Hilfstransport nach Bosnien Tag 5 & 6 I Gespräch mit dem Leiter der Einrichtung Drin,  letztes gemeinsames Abendessen & die lustige Rückreise I +Fotostrecke I +Video

Montag, 16.6.25 & Dienstag, 17.6.25:

Der letzte Tag und die Rückreise brechen an. Am Montag gibt es nur noch zwei ehrenvolle Pflichtveranstaltungen, bevor wir am Dienstag die Rückreise antreten: Zum einen ein Vorschlag der Zusammenarbeit zur Verbesserung der Qualifikation der Fachkräfte in der Einrichtung Drin für körperlich und geistig eingeschränkte Menschen und das abschließende Abendessen mit Mirsada Hodzic von der Einrichtung Radosti Druzenjia in Bihac. Und dann die lustige Rückreise mit einem Handicap.

Montag, 16.6.25

Das letzte Frühstück im Café Central nahmen wir genüßlich ein, denn es sollten noch vier Stunden Fahrt vor uns liegen.

Im Frühstücksraum von Café Central vor der Abreise

Doch vorher ging es zum Gespräch mit Ismar Halilovic, dem neuen Leiter der Einrichtung Drin für körperlich und geistig eingeschränkte Menschen.

Er lud uns vor der Abreise ein und wollte sich für die Unterstützung persönlich bedanken, die wir durch einen videotechnischen Spendenaufruf nach der plötzlichen Überschwemmung durch Starkregen schnell in die Wege geleitet haben. Über 10000 € sind auch zusammen gekommen im November 2024 und sofort verwendet worden für die Sanierung, neue Heizung und Möbelstücke. Das Video animierte auch andere Vereine mitzuspenden. Da bin schon stolz drauf, dass meine Zusammenstellung mit dem Video so gut funktioniert hat. Es hat dadurch mehr Hilfe gegeben als gedacht.

(Video folgt)

Zijada Suzuka dolmetscht für uns

Über den Besuch und Rundgang mit der Sichtung der Schäden und Reparaturen in der Einrichtung Drin berichtete ich am Tag 3.

Noch fehlt die wichtige Unterschrift für die Urkunde

Für diese Spendenaktion bekam der Verein vom neuen Leiter der Einrichtung eine Urkunde der höchsten Dankbarkeit.

Die Dankbarkeitsurkunde von Drin wird überreicht vom neuen Leiter der Einrichtung Ismar Halilovic an den Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V. an den 2. Vorsitzenden Herbert Schröer

Ismar Halilovic empfing uns herzlich, reichte jedem die Hand. Zijada Suzuka, die in Drin Sozialarbeiterin ist, dolmetschte für uns.

Es war ihm eine persönliche Ehre allen für die Unterstützung die Hand reichen zu können. In einem Facebook-Beitrag würdigt er noch einmal den Verein:

https://www.facebook.com/share/p/15nA9GBSPT/

Internetseite von Drin:

https://drin.ba/

Die Urkunde von Drin

Er erklärte uns, wie die Zukunft aussieht von Drin. Die alten Gebäude aus den 1970er Jahren, die längst nicht dem heutigen Standard entsprechen, werden nach der Eröffnung des noch nicht ganz fertiggestellten Nachbarhauses, auch durch ein neues Gebäude ersetzt werden werden.

In Drin wird dann die Abteilung für Kinder verlegt werden in einen anderen bosnischen Ort, wo sich ein Haus auf die Betreuung spezialisieren wird. Drin wird die Zentrale in Bosnien-Herzegowina für körperlich und geistig eingeschränkte erwachsene Menschen.

Ismar Halilovic zeigt die neuen Gebäudekomplexe

Die Fachkräfte vor Ort jedoch kommen meist aus anderen Berufen, sind nicht immer qualifiziert für die Arbeit mit den Menschen,  aber sie machen alles für sie, wie es möglich ist.

