Kreativität vs. Klimakleber I Kunstaktion statt Polarisierung I Kunst als Protest I Kunst oder Leben I+Video I Vorletzte Generation

 Die „Letzte Generation“ protestiert falsch und erzeugt ein Hassklima, statt eine Veränderung der Strukturen und des definitiv dringenden Handelns zum Klimaschutz. Kunst als Protestaktion hat eine lange Tradition.

Fangen wir mal mit Hieronymus Bosch an, gehen über Van Gogh und Monet mit ihren jeweiligen Stilrichtungen in die Zeit von Joseph Beuys und zuletzt auch die kirchenkritischen Fotos und Installationen von Frank Gebauer, die er in der Ausstellung „In Spiritus Sanctus“ gezeigt hat im November 2022 in der Galerie KiR in Oberhausen.

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Zu jeder Zeit war Kunst ein Protest gegen alte Strukturen.  Wie auch der Dadaismus um die Zeit des ersten Weltkriegs entstand mit seiner neuen Form von Literarischer Interpretation nach Außen. Es brach alte Strukturen in der Szene der Literatur. Monet mit seinem Impressionismus in der bildlichen Kunst brach das Bürgertum auf, dass sich nur von Porträts und Landschaftsmalerei Bilder ins Haus hing. Neues war verpönt. Monet war neu. Monet war nichts zu Anfang seiner Karriere, genau wie Cezanne. Ihre Kunst und später der Dadaismus bewegte auch die Politik und bürgerliche Strukturen. Dada war Anfang des 20. Jahrhunderts eine Darstellung der Literatur, die es so noch nicht gegeben hat.

Ein weiteres modernes Beispiel für Kunstprotest ist der chinesische Künstler Ai Weiwei, der sein Land regelmäßig mit seiner Kunst „angreift“. Er ist so populär, dass er mit seinen Skulpturen und Installationen Menschen zu anderen Gedanken bringt in seiner Heimat, wo es auch nicht so einfach ist seine offene Meinung zu sagen.

Zu jeder Zeit entstand Kunst als Protestaktion. Aber die Protestaktion der „Letzte Generation“ ist weniger Kunst, sondern eher Zerstörung von Kunst, nur um auf ein generelles weltweites Problem aufmerksam zu machen: Klimawandel und Treibhauseffekt. Das Problem, dass man seit den 1970er Jahren durch die Berechnungen des Club of Rome zur Kenntnis genommen, aber zu wenig gemacht hat, weil es in Augen der großen Industrie Geld gekostet hätte, statt Profite zu machen. Niemand denkt dort in langfristigen Anlagen oder in der Politik über die Legislaturperiode hinaus. Man möchte nichts Unpopuläres machen, um wiedergewählt zu werden. Doch manchmal sind gewisse Schritte nötig, wie es auch die Diskussion um den Einbau von Katalysatoren in den Autos bis zur gesetzlichen Einführung gab.

Eindeutig sind die vorausgeschauten Zeichen auf einen Klimawandel in den letzten 15 Jahren eindeutig zu sehen. Ignoriert wird es immer noch von vielen Politikern, großen Aktienunternehmen und auch in Teilen der Bevölkerung.

In dieser Zeit, als die „Fridays for Future“ auf die Straßen mit ihrer Inspirationsquelle der Greta Thunberg für mehr TUN friedlich protestierten und auch einiges weltweit wieder für mehr Diskussionen anregte. Dann kam die Coronapandemie 2020. In meinen Augen wurde sie dafür z.T. auch genutzt, die Menschen runterzufahren, sich auf die Gesundheit und die Sorge der Familie zu konzentrieren, als auf die Straße zu gehen für den Klimaschutz. Das ist jetzt weit hergeholt. Aber ein kleiner wahrer Kern kann dabei sein. Es waren so viele andere Dinge einfach nicht weitergeführt worden. Die Coronapandemie hat Maßnahmen für Klimaschutz praktisch eingefroren, obwohl eindeutig zu erkennen war, dass es durch die Pandemie weniger CO2-Ausstoß gab. Natürlich gab es das Problem Firmen zu unterstützen. Auch ich als Kleinunternehmer war ja zwei bis drei Monate praktisch ohne Verdienst zu Hause.

Die Medien zeigten täglich Todeszahlen, brachten Angst in die Wohnzimmer. Der Mundschutz an allen Orten fühlte sich für einige eher als ein Freiheitsraub an, als die Situation der Unwissenheit von Medizin und Politik den Virus einzuschränken. Es bildeten sich Menschentrauben, die die Bezeichnung „Querdenker“ bekamen und im Internet tauchten Kunst- oder Fakenews-Videos auf, die es extrem schwierig machten Wahrheit und Lüge auseinander zu halten. Noch heute, gerade offiziell in Deutschland erst im März 2023 beendete Pandemiesituation, hängt vieles noch nachträglich in der Luft.

Warum schreibe ich das alles?

Weil es mit der Entwicklung der „Letzte Generation“ zu tun hat und alles miteinander zusammenhängt in meinen Augen. Die Generation der Jugendlichen, die selbst auf die Straße gingen zu Zeiten der friedlichen Demonstrationen von „Fridays for Future“ haben durch die Pandemiegesetze schwierige Schuljahre hinter sich, genauso die Studenten und Studentinnen. Die Politiker in unserer föderalen Struktur haben definitv die Schüler und Schülerinnen mit ihren Familien komplett allein gelassen. Der Druck Lernstoff nachzuholen, der sich in den letzten Jahrzehnten nicht wesentlich zum Positiven verändert hat, brauchte ein Ventil.

Die Angst vor Corona war bei den Jugendlichen eher weniger problematisch, weil sie weniger gefährdet waren. Nichtsdestotrotz haben sie Maßnahmen ergreifen müssen, die ihnen die ältere Generation, also ich in Form der „Vorletzten Generation“ vorgeschrieben hat. Die Wetterkapriolen von Hitze und Dürre, die auch damit zusammenhängenden Flüchtlingsproblematik, das Ausbleiben von Unterrichtsstunden und auch Demonstrationen für den Klimaschutz hier und richtigen Treffen mit Menschen gleichen Alters, die sich dafür einsetzen, wurde nun vor einem Jahr zu einem Ventil. Es ist wie das Öffnen der Büchse von Pandora.

In meinen Augen sahen sie eine Möglichkeit mehr Aufmerksamkeit zu erregen, um wieder den Klimawandel in die Diskussion einzubringen endlich etwas zu unternehmen, indem sie mit ihren Aktionen sich auf Straßen zu kleben und Kunst in Museen mit Essen zu bewerfen statt mit einer Demo weiter immer weniger beachtet zu werden. Das Organisieren einer Demo oder die Pressearbeit ist eben nicht immer mit Erfolg verbunden und kann zu Resignation führen. Der Wille spektakulär mitzuteilen, dass beim Klimaschutz mehr getan werden muss, wurde geboren

Ich kann ein gutes Beispiel geben aus eigener Erfahrung. Denn ich war beim „radikaleren“ Verein Robin Wood Anfang der 1990er Jahren statt bei Greenpeace.

Greenpeace wollte immer geschulte Kletterer für ihre Aktionen. Robin Wood wollte, egal wie, Aufmerksamkeit erregen und auf das Waldsterben aufmerksam machen, dass durch den Treibhauseffekt drohte. Siehe da: Die Zukunft zeigte, dass Robin Wood recht hatte. Dreissig Jahre später bewahrheitete sich die weise Voraussicht und es zeigt auch, dass die Aktionen damals etwas zwar bewegt haben, aber dennoch das Thema auf die Tagesordnung der Politik gebracht haben. Außerdem wurde das eigene Gewissen beruhigt, etwas getan zu haben. Zu dem Zeitpunkt bewegten die Aktionen die Bundesregierung, um das Beispiel nochmal zu nennen, den Katalysator verpflichtend in Autos einzubauen, um das Waldsterben durch Schwefeldioxide und Stickoxide zu verhindern. Immerhin hat sich da nach langer Diskussion eine Bereitschaft gezeigt und die Aktionen und Demonstrationen im kleinen Rahmen tatsächlich auch zu einem TUN.

Und ehrlich sage ich: Es war nicht nur beruhigend für das eigene Gewissen, sondern wir haben im kleinen Bereich etwas bewegt. In meiner Geburtstadt Bottrop haben wir einige Dinge vorgeschlagen zur Verbesserung der Stadtökologie. EinigeDinge sind von der Politik aufgenommen und tatsächlich ausgeführt worden, auch wenn sie den parteilichen Stempel der stadtregierenden SPD hatte. Es wurde gemacht. Wenn auch nicht genug, aber wenigstens etwas.

Anders ist das bei der „Letzte Generation“. Sie sind bereit zwar friedlich Straßen zu blockieren, aber riskieren selbst ins Kreuzfeuer zu geraten. Die Anfänge, um in die Aufmerksamkeit zu kommen musste spektakulär sein. Also wurden wertvolle alte Bilder in Museen mit Essen, wie Suppen und Tomaten beschmiert. Doch hat das eher Unmut und Hass auf die Protestierenden gebracht statt über die Problematik des Klimawandels zu sprechen und weitere Entscheidungen zu machen. Gleichzeitig musste die Ampelregierung nun noch etwas ändern in den Richtlinien ihres Koalitionsvertrags, denn der Krieg in der Ukraine hat tatsächlich alle hochtrabende Pläne eines sinnvollen Klimaschutzes mit Gas aus Russland durch die Abhängigkeit von Russland zunichte gemacht. Doch um die Wirtschaft am Laufen zu halten und Arbeitsplätze zu sichern, mussten wiederum unpopuläre nicht klimaschützende Maßnahmen ergriffen werden. Im Gegensatz dazu wurde die „Letzte Generation“ ebenso genötigt weitere spektakuläre Aktionen zu machen, um den Klimaschutz wieder ins Rampenlicht zu bringen.

Weitere kürzliche Aktionen, wie das Aufkleben auf die Düsseldorfer Landebahn oder auf eine wichtige Pendlerstraße zwischen Bottrop und Essen, brachten eher Unmut in der Bevölkerung ohne überhaupt über die Situation des Klimas zu reden. Es entstanden Kosten in Millionenhöhe, die der Steuerzahler nun wieder berappen muss oder eine mögliche Versicherungserhöhung bei den Folgeschäden.

