Auf den Spuren der Nachkriegskrimis in Bochum von mit Sabine Hofmann I +Videopodcast I +Podcast I +Fotos

Bochum in Trümmern kann man sich heute kaum noch vorstellen. Höchstens, wenn man in die Ukraine oder nach Gaza schaut. Doch die Innenstadt ist durch alliierte Luftangriffe zwischen 1942 und dem schlimmsten am 4.11.1944 zu 90% zerstört worden. Inmitten dieser entstandenen Ruinen spielt die Krimi-Trilogie Trümmerland, Totenwinter und Kopfgeld, der gebürtigen Bochumerin Sabine Hofmann mit allen „Gewürzen“ der damaligen Zeit.

Einige wichtige Punkte des ersten Romans Trümmerland fahre ich mit Sabine ab. Sie liest auch aus ihrem Roman vor und erzählt, wie sie darauf gekommen ist, was ihr Anliegen ist und wieso sie ihre Geburtsstadt genommen hat, um die spannende, aber auch grausamen Nachkriegsgeschichten zu erzählen, die wir beide selbst nicht erlebt haben.

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Ich war selbst lange Zeit Buchhändler gewesen. Ich fand die vom mittlerweile leider verstorbenen britischen Autor Phillip Kerr Krimiromane, die in den Nachkriegszeitjahren  spielten, spannend. In Berlin versucht Bernhard Gunther zwischen den alten noch vorhandenen Nazibonzen Mordfälle aufzuklären und verstrickt sich immer mehr in den Sumpf der alten Kameraden.

Jetzt traute sich die deutsche Autorin Sabine Hofmann, ihre Krimis nicht in Berlin, sondern in Bochum, mitten im Ruhrgebiet, spielen zu lassen. Auf über 1100 Seiten quetscht sie die von vielen verklärte Zeit in schwarze Buchstaben, die sich schnell lesen lassen. Und was liegt näher, als die eigene Heimatstadt zu nehmen und dort zu recherchieren? Und ganz ehrlich: Das Ruhrgebiet ist spannender als Berlin!

An einem Punkt der Rundreise hat Sabine mich mit ins Bildarchiv der Stadt Bochum entführt. Mit dem Paternoster, einem Relikt aus alten Zeiten und in Deutschland eine Rarität, wollten wir im Rathaus nach oben zum Bildarchiv fahren, aber der ist nur zu den Öffnungszeiten pausenlos unterwegs. Da noch im Rathaus saniert wird, war das Bildarchiv umgezogen und wir irrten durch die zweite Etage. Wir haben alle Gänge durchsucht und dachten, dass das Zimmer zuletzt in der Toilette wäre, weil da die Nummer 257 auftauchte. Aber dann kam eine Tür zum Treppenhaus und direkt links war es dann endlich und konnten Markus Lutter begrüßen, der extra wegen uns etwas länger blieb am Freitag.

Rechts: Markus Lutter in seinem Revier, dem Bildarchiv der Stadt Bochum mit Sabine Hofmann

Das von uns besuchte Bildarchiv der Stadt Bochum, betreut vom Verwaltungsfachangestellten Markus Lutter, der die Stadt wie seine Westentasche kennt, konnte Sabine bei ihren Recherchen sehr gut unterstützen Markus Lutter hat ein unglaubliches Wissen und betreut nicht nur seit vielen Jahren das Bildarchiv mit sage und schreibe rund 400.000 Fotos aus den Jahrzehnten seit den Anfängen der Fotografie, sondern digitalisiert sie auch. Wer die Fotos in digitaler Form sehen möchte, kann sie bei Flickr finden. (Link unten)

Ich habe Markus Lutter gefragt, ob er zu einem Podcast zu einem bestimmten Thema bereit wäre. Und so werde ich dieses Jahr natürlich nochmal auf ihn zukommen, um über einen Umweltskandal der 1970er Jahre zu sprechen, der Bochum und die ganze Bundesrepublik erschüttert hat.

Das Ruhrgebiet ist in der Literaturlandschaft zwar schon mit Frank Goosen und seinen Romanen sowie diversen tollen Krimiautoren nicht mehr wegzudenken, aber hier ist Sabine Hofmann einen erfrischenden neuen Weg der historischen Krimis gegangen. Sie sind eigentlich so aktuell wie nie, durch die aktuelle politische Stimmung im Land und die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine oder in Israel/Gaza.

Sabine Hofmann fragt: „Was macht es aus den Menschen, wenn sie vor dem Nichts stehen oder sich wieder neu sammeln, neu starten oder was ihnen in einem ‚früheren‘ Leben widerfahren ist? Gehen sie drüber hinweg? Beginnen sie an einem anderen Ort mit einem anderen Partner, wenn der vorherige im Krieg gestorben ist? Können sie das überhaupt?“

Die Romane lassen im Rahmen der Stadt Bochum die Welt in Trümmern vor Augen führen – mit all dem Leid. Die drückende Atmosphäre, die damals herrschte, die Unsicherheit, wohin die Reise geht, Hunger und Mangel sowie das Schweigen über die Taten, die kurz vorher noch tagtäglich durchgeführt wurden, wie das Töten von Zwangsarbeitern, werden uns innerhalb der Krimihandlungen gezeigt.

Ohne mahnende Worte mit erhobenem Zeigefinger, in einem einfachen, lesbaren Stil, führt Sabine Hofmann den Lesern vor Augen, was damals war und wie jeder einzelne auf seine Art und Weise damit umging. Mir gefällt die Authentizität der Romane. Ich fühlte mich in die Zeit hineinversetzt. Das kann durch die Fotos aus dem Bildarchiv gut nachvollzogen werden.

Besonders gefiel mir, dass die Nebenfiguren zwischendurch im Ruhrdeutsch-Dialekt sprachen.

Im dritten Teil „Kopfgeld“, setzte Sabine bewusst bei der Hauptfigur Max die Sprache ein, um die  Zerrissenheit der Heimatgefühle und Distanz zur Stadt Bochum darzustellen, denn seiner Familie ist hier Schreckliches widerfahren. Er hatte furchtbare Erfahrungen mit Freunde und Nachbarn gemacht. Dieses Mit- und Gegeneinander aus Distanz, Vertrautheit und Abkehr drückt sich im Sprachenwechsel aus nachdem er mit seiner Schwester zurück aus England in die alte Heimat Bochum kommt.

Durch die gewählte Form der Kriminalliteratur fließt ein roter Faden der Zeit und der Hauptcharaktere durch die drei Romane. In Sabine Hofmanns Krimis lässt sich alles finden: vom Start des Wiederaufbaus, dem Leben in Ruinen, der Suche nach Essen, wärmender Kleidung, dem verbotenen Schwarzhandel, dem Hungerwinter 46/47, bis hin zu den wirklich durchgeführten Mordbefehlen der Bochumer Gestapo im Stadtpark sowie der Judenverfolgung und der Rückkehr in eine zerstörte Heimatstadt.

Sabine Hofmann ist Lehrerin, studierte Germanistik und Romanistik. Sie lebte lange in Frankfurt, bevor sie entschied ihrem Mann ins hessische Erbach in den Odenwald zu folgen und dort Spanisch und Deutsch zu lehren.

Mit ihrer spanischen Freundin Rosa Ribas zusammen schrieb sie eine Krimihandlung, wo die Sprachwissenschaft auch eine große Rolle spielt und helfen kann einen Mordfall aufzuklären. So fingen sie an zu überlegen, ob es in Bochum oder in Spanien spielen sollte. Zuerst wurden dann drei Krimis, die im Barcelona der 1950er Jahre spielten, geschrieben. Sie bauen in den Krimis die dunkle Ära des faschistischen spanischen Führers Franco auf, wo die Presse gleichgeschaltet wurde und jede Person, die gegen das Regime wetterte, ins Gefängnis wandern konnte. Erschienen sind sie im Rowohlt Verlag.

(Screenshots meiner E-Books)

Während Rosa ihre Eltern noch zu der Atmosphäre der 1950er Jahre ausfragen konnte und auch erzählt wurde, hatte es Sabine schwieriger. Früher wurde sehr wenig über die Zeit erzählt. Das Überleben hatte Vorrang. Heute leben die Personen nicht mehr, die etwas erzählen konnten, wenn sie es gewollt hätten. Über die Zeit der Nationalsozialisten wurde meist geschwiegen. Es gab viele Mitläufer und genau diesen Charakterzug lässt sie in den Oberinspektor, so wurden die Hauptkommissare nach britischen Vorbild während der Besetzung genannt,  einfließen. Er war Mitläufer. Hatte immer seinen Job bei der Polizei getan, egal welche Regierung er durchgemacht hatte in seiner Dienstzeit.

Der erste Roman „Trümmerland“ spielt 1946 in einem zerbombten Bochum. Der Wohnraum ist knapp. Flüchtlinge aus dem Osten, die vor der Roten Armee der Sowjetunion, der Russen, flohen, suchten eine Unterbringungsmöglichkeit.

Teil 1 der Trilogie (Screenshot)

Edith Marheinecke ist eine Hauptfigur aller drei Romane. Du gutbürgerlich erzogene Edith floh vor den Russen und verlor ihre Heimat. In Bochum suchte sie nach einem neuen Leben. Bei Martha mit ihrer Tochter Hanna bekam sie eine Wohnmöglichkeit zugewiesen. Marthas Ehemann hatte noch kein Lebenszeichen mitgeteilt. Die Wohnung von Martha war in einer Mietskaserne auf der Hofsteder Str. 74, die heute noch in modernisierter Fassung steht.

Mietskaserne Hofsteder Str. 74 (ca. 1920er Jahre) Mit großem Dank von Sabine Hofmann bekommen für den Blog!)

