschen wurden wurden ausgebombt von russischen Militärflugzeugen. Es ist also nicht von ungefähr, dass wir sehen, wie Putin seit langer Zeit das friedliche Europa gezielt durch das Schaffen gezielter Flüchtlingsströme zerstören oder zumindest spalten will und gleichzeitig die rechten Parteien damit fördert. Nur die Wähler und Wählerinnen sehen es nicht.

Die Küche

 

Bevor die angekommenen Flüchtlinge eine Wohnung beziehen konnten hat die Gemeinde von Tuncay Nazik alle Veranstaltungen in der Moschee, sowie religiöse Gebete vorübergehend eingestellt. Es war ihnen wichtiger den Menschen zu helfen. Vor Ort gibt es auch eine gut ausgestattete Küche, die genutzt werden konnte.

Über Ebay Kleinanzeigen besorgten sie dann gut erhaltene kostenlose Möbel und halfen bei der Einrichtung von Wohnungen von ihren Flüchtlingen. Wenn gleichzeitig Anfragen kamen, die unter anderem auch von Deutschen waren, die nachfragten, ob sie ein entsprechendes Möbelstück übrig waren, halfen sie genauso. Da gibt es für den Mittvierziger keinen Unterschied. Jedem wird geholfen!

Der Waschraum

 

Tuncay räumt auch mit den Mythen auf, die im Internet herumgeistern, wenn Nachbarn nachhaken, ob es stimmt, dass die Flüchtlinge ein neues Samsunghandy von der Regierung bekommen würden oder gar ein Auto…

Natürlich nicht! Über solche Aussagen schmunzelt Tuncay nur. Gleichzeitig ist es erschreckend, wie blind die Menschen doch in diesem Populismuswahnsinn im Internet an den Lippen von AfD und BSW dranhängen und glauben, was dort in wenigen Zeilen angeprangert wird ohne die Fakten zu zeigen oder Fakten so gedreht werden, auch aus dem Zusammenhang gerissen, so dass ein anderes Bild erzeugt und damit eine weitere Lüge verbreitet wird.

Möbel, Smartphone und Co können Flüchtlinge erst kaufen, wenn die Behörde die Genehmigung erteilt und das kann alles lange dauern. Das Zusammenferchen von verschiedenen Nationalitäten und Mentalitäten in einem großen Raum nur mit einem Vorhang abgetrennt oder innerhalb von einem Container auf wenigen Quadratmetern plus das Warten auf die Aufenthaltsgenehmigung kann an den Nerven zerren. Es ist nicht nur die psychische Belastung aus welchem Grund jemand geflohen ist, ob Krieg, Folter oder auch nur die schlechte korrupte Wirtschaft eines Landes, wo eine langfristige Arbeitsperspektive für junge Menschen nicht gegeben ist, sondern auch das Warten auf die Möglichkeit zu arbeiten.

Sicherlich gibt es auch schwarze Schafe darunter, aber das wieviele schwarze Schafe sind hier im Land geboren und machen schlimme Dinge? Rechte Angriffe sind um viele hundert Prozent gestiegen im Gegensatz zu Übergriffen, die angeblich immer von Flüchtlingen getan werden.

Tuncay hat nur dankbare Menschen erlebt. Sie tauschen sich auch heute noch aus. Er macht es  aus religiöser Überzeugung.  

„Wir machen das für die Menschlichkeit. Wir erwarten von den Menschen nichts. Wenn man eine Erwartungshaltung hat, dann wird man auch enttäuscht“, sagt Tuncay.

Einmal im Jahr beim Geburtstag des Propheten werden Lebensmittel gespendet. Die Gemeinde unterscheidet nicht, woher die Menschen kommen, welche Religion oder welche Hautfarbe sie haben. Sie geben, was sie geben können.

„Der Faktor Mensch“, so Tuncay, „ist in den Hintergrund gerückt. Das war schon mit den Gastarbeitern so. Man hat sie eher so abgestellt, dass sie unsichtbar blieben. Die religiöse Ausübung war oft in Gewerbegebieten, ehemaligen Tante-Emma-Läden oder unscheinbaren Cafés.“

Erst als die Familien nachgekommen sind und Leerstände in den Straßen plötzlich mit Cafés, Bäckereien, Metzgereien, Friseur-, Obst- und Gemüseläden von Gastarbeitern und in den letzten Jahren auch von Flüchtlingen eröffnet wurden, die für sich eine Perspektive gefunden haben, änderte sich das Stadtbild. Es muss mehr Akzeptanz von der anderen Seite geben. Es werden immer Gegenargumente geliefert, was nicht gemacht werden darf im Abendland, aber keine Lösungsansätze. Aufklärungsveranstaltungen können entgegenwirken. Mit offenen Armen empfängt Tuncay gern Skeptiker um sie vom Gegenteil zu überzeugen.

Wer Hilfe braucht oder annimmt, der bekommt auch Unterstützung von der Islamischen Gemeinde, sei es ein psychologischer Beistand, Deutschsprachkurse oder bei Behördengängen. Er erzählt von einem syrischen Flüchtling, der in seinem ganzen Leben im eigenen Land nur einen behördlichen Brief empfangen hat und nun den Überblick verloren hat, denn in nur fünf Jahren in Deutschland hat er schon ganze sieben (!) Aktenordner voll mit behördlichen Schreiben.

