Hilfstransport nach Bosnien Tag 4 I Spendenübergabe in Sarajevo und historisch-kulinarischer Ausklang der Hilfsfahrt I +Fotostrecke I +Video

Sonntag am 15.6.25: Eine allerletzte Spendenübergabe wird mit einem besonderen Ausflug in die multikulturelle Hauptstadt Sarajevo von Bosnien-Herzegowina verbunden, wie im Jahr 2024.

Bevor wir nach Sarajevo fuhren, bin ich mit Michael und Hermann durch das kleine Kurstädtchen Fojnica  gegangen, während der Medienkompetenzkurs des Berufskolleg Bottrop mit einer Lehrerin einen möglichen Schüleraustausch durchsprechen und ein Interview führen wollte mit der Deutschlehrerin Amina aus Fojnica, die wir auch schon kennengelernt hatten.

Das Kloster oberhalb von Fojnica

Fojnica ist eine sehr alte Bergbaustadt gewesen. Silber wurde hier noch bis vor 50 Jahren abgebaut. Im Heimatmuseum neben der Klosterkirche der Franziskaner auf dem Berg oberhalb der Stadt liegt eine Urkunde, die mach der Eroberung des osmanischen Sultans die religiöse Ausübung des katholischen Glaubens ohne Repressalien festgeschrieben wurde. Die Religionen sollten friedlich nebeneinander gedeihen können.

Video folgt!

Fliegenfischen am Sonntag vor der Kulisse der Rheumakurklinik in Fojnica

Hier läuten alltäglich die Glocken und rufen die Muezzins zu den Gebeten auf. Die Kurstadt hat Quellen, die bei Rheuma das gesundheitliche Befinden zu unterstützen. Im ehemaligen Jugoslawien war hier ein blühendes Städtchen, das heute mit 6000 Einwohnern eher viele Leerstände aufzuzeigen hat.

Die warmen Quellwasser für Rheumaerkrankungen

Von hier aus gibt es aber schöne ruhige natürliche Wanderziele. Sonntags lieben es Fliegenfischer jeden Alters auf der Fojnička, nach dem die Stadt bezeichnet wurde zu angeln.

Die älteste Moschee im Ort

Letztes Jahr waren wir alle gemeinsam mit der Seilbahn auf den ‚Olympiaberg‘ Trebević gefahren. Diesmal trennten sich die Gruppen.

Herbert, Michael und Hermann fuhren mit der Seilbahn zum Olympiaberg hoch, schauten sich die Stadt von oben an und liefen etwas über die verfallene olympische Bobbahn, während der Medienkompetenzkurs hauptsächlich durch die Altstadt tigerte und schöne Motive für ihren Dokumentar-Film einfingen wollten.

TV-Serientipp zum Einstieg

Zuallererst fand ich es witzig,  das wir direkt neben dem Ministerium für Verteidigung den Parkplatz empfohlen bekommen haben. Das Ministerium war einer der wichtigsten Hauptgebäude im Arte-Programm ausgestrahlte bosnischen Justizdrama-Serie ‚I know your soul‘.

Vor dem Gebäude war eine dramatische Schießerei zu sehen und im Gebäude fanden Gerichtsverfahren statt über Mord, Totschlag, Vergewaltigung und Drogenhandel.

Die Staatsanwältin lebt in Scheidung, kümmert sich um ihren 17 Jahre alten Sohn und stellt sich die Frage, wofür sie das alles tut. Sie kommt selbst ins öffentliche Kreuzfeuer in der ersten Folge. Die Serie zeigt den Riss der bosnischen Gesellschaft, auch in Familien, und die Schwierigkeiten der Behörden mit den geltenden Gesetzen.