In der Mietskaserne Hofsteder Straße 74 gab es früher die Toilette in den Zwischenetagen, Kohleofen, kein Badezimmer, kein Wasser in der Wohnung. Herd in der Wohnküche, nicht beheizte Zimmer, spartanische Einrichtung. So hatte Sabine noch die Erinnerung an die Wohnung der Tante, wenn sie sie besuchten. Deswegen kam dieses Haus als erstes Motiv im ersten Teil vor.

Allerdings musste Sabine beim Besuch der Tante keine Brennnesselsuppe mehr essen, was 1946 eher eine tägliche Mahlzeit war, weil es kaum etwas zu essen gab. Die Lebensmittelmärkte, die wir heute kennen mit vollen Regalen, gab es nicht. Auch der Tante Emma – Laden nebenan hatte nichts zu verkaufen. Die Infrastruktur war zerstört. Handelswege unterbrochen. Die Alliierten bestimmten, wie es weitergeht. Der Schwarzmarkt blühte, obwohl er verboten war. Man konnte gegen Zigaretten zum Beispiel Butter eintauschen. Zigaretten waren das Zahlungsmittel in der damaligen Zeit, nicht die Reichsmark. Es gab keine Regierung mehr, keine Nationalbank. Die Menschen musste irgendwie sich selbst helfen, um zu überleben.

Die Zeche Präsident war die nächste Station, wenn sie noch gestanden hätte. Hier spielt der Mantel eines Ermordeten am Anfang des Krimis eine wichtige Rolle. In ihm fanden die Frauen Butterscheine, die für ihr eigenes Überleben, wie der Gewinn einer Lotterie war.

Gelände der Zeche Präsident in Bochum (Foto von der Pressestelle/Bildarchiv der Stadt Bochum)

Die Zeche Präsident war eine wichtige und einer der größten Bergwerke von Bochum nah der Innenstadt. Jedoch wurde das Gelände so zerbombt, dass entschieden wurde, dort keine Steinkohle mehr abzubauen. Für die nahe Jahrhunderthalle entfiel die Möglichkeit nah abgebaute Kohle zu bekommen.

Neben Martha ist der Oberinspektor Dietrichs einer der wichtigsten Hauptpersonen, der ebenfalls in allen drei Romanen vorkommt. Er machte schweigend seine Polizeiarbeit, verlor seine Ehefrau beim Bombenangriff und lehnte sich nicht gegen das Regime auf, machte aber auch nicht bei Erschießungskommandos mit, die zum Beispiel in den Osten gingen.

Podcasten vor dem Polizeipräsidium Bochum

Nach dem Bildarchiv fuhren wir noch zur Uhlandstraße, wo das Polizeipräsidium der Stadt Bochum ist und Dietrichs seine Arbeit in den Romanen tat. Hier las Sabine wieder aus ihrem Roman vor und stellte den bulligen, aber schweigsamen Dietrichs vor, der hier in den Nachkriegsromanen seinen Dienst tat. Unweit von der Uhlandstraße begaben wir uns zu einer Stelle eines Massengrabs, dass sich auf der linken Seite vom Eingang zum Stadtparks befindet.

Kurz vor dem Ende des zweiten Weltkriegs, als die Amerikaner schon im Anmarsch waren, hat die Gestapo in der Villa auf der Bergstraße 74 alle Insassen ermordet und an dieser Stelle vergraben. Die wirklichen Täter kamen mit keinen oder wenigen Jahren Gefängnis davon.

Die kleine Stahltafel weist darauf hin, das NIE WIEDER FASCHISMUS zwar schön ist, aber zur jetzigen Zeit sich zu wiederholen droht. Für mich ist die Tafel ein zu kleiner Hinweis auf die Schandtat dieser Faschisten, denn es waren schließlich nicht nur diese 20 Ermordeten. Die Bochumer Gestapo hat im Laufe der Jahre genug andere Verbrechen getan, die nicht nachgewiesen wurden.

Vor dem Hintergrund des Hungerwinters 1946/47 spielt der zweite Roman „Todeswinter“. Edith Marheinecke kommt bei einem zwielichtigen Rechtsanwalt unter. Als ein ehemaliger KZ-Häftling ermordet wird und ihr Arbeitgeber verwickelt zu sein schein, beginnt Edith selbst die Aufklärung in die Hand zu nehmen ohne zu ahnen, was sie herausfindet.

Teil 2 der Trilogie

Im Krimi „Kopfgeld“ geht Edith Marheinecke als Journalistin mit ihrer Kamera zur Geldausgabestelle am Tag der Einführung der neuen Währung, um darüber zu berichten. Edith machte einige Bilder als Konrad Garthner plötzlich tot unter einer Straßenbahn liegt. Können die Bilder den Fall aufklären oder ist Edith wegen der Fotos selbst in Gefahr? Hier fließt der wichtige Punkt der Shoah hinein. Inspiration war die Stolperstehle, die in Bochum an die Deportation von unzähligen Juden und Jüdinnen nach Auschwitz vom Nordbahnhof erinnert. Die Trilogie ist im Aufbau Verlag erschienen.

Teil 3 der Trilogie

Für mich als Ruhrpottologe ist es einfach wichtig auch die dunklen Seiten des heute so hoch gehobenen WIR SIND DER RUHRPOTT – ZUSAMMEN SIND WIR STARK etc. politisch meist wieder heute einen Keil in die Gesellschaft treibt, genauso wie im Fußball zwischen den Dortmunder Borussen und Schalke 04. Damals wurde wirklich umgebracht. Lebten die Menschen in Angst und Schrecken, denunzierten und kollaborierten die Nachbarn, Freunde und Verwandten aus Überzeugung oder aus anderen niederen Gründen. Hier ist eben auch nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen gewesen. Und es ist auch nie der Fall dass es mal so aalglatt geht, wie wir es gerne hätten.

Sabine Hofmann jedenfalls hat genau die Seite in ihren Romanen geöffnet, wie sie selbst als geborene Ruhrpottfrau ist. Offen sein und sagen oder schreiben, was man denkt mit dem rechten Fleck auf der Brust.

Foto Screenshot von der Internetseite www.sabinehofmann.net

Schon allein deswegen lohnt sich das Lesen aller Romane!

Sabine Hofmann beweist ihre Vielseitigkeit als Autorin auch in einem Sachbuch – ihrer Dissertation Die Konstruktion kolonialer Wirklichkeit aus dem Campus Verlag.

Wer meint, dass Sabine jetzt durch ihre Publikationen reich geworden ist, wird eines besseren im Podcast belehrt. Für die Taschenbuchveröffentlichung bei den namhaften Verlagen Rowohlt und Aufbau verdient sie pro Buch gerade mal 1 €. Das gilt für jeden Autoren, der mit Schreiben Geld verdienen will. Reich wird ein Autor oder Autorin nur wenn es ein Bestseller wird und wochenlang durch die Medien auf die entsprechenden Spiegel-Bestsellerliste puscht. Also muss die andere Literatur, die gut ist und nicht auf der berühmten Liste erscheint, irgendwie gefördert werden. Und damit auch die Person, die schreibt. Also für mich sind alle drei Romane Bestseller. Für euch müssen sie es noch werden. Hofmanns Krimis lohnen sich definitiv!

Ich betone: Ich bekomme für diese Infos keinen Cent. Gut ich hab ein Essen ausgegeben bekommen und ein Buch mit Widmung geschenkt bekommen. Aber sonst nichts. Es ist eine persönliche Buchempfehlung und es war ein tolles Gespräch mit einer tollen Frau gewesen in meinem Podcast! Und wir sehen uns nächstes Jahr definitiv wieder. Ich will doch wissen, wo die Leichen in Essen rumschwimmen aus ihrem nächsten Roman, wenn da auch hauptsächlich eingebrochen werden soll. Literatur muss genauso wie Kunst gefördert werden!

Am Ende waren wir noch zusammen nicht Eis essen, sondern einen Rote Beete-Salat im Café Konkret im Bochumer Bermuda-Dreieck. Lecker!

Links:

Alle Bücher: www.sabinehofmann.net

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Bildarchiv Stadt Bochum:

Stadt Bochum | Flickr

Facebook/Stadt Bochum

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Café Konkret – Bermuda3Eck Bochum

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Fotostrecke (c) André Brune

Die Skulptur „Entfaltung“ erstaunt jeden Besucher immer wieder neu, so auch Sabine Hofmann.

Eine Fotogalerie mit Fotos vom Bildarchiv der Pressestelle der Stadt Bochum:

Foto der Woche I Budenbahn

In Wattenscheid gibt es eine zwischen zwei altersunterschiedlichen Häusern eine eingeklemmte Bude, der Kiosk Ugur.

Das Foto im Regen war eine spontane Entscheidung, die Straßenbahn in Richtung Bochum mit der Samsung S26 Smartphone Kamera einzufangen.

Wie lange das Kiosk auf der Hochstraße 36 ist, habe ich nicht gefragt. Der Inhaber war sehr desinteressiert an meinem Foto, dass ich ihm zeigte. Winkte ab mit einer lapidaren Zustimmung, dass ich es veröffentlichen kann. Auch meine Visitenkarte lehnte er ab. Vielleicht hatte er Nachricht vom Finanzamt bekommen. Das schlägt auch aufs Gemüt…

Da er an eine Konversation zum Blog und warum ich das mache nicht bewogen fühlte, sondern eher sein Frühstück naschen wollte, hab ich mir wenigstens noch eine gemischte Tüte gegönnt und bin gegangen.

