Flaschengefühle – Gemeinsam für ein sauberes Bochum I Talk mit der Kommunalpolitik I +Videopodcast I +Podcast #141

Müll ist immer ein Aufreger in den Städten. Fabian Krömling (Grüne) und Stefan Klapperich (CDU) sind junge engagierte Kommunalpolitiker in zwei unterschiedlichen Parteien in Bochum. Sie sind meiner Einladung gefolgt zu einem kleinen Podcast-Plausch im Rahmen meiner interaktiven Flaschengefühle – Kunstaktionsprojekt-Ausstellung in der Nachhaltigkeitszentrale von Bochum Marketing in Bochum, um über die Vermüllung der Stadt zu sprechen, welche Maßnahmen möglich und zwischenzeitlich für ein saubereres Bochum geschehen sind.

Nach drei Jahren habe ich in der Nachhaltigkeitszentrale von Bochum Marketing mein Kunstaktionsprojekt innerhalb der Stadt neu auflegen können. Interaktiv habe ich Besucher und Besucherinnen die entwickelten Texte zu den Bildern zuordnen lassen. Wer Lust hatte, malte auf einer Leinwand ein „Flaschengefühl“. Bei einem Workshop baue ich mit Interessierten aus Drahtgeflecht Sehenswürdigkeiten oder Objekte in denen sauberer Abfall eingebaut werden konnte.

Das Konzept sieht auch vor ein Gespräch zu finden mit Kommunalpolitikern aus dem Bezirk Mitte und Zuständigkeiten. Vorher habe ich Müll gesammelt, um auch die negativen Dinge zeigen zu können. Weit laufen brauchte ich da nicht.

In der Kürze der Organisation und auch durch den Ferienanfang konnte ich aus Urlaubsgründen niemanden von der Mehrheitspartei SPD und den Linken bekommen. Die AfD hat für mich keine Relevanz, weil sie auch den Klimawandel leugnet und wurde deswegen schon nicht zum Gespräch eingeladen, weil sie nur einer bestimmten Einwohnergruppe Schuld für Müll in den Straßen zuschiebt statt sich an die eigene Nase zu packen. Da nehme ich kein Blatt vor dem Mund.

Die kleinen Parteien wurden in den Bezirk Mitte nicht reingewählt. Es sollten diesmal nur Bezirkspolitiker angesprochen werden. Stefan Klapperich war allerdings aus Wattenscheid, was mein Konzept kurzfristig veränderte und das Interview auf allgemeine Fragen zu Bochum spontan veränderte, was aber dem Podcast im Ganzen dadurch einen besseren Rahmen gab, weil dadurch Bochum und Wattenscheid insgesamt einen Raum bekamen, was gut und schlecht läuft. Und was auch in anderen Städten des Ruhrgebiets so ähnlich auch aussehen wird. Vielleicht wird es nur anders gehandhabt. So gilt jetzt dieser Podcast aus Bochum stellvertretend auch für die anderen Ruhrgebietsstädte. Müllprobleme gibt es überall.

So ging es locker vom Hocker mit den beiden jungen engagierten Politikern los:

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Mehr Informationen

Kurzinfo Stefan Klapperich – CDU

Mit 26 Jahren gehört er bereits zu den engagierten Stimmen der Bochumer Kommunalpolitik und hat mit Sicherheit noch einen guten Karriereweg in der Politik. Er ist Mitglied im Rat der Stadt und planungspolitischer Sprecher seiner Fraktion.

Stefan Klapperich ist Mitglied des Rates der Stadt Bochum und übernimmt dort die Rolle des planungspolitischen Sprechers. Zudem ist er Sprecher im Ausschuss für Planung und Grundstücke sowie Mitglied im Ausschuss für Sicherheit, Umwelt, Nachhaltigkeit und Ordnung.

Als stellvertretendes Mitglied ist er außerdem im Ausschuss für Beteiligungen und Controlling, im Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss sowie im Ausschuss für Kultur und Tourismus vertreten. In der Bezirksvertretung Wattenscheid wirkt er als beratendes Mitglied mit.

Seine politische Laufbahn begann unter anderem mit der Mitgliedschaft in der Bezirksvertretung Wattenscheid im Jahr 2020. Seit 2021 gehört er dem geschäftsführenden Kreisvorstand der CDU Bochum sowie dem Vorstand der Jungen Union Ruhr an.

Nach dem Abitur an der Hellweg-Schule Bochum studiert Klapperich seit 2018 Philosophie, Politik und Ökonomik an der Universität Witten/Herdecke. Ein Schuljahr verbrachte er zuvor an der Cathedral High School in Indianapolis in den USA.