Ein anderer Fall ist das Warten auf die Genehmigung eines Umzugsantrags, weil dieser Syrer eine Arbeit in Gelsenkirchen bekommen hatte. Die Wartezeit betrug sechs Monate (!). Nichts hatte sich bewegt. Da nichts passiert ist, ist er einfach nach Gelsenkirchen für seine angebotene Vollzeitstelle gezogen. Er wollte keine sozialen Leistungen mehr beziehen, sondern arbeiten. Das ist positiv, aber die Behörden wollen es wahrscheinlich anders…

Er bekam ein Schreiben, dass er ohne Erlaubnis umgezogen sei. Dadurch wird die Aufenthaltsgenehmigung, so die Ausländerbehörde, nicht verlängert. Er solle nach Frankfurt ziehen und von hier jeden Tag aus zur Arbeit pendeln. Und da fragt man dann, wie soll das gehen, wenn es Fachkräfte gibt, die arbeiten wollen, aber nicht dürfen oder nur eingeschränkt werden?

Tatsächlich ist er wieder nach Hessen gezogen. Hat seine Aufenthaltsgenehmigung verlängert und ist dann wieder nach Gelsenkirchen zurück gekommen. Komplizierter geht es nicht in dem Glashaus der deutschen Behörden.

Natürlich kommen dann Aussagen der frustrierten Flüchtlinge, die arbeiten wollen, dass sie lieber auf Kosten des Staates leben wollen, weil das Arbeitengehen erschwert wird. Das ist eine horrende Farce, wenn man hinter die Kulissen schaut!

Aufenthaltsgenehmigungen, die nicht verlängert werden, können auch in der Zwischenzeit ausgebildete Fachkräfte treffen. Und außerdem wird auch zweierlei Maß gemessen, wenn es um Ukrainische und Syrische, bzw. andere Flüchtlinge geht, die vor allem eine andere Religion haben, aus dem Süden kommen, eine andere Hautfarbe haben. Es ist und bleibt eine Art rassistischer Umgang im Beigeschmack, wenn ich die Informationen von vielen höre.

Tuncay fragt allerdings auch die Menschen, die sich über die jetzigen Flüchtlingsströme ärgern, warum die Menschen aus den Ländern nicht vorher gekommen sind? Sie hätten ja als „Sozialschmarotzer“ schon vor über 10 Jahren kommen können. Es ging ihnen relativ gut! Sie hatten eine Familie, lebten in Frieden, hatten eine Arbeit, die Lebensverhältnisse waren mehr oder weniger gut und sie lebten in ihrer Heimat!

Unsere Aufnahme habe ich kurz nach der Europawahl gemacht. Die AfD hatte gejubelt, weil sie so viele Stimmen bekommen hat. Doch Tuncay erzählt über die AfD in Herne. Sie hat keine Lösungsansätze, sie teilt im Internet nur die polemisierenden Sprüche der Bundespartei. Aber in jeder Stadt gibt es eigene Probleme, die es zu bewältigen gibt. Es gibt die Hau – Drauf – Methode, statt zu schauen, wie es besser, schneller, einfacher geht Menschen zu helfen, um auch einen Sozialen Frieden zu erwirken.

In Herne haben viele Jugendliche, die Tuncay kennt, eher kleine als die großen Parteien gewählt. Aber sie haben gewählt, um die Demokratie zu wahren, denn sie wissen auch, dass wenn sie nicht wählen gehen, die rechten Parteien mehr Stimmen bekommen durch Nichtwähler und Nichtwählerinnen.

Die rechten Parteien vergessen, dass Migranten aus welcher Region der Welt sie auch gekommen sind allein in Herne manche Stadtteile wieder neu aufgewertet haben, wo es Leerstände gab. Sie arbeiten, schaffen Arbeitsplätze, machen das Leben im Stadtteil bunter.

Tuncay hat viele Argumente, die zeigen, dass es sinnvoll ist aufeinander zuzugehen. Er zeigt, dass auch die Religion unterstützen kann, wenn sie nicht als fanatischer Zweck missbraucht wird, Andersgläubige umzubringen. Denn eins ist sicher, egal welche Religion, ob Judentum, Islam oder Christentum, sogar Buddhismus: Alle glauben an den einen Gott. Er sieht in der Vorstellung der Religionen jeweils anders aus. Sie haben alle den gleichen Ursprung. Es wurde in Tausenden von Jahren viel Blut für diesen Glauben vergossen. Es muss aufhören, dass weiterhin Blut vergossen wird.

Denn in egal, welchen religiösen Gesetzesbüchern nachgelesen wird, das Gebot für die Menschen aller Religionen sollte sein nicht zu töten und den nächsten zu lieben, wie dich selbst. Nur dann kann langfristig Frieden unter den Menschen geschaffen werden, was ein Ziel von Gott ist in egal welcher Religion, auch wenn er Allah heißen mag im Islam. Damit kann auch den rechten Kräften der Hass und die Grenzen im Kopf überwunden werden, wenn man aufeinander zu geht und mit offenen Armen gemeinsam an einem Tisch über ein friedliches gemeinsames Leben sprechen kann.

