Bochumer Verein Teil 2 I Vom Zwerg zum Riesen der Stahlindustrie 1842-1932 I +Videopodcast I + Podcast Folge 15 #120

Im Teil 2 erzählen wir das Großwerden von einer kleinen Hütte auf einem Ackergelände vor den Toren Bochums bis zum zweitgrößten Stahlhersteller Deutschlands. Immer moderner werdend mit immer neuen Stahlherstellungsverfahren setzte die Bochumer Verein Gussstahlfabrikation AG immer neue Maßstäbe.

In Folge 15 der Podcast – Reihe ‚Ruhrgebiet erklärt‘ erzählen wir über den wirtschaftlichen Verlauf von den Anfängen über den Ersten Weltkrieg bis kurz vor der Machtergreifung von den Nationalsozialisten.  

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Wer nur den Podcast „Ruhrgebiet erklärt“ mit mir und Jack Tengo folgen möchte:

Wir erklären so einfach wie möglich das ein oder andere technische Verfahren. Denn das Bochumer Werk und die weiteren Werke in Weitmar, Langendreer und Höntrop bekommen stetig die modernsten Erfindungen zur besseren Stahlherstellung.

Bergbau und Gußstahlfabrikation Bochum Expo 1873 (Urheberschutzrecht aufgehoben – Quelle Wikipedia)

Der Neustart und das Großwerden zu einem weltweit bekannten Unternehmen unter dem Generaldirektor Louis Baare und die Personen dahinter und danach werden erwähnt. Wir vergessen auch nicht die sozialen, aber auch sozialkritischen Maßnahmen von Louis Baare für die geschundenen Hilfsarbeiter und die Verbindung zu Otto von Bismarck, sowie auch die Unterdrückung der Arbeitnehmer, die für einen Akkordlohn, eine Wohnung oder Zimmer trotzdem jederzeit ohne Kündigungsschutz gearbeitet haben.

Bochumer Verein Hochöfen (um 1920) (Urheberschutzrecht aufgehoben – Quelle Wikipedia)

Im dritten Teil kommt das dunkle Kapitel, das der ausgezeichnete Musterbetrieb der Nazis für eine unrühmliche Rolle, besonders in Sachen Zwangsarbeit spielte und besprechen den Weg der Nachkriegszeit bis zur Übernahme von Krupp und das Fast-Ende vom Bochumer Verein. Dieses Kapitel brauchte einfach einen zusätzlichen Podcast. 

Bochumer Verein, 1898 (Urheberschutzrecht aufgehoben – Quelle Wikipedia)

Im vierten Teil gehen wir auf die Gegenwart vom Bochumer Verein, die Geschichte und Architektur der Eventstation Jahrhunderthalle Bochum ein und erklären die Ruhrtriennale und andere Attraktionen die jedes Jahr aufs neue die entstandene Parkanlage zum Leben bringen.  

Viel Geschichte, die wir jedoch mit Humor unterlegen, damit es nicht zu langweilig wird, obwohl Geschichte nie langweilig ist. 

Wir haben eine Menge Quellen gefunden und Links wer sich für mehr Informationen interessiert:

Bochumer Verein – Wikipedia

Jacob Mayer (Fabrikant) – Wikipedia

Puddelverfahren – Wikipedia

Bessemer-Verfahren – Wikipedia

Siemens-Martin-Verfahren – Wikipedia

Frischen – Wikipedia

Thomas-Verfahren – Wikipedia

Glocke vor dem Bochumer Rathaus – Wikipedia

Bochumer Verein/Werk Höntrop – Wikipedia

Der Bochumer Verein Teil 1 I Die Gründer und Unternehmer Jacob Mayer, Eduard Kühne und Louis Baare I +Videopodcast I +Podcast Folge 14 #119

Der neue „Ruhrgebiet erklärt“ aus der Reihe „Ruhrpottologe unterwegs im Ruhrgebiet“ ist Teil 1 einer vierteiligen Reihe über den Stahlhersteller Bochumer Verein. Jack Tengo und ich beginnen mit den wichtigsten Personen ohne die das Unternehmen gar nicht erst gewesen wäre: Jacob Mayer, Eduard Kühneund dem  Generaldirektor Louis Baare, der kam, als die kleine von Konkurs bedrohte auf einem ehemaligen Bochumer Ackergelände stehende Firma zu einem Aktienunternehmen wurde: Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahlfabrication AG. 

Es geht um die Geschichte, den Aufstieg und Fall eines der größten Stahlhersteller. Wir besprechen nicht nur einfach einen Wikipediaeintrag, sondern auch humorvoll über Anekdoten, die ich bei der Recherche gefunden habe, sowie auch das Drumherum der Zeit, als die Gründung vollzogen wurde unter welchen Bedingungen von der Ersten Weltwirtschaftskrise bis zu den ersten Aufträgen von Kanonen und die Weltausstellung in Paris mit der ersten aus einem Guß hergestellten Glocke, von der eine der zweitgrößten vor dem Rathaus Bochum steht.

Gusstahlfabrik in Bochum von Mayer und Kuehne 1845 (c) aufgehoben aus Wikipedia

Es geht um das Auf und Ab in der Stahlproduktion, die Beteiligungen der Firma in alle Welt, die Nebenschauplätze vom Siegerland über Lothringen bis nach Schweden, aber auch die negativen Seiten von Zwangsarbeitern im ersten, sowie im zweiten Weltkrieg. 

Bochumer Verein (Postkarte um 1907) vom Bildarchiv Stadt Bochum

Aufhänger der Idee war eine Gästeführer – Hospitation von Bochum Marketing in der Unterwelt der Jahrhunderthalle. Ich hab gesagt: Erst der Podcast, dann Gästeführung. Der heutige Eventpunkt „Jahrhunderthalle“ auf der Route der Industriekultur hat eine große Drumherum-Geschichte, die es im Podcast zu erzählen gilt in einem wahren Industrie-Epos.

Alle vier Teile werden eine Woche vor der Veröffentlichung auf den Podcast-Kanälen vorher beim Internetradio Hitradio Ruhr als Vorpremiere immer Sonntags von 16-19 Uhr veröffentlicht werden. Dabei begleitet uns Musik von Tana Schanzara, Dieter Krebs, Wolfgang Petry, Hausmeister Klopotek und viele andere Interpreten bei den eher trockenen Themen, die wir mit Humor aufbereiten und nicht langweilig werden lassen. 

Eine Woche später wird der Podcast dann am Sonntag ab 19 Uhr zu hören sein auf allen Podcast – Kanälen, sowie im Youtube – Kanal: @ruhrpottologeTV oder auch bei Jack Tengo. Alle Links und Infos kommen, wie jetzt immer über den Blog.

Wir behandeln in Teil 1 den Aufstieg des Bochumer Vereins, der ohne die drei wichtigsten Persönlichkeiten nicht möglich gewesen wäre. Wir besprechen die Wurzeln der Fabrik, das nicht den Anfang im Ruhrgebiet nahm, sondern in Nippes, was viele nicht wissen oder nicht erzählt bekommen.

Podcast anhören im Radio Sonntags 16-19 Uhr:

bei HITRADIO RUHR – Dein Sender für´s Ruhrgebiet.

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Der Erfinder: Jacob Mayer – vom Uhrmacher zum Stahlpionier

Jacob Mayer (1813–1875), geboren im württembergischen Dunningen, war eigentlich Uhrmacher – und zugleich ein Tüftler, der das Herstellungsverfahren von Gussstahl revolutionieren wollte. Auf der Suche nach dem nötigen Know-how ging er nach Sheffield, der britischen Stahlmetropole, wo er die Grundlagen moderner Tiegelgussverfahren studierte bei dem britischen Uhrmacher Huntsman, der sich das selber in Indien genauer angeschaut hatte. Jacob hätte seinen Nachnamen in Bond ändern können, der war ja schließlich aus dem Ruhrgebiet, geboren in Wattenscheid. Jacob Meyer war der Techniker und Eduard Kühne war der Geschäftsmann, der auf die Idee der Gründung einer Stahlfirma aufmerksam wurde und unterstützen wollte als Geschäftsführer Links zu Jacob Mayer:

Jacob Mayer 1862 (c) aufgehoben aus Wikipedia

Mehr über Jacob Mayer: https://de.wikipedia.org/wiki/Jacob_Mayer

1836 gelang ihm der Durchbruch: der erste Gussstahl auf deutschem Boden – noch in Köln-Nippes. Doch die Vision war größer. Die Verwirklichung sollte im Ruhrgebiet nicht in Aachen oder Köln sein. Seine aus einem Guß gegossene erste Glocke auf der Weltausstellung 1855 war nicht nur damals die erste ihrer Art vor Ort, sondern beeindruckte auch den Nachbarkonkurrenten aus Essen Alfred Krupp.

Der Möglichmacher: Eduard Kühne – Kaufmann mit Weitblick und leider tragischem Ende

Eduard Kühne (1810–1883) war der kaufmännische Partner, ohne den Mayer nie ein Werk aufgebaut hätte in seinem Wunschgebiet. Als Kaufmann mit Kapital, Kontakten und Mut unterschrieb er 1842 den Gründungsvertrag und finanzierte die frühen, verlustreichen Experimente bis es nicht mehr ging. Als die gemeinsame Firma des Technikers Jacob Mayer und des Geschäftsführers Eduard Kühne in Konkurs rutschte, half nur ein Neustart als Aktiengesellschaft 1854 in dem die 1842 gegründete Firma Guß- et Cement, Stahlfabrik bei Bochum oder Essen Mayer & Kühne zum Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahlfabrication AG, kurz BVG. 

Doch trotz seines Pioniergeistes geriet Kühne, der unter dem eingesetzten Generaldirektor Louis Baare seine Ideen nicht mehr durchsetzen konnte und somit 1858 seinen Hut nahm, später in finanzielle Schwierigkeiten, verlor sein Vermögen und starb verarmt in Kleve. In Bochum wird Kühne vielleicht deswegen nicht unbedingt als Vorreiter des Bochumer Vereins gedacht, obwohl ohne ihn es nicht dazu gekommen wäre. Von ihm gibt es keine Fotos oder Lithografien.

Kurzbiografie Kühne: https://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_K%C3%BChne

Der Stratege und Patriarch: Louis Baare – der Mann, der Bochum zur Großstadt machte

Mit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft 1854 wurde Louis Baare (1821–1895) Geschäftsführer des neuen Bochumer Vereins für Bergbau und Gußstahlfabrikation AG. Baare machte aus dem Unternehmen einen Stahlgiganten – strukturiert, modern, sozial engagiert und international erfolgreich.