Herbert Schröer hatte letztes Jahr schon seine Vision einer Unterstützung für eine Zusammenarbeit dargestellt. Aber er ist auf taube Ohren beim Vorgänger gekommen,  der sehr vorsichtig agieren wollte. Die Vision ist es anzubieten für einige Tage qualifizierte Fachkräfte aus Deutschland nach Drin zu bringen, die in Seminaren Tipps und Möglichkeiten der Betreuung mit einfachen Methoden zu erklären und zeigen, die in Deutschland erfolgreich angewendet werden.

Ein letztes gemeinsames Foto vor der Verabschiedung

Der Geschäftsführer war sehr offen für dieses Angebot und würde sich freuen, wenn das in dieser Richtung auch funktionieren wird. Der Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien würde seinem Namen dann alle Ehre machen. Ein kleiner Verein, der die Vision trägt zu einer der größten Einrichtung in Bosnien-Herzegowina würde im kleinen Rahmen eine Unterstützung bieten und würde schließlich allen Beteiligten sinnvoll zu Gute kommen. Nicht nur die Betreuungskräfte würden davon profitieren, sondern erst recht die Bewohner und Bewohnerinnen.

Kunstaustausch der Werkstätten

Beim Verabschieden traf ich noch auf die Betreuerin der Kunstwerkstatt von Menschen mit Einschränkungen. Ich trug ihr meine Vision vor eine Kunstaustausch zu machen mit der Kunstwerkstatt Rheinbaben aus Bottrop, die ich vor drei Jahren gepodcastet habe. Auch dort machen Menschen mit Einschränkungen tolle Kunst, die sogar schon im örtlichen Kunstmuseum Quadrat bei der ein oder anderen Jahresausstellung hängen konnten. Sie sind auf jeden Fall dabei, um mir Bilder mitzugeben nächstes Mal. Dieses Jahr wäre die Organisation zu knapp geworden.

So kann in vorheriger Absprache auch Kunst von und nach Bosnien-Herzegowina integriert werden durch diese Verbindung, was mit Sicherheit sehr interessant werden kann. Lebendige Völkerverständigung ist das. Ich bin gespannt, was sich im nächsten Jahr daraus entwickeln wird. Dafür strecke ch schon die Fühler aus in meiner Geburtsstadt und über die Stadtgrenze hinaus.

Wasserfälle und Mokka in Jajce

Dann fuhren wir zurück nach Bihac zur Radosti Druzenjia Einrichtung zu einem letzten „Abendmahl“ und letzten Nacht im Haus.

Unterwegs machten wir nochmal eine Pause, um uns den schönen Wasserfall im Ort und ein wenig die historische Kulisse von Jajces Altstadt bei einem bosnischen Mokka, einer Waffel und Eisbecher zu genießen. Das Eisafé Korzo in der Fußgängerzone war wirklich ein leckerer Ort zum Verweilen. Diesmal verfuhren wir uns nicht.

Slastičarna Korzo

https://g.co/kgs/98Ebe2P

Sehenswerte Wasserfallkulisse der alten Krönungsstadt Jajce
Lecker hier im Eiscafé von Jajce

Das „letzte“ Abendmahl mit allen

Am Abend gab es noch einmal ein Zusammentreffen mit allen Beteiligten, großer bosnischer Fleischplatte in einem der besten Restaurants in Bihac. Es gab  noch einmal Gespräche über zukünftige Möglichkeiten vor Ort in Bihac bei Mirsada Hodzic zu unterstützen.

https://hotel-paviljon.bosnia-herzegovina.info/de/

Gemütliches „letztes“ Abendmahl vor der Abreise am nächsten Tag

Der Regenvorfall

Der Abend schloss mit einem Platzregen, der nicht aufzuhören schien. Ich fragte nach einem Schirm. Aber im Restaurant gab es keinen. Von uns hatte niemand mit so einem starken Regen gerechnet. Ich nahm einfach mutig die Beine in die Hand, um alle mit dem Van abholen zu können.