Es war nicht Unfreundlichkeit, die mich dazu bewegten keinen großen Beitrag zu dieser Bude zu machen, die ich schon mehrmals in verschiedenen Situationen fotografiert habe, sondern eher das Desinteresse. Den Kiosk gibt es schon lange. Und er schneidet laut Rezensionen in Google mit 5 Sternen gut ab.

Er ist gut sortiert. Hat auch Spielzeug für Kinder. Man kann Pakete für DPD abgeben. Trotzdem habe ich auf ein gemeinsames Selfie verzichtet oder ein Interview. Ich habe gemerkt, dass er das nicht wollte. Zufällig habe ich vorher nur sein Winken von der anderen Seite wahrgenommen, als ich das erste Mal den Kiosk im Regen fotografiert habe, wollte ich den gelben Regenschirm mit auf dem Foto haben. Dann rauschte die Straßenbahn heran.

Ein Foto für die Reihe ‚Regenscheibe‘

Das Fotomotiv ist jedes Mal gut geworden. Auch einmal durch meine Autoscheibe. So jetzt auch der Einfang der Bogestra – Straßenbahn 306, die vorbeizischt.

Bewußt habe ich die Straße im Regen im Bild fotografiert. Die Besonderheit der unterschiedlichen Häuser aus verschiedenen Jahrzehnten, die vor und nach den beiden Weltkriegen neben dem Kiosk entstanden sind machen diesen Nischenkiosk zu etwas, das früher normal war.

In jede kleine Baulücke bauten man nach dem zweiten Weltkrieg so eine kleine Trinkhalle rein, wenn es passte. Man findet im Ruhrgebiet an vielen Stellen noch diese kleinen engen Buden.

Der Regen am heutigen Mittwoch, dem 23.7. und die Straßenbahn der Bogestra, die dort vorbei zischt machen das Motiv zu einer natürlich lebendig wirkenden Streetphotography, wie es international gesagt wird.

Budenbahn (c) André Brune

Aufgenommen mit meinem Samsung S25 Ultra.

Irgendwann bin ich da mal wieder. Und kauf mir wieder eine Gemischte Tüte. Vielleicht hat er dann ja mal mehr Lust mit mir zu reden.

Das Foto ist auf jeden Fall gelungen, wie ich finde. Es ist auch ungeschminkt und unbearbeitet von mir hier hochgeladen worden.

#streetphotography #foto #fotografie

Interview, Podcast & Bergmannsheil I 18.7.25

Was für ein ereignisreicher Tag!

Erst bekam ich kurz vor dem wichtigen Interviewtermin mit einer Mediafirma an der Jahrhunderthalle Bochum (Infos kommen im Herbst!) noch einen Anruf, wo es um einen Podcasttermin ging mit einem Verein Fitab50 e. V. in Recklinghausen, den ich beim Ruhrdax-Netzwerk im letzten Oktober ausgemacht habe. Der Zumbabereich möchte mit mir einen Videopodcast machen.

Natürlich habe ich da vor ein bisschen mitzuzumben, aber alles bleibt anders…

Durch den Anruf war ich unter Zeitdruck. Wollte ja pünktlich zum Termin kommen. Aber um 10.53 Uhr als ich an der Ampel an der Jahrhunderthalle stand und stand und stand… Kam der Anruf, dass er sich um 10 Minuten verspäten werde.

Natürlich war ich komplett durch das Rasen um pünktlich anzukommen verschwitzt. Hoffentlich kann der bei dem Foto, was er machen wollte, die Schweißflecken wegretuschieren, dachte ich mir da so direkt…

Mit dem Herrn von der Mediafirma habe ich nach dem Foto und Kurzinterview ein Selfie gemacht (kommt im Herbst!). Dabei habe ich den Rucksack abgelegt oben an der Brüstung, wo die Jahrhunderthalle bewundert werden kann.

Zur Zeit findet dort ein Teil vom  Sportfest der Rhein-Ruhr FISU World University Games statt. Das passt natürlich, dass ich ein völlig geniales Foto bekommen konnte, was mit meinem Flaschengefühleprojekt in Verbindung steht.

Die Jahrhunderthalle begrüßt internationale Gäste zu den Universitäts-Ruhrgames

Nach dem Interview sind wir einmal rum, weil unten an der Jahrhunderthalle war alles laut und abgesperrt für Gäste von außen worden. Nach dem Selfie sind wir sind die Treppe runter. Ich musste mein Fahrrad die steile Treppe runterkriegen. Dabei haben wir gequatscht über meine Sprecherarbeit und dabei vergaß ich meinen Rucksack wieder auf den Rücken zu packen. Vor allem, weil ich wieder die mit hässlichen Graffitis beschmierten Historischen Hinweistafeln gesehen habe. Das brachte mich auf dir Palme!

Alle Schilder sind versaut. Der RVR kümmert sich nicht. Echt traurig!
Schild direkt gegenüber! Touristen haben hier kein gutes Bild von dem Westpark. Echt ärgerlich!

Nach 10 Minuten und kurz vor der Verabschiedung, wollte ich ihm noch meine Visitenkarte in die Hand drücken und siehe da: Wo ist der Rucksack?

Da war noch alles gut…

Ich sofort los.  Doch statt mit dem Rad da hoch zu rasen, was ja schneller gewesen wäre, rannte ich wie der schnellste Mann der Welt den Berg hoch und auf der Hälfte macht es Peng und ich musste humpeln.

Schuldig war der Rucksack, der im Bergmannsheil unschuldig blickte auf dem Fußboden der Notfallaufnahme. Warum hat er nicht um Hilfe geschrien als ich ihn alleine ließ?

Ich wusste, dass war keine gute Idee zu rennen, wenn man sich vorher nicht warm gemacht hat und schon gar nicht einen leichten Berg hoch.

Waren die Bänder gerissen? War es eher eine Muskelzerrung. Nein, das Peng war bestimmt ein Muskelfaserriss. So meine Diagnose. Ich hatte das schon mal als Fußballer vom VfB Bottrop in der E-Jugend am ersten Trainigstag in der Halle.

Es war tiefer kalter Winter. Ich gerade 12 Jahre alt oder jünger. Kann mich nicht genau erinnern. Es war ein Geburtstagsgeschenk meiner Schwester Mitglied zu werden in einem Sportverein. Ich war immer schon ehrgeizig jeden Ball zu kriegen. War in der Abwehr immer gerne. Aber war nie ein Typ damals in einen Verein einzutreten. Beim ersten Trainingstag in der Halle war ich schnell bei jedem Ball, wehrte ihn ab, sprang in die Höhe und zack hörte ich ein Peng und konnte nach 15 Minuten schon aus dem Training mit 6 Wochen Pause humpeln.

Vom Team bin ich danach nie mehr richtig aufgenommen worden. Und ich ging nach Hause endgültig nach ein paar Trainigseinheiten nachdem ich soweit wieder fit war. Tja die Nationalmannschaft hat leider einen guten Abwehrspieler verloren…

Und so ahnte ich auch diesmal genau durch diese kindliche Erfahrung, dass es dumm gelaufen ist im wahrsten Sinne des Wortes durch eigene Dummheit und einer schnellen Fehlentscheidung zu rennen statt mit dem Rad hoch zu fahren. Im Angesicht der Situation für den Podcast mit der Autorin Sabine Hofmann im Anschluß sollte doch jetzt nicht scheitern dürfen. Sabine hatte geplant bei schönem Wetter mit dem Fahrrad quer durch Bochum Hofstede im Richtung Stadt zu gurken. Im Rucksack war die Kamera, das Mikro und mein Portemonnaie für ein anschließendes Eis. Das alles hätte ja auch ausfallen können, wenn mein Rucksack geklaut worden wäre.

Nein, mein Wille war da, ich ahnte, der Rucksack ist noch da. Aber ich musste schnell sein!

Er war da. Ich sah den orangen Rucksack von unten. Aber jetzt war auch der kaputte Muskel oder ein Band, eine verletzte Sehne da. Ich humpelte so schnell ich konnte die steile Treppe hoch, nahm ihn von der Bank, dann wieder runterhumpeln. Und nach dem Verabschieden war ich total durchgeschwitzt. Und in 30 Minuten ging es ja weiter… Und jetzt fahren mit dem Rad. Ging das überhaupt?

Interessant, dass der Muskel beim Radfahren sich nicht so bemerkbar gemacht hatte. Ich habe einen Winkel herausgefunden, um es nicht so zu belasten. Nur einen Berg hoch und Schlaglöcher mochte die rechte Wade nicht. Also die Podcasttour würde so fortgesetzt werden können. Wenigstens das.

Glück gehabt! Wie man’s nimmt…

In der Kneipe ‚Speckschweiz‘ in der Hofsteder Straße wartete ich mit einem dort für Kinder kostenlos ausgegeben Wassereis und einem alkoholfreien Fiege Pils, denn Malzbier hatten die nicht.

Speckschweiz in Hofstede ist eine kleine urige Kneipe, die es dort seit 20 Jahren gibt. Dort kann man die üblichen Kneipenspiele spielen. Man kommt mit den anwesenden Personen schnell ins Gespräch. Wahrscheinlich kann man sofort mitzocken. Aber dafür war ich nicht da. Ich wollte meine trockene Kehle vor dem Interview kühlen und befeuchten.

Draußen trocknete das T-Shirt durch die warme Sonne ein wenig. Ein bisschen Parfum musste drauf. Sonst hätte Sabine nachher wegen der Ausströmungen vom Rennen und Radfahren den Termin abgesagt…

Sabine Hofmann mit mir am Startpunkt einer Mietskaserne, die im Trümmerland eine wichtige Rolle spielt

Aber alles ging gut. Das Ergebnis werdet ihr in ein paar Wochen sehen. Wir aßen am Ende kein Eis, sondern durfte mich dazugesellen, was ich sonst nicht machen würde, um nicht zu stören, zu den Freunden, mit denen das Ehepaar Hofmann verabredet war. Aber ich war ausgelaugt, brauchte was zu trinken und etwas zu essen.

