Gelsenkirchen feiert 150 Jahre im Bezirk West mit Musik, Tanz und Vereinen von Horst I +Fotos I +Video

Gelsenkirchen wurde zur Stadt vor 150 Jahren. Jeder Bezirk auf dem Stadtgebiet bekommt ein eigenes Fest, um sich vorzustellen. Bezirk West in Horst hat hitzig gefeiert bei 35 Grad mit Musik und Tanz.

Als Repräsentant von Greendays4Future hab ich Samstag die Pressesprecherin Sybille Hellier für ein paar Stunden unterstützt zusammen mit Miriam Lambert.

Sybille Hellier (links) und Miriam Lambert von Greendays4Future

Auf der Bühne und davor wurde getanzt und Musik gespielt. Das Publikum unter den Sonnenschirmen zu unterhalten war nicht ganz so einfach bei 35 Grad Hitzestau auf dem Josef-Büscher-Platz gegenüber von Schloss Horst.

Video

https://youtube.com/shorts/Bg8Pe3_y70c?si=3B4rufODSTf6KwUB

Zumba auf heißem Asphalt

Die örtlichen Vereine stellten sich den Besuchern vor. Neben Greendays4Future stand vor Ort der Förderverein Schloss Horst, der Runde Tisch mit dem Reparaturcafé von Horst.

Ich wußte nicht, das es ein 1926 gegründeten Nutz- und Rassegeflügelverein Horst Emscher gibt. Die Hühner hinter dem Verschlag waren durch den Lärm und den vielen Zuschauern eher irritiert und wahrscheinlich verängstigt. Sie saßen auf den Heuballen und guckten einen lieb an. Wären aber gern in ihrem Stall gewesen.

Spannend ist es dennoch darüber nachzudenken, denn diese Tiere waren eben früher zur Selbstversorgung von Stahl- und Bergarbeiterfamilien gezüchtet und gehalten worden bis es im Supermarkt einfacher war statt selber zu schlachten.

Seit 1996 gibt es auch Gelsenkirchen Hechten, einen Anglerverein in Horst. In der Emscher konnten die aber damals noch nicht angeln. Aber im Rhein-Herne-Kanal, der am Nordsternpark vorbeikommt, gibt es wohl genügend zu fischen. Denn der Verein hat sich mit sieben Personen auf 180 Mitgliedern erhöht. Je höher die Anzahl, desto eher die Möglichkeit eines Leerfischens im Kanal. Hauptsache es macht Spaß. 

https://gelsenkirchener-hechte.jimdoweb.com/

Hey, keine Aufregung,  dass war nur Spaß! Ich hätte ohne dieses Fest nicht gewusst,  was es in Gelsenkirchen noch so gibt. Die Stadt wird ja in Deutschland als hässlich und rechts eingeordnet nach den letzten Bundestagswahlen. Schon Shakin Stevens Speare sagte vor 509 Jahren, dass es mehr gibt in Gelsenkirchen als Himmel und Erde bescheid weiß.

Am Stand der Stadt Gelsenkirchen konnten Souvernirartikel gekauft werden

Also 150 Jahre Gelsenkirchen. Ich würde sagen Gelsenkrachen. Die Stadt lässt es trotz hohem Schuldenberg krachen und will sich von ihren positiven Seiten zeigen. Und das ist gut so!

Sie wird unterschätzt. Es gibt eben nicht nur Schalke 04, die übrigens dort einen Platz in der Mitte hatten. Die Kinder ballerten die Kugel mit ihren kurzen Beinen ins Netz.

Tor!

Die Horster Schloss-Narren waren da und hatten einen hohen Andrang am Stand, obwohl Karneval erst wieder im November losgeht.

https://www.schloss-narren.de/

Und Greendays4Future war dort, weil Sybille Hellier nicht nur einmal im Monat, wie ich schon mal berichtet habe, für Horst putzt sich heraus den Stadtteil sauber hält, sondern auch Zigarettenfilter sammelt. Daraus hat sie die Aktion AufGEraucht gemacht, die die zukünftige Stiftung Greendays4future unterstützt.

Sage und schreibe waren 463 Zigarettenfilter morgens vor der Veranstaltung um einen Häuserblock von ihr gesammelt worden. Da blieb dem ein oder anderen Besucher am Stand schon die Spucke weg. Übrigens wollten auch die Raucher nicht aus der Flasche trinken, die dort stand mit einem Zigarettenstummel würzig verfeinert.

Es wurden einige Aufklärungsgespräche geführt
Wusstest du es es?

Alles in allem war es ein tolles Fest, dass ich leider vor einer Vernissage vom schon vorgestellten Fotografen Christoph Bottaru verlassen musste.

Die Horster haben auf jeden Fall bei Speis und Trank gute Action auf dem Josef-Büscher-Platz gehabt.

Fotostrecke (c) André Brune

Die 100 sind bald voll beim Nutz- und Geflügelverein

Die Geschichte des Zuchtvereins
Kleine Geldbörsen sind umfunktioniert für tragbare Zigarettenfilter nach dem Ausdrücken bis zum nächsten Mülleimer
Recycling für eine vernünftige Alternative für Kettenraucher für unterwegs…
Sybille Hellier hält die Knie in Bewegung
Die Jugend musiziert
Crepes vor Ort. Wenig Andrang in der Bullenhitze
Die Malteser haben einen Stand
Das Quartier Horst stellt sich vor
An jedem Stand Neugier und Gespräche, wenn es jetzt auch mal leerer aussieht.
Der Förderverein Schloss Horst stellten sich vor
Ehrenamtliche Radtour mit einer Horster Rikscha
Hochglanzbroschüre des Anglervereins in Horst
Aufklärungsgespräche am Stand von Greendays4Future
Komisch. Keiner wollte die würzige Mischung in der linken Flasche trinken

Hilfstransport nach Bosnien Tag 2 I Spendenabgabe an Schulen in Velagici, Jajce & Fojnica I +Fotostrecke I +Video

13.6.2025, Tag 2: Weiterfahrt der Hilfsfahrt nach Fojnica über Velagići und Jajce.

Wir waren 7 Uhr wach, trotz der langen Fahrt über Nacht. Tag 2 ist angebrochen und wir haben viel vor. Wir müssen wieder viel fahren, insgesamt nach Fojnica vier Stunden mit zwei wichtigen Aufenthalsorten. Ein Besuch mit Spendenabgabe in jeweils einer Schule in Velagići und Jajce, sowie am Ende auch in Fojnica.

Abfahrt

Nach dem ausgiebigen Frühstück fuhren wir los in Richtung Fojnica und besuchten relativ pünktlich die Schule JU Osnovna škola „Velagići“ in Velagići, um die gesammelten Spenden vom Berufskolleg Bottrop für einen vernünftigen Sportunterricht in der Schule zu überbringen. Bei der letzten Hilfsfahrt zeigte uns Jasmin Mujacic, der Sportlehrer der Schule, uns die eher armselige Auswahl für den Sportunterricht. Die Sammeltrommel wurde gerührt und das Ergebnis mitgebracht.

