Gerd Böttcher – Schwofen mit dem vergessenen Schlagerstar aus Werne I Ruhrgebiet erklärt Folge 23 I +Videopodcast I +Podcast #130

Gerd Böttcher war in den 1960er Jahren vom Gärtner zum Schlagerstar aufgestiegen. Der am 18. Juli 1936 geborene Berliner hat seine Lebenszeit hauptsächlich in Werne an der Lippe verbracht. Er war ein migrierter Ruhrpottler geworden. Und deswegen haben wir ihn auch in einem Podcast vorgestellt.

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Gerd Böttcher war ein lebenslustiger Mensch. Zuletzt war er sogar Karnevalsprinz im Ort. Leider verstarb er viel zu früh, als seine gesunkene Karriere einen kleinen Aufwind bekommen sollte mit einer Langspielplatte. Drafi Deutscher, Giorgio Moroder waren nur einige, die ihn unter die Arme gegriffen haben.

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Wer nur dem Podcast „Ruhrgebiet erklärt“ abonnieren möchte:

Gestartet ist er in Kneipen auf kleinen Bühnen in Berlin, wo er entdeckt wurde vom berühmten Komponisten Werner Müller, der die legendäre Musik der Sportschau kreiert hatte. Er wollte Gerd nicht mit einem italienischen Pseudonym auf der Bühne sehen, sondern er wollte ihn als Deutscher auf die deutsche Bühne bringen mit seiner klaren Stimme und förderte ihn. Er sang auch einige Lieder von Elvis Presley in deutscher Übersetzung als deutscher Elvis, was ihm auch viele Fans einbrachte. Die Singles wurden bei Decca verlegt, einem besonderen Musikverlag, die mit der deutschen Telefunken zu tun hatte. Mehr erfahrt ihr im Podcast.

Erst nach der Aufnahme erfuhren wir von jemanden, der ihn kannte, dass er auf den Karnevalswagen ging, obwohl er an einer heftigen Lungenentzündung litt. Seine Nieren haben wahrscheinlich auch schon angegriffen. Er starb am 26. Februar 1985 in einem Dortmunder Krankenhaus mit nur 48 Jahren.

Er hat sein Publikum ihrer Zeit gut unterhalten, wie unten in einigen Youtube-Musikvideos zu hören und zu sehen ist. Dafür gehört ihm auch gebührenden Respekt, die wir am Ende des Podcasts auch mit einer Schweigeminute für den Entertainer würdigen.

Links:

Youtube Channel zur Musik von Gerd Böttcher :

https://youtube.com/channel/UC9-1FDxpw_vCk-b6UmHGoow?si=DHzj7aEMmID9zUeP
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Gerd Böttcher – Wikipedia

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Gerd Böttcher – Biografie

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Gerd Böttcher Diskografie: Vinyl, CDs & Mehr | Discogs

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Gerd Böttcher – Spectre Media | Thomas Hauptmann

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Böttcher, Gerd | Bear Family Records

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Teldec – Wikipedia
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Musikkomponist Werner Müller – Wikipedia

Eine kleine Auswahl seiner Musik aus Youtube:

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Revierkunst aus Herne auf Nachbarschaftsbesuch in Gelsenkirchen I +Fotos

Im Ruhrgebiet gibt es immer irgendwo Grenzen. Sie sind nur durch Ortseingangsschilder zu entdecken. Die Kunst ist sie im wahrsten Sinne zu überschreiten. Und so kam es, dass der Herner Künstlerbund mit acht Künstler*innen im Domizil vom Bund Gelsenkirchener Künstler „Zu Gast“ sind für ein paar Wochen, so der treffende Titel der Unterkunftgeber.

Vor dem „Domizil“ auf der Bergmannstraße in Ückendorf trifft sich die Kunstszene

Es gibt zwischen den Städten Herne und Gelsenkirchen keine Distanz. Sie sind Nachbarn. Doch wie es im Ruhrgebiet so ist, die meisten Vereine kochen ihr Süppchen im eigenen Haus. Hier in der Kunstszene ist es nun anders gelaufen. Und das ist gut so! Der Bund Gelsenkirchener Künstler (BGK) mit der Vorsitzenden Gordana Djukic hat Kreativköpfe des Herner Künstlerbundes eingeladen das „Domizil“ nach Ückendorf. Natürlich ist diese, wie es sich im Ruhrpott gehört, auf der Bergmannstraße Nummer 53, denn Bergbau und Kunst gehörten immer schon irgendwie zusammen.

Ein besonderer Ausstellungsort mit Ruhrgebiets-Charme von 1900

In Ückendorf, ein Stadtteil von Gelsenkirchen, in dem durch die öffentlichen Medien oft nur negatives berichtet wird über Schlägereien und Clans, stehen noch wunderbare Häuser aus der Gründerzeit. Aber es ist eigentlich ganz anders. Hier steppt nicht nur der Bär bei den Künstlergangs. Da geht es kunterbunt zu! Es ist ein Ort geworden voller Kreativität im Neuanfang des Strukturwandels, in dem der Stadtteil seit Jahrzehnten steckt, wie kaum ein anderer.

Früher lebten hier überwiegend Arbeiterfamilien und es kamen Einwanderer aus der Türkei dazu, die angeworben wurden für das Kohleschürfen und die Stahlherstellung. Heute wandelt sich das bisher trostlose verfallende, das dem Niedergang der Montanindustrie gleicht, langsam zu einem der attraktivsten Stadtteilen. Es lohnt sich, es zu entdecken. Neben der Kunstszene, ist hier eine neue Gaststättenlandschaft entstanden. Heute wandelt er sich mit neuer Aufbruchstimmung in eine der attraktivsten Stadtteile mit unterschiedlichen Gaststätten, sowie mit der Kulturkirche Heilig – Kreuz und dem „Hier ist nicht da“ auch zu einem soziokulturellen Hot Spot von Veranstaltungen unterschiedlicher Art von Comedy, Poetry Slam über Jazz und Rock bis Klassikkonzerten.

Im Domizil der Gelsenkirchener finden sich nun Acht Künstler und Künstlerinnen aus Herne, die unterschiedlicher nicht sein können mit Malerei, Grafik, Fotografie und experimentellen Techniken. Die Kunst ist so vielfältig wie das Ruhrgebiet selbst: Hagen Apel, Annett Breitfeld, Annika Döring, Sophia Kühn, Jörg Kippmeyer, Daniel Pajonk, Gisela Schulte und der Vorsitzende des Herner Künstlerbundes Hassan Jelveh. 

Bei der Vernissage am 18.1.26 grinsten alle breit über den riesigen Andrang von neugierigen Besuchern, wovon ich auch einer war. Ich hörte den interessanten Ausführungen des Kunsthistorikers Dr. Bernd A. Gülker zu, sowie der fantastischen Violinistin Astrid Sophie Müller, die das Domizil mit kunstvoller klassischer Musik erfüllte.

Ein Dialog zwischen zwei Städten

Das Domizil ist ein Austauschort nicht nur für Kreative, sondern auch für Kreativbegeisterte, zur gegenseitigen Inspiration und Vernetzung. Die Ausstellung lud auch Interessierte aus anderen Städten ein.

Und wer denkt in Herne is nix… Doch ! Herne hat auch jede Menge unterschiedliche Kreativität zu bieten! Allein an den unterschiedlichen Kunstwerken ist es mit Sicherheit anders zu beurteilen. Das Miteinander zwischen Herne und Gelsenkirchen hat auch etwas Symbolträchtiges. Es überschreitet geografische Grenzen und zeigt gedankliche Offenheit, wo es keine Grenzen gibt.