Wird weiter Hass gesät, kommt ein nächster Krieg, die nächste Messerstecherei und der nächste Terror mit unschuldigen Toten und stärkt damit weiterhin die Rechten in der Politik, die wiederum weiterhin Hass und Grenzen schaffen, bis es wieder mal knallt mit Millionen Toten in der Welt. Wer möchte das?

Mit Tuncay Nazik war es mir ein erhabenes Erlebnis zu reden. Jederzeit komme ich gerne wieder, um mit ihm zu sprechen. Vielleicht auch mal die ein oder andere Gemeinde-Aktion mitzumachen. Er hat Erfahrungen, die augenöffnend sind und die jetzige Problematik zeigt, wie einfach es wäre gegen zu steuern, wenn es vor allem politisch und behördlich gewollt wäre.

Gehen wir aufeinander zu und nicht voneinander weg, so können wir Alle im kleinen Rahmen zumindest Frieden und Toleranz untereinander zeigen und für eine bessere Welt „kämpfen“ und danach leben.

Ich kann nur sagen: Mach weiter so Tuncay Nazik! Hier in Herne-Röhlinghausen kann ich beweisen, dass der Islam zu Deutschland gehört! Letztendlich sind die gläubigen Muslime für Arbeit angeworben worden. Das Ausüben ihrer Religion ist laut Grundgesetz ohne Einschränkung möglich laut Paragraph. Jede Diskussion, ob der Islam gut oder schlecht ist, kann sich hier vor Ort überzeugen, dass der muslimische Glaube keinem terroristischem Zweck dient, sondern genau das Gegenteil, nämlich für die Menschen, sowie auch das Wahren der Grundrechte der deutschen Verfassung, die eine Religionsfreiheit beinhaltet.

Dieses Jahr wurde das Grundgesetz 75 Jahre alt. In Artikel 3 (1) steht: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich (2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin. (Hier kann ich sagen, dass es allgemein bis in die Mitte der 1970er Jahre dauerte bis der Staat den Frauen überhaupt erstmal eine Berechtigung gaben, ohne Unterschrift ihres Ehemannes eine Arbeit finden zu können, was in der DDR schon seit der Gründung möglich war!)

 In Artikel 4 (1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich. (2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet. (3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. (Hier sagt eindeutig das Grundgesetz, dass auch der Islam zu Deutschland gehört und natürlich auch Moscheen gebaut werden dürfen. Doch in den Köpfen herrschen die Grenzen, die im Grundgesetzt längst allein durch den Holocaust gegenüber die „Andersgläubigen“ Juden, das große Morden der Deutschen im zweiten Weltkrieg zu einem nächsten großen Morden schriftlich verhindern sollte)

Wir haben im Ruhrgebiet eine Vielfalt der Religionen. Es leben auch wieder Juden hier, die eine Synagoge neu erbauen konnten, wie in Bochum, die leider geschützt werden muss von allen Seiten der Gewalt, egal ob Religiöser Natur oder Rechter Überzeugung. Es sind Moscheen entstanden, ob mit Muezzin oder ohne und gleichzeitig sind Kirchen des Christentums geschlossen worden, ob Katholisch oder Evangelisch. Aus diesen Kirchen entsteht neuer Wohnraum, Gewerbe oder Kunst-, Theater- oder Musikspielhäuser. Der Glauben der Christen ist durch die Krusten der alten Kirche erschüttert, vom Verdecken von Straftaten. Deswegen können die Gleichen Menschen jedoch nicht das Leben im Glauben des Islam gleichzeitig verurteilen.

Wer als Muslim seinen Glauben ausüben möchte, der soll das auch tun dürfen in Deutschland ohne Kritik. Die einzige Problematik, die gewahrt werden muss, wenn in Moscheen zu Terror und Krieg aufgerufen wird, ob gegen den deutschen Staat, dem Christen- oder Judentum. Denn dann wird die deutsche Verfassung mit Füßen getreten und deren Freiheit und Demokratie. Auch da ist Tuncay mit mir einer Meinung, dass diese Ausübung nicht zu akzeptieren ist.

Tuncay Nazik ist ein PottMensch, wie er leibt und lebt und die Vielfalt und das Miteinander prägt. Ein toller Mensch!

 

Glück auf sage ich, denn sein Vater war im Bergbau bei Schlägel und Eisen. Sein Vater und Tuncay selbst wurden zu Kindern und Gestaltern des heutigen Ruhrgebiets. Sein Vater arbeitete als Bergmann auf Schlägel und Eisen. Er hat die Kohle abgebaut, damit die Heizung im Winter einen warmen Hintern erzeugen kann!

Für Tuncay ist das Motto „Miteinander“ ! Das sehe ich auch so!