Menschen, die sich auf einen Feierabend gefreut haben, kamen nicht nach Hause, Menschen, die sich auf einen geruhsamen Urlaub durch Erholung vom täglichen Arbeitsstress gefreut haben, standen mit den Folgekosten auf dem Flughafen und ärgerten sich mit Sicherheit tierisch über diese unsinnige Klebeaktion. Die zudem mehr CO2-Ausstoss gefördert hat durch die in der Warteschleife um den Düsseldorfer Flughafen fliegenden ankommenden Flugzeuge. Das hat wenig mit Protest für besseren Klimaschutz zu tun.

Wie entstand die Idee zum Kunstvideo?

Um ein Verständnis zu geben für mein Video, das durch die Fotos von Frank Gebauer und die dadaistische Interpretation von Kurt Schwitters „Die Ursonate“, inszeniert von Thomas Frahm, inspiriert wurde.

In dem Moment als ich mich bereit erklärt habe, mich nackt auszuziehen und mich mit Eier und Tomaten bewerfen zu lassen, habe ich mir gesagt, dass genau das es sein sollte, was die „Letzte Generation“ machen sollte. Sie sollte Kunstaktionen machen, nicht sie bewerfen. Ich war das lebendige Bild eines alten Meisters, das sozusagen in einem virtuellen Museum beworfen wurde. Aus Protest, damit es nicht wieder geschieht, habe ich mich dort hingestellt. Doch nur das entstandene Foto von Frank Gebauer „Blutbraut“ sollte nicht allein stehen. Ich wollte daraus mehr machen.

Das Protestfoto zur Protestaktion der „Letzte Generation“ hing in meiner Ausstellung „Vorletzte Generation Ruhrgebiet“ neben 8 weiteren Kunstwerken von Ruhrgebietskünstlern. Ich habe dadurch nicht nur das Foto und die Situation in meiner kuratierten Ausstellung im April 2023 im Schaubüdchen, Ursulastr. 24 in Bochum gehabt, sondern gleichzeitig auch die exklusive Premiere des Films, das alle vor Ort zum Nachdenken anregte und mich bestätigten. Man muss was für Klimaschutz tun. Aber Protest ist immer eine Sache von Vernunft und das Wie. Das Wie entscheidet, ob die Politik bereit ist, mit jemanden über ein Problem zu sprechen. Die Politik kann auch ignorieren. Sie kann aber die Dinge annehmen und verändern. Das ist in der Demokratie eine sinnvolle Möglichkeit. Außerdem gibt es mehrere Parteien. Sie werden über den Protest sprechen und dann auch entscheidende Vorschläge machen, die irgendwann gesetzlich umgesetzt werden können. Das dauert nur oft einfach viel zu lange. Das ist auch der Teil von Frust, den die „Letzte Generation“ hat. Alles dauert zu lange. Ihre Kinder sollen nicht in Armut und schlechtem Klima leben. Sie sollen Schnee im Winter haben und einen Sommer, der nicht zu lange zu heiß ist.

Das Video entstand als Protestaktion gegen die „Letzte Generation“ und ihrer jetzigen Form des Protests und Demonstrieren für besseren Klimaschutz. Das Beschmieren von hochempfindlichen alten Bildern mit Essen ist so oder so sehr zwiespältig. Wegen des Klimawandels stecken Menschen in der Sahelzone in einer Hungersnot, während hier für genau diese Situation Kunst beworfen wird, die nichts für die Situation kann. Das widerspricht dem ganzen Tun in Sachen der Vernunft.

Allein das Kleben auf der Straße bringt mehr Unmut ein, weil es durch die entstehenden Staus eher eine Erhöhung des CO2-Ausstosses erzeugt, als es verhindert. Der Kerosinausstoß in der Luft von Flugzeugen in der Warteschleife ist auch nicht besser. Außer das die „Letzte Generation“ wieder durch die Presse geht mit ihren Aktionen, ändert es nichts. Die Bereitschaft das Politiker mit mit der „Letzte Gereration“ zu sprechen und kompromissfreudige Veränderungen herbeizuführen sinkt dermaßen, dass sie nun schon fast als eine terroristische Vereinigung gilt, obwohl noch niemand umgebracht wurde. Eine Partei am rechten Rand, die an den Klimawandel nicht glaubt schaut zu und reibt sich die Hände, weil dadurch noch mehr Leute zu Protestwählern mutieren.

Die Straßensperrungen ohne Anmeldung bei der jeweiligen Stadt, ist eher fatal gegenüber Rettungsdienste, Feuerwehr und Polizei, die in ihren lebenswichtigen Aufgaben behindert werden. Auch da sinkt das Verständnis stark, zumal dadurch schon eine Person bei einem Unfall während der Klebeaktion nicht rechtzeitig Hilfe bekam und verstarb.

Wenn Robin Wood eine Straße gesperrt hat, dann war das immer als Demonstration angegeben worden und genehmigt von der Stadt. So konnte ein Rettungswagen und die Feuerwehr im Einsatz immer wissen, wie sie am besten ihren Weg fahren konnten. Auf Gebäude kletterten wir ohne Genehmigung. Das galt als Hausfriedensbruch, der allerdings immer durch die Anwälte des Vereins abgewendet werden konnte durch die Form des friedlichen Demonstrierens und freien Meinungsäußerung. Pressewirksam genug war es in jedem Fall!

Die Befürchtung, die ich sehe ist, dass es durch Resignation, die ich selbst erlebt habe vor 30 Jahren, eine Veränderung in Kürze stattfinden kann. Ich habe im Laufe der Zeit zwar gesehen, dass sich was tut, aber viel zu wenig. Ich sehe es auch heute noch. Es ist immer noch viel zu wenig. Und Deutschland allein kann nicht alle Länder der Erde zum Folgen zwingen. Andere Länder sind auch schon viel weiter, wie Norwegen oder Schweden. Auch wenn es schon längst nach 12 ist. Im kleinen Rahmen kann man dennoch etwas tun und Vorreiter und Vorbild werden. Das ist der Sinn der Sache. Einer muss anfangen, um andere zu bewegen mitzumachen. 

Ich jedoch sehe die Gefahr, dass eine Eskalation stattfinden kann, wenn diese Form des Protestes weitergeht. Wie in den 1970er Jahren gründete sich aus der Studentenrevolte der 1968er Generation heraus die linke Terrororganisation RAF. Schon jetzt wird die „Letzte Generation“ für ihre friedliche Klebeaktion auf Straßen, Flugbahn und Beschmieren von Kunst in Museen als Terroristen angesehen.

In keiner Weise hat die RAF jemals eine Chance gehabt einen Staat so umzukrempeln, auch wenn sie von der Deutschen Demokratischen Republik unterstützt wurde. Heute sind es die Reichsbürger auf der anderen rechten Randseite in Deutschland, die verblendeter nicht sein können und nicht mal das Grundgesetz anerkennen und in einer anderen Welt leben möchten. Sie sind ein weiteres Beispiel die zu einer Form der Gewalt führen kann, die zu nichts führt außer Unschuldige ins Fadenkreuz zu bekommen.

Es ist nur noch ein kleiner Schritt, bis die Gewalt entweder innerhalb der bisher friedlichen Demonstration von Kleben auf der Straße hin zu einer Form von Absägen von Strommasten ist und damit auch eine weitere Gefährdung hervorruft. Es ist nur ein kleiner Schritt, dass es Gewaltbereitschaft der Betroffen im Stau z.B. erzeugt, nämlich selbst Hand anzulegen bevor die Polizei ihren Einsatz hat. Es muss nur einmal das Fass zum Überlaufen gebracht werden. Es muss nur ein Toter dabei sein bis die Sache eskaliert, obwohl sie es schon hat.

In meinem Video sieht man es nicht, aber wer am Ende ist der Schrei synchronisiert eines „Klimaklebers“ der „Letzten Generation“, als ihn ein wütender Autofahrer über den Fuß gefahren ist. Nur ein klein wenig mehr hätte gereicht um die Eskalationsstufe zu erhöhen.

Deswegen ist mein Appell aus der eigenen Erfahrung heraus: Macht mit Kunst Proteste, nicht gegen die Kunst! Macht andere Protestaktionen für mehr Aufmerksamkeit zum Thema Klimawandel. Polarisierung hilft in der jetzigen Situation niemanden, sondern verstärkt die Gegenseite.

Macht Aktionen an den wirklichen Instituten, die den Klimawandel verursachen: Autofirmen, Stromerzeuger und an staatlichen Behörden und Parteien, die eben zu langsam arbeiten an dem Thema. Macht Petitionen, schreibt an Ministerien, macht Aufklärungsseminare, verteilt Flyer, sprecht in Fußgängerzonen mit den Menschen, handelt nicht gegen sie. Denn so, wie es jetzt ist polarisiert ihr das nur und erzeugt ein Hassklima.

Ich bin für die Einhaltung von Klimaschutz! Ich bin für das TUN für die Erde! Ich war immer auch ein Mensch, der sich für die nächste Generation eingesetzt hat, obwohl ich selbst keine Kinder haben kann. Ich habe immer an die Natur in erster Linie gedacht, dessen Artensterben rasant in den letzten 30 Jahren zugenommen hat. Ich kämpfe weiter jetzt, um auf Dinge aufmerksam zu machen, sensibilisiere, um über gewisse Themen zu sprechen, die wichtig sind. Nicht umsonst mache ich eine Ausstellung mit Abfällen, mit Flaschen auf Fotos, diese ironisch in Szene zu setzen in meiner jetzigen Ausstellung „Flaschengefühle“. 

Nicht umsonst mache ich einen Podcast mit einem Verein, der sich für Afrika einsetzt, der noch veröffentlicht wird. Ich denke nicht an Zahlen, an Follower oder ob es gefällt oder nicht, auch nicht an die Zielgruppe, weil es mir egal ist. Wer mich sehen oder hören will, der hört und schaut. Wer nicht, der nicht. Aber denjenigen, den ich erreiche, der ist einer. Der eine wird es weitertragen. Die eine Person wird es hören und weitergeben. Vielleicht erreiche ich auch bei einigen meiner Aktionen mehr als nur einen!