Louis Baare (c) aufgehoben aus Wikipedia

Unter seiner Führung wuchs das Werk von wenigen Hundert Arbeitern auf über 16.000 Beschäftigte (1909). Er prägte das Stadtbild. Er hatte sehr gute politische Verbindungen bis zum damaligen Reichminister Otto von Bismarck und entwarf die Idee einer Unfallversicherung. Er ließ einen neuen Stadtteil entstehen, wie das bekannte Stahlhausen direkt gegenüber des Eingangs zum Werk. Es war vergleichbar mit der Form des sozialen Engagement der Firma Krupp in Essen.

Zur Person Baare: https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_Baare

Die weiteren Teile gehen mehr auf die Geschichte des Unternehmens, die dunkle Zeit und den Neubeginn, den Abriss und die Jahrhunderthalle von heute mit den Events von Ruhrtriennale, Konzerten und Jahrmarkt-Attraktion.

Zweiter Teil bespricht den Aufstieg von der Glocke zur Weltindustrie

Zu den legendären Momenten gehört die Gussstahlglocke von 1855, die auf der Pariser Weltausstellung eine Goldmedaille gewann. Die noch größere Glocke der Weltausstellung von 1867 steht heute auf dem Rathausplatz in Bochum.

Bochumer Verein, 1898 (c) aufgehoben, aus Wikipedia

Glocke Bochum: https://de.wikipedia.org/wiki/Gussstahlglocke_(Bochum)

Doch die Glocken machten nur 0,4% der Produktion aus. Der Bochumer Verein war eher der Motor für zivile Infrastrukturprodukte von Werkzeug bis zu Schiffsschrauben, Räder für die Eisenbahn, Lokomotivteile, Schienen und Weichen und später auch Rüstungsgüter. Durch die immer neuen Ingenieurstechniken in der Zeit der Einigung von Kleinstaaten zum Deutschen Reich modernisierte sich die Fabrik immer wieder und erweiterte seine Standorte innerhalb der Stadt später mit zwei weiteren Stahlerzeugung- und Verarbeitungshallen auf der heutigen Bessemerstraße und in Höntrop auf der Essener Straße.

Bochum explodiert – von 3.000 zu 65.000 Einwohnern

Mit der Industrialisierung strömten Menschen aus Preußen, Württemberg, Schlesien, Polen und dem gesamten Deutschen Reich nach Bochum. Die Einwohnerzahl verfünffachte sich binnen weniger Jahrzehnte. Ohne Mayer, Kühne und Baare wäre Bochum vielleicht ein kleines Ackerbaudorf geblieben oder ein anderer hätte es gemacht.

Wer sich alle Podcasts anhören möchte, wird im dritten Teil die dunkle Zeit der Nationalsozialistischen Herrschaft und die Zwangsarbeit im Bochumer Verein, sowie den Neubeginn bis zum Abbruch und Neubau einer Parklandschaft mit integrierter Eventstation innerhalb der ehemaligen Ausstellungshalle und heute genannten Jahrhunderthalle .

Der Podcast behandelt außerdem die dunklen Kapitel: Rüstungsproduktion und den massiven Einsatz von Zwangsarbeiter*innen im Zweiten Weltkrieg.

Vom Stahlwerk zur Jahrhunderthalle: Kultur statt Hochöfen behandelt der vierte Podcast

Mit dem Strukturwandel schloss weitgehend das Werk – aber das Gelände lebt weiter: Die Jahrhunderthalle Bochum, einst Herzstück des Bochumer Vereins, ist heute einer der bedeutendsten Kulturorte des Ruhrgebiets und zentraler Spielort der Ruhrtriennale.

Weitere interessante Links und Quellen:

2. Heimatbuch 1928 – Jakob Mayer – Die Kortum-Gesellschaft Bochum e.V. ist eine Vereinigung zur Erforschung und Pflege der Regionalgeschichte in Bochum.

bochum.de: Louis_Baare.pdf

Das Unternehmen – Bochumer Verein Verkehrstechnik GmbH

Bochumer Verein – Gelsenkirchener Geschichten Wiki

Gussstahl aus Bochum revolutionierte die Stahlherstellung

­Bochum: Begründer des Bochumer Vereins Jacob Mayer vor 200 Jahren geboren – Industriekultur

Bochumer Verein – Wikipedia

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Denkmal Trauerhalle Havkenscheid & Fritz Bauer Forum Ruhrgebiet erklärt Podcast Folge 13 #117 I +Videopodcast I +Short I +Fotos

Es gibt ein ganz besonderes Denkmal mitten im Ruhrgebiet in Bochum: Die Trauerhalle Ost in Havkenscheid und das dort befindliche neu gegründete Fritz Bauer Forum.

Ein Thema, was mich berührt durch die Geschichte, die nicht nur unser Land zum Nachdenken anregt, sondern auch eine Stätte ist für Bildung und zur Wahrung der Demokratie.

Die Trauerhalle steht jetzt zweideutig für den Erhalt und auch den Tod durch verlorene Kämpfe für Menschenrechte in aller Welt. Ein Denkmal, das heute für die Bewahrung der Demokratie steht, aber von einem ehemaligen NSDAP-Parteiangehörigen, aber in Bochum geehrten Architekten des Brutalismus, geplant wurde. Ein heute besonderer Ort den Jack Tengo und ich unbedingt in einem diesmal nicht einfachen Podcast im Rahmen der gemeinsamen Reihe „Ruhrgebiet erklärt“ trotzdem mit einem Quäntchen Humor erzählen wollten.

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Nachdem ich dort war am Tag des Denkmals war es mir wichtig diesen Ort unter die Lupe zu nehmen und so schnell wie möglich herauszubringen. Gerade jetzt in der Zeit, wo ein Rechtsruck in der deutschen Gesellschaft durchgeht und eine Partei im Aufwind ist, die Demokratie in ihrem Sinne bewahren will. Sie will weg von der Erinnerungskultur, einen Schlussstrich ziehen, dabei ist das so wichtig, damit es sich nicht wiederholt. Sie will keine Nennung von Kämpfern für Menschenrechte an öffentlichen Gebäuden, wie Schulen.

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Wenn zur Disposition steht zur Wahrung der „politischen Neutralität“, wie in Sachsen-Anhalt, der Name Sophie Scholl-Grundschule steht oder Willy Brandt-Gesamtschule, dann steht unsere Demokratie nur noch auf Bruchstücken. Das waren Kämpfer für Menschenrechte, die bald nicht mehr in den Geschichtsbüchern auftauchen könnten nach dem Willen der AfD.

Es ist jetzt umso wichtiger diese Menschenrechte und die Demokratie zu wahren nach dem Ausgang der letzten kommunalen Wahlen in Nordrhein-Westfalen und anderswo. Die Menschen sollten sich nicht in den Sozialen Medien bilden, sondern sich von denjenigen aufklären lassen, die sich mit den richtigen Informationen der Geschichte auseinandergesetzt haben und dies auch studiert haben. Die Trauerhalle Havkenscheid ist nun ein kleiner wichtiger Beitrag zur Wahrung der Demokratie und Menschenrechte. Und ich hoffe, dass wir da ein klein wenig beitragen konnten:

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Kurzinfo zur Trauerhalle

  • Architekt: Ferdinand Keilmann
  • Glaskünstler: Egon Becker
  • Baujahr: 1960er-Jahre
  • Architekturstil: Brutalismus / Nachkriegsmoderne
  • Besonderheiten: Originaler Sichtbeton, farbige Bleiverglasung, skulpturale Formensprache
  • Standort: Zentralfriedhof Bochum
  • Denkmalschutz: Gilt als eigenständiges Werk von hoher architektonischer und künstlerischer Qualität
Die Trauerhalle Ost / Havkenscheid in Bochum ist ein besonderes Markenzeichen des Brutalismus in der Architektur – Foto: André Brune

 

Der Weg ist das Ziel über den Springorum

Es war ein schöner angekündigter sonniger Tag im September, der zwei wichtige Tage an einem einzigen verband im Jahre 2025: Kommunalwahltag in NRW und Tag des Denkmals.

Ich überredete meine Frau Ewa zu dem Vortrag zu gehen, der um 15 Uhr stattfinden sollte für die Trauerhalle. Neugierig war ich schon. Und der Springorum-Rad- und Wanderweg quert nah unserer Wohnung und führt fast bis nach Altenbochum, wo wir hin mussten.

Die Trauerhalle interessierte mich brennend, nachdem ich hauptsächlich offene Kirchen auf der Denkmalkarte sah. Eine Menschenrechts-Bibliothek mitten in Bochum? Davon habe ich gar nichts mitbekommen. Also musste ich es doch sehen!

Wir wanderten sehr schnell und genossen die Sonne. Wie üblich ist man nicht allein im Ruhrgebiet, wenn man wandert. Irgendwen trifft man immer, den man kennt. Der Pott ist eben kleiner als gedacht. Dadurch wurde unser Gang schneller. Aber wird schafften es knapp pünktlich um 15.01 Uhr durch das Fritz Bauer Forum zu „marschieren“ und kam kurz vor dem Vortrag durch die Moderatorin Magdalena Köhler ein und ergatterten noch ein paar Stühle, die sich langsam füllten. Die meisten waren über 60 Jahre alt. Wir waren so die zweitjüngsten. Die Moderatorin freute sich, dass doch so viele Interesse hatten an der Trauerhalle. Magdalena Köhler betreut den Veranstaltungskalender und ist zuständig für die interaktive Fritz Bauer Bibliothek im Forum.

Der Eingangsbereich des Fritz Bauer Forums mit Blick auf die ehemalige Leichenaufbewahrungshalle – Feldmark 107 in Bochum

Sie führte in einer knappen Stunde durch die Architektur, dem umstrittenen Architekten, die Person Fritz Bauer und die Informationen über die Gründung und das Wirken der zukünftigen Fritz Bauer Forums durch die Buxus Stiftung hier mitten in Bochum, im Ruhrgebiet, wo Fritz Bauer wahrscheinlich nie war und auch keinen Bezug zu hatte. Einige mussten sich auf die Treppe setzen, die hoch in die „Betongalerie“ ging, wo die Bibliothek der Menschenrechte zu Recherchezwecke aufgebaut wurde ohne das Denkmal von innen zu beschädigen.

Magdalena Köhler erzählt engagiert über die Geschichte der Trauerhalle und dem neuen Fritz Bauer Forum

Anschließend führte sie uns durch die Räume, der alten Friedhofsgärtnerei- und Verwaltung, sowie der Leichenhalle, wo heute Lese-, Vortragssaal, Begegnungsstätte, ein Raum für eine Kunstausstellung und ein Studio zum Podcasten entstanden ist, der auch gemietet werden kann. Wir hätten uns auch die Bibliothek nochmal genauer angesehen, aber wir wollten unbedingt doch unsere demokratischen Rechte wahrnehmen. Es war denkbar knapp. Aber um kurz vor 18 Uhr gaben wir unsere demokratische Stimme ab, die das Fritz Bauer Forum bewahren möchte in ihren Aufgaben durch Bildungsmaßnahmen für Schulen, Vorträgen, Kunst, Lesungen und anderen Veranstaltungen.