Die 1. Vorsitzende vom Bund Gelsenkirchener Künstler Gordana Djukic erklärt die Ausstellung für eröffnet

Für mich als Ruhrpottologe, der auch 1. Vorsitzender der Kunstgemeinschaft Bottrop geworden ist, zeigt diese Ausstellung genau das, was die Region Ruhrgebiet ausmacht: Zusammenhalt statt Abschottung, Austausch statt Einzelkämpfertum und ein Gefühl von Aufbruch Menschen dazu zu bringen ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Etwas schlummert in dir und du bist interessiert dich anzuschließen, mitzumachen, grenzüberschreitend kreativ über den eigenen Tellerrand zu gucken zwischen den stillstehenden Fördergerüsten und Trinkhallen, dann schau dir die Kunst an und mach mit.

Das Ruhrgebiet ist im steten Wandel, wie auch die Kreativität der teilnehmenden Künstler. Wer sich dafür interessiert, sag ich nun in Dialekt: Geh ma rübba! Kunst kanntse nicht hier im Blog erleben, kanntse nur persönlich vor Ort mitte Nase anne Bilder klebend erleben. Dat is Revierkultur!

Und wenne noch Zeit hass, dann gehste nebenan auffe Bochumer, da kannste speisen von Döner über Tapas bis hin zu Omas Apfelkuchen. Glaubse nich? Überzeuchse dich bessa vor Ort!

Und danach wird der Austausch umgekehrt sein. Solche Projekte machen unsere Region aus. Keine Eitelkeiten, kein Konkurrenzdenken, sondern gelebte Nachbarschaft! Ein Grund mehr Ückendorf näher kennenzulernen. Übrigens ist ganz in der Nähe eine Halde zu entdecken. Zu Fuß oder mit dem Rad! Aber das ist ein anderer Blogbeitrag…

Die Ausstellung ist immer Samstags bis zum 21.2.26 zwischen 14 und 17 Uhr oder nach Vereinbarung mit dem Bund Gelsenkirchen Künstler. Aber hier im Blog habt ihr die Möglichkeit die Bilder wenigstens fotografisch zu entdecken auch nach der Ausstellung. Wer mehr von den einzelnen Künstler und Künstlerinnen wissen will, scrollt einfach weiter runter. Da sind auch alle Links zu ihnen.

Fazit

Ich fand die Herner Kunst inspirierend und so unterschiedlich in ihrer Form, dass ich Lust auf mehr bekommen habe auf mehr Herne. Nicht nur in der Kunst, sondern auch drumherum ist Herne einfach mehr als nur Herne. Nach Herne komm ich gerne. Ich kann es nur empfehlen!

Adresse:

Domizil

BGK – Bund Gelsenkirchener Künstler e.V.

Bergmannstr. 53

45886 Gelsenkirchen

Öffnungszeiten: Samstags 14-17 Uhr

Kontaktdaten

Johanniter Str. 13

45879 Gelsenkirchen

Mail: info@bundgelsenkirchenerkuenstler.de

www.bundgelsenkirchenerkuenstler.de

Mobil: 01773430514

Herner Künstlerbund ´90 e.V. :

Hassan Jelveh 

1. Vorsitzender

Unser-Fritz-Straße 22, 44649 Herne

Die ausstellenden Künstler und Künstlerinnen:

Hagen Apel

Es sind Fotos von Natur, die ein ihrer Echtheit banal erscheinen. Es sind Fotos in Nahaufnahme. Fotos, die Hagen Apel so bearbeitet, das die Wirklichkeit wie ein abstraktes gemaltes Kunstwerk aussieht. Ist die Natur so abstrakt? Sie kann es sein. Sie ist seine größte Inspirationsquelle und inspiriert jeden Betrachter, zieht einem in einen Bann von lyrischer Fotografie.

https://hagenapel.art

Hagen Apel im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Annett Breitfeld

In Tusche-, Kohle-, Acryl- und Ölmalerei sucht sie Verborgenes. Sie dreht die Seelen nach Außen. Sagt uns: Schaut drauf, was denkt, was fühlt die Person auf dem Bild im Hier und Jetzt.

https://annett-breitfeld.de

Annett Breitfeld im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Annika Döring

Acryl auf Leinwand und in Zukunft auch getöpferte Kunstwerke sind ihre Schwerpunkte. Hier lässt sie den Blick zum Horizont auf die Betrachter wirken. Es weckt nicht nur Sehnsucht zum Meer, sondern auch das Nachdenken über das Leben und die Kraft der Natur. Die Bilder laden ein zum Verweilen, Träumen und Genießen am Sandstrand, das Meer und das Rauschen der Wellen. Alles ist sichtbar. Im Hintergrund denkt das Gehirn sich den Rest und macht es erlebbar.

https://annika-döring.de

Annika Döring im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Hassan Jelveh

Auf mich wirken die kleinen Bilder übergroß in der Betrachtung. Es sind Farben der Seele. Die Pinselstriche hinterlassen in dem überwiegend roten Variationen – Kunstwerk, ein Gefühl von unterschiedlichen Stufen von Wut oder Wärme. In dem anderen mit grünen Pinselvariationen ist es die Unterschiedlichkeit von Hoffnung. Insgesamt sind es Kunstwerke, die nicht nur in die Seele blicken, sondern auch einen in die Seele fallen lassen kann. Ein Schwelgen in der Schönheit der Farbgestaltung geht natürlich auch.

Hassan Jelveh im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Sophia Kühn

Sophias Werke lassen einen träumen von Landschaften, wo Engel aufsteigen an der stürmischen Atlantikküste oder sie unterzieht eine dunkle Landschaft mit Phosphorfarbe durch eine UV-Lampe sichtbar eine Veränderung. Das Bild wird mit zweierlei Maß gemessen: Kommende Dunkelheit, wie ein Sonnenuntergang oder in Licht gehüllt von einem strahlenden Mond, der nicht zu sehen ist. Es lässt die Betrachter das Bild im wahrsten Sinne in einem anderen Licht sehen.

Atelier: https://sophiakuehn.de

Sophia Kühn im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Jörg Lippmeyer

Seine karikaturhaften  Kunstwerke nehmen die aktuelle politische Situation im Land und den USA aufs Korn. Mal bleibt einem das Lachen im Hals stecken, mal ist es einfach nur lustig. Eine Anregung ist sich die Bilder näher anzusehen. Unverkennbar ist er ein Schalke 04 –  Fan. Das ist nicht zu übersehen und fährt mit den Kunstwerken auch den Bundesligafahrstuhl mit. Katzen begleiten ihn in vielen Bildern. Katzen sind seine Lieblingstiere und sind nicht nur in der Karikatur zu finden. Sie sind für ihn die Königinnen der Haustiere und seiner Kunstwerke.

Jörg Lippmeyer im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Daniel Pajonk

Die Welt in Schwarz-Weiß zu zeigen kann auch eine Anregung sein. Das die Welt nicht immer Schwarz-Weiß ist kann aus den vielen Variationen von Pajonks Kunstwerken entdeckt werden. Sie regen zum Nachdenken, zum fantasieren und zum Entdecken an. Er sucht immer nach anderen Strukturen, die einen immer neugierig machen auf mehr von seinem Können.