Ich spreche auch mit der Politik. Ich setze sie an einen Tisch und möchte wissen, was sie in meiner jetzigen Heimatstadt tut in Bochum. Es geht in meiner Ausstellung um Müll in Bochum, aber ich sehe über den Tellerrand. Müll aus Bochum landet irgendwie eben auch in Flüsse und am Ende an den Strand von Kenia und Thailand. Es ist nur ein Aspekt, den die „Letzte Generation“ durchziehen kann auf eine sinnvolle Art und Weise statt mit polarisierenden Klebe- und Wurfaktionen auf belebte Straßen und Museen. Der Schuss wird irgendwann nach hinten losgehen. Jetzt ist noch Zeit den Protest zu ändern, eine andere Form anzunehmen.

 

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Das ist der Sinn meines Films. Denn der Klimawandel hat längst begonnen. Wir können nur schnell noch das ein oder andere ändern, aber wir werden es erleben, dass er den Mensch auf der Erde und die Natur drumherum in seine Krallen bekommt und grundlegend verändert. Alles in einer kurzen Zeit von nur wenigen Jahrzehnten, die ich mit meinen Mitstreitern damals vor 30 Jahren vorausgesehen habe und die sich nun bewahrheitet. Ich werde es wahrscheinlich noch erleben, dass dieses zu späte Handeln größere Konsequenzen haben wird. Aber es kann auch vorher ein Komet auf die Erde stürzen oder ein Wahnsinniger eine Atombombe zünden. Alles ist möglich. Der Tod ist gewiss, so oder so. Machen wir das beste für die Lebenden. So wie ich lebenshungrig bin und es weitertrage.

Ich hoffe, dass meine Videoinstallation für ein besseres Protestieren für besseren Klimaschutz schaffen wird. Wenn nicht, dann ist das nicht schlimm für mich. Ich bin darüber hinweg zu resignieren. Ich mache einfach! Ich mache einfach auf Dinge aufmerksam, die mich berühren. Nicht umsonst habe ich die Kunstfigur des Ruhrpottologe entwickelt. Sie soll nicht nur die Sprache, den hiesigen Dialekt erklären, sondern sie kann einen Finger in Wunden legen. Als „Wissenschaftler“ für Vorschläge, die ich offen annehme und nach außen trage für eine bessere Welt vor Ort, nicht nur im Ruhrgebiet. Der kleine Regenbogen meines Logos zeigt die Möglichkeiten, die viele sind. Mein Weg geht weiter. Ich hoffe, dass die „Letzte Generation“ ihren Weg richtiger machen wird!

Geht einen besseren, einen sinnvolleren Weg mit besonderen Protestaktionen, die niemanden gefährden, dann habt ihr die Menschen auf eurer Seite. Das ist der Weg, wie der Mandalorian aus der epischen Star Wars Serie immer in seinem Glauben sagt. Das ist der Weg, den ich euch, der Letzten Generation als Vorletzte Generation mitteilen will. Ihr werdet mich überleben. Vielleicht…

In dem Video sind Elemente aus Videos entnommen, die ich in Youtube gefunden habe, unter anderem von Titel Thesen und Temperamente der ARD und der BILD. Die Quellenangabe ist jeweils am Ende des Films.

Ich hoffe, ich werde erhört. Ich hoffe, mein Protestvideo wird gesehen, es wird drüber diskutiert, nachgedacht und es wird eine neue Form von Protest stattfinden. Mit Kunst und Kreativität, nicht mit plumpen Kleben auf den Straßen und Bilder bewerfen, gibt es den wahren Protest für mehr Aufmerksamkeit.

Seid Kreativ! Das ist der Weg für den besseren Protest für Klimaschutz, den ich seit 30 Jahren fordere und der nicht in der Form eingetreten ist. Einfach weitermachen, aber anders!

Glück auf

Ruhrpottologe ‎André Brune 

Altenessen auf 3 Rädern I Mit der Triker Gemeinschaft NRW unterwegs I +Video I+Fotogalerie

Für mich, wie für viele Bewohner des Seniorenzentrums Altenessen waren das besondere Stunden mit den herzensguten Trikern. Die Triker Gemeinschaft NRW lud mich für den 24.6.2023 ein mitzukommen auf ihre Tour um das Seniorenzentrum Altenessen. Es war sehr bewegend für mich, auch die Freude der Menschen zu sehen, bei diesem herrlichen Wetter. Den Wind um die Nase spüren zu können auf einem Dreirad, das hätte ich auch gerne meinen Eltern gegönnt, die nicht mehr da sind!

Markus Gärtner hatte ich kennengelernt an Halloween im Horrorhaus von Kerstin Beck in Bottrop als er dort als lebender Zombie die Besucher verschreckte. Er fragte mich kurz danach, ob ich Interesse hätte dabei zu sein und eventuell etwas filmen über das Tun der Triker Gemeinschaft NRW an diesem Tag in Altenessen. Ich sagte natürlich sofort zu.

Die Triker Gemeinschaft NRW macht viele gemeinsame Aktivitäten für einen guten Zweck. Sie bieten u.a. Touren an Menschen im Alter, Behinderte oder Kinder. Eins davon ist einmal im Jahr im Seniorenzentrum Altenessen mit Festivitäten allen Bewohnern eine kleine Spritztour in den zwei Sitzschalen hinter dem Fahrer eines Trikes zu gönnen.

Jan, Anne, Markus und die anderen düsen dann um das Seniorenzentrum und zaubern ein Lächeln auf die Gesichter der Bewohner und Bewohnerinnen. Egal, welches Gebrechen sie haben, sie helfen auch um in den Sitz zu kommen.

Einmal hab ich die Hüte gewechselt bei einer Bewohnerin, weil der Strohhut weggeflogen wäre. Aber prompt ist auch meine Mütze davongesegelt. Die Ruhrpottkappe musste ich ja wiederhaben. Es war sehr sonnig an dem Tag und die Glatze gleich bevor es ab zur Extraschicht geht zu verbrennen musste nicht sein. 

Nicht nur das ich die Kappe wiedergefunden habe, sondern da fuhr der Tross der Fahrer direkt vorbei und hupten. Die persönliche Schau hätte ich gar nicht gekommen, wenn die Mütze nicht weggeflogen wäre.

Das Fest drumherum mit Zuckerwatte, Bratwurst und reichlich Musik und Tanz lenkte alle vom üblichen Alltag ab. Alle hatten ihren Spaß! Ich habe nur lächelnde Gesichter gesehen!

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Das freundliche Seniorenzentrum Altenessen 

Andreas Atzler, Leiter des Seniorenzentrums Altenessen, erklärte sich bereit über das Haus ein wenig zu plaudern und erwähnte, dass noch jemand gesucht wird für die Nachtschicht. Das moderne Altenzentrum ist 2008 eröffnet worden. Ein Fachkräftemangel hat das beliebte Haus nicht.

Es waren besondere Stunden mit besonderen Menschen des Ruhrgebiets. Unter anderem hatte ich Corinna Kirschberg aus Marl kennengelernt. Sie fährt oft mit auf Events der Triker und berichtet auf der Facebook – Seite  https://Facebook.com/infomarl über die mitgemachte jeweilige Tour. Sie erklärte mir, dass sie durch die Trike Gemeinschaft NRW einen neuen Lebenshalt gefunden hat nach einer schweren Erkrankung. Die Triker Gemeinschaft heißt nicht nur so, sondern sie halten eng zusammen, helfen sich gegenseitig. Corinna hat ständig ein Lächeln im Gesicht und ein Leuchten in den Augen, wenn sie von den Trikern redet. Einige Fotos und meine Abfahrt als Film hat sie mir mit ihrem Copyright überlassen. Vielen Dank dafür!

Für das Haus Seniorenzentrum Altenessen, das ihre motivierten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen jede Woche Mittwoch zum Tanzen bringt, wünsche ich weiterhin eine gute Zeit. Das Haus wird geführt von der GESOB GmbH, einer Wer mehr über das Seniorenzentrum wissen möchte, einen Platz sucht in diesem schönen Haus mit 91 Plätzen oder einen Arbeitsstelle in der Pflege oder Gastronomie, kann sich hier melden:

Altenessener Seniorenzentrum – GeSoB Gmbh & Co. KG (gesob-gmbh.de)

Telefon: 0201946110

Einrichtungsleitung: Andreas Atzler

a.atzler@seniorenzentrum-altenessen.de

GeSoB GmbH & Co. KG*
Gesellschaft für soziale Betriebe
Altenessenerstr. 170
45326 Essen

Telefon 0201.94 611-0
Telefax 0201.94 611-555
GeSoB Verwaltungs GmbH
Geschäftsführer: Herr Dr. Günter WinterSt.-Nr.: 111/57 56/00 44
E-Mail info@gesob-gmbh.de
(*unaufgeforderte unbezahlte Werbung und Link)

Wer ist die Triker Gemeinschaft NRW?

Mit einem ungewöhnlichen Gefährt, dem Trike, ein dreirädriges Motorrad, möchten sie den Menschen, die eine besondere Betreuung brauchen, wie in Seniorenzentren, Behindertenheimen und Kindern, einen unvergesslichen Tag bieten.

Uneingennützlich fahren sie ihr Dreirad mit einer Schatztruhe, die auch immer mit vielen besonderen Sachen gefüllt ist, um anderen eine Freude zu machen.

Unentgeltlich bieten sie eine besondere Fahrt mit vielen tollen Menschen jeden Alters, ob Kinder, Menschen mit Inklusionshintergrund oder Senioren. Sie bekommen ein Lächeln auf den Lippen, wenn sie den Fahrtwind im Gesicht spüren und dadurch für einen Moment oder eine Weile ihre Sorgen, Nöte und Probleme vergessen.

Für die Triker Gemeinschaft NRW wünsche ich noch ganz viele tolle Fahrten und den Menschen den Spaß, den ich selbst kurz erleben durfte anfangs auf dem Trike von Jan und am Ende auf dem blauen Trike von Markus.