Übersicht der Projekte, die das Forum macht

Eine kurze Geschichte vom Standort, dem Stadtteil Havekenschede (Quelle Wikipedia)

Havkenscheid sagte meiner Frau nichts, obwohl sie seit 2006 in Bochum lebt. Aber auch ich musste mich erstmal schlau machen. Es ist früher ein Stadtteil von Altenbochum gewesen. Er war nicht mal der Rede wert. Dort stand ein kleines Rittergut mit fünf Gehöften. In einer Urkunde um 1340 fand sich ein Theodoricus de Havekenschede, knapp ein Jahrhundert später ein Diderich. Das Rittergut von und zu Hevekenschede in seiner erstmaligen Erwähnung wechselte über die Jahrhunderte mehrfach die Besitzer.

Dann gab der Sohn Dirichs wohl das Gut an einen Wilhelm van Liborch ab um 1470. Die Tochter vom Melchior von Havkenscheid namens Elisabeth brachte das Gut in die Ehe mit Goswin von Düngelen ein, der auch das Haus Dahlhausen besaß, der fortan zum Adelsitz erhoben wurde. Havkenscheid wurde verpachtet bist 1809 die Familie Schragmüller es pachteten mangels Nachwuchs.

Einer der letzten Besitzer war ein Köhler. Der wohl mit Holzkohle so wenig verdiente, dass das Haus verfiel. 1921 kaufte es die Stadt Bochum. Eingemeindet wurde Altenbochum, das erstmalig um 900 in einer Urkunde der Abtei Werden erwähnt wurde, wo Havkenscheid zugehörig war, jedoch erst 1926. Doch die Instandsetzung war wohl teurer als gedacht. Die Bomben des zweiten Weltkrieg zerstörten es in dieser Hinsicht leider nicht, aber die städtischen Bauplanungen von 1982. Endgültig wurde es dann abgerissen. Nun steht dort ein Neubau. Das Gebiet wird durch die Autobahn A448 durchschnitten. Nichts erinnert an ein altes Rittergut außer der Name Havkenscheid, der auch die Trauerhalle anhängt auf dem Ostteil des Hauptfriedhofs.

Denkmal Trauerhalle Ost/Havkenscheid

Das Denkmal Trauerhalle Ost in Havkenscheid mit ihrer besonderen Architektur, entworfen von dem ursprünglich glühenden Nationalsozialistenarchitekten Ferdinand Keilmann (dazu später mehr) passt zweideutig perfekt als Bibliothek der Menschenrechte des Fritz Bauer Forums.

Es gibt im Internet kaum Fotos von dem Architekten Ferdinand Keilmann

Denkmalschutz für Trauerhalle in Bochum

Was mit der Trauerhalle Ost bzw. Havkenscheid in Bochum passierte war lange unklar. Sie wurde nicht mehr genutzt auf dem Hauptfriedhof. Auch die Jüdische Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen entschied sich gegen die Weiternutzung. Vielleicht wegen der Form der Dornenkrone in Sichtbetonweise oder wegen der Geschichte des Architekten und baute daneben eine neue Trauerhalle. Sie bauten daneben eine moderne neue Trauerhalle, die mit hohen Zäunen leider abgeschirmt werden muss wegen der aktuellen Situation des wieder stärker werdenden Antisemitismus.

Die jüdische Trauerhalle in unmittelbarer Nähe komplett wegen der aktuellen starken Wiederaufkommens des Antisemitismus mit einem hohen Zaun abgesichert.

 

Die Denkmalschutzbehörde entschied sich die Trauerhalle Ost in Havkenscheid 2015 unter Denkmalschutz zu stellen wegen ihrer besonderen Architektur des Brutalismus der 1970er Jahre von Ferdinand Keilmann, der die Nachkriegsarchitektur von Bochum entscheidend prägte. Was aus ihr wird, wusste damals noch niemand. Genutzt als Trauerhalle wurde sie bis 2019.

Eine tolle Bibliothek füllt den Raum der Trauerhalle mit Sitzgelegenheiten in den Betonnischen

Die Dach-Betondornenkrone drohte jedoch durch Wildwuchs und Regennässe zerstört zu werden. Der angrenzende Gebäudekomplex der Friedhofsgärtnerei und Leichenhalle verfiel zusehends zu einem Lost Place.

Die Gebäude verkamen langsam zu einem Lost Place

Doch dann wurde Dr. Irmtrud Wojak, selbst aus dem Ruhrgebiet stammend, auf die Trauerhalle und dem angrenzenden Gebäudekomplex aufmerksam. Sie dachte bestimmt, dass es genau der richtige Fleck ist dort das geplante Fritz Bauer Forum zu errichten. Und sie hat wahrlich recht gehabt!

Die Rollups über das Fritz Bauer Forum

Eine Trauerhalle, die von einem glühenden Nationalsozialistenarchitekten als Abschluss vor der Rente entworfen wurde. Ferdinand Keilmann prägte auch die Stadt Bochum im Wiederaufbau. Der große Hauptfriedhof mit seiner Trauerhallenarchitektur der 1930er Jahre der Nationalsozialisten bekam ein Gegenstück von einem ehemaligen glühenden Mitläufer. Der Entwurf der kleinen Trauerhalle Havkenscheid wirkt wie eine Entschuldigung am Ende seines Arbeitslebens als Architekt. Besser kann es für die Gründung des Fritz Bauer Forums an dieser Stelle von der Geschichte, dem Ort und die aktuelle Situation nicht sein.

Der Eingangsbereich zur Trauerhalle-Bibliothek

Gebaut wurde die Trauerhalle als Ausweichtrauerhalle, um weite Wege zu sparen zum Hauptfriedhofsteil Ost. Ebenfalls unter Denkmalschutz steht schließlich auch die große Trauerhalle, die 1935 eröffnet wurde am Freigrafendamm. Ihre Architektur und das Ensemble zeigt einmalig in Deutschland die Friedhofsarchitektur der Nationalsozialisten. Bochum wurde ein Spielfeld für Naziarchitektur, auch später bei den Bunkerbauten.

Die große „Nazi“-Trauerhalle am Haupteingang zum Friedhof

In den Planungen wurde die Trauerhalle von innen behutsam angepasst mit Stahlregalen für eine „Bibliothek für Menschenrechte“. Die Biographie von Fritz Bauer, geschrieben von Dr. Irmtrud Wojak, steht in mehreren Regalmetern. Hier kann recherchiert, geforscht und gelesen werden. Wo früher die kalten Leichen ungeheizt für eine kurze Zeit beherbergt wurden, bevor sie dann auf den Friedhof beerdigt wurden, kommen nun die Lebenden, um zu bleiben. Sie haben heute den Vorteil einer wärmenden Heizung.

Der Gebäudekomplex

Der gesamte Friedhofsbaukomplex wurde neu gestaltet, wo früher die Friedhofsgärtner und Gärtnerinnen ihre Pause verrichteten, während im anderen Trakt mit Blick auf die Trauerhalle die Toten vor der letzten Ruhestätte ein letztes Mal aufgebahrt wurden. Es gab dort wirklich getrennte Pausenräume für Männer und Frauen!

 
Blick auf die Dachkonstruktion von innen

„Brutale“ Architektur und Geschichte

Der Baustil „Brutalismus“ leitet sich nicht – wie man vermuten könnte – vom Wort „brutal“ ab, sondern aus dem französischen „béton brut“ für rohen Beton. In Deutschland sagt man „Sichtbeton“. Ein noch besseres Architektur-Beispiel in Bochum ist die Ruhr-Universität mit dem neu gebauten Stadtteil Hustadt in Querenburg Anfang der 1960er Jahre. Es wurden klare graue Betonlinien gezogen: Schnörkellos glatt und ein einfaches Schick, aber auch praktisch gebaut.

Glaskünstler Egon Becker

Durchbrochen wurde das graue Erscheinungsbild durch Glasmosaike durch Egon Becker, dem Glaskünstler, der auch in den Trauerhallen in den Stadtteilen Dahlhausen, Stiepel oder in Weitmar entdeckt werden kann.

Die Glaskunst von Egon Becker. Unten Dunkel nach oben hin hell.

Unten sind starke dunkle Farben, die nach oben hin heller werden und auch den Raum der Trauerhalle erhellen und so den grauen Beton oben auflockert.

Ich interpretiere es so, dass der dunkle blaue Himmel unten die Erde zeigt, die ja auch dunkel ist, aber nach oben hin heller wird. Wer stirbt der geht ins Dunkle, aber steigt in den hellen Himmel auf. Wenn der Verstorbene am Boden mit dem Rücken nach oben liegt, schaut er in den Himmel, dem Licht am Ende des Tunnels sozusagen. Der Glaskünstler Egon Becker hat sich da bestimmt was bei gedacht. Fragen können wir ihn ja nicht mehr. Er starb 1989. Er war Kunsterzieher u.a. an der Goetheschule, die Ferdinand Keilmann als Architekt ebenfalls entwarf.

Die Trauerhalle hatte einen überdachten Gang vom Betriebshof aus. Der allerdings nicht mehr vorhanden ist. Es war nicht denkmalgeschützt.

Das Foto zeigt die wohl frisch erbaute Trauerhalle mit der Dachkonstruktion Foto mit freundlicher Genehmigung der Stadt Bochum

Die Überdachung war deswegen, damit die Trauergäste trockenen Fußes vom Eingang der Leichenhalle rüber in die Trauerhalle gehen konnten. Jetzt steht die Trauerhalle als Gebäudekomplex für sich, was das Denkmal architektonisch betont.

Hier war die Dachkonstruktion bis zur Trauerhalle
Die Trauerhalle während der Sanierung und dem Bau des Fritz Bauer Forums

Entstanden ist sie durch die Anregung des damaligen Oberbürgermeisters Fritz Klaus Ende der 1960er Jahre. Denn der städtische Hauptfriedhof wurde erweitert und die Wege zur Trauerhalle wurden größer bis zu den Gräbern. Die Trauernden sollten kürzere Wege bekommen zu den Begrabungsstätten, gerade im kalten Winter oder bei schmuddeligen Regenwetter. Die Friedhofsfläche wurde so groß, da hätten mehrere VfL Stadien Platz gehabt.