Rote Beete Salat mit Sonnenblumenkernen und Apfel. Echt lecker

Ich aß meinen bestellten köstlichen Rote-Beete-Salat im Café Konkret, verabschiedete mich, damit sie allein klönen konnten über das Odental, wo sie wohnt und humpelte quer durch das Bermudadreieck. Es gab neugierige, aber auch mitleidige Blicke. Ich war durch das humpeln mit dem Rad in der Hand (dort ist Radfahren in der Fußgängerzone ja verboten und es war auch zu voll zu der Zeit, es zu riskieren) ein Blickfang. Der einzige, der humpelte. Da ging mir durch den Kopf, dass ich doch lieber zur Notaufnahme fahren sollte. Ich bin ja kein Arzt. Und nachher kann ich morgen gar nicht mehr laufen. Jetzt war noch genug Adrenalin im Blut. Aber ich hatte riesige Vorfreude auf meine Dusche zu Hause, wenn es kein Bänderriss ist, der sofort operiert werden müsste.

Das Unfallkrankenhaus Bergmannsheil von Bochum lag auf dem Weg nach Hause. Also fuhr ich hin. Ich wollte lieber eine ärztliche Diagnose haben vorsichtshalber. Ich musste wissen, wie ich damit umgehen soll.

Auf dem langen Weg zurück zum Haupteingang

Nun ja, wer durch den Haupteingang kommt muss nur den Punkten mit dem Roten Kreuz folgen. Dann allerdings braucht man hunpeltechnisch nur noch ungefähr gefühlt 200 Meter laufen quer durch das Erdgeschoss.

Der lange Weg zur Notfallambulanz im Bergmannsheil

Um 21.30 Uhr war ich da und um 23.30 Uhr war ich dann endlich wieder raus. Der junge Arzt hat einmal geprüft. Die Achillessehne war nicht gerissen. Ein MRT müsste man machen, aber eine Röntgenaufnahme und ein Ultraschall konnte meine eigene Diagnose bestätigen : Muskelfaserriss.

Schonen Sie das den Muskel, sagte er. Nun die 200 Meter zum Haupteingang zurück, wo das Fahrrad stand, war erstmal mit Nichtschonung möglich. Hab dem Pförtner gesagt, dass die doch umme Ecke am Haupteingang noch mal eine Notaufnahme machen sollten. Wie soll ich denn sonst mein Bein schonen, wenn ich erstmal meilenweit laufen muss… Er hat gelacht und dabei zustimmend genickt. Ich verliere ja trotz fluchen, nie meinen Humor.

Man sieht nichts, aber ist ganz schön schmerzhaft…

Es war wie damals beim Fußball im Oberschenkel. Das jetzt im unteren Teil der rechten Wade war aber fpr das Laufen doofer. Immer rechts passiert es. Merkwürdig … Und nun ist das Laufen eher ein Humpeln… Aber was solls. Da muss ich durch und ausgerechnet jetzt, wo ich im Garten was machen wollte, der gerade wieder überwuchert, beim Zumba Podcast mitmachen wollte, bei der Gesellschaft Bochum Donezk die zwei LKWs mitpacken wollte, was ich seit Dezember aus Zeitgründen nicht machen konnte und Wander-Gästeführung-Wege ablaufen wollte in der übernächsten Woche, wo ich mir extra Zeit eingebaut habe.

Aber so ist das Leben, manchmal passieren banale Dinge, die von einer Sekunde auf die andere durch dumme Kleinigkeiten zeitlich alles verändern können.

Jeder hat schon solche dumme Situationen erlebt. Jeder wird auch immer wieder so etwas erleben und am Ende kann eine Sache gut, aber auch sehr schlecht ausgehen.

Ich hatte zwar Pech, aber in einigen Wochen geht auch das Laufen wieder und alles ist wieder gut. Jetzt muss ich mich mit der Situation arrangieren, heißt schonen. Was liegt näher, als meine bisher liegen gebliebenen Podcasts endlich zeitlich in den nächsten Wochen in Ruhe bearbeiten zu können, meine Gästeführungsseite endlich fertig zu stellen und mal mit weniger Stress als bisher die nächsten Wochen sinnvoll auch mit Recherchen zu nutzen.

Mitte August ist wieder alles im Lot und die Steuern der letzten drei Jahre sind auch bearbeitet. Als wenn es so sein müsste, dass auch das Finanzamt alle Unterlagen endlich von mir bekommt, weil ich ja jetzt Zeit habe, das auch ganz in Ruhe zu machen.

Obwohl Lust hab ich dazu nicht. Wer hat schon Lust auf Steuererklärung?…

Freut euch also auf den ein oder anderen Podcast, die sonst so gar nicht in der Form von anderen entstehen würde mit dem entsprechenden Blogbeitrag mit Fotos und Infos zu den verschiedenen Themen, von den Naturfreunden Verein, über zwei Podcasts zur Suche nach Spuren von Ruhrgebiet in den belgischen Schützengräben vom ersten Weltkrieg, eine alternden Rockergruppe, die schon viel zu lange mit der Veröffentlichung wartet, und natürlich auch der Podcast mit Sabine und ihren in Bochum spielenden Nachkriegszeitromanen. Natürlich starte ich auch wieder mit Jack den Ruhrgebiet erklärt – Podcast. Wir haben beide kaum Zeit gefunden uns miteinander zusammen zu setzen bei Zoom durch meine Vorbereitungen zur Gästeführungsinternetseite.

Doch heute, heute leg ich nur mein Bein hoch und mache erstmal einen Spiele- und Grillabend mit Freunden. Das war verabredet. Den Weg nehme ich auf mich. Das lenkt ab vom Problem. Und muss auch drin sein!

Ich denke, das machen hoffentlich viele von euch! Denn wer weiß, ob der Sommer so sonnig bleibt, wie heute am 19.7. mit 31 Grad. Was mir schon wieder zu warm ist.

Glück auf! Und denkt bitte daran: Nichts vergessen auf einer Bank und dann auch nicht spontan losrennen wie ich Dusselkopp!

Hab schon mal Pflegegrad 1 beantragt…

Flaschengefühle bei den Ruhrgames

Hilfstransport nach Bosnien Tag 5 & 6 I Gespräch mit dem Leiter der Einrichtung Drin,  letztes gemeinsames Abendessen & die lustige Rückreise I +Fotostrecke I +Video

Montag, 16.6.25 & Dienstag, 17.6.25:

Der letzte Tag und die Rückreise brechen an. Am Montag gibt es nur noch zwei ehrenvolle Pflichtveranstaltungen, bevor wir am Dienstag die Rückreise antreten: Zum einen ein Vorschlag der Zusammenarbeit zur Verbesserung der Qualifikation der Fachkräfte in der Einrichtung Drin für körperlich und geistig eingeschränkte Menschen und das abschließende Abendessen mit Mirsada Hodzic von der Einrichtung Radosti Druzenjia in Bihac. Und dann die lustige Rückreise mit einem Handicap.

Montag, 16.6.25

Das letzte Frühstück im Café Central nahmen wir genüßlich ein, denn es sollten noch vier Stunden Fahrt vor uns liegen.

Im Frühstücksraum von Café Central vor der Abreise

Doch vorher ging es zum Gespräch mit Ismar Halilovic, dem neuen Leiter der Einrichtung Drin für körperlich und geistig eingeschränkte Menschen.

Er lud uns vor der Abreise ein und wollte sich für die Unterstützung persönlich bedanken, die wir durch einen videotechnischen Spendenaufruf nach der plötzlichen Überschwemmung durch Starkregen schnell in die Wege geleitet haben. Über 10000 € sind auch zusammen gekommen im November 2024 und sofort verwendet worden für die Sanierung, neue Heizung und Möbelstücke. Das Video animierte auch andere Vereine mitzuspenden. Da bin schon stolz drauf, dass meine Zusammenstellung mit dem Video so gut funktioniert hat. Es hat dadurch mehr Hilfe gegeben als gedacht.

(Video folgt)

Zijada Suzuka dolmetscht für uns

Über den Besuch und Rundgang mit der Sichtung der Schäden und Reparaturen in der Einrichtung Drin berichtete ich am Tag 3.

Noch fehlt die wichtige Unterschrift für die Urkunde

Für diese Spendenaktion bekam der Verein vom neuen Leiter der Einrichtung eine Urkunde der höchsten Dankbarkeit.

Die Dankbarkeitsurkunde von Drin wird überreicht vom neuen Leiter der Einrichtung Ismar Halilovic an den Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V. an den 2. Vorsitzenden Herbert Schröer

Ismar Halilovic empfing uns herzlich, reichte jedem die Hand. Zijada Suzuka, die in Drin Sozialarbeiterin ist, dolmetschte für uns.

Es war ihm eine persönliche Ehre allen für die Unterstützung die Hand reichen zu können. In einem Facebook-Beitrag würdigt er noch einmal den Verein:

https://www.facebook.com/share/p/15nA9GBSPT/

Internetseite von Drin:

https://drin.ba/

Die Urkunde von Drin

Er erklärte uns, wie die Zukunft aussieht von Drin. Die alten Gebäude aus den 1970er Jahren, die längst nicht dem heutigen Standard entsprechen, werden nach der Eröffnung des noch nicht ganz fertiggestellten Nachbarhauses, auch durch ein neues Gebäude ersetzt werden werden.