Wer bei der Triker Gemeinschaft NRW mitmachen möchte, kann sich gern bei Ihnen melden. Mehr Informationen:

Triker Gemeinschaft NRW | Facebook – Gruppe

Triker Gemeinschaft NRW – YouTube – Kanal

Video  der Trike Gemeinschaft NRW : Seniorenfahrt Altenessen 24.06.2023 – YouTube

Website: https://www.trikergemeinschaftnrw.de/

Wer selbst ein Trike sucht, um mitzumachen, habe ich folgende Händler gefunden zum Kaufen oder Mieten (Werbung unaufgefordert und unbezahlt):

Trike-Vermietung und Verkauf, Touren mit Trikes und Harleys | Fun-Trike Roski, Marl (im Ruhrgebiet)

Nicht-Ruhrgebiet

R-Trikes | Offizieller Rewaco und Boom Vertriebshändler (rtrikes.de)

Trikes kaufen – gebraucht und neu beim Fachhändler (saartrikes.de)

Ansonsten auch auf Boom | Motorrad kaufen bei mobile.de


Glück auf

@ruhrpottologeandrebrune 

Musik im Youtube-Video ist genehmigt aus Epidemicsound.com Bonkers Beat Club – Bruiser

Nachfolgend einige Fotos im Großformat aus dem Bilder-Karussell

Ukrainisches Fußballtalent Vadim konnte dank Spenden zum Turnier nach Kroatien I+Video I +Fotogalerie I +Transparente Spendenübersicht

Vadim, ein vom Krieg mit Mutter und Bruder geflüchteter Junge aus der Ukraine, spielt gerne Fußball. In Bottrop angekommen ist er kurzerhand dem Verein Blau-Weiß Fuhlenbrock eingetreten und zeigte gleich sein aus der Heimat mitgebrachte Fußballtalent. Die Teilnahme an einem Jugendfußballturnier sollte ihn, seinen Bruder und die Mutter vom Krieg ablenken, wo der Vater und Ehemann an der Front kämpft. Der Verein allerdings spendete leider keinen Cent. Also sammelte ich per Crowdfounding für die Fahrt der Brüder und Mutter und bekam 655 € zusammen von geplanten 900 €.

Ein Fußballturnier für Kinder im gleichen Alter in Umag in Kroatien sollte Vadim für den Verein mitmachen. Mirsada Hoffmann organisierte es. Vadim sollte mit seinem Bruder und seiner Mutter mitfahren. Aber die Kosten für die Reise belief sich auf 300 Euro pro Person.

Als Mirsada mir das mitteilte und auch, dass der Verein das nicht so einfach stemmen kann oder wollte, habe ich mich entschlossen eine Spendenaktion im Dezember 2022 ins Leben zu rufen. Bis Mai hatte ich Zeit Geld zu sammeln und es bis dahin zusammen zu bekommen.

900 € sollten es werden, damit auch die Mutter mitkommen konnte. Zusammen bekam ich über meine Spendenaktion bis zur Abfahrt Mai 655 €, einschließlich einer Summe von mir und den Jungs vom BottCast „Bierchen bitte – der Podcast mit Piet und Alex“, die es mit unterstützen wollten.

So möchte ich mich im Namen der Familie herzlich bei allen Spender und Spenderinnen für ihr Vertrauen und Herz bedanken. Ein kleiner Film und die Bilder (Copyright von Mirsada Hoffmann, Jugendfußballtrainerin) sollen transparent zeigen, was mit dem gespendeten Geld gemacht wurde:

Hiermit kann sich jeder überzeugen, dass meine Spendenaktion zu einer sinnvollen fernab von Kriegsgedanken in der Heimat Ukraine für die Familie eine schöne Ablenkung wurde.

Die Mutter konnte durch die eine Familienspende von Mirsada die Reise begleiten. Zum Glück war das nicht mehr so viel. Und für alle war es eine sehr besondere Reise. Mirsada allerdings ist mittlerweile enttäuscht aus dem Verein ausgetreten.

Ich freue mich, dass ich in meinem Rahmen der Ukrainehilfe Ruhrgebiet helfen konnte!

Glück auf

@ruhrpottologeandrebrune

Es folgt der Text von dem Fußballturnier mit Vadim und seiner Familie mit Fotogalerie von Mirsada Hoffmann und die transparente Spendenübersicht:

Hier nun der Text von Mirsada Hoffmann mit ihren Erlebnissen vor Ort in Umag :

Schon zwei, drei Wochen vorher waren die beiden sehr aufgeregt. Jede Trainingseinheit wurde ich gefragt, was wir den in Kroatien machen.

Gibt es da ein Meer? Was brauchen sie? Was sollen sie einpacken?

Dann ging es los. Illia, der kleinere Bruder saß bei mir. Er spielt kein Fußball. Er mag Musik machen und ich musste es die ganze Fahrt hören. Er tanzte und sang, wie es ihm gerade passte. Lebenslustig begleitete er seinen älteren Bruder.

Er wich mir auch in Kroatien nicht von der Seite. Dort angekommen haben die Jungs ihre Bungalows bezogen. Für den kleinen Mann stand fest: „Ich möchte nicht mit meiner Mama in ein Haus“.

Die Mannschaft hatte die Umgebung erkundet. Vadim und Illia waren immer dabei. Alle meine Jungs haben die „Freiheit“ sehr genossen. Schnell wurde der Bazar entdeckt. Nach dem gemeinsamen Pizzaessen, gingen wir anschließend gingen wir an den Pool. Danach war ich mit Illia am Meer, er wollte unbedingt das Meer sehen. Er hatte nie ein Meer gesehen. Dort besprachen wir, dass er die nächsten Tage mein Co-Trainer wird.

Diese Aufgabe meisterte er mit Bravour! Schon beim Frühstücksbuffet wollte er die Aufstellung besprechen. Es konnte ihm nicht schnell genug gehen. Auch wollte er das restliche Programm des Tages wissen.

Er ist ein sehr aufgeschlossenes Kind ohne Hemmung auf andere Menschen zu gehen – egal ob klein oder groß und auch egal aus welchem Land kommend. Mit seinem Scharm wickelte die größeren Mädels um den Finger – Sonnenbrille und Hut durften dabei nicht fehlen.  Am letzten Abend wollte er dann wissen, wohin es nächstes Jahr geht.

Vadim hingegen konzentrierte sich mehr auf den Fußball. Er schoss im Turnier 2 Tore. Unter seinem Trikot trug er wie immer sein selbstbemaltes T-Shirt mit einem Herz mit den Farben der Ukraine. Auf Nachfrage warum er es beim Tor nicht gezeigt hat, war seine Antwort „ich hatte keine Zeit“.

Vadim genoss die Freizeitgestaltung zwar, aber ließ es etwas ruhiger angehen. Er wollte immer für den nächsten Tag fit sein. Aber er war immer mit dabei und lächelte ständig. Er fühlte sich sehr wohl hier.

Die Mama der beiden war glücklich, dass ihre Jungs eine unbeschwerte und unvergessliche Zeit hatten. Über Facetime hat sie den Papa, der in der Ukraine kämpft, immer an dem Geschehen teilhaben lassen. Er hat sich auch bei mir bedankt, für die Zeit, die wir seinen Kindern ermöglicht haben.

In den Gesprächen unter den Erwachsenen hat die Mama dann auch die Fragen der anderen Eltern gerne beantwortet.

Eine unglaubliche Situation für uns. Die Familie hatte eine unbeschwerte Zeit fernab vom Kriegsgeschehen, wo andere Menschen um ihr Leben kämpfen.

Wir bedanken uns bei allen, die uns so toll mit Geldspenden unterstützt haben!!!

Text: Mirsada Hoffmann, Jugendfußballtrainerin, Blau-Weiß Fuhlenbrock, Bottrop

Alle Fotos Copyright Mirsada Hoffmann, Blau-Weiß Fuhlenbrock. Screenshots von der Spendenaktion André Brune

Flaschengefühle – eine Müll-Aktions-Ausstellung startet vom Ruhrpottologe im Schaubüdchen in Bochum am 1.7.23

In den Straßen unserer Städte finden sich allerorts leere, zurückgelassene Flaschen. So auch in denen des Westend-Viertels in Bochum. Sie bleiben in bestimmten Positionen stehen, werden nicht mitgenommen oder in einem Mülleimer gelegt.

Die von der Stadt Bochum geförderte Ausstellung  »Flaschengefühle« befasst sich als eine andere Art von Ausstellung im Rahmen einer Fotoreihe mit den in den Straßen zurückgelassenen Flaschen, ihrem Standort und der (vermutlichen) Situation, in der sie zurückgelassen wurden. Haben sich hier zwei getroffen und bei einer gemeinsamen Zigarette bloß über das Wetter oder über sehr wichtige Dinge gesprochen? Erzählt die einzelne Flasche etwas über die Einsamkeit einer Person, oder gab es einfach nur einen »Trinker« in einer größeren Gruppe vor Ort? Hatte jener Mensch es so eilig, dass er nur einen einzigen Schluck aus dieser Flasche nehmen konnte?

"Flaschenpiercing" - ein Foto der Reihe vom Ruhrpottologe André Brune | Foto: André Brune
  • „Flaschenpiercing“ – ein Foto der Reihe vom Ruhrpottologe André Brune
  • Foto: André Brune

Die Flaschen erzählen mitunter spannende Geschichten – sind aber auch eine ›Vermüllung der Stadt‹, mit der sich »Flaschengefühle« ebenfalls auseinandersetzt.

So wird es in der Projektwoche vom 17.7. bis 22.7. im Stadtteil eine Müllsammelaktion, Schilder gesäubert und gefundener Pfand dem Verein BODO übergeben sowie Podcast-Interviews mit Zuständigkeiten aus allen Parteien, Stadt, USB, sowie Betroffenen des Stadtteils aus einer Garteninitiative oder Anwohner*innen.

Projektwoche "Vermüllung der Stadt" | Foto: André Brune
  • Projektwoche „Vermüllung der Stadt“
  • Foto: André Brune

Vor Ort werden Videos zum Thema Müll entstehen, um auf die Situation aufmerksam zu machen.
Mit dem gefundenen Müll soll ein gemeinsames Objekt der Ausstellung entstehen. Freies Spiel für die Phantasie!
Am 21.7. wird vom Ruhrpottologe André Brune die Moderation zum Thema „Vermüllung der Stadt“ mit allen Parteien zwischen 17 und 19 Uhr stattfinden, sowie Umweltamt und USB. Alle sind herzlich zu diesem Gespräch und Diskussion eingeladen.