Aber schaut sie euch selbst an. Sie ist ein TV-Serien-Tipp von mir zur aktuellen bosnischen Seele und auch, um mehr Interesse an das Land und Sarajevo zu bekommen:

https://www.arte.tv/de/videos/RC-026093/i-know-your-soul/?utm_source=android&utm_medium=share&utm_campaign=RC-026093

Das Gericht in der Serie. Natürlich gibt es ‚Flaschengefühle ‚ auf der Treppenmauer… Foto (c) André Brune

Ab in die Altstadt von Sarajevo

Als erstes sind wir gemeinsam in die nächste Gasse gegangen. Ein besonderes, aber leider verfallenes Haus aus der Jugenstilzeit begeisterte uns.

Eine Hand an der Seite im Foto hab ich mit KI weggezaubert. Foto (c) André Brune

Keine 50 Meter weiter war die 1864 gegründete Aktienbrauerei Brauerei : Sarajevsko Pivara.

Die Sarajevsko Pivara (Sarajevo Brauerei)
Das ursprüngliche Wappen der Brauerei hat alle Zeiten der Kriege überlebt und prangt über dem Lieferanteneingang nach wie vor. Es schmeckt erfrischend und ist sehr empfehlenswert!

https://tourismus-sarajevo.de/brauerei-in-sarajevo/

Leider kein Einlass in die Brauerei. Sonntags ist geschlossen.

Die Brauerei in Sarajevo wurde vom Österreicherischen Brauer Ignaz Hajdinger 1864 gegründet, um den lokalen Markt mit Bier zu versorgen. Während des ersten Weltkriegs wurde sie von österreichisch-ungarischen Truppen besetzt. Wahrscheinlich um die Armee an der Front mit Bier zu versorgen. Vielleicht hätten sie nicht so tief ins Glas geschaut,  wäre der Krieg anders ausgegangen.  (Scherz!)

Nach dem Bosnischen Krieg wurde die Brauerei wieder errichtet im ursprünglichen Zustand und produziert als größte Brauerei des Landes das schmackhafte Pils.

Eine Begehung war am Sonntag nicht möglich. Es lohnt sich auf jeden Fall um einen Einblick in die bosnische Bierkultur zu bekommen.

Interessant ist jedoch,  dass direkt gegenüber einer der größten katholischen Kirchen von Sarajevo stand, verbunden mit einem Franziskanerkloster. 

Die St. Antonius von Padua hatte gerade eine katholische Messe, als ich vor Ort fotografierte. Ich wäre gern hinein gegangen. Ob es da einen Geheimgang zur gegenüber liegenden Brauerei gibt?

https://de.wikipedia.org/wiki/St._Antonius_von_Padua_%28Sarajevo%29?wprov=sfla1

An der Brauerei trennten sich die Wege der Mitfahrer und Mitfahrerinnen. Auf dem Berg Trebević kann die Ruinen der Bobbahn der olympischen Winterspiele von 1984 gesehen und auch darauf ein wenig erlaufen werden.

Seit 2018 fährt wieder eine Seilbahn hinauf. Es gibt einen wahnsinnig schönen Blick auf die Stadt. Der Berg und die Umgebung ist ein Wanderparadies geworden.

Dorf Sarajevo

Sarajevo ist wie ein Dorf. In wenigen Schritten kann man von der Brauerei bzw. dem Parkplatz über die vielen Brücken im Ort über den 36 km langen Fluss Milijacka gehen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Miljacka?wprov=sfla1

Die berühmteste Brücke ist die Lateinerbrücke aus der Zeit der Osmanen. Sie hat auch eine ganz berühmte Weltbedeutung, denn an ihr war 1914 das Thronfolgerehepaar Österreich-Ungarns erschossen worden.

Die Lateinerbrücke. Rechts in rosa ist das Museum zum Anschlag auf das Thronfolgerehepaar und zum 1. Weltkrieg

Ich bin mit dem Medienkompetenzkurs des Berufskolleg Bottrop gegangen, aber wollte dieses Mal nicht hoch zum Berg Trebević, sondern mehr die Altstadt sehen und den wichtigsten Platz kennenlernen,  wo sich die Welt 110 Jahre zuvor von Gestern in die Welt von Heute mit ein paar Schüssen schlagartig veränderte. Letztes Jahr hat das ein Starkregen verhindert, so dass wir früher als geplant zurück fuhren.

https://de.wikipedia.org/wiki/Trebevi%C4%87?wprov=sfla1

Schüsse von Sarajevo

Der durch die Schüsse erfolgte Tod des österreichisch-ungarischen Thronfolgerehepaars erwirkte eine Neuordnung in der Welt durch zwei darauffolgende verheerende Weltkriege und späteren Nachfolgekriegen, so auch der in Bosnien.