Instagram: @art_by_daniel_pajonk

Daniel Pajonk im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Gisela Schulte

Farben und Linien, abstrakt gestrickt gepinselt lassen die Betrachter zurück, den eigenen Blickwinkel der Einfachheit zu erweitern. Das genaue Hinsehen, in die Tiefe gehen, kann das Bild einen Spiegel vorhalten von Anecken oder Linientreue. Weiche Ecken, die einem mitteilen, dass es auch komplett anders gehen kann, zeigen die Bilder, genauso, wie die Unendlichkeit von Linien, die nicht immer gerade sein müssen. Gisela Schultes Kunstwerke sind einfach anders und genau macht es das ganze spannend bei der Betrachtung.

Gisela Schulte im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Alle auf dem Bild ohne Hagen Apel, der etwas früher gehen musste.

Fotos alle (c) André Brune

Bosnische Märchen erzählt von Markus Kaupp-Herdick in Bottrop – Eine Benefizveranstaltung vom Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien

Es war einmal…in Bottrop, da hat sich vor über 10 Jahren ein Verein gegründet, der Hilfsfahrten nach Bosnien-Herzegowina organisierte. Nun begab es sich, dass bei einer Benefizveranstaltung am 26.1.26 im Stück.Gut, Kirchplatz 3 in Bottrop, bosnische Märchen erzählt wurden von Markus Kaupp-Herdick. Er forschte in alten übersetzten Büchern nach passenden Märchen aus diesem für uns eher unbekannten Land und brachte vier ins Ruhrgebiet mit. Schon das erste Märchen „Die zwei Groschen“ begeisterte das Publikum und machte Lust auf mehr.

Teaser:

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Hier könnt ihr es in voller Länge erleben::

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Die Tonqualität ist nicht das beste, weil ich es spontan aufgenommen habe. Die Nebengeräusche bitte ich zu entschuldigen.

Schon das erste Märchen „Die zwei Groschen“ begeisterte das Publikum und machte Lust auf mehr.

Das anschließende Märchen „Die Bärenprinzessin“ war ein ungewöhnliches Märchen. Die Mischung aus Fabel und einer Vorstellung eines Jenseits, dass jederzeit in einer Höhle zugänglich ist, wurde im Märchen auf ungewöhnliche Art und Weise vermischt.

 Im vierten Märchen wurden alle an die „Drei Nüsse von Aschenbrödel“ erinnert, das mit anderen Namen und einem etwas anderen Ende ebenso spannend, wie bewegend jeden Zuhörer packen konnte.

Vorsitzender des Vereins Aktion Leben und Lernen in Bosnien Semir Hasanspahic übergibt ein kleines Geschenk für den Märchenerzähler Markus Kaupp-Herdick. Im Hintergrund der zweite Vorsitzende Herbert Schröer, der den Kontakt hergestellt und die Idee zu diesem wunderbaren Abend verwirklichte.

Bosnische Märchen sind herrlich ironischer als so manches eher brutales Märchen von den Gebrüdern Grimm. Die Märchen waren für Alt und Jung eine schöne Abwechslung, um in eine alte Zeit einzutauchen in dieser schnelllebigen Zeit des Internets. Es machte am Ende Lust auf mehr Märchen erzählt zu bekommen statt sie selbst zu lesen.

Die gemütliche Räumlichkeit im Stück.Gut in Bottrop am Kirchplatz 3 waren mit einem bosnischen Teppich ausgelegt worden und machte die Märchen sehr nahbar

Seit vielen Jahren ist der Männerseelsorger und Gemeindereferent der Erzdiözese Freiburg Markus Kaupp-Herdick leidenschaftlich unterwegs im Land, um Kindern und Erwachsenen Märchen auf eine unnachahmlichen Art und Weise zu erzählen. Er erklärte sich bereit extra eine Veranstaltung zu machen, wo das eingesammelte Geld wiederum für Hilfsmittel und Unterstützungen für Schulen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen gesammelt wurde.

Ins Ruhrgebiet sind viele Bosnische Familien migriert in den 1990er Jahren während des Krieges in Bosnien – Herzegowina. Viele sind geblieben, haben sich integriert, haben Arbeit und  engagieren sich auch politisch.

Sie haben auch ihre Kultur mitgebracht. Einen Teil der Kultur haben wir in diesen schönen Märchen mitten im Ruhrgebiet erleben können. Eine Wertschätzung und Wiederholung der bosnischen Märchenerzählungen von Markus Kaupp-Herdinck ist definitiv erwünscht für diejenigen, die es verpasst haben sollten.

Ich war bei zwei Hilfsfahrten in den letzten beiden Jahren mitgefahren und unterstütze seitdem den Verein ein wenig.

Ein Märchen hab ich aufgenommen. Den Rest wollte ich selbst genießen. Im Herbst lade ich Markus für Ruhrgebiets-Märchen ein. Mal sehen, was er da erzählen wird!

Wer mehr wissen möchte zum Märchenerzähler Markus Kaupp-Herdick und den Verein aus Bottrop:

Markus Kaupp-Herdick Seelsorgeeinheit Batzenberg – Obere Möhlin

Männerseelsorge

***

https://aktion-bosnien.eu

Die Hilfsfahrten habe ich jeweils im Blog auch beschrieben und zwei Podcasts gemacht:

Aktion Leben und Lernen in Bosnien – Ruhrpottologe – André Brune

Alle Fotos (c) André Brune für den Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V.

An der schönen blauen Emscher I Eine kunstvolle Hommage an den Fluss von Wilma Reidick in Bottrop

Als 1899 die Emschergenossenschaft entstand, war Wilma Reidick noch nicht geboren. Zur Zweinullenrundung tauchen ihre Kunstwerke noch einmal aus den gereinigten Fluten des alten Flusses im Infopoint in Bottrop auf und das zum richtigen Zeitpunkt. Denn dieses Jahr feiert die Lippegenossenschaft 100 Jahre und ein neuer Stadtteil in Bottrop Grenze Essen direkt am Fluss hat kürzlich den ersten Spatenstich bekommen: Freiheit Emscher. Wilma Reidicks Collagen mit dem Thema „An der schönen blauen Emscher“, die vor knapp 25 Jahren noch visionär war, ist heute Wirklichkeit. Sie stellt den Lauf der Emscher auf unterschiedliche Weise an verschiedenen wichtigen Punkten von der Quelle bis zur Mündung dar. Sie noch einmal in einer Ausstellung sehen zu können ist zu einem richtigen Zeitpunkt geschehen. Sie zu neu zu entdecken lohnt sich im Blickwinkel des Betrachters!

Selfie in der Collage von Wilma Reidick

Wilma Reidick setzte sich aus ihrer persönlichen Lebenserfahrung mit dem kleinen stinkigen Fluss Emscher von der Quelle bis zur Mündung in den Rhein collagenartig auseinander. Damals war der Fluss noch der Fluss, der sich nicht durch die Landschaft windete, sondern in einer Betonröhre brackig in Richtung Rhein floß. Wer dort reingefallen war, hatte kaum Chancen zu überleben. Fische waren dort nicht zu finden, bis auf den Braunen Kackstreif. Der ist jedoch ungenießbar gewesen und starb auch evolutionär innerhalb kürzester Zeit aus, weil die Sauerstoffzufuhr auf Null ging durch das Einleiten von Industrieabfälle neben den extremen Exkrementen menschlicher Notdurft.

Wilma Reidick erzählt von ihren Emschererfahrungen

Anfang der 1990er Jahren kam die Überlegung, dass das so nicht weitergehen kann. Der ökologische Umbau begann und er sollte dreißig Jahre dauern. Ich bekam damals einiges indirekt mit durch meine Ausbildung bei der Ruhrkohle AG als Ver- und Entsorger, und weil ich politisch aktiv war, als die Beschlüsse dazu gemacht wurden.