(Video ist in Arbeit und folgt in Kürze!)

Drohnentest und Flug über die Einrichtung Radosti Druzenjia für nachfolgenden Interviews

Relativ pünktlich kamen wir an und wurden erstmal herzlich von einem Straßenwelpen empfangen, den wir fast überfahren hätten, wenn wir nicht aufgepasst hätten. Er war neugierig auf unsere großen Fahrzeuge, die zur Schule fuhren.

Auf dem Lehrerparkplatz angekommen, nahm er uns in Augenschein und begrüßte uns herzlich. Alle hätten ihn gerne mitgenommen.

Marjanna Aleksic vom Medienkompetenzkurs vom Berufskolleg Bottrop

https://youtube.com/shorts/rOa4ne-xT94?feature=share

Jasmin Mujacic und der Schulleiter Čezim Zec ,den wir letztes Jahr nicht kennenlernen konnten, begrüßten uns freudig. Sofort wurde alles ausgepackt und in die Räumlichkeiten gebracht:

JU Osnovna škola „Velagići“

https://www.facebook.com/share/1BhritHgZZ/

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Letztes Jahr bekamen sie auch Laptops vom Verein Labdoo und diverse Materialien für den Informatikunterricht vom Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V. überbracht. Damals erfuhren wir durch den Rundgang,  dass es dort zu wenig Sportmaterialien für einen vernünftigen Unterricht gab:

https://platform.labdoo.org/ca/edoovillage?e=195912

Čezim Zec, Schulleiter in Velagici (links) und Stellvertreter Jasmin Mujacic

Es wurden Basketbälle, weitere Bälle für andere Sportarten, ein Bock, ein Basketballkorb, diverse Trainigsgeräte und eine Tischtennisplatte mit Tischtennisschägern überbracht, die das Berufskolleg Bottrop zusammen bekommen hat.

Zwei Sportlehrer unter sich: Dennis Homann vom Berufskolleg (links), Jasmin …von Velagići

Jasmin und Čezim verteilen die Kinderkleidung und Spielsachen, die der Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V. von vielen privaten Spender und Spenderinnen mitbekommen haben an die umliegenden Kindergärten.

Für die Schüler und Schülerinnen wurden auch Schultornister gesammelt von dem Gymnasium St. Christophorus in Werne, die hier verteilt werden. Sie übergeben dem Verein jedes Jahr immer viele Kleider- und Spielsachen-, aber auch Geldspenden mit. Ich kann nur sagen: Danke im Namen des Vereins!

Alle packen fleißig an. Die schwere Tischtennisplatte in die Schule zu bugsieren.
Alles abgestellt zur weiteren Verteilung in Velagići. Foto: (c) Marjanna Aleksic

Jasmin und Čezim waren wieder schwer begeistert von der Spendenaktion vom Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V. und Berufskolleg Bottrop. Sie übergaben für die geleisteten Spendenaktionen beiden eine Urkunde.

Dennis Homann und Jan Lachnicht vom Berufskolleg nahmen die Urkunde in dem Café entgegen, zu dem wir nach der Spendenübergabe eingeladen wurden.

Dennis Homann (2.v.l.) und Jan Lachnicht (rechts) freuen sich mit den beiden bosnischen Lehrern

Jasmin zeigte uns in der Schule einen leeren Schulraum, der als Abstellkammer oder für Vorbereitungen für Veranstaltungen dient. Dort erzählte er über den Abgang von Schülern seit seinem Anfang an der Schule als Sportlehrer im Jahr 2000. In 25 Jahren reduzierte sich die Anzahl der Schüler und Schülerinnen von 1000 auf nur 70 (!!!). Eine Tendenz, die wir von allen Gesprächen an Schulen erfahren haben!

Jasmin erklärt, wie wichtig die Spendenaktion war für die Schule. Der Staat finanziert sehr wenig in Sachen Bildung.

Die Schule hat einige interessante Bilder an den Wänden. Auf zwei Aquarellen sind auf gemalten Bildern Burgen zu sehen, die für die Region von historischer Wichtigkeit waren und heute noch sichtbar sind.

Zum anderen gab es in einem Klassenraum ein lustiges Bild von der Vorstellung der Schüler von Deutschland. Ich hätte eine Lederhose anziehen sollen…

Alle denken immer an Neuschwanstein und Oktoberfest. Warum ist da nie das Ruhrgebiet mit Fördertürme zu sehen. Naja, hat sich ja auch erledigt. Und Neuschwanstein ist auch schöner für Kinder.

Was uns faszinierte im Treppenaufgang der Schule war eine nachgebautes altes bosnischen Haus. Wer das Fenster öffnete, konnte das Innere eines traditionellen Wohnzimmers entdeckt werden.

Da war ein typisches Sofa, ein Kaffeegedeck aus Kupfer, Stickereien und Webereien an der Wand. Es schien so gemütlich. Man wollte sich am liebsten reinsetzen und wohnen bleiben.

Eine typische traditionelle bosnische Wohnung mit Kaffeeservice und Webstuhl.
Ein Klassenraum in der Schule von Velagići. Lehrer Jan Lachnicht wechselte die Seiten. Foto (c) André Brune
Ein gemeinsames Foto auf der Schulbühne musste noch her

Nach dem Auspacken, der Übergabe der Urkunde luden sie uns ein zu einem Café in einem nahen neuen Campingplatz in Klujč. Gastfreundschaft wird groß geschrieben in Bosnien!

Dort sprach Jasmin über seine Zeit in Wuppertal und schwärmte von der Schwebebahn als bestes Verkehrsmittel der Welt. Er würde sich freuen, wenn es zu einem Schüleraustausch mit einer deutschen Schule zur besseren Völkerverständigung kommen würde.

Hier kann man an der schönen klaren Sana campen
Ein neuer Campingplatz ist entstanden in Klujč

Die vorbeifließende Sana ist so klar, obwohl ich da auch natürlich eine alte Dose gefunden habe für meine Kunstaktion ‚Flaschengefühle‘ gegen die Vermüllung der Stadt, dass ich das Wasser probiert habe. Es schmeckte fast wie stilles Gerolsteiner, sehr klar und frisch und ich lebe noch. Ist also sehr sauber!

Nach dem Kaffeetrinken musste die Verabschiedung leider abrupt passieren, denn auf uns warteten Lehrerinnen in Jajce zur Entgegennahme einer besonderen Spende, die ein Jahr lang armen Kindern in der Schule ein kostenloses Essen garantiert.

Fast im Fluss gelandet, um zu fotografieren
Das Wasser aus der idyllischen Sana schmeckte klar nach Wasser.

Es trennten sich dieses Mal hier für einen Tag die Wege vom Berufskolleg Bottrop und dem Verein. Die Berufskollegdelegation fuhr zurück nach Bihac. Dort hatten sie mit Schülern aus der Stadt eine Besichtigung organisiert, die dann auch in ihrem neuesten Film vorkommen wird.