Dort an der Wand sind die Füße von Gavrilo Princip eingegossen worden. Es war der Standort als die Schüsse auf das Thronfolgerehepaar ging. Vorn sieht man angedeutet die Räder in Messing eingegossen als das Auto zum Stillstand kam.

Ob das gut war oder nicht, das sogenannte Fass hätte auch früher oder später so oder so überlaufen können. Der Streit um Ressourcen, Nationalismus, Freiheit, Selbstbestimmung und Abschaffung von altem Adel, die ein Land in Zeiten von rasenden Fortschritt noch in Tradition und Herrschaft halten wollte, ließ die Welt wanken.

Man könnte festhalten,  dass das Heute aus diesen wenigen Schüssen entstanden ist. Gavrilo Princip ist in unserer Welt fast vergessen. Für Serbien ist er ein Held. Tatsächlich sage ich, dass er indirekt auch Verursacher unserer heutigen freiheitlichen Demokratie ohne einen herrschenden Kaiser ist.

Viele Touristen erkennen nicht unbedingt die vielen verursachten Toten, die durch diesen Terroranschlag passiert sind und lächeln mit angedeuteter Waffe im Anschlag auf dem Mahnmal in Richtung Fahrzeug des Thronfolgerehepaars.

Der tragische Anschlagsort, der bis heute eine große Bedeutung in der Geschichte hat

Ich stehe da auch und kann die Wellen hören, fühlen, die damals geschehen sind,  aber nicht begreifen, wie schnell das Weltunglück entstand in dessen Folgen wir heute noch stehen, genau durch diesen Zeitpunkt.

Ein komisches Gefühl da zu stehen, während die Touristenströme und der Verkehr brummt.

Leider hat der Staat neue Öffnungszeiten für Museen und Geschäfte vorgesehen. Gesetzlich wurden ausgerechnet Sonntags nun die Museen geschlossen,  wo die meisten Touristen unterwegs sind. So konnte ich auch diesmal nicht ins Museum gehen. Dafür genoß ich den Basar, die mittelalterlichen Gassen Sarajevos und entfernte mich nicht weit.

Mal ruft der Muezzin…
Mal die katholischen Glocken zum Gebet.

Mal rief der Muezzin, mal die Kirchenglocken zu jeweiligen Gottesdiensten auf. Auch orthodoxe Kirchen sind zu finden.

Die Gassen waren international gefüllt mit Menschen aus den USA, Großbritannien, Deutschland,  Italien,  Frankreich,  Kroatien,  arabischen Ländern, Chinesen und Japanern. Die Welt ist zu Besuch. Sarajevo ist ein multikultureller sehenswerter fast mystischer Ort. Touristen finden in den zahlreichen Souvenirshops mindestens ein Stück handgemachte Seife, einen frisch gerösteten Kaffee, ein typisches Mokkaservice oder eine Auswahl der vielen bosnischen Süßwaren mit nach Hause. In der ältesten Markthalle Europas verkauft man noch Pelze.

Touristen lieben die Stadt

Wir sind einen Kaffee trinken gegangen und lernten die bosnische Cola ‚Cockta‘ kennen, die einen interessanten Nachgeschmack von frischen Kräutern beinhaltet. Ein Sechserpack ist von mir mit auf dem Weg nach Haus gegangen. Lecker als jede amerikanische Cola ist sie auf jeden Fall!

