Ausstellung Kalender Bochum 2024 + Spende an Tierschutzverein Bochum vom 14.10. – 4.11.23

Kalenderbilder sind für einen Kalender 2024 mit Bochumer Motiven in einer Ausstellung im Schaubüdchen zu sehen. Jeder Verkauf des Kalenders ist eine Spende für das Tierheim Bochum.

Die Vernissage im Schaubüdchen, Ursulastr. 24 in Bochum beginnt am 14.10 um 13 Uhr bis 17 Uhr. Ebenso kann die Finissage am 4.11. zur gleichen Zeit zu besucht werden. Dazwischen gibt es keine Öffnungszeiten, da die zwölf Bilder von Außen sichtbar Tag und Nacht sind.

Warum ein kleiner Kalender Bochum in DIN 4 für das Tierheim?

In den letzten beiden Jahren sind einige Fotos zusammengekommen, die sonst auf einer externen Festplatte vergammeln. Warum also einen Kalender nicht nur für die eigene Wand erstellen, sondern für die Allgemeinheit mit einem guten Zweck verbinden?
Fotografiert wurde nicht mit einer High-Tech-Spiegelreflexkamera, sondern mit dem Smartphone vertikal. Das macht die Kalender besonders anders. Sie sind in DIN 4 und haben einen „Scheuklappenmodus“. Die Fotos zeigen das Wesentliche, sie zeigen das, was wir in Wirklichkeit auch nur sehen würden ohne Panorama.

Was kostet ein Kalender?
Der Kalender mit den Bochumer Motiven wird für 15 € verkauft werden, davon gehen durch die geringe Auflage 10 € an die Herstellungskosten, 5 € werden glatt für das Tierheim Bochum gespendet. Zu Weihnachten wird dann die komplette Summe an den Tierschutzverein Bochum Hattingen e.V.
 

Wo kann der Kalender Bochum 2024 gekauft werden?
Die Kalender sind zur Vinissage oder Finissage zu kaufen im Multifunktions-Kunstkiosk Schaubüdchen, ansonsten ist es über die Mailadresse bestellbar: ruhrpottologe@gmail.com oder anrufen 01633912257
Die Kalenderbestellungen nach der Ausstellung werden zwei Mal im Monat als eine Sammelbestellung gemacht werden bis Weihnachten. Wie der Kalender zu den Käufer und Käuferinnen kommt, kann individuell abgesprochen werden. Bei Versand kommen zusätzlich Versandkosten hinzu.

Warum das Tierheim Bochum?

Damit möchte ich dieses Jahr etwas für ein Tierheim machen, die dieses Jahr auch kein Zuckerschlecken haben. Viele Menschen haben jetzt, wo Homeoffice scheinbar wieder ad acta gelegt wurde, Hunde, Kaninchen, Hamster, Vögel und Katzen ausgesetzt, weil sie nicht klar gekommen sind mit den Betreuungszeiten ihrer Tiere. Das ist leider nichts neues. Die Menschen werden alle einfach nicht schlauer und denken über ihre familiäre und berufliche Situation plus Tiere nicht nach. Das ist verantwortungslos und deswegen meine Aktion.

Kalenderbestellungen:
Mail: ruhrpottologe@gmail.com
Mobil: 01633912257

Über Bestellungen würde ich mich freuen für das Tierheim Bochum!
 
In diesem Sinne Pfötchen hoch und Glück auf ⚒️🐕
 
Foto ist vom Bildschirm abfotografiert und deswegen absichtlich in einer schlechteren Qualität hier zu sehen. Ihr sollt den Kalender ja für das Tierheim kaufen und nicht vorher beurteilen, wie schlecht die Bildqualität ist. Sie ist definitiv besser! Nur so als kleiner Hinweis.

Spenden-Auktion „Flaschengefühle“ für den Obdachlosenverein BODO am 13.10. ab 19.30 Uhr

Am 13.10. ab 19.30 Uhr im Theater der Gezeiten, Schmechtingstraße 38 in Bochum, findet die „Spenden-Auktion“ der Ausstellung. „Flaschengefühle“ statt, die im Juli im Schaubüdchen, Ursulastraße 24, von der Stadt Bochum vom Stadteilfond Westend gefördert wurde.

Die kompletten Einnahmen der Fotos auf Leinwand werden für den Obdachlosenverein BODO e.V. gespendet. Sie zeigen Flaschen auf und an Stellen, die manchmal nicht einsehbar sind für Menschen, die vom Pfand der Flaschen leben. In diesem Moment sind Flaschen Müll und gehören in den öffentlichen Abfallbehälter. Doch für die Fotos entstehen Kurzgeschichten, die ich dazu erzählen kann. So hat jede Flasche eine gefühlvolle Geschichte, denn sie wurde von Händen und Mündern berührt, die zu diesem Zeitpunkt etwas erlebt haben.

Außerdem wird die Upcycling-Kunst von Gastaussteller Marco Heine aus Gelsenkirchen für die Behindertenwerkstatt Rheinbaben für die Kunstabteilung Bottrop versteigert.

Des Weiteren wird ein Foto im Rahmen von Manuel Miermeister aus Essen aus der im Frühjahr von mir iniitierten Ausstellung „Vorletzte Generation Ruhrgebiet“ für die Essener Elterninitiative krebskranker Kinder e.V. in die Auktion gebracht. Und einige kunstvolle Bilder vom Bochumer Hobby-Künstler Georg Schulenburg werden für das Kinderheim St. Vinzenz versteigert.

Kürzlich hat der Demoela Verlag mir auch für die Versteigerung das neue heimatliche Brett-Spiel „Der Pott“  zur Verfügung gestellt. Das Spiel sollte versteigert werden, aber ich lege selbst den Einkaufspreis und das Spiel für das Kinderheim bereit, um ihnen eine Freude zu bereiten. Es sei denn es findet sich jemand, der mehr dafür bieten würde.

Über zahlreiche Besucher und Besucherinnen und Bieter für den guten Zweck würde ich mich freuen!

Mehr Informationen:

André Brune

Mobil : 01633912257

https://ruhrpottologe.de

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

Glück auf

Ruhrpottologe André Brune

Beispiele in der Fotogalerie

(Foto Copyright Klaus Pollkläsener (Funke Medien Gruppe/WAZ)

 

Bild von Manuel Miermeister in der Ausstellung „Vorletzte Generation Ruhrgebiet“

Spiel 23 eröffnet zum 40. Mal I + Video I +Fotogalerie aus 2022

Hurra 40 Jahr – Die Spiel Messe 23 feiert vom 5. – 8.10. mit einigen innovativen Neuerungen. Diesmal gibt es sogar ein Maskottchen namens Meeps, eine Katze, die Garfield ähnelt, aber mit den liebreizenden Augen eher einem schnuckeligen Animefilm aus Japan.

Am Donnerstag, 5.10. zum Start gibt es den ganzen Tag Vorträge und Diskussionsrunden und die „Brettspielewelt im Wandel – 40 Jahre Spiel“, Freitag findet Educator´s Day statt, dass Spiel und Bildung in den Vordergrund stellt und hauptsächlich den Pädagogen wichtig sein wird.

Video aus 2022 mit Maskenpflicht

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Es gibt auch eine App, die den Besuchern gezielte Suche nach ihrem Lieblingsstand, Verlag und Hersteller beamt. Die Orientierung wurde bei der riesigen 32400 qm Standfläche verbessert. Was letztes Mal, wie im Video vom letzten Jahr noch zu sehen, mit Maskenpflicht und Coronaauflagen stattfand, ist dieses Mal nicht mehr nötig.Mein Youtube-Video von letzten Jahr soll euch auf den Geschmack bringen hinzugehen, wo ich Samstag auch bin. Und das aus einem bestimmten Grund: Ein Spiel das vom Demoela Spieleverlag „Der Pott“. Dat mussich mia angucken. Hab bisken geholfen, weisse bescheid.

Diesmal sind sechs Hallen fest gebucht. Erwartet werden 850 Aussteller aus 55 Nationen, die 1500 Neuheiten präsentieren, die auch vor Ort ausprobiert werden können und zum Messepreis gekauft werden können. Somit ist die „Spiel 23“ flächenmäßig die größte aller Zeiten. Vor Corona im Jahr 2019 kamen insgesamt 209000 Gäste. Ob die diesmal schon zu knacken sind, wird sich zeigen.

Ob Thomas Moder, Chef des Herner Spielezentrums wieder ein neues Krimispiel hat. Letztes Jahr hat er das im Podcast angekündigte Nordseekrimi „Ebbe und Flut“ angekündigt und auf der Spiel 22 vorgestellt. Ich habe noch eins zum Verlosen zuhause!

Die Messe gliedert sich diesmal in einem neuen Hallenkonzept:

Familienspiele von einfach bis leichten Kennerspielen – Halle 2,4,5,6

Kennerspiele und Expertenspiele Halle 3

Rollen, Sammelkarten- und Miniturspiele in Halle 3

In der Galerie sind Angebote für Kinder und Imbissstände

Crowdfunding-Plattformen, neue Spieleautoren und Künstler bekommen einen speziellen Bereich

Artist Alley, wo gemalt, gezeichnet und von Künstler verkauft wird, befindet sich in Halle 5

Prototypen Galerien, wo Spieleautoren unveröffentlichte Spiele ausprobieren lassen ist in Halle 4. Hier findet sich auch die Crowdfunding – Plattform

In der App des Friedrich Merz Verlags können die Neuheitenliste mit Beschreibungstexten und Bildern der neuen Spiele abgerufen werden. Die Hallenpläne sind interaktiver mit Zoomfunktion. Das Programm der Aussteller und Messe bieten ist ebenfalls abrufbar. In einer Neuheitenliste sind Beschreibungstexte und Bilder und können in einer Favoritenliste angelegt werden.

Link zum Runterladen der App für Android und Apple:

SPIEL App (spiel-essen.de)

Wie jedes Jahr verleiht die Spiel Messe einen Tag vor dem offiziellen Start das „Spiel des Jahres“.

Vor einem Jahr kamen über 147000 Besucher. Damals hab ich meine interessierte Frau Ewa mitgenommen, die wissen wollte, welche Brettspiele in Polen hergestellt werden. Wir trafen uns mit Sebastian Mersch von Game Feature, den ich ja schon gesehen gepodcastet hatte.

Gamefeature ist eigentlich eher für Computer, und Konsolenspiele unterwegs, aber in den regelmäßigen Podcasts auf ihrer Seite besprechen sie auch das ein oder andere Brettspiel. Auch wir testen gern das ein oder andere aus Spaß mit Gamefeature zusammen.

Link zu Gamefeature – Brettspiele-Tests:

BoardGameFeature Beiträge

Board GameFeature – Vorfreude auf die Spiel 23

Es macht Laune einfach mal gesellig zusammen zu sitzen. Brettspiele fördern auch strategisches Denken und lassen einen aus dem Alltag entfliehen. Wir jedenfalls konnten bei dem ein oder anderen leider nicht widerstehen es zum Messepreis zu kaufen und mit Sebastian Mersch von Gamefeature zu testen.

Der Eintrittspreis ist jeweils leider etwas teurer geworden, aber das hängt auch mit den erhöhten Energiekosten zusammen. Die Standgebühren werden auch happig sein. Aber dafür wird auch viel gezeigt und geboten.

Tagesticket:

  • Erwachsene: 22 € Online-Preis – 23 € Tageskasse
  • Kind bis 4 frei, ab 4 bis 12 Jahre: 13 € Online-Preis – 14 € Tageskasse
  • Schüler, Studenten, Auszubildende, Schwerbehinderte ab Grad 50: 19 € Online-Preis – 20 € Tageskasse
  • Familienkarte (2 Erwachsene plus bis zu 3 Kinder und Schüler: 55 € Online – 56 € Tageskasse

Dauerkarte:

  • Erwachsene: 58 € Online – 59 € Tageskasse
  • Kind bis 4 frei, ab 4 bis 12: 31 € Online – 32 € Tageskasse
  • Schüler, Studenten, Auszubildende, Schwerbehinderte ab Grad 50: 48 € Online – 49 € Tageskasse

Öffnungszeiten

Donnerstag – Samstag 10 bis 19 Uhr

Sonntag, 8.10 von 10 bis 18 Uhr

Link zur Messe:

SPIEL ESSEN (spiel-essen.de)

Aus eigenen Erfahrungen ist die Anreise mit Bus und Bahn die bessere Wahl!

Die U11 der Essener Ruhrbahn fährt direkt zu den Grugahallen

Link

Fahrplanauskunft  der Essener  Ruhrbahn

Adresse der Messe

Messeplatz 1, Essen 

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Glück auf und viel Spaß! Wir sehen uns vielleicht Samstag aufe Spiel in Essen!

FOTOGALERIE zur SPIEL 22

Das Politische Gespräch zur Vermüllung der Stadt Bochum im Rahmen der geförderten Ausstellung „Flaschengefühle“ I +Video I +Podcast

„Es ist bedrückend“, so Volker Steude von den Stadtgestaltern mit Blick auf meine Fotos, „und zeigt, dass was passieren muss“. So die Aussage eines Kommunalpolitikers aus Bochum beim Nachfragen, wie er die Ausstellung „Flaschengefühle“ findet.

Fünf Mitglieder aus verschiedenen Bochumer Parteien haben sich bereit erklärt zum Politischen Gespräch im Schaubüdchen über die Thematik „Vermüllung der Stadt“ zu sprechen.

Müll, Wilde Kippen, Zigarettenfilter auf dem Boden sind ein heißes Thema in vielen Städten Deutschlands. Durch meine Touren durch die Ruhrgebietsstädte ist mir der Schmutz aufgefallen, der leider mehr wird statt weniger, besonders im Ruhrpott.

Wie können wir unsere Heimat verschönern? Wie kann die Visitenkarte Bahnhof schöner gemacht werden? Viele Fragen und Antworten wurden in zwei Stunden gestellt und in netter Runde beantwortet.

Welche Lösungsvorschläge hat die Kommunalpolitik den Müll in und auf den Straßen und in der Natur zu verringern?

Das sollten mir kommunale Politiker und Politikerinnen aus Bochum mitteilen, die ich im Rahmen der von der Stadt Bochum aus dem Westendfond geförderten Ausstellung zu einem Politischen Gespräch im Schaubüdchen am 21.7.23 eingeladen hatte. Sie ist eine Frage, die vor Ort in jeder Stadt im Kleinen dennoch eine globale Antwort sucht.

Es ist eine Frage, die mich persönlich schon lange beschäftigt, weil es auf den Straßen, in den Gebüschen auf Wiesen und in der Natur mittlerweile immer schlimmer aussieht. Obwohl die Menschen aufgeklärt werden, sind sie achtloser gedankenloser. Die Verursacher und Verursacherinnen von Wilden Müllkippen sind scheinbar der Meinung, dass es die Müllabfuhr, der Kehrer schon irgendwann mitnehmen wird, weil sie dafür bezahlt werden. Und weil es statt weniger Müll, immer mehr wird.

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Podcast - Das Politische Gespräch "Vermüllung der Stadt" - Teil 1

Wenn eine Flasche stehen gelassen wird, denkt vielleicht die Person, sie tue noch was für die Obdachlosen oder die armen Rentner, die nichts zu essen haben. Aber es gibt von den Flaschen viele, die einfach im Rausch egal wo stehengelassen werden. Wenn der Alkoholpegel hoch genug ist, wandert auch der „Kleine Feigling“ unter dem Gehölz oder in der Blumenwiese, wo er nicht gefunden werden kann. Vielleicht ist es zu pauschal gesagt, vorurteilhaft oder einfach nur polemisch. Das mag sein, aber ich verfolge das seit ich selbst Anfang der 1990er Jahren in Bottrop in der Umweltschutzgruppe Robin Wood einstieg und auch politisch einiges gemacht habe, während ich in der Ruhrkohle zum Ver- und Entsorger ausgebildet wurde. Vielen Menschen scheint es immer noch egal zu sein, was mit dem Müll passiert, obwohl Filme und Dokumentationen versuchen zu sensibilisieren, wie es auf dem Meeresboden aussieht oder an schönen Urlaubsstränden. Dort landen Kunststoffe jeder Art auch aus Bochum. Doch kaum einer denkt daran. Es wird auch Müll aus dem Autofenster geworfen, statt im Auto in einer kleinen Tüte zu sammeln und diese im Hausmüll zu entsorgen. Der Abfall von hier landet doch nicht im Meer. Das ist doch Unsinn!