Es wurden die „Fauleier“ hier und da an die Emscher gebaut. Nein, sie wurden nicht von Storchen gelegt. Moderne bessere Kläranlagen sollten die Emscher wieder zu dem Fluß machen, was er mal war. Zumindest grob, denn der alte Emscherbruch mit Überschwemmungen wäre jetzt nicht so gut gewesen.

Damals vor dem Bau der Betonröhre Emscher jedoch war es positiv erstmal für die stark wachsende Bevölkerung. Zu jeder Überschwemmung gab es übertragbare Krankheiten, wie Cholera, Rur oder Thyphus. An den Stellen vom Emscherbruch wurde dann natürlich reichlich Straßen und Häuser, sowie Gewerbegebiete gebaut. Rien ne va plus, wie der Franzose sagt. Nichts geht mehr.

Doch dann begann die Renaturierung und der komplette Umbau der Emscherzuflüsse mit riesigen Regenrückhaltebecken, und der Umbau der Kläranlagen, die zu den modernsten der Welt gehören. Und dann kam eine Künstlerin mit einem besonderen Blick auf die Emscher, die ihre Kindheit und das Erwachsenleben mit dem Fluss selbst erlebt hat und dann war da noch ihr Ehemann Ingenieur, dem nichts ists zu schwör, der dann auch noch bei der Emschergenossenschaft direkt involviert war in dem Umbau der Emscher.

Wenn das nicht alles zusammen ein Emscherpool war voller Ideen zu den Kunstwerken, die dann entstanden, dann weiß ich auch nicht. Sie schaut auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Flusses. Sie zeigt farbenfroh die Emscher zwischen Landwirtschaft, Industrie und Bebauungen auf den Collagen, sowie eine Vision einer blauen Emscher, die so damals noch nicht war. Das Skelett eines Fisches, der damals noch nicht den Hauch einer Überlebenschance hatte, der Bau der Fauleier im Bottroper Stadtteil Welheim mit technischen Zeichnungen und die Mündung bei Dinslaken sind nur einige Beispiele ihrer Collagen.

Heute ist es so: Es stinkt nicht mehr. Klopapier findet sich nicht mehr auf der Wasseroberfläche, was vor einigen Jahren noch zu entdecken war. Fische tummeln sich dort fast wie in alten Zeiten. Algen wachsen, und Enten sowie Schwäne schwimmen in dem Gewässer. Ich selbst konnte es kaum glauben.

Das ich dies selbst noch erleben kann, aus der Generation, die die Nase rümpfte, wenn man auf der B224 oder B226 an der Brücke im Stau stand, ist ein besonderes Erlebnis. So wie auch die Kunstwerke von Wilma Reidick, die bis zum Sommer 2026 im Infopoint der Stadt Bottrop in der Hansastraße gesehen werden können.

Es ist toll diese Kunstwerke von Wilma Reidick nochmal sehen zu können, die damals schon im Landtag von Nordrhein-Westfalen (2012), in der Burg Vondern und kurz vor der Mündung in Dinslaken ausgestellt war. Es ist die künstlerische Art für den Startschuss für den weiteren Umbau ihrer Heimatstadt Bottrop mit dem neuen „Stadtteil“ Freiheit Emscher. Industriebrachflächen werden dort zum Teil Gewerbepark und zum Teil Wohnfläche. Darüber schreibe ich ein anderes Mal, denn das ist ein weiteres neues Kapitel zum Thema Emscher.

Historisch müsste man das Ruhrgebiet eigentlich Emschergebiet nennen, weil hier die ganze Mischpoke von Abwässern aus unseren Hintern von nördlich und südlich des Abwasserflusses und der Industrie abgeseilt bzw. abgelassen wurde.

Ob es Absicht war, die meisten Bilder beim Abgang zur Toilette zu hängen? Manche finden es vielleicht als Affront gegenüber der Künstlerin. Nun der Ausstellungsraum ist etwas begrenzt. Und wer dann mal das Bedürfnis einer Darmentleerung ausgerechnet im Infopoint verspürt, der kommt an den alten Nasenrümpferfluss im eigenen „Abgang“ ohne einen Blick auf die Bilder nicht vorbei. Und das ist gut so, denn dort schwimmen nicht mehr die braunen Klümpchen und das Toilettenpapier herum. Jetzt gibt es den Schwanentanz von Tschajkowksi dort auf der Emscher!

Die Ausstellung ist sehr zu empfehlen! Dort im Infopoint kann auch ein Blick auf Termine von Comedy bis Theater in der Stadt geworfen werden. Auch Souvenir-Artikel finden sich hier: Von Kirchhellener Gin bis zum T-Shirt. Es gibt sehr schöne Postkarten für den guten Zweck und auch Honig von einem örtlichen Imker.

Bürgermeister der Stadt Bottrop Thomas Göddertz

Die Ausstellungseröffnung am 14.1.2026 wohnte ich für ein paar interessante Stunden beim Gastgebernetzwerk Bottrop bei. Das zeigt, das Kunst, Kultur, Industrie und Tourismus zusammen verbunden sind, was der frisch gewählte Bürgermeister Thomas Göddertz in seiner Ansprache den ca. fünfzig Anwesenden verklickerte. Kunst und Kultur ist ein Impulsgeber für den Besuch einer Stadt und hob damit auch den Infopoint als Ort der Begegnung für Gäste, sowie Einheimische und auch Kulturschaffenden hervor. Ich kann das nur bestätigen. Es bereichert jede Stadt im Ruhrgebiet. Denn Tourismus braucht jede Stadt. Es bringt jeder Stadt nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch ein bisken Geld inne Stadtkasse.

Die Besucher des Gastgebernetzwerks hörten interessiert zu im Infopoint

Also einfach mal reinschneien im Winter, aber auch darüber hinaus vorbeikommen. Der kunstvolle Blick auf die schöne blaue Emscher geht noch bis zum Sommer, dann kommt wieder was anderes. Es lohnt sich!

Adresse:

Infopoint Bottrop

Hansastraße 15 – 46236 Bottrop

Mi & Sa 10-14 Uhr

Do 10-17

Fr 10-16

Di & So geschlossen

***

Atelier der Künstlerin

Wilma Reidick

Parkstraße 4

46236 Bottrop

www.wilmareidick.com

Alle Fotos im Beitrag von (c) André Brune

Da die Beleuchtung das Glas spiegelt und ich nicht alle hier fotografisch abgebildet habe, kann ich nur empfehlen: Geht selbst hin, um alles richtig zu sehen!

Jirka Otte – Jacobs & Music Made in Bochum I +Videopodcast I  +Podcast #125

Im ersten neuen Podcast des Jahres 2026 mache ich mit dem 1977 geborenen Jirka Otte-Jacobs eine musikalische Zeitreise, die tief in den 1990er Jahren in Bochum beginnt.

Wir tauchen ein in seine Anfänge der Musiklaufbahn mit Rave Busterz  von Techno, Rap und Hip Hop, von Schallplattenläden bis zu Clubs und die dramatischen Veränderungen der Musikszene bis heute.

Jirka erzählt über sein Herzensprojekt Music Made in Bochum, das die Energie der Musik und ihre Interpreten und Interpretinnen aus einer Stadt mitten im Ruhrpott sammelt und sichtbar macht.