Links: Fabian Krömling (Grüne) – Rechts: Stefan Klapperich (CDU)

Kurzinfo Fabian Krömling – Bündnis 90/Die Grünen Bochum

Fabian Krömling, Jahrgang 1993, ist geborener Berliner. Für sein Studium kam er nach Bochum und machte die Stadt zu seiner Wahlheimat. Beruflich ist er heute im Bereich Haus- und Wohnungsverwaltung tätig.

Seit 2019 ist er für die Grünen politisch unterwegs in den Fachbereichen Verkehr, Stadtentwicklung und Digitalisierung. Nach der Kommunalwahl zog er in die Bezirksvertretung Bochum-Mitte ein und wurde dort stellvertretender Fraktionsvorsitzender. 2021 rückte er in den Rat der Stadt Bochum nach.

Seit der Kommunalwahl 2025 gehört Fabian Krömling weiterhin dem Rat der Stadt Bochum an. In der Grünen Ratsfraktion ist er stellvertretender Fraktionsvorsitzender und planungspolitischer Sprecher. Er ist ordentliches Mitglied im Ausschuss für Planung und Grundstücke sowie im Wahlprüfungsausschuss. Darüber hinaus gehört er dem Aufsichtsrat der Stadtwerke Bochum sowie der Emschergenossenschaft an.

Zu seinen politischen Schwerpunkten gehören vor allem Stadtentwicklung, Stadtplanung, Wohnen, Klimaschutz und nachhaltiges Bauen. Dabei beschäftigt er sich mit der Frage, wie sich Bochum weiterentwickeln und gleichzeitig Flächen, Grünstrukturen und Klima schützen kann. Auch die Mobilitätswende sowie bessere Bedingungen für den Rad- und Fußverkehr spielten bereits früh in seinem politischen Engagement eine wichtige Rolle.

Es waren interessante Informationen. Es gab keine rege Diskussion, sondern auch zwischen den Parteiangehörigen aus Grüne und CDU beim Thema Umwelt tatsächlich große gemeinsame Überschneidungen. Im Gespräch ist es auch herauszuhören, dass beim Thema Umwelt alle Parteien scheinbar an einem Strang ziehen mittlerweile.

Fabian und Stefan sind beide Anfang Mitte 30 und gehören zu den jüngeren Politikern in der Stadt. Sie wirken auch sympathisch und gut aufgeklärt. Sie konnten sachlich gut antworten und haben den Podcast von einer knappen Stunde gut gefüllt.

Müllprobleme ist ein Aufreger

Wer verursacht es? Welche Überlegungen gibt es, um ihn zu vermeiden? Was wird getan, damit Pfandflaschen nicht auf den Böden gestellt werden? Wird der Kommunale Ordnungsdienst mehr Befugnisse übertragen? Und so weiter.

Fabian war in der Bezirksvertretung Mitte fünf Jahre. Er bestätigte, dass sich bei Müll und Parken die Gemüter am meisten erhitzen in der Stadt.

Mehr Sauberkeit durch Unterflurcontainer

Mittlerweile gibt es in der Erde eingelassene Container für Glas. Die Standortfrage der Unterflurcontainer ist nicht immer gut möglich. Sie sind auch größer und man muss genau schauen, wie es eingebaut wird, weil auch Grünflächen zerstört werden, weil gut ausgebaggert werden muss. So entstand durch eine Bürgerinitiative bei einem Wohnbereich, die die Zerstörung der Grünfläche bei einem Park verhindern wollte eine Alternativfläche. Da ist es auch in der Politik nötig bei Genehmigungen darauf zu achten.

Die Kosten liegen bei 250000 Euro für das Einlassen in die Erde für das Unterflurcontainerkonzept. Es müssen drei Container für Weiß-, Braun- und Grünglas eingelassen werden. Diese sind größer als die an den Straßen stehenden typisch bekannten Container. Diese wurden bisher an sechs Tagen die Wochen geleert. Das ist ein hoher Kostenfaktor für Transport. Die Unterflurcontainer sind größer, müssen weniger schnell geleert werden und haben noch eine beiläufige Funktion, dass an den Containern weniger Müll befindet, der da nicht hingehört. Die Umgebung wird sauberer. Und durch das größere Volumen der in den Boden eingelassenen Containern sind weniger Transportkosten nötig, was auf die Dauer einsparend wirken wird. Was in den Niederlanden schon länger eingebaut wird, ist endlich auch in Deutschland angekommen.