Wir fuhren weiter nach Jajce zur Schule „Berta Kučera“ und hatten direkt eine der lustigsten und auch warnenden Geschichten der Fahrt erlebt. Ein Tipp auf jeden Fall vorab für eine Fahrt nach Bosnien-Herzegowina:

Vertraut nie dem Navi oder GoogleMaps!

Der genutzte Tomtom führte uns zu einer falschen Adresse. Die in Google gefundene richtige Adresse führte uns zwei Mal in nicht eingebaute Einbahnstraßen. Wir mussten auch einmal wieder aus einer Straße fahren, weil es in einen unscheinbaren Feldweg überging. Dann fuhren wir mit Google Maps zur Burg hoch. Über die Burgkuppe sollten wir auf die andere Seite gelangen.

Über die Burgkuppe nach Google Maps war ein Reinfall

Vorsichtshalber lief ich die schmale Kopfsteinpflasterstraße vor, bis eine scharfe Kurve kam, die der große Opel-Transporter niemals hätte schaffen können.

Ein junges Paar wollte mit dem Golf hinunterfahren und haben sich vorne rechts den Spoiler zerkratzt. Sie gingen auch runter zu kontrollieren  ob es fahrtechnisch weitergehen kann und kamen sofort wieder hoch. Sie teilten uns mit, dass dort noch eine schärfere Kurve wäre. Wir wären spätestens da gescheitert und hätten rückwärts den gleichen Weg fahren müssen.

Hier wären wir niemals durchgekommen

Also meine Idee mit Google so zu fahren war eine Katastrophe. Woher sollte ich das ahnen können? Alle halfen Michael den Bus wieder mit Millimeterarbeit zurück auf Spur zu bringen. Unter uns war der Tunnel durch den wir eigentlich nur durch mussten…

Die Millimeterarbeit beginnt. Der Wagen muss hier drehen.
Geschafft! Wir fahren zurück…

Die Lehrerinnen warteten da schon 30 Minuten länger auf uns. Ein kurzer Anruf von der Burgkuppe, dass wir uns leider verspäten, nutzten wir zum Fotografieren eines herrlichen Panoramas von Jajce, der ältesten Krönungsstadt von Bosnien-Herzegowina.

Blick auf Jajce von der Burg aus
Wir hätten auch zu Fuß gehen können. Die Schule lag fast direkt da unten.

Wir brauchten von dort eigentlich nur 10 Minuten zu Fuß die Treppen runter laufen, dann wären wir fast an der Schule rausgekommen.

Die Burg von Jajce

Nach 45 Minuten Verspätung konnten wir endlich die Geldspende übergeben für die bedürftigen Kinder, die über das Jahr davon ein Mittagessen bezahlt bekommen. Begrüßt wurden wir von der Deutschlehrerin mit den Worten begrüßt,  dass sie das mit dem Verfahren schon kennen und haben gelächelt. In Jajce kann man sich eben schnell verfahren in den Gassen.

Wir sprachen mit der Schulleiterin asima Agić ein wenig. Die Frage kam hier auch, wie groß hier der Abgang von Schüler und Schülerinnen war. Die anwesende Deutschlehrerin Adisa Turanovic übersetzte uns, dass seit der Übernahme ihrer Leitung die Anzahl sich um ca. 2 Schulklassen verringert hat innerhalb von drei Jahren. Das ist eine erschreckende Anzahl auch in diesem schönen Ort.

Mehr Infos zur örtlichen Grundschule „Berta Kučera“ in Jajce:

https://www.facebook.com/share/1CXL5zfvAg/

Auch in dieser Schule wurden vom Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V. Laptops vom Verein Labdoo aus Mülheim vorbeigebracht. Sie werden fleißig genutzt, wie uns bei einer Nachfrage erzählt wird:

https://platform.labdoo.org/content/bosnia-and-herzegovina-jajce-grundschule-%E2%80%9Eberta-ku%C4%8Dera%E2%80%9C-vlasinje-leben-und-lernen-bosnien-ev

Schulleiterin Asima Agić bekommt von Herbert Schröer die Geldspende für das Essen von bedürftigen Kindern für ein Jahr

Wir bekamen ein Gastgeschenk: Bosnischer Lebkuchen, der wie ein großer Golddollar aussah. Auf den Geschmack sind wir gespannt.

Nach einer kurzen Erfrischung mussten wir leider wieder weiter, denn wir wussten, dass wir eine weitere Verspätung durch den Pendlerverkehr bekommen würden bei den nächsten Lehrerinnen in Fojnica der Schule Srednja mješovita škola „Zijah Dizdarević“, einer gemischten Mittelschule.

Wir wollten ja eigentlich um 17 Uhr da sein. Unsere Ankunft war dann 18.15 Uhr. Auch hier warteten geduldig auf einer Bank die stellvertretende Leiterin der Schule und die dolmetschende Deutschlehrerin Amina Musinbegovic Hodzic, die seit 20 Jahren an der Schule ist.

Die Schule ist eine gemischte Schule mit zwei Namen, was verwirrend sein kann. Zum einen ist sie eine Grundschule mit dem Namen ‚Muhsin Risvić‘ und den schon erwähnten Namen für die Sekundarschule (Mittelschule) ‚Zijah Dizdarevic‘. Die Computer waren beantragt worden für die Sekundarschule.

https://smsfojnica.com/

Wir überreichten die ersten über den Verein Labdoo per Antrag gespendete Computer für den Informatikunterricht in der Mittelschule. Für Labdoo haben wir ein schönes gemeinsames Foto gemacht.

Amina (rechts), die Deutschlehrerin kümmerte sich auch um den Antrag bei Labdoo

Anschließend luden sie uns noch zu einem kleinen Gespräch und Getränk ein.  Auch hier erzählte Amina vom Abgang ganzer Schulklassengrößen ins Ausland seit sie als Deutschlehrerin vor 20 Jahren an die Schule kam.

Im Schulleiterbüro gibt es Unterhaltung und Getränke

Sie erzählte, dass sie während des Krieges Deutsch lernte. Da es keine staatliche Sender gab, schauten die meisten über die Satellitenschüssel fern. So lernte sie ihre ersten Wörter Deutsch über die seit 1992 in RTL gesendete und bis heute erfolgreiche Serie „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“.

Den Krieg wollte sie nicht groß besprechen, wir haben nicht nachgehakt. Sie will nach vorne schauen. Bildung ist ihr wichtig. Dieser Krieg soll sich einfach nicht wiederholen. Sie möchte es nicht noch einmal durchleben.

Sie und die stellvertretende Leiterin der Schule sind nicht begeistert von der Einteilung von zwei verschiedenen Eingängen für die Religionszugehörigkeit der Schüler und Schülerinnen. Nur gemeinsam über die Religionsgrenze hinaus, kann es zu einem anhaltenden Frieden und Verständnis im Zusammenleben miteinander kommen.