Ein Toast auf die erfolgreiche Reise nach Bosnien-Herzegowina vor dem Platzregen

Ich konnte nicht nach oben sehen, war schon sozusagen geduscht, bog in die Straße ein und lief so schnell ich konnte, kam aber irgendwie nicht an. Ich konnte im Handy Google Maps nicht aufrufen, sonst wäre es sofort nass geworden, und wahrscheinlich kaputt gegangen. Dann kam ich plötzlich an eine Flussbrücke. Ich wußte nun, dass ich zu weit gelaufen war. Nass war ich eh schon bis auf die Haut. Der Regen hatte nachgelassen. Endlich konnte ich nachprüfen, wo ich war.

Die Wolken brauten den Regen zusammen

Ich war wirklich eine Straße zu früh abgebogen. Ich konnte ja nichts sehen vor Regen. Es gab keine andere Möglichkeit, ich musste noch ca 15 Minuten zusätzlich zurück laufen,  um zur Einrichtung zu kommen. Alle kamen trocken zurück, trotz der Wartezeit. Meine Sachen trockneten nicht mehr über Nacht und lagen hinten im Van bei der Rückreise. Ich hatte nur noch eine Hose, als wenn ich es geahnt hätte… Eine Wäscheleine wäre gut gewesen zwischen den Wänden des Vans…

Ein letztes gemeinsames Foto mit den zu betreuenden Kindern mit geistigen Einschränkungen in Radosti Druzenjia bei Mirsada Hozic (3. von links)

Dienstag, 17.6., die Rückreise

Die Rückreise dauerte gefühlt ewig. Obwohl wir zu viert waren und uns alle zwei Stunden abwechselten, schien der Endpunkt immer weiter zu sein.

Erstmal dauerte es an der Grenze wieder länger, mehr als eine Stunde. Der Medienkompetenzkurs vom Berufskolleg Bottrop hatte uns in der Zwischenzeit dort überholt, obwohl sie vorher noch letzte Videos und Interviews geführt hatten als wir losfuhren.

Trotz des leer gewogenen Anhängers wollten die bosnischen und auch kroatischen Grenzer nochmal reinschauen. Übrigens auch die deutschen Grenzer. Denn ja, wir wurden angehalten. Als wenn wir Flüchtlinge hinten im Anhänger transportieren würden. Der fragende Grenzer war ja nett, der zweite dahinter hielt locker sein Maschinengwehr um die Schulter.

Aber mal ganz ehrlich: Diese Grenzkontrollen sind eine reine Farce im Zuge des Schengener Abkommens. Die Politik sollte sich für diese Maßnahme schämen, eben genau in das Narrativ der Rechten zu handeln. Die LKWs wurden da an der österreichischen Grenze stark kontrolliert. Was soll das? Hab mich gefühlt, wie früher an den Grenzen. Kotzt mich an das Ganze Politikum!

Es kostet dem Steuerzahler nur viel mehr Geld, ist ineffektiv, verstößt gegen EU-Gesetze, schadet der Wirtschaft und bringt so gut wie nichts. Muss das einfach loswerden zwischen den Zeilen. Die sollen mal besser gegen die Schlepperbanden vorgehen. Die nehmen die Flüchtlinge eher aus, die einfach ein neues Leben in der Fremde beginnen wollen ohne Krieg und Hunger, ohne Folter und Vertreibung. Dazu habe ich ja auch einen bewegenden Podcast mit dem gebürtigen Syrer Obama Aljabr gemacht. Ich kann also nachempfinden, was Flucht bedeutet.