Flaschenringe um einen Mülleimer

Ein Flaschenring kostet 300 Euro. Das ist ebenfalls ein hoher Kostenfaktor, aber es macht das Stadtbild sauberer. Flaschen werden nicht mehr daneben gestellt, was in dem Moment abgestellter Müll ist und auch zu einem Bußgeld führen kann. Es ist auch für Menschen angenehmer nicht in dem Müllkörben rumzuwühlen, die sich mit Pfandflaschen ein wenig ihren Lebensunterhalt aufbessern. (Das ist schon beschissen, dies überhaupt schreiben zu müssen in einem Staat, der zu den reichsten der Welt gehört…)

Zigarettenkippen und E-Zigaretten sind schwierig

Bei meiner vorherigen Sammelaktion sind von mir wahrscheinlich in 20 Minuten etwa 50 Zigarettenkippen aufgesammelt worden. Ich fing an vor der Tür der Nachhaltigkeitszentrale auf der Hauptfußgängerstraße, die Kortumstraße. Achtlos weggeworfen, im Hinterkopf, dass es ja eh sauber gemacht wird, aber zu dem Zeitpunkt dann das Stadtbild verschlechtert.

Die Kortumstraße wird jedoch einmal Woche mit einem Hochdruckreiniger gesäubert. Nur sieht man nichts davon. Leider.

Die Menschen, die Zigarettenkippen wegwerfen ist nicht bekannt, dass 40 Liter Grundwasser mit einem einzigen Filter verseucht werden. Das ist wie ein Tropfen Öl aus dem Auto.

Was in Spanien funktioniert mit einem Landesgesetz auf öffentlichen Plätzen ein Rauchverbot zu erlassen, ist in Deutschland kaum möglich. Wobei Spanien auch durch Waldbrände einen erhöhten Beitrag dagegen leisten muss. In Deutschland ist das eine Frage der Zeit.

Schlimmer sind die E-Zigaretten. In ihnen steckt Mikroelektronik. Wenn sie weggeworfen werden, können sie sich auch entzünden. Verbaut sind wichtige Metalle, die der Wiederverwertung zugeführt werden können. Aufklärung ist also insgesamt wichtiger denn je. Dafür hab ich das Projekt AufGEraucht von Sybille Hellier vorgeschlagen, die in Schulen gehen wird und Vorträge darüber hält.

Bochum mit touristischem Blick

Kurz vorher bin ich zwischen Technischem Rathaus und der Volkshochschule und Stadtbücherei in Richtung Musikschule gegangen und habe in 30 Minuten eine Tasche voll Müll und etwa 50 Zigarettenkippen gesammelt. Was ich dann auch zeigen konnte. Als Bochumer schäme ich mich für die Ecke. Als Tourist würde ich mich ekeln und einfach nicht beachten, weil woanders auch Müll rumliegt oder einfach nicht den Blick dafür haben oder mich fragen, warum hier keiner was sauber macht. In einer Ecke lag ein Haufen Müll, den ich über den Mängelmelder angab und der auch mir nach etwa zwei Tagen über die Stadt meldete, dass es beseitigt wurde. Dafür kann er hilfreich für viele Probleme genutzt werden. Viele andere Städte haben ihn schon eingerichtet:

https://maengelmelder.Bochum.de

Beide Poltiker bestätigen, dass es auf die Sichtweise von einzelnen ankommt, wie sauber Bochum wirkt. Kommt ein Berliner, ist es in Bochum sauberer. Kommt ein Berchtesgadener findet er es schmuztig. Beide hatten Urlaub in Polen gemacht und es dort sauberer empfunden. Dadurch, dass ich oft dort bin, kann ich es in den Großstädten, wie Krakow oder Gdansk auch bestätigen. Die Bahnhöfe sind generell so sauber, dass man vom Boden lecken kann. In Bochum oder Dortmund ist man einfach nur froh schnell aus dem Dreck rauszukommen, der auf den Bahnsteigen rumfliegt. Kein schöner Anblick. Aber das sind die Menschen. Die machen diesen Dreck. Es müssen also Richtlinien und Verbote, sowie erhöhte Bußgelder ausgegeben werden, damit die Menschen endlich verstehen, dass es falsch ist, die Umwelt mit ihrem Plastik, den Kippen und leeren Flaschen zu belasten. Es kostet uns Steuerzahler am Ende mehr in den Abgaben.