In Drin wird dann die Abteilung für Kinder verlegt werden in einen anderen bosnischen Ort, wo sich ein Haus auf die Betreuung spezialisieren wird. Drin wird die Zentrale in Bosnien-Herzegowina für körperlich und geistig eingeschränkte erwachsene Menschen.

Ismar Halilovic zeigt die neuen Gebäudekomplexe

Die Fachkräfte vor Ort jedoch kommen meist aus anderen Berufen, sind nicht immer qualifiziert für die Arbeit mit den Menschen,  aber sie machen alles für sie, wie es möglich ist.

Herbert Schröer hatte letztes Jahr schon seine Vision einer Unterstützung für eine Zusammenarbeit dargestellt. Aber er ist auf taube Ohren beim Vorgänger gekommen,  der sehr vorsichtig agieren wollte. Die Vision ist es anzubieten für einige Tage qualifizierte Fachkräfte aus Deutschland nach Drin zu bringen, die in Seminaren Tipps und Möglichkeiten der Betreuung mit einfachen Methoden zu erklären und zeigen, die in Deutschland erfolgreich angewendet werden.

Ein letztes gemeinsames Foto vor der Verabschiedung

Der Geschäftsführer war sehr offen für dieses Angebot und würde sich freuen, wenn das in dieser Richtung auch funktionieren wird. Der Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien würde seinem Namen dann alle Ehre machen. Ein kleiner Verein, der die Vision trägt zu einer der größten Einrichtung in Bosnien-Herzegowina würde im kleinen Rahmen eine Unterstützung bieten und würde schließlich allen Beteiligten sinnvoll zu Gute kommen. Nicht nur die Betreuungskräfte würden davon profitieren, sondern erst recht die Bewohner und Bewohnerinnen.

Kunstaustausch der Werkstätten

Beim Verabschieden traf ich noch auf die Betreuerin der Kunstwerkstatt von Menschen mit Einschränkungen. Ich trug ihr meine Vision vor eine Kunstaustausch zu machen mit der Kunstwerkstatt Rheinbaben aus Bottrop, die ich vor drei Jahren gepodcastet habe. Auch dort machen Menschen mit Einschränkungen tolle Kunst, die sogar schon im örtlichen Kunstmuseum Quadrat bei der ein oder anderen Jahresausstellung hängen konnten. Sie sind auf jeden Fall dabei, um mir Bilder mitzugeben nächstes Mal. Dieses Jahr wäre die Organisation zu knapp geworden.

So kann in vorheriger Absprache auch Kunst von und nach Bosnien-Herzegowina integriert werden durch diese Verbindung, was mit Sicherheit sehr interessant werden kann. Lebendige Völkerverständigung ist das. Ich bin gespannt, was sich im nächsten Jahr daraus entwickeln wird. Dafür strecke ch schon die Fühler aus in meiner Geburtsstadt und über die Stadtgrenze hinaus.

Wasserfälle und Mokka in Jajce

Dann fuhren wir zurück nach Bihac zur Radosti Druzenjia Einrichtung zu einem letzten „Abendmahl“ und letzten Nacht im Haus.

Unterwegs machten wir nochmal eine Pause, um uns den schönen Wasserfall im Ort und ein wenig die historische Kulisse von Jajces Altstadt bei einem bosnischen Mokka, einer Waffel und Eisbecher zu genießen. Das Eisafé Korzo in der Fußgängerzone war wirklich ein leckerer Ort zum Verweilen. Diesmal verfuhren wir uns nicht.

Slastičarna Korzo

https://g.co/kgs/98Ebe2P

Sehenswerte Wasserfallkulisse der alten Krönungsstadt Jajce
Lecker hier im Eiscafé von Jajce

Das „letzte“ Abendmahl mit allen

Am Abend gab es noch einmal ein Zusammentreffen mit allen Beteiligten, großer bosnischer Fleischplatte in einem der besten Restaurants in Bihac. Es gab  noch einmal Gespräche über zukünftige Möglichkeiten vor Ort in Bihac bei Mirsada Hodzic zu unterstützen.

https://hotel-paviljon.bosnia-herzegovina.info/de/

Gemütliches „letztes“ Abendmahl vor der Abreise am nächsten Tag

Der Regenvorfall

Der Abend schloss mit einem Platzregen, der nicht aufzuhören schien. Ich fragte nach einem Schirm. Aber im Restaurant gab es keinen. Von uns hatte niemand mit so einem starken Regen gerechnet. Ich nahm einfach mutig die Beine in die Hand, um alle mit dem Van abholen zu können.

Ein Toast auf die erfolgreiche Reise nach Bosnien-Herzegowina vor dem Platzregen

Ich konnte nicht nach oben sehen, war schon sozusagen geduscht, bog in die Straße ein und lief so schnell ich konnte, kam aber irgendwie nicht an. Ich konnte im Handy Google Maps nicht aufrufen, sonst wäre es sofort nass geworden, und wahrscheinlich kaputt gegangen. Dann kam ich plötzlich an eine Flussbrücke. Ich wußte nun, dass ich zu weit gelaufen war. Nass war ich eh schon bis auf die Haut. Der Regen hatte nachgelassen. Endlich konnte ich nachprüfen, wo ich war.

Die Wolken brauten den Regen zusammen

Ich war wirklich eine Straße zu früh abgebogen. Ich konnte ja nichts sehen vor Regen. Es gab keine andere Möglichkeit, ich musste noch ca 15 Minuten zusätzlich zurück laufen,  um zur Einrichtung zu kommen. Alle kamen trocken zurück, trotz der Wartezeit. Meine Sachen trockneten nicht mehr über Nacht und lagen hinten im Van bei der Rückreise. Ich hatte nur noch eine Hose, als wenn ich es geahnt hätte… Eine Wäscheleine wäre gut gewesen zwischen den Wänden des Vans…

Ein letztes gemeinsames Foto mit den zu betreuenden Kindern mit geistigen Einschränkungen in Radosti Druzenjia bei Mirsada Hozic (3. von links)

Dienstag, 17.6., die Rückreise

Die Rückreise dauerte gefühlt ewig. Obwohl wir zu viert waren und uns alle zwei Stunden abwechselten, schien der Endpunkt immer weiter zu sein.

Erstmal dauerte es an der Grenze wieder länger, mehr als eine Stunde. Der Medienkompetenzkurs vom Berufskolleg Bottrop hatte uns in der Zwischenzeit dort überholt, obwohl sie vorher noch letzte Videos und Interviews geführt hatten als wir losfuhren.

Trotz des leer gewogenen Anhängers wollten die bosnischen und auch kroatischen Grenzer nochmal reinschauen. Übrigens auch die deutschen Grenzer. Denn ja, wir wurden angehalten. Als wenn wir Flüchtlinge hinten im Anhänger transportieren würden. Der fragende Grenzer war ja nett, der zweite dahinter hielt locker sein Maschinengwehr um die Schulter.

Aber mal ganz ehrlich: Diese Grenzkontrollen sind eine reine Farce im Zuge des Schengener Abkommens. Die Politik sollte sich für diese Maßnahme schämen, eben genau in das Narrativ der Rechten zu handeln. Die LKWs wurden da an der österreichischen Grenze stark kontrolliert. Was soll das? Hab mich gefühlt, wie früher an den Grenzen. Kotzt mich an das Ganze Politikum!

Es kostet dem Steuerzahler nur viel mehr Geld, ist ineffektiv, verstößt gegen EU-Gesetze, schadet der Wirtschaft und bringt so gut wie nichts. Muss das einfach loswerden zwischen den Zeilen. Die sollen mal besser gegen die Schlepperbanden vorgehen. Die nehmen die Flüchtlinge eher aus, die einfach ein neues Leben in der Fremde beginnen wollen ohne Krieg und Hunger, ohne Folter und Vertreibung. Dazu habe ich ja auch einen bewegenden Podcast mit dem gebürtigen Syrer Obama Aljabr gemacht. Ich kann also nachempfinden, was Flucht bedeutet.

Und auch die Bosnier wissen bestimmt, wovon ich hier schreibe. Sie haben das auch schon erlebt und damals war es in Deutschland das gleiche. Erst wurde mit offenen Armen empfangen. Dann hieß es nach ein paar Monaten: Das Boot ist voll. Aber geschadet hat es niemanden. Das Boot ist nicht gekentert. Im Gegenteil viele die geblieben sind, haben Arbeit und eine Familie gegründet oder sind neu gestartet, leben hier glücklich, haben eine neue Heimat gefunden. Und ja: Alle zahlen ins Sozialsystem ein und haben Arbeit. Ausnahmen bestätigen die Regel. Bosnier sind nicht wenige im Ruhrgebiet. Das ist mir erst bewusst geworden,  als ich mit dem Verein ins Gespräch gekommen bin. Zurück zur Fahrt:

Die Rückreise und der platte Reifen

Wettertechnisch war letztes Jahr auf dem Rückweg viel Regen. Dieses Mal aber begleitete uns die schöne Sonne. Als sie unterging, waren wir satt und hatten einen Platten zu beklagen.

Es geht zurück über Kroatien, Slowenien und Österreich

Wir sind hinter der Grenze einer empfehlenswerten Küche gefolgt. Denn wir wollten dieses Mal die Nacht nicht mit leeren Magen durchfahren.

Michael suchte uns das besondere Restaurant aus und fuhr uns hin. Das Problem war wohl die schlechte Infrastruktur für unsere Navigationssysteme im ach so gut ausgebauten Bayern mit herrlichen glatten asphaltierten Straßen und ein Gebüsch, das den Straßennamen unglücklicherweise verdeckte, so dass wir wohl einmal Mal dran vorbei gefahren waren ohne es zu merken.