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Von Proberäumen, Plattenläden und verrauchten Clubs

Es war eine Zeit ohne Internet. Es gab kein YouTube, keine sozialen Medien wie Instagram, TikTok und Co. Jirka und seine drei musikinteressierten Freunde trafen sich im Plattenladen „White Label Records“ von Orhan Terzi ab – heute besser bekannt als DJ Quicksilver.

1993 war für die vier Freunde der Moment gekommen, nicht mehr nur auf Partys zu gehen, sondern sie selbst zu gestalten. Der Weg, als DJ in den angesagten Clubs der Stadt aufzulegen, war greifbar.

Der Bochumer Junge Jirka O., wie er auch genannt wird, und seine drei Freunde entdeckten damals die Band The Prodigy. Warum Partys feiern, wenn sie selbst die Party schmeißen können. Also gründeten sie zusammen die Rave Busterz. Ihr Song We come from Bochum City  wurde damals auch über die lokale Szene hinaus bekannt.

Die 1990er Jahre waren im Ruhrgebiet eine Zeit des Umbruchs – industriell wie kulturell. In Bochum entstanden Netzwerke aus Bands, Labels, Fanzines und Spielorten, die jenseits des Mainstreams arbeiteten. Jirka O. erinnert im Podcast an diese Do-it-yourself-Mentalität: Musik wurde gemacht, weil sie gemacht werden musste. Proberäume waren Begegnungsorte, Plattenläden Informationsdrehscheiben, Konzerte soziale Knotenpunkte. 

Wandel statt Bruch: Der Weg in die Moderne

Mit dem digitalen Wandel seit den 2000er Jahren veränderten sich Produktionsweisen, sowie die Verbreitung und Sichtbarkeit von Musik grundlegend. Was früher Tape-Tausch und Flyer war, ist heute Streaming, Social Media und die Plattformen der Szene.

Jirka beschreibt diesen Wandel nicht als Verlust, sondern eine Verschiebung der Werkzeuge. Die Frage bleibt jedoch dieselbe: Wie finden Künstler:innen Publikum? Wie bleibt eine Stadt hörbar?

Jirkas Weg

Jirka erklärt die Bedeutung seines Vornamens als „Regenbogen über dem herabstürzenden Wasserfall des Lebens“. Der Name stammt aus dem Alttschechischen.

Sein musikalischer Weg entwickelte sich anders, als er es zunächst erwartet hatte. Ende der 1990er-Jahre entdeckte er die Hip-Hop-Szene für sich und fand darin einen neuen Zugang zur Musik. Jedes Bandmitglied suchte sich ihren eigenen Weg in der Welt der Musik.

Er blieb der Musik treu und bezeichnet sich heute als Kulturschaffender. Er ist Musiker, Sänger, Hip-Hopper, Rapper, DJ, Content Creator, Producer und Veranstalter in einer Person.

Dabei geht es ihm nicht um Nostalgie, sondern um Haltung. Sein Weg führte ihn nicht ins Ausland, sondern hielt sich bewusst in Bochum, im Ruhrgebiet. Die Szene war offen, auch politisch, und stark lokal verwurzelt. Diese Verwurzelung prägt seinen Blick bis heute.

Heute macht Jirka Musik ohne Leistungsdruck, mit Freude und Neugier. Er geht seinen eigenen Weg. Doch es kam ein Einknicken zu einer uns allen eher ungemütlichen Zeit des „Stillstands“ 2020. Aber auch der Aufbruch zu einer neuen Idee. 

Pandemie und neue Fragen

Mit der Corona-Pandemie kam eine schwierige unsichere Zeit für die Musikbranche. Stillstand, fehlende Auftritte und geschlossene Clubs bestimmten plötzlich den Alltag. Umso dringlicher wurde die Frage: Wie kommt Musik überhaupt noch zum Publikum? Und was ist in der Stadt aktuell zu hören oder zu sehen?

Music Made in Bochum: Archiv, Bühne und Netzwerk

Aus diesen Fragen heraus entstand das Projekt „Music Made in Bochum“. Es versteht sich zugleich als Dokumentation und Verstärker. Das Projekt sammelt Geschichten, macht aktuelle Musik sichtbar und verknüpft Generationen. Alte Weggefährten treffen auf neue Acts, Vergangenheit auf Gegenwart – nicht als Museum, sondern als lebendiges Archiv.

Und wer kennt nicht den weltweit bekannten Bochumer Axel Rudi Pell, der auch bei Music Made in Bochum unter den TOP 100 zu finden ist?:

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Es geht nicht um Kanonisierung, sondern um Teilhabe. Jede Band und jedes Projekt ist Teil einer größeren Erzählung der Bochumer Musikszene, die niemals abgeschlossen sein wird.

Unter https://mibo.ruhr stellt Jirka alle bisherigen Mitwirkenden vor. Das Projekt wurde unter anderem von der Stadt Bochum gefördert – ein wichtiges Signal dafür, welchen Stellenwert Kultur in der Stadt hat.

Sichtbarkeit, Diversität und Verantwortung

Im Podcast spricht Jirka offen über bestehende Hürden in der Musikbranche – insbesondere für Frauen und für Menschen mit nicht-weißer Hautfarbe. Auch in einer vermeintlich offenen Szene gibt es weiterhin Rassismus, Abwertung und strukturelle Benachteiligung. Hinter den Kulissen wird Frauen noch immer abgesprochen, musikalisch oder technisch kompetent zu sein.

Diese Offenheit, gerade durch sein Gespräch mit Rubimental, eine Female DJ aus Bochum hat mich sehr beeindruckt und zugleich nachdenklich gemacht über die Musikbranche an sich. Gerade die Musikszene, die sich als tolerant versteht, muss bereit sein, ihre eigenen blinden Flecken zu hinterfragen, die auch zwischen Rassismus und Intoleranz, sowie Frauenverachtung liegt, wenn es um männliche Dominanz in der Branche geht. Ich schreibe das offen und hoffe, dass der ein oder andere mal über sich selbst nachdenkt und auch den Frauen eine entsprechende Chance einräumt. Denn nicht nur Rubimental macht genialen Sound. Sie ist hier nur ein Beispiel im Rahmen von Music Made in Bochum. Sie vereint Rap, Dancehall, Afrobeats, Amapiano, Future Beats und Global Beats in ihrem Repertoire.

Für einen Nichtkenner der Szene, der des englischen nicht so mächtig ist, war ich dann perplex, wie viele Richtungen es überhaupt gibt bei den Recherchen. Ich dachte nur an Techno und gut is. Aber nein! Die entsprechenden Musikstilrichtungen unterteilen sich noch einmal. All das hab ich vor dem Gespräch mit Jirka nur Ansatzweise gekannt. Das allein Bochum so eine unglaubliche musikalische Vielfalt hat, war mir auch nicht bekannt, wenn man sich die einzelnen Interpreten und Interpretinnen der Interviews von Jirka in seinem Music Made in Bochum Projekt anschaut.

Ein älteres Musikprojekt von Jirka O. mit DJ FreakyBee:

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Förderung des Projekts

Der inzwischen fast vergessene „Kulturrettungsschirm“ stellte dem Projekt eine Förderung von 2.500 Euro zur Verfügung. Davon konnte Jirka professionelle Technik anschaffen. Gedreht wurde an verschiedenen Orten, unter anderem in der Musikschule Wattenscheid, in der Quartiershalle der KoFabrik an der Stühmeyerstraße sowie in der Rotunde. An manchen Tagen entstanden bis zu fünf Interviews – teilweise noch unter strengen Corona-Auflagen mit großem Abstand.