Überschneidungen der Parteien

Stefan und Fabian haben Überschneidungen in en Maßnahmen, die gemacht werden können. Es sind schon viele gute Kompromisse gelöst worden, obwohl die Parteien unterschiedliche Standpunkte haben.

Die CDU setzt hier auch auf eine bessere Bildung. Mehr Investitionen in die Schulen. Die Grünen wollen mehr Verbindung zum Klimaschutz. Beide Dinge schließen sich ja gegenseitig nicht aus, sondern haben dort erst recht viele Überschneidungen. Die Kinder von heute in den Schulen sind schließlich die verantwortungsvollen Erwachsenen von Morgen.

Engagement zahlt sich aus

Umso wichtiger ist es allgemein zu sagen, dass es wichtiger denn je ist sich in Vereinen oder auch Parteien zu engagieren um eine lebenswerte Stadt zu kreieren und erhalten.

Ohne Engagement ist nichts zu bewegen. Das fängt schon bei einem selbst an. Auf der Couch, vor der Computertastatur kann man sich über viele Dinge aufregen, Hass und Kritik ausüben, aber das ändert nichts da draußen für einen selbst. Projekte in Umwelt oder für Demokratie unterstützen oder anstoßen, dass kann auch individuell geschehen oder unterstütz werden. Ich habe es mit meinem Kunstaktionsprojekt „Flaschengefühle“ allein geschafft etwas anzustoßen, darüber kritisch zu reden, drüber nachzudenken und sich selbst zu sensibilisieren, Müll aus der Stadt zu verbannen.

Du bist dran, was du machen kannst. Also engagiere dich. Es ist nie zu spät!

Das ist das Schlußwort auch von beiden jungen Politikern gewesen. Mal sehen, wie es in Dortmund die Tage im Welthaus wird, wo die Ausstellung auch stattfinden wird im Rahmen der IGA 2027. Dort allerdings kann ich keinen Podcast so kurzfristig aus dem Boden hinbekommen mit Dortmunder Politikern. Mal sehen.

DANKE AN

Ein großer Dank erstmal ging an Bochum Marketing GmbH, die mir die Möglichkeit gaben in der Nachhaltigkeitszentrale das Projekt „Flaschengefühle“ wieder zeigen zu können. Die Ausstellung selbst ist interaktiv mittlerweile von der Gestaltung geworden und immer erweiterbar bei mittlerweile fast 6000 fotografierten Flaschen, Tetra-Paks und Dosen im öffentlichen Raum. Und ein großer Dank an die beiden Kommunalpolitiker Stefan Klapperich und Fabian Krömling, die sich die Zeit genommen haben mitzumachen, sowie auch die Organisatoren der CDU und Grünen, die es möglich gemacht haben sie beide zu organisieren in der Kürze der Zeit. Eine Wiederholung ist jederzeit überall möglich – egal in welchem Stadtbezirk und welcher Stadt. Das Problem Müll begleitet uns leider überall!

Hinweis für die nächste Flaschengefühle Ausstellung:

13.8. im Welthaus von 16 – 17 Uhr Vernissage, ab 17 Uhr Vortrag von Sybille Hellier zum Thema Zigarettenkippe mit ihrem Projekt AufGEraucht. Am 15.8. von 11-13 Uhr Workshop: Basteln mit Müll. Finissage ist am 20.8. mit Vortrag zum Thema „Flaschengefühle – Vermüllung der Stadt“

Haltet Eure Stadt und Umwelt sauber!

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Weiterführende Links

Stefan Klapperich (CDU) – Ratsmitglied in Bochum
https://www.cdu-bochum.de/person/127/Stefan-Klapperich

https://www.bochum.de/Rat-der-Stadt-Bochum/Mitglieder-des-Rates/Stefan-Klapperich

https://www.facebook.com/share/r/1EqSgs32Cv/

https://www.instagram.com/stefanklapperich?igsh=MW90aHFka3ZpbmFlYw==

https://www.cdu-bochum.de/

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Fabian Krömling (Grüne) – Ratsmitglied in Bochum

https://www.bochum.de/Rat-der-Stadt-Bochum/Mitglieder-des-Rates/Fabian-Kroemling

https://www.instagram.com/fabian7727?igsh=aXlpN2gzeGFpamdl

https://gruene-bochum.de/

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https://maengelmelder.bochum.de

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Erstes Flaschengefühle Projekt 2023 :
https://www.ruhrpottologe.de/das-politische-gespraech-zur-vermuellung-der-stadt-bochum-im-rahmen-der-gefoerderten-ausstellung-flaschengefuehle-i-video-i-podcast/

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