Ich gehe mit offenen Augen durch das vielfältige Ruhrgebiet und ich hoffe, dass ich das bei einigen Menschen nun etwas mehr öffnen konnte mit diesem Podcast und meinen Zeilen dazu. Ich denke, dass ich Tuncay mit Sicherheit noch einmal aufsuchen werde zu bestimmten Themen, die uns berühren. Kürzlich gab er mir Laptops für den nächsten Hilfstransport nach Bosnien, wo ich mit dem Verein im Mai 2024 für Schulen alte Computer zum Wiederverwenden in den Schulen hingebracht habe. (darüber berichte ich noch ausführlich, da die Zusammenstellung der Videos leider etwas länger dauert als geplant). Vielen Dank im Namen des Vereins Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V.!

Wer die Leitlinien der Islamischen Gemeinde liest, wird verstehen, was die Intention von Tuncay Nazik und seiner Islamischen Gemeinde ist:

Die Leitlinien der Islamischen Gemeinde in Herne-Röhlinghausen

 

Leitlinien der Islamischen Gemeinde Röhlinghausen

Im Bewusstsein unserer Verantwortung vor Gott und den Menschen setzen wir uns ein für

  • das friedliche Zusammenleben aller Menschen in der Gesellschaft,
  • die Akzeptanz von Andersdenkenden,
  • die Weiterbildung der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen,
  • eine zeitgemäße Vermittlung des Islams.

Wir glauben

  • an Allah, den einzigen Gott, den Ewigen, Allmächtigen und Barmherzigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde,
  • an die Sendung des Propheten Muhammad ,
  • an alle Gesandten Gottes, unter anderen auch an Jesus, Moses und Abraham,
  • an die verbale Offenbarung Gottes dem Koran,
  • dass der Islam die Religion des Friedens ist,
  • dass es keinen Zwang in der Religion geben kann und daher jeder Mensch das Recht hat, gläubig oder ungläubig zu sein oder seinen Glauben zu wechseln.

Wir distanzieren uns

  • ohne Wenn und Aber von jeglicher Gewalt und Hass, ob religiös bedingt oder nicht.

Wir haben keinen Platz und kein Verständnis für

  • Extremismus, Rassismus, Antisemitismus, Islamophobie und für Ideologien, die die Religion instrumentalisieren oder unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung und die in der Menschenwürde wurzelnden Grundwerte der Verfassung nicht akzeptieren.

Im Mittelpunkt unseres Interesses stehen

  • Deutschland und die Gesellschaft, in der wir leben,
  • das friedliche Miteinander der Menschen, Kulturen, Religionen und Nationen,
  • die Erziehung und Bildung unsere Kinder und Jugendlichen,
  • die Förderung eines zeitgenössischen Verständnisses der islamischen Quellen und ihre Vermittlung im Einklang mit den Menschenrechten.

Wir sind fest davon überzeugt,

  • dass gegenseitige Akzeptanz und ein erfolgreiches Miteinander nur auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und einer differenzierten Betrachtungsweise durch persönliche Begegnungen, Annäherungen und sachlichen Dialog erreicht werden können. Dabei müssen auch Probleme offen angesprochen werden.
  • dass ausländische Konflikte nicht nach Deutschland importiert werden dürfen,
  • dass es für einen Muslim religiös verpflichtend ist, in Frieden zu leben,
  • dass Muslime für die eigene Akzeptanz in die Gesellschaft mehr investieren und an den gesellschaftlichen Entwicklungen aktiv teilnehmen müssen. Das Engagement darf sich nicht auf die eigene Gemeinde beschränken, vielmehr muss es so gestaltet werden, dass es der gesamten Gesellschaft zugutekommt.
  • dass Muslime in Deutschland nur dann in der Gesellschaft richtig ankommen werden, wenn sie sich aus den Strukturen der Heimatländer lösen und eine eigene europäisch muslimische Identität herausbilden,
  • dass Menschen mit muslimischem Hintergrund sich erst dann vollends als Teil der deutschen Gesellschaft sehen werden, wenn die Mehrheitsgesellschaft Muslime als gleichberechtigte Bürger anerkennt und entschieden gegen Diskriminierung und Ausgrenzung vorgeht.

Wir stellen unverrückbar noch einmal fest;