Kaffeepause in Sarajevo ist überall möglich. Hier zusammen mit dem Medienkompetenzkurs vom Berufskolleg Bottrop.
Typisches Mokkaservice mit Geleepralinen, die aus Maisstärke, Zucker und Wasser mit Rosenaroma bestehen. Süß und lecker!
Nach dem heißen Mokka die kühle Cockta

Bevor es auf den Rückweg ging aß ich mit ihnen nur wenige Meter neben dem Café in einem kleinen urigen Restaurant nach Omas Rezepten Pasta. Wir alle hatten mal was anderes als Cevapcici essen wollen, die es an jeder Ecke gibt. Das Nanina Kuhinja hat nach ‚Omas‘ Nationalrezepte eine sehr gute Küche. Sie ist sehr empfehlenswert von der bosnischen Suppe bis hin zu meiner Pasta. Alles war super lecker!

https://www.naninakuhinja.ba/

Sehr empfehlenswertes Restaurant in der Altstadt Sarajevos: Nanina Kuhinja

Die Altstadt Sarajevos mit seinen mittelalterlichen Basargassen muss man genießen trotz der vielen Touristen. Jede Gasse hat eine Geschichte, die an den Straßenschildern erzählt wird. Es lohnt sich genauer hinzuschauen.

Sarajevos Straßenschilder erzählen Geschichte und Geschichten

Einmal durch die älteste Markthalle Europas schlendern, wo wahrscheinlich schon zur Zeit der Römer zu jeder Tageszeit Waren verkauft wurden.

Ausgrabungen neben der Markthalle mit Blick auf die Außenmauern
Informationstafel zu den Ausgrabungen

Genauso ist es interessant in die ältesten Moschee von Sarajevo zu gehen. Sie ist heute ein Museum.

Die älteste Moschee in Sarajevo ist ein Museum

Sarajevos Altstadt wirkt wie ein wandelndes Museum alter und moderner Zeit. Für einen Wochenendtrip mit Museumbesuch ist es reich an Sehenswürdigkeiten und Geschichte. An vielen Ecken gibt es eine Menge frischen guten gerösteten Kaffee in den kleinen Manufakturen zu genießen oder kaufen.

Kaffee oder Süßes gibt es reichlich in der Altstadt Sarajevos

Aber irgendwann ist auch dieser Tag vorbei. Ein Besuch im Genozidmuseum über Srebrenica konnte ich zeitlich nicht einbauen. Das war tatsächlich das einzige Museum, das am Sonntag offen hatte. Der moderne Holocaust gegenüber die bosnien-herzegowinischen Bevölkerung während des Krieges dort war ein Novum und hat auch international neben der dreijährigen Belagerung Sarajevos dafür gesorgt sich in das Kriegsgeschehen endlich einzumischen.

Das einzige Museum, das jeden Tag auf hat.

Am 11.7.25 ist in Berlin die jährliche Gedenkveranstaltung, wo an die schrecklichen Ereignisse von Srebrenica erinnert wird. 8000 Männer und Jungen wurden wahllos abgeschlachtet. Einwanderer von Bosnien-Herzegowina aus dem Ruhrgebiet nehmen auch daran jährlich teil, um an das schlimme Ereignis zu erinnern und zu mahnen, dass es sich nicht wiederholt:

https://www.gfbv.de/de/news/einladung-zu-gedenkveranstaltungen-im-juli-in-berlin-save-the-date-11733/

Auf dem Rückweg nach Fojnica, gaben wir einem bosnischen Rentner eine private Geldspende ab. Der Weg in eine typische Hochhaussiedlung war spannend, weil ich dachte,  dass Google Maps uns woeder wer weiß wo hinführen wird. Letztes Mal fuhren wir über die Hauptstraße direkt hin.

Typische Brutalistenarchitektur aus der kommunistischen Ära des vergangenen Jahrhunderts im ehemaligen Jugoslawien

Er (Name und Foto wird aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht) und seine Familie waren in Zeiten des Krieges nach Deutschland geflüchtetund dann wieder zurück in die Heimat gegangen. Die damals unterstützende deutsche Familie übergibt immer noch jährlich etwas an die bosnische Familie direkt. Die Freundschaft ist seit den Zeiten eng geblieben und die Renten sind sehr karg in Bosnien. Die Spende übergibt der Verein seit einigen Jahren im Auftrag des privaten Spenders.