Am Eingang des Hauptfriedhofs gab es die protzige Trauerhalle die Ende der 1920er Jahren geplant, aber in einem Nationalsozialistischen Friedhofsgesamtkonzept fertig gestellt worden ist. Der Sozialdemokratische Oberbürgermeister wollte ein Gegenstück dazu haben. Nicht protzig, eher klein und schlicht, sowie nutzbar für alle Religionen.

Ein Betonmonument der Stille

Wer vor der Trauerhalle steht, spürt sofort: Dieser Bau ist mehr als nur ein Ort des Abschieds. Die Halle wirkt wie eine Skulptur aus Beton – klar, ruhig, kraftvoll.

Ein Raum, drei Ebenen

Die Trauerhalle ist als ein einziger großer Raum konzipiert – schlicht, aber durchdacht. Sie gliedert sich in drei übereinanderliegende Zonen, die dem Gebäude ihre markante Erscheinung verleihen:

  1. Der Sockel:
    Er besteht aus vier hellen Sichtbetonstützen aus Weißzement. Zwischen ihnen sitzen dunkelgraue Betonrahmen mit großen Glasflächen. Die farbigen Bleiverglasungen von Egon Becker ergeben abstrakte Muster aus Licht und Farbe.
  2. Die Mitte:
    Darüber liegt ein breiter, waagerechter Betonteil, der wie ein schwebendes Dach wirkt. Er ragt über den unteren Teil hinaus und verleiht der Halle ihre charakteristische Schwere und Ruhe.
  3. Der obere Abschluss:
    Ganz oben thront ein mehrfach gestufter, quadratischer Betonaufsatz mit gezackter Silhouette – fast wie eine Krone aus Stein. Dahinter verbirgt sich allerdings ein schlichtes Flachdach.

Ein Bauwerk wie eine Skulptur

Bemerkenswert ist, dass der Bau bis heute weitgehend im Originalzustand erhalten ist. Nur kleinere Ausbesserungen an der Betonoberfläche wurden im Laufe der Zeit vorgenommen.

Aus Sicht der Denkmalpflege gilt die Trauerhalle als herausragendes Beispiel des Brutalismus – einer Architektur, die Beton nicht versteckt, sondern bewusst zeigt. Ihre klare Formensprache, das Spiel von Licht und Material und die skulpturale Wirkung machen sie zu einem besonderen Zeugnis der Sepulkralkultur der 1960er- und 1970er-Jahre.

Vor der Sanierung sah es nicht gut aus für den Beton oben von der Trauerhalle

Ein stilles Meisterwerk

Während die Hauptanlage des Friedhofs noch vom monumentalen Stil früherer Zeiten geprägt ist, wirkt Keilmanns Halle modern, fast poetisch. Sie steht für einen Wandel im Umgang mit Tod und Erinnerung – weg vom Pompösen, hin zu einer ehrlichen, stillen Architektur, die Raum lässt für Nachdenken und Abschied.

So sind die Räumlichkeiten von dem Fritz Bauer Forum früher gewesen

Der Entwurf der Trauerhalle stammt von Ferdinand Keilmann. Die Ausführung fand jedoch erst nach der Pensionierung Keilmanns 1973 und 1974 durch die Firma Philipp Holzmann statt. Die planerische Leitung oblag dem Dipl.-Ing. Hans-Rolf Dönges, welcher sich am ursprünglichen Entwurf von Ferdinand Keilmann orientierte.

Der Bau der Bibliothek durfte nicht das Denkmal beeinträchtigen

Im April 2015 wurde die Trauerhalle Havkenscheid schließlich als Denkmal aufgelistet als Zeugnis des Werkes des prägenden Architekten und ehemaligen Nachkriegs-Baumeisters der Stadt Bochum Ferdinand Keilmann.

Ein Plan zeigt, wie groß der Hauptfriedhof ist

Die Buxus-Stiftung – Bildung, Erinnerung, Demokratie

Ich wusste ehrlich gesagt nicht, was sich hinter der alten Trauerhalle in Bochum verbirgt, außer eben einer Trauerhalle, die zum Denkmal wurde. Erst am Tag des offenen Denkmals bin ich nun auf die Buxus-Stiftung gestoßen – und war sofort beeindruckt. Ohne sie gäbe es das Fritz Bauer Forum überhaupt nicht.

Gegründet wurde die Stiftung 2013 von Dr. Irmtrud Wojak, einer Bochumerin mit beeindruckender Vita. Sie hat eine umfassende Biografie über Fritz Bauer geschrieben – jenen Juristen, der den Auschwitz-Prozess möglich machte und nie müde wurde, an das „Nie wieder!“ zu erinnern.

Für Wojak ist dieses „Nie wieder!“ kein bloßer Satz, sondern ein Auftrag. Sie will aktiv daran mitarbeiten, dass die Menschenwürde, fest verankert im ersten Artikel unseres Grundgesetzes, nicht vergessen, sondern gelebt wird.

Die Buxus – Stiftung hat einen eigenen Verlag: Buxus Edition. Dort werden auch Bücher aufgelegt, die sich mit dem Thema Menschenrechte beschäftigen. Auch die Biografie von Fritz Bauer von Dr. Irmtrud Wojak ist hier zu kaufen. (Unten sind alle Links)

Mein Schatten zeigt: Ganz wichtig dieses Fritz Bauer Forum!

Vom Ruhrgebiet in die Welt – und zurück: Dr. Irmtrud Wojak

Bevor Dr. Wojak die Stiftung gründete, arbeitete sie viele Jahre in Latein- und Mittelamerika. Dort lernte sie Menschen kennen, die um ihre Rechte kämpfen mussten, und schrieb ihre Dissertation über politische Gegner des NS-Regimes und Überlebende des Holocaust.

2013 gründete sie schließlich die Buxus-Stiftung, benannt nach dem widerstandsfähigen Buchsbaum – ein Symbol für Stärke, Erneuerung und Standhaftigkeit. Finanziert wird sie durch öffentliche Mittel und Partner wie Vorwerk oder die NRW-Stiftung, die auch das Fritz Bauer Forum unterstützte.

Ziel der Stiftung ist es durch Bildung die Demokratie und Erinnerungskultur zu bewahren und Menschenrechte schützen – in Deutschland und weltweit.

Oder kurz gesagt: Bildung. Erinnerung. Demokratie.

Die Stiftung gibt den Menschen eine Stimme, denen Unrecht widerfahren ist – damals wie heute. Sie versteht sich als Ort des Dialogs, der Aufklärung und der Verantwortung.

Das Fritz Bauer Forum – ein Ort der Begegnung

In Bochum hat die Stiftung ihren passenden Ort gefunden für ihre Idee des Fritz Bauer Forums. Hier treffen Architektur, Geschichte und Bildungsarbeit aufeinander. Die einst leerstehende Trauerhalle vom umstrittenen, aber Bochum prägenden Architekten Ferdinand Keilmann wurde liebevoll umgebaut – ohne ihren ursprünglichen Charakter zu verlieren.

Immer wieder sind spannende Vorträge zu bestimmten Themen

Heute befinden sich dort eine moderne Bibliothek, Ausstellungsräume. Es werden angeboten Workshops, Schulprogramme und ein Archiv mit Biografien von Überlebenden und Geschichten der Menschenrechtsbewegung. Zwischen den Bücherregalen laden Leseecken und offene Treppen dazu ein, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen – und über die Gegenwart und das Gestalten der Zukunft nachzudenken.

Warum gerade Bochum?

Bochum war kein Zufall. Als gebürtige Bochumerin wusste Dr. Wojak um die Bedeutung dieser Stadt – ein Ort, der seit über 100 Jahren von Migration, Industrie und einem stetigen Strukturwandel geprägt ist. Mit der Ruhr-Universität, dem kulturellen Erbe des Bergbaus und seiner offenen Gesellschaft ist Bochum der ideale Standort für ein Forum, das Demokratie, Vielfalt und Erinnerungskultur fördern will.

Der angrenzende ehemalige Verwaltungsbau aus den 1970er-Jahren wurde nicht abgerissen, sondern in das Gesamtkonzept integriert. So entstand ein Kommunikationshaus, das Geschichte bewahrt und gleichzeitig Zukunft gestaltet.

Nie wieder ist jetzt

Mit der Buxus-Stiftung und dem Fritz Bauer Forum hat Dr. Irmtrud Wojak einen Ort geschaffen, der zum Nachdenken anregt – über Menschlichkeit, Verantwortung und den Wert der Demokratie.

Sie hat das Leid vieler Menschen, das Unrecht und die Folgen von Krieg und Diktatur in einer einzigen Trauerhalle zusammengeführt – und daraus einen Ort der Hoffnung gemacht.

Die Buxus-Stiftung hat den eigenen Verlag Buxus Edition zum Verlegen von Büchern zum Thema Menschenrechte und Wahrung der Demokratie. Jede Veranstaltung kann durch einen Live-Stream auch bequem von zu Hause aus angesehen werden. Das Forum ist auf den modernsten Stand und versucht mit allen Mitteln die Bildung weiterzugeben.

Auch Räume können angemietet werden, sowie auch das Podcast-Studio. Internationale Künstler sind eingeladen Ausstellungen im Laufe des Jahres mitzumachen, die das Thema Menschenrechte auf die Agenda geschrieben haben.

Denn, um es mit den Worten Fritz Bauers zu sagen:

„Nichts gehört der Vergangenheit an – alles ist noch Gegenwart und kann wieder Zukunft werden.“

 Live-Streams: Veranstaltungen digital erleben ▶ Fritz Bauer Forum

Förderer der Buxus-Stiftung ist auch Vorwerk

Wer einen Vorwerk Staubsauger oder Thermomix kauft, gibt also einen kleinen Teil zur Bewahrung der Menschenrechte und Demokratie dazu, denn einer der Vorwerk Brüder unterstützt die Buxus-Stiftung. Die Beweggründe liegen in der Geschichte der traditionellen Firma für Haushaltsgeräte.

Vorwerk wurde 1883 gegründet. Aber auch die Staubsaugerfirma wurde in den 1940er Jahren auf die Produktion von Munition für den Krieg der Nationalsozialisten umgestellt. Statt die Alliierten aufzusaugen wurde scharfe Munition und Bomben hergestellt von Zwangsarbeitern an der Fabrikstandorten.

Eine Anekdote von Magdalena Köhler war, dass es französische Zwangsarbeitern gelungen war Bomben so zu präparieren und sabotieren, dass sie beim Angriff auf sowjetische Städte keine Explosion gab. Alle waren Blindgänger. Leider kam das natürlich heraus. Zehn Franzosen wurden aus dem Werk von der Gestapo geführt und wurden nicht mehr wiedergesehen…

Im Zuge der Wiedergutmachungszahlungen für Zwangsarbeiter, hat Vorwerk als einer der ersten sich geöffnet. Das Unternehmen hat seine dunkle Geschichte aufgearbeitet.