  • dass wir parteipolitisch neutral sind,
  • dass wir keine politische Agenda verfolgen,
  • dass wir keinen bestimmten nationalen oder religiösen Gruppierungen, insbesondere ausländischen, angehören oder nahestehen,
  • dass wir weder einem bestimmten Gelehrten oder einer bestimmten Bewegung noch einem einheitlichen, exklusiven spirituellen Weg zugehörig sind,
  • dass wir keinem religiösen Dachverband angeschlossen sind,
  • dass wir unseren hart erarbeiteten Status als „unabhängige, freie Gemeinde“ als hohes Gut betrachten und für die Erhaltung dieses Status sorgen werden,
  • dass wir die Privatsphäre unserer Mitmenschen achten und schätzen,
  • dass wir uns, als Gemeinde, als Glied dieser Gesellschaft betrachten und unsere Aufmerksamkeit auf die Probleme und Zukunft dieses Landes richten; wir werden nicht zulassen, dass auswärtige Anfeindungen oder Interessen stellvertretend in der Gemeinde ausgetragen werden,
  • dass wir über bestimmte Normen und Werte verfügen, die aus der Verfassung und der Religion abgeleitet sind. Wir bejahen die vom Grundgesetz garantierte gewaltenteilige, rechtsstaatliche und demokratische Grundordnung. Die Werteordnung des Grundgesetzes ist die Basis, auch für Muslime, auf der die Gesellschaft steht und funktioniert. Ein friedliches Miteinander ist nur auf dem Fundament des Grundgesetzes denkbar.
  • Wir sind überzeugt, dass Pluralität der Religionen – auch innerhalb des Islams –, der Völker und Weltanschauungen gottgewollt ist.
  • Wir betonen, dass die Angebote von der Gemeinde demnach offen sind für alle, die sich für islamisches Wissen interessieren, uns kennenlernen wollen, das Wohl der Menschheit anstreben oder den Weg des Miteinanders, des Friedens und der Besonnenheit mit uns gemeinsam gehen möchten.

(entnommen aus Islamische Gemeinde Herne-Röhlinghausen e.V.)

Wer noch mehr über die Islamische Gemeinde in Herne – Röhlinghausen und Tuncay Nazik erfahren möchte, kann noch so einiges unter den folgenden Links nachlesen:

Islamische Gemeinde Herne-Röhlinghausen: https://ig-ev.de

Tuncay Nazik über den Anfang des Krieges in Israel:

WAZ-Beitrag: Islamische Gemeinde in Herne: Krieg wirft uns zehn Jahre zurück

Weitere Links

LinkedIn: Nazik Tuncay – Seelsorger – Islamische Gemeinde Herne-Röhlinghausen e.V. | LinkedIn

inHerne-Das Stadtmagazin: „Mein Präsident heißt Steinmeier!“ – inHerne

Islamische Gemeinde in Facebook: www.facebook.com/islamischegemeinde.rohlinghausen

Islamische Gemeinde in Instagram: @islamischegemeinde

Ukrainehilfe Ruhrgebiet – Gruppe: https://www.facebook.com/groups/1344187189341157/

Adresse
Islamische Gemeinde
Herne-Röhlinghausen e.V.
Rheinischestr. 25
44651 Herne

Telefon : +49 (0) 2325 60785

Email : info@ig-ev.de

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Projekt AufGEraucht von Sybille Hellier aus Gelsenkirchen I +Videopodcast I +Podcast #83

Sybille Hellier hat ein besonderes Projekt in die Wege geleitet: AufGEraucht. Zigarettenkippen liegen überall herum. Sie sammelt sie auf und zählt sie. 9000 Stück hat sie bisher vom Boden bei Sammelaktionen aufgesammelt. Im Videopodcast, den wir in Gelsenkirchen – Horst auf dem Parkplatz an der Alldieckstraße mit einer Sammelaktion von nur 20 Minuten zusammen gemacht haben, erzählt sie ihren Weg und das Ziel mit Greendays4Future.

Teaser zum Podcast:

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Zum Hören als Podcast als Sonderfolge bei „Ruhrpottologe unterwegs“:

Außerdem hat 59jährige Sybille Hellier das K.L.U.G Netzwerk für Selbstständige übernommen. Sie hat in ihrer Selbstständigkeit schon einiges verkauft, wie kleine Windkraftanlagen für Häuser. Sie war der Zeit voraus.

AufGEraucht wird neben den Sammelaktionen, auch mit Aufklärungskampagnen und Vorträgen an Schulen und Initiativen, sowie auch Infoständen weiter ausgebaut werden. 

Im Unternehmernetzwerk K.L.U.G. Netzwerk hat sie mittlerweile die „KLUGE Umwelt“ gegründet. Dort können Unternehmen mitmachen, die Projekte fördern für eine bessere Umwelt. Aber darüber sprechen wir ein anderes Mal. Regelmäßig ist sie am letzten Samstag im Monat im Gelsenkirchener Stadtteil Horst bei „Horst putzt sich heraus“ zwischen 10 und 12 Uhr dabei. Dabei sammelt und zählt sie immer die Zigarettenkippen, die sie findet und klärt die Menschen auf, welche Schadstoffe das Grundwasser erreichen durch eine weggeworfene Zigarette und welche Folgen eine Zigarettenkippe noch verursachen kann außer die Verschmutzung unserer Umwelt, nämlich auch folgenschwere Waldbrände durch bedenkenloses Wegwerfen eine Kippe.

Neueste Forschungsergebnisse sagen, dass ein vollständiger Abbau in der Natur aller Inhaltsstoffe einer Zigarettenkippe durch Mikroplastikanteile bis zu 400 Jahre dauern können ! Die Zersetzung selbst braucht ca 10-15 Jahre.

Das Projekt AufGEraucht soll für mehr Aufklärung in den Schulen, als Antiwerbung gelten, bei Infoständen und Sammelaktionen stehen, um die weitere Verseuchung unserer Umwelt zu verringern.