Wie letztes Jahr begrüßte er uns herzlich am Spätnachmittag. Wir hätten gern mehr Zeit zum Quatschen gehabt, aber die Truppe stand im Parkverbot und wartete auf mich und Herbert. Wir mussten uns  schweren Herzens verabschieden.

Dann ging es nach Fojnica zurück, wo wir den Tag ausklingen ließen mit einem kühlen Sarajevsko…

Fotostrecke zum Rundgang durch Fojnica und den Ausflug nach Sarajevo- Fotos (c) André Brune

Fojnica, eine besondere sehenswerte Kleinstadt in Bosnien-Herzegowina ist eine Stunde vor Sarajevo  und ca 4 Stunden hinter der kroatisch-bosnischen Grenze mit dem Auto zu besuchen.

Aufstieg zum Kloster und Heimatmuseum von Fojnica
Die Maria wird besonders geehrt auf dem Weg zum Kloster
Mahnmal für Kroatische Opfer im bosnischen Krieg in Fojnica
Pater Andeo Zvidovic konnte den katholischen Glauben unter dem Sultan Mehmed el Fatih weiter ausüben.

Eine Info dazu gibt es nur in Englisch:

https://en.wikipedia.org/wiki/An%C4%91eo_Zvizdovi%C4%87?wprov=sfla1

Ein herrlicher Blick auf das Tal und das Kleinstädtchen Fojnica vom Kloster aus
Ein Zastava war ein in Lizenz in Jugoslawien gebauter Fiat 500 und stand vor dem Heimatmuseum. Er fährt immer noch.

Mehr Infos zur ehemaligen Automarke: https://de.wikipedia.org/wiki/Zastava?wprov=sfla1

Ein uraltes Grabkreuz
Das letzte Abendmahl in Originalgröße
Leitungen werden in Bosnien-Herzegowina nicht vergraben
Die älteste Moschee in Fojnica
Ein weiterer Aussichtspunkt oberhalb von Fojnica und der ältesten Moschee
Den Krieg haben nur wenige historische Gebäude überlebt. Einige verfallen mangels Besitzer zusehends. Denkmalschutz ist da kaum noch möglich.
Hier wird kein Bagger benutzt, sondern noch von Hand begraben.

Gans hat Freigang
Die größte und modernste Moschee in Fojnica
Fliegenfischen ist Nationalsport am Sonntag in Bosnien-Herzegowina

Er hat einen Fisch gefangen!
Die bekannte Kurklinik für Rheuma in Fojnica
Denkmal für einen Schriftsteller und Partisan im zweiten Weltkrieg

Mehr über den bosnischen Schriftsteller Zija Dizdarević, der als Partisan kämpfte und im Konzentrationslager Jasenovac umgebracht wurde:

https://en.wikipedia.org/wiki/Zija_Dizdarevi%C4%87#%3A%7E%3Atext%3DZija_Dizdarevi%C4%87_%2818_February_1916%2CBrother_of_Raif_Dizdarevi%C4%87.?wprov=sfla1

Leider gibt es keine deutsch übersetzte Literatur von ihm. Die Büste in Fojnica erinnert an ihn. Von hier aus operierten er als Partisan gegen die deutsche Besatzung im zweiten Weltkrieg. Ein Mahnmal noch aus jugoslawischer Zeit einige Meter weiter erinnert an die im Krieg und umgekommenen Partisanen.

Schöne Idee einen Baumstumpf zu verkleiden!
Sommer – Mode in Bosnien-Herzegowina 2025
Schön wohnen im historischen Haus von Fojnica

Fußläufig sind zwei Moscheen

Denkmal für die gefallenen Partisanen
Panorama vom Denkmal für die Partisanen aus gesehen auf Fojnica
Überall finden sich hier und da vom Krieg verfallene oder als Mahnmal stehende Gebäude

Mittendrin ein Opfermahnmal
Typische Außenbezirke von Sarajevo

Überall wird gegessen und geklönt in der Altstadt von Sarajevo
Eine Buchempfehlung Ahmet M. Rahmanović : Black Soul. Leider nicht auf Deutsch übersetzt.
Überall kleine schmale und schicke Gassen
Schöne künstlerische Ansichten der Stadt

Souvenirshops an jeder Ecke

Kupferkessel sind die wichtigsten Kochutensilien für Speisen und vor allem Kaffee!