 

Fritz Bauer – Der Mann, der das Schweigen brach

Uploaded a work by Fritz Bauer Institut / A. Mergen from https://www.fritz-bauer-institut.de/fileadmin/editorial/publikationen/einsicht/einsicht-05.pdf

Fritz Bauer (1903–1968) war Jurist, überzeugter Demokrat, Verteidiger der Weimarer Republik und Überlebender des Nationalsozialismus. Aufgewachsen in einer liberal-jüdischen Familie in Stuttgart, verstand er sich selbst als glaubenslos, aber tief demokratisch. Schon als Student kämpfte er für die Werte der Weimarer Republik – und wurde damit früh zum Feindbild der Nazis.

Mit nur 26 Jahren wurde Bauer 1930 der jüngste Amtsrichter Deutschlands. Nach der Machtübernahme 1933 wurde er verhaftet, später aber wieder freigelassen – aus bis heute ungeklärten Gründen. 1936 gelang ihm die Flucht nach Dänemark, später nach Schweden. Dort arbeitete er im Exil eng mit dem späteren sozialdemokratischen Bundeskanzler Willy Brandt zusammen und gründete die Zeitschrift Sozialistische Tribüne.

1949 kehrte Fritz Bauer nach Deutschland zurück. Zunächst Landgerichtsdirektor in Braunschweig, wurde er 1956 Generalstaatsanwalt in Hessen. Von dort aus kämpfte er unermüdlich für Gerechtigkeit und Aufklärung der NS-Verbrechen – oft gegen den Widerstand einer Justiz, die noch von alten Nazi-Kadern geprägt war. „Wenn ich mein Dienstzimmer verlasse, betrete ich feindliches Ausland“, sagte er einmal über seine Arbeit.

Nazijäger Bauer führt zu Adolf Eichmanns Verhaftung

Fritz Bauer hatte Informationen bekommen, wo sich der „Endlösungsplaner“ Adolf Eichmann aufhielt. Er übergab 1960 die Information dem israelischen Geheimdienst Mossad, die ihn mit einer spektakulären Entführungsaktion nach Israel entführten und ihn dort vor Gericht stellten. Dort kamen viele Dinge ans Tageslicht, die in der Form damals wahrscheinlich nicht in Deutschland machbar gewesen wäre.

Der Auschwitz-Prozess und die Aufarbeitung der NS-Verbrechen

Bauer war der zentrale Initiator des Frankfurter Auschwitz-Prozesses (1963–1965). Gegen massiven Widerstand sorgte er dafür, dass die Täter des Konzentrationslagers Auschwitz vor Gericht gestellt wurden. Auch wenn viele Angeklagte nur wegen Beihilfe zum Mord verurteilt wurden, gilt Bauers Einsatz als Wendepunkt: Er zwang die deutsche Gesellschaft, sich mit der eigenen Schuld auseinanderzusetzen.

Er trieb außerdem Verfahren gegen NS-Mediziner, Juristen und Wehrmachtsangehörige voran und setzte sich für die Rehabilitierung der Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 ein. Sein berühmtes Zitat aus dem Remer-Prozess lautet:

„Ein Unrechtsstaat, der täglich Zehntausende Morde begeht, berechtigt jedermann zur Notwehr.“

Vision eines humanen Strafrechts

Neben seiner juristischen Arbeit war Bauer ein Vordenker moderner Strafrechtspolitik. In seinem Hauptwerk Das Verbrechen und die Gesellschaft (1957) plädierte er für ein Rechtssystem, das auf Resozialisierung statt auf Strafe setzt – ein radikaler Gedanke seiner Zeit.

1961 gehörte er zu den Mitbegründern der Humanistischen Union, die heute noch den Fritz-Bauer-Preis für Zivilcourage und Rechtsstaatlichkeit vergibt.

Das Vermächtnis ist das Fritz Bauer Forum

Tod und Vermächtnis

Am 1. Juli 1968 wurde Fritz Bauer tot in seiner Frankfurter Wohnung gefunden. Offiziell wurde Herzversagen durch Vorschädigungen am Herz plus Einnahme von Schlafmitteln und eine Bronchitis festgestellt. Doch bis heute wird über die Umstände seines Todes spekuliert. Sicher ist: Ohne Fritz Bauer hätte die Bundesrepublik ihre NS-Vergangenheit noch länger verdrängt. Er bleibt einer der wichtigsten Wegbereiter für ein demokratisches und selbstkritisches Deutschland. Umso wichtiger ist er für das Forum für Menschenrechte der Namensgeber in und um die Trauerhalle Havkenscheid.

Schattenwand – wir hören alle zu

Fritz Bauer hat mit dem Ruhrgebiet nie etwas zu tun gehabt. Er wurde hier nicht geboren, hat es wahrscheinlich nie besucht. Aber jetzt wird er hier im vielfältigen Ruhrgebiet statt in seiner letzten Wirkungsstätte Frankfurt mit einem Forum für Menschenrechte geehrt für seine Arbeit als „Nazi-Jäger“, wie er genannt wurde. Er hatte das Treten der Menschenrechte unter den Nationalsozialisten selbst durch einen Aufenthalt im Konzentrationslager erfahren umso mehr kämpfte er für ein „Nie wieder“. Er sollte als Vorbild in der heutigen Gesellschaft gesehen und nicht vergessen werden.

Fritz Bauer hat den Artikel 1 vom Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, das 1949 prägend für den Wandel eines neuen demokratischen Staates in Europa war, weithin sichtbar an der Fassade des Justizgebäude in Frankfurt, seinem Arbeitsplatz als Generalstaatsanwalt in Hessen, angebracht: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.

Nun kommt ein anderer Mann ins Spiel, der die Trauerhalle entworfen hat und Anhänger der Nazis war, die Fritz Bauer Zeit seines Lebens vor Gericht stellen wollte.

Architekt Ferdinand Keilmann – Von der „Welthauptstadt Germania“ zum Stadtgestalter in Bochum

Ferdinand Keilmann steht für die Bochumer Nachkriegsarchitektur, wie kaum ein anderer. Viele seiner Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Doch seine Biographie ist mehr als nur eine Erfolgsgeschichte, sondern es stellen sich viele schwierige Fragen zur Vergangenheit seines Schaffens.

Vom Musikersohn zum Architekten des NS-Staates

Geboren am 24. Juli 1907 in Würzburg, war Keilmann das älteste Kind eines Gymnasiallehrers und Musikprofessors. Eine Rachitis-Erkrankung machte ihn schwerhörig. So konnte er nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten, was er sich gewünscht hatte. Er entschied sich für das Bauen von Gebäuden.

Nach einer Tischlerlehre studierte Keilmann Architektur in Offenbach, Aschaffenburg und Weimar – an der Nachfolgeinstitution des legendären Bauhauses. Einer seiner Lehrer war Ernst Neufert, später ein bedeutender Theoretiker des modernen Bauens.

Doch Keilmanns Weg nahm früh eine politische Wendung. Da beginnt die schwierig Einschätzung seiner Person: Schon 1932 trat er in die NSDAP ein. In Aschaffenburg arbeitete er nach 1934 als Pressewart der Ortsgruppe. Ab 1936 war er als Architekt für die Reichsluftwaffe tätig, plante Offiziersheime und Wohnhäuser auf Sylt, später Kasernen in Berlin. War er nur karrieregeil und wußte, dass er dies auf dem Weg als Parteiangehöriger ohne Probleme machen konnte.

Planer für Hitlers „Germania“

Ab 1939 arbeitete Keilmann im Umfeld von Albert Speer, dem Chefarchitekten des Regimes. Gemeinsam mit Kollegen plante er am Südbahnhof für „Germania“, Hitlers gigantische Vision einer „Welthauptstadt“. In dieser Zeit war Keilmann Teil eines Systems, das Architektur als Ausdruck von Macht, Kontrolle und Ideologie verstand. Er muss den Weg der Partei gegangen sein. Er musste wissen, was sich im Hintergrund abspielte als es um Bauten in der Kriegszeit nur noch mit Zwangsarbeitern und ihrem Schicksal geht. Er war Mitwisser. Doch vielleicht hat er nie selbst geschossen. Wahrscheinlich war er dennoch einer derjenigen, der wusste, wohin die Zwangsarbeiter gingen, wenn sie nicht mehr fähig waren die Arbeiten auszuführen, nämlich in den Tod.

Zweimal entnazifiziert – und dann Karriere in Bochum

Nach Kriegsende geriet Keilmann in die Mühlen der Entnazifizierung. Ungewöhnlich ist, dass er gleich zwei Mal die Verfahren durchmachen musste, 1947 und 1948. Beide Verfahren überstand er und erhielt auch die Zulassung als Architekt. 1950 holte ihn Stadtbaurat Clemens Massenberg ins Hochbauamt der Stadt Bochum.

Dort begann Keilmann seine produktivste Phase. In den 1950er Jahren entstanden zahlreiche öffentliche Gebäude, z.B. das leider abgerissene Stadtbad und das Hochhaus der Stadtwerke Bochum, das heute unter Denkmalschutz steht, sowie Schulen, verschiedene Trauerhallen und Verwaltungsbauten, die heute als typische Vertreter der Nachkriegsmoderne gelten. Sein letztes Architekturwerk war vor der Pension die Pläne für die Trauerhalle Ost in Havkenscheid, die er selbst nicht mehr ausführen konnte.

 

Zwischen Anpassung und Aufbau

Mein Schatten zeigt: Ganz wichtig dieses Fritz Bauer Forum in Bochum!

Ferdinand Keilmann war kein einfacher Charakter, und seine Biografie ist kein Heldendrama. Er war Architekt in zwei völlig unterschiedlichen Systemen – und er passte sich beiden an. In der NS-Zeit arbeitete er an den Prestigeprojekten des Regimes, nach 1945 am Wiederaufbau einer demokratischen Stadt.

Vielleicht liegt genau darin das Spannende an seiner Geschichte: Sie zeigt, wie brüchig die Grenzen zwischen Schuld, Mitläufertum und Neubeginn in der Nachkriegszeit waren.