Identität in der lokalen Kultur und Vorbild 

Das Projekt wird weiter wachsen. Neue Bands kommen hinzu, neue Geschichten entstehen. Es ist ein Vorbild, das auch für andere Städte spannend wäre. Was passiert musikalisch in Dortmund, Essen, Duisburg, Bottrop, Oberhausen oder Gelsenkirchen? Werden dort lokale Szenen ebenso dokumentiert und sichtbar gemacht? Nicht nur historische Ereignisse verdienen Aufmerksamkeit, sondern auch die lebendige Gegenwart unserer Kultur.

Für mich als Ruhrpottologe ist dieses Gespräch mehr als ein Rückblick auf eine Szene. Es zeigt, wie lokale Kulturarbeit Identität stiftet. Musik wird hier zum Seismografen gesellschaftlicher Veränderungen – von den 1990ern bis heute.

Jirka Otte-Jacobs zeigt, dass kulturelles Gedächtnis kein Selbstzweck ist. Es lebt davon, weitergegeben, neu interpretiert und aktiv gestaltet zu werden. Bochum klingt – damals wie heute. Und Music Made in Bochum sorgt dafür, dass man es hört.

Wie geht es weiter?

Das Projekt Music Made in Bochum geht weiter und wird weiterwachsen. Neue Bands kommen hinzu, neue Musikgeschichten entstehen. Eins ist auf jeden Fall sicher: Hier ist alles ohne KI. Alles echte Musik von echten coolen Menschen!

Jirka hat außerdem selbst ein neues Album veröffentlicht: „Instrumental Fantasies Vol. 8“. Reinhören lohnt sich – auch dann, wenn man diese Musikrichtung bisher keine Beachtung geschenkt hat.

Ich würde mich freuen, wenn sein musikalischer, wie auch dokumentarischer Weg so weitergeht. Wenn auch das Thema speziell ist, so ist es wichtig, dass es mehr erfahren, auch über die Stadtgrenzen hinaus. Denn was geht musikalisch ab in den anderen Städten des Ruhrgebiets? Wird sie auch konserviert und abrufbar gemacht für die Zukunft, wie es durch das Projekt Music Made in Bochum von Jirka Otte-Jacobs geschieht?

Nicht nur historische Informationen sollten gespeichert werden, sondern auch die eigene Kulturszene der Gegenwart für die Zukunft. So wird sie als lokale musikalische Gesamtkultur einer Stadt wie in eine Zeitkapsel gepackt und für alle jederzeit zugänglich gemacht. Music Made in Bochum ist der Anfang von gemachter Musik im mittleren Ruhrgebiet.


Als Beispiel aus dem Podcast-Gespräch vom Projekt Music Made in Bochum lege ich euch die Female DJ  Rubimental ans Herz, die als Frau mit anderer Hautfarbe mit toller Musik aber in der Musikszene um ihren Platz kämpfen muss: 

Rubimental – CuteCommunity

Rubi (@rubimental_) • Instagram

(für Unwissende und der englischen Sprache nicht so mächtig: Frauen DJ werden in der Szene so genannt. Das wußte ich auch nicht)

Hier das Interview von Jirka O. mit Rubimental als Beispiel aus der Reihe Music Made in Bochum:

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Ich würde gern alle Interpreten und Interpretinnen einzeln aufzählen, aber das solltet ihr selbst bei Jirkas verschiedenen Kanälen von Facebook, Instagram und YouTube tun (Links folgen unten). 

Es ist nicht nur für Insider und Fans der jeweiligen Szene, sondern auch für Interessenten, auch Musikproduzenten, die ein Talent entdecken, ein wertvolles Projekt. Manche Interpreten und Interpretinnen sind schon lange in Bochum unterwegs und weit über die Stadtgrenzen, wie Axel Rudi Pell, bekannt. Manche starten neu mit tollen Songs und gehen ab durch die Decke. 

Music Made in Bochum ist auch eine Plattform, um sich die Musikszene des mittleren Ruhrgebiets genauer anzusehen. Und es sollte nicht vergessen werden: Musiker und Musikerinnen können auch für bestimmte Anlässe gebucht werden. Sie verdienen mit Spotify und Co nicht mal Ansatzweise etwas Geld, um davon leben zu können. Aber so ist das leider. Musik findet nebenberuflich statt. Musik ist für sie eine Leidenschaft für ein großes Miteinander, Feiern, Tanzen und das Leben genießen. Und für uns als Hörer oder Hörerin ist es dann das Verweilen im Auto, beim Kochen, Spieleabenden oder auf Kopfhörern im Lieblingssessel.

Umso sinnvoller ist es die lokale Musikszene auch entsprechend zu unterstützen. Tickets für bekannte Sänger und Sängerinnen sind heute fast unbezahlbar geworden und werden dennoch in großen Stadien und Hallen bezahlt. Den „Kleinen“, die genauso, wenn nicht sogar bessere Musik machen, geben wenige die gleiche Aufmerksamkeit. Und sie kosten viel weniger in Clubs, Bars oder kleinen Eventräumlichkeiten. 

Jirka stellt sie auf seine Weise vor und deswegen war es mir auch sehr viel wert mit ihm ins Gespräch gekommen zu sein, um euch auch mal etwas anderes zu berichten aus dem Ruhrgebiet, was viele nicht wo auf dem Schirm haben. 

Mal nicht den vergangenen Bergbau wieder hochholen, sondern genau in die Phase des Untergangs der großen Montanindustrie im Ruhrgebiet beleuchten, die gleichzeitig aber auch den Aufstieg der Jugend mit ihrer Musikkultur, Erwachsenwerden, Neuanfang und Leidenschaften für Musik berichten zu können. Das habe ich insgesamt mit Jirka O. erleben können. Und ich hoffe, es hat euch genauso Spaß gemacht, wie mir, der in dieser Zeit auch groß geworden ist. Schaut mal in sein Projekt hinein. Es lohnt sich!

Mehr Infos zu Jirka O. und das Projekt Music Made in Bochum:

Music Made in Bochum

https://linktr.ee/mibo.ruhr
@made.in.bochun – Instagram
facebook.com/made.in.bochum
Made in Bochum – YouTube
MiBO.ruhr – #HEIMSPIEL – Sendereihe mit Live-Musik aus Bochum | NRWision

Jirka Otte-Jacobs aus Bochum – Musiker und Moderator | Mediathek | NRWision

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Neues Album (2025 erschienen):

Instrumental Fantasy Vol.8 | Jirka Otte
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Instagram 

@jirkmanistan
@rave.busterz.bochum
@made.in.bochum
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Facebook

@jirkaotte
@busterzbochum

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Jirka Otte – Ruhrgebiet, MC (Hip Hop/Rap) aus Bochum – Backstage PRO

Jirka Otte – Bochum | MyOwnMusic

www.dj-freakybee.de

Kreuz und Queer – Inklusiver Tag der Künste an der Zionskirche Herne | Jirka Otte | NRWision

Jirka Otte Discography: Vinyl, CDs, & More | Discogs
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Rave Busterz

https://ravebusterz.bandcamp.com
www.ravebusterz.com
Youtube: Rave Busterz – Thema

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Orhan Terzi : DJ Quicksilver – Wikipedia

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Axel Rudi Pell – Wikipedia

Pferdemarktschnee I Foto der Woche

Statt Regen fiel ausnahmsweise mal Schnee. Ohne eine Glasscheibe davor, konnte Ich dennoch eine tolle Aufnahme machen von dem Denkmal zum traditionellen Pferdemarkt in Bottrop. Es gehört trotzdem zur Reihe „Regenscheibe“.