Und auch die Bosnier wissen bestimmt, wovon ich hier schreibe. Sie haben das auch schon erlebt und damals war es in Deutschland das gleiche. Erst wurde mit offenen Armen empfangen. Dann hieß es nach ein paar Monaten: Das Boot ist voll. Aber geschadet hat es niemanden. Das Boot ist nicht gekentert. Im Gegenteil viele die geblieben sind, haben Arbeit und eine Familie gegründet oder sind neu gestartet, leben hier glücklich, haben eine neue Heimat gefunden. Und ja: Alle zahlen ins Sozialsystem ein und haben Arbeit. Ausnahmen bestätigen die Regel. Bosnier sind nicht wenige im Ruhrgebiet. Das ist mir erst bewusst geworden,  als ich mit dem Verein ins Gespräch gekommen bin. Zurück zur Fahrt:

Die Rückreise und der platte Reifen

Wettertechnisch war letztes Jahr auf dem Rückweg viel Regen. Dieses Mal aber begleitete uns die schöne Sonne. Als sie unterging, waren wir satt und hatten einen Platten zu beklagen.

Es geht zurück über Kroatien, Slowenien und Österreich

Wir sind hinter der Grenze einer empfehlenswerten Küche gefolgt. Denn wir wollten dieses Mal die Nacht nicht mit leeren Magen durchfahren.

Michael suchte uns das besondere Restaurant aus und fuhr uns hin. Das Problem war wohl die schlechte Infrastruktur für unsere Navigationssysteme im ach so gut ausgebauten Bayern mit herrlichen glatten asphaltierten Straßen und ein Gebüsch, das den Straßennamen unglücklicherweise verdeckte, so dass wir wohl einmal Mal dran vorbei gefahren waren ohne es zu merken.

Also wir beim zweiten Mal vorbeikamen nach einer Runde nah am Bayrischen Wald sah Helmut im Augenwinkel das vom Gebüschverdeckte Straßenschild. An der nächsten Kurve musste gedreht werden. Auf dem Rückweg zur Straße jedoch gab es einen lauten Knall. Wir machten uns keine Gedanken darüber.

Essenstechnisch hatten wir uns auf die in Google abgebildeten Speisen gefreut. Aber wie es so ist, an dem Tag war kein Schnitzel, geschweige denn Salat da. Es gab nur Pizza einmal heiß in der Ping gemacht. Ausgerechnet Michael ist kein Fan davon. Es gab großes Lachen vor der Ernüchterung mit dem Reifen.

Der ganze Essraum war ein Bayern München Fanraum. Der witzige nette Wirt mit dem wunderschönen Bayrischem Akzent wollte uns sofort den Fernseher anmachen, damit wir noch den Rest von Borussia Dortmund im Weltklubspiel sehen. Aber das war gerade zu Ende gegangen mit einem Sieg. Hat auch nichts genutzt. Sind gegen Real Madrid am Ende mal wieder gescheitert.

https://www.bayerischer-wald.de/gastronomie/bierstubm-zum-hansirglbauern-b149dfeac7

Michael (rechts) kann nicht glauben, dass es nur Pizza heute gibt
Bauernpizza mit Speck

Die Überraschung kam erst nachdem wir aus dem Landgasthof gingen, der auch einen kleinen Campingplatz hatte. Als wir zum Transporter gingen, um weiter zu fahren, entdeckte Michael den platten Reifen. Wir entschieden vorsichtig weiter zu fahren. Denn woher sollte man um 22 Uhr noch einen Ersatzreifen her bekommen für den Anhänger?

Ein letzter Blick ins dunkel werdende Allgäu

Da der Anhänger aber ein Doppelachser war, schafften wie es ohne Komplikationen bis nach Dorsten und gaben den Anhänger ab beim Verband Ev. Kirchengemeinden in Dorsten, als wir morgens gegen 8 Uhr ankamen.

Herbert Schröer wollte einen Ersatzreifen sofort besorgen. Aber nun ja…Dieser Spezialreifen für den Anhänger musste man eh erst bestellen. Wenn einmal der Wurm drin ist…

Aber auch das konnte gelöst werden und so endete die Hilfsfahrt doch mit einem Happy End und einem wohlverdienten ergiebigen Schlaf ab der nächsten Nacht im eigenen Bett und nicht irgendwo zwischen den Sitzen eines Vans.

