Ausstellung Kindheit in der Nachkriegszeit in Bottrop besuchen I Tipp zum 80. Jahrestag der Befreiung I +Fotostrecke I +Video

Die Ausstellung im August – Everding – Kulturzentrum zeigt eure Eltern, Groß oder Ur-Großeltern, wie sie zum Zeitpunkt des Einmarsches der 35. US-amerikanischen Division die sogenannte Stunde Null erlebt haben mussten in Bottrop und Anderswo. Sie beendeten den Krieg vor Ort am 28.3.1945. Sie ist für alle aus dem Ruhrgebiet interessiert gemacht. So sah es überall aus und so war es für jedes Kind damals.

Teaser

https://youtube.com/shorts/_ICVVfjsqqI?si=vPh8cYBjYDD2HRkH

Der Krieg ging aber für Deutschland noch bis zur endgültigen Kapitulation bis zum 8.5.1945 weiter, auch wenn das Herz der Kriegsmaschine Hitlers, das Ruhrgebiet, schon längst eingenommen wurde.

https://youtu.be/S9AYxy-LQ_4?si=g2rwoDBonVZSzcyh

Auf den ausgestellten schwarz-weiß Fotos sind spielende, musizierende, hungernde Kinder zu sehen, die versuchen zwischen den Ruinen ein relativ normales Leben zu führen.

Wir können es heute 80 Jahre nach der Befreiung von Hitlers Nazideutschland nur in kleinen Fotorahmen, den Erzählungen von Überlebenden, in der Videoinstallation oder die Leihgabe der echten Exponate der Army von der Familie Siebert, die sich Liberating Gelsenkirchen nennen, verstehen lernen.

Niemand kann sich heute aktuell den Hunger und den täglichen Kampf ums Überleben von damals noch vorstellen. Außer man schaut sich die aktuellen Nachrichten aus Gaza oder den Frontlinien in der Ukraine an.

Wir gehen heute in den Supermarkt und kaufen, was wir brauchen. Damals gab es nichts mehr. Die komplette Wirtschaft war zusammen gebrochen. Soviel zum totalen Krieg den Göbbels in einer Rede vom Zaun gebrochen hat, als schon klar war, dass Deutschland den Krieg nicht mehr gewinnen konnte.

Verbrannte Erde, Zerstörung und unendliches Leid und Tod durch diese faschistische Ideologie gingen für noch viele Menschen daraufhin in die Geschichte ein.

In dieser Ausstellung werden die Kinder in den Vordergrund gestellt mit Fotos von Fotos aus der Sammlung von Michael-Andreas Wahle. Sie sind gefunden worden als die Briten abzogen. Der Fotograf ist nicht zu ermitteln gewesen. Einige können auch aus Berlin stammen, weil man den Rosinenbomber sieht, der damals den Westteil versorgte. Im Erdgeschoss sind neben der Videoinstallation den Erlebnisberichte von Bottropern, auch Lebensmittelkarten, Hygieneartikel und ein berühmtes Carepaket zu sehen.

In der zweiten Etage im Rahmen von ‚Stunde Null‘ sind Fotos aus dem Stadtarchiv, die festgehalten haben, als die amerikanischen Soldaten Bottrop eingenommen haben und endlich kein Schuss mehr fiel. Wenige Tage später tauchten die Briten auf, die das Ruhrgebiet besetzt hielten und die Verwaltung übernommen haben für einen Neustart.

Auf einem Foto sieht man vor dem Postgebäude eine Militärparade.

Auf einer Pinnwand sieht man Informationen der Besatzer und die Bottroper Nachrichten, die in Deutsch und Englisch Informationen der Militärregierung der Briten mitgeteilt.

Die Gespräche mit den Kindern von damals sind schon 2005 von der Stadtarchivarin Heike Biskup zum 60. Jahrestag aufgenommen worden. Drei Stunden Filmmaterial lassen einen die Zeit nicht kalt werden und sind ein wichtiges Zeugnis für die Erinnerungskultur.

https://youtube.com/playlist?list=PLM9YbHRKOpCqGuhIVN97k4NZHpG8P8CZx&si=m-4fn4438-6kQz1Z

Heike Biskup hat umfangreiche Recherchen für diese Ausstellung aus britischen und amerikanischen Nationalarchiven zusammengestellt. Private Leihgaben mit Objekten und Dokumenten aus der Zeit machen die Ausstellung, die auch für Menschen aus dem gesamten Ruhrgebiet interessant sind, nahbar.

In der Innenstadt sind an einigen Stellen Banner aufgestellt, wie es zum Zeitpunkt der Stunde Null mit den Kriegszerstörungen ausgesehen hatte. Jetzt wurde auf dem Youtube-Kanal der Stadt Bottrop der historische Rundgang von der Stadtarchivleiterin Heike Biskup zu den Standorten der Banner veröffentlicht:

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Mehr Informationen

Von dem Liberation Weekend am 11. und 12. April, habe ich schon berichtet und ein kleines Interview und Podcast zusammengestellt mit Melanie, Jonas und Philipp Siebert von Liberating Gelsenkirchen :

https://www.ruhrpottologe.de/zeitreise-zur-stunde-null-i-mit-liberating-gelsenkirchen-die-ausstellung-kindheit-in-der-nachkriegszeit-in-bottrop-besser-begreifen-i-videopodcast-i-podcast-i-fotos

Sie übernachteten in den Zelten der aufgebauten Sanitätsstation, wie es damals für die Menschen gewesen sein musste so ohne Strom.

Um die Geschichte von damals erlebbarer zu gestalten hat die Stadt Bottrop mit Liberating Gelsenkirchen zusammengearbeitet. Der Militaria – Experte Philipp erzählte den Besuchern die 3D – Modelle und Munition, sowie das Chirurgenbesteck, die verwendet wurden, um die Geschichte im Rahmen der Ausstellung erlebbarer zu machen.

Außerdem wurde und sind spezielle Filme und Lesungen im Filmforum an bestimmten Tagen zu sehen sein auch über die Ausstellung hinaus. Wer nun das alles nicht geschafft hat und trotzdem es sehen wollte, der hat nun in der Fotostrecke die Möglichkeit die Bilder zu sehen und einen Film aus der Videoinstallation. Damit die Ausstellung nicht ganz in Vergessenheit gerät.

Die Ausstellung ist noch bis zum 10.5.2025 im August Everding Kulturzentrum auf der Blumenstraße 12-14 kostenlos zu besuchen.

Weitere Infos zur Ausstellung :

Adresse :

August Everding Kulturzentrum

Blumenstraße 12-14 in Bottrop

Öffnungszeiten

Mo – Fr: 9-20 Uhr

Sa: 9-12 Uhr

Stadt Bottrop

https://www.bottrop.de/kultur-und-bildung/stadt-_und_zeitgeschichte/stadtarchiv/stunde0kinder.php

https://nrw.volksbund.de/aktuell/projekte/artikel/kriegsende-nrw

https://www.bottrop.de/kultur-und-bildung/aktuelles/stundenull1_25.php

Liberating Gelsenkirchen

https://liberating-gelsenkirchen.de

Fotostrecke Erdgeschoss (c) André Brune

Fotostrecke 1. Etage (c) André Brune

 

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