Amina wurde von dem Berufkolleg noch einmal interviewt und im geplanten Film vorkommen. Mit Jan Lachnicht vom Berufskolleg überlegten sie einen möglichen Schüleraustausch.

Angekommen in unserem kleinen 1 Sterne Hotel Caffe Central brauchten wir erstmal eine Dusche und anschließend ein frisch gezapftes kühles Sarajevsko Pils nach der langen Fahrt und den vielen Gesprächen.

Caffe Central

https://g.co/kgs/bfAonwW

Das Zimmer ist geräumig und eben zentral. Fojnica ist aber nicht groß mit 6000 Einwohnern sind wir so oder so schon mittendrin
Helles Pilsken aus Sarajevo zum Abkühlen nach dem langen Tag

Der Abschluss war ein gutes Essen schräg gegenüber in dem Restaurant Stari Grad.

Tipp zum Essen:

Restoran Stari Grad

https://g.co/kgs/1QqFb6b

Einen bosnischen Burger hatte ich mir anders und amerikanischer vorgestellt. Das Fleisch war gebraten, knusprig und so viel, dass ich es nicht auf bekam. Sehr lecker!

Bosnischer Burger

Herbert genoß die Forellen. Michael die Hähnchenbrust und Hermann das Cordon Bleu à la Zagreb mit geräucherten Schinken. Alles sehr viel und reichhaltig. Das Restaurant gehört auch zum Hotel, das ein kleines Freibad hat. Wer etwas gehobene Hotelzimmer sucht, wird hier fündig:

Hotel Stari grad Fojnica

https://g.co/kgs/beHotel Stari grad Fojnica

Herberts Forellen
Hermanns Cordon Bleu nach Zagreb Art
Michaels Hähnchenbrust mit Pommes

Dann rief die Heia. Die Knochen mussten ausruhen und das Gehirn für ein paar Stunden halbwegs auf stummschalten gelegt werden. Zum Schreiben war ich nur fähig Beitrag zu Tag 1 fertig zu stellen.

Infos zum Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V.:

https://aktion-bosnien.eu

Laku noć (bosnisch) – Gute Nacht!

Fotostrecke

Fotos (c) André Brune

Details frühe Vogel fängt den Wurm nach dem Aufstehen mit Blick aus Radosti Druzenjia und unseren geliehenen Transporter
Unterwegs gibt es immer interessante Burgen in dieser herrlichen Landschaft von Bosnien-Herzegowina zu sehen
Der Kleine vor der Schule in Velagići suchte unsere Aufmerksamkeit
Stephen vom Berufskolleg konnte auch nicht loslassen
Bei diesem Blick kann man in Velagići gut lernen
Der Informatikraum jetzt
Herbert Schröer vom Verein Aktion Leben und Lernen e.V. zeigt stolz die Urkunde der Schule
Heimatkunde
Wieder ein besonderer Blick vom Campingplatz hoch
Erste wichtige Wörter auf Bosnisch
Unterwegs sind immer irgendwelche Türme zu sehen
Alte Moschee bei der Einfahrt nach Jajce
Durch dieses Burgtor hätten wir auch nicht gepasst
Ein einfaches Holzdach auf dem Burgturm
Der Burgturm von unserem Standort aus
Hier lässt es sich eigentlich schön leben
Die Burg über Jajce
Herbert trabt vor
Infotafel zur Moschee
Die kleine historische Moschee auf dem Burggipfel
Hässliche Betongaragen an der Burg
Ein Blick auf den großen Friedhof von Jajce mit Bergpanoramablick
Panorama auf der anderen Seite der Burg
Zwischen den Bergen ist immer ein Muezzin, der ruft
Ein tolles Bild einer Schülerin von Jajce über die Problematik von Müll im Meer
Die Leiterin freut sich immer aufs Neue auf die Begegnung mit dem Verein
Ein Blick auf die ersten Wasserfälle von Jajce, die wir noch besuchen werden
Die Grundschule Osnovna škola Muhsin Rizvić bzw. Mittelschule Zijah Dizdarevic
Mit Hilfe von US-amerikanischer Unterstützung wurde die sehr baufällige Schule 2010 wieder fit gemacht
Hier sieht man genauer, wie schlimm das Ausmaß war
Maßeinheiten oder…
Mathematische Berechnungen am frühen Morgen

Klassenräume
Eingangsbereich der Schule
Blick aus dem Hotel Cafe Central auf ein Haus mit Einschusslöcher aus der Zeit des Krieges vor 30 Jahren
Weinauswahl im Restaurant Stari Grad
Gute Nacht – Laku Noč vom historischen Kloster Fojnica

Hilfstransport nach Bosnien mit dem Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien Tag 1 I +Fotostrecke I +Video

Es ist der 12. Juni 2025 und der Hilfstransport nach Bosnien vom Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V. ist nach 18 Stunden Fahrt und 5 Stunden Zollabfertigung an der Grenze endlich angekommen.

Anfangs war es noch lustig,  dann dauerte es 5 Stunden bis wir weiterfahren konnten
Unterwegs bei Maribor in Slowenien

Bosnien-Herzegowina ist ein wunderschönes Land. Anfang der 1990er Jahre stand es in einem Krieg von dem sich das Land bis heute nicht richtig erholt hat. Den Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V. hatte ich letztes Jahr begleitet. Auch dieses Jahr begleite ich Herbert Schröer, dem zweiten Vorsitzenden des Vereins und zwei seiner Freunde, Hermann Frieg und Michael Weishaupt.

Youtube-Video

(Das Video folgt nach der Tour, da tontechnisch nachgearbeitet werden muss)

Ein Tag vor der Abfahrt passierte der Amokläufer in Graz. Das digitale Schild an der deutsch-österreichischen Grenze wurde angepasst und hat uns auch eine Stille Gedenkminute für die Opfer gegeben.

Jan Lachnicht, sowie Dennis Homann und zwei neue Schüler, Marijana Aleksic und Steven Busch vom Berufskolleg Bottrop begleiten auch dieses Mal die Hilfsfahrt.

Maut in Kroatien

Schüler und Schülerinnen aus dem Medienkompetenzkurs vom Berufskolleg halfen mit die vielen Spenden von Kinderkleidung, Spielsachen, Sportartikel von Bälle, Tischtennisplatte bis hin zum Basketballkorb und Laptops für Schulen, die wir gezielt anfahren, in Kartons zu verpacken. Vom Berufskolleg wurde eine Pressemitteilung erstellt die über online Bottroper Zeitung veröffentlicht wurde.

https://bottroper-zeitung.de/bkb-unterstuetzt-erneut-hilfsfahrt/

Das ist sehr schade, dass die WAZ, als große Lokalzeitung, mittlerweile auch nur noch nach Klickzahlen schaut. So ein humanitärer Transport wird nicht mehr groß beachtet. Letztes Jahr wurde darüber noch etwas geschrieben. Für viele Menschen ist es sogar schwer zu verstehen, dass wir das machen für ein Land, in dem doch kein Krieg mehr herrscht.