Ist es nicht! Denn wer hier z.B. eine Zigarettenkippe fallen lässt, wenn der Starkregen diese in die Kanalisation spült, denkt nicht daran, dass sie am Ende über irgendwelche Umwege dann doch plötzlich wieder da auftaucht, wo der Bochumer Raucher gerade wieder an der Nordseeküste in die Wellen springt. 10 Jahre dauert es bis ein Zigarettenfilter im Meer zersetzt wird. 10 Jahre zuviel, in dem Meerestiere und Bakterien an dem noch anhängenden Nikotin, Arsen, Cadmium und Blei sterben können. Aus den Augen aus dem Sinn. Was geht mich das Meerestier an. Bakterien kann ich ja eh nicht sehen. Davon gibt es außerdem ja auch genug!

Als ich die Flaschen anfing zu fotografieren, hatte ich eine Ausstellung noch gar nicht geplant. Das erste Bild entstand in Gelsenkirchen Ückendorf im August bei der Szeniale. Dort standen Bierflaschen und kleine Schnapsflaschen an den unmöglichsten Stellen. Sie wurden eben nicht zur Trinkhalle am Flöz zurück gebracht oder da, wo sie gekauft wurden. Ist ja auch mit einem Weg verbunden. Das ist zu umständlich. Die erste Flasche, die ich dann fotografiert habe war in Marianske Lazne (Marienbad), einem Kurort in Tschechien, wo ich ein paar Wochen danach in Urlaub war.

Die Flasche schien alt zu sein. Sie lag vielleicht schon Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte auf einem rostenden alten Dach, dass jederzeit drohte abzufallen, in Moss gebettet. Das war Absicht, wahrscheinlich hochgeworfen oder von einer höheren Etage runtergeworfen. Sie wurde nicht platziert für einen Obdachlosen, der die Flasche zum Pfand bringen wollte. Sie lag in einer Schönheit dort, die seinesgleichen suchte, wie Dornröschen. Ich wollte sie mit einem Kuss wecken. Der Kuss war die Ausstellung, die mir dann im Kopf rumspukte. Ich lernte die Inhaber des Schaubüdchen am Tag der Trinkhallen kennen, bevor ich die ganzen Flaschen anfing zu fotografieren. Und nach dem Urlaub, als ich den Terminplan in die Hand bekam, wann ich welche Ausstellung selbst dort einbinden wollte, plante ich sie schon. Im Mai teilte mir das Schaubüdchen mit, dass der Westendfonds eine Ausschreibung gemacht hat und ich mit meiner Idee vielleicht Chancen auf eine Förderung hätte.

Der Westendfond ist eine Stadtteilförderung der Stadt Bochum. Die Stadtteile Giesenbruch, Stahlhausen und Goldhamme, die an der Jahrhunderthalle, am Westpark angrenzen nah der Innenstadt sollten unterstützt werden. Eine besondere Idee für das sogenannte Westend-Viertel würde mit 1000 € gefördert werden. Einen Tag vor dem Ende, schickte ich meine Vorstellung, nicht nur Fotos aufzuhängen, sondern ein ganzes Projekt innerhalb einer Woche zu machen, die sich nicht nur mit den Flaschen, sondern dem nachbarschaftlichen Müll befasst, den ich im Westpark und in den Straßen der Stadtteile gesehen habe. Ich wollte auch Positives berichten darüber und die möglichen Alternativen, Vorschläge besprechen mit kommunalen Parteien oder Anwohner und Anwohnerinnen.

Videopodcast - Vermüllung der Stadt Bochum - Das Politische Gespräch - Teil 2

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Podcast - Vermüllung der Stadt Bochum - Das Politische Gespräch - Teil 2

Ich konnte es kaum glauben, als ich davon hörte, dass die Jury entschied meine Ausstellung und Projektwoche zu finanzieren. Es hat mich riesig gefreut. Ich hätte es zwar auch ohne Förderung gestemmt, weil ich es für wichtig erachte, aber so hat es natürlich noch eine besondere Marke bekommen. Denn mein Ziel ist es diese Ausstellung mit einer etwas anderen Art von Fotos, den Geschichten zu den Flaschen und der Projektwoche auch in andere Städte zu bringen. Mein Ziel ist, dass dort in jeder Stadt Müll in Straßen, am Bahnhof auf den grünen Wiesen einfach nochmal ins Gedächtnis zu rufen und Möglichkeiten zu besprechen, wie es in den Städten bekämpft werden kann. Mein Ziel ist es die Kommunalpolitik in der Verantwortung zu sehen, darauf aufmerksam zu machen und nach einer gemeinsamen Strategie zu suchen, finden und auszuführen. Das es Geld kosten kann ist keine Frage, die Folgekosten von Verseuchung, das Aufräumen durch den Steuerzahler statt von Veranstaltern z.B. oder auch Wegbleiben von Touristen, die nicht kommen, weil die Stadt schmutzig ist, lässt nachfolgend auch Gewerbesteuer sinken. Vieles hängt zusammen. Es muss über den Tellerrand geschaut werden. Alle kennen das Problem, doch kaum einer zieht an einem Strang. Es ist egal, ob Links, Rechts oder Mitte, egal ob Tierschutzpartei, Grün oder Freie Bürger.

Das Problem ist allen bekannt, doch eins ist klar: Es werden Anträge von Parteien abgelehnt, die förderlich wären, weil sie von der Opposition kommen und nicht aus den eigenen regierenden Reihen. Müll muss parteiübergreifend bekämpft werden. Lösungen müssen gefunden werden. Schnelle Lösungen. Weltweit sogar. Angefangen in der örtlichen Bildungspolitik, an den Schulen bis hin zu hohen Strafen, die ich aus Singapur kenne. Es gibt Dokumentationen in den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten oder Youtube. In Singapur ist es möglich vom Boden zu essen. Erziehung, Bildung und hohe Strafen, die nicht unbedingt die Freiheit eingrenzt, sondern eher das Stadtbild verbessert und die Ressourcen der Natur schont. Die Natur kann sich nicht wehren und wir haben nur diese eine Erde.

Innerhalb der Projektwoche habe ich vor dem Politischen Gespräch die Müllsammelaktion geplant und auch die Garteninitiative aufgesucht. Ich wollte vorher Dinge sehen, was Alternativ passieren kann und wieviel Müll in der Umgebung der Ausstellung zu finden war. Das Ergebnis ist schon im Blog zu lesen. Es ist schon erschreckend, dass ich zwei Matratzen, zwei Einkaufswagen, einen Aktenordner voll mit Materialien von Tapeten neben hunderten Zigarettenkippen und Flaschen, Dosen, Batterien, Autoteile und Hundekotbeutel gefunden habe. Zwei orange halbe Säcke waren voll. Schwer von Papperesten und Flaschen. Am allerversautesten war der Platz hinter dem Anneliese Brost – Musikforum. 15 Mal habe ich das „Bürgerecho“, die Mängelmelder-App in Anspruch genommen und Verbesserungen, Anfragen und Entsorgungshinweise gemacht, die auch fast alle beantwortet oder durchgeführt wurden.

Und nun nach der Zusammenkunft mit den Parteimitgliedern, das zeitlich schon etwas her ist, dachte ich noch vor einer Woche, dass meine Gespräche tatsächlich gefruchtet haben. Es war so schön aufgeräumt am Musikforum. Kaum ging ich diesen Samstag, also eine Woche später daher, war es wieder versaut bis zum geht nicht mehr. Die Bahnhöfe sehen katastrophal aus. Ein neues Bild von meiner Urlaubsabreise nach Polen, in Polen am Bahnhof Gleiwitz / Gliwice und beim Ankommen in Bochum zeigt, was ich meine.

Ich habe die Bahnhöfe von Polen gesehen. Dort kann vom Boden geleckt werden. Sie sind sauber. Es kann nicht sein, dass die Visitenkarte einer Stadt, wie ein Bahnhof einfach nur „abgefuckt“ aussehen. Ich habe mich geschämt für meine deutschen Bahnhöfe, für meine Heimat. Nicht nur in Polen war das Bild der Städte schöner, nein auch in Paris, wo ich davor einige Tage war. Natürlich fand ich dort auch Flaschen und Müll, aber ich stieg aus dem Thalys am Gare du Nord und es war sauber! An jeder Ecke Mülleimer, Wachpersonal und auch Müllmänner, die aufräumten immer und immer wieder.

Neben dem Bahnhof sah es dann im Viertel nicht so toll aus, aber das sah man nur mit dem zweiten Blick. Der Bahnhof ist eine Visitenkarte. Er war sauber. Natürlich schiebt man schnell die Schuld auf die Deutsche Bahn. Natürlich könnte aber jede Stadt mal einfach eine Partnerschaft eingehen und unterstützen. Eine Hand wäscht die andere. Es muss da einfach mehr passieren. So kann es nicht weitergehen. Wenn auf einer anfängt Abfälle hinzulegen, legen andere was dazu. Verbote von alkoholischen Getränken auf den Bahngleisen und im Zug sollten ausgesprochen werden. Die moralische Keule muss treffen ins Mark und Bein. An Bahnhöfen sollte mehr Ordnungsamt seine Wege tun. Die Kosten können auch die Deutsche Bahn z.T. übernehmen. Wer in Google „Bahnhof“ „reinigen“ eingibt, wird erstaunt sein, wo überall die Menschen sich über das schäbige Bild beschweren. Nürnberg, Bad Oynhausen, Stuttgart, Bielefeld. In Facebookgruppen finden sich tausende Aufreger von wilden Müllkippen bis hin zu überfüllten Mülleimern, versifften Ecken. Abfall ist einer der Aufreger Nummer 1.

Und was macht die örtliche Politik?

Sie streitet, diskutiert, debattiert und nach monatelangen Ringen oder auch Jahren entscheidet dann der Ausschuss oder Rat am Ende eine abgespeckte für alle zufriedene freiheitliche Version, um niemanden auf die Füße zu treten.  Es wird in Vierjahresrhythmus gedacht statt in einem Jahrzehnt,. Ich denke da an die Jahrzehnte lang verkommenen Schulen, das Sparen an den Kindern und Lehrern, die für die Zukunft der Stadt und des Landes ausbilden und ausgebildet werden. Es wird ans wiederwählen gedacht. Keine heißen unpopuläre Eisen anfassen. Die Opposition hat es einfacher, sie polemisiert, macht Vorschläge, die aber von der regierenden Mehrheit, dann abgelehnt wird, weil es von der Opposition kommt. Das tägliche politische Geschäft ist meist parteipolitische Abgrenzung statt gerade bei dem Problem Müll zusammen an einem Strang zu ziehen. Das geht so nicht. Politik muss auch auf die Füße treten. Politik muss auch unpopuläre Entscheidungen treffen, muss auch mal mit der moralischen Keule um sich schlagen und mehr als nur in Vierjahresrhythmus denken. Politik sollte viel weiter in die Zukunft blicken.

Es muss Entscheidungen geben, die erzieherisch wirkt. Die Politik muss einen Wink geben, so sollte es aussehen und dafür gesorgt werden. Politik kann ändern, wenn sie will. Und wie die Zeilen zu lesen sind, hängt alles mit allem irgendwie zusammen. Denn allein beim Thema Müll ist das Problem, wenn in der Richtung nicht viel gemacht wird, die Kosten am Ende höher, als die abgespeckten Gesetze, dass der Bürger und die Bürgerin wissen, was zu tun ist. Meist wissen sie es nicht. Denn in der Gelben Tonne wandern auch nach 30 Jahren immer noch Dinge rein, die nicht reingehören.

Zum Beispiel hat meine Frau eine Broschüre übersetzt in polnischer Sprache und in anderen Sprachen für den USB erstellen lassen. Doch wo ist dieser Flyer? Da steht drin, was wo in welchen Müllbehälter kommt, wo Müll hingebracht werden kann. Ich sehe dagegen wilde Müllkippen, wie auf dem Foto „Versteckt“ von mir. Gemacht habe ich es nachdem ich auf frischer Tat ein deutschsprachiges Ehepaar erwischt habe. Sie wollten ein Brett auf den Haufen werfen an einem sonnigen warmen Samstagabend vor einem Jahr. Dieser Haufen liegt immer noch da. Ein Jahr nachdem ich es fotografiert habe. Mittlerweile sperrt ein Zaun das komplette Geländer ab, damit es nicht höher wird. Rechtliche Schwierigkeiten mit dem Grundbesitzer, sagt man mir. Und im gleichen Atemzug sagt mit die Mitarbeiterin des Umweltamtes, dass es in Bochum im Jahr über 5000 wilde Müllkippen gibt! Zusätzliche Kosten, die wir Steuerzahler übrigens mit einer Erhöhung der Müllgebühren am Ende zu zahlen haben, obwohl in Bochum die Abgabe von Sperrmüll und Sondermüll KOSTENLOS ist an den Sammelstellen des USB.

Ich erlebe nach dreißig Jahren „Grüner Punkt“ eine immer noch viel zu geringe Recyclingquote trotz verbesserter Technik. Immer noch wird Grüner Punkt – Müll eher verbrannt, weil es billiger ist als Öl. Seit der Gründung des Grünen Punkts ist mehr Verpackungsmüll entstanden statt weniger. Damit einhergehend ist auch die Recyclingquote nie so richtig auf 100% gekommen, wo sie liegen müsste. Die Verpackungsindustrie vermeidet nicht, sie will verdienen. Die Politik stellt das wegen Arbeitsplätze, Gewerbesteuer etc. nicht in Frage. Sie könnte aber auf mehr Vermeidung setzen. Arbeitsplätze außerhalb der Verpackungsindustrie gibt es in unserem Land mit Fachkräftemangel im Moment genug. Viele Verpackungen haben Verbundstoffe aus Aluminium, Kunststoff und Pappe, wie das Tetrapak, das als umweltfreundlich dargestellt wird, jedoch kaum wiederverwendbar ist und in der Herstellung stark klimaschädlich. Darüber spricht die Politik nicht!

Ich komme aus der Branche der Ver- und Entsorgung, Fachrichtung Abfall. Ich weiß, wovon ich rede und schreibe. Ich bin zwar lange nicht mehr beruflich dabei, aber es ist bis heute nicht viel geändert worden, außer dass es die Thermische Verwertung vor dem Deponieren gibt. Warum? Weil die Deponien voll sind und kein Bürger oder Bürgerin in der unmittelbaren Nachbarschaft eine Mülldeponie haben möchte. Punkte, die natürlich sind, denn wer Müll macht, möchte ihn natürlich nicht nebenan liegen sehen und riechen. Weit weg landen dann so manche Dinge, die sich nicht recyclen lassen. Eine regelrechte Müllmafia schickt für wenig Geld tonnenweise Müll ins Ausland. Noch kürzlich gab es eine Doku darüber. Müll wandert nach Polen oder Bulgarien auf eine wilde Mülldeponie, nach Thailand oder Afrika. Alles ist für uns scheinbar regulär, alles ist gut, wenn es nicht gesehen wird. Hauptsache nicht in meinem Auto, neben meiner Haustür oder in den Kosten der Müllgebühren. Aber was ist am Naheliegendsten?

Das Problem gibt es nicht seit gestern, sondern seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs: Immer größere technische Fortschritte in der Herstellung. Statt direkte Bedienung, verpackte Selbstbedienung, Verpackung für Parfumflaschen, Verpackungsmaterial für Bestellungen im Internet. Dazu immer größere Hygienevorschriften, die z.B. auf den Märkten das Zeitungspapier verbannt und billige dünne Tüten zur Verwendung vorgeschrieben haben. Über die Fleisch- und Käsetheke darf die eigene Dose nicht gereicht werden. Schicke Verpackungen mit einer Menge verschiedenen Farbstoffchemikalien zieren Pappverpackungen, die kaum recycelt werden können. Plastikspielzeug mit gefährlichen Farbstoffen, hergestellt in China, das hier dann in die Hände und Münder von Kindern wandert. Das ist eigentlich Sondermüll, was wiederum verbrannt wird. Alle vergessen, wie Verpackungen hergestellt werden. Auch Kleidung besteht nicht mehr aus reinen Naturstoffen, wie Leinen oder Baumwolle. Die Kunststofffasern sind Müll. 