Also wir beim zweiten Mal vorbeikamen nach einer Runde nah am Bayrischen Wald sah Helmut im Augenwinkel das vom Gebüschverdeckte Straßenschild. An der nächsten Kurve musste gedreht werden. Auf dem Rückweg zur Straße jedoch gab es einen lauten Knall. Wir machten uns keine Gedanken darüber.

Essenstechnisch hatten wir uns auf die in Google abgebildeten Speisen gefreut. Aber wie es so ist, an dem Tag war kein Schnitzel, geschweige denn Salat da. Es gab nur Pizza einmal heiß in der Ping gemacht. Ausgerechnet Michael ist kein Fan davon. Es gab großes Lachen vor der Ernüchterung mit dem Reifen.

Der ganze Essraum war ein Bayern München Fanraum. Der witzige nette Wirt mit dem wunderschönen Bayrischem Akzent wollte uns sofort den Fernseher anmachen, damit wir noch den Rest von Borussia Dortmund im Weltklubspiel sehen. Aber das war gerade zu Ende gegangen mit einem Sieg. Hat auch nichts genutzt. Sind gegen Real Madrid am Ende mal wieder gescheitert.

https://www.bayerischer-wald.de/gastronomie/bierstubm-zum-hansirglbauern-b149dfeac7

Michael (rechts) kann nicht glauben, dass es nur Pizza heute gibt
Bauernpizza mit Speck

Die Überraschung kam erst nachdem wir aus dem Landgasthof gingen, der auch einen kleinen Campingplatz hatte. Als wir zum Transporter gingen, um weiter zu fahren, entdeckte Michael den platten Reifen. Wir entschieden vorsichtig weiter zu fahren. Denn woher sollte man um 22 Uhr noch einen Ersatzreifen her bekommen für den Anhänger?

Ein letzter Blick ins dunkel werdende Allgäu

Da der Anhänger aber ein Doppelachser war, schafften wie es ohne Komplikationen bis nach Dorsten und gaben den Anhänger ab beim Verband Ev. Kirchengemeinden in Dorsten, als wir morgens gegen 8 Uhr ankamen.

Herbert Schröer wollte einen Ersatzreifen sofort besorgen. Aber nun ja…Dieser Spezialreifen für den Anhänger musste man eh erst bestellen. Wenn einmal der Wurm drin ist…

Aber auch das konnte gelöst werden und so endete die Hilfsfahrt doch mit einem Happy End und einem wohlverdienten ergiebigen Schlaf ab der nächsten Nacht im eigenen Bett und nicht irgendwo zwischen den Sitzen eines Vans.

Zuhause! Fast! (Von links: ich, Herbert Schröer,  Michael Weishaupt und Helmut Frieg)

Der Medienkompetenzkurs meldete uns gegen 1.20 Uhr, das sie in Bottrop angekommen waren. Da hatten wir noch ungefähr 6 Stunden zu fahren.

Der Verein bedankt sich auf jeden Fall bei allen Leihgebern der fahrbaren Untersätze.

Kindergartenmöbel

Jetzt sind noch Kindergartenmöbel in einer Garage der Stadt. Sie müssten mit einem Spediteur zu einer Adresse nach Bosnien-Herzegowina gehen. Aber jemanden zu finden dafür, ist nicht einfach. Die Telefone werden heiß laufen. Wir können jetzt dafür nicht sofort wieder runter fahren. Das muss diesmal eine Alternative dafür gefunden werden.

Fazit

Wie und was im nächsten Jahr per Hilfsfahrt transportiert werden wird, steht erstmal in den Sternen. Es wird ausgelotet werden, wo was gebraucht wird.

Rückblickend gefühlt war es anstrengender als im letzten Jahr. Man könnte sagen, man ist ein Jahr älter geworden. Aber vielleicht waren es einfach die vielen Termine oder die Wärme vor Ort. Wir haben auf jeden Fall wieder viele Menschen in diesem Land eine Freude machen können. Die Gastfreundschaft war wieder groß.

Der Medienkompetenzkurs hat für einen möglichen Schüleraustausch erste Kontakte und Informationen ausgetauscht und ausgelotet. Was daraus werden wird, wird sich zeigen.

Auf den Film, den die vier Lehrer und Schüler gemacht haben, bin ich jedenfalls gespannt. Voraussichtlich wird er im November bei einer abgespeckten Filmfestival-Variante oder Extra gezeigt werden. Und ich würde mich freuen, wenn sich mehr Menschen im Ruhrgebiet dafür interessieren würden. Es geht um Völkerverständigung, für ein Miteinander ohne die politischen Verhältnisse auszuloten, sondern um Hilfe und Unterstützung vor Ort zu geben, wenn es auch nur im kleinen Rahmen ist. Und das die junge Generation sich gegenseitig beschnuppert und kennenlernt. So schafft man auch mehr Akzeptanz und Verständnis für das ferne Bosnien-Herzegowina.

Für die Völkerverständigung haben wir einiges in die Wege geleitet und für Drin die Möglichkeit offen bekommen für die Unterstützung durch Fachwissen aus Deutschland. Das ist für einen kleinen Verein, bei dem ich Mitglied geworden bin, immens viel. Und es zeigt, dass man mit wenig Menschen sehr viel auch außerhalb der Grenzen fern der Heimat in über 1300 km bewegen kann. Das war es wert diese Hilfsfahrt zu machen.

Ich kann nur sagen, dass es gut wäre, so etwas selbst mal erlebt zu haben. Es erweitert auch den Horizont des eigenen Denkens und Handelns.

Ich bin gespannt, ob ich auf der Kunstebene etwas bewegen kann für einen Austausch zwischen der Kunstwerkstatt in Drin und der von  Rheinbaben – Kunstwerkstatt in Bottrop. Wollen wir auch hoffen, dass es zu keiner weiteren großen Überschwemmung kommt. Ein Jahr geht schnell um. Es kann viel passieren. Aber es kann auch abseits dessen viel getan werden. Und so kann man sehen, dass auch ein kleiner Verein im Ruhrgebiet vieles bewegen kann!

Fotostrecke (c) André Brune

Fojnica und die Umgebung vom Hotel Café Central

In diesem Haus ist das Hotel
Der Wintergarten, wo wir abends ‚geklönt‘ haben
Ein Rundumblick von der Kreuzung gegenüber vom Hotel Café Central
Fojnica ist ein schöne kleine Stadt
Tourismusinformation von Fojnica mit türkischer Unterstützung gebaut
In diesem Haus haben die Deutschen die Verhöre, Folterungen etc während der Besatzung im zweite  Weltkrieg durchgeführt
Blick auf das Kloster
Schwerer Abschied. Fojnica ist schön, die Menschen nett, die Gastfreundschaft groß!

Besuch von Drin

Zijada Suzuka mit Jan Lachnicht im Gespräch

Die Wasserfälle und die Altstadt von Jajce

Wieder mal „Flaschengefühle“ gefunden
Die verrückten Libellen
Herbert findet Jajce schön
Eiscafe Korzo war sehr gut!
Mjam!
Die Fußgängerzone in der Altstadt von Jajce
Die größte Moschee von Jajce
Die Wasserfälle von Jajce
Die Wasserfälle sind für alle ein tolles Motiv
Erinnerung an die verrückte Fahrt zur Burg werden wach
Italienisches Militär fährt als Kolonne vor
Bosnische Motive
Einmal Scheiben reinigen und volltanken bitte

In Bihac und das letzte Abendessen

Bihac und die Una
Ein alter muslimischer Friedhof
Restaurant und Hotel Paviljon
Herbert Schröer und Mirsada Hodzic
Vegan gibt es nicht in Bosnien
Ausgelassene Stimmung beim letzten Abendessen
Die urige Gastwirtschaft Bierstub’n zum Hansirglbauer’n in der Region Bayrischer Wald war den Umweg wert
Im Büro von Mirsada Hodzic. Sie wird jeden Tag weiter ihr Radosti Druzenjia betreuen. Und nächstes Jahr sehen wir uns wieder, wenn die Sterne es wollen.

Tagpfauflieder 51°7 I Foto der Woche

Entdeckt habe ich den Tagpfauenauge beim Blütensaugen an einem Sommerflieder auf dem Gewerbegebiet Mark 51°7 in Bochum,  dem ehemaligen Opelwerksgelände 1 im Bochumer Stadtteil Laer.

Im Hintergrund sind unscharf die groben Steine zu sehen, die vorbereitet werden für das nächste Gebäude.

33% des Gewerbegebiets sind grüne Freiflächen und sind für die Öffentlichkeit zugänglich. Ein Pluspunkt auch für den Klimaschutz und Mikroklima im Stadtteil.

Vorher waren es ca. 1% und eine abgezäunte Fläche, zugänglich für Niemanden.

Recherchen für eine Gästeführung und Motivfindung vor Ort machen spontan so ein Foto möglich.

Tagpfauflieder 51°7  (c) André Brune

Kinotipp: Frisch I Sehenswerter Film von Damian John Harper I  Ruhrpott-Thriller aus dem Wilden Westen der Republik ohne Klischee in Ruhrdeutsch I Dialektcoach André Brune war dabei

Am 3.7.25 ist es soweit: Kinostart von ‚Frisch‘, ein sehenswerter klischeefreier Independentfilm, der ungefähr Anfang der 2000ern in Duisburg spielt. Ich bin ein ganz kleiner Teil im Team davon gewesen als Dialektcoach. Das war ein Erlebnis!