Der Hauptplatz im Basar wurde mit türkischer Hilfe saniert. Hier ist es fast wie in Venedig, nur ohne Gondeln aber mit den vielen Tauben, die sich gern füttern ließen.

Der bekannteste Platz vom Baščaršija/Basar in der Altstadt von Sarajevo https://de.wikipedia.org/wiki/Ba%C5%A1%C4%8Dar%C5%A1ija?wprov=sfla1
Das Rathaus von Sarajevo am Eingang zur Altstadt

Blick auf den olympischen Berg Trebević kurz vor dem Rathausgelände

In Bosnien sind die Menschen irgendwie gelassener als bei uns.
Auch hier füttern Rentner gern die Vögel
Da kommt das Bier raus…

Nur 200 Meter von der Brauerei entfernt geht es schon zur Altstadt an einer großen Moschee vorbei…
An der Tabakstraße…ab in die Altstadt
Schöner als die Graffititags, die auch überall leider zu finden sind
Die Herz Jesu Kirche mitten in Sarajevo hat noch viele Kriegsschäden im Mauerwerk
Die Ferhadija Moschee
Auch Ruhrgebiet ist mitten in Sarajevo zu finden!
Neben der ältesten Moschee befindet sich die Stadtbücherei
Das Essen wird für sehr lecker eingestuft!
Mjam, war das lecker!
Sehr empfehlenswertes Restaurant in der Altstadt!

Gasse neben der ältesten Markthalle
Die Brücke von Mostar als Modellbauwerk
Leider landen Flaschengefühle auch in den Fluss
Oder mit Blick auf die Brauerei im Hauseingang
Flaschengefühle mehrfach vor der Brauerei, aber Frischgezapft schmeckt besser und lässt das Erlebte von Heute in Fojnica nochmal Revue passieren lassen

Straßengeschichte:

Ein schickes Hotel nah vom Parkplatz mit Blick zur Altstadt

Jeder schöne Ausflug geht auch zu Ende. Wir fuhren über eine andere Straße zur Spendenübergabe, nicht quer über die Hauptachse. So hatten wir noch einen besonderen Blick auf Sarajevo

Spenden-Auktion „Flaschengefühle“ für den Obdachlosenverein BODO am 13.10. ab 19.30 Uhr

Am 13.10. ab 19.30 Uhr im Theater der Gezeiten, Schmechtingstraße 38 in Bochum, findet die „Spenden-Auktion“ der Ausstellung. „Flaschengefühle“ statt, die im Juli im Schaubüdchen, Ursulastraße 24, von der Stadt Bochum vom Stadteilfond Westend gefördert wurde.

Die kompletten Einnahmen der Fotos auf Leinwand werden für den Obdachlosenverein BODO e.V. gespendet. Sie zeigen Flaschen auf und an Stellen, die manchmal nicht einsehbar sind für Menschen, die vom Pfand der Flaschen leben. In diesem Moment sind Flaschen Müll und gehören in den öffentlichen Abfallbehälter. Doch für die Fotos entstehen Kurzgeschichten, die ich dazu erzählen kann. So hat jede Flasche eine gefühlvolle Geschichte, denn sie wurde von Händen und Mündern berührt, die zu diesem Zeitpunkt etwas erlebt haben.

Außerdem wird die Upcycling-Kunst von Gastaussteller Marco Heine aus Gelsenkirchen für die Behindertenwerkstatt Rheinbaben für die Kunstabteilung Bottrop versteigert.