Sagen wir mal so: Vieles ist im Argen im Land. So wurde Radosti Druzenjia in Bihac für körperlich und geistig eingeschränkte Menschen, bzw. für psychisch kranke Menschen mit nur umgerechnet 5000 Mark (ca. 2500 €) im Jahr (!) von der Stadt Bihac gefördert. Der Rest muss von der Einrichtung selbst gestemmt werden inklusive der Gebühren der Eltern bzw. dem Verein, die ihr Kind hier in die Einrichtung bringen.

https://youtube.com/shorts/rOa4ne-xT94?feature=share

Wir haben erste Spendenkisten an Mirsada Hodzic, der Leiterin der Einrichtung abgegeben. Sie bekam zwei Laptops, sowie eine geldliche Spende von 500 € zur Unterstützung des Hauses und einige Kisten mit Spielzeug und Utensilien für Kinder und Babys, die hier gebraucht werden.

Spendenübergabe im Radosti Druzenjia bei Mirsada Hodzic
Der Anhänger wird ausgeräumt. Alle packen an.

Eine Spende ist in diesen Einrichtungen gern gesehen und dringend notwendig. . Und nicht nur hier. Die sozialen und gesundheitlichen Systeme sind  mehr als krank.

Mirsada Hodzic bekommt noch zwei Laptops für die Einrichtung, die über den Verein Labdoo vorbereitet wurden

So besuchen wir wieder Jajce, wo Kinder, die sich ein Frühstück in der Schule nicht leisten können, mit einer Geldspende unterstützt werden für ein Jahr.

In Velagici hat uns letztes Jahr der Sportlehrer Jasmin erzählt, dass sie kaum nutzbare Sportartikel haben. Wir haben gesammelt und bringen viele Sachen, die mit Sicherheit den Sportunterricht unterstützen werden.

In Fojnica besuchen wir die größte Einrichtung für körperlich und geistig eingeschränkte und psychisch kranke Menschen von Bosnien-Herzegowina. Sie hat im November 2024 eine Überschwemmung gehabt bis zu 1. Etage. Auch hier haben wir Geld gespendet. Wir wollen sehen, was draus geworden ist.

In Fojnica selbst holen an einem Vormittag Lehrer aus verschiedenen Teilen des Landes beantragt und  gespendete Computer von Labdoo.org  ab, die wir nach Bosnien transportiert haben. So können sie mit den Kindern Informatikunterricht gestalten. Der Staat sieht nicht, dass Bildung wichtig ist.

Die Berufskollegdelegation macht wieder einen Film mit verschiedenen Personen der Einrichtungen und Interviews. Ich bin auf das Ergebnis wieder gespannt.

Am Mittwoch um 11.55 Uhr ging die Tour los. Mich gabelten die Jungs nach meinem Besuch der Stolpersteinverlegung um 12.41 Uhr in Bottrop auf. Bis Köln waren wir hier und da im Stau gewesen.

Zu viert konnten wir uns immer gut ablösen und jeder seinen Kurzschlaf machen. Die Berufskollegtruppe hat uns irgendwann überholt. Sie fuhren um 17 Uhr los und waren um 6 Uhr an der kroatisch-bosnischen Grenze. Ein Polizist hat sie zum Weiterfahren bewogen, als sie dort erste Filmaufnahmen machen wollten.

Wir sind morgens um kurz nach 8 Uhr mit kleinen Pausen mit unserem Opel-Transporter mit Anhänger angekommen.

Wir hatten das Vergnügen fünf (!) Stunden dieses Mal auf unsere Papieren zu warten. Irgendwie wurden erst die LKWs abgearbeitet. Nach drei Stunden kam Mirsada Hodzic von der Einrichtung Radosti Druzenjia und die in Serbien geboren  Schülerin Marijana Aleksic, um beim Übersetzen und Dolmetschen an der Grenze zu unterstützen. Dann funktionierte der Ablauf besser.

Wie müssen geduldig warten auf den Zoll.
Der Schlaf kommt…

Im Laufe der sitzenden Zeit auf der alten Holzbank vor dem Haus der Spediteure wollten die Zollbeamten für die alten Computer mehr Zollgebühren als letztes Jahr. Das verzögerte alles wieder um eine Stunde.

Herbert Schröer ist glücklich! Endlich können wir weiter nach fünf Stunden warten…

Warum wird das gemacht? Es sind humanitäre Güter, die kostenlos verschenkt werden und müssen noch trotzdem an den Staat mit einer Gebühr bezahlt werden.

Ich empfinde das einen Affront gegenüber kleinen Vereinen und Spendern. Aber so sind die Gesetze.

Als wir endlich ankamen gegen 13.30 Uhr hing unser Magen in den Füßen. Mirsada besorgte für jeden eine große Portion Cevapcici in einer Teigtasche, wie ein Döner nur mit Fleisch und Zwiebeln.  

Die Delegation des Medienkompetenzkurs vom Berufskolleg Bottrop war morgens angekommen und hat die Situation genutzt und erste Filmaufnahmen mit der Einrichtung und Mirsada Hodzic gemacht.

Die Cevapcici-Tasche mit Zwiebeln- Alle haben riesigen Hunger. Veganer haben da schlechte Karten.

Wir haben noch aus dem Anhänger die Waren an das Haus übergeben und in die beiden Transporter umgeräumt, die wir am nächsten Tag abgeben wollen. So kann der Anhänger stehen bleiben in den drei Tagen, die wir noch unterwegs sind.

Alles muss raus und umgepackt werden!

Am Abend wurden noch Lebensmittel besorgt zur Versorgung im nahen Supermarkt und gemütlich zusammen gegessen bis nach ein paar frischen kroatischen kalten Bieren an dem warmen Tag die Augen zufielen und die Körper den fehlenden Schlaf einforderte.

18 Stunden Fahrt mit unterbrochenen Kurzschlafphasen, 5 Stunden Zollabfertigung in der sommerlichen Hitze und die Unräumaktion waren um 22 Uhr Geschichte.

Tag 1 ist geschafft! Jetzt geht es erst richtig los.

Infos zum Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V.

https://www.aktion-bosnien.eu

Fotostrecke zur Abfahrt und Ankunft Fotos (c) André Brune

Ein großer Dank an die Schülerin vom Berufskolleg Bottrop Marjanna Aleksic, die durch ihre serbischen Sprachwurzeln uns unglaublich gut helfen konnte beim Zoll
A9 bei Würzburg
Abtei Schwarzach am Main
Freizeitpark Geiselwind
Deutsch-Österreicherischer Grenzübergang bei Suben
Erdbeermond-Aufnahme-Versuch während der Fahrt
Tunnel in Hinterlainsach, Obersteiermark,  Österreich
Buggy entdeckt an der Tankstelle
Mautstation Gorni Macelj, Kroatien
Hinter der Mautstelle
Die Sonne geht wieder auf in Gorni Macelj
Auf dem Autobahn-Rastplatz wird Werbung für das kroatische Gebiet von Zagorje gemacht. Es gibt Neandertalspuren vor Ort.
Herbert übernimmt meine Fahrt
Kurz vor Ličko Petrovo Selo, Kroatien
Hundegefühle plus Flaschengefühle am Zollgebäude

Es geht weiter. Erste Moschee hinter der Grenze.
Angekommen in Radosti Druzenjia in Bihac. Der Anhänger wird ausgepackt und umgepackt.
Der erste Sonnenuntergang in Bosnien in Bihac. Gute Nacht!