Er musste gewusst haben, dass er für Architekturprojekte in Kriegszeiten verwendete Zwangsarbeiter in den Tod geschickt hat, wenn sie zu schwach wurden. Er muss nicht selbst geschossen haben. Es reicht das anderen, die es tun mitzuteilen. Das ist nun reine Spekulation, aber bei der „industriellen Verwertung“ von „Menschenmaterial“ im zweiten Weltkrieg, um das System am Laufen zu halten, war jedes Mittel recht und die Schwächsten zogen immer den kürzeren. Er war Mitglied in der NSDAP seit 1932. Lebte wahrscheinlich auch durch Überzeugung die Rassentheorien. Er machte durch die Parteimitgliedschaft eine große Karriere und die ging fast nahtlos in Bochum weiter durch den Baudezernenten Clemens Massenberg. Sie mussten sich gekannt haben schon aus Berliner Zeiten. Clemens Massenberg sorgte für den Neubau der Innenstadt von Bochum und prägte sie so, wie sie heute zu sehen ist.

Diverse Kunstfotografien setzen die Trauerhalle ganz besonders mit ihrem Betoncharakter in Szene

Massenberg wollte breite Straßen, zweckgebundene Wohn- und Geschäftshäusern, die schnell aufgebaut werden konnten. Alte Fachwerkhäuser, bis auf eins, in der heute die Gaststätte Rietkötter ist, sollten verschwinden. Er dachte an die Zukunft des Automobils. Ferdinand Keilmann war eine große Unterstützung für Massenberg. Er entwarf auch das leider schon abgerissene neue Stadtbad in der Innenstadt, sowie das Hochhaus in der modernen Stahlskelettbauweise für die Stadtwerke Bochum, das auch unter Denkmalschutz steht. Des Weiteren entstanden unter seiner Leitung eine große Anzahl Schulen (u. a. Neulingschule, Rosenbergschule, Erweiterungsbau Goetheschule) und weitere Trauerhallen (Stiepel, Dahlhausen, und Gerthe). Darüber hinaus plante er den neuen Rathaussitzungssaal sowie die Errichtung der Aussichtsplattform im Turm der Burg Blankenstein (Hattingen). Ferdinand Keilmann entwarf auch den Grabstein für Clemens Massenberg auf dem Hauptfriedhof als dieser 1954 starb. Er musste Massenberg unendlich dankbar gewesen sein, um von der eher dunklen Schattenseite seines Tuns vor dem Ende des Weltkriegs, neues wieder aufleben zu lassen, das lange Bestand haben sollte. Das ist ihm auch gelungen.

Sein letzter Auftrag vor der Beamtenpension war der Entwurf der Trauerhalle Ost in Havkenscheid als Gegenentwurf für die große Trauerhalle auf dem Hauptfriedhof, die in der Zeit der Nationalsozialisten architektonisch pompös, von weitem sichtbar errichtet wurde. Sie wurde zwar schon Ende der 1920er Jahre geplant. Aber bei den Baumaßnahmen wurden entsprechende angepasste Änderungen vorgenommen. Sie ist auch unter Denkmalschutz und gilt als einmalig für die Friedhofskultur der 1930er Jahre in ganz Deutschland. Keilmann hat als Architekt im Hochbauamt der Stadt Bochum zwischen 1950 und 1972 einen erheblichen Beitrag zum Stadtbild geleistet.

Keilmann starb am 7. September 1979 in Bochum – als anerkannter Architekt, aber mit einer Vergangenheit, die bis heute Fragen stellt. Begraben wurde er, wie sollte es auch anders sein, auf dem Hauptfriedhof ganz in der Nähe seines letzten Architekturentwurfs der Trauerhalle Ost in Havkenscheid.

„Flaschengefühle“ im Vortragssaal vom Fritz Bauer Forum

Da hat der Clemens Massenberg in ihm einfach einen guten Architekten gesehen, der Bochum von den kleinen zerbombten dunklen Fachwerkgassen hin zu einer brummenden luftigen Großstadt umbaut. Ob das ein Augenschmaus ist, sei dahin gestellt. Jede Stadt hat interessante Dinge zu erzählen, ob schön oder nicht.

Verführung muss durch Bildung bekämpft werden

Fritz Bauer würde sich im Grab umdrehen, wenn er sehen würde, wie sich unsere heutige Gesellschaft so leicht verführen lassen durch die sozialen Medien und den gleichen Parolen, die die Nationalsozialisten in den 1920er und 1930er Jahren bei den Wahlen genutzt haben. Aufklärung, Bildung und das Wahren der Demokratie ist umso wichtiger geworden gerade in der jungen Generation, denn die alten, die es selbst erlebt haben, sind bald nicht mehr da.

Die junge Generation kennen den Namen Fritz Bauer nicht. Sie können nicht wissen, dass er als Generalstaatsanwalt in Frankfurt den Auschwitzprozess angestoßen hat und viele noch in den Bundesbehörden tätige Nazis fangen wollte. Er hat dadurch auch die sogenannte 68er Generation angestoßen, die ihre Eltern fragten, was sie da eigentlich totschweigen, warum sie manche Dinge aus der Kriegszeit verschweigen. Die Verkrustung der alten Nazistruktur innerhalb der Bundesrepublik war groß. Der Staat musste beim Neustart funktionieren. Es wurde entnazifiziert, um Lehrer, Manager, Verwaltungsangestellte, Politiker, Juristen, Anwälte, Richter und viele andere Zivilisten, die auch direkt oder indirekt Täter waren, den neuen Staat, die Bundesrepublik Deutschland zu gründen, um gegen den neuen Feind des Westens, nämlich Stalin und der Kommunismus, einen neuen Verbündeten zu haben. Darunter gehörte auch der Architekt der Trauerhalle Ferdinand Keilmann. Ein entnazifizierter erfolgreicher Architekt, der heute wahrlich seine denkmalgeschützte Spuren hinterlassen hat in Bochum.

Der Vortragssaal

Kleiner Film-Tipp:

Die Serie „Deutsches Haus“ befasst sich mit den Auschwitz-Prozessen sehr eindringlich. Inhaltlich geht es um eine junge Dolmetscherin, die für die Auschwitz-Prozesse von Fritz Bauer angestellt wird, um vom polnischen in die deutsche Sprache vor Gericht zu übersetzen. Sie selbst findet nach und nach raus, warum sie so gut polnisch kann und wo sie aufgewachsen ist, doch es verdrängt hat, weil sie zu jung war.

Iris Berben spielt eine Auschwitz-Überlebende sehr eindringlich. Sie war in der Nebenrolle so oscarreif. Mir stockte bei ihrer Spielart der Überlebenden der Atem und ich hatte einen Klos im Hals.

Kunst spielt mit dem Gebäude

Wer sich also mit dem Thema beschäftigen möchte, sollte sich auf Disney+ die Serie anschauen:

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Zitat von Fritz Bauer

„Wir können aus der Erde keinen Himmel machen, aber jeder von uns kann etwas tun, dass sie nicht zur Hölle wird.“ 

Dieses Zitat von Fritz Bauer soll künftig über dem Eingang der ehemaligen Trauerhalle stehen, als Aufforderung und Hoffnung für die Menschen. Es hat Jahrzehnte gedauert, bis Fritz Bauers Wirken entsprechend gewürdigt wurde. Ich mache dies jetzt in meinem Blog. Er ist hier im Ruhrgebiet, dem Gebiet der Vielfalt, in der Stadt Bochum angekommen und wird auf eine besondere Art gewürdigt, was wir der Idee von Dr. Irmtrud Wojak zu verdanken haben.

Ganz ehrlich: Das Forum ist zur richtigen Zeit errichtet worden. Irmtrud Wojak würdigt damit nicht nur das Wirken von Fritz Bauer, sondern Alle, die Menschenrechte verteidigen, sowie alle Überlebenden in der Welt, aber auch alle Toten, die durch Krieg und Autokratie, wo Menschenrechte nicht zählen, mit diesem Fritz Bauer Forum eine Anlaufstelle der Aufklärung und Wahrung für die Zukunft. Das ist ein großer Chapeau mit viel Respektschampus! Das ist Bundesverdienstkreuzwürdig!

Abschließend ist folgender Satz von Dr. Irmtrud Wojak sehr zu Herzen zu nehmen und auf jeden Fall für sich mitzunehmen, aufzustehen für den Widerstand für die Überlebenden. Ich will es weitergeben für die, die nicht überlebt haben mit diesem und auch den ein oder anderen Podcast zusammen oder ohne Jack Tengo, der genauso dahinter steht. Egal wie viele es nun gehört haben oder hören werden oder diese Zeilen gelesen haben oder nicht:

„Fritz Bauer war die Stimme des Widerstands der Überlebenden im Nachkriegsdeutschland.“

Dr. Irmtrud Wojak
Historikerin und Gründerin des Fritz Bauer Forums

 

Der kurze einprägsame und erstaunliche Vortrag über das Denkmal und den neuen Inhabern von Magdalena Köhler war augenöffnend und horizonterweiternd. Ich habe meinen Teil dazu beitragen wollen. Die Idee von Dr. Irmtrud Wojak die Trauerhalle zu einer Bibliothek der Menschenrechte zu machen finde ich sehr ehrenswert. Bochum hat nun einen ganz besonderen Ort für eine Erinnerungskultur bekommen, einem Ort von Bildung, die zum Erhalt der Demokratie führen soll. Ein Ort, den trotz der politischen Situation, auf jeden Fall bewahrt werden muss.

Hätten die Alliierten den Krieg gegen Deutschland nicht gewonnen, wo wäre der Weg der Menschenrechte hingegangen? Eine Frage, die wir zum Glück nicht beantworten müssen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte auch das Fritz Bauer Forum und erklärte: „Demokratie verlangt Wachheit. Und sie erlaubt keinen Rückzug, sie will Einmischung, um ihretwillen, nicht um der Empörung willen. Diese Haltung hätte Fritz Bauer sich von uns gewünscht – nein, er hätte sie erwartet!“

So schließe ich selbst mit den Worten: „Seid die Stimme des Widerstands der Überlebenden in der Welt! Seid diejenigen die Aufstehen gegen Unrecht und gegen die Lügen der Autokraten, Populisten und rechtsrückenden Lügenversteher! Steht auf und seid die Stimme des Widerstands!

Ich für meinen Teil mische mich ein. Habe Haltung. Und du?