2 von 18 Zigarettenkippen auf 3 qm (Bild Screenshot aus Video, deswegen unscharf)

Sybille Hellier hat in ihrem Leben schon viele sinnvolle Dinge angepackt. Angefangen hat sie mit einem Job in der Versicherungsbranche. Der als sicher geltende Job war ihr aber auf Dauer nicht erfüllend genug. Ihr unruhiger Geist wollte was Gutes tun.

Sie hatte sich selbstständig gemacht mit Kleinwindanlagen, die auf dem Dach eines jeden Hauses aufgestellt werden können. Sie hat auch Membranbeschichtungen zum Senken von Heizungskosten, auch Photovoltaikanlagen, verkauft. Sie war der Zeit voraus. Sie tat bisher schon mehr für den Klimaschutz als andere sich vorstellen können.

Vor 10 Jahren übernahm sie das K.L.U.G. Netzwerk und baute es aus. Damit unterstützt sie untereinander viele Kleinselbstständige mit bis zu 35 Mitarbeiten, die sich gegenseitig vernetzen können.

Regelmäßig finden Veranstaltungen zu bestimmten Themen statt in verschiedenen Städten. Der abgekürzte Name steht für Kompetente lokale Unternehmensgemeinschaft. Es gibt Städtepartnerschaften, die von einzelnen Mitgliedern betreut werden.

Als gebürtige Gelsenkirchenerin engagiert sie sich schon lange für ihre Stadt und auch ihrer Geschichte. Sie versuchte die weltweit bekannte Galopprennbahn vor dem Abriss zu bewahren. Es hingen viele Arbeitsplätze daran. Pferde und eine saubere klimafreundliche Umwelt sind ihr sehr wichtig im Leben, weil sie an ihre Kinder und Kindeskinder denkt, die unsere Erde in einem eher schlimmen Zustand hinterlassen.

Mein Eimer ist schon wieder fast voll nach 10 Minuten sammeln plus ein Flaschengefühl

2021 schloss sie sich der Gruppe „Horst putzt sich heraus“ an. Sie sammelt Müll von den Straßen und kehrt sozusagen vor der eigenen Haustür im Stadtteil Horst, wo sie auch wohnt.

Vorher hatte sie nicht wahrgenommen, wieviel Zigarettenkippen auf dem Boden liegen. Das Aufsammeln von Zigarettenkippen wurde zur größten Leidenschaft und animierte sie für mehr Aufklärung zu sorgen. Für den Sammeleinsatz baute sie sich einen Einkaufstrolley um, an dem ein kleiner weißer Eimer hängt. Dort hinein kommen die Zigarettenkippen extra, um sie nach dem Sammeln aufzubewahren für ihre Aufklärungskampagnen.

Auf dem Markplatz in Horst sammelt sie manchmal 200 bis 300 Zigarettenkippen am Tag, wenn sie mit der Horst putzt sich heraus unterwegs ist. In einer Stunde Sammelaktion auf der ehemaligen Pferderennbahn in Horst, zählte sie allein 775 Stück, davon 40 neben einem Mülleimer!

Zigaretten beinhalten für den Raucher und die Raucherin schon bewußt genug Schadstoffe, um langfristig Krebs oder eine COPD zu erzeugen. Sie fluten nicht nur den Körper mit Giften, sondern auch das Grundwasser, sowie die Meere. Doch das ist vielen nicht bekannt.

Sybilles selbstgebauter Müll-Trolley

Auch Tiere können stark geschädigt werden, wenn sie mit dem Rest einer Zigarette in Berührung kommen. Kleinstlebewesen sterben im Umkreis einer Zigarettenkippe.

10 bis 15 Jahre braucht ein Zigarettenstummel mit Filter, um sich in der Natur zu zersetzen. Cadmium, Benzol und das Nervengift Nikotin in einer einzigen Zigarettenkippe kann schon ein Liter Wasser verseuchen.

Um das zu veranschaulichen hat Sybille eine Glasflasche voll Wasser mit einer einzigen Zigarettenkippe, die es bräunlich verfärbt. Niemand will daraus trinken. Niemand kann glauben, was sie sehen. Regen wäscht die Giftstoffe aus. Die braune Brühe wandert immer tiefer durch die Erde ins Gestein. Es sind die hartnäckigen Metalle, wie Cadmium, die eine Filteranlage dann nicht mehr zu 100% herausholen kann. Dadurch kostet auch die Abwasserabgabe mehr, als nötig. Das sieht man nicht auf dem ersten Blick, aber jede Zigarettenkippe ist einfach eine Schädigung unserer Umwelt, des Wassers und der Natur.

Bei einem Infostand macht sie immer eine Zählaktion, doch so gut wie niemand schätzt die Anzahl korrekt ein. Die meisten regen sich auch über das Herumliegen von Zigarettenkippen auf, weniger über anderen Müll.

Als Vergleich war sie erstaunt, dass sie in einem Urlaub in Dänemark nur 5 (!) Zigarettenkippen gefunden hat. Direkt hinter der Grenze auf einem Rastplatz waren direkt gefühlt 500 Stück zu sehen.

Sie fragt sich immer warum sind die meisten Menschen zu „blöd“, um den Müll richtig zu entsorgen.