Ergreifende Stolpersteinverlegung in Bottrop in besonderer Situation I 11.6.2025

Eine besondere Situation war es für mich heute bei einer Stolpersteinverlegung für die Familie Meyer in Bottrop beizuwohnen aus verschiedenen Gründen.

Zum einen kam Liesel Appel extra aus den USA mit ihrer Familie. Denn ihre Familie hatte hier gewohnt und die Macht der Nationalsozialisten unmittelbar erlebt. Liesel hatte nachgeforscht und ein Buch erschien darüber. Wir haben uns die Hände geschüttelt und uns umarmt als wenn wir uns länger nicht gesehen hätten.

Es war sehr rührend. Liesel übergab mir ihr Buch über das Ereignis, was sich auf der Gladbecker Straße 334 in Bottrop in ihrer Kindheit zugetragen hat. Natürlich wollte ich ein Autogramm. Das Buch ist leider vergriffen. Es wird in einem Podcast von mir besprochen werden.

Ich habe die bedeutsamen und hervorragenden Reden von ihr und Oberbürgermeister Bernd Tischler komplett aufgenommen, auch persönlich bekommen und werde über die Stolpersteine berichten mit einem Podcast mit dem Initiator Oliver Schwittay. Er hat das Verlegen in die Wege geleitet. Wenn es möglich ist, werde ich per Zoom nochmal mit Liesel sprechen.

Familie Schwittay mit Liesel Appel

Die Geschichte

… ist die eines Babys, das bei der Reichsprogromnacht aus dem Fenster geworfen wurde und von einem Mann aufgefangen wurde, der selber ein Nationalsozialist war, wie Liesel Appel bei ihren Recherchen erfuhr. Die Geschichte ist, wie ein Hollywooddrama von Spielberg. Das Kind wurde gerettet, versteckt, überlebte und kam nach Palästina. (mehr Infos folgen im Podcast)

Dort auf der Straße hatte ich 9 Jahre lang nur wenige Häuser weiter mit meiner Schwester eine Fußpflegepraxis. Von dieser Geschichte hörte ich damals zufällig durch eine Kundin, die in unmittelbarer Nachbarschaft gewohnt hatte. Mittlerweile schon lange unter der Erde, hätte sie vielleicht noch was dazu sagen können oder auch nicht. Doch in dieser Geschichte war es der damalige Kommunist Clemens Kraienhorst, der zufällig drunter hergeschlendert kam und das Kind gerettet haben soll.

Es ranken sich tatsächlich mehrere Legenden um diesen Bottroper Fenstersturz. Aber dieser blieb mir im Gedächtnis. Definitiv werde ich darüber ausführlicher berichten allein deswegen.

Dann gab es zwei weitere Ereignisse, die mich hin und her bewegt hatten. Zum einen wurde wegen meiner Anwesenheit bei der Stolpersteinverlegung die Abfahrt der Hilfsfahrt nach Bosnien-Herzegowina mit dem Verein Aktion Leben und Lernen um eine Stunde nach hinten geschoben und kurz vor der Stolpersteinverlegung bekomme ich den Anruf,  dass eine liebe Tante von mir verstorben ist. Ich wollte ursprünglich auch wegen der Situation der palliativen Pflege ab heute kurzfristig absagen. Aber jetzt bin ich unterwegs. Komme auf andere Gedanken. Kann Menschen helfen, die Unterstützung brauchen.

In manchen Situationen ist es wahrlich schwer zu entscheiden. Ich danke meinen Cousinen, Simone und Andrea, die die Vorbereitungen der Beerdigung treffen. Wenn ich wieder da bin, unterstütze ich, wo es nötig ist. Logisch!

Oberbürgermeister von Bottrop Bernd Tischler mit Liesel Appel bei den eingesetzten Stolpersteinen der Familie Meyer

So ist das Leben. In der Vergangenheit, wie zur Zeut sterben Menschen wieder durch Kriege und politische Hetze, aber eben auch mit oder ohne Schmerz im Alter. Die einen erleben ein neues Leben durch Rettung, die anderen können auch Ärzte nicht mehr retten.

Die Geschichte der Familie Meyer sollte nicht vergessen werden. Meine Tante Raphaela wird in meinem Herzen sein. Unvergessen. Mit dem Hintergedanken,  dass ich nicht so viel Zeit hatte, einen Teil meines Lebens mehr mit ihr verbringen zu können.

Die Geschichte geht weiter. Es sollte immer gemahnt und erinnert werden, an Menschen gedacht werden, die man geliebt hat und weiter lieben wird. Es sollte an Menschen gedacht werden, die wir nicht kennen, die gelitten haben, denn das könnten wir sein in einer Zukunft, die wir so nicht erleben möchten, was die Familie Meyer erlebt hat.

Mein Tante hat die Jahrzehnte in Frieden in Europa gelebt. Jetzt ist der innere Frieden von vielen Seiten bedroht. Und keiner weiß, was die nächsten 80 Jahre in Europa bringen werden.

Die Stolpersteine stehen für die Erinnerungskultur, die eine besondere Partei nicht mehr auf der Agenda stehen haben möchte. Ich betone: Erinnerung ist wichtig, damit die Geschichte sich in der Form von damals hoffentlich nicht wiederholen wird.

Und jetzt bin ich auf der Autobahn in Richtung eines Landes, das immer noch tiefe Wunden des Krieges hat. Auch dort können Stolpersteine verlegt werden für die Gräuel, die vor 30 Jahren an der Tagesordnung waren bei den eigenen Nachbarn. Das war und ist Bosnien-Herzegowina. Und der Ort Srebrenica steht für einen modernen durchgeführten Holocaust an der bosnischen Bevölkerung. Auch hier muss man nach vorne Schauen, Frieden stiften,  erinnern und für Völkerverständigung werben. Nur Zusammen und solidarisch kann uns ein gutes und friedliches Leben für die Zukunft bringen, egal wo wir Menschen leben. Lieben, nicht Hassen, füreinander einstehen, nicht aufeinander hetzen mit Lügen und Gewalt.

Grube Georg – Eisenerzbergbau an der A3 in Oberhonnefeld im Westerwald

Ein Hilfstransport nach Bosnien & die Erfahrungen mit Merle Hoffjan, Jan Lachnicht und Dorothea Bromkamp I +Videopodcast I +Podcast Folge 107

Ein Podcast über eine Hilfsfahrt aus dem Ruhrgebiet nach Bosnien ist eine Besonderheit, weil viele denken, dass Hilfstransporte nach Bosnien, wo doch kein Krieg mehr herrscht, nicht nötig wären. Oder die Meinung herrscht, dass wir selbst genug Probleme haben.