Alle wichtigen Links und zusätzlichen Infos:

Standort

Feldmark /Ecke Kornharpener Straße
44803 Bochum

Fritz Bauer Forum 

https://fritz-bauer-forum.de 

https://fritz-bauer.bibliotheca-open.de

Förderung vom Fritz-Bauer-Forum:

NRW-Stiftung:

https://nrw-stiftung.de

***

https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/denkmal/clikahuyl0000ms0fs4m1dr6a/fritz-bauer-bibliothek-ehemalige-trauerhalle-havkenscheid

https://www.denkmalschutz.de/denkmal/fritz-bauer-forum.html

https://www.lwl-dlbw.de/de/denkmaeler-entdecken/denkmalliebe/trauerhalle-ost/

60PLUS_Trauerhalle_Havkenscheid_Diem_Fahl_Plakat.pdf

Fritz Bauer Forum – Sanierung der ehemaligen Trauerhalle Havkenscheid

Deutsche Stiftung Denkmalschutz – Ehem. Trauerhalle / Fritz Bauer Forum – Bochum

Bochum: Trauerhalle Ost auf dem Friedhof Freigrafendamm, Feldmark 107

www.architektur-geschichte.de – Trauerhalle Havkenscheid auf dem Bochumer Hauptfriedhof

Fritz Bauer Forum in Bochum – Bewegung in Bochum

Neues Zentrum für Demokratie und Menschenrechte entsteht in ehemaliger Trauerhalle – LokalKlick.eu

www.architektur-geschichte.de – Architekt Ferdinand Keilmann – Übersicht

Die Trauerhalle Ost auf dem Zentralfriedhof Freigrafendamm in Bochum – Nachkriegsarchitektur in Nordrhein-Westfalen

Trauerhalle Ost/Zentralfriedhof, BO – Egon Becker

Haus Havkenscheid – Wikipedia

Hauptfriedhof Bochum – Wikipedia

Bochum: Trauerhalle wird zum Zentrum für Menschenrechte

***

Empfehlung der Film-Serie „Deutsches Haus“ in Disney +:

Deutsches Haus – Offizieller Trailer – Jetzt nur auf Disney+ streamen | Disney+ – YouTube

***

Biographie – Links:

Fritz Bauer – Wikipedia

Ferdinand Keilmann – Wikipedia

www.architektur-geschichte.de – Architekt Ferdinand Keilmann – Übersicht

Egon Becker.de

Planungen zur Welthauptstadt Germania, an dem Ferdinand Keilmann auch einen Anteil hatte:

Welthauptstadt Germania – Wikipedia

Welthauptstadt Germania – Wikiwand

Modell der „Welthauptstadt Germania“ nach Plänen von Albert Speer (1939) | German History in Documents and Images

Welthauptstadt Germania

Berlin | Hitlers Reichshauptstadt Germania und die Geschichte

Buchempfehlung:

Dr. Irmtrud Wojak : Fritz Bauer – Biographie

Fritz Bauer 1903-1968. Eine Biografie – BUXUS EDITION

Der Verlag „Buxus Edition“

Buxus Edition | Shop – BUXUS EDITION

Abonnieren in den sozialen Medien:

youtube.com/@fritzbauerforumbochum

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Facebook.com/FRITZBAUERFORUM 

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Instagram.com/fritzbauerforum

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Wer bei Veranstaltungen nicht dabei sein kann:

Live-Streams: Veranstaltungen digital erleben ▶ Fritz Bauer Forum

***

Albert Speer – Wikipedia

Welthauptstadt Germania – Wikipedia

Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei – Wikipedia 

Entnazifizierung – Wikipedia

(Wer sich eingehender mit der Thematik befassen möchte, sollte nicht Wikipedia nutzen, sondern eingehenden Literatur in der nächsten Stadtbibliothek oder Buchhandlung nutzen.)

Alle Fotos sind (C) André Brune – Die zwei von der Stadt Bochum sind bei einem Podcast mit Markus Lutter vom Bildarchiv der Pressestelle vom Monitor abfotografiert worden. Danke für die Genehmigung!

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Vonne Kohle zur KI I Ruhrgebiet erklärt Folge 12 #105 I +Podcast I +Videopodcast

Der neue Strukturwandel im Revier ist im vollen Gange!

Kein einfaches Thema, aber hochaktuell, denn die KI – Firmen sind die nächsten Kohleschürfer im Ruhrgebiet.

Ich peitsche förmlich mit ein paar Infos auch Jack durch den Podcast, der darüber weniger als ich weiß. Und wir sind auch nur Laien, wollen nur kurz darüber etwas erzählen. 

Der Strukturwandel findet überall statt. Brachliegende Gewerbegebiete werden von Bürogebäuden besetzt in denen Programmierlabore entstehen und das Wettrennen in der Welt eröffnet haben gegenüber dem Weltmarktführer USA.

TEASER

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Der kleine Abriß soll nur eine kleine Aufklärung sein über die Dinge des zukünftigen Arbeitslebens, das sich sehr verändern wird. Das kann alles ein kleiner Podcast nicht aufklären. Dafür müssten wir als Laien sehr viel in die Tiefe gehen. Es hat aber Spaß gemacht so einige Dinge ans Tageslicht zu holen.

Wir haben auch einen Podcast-Tipp: der Podcast AufRuhr vom Regionalverband Ruhr. Es lohnt sich reinzuhören. 

Zum Thema gibt es ein Buch von Max Thinius, ein Futurologe, ‚Von der Kohle zur KI ‚. 

Heute haben wir zu Anfang einen Artikel aus Chronik des Ruhrgebiets zum Jahr 1938 über die Planung der Verkehrswege. Spannend, das sich nicht viel getan hat seitdem… 

Viel Spaß also beim Reinhören oder Schauen!

Shownotes

Chronik – Auszug von 1938

Chronik des Ruhrgebiets
Bodo Hardenberg Chronik Verlag
Nur noch antiquarisch zu bekommen
***
Podcast-Tipp

AufRuhr – Eine Reise durch das (neue) Ruhrgebiet
vom Regionalverband Ruhr

https://open.spotify.com/show/7hPECgmooxKcEmFE1JMi1t?si=aZ7PSHMORXm_zBZuGNMhZg

***
Buch-Tipp

Max Thinius : Von der Kohle zur KI

https://maxthinius.de/neues-buch-jetzt-bestellen-von-der-kohle-zur-ki-von-der-ki-zur-kohle

Auch als Vortrag zu buchen direkt über ihn

 

Wer nur dem Podcast „Ruhrgebiet erklärt“ folgen möchte:

Kinogeschichte vom Ruhrgebiet I Ruhrgebiet erklärt I +Videopodcast I +Podcast Folge 11 #102

Das Kino im Ruhrgebiet hat eine besondere Geschichte im Revier. In den 1950er Jahren gab es eine einzigartige Dichte von unglaublichen 500 Filmpalästen, Schauburgen, Lichtspielhäusern und Kinotheatern, wie sie jeweils hier und da hießen. Heute gibt es noch 50 zwischen Emscher und Ruhr. Im Ruhrmuseum gab es viele interessanten Informationen, die wir im Podcast erzählen. Es geht los mit den unglaublichen Anfängen in Witten vor 1900 über das erste Gaststättenkino in Bottrop, das kleinste und größte Kino im Ruhrgebiet bis hin zur Stadt mit den meisten Kinos der Welt heute.

TEASER

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Über das Kino zu erzählen, nachdem ich den Besuch kurz vor Schließung der faszinierenden Ausstellung ‚Glück auf – Film ab – Kinogeschichte vom Ruhrgebiet‘ noch geschafft habe, wollte ich mir nicht nehmen lassen mit Jack Tengo es zu besprechen.

Denn nicht nur was dort ausgestellt war, sondern auch wo die größten, die kleinsten, die ersten Kinos im Ruhrgebiet waren, ist spannend. 

Die Geschichten rund um das Kino, die Schattenseite aus der Nazizeit und der Aufbruch in der Nachkriegszeit, wo in kurzer Zeit die 500 an der Anzahl wie Phoenix aus der Asche wieder auferstanden sind und welche Filme hier gedreht wurden. Es gibt wirklich viel darüber zu erzählen. 

Im Blog kommen aus rechtlichen Gründen noch keine Fotos. Sollten dir Museen oder Privatleihgeber mit der Veröffentlichung einverstanden sein, dann folgen die Fotos im Blog nachträglich.

Fast fünf Stunden war ich da und fast zwei Stunden haben wir darüber geplaudert. Ein wenig musste ich kürzen, aber hier ist es nun kompakt im Videopodcast Folge 11 aus der Projektreihe Ruhrgebiet erklärt und Folge 102 von ‚Ruhrpottologe unterwegs im Ruhrgebiet‘. Noch kürzer ging es leider nicht.

Natürlich muss ich auch einige Beispiele nennen im Vergleich. Natürlich kommen einige Städte leider aus Platzgründen nicht vor. Bestimmt haben wir das ein oder andere nicht erzählt. Und es könnte auch sein, daß hier und da was falsch mitgeteilt wurde. (falls, dann bitte mitteilen) Wir sind ja keine Profihistoriker. 

Wir möchten unterhalten und erzählen als Menschen aus dem Ruhrgebiet für Menschen und Interessierte des Ruhrgebiets von hier und außerhalb.

Wir haben aber auch noch das ein oder andere neue im Programm. Eine Zahl aus der Chronik vom Ruhrgebiet: 1988 und ein Ruhrpottwort: Kaschemme.

Hört mal rein. Es lohnt sich!

Glück auf und bis zum nächsten Mal!

P.S.: Bilder folgen eventuell bei Genehmigung. Das Skript wird nachträglich eingefügt.

Shownotes & auch Quelle neben dem Besuch in der Ausstellung

Buchtipp zum Podcast


Glück auf – Film ab : Kino – und Filmgeschichte des Ruhrgebiets von Heinrich Theodor Grütter
Klartext Verlag
ISBN : 
978-3-8375-2632-5

***
Filmtipp vom Podcast und aus der Ausstellung

Kameradschaft
https://www.youtube.com/watch?v=U22HqGhVG_A
oder
https://www.youtube.com/watch?v=4iDGOXrEGgg

***
Videopodcast

https://youtu.be/MGMUN-rfd38?si=4AJ7V7BoPafr65tX

 

Wer nur dem Podcast ‚Ruhrgebiet erklärt‘ folgen möchte :

Huch Larhe & der blaue Drache I Eine Recklinghausener Legende & Bundestagswahl 2025 I Ruhrgebiet erklärt Folge 10 I +Videopodcast I +Podcast #100

In der 10. Folge der Podcastreihe „Ruhrgebiet erklärt“ besprechen Jack Tengo und ich eine kleine Sage über einen Drachen im Recklinghausener Stadtteil Hochlar, was die Blitzkuhle ist und besprechen anschließend die Ergebnisse der Bundestagswahl in einigen Ruhrgebietsstädten durch, die diesmal revolutionär waren in fast allen Belangen. Ob das gut ist, sei dahin gestellt. Wir versuchen möglichst neutral zu bleiben, auch wenn es nicht einfach ist.

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Nach unserer gemeinsamen kleinen beruflich, wie auch privat, sowie auch durch die Sperrung meines Blogs für vier Wochen bedingten Zwangspause, wollten wir das aktuelle Thema der Wahl und seine Situation im Ruhrgebiet besprechen. Es macht uns Sorgen, dass die Blauen mehr Stimmen auch im Ruhrgebiet bekommen haben, wo Vielfalt und Einwanderung ein normaler Vorgang bisher war.