Das war eine Skulptur, auf die ich als Kind immer raufgeklettert bin und auch verstecken spielte. Der Standort ist etwas versetzt worden, nachdem dort die Straße zur Fußgängerzone wurde und die Hauptstelle der Stadtsparkasse einen moderneren Eingang bekam.

Ich habe das Denkmal mehrmals fotografiert und die beste Variante herausgesucht, um dann etwas mit der Farbskala und Beleuchtung, sowie den Kontrast, damit können die Schneeflocken wie Sterne, die vor dem jetzt eher Blau statt dunklem Eisengrau der Skulptur herab rieseln.

Ich habe einfach draufgehalten und die besten aufbewahrt. Eins davon ist jetzt das Foto der Woche mit ein wenig nachgeholfener Farbretuschierung. So hat das Foto eine andere Wirkung als normal.

Pferdemarktschnee ©André Brune

Und die anderen sind jetzt Beiwerk. So eine zufällige Situation darf ich mir doch nicht entgehen lassen mit dem Spielzeug meiner Kindheit fotografisch zu spielen – alle Varianten ©André Brune :

Jetzt spiele ich noch ein bisschen mit Farbe :

Auf dem letzten Bild sehen Sie wie verpixelte Infrarotaufnahmen aus. Aber es könnte auch die Startrekmannschaft um Captain Kirk sein, die sich gerade bekamen lassen auf die Erde und wir gucken zu aus der Sicht von jemandem, der auch gebeamt wird.

Ihr könnt mir gern schreiben, welcher Euer Favorit ist.

Ins Grüne I 50. Jahresausstellung Bottroper Kunst I +Videopodcast Teil 1 & 2 I In Sachen Kunst mit Ralf Opiol

Ins Grüne heißt die besondere 50. Jahresausstellung Bottroper Künstler und Künstlerinnen. Zum vierten Mal bin ich mit Ralf Opiol alias Metropiol auf dem Wege die Kunst unserer Geburtsstadt im Josef-Albers Museum Quadrat zu sehen für Zuschauer, die sich für Kunst und auch weniger dafür interessieren. Wir wollen Kunst ohne Wissenschaft mit einfachen Erzählungen und Gedanken näher bringen.

Das Duo Ralf & André in Sachen Kunst vor der Puppe von Gereon Krebber am Eingang des Museums Quadrat

Kunst muss man nicht verstehen. Hingehen und anschauen lohnt sich, es öffnet Horizonte, stimmt einen nachdenklich, lässt einen Erstaunen oder einfach nur ratlos stehen, denn jeder hat seine eigene Interpretation, wie der Künstler oder die Künstlerin, so auch die Betrachter. Ralf hat eine andere Sichtweise als ich. Das macht uns aus als Team, wenn wir seit vier Jahren unseren Weg durch das tolle Josef Albers Museum Quadrat gehen.

Schaut in die beiden Teile rein. Es ist bestimmt nicht langweilig. Zumindest versuchen wir es so zu machen, dass keine Langeweile aufkommen kann:

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Gereon Krebber, geboren in Oberhausen, aufgewachsen in Bottrop, hatte die Ehre ein zweites Mal und auch erstmals auch draußen auszustellen. Seine plastischen Figuren wirken für mich wie Außerirdische Utensilien. Ralf sieht darin etwas anderes. Ihn und einen Teil beschauen wir uns im ersten Teil.

Es macht deswegen auch jedes Jahr aufs neue Spaß auch den Menschen Kunst so näher zu bringen, die sich nie damit befassen würden. Wir empfehlen Teil 2 weiter zu schauen mit unglaublich interessanten weiteren Werken, die im Obergeschoss hängen. 

Wenn wir uns etwas über etwas lustig machen, dann ist das mit Humor untermalte Kunst.

Als 1975 die erste Jahresausstellung startete hatten 67 Künstler 90 Kunstwerke eingereicht. 50 Jahre später wurden 308 Kunstwerke von 94 Künstler:innen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 11.1.26 zu sehen:

50. Jahresausstellung Bottroper Künstler:innen : https://museum.quadrat.bottrop.de

Adresse:

Anni-Albers-Platz 1
46236 Bottrop

Tel.: 02041 372030
Fax: 02041 3720344
E-Mail-Adresse: quadrat@bottrop.de

 

Öffnungszeiten:

Montag   geschlossen  (auch an Feiertagen)
Dienstag    ausschließlich für Gruppen mit gebuchtem Programm*
Mittwoch bis Sonntag   11 – 17 Uhr
Donnerstag   11 – 19 Uhr  (an Feiertagen bis 17 Uhr)
Geschlossen am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. Januar
Josef Albers Museum
Dauerausstellung
Eintritt frei
Museum für Ur- und Ortsgeschichte
Dauerausstellung
Eintritt frei

Sonderausstellung
Robert Smithson in Europa

8 Euro
ermäßigt
4 Euro

Bitte beachten Sie, dass wir keine Zahlungen mit American Express-Karten ermöglichen können.
Please note that we cannot accept payments with American Express cards.

Freien Eintritt bei Sonderausstellungen haben
– Bottroper Bürger:innen an Freitagen,
– Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, Schüler:innen,
– geflüchtete Personen und eine Begleitperson,
– Personen mit Schwerbehinderung (ab 80 % GdB) und eine Begleitperson,
– Inhaber:innen eines Presseausweises,
– Mitarbeiter:innen der RuhrKunstMuseen,
– Mitglieder des Museumsvereins des Museumszentrum Quadrat, des ICoM (International Council of Museums), des Deutschen Verbandes für Kunstgeschichte e.V., des Deutschen Museumsbundes e.V., des Bundesverbandes Museumspädagogik e.V. und
– Inhaber:innen der RuhrKulturCard (einmalig)

Informationen direkt von der Internetseite: Öffnungszeiten und Preise

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Fotos (c) André Brune

Vernissage der Jahresausstellung im Bilderkarrussell:

Ralf Opiol (Metropiol) in Erklärungsaktion (Fotos von (c) André Brune während der Videoaufnahme entstanden:

Einblick auf Gereon Krebbers Einzelausstellung (Fotos sind während der Videoaufnahme entstanden) (c) André Brune

Fast alle Kunstwerke der 50. Jahresausstellung Bottroper Künstler:innen (einige Fotos folgen nach, weil während der Videoaufnahme fotografiert diese leicht verschwommen waren) (c) André Brune:

Ein schweifender Blick in die Ausstellungsräume (c) André Brune

Kunstwerkliste mit Preisen (eine fehlt und wird fotografisch nachgereicht)

Kuriosum im Fanladen Schalke 04 vor Weihnachten rum I Kolumne I +Fotos

Da geh ich mich aufm Weihnachtsmarkt im Oberhausener Centro mit alten Schulkollegen treffen, wat ja jetz eigentlich Westfield Park heißen sollte, obwohl Tiere hab ich da keine gesehen, außer im Aquarium beim Seeleben. Zum Glück haben die Centro als Namen behalten. Ich beschloss die Wahtezeit im Schalkeladen zu verbringen, um mir für die nächsten Rescherschen die Populären Irrtümer dort zu kaufen.

Schicke Zapfen im Centro (c) André Brune

Na klar, sachste jetz, der Pappkopp, geht am Donnerstag vor die Heilige Gebärung, ausgerechnet nachm Centro und will son Buch kaufen, wo dat schon längs bei den ein oder andren unterm Baum liecht und dort nich mehr zu kriegen is. Egal, versuch macht kluch.