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Das sieht der kleine Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V. etwas anders, der sich vor  2015 gegründet hat. Durch viele Dinge, die vor Ort zu sehen sind, die im Kleinen nicht funktionieren hat sich in Bottrop, mitten im Ruhrgebiet dieser Verein eben gegründet, um auf eine besondere Art und Weise zu unterstützen und das funktioniert nun schon so lange. Er unterstützt nicht nur vor Ort Kindergärten, Schulen und Einrichtungen für Menschen mit Einschränkungen, sondern steht für Völkerverständigung. Bildung ist das wichtigste Wort und es ist das wichtigste für einen funktionierenden Staat.

In Deutschland werden alte Computer oder Schulmöbel einfach weggeworfen. Der Verein sammelt die alten Computer, gibt sie an den Verein Labdoo, der formatiert und passt die Computer an und dann gehen sie gezielt, wo Anfragen herrschen an Lehrern von Schulen in Bosnien – Herzegowina. An Kindergärten, auch Kinderheime gehen Stofftiere, Spiele, Möbel, Kleidung uvm.

Merle Hoffjan ist eine von den drei Schülern, die mitgefahren sind vom Berufskolleg Bottrop. Sie wollte Bosnien und die Menschen kennenlernen. Jan Lachnicht ist Lehrer und wollte das vereinbaren mit einer Dokumentation, was der Verein macht und was gemacht werden kann. Sie werden von mir kurz vor der Heimreise noch interviewt.

Jan Lachnicht interviewt seine Schüler (c) André Brune

Dorothea Bromkamp hat mit mir und Herbert den großen Bus gefahren mit Anhänger und war drei Jahre zuvor schon einmal dabei. Sie erzählt von den politischen Hürden und wie das damals war.

Dorothea Bromkamp (c) André Brune

Alle drei werden wiederkommen irgendwann. Jan ist auf jeden Fall 2025 wieder dabei. Diesmal möchte er die Berufsschulen vor Ort besuchen und herausfinden, ob ein Schülerausstausch möglich ist. Eine Dokumentation soll es diesmal nicht über die Tätigkeit des Vereins geben, sondern welche Möglichkeiten es gibt einen „Bildungsaustausch“ stattfinden zu lassen zwischen der Bottroper Berufsschule und eine in Bihac oder wo wir gerade sind.

Die Hilfsfahrttruppe 2024

Jan und Herbert Schröer, der 2. Vorsitzende des Vereins, sind vor der Fahrt 2024 ein Kooperationsvertrag eingegangen. Herbert wollte junge Leute über den Verein nach Bosnien bringen, um ihnen zu zeigen, was dort nicht so gut läuft und was der Verein wie unterstützt.

Das Berufskolleg Bottrop hat mit Jan Lachnicht und Dennis Homann und drei Schülern vor Ort Interviews geführt, haben die Einrichtungen mit aufgesucht und haben selbst einen Film hergestellt, der seine Uraufführung mit viel Applaus bei dem Filmfestival Bosnien Looksaround im November 2024 hatte.

Ich durfte auch ein Teil des Films sein und bin nun wieder bei der nächsten Fahrt dabei, sowie auch Jan Lachnicht und Dennis Homann mit einem neuen Schülerteam. Sie werden diesmal allerdings weniger die Einrichtungen mit aufsuchen, sondern versuchen vor Ort mit Berufsschulen in Kontakt zu treten, um einen Schüleraustausch hinzubekommen. Dabei werden auch Interviews mit dortigen Schülern versucht zu bekommen.

Im Interview, was ich vor der Abreise noch schnell gemacht habe, wollte ich wissen, wie die drei Begleiter sich gefühlt haben, was sie begeistert hat, was sie weniger gut fanden und ob sie wieder nach Bosnien kommen würden.

Eigentlich wollte ich den Podcast schon viel früher herausbringen, nämlich vor der Uraufführung und längst vor der neuen Fahrt nach Bosnien, aber wie das Leben so spielt. Es gab viele Termine, Dinge, die ich vorziehen musste und Dinge, die liegen geblieben sind. Jetzt aber kommt es noch heraus und zeigt auch, dass es sinnvoll ist, diesen Verein und sein Tun vor Ort zu unterstützen. Das teilten mir Dorothea Bromkamp, eine langjährige Bekannte von Herbert mit, sowie die Schülerin Merle Hoffjan und Jan Lachnicht.

Die anfängliche Nervösität von Merle bei den Interviews als Moderatorin verschwand mit jedem Tag. Jan hatte vor der Fahrt von der Technik kaum Ahnung und entwickelte sich ebenfalls weiter. Die Schneidearbeit am Ende war mit Sicherheit ein schwieriges Unterfangen, das Video relativ kurz zu halten, wo es so viele Eindrücke gegeben hat.

Alles in Allem kann das Ergebnis sich wirklich sehen lassen:

Ursprünglich wären sonst meine vielen kleinen Filme herausgekommen. Aber ich verschone niemanden, denn sie werden noch kommen. Und sie werden verbunden werden mit der neuen Fahrt, denn ich bin wieder dabei, sowie Jan und Dennis. Wir werden auch sehen, was sich in der Zwischenzeit in Drin getan hat, wo es eine Überschwemmung gegeben hat. Und diesmal fackel ich nicht so lange, sondern bringe alles relativ zeitnah heraus.

Neben Merle, waren mit Markus Gubanow und Can Aslana. Sie haben für den Ton und die Kamerahaltung gesorgt. Alle hatten eine Vorfreude ein neues Land zu sehen, was nie auf ihrer Reise – Agenda gestanden hätte. Sie waren alle sehr überrascht über die tolle Landschaft und Gastfreundschaft der Menschen vor Ort.

Nach 18 Stunden Fahrt und mehreren Stunden Wartezeit beim Zoll waren wir jeden Tag an vielen Orten, um Computer, Schultornister, Kinderkleider und auch Übergaben von Geldspenden zu machen. Der vorletzte Tag war ein Entspannungstag für uns alle in Sarajevo. Wir waren auf dem Berg, wo die Winterspiele 1984 stattgefunden haben. Von dort gab es eine herrliche Sicht auf diese interessante Stadt. Wer allerdings über die Grenze kommt, wird immer noch sehr viele Einschusslöcher in älteren Häuser entdecken.

Merle war in Drin, der größten Einrichtung für körperlich und geistig eingeschränkte Menschen von Bosnien-Herzegowina, sehr betroffen. Sie war sehr berührt von den dortigen Umständen, die sie gern lieber besser vorgefunden hätte. Die Einrichtung selbst hat im November 2024 eine starke Überflutung gehabt. Wir wollen dieses Jahr schauen, was die gesammelten Spenden unterstützt haben vor Ort.
Die Kinderabteilung in Drin (c) André Brune
Spartanische Zimmer in Drin (c) André Brune

Er ist kein professioneller Videofilmer, aber hat den Anspruch was gutes daraus zu machen. Und definitiv ist den Lehrern und Schülern was besonderes gelungen mit Aufnahmen einer Drohne, die den Film natürlich in eine gewisse Höhe bringt:

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Merle würde gern nochmal wieder kommen. Sie fordert auf das Land zu erkunden und sich vielleicht auch bei einer Hilfsfahrt zu beteiligen.

