Postkartenmotiv Mammutschädel aus Haltern im Museum für Ur- und Ortsgeschichte in Bottrop wandert zum Ruhrmuseum nach Essen I Foto der Woche

Ein gut erhaltener Mammutschädel ist eine Seltenheit. Ich hab aus meinem Besucherfoto im Bottroper Eiszeitmuseumsbereich mit der KI eine Postkarte mit diesem besonderen Mammutschädel kreiert. Die blaue Farbe stammt aus dem Bottroper Stadtwappenfarben mit denen ich spiele und damit lasse ich eine Sehenswürdigkeit der Stadt herausstechen. Mal mit mehr abstrakter Illustration, mal mit mehr Detailnähe. Der Mammutschädel gehört detailliert dargestellt, weil er einer der wichtigsten Funde in ganz Deutschland ist. Der Mammutschädel ist bei Ausgrabungen für eine Kläranlage in Haltern 1975 gefunden worden. Er ist im Josef-Albers-Museum Quadrat in Bottrop zu besichtigen. Zur Zeit ist er seit April 2026 verliehen worden ans Ruhrmuseum nach Essen für eine besondere Sonderausstellung: Überleben in der Eiszeit vom 20. April 2026 bis zum 10. Januar 2027. Da muss ich doch mal hin, um herauszufinden, wie sie diesen pompösen Schädel dort in Szene gesetzt haben. Wer genau auf seine über 3 Meter langen Stoßzähne schaut, der kann Fraßspuren von Nagetieren sehen. Die wurden weniger auf einem Spieß über Lagerfeuer gedreht. Mammutfleisch konnte ein ganzes Dorf für einen Winter ernähren, dass sogar die Ratten noch was übrig hatten. Wer im Ruhrgebiet immer an Bergbau denkt, denkt nicht daran, dass es mal ein anderes Leben davor gab. Hier gab es die Eiszeit und erst vor 10000 Jahren ging sie langsam durch Klimaveränderung zurück. Zu diesem Zeitpunkt starben nach und nach auch die letzten Wollhaarmammuts auf der nordsibirischen Wrangelinsel im Arktischen Ozean aus vor etwa 4000 Jahren. Der damalige Klimawandel und der Verlust von Lebensraum, aber wahrscheinlich auch die Jagd nach ihnen muss das Ende besiegelt haben. Umso beeindruckender ist es den Schädel dort an der Wand hängen zu sehen, genauso wie es fast einschüchternd ist neben dem Mammutskelett in der Museumshalle zu stehen. Was mich schon als Kind fasziniert hat, wie riesig sie waren. Und wie Menschen damals schon es schafften mit fortschrittlichen Jagdwaffen diese großen Tiere zu erlegen. Ich ziehe ungern einen Vergleich. Aber genau das gleiche droht nun unserem Eisbären. Seine Zeit ist in dieser Isolation in der Arktis fast schon abgelaufen. Sobald das Eis weitgehend geschmolzen ist, wird er ganz aussterben. Nur noch ein schnelles Ändern des menschlichen Verstandes, das sie in den letzten 150 Jahren genau durch den technischen Fortschritt in der Lage waren das Klima vollends so stark zu beeinflussen, kann es jetzt vielleicht noch rechtzeitig verhindern. Vor kurzem sah ich in einer Sendung den Gletscher vom Pitztal, den ich als Jugendlicher bei einer Klassenfahrt zum Skifahren auch herabglitt, mehr schlecht als recht. Da sind es genau die klimaschädlichen Schneekanonen, die dann auch noch das Trinkwasserreservoir des letzten Gletscherwassers nutzen, um als dünne Schneeschicht zu verdunsten. Denk ich an Mammut, denk ich an den Menschen, die ihren eigenen Ast absägen, bevor sie ins All fliehen können. Negativ ist das, aber trotzdem vermiese ich nicht die Geschichte, des besonderen Bildes, sondern will zeigen, dass im Blau der Postkarte eins zu sehen ist: Die Ruhestätte des Mammuts in Ruhrgebiet. Es ist beruhigend und harmonisch anzusehen und zollt Respekt gegenüber diese schon verstorbene Kreatur. Ein Gang durch die kleine Eiszeithalle öffnet vielleicht nochmal die Augen der Kinder, die einst dort auch drin waren aus meiner Altersklasse, aber heute einen größeren CO2-Fußabdruck hinterlassen, als es die Eltern je getan haben. Vielleicht denkt man dann beim Anblick ein wenig nach. Vielleicht kommt man einfach mal nach Bottrop oder zur Zeit ins Ruhrmuseum nach Essen, um den Mammutschädel sich anzusehen und sich Gedanken zu machen über die Welt, wie sie mal war und wie sie sein sollte, nämlich harmonisch in der Natur. Genuch über son Mammutschädel rumphilosophiert. Geht ma gucken! überLeben – NRW zeigt vergessene Welten mit eigener Landesausstellung

Museum Quadrat – Museum für Ur- und Ortsgeschichte 

Anni-Albers-Platz 1 – Bottrop

Öffnungszeiten – Preise – Hinweise*

Montag    geschlossen  (auch an Feiertagen)
Dienstag    ausschließlich für Gruppen mit gebuchtem Programm*
Mittwoch bis Sonntag    11 – 17 Uhr
Donnerstag    11 – 19 Uhr  (an Feiertagen bis 17 Uhr)
Geschlossen am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. Januar
Josef Albers Museum Dauerausstellung Eintritt frei
Museum für Ur- und Ortsgeschichte Dauerausstellung Eintritt frei

Sonderausstellung

8 Euro ermäßigt 4 Euro

Dauerausstellungen Ur- und Ortsgeschichte im Museum Quadrat  *entnommen von der Internetseite https://quadrat.bottrop.de

Ruhrmuseum 

Gelsenkirchener Str 181 · 45309 Essen

Öffnungszeiten – Preise – Hinweise*