Die Ausstellung beginnt mit der Vernissage am 1.7. ab 14 Uhr und läuft bis zum 29.7.
Öffnungszeiten : Mittwochs 17 – 19 Uhr, Samstag von 11-15 Uhr
Projektwoche vom 17. – 22.7.

Die Vernissage beginnt um 14 Uhr am 1.7. im Schaubüdchen, Ursulastr. 24 in Bochum

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+Videopodcast I +Podcast I +Fotogalerie I Jürgen Jakubeit – der letzte Steinkohle-Bergmann Deutschlands

Jürgen Jakubeit trug am 21.12.2018 den letzten großen Steinkohlebrocken aus dem Förderkorb des Bergwerks Prosper Franz Haniel. Mit einem traurigen Gefühl in der Magengrube übergab er ihn dem Bundespräsidenten Franz-Walter Steinmeier. Der „letzte“ Steinkohle-Bergmann Jürgen Jakubeit liebte seinen Beruf mit Haut und Haaren, den er jetzt auf seiner letzten Schicht verlassen musste.

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Videopodcast mit Fotos vom Gelände Prosper-Haniel und Trainingsbergwerk Recklinghausen inklusive Schweigeminute am Ende für die Bergleute, die im Laufe der Jahrzehnter gestorben sind.

„Zwei Tage lang wurde geprobt. Die Ruhrkohle hat nichts dem Zufall überlassen,“ so seine Aussage im Podcast. Doch dann kam der Stichtag und alles ist anders. Das Proben hat geholfen die zitternden Hände ruhig genug zu halten, aber die Gefühle gehen nicht nur ihm an dem Tag durch Mark und Bein. Viele Kumpels hatten Tränen in den Augen. Niemand konnte sich wehren gegen die Entscheidung der Politik, die sich gegen den weiteren teuren Abbau der Steinkohle entschieden hat in der Zeit, wo Klimawandel noch nicht in allen Ohren lag.

Tausende Menschen, viel Prominenz und jede Menge Kameras aus aller Welt waren da, die Jürgen beobachteten bei der Übergabe. Wäre der Steinkohlebrocken gefallen, wäre es ein großes Unglück gewesen. Das letzte Stück schwarzes Gold von allein über 160 Jahre Steinkohlebergbau im Ruhrgebiet wäre am Boden zerschellt gewesen. Allerdings wäre es dann symbolisch in die Geschichte eingegangen, denn der deutsche Steinkohlebergbau hatte in den letzten siebzig Jahren so oder so einen schleichenden Niedergang hinnehmen müssen.

Nur ein Gegenbeispiel zur Veranschaulichung: Allein Bochum war weltweit 1929 die Stadt mit den meisten Zechen der Welt auf einem Stadtgebiet. Schon 1973 schloss das letzte Bergwerk „Zeche Hannover“, die heute mit dem innovativem Festungscharakter, die 100 Jahre zuvor entstand, museal genutzt wird im Stadtteil Hordel.

Nach Norden hin bis ins Münsterland bei Ibbenbüren entstanden neue Bergwerke, die in mehr als 1 km Tiefe Steinkohle abgebaut haben. Doch das wurde zu teuer. Zusätzlich wurden die Subventionen in einer Zeit gestrichen, wo der teure Deutsche Bergbau nicht mehr im weltweiten Konkurrenzkampf mithalten konnte.

Kleine Bergwerke wurden einem Verbundbergwerk zusammengeführt oder geschlossen. Für Bergleute, wie Jürgen Jakubeit, hieß es im Laufe des Bergmannlebens mehrmals weitere Pendlerwege hinzunehmen und neue Kumpels kennen zu lernen. So lief es bis in die 1950er Jahre nie. Die Bergleute hatten ihre Wohnungen in den Zechenhäusern und Siedlungen direkt vor dem Bergwerk. Der Fußweg zur Arbeit war kurz. Doch die ersten Schließungen nach dem zweiten Weltkrieg und in der Zeit der Ölkrise 1973 hatten jeden Bergmann zum Umdenken gezwungen. Zur Schicht kam man dann mit dem Auto oder Werksbus.

Der letzte Steinkohlebrocken liegt nun im Schloss Bellevue beim Bundespräsidenten als Andenken an die wichtige Zeit, wo Steinkohle gebraucht wurde. Nach seiner Amtszeit kommt die letzte Steinkohle ins Haus der Geschichte nach Bonn.

Die Steinkohle ist ein wichtiges historisches Element der jüngeren deutschen Geschichte. Nicht nur Privathaushalte haben sich damit den Hintern gewärmt. Nein, komplette Industriestrukturen und die Bahn und erste Infrastrukturen der Verkehrswege, wie auch die Binnenschifffahrt hat von der Steinkohle profitiert. Ein bitterer Beigeschmack sind jedoch zwei Weltkriege, unter anderem auch mit Zwangsarbeitern Untertage, ohne Steinkohle nicht durchführbar gewesen.

Durch die Steinkohle entstand der wirtschaftliche Aufschwung eines Agrarlandes zu einem Industriestaat, wie es die Welt so noch nicht gesehen hat. Weg von der Kleinstaatennation entstand das Deutsche Reich 1871 mit einem Kaiser an der Spitze. Ohne die Steinkohle wäre Deutschland heute nicht das, was es jetzt ist. Ohne den Bergbau wäre das Ruhrgebiet kein Ruhrgebiet, sondern hier würden immer noch Bauerndörfer mit kleinen Stadttoren stehen, die eventuell ein wenig Tourismus mit Fachwerkhäusern hätten, wie Hattingen heute noch aussieht.

Paradoxerweise gibt’s auch über die Generationen hinweg immer noch die alteingessenenen Bauernhöfe im Ruhrgebiet, während die Bergwerke schließen mussten.

Durch die aktuelle Geschichte des Krieges in der Ukraine und die unabhängige Energiesituation Deutschlands, die in den Podcast (aufgenommen im Jahr 2022 und leider wegen wichtigen privaten Dingen, die vorgingen, nun im Juni 2023 veröffentlicht!) einfließen gibt es weitere mehrere Nachteile zu nennen, die mit der Schließung einhergegangen sind: Zum einen die Situation, dass wenn die Grubenwasserpumpen aufhören würden zu arbeiten, würde das Ruhrgebiet das Venedig des Nordens werden und nur noch per Boot erreichbar sein. Der Bergbau hat das Ruhrgebiet zum Absaufen verurteilt. Die Pumpen dürfen nie aufhören zu arbeiten. Zumindest ist das ein sehr sicherer Arbeitsplatz im Gegensatz zum Bergmann geworden.

Zum anderen sind Bergbauschäden immer wieder da und beschädigen Gebäude und Straßen. Die Kosten zur Instandsetzung gehen über Jahrzehnte ins Unermessliche, was den Bergbau in Misskredit fallen lässt. Auch hier ist die Fachkraft im Baugewerbe einmal mehr im Ruhrgebiet gefragt!

Im Bottroper Stadtteil Grafenwald gibt es einen großen Höhenverlust. Im angrenzenden Naturschutzgebiet „Köllnischer Wald“ ist plötzlich durch die Überraschung einer großen Bergsenkung der „Weihnachtssee“ entstanden. Niemals ist früher gewagt worden öffentlich darüber zu sprechen, weil der Bergbau der Region Arbeit, Brot und die Infrastruktur der Städte gebracht hat.

Doch genau jetzt in der energetischen Weltkrise durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine merkt Jürgen an, dass es wichtig gewesen wäre, trotz der Klimadiskussion an der Steinkohle festzuhalten. Sie wäre jetzt eine sichere Alternative gewesen, als gleichzeitig neben der Nichtinbetriebnahme von der Gaspipeline Nordstream II und Abschaltung der Atommeiler in Deutschland, trotzdem Steinkohle importiert werden musste, um die Energiesicherheit zu gewährleisten.

Jürgen betont, dass die Übergangslösung ruhig hätte länger gemacht werden können, um sich nicht komplett vom Ausland abhängig zu machen. Deutsche Steinkohle trotz aller Widrigkeiten und negativen Folgen hätte für die nächsten mindestens zehn Jahre eine sinnvolle Ergänzung bis zum kompletten Umbau mit regenerativer Energie sein können. Und ich als früherer Umweltschützer der Umweltgruppe Robin Wood und alter Ruhrgebietler sehe es genauso. Steinkohle war die sicherste Alternative trotz oder gerade wegen der Umstände. Es gibt viele Diskussionspunkte, sich damit auseinander zu setzen. Das war aber nicht die Absicht des Podcasts. Wir gingen von daher nur kurz auf diese Punke ein.

Wir haben am Bergwerk Prosper Franz-Haniel gestanden und ein Hauch Nostalgie kam auf. Knapp vier Jahre vorher beendete er seine letzte Schicht dort und musste ein neues Leben beginnen. Natürlich waren anschließend noch Aufräumarbeiten in Stollen und Streb zu tun. Danach aber mussten die Bergmänner mit ihrer Arbeit aufhören.

1984 startete Jürgen seine Ausbildung zum Bergmann. Ab 1987 begann dann die Karriere bis hin zum Reviersteiger 2016. Heute ist er zwar kein aktiver Bergmann mehr, aber als Vereinsmitglied für den Seilscheibenpark und im Trainingsbergwerk Recklinghausen trägt er seinen Teil der alten Berufswelt mit Herzensblut bei.

Die Kumpels von Untertage nicht mehr zu sehen hinterließ bei vielen eine traurige Leere. Der Zusammenhalt in einer Zeche ist riesig. Der Beruf des Bergmanns ist mit einem Soldaten im Feld zu vergleichen. Beide passen aufeinander auf, helfen, wo der Kumpel bzw. Kamerad Hilfe braucht, geht zusammen durch Dick und Dünn, geht durch den geschulten Blick des Steigers bzw. Offiziers sozusagen ins Flöz der Ehre bzw. Feld der Ehre und tut sein Menschenmöglichstes um anderen Menschen Energiesicherheit, die Verteidigung der Arbeit am Hobel zu sichern und aufeinander aufzupassen nicht bei der Arbeit umzukommen bzw. die Verteidigung des Landes (wenn es jetzt patriotisch gesehen wird nicht angriffstechnisch) zur Rettung der Menschen hinter der Front.