Heiße Diskussionen sind immer mit Rauchern. Da ist die Bequemlichkeit wohl das große Problem, denn alle schaffen es fünf Minuten die Kippe zu halten, aber sind zu faul zwei Minuten zum nächsten Mülleimer zu laufen oder es in einem kleinen provisorischen Taschenaschenbecher zu geben, bis es ein Mülleimer in den Rachen geworfen werden kann.

Sybille und ich sehen uns bestimmt wieder bei einer gemeinsamen Sammelaktion

Sybille hat das Ziel mit der zukünftigen Stiftung Greendays4future durch mehr Aufklärung, Sammelaktionen und Zusammenarbeit mit Firmen für weniger Zigarettenkippen in der deutschen Natur zu sorgen.

Wenn wenigstens die Ordnungshüter mehr Bußgelder wegen Wegwerfen von Zigarettenkippen statt für falsch parkende Autos, dann wäre unsere Umwelt schon wieder etwas sauberer, denn das kostet mittlerweile richtig viel Geld. Doch das wissen zu wenige. Dadurch wird auch kaum eine Sensibilisierung stattfinden, wenn das eben nicht durchgeführt wird:

Weiterführende Links

Zur Projekt-Aktion von Sybille Hellier:

Müllsammeln mit Horst putzt sich heraus! in Gelsenkirchen I Eine Stadtteil-Initiative von Hans-Georg Kouker I +Video I +Podcast #112 – Ruhrpottologe – André Brune

***

Neuer Bußgeldkatalog in NRW: Zigarette wegwerfen kann richtig teuer werden (wa.de)

Um das Risiko von Waldbränden zu verringern, hat das Umweltministerium NRW die Bußgeldempfehlungen deutlich erhöht: Statt bislang 1020 Euro sollen für das Feuermachen im Wald in Zukunft bis zu 5000 Euro verhängt werden. Rauchen im Wald, was zwischen März und Oktober strikt verboten ist, soll nun 150 Euro (bisher 80 Euro) kosten. (Quelle: www.wa.de)

***

Laut dem ADAC kostet das Wegwerfen von Zigarettenkippen aus dem Auto je nach Stadt:

10-25 €, es sind allerdings allein in Gelsenkirchen 55 € zu zahlen. Zum Vergleich ist eine nicht verrottende Glasflasche 100 – 100000 € teuer.

Quelle: Müll aus dem Auto werfen: Diese Strafen drohen (adac.de)

***

Solange also dieser Bußgeldkatalog leider nicht von Ordnungsamt und Polizei rechtlich genutzt wird, solange wird es auch in der Natur leider bei dem hohen Verschmutzungsgrad bleiben. Die Vergabe der Bußgelder kann nur zu einer Sensibilisierung führen. Die Natur selbst kann sich nicht wehren.

***

Was viele nicht wissen: Jährlich landen etwa allein in Deutschland fast 70 Milliarden der Klimmstängel in der Natur. (Quelle: Zigarettenkippen gehören in den Restmüll und sonst nirgendwohin! – Wir lieben Recycling (wir-lieben-recycling.de) )

***

Biologisch abbaubar?

Dass Zigarettenfilter aus Watte bestehen, ist immer noch ein weit verbreiteter Irrglaube. Denn die meisten Filter bestehen aus dem Kunststoff Celluloseacetat. Kunststoff ist bekanntlich nicht biologisch abbaubar, er zerfällt nach sehr langer Zeit zu Mikroplastik und ist auch dann immer noch schädlich für Natur und Lebewesen, da es niemals ganz verschwindet, sondern auf ewig als winzige Mikroplastikteilchen in der Umwelt verbleibt. Bei Zigarettenfiltern dauert die Zersetzung zu Mikroplastik etwa 15 bis 400 Jahre.

Allein an der Ostsee bestehen über 53 Prozent des Mülls bei Müllsammelaktionen aus Zigarettenstummeln! (Quelle: Zigarettenkippen (bund-sh.de) )

Gefährlicher Zigaretten-Müll verseucht Städte und Strände – ZDFheute

***

Tiere verwechseln auch Zigarettenkippen mit Nahrung und können elendig verenden. Vergessen wird der Mikroplastikanteil, der bis zu 400 Jahre dauert von der Natur abgebaut zu werden.

Rauchen schädigt also nicht nur den eigenen Körper, sondern der Umwelt über Generationen, wenn nicht richtig entsorgt wird!

***

Zigarettenstummel am Strand – Gefahr für Mensch und Natur

Wir finden sie leider überall: An der deutschen Ostseeküste machen Zigarettenkippen ungefähr neun Prozent aller Müllfunde aus. Beim deutschlandweiten Küstenputztag im Jahr 2020 wurden mehr als 9.300 Zigarettenstummel gesammelt und entsorgt.

(Quelle: Zigarettenstummel am Strand – NABU )

+Video I +Fotogalerie I Viele Glückwünsche zur Verdienstmedaille des Verdienstordens der BRD für Monika Grawe von der Gesellschaft Bochum Donezk e.V.

Verdienstmedaille des Verdienstordens der BRD für Monika Grawe von der Gesellschaft Bochum Donezk

Hochverdient bekam die Bochumerin Monika Grawe diesen besonderen Orden der Bundesrepublik Deutschland vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier beurkundet und ausgehändigt von der Bürgermeisterin von Bochum Gabriela Schäfer!

Teaser zum Video

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Seit Anfang der Gründung des Vereins „Gesellschaft Bochum Donezk e.V.“ ist Monika Grawe dabei. In den Verein eingetreten ist sie im Jahr 2000. Der ursprüngliche Gedanke leukämiekranke Kinder in der Partnerstadt Bochums zu unterstützen wurde durch den 2014 startenden Krieg im Donbass verändert. Menschen vor Ort brauchten Hilfe, die organisiert wurde.

Vielen Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen aus dem zweiten Weltkrieg wird bis heute geholfen. Auch das war auf Monika Grawes Agenda.

Am 24.2.2022 veränderte sich die Lage urplötzlich zum noch schlechteren für die Ukraine, als Russlands Präsident Putin sein Militär über die Grenze der souveränen Ukraine schickte und der Krieg um den Donbass sich auf das ganze Land erweiterte.

Während sich die Politik in Diplomatie und bedingungslose Unterstützung für die Ukraine bis heute bemüht mal mehr mal weniger erfolgreich, sorgt der Verein für die Menschen in der Ukraine, denn sie leiden am meisten in diesem unsäglichen völkerrechtswidrigen Krieg.

Monika Grawe war von Anfang an sofort bereit Ukrainerinnen und Kinder bei sich im Haus aufzunehmen, die geflüchtet sind. Sie hat es geschafft in einer kurzen Zeit mit dem Verein etwas großes zu gestalten.

Von Anfang an hat ein Netzwerk Pakete aus Bochum in der Ukraine bis an Städte und Dörfer an der Front verteilt, so lange es ging und geht. Gleichzeitig wurde das Kriegskinderheim „Sonnenblume“ erbaut in dem mittlerweile mehr als 200 Kinder betreut werden.

Weiterhin ist eine medizinische Station errichtet worden. Wenn Monika Grawe sich bei der Stadt oder der Presse meldet, ist sie die bekannte Persönlichkeit, die jede Unterstützung bekommt.

Von Anfang an fahren mindestens einmal im Monat ein LKW nach dem anderen mit Hilfsgütern über die Grenze. Am 11.9. wird bzw. wurde der 72. Hilfstransport gepackt.

Auch eine Feldküche, die vom Machmit-Sozialwerk gespendet, über die ich schon berichtet habe, wurde mit einem der LKWs hingebracht und wird sehr gut genutzt.

Monika Grawe hat die Verdienstmedaille des Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland mehr als verdient für ihr Lebenswerk und ihr Handel für die Menschen in der Ukraine und auch vor Ort. Denn wenn eine Familie hier Unterstützung braucht, versucht sie alles möglich zu machen.

Bundepräsident Frank-Walter Steinmeier würdigt somit ihre über die Grenzen hinaus wirkende ehrenamtliche Arbeit ganz besonders mit diesem Orden. Möge sie noch viel Kraft und Gesundheit haben!

Mit diesem Video hoffe ich, ein kleines Ehrenmal gesetzt zu haben für Monika Grawe und den Verein, der sehr viel tut und immer Unterstützung braucht!

Fotogalerie (Copyright beim Verein Gesellschaft Bochum Donezk)

Wichtig ist immer zu erwähnen: Wer helfen will, ist jederzeit gern gesehen! Ein Beitritt in den Verein, kann noch mehr bewirken. Ich bin selbst ebenfalls seit über zwei Jahren dabei und helfe, wo und wie ich kann.

Wer Sachspenden geben möchte, kann es in der Sammelstelle des Vereins auf dem Gelände der Zentrale Dienste der Stadt Bochum, Herner Str. 146 in Bochum tun.

Geldspenden sind ebenfalls gern gesehen. Dafür organisiert Monika Grawe bei jedem Fest einen Stand für den Verein, um Geld für die Transporte zusammen zu bekommen mit Tombolas und Aktionen. Denn jeder LKW-Hilfstransport kostet mittlerweile 4000 €.

Wer sich informieren möchte über den Verein und welche Sachspenden aktuell gebraucht werden:

www.bochum-donezk.de

Öffnungszeiten der Sammelstelle:

Mo-Fr 15-18 Uhr & Do 10-18 Uhr

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Herzlichen Glückwunsch Monika Grawe und Glück auf für dein weiteres Wirken!

André Brune  @ruhrpottologeTV 

 

Der Teil des Videos aus dem Rathaus ist von Martina Klimasch gefilmt worden. Sie ist die rechte Hand von Monika Grawe und kümmert sich um die Internetangelegenheiten und hält ihr den Rücken frei. Ein kleiner Teil ist von Johnny Khoury gefilmt worden, auch mit meinem Handy, wo ich Monika Grawe ein kleines Geschenk überreiche. Ich bedanke mich für die Filmmaterialien, um dieses Video zusammenstellen zu können!