Ohne Einwanderung kein Ruhrgebiet. Mit Remigration kann eine Stadt, wie Gelsenkirchen ausbluten. Ganze Geschäftszeilen wären leer. Gewerbe- und Grundsteuereinnahmen würden fehlen. Die Ruhrgebietsstädte würden allgemein noch mehr Schwierigkeiten bekommen.

Ja, es ist wahr, dass es Gegenden gibt, wo die Menschen sich nicht mehr sicher fühlen. Dort ist vermehrte Polizeipräsenz. Aber es ist noch zu wenig. Aber das ist ein anderes Thema.

Am Ende gibt es wieder ein Quiz. Doch diesmal nicht aus dem Kartenquiz. Wir haben da natürlich nochmal Recklinghausen auf dem Schirm. Wer die Frage und Antwort wissen will, sollte bis zum Schluß dranbleiben.

Einen Literaturtipp gibt es auch noch. Nein, kein Anti-AFD-Buch, sondern das Buch für den nächsten Podcast. Ich werde über die Ausstellung „Glück auf – Film ab! Sprechen, die ich im Ruhrmuseum kurz vor dem Ende noch besucht habe und total fasziniert war.

Shownotes  

Emschersagen – Hrsg. Dirk Sondermann Henselowsky & Boschmann Verlag ISBN 9783942094757

Quellen für die Bundestagswahlergebnisse der Städte Bochum, Bottrop, Essen, Duisburg, Dortmund, Gelsenkirchen, Werne, Kreis Unna, die wir besprochen haben, findet ihr auf den jeweiligen Internetseiten der Städte oder direkt bei der Bundeswahlleitung : https://www.bundeswahlleiterin.de/

Literaturtipp

Glück auf – Film ab!

Kino- und Filmgeschichte des Ruhrgebiets

Das Buch zur Ausstellung im Ruhrmuseum Essen – Zeche Zollverein

Klartext Verlag ISBN 9783937526325

Wer den Podcast sehen oder hören möchte auf Jacks Kanal:

‪@JackTengo

Wer den Podcast allein folgen möchte:

Ruhrgebiet erklärt Werne an der Lippe I Podcast Folge 9 I +Videopodcast #98

Jack stellt diesmal seine Heimatstadt Werne im Kreis Unna vor. In Werne gibt es viel zu sehen. Klein, aber oho mit schöner Altstadt, viel Grün und die wilde Lippe. 

Teaser:

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Dort gibt es sehr viel zu sehen:  
Das Heimatmuseum, das älteste erhaltene westfälische Fachwerkhaus, die mittelalterliche St. Christophorus Kirche, das alte Rathaus, das Pilger-Kloster, die Freilichtbühne, die SimJü und noch vieles mehr ist eine Reise wert im Osten des Ruhrgebiets im Kreis Unna an der Grenze zum Münsterland.

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Natürlich gibt es auch große Firmen in Werne, worüber der ein oder andere denkt: „Ach, das kommt von Werne? Hätte ich nicht gedacht.

Die berühmte Backhefe und alles was mit Backwaren zu tun hat, ist ein wichtiges Erzeugnis in Deutschland. Ohne der Uniferm GmbH wäre das Kulturgut Brot kaum denkbar:

UNIFERM

Außerdem sind in Werne diese wichtigen Firmen ansässig:

Stroetmann Unternehmensgruppe

Klingele Paper & Packaging: Ihr innovativer Verpackungshersteller

Garagentore, Haustüren und Innentüren | Hörmann

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Ein paar Persönlichkeiten von Werne:

Tobias Breer, der Marathon-Pater

Ludger Burmann, Schauspieler

Gerd Böttcher, Sänger

Magnus See, Autor

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Werne Tourismusbüro
https://www.werne.de/de/erlebnis/werne-info

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Diesmal ist die Heimatstadt von Jack Tengo Werne an der Lippe an der Reihe erzählt zu werden.

Wer den Podcast auf Jacks Youtube-Kanal folgen möchte: ‪@JackTengo

Wer den Podcast „Ruhrgebiet erklärt“ folgen möchte:

Humorvoller Rückblick – Ausblick 2025 Podcast Ruhrgebiet erklärt mit Jack Tengo Folge 8 #96 I +Videopodcast

Mit Jack Tengo zusammen haben wir den ersten Podcast 2025 ‚Ruhrgebiet erklärt‘ Folge 8 und Folge 96 in der Podcast – Reihe von ‚Ruhrpottologe unterwegs‘ etwas salopper behandelt. Wir haben einen Rückblick auf 2024 und einen Ausblick der zukünftigen Projekte innerhalb des Podcast 2025 herausposaunt mit viel Humor und Nebenstrecken.

Wir besprechen auch zwei gefundene Podcasts, die sich mehr oder weniger mit dem Ruhrgebiet befassen und reißen auch eine Buchbesprechung an, die beim übernächsten Podcast Thema wird.

Wir haben einfach mal den Redefluss laufen lassen zum Jahresanfang und genossen die Zusammenarbeit beim Tässken Tee und Haldendudler. 

Glück auf und bis zum nächsten Podcast über Werne an der Lippe!

Zum Gucken als Videopodcast:

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Zum Hören in der Ruhrpottologe unterwegs – Reihe:

Du willst nur Ruhrgebiet erklärt hören:

Shownotes:

Podcast – Mehr oder weniger Empfehlung:
Schade: Ruhr – Werwiewas
Hatten wir uns mehr versprochen : Ruhrpott Café

Senderempfehlung

Hitradio Ruhr: https://hitradio-ruhr.de/

Weihnachtsmärkte im Ruhrgebiet erklärt I Bonus #7.5 Folge 91 I +Videopodcast I +Podcast

FRÜHER WAR MEHR LAMETTA:

In unserer kurzfristig aufgenommenen knapp einstündigen Bonusfolge sprechen der Ruhrpottologe und Tengologe über die Weihnachtsmärkte im Ruhrgebiet und geben noch aktuelle Daten raus, die für Besucher und Besucherinnen ab dem 14.12.2024 noch interessant sein könnten.

Wir lassen so gut wie keine Stadt aus, außer die schon waren am ersten Adventwochenende, sezieren und empfehlen so manchen Weihnachtsmarkt, wie den Hagener, wo es Steampunkt-Weihnachten gibt, die Bottroper Grubennacht neben dem Weihnachtsmarkt am 21.12, den umstrittenen Dortmunder Weihnachtsbaum und den fliegenden Bochumer Weihnachtsmann und vieles mehr.

Am Ende könnte ihr noch die Hoppenstedts von Jack sehen bzw. hören.

Zum Videopodcast:

Der nächste Weihnachtspodcast wird wohl in Anbetracht der Tatsache der Überterminierung von einzelnen Weihnachtsmärkten und vorhandenen Spekulatiussen wahrscheinlich schon im Sommer 2025 kommen…

Glück auf und schönes Weihnachtsfest wünschen

Ruhrpottologe André Brune

&

Tengologe Jack Tengo

Shownotes

Jack Tengo erklärt in der Folge 9 Warum eine Tanne oder ein Baum zu Weihnachten:

Jack Tengo feat. Opa Hoppenstedt „Früher war mehr Lametta“

Wer nur dem „Ruhrgebiet erklärt“ – Podcast folgen möchte:

Kreis Unna I Zahlen – Daten – Fakten I Ruhrgebiet erklärt Folge 7 #90 I +Videopodcast I +Podcast

In Folge 7 behandeln wir den Kreis Unna, der größer ist, als gedacht. Jack Tengo geboren und sein Leben lang in Werne im Kreis Unna verbringend, hat seinen Wissenskreis mit den Zahlen, Daten und Fakten erweitert, die wir zusammengetragen haben. Es lohnt sich einfach mal einen Überblick zu holen, auch für die westlichen Ruhrgebietler:

Teaser:

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Videopodcast:

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Podcast hören:

Zu Anfang jedoch belastete mich eine Dokumentation aus dem Süd-Sudan, die ich am Tag der Aufnahme vorher im Bochumer Kino Casablanca  gesehen hatte.

Der Bochumer Verein „Aktion Canchanabury“ unterstützt ein Krankenhaus dort, das „Mother of Mercy Hospital“ im Nuba-Gebirge, das täglich viele Kranke aufnimmt und verarztet. Ein Team von nur 25 medizinischem Personen mit dem seit 2008 dort arbeitenden amerikanischen Dr. Tom Catena verarzten die Menschen, die täglich sich den mühevollen Weg auf der zerstörten Infrastruktur machen. Darüber spreche ich jedoch noch einmal extra.

Wer mehr darüber wissen möchte, der kann gern auf die Internetseite gehen und mehr erfahren oder sich den Podcast mit Gerd Stegemann anhören, den ich vor seiner Reise gemacht habe.

Aktion Canchanabury – 63 Jahre Afrikahilfe aus Bochum – Gerd Stegemann im Interview I Podcast #70 I Fotos – Ruhrpottologe – André Brune

Danach jedoch wird über den Kreis Unna erzählt und die zusammengetragenen Informationen erklärt. Auf die Städte des Kreises gehen wir jedoch in einzelnen Folgen ein, so wie wir das mit allen 53 Städten des Ruhrgebiets vorhaben.

Bild aus dem Wikipedia – Beitrag zum Kreis Unna entnommen

 

Der Kreis Unna besteht aus 10 Städten und Gemeinden: Werne, Selm, Lünen, Fröndenberg, Holzwickede, Bönen, Schwerte, Bergkamen, Kamen und Unna selbst.

(c) TUBS, CC BY-SA 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0>, via Wikimedia Commons

Der Kreis wird eingerahmt vom Kreis Coesfeld im Münsterland und im Süden vom Märkischen Kreis im Sauerland, im Westen Dortmund und Kreis Recklinghausen und im Osten Hamm, sowie der Kreis Soest.

Wer die Daten selbst rausfinden möchte statt den Podcast zu hören, kann die Links gern zur Hilfe nehmen:

Kreis Unna – Wikipedia

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Buch:

Ruhr Kompakt von Achim Nöllenheidt und Thomas Kirfel

ISBN: 9783837522594

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Die Seite des Kreises Unna:
https://Kreis-Unna.de

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Wer den Verein mit Spenden unterstützen möchte für den Süd-Sudan:

Aktion Canchanabury – Verein aus Bochum

Miteinander in Freundschaft etwas bewegen | Aktion Canchanabury e.V.

Das Projekt im Süd-Sudan:

Mother of Mercy Hospital – Aktion Canchanabury e.V.

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