Für den Bergmann war der Flöz die Front und das Aufpassen auf die Kumpels das Feld der Ehre und Freundschaft, egal woher sie stammten oder welche Sprache sie gesprochen haben. Ob Türke, Pole, Italiener, Slowene, Kroate, Serbe, Russe, Ukrainer, Tscheche, Holländer oder Franzose, da unten im Dunkeln sind alle gleich, alle Kumpels, alle packten gleich an und alle passten aufeinander auf.

Was jetzt etwas übertrieben dargestellt ist, ist allerdings so und kann noch an einem Ort im Ruhrgebiet nachvollzogen werden: Trainingsbergwerk Recklinghausen. (zum nachfolgenden Foto wird es einen Extrabeitrag zum Tag der Offenen Tür geben in den nächsten Tagen!)

 

Dort geht Jürgen hobbymäßig Führungen machen. Er packt überall an und macht sich gerne wieder die Hände schmutzig, wenn es nötig ist.

Das Trainingsbergwerk Recklinghausen ist besonders erhaltungswürdig, weil es nicht wie das Bergbaumuseum die Geräte zeigt, sondern hier können sie genutzt werden. Auch ich habe es in meiner Ausbildung bei der Ruhrkohle 1992 bis 1995 als Ver- und Entsorger in Fachrichtung Abfalltechnik für einige Monate durchlaufen. Allerdings interessierte keinen von uns Neun damals das Trainingsbergwerk. Wir haben nicht verstanden, was wir da sollten. Was wir eher lustig fanden war, dass zum ersten Mal zwei Frauen zugelassen wurden. Ver- und Entsorgerinnen durften dort ausgebildet werden. Die Räumlichkeiten der Kaue wurden wegen ihnen extra geändert. Das war damals eine große Diskussion, weil es nicht erlaubt war Frauen bergmännische Arbeit beizubringen, weil sie Untertage nicht eingesetzt werden durften.

Wir haben damals nicht verstanden, warum wir als Ver- und Entsorger Stempel aus Eiche setzen sollten. Wir wollten irgendwo eingesetzt werden nach der Ausbildung um dem Unternehmen Ruhrkohle AG in Sachen Umweltschutz nützlich zu sein. Wir waren doch für die Müllentsorgung zuständig, die Übertage stattfindet, oder doch nicht?

Im Laufe der Ausbildungszeit allerdings bemerkten wir alle das Zusammenhalten dort. Junge Bergmänner wurden diszipliniert ausgebildet, denn Untertage kann sich keiner Unzuverlässigkeit leisten. Handyempfang gab es eh nicht. Damals gab es sie noch nicht mal. Wir waren begeistert dabei, weil es Spaß machte die Sempexpumpe auseinander zu nehmen und wieder zusammen zu bauen. Bis wir es blind machen konnten.

Unsere Ausbilder hatten nicht immer ein Lächeln auf den Lippen. Sie gingen mit uns Jugendlichen kumpelhaft um, aber auch streng. Auch Jürgen ging diese Ausbildung durch. Denn wenn ein Bergmann Untertage eingesetzt wird, darf er sich keinen Fehler leisten. Natürlich können Fehler passieren, aber im Bergwerk kann es Menschenleben kosten.

Jürgen erzählt am Ende des Podcast von einem Verlust, der ihn in Mark und Bein traf. Ein guter Kumpel, ein guter Freund starb im dunklen Schacht. Jeden Tag lebt ein Bergmann mit der Möglichkeit, dort aus dem Dunkel nicht mehr ins Helle zu kommen. Das Gehirn muss es aushalten. Es muss hochkonzentriert arbeiten Untertage. Der Tod fährt immer mit im Förderkorb. Sofortige „Wetteränderungen“ können eine Methangasexplosion hervorrufen und den Tod von einer ganzen Gruppe von Kumpels nach sich ziehen, wie es oft genug in der Geschichte bis heute immer noch passiert. Im Videopodcast habe ich deswegen am Ende mit dem besonderen Bild der Heiligen Barbara aus dem Trainingsbergwerk eine Schweigeminute eingebaut zur Erinnerung an alle bis heute verstorbenen Bergleute .

Jürgen Jakubeit ist erfreut, dass der Förderturm von Franz Haniel erhalten bleibt und das Areal museal wird. Es gab ellenlange Diskussionen darüber. Jeder Erhalt eines Förderturms kostet viel Geld. Denn sie rosten. Der letzte Förderturm des letzten Bergwerks Deutschlands ist erhaltenswürdig und muss allein der Geschichte wegen erhalten bleiben. Er ist, wie der letzte Förderturm Holland in Wattenscheid, der einmalige Malakoffturm Prosper II, Zeche Hannover in Bochum oder Fürst Leopold in Dorsten, einfach ein wichtiges historisches Markenzeichen unserer Region! Er ist der letzte seiner Art!

Jürgen ist nun 55 Jahre alt. In seinem Blut ist und bleibt er Bergmann! Als Vereinsmitglied kämpft er für die Idee einen Seilscheibenpark zu errichten. Seilscheiben, die von den gesprengten und abgerissenen zukünftigen Fördertürmen zusammen in einer Parklandschaft aufgestellt werden sollen. Ursprünglich sollte es auf dem Gelände von Prosper V in Kirchhellen aufgestellt werden. Aber es ist noch nicht in trockenen Tüchern. Auch das Gelände ist jetzt nicht klar. In dem ehemaligen Bürogebäude wohnen jetzt hauptsächlich Flüchtlinge aus der Ukraine. Die Geschichte ist also noch nicht zu ende. Es bleibt spannend, ob es diesen in der Welt einzigartigen Seilscheibenpark geben wird und wenn ja, wo er aufgestellt wird.

In vielen Städten des Ruhrgebiets gibt es an den Stellen der ehemaligen Bergwerke Seilscheiben. Nicht überall stehen sie an der Stelle, wo es den Förderturm gab.

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WDR – Bericht mit Jürgen Jakubeit über die letzte Schicht auf Prosper Haniel

Die Geschichte des Ruhrgebiets wird nun seit dem Dezember 2018 neu geschrieben. Das Ruhrgebiet mit den alten Kumpels wird zu einem innovativen Zukunftskonzept mit neuen Berufsbildern, neuen Bereichen aus dem Zusammenhalt vor Ort. Die Städte bauen aus den alten Bergwerksgeländen mit einigen erhaltungswürdigen Gebäuden neue Gewerbegebiete an oder eine Parklandschaft mit Café, wie auf dem Gelände der Zeche Ewald an der Halde Hoheward in Herten. Ein Teil wird ein museales Gelände. Es ist ein wichtiger Teil unserer Heimat, dem Ruhrpott, Ruhrgebiet oder dem „Revier“. Es ist unsere Identifikation. Nicht jeder Einheimische sieht das so, aber ohne Bergbau, kein Stahl, ohne Bergbau kein Handel, ohne Bergbau, kein Straßenbau, ohne Bergbau keine Zechensiedlung, ohne Bergbau keine Zuwanderung, ohne Bergbau keine Vielfalt im Ruhrgebiet. Sie muss für die nächsten Generationen in jeder erdenklichen Form erhalten bleiben. Es muss gezeigt werden können, woraus das Leben von Heute und Morgen in Zukunft entstanden ist und wird.

So war es mir eine besondere Ehre Jürgen Jakubeit interviewen zu können. Ein Mensch, der Zeit seines Lebens Bergmann bleibt – egal, was die Zeit bringt. Wer weiß? Vielleicht wird er in naher Zukunft als Bergmann zur Energiesicherheit rekrutiert, falls Prosper Haniel neu abgeteuft werden muss zur Energiesicherheit Europas. Wenn es auch acht Jahre dauern würde. Er wäre der erste, der die Pranken nehmen würde und auch mit Schüppe in die Grube gehen würde!

Und wer denkt, dass Jürgen nicht der letzte im Bergbau ist, der weiß es natürlich besser. Die Grubenwehr sichert die Stollen ab. Methangase werden täglich geprüft, damit keine Explosionen stattfinden. Trotzdem ist Jürgen, derjenige, der das letzte Kohlenstück aus der Grube geholt hat, somit für mich im Titel der letzte Bergmann. Er ist nur einer, der vielen Grubenhelden, die unser Ruhrgebiet zu dem gemacht haben, was es ist: Multikulturell, Vielfältig, Bunt, Groß, Offen und Kumpelhaft, so wie ich es mit meinem Logo ausdrücke. Wir sagen heraus, was wir denken, so überlebte man Untertage. So überleben wir Übertage hier in unserer Heimat des Ruhrgebiets von Wesel bis Hamm, von Recklinghausen bis Hagen!

Glück auf!

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Fotogalerie

Alle Fotos ©André Brune – enstanden auf dem Vorgelände von Prosper Franz Haniel

Wer mehr über den Seilscheibenpark oder Mitglied im Verein werden möchte:

Informationen werden nachgeliefert. Es gibt leider keine Kontaktadresse im Internet.

Trainingsbergwerk Recklinghausen (mehr Informationen im anderen Blogbeitrag):

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+Video I +Fotogalerie I Hattingen Stadtfest 2023 besucht

Das Stadtfest von Hattingen habe ich mit meiner Frau Ewa am verkaufsoffenen Sonntag besucht. Lange waren wir nicht mehr da. Obwohl wir nur wenige Kilometer entfernt wohnen. Hattingen war durch das Stadtfest in einem besonderen Licht, besonders auch durch den sonnigen Tag, der herrliche Motive schaffen konnte.

Wir sind gegen 13 Uhr angekommen und hatten leider nicht den ganzen Tag Zeit hier zu verbringen. Es war noch relativ ruhig, aber ab 15 Uhr als wir zurückfahren wollten, füllten sich die Straßen. Alle Cafés, Restaurants und Bistros, auch in den Nebengassen füllten sich.

Wir haben nicht so viel vom Programm mitbekommen. Es fing bei uns mit Stu & The Big Jump an. Die Band spielte Jazz aus den 1920er und 1930er Jahren.