Medikamente sind aus Kohlenstoff. Erdöl sozusagen. Sie wandern bei Nichtgebrauch in den Müll. Was ist wenn es kein Öl mehr gibt? Wie wird dann die medizinische Versorgung aussehen? Was passiert jetzt mit unseren Gewässern? Was passiert mit den Antibiotika im Trinkwasser, wenn die Kläranlagen es nicht komplett chemisch reinigen können? Müll hat viele Fragen und bedarf viele Antworten, aber vor allem ein TUN. Das kann nicht in einem Zwei-Stunden-Gespräch locker besprochen werden. Aber „Das Politische Gespräch“ kann zumindest einen Wink der jeweiligen Partei und persönlichen Anliegen der kommunalen Politiker und Politikerinnen sein, wie sie denken und was sie planen. Welche Möglichkeiten im gesetzlichen Rahmen gibt es? Was erarbeiten sie für den Bezirk, die Stadt, für das Land Nordrhein-Westfalen, die Bundesrepublik Deutschland, die EU und am Ende der Welt an Ideen in ihren Arbeitsgruppen? Welche Gesetze, welche Maßnahmen können die Müllproblematik verbessern?

Was kostet uns Verbraucher eine Joghurtdose, dessen Inhalt bei einem Viertel Erdbeere z.B. liegt und deren Dose am Ende eher verbrannt wird, weil es nicht recycelt wird?

Erstmal ist die Herstellung mit viel Trinkwasser verbunden. Das gleiche gilt für das Recyceln. Beim Recyceln sind die Kohlenstoffmoleküle spröder, vor allem wenn Fremdstoffe mit eingewebt werden. Es sollte jedem Verbraucher und jeder Verbraucherin klar gemacht werden, was so eine Joghurtdose kostet in der Herstellung, beim Vermüllen und Recyceln. Das macht einem bewußter, was wir verursachen.

Warum unterstützt die Politik schicke Verpackungen? Warum wird nicht einfach auf Verpackungsverbot, Verringerung von Müll durch Vermeidung gesetzlich festgesetzt? All das hat auch mit Klimaschutz zu tun. Denn jede Verpackungsherstellung geht auf Kosten der Umwelt und des Klimas! Abgesehen davon ist auch die Produktion von Verpackung und den dann entstehenden Müll mit der Klimasituation und den Treibhausgasen zu sehen. Und dann gibt es am Ende das Thema Flüchtlinge, die aus ihren Ländern wegen der Klimaveränderung fliehen müssen. Trockene oder verseuchte Böden oder Gewässer, starke Regenfälle, Stürme oder Dürre. Alles hängt irgendwie zusammen.

Die Antwort für eine Verbesserung der Müllpolitik ist nicht so einfach, denn daran hängt politisch Arbeitsplätze, Gewerbesteuereinnahmen, Firmenlobby, viel Geld. Aktienkurse und Verträge mit Import und Export. Etwas, was wir als Normalverbraucher kaum sehen, wenn wir z.B. die Chipstüte in die Hand nehmen, die aus Aluminium besteht. Sehr teuer in der Herstellung mit einem immensen Wasserverbrauch.

Alles gut und schön, aber am Ende wandert Müll, der nicht recycelt wird, dann in der Dritten Welt, wo die Kinder recyclebares Material auf den angespülten Müllhaufen suchen, um davon zu leben. Die Dunkelziffer ist hoch, an was sie in frühen Alter sterben. Die Dunkelziffer ist hoch, wieviel aus welchen Ländern auftaucht. Die Dunkelziffer ist hoch, wieviel Arten von Tieren und gesunden Bakterien im Meer und an Land an dieser Erstickung unseres Mülls versterben. Das alles ist weit weg. Was kümmert es uns? Warum schreibe ich über die Politischen Gespräche so ausführlich und gleichzeitig konfus über das globale Problem Müll? Weil es ein globales Problem ist, was im kleinen, auf kommunaler Ebene geebnet werden kann, besser zu machen. Die Voraussetzung ist nur: Die Parteien wollen es! Wir selbst sind in der Verantwortung unseres TUN, nämlich Müll zu vermeiden!

Was ist bei uns, allein in Bochum, kommunal, in den Straßen, im Wald, in den Köpfen?

Das versuchte ich auf eine Art und Weise bei der Kommunalpolitik herauszufinden. Eigentlich plante ich nur eine Stunde, aber es wurden zwei Stunden eines angenehmen Gesprächs mit den einzelnen Mitgliedern der im Rat der Stadt Bochum regierenden Parteien SPD, CDU, Stadtgestalter, Linke und UWG/Freie Wähler.

FDP und Grüne sagten für ihre Vertreter wegen Urlaub ab. Wenn nachträglich noch Interesse besteht, werde ich beide einzeln nochmal zu einem Gespräch aufsuchen. Aber es wird nicht mehr das gleiche sein, was am runden Tisch zusammengetragen wurde.

Ich lud auch die AfD ein. Doch sie hat sich selbst ausgeladen, weil sie keinen kompetenten Vertreter hat. Das Gespräch war nett und freundlich. Ich bin kein Freund dieser Partei. Dennoch sah ich es als wichtig an, alle an einen Tisch zu bekommen, die hier regieren. Das es die „Partei“ noch gibt und die von der AfD abgespaltene „Bündnis Deutschland“ hatte ich zwar auf dem Schirm, aber die „Partei“ reagierte auf meine Anfrage nicht und die Basis hab ich, ehrlich wie ich bin, nicht mehr angefragt. Ich habe natürlich auch die Stadt Bochum mit dem Umweltamt eingeladen. Doch das Umweltamt sagte aus sicherlich eher vorsichtigen Gründen ab, denn sie wollten niemanden auf die Füße treten bzw. sich nicht treten lassen verständlicherweise salopp ausgedrückt. Auch der USB, der Umweltservice Bochum, zuständig für den Müll innerhalb und außerhalb der Bochumer Mülltonnen und auf den Straßen, hat im Vorfeld abgesagt.

Jörn Denhardt von der Presseabteilung bat im Vorfeld um schriftliche Fragen, die er beantworten würde. Die mögliche weitere Anfrage wurde dann wegen Urlaub abgesagt. Er signalisierte sofort ein Nein. Das fand ich schade und hat mich eigentlich tierisch geärgert, denn wer wenn nicht der USB mit Vertretern der Pressestelle, wäre am sinnvollsten geeignet bestimmte Dinge vor Ort zu beantworten. Dafür ist ja eine Pressestelle da. Ich fühlte mich von Seiten des USB eher allein gelassen für meine konsensfindende Idee.

Der USB ist aber hiermit ebenso nochmals aufgefordert sich der Situation zu stellen. Vielleicht wird es nochmal ein Gespräch geben, vielleicht auch nicht. Und ja, natürlich machen alle ihre Arbeit. Ich bin auch glücklich vom USB Material zur Verfügung gestellt bekommen zu haben für die Müllsammelaktion, die ich auf ungefähr 12 Mitmacher geschätzt habe. Am Ende war ich alleine unterwegs, was mich erst enttäuschte. Im Nachhinein fand ich es eher positiv, weil ich mich komplett selbstreinigend auf die Umgebung von knapp 500 Metern um das Schaubüdchen konzentriert habe und dafür acht Stunden unterwegs war. Erfahrungen, die ich beim Politischen Gespräch ebenso nutzen konnte. Die bisher zusammengetragenen Abfälle legte ich auf dem Boden. Die Politiker mussten dadurch waten. Das war Absicht.

Ablauf von Videopodcast Teil 1

Ich musste die zwei Stunden zu zwei Teilen splitten. Eine politische Veranstaltung kann bei zwei Stunden die Aufmerksamkeit verringern. Im zweiten Teil waren weitere wichtige Dinge besprochen worden, die das Bochumer Müllproblem intensiver besprach als im ersten, denn dort fing ich wie im Text des Blogbeitrags dazu vorher Global an um in Bochum zu landen, wo die Vermüllung der Welt bei uns persönlich anfängt oder etwa doch nicht…

Im Ablauf habe ich zu Anfang eine kleine Schweigeminute gemacht, die alle irritiert hatte. So wie ich gerade über die globale Problematik geschrieben habe und die Dritte Welt erwähnt habe, die durch unseren Müll Sterbefälle haben, die hier nicht groß erwähnt werden, so begann ich den ersten Teil meines Podcasts mit den fünf Parteivertretern. Die Eröffnung fing also global an und wurde positiv wahrgenommen. Anfangs nach der Vorstellungsrunde und der globalen Müllproblematik gingen wir dann auf das ein, was in Bochum politisch machbar ist und was nicht. Das ist im von mir gesplitteten zweiten Teil zu sehen auf Youtube bzw. hören als Podcast.

Teilnehmer waren

Die fünf Vertreter Alexander Knickmeier von der SPD, Elke Janura von der CDU, Bernhard Koolen (Linke), Ulli Engelbrecht (UWG/Freie Bürger) und Volker Steude (Stadtgestalter) waren nicht nur Vertreter der jeweiligen Parteien, sondern auch z.T. Mitglieder im Ausschuss Umwelt, Nachhaltigkeit und Ordnung, kurz UNO. Den abgekürzten politischen Begriff musste ich erstmal verstehen. Das war ein Vorteil für meine Veranstaltung politisches Personal zu bekommen, die auch im Ausschuss für die Müllproblematik sitzen.

 

Elke Janura (CDU) – Mitglied im Rat der Stadt Bochum, Vorsitzende des Planungsausschusses, Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Nachhaltigkeit und Ordnung. 69 Jahre alt. Seit Januar 1991 Mitglied der CDU. Seit 2004 begann die politische Laufbahn.

Bernhard Koolen (Linke) – Sachkundiger Bürger, im Landesvorstand seit Oktober 2022, Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Nachhaltigkeit, Ordnung. Arbeitet in der Ratsfraktion mit. Seit drei Jahren dabei. Er war Schulleiter eines Dortmunder Gymnasiums. Durch seine Erfahrungen fühlte er sich radikalisiert, hat aber erst nach dem Ende der beruflichen Laufbahn die Politische Laufbahn angefangen. Er ist 68 Jahre alt.

Ulli Engelbrecht (UWG/Freie Bürger – Unabhängige Wählergemeinschaft mit Verbund der Freien Bürger) – Die UWG ist eine alteingesessene Wählergemeinschaft aus Wattenscheid. Ulli ist Sachkundiger Bürger und war als Vertreter anwesend, weil alle anderen in Urlaub waren. Seine Meinung wird Wattenscheid leider oft genug links liegen gelassen in der Bochumer Kommunalpolitik.  66 Jahre alt.

Alexander Knickmeier von der SPD ist mit 43 Jahren der jüngste in der Runde gewesen und ist als  Sachkundiger Bürger im Ausschuss für Umwelt, Nachhaltigkeit und Ordnung. Sein Weg führte die politische Situation der Flüchtlingskrise 2015 in die Parteipolitik. Er wollte dem Erstarken der rechtspopulistischen Kräfte entgegenstehen. Die größte Schnittmenge seiner Meinung war in der SPD.

Volker Steude, Fraktionsvorsitzender von „Die Stadtgestalter“, die 2014 gegründet wurden. Darin tummeln sich Parteilose Bürger und Bürgerinnen, die selber kreativ gestalten. Sie sammeln Ideen und Vorschläge zum Bessermachen und bringen Fachleute an ihren Tisch. Er ist 54 Jahre alt. Volker Steude war vorher in der Umweltpolitik schon bürgerlich engagiert.

Teil 1 der Politischen Gespräche zum Thema „Vermüllung der Stadt“

Angefangen wird im Teil 1 des „Politischen Gesprächs“ mit der globalen Müllproblematik, die Verschmutzung der Meere, Export von Müll in ferne Länder, wie Afrika oder nach Asien. Es reizte mich die Politiker mit einer Schweigeminute zu provozieren, wie sie darüber nachdenken, dass der Müll aus unserer Ecke auch global zu sehen ist.

Alexander Knickmeier kommt aus der Wasserwirtschaft und stellt sich die Fragen:

Wie wird man unseren Müll los? Welche Industrie kann recyclen? Wird im asiatischen Raum recycelt? 80% der Abwässer wird weltweit immer noch ungeklärt in die Flüsse bzw. Meere geschickt. Auf verschiedenen Ebenen muss klar darüber diskutiert werden und Maßnahmen international gemacht werden.

Ulli Engelbrecht sieht Bochum und findet, dass das Müllproblem im Kleinen anfängt.

Bernhard Koolen erklärt aufgeregt das Zerstören der Lebensgrundlage der Menschen, die weit von uns entfernt leben und durch uns verursachte Klimaschäden, auch die Ursache von Krieg und Flucht aus den ärmeren Ländern in die EU ist. Müllexporte sollten verboten werden. Er stellt die Frage: Wie kommen wir von der Plastikwelt weg? Es wird von Öl hergestellt. Es müssen bisherige Regeln geändert werden.

Elke Janura sieht das Plastik in ihrem eigenen Badezimmer. Sie reduziert das Gespräch auf Bochum und sie fragt sich in wie fern wir selbst schuldig am Müllproblem sind. Das Mikroplastik im Shampoo. Die Shampooflasche aus Kunststoff, statt aus Glas.  Wie schuldig sind wir eigentlich selbst an dem Problem? Wir schieben das weit weg, wo Müll landet. Denken nicht drüber nach. Aus den Augen aus dem Sinn.

Wir besprechen das Wandern einer Zigarettenkippe zum Meer, die Gedankenlosigkeit am Anneliese Brost – Musikforum und was man dagegen tun kann, das Japanische Bildungssystem der Erziehung von Sauberhalten und Sensibilisierung.

Was bedeuten denn Zigarettenfilter für die Umwelt?

In einem Filter stecken die Stoffe Formaldehyd und Nikotin. Beide können Kleinstlebewesen zerstören. Allein 5,6 Billionen Zigarettenkippen fallen jährlich weltweit an. 80% davon landet in der Umwelt. Zusätzlich sind Blei, Cadmium und Arsen, enthalten. Schwermetalle, die wie der Name schon sagt, natürlich schwer abbaubar sind.

Allein 2,2 Mio. Zigaretten pro Tag werden in Deutschland geraucht. In der neben dem Schaubüdchen liegenden Antoniusstraße sammelte ich an jedem Baum, an jeder Laterne bis zu 10 Zigarettenfilter.

Elke Janura wies auf den Vollzugsdefizit des Bochumer Bußgeldkatalogs. 55 Euro werden für die Verschmutzung der Straße genommen. Aber der Ordnungsdienst macht nichts. Das was funktioniert ist Falschparken. Das Argument fällt, dass in der Schule das Müllproblem erklärt werden muss.

Bernhard Koolen erwähnt seine Zeit als Schulleiter. Die Lehrer waren eher nicht begeistert, wenn die Schüler in den Pausen den Schulplatz sauber gemacht haben, weil sie dann zu spät in den Unterricht gekommen waren. Die Politik sollte sich mit den Konzernen, den Herstellern von Müll ruhig anlegen und Rahmenbedingungen schaffen zur Müllvermeidung.

Meine grundlegenden Vorschläge sind ein höherer Bußgeldkatalog für ganz Deutschland. Die Schweiz ist ein glänzendes Beispiel dafür. Damit lässt sich dann auch mehr Personal im Ordnungsamt bezahlen, die in den Problemzonen im Vorfeld aufräumen können oder als Mülldetektive aufpassen und Strafzettel verteilen. Es muss weh tun. Und schmerzhaft ist immer die Geldbörse!

Ulli Engelbrecht kritisiert, dass viele Mängelmeldermeldungen nicht ausgeführt werden.

Ich betone den in verschiedenen Sprachen übersetzten Flyer des USB und frage in die Runde, wer weiß, wo es ausliegt. Niemand kann antworten.

Bochum hat vier 4 Mülldetektive im Einsatz durch den USB. 443 Anzeigen wurden im ersten Halbjahr 2022 durchgezogen. Die Kosten für die Entsorgung sind siebenstellig. Nachhaltige Kosten, die den Bochumer Haushalt belasten, die durch höhere Bußgelder und mehr Mülldetektive definitiv eingespart werden könnten, so mein Vorschlag.

Ich erfahre, dass der USB Aufklärungsarbeit in den Schulen macht.

Bernhard Koolen erzählt von britischer Videoüberwachung und die Anlehnung an der chinesischen Überwachung. Das möchte er nicht in Deutschland erleben. Er erwähnte Boris Palmer von den Grünen. Er ist Oberbürgermeister in Tauberbischofsheim und hat eine städtische Mehrweg- und Verpackungsgebühr eingeführt. Die Linke hat es für Bochum vorgeschlagen. Doch sie stieß bisher auf taube Ohren.

Volker Steude erzählte, wie in der Schweiz der mitgebrachte Müll auch wieder mit den eigenen Hausmüll mitgenommen wird. Er vermisst eine klare Linie zum Thema Müll als Stadt.

Darf ein Grundstückbesitzer wilde Müllkippen besitzen?

Teil 2 der Politischen Gespräche zur „Vermüllung der Stadt“

Antibiotika besteht aus Kohlenstoff, aus Erdöl sozusagen, das begrenzt auf der Erde ist. Es gibt nachhaltig eine Verseuchung der Gewässer, eine weitere Müllproblematik, die niemand sieht, aber merkt, wenn Antibiotika merkwürdigerweise nicht mehr helfen.

Alexander Knickmeier ist in der Wasserwirtschaft tätig. „Es gibt viele Medikamente, die wir nehmen“, betonte er. „Wenn die im Hausmüll landen, dann haben wir noch Glück“. Wenn dann wird verbrannt und entsorgt. Wenn wir die zu uns nehmen, wie z.B. sogenannte Lifestyle-Produkte und zu viele Antibiotika oder Voltaren die auf schmerzende Knie getragen wird, dann wird es schwieriger mit der Abwasserbearbeitung. Das Produkt bleibt auf der Oberfläche und seine Chemikalien müssen in Kläranlagen abgebaut werden können, was nicht so einfach ist und die Abwasseranlage verteuert. Hier sollten die Erzeuger in die Verantwortung mit ins Boot geholt werden. Aber auch die Verbraucher, die es nutzen, sollten darauf hingewiesen werden.

Kommunale Steuern einführen hat immer eine Schwierigkeit mit den Nachbarstädten, die es nicht haben. Zum Beispiel kann auf einzelne Medizinprodukte schlecht eine Steuer eingeführt werden. Es müssen Anreize gemacht werden, damit z.B. der Plastikbecher mit Kaffee, der in Bochum gekauft wird, dann nicht in Duisburg im Gebüsch landet.

Volker Steude schlägt Kümmerer vor. Das können Langzeitarbeitslose machen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad durch die Stadt gehen und sich um die Mängelmeldermeldungen kümmern oder selbst die Meldungen machen. Die Kümmerer können ohne große Qualifizierung solche Dinge erledigen und bekommen damit noch eine vernünftige Arbeit für die Gesellschaft. Außerdem können sie Graffiti wegmachen oder entsprechende Handwerksbetriebe suchen. Kümmerer wären eine WIN WIN Situation für alle und könnten schnell eingeführt einfach ausprobiert werden.

Elke Janura wies nochmal auf die Grillplätze hin, wie die Schmechtingwiese, die anschließend stark vermüllt ist. Es gibt zu wenig Mülleimer und keine Kontrolle.

Ulli Engelbrecht wies auf die neue Hattinger Straße hin. Im Mittelstreifen, der gebaut wurde, um Starkregen aufzufangen, sammelt sich schon viel Müll, der aus den Autos geworfen wird. Dort muss öfter gesäubert werden. Gitter würden helfen, so sein Vorschlag.

Alexander Knickmeier erklärte die Kosten, die bei den ein oder anderen Vorschlägen auftauchen. Das ist oft der Grund einer Ablehnung.

Doch was ist mit den Folgekosten nach den Ablehnungen, frage ich mich. Die Folgekosten, die nicht zu sehen sind auf dem Papier, wie das nachträgliche Aufräumen wilder Müllkippen oder die zusätzlichen Zeiten allein beim Anneliese Brost-Musikforum?

Volker Steude betonte das Fehlen von Verantwortlichkeiten. Die Problematik von Organisation und Verwaltung. Früher gab es im Stadtgarten persönliche Ansprechpartner, die auch für die Pflege zuständig waren. Alles vorbei.

Für mich sind das eingesparte Kosten, die hinterher mehr Kosten verursachen. Der Stadtpark allein muss saniert werden. Kosten, die nun höher sind, als die ganzjährige Betreuung.

Meine Vorschläge sind mehr Ordnungsamt, Bußgelder erhöhen um sie zu bezahlen, Zigarettenkippe muss weit mehr als 55 € kosten. Warum nicht 300 €. Da kann man das Stadtsäckchen füllen und auch das zusätzliche Personal des Ordnungsamtes bezahlen.

Weniger Müll produzieren bedeutet auch mehr Klimaschutz. Verpackungsfreier muss unterstützt werden, nicht das Produzieren von Verpackung.

Blumenwiese statt unansehnliche grüne Gehölzbüsche, die keine wilde Biene einlädt Honig zu tanken. Stadtgestaltung sollte nicht kostenintensiv sein, aber sie muss einladen können. Die Bewohner und Bewohnerinnen der Stadt sollen sich wohl fühlen.

Außerdem habe ich den Hinweis aus der Stadt Hamm gemacht. Dort wurden zwanzig Flaschenkästen an Laternen aufgehängt. So sind zwei Fliegen mit einer Klappe gemacht worden. Menschen, die ihren Pfand Obdachlosen spenden möchten und auch ein sauberes Stadtbild. Das ist im Bermudadreieck nicht unbedingt der Fall und möglich.

Tatsächlich soll laut Alexander Knickmeier kleine Ringe für Flaschen im Bermudadreieck angebracht worden sein, die nur geringfügig genutzt wurden. Diese Ringe sagte ich, habe ich selbst noch nie gesehen. Es ist ein guter Zweck dahinter, aber er ist nicht sichtbar.

Das Recap-System wurde als eine tolle Investition für die Zukunft für die Müllvermeidung angesehen. Aber ich sehe sie als Kostenfaktor für Kleinunternehmer. Müll produzieren nicht die Kleinunternehmer, sondern der Hersteller und am Ende der Verbraucher, der es kauft, nicht derjenige, der es weiterverkauft. Aber das ist umstritten. Die Kosten sind letztendlich versteckt in den Verkaufspreisen.

Von Elke Janura wurde der Ümminger See angesprochen und seine Müllproblematik, die verschmierten mit Graffiti verschmierten Schilder, die Freiheit mit weniger Bußgeld zu behalten, mehr oder weniger Mülleimer.

Bernhard Koolen betonte die Handlung innerhalb der EU zu sehen, die mit Richtlinien noch mehr Verpackungsverbote aussprechen kann. Dort ist es möglich mehr zu schaffen. Müll ist ein vielschichtiges Problem.

Elke Janura erklärte eine fehlende Vorbildfunktion der Stadt. „Die Straßen müssen gereinigt werden. Das Stadtbild muss schön sein. Politiker müssen Vorbildcharakter sein. Wenn Bürger sehen, dass sich was tut, dann unterstützen sie das auch.“

Der Schlusssatz der anwesenden Einmannkoalition in Form von Alexander Knickmeier war:

„Wir können nur eine ökologischere Stadt entstehen lassen, wenn alle mithelfen. Mit mehr Bildungsarbeit und Aufklärung. Der Haushalt muss dagegen finanztechnisch alles bezahlbar halten.“

Mehr Informationen gibt es natürlich im Podcast bzw. Video.

Ich selbst hab fast alle mal zusammengebracht. Es waren zwei angeregte interessante Stunden des politischen Gesprächs. Volker Steude fasste es zusammen, dass die Politik einig ist, auch Vorschläge in den zwei Stunden vorhanden waren.

Ich selbst sage nur, das nun was passieren muss und nicht wieder Jahre gewartet werden darf. Müll und Klimaschutz, sowie Lebensqualität und Stadtbild sind je zwei Dinge, die zusammengehören und gemeinsam betrachtet werden sollten.

Glück auf Euer Ruhrpottologe André Brune mit der Hoffnung meine Ausstellung mit Projektwoche demnächst in deiner Stadt zu machen, falls du kein Bochumer bist.

Klümbchentante Jenna Kelm eröffnet die 2te Bude in Bottrop I +Video

Die Klümbchentante Jenna Kelm lernte ich am Tag der Trinkhallen bei ihrer Eventveranstaltung 2022 kennen. Ihre Überzeugung und Leidenschaft die Budenlandschaft im Ruhrgebiet erhalten zu wollen ist respektwürdig, gerade jetzt in den schwierigeren Zeiten. So hab ich aus Lust und Leidenschaft für meine Heimat Ruhrgebiet dies allen zeigen wollen, das hier unglaubliche positive Dinge entstehen. Jenna gebührt eine Verneigung für diesen Schritt!

Jenna Kelm besitzt schon einen Kiosk auf der Lindhorststraße 181 in Bottrop. Sie erfuhr von der Schließung eines Kiosk im anderen Teil des Stadtteils Bottrop Eigen. Für ihren Kiosk holte sie in der schon länger geschlossenen Trinkhalle einige Regale. Sie sah sich um und sagte sich, „ne, dat musse doch widda aufmachen, die Tradition von Buden darf nich aussterben!“ 

So begann sie mit den Vermietern zu sprechen und behielt die schon vorher angestellten Mitarbeiterinnen, die sich mit den Nachbarn und Gegebenheiten an der Vienkenstraße 41 a auskannten. Die Vorbesitzer waren neu im Geschäft und haben es nicht geschafft sich vor Ort einen Namen zu machen. 

Jenna ist da anders. Budenbesitzerin mit Leidenschaft! Im Umkreis von 300 Metern gibt es keine Trinkhalle. Die Bewohner und Bewohnerinnen in der Umgebung brauchen auch mal einen Grundversorgung, wo der nächste Supermarkt doch weit weg ist und Sonntags auch zu ist.

Sie entschied den leeren alten bekannten Kiosk als Zweigstelle neu einzurichten und zu eröffnen. Für sie ist es wichtig. ‚Klümbchentante‘ Jenna will nicht, dass die Buden aussterben. In sechs Wochen richtete sie den Kiosk neu ein und lud am 15.9.23 zur Neueröffnung ein.

Bei ihr gibt es neben der üblichen Gemischten Tüte für 1,50 € Kaffee zum Mitnehmen, Zeitungen und Zeitschriften, die es vorher vor Ort nicht gab, Getränke mit und ohne Alkohol, Zigaretten, wichtige Lebensmittel, die am Wochenende einfach mal im Regal zuhause fehlen könnten. 

Hermes Pakete können auch abgegeben und abgeholt werden. Bei der Neueröffnung war ich der erste Hermeskunde zum Verschicken meiner Ware. 

Viel Erfolg und Glück auf kann ich da nur sagen!

📌Adresse 

Kelm die 2te 

Vienkenstr. 41a 

46240 Bottrop 

Tel:

📅Öffnungszeiten 

Montag – Freitag 7-19 Uhr 

Samstag 9-16 Uhr 

Sonntag 9-18 Uhr 

Spenden-Auktion I Versteigerung von „Flaschengefühle“ & Kunst für den guten Zweck im Theater der Gezeiten in Bochum am 13.10.23 I Pressemitteilung

„Flaschengefühle“ war und ist eine Ausstellung, die sich mit der Vermüllung der Stadt auseinandersetzt. In Bochum wurde sie von der Stadt gefördert. Mein Ziel ist es diese Aktion in jede Stadt des Ruhrgebiets zu bringen.

Von Vorne herein habe ich beschlossen, meine Fotos auf Leinwand für den guten Zweck zu versteigern.

Das einfache liegt so nahe, dass das ersteigerte Geld natürlich an die Obdachlosenhilfe BODO e.V. geht. Das hat einen Mehrwert für die Betroffenen, die um jede Flasche kämpfen müssen für die 15 Cent pro Flasche. Ein Foto soll ein Mehrwert für die Betroffenen sein und mehr € pro Bild bringen.

Außerdem versteigere ich Kunst von Georg S. Seine besonderen Bilder sollten unbedingt an die Öffentlichkeit. Er möchte keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Durch meine Initiative hin lässt er sich darauf ein einige zu versteigern. Der Erlös gehen auf eigenem Wunsch an das St. Vinzenz Kinderheim in Bochum.

Die Upcycling-Kunst von Marco Heine, die in meiner Ausstellung stand, durfte ich auch zur Versteigerung preisgeben und selbst aussuchen für welchen Verein seine Kunstwerke versteigert werden. Ich setze das ersteigerte Geld ein für die Kunstwerkstatt der Behindertenwerkstatt Rheinbaben in Bottrop, die ich vor zwei Jahren podcasten durfte. Ein Bild von Manuel Miermeister, das im Frühjahr in meiner Ausstellung „Vorletzte Generation Ruhrgebiet“ im Schaubüdchen gehangen hat, wird für die „Elterninitiative krebskranker Kinder“ in Essen versteigert.

Wir hoffen auf eine rege Teilnahme, damit für alle einige Spenden zusammen kommen!

Ich danke im Namen aller im Vorfeld!

Wo?

Theater der Gezeiten

Schmechtingstraße 38

44809 Bochum

Wann?

13.10.23 (WICHTIGE INFO: kurzfristige Terminänderung verlegt vom 29.9. und nochmals vom 6.10. aus beruflichen Gründen)

ab 19.30 Uhr

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KI – Kunst startet im Ruhrgebiet I Die Ausstellung BOTROB I Innovation – Faszination – Polarisation I Interview mit Initiator Wolfgang Eickwinkel I+Video I+Fotogalerie

KI in der Kunst? 

Interessant ! Faszinierend ! Aber es entfacht auch eine flammende Diskussion in der Kunstwelt und fängt an zu polarisieren. 

Ersetzt die KI Künstler? 

Ich sage nein. Aber es ergänzt und macht es spannend, denn hinter der KI sitzen immer noch Menschen, Künstler, die programmieren müssen.

Ich habe noch am letzten Tag der Ausstellung BOTROB – KIArtWorks vom Initiator Wolfgang Eickwinkel besuchen können und hab ihn nach unserem interessanten Gespräch zu einem kurzen Videointerview bewegen können. Das Ergebnis macht Lust auf mehr!

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Innovation – Faszination – Polarisation

 

Künstliche Intelligenz ist im Moment überall im Munde. Die gleichen Ängste tauchen auf, wie damals in den 1980er Jahren, als die ersten Roboter in der Industrie menschliche Arbeiten übernommen haben. Natürlich fielen Arbeitsplätze weg, aber neue sind erschaffen worden. So wird es auch bei der KI sein. Allerdings ist die Umwälzung viel größer. Wir können uns das nur noch nicht vorstellen, weil es sehr neu ist. Die Angst kann wirklich begründet sein. In allen Bereichen wird die KI uns beeinflussen. Aber in den Stadtämtern ist die Digitalisierung ja noch nicht angekommen. Soweit schreitet die KI noch nicht zumindest in Deutschland voran. Hier dauert alles etwas länger. Aber Bottrop ist als Namensgeber von BotRob – Artyficial Intelligence ein menschlich intelligenter Vorschlag für den Ort der Erfindung der KI – Kunst, egal wie umstritten sie sein wird.

Hollywood streikt auch wegen KI

Die Film- und Fernsehbranche in Hollywood streikt zur Zeit, um auch auf die KI aufmerksam zu machen und vertragliche Verbesserungen zu erschaffen, damit die Künstliche Intelligenz nicht bald Schauspieler ersetzen kann. Bei der rasanten Digitalisierung, das uns gerade in teuren Filmproduktionen zeigt, was mittlerweile möglich ist, wovon Regisseure vor wenigen Jahren nur geträumt haben.

Kann die KI auch Kunst ersetzen? 

Eine KI muss immer noch von Menschenhand programmiert werden, bevor sie „Asta la vista“ sagen kann. Es steckt also ein Künstler, Programmierer oder ein ganzes Team dahinter. Wenn dann durch eine einfache Programmierung plötzlich Moos auf einem Bild wächst, was die KI vorher nicht kannte, dann ist das wie ein Wunder und gleichzeitig ein Patent. Es ist innovativ und faszinierend. Gleichzeitig ist es mit Urheberschutzrecht belegt, wie jedes andere von menschlicher Hand gemaltes oder konstruiertes Bild. Auch Skulturen kommen, wie bei Paul Schulte, mittlerweile aus dem 3D-Drucker. Deswegen ist es immer noch Kunst, die mit modernen Mitteln entsteht. Der Künstler programmiert und lässt entstehen durch den digitalen Druck. Es ist die moderne Lithografie in Farbe und Form.

Der Bottroper Wolfgang Eickwinkel ist Initiator und hat ein Team mit einigen Programmierern und Künstlern zusammen gebracht, die Bilder erschaffen haben, die ihresgleichen suchen.

Schnelles Shortvideo zur Ausstellung:

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Klimt Westwood

Klimt Westwood ist eine Mischung aus einem Porträt des besonderen Schauspielers und Regisseurs, das mit Elementen von Gustav Klimt eine farbige Note bekommen hat. Die Mischung aus Porträtmalerei und dem computerisierten Klimtstil, das zudem noch die Barthaare echt aussehen lässt, kann den Betrachter in einen Betrachtersog hineinziehen, den man vorher nicht wahrnehmen konnte. Es gibt eine Drucktechnik aus der Schweiz, die die Bilder auch nachts leuchten lassen können. Auch die Idee, dass die Dinosaurier überlebt haben und in der heutigen Zeit entsprechend die Prominenz wäre, ist einfach nur ironisch faszinierend, wie es mit der KI-Kunst interpretiert wurde. Ein Highlight ist die Echse Oberbürgermeister Bernd Tischler. Wer weiß, vielleicht steckt in jedem von uns Menschen eine Echse?

Gefährdung der Kunst?

Ein malender Künstler oder Fotograf hätte es auch erschaffen können, aber ist es dann das gleiche? Ist nun die Kunst gefährdet? Nein. Sehe ich nicht so. Denn wer schon mal zu Baumärkten gegangen ist oder Möbelmärkte besucht, kennt die Abteilungen, wo es die üblichen Fotografien gibt von Berge und Meer. Massenhaft billig produziert für jeden Geschmack stehen sie zur Auswahl und wandern irgendwann auf dem Müll. Sie haben keinen bleibenden Wert, egal wie schön die Bilder sind von der Nordsee oder New York. Sie hängen in unzähligen Wohnungen von China bis Australien, von Deutschland bis Argentinien. Aber ein KI-Bild aus Bottrop bzw. Oberhausen, wo die Druckerei Signworks sitzt, die den besonderen Drucker bestitzt, das wird nicht in Massen produziert werden. Sagen wir mal: Noch nicht. Das kann in einigen Jahren auch anders sein.

Die Bilder aus der BOTROB – Ausstellung, die in der Popup-Galerie in Bottrop zu sehen waren im Juni 2023, können auch nachproduziert werden. Alles ist noch am Anfang. Doch es kommt bestimmt die Steigerung von KI-Kunst auf 2.0. Wolfgang Eickwinkel als Initiator hat eine Vision. Visionäre bekommen immer Gegenwind. Doch die muss er und sein Team sich stellen. Es ist ein steiniger Weg. Es geht nicht darum Menschen von dieser Kunst zu überzeugen, sondern einfach um zu machen. Van Gogh war ein erster KI-Maler. Seine Bilder waren neu auf dem Markt. Niemand wollte einen Van Gogh kaufen. Heute sind sie Millionen Euros wert. Wie wird sich ein KI-Bild entwickeln. Wird es Massenware, wie die Fotos im Ikea? Oder wird es limitierte Drucke geben? Das ist im Ermessen der Ersteller. Künstler lassen ihre Bilder auch nachdrucken, wenn sie etwas verkauft haben, was sich nachdrucken lässt. Es ist also nichts verwerfliches dran.

KI kann Kalenderspruch

In der Ausstellung befanden sich verschiedene großformatige Prints, die Sprüche oder Wörter aufgedruckt bekamen. Die Programmierer gaben der KI eine Vorgabe und sie entwickelte passgenau oder ähnliche Wörter bzw. „Kalendersprüche“. Algorithmen werden zu eigener Kunstform in Schrift und Bild. 

Kann KI „Asta la Vista“?

Sie wird nicht alles übernehmen. Es wird keine Terminatorschlacht entstehen. Eher wird der Mensch mit Gesetzen oder Maßnahmen dran drehen. Der Mensch sitzt als Künstler vor dem Bildschirm um Mal- und Illustrationstechniken entstehen zu lassen. Die KI ist das ausführende Organ. Das Entstehen von Schrift und Bild in Form und Ausdruck lässt durch die KI nur den Entsteher, den Programmierer dahinter verschwinden. Noch vor einem Jahr hat sich niemand auch nur im geringsten gedacht, dass so etwas möglich ist. Vor zehn Jahren dachte auch keiner an ein Handy mit Videotelefonie und Internetanschluss. Was ist in zehn Jahren möglich?

KI – die neue Göttin

Die KI ist die Göttin, die wir als Mensch lenken können und müssen. Gott selbst hat keinen Einfluss, wenn er die überhaupt jemals hat oder hatte. Auch ihm haben die Menschen Gesetze erschaffen. Die moralischen Gesetze der 10 Gebote auf einer Steintafel. Wieviele Gesetze werden für die Göttin KI als Richtlinie im Rahmen des Möglichen geschaffen? Das ist Sache der Politik, die schon wieder hinterher hinkt bei dem schnellen Fortschritt. Doch Kunst aus KI-Programmierung ist ein spannendes Feld. Ich kann nicht programmieren. Ich kann Fotos. Eine KI kann meine Fotos verbessern. Ich kann entscheiden, ob ich es machen lasse oder nicht. Ein Knopfdruck genügt und ein Foto von mir hat eine bessere Qualität, als ich fotografiert habe. Aber das will ich nicht. Ich will mein Foto so aus der Linse. Und wer Klimt Westwood sieht, der aus einem ursprünglichen Porträt entstanden ist, der wird mit seiner Kamera versuchen wollen, es in ähnlicher Weise auszuprobieren. Ein weites Feld, das jetzt vor uns liegt. 

Wolfgang Eickwinkel hat den Anfang in Sachen Kunst gemacht. Und dafür zolle ich ihm erstmal Respekt! Neue Dinge sind immer schwierig für viele. Sie kommen mit dem Fortschritt nicht klar. Sehen nicht das große ganze und die Möglichkeiten dahinter.

Spannende Entwicklung

Ich finde KI-Kunst spannend! Vor allem, weil der Start mitten im Ruhrgebiet stattfindet! Schaut ins Video rein und bildet eure eigene Meinung! Ein anderes Mal werde ich das Atelier bzw. Labor besuchen. Die Einladung steht. Der Zeitpunkt ist noch offen. Polarisierung wird so oder so stattfinden. Aber es ist auch eine Chance auf neue Möglichkeiten. Und wir haben es selbst in der Hand die KI-Kunst zu unterstützen oder eben nicht. 

Einführung von Asimovschen Richtlinien für KI

Glück auf ! Das kann der Computer noch nicht. Er versteht nicht, was ich damit meine. Aber wer weiß, wenn er demnächst Kohle abbauen wird oder Wasserstoff produziert, dann sind wir definitiv in der Übernahme der Robotik gelandet und die Gesetze von Isaac Asimov aus seinen Science Fiction – Romanen wird Wirklichkeit. Dann muss schnell gehandelt werden! Ich gehe jedoch schon einen Schritt zu weit.

Die Kunst aus KI ist auf jeden Fall sehenswert. Bewundern und auch kaufen kann man die Bilder bald weiterhin in einem anderen Ladenlokal auf der Hansastraße 15 in Bottrop. In Sachen Kunst wird KI eine weitere Möglichkeit sein, unentdeckte innere menschliche Gefilde neu zu ergründen, zu entdecken und programmierend der Öffentlichkeit zu zeigen.

Die Oberhausener Firma Signworks GmbH hat einen speziellen UV-Drucker, mit dem die Bilder entstehen konnten aus der KI. Wer mehr wissen möchte über die Drucktechnik, kann sich gern an die Firma wenden. Von wegen das Ruhrgebiet ist nicht innovativ. Wir stecken noch im Bergbau. Klar, der Strukturwandel dauert noch, aber die Technik schreitet mit großen Schritten voran. Die Entdeckungen bleiben spannend! 

Mehr Informationen:

Wolfgang Eickwinkel 

Email: wolfgang.eickwinkel@gmail.com

 

SIGNWORKS GmbH

Agentur und Manufaktur für Werbung und Digitaldruck

Wehrstr. 62a

46047 Oberhausen

Tel: 02084449994

Mobil: 01755236667

Email: piatkowski@signworks.de

Internet: https://signworks.de

Der umtriebige Bildhauer Guido Hofmann I +Video I +Fotogalerie

Es war eine spannende Begegnung mit einem enthusiastischen Menschen, der ein riesiges Herz besitzt für sein Tun, seine Familie und Freunde. Guido Hofmann ist ein Kind aus Essener Stahlguß, geboren im Krupp-Krankenhaus. Irgendwann landete er butterweich in seinem jetzigen Atelier an der Bottroper Straße neben dem Gartencenter Fockenberg. Hier entstehen seine genialen Steinskulpturen, die in viele Museen, Städte und privaten Häusern und Gärten landen. Kürzlich wurde auch in der Recklinghäuser Polizei zum 100 Jährigen Jubiläum eine Skulptur von ihm aufgestellt. In ihr ist eine Zeitkapsel mit Briefen aus dieser Zeit. Wer weiß, welche Informationen hineingegeben wurde? In 50 Jahren weiß man mehr.

Guido Hofmann-Flack, wie er eigentlich richtig heißt, lud mich zu seinem Ateliergelände ein auf der Bottroper Str. 141, in Bottrop-Kirchhellen. Ich wurde von ihm beauftragt eine kleine Moderation zu seiner Baumskulptur „umTriebe“ in den Anlagen des Berger Parks zu machen. Vorher musste ich ihn natürlich erstmal kennenlernen, um mir ein Bild von ihm zu machen. Er erklärte sich bereit mein Interview als Videopodcast zu machen und zu veröffentlichen. Zur Einweihung der Baumskulptur folgt ein eigener Beitrag. 

Auf jeden Fall hat er mir einem die Augen öffnet, über die Schönheiten von Stein und ihrer Millionenjahre alten Zusammensetzung aus verschiedenen Mineralien ohne zu Altern. Wir leben nur einen Wimpernschlag. Der Sitz von Guido vor dem Kunstmuseum Gelsenkirchen überdauert die nächsten Millionen Jahre. Man muss seine Kunst mit eigenen Augen sehen. Das kann kein Podcast zum Hören schaffen, deswegen wurde es ein Video. Guido hält seine Kunst fest in Stein oder Eisen. Er meißelt, schweißt und werkelt aus verschiedensten harten Materialien. Seine Kunstwerke können im Bad eines Restaurants stehen oder in einer Fabrikhalle. Seine besonderen Steinsitze kommen aus einem Ibbenbürener Steinbruch. Die Zusammensetzung des Steins ist einzigartig in Form und Farbe. Goldbraun und Cremeweiß sind die Farben, die zu einem ungewöhnlichen gleichzeitig gemütlichen Verweilen einladen.

Zum Videopodcast:

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Guido ist ein kumpelhafter Künstler, geboren 1964 in Essen und dort aufgewachsen. Schon lange glücklich verheiratet ist er Vater von mittlerweile fünf erwachsenen Kindern. Wie der Name seiner Baumskulptur beschreibe ich ihn als einen sehr umtriebigen Bildhauer. Seine Laufbahn begann auf dem Bau mit der Ausbildung zum Steinmetz. 1997 entschied er sich haupt- und freiberuflich mit seiner Kunst seine Familie zu ernähren. Es trieb ihn nicht nur an, sondern er verwirklichte sich in seiner Kunst. Er konzentrierte sich auf seine Steinskulpturen. Als er den spanischen Künstler Agustin Ibarrola kennenlernte, der die Totems auf die Halde Haniel als weltbekannte Skulptur errichtete, war er wieder zum Schüler geworden. Neugierig saugte Guido die Denkweise des weltberühmten Künstlers auf. Guido wurde nach dem Aufstellen der bunten Bahnschwellen, die in den Himmel ragen, zum Sanierer. Er streicht verwitterte Farbe nach, repariert kaputte Stellen und als vor kurzem fünf Totems einem mutwilligen Sägeakt zum Opfer fielen, stellte er sie wieder her. Die Täter wurden nicht gefunden. Kaum sichtbar repariert sind sie wieder an ihrem Stammplatz zu bewundern. 

Bevor wir zur Halde Haniel fuhren, erklärte mir Guido die Steinskulpturen auf dem Gelände seines Ateliers. Anschließend ging es durch den eher unbekannten Skulpturenpark in Bottrop, wo einige Exponate von Guido stehen. Das Gelände gehört dem Gartencenter-Unternehmer Hans Fockenberg. Von dort fuhren wir zum Baumskulpturenpark im Berger See Park von Gelsenkirchen. Dort stand zu dem Zeitpunkt seine für den nächsten Tag geplante Einweihung seiner Baumskulptur, wo ich gern die Einweihungsrede nach dem Künstlerbundvorsitzenden Ulrich Danuda von Gelsenkirchen gemacht habe ein paar Tage später. Zum Kunstmuseum Gelsenkirchen machten wir einen kurzen Abstecher, wo auch eine kleine Ausstellung von ihm zu sehen war nach der Einweihung des Baums. Dann ging es noch hoch auf die Halde mit einem wettertechnisch fantastischen Blick über das Ruhrgebiet bis weit ins Münsterland und Richtung Düsseldorf.

Werdegang Guido Hofmann

Hauptberuflich ist Guido seit 1997 freiberuflicher Künstler, Bildhauer und Materialplastiker. Der Weg war steinig. Nach dem Fachabitur 1982 startete er mit einer Lehre als Steinmetz und beendete diese 1986 mit dem Gesellenbrief. Als Steinbildhauer arbeitete er auf dem Bau. 1990 bezog er sein erstes eigenes Atelier in Essen-Katernberg. 1994 bekam er den Auftrag von der Stadt Essen Erdmäuler im Stadtgarten zu errichten. 

Es kristallisierte sich heraus, dass große Skulpturen sein Ding waren und machte seine Leidenschaft zum Hauptberuf. Aufträge kamen im gehobenen Innenausbau und im Fassadenbau. Sein Steinmetzmeister und Freund Axel Pawella unterstützte ihn. Guido half dafür hier und da auf Baustellen, wenn es mal nötig war. Sie lernten zusammen den Beruf. Sein Freund ist auch Patenonkel eines seiner Kinder.

2002 Meisterschüler von Agustin Ibarrola aus Bilbao im Baskenland von Spanien. Heute ist er seit einigen Jahren auch Dozent für Jugend-Kunstschulen und Akademien tätig. Guido erhielt schon so manche Auszeichnungen, wie den Kunstpreis der Stadt Elsloo in den Niederlanden. Bis zu diesem Zeitpunkt gingen einige Lehrjahre als Künstler ins Land. 

2008 bekam Guido die Chance einen Hof beim Gartencenter Fockenberg als Atelier zu übernehmen. Sichtbar stehen dort große Steine und ein riesiger ungewöhnlicher Brunnen. Allesamt haben einladende Sitzflächen. Betrachter und Nutzer verschmelzen förmlich mit dem Millionenjahre alten Stein aus Steinbrüchen bei Ibbenbüren. Wer die Augen schließt spürt, wie Zeit und Raum sich verlieren.

Heute ist er auch 2. Vorsitzender vom Künstlerbund Bottrop e.V. und dem WBK Forum Kopstadtplatz Essen.

Atelier von Guido Hofmann

Anfahrt und Kontakt

Atelier Meilenstein

Guido Hofmann

Bottroper Straße 141

46244 Bottrop

Telefon: 01751953729

info@guido-hofmann.de

https://guido-hofmann.de

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Nach dem Exkurs über den Vorplatz des Ateliers, zeigte Guido mir den unweit gelegenen und leicht versteckten Skulpturenpark von Bottrop auf der Töfftinger Straße in Grafenwald. Ein Schild gibt einen kleinen Hinweis zu einem Naturlehrpfad. Von der Gemeinen Fichte bis zur Eiche kann in dieser großzügigen privaten Parklandschaft so einiges über Herkunft, Wuchs und Nutzen erfahren werden. Dazwischen liegen, stehen und hängen Skulpturen unterschiedlicher Künstler und Künstlerinnen. Der Skulpurenpark ist einmalig und ein Geheimtipp nicht nur wegen der Skulpturen, sondern weil er wie ein Märchenwald mit Überraschungen an jeder Ecke auf mich wirkt.

Guido Hofmann hat hier mehrere Stein- und Stahlskulpturen aufgestellt. Eingangs findet sich der Engel, dann folgt die Radarfalle, der Geist, das Tandem, die Wippe und noch mehr. Das Gelände wird vom Gartencenter Fockenberg gut gepflegt und ladet zu einem sehr empfehlenswerten Besuch im Grünen ein. 

Wichtig im Sommer: lange Hosen und Hemden. Die Mücken haben mir gut eineinhalb Liter Blut entzogen!

Fotogalerie: Der Bottroper Skulpturenpark

Skultpuren- und Naturlehrpfad Bottrop

Töfftinger Straße 35-37 in Bottrop

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Baumskulpturen im Park Berger See

Nach dem Skulpturen aus Stahl und Stein fuhren wir zu den Anlagen des Berger See Parks in Gelsenkirchen. Dort am Bergmannsheil grenzt der besondere Baumskulpturenpark an.

Seit 30 Jahren wird immer wieder ein Baum ausgesucht, der der Natur sich selbst überlassen weden soll bevor er sonst gefällt wird. Dann wird ein Künstler oder eine Künstlerin ausgesucht, die dort eingeladen wird aus dem Baum eine bleibende, aber dennoch irgendwann verrottende (dazu mehr im Folgebeitrag über die Einweihung der Baumskulptur).

„umTriebe“, die Baumskulptur von Guido Hofmann – die ich am Tag der Einweihung erstmal als Ranger umarme, bevor meine Moderationsveranstaltung für Guido losging

Anfahrt

Baumskulpturenpark – Berger See Park, Gelsenkirchen

Adenauerallee in Höhe Angrenzung Krankenhaus Bergmannsheil Gelsenkirchen

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Trotz eigenem noch einem folgenden Beitrag ist hier auch der Video-Link zur Einweihung der Baumskulptur von Guido Hofmann:

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Kunstmuseum Gelsenkirchen

Nach dem Baumskulpturenpark machte Guido noch einen Abstecher am Kunstmuseum Gelsenkirchen, wo seine Begleitausstellung zu dem Zeitpunkt noch eingerichtet wurde, die bis zum 27.8.23 gehen soll. Das Museum kannte ich tatsächlich nicht. Vor dem Museum stehen zwei wundervoll geformte Steinsessel von Guido, die ich sofort zur Pause ausnutzte, bevor es auf die Halde Haniel ging.

Fotogalerie: Kunstmuseum Gelsenkirchen

Anfahrt und Kontakt

Kunstmuseum Gelsenkirchen

Horster Str. 7

45894 Gelsenkirchen

Telefon +49 (209) 169-4361
Fax +49 (209) 169-4801
kunstmuseum@gelsenkirchen.de

www.gelsenkirchen.de – Kunstmuseum Gelsenkirchen

Öffnungszeiten

Di – So 11 18 Uhr 

Mo geschlossen

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Agustin Ibarrola und Guido

2002 hat Guido Agustin Ibarrola kennengelernt. Wie ein Ziehvater hat er Guido unter seine Fittiche genommen und ihn in eine besondere Sichtweise der Kunst gelenkt. Der heute 93 jährige musste unter dem Diktator Franco fliehen. Zurück in Spanien verlor er durch die ETA, einer spanischen Terrorgruppe, viele Freunde. Er selbst musste immer von Bodyguards begleitet werden, um nicht selbst Opfer zu werden. Guido betreut, repariert und saniert die Totems auf der Halde Haniel von Ibarrola. Heute ist Guido Hofmann auch 2. Vorsitzender des Künstlerbund Bottrop. Der letzte Weg unseres Interviews führte auf die Halde Haniel zu den Totems. Einige von ihnen wurden mutwillig zersägt. Der oder die Täter sind bisher nicht gefasst worden. Diese abscheuliche Tat hat Guido „verkleistert“. Kaum sichtbar stehen die Totems wieder an ihrem angestammten Platz.

FOTO-GALERIE HALDE HANIEL

Anfahrt Halde Haniel

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Parkplatz von der Oberhausener Seite:

Gegenüber der Kirchhellener Str. 319, Oberhausen

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oder 

Parkplatz zum Kreuzweg Zeche Prosper Haniel

Knappenstraße 30-32, Bottrop

Wellenbrecher auf die Halde Schöttelheide

Während wir diesen wunderbaren Blick über das Ruhrgebiet genossen, sprachen wir über seinen Entwurf des Wellenbrecher. Die Halde Schöttelheide ist die kleinste und letzte Halde im Ruhrgebiet, die bis zuletzt den Abraum aus der Zeche Franz Haniel aufgeschüttet bekommen hatte. Erschreckend musste ich nun hören, dass die Bottroper Politik dort eher ein Windrad aufstellen möchte. Ohne drüber nachzudenken, was es bedeutet für die Umgebung. Guido und ich sind für Windradenergie, aber es sollte schon gut beurteilt werden, wo der Standort sinnvoll ist.

Abgesehen von dem Vorteil Strom regenerativ zu erzeugen, würde es die komplette Sicht in Richtung nördlichstes Ruhrgebiet bis nach Münster von der Halde Haniel versperren. Die Errichtung eines Windrads würde das Bild der Totems auf der Halde Haniel und die Umgebung im dichten Wald sehr negativ beeinflussen. Wir beide sind für die Alternative Energie. Aber definitiv nicht auf einer Halde. Allein schon durch die innere Bewegung einer Halde muss ein großes Windrad eine teure und schwierige Einbetonierung bekommen. Das Tetraeder hat auch eine zweite teure Betonierung im Stand gehabt.

Windräder sind groß genug. Sie brauchen keine Halde um vom Wind angetrieben zu werden.  Das Aufstellen eines Windrads auf eine Halde sendet eine Herabwürdigung der Umgebung, genauso wie es eine Umzäunung eines freistehenden Kunstwerkes wäre, die gerade angeblich wegen des großen Regens zur Sicherheit aufgestellt wurde um die Totems herum. Ansonsten sollte heute eine Halde regelmäßig gepflegt der Natur überlassen werden. Eine Halde sollte im Ruhrgebiet einem touristischen Zweck dienen. Die Wegen sollten regelmäßig saniert werden. Heimatliebende und Touristen sollten sich jeden Gipfel aussuchen können in dieser einmaligen Landschaft Deutschlands. Jede Halde sollte seine eigene Gipfelinstallation bekommen als Bonbon für den Aufstieg zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Der Wellenbrecher wäre eines davon die Halde Schöttelheide aufzuwerten, die vor 30 Jahren sehr umstritten war aus mikroklimatechnischen Gründen noch zu erbauen. Ich war direkt involviert zu dem Zeitpunkt. Jetzt ist sie nicht so hoch geworden, wie befürchtet, weil der Bergbau zwischenzeitlich geschlossen wurde. 

Weltweit bekannt ist das Bild der Totems und der Blick von der Halde Haniel. Es zieht sogar Touristen an. Windräder sind von dort aus zu sehen. Früher waren es über 300 Fördertürme, heute sind es noch relativ wenige Windräder, die den Horizont zieren. Es zeigt den Wandel von der Ausbeutung fossiler Brennstoffe zum Umbau auf Alternativen Energieträgern. Das versteht nur eine Person, die auf der Halde Haniel bei bestem Wetter die Sicht auf das Ruhrgebiet in alle Richtungen genießt. 

Wir hatten in der Abenddämmerung eine Sicht bis nach Düsseldorf. Es war wie Meditation und ein wahrlich erbauliches tolles Gespräch mit ihm. Ich wünsche ihm noch viele neue tolle Skulpturen, die wertgeschätzt werden, wie das kürzlich in Moers zum Andenken an die durch Missbrauch von Drogen Verstorbenen in der Stadt am Gedenktag, 21.7.23. Die Bilder wurden mir von Guido zur Verfügung gestellt, so dass ich sie in das Video eingebaut habe. Ich selbst konnte leider nicht daran teilnehmen.

 

Denkmal für durch Missbrauch von Drogen Verstorbenen in Moers von Guido Hofmann

Die Rheinische Post schrieb über das Denkmal, das auf dem Gelände des Gesundheitamts Moers steht:

Kunstwerk in Moers: Gedenkstein erinnert an Drogentote (rp-online.de)

Die Stadt Moers hat auf der Höhe des Gesundheitsamts einen Platz gefunden. Auf dem Kunstwerk von Guido ist ein Gedicht einer Moerser Drogenerkrankten zu lesen.

Aufstellung Denkmal  für Drogentote in Moers

Gedicht ist von einer durch Drogen Betroffene auf der Steinskulptur von Guido Hofmann eingebaut worden

Standort des Denkmals für durch Missbrauch von Drogen Verstorbenen

Mühlenstraße 9-11, Moers

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Portrait-Foto-Galerie

Als Abschluss möchte ich Guido meine Porträtaufnahmen widmen und für alle, die ihn gern nochmal auf ungewöhnliche Art und Weise sehen wollen.

Mach weiter so und bleib, wie du bist, Guido! Ich denke, damit stehe ich nicht alleine. Ich bin der Pancho neben dem Don Quichotte, der mit Wellenbrecherkunst gegen Windräder und politischen Gegenwind kämpft. Vielleicht bewegen wir mit unserer Aufnahme etwas. Ich würde es mir wünschen für das Ruhrgebiet. Ein wenig mehr Feingefühl statt Grobmotorik. Aus dieser Zeit ist das Ruhrgebiet entwachsen, falls es noch keiner mitbekommen hat in den Räten der Städte.

Weitere Lese-Links über und mit Guido Hofmann

Guido Hofmann -Flick – Künstler – Bildhauer + Materialplastiker | XING

Künstler(innen) – Künstlerbund Bottrop (kuenstlerbund-bottrop.de)

Guido Hofmann (Bildhauerei) – Künstlerbund Bottrop (kuenstlerbund-bottrop.de)

Landesgartenschau 2020 – Guido Hofmann (guido-hofmann.de)

Kunstaktion „b-schenkt“ braucht Bottroper Bürgergaben – waz.de

Dippser StattZeitung | Neue Skulptur des Bildhauers Guido Hofmann-Flick im Skulpturenpark Paulsdorf (dippolds.info)

Guido Hofmann | Sculpture Network (sculpture-network.org)

Vielfalt ist unsere Stärke …und sie ist BUNT: Der Bottroper Künstler Guido Hofmann gestaltet mit den SchülerInnen der Janusz-Korczak Gesamtschule den Eingangsbereich – Bottrop (lokalkompass.de)

Guido Hofmann möchte bis ans „Ende seiner Tage“ Kunst machen ~ lebensart-regional.de

Kirchhellener Künstler bewerben sich für ersten bottrop.art.award (dorstenerzeitung.de)

Bottroper Künstler schuf Landmarke für Buer – waz.de

Kunstverein Gelsenkirchen – Aktuelles (kunstverein-gelsenkirchen.de)

Guido Hofmann hat Spielgerät restauriert:: „Murmelbahn“ in neuem Glanz – Bottrop (lokalkompass.de)

Künstler verleiht Totems auf Halde Haniel neuen Glanz – wp.de

Zum Vandalismus der Totems und die Reparatur von Guido Hofmann in der WAZ:

Nach Vandalismus: Reihe der Totems ist wieder vollständig – waz.de

Zur aktuellen Situation der Totems:

Halde Haniel bröselt: RAG will Landmarke und Kunst sichern – waz.de

Aktuelle Projekte

Aktuelle Projekte – Guido Hofmann (guido-hofmann.de)

Sehr gutes Interview:

Guido Hofmann Flick – Gesichter-Ruhr.de

Glück auf !

Vorbildliche Bochumer Touristinfo I Interview mit Christian Krumm von Bochum Marketing I +Video

Bochum Marketing ist schon lange ein großer Spieler im Tourismus im Ruhrgebiet. Christian Krumm, verantwortlich für die Kommunikationsabteilung von der Bochum Marketing GmbH, konnte ich für einige Informationen interviewen.

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2001 wurde die Bochum Marketing GmbH gegründet. Mittlerweile arbeiten 50 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für die Institution, die das Image von Bochum positiv beeinflusst mit Veranstaltungen, Stadtmarketing, Tourismusinformation, Werbung und in der Kommunikation in allen Bereichen. 

Damals einigten sich die Stadt Bochum und die mittlerweile auf angewachsenen 70 Gesellschafter aus Bochumer Vereinen und Institutionen zu je 50% einen Anteil zu übernehmen. Die Stadt Bochum und die Politik suchte nach Möglichkeiten das Image der Stadt mit 370000 Einwohner auch über die Stadtgrenzen hinaus zu verbessern.  Die Gesellschafter bestehen z.B. aus VfL Bochum, Möbel Hardeck, Handelsverband Ruhr-Lippe, Modehaus Baltz, Familienbrauerei Moritz Fiege, Sparkasse und Volksbank Bochum, Tierpark Bochum, Bermudadreieck, Katholische Kliniken Bochum, Oase uvm.

Bochum hat mehr zu bieten als Bermudadreieck, Jahrhunderthalle, Ruhrpark und das jährliche Bochum Total Event. Das gelingt nicht nur, das ist so. In meinen Augen ist die Bochum Marketing GmbH ein Vorbild für viele Städte im Ruhrgebiet zum Aufpolieren des Image. 

Herne und Oberhausen z.B. sind da auch angekommen und haben das System verstanden, dass auch dadurch Firmen angelockt werden, die wiederum Arbeitsplätze ansiedeln und auch die eigene Wirtschaft stärkt. Das ist ein großartiger Nebeneffekt, der sonst nicht auf dem Schirm eines Tourismusbüros ist. 

Manche Städte im Ruhrgebiet, wie z.B. meine Geburtsstadt Bottrop hängen da im Nichts. Die Stadt hatte ein Tourismusbüro, aber nur Tickets und ruhrgebietsbezogene Bücher verkauft. Da wird in solchen Städten gedacht, dass die Menschen von Außerhalb googeln können, Wikipedia nutzen oder sich einen dicken Reiseführer über das Ruhrgebiet kaufen können. Definitv reicht das nicht! Es geht nicht nur um das Image. Es ist das Bild einer Stadt, wo es so wichtig ist zu sehen, wo und wie man dort lebt, dass sich andere dafür interessieren und sie besuchen kommen. Das fördert auch die Wirtschaft und den Einzelhandel. Kleinunternehmen und große Firmen, von Gastgewerbe und Handel werden indirekt oder direkt mit einem gut funktionierenden Tourismusbüro gefördert.

Besucher und Besucherinnen, auch die Einwohner einer Stadt sollten eine Anlaufstelle haben, einen Ansprechpartner bekommen, wo sie aufgeklärt werden können, wohin sie gehen können je nach Interesse. Wer neu in der Stadt ist, möchte wissen, wo es einen Wochenmarkt gibt in der Nähe, welches Museum und die Öffnungszeiten oder ein Kino. Oder wo kann man japanisch essen oder gute alte westfälische Küche genießen.

Es gibt eben Veranstaltungen, die einen interessieren, aber durch die Informationsflut untergehen können. Es gibt gute und schlechte Hotels. Stadtführungen sind wichtig. Sie zeigen eine Stadt historisch oder humorvoll, naturnah oder auf Kunstwegen. Zu guter Letzt muss die Kommunikation zwischen den zuständigen Ämtern, wie Ordungsamt z.B. für Genehmigungen und Veranstaltern und auch zwischen den Abteilungen funktionieren.

Christian Krumm ist seit über zwei Jahren dabei. Es macht ihm Spaß für diese gute Sache jeden Tag sein Bestes zu geben das Stadtimage zu aufzupolieren. Bochum Marketing GmbH hat es verstanden und macht es nicht nur in ihren Büros, sondern auch im Ladenlokal an der Huestraße 9 in der Innenstadt von Bochum. Eine zentrale Anlaufstelle für Bürger und Bürgerinnen und Touristen und Touristinnen ist wichtiger denn je. Anprechpartner, Souvenirartikel, Prospekte über Veranstaltungen in der Stadt im Ruhrgebiet sind in dem Ladenlokal zu finden. 

Aufgeteilt ist die Bochum Marketing GmbH in vier Abteilungen:

  1. Veranstaltungsmanagement:  Hier findet die Planung und Errichtung von z.B. vom Bochumer Musiksommer, Weihnachtsmarkt, Kirmes und Bezirksveranstaltungen statt. Beispielsweise ist die Band „Mondfunk“ eingeladen worden auf dem Grummer Stadtteilfest mitzumachen. Bochum Marketing hat den Song positiv aufgenommen und wollte, dass er dort zum ersten Mal live vor Publikum kommt. Im Internet hatte er schon viele Anhänger gefunden. Begeistert von der Organisation konnte „Mondfunk“ erfolgreich ihren herzerfrischenden Bochum-Reggae-Song erstmalig auf einer Bühne singen. Dazu gibt es einen Podcast von Bochum – Der Podcast von Tobias und Kevin: Musik die aus Bochum kommt – Bochum der Pottcast – Podcast (podigee.io)
  2. Stadtmarketing:  Hier wird die Aufstellung der Wochenmärkte, Verwaltung des Bochum Fonds und der Einzelhandel, die dem Label „Wir sind Bochum“ angeschlossen sind, unterstützt. Außerdem beleben Quartiersmanager in die Bochumer Stadtteile mit Aktionen.
  3. Tourismus: Das Hauptaugenmerk ist das Verkaufsgeschäft für Tickets für Veranstaltungen und Events, Ruhrgebiets- und Bochum-Souvenirs, Veranstaltungsprospekte. Aber es werden auch Gästeführungen organisiert und Hotels und Kongresse vermittelt. Stadtführungen können hier gebucht werden.
  4. Kommunikation: Alle Werbemaßnahmen werden für die Veranstaltungen von Bochum koordiniert. Eine  wichtige Aufgabe ist es auch als Zwischenfunktion für die Abteilungen zu agieren und zu reagieren. Dafür ist Christian Krumm zuständig.  
Stadtportalbochum

Das Label Stadtportal von Bochum Marketing ist die Social Media Plattform auf Instagram, Facebook und neuerdings auch auf Tiktok, um das jüngere Publikum anzusprechen.

 
Links:
 
 
 

Die Touristinfo, das Ladenlokal an der Huestraße 9, Ecke Hellweg in Bochum City

Die Touristinfo – Huestraße 9

Gekauft werden kann da auch der Nachbau des „Selfie-Points“ am Bochumer Rathaus, den ich tatsächlich bei dem vom Stadtportal Bochum auf Instagram initiierten Fotowettbewerb mit einigen anderen gewonnen habe. Im Handel kostet er ohne Pflasterstein 19,90 €, sonst 49 €.

Außerdem gibts auch zu kaufen z.B. Postkarten, das Bochumer Monopoly, Tickets von Veranstaltungen in Bochum, aber auch Bundesweit, Souvenirartikel, wie Aufkleber mit Bochumer Motiven, T-Shirts, Taschen, Ruhrpott-Gin, Eierlikör, Lakritze, Pasta in Förderturmform, Pommesschalen, Wimmelbilderbücher von Bochum, Schicht im Schacht-Puzzle, auch Tassen und diverse Artikel von den Bochumer Symphonikern bzw. vom Anneliese-Brost-Musikforum, Ruhrgebiets-Führer von diversen Verlagen. Da darf natürlich auch nicht die ruhrpottische Fassung von Asterix und Obelix fehlen vom Bochumer Komödianten Hennes Bender. Ein Ständer voll mit Artikeln vom VfL Bochum steht in der Ecke. Und direkt daneben mehrere Regalmeter Prospekte, Flyer und Informationen zu Bochum und das Ruhrgebiet.

Die Beratung ist voll nett. Die übersichtliche Rad- und Wanderkarte von der Stadt Bochum für kleines Geld mitnehmen ist immer sinnvoller als Googlemaps aufzurufen.

Stadtrundgänge

Für jeden Geschmack ist was dabei: die Historische Tour oder Industriekultur, wie eine Westpark-Führung an und unter der Jahrhunderthalle, oder mit der Komödiantin Waltraud Ehlert auf lustige Pottart durch die Stadt auf einen Putzbesen streifen. 

Adresse und Link:

Touristinfo 

für Tickets, Hotels, Stadtführungen und allgemeine Informationen

Huestr. 9

44878 Bochum

Öffnungszeiten

Di – Fr : 10 – 18 Uhr / Sa : 10 – 16 Uhr

Telefon-Hotline: 0234963020 – Mo – Sa : 10 – 16 Uhr

https://www.bochum-tourismus.de/

 

Bochum Marketing GmbH

Gesellschaft für Standortmarketing, Stadtwerbung, Touristik und Zentrenmanagement

Huestr. 21-23

44878 Bochum

T: 0234904960

info@bochum-marketing.de

Weitere wichtige Internetseiten von Bochum Marketing GmbH

www.bochum-vonhieraus.de
www.bochumer-musiksommer.de
www.bochumer-weihnacht.de
www.tapetenwechsel-bochum.de
www.bochum-fonds.de

Stadt Bochum
www.bochum.de

 

Danke für die Genehmigung zum Filmen und das Interview mit Christian Krumm von Bochum Marketing! 

Glück auf

Müllsammelaktionstag zur Ausstellung Flaschengefühle macht wütend I +Video I +Short I +Fotogalerie

Kann man es erfolgreich nennen, wenn Müll gesammelt wird? Wäre es nicht sinnvoller, wenn es gar nicht in der Landschaft liegen würde. Müll gemacht von Menschenhand. Erst hergestellt, dann ohne Gewissen ins Grün. Das macht wütend! 

Der erste Tag meiner Projektwoche  „Vermüllung der Stadt“ mit dem Sammeln von Müll im Rahmen meiner von der Stadt geförderten Ausstellung „Flaschengefühle“ begann in der Umgebung der kleinen Kunstmuseums „Schaubüdchen“ am 16.7.23 um 11 Uhr.

Kleines Einblickvideo: 

https://youtube.com/shorts/x3XWicLokLQ?feature=share 

Am Tag der Müllsammelaktion, war ich alleine. Es läuft nicht immer alles rund bei einem Projekt, wenn man sich auf relativ schnelle Rückrufe und Email-Antworten verlässt. Die IFAK hatte ich sechs Wochen zuvor angerufen und per Mail angeschrieben. Zwischendurch ebenfalls nochmal, aber erst einen Tag nachdem ich die Termine eine Woche vor der Eröffnung der Ausstellung festlegen musste, kam der Rückruf mit dem Hinweis, das ab dem 15.7 alle in Ferien für drei Wochen sind.

Nicht nur das die Flyer dadurch auch noch nicht mal am Tag der Eröffnung pünktlich kommen konnten, nein der Aufruf in Facebook-Gruppen innerhalb von Bochum sollten ja 30000 Menschen erreichen, ging schief. Zwei Likes waren alles. Die Reichweite wurde dadurch geschmälert. Und durch die späte Rückmeldung hatte ich nicht mehr daran gedacht, daraus eine „Veranstaltung“ zu machen, was eventuell mehr Anmeldungen gegeben hätte, als ein Aufruf. Habe ich an Ferien gedacht? Ja, aber nicht jeder kann sich leisten bei den Preisen sechs Wochen Urlaub zu machen. Also Teilnehmende hätte es mit Sicherheit geben können. Ich habe trotz der Situation aber nicht sauer reagiert. Ich habe mich so oder so darauf vorbereitet allein zu gehen und diesen Projekttag bewußt zu erleben. Es war sehr erbaulich am Tag der Aktion, dem Mängelmelder, die Bochumer Bürgerecho – App, 13 Mal zu nutzen und nun zwei Tage später mit einer Mail eine Antwort zu bekommen, dass vier gemeldete Mängel behoben wurden. Ich bin mir sicher, dass die anderen und zusätzlich zwei gemeldeten Vorschläge ebenso erhört werden zur Verbesserung der Stadt.

Egal. Ich lerne aus meinem Fehler. Ich werde mit der IFAK diese Müllsammelaktion im Herbst nochmal durchführen, wie ursprünglich geplant.

Dabei fing der „Spaß“ tatsächlich kurz nach meiner Haustür an: Vier leere Astra-Flaschen standen vor den Müllcontainern, fast wie beim Spiel „Mensch ärgere dich nicht“. Als wenn es ein Hinweis gewesen wäre für den Ablauf des Tages. Die sind natürlich für die Pfandspende eingesammelt worden. Dann ging es ab zum Schaubüdchen.

Wegen des schnellen Erfolgs schon gleich hier und jetzt am Anfang meines Berichts mein Aufruf: 

Liebe Bochumer und Bochumerinnen! Ladet euch die Bürgerecho-App hoch und meldet, was das Zeug ist. Nur so kann es Verbesserungen in der Stadt geben! Hier ist der Link:

BürgerEcho Bochum – Apps bei Google Play

Für alle anderen Städte gilt es das gleiche. Schaut in die Google oder Apple App-Listen ! Sie gibt es auch für viele andere Städte. Bombadiert die Mängelmelder-App. Es lohnt sich für deine Stadt!

Mängelmelder oder Bürgerecho können was bewegen!

Siehe da, es war auch recht erbaulich, wenn auch mit Frust verbunden, das Menschen die wirklichen Schweine sind. Schweine sind in ihrem Stall mit Sicherheit sauberer, wenn sie nicht kacken und pissen müssten, auf Deutsch gesagt, was dann auf unseren Feldern landet und dann auf unserem Tisch inne Kohlrabi, Brot oder Maiskolben.

Spaß beiseite. Ich hatte meinen Garten-Bollerwagen genommen und bin vom Schaubüdchen aus rechts in die Katharinenstraße gegangen. Da kam ich ganze 20 Minuten nicht weiter. An jedem Baum und Laternenpfahl lagen Zigarettenfilter und -Stummel. Ich habe auch nur rechtsseitig den Abfall in den orangen Sack des USB (Umweltservice Bochum) geschmissen, die ich mir am Freitag noch rechtzeitig für eigentlich dreißig Teilnehmern geholt hatte. Die andere Seite sollte auf dem Rückweg gemacht werden. Dazu bin ich gar nicht gekommen.

 

Hätte ich ein Team gehabt, hätte ich eins nach Stahlhausen hinter die Feuerwache geschickt, ein anderes in den Bereich der Rottstraße und ein drittes Team auf das Gelände der Jahrhunderthalle, so bog ich allein auf weiter Flur in die Henriettenstraße rechts ab und kam am Hunde- und Spielplatz vorbei. Auf der Wiese lag tatsächlich wenig Müll. Der Mülleimer vor Ort war gut gefüllt. Die Hundetüten im Hundemülleimer waren leer. Die erste Meldung für den Mängelmelder der Bürgerecho App von der Stadt Bochum wurde von mir fertig gestellt.

Ein Hundebesitzer fragte, warum ich filme. Er hatte einen kleinen Bullterier, der aber völlig harmlos war, aber von vielen als Kampfhund gesehen wird. Naja, an der Leine hätte er ihn trotzdem nehmen müssen, als er vom Hundeplatz kam. Ich hatte keine Angst. Der Hundebesitzer war an meiner Ausstellung interessiert und fand meine Aktion gut. Blacky schnüffelte am Bollerwagen interessiert herum.

Auf dem Spielplatz war der Mülleimer bis oben hin voll. Die nächste Mängelmeldung, diesen zu leeren, ging durch das 5G-Netz, das dort tatsächlich herrschte. Ein voller Hundekotbeutel wanderte noch in den Mülleimer. Alles andere drumherum habe ich in den USB-Sack gepackt.

Ich dachte, du hast ja schon bald die Hälfte hinter dir, aber dann ging es erst richtig los auf dem kleinen Stück der Adolfstraße am Spielplatz entlang. Einmal um die Ecke im Grüngürtel um den Fußballspielplatz fand ich einen Einkaufswagen, eine Menge Tetrapaks, Altpapier von Prospekten, die hoffentlich bald Geschichte sind, einen Tisch, eine Mappe von einem Tapezierladen, einen Brotkorb von Harry, den ich für den Transport von leeren Flaschen von nun an nutze, um diese vom Restmüll zu trennen, die ich dann auf beiden Seiten des Grüngürtels fand. Ein Stückchen weiter hätte ich, wie im Dschungel weich auf einer wunderbaren Schaumstoffmatratze schlafen können. Auch sie war einfach so da im Grünen entsorgt worden, obwohl sie kostenlos auf der Sperrmülldeponie der Stadt abgegeben werden hätte können.

 

Meist waren es eben kleine Schnaps- und Likörflaschen. Wodka Gorbatschow oder Jägermeister, Kümmerling und was weiß ich, welche pfandlosen Flaschen hier und da durch Starkregen und Dürrezeiten über Jahre hinweg in der Erde z.T. eingegraben waren.

Die Grüngürtelbereiche sind ältere Gesträuche, die Insekten so gut wie keine Chance geben. Für Bienen ist hier auf der Adolfstraße nichts gepflanzt. Die Sträucher sind z.T. auch ausgetrocknet. Die Wiese hat kaum Wuchs und durch die hohen dichten Bäume wächst da unten das Grün auch kaum. Das ganze Straßenbild ist einfach nur Scheiße. Ich muss es so ausdrücken, wie es ist.

Mitten auf dem Bürgersteig bin ich natürlich auch in Scheiße getreten. Ein Sinnbild der Lage nachdem ich den Tisch dem Mängelmelder mitgeteilt habe. Auf der Parkplatzseite lagen in den Sträuchern eine Autolampe, ein angeschimmelter McCafe-Becher, Plastik von Süßkram, Überraschungseiplastik, Tetrapaks, Gummi von irgendwas Undefinierbarem, Heizungskörperableser, Getränkeflaschen aus Kunststoff, Deckel für Becher mit Strohhalm, eine Blindschleiche aus Gummi.

Dann entdeckte ich an der Seite einen weiteren Eingang zum Sportplatz. Dieser hat keinen Mülleimer und prompt wandert auch das Tetrapak im nahgelegenen Strauch. Das Tetrapak würde ich wahrscheinlich in 10 Jahren immer noch finden können, kaum verwittert, weil es Aluminium und eine Plastikfolie zum Erhalt des Mindesthaltbarkeitsdatums enthält. Die Farben auf dem Pappkarton von Außen sind meist auch problematische Chemikalien, die dann den Boden verseuchen können.

Auf der anderen Straßenseite war ein von alten Bahnschwellen umzäunter Blumenkasten. Diese Form ist auf allen Straßen, aber die Sträucher wirken nicht mehr gepflegt. Im Inneren sind sie kahl und zeigen Flaschen, die dort verwachsen sind mit der Erde und den Zweigen. Ich habe reichlich viele kleine Schnapsflaschen herausholen können. Die ganzen Teile laden nicht mal Vögel zum Verweilen ein, geschweige denn ein Nest zu bauen. Auch der Grünstreifen der Adolfstraße ist einfach nur scheiße anzusehen. Er sieht nicht gepflegt aus. Natürlich ist dort wenig Licht durch die hohen Bäume. Aber deswegen wächst auf so einem Grünstreifen trotzdem eine Blumenwiese. Alle Sträucher können eingedämmt werden und eine pflegeleichte Blumenwiese erhalten für Bienen und Insekten wäre mein Vorschlag. Das macht das Wohnen auch schöner vor Ort als diese Gehölze, die nur Grün sind, wie die hohen Bäume. Es gibt keinen Farbwechsel.

An einer Stelle des Grünstreifens war ein Plastik in der Erde, dass die Ameisen zum Abdecken ihrer Erdhütte genommen haben. Das wußte ich ja nicht. Woher sollte ich ahnen, dass sie jetzt keinen Regenschutz mehr haben. Was für ein Gewusel!

Dann kam ich an eine Stelle, die eine Pergola aus Stahl hat für Kletterrosen. Von Rosen keine Spur, sondern von Socken, Pappe, Flaschen, Splitter von Flaschen, ganz viele Tücher, wahrscheinlich für das Abwischen für den Uriniervorgang bei Damen. Alle lagen achtlos in den Ecken oder vom Winde verweht in der Mitte. Sie wanderten trotzdem in meinen Sack, ich meine den orangen vom USB.

Der Platz war so verwahrlost, dass ich den Mängelmelder aufrief für das Aufsammeln des Laubs, der so wie es aussah noch vom letzten Jahr war. Hier könnte man mit dem Spielplatz den Bereich mit einbinden oder einfach Parkplätze machen. Die Pergola macht überhaupt keinen Sinn, wenn sie nicht entsprechend gepflegt wird. Wenn das so ist, dann weg damit. Aber so ist das eher ein nichteinladender Platz.

Warum nicht ein paar Blumenkästen hinstellen oder die Nachbarschaft macht dort einen Hochbeetgarten zur Selbstversorgung. Absperren für die Nachbarn zum Klönen und gemeinsamen Mensch ärgere dich nicht spielen. Das hätte ich gebraucht, denn der nächste Ärger kochte in mir.

Eine halbe Sektpulle am Stromkasten. Immer wieder Flaschen am Stromkasten. Als wenn die Stromkästen Flaschen magnetisch anziehen. Unglaublich. Und es ist eben auch keine Pfandflasche. Somit bleibt sie in der Landschaft liegen, wie die anderen.

Pfandflaschen werden von der ärmeren Bevölkerung gesucht und gefunden, aber auf dem herrenlosen Platz war auch eine Krombacher, frisch geköpft in der Ecke. Sie wurde nicht mitgenommen. Im Gebüsch lag eine zweite, kaum zu sehen, ebenfalls nicht mitgenommen. Pfandflaschen und Pfanddosen habe ich nur eine Handvoll gefunden. Aber alle Nichtpfandflaschen, die wenn sie irgendwie fallen oder gekickt werden, können gefährliche Glassplitter erzeugen. Fallen Kinder da hinein, gibt es ein böses Erwachen, ganz zu schweigen von Hunde- und Katzenpfoten. Da kommen teure Operationen beim Tierarzt auf einen zu.

Auf der Ursulastraße kurz vor dem Schaubüdchen habe ich tief liegende Kellerfenster gesehen. In einem lag einiges an Müll, was ich herausgepickt habe. Diese Fenster laden ein, etwas hineinzuwerfen. Geöffnet zum Säubern werden sie wohl nie. Sie wachsen mit Unkraut zu und basta. Davor liegt ein Streifen aus Kopfsteinpflaster. Logisch, dass dazwischen Grünes wächst und die Steine aus dem Sandbeet drängt. Ein Vorschlag von mir: Die Kopfsteinpflaster brauchen dort gar nicht sein. In Holland, wo es z.B. in Amsterdam kaum Parkanlagen gibt, haben sie Menschen entschieden mit Einverständnis der Stadt, vor ihrem Haus Steine zu entnehmen und Blumen oder einen kleinen Blumenwiesengarten anzulegen. Das macht viel Sinn. Erstens tut man was für die mittlerweile stark dezimierte Insektenzahl und Bienen und zweitens für den Klimaschutz. Drittens wird das Wasser von den Pflanzen aufgenommen, auch bei Starkregen, während das sonst über die Steine in die Gullys fließt. Ein Vorschlag, der in jeder beliebigen Stadt gemacht werden kann und kaum Kosten verursacht. Einmal im Jahr geht man im Herbst mit einem Rasenmäher drüber und fertig.

Aber das Grünflächenamt pflegt ja nicht mal die Adolfstraße, wie soll so etwas möglich sein… Das werde ich doch mal anbringen beim politischen Gespräch.

Statt es im eigenen Fahrzeug mitzunehmen um in den eigenen Hausmüll zu legen, wird es einfach achtlos in die Stadtlandschaft geschmissen. An den Seitenrändern der Bürgersteige kann der Straßenreiniger des USB leider auch nicht immer mit seinem Besen vorbei kommen, wenn da Autos vor dem Müll stehen. Auch da sehe ich trotzdem die händischen Besenreiniger in der Pflicht sich auch mal zu bücken. Ich hab jedenfalls alles dort weggemacht. Und dann kam die Überraschung….

Der rückwärtige schöne Platz vom Musikzentrum war voll mit Müll. Überall Flaschen ohne Pfand. Es waren z.T. zerschlagene und eine Menge Wodka-, Wein-, Whiskey-Flaschen. Hochwertiges Zeug zum Saufen. Und es waren sechs Lachgas-Flaschen von mir gefunden worden.

Ich wußte nicht, dass man die braucht. Ich bin auch ohne sowas lustig. Die Dinger enthalten Distickstoffmonoxid. Ist total trendy, wie man heute sagt. Es gibt zum Inhalieren sogar Geschmacksrichtungen von Mango, Pfirsich und Erdbeer und soll unbeschwerte Freizeit-Spass-Fotos bringen. Eine Flasche kostet um die 25 €. Ein Sechser-Pak wird mit 145 € im Internet gehandelt. Und dann liegen die einfach hier rum. Das kann sich keiner mit Bürgergeld kaufen. Das ist nicht die Klientel, die diese „hochwertigen Flaschen“ in die Landschaft werfen. Unglaublich!

Am Ende dieser Rundtour von knapp drei Stunden habe ich mehr als einen halben Sack zusammen. Doch ich wollte ja unbedingt zum Anneliese-Bost-Musikzentrum. Das ach so tolle teure Teil der Stadt hat einen wunderbaren sehenswerten Platz zum Ausruhen und Klönen auf der Rückseite.

Ich war einen Tag vorher zufällig dran vorbei gelaufen und war erschrocken wieviel Müll und Flaschen da herumgelegen haben. Bis ich allerdings mit einem weiteren Sack dort ankam über die Katharinastraße und Maximilian-Kolbe-Straße auf die Humboldstraße, da hatte ich den blauen Ersatzsack schon wieder voll mit Pappe für Pizza, Getränke oder Fressalien.

An dem Marienstift, einem Seniorenheim direkt gegenüber, ist seitlich an der Maximilian-Kolbe – Straße eine Absenkung des Bodens. Diese ist abgesperrt mit einem Bauzaun. Davor stand mal wieder ein Einkaufswagen. Es war der Dritte innerhalb von 800 Meter Radius. Der zweite stand auf dem Gelände des Spielplatzes an der Katharinastraße.

Hinter dem Bauzaun lag natürlich, wie aus den Augen aus dem Sinn, logischerweise Müll. Meist sind es Becher, kleine Kunststoffe, Löffel, Tüten voller Dönertaschen, also alles, was mit Essen zu tun hat. Der Mülleimer kann so viel auf einmal nicht schlucken. Und wenn voll, dann wohin?

Die schweizerische Koordinationsstelle Sucht stellt fest: Aktuell geniesst Lachgas bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15-25 Jahren seit den 1990er Jahren eine gewisse Popularität. Sie gilt als Freizeitdroge.

In der Technoszene wird sie gern genutzt, um scheinbar besser abtanzen zu können. In einigen europäischen Ländern sind diese Kapseln schon verboten. Ich finde, diese Dinger sollten hier auch verboten werden. Früher hat ein Zahnarzt sowas verwendet, wieso kriegt man diese Klamotte bei uns ganz normal zu kaufen?

Der Hersteller des Gases warnt sogar versteckt im Kleingedruckten auf einer Unterseite im Online-Shop: „Distickstoffmonoxid ist ein Gas, das nach dem Einatmen ein angenehmes Gefühl des Wohlbefindens und eine leichte Euphorie, zwischendurch Halluzinationen und bei manchen Menschen eine schmerzlindernde und sedierende Wirkung hervorrufen kann“ (Quelle: https://blaulichtreport-saarland.de)

Es wird gemunkelt, dass die „Exotik Whip“ nach dem Konsum schon Unfälle auf den Straßen erzeugt haben kann. Halluzinationen und ein gewisses Wohlbefinden mit Sedierung ist für mich eindeutig ein großes Gefahrpotential auf der Straße. Das Potential hat man bei Ecstasy auch und es ist eine verbotene Droge, die man trotzdem irgendwo erhalten kann. Diese Lachgas-Geschichten gehören auch verboten, meine Meinung! Sie sind gefährlich und liegen auch noch als Müll in der Landschaft herum. Zu fein, die jungen Leute, aufzustehen und im Rücken die Mülleimer zu benutzen. Geht auch nicht mit einem Lachkrampf, das fallen eher die Flaschen aus den Händen und zerschellen auf dem Steinboden.

Auf dem Platz kam mir Kai Braun entgegen und fand meine Aktion sehr gut. Er erklärte sich bereit mir zu erzählen, dass er sich auch jeden Tag hier mit Freunden trifft. Am Wochenende sieht der Platz immer so verheerend aus. Da nehmen die Discobesucher gern die Alkoholischen und di Lachgasnummer gleichzeitig ein und machen einen auf Trallafitti. Ordnungsamt und Polizei scheint entweder machtlos zu sein oder wird nicht Herr der Lage. Was tut die Stadt? Warum sieht der ehrwürdige Platz regelmäßig so aus?

Da hat die Stadt mit zusätzlichen Spendengeldern zig Millionen das tolle Konzerthaus der Bochumer Symphoniker hingesetzt und bekommt es nicht gebacken drumherum sauber zu halten. Das muss doch anders gehen. Das hoffe ich bei meinem Gespräch am Freitag mit den Politikern zu klären. Allerdings warte ich noch auf einige Zusagen…

Ich habe nur die alle Flaschen und Lachgasbehälter mitgenommen. Diese waren so schwer auf dem Rückweg zum Schaubüdchen, so dass ich nun einen zwei Zentimeter längeren Arm habe. Die Finger hatten fast Blasen von dem Greifer bekommen.

Der Bollerwagen war voll mit Glasflaschen. Da ich nicht mehr genug Platz für den Restmüll hatte, habe ich die Mängelmelder-App wieder genutzt. Ich werde die Tage wieder schauen, wie es da aussieht. Und die Trommel rühren, damit die Stadt ihr Bild wieder in den Griff bekommt.

Wie sieht das für internationale Touristengäste aus?

Ich sage das im Video auch ganz klar, als ich die „Absolut Wodka“ – Flasche filme: ABSOLUT SCHEISSE!

Natürlich ist es ein Kampf gegen Windmühlen. Man fühlt sich wie Don Quichotte. Trotzdem möchte ich was bewegen, nicht nur in Bochum. Es reicht nicht immer ehrenamtlich Müll einzusammeln. Es müssen Maßnahmen ergriffen werden. Ich bin auch nicht für Verbote, aber ich bin für mehr und höhere Strafen. Das funktioniert in anderen Städten der Welt auch. Ich bin für eine größere Kontrolle. Denn gerade das führt auch bei den Menschen zum Nachdenken, wenn sie das im benebelten Lachgas schon nicht mehr hinbekommen können.

Zusammengekommen sind sozusagen ein voller Sack mit Restmüll, aus dem ich wirklich kein Kunstwerk mehr machen kann. Ich hab da ein Brett und ein paar Plastikteile. Mal sehen, was geht. Das habe ich heute nicht mehr gemacht. Um 17 Uhr statt um 13 Uhr habe ich meine Müllsammelaktion beendet und bin anschließend ausgelaugt Kohlenhydrate mir reinziehen gefahren bei meiner Stammeisdiele „Eiscafé Etna“, Am Thie in Eppendorf. Ein bisschen Schleichwerbung für das gute Eis dort darf ich ja wohl mal machen.

Der nächste Tag wird auch das ein oder andere bringen: Historische Hinweisschilder säubern. Da werde ich in Stahlhausen schauen, aber definitiv auf dem Gelände von der Jahrhunderthalle. Bestimmt muss ich den Mängelmelder wieder füttern wegen des Wochenendes. Da wird dort gerne gegrillt und gefeiert. Alles gut und schön.

Aber liebe Leute, nehmt euren Müll bitte mit, denn ihr habt die Klamotten ja auch gebracht zum Feiern. Warum bleibt es dann vor Ort liegen? Ich zahl Steuern, irgendein Bekloppter macht das schon? Ja ich oder jemand vom „Frühjahrsputz“, freiwillig. Das ist aber nicht die Lösung!

Mal sehen, was die Projektwoche noch so bringt!

Glück auf!

Euer Ruhrpottologe

P.S.1: Natürlich war ich einen Tag später schauen, wie es aussieht auf dem Anneliese-Brost-Musikforum-Gelände. Siehe da. Sauber gemacht. Zumindest die groben Sachen. Alle Splitter von Glas und Kronkorken von Bierflaschen liegen da leider noch rum. Ein Hund sollte da nicht herlaufen. Hab einen Passanten mit einem Hund gewarnt dort seinen Hund herlaufen zu lassen.

P.S.2: Ich bin wegen drohenden Regens zum Schaubüdchen mit dem Fahrrad gefahren und hielt an der Adolfstraße an. Die  Matratze, der Tisch und der Einkaufswagen standen und lagen noch da. Geht ja auch nicht immer alles so schnell. Ist ja gemeldet wenigstens. Aber innerhalb von nur 24 Stunden hat sich zweierlei Dinge getan.

Ich musste erst lachen, weil jemand vor dem Einkaufswagen ein Parkschild aufgestellt hat. Doch dann blieb mir das Lachen im Hals stecken, denn zum Tisch hat sich über Nacht eine Matratze dazugesellt! Der Mängelmelder ist informiert. Ich bin wirklich sprachlos, wie Menschen so unachtsam mit ihrer Umwelt umgehen können. 

Etwas hinter Grün zu verstecken ist das eine, aber das fördert dazu, dass andere das Grün nutzen eine neue wilde Müllkippe aufzumachen. Wenn einer anfängt, folgen andere. Mein Vorschlag: Das Grün muss geschnitten werden oder anders gepflanzt, damit dort keine weitere wilde Müllkippe mehr stattfinden kann. 

P.S.3: Natürlich habe ich wieder geniale Motive gefunden, die ich in weiteren Ausstellungen zeigen kann. Eine eigene Instagram-Seite habe ich jetzt dafür auch errichtet, damit ich nicht zuviel davon auf meinem Account zeige. Wenn ich Bilde verkaufen oder versteigern sollte, geht 10 Euro pro Bild an den Obdachlosenverein BODO e.V. Das ist meine Intention meine Bilder durch euren Müll eine Wertigkeit wieder zurück zu geben, in der Hoffnung, dass der Müll weniger wird und nicht mehr in der Stadt und dann ins Meer wandert, und dass ich damit den Menschen, die abhängig sind von Spenden etwas helfen kann.

P.S.4: Die Ausstellung „Flaschengefühle“ mit meinem Projekt mit dem Thema „Vermüllung der Stadt“ wird vom Westendbeirat unterstützt und der Stadt Bochum gefördert