Des Weiteren wird ein Foto im Rahmen von Manuel Miermeister aus Essen aus der im Frühjahr von mir iniitierten Ausstellung „Vorletzte Generation Ruhrgebiet“ für die Essener Elterninitiative krebskranker Kinder e.V. in die Auktion gebracht. Und einige kunstvolle Bilder vom Bochumer Hobby-Künstler Georg Schulenburg werden für das Kinderheim St. Vinzenz versteigert.

Kürzlich hat der Demoela Verlag mir auch für die Versteigerung das neue heimatliche Brett-Spiel „Der Pott“  zur Verfügung gestellt. Das Spiel sollte versteigert werden, aber ich lege selbst den Einkaufspreis und das Spiel für das Kinderheim bereit, um ihnen eine Freude zu bereiten. Es sei denn es findet sich jemand, der mehr dafür bieten würde.

Über zahlreiche Besucher und Besucherinnen und Bieter für den guten Zweck würde ich mich freuen!

Mehr Informationen:

André Brune

Mobil : 01633912257

https://ruhrpottologe.de

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

Glück auf

Ruhrpottologe André Brune

Beispiele in der Fotogalerie

(Foto Copyright Klaus Pollkläsener (Funke Medien Gruppe/WAZ)

 

Bild von Manuel Miermeister in der Ausstellung „Vorletzte Generation Ruhrgebiet“

Ukrainisches Fußballtalent Vadim konnte dank Spenden zum Turnier nach Kroatien I+Video I +Fotogalerie I +Transparente Spendenübersicht

Vadim, ein vom Krieg mit Mutter und Bruder geflüchteter Junge aus der Ukraine, spielt gerne Fußball. In Bottrop angekommen ist er kurzerhand dem Verein Blau-Weiß Fuhlenbrock eingetreten und zeigte gleich sein aus der Heimat mitgebrachte Fußballtalent. Die Teilnahme an einem Jugendfußballturnier sollte ihn, seinen Bruder und die Mutter vom Krieg ablenken, wo der Vater und Ehemann an der Front kämpft. Der Verein allerdings spendete leider keinen Cent. Also sammelte ich per Crowdfounding für die Fahrt der Brüder und Mutter und bekam 655 € zusammen von geplanten 900 €.

Ein Fußballturnier für Kinder im gleichen Alter in Umag in Kroatien sollte Vadim für den Verein mitmachen. Mirsada Hoffmann organisierte es. Vadim sollte mit seinem Bruder und seiner Mutter mitfahren. Aber die Kosten für die Reise belief sich auf 300 Euro pro Person.

Als Mirsada mir das mitteilte und auch, dass der Verein das nicht so einfach stemmen kann oder wollte, habe ich mich entschlossen eine Spendenaktion im Dezember 2022 ins Leben zu rufen. Bis Mai hatte ich Zeit Geld zu sammeln und es bis dahin zusammen zu bekommen.

900 € sollten es werden, damit auch die Mutter mitkommen konnte. Zusammen bekam ich über meine Spendenaktion bis zur Abfahrt Mai 655 €, einschließlich einer Summe von mir und den Jungs vom BottCast „Bierchen bitte – der Podcast mit Piet und Alex“, die es mit unterstützen wollten.

So möchte ich mich im Namen der Familie herzlich bei allen Spender und Spenderinnen für ihr Vertrauen und Herz bedanken. Ein kleiner Film und die Bilder (Copyright von Mirsada Hoffmann, Jugendfußballtrainerin) sollen transparent zeigen, was mit dem gespendeten Geld gemacht wurde:

Hiermit kann sich jeder überzeugen, dass meine Spendenaktion zu einer sinnvollen fernab von Kriegsgedanken in der Heimat Ukraine für die Familie eine schöne Ablenkung wurde.

Die Mutter konnte durch die eine Familienspende von Mirsada die Reise begleiten. Zum Glück war das nicht mehr so viel. Und für alle war es eine sehr besondere Reise. Mirsada allerdings ist mittlerweile enttäuscht aus dem Verein ausgetreten.