Weihnachtserleuchtung und leere Geldbörsen nachn Weihnachtmarkt (c) André Brune

Ersma musste ich durchn Stau mich quälen und in die hinteren Parkhäuser um Platz zu kriegen, dann bisse am anderen Ende von dem riesigen Kabachel.

Kunst aus Metall hat wat eisenhaltiget. (c) André Brune

Endlich bin ich dann quer, wie ein Blitz durch dat ganze Gewusel von wandernden Einkaufstaschen gelaufen bis zum Schalke Laden, der wiederum am vorderen Ende is. Zum zweiten Mal bin ich nun da und wurde wieder mal enttäuscht, weisse Bescheid.

Kunst nach draußen gehn. Am besten nich aufm Weihnachtsmarkt, sons wirse erdrückt. (c) André Brune

Letztet Mal haben die mir nicht den Salzstreuer umgetauscht, wo unten der Plastikpömpel fehlte, weil ich keine Verpackung mehr hatte. Ich wollte eine neue kaufen und diese dann tauschen. Wurde vom Geschäftsführer nicht akzeptiert. Wat soll ich sagn. Da gehse nich nomma hin. Dann musste ich abba, weil nicht anders geht, dachte ich. Gibse den Laden nomma ne Schanze, obwohl ich schon sauer, wie ne alte Gurke wa.

Ich wollte ich ja lediglich ein Buch ohne Henkel, nur mit Buchstaben. Ich schaute mich um und fand nichts. Die Nachfrage an der Kasse, kam mit einem lang überlegenden leeren Blick, wie ein Manta ohne Fuchsschwanz zurück.

Lecka Waldmeista. Oppe danach die Radischen von unten siehs? (c) André Brune

Lange nachdenkend, wat denn ein Buch sei, ob man dat auch zwischen die Pfosten kicken kann, kam die Antwort, dat die dat nich haben. Ja, hab ja gesehen, dat dort nur überteuerte Trikots und chinesische Souvenirs mit Schalke 04 – Wappen verkauft werden. Hier findse auch nix von Bayern oder Rot-Weiß Oberhausen, obwohl dat ja eher nachvollziehbar wäre, is ja ein Fanladen 30 km vonne Heimat der Arena entfernt.

Ein Buch hatten die. Ein teures, wat vielleicht sogar stibitzt werden kann und deswegen anne Kasse verdeckt stand. Etwat üba Tätowierungen über den Verein für knapp 40 €. Der Aushilfsjunge hat dat nich ma vor sich gesehn. Hat wahscheinlich gedacht, dat wäre ein Brett zum Äpfel schneiden oder für einen Buchstabensalat. Nach Veganer sah der mich nich aus.

Der Tipp kam geschwind von demselbigen Geschäftsführer, der mir vor paar Monaten nich diesen ollen Plastikeumel geben wollte: Gehnse nach Thalia. Die habn dat bestimmt.

Da aus diesem Getummel kam ich gerade her. Dachte son Fanladen hat auch Bücher über den Verein. Abba da könnse wohl nix mit anfangen. Oder zu wenich dran verdienen für die teuren Spieler aufm Platz…

Ich zu Thalia wieder quer durch den Einkaufstempel. Ersma hab ich da kein Sportregal gefunden in dem bunten Weihnachtsfirlefranz. Eine nette Buchhändlerin teilte mir über ihr Pad mit, dat ich gern zum Rhein-Ruhr-Zentrum fahren könnte, da läge noch eins.

Ne, lass ma, um 18 Uhr quer durch Oberhausen, um da durch den nächsten Einkaufstempel zu rennen, um festzustellen, dat dat letzte Exemplar auch vor fünf Minuten üba die Kassentheke gegangen ist, macht nich viel Sinn. Und die Freunde würden ja unnütz auf mich waten….

Ich beschloss et als EBook zu kaufen. Da gabet abba ne Überraschung. Dat gibbet nich als elektronische Variante vom Klartext Verlag. Dann habbich mir ein Eis gegönnt.

Hömma, die verwunderte Waffel wa ich, als die mir da anne Theke anne Oase offerierte, dat ich da für zwei Kugeln nen fünf Euro – Schein rüberwachsen lassen musste. Gut, die warn schon riesich und lecka, muss ich zugeben. Dann daddelte ich mitn Handy rum und lud mir einige Schalke-Bücher runter, die ich für den übernächsten Podcast von Ruhrgebiet erklärt nutzen werde.

Dann trafen wir uns, schlenderten durch dat Gewusel vom Centro-Weihnachtsmarkt. Natürlich trifft der Kollege ne Cousine. Der Ruhrpott is eben n Dorf. Die Kunsthandwerker und internationalen Futterbuden von Cevapcici über Langos und Pommesschranke waren, wie immer beeindruckend aufer Gastromeile.

Am Ende entschieden wir uns nich aufe Hand wat zu futtern, sondern gemütlich in dat mexikanische Restaurant zu gehen, um die morschen Knochen aufzuwärmen, sich nett zu unterhalten und dabei einen leckeren Cocktail zum halben Preis zu schlürfen.

Desperate Hausfrau zum halben Preis. Süß abba lecka auch fürn Hausmann. (c) André Brune

Zu viel Käse für die Verdauung über 50 … (c) André Brune

Um 21 Uhr war Schicht im Schacht aufm Weihnachtsmarkt und ohne Stau ginget nach Hause mit vollem Bauch von mit Käse überbackenen Kartoffelspitzen und Fleisch. Hab nichma die Hälfte geschafft und inne Nacht rumorenden Darm gehabt. Mann wird alt, habbich mir so beim Einschlafen gedacht, während ich die Maiskörner vom Kolben gezählt hab, die ich vorher hatte.

Große Menschenmengen, buntet Lichtermeer und große überbackene Klamotten gehn ab 50 nich mehr mitte leichte Hand. Komm du ma in mein Alta, Alter!

(manche Dinge sind hier absichtlich etwas überspitzt dargestellt. Kannse dir selber aussuchen wat…)

Frohe Weihnachten zum letzten Mal für dat Jahr 2025!

Abstrakte Zirkel I 49. Jahresausstellung Bottroper KünstlerInnen 2024 im Museum Quadrat I +Videopodcast Teil 1 & 2 I +Fotos

Ruhrpottologe André Brune & Metropiol Ralf Opiol haben sich auch dieses Jahr wieder zusammen getan und gehen durch das Josef-Albers-Museum Quadrat in Bottrop, um sich die Bottroper Kunst von 2024 anzusehen. Da dieses Mal sehr viel zu besprechen ist, ist es diesmal nur als Videopodcast zu sehen und wird nicht als Podcast zum Hören erscheinen. In Teil 1 wird die Einzelausstellung von Rebecca Bujnowski als erstes angesehen und der untere Teil im Museumsbereich, bevor im zweiten Teil alle anderen Bilder im Eingangsbereich gezeigt und besprochen werden. 

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Es war wieder eine sehr sehenswerte Ausstellung, die auch kritische Themen von Mikroplastik im Meer bis hin zu tanzenden Bäumen und futuristischen Fotos oder mühselig mit einer Schreibmaschine beschriebene Seiten. Auch Gereon Krebber hat eine Skulptur beigesteuert, der 2025 in der 50. Jubiläums-Jahresausstellung eine Einzelausstellung bekommen wird. 

Der zweiteilige Videopodcast ist eine Nachbereitung zur Ehrung aller teilnehmenden Künstler und Künstlerinnen, damit das nicht verloren geht. 

Glück auf!

Fotos folgen: