Revierkunst 2026 – Kreative Visionen in der Henrichshütte Hattingen I +Fotos I +Video mit Interviews

Seit 2012 gehört Revierkunst zu den wichtigsten Messen für zeitgenössische Kunst im Ruhrgebiet, die in historischer Industriekulisse im Revier gezeigt werden. Diesmal waren es 600 Werke von 77 Künstlern auf 3000 m² im Gebläsehaus der Hattinger Henrichshütte, dort wo einst Hochöfen glühten und Stahl produziert wurde.

Jede Stilrichtung war so unterschiedlich bis ungewöhnlich, auch nachhaltig und regte zum Nachdenken an. Ich war zum ersten Mal da, wollte einfach nur gucken, doch dann konnte ich nicht anders und hab bis der Akku alle war, spontan Interviews geführt. Mir ging es nicht um die Tontechnik, sondern um die Begeisterung einzufangen:

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Als wir die historische Henrichshütte in Hattingen betreten, wird schnell klar: Die Revierkunst ist weit mehr als eine klassische Kunstausstellung. Zwischen den gewaltigen Industriehallen begegnen sich Vergangenheit und Zukunft, Industriekultur und moderne Kunst, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung. Der Rundgang ist eine Entdeckungsreise durch die Gedankenwelt von Künstlerinnen und Künstlern, die das Ruhrgebiet mit ihren Werken bereichern.

Bisher war ich noch nie dort, weil sich das zeitlich nicht ergeben hat. Meine Frau Ewa war ebenfalls begeistert. Wir trafen dort eine bekannte polnische Künstlerin, die wir aus der Bochumer Deutsch-Polnischen Gesellschaft kennen.

Monika Natalia Mazur (rechts) stellte ihre großen gehörnten Portraits vor. Da sie in Italien lange Zeit lebte, nennt sie diese Werke Cornuti. Im übertragenen Sinne ein Hahnrei. Die gehörnten Frauen, die in der Ehe betrogen wurden.


Chronik der Revierkunst

Einer der wichtigsten Messen für zeitgenössische Kunst in Deutschland ist die Revierkunst im Ruhrgebiet geworden. Die Kulisse ist immer eine ehemalige Industrieanlage, um die Kunst auf eine besondere Weise erlebbar zu machen.

2012 – Der Anfang

In der Zeche Carl war der Startschuss mit dem Ziel Künstler und Künstlerinnen aus dem Ruhrgebiet eine Plattform zu bieten und sie über den Ruhrpott hinaus bekannt zu machen. Mit dem historischen Kontext der Industriekultur wurde das zu einer großen Kunstmesse, die Galeristen und weitere Künstler und Künstlerinnen anzog, um auszustellen und auch gekauft zu werden.

Revierkunst wurde zur Marke in Sachen Kunst im Ruhrgebiet und zog Besucher aus Nah und Fern an. Sie war unter anderem in der Rotunde, dem „Alten Katholikenbahnhof“ in Bochum 2013 und 2014.

In den zwei darauffolgenden Jahren wurde das Alte Museum am Ostwall für drei Tage genutzt, weil das Haus durch den Umzug der expressionistischen Werke ins Dortmunder U umgezogen ist. Der Abriss drohte, doch es wurde durch eine Bürgerinitiative verhindert. Heute ist das Bauhaus – Archiv seit 2016 drin.

Von 2017 bis 2020 wurde in der Hertener Zeche Ewald in den Räumen der Schwarzkaue, Lohnhalle und Lampenstube  auf 2000 qm eine Kunstzone.

Seit 2021 ist es nun regelmäßig in dem LWL-Museum Henrichshütte in Hattingen in der Gebläsehalle, der alten Maschinenhalle und den darunterliegenden Katakomben mit einer Gesamtfläche von 3000 qm.

10000 Menschen arbeiteten auf dem riesigen Gelände. Heute kommen an einem Wochenende nochmal diese Anzahl zusammen, um Kunst zu bestaunen.


Revierkunst – Wo Industriekultur auf zeitgenössische Kunst trifft

Zwischen harter Arbeit, Rauch und Ruß entstanden schon früh besondere Kunstwerke, die über das Ruhrgebiet hinaus bekannt wurden. Viele Künstler sind über die Grenzen auch berühmt geworden. Kunst und Industrie passte immer schon ins Ruhrgebiet. Durch den Strukturwandel zwischen den stillgelegten Industrieflächen von ehemaliger Kohleförderung und Stahlherstellung entsteht, wie aus einem Phoenix aus der Asche ein Kessel Buntes. Der große Reiz in der Henrichshütte ist die lebendige Kunstszene vor Ort, die bei diesem Kunstevent zeigt, wie eng Kunst, Arbeit, Leben im Ruhrgebiet beieinander liegt und wie es miteinander verbunden ist.

Kunst anders erleben

Bei „Revierkunst“ werden nicht die sterilen Ausstellungshallen genutzt, sondern außergewöhnliche Orte der Industriekultur, die gleichzeitig eine Bühne für die zeitgenössische Kunst werden. Einst ratterten Maschinen und die Stahlkappenschuhe schlurften über den harten Betonboden. Heute laufen in schicken Schuhen und Sandalen Menschen aus allen Altersklassen durch die heiligen Hallen ehemaliger Arbeit und schauen sich Skulpturen, Malereien, Fotografien, Installationen und digitale Kunst an.  

Dabei wird die industrielle Kulisse ein Teil des Kunsterlebnisses vor verrosteten Hebeln, Rohren und analogen Anzeigen. Die modernen Kunstwerke werden zu einem starken lebendigen Kontrast zur alten toten Industrie. Hier werden Entdeckungen gemacht, wie bei einem Chemielaborant, der neue Elemente für das Periodensystem im Reagenzglas findet.

Die kreative Seite des Ruhrgebiets

Revierkunst ist eine Bühne für die Kunstschaffenden der Region und darüber hinaus. Sie ist eine Plattform, um sich einem breiteren Publikum zu zeigen, als in einer kleinen Galerie. Hier ist das Zeigen und Gesehen werden ein wichtiger Schritt für alle Teilnehmenden zwischen Tradition und Innovation auf zu neuen kreativen Höhen. Kunst zum Anfassen, lebendig und nahbarer als es bei den vorhandenen klassischen Museumsräumen der Fall ist.

https://findart.cc

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Industriekultur als Inspirationsquelle

Die Themen sind vielfältig: Wandel, Identität, Arbeit, Migration oder das Verhältnis von Mensch und Umwelt. Die industrielle Vergangenheit dient dabei häufig als Inspirationsquelle. Gleichzeitig zeigen zahlreiche Arbeiten den Blick in die Zukunft und verdeutlichen, wie vielfältig sich das Ruhrgebiet heute präsentiert.

Entdecke die kreative Seite beim kulturellen Aushängeschild des Reviers

Das Revier hat sich in den letzten 150 Jahren immer wieder neu erfinden müssen. Revierkunst bietet jährlich eine Verbindung der Geschichte, aus Vergangenheit, Gegenwart und auch die Zukunft. Wer das Ruhrgebiet verstehen möchte, sollte nicht nur Fördertürme und Halden besuchen, sondern auch die kreative Seite entdecken, auch wenn man nicht viel für Kunst übrig hat. Es macht Geschmack auf mehr Kunstlandschaften, die das Ruhrgebiet bunter gemacht haben und das Ruhrgebiet mit den ein oder anderen Veranstaltungen über die Region hinaus Beachtung schenkt.

Mehr Infos:

https://revierkunst.com

Instagram: @revierkunst

Facebook: revierkunst

Der Gang durch die Ausstellung in der Henrichshütte

Auf ging es durch die erste Halle nach der Schlange an der Kasse, die ein ständiger musealer Bereich ist, den ich immer noch nicht besucht hatte. Ein paar Treppen höher stachen mir schon Superhelden ins Auge, die ich mag: Superman und Batman, aber in einer anderen comichafter Form, als ich sie kenne. Ein dickgewordener Superman, der auf seinen Bierbauch stolz ist und darauf erstmal eine Dose Red Bull trinkt. Darauf zu kommen sie mit modernen Problemen zu mixen und sie entsprechend normal wirken lassen, fand ich genial. Oder was ist, wenn Pippi Langstrumpf plötzlich Drogenabhängig werden würde. Es wäre nicht mehr die heile Kindheitswelt, die wir von Astrid Lindgren kennen, sondern die Hoffnung, dass sie aus dem Sumpf wieder rauskommt. Von Batmans 50 Shades of Grey mit Catwoman wollen wir gar nicht erst diskutieren. Haben Superhelden eine spezielle Form von Sexualität oder gar keine? Sebastian Kaufhold aus Bochum hat auf jeden Fall einen richtigen Riecher in Sachen Umgang mit dem Mainstream auf ironische satirische Weise.

Es folgte ein Fotokünstler, der zum vierten Mal dabei war. Michael Grigat setzt sich zeitkritischen mit der  Gegenwart auseinander.

Die Fotos aus der Reihe „Der Ewige Kreis“ zeigt ein Muster. Er reduziert, direkt und ohne Auflösung, sondern Reibung, so steht es in seiner Beschreibung. Seine Fotos kratzen nicht nur an der Oberfläche, sie reiben einen die Schuppen von den Augen.

Macht verschwindet nicht. Sie verändert nur ihr Gesicht. Was als Fortschritt erscheint, ist oft nur eine Verschiebung. Was überwunden scheint, kehrt in anderer Form zurück. So stellt er seine Fotokunst vor.

Die Fotos zeigen Hitler scheinbar als Transmensch. Der übergroße Bart mit dem rechten Scheitel, ein böser Blick und dann kommt auf die Beine eine Strapse, die den brutalen Diktator in einem anderen Licht erscheinen lässt. Hat er damals vielleicht Eva Brauns Strapse in einer einsamen Stunde angezogen, um sich vor dem Spiegel ganz locker zu machen?

Die sprühende Ironie der Bilder ist eher die Ironie der Geschichte, die sich in anderer Form wiederholt, wie schon erwähnt.

Mehr über Michael Grigat aus Datteln könnt ihr hier erfahren:

@moorpicture – Instagram

@ruhrpotzblitz  – Instagram

https://moor-picture.de

Ruhrpott in 3D von Michael Wienand

Eindrucksvoll waren auch die 3 D-Kunstwerke von Michael Wienand. In den kleinen Rahmungen wurden filigran kleine Illustrationen zu einem ganz großen Bild zusammengefügt. Auch die Henrichshütte kam vor.

Viele Interessierte schauten sich die Kunstwerke an und schwelgten in Nostalgie, wie bei dem Bild über die Bude, den Hinterhof mit einem Manta oder bei Omma zu Hause.

Die Technik besteht aus Aquarellierte Tuschezeichnungen auf Karton, die dann ausgeschnitten werden und dann zu dieser Tiefenoptik zurechtmontiert werden.

Michael Wienand ist mehrere Jahrzehnte als Bühnen- und Museumbildner unterwegs gewesen und greift den Alltag der Menschen im Revier auf, um sie in einem kleinen Kosmos wiederfinden zu können. Was so einfach aussieht, kann die Arbeit dahinter nur erahnen.

Diese Kunstwerke sind ein Alleinstellungsmerkmal mit viel Ruhrpott-Gefühl vom Dortmunder Künstler und können in seinem Atelier angesehen und gekauft werden:

https://atelier-wienand.de

@michaelwienand • Instagram

Hermann Bentrup nutzt Speermüll in Postkartengröße

Der autodidaktische Künstler Hermann Bentrup aus Rech macht Mal-Schichtarbeiten auf Postkartengröße, die aus Sperrmüll, also Rückplatten von alten Möbelstücken, bestehen.

Der Inhalt ist entscheidend: Die Motive sind hauptsächlich Landschaften und können theoretisch auch als besondere Postkarte in die Welt geschickt werden. Besser ist es allerdings die eigenen vier Wände damit zu schmücken.

Hermann Bentrup hat 2021 mit Malereien und Fotografien die dramatischen Veränderungen des Ahrtals künstlerisch festgehalten.

Zur Zeit hat er ein aufrüttelndes Projekt in Rheinbach: Demokratie liegt uns zu Füßen. Der Kerngedanke ist, dass Demokratie kein Zustand ist, sondern immer in Bewegung. Mit knalligen orangen Farben sorgt er mit Schablone und Sprühfarbe auf den Wegen, ob wir stehenbleiben und drüber nachdenken, wie wir mit ihr umgehen oder einfach ignorieren würden.

https://docb-mabl.de

www.blick-aktuell.de/Bad-Neuenahr/Hermann-B-dokumentiert-mit-Kunst-den-Wandel-im-Ahrtal-nach-der-Flut-659002.html

www.rheinbach.de/kunst-findet-stadt/outdoor-ausstellung/dr-hermann-bentrup

@hermannbentrup • Instagra

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Fatia Pindra hat einen politischen Blick

Die 1971 geborene Düsseldorferin schuf ein dreiteiliges Werk über schwarze Lebensrealitäten im Nationalsozialismus. Der Ausgangspunkt der künstlerischen Auseinandersetzung waren Recherchen über Schwarze Menschen im Nationalsozialismus für ihre Magisterarbeit in Geschichte. Sie befasst sich als politische Künstlerin auch mit Femiziden auseinander. Auch die Frage, ob Menschen mit anderer Hautfarbe zu Deutschland gehören, nimmt sie künstlerisch um mit ihrer Tufting-Kunst.


Was ist Tufting?

Auf einem groben Leinwandstoff wird mit verschiedenen Tufting-Geräten eingewoben. Eine manuellen „Tufting-Pistole“ schießt sozusagen Fäden in den gespannten Tufting-Stoff. So entstehen durch die einzelnen Fäden große textile Kunstwerke.


Sie zeigt auf dem Werk Dorothea Katharina Leyseck, die eine Tochter eines afroamerikanischen Zirkusbesitzers und einer weißen Deutschen war. Sie musste sich als Deutsch-Südwestafrikanerin ausgeben, um unter den Nazis zu überleben. Trotzdem wurde sie zur Zwangsarbeit in einer Fabrik eingesetzt.

Ludwig M´bebe Mpessa, der unter dem Pseudonym Louis Brody ein bekannter Schauspieler war. Er wirkte in 30 Filmen mit. Er überlebte das Regime der Nazis, weil er immer wieder besetzt wurde für koloniale Filmproduktionen oder wurde bei der staatlich kontrollierten „Deutsch-Afrika-Show“ eingesetzt. Wie seine Psyche aussah, hätte ich gern erfahren.

Ulfo Peters wurde 1934 in Hamburg geboren. Sein Vater Afrikaner, seine Mutter war deutsche Ärztin und überlebte den Krieg. In der Nachkriegszeit war er ein erfolgreicher Amateurboxer.

Für Fatia ist die Kultur eine Waffe des Widerstands und zeigt es auf ihren besonderen Tufting-Kunstwerken. Starke politische Botschaften waren in der Ausstellung eher rar. Fatia hat hier ein Alleinstellungsmerkmal in der Ausstellung, wo Menschen im Vordergrund stehen, die unterdrückt wurden und deren Porträt warm an Wänden hängen kann und gleichzeitig über Macht und Ausgrenzung nachgedacht werden kann. Auch ein Selbstbildnis durch die aktuelle neue Situation von akzeptiertem Rassismus wird durch Fatia nahbar gemacht und lässt einen erstaunten Blick auf die Art der textilen Kunst, aber auch auf das Thema nachdenklich zurück: Bin ich keine deutsche Frau, fragt die schwarze Frau auf dem Tufting-Teppich. Sie ist hier geboren. Hat einen deutschen Pass. Sie hat nur einen anderen Hautton, was für eine gewisse politische Leitlinie eher ein Fall für Remigration sein soll. Aber wohin soll sie geschickt werden? Die Fragen können immer weitergehen, denn die Lösungen sind nicht so einfach. Obwohl hier gebe ich die ganz einfache Antwort: Sie ist eine deutsche Frau.

www.kollektiv-afriknrw.de

@tuftingcreations – Instagram

Information über ihre Magisterarbeit: Hilarius Gilges – Ein Schwarzer Deutscher Düsseldorfer – ermordet von den Nationalsozialisten

Peter Schudde recycelt Elektroschrott zu Star Trek Motiven

Von seinem Vater bekam er eine 2 MB – Platte, die 1975 in einem großen Computer gewirkt hatte, aber irgendwann einfach nicht mehr verwendet werden konnte. Der Speicher war zu klein geworden und dadurch Elektroschrott. Er baute daraus eine Lampe. Ein Totenkopf deutet an, dass die Zeit abgelaufen ist für die alte Festplatte.

Für seine Kunstwerke geht er auf den Schrottplatz und sammelt die wertvollen Stoffe, die sonst eventuell in die Müllverbrennung kommen. Daraus entstehen zum Beispiel ein Kubus, die aus dem Star Trek Universum stammen könnten. Jeden Moment könnten bei Revierkunst die Borgs auftauchen und die Besucher und Besucherinnen assimilieren. Mich hat es Peter schon und bin Feuer und Flamme für das, was der 1973 geborene Groninger aus alten Werkstoffen fabriziert hat.

@peterschudde • Instagram

https://peterschudde.exto.org

Scarlett Schütte verbindet Industrie und Zukunft des Ruhrgebiets

Zusammen mit dem Filmemacher Erwin Wiemer und dem Klangkünstler Frank Röttgen haben sie das einmalige Projekt  eines Verbunds namens Kali´iope aus Video-, Klang- und Robotik, sowie Rauminstallation. Ein faszinierender Blick zwischen Vergangenheit,  in die Gegenwart und Zukunft werfen lässt.

Die Videoinstallation zeigt Motive aus dem Ruhrgebiet: Haldenlandschaften, Autobahnen, die das Revier zerschneiden, und Industrie, die es mal gab und deren Reste den Pott noch prägen. Auf der anderen Seite bewegen sich Quadrate Hin und Her. In der Mitte sind gesammelte Objekte von der Henrichshütte und der Umgebung. Darauf fahren per KI kleine Roboter, die uns zeigen, wie die Zukunft aussehen wird. Wird die KI – Robotik den Menschen ersetzen und auf diesen Wegen ohne uns unterwegs sein, auf dem Gelände der Henrichshütten?

Vor dem Eingang sind Fotografien, die mit UV-Licht einen Stein oder Ast leuchten lässt und die Bilder in einen völlig anderem Licht erscheinen lassen.

Die Installation Kall´iope begeisterte das Publikum.

Raum_Klang_Video_Skulptur_Installation 51,40717° N 7,18790° O Henrichshütte Video:Erwin Wiemer Revierkunstpreis 2023

https://scarlett-schauerte.de/

@scarlettschauerte • Instagram

Frank Röttgen (@ernst_fry) • Instagram

Revierkunst26 – Kulturinfo Ruhr

www.erwinwiemer.de

Erwin Wiemer (@erwinwiemer) • Instagram

Helmut Reinelt wandelt digital Natur in Industrie um

Der aus Bad Honnef stammende Helmut Reinelt nutzt digitale Technik. Er entwirft Naturbilder und wandelt sie danach komplett in Industriekultur um und verbindet so den Strukturwandel.

Er stellt die Frage, wie Menschen die Natur erobern und die Natur wiederum die Industrielandschaft. Ein Rohr ist ursrprünglich ein Baum zum Beispiel. Seit es möglich ist mit digitaler Bildtechnik zu arbeiten, kreiert er diese einmaligen Bilder, auf denen so viele filigrane Entdeckungen zu machen sind.

Helmut Reinelt (@helmutreinelt) • Instagram

https://centouno.art/artists/helmutreinelt

Silja Meise stellt mit textiler Kostümkunst die Zukunft in Frage

Silja war die letzte Interviewpartnerin, bevor der Akku von mir und dem Smartphone leer war. Auch ihre textile Kunst hat ein Alleinstellungsmerkmal. Sie arbeitet mit Textilstoffen, die aus Fundusstücken, abgelegter Kleidung und Textilresten gestaltet werden. Sie fragt sich, wie wir im Jahr 2067 nach der Plünderung unseres Planeten noch modischen Träume konsumieren können.

Für das große Rokoko-Kleid aus Jeansstoffen brauchte sie mehr als zwei Monate. 

@siljameise • Instagram

www.kultur-und-schule.de/de_DE/kuenstler/silja-meise.109446

www.fv-textil.de/hauptnavigation/textiles-netzwerk/textilkuenstler/silja-meise

Kronkorken als fotografisches Mosaik von Henning Leuschner

Nicht jeder Künstler wollte vor die Kamera. So leider nicht Henning Leuschner.

Dennoch blieb mir besonders ein Künstler in Erinnerung, der aus Tausenden von Kronkorken beeindruckende Porträts entstehen lässt. Was mich an meine Kunstrichtung der „Flaschengefühle“ erinnert hat

Seine Arbeiten entstanden ursprünglich in einer Kneipe und sind nun weit über die Region hinaus bekannt.

Selbst juristische Auseinandersetzungen über Urheberrechte konnten seiner Kunst nichts anhaben, denn er verwendet bekannte Fotos prominenenter Personen.

Heute gelten seine Werke als eigenständige Kunstform.

Es gab Skatboards, die statt auf dem Müll zu landen mit Kunst neu interpretiert werden. Gehäkelte Figuren, die aus einer anderen Welt zu sein scheinen.

Holzfiguren, die mit Nägeln ein neues Kleid verpasst bekommen haben.

Übergroße Porträts, die entweder mit bunten Farben in einem anderen Licht erschienen.

Oberkörper, die wie Schinkenstücke an einem Haken hängen.

Alte Straßenschilder, die jetzt für Aufkleber und Graffiti genutzt werden können.

Auf Papiertüten gemalte Kunst.

Jedes Jahr wird auch ein Künstlerpreis vergeben, sowie ein Publikumspreis. 2026 ging der Revierkunst – Künstlerpreis 2026 an
1. Platz: Jule Lucia Companie
2. Platz: Stefan Fuchs
und der Revierkunst – Publikumspreis 2026
1. Platz: Jule Lucia Companie
2. Platz: Anja Werner
3. Platz: Birgit Feil

Leider konnte ich die Gewinner und Gewinnerinnen nicht interviewen.

Fazit

Die Revierkunst 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig die Kunstszene des Ruhrgebiets ist.

77 Künstlerinnen und Künstler präsentierten rund 600 Werke auf 3000 m². Spannender waren jedoch die Geschichten dahinter.

Ob Recycling, Geschichte, Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder gesellschaftlicher Wandel – jedes Gespräch eröffnete einen neuen Blickwinkel. Schade, dass ich nicht alle interviewen konnte.

Gerade diese persönlichen Begegnungen machen die Revierkunst so besonders.

Ich bin mir sicher:

Zur Revierkunst komme ich wieder.

Alle 77 Künstler und Künstlerinnen, die gern alle persönlich gesprochen hätte:

Hermann Bentrup I Rech , Nina Boeing | Duisburg, Toby Bohne | Dortmund, Chris Brackmann | Essen, Sandra Bromm | Frechen, Monika Buchen | Kleve, Helga Budde-Engelke | Mülheim, Sabine Classen | Meerbusch, Rainer Claus | Herne, Jule Lucia Companie | Wuppertal, Heike Denny | Düsseldorf, Melanie Diederichs | Dortmund, Anke Droste | Dortmund, Maria Eggenkemper | Dülmen, Sandra Eisenbarth | Siegburg, Birgit Feil | Leonberg, Claudia Forte | Köln, Stefan Fuchs | Hagen, Annette Goessel | Berlin, Michael Grigat | Dorsten, Nicolé Hager | Köln, Rosa Hahn | Pforzheim, Hansini | Hattingen/Ruhr, Meinolf Jan Holland | Bornheim, Annette Jellinghaus | Gevelsberg, Markus Jöhring | Recklinghausen, Stefanie Kamrath | Dortmund, Sebastian Kaufhold | Bochum, Rolf Klaer | Witten, Sandra König | Kreuztal, Rolf Kuhlmann | Köln, Christopher Lensing | Bochum, Henning Leuschner | Köln, Anja Lorenz | Essen, Michael Maas | Essen, Katja Marciniec | Oberhausen, Nina Markes | Aachen, Kinga MaryN | Bonn, Monika Mazur | Bochum, Marion Meinberg | Hamburg, Silja Meise | Hagen, Michael Wienand | Dortmund, Christian Partl | Essen,
Irena Paskali | Köln, Przemyslaw Perschke | Altlay, Svenja Peters | Löhne, Karina Pietrucha | Bottrop, Fatia Pindra | Hagen, Nicole Prinz | Recklinghausen, Rolf Puschnig | Dorsten, Anna Raba | Riedstadt, Aline Regese | Düsseldorf, Jakob Reh | Löhne, Helmut Reinelt | Bad Honnef, Heinegans Rita | Düsseldorf, Olli Rose | Essen, Frank Röttgen | Köln, Heribert Röttger | Dortmund, Scarlett Schauerte | Essen, Susanne Scheidle | Gelsenkirchen, Peter Schudde | Leermens, NL, Valentin Schumacher | Köln, Ela Schwartz | Aachen, Andrea Sparka | Essen, Astrid Steckel | Köln, Wilma Stegeman | Appeldoorn, Stefan Stichler | Frankfurt-Düsseldorf, Ljuba Stille | Köln, Peter ten Lohuis | Appeldoorn, Beni Veltum | Gelsenkirchen, Sara Wandhoff | Bochum, Manfred Wendel | Alpenrod, Anja Werner | Plauen, Erwin Wiemer | Essen, Marina Wittemann | St.Ingbert, André Yuen | Dortmund, Ali Zulfikar | Köln, Zupa | Hattingen

Aber vorher könnt ihr noch die Kunstwerke von 2026 genießen.

(Alle Fotos (c) André Brune):

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