Ich freue mich, dass ich in meinem Rahmen der Ukrainehilfe Ruhrgebiet helfen konnte!

Glück auf

@ruhrpottologeandrebrune

Es folgt der Text von dem Fußballturnier mit Vadim und seiner Familie mit Fotogalerie von Mirsada Hoffmann und die transparente Spendenübersicht:

Hier nun der Text von Mirsada Hoffmann mit ihren Erlebnissen vor Ort in Umag :

Schon zwei, drei Wochen vorher waren die beiden sehr aufgeregt. Jede Trainingseinheit wurde ich gefragt, was wir den in Kroatien machen.

Gibt es da ein Meer? Was brauchen sie? Was sollen sie einpacken?

Dann ging es los. Illia, der kleinere Bruder saß bei mir. Er spielt kein Fußball. Er mag Musik machen und ich musste es die ganze Fahrt hören. Er tanzte und sang, wie es ihm gerade passte. Lebenslustig begleitete er seinen älteren Bruder.

Er wich mir auch in Kroatien nicht von der Seite. Dort angekommen haben die Jungs ihre Bungalows bezogen. Für den kleinen Mann stand fest: „Ich möchte nicht mit meiner Mama in ein Haus“.

Die Mannschaft hatte die Umgebung erkundet. Vadim und Illia waren immer dabei. Alle meine Jungs haben die „Freiheit“ sehr genossen. Schnell wurde der Bazar entdeckt. Nach dem gemeinsamen Pizzaessen, gingen wir anschließend gingen wir an den Pool. Danach war ich mit Illia am Meer, er wollte unbedingt das Meer sehen. Er hatte nie ein Meer gesehen. Dort besprachen wir, dass er die nächsten Tage mein Co-Trainer wird.

Diese Aufgabe meisterte er mit Bravour! Schon beim Frühstücksbuffet wollte er die Aufstellung besprechen. Es konnte ihm nicht schnell genug gehen. Auch wollte er das restliche Programm des Tages wissen.

Er ist ein sehr aufgeschlossenes Kind ohne Hemmung auf andere Menschen zu gehen – egal ob klein oder groß und auch egal aus welchem Land kommend. Mit seinem Scharm wickelte die größeren Mädels um den Finger – Sonnenbrille und Hut durften dabei nicht fehlen.  Am letzten Abend wollte er dann wissen, wohin es nächstes Jahr geht.

Vadim hingegen konzentrierte sich mehr auf den Fußball. Er schoss im Turnier 2 Tore. Unter seinem Trikot trug er wie immer sein selbstbemaltes T-Shirt mit einem Herz mit den Farben der Ukraine. Auf Nachfrage warum er es beim Tor nicht gezeigt hat, war seine Antwort „ich hatte keine Zeit“.

Vadim genoss die Freizeitgestaltung zwar, aber ließ es etwas ruhiger angehen. Er wollte immer für den nächsten Tag fit sein. Aber er war immer mit dabei und lächelte ständig. Er fühlte sich sehr wohl hier.

Die Mama der beiden war glücklich, dass ihre Jungs eine unbeschwerte und unvergessliche Zeit hatten. Über Facetime hat sie den Papa, der in der Ukraine kämpft, immer an dem Geschehen teilhaben lassen. Er hat sich auch bei mir bedankt, für die Zeit, die wir seinen Kindern ermöglicht haben.

In den Gesprächen unter den Erwachsenen hat die Mama dann auch die Fragen der anderen Eltern gerne beantwortet.

Eine unglaubliche Situation für uns. Die Familie hatte eine unbeschwerte Zeit fernab vom Kriegsgeschehen, wo andere Menschen um ihr Leben kämpfen.

Wir bedanken uns bei allen, die uns so toll mit Geldspenden unterstützt haben!!!

Text: Mirsada Hoffmann, Jugendfußballtrainerin, Blau-Weiß Fuhlenbrock, Bottrop

Alle Fotos Copyright Mirsada Hoffmann, Blau-Weiß Fuhlenbrock. Screenshots von der Spendenaktion André Brune