An einer anderen Ecke Richtung Busbahnhof spielte Guyatacama, ein Indianer aus Mittelamerika (darf man Indianer noch sagen?), meditative indianische Panflötenmusik. Ich habe mir alle CDs mitgenommen. Obwohl meine Regale voll sind.


Natürlich ist es immer voller bei einem verkausoffenen Sonntag. Alle Händler und Gastronomen erfreuen sich wegen des guten Wetters und den kommenden Menschenmassen.



Schon am Freitag gab es ein reichhaltiges Programm. Der Samstag wurde durchgefeiert. Und der sonnige Sonntag war ein würdiger Abschluss in diesem sehr besonderen Flair einer Ruhrgebietsstadt, die eine gute Durchmischung von altem Fachwerk im Kern hat und dazwischen trotzdem mit modernen Gebäuden sich unauffällig weiter entwickelt hat. Über das ein oder andere werden sich die Hattinger bestimmt gestritten haben.

Ganz besonders hat es mich gefreut wenig Leerstände zu sehen, was ich, z.B. in den Städten Oberhausen, Bottrop, Essen, Gelsenkirchen und Wattenscheid, eher vermisse ist die Durchmischung von Gastronomie und kleinen Läden, die ein Kleinod bleiben. Wenige bekannte Verkaufsketten, wenig Franchise. Gut, die finden sich im Reschop, aber dort sind die Läden dann gut angesiedelt ohne das Bild der Altstadt zu infiltrieren und sich entwickeln zu lassen.

SHORT-VIDEO-Link:

#Hattingen #Stadtfest #2023 #Besuch vom #ruhrpottologe #ruhrgebiet – YouTube

Sicherlich kann gesagt werden, dass Hattingen es wegen der Altstadt aus Fachwerkhäusern einfacher hat, aber für die Bewohner, egal welcher Städte, muss es ja auch Attraktiv sein, um Zuhause einkaufen gehen zu können, ein Kaffee zu trinken und zu flanieren. Hattingen hat was. Hattingen hat es in meinen Augen geschafft. Dabei wollten die Kommunalpolitiker in den 1970er Jahren die Hattinger Altstadt dem Erdboden gleichmachen. Was die Bomben des zweiten Weltkriegs nicht geschafft haben, weil die Altstadt vom Stahlwerk weit genug weg war, blieb sie weitgehend verschont. Doch später konnten nur rebellische Denkmalschützer die Fachwerkaltstadt vor der Zerstörung retten. Vielen Dank dafür, dass Hattingen nun so ist, wie es jetzt ist!

Zur Geschichte Hattingens und seiner Touristenattraktionen komme ich ein anderes Mal zu sprechen. Es gibt in der Stadt den Touristenführer „Hattingen zu Fuss“, das ehemalige Stahlwerk in Welper, Blankenstein und noch vieles mehr.

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Hattingen bietet nicht nur ein Stadtfest. Ich würde einfach mal so die Stadt besuchen. Schön geht es mit der S3 aus Oberhausen kommend oder mit der Straßenbahn 308 aus Bochum. Außerdem fahren Schnellbusse von Wuppertal und Ennepetal direkt nach Hattingen. Vor Ort gibt es Parkmöglichkeiten, wer mit dem Auto kommt.

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+Video I Gilda Bräuer – Vor falschen Engeln und Propheten wird gewarnt – Nachdenkliche Konzeptkunst

Gilda Bräuer, Anwärterin im Künstlerbund e.V. in Bottrop aufgenommen zu werden, kreiert Kunst aus den aktuellen Gefühlen und umgebenden Informationen. So entstanden drei der noch bis Samstag im August Everding Kulturzentrum ausgestellten Kunstwerke, die vom Künstlerbund ausgestellt wurden.

Warum in die teuren Ausstellungen alter bekannter Künstler gehen, wenn die moderne Kunst eine faszinierende oder auch erschreckende Weise Werke erstellen, die nachdenklich stimmen. Kunst studieren ist das eine, machen ist das andere. Gilda Bräuer liebte ihr Leben lang Kunst, doch sie hatte eine Spätzündung in Sachen Kunstmachen, weil ihr Leben eben nicht so einfach verlief. In einem luftleeren Raum fing sie wie ein Schwamm Dinge auf, die sie in einer besonderen Form darstellen wollte. Und es ist ihr gelungen. Sie hat eine besondere Form entwickelt, wie sie mit den unterschiedlichsten Materialien, ob Kosmetik oder mit toten Vögeln Konzeptkunst erstellt. Ganz nebenbei macht sie gewollt oder ungewollt auf Missstände aufmerksam oder regt zum Nachdenken beim Betrachten ihrer Kunstarbeiten an. Gilda Bräuer ist auf jeden Fall ein Künstlerin, die es zu entdecken gilt im Ruhrgebiet.


Kunst muss nicht immer schön sein. Kunst muss auch Aufmerksamkeit erregen. Das tut ihr Kunstwerk „Vor falschen Engeln wird gewarnt“, die eine verstorbene konservierte Drossel in einer engelhaften Positur zeigt. Ein Publikum von einem Altar ausgehend betet diesen falschen Engel an, der gleichzusetzen ist mit einem Propheten oder Politiker, der Dinge erzählt, die geglaubt werden, obwohl sie Fakenews sind. Der Gedanke zu diesem Objekt kam durch die Wahlergebnisse der letzten Jahre.

Das andere sind drei Bleistiftzeichnungen eines Stilleben von einer Sektflasche und zwei Gläsern. Mit einer Freundin hat Gilda ein besonderes Kunstwerk zum Thema Corona gefeiert, das in der Bottroper Jahresausstellung im Josef Albers Museum Quadrat 2022 ausgestellt wurde: Kontaktbeschränkung (im Podcast mit Ralf Opiol zur Jahresausstellung besprochen)

Das dritte Kunstwerk entstand zum Thema des ersten „Bottrop Art Award“. Die Zukunft der Stadt darzustellen als „Wir sind alle nur Sternenstaub“ war weit vorausschauend, dass es so allen Städten der Welt gehen wird.

Youtube-Short: Falsche Propheten

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Die unterschiedlichen Zusammensetzungen der Kunstwerke, wie auch das in meiner Ausstellung „Vorletzte Generation Ruhrgebiet“ gezeigte „Triangel“ eben aus Restbeständen von Lippenstift z.B. beeindruckt mit den unterschiedlichen Kompositionen aus Farbe und Material. (dazu kommt ein Extrabeitrag zu allen Künstler und Künstlerinnen in meiner Ausstellung)

Gilda sucht nicht, sie findet überall Dinge, die sie zu einer besonderer Kunstarbeit verleitet.

Im Kulturzentrum können die drei Werke noch bis zum 3.6. bewundert werden. Aber in meinen Videos sind sie verewigt. Faszinierende Kunst von Gilda Bräuer, die nun auch in der Zeche Fürst Leopold bei der Extraschicht dabei ist.

Gilda macht einen besonderen Weg von Konzeptionskunst mit Mixed Media Collagen. Sie ist eine sehenswerte Künstlerin mit steiler Karriere. Sie zeigt, dass es egal ist, wann die Zeit ist für etwas zu brennen und es einfach zu machen. Sie macht Kunst und bereichert nachdenklich machend die Welt mit Form, Farbe und Verstand. Wichtig zu wissen: Man braucht nicht in die Kunststadt Berlin und Co. Im Ruhrgebiet findet sich genug tolle Kunst!

Ihre Kunstwerke sind käuflich zu erwerben:

Gilda Bräuer in Instagram: Gilda Bräuer (@gilda_braeuer) • Instagram-Fotos und -Videos

August Everding Kulturzentrum

Blumenstraße 12 – Bottrop

Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-20 Uhr, Sa 9-12 Uhr

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+Video I +Bildergalerie I Deja vu in Bottrop – eine Kunstausstellung

Zur Vernissage vom Künstlerbund Bottrop e.V. trafen sich viele Bottroper Künstler, u.a. auch Paul Schulte und Gilda Bräuer, die dort Werke ausgestellt haben.

Zum Youtube-Video:

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Es sind aber nicht immer nur Kunstinteressierte, Künstler und Künstlerinnen, sondern vor allem Bekannte und Freunde, die sich dort trafen und bei Häppchen und Wein die besonderen Kunstwerke im August Everding Kulturzentrum angesehen haben.

18 bekannte Künstler und Künstlerinnen des Künstlerbundes Bottrop e.V. stellen ihre Werke von Fotografien, Skulpturen, Zeichnungen, Gemälde und Mixed Media Collagen aus.

Dem kürzlich verstorbenen Fotografen Karl Kraft wird eine eigene Ausstellungszeile im Seitengang gegönnt.

Es ist immer wieder interessant, wie unterschiedlich Kunst sein kann. Für jeden Geschmack ist in der Ausstellung des Künstlerbund Bottrop e.V. etwas dabei. Von bunten Löwen und Nashörnern auf einer Stahlplatte gemalt, ein Quadrat als Hommage an den Ehrenbürger und Künstler Josef Albers allerdings mit dem Hinweis auf die Klimakritik der „Letzten Generation“ mit einem eigenen Klecks einer falschen Farbe auf dem Bild oder Schuhabdrücke im Sand unter Plexiglas, die aussehen, wie der erste Schritt auf dem Mond. Ein faszinierender Blick fällt auf eine tote Drossel in einer Art Ikone von Gilda Bräuer, der ich einen eigenen Beitrag widme.

Alles in Allem eine sehenswerte Ausstellung, die ohne Eintritt zugänglich zu sehen ist im Erdgeschoss und in der ersten Etage des Kulturzentrums an der Böckenhoffstraße/Blumenstraße 12-14 bis zum 3. Juni.

Allerdings gibt es auch Kritikpunkte, die angesprochen werden müssen:

Da ich keinen Zettel mit der Auflistung des Künstlers und seines Werks mehr gefunden hab, konnte ich im Nachhinein kein Werk zuordnen. Alle Kunstwerke wurden mit einer Nummer versehen statt mit einer Legende, worauf auch der Künstler stehen sollte oder auch der Name des Werks und Preis.