Zuhause! Fast! (Von links: ich, Herbert Schröer,  Michael Weishaupt und Helmut Frieg)

Der Medienkompetenzkurs meldete uns gegen 1.20 Uhr, das sie in Bottrop angekommen waren. Da hatten wir noch ungefähr 6 Stunden zu fahren.

Der Verein bedankt sich auf jeden Fall bei allen Leihgebern der fahrbaren Untersätze.

Kindergartenmöbel

Jetzt sind noch Kindergartenmöbel in einer Garage der Stadt. Sie müssten mit einem Spediteur zu einer Adresse nach Bosnien-Herzegowina gehen. Aber jemanden zu finden dafür, ist nicht einfach. Die Telefone werden heiß laufen. Wir können jetzt dafür nicht sofort wieder runter fahren. Das muss diesmal eine Alternative dafür gefunden werden.

Fazit

Wie und was im nächsten Jahr per Hilfsfahrt transportiert werden wird, steht erstmal in den Sternen. Es wird ausgelotet werden, wo was gebraucht wird.

Rückblickend gefühlt war es anstrengender als im letzten Jahr. Man könnte sagen, man ist ein Jahr älter geworden. Aber vielleicht waren es einfach die vielen Termine oder die Wärme vor Ort. Wir haben auf jeden Fall wieder viele Menschen in diesem Land eine Freude machen können. Die Gastfreundschaft war wieder groß.

Der Medienkompetenzkurs hat für einen möglichen Schüleraustausch erste Kontakte und Informationen ausgetauscht und ausgelotet. Was daraus werden wird, wird sich zeigen.

Auf den Film, den die vier Lehrer und Schüler gemacht haben, bin ich jedenfalls gespannt. Voraussichtlich wird er im November bei einer abgespeckten Filmfestival-Variante oder Extra gezeigt werden. Und ich würde mich freuen, wenn sich mehr Menschen im Ruhrgebiet dafür interessieren würden. Es geht um Völkerverständigung, für ein Miteinander ohne die politischen Verhältnisse auszuloten, sondern um Hilfe und Unterstützung vor Ort zu geben, wenn es auch nur im kleinen Rahmen ist. Und das die junge Generation sich gegenseitig beschnuppert und kennenlernt. So schafft man auch mehr Akzeptanz und Verständnis für das ferne Bosnien-Herzegowina.

Für die Völkerverständigung haben wir einiges in die Wege geleitet und für Drin die Möglichkeit offen bekommen für die Unterstützung durch Fachwissen aus Deutschland. Das ist für einen kleinen Verein, bei dem ich Mitglied geworden bin, immens viel. Und es zeigt, dass man mit wenig Menschen sehr viel auch außerhalb der Grenzen fern der Heimat in über 1300 km bewegen kann. Das war es wert diese Hilfsfahrt zu machen.

Ich kann nur sagen, dass es gut wäre, so etwas selbst mal erlebt zu haben. Es erweitert auch den Horizont des eigenen Denkens und Handelns.

Ich bin gespannt, ob ich auf der Kunstebene etwas bewegen kann für einen Austausch zwischen der Kunstwerkstatt in Drin und der von  Rheinbaben – Kunstwerkstatt in Bottrop. Wollen wir auch hoffen, dass es zu keiner weiteren großen Überschwemmung kommt. Ein Jahr geht schnell um. Es kann viel passieren. Aber es kann auch abseits dessen viel getan werden. Und so kann man sehen, dass auch ein kleiner Verein im Ruhrgebiet vieles bewegen kann!

Fotostrecke (c) André Brune

Fojnica und die Umgebung vom Hotel Café Central

In diesem Haus ist das Hotel
Der Wintergarten, wo wir abends ‚geklönt‘ haben
Ein Rundumblick von der Kreuzung gegenüber vom Hotel Café Central
Fojnica ist ein schöne kleine Stadt
Tourismusinformation von Fojnica mit türkischer Unterstützung gebaut
In diesem Haus haben die Deutschen die Verhöre, Folterungen etc während der Besatzung im zweite  Weltkrieg durchgeführt
Blick auf das Kloster
Schwerer Abschied. Fojnica ist schön, die Menschen nett, die Gastfreundschaft groß!

Besuch von Drin

Zijada Suzuka mit Jan Lachnicht im Gespräch

Die Wasserfälle und die Altstadt von Jajce

Wieder mal „Flaschengefühle“ gefunden
Die verrückten Libellen
Herbert findet Jajce schön
Eiscafe Korzo war sehr gut!
Mjam!
Die Fußgängerzone in der Altstadt von Jajce
Die größte Moschee von Jajce
Die Wasserfälle von Jajce
Die Wasserfälle sind für alle ein tolles Motiv
Erinnerung an die verrückte Fahrt zur Burg werden wach
Italienisches Militär fährt als Kolonne vor
Bosnische Motive
Einmal Scheiben reinigen und volltanken bitte

In Bihac und das letzte Abendessen

Bihac und die Una
Ein alter muslimischer Friedhof
Restaurant und Hotel Paviljon
Herbert Schröer und Mirsada Hodzic
Vegan gibt es nicht in Bosnien
Ausgelassene Stimmung beim letzten Abendessen
Die urige Gastwirtschaft Bierstub’n zum Hansirglbauer’n in der Region Bayrischer Wald war den Umweg wert
Im Büro von Mirsada Hodzic. Sie wird jeden Tag weiter ihr Radosti Druzenjia betreuen. Und nächstes Jahr sehen wir uns wieder, wenn die Sterne es wollen.

Ukraine Bild #13 I Ich helfe der Ukraine – eine erfolgreiche Instagram – Auktion von Kathrin Lind I +Podcast I+Fotos

Die Bochumerin Kathrin Lind hat eine Schockstarre erlitten, als Putins Armee die Grenzen der Ukraine überschritt am 24.2.22. Einen Tag später war sie bei ihrer Mutter. Beide hatten beschlossen irgendwas zu tun, um zu helfen.

Wer ist Kat?

Kat, so ihr Spitzname, der ihr der Einfachheit halber hängen geblieben ist durch die vielen Auslandsreisen, wollte einfach etwas tun.

Kathrin Lind ist Studentin in der Fakultät für Slawistik in Bochum. Sie kann polnisch und russisch sprechen. Sie stammte von Russlanddeutschen ab und hat auch ukrainische Vorfahren. Noch kurz vor der Pandemie war sie 2019 in der Ukraine und besuchte Freunde.

Persönlich liebt sie den Autoren Bulgakow und findet es schwer eine Trennung zwischen Ukraine und Russland zu vollziehen. Sie kontaktierte Verwandte in Russland. Diese jedoch fanden den Krieg richtig gegen das Naziregime in der Ukraine. Russen, die den ganzen Tag das staatliche Fernsehen und Radio sahen und hören, abgeschnitten von der Außenwelt lebten, fanden sich im Recht einzumarschieren. Es entzweite nicht nur ihre eigene Familie. Den Überblick zu bekommen schlug also fehl. Andersdenkende werden strickt abgewiesen. Das Hirnwaschen in Russland hat sehr großen Erfolg gehabt.

Anders denken da eher die ins Ausland gehen, Sportler zum Beispiel bekommen andere Medien mit und besitzen zum Großteil auch eine andere Meinung zum Krieg, äußern sich meist aber nicht dazu. Es gibt sogar Meinungen, die über Telegram und Co existieren, dass Außerirdische die bedeutende Krimbrücke zerstört haben, denn Ukrainer wären nicht imstande so etwas zu tun. Krude Geschichten wurden und werden in diesem Krieg ausgedacht, die mir und meiner Mitmoderatorin Natalia Lubenska erzählt wurden vor über einem Jahr. Denn der Podcast konnte nicht eher herauskommen. Ein persönlicher Schicksalsschlag hat meine Arbeit im Blog und beim Podcasten zeitlich auf unbestimmte Zeit verschoben.

Umso wichtiger war es mir endlich diesen Podcast herauszubringen, bevor es den Überblick über die Präsidenten der Ukraine gibt.

Zum Podcast:

 

Wie ist die Idee gekommen mit Auktionen Ukraine zu helfen?

Anfangs waren die Hilfsorganisationen erstmal überfordert mit Menschen, die helfen wollten. Sie hat sich in alle wichtigen Internetforen eingebaut. Sie hat nach und nach gelesen von Hilfsgüterfahrten zu der Grenze. Bei dem Essener Unternehmer, Lars Becker, der sofort unterstützen wollte, hat sie sich dann eingehängt bei der ersten Hilfstour an die Ukrainische Grenze. 60 km vor der ukrainischen Grenze hat sie eine polnische Frau kennengelernt, die eine Turnhalle in der Kleinstadt organisiert hat, um dort Hilfslieferungen zu koordinieren und ukrainischen Flüchtlingen zu helfen. Es wurde zu einer Brückenzentrale zwischen Deutschland, Polen und der Ukraine. Zur Verpflegung der Helfer und Helferinnen kochten vor Ort ukrainische Frauen Essen.

Außerdem fuhr sie für die Stiftung vom 1. FC Köln zur Grenze um dort eine ukrainische Fußballmannschaft der Frauen abzuholen und in Sicherheit zu bringen. Es war ein großer Vorteil für sie die polnische, russische und Teile der ukrainischen Sprache zu können um zu helfen, wo es wichtig war.

Als Anfang Mai weniger Spenden in die Ukraine geschickt wurden, wuchs der Drang selbst etwas zu organisieren. Mit ihrem Vermieter konnte sie zwei Familien im Haus unterbringen. Sie erarbeitete eine andere Lösung zur geringeren Spendenbereitschaft. Sie sah ihren ganzen persönlichen Kram und wußte, das wenn sie viel verreiste, dann kann sie es auch gleich abgeben. So kam die Idee einer persönlichen Versteigerung ihres Hausstands. Deutsche Bücher kann ein Ukrainer nicht brauchen,  das Buch in Geld umwandeln und damit etwas Gutes tun jedoch schon.

Die Auktion startete bei Instagram. Dort hatte ich sie auch zufällig entdeckt. Sie erzählte, dass es gut funktionierte bis August. Auch bei Ebay hat sie einiges loswerden können. Aber irgendwann war auch da Ebbe. Immerhin hat sie bis dahin mit allen Verkäufen und zusätzlichen Spenden insgesamt 5000 € zusammenbekommen. Sie hatte alles akribisch transparent in einer Excel-Tabelle hinterlegt. In Instagram kann jeder sehen, was sie eingenommen hat. Ihr eigener Kram brachte 1231 € mit der Versteigerung.

Eine weitere Idee war kreative Dinge, wie Kerzen oder selbstgemachte Seifen zu versteigern. Aber das verlief vorerst im Sand. Ob es noch einmal starten wird, steht im Raum. Kat bekommt immer mal den einen oder anderen Kontakt, die ihr helfen wollen. So ist auch eher „Ich helfe der Ukraine“ als Wohltätigkeitsauktion ein „Wir helfen der Ukraine“ geworden. Allein Geldspender waren 50 Personen. 100-150 Menschen haben Sachspenden gemacht.

Wie läuft das Gebot ab?

1. Einfach unter dem Post oder per PN ein Gebot schreiben

2. Wenn Gebot abgegeben, bleibt es 2 Tage angekündigt, damit andere die Möglichkeit bekommen mitzubieten

3. Bietet nach 2 Tagen keiner mit, kann der Gegenstand erworben werden

4. Am besten dann bei ihr direkt in Bochum abholen oder mit Versandkosten zuschicken lassen

5. Natürlich können weitere Spenden, ob Sach- oder Geldspenden über den Link in ihrer BIO in Instagram geschickt werden

6. Unterstützung gibt jeder, der das Profil teilt, dass ergibt mehr Reichweite und eventuell auch mehr Mitbieter*innen

Warum entschied Kat sich für Instagram als Auktionsplattform?

Facebook spricht eher die ältere Generation an. Die Jüngeren sind alle auf Instagram und auf Tiktok. Bei Instagram kann man es trotzdem auch mit Facebook synchronisieren und man kommt eher mit Studenten oder Gleichaltrigen zusammen.

Bürokratische Hürden

Bürokratische Hürden für die Auktion gab es nicht, weil die Einnahmen direkt in Hilfsgüter umgewandelt werden.

 

Transparenz ist für Kat wichtig-Screenshot 1
Hilfsgüter-Übersicht, die in der Ukraine angekommen sind
Auktionseinnahmen-Übersicht

Veränderung der Slawistik als Studiengang

Wir sprachen noch ein wenig über den traurigen Wandel der Sprache von Russisch und Ukrainisch. Das sprachliche Ausmerzen der russischen Sprache innerhalb der Ukraine ist in den Köpfen groß geworden. Auch an der Bochumer Universität wandelt es sich seit einigen Jahren schon. Politik bekommt mehr Einfluß in den Kulturwissenschaften und in den Sprachwissenschaften gibt es mehr Diversität mit anderen Sprachen als nur Russisch und Polnisch als slawische Hauptsprachen.

Kat geht ihren Weg weiter. Sie wird ihren Master machen und auf ihre Art und Weise unterstützen, so wie sie kann. Sie ist einer von vielen Rädchen im Getriebe, die geholfen haben und weiter helfen werden.

Es war uns eine Ehre sie in dem Podcast zu hören und wünschen ihr auf diesem Weg weiterhin viel Erfolg!

Wohltätigkeits-Auktion von KAT alias Kathrin Lind:

Instagram: https://instagram.com/ich_helfe_der_ukraine/

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Facebook: https://facebook.com/IchhelfederUkraine/

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Wichtige Links für Handbücher, Spenden oder für Ukrainer: katstree | Linktree

Im Linktree finden sich Links zu Handbücher auf Ukrainisch und auch Deutsch, wo sich Flüchtlinge melden können oder z.B. kostenlose PDF-Dateien. Einfach mal draufschauen. Es lohnt sich!

 

Kat zeigt, wo sie herkommt
Übersicht ihres Linktrees - Eine Menge Informationen für Ukrainer und Deutsche

Kats Buchtipps:

 

  •      Olga Shparaga: Die Revolution hat ein weibliches Gesicht. Der Fall Belarus (2021)
  •      Anne Applebaum: Roter Hunger. Stalins Krieg gegen die Ukraine (2019)
  •      Serhij Zhadan: Internat. Roman (2018)
  •      Katja Petrowskaja: Vielleicht Esther (2014)
  •      Oksana Sabuschko: Museum der vergessenen Geheimnisse (2010)
  •      Swetlana Alexijewitsch: Der Krieg hat kein weibliches Gesicht (1985)
  •      Valeria Burlakova [Валерія Бурлакова]: „Žittja PS“[Життя P.S.] (2016)
  •      Anna Šyla: Žinka vijny(2019)
  •      Nadija Sawčenko: Der starke Name Nadija [Сильне імя Надія]. (2015) 
  •      Peter Sis: The Wall(2007)
  •      Pavel Čech: A: grafic novel(2019)
Hilfsgüterfahrt zum Zielort
Hilfslieferungsfahrt nach Piensk
Hilfsgüter sind angekommen