Aber jetzt erstmal zur schottischen Literaturverfilmung, der ein wilder Thriller-Ritt durch den Wilden Westen der Republik geworden ist und im Dialekt vom Ruhrgebiet mit der Atmosphäre von Duisburg in den 00ern hervorragend funktioniert.

Rein in die Vorpremiere für TeammitgliederInnen des Films „Frisch“

Offizieller Trailer

Worum geht es im Film?

„Frisch“ ist eine Verfilmung des gleichnamigen Romans „Fresh“ des Briten Mark McNay. Die Handlung spielt in einer einem Stadtteil von Glasgow in Royston, einem sozialen Brennpunkt. Im Original lässt der Autor im Debütroman im dortigen Dialekt des Arbeitermilieus sprechen. Der Roman spielt hauptsächlich bei und in einer Hühnerfarm. Wer es liest, wird wahrscheinlich Veganer werden.

Leider nur noch antiquarisch zu bekommen: Mark McNay: Frisch

Kinovorstellungen ab 3.7.25 und Infos zum Film:

Frisch https://g.co/kgs/uBupnUU

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Mehr Informationen

Besuch der Vorpremiere am 23.6.25 in Köln für TeammitgliederInnen

Der Regisseur und die Idee zu einem  außergewöhnlichen Film

Der in Boulder, Colorado, geborene amerikanische Regisseur Damian John Harper entschied dagegen die Handlung in Deutschland spielen zu lassen. Er suchte nach markanten Örtlichkeiten den Film eben in Deutschland angelehnt an das rauhe Milieu des Romans spielen zu lassen.

Es muss in einem Arbeitermilieu spielen und die Sprache soll auch dabei genutzt werden. Der Film hätte niemals mit dem Bergbau funktioniert. Ein Schlachtbetrieb für Schweine war die richtige Wahl. Denn es ist auch eine Methapher zur Situation.

Es hätte überall in Deutschland sein können. Gefunden hat er es im Duisburger Norden.  Es kann Marxloh oder Rheinhausen sein. Die Wahl es hier spielen zu lassen, macht den Film nahbarer als in Schottland ihn spielen zu lassen, wo der schottische Dialekt auf Hochdeutsch synchronisiert worden wäre und die ganze Atmosphäre des Films untergegangen wäre. Was also liegt nahe nicht den Ruhrdeutschen Dialekt zu nehmen jnd es ins Ruhrgebietzu verlagern? Hier ist eben auch nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen.

Rauh und doch eben natürlich, ohne Klischees den Film durch die Handlung peitschen lassen, wie in einem Wilden Western, aber in ruhigen Bildern und dann im hiesigen Dialekt statt in Hochdeutsch. Das ist mutig gewählt vom Regisseur. Das Spiel der Sprache lässt den  Film näher an der Wirklichkeit kommen, die durch den Verlust eines geliebten Menschen tatsächlich überall so oder ähnlich möglich ist. 

Der Film hätte nicht in hessischen, sächsischen, bayrischen oder schwäbischen Dialekt funktionieren können in meinen Augen. Da denke ich an den witzigen Eberhofer-Krimi oder die Rosenheim-Cops. Hier geht es nicht um eine Mordaufklärung in Rosenheim, die immer so absurd ist, dass nur wenige Personen in der Serie den bayrischen Dialekt sprechen dürfen, der Rest tapert auf Hochdeutsch herum. Fall geklärt, alle Lächeln, Landschaft im Hintergrund. Halb Rosenheim abgemurkst.

Wir müssen uns leider verabschieden. Ich hätte ihn noch so viel gefragt. Louis Hofmann ist ein echt sympathischer Mensch und klasse Schauspieler!

Die ersten Gäste kommen

Harper zeigt die Härte eines Arbeiters ohne Mindestlohn. In Schlachtbetriebe waren damals die Arbeiter ärmere Schweine als die dort hingen, um für den Grill des Bergmanns aufgeschlitzt zu werden. Jeden Tag mussten sie überlegen, wie sie die Miete bezahlen, eine Familie ernähren, geschweige denn einen Urlaub sich leisten zu können. Langjährige Mitarbeiter hatten noch Glück. Hier wird damit geliebäugelt, dass man sich mit Kleinkriminalität über Wasser halten konnte, um sich auch mal ein Restaurantbesuch leisten zu können.

Das und viele andere Dinge machen den Film besonders anders ohne übliche Klischees vom Ruhrgebiet mit echtem Ruhrdeutschdialekt. Was Heimatkrimi im GEZ-Fernsehen in Rosenheim ist, spielt, Damian John Harper in 108 nicht langweiligen Minuten mit düsteren Weichzeichnungsrückblenden in die 1990er.  Die wachsende toxische Beziehung der ungleichen Brüder Kai und Mirko wird angelegt, wie in einer achtteiligen erfolgreichen Netflixserie. Der Film geht nicht spurlos an einem vorbei.

Die Handlung

Die Brüder verlieren früh ihre Mutter. Ihr Onkel übernimmt die Erziehung. Doch der ältere Bruder Mirko, schonungslos brutal gespielt des in Dresden geborenen Franz Pätzold, akzeptiert die Situation nicht und kommt immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt.

Bruder Kai ist das genaue Gegenteil, aber sie haben einen „Apachenschwur“ abgelegt, dass sie sich gegenseitig helfen, egal in welcher Situation. Der wird immer wiederholt, in jeder Lebenslage, um den schwächeren Kai daran zu erinnern, dass er Mirko helfen muss. Kai lässt sich in die Kleinkriminalität hineinziehen, um seiner Familie ein besseres Leben zu gönnen.

Dann kommt Mirko ins Gefängnis. Kai verwahrt Mirkos Geld auf. Aber er geht dran, um seiner Tochter eine Augenoperation zu bezahlen und in Pferdewetten zu stecken, um dann das Geld schnell wieder aufzufüllen. 

Das Verhängnis zwischen den Brüdern beginnt, als Kai vor der Tatsache steht, dass sein gewalttätiger Bruder frühzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird, er aber das Geld noch nicht vollständig zurückzahlen kann. Mirko ist eine tickende menschliche Zeitbombe, der auch gegen die Familie seines Bruders bereit ist Gewalt einzusetzen.

Die Szenen in der Schweineschlachterei sind heftig. Wie als Methapher zum Film wird geschlachtet, ausgenommen, zu Brei geschlagen. Blut fließt und Augen werden aus dem Tierkörper entnommen. Das Sezieren der armseligen Schweine ist das Sezieren der Menschen, die es nicht leicht haben mit wenig Geld in Deutschland über die Runden zu kommen und auch Gewaltbereit sind gegenüber ihre eigenen Familienmitgliedern. Kais Ehefrau Ayse wird gespielt von der aus dem Tatort Kiel bekannten Schauspielerin Almila Bagriacik. Insgesamt war es ein großartiger Cast, die alle ihre Rollen überzeugend dargestellt haben.

Die markante Stimme aus dem Off, die Erzählerstimme ist Ralf Richter. Er spricht Kais Alter Ego. Ich hatte das Glück seine letzten Sätze im Studio einsprechen zu hören. Bevor er eilig zum Bahnhof zurück nach Dortmund musste. Wenigstens konnte ich ein Selfie mit ihm bekommen. Es war mir eine Ehre! Toller Typ! Dabei ist er eher schüchtern und gar nicht wie der Prolltyp in so vielen Ruhrpottfilmen, den er so viele Male überzeugend miemt.

Ein schnelles Selfie mit Ralf Richter. Toller Typ!
Einige NebendarstellerInnen habe ich gesehen bei der kleinen NRW-Premiere am 23.6. im Kölner Kino Rexi für TeammitgliederInnen. Unter anderem lernte ich Paul Sundheim und seine in Recklinghausen wohnende Mutter kennen.

Nebendarsteller „Mirko“ Paul Sundheim mit Mutter
Paul spielt in wenigen Szenen überzeugend brutal den jungen Mirko. In diesen wenigen Szenen zeigt er ein großes schauspielerisches Talent, das er schon im Schauspielhaus Bochum unter Beweis bringen konnte. Von ihm werden wir bestimmt noch einiges zu sehen bekommen. Zum Beispiel bald in einer Neuverfilmung vom Fliegenden Klassenzimmer ab Oktober 2025.

Als ich mit meiner Frau Ewa rausging, war ich überzeugt von dem Filmendergebnis. Denn ich kannte die Rohfassung, um die Dialektszenen zu überprüfen für eine mögliche Neusynchronisation einzelner Passagen.

Die SchauspielerInnen haben das generell gut gemacht. Besonders Onkel Andy, gespielt von Sascha Geršik, der schon als Hans-Jürgen Rösner, den Gladbecker Geiselnehmer spielte und als Schwabe definitiv bis auf ein einziges Mal in einer winzigen Szene den Ruhrpott schon auf der Zunge trägt. Wer, wie der Kritiker Daniel Kothenschulte von der Frankfurter Rundschau meint, das kein Schauspieler mit der Rolle verschmolzen ist im Film, so kann ich sagen, dass er den Film nicht nur nicht verstanden hat, sondern wohl andere Filme lieber sehen sollte, die seinen Geschmack mehr liegen.

Für mich hat der Film eine fast taranantinohafte Machart, aber fast ohne Humor. Es ist ein mutiger Kinofilm des Amerikaners, Damian John Harper, der in den USA ein Semester Anthropologie studierte. Nach einer Zeit als Höhlentauchlehrer entschied er sich an der Hochschule für Fernsehen und Film mit Schwerpunkt Dokumentarfilm und Werbung in München zu studieren.

Alte Kinokamera im Rex
Mit dem 14-Minuten Spiefilm „Teardrop“ gewann er beim Brooklyn Film Festival den Publikumspreis und die Beste Kamera für Friede Clausz beim Potsdamer Festival Sehsüchte. Hier spürt man sicher den Weg Harpers, denn es ging um einen Jugendlichen,  der nur durch Mord in einer Straßengang aufgenommen werden würde.

Mit „Los Angeles“ schloss er 2012 sein Studium ab. Der Film bekam mehrere Auszeichnungen: First Step Award, LA Muse Award beim Los Angeles Filmfest und Bester Debütfilm beim Biberacher Filmfest, wo auch sein jetziger Film „Frisch“ 2024 als Bester Spielfilm ausgezeichnet wurde. Und es ist verdient!

Endlich auf der Kinoleinwand nach 4 Jahren harter Arbeit am Film. Hier im Rex in Köln bei der Vorpremiere.

Harper wagt was anderes, düsteres, das auch mal im Ruhrgebiet spielen kann. Er hebt das Kino auf einen anderen Level gegenüber die üblichen Filmgenres und dem Mainstreamkino, wo nur hohe Besucherzahlen wichtig sind, um die Konten der großen Produktionsbosse wieder zu füllen. Viel Einheitsbrei läuft im Fernsehen und im Kino, aber zwischendrin gibt es auch Kleinode, so wie diese andere Art von Krimi.

Das deutsche Kino krankt an wenig Experimentierfreude. Es ist schon ein wenig mehr geworden, aber viel zu wenig. Mag sein, dass es vielleicht nicht den ein oder anderen Geschmack trifft, und Kritiker den Film wieder eher zerreissen, weil sie diese Experimentierfreudigkeit, das Spielen mit Milieu, Sprache, Charakteren, herunterspielen auf das, was man wieder hätte besser machen können.

Kritiken zweier großen Zeitungen

https://taz.de/Ruhrpott-Thriller-Frisch-im-Kino/!6094697/

https://www.fr.de/kultur/tv-kino/der-thriller-frisch-im-kino-93814225.html

Und…

https://www.epd-film.de/filmkritiken/frisch

https://www.br.de/nachrichten/kultur/romanverfilmung-frisch-gewaltvolle-kommunikation,UphPAUC

https://www.critic.de/film/frisch-19454/

Ganz ehrlich, das kotzt mich an. Ich war dabei im Studio. Ich habe das Herzblut von Damian für das Projekt fließen sehen, auch etwas von den Hürden mitbekommen. Es ist nicht einfach so ein besonderes Filmprojekt auf die Leinwand zu bringen. Es vergingen insgesamt vier Jahre jetzt bis zur endgültigen Premiere in ausgewählten Kinos. Eine unglaubliche Zeit ist verstrichen.

Denn ich war unerwartet im Oktober 2023 zum Studio Babelsberg von der Produktionsfirma Weydemann Bros eingeladen worden, um für Louis Hofmann eine Unterstützung beim Dialekt zu sein. Da dachte ich in paar Monaten ist das Endergebnis da. Nein, es dauerte noch etwas länger.

Persönliche „Flaschengefühle“ im Kino

Direkt mit dem jungen lockeren Schauspieler Louis Hofmann und dem Regisseur Damian zusammen in einem Raum zu sitzen und in der Kantine vom Studio Babelsberg zusammen zu essen war ein besonderes einmaliges Erlebnis.

Louis Hofmann, ist weltbekannt geworden durch die Hauptrolle in der erfolgreichsten deutschen Netflixserie ‚Dark‘, spielt den jüngeren Bruder Kai.

Zu dem Zeitpunkt hatte ich nicht nur meine Sprecherausbildung hinter mir, sondern war in den letzten Zügen meines Abschlusses als Synchronsprecher. Das hat mir noch ein wenig mehr Erfahrungen für die Situation gegeben.

Ich empfinde den Film in 108 Minuten, wie eine Netflixserie, die Fargo ähnelt. Die Rückblenden in Serien beteuern auch immer Situationen, die auf acht Teile in einer Serie dann den absoluten Höhepunkt vermitteln. Hier steigert es sich durch die Rückblenden. Bei Serien sagen Kritiker nie, dass es zu viel ist. Bewusst wird das Spiel der Sprache der Region in Harpers Film genommen.

Der Film hätte ja auch in Berlin spielen können. Die Hinweise auf den Schauplatz des Films gibt der Dialekt, die Autoschilder, sie tauchen im Dialog auf und bei der Volksbank Duisburg, die eher eine Privatbank mit dubiosen Zinsen ist, die früher üblich waren.

Mit sächsisch, hessischen oder bayrischen Dialekt wäre dieser Film nicht annähernd an die düstere Atmosphäre gekommen,  der ohne die üblichen Klischees vom Ruhrgebiet und ohne Currywurst auskommt. In Slow Motion wird das ungeschönte Arbeitermilieu gezeigt mit einem dramatischen Ende…oder doch nicht. Der Film ist nur nichts für schwache Nerven! Gewalt kommt da in heftiger Weise vor.

Mehr verrate ich nicht, denn ich habe die Rohfassung zwei Mal gesehen, um an bestimmten Stellen den Alltags-Dialekt nachzujustieren. Auch hier ging es nicht um Klischeewörter, sondern darum wie hier richtig gesprochen wird. Und das ist das, wenn ich sage, dass die Pottwörter nicht verloren gehen sollten. Sprache jedoch verändert sich und wahrscheinlich wird auch das irgendwann in 30 Jahren Geschichte der Dialektik sein.

Da strömt schon stolz durch die Brust dabei gewesen zu sein und einem großartigen jungen Schauspieler etwas Unterstützung gegeben zu haben, die er selbst zur eigenen Sicherheit seiner Figur einstudiert hat und noch verbessern wollte.

Schon etwas besonderes, da auf der Kinoleinwand zu stehen.

 

Stolz bin ich da auf der Leinwand zu sein für einen guten Film!

Tour in die Filmwelt Babelsberg

Es ist Sommer 2023. Ich bekam einen Anruf, ob ich mir vorstellen könnte Dialektcoach für einen im Ruhrgebietsdeutsch gedrehten Film zu unterstützen.

Natürlich sagte ich als Heimatsprecher und Blogger der Region sofort zu.

Im Oktober 2023 wurde ich für einen ganzen Tag eingeladen, um dann neben Louis Hofmann, weltweit bekannt geworden mit seiner Hauptrolle in der erfolgreichsten deutschen Netflixserie ‚Dark‘, Passagen neu einzuspielen, um es natürlicher wirken zu lassen.

Ich wußte ja noch nicht, was mich erwartet. Wie sind die Schauspieler und der Regisseur? Wie sieht ein Tonstudio aus? Darf ich da fotografieren oder was kann ich da im Vorfeld schreiben darüber?

Eins war klar. Solange der Film noch nicht veröffentlicht ist, konnte ich nicht darüber groß schreiben. Das Filmprojekt war ja auch nach den Synchronisationsanpassungen noch lange nicht fertig. Jede Information zu dem Film hätte dem Projekt auch schaden können. In Instagram hab ich nur kurz ein paar Fotos und Infos gezeigt und das ich dabei war. Doch dazu mehr im Extrabeitrag:

Dialektcoaching für das Filmprojekt „Frisch“

 

Mit Begleitung ins Kino: Ewa Brune.
Danke für die Einladung geht an die Produktionsfirma Porte au Prince Pictures und Weydeman Bros!

Links

Regisseur : Damian John Harper

https://www.filmportal.de/person/damian-john-harper_e23dec8769da4fbf92d1b83a109d7c82

SchauspielerInnen :

Louis Hofmann

https://www.filmmakers.eu/de/actors/louis-hofmann

@louishofmann

Franz Pätzold

https://klostermann-thamm.de/schauspieler/franz-paetzold

Almila Bagriacik

https://schlag-agentur.de/almila-bagriacik#!/1

Ralf Richter

https://hb-management.info/ralf-richter

Sascha Geršak

https://agentur-lambsdorff.de/schauspieler/sascha-alexander-gersak/

Canan Kir

https://www.crew-united.com/de/Canan-Kir_334736.html

Pinar Erincin

https://www.crew-united.com/de/Pinar-Erincin_45746.html

Božidar Kocevski

https://www.agenturvogel.de/bozi-kocevski

Zejhun Demirov

https://www.castforward.de/members/profile/zejhun-demirov

Paul Sundheim

https://www.schwarzberlin.com/schauspieler/paul-sundheim/

@paul_sundheim

Produktionsfirmen

https://www.weydemannbros.com/de

https://port-prince.de/

https://port-prince.de/projekt/frisch/

Dialektcoaching

André Brune

https://www.sprecher-brune.de/dialektcoach.php

Dr. Steffen Hessler / Dialektologe / Forensische Linguistik

https://staff.germanistik.rub.de/hessler/

Filmfest

https://www.filmfest-muenchen.de/de/programm/filme/film/?id=7674&f=118

GEWINN GOLDENER BIBER

https://www.blickpunktfilm.de/film/filmfestspiele-frisch-gewinnt-den-goldenen-biber-in-biberach-dbd73d4868f4b505bfad39d0c16530b5

Infos

https://www.crew-united.com/de/Frisch__273720.html

Der Film wurde unter anderem von der Film und Medienstiftung NRW, dem ZDF, Hessen Film &Medien, nordmedia

Dies ist auch unbezahlte Werbung, wenn man es so sehen möchte.  Es ist auxh einfach ein Filmtipp für Euch mal was anderes als den üblichen Kram aich anzusehen. Das mache ich, weil ich überzeugt bin als alter Kinogänger vom Film und nicht,  weil ich ein kleiner Teil vom Team war.