Ganz schlimm ist es, vor allem für den Künstler, einen Aufkleber zu nutzen eine Zahl draufzuschreiben und es auch auf das Kunstwerk zu kleben. Das mir das das Kleben mit der Hand nicht ausgerutscht ist, sagt alles. Verfälschung der Bilder durch die Ziffern und auch durch die schlechte Beleuchtung. Einige Werke sind nicht mal ausgeleuchtet.

Das Kulturzentrum eignet sich zwar für wechselnde Ausstellungen, die vor allem eher Stadthistorisch sind, aber es muss generell ein wenig Geld in die Hand genommen zu werden, um gehängte Werke generell besser darzustellen.

Kritik muss sein, sonst ändert sich womöglich gar nichts.

Die Vernissage wurde von der Sparkasse Bottrop finanziert. Ohne das Engagement der Bank wäre das Thema Kunstausstellung wahrscheinlich nicht mehr möglich.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 20 Uhr / Samstag bis 12 Uhr

Es lohnt sich mit Sicherheit!

Kleine Fotogalerie

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Petition I Bottroper fordert Aufklärungskommission für Kirchenverbrechen vom Bundesjustizministerium

Ich habe sofort die Petition unterstützt, als ich von Markus Elstner davon erfuhr. Ich habe ihn vor seinen Gedenkstein vor der St. Cyriakuskirche gefilmt, diesen mehrere Stunden bearbeitet, um es so perfekt wie möglich für ihn zur Vorbereitung für den Verein Innnit gemacht zu haben.

#Kirchenverbrechen – Aufklärungskommission zur Aufarbeitung der Sexualverbrechen | innn.it

Der Verein unterstützt Andreas Perr mit einer Petition. Perr öffnete sich kürzlich zu seiner Situation und fordert eine unabhängige Aufklärungskommission für Kirchenverbrechen vom Bundesjustizministerium, die es im katholischen Frankreich schon gibt. Am 25.5.23 findet die Justizministerkonferenz statt. Die bisherige unterzeichnete Petition soll an dem Tag überreicht werden, um darauf aufmerksam zu machen.

Sexueller Missbrauch findet auf vielen Ebenen statt. Vor einem knappen Jahr habe ich Markus Elstner interviewt für einen Podcast. Ich habe erfahren, dass er nur wenige Jahre vor mir in der gleichen Kirche Messdiener war, wo ich zur Kommunion und Firmung ging, und sogar direkt gegenüber wohnte.

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Als Kind wurde mir die Hostie in den Mund gesteckt von einem Probst oder Pfarrer, die wußten, was ihr Vorgänger gemacht hatte. Wäre ich nur wenige Jahre älter gewesen, hätte es mich auch erwischen können. Ich hatte Glück später geboren worden zu sein, aber kann man es Glück nennen?

In der ganzen Welt finden sich viele Beispiele von Tätern, die nicht gesetzlich bestraft wurden, sondern von der Kirche höchstens mit einem Fingerzeig versetzt wurden, weil sie vom Vatikan geschützt werden. Eine Aufarbeitung wird auf Jahre geschoben mit dem Hinweis, es wird vergessen und den Opfern wird sich der Himmel auftun.

Warum wird keine unabhängige Aufklärungskommission eingesetzt? Warum hat ausgerechnet im Landtag von Nordrhein-Westfalen die Christliche Partei den Vorschlag der SPD abgelehnt diese einzusetzen?

Ist die Abhängigkeit der Partei und der Einfluss des Vatikans und der Bistümer immer noch so groß in dieser so unabhängigen Partei? Was ist der Grund diese Aufklärungskommission nicht einzusetzten?

Es mag einige Gründe geben, aber eins weiß ich genau als ehemaliger Kirchgänger in der St. Cyriakuskirche: Eine unabhängige Aufklärungskommission, eingesetzt vom Bundesjustizministerium würde zumindest ein Anfang sein mehr Aufklärung zu fordern. Die Überlebenden haben es nötig zu wissen, wo ihre Täter sind und das sie auch belangt werden. Sie müssen sich wehren können.

Es darf nicht erklärt werden, dass Taten verjähren. Die Überlebenden haben jahrzehntelange psychische Probleme. Therapieplätze sind rar gesät. Unterstützung findet sich kaum. Obwohl mittlerweile drüber geredet wird – Getan wird einfach noch zu wenig.

Das sehe ich auch in der Petition, die vom Verein Innnit in die Wege geleitet wird. Sobald es eine medienwirksame Veröffentlichung gibt, dass wieder ein Kind missbraucht wurde ist die Aufregung groß und sogar Todesstrafen für die Täter werden gefordert. Ist das Kind jedoch mehrere Jahrzehnte schweigend mehr schlecht als recht mit Pillen, Alkohol und anderen Suchtmitteln durch die Zeit gegangen oder schon daran gestorben, dann interessiert es so gut wie keinen mehr. Sie gelten in meinen Augen als eine Minderheit in der Gesellschaft. Und für eine Minderheit gibt es bekanntlich keine Mehrheit im Staat, wenn es nicht Menschen gibt, die sich stark machen für einen Aufschrei, ein Wachrütteln.

Mittlerweile wird drüber geredet. Das wäre vor 2010 kaum möglich gewesen. Unglauben gegenüber den Opfern ist größer als Gottglauben. Warum hat Gott es dann zugelassen, dass seine Hirten solche unanständige Dinge tun dürfen unter dem Deckmantel einer schwarzen Robe?

Natürlich sind wieder nicht alle über einen Kamm zu scheren. Dennoch ist es verflixt und zugenäht die Sache der Politik in die Gänge zu kommen, Druck auszuüben. Und es ist verdammt und halleluja die Pflicht der Kirche sich selbst ans Schlawittchen zu nehmen und mehr als nur drüber zu reden und nicht jahrelange Gutachten in die Wege zu leiten, was an der Sache nichts ändert.

Die Täter müssen ihre Strafe bekommen. Sie darf nicht verjähren, damit sie unbehelligt weiter machen können, wo sie aufgehört haben, wie auch der Täter von Markus Elstner. Es müssen mehr Therapieplätze für Psychotherapie her, um Selbstmord und Suchtmittel zu vermeiden, die eine hohe Dunkelziffer bei Betroffenen hat. Hier muss sich der Gesetzgeber, also die Bundesregierung mit den Krankenkassen zusammensetzen und die strengen Regelungen ändern, die eine Vergrößerung von Therapieplätzen verhindern. Alles würde schneller gehen, wenn das eigene Kind betroffen wäre.

Die Täter müssen hinter Gitter. Wer Kinder missbraucht, gehört lebenslänglich ins Gefängnis. Egal wie alt das Kind geworden ist, die Täter müssen zur Rechenschaft gezogen werden.

In diesem Sinne gilt mein Plädoyer an die Leser:

Ich habe die Petition unterzeichnet! Tut es auch! Unterstützt mit mindestens 5 Euro zur Verbreitung! Unterstützt mit Teilen und Erzählen! Unterstützt den Druck gegenüber die Kirche, damit die Betroffenen ruhiger schlafen können und die Täter ihre Strafen bekommen und schlechter schlafen. Denn es steht in den 10 Geboten „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ , aber das ist nicht in Form einer sexuellen Handlung gedacht gewesen.

Hier der Link zur Petition:

#Kirchenverbrechen – Aufklärungskommission zur Aufarbeitung der Sexualverbrechen | innn.it

Provokantfuriose Ausstellung „Vorletzte Generation Ruhrgebiet“ im Schaubüdchen Bochum mit 10 Künstlern

Erstmalige und zugleich diskutierfreudige Ausstellung von zehn Ruhrgebietskünstlern im Schaubüdchen mit dem Titel „Vorletzte Generation Ruhrgebiet“ startet am 16.4 mit einer Vernissage.

Die Frage, wie Klimaschutz am besten angegangen werden kann, bewegt mittlerweile bereits seit Jahren die Gesellschaft. Seit einigen Monaten erregt die Gruppe ‚Letzte Generation‘, die mit unterschiedlichsten Aktionen auf das Thema Klimaschutz aufmerksam machen möchte, die Gemüter und polarisiert: Während die einen es befürworten, dass sich die Aktivist:innen öffentlichkeitswirksam für das Thema einsetzen, missfällt anderen die Art und Weise des Protests, der mitunter auch Regeln und Gesetze missachtet.

Mit dem Für und Wider, dem Sinn und Unsinn von Aktionen zum Umwelt- und Klimaschutz setzt sich Ruhrpottologe André Brune in einer Videoinstallation kritisch auseinander. Diese ist Teil einer von ihm initiierten Ausstellung im Bochumer Schaubüdchen (Ursulastraße 24), in deren Rahmen er und neun weitere Künstler:innen, die allesamt der ,Vorletzten Generation Ruhrgebiet‘ angehören, vom 16. bis 30. April 2023 je ein Kunstwerk präsentieren.

Die Künstler:innen, die ihre Kunst zwei Wochen lang mit den Besucher:innen teilen, sind Frank Gebauer, Nicole Tenge, Bettina Ferrara aus Oberhausen, Brigitte von der Eltz aus Essen, Gordana Djukic aus Gelsenkirchen, Manuel Miermeister aus Hattingen, Daniel Pajonk aus Herne, Gilda Bräuer, Ralf Opiol, auch unter Metropiol bekannt, jeweils aus Bottrop sowie André Brune aus Bochum.

So unterschiedlich, wie das Ruhrgebiet zwischen seinem östlichen und westlichen Ende und wie auch jeder Mensch anders ist, so unterschiedlich sind auch die ausgesuchten Kunstwerke. Zu sehen sind verschiedene Genres: Neben Fotokunst und Mixed Media-Collagen werden abstrakte Kunst sowie Werke mit Ruhrgebietsbezug uvm. ausgestellt.

Die Vernissage beginnt musikalisch am 16. April 2023 um 14 Uhr mit dem Duo Patatras, deren Auftritt Ruhrpottologe André Brune bei einer Moderation für den Erhalt der Galerie 7 in Bottrop zum Event selbst ersteigert hat, und endet um 18 Uhr.

An den Sonntagen und zur Finissage am 30. April 2023 ist das Schaubüdchen in der Ursulastraße 24 in Bochum jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Der Eintritt ist frei. Alle Ausstellungsstücke sind von außen sichtbar angebracht und können jederzeit besucht und angesehen werden.