Dorothea Bromkamp kannte Herbert schon 30 Jahre lang. Sie findet es gut, dass wenn wir in Deutschland eben neue Sachen, wie Computer oder Kleidung bekommen und aussortieren, es  woanders noch eine weitere Verwendung bekommt und dies dankbar angenommen wird.

2021 war sie erstmals dabei und stellt 2024 fest, dass politisch es dort sehr festgefahren ist. Zum Beispiel ist es so gewesen, dass ein Krankenhaus ein Ultraschallgerät gebraucht hätte, aber als die Politik das mitbekommen haben, wurde das Gerät abgelehnt. Ein Mangel entsteht dadurch, so dass das Land ausblutet, da viele junge Menschen auswandern in Richtung Deutschland, Österreich und die Schweiz. Pro Jahr verschwindet sozusagen die Anzahl einer Schulklasse eines jeden Ortes ins Ausland.

Dorothea ist der Meinung, dass die Menschen wieder Mut bekommen, wenn sie sehen, wenn es ein paar Menschen von außerhalb gibt, die sich für sie engagieren. So kann auch ich nur sagen, dass wir mit wenig Menschen und einem kleinen Verein aus dem Ruhrgebiet Hoffnung, Mut und eben auch Möglichkeiten für eine bessere Möglichkeit für die Bildung bringen.

Lehrer aus verschiedenen Städten holen in Fojnica ihre beim Verein bestellten Laptops ab (c) André Brune

Das ist eine tolle Sache und deswegen bin ich auch in den Verein eingetreten, um das soweit zu unterstützen, wie ich kann im Rahmen meiner zeitlichen Möglichkeiten.

Ich kann nur empfehlen einfach mal mitzufahren und es selbst zu empfinden, das Land zu entdecken und einmal mit anzupacken, um für sich selbst nicht nur etwas mitzunehmen, sondern auch vor Ort zu sehen. Wenn Hilfe ankommt, schaut jeder in lächelnde Gesichter. Das allein ist es schon wert einen Hilfstransport zu begleiten.

LINKS:

Podcast mit Herbert Schröer,  2. Vorsitzender von Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V.
https://www.ruhrpottologe.de/herbert-schroeer-von-aktion-leben-lernen-in-bosnien-der-hilfstransport-im-mai-2024-i-videopodcast-i-podcast-i-fotos/

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Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V.
https://aktion-bosnien.eu

***

Labdoo Deutschland e.V.

Labdoo.org

Eine geile Gästeführung: SEX IN THE CITY – HATTINGEN UNZENSIERT

Ich schick euch einen Gästeführer-Tipp rebootet aus Hattingen:

Hattingen- Mit einer ungewöhnlichen Themenführung lädt „Hattingen zu Fuss“ zu einer historischen Zeitreise der besonderen Art ein: Unter dem Titel „Sex in the City –…

SEX IN THE CITY – HATTINGEN UNZENSIERT

Die Führung für auswärtige Touristen öffnet bestimmt einem die Augen, dass die kleine brave Stadt, doch nicht so brav war oder ist, wie sie scheint. In den hintersten Winkeln war sie scheinbar unzüchtig und rotdunkel.

Doch bevor ich Vermutungen anstelle, macht mich die Führung von „Hattingen zu Fuß “ – Gästeführer Lars Friedrich neugierig Hattingen mal auf anderen Wegen als über alte schnuckelige Fachwerkhäusergeschichten kennenzulernen.

Dich nicht auch?

Dann geh mal buchen:

https://www.hattingenzufuss.de/service-page/sexinthecitytour?referral=service_list_widget

(Unbezahlte Werbung für das touristische Ruhrgebiet!)

Als Vorsitzender der Kunstgemeinschaft Bottrop 1969 e.V. lade ich herzlich zur Vernissage am 20.5. ein

Seit einigen Wochen bin ich Vorsitzender der Kunstgemeinschaft Bottrop 1969 e.V. und lade herzlich zu der Vernissage am 20.5. ab 18 Uhr ein. Das Hauptmotiv der ausgestellten Kunst ist das Element Wasser im Foyer des Bürogebäudes der Rhein-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft mbH, Gladbecker Str. 140 in Bottrop.

Simone Ehlen, Geschäftsführerin der RWW, wird die Besucherinnen und Besucher begrüßen. Eine Einführung in die Ausstellung gibt Doris Reineking von der Kunstgemeinschaft Bottrop. Musikalisch begleitet wird der Abend von dem Querflötenensemble „Querwerk“.

Gezeigt wird eine vielfältige Auswahl an Malerei, Grafiken und Skulpturen, die sich thematisch dem Wasser als Ursprung und Element des Lebens widmet – mal abstrakt, mal figürlich, immer inspirierend, aber auch warnend oder meditativ.


Gezeigt wird eine vielfältige Auswahl von 20 Künstler und Künstlerinnen mit einer Auswahl aus 49 Kunstwerken von Malereien, Grafiken, Fotografien und Skulpturen, die sich thematisch dem Wasser als Ursprung und Element des Lebens widmet – mal abstrakt, mal figürlich, immer inspirierend, aber auch warnend oder meditativ.

Ein Highlight der Ausstellung ist die eindrucksvolle Holzskulptur mit dem Titel „Suche“ von Michael Zell. Die Suche nach Halt und vor allem Wasser ist für Pflanzen überlebenswichtig. Zur Zeit herrscht in Deutschland eine lange Trockenphase, die alle Elemente des Lebens, wie Feuer, Luft und Erde durch das fehlende Wasser stark beeinträchtigt oder fördert. Alle Kunstwerke kommunizieren miteinander. Eine Flasche im Meer,  ein Leuchtturm im Dunkel des Meeres, ein See mit Birken, ein Glas Wein in der Sonne uvm.

Die Kunstgemeinschaft der Bottroper Künstler und Künstlerinnen zeigen jeder und jede auf ihre Art und Weise, wie sie die Welt mit Wasser als die Kraft des Lebens sehen. Ich selbst führe nach der Einführung der Vernissage von Doris Reineking eine kleine Kunstaktion zum Thema der Elemente des Lebens im Rahmen meiner Kunstreihe „Flaschengefühle“ durch und nehme das Publikum mit auf die Reise durch die Ausstellung.

Die Ausstellung kann vom 20. Mai bis zum 17. Juli 2025 jeweils montags bis donnerstags von 9:00 bis 13:30 Uhr besucht werden.

Ort:
RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH
Gladbecker Straße 140
46236 Bottrop

Zeitraum:
20. Mai – 17. Juli 2025
Montag bis Donnerstag, 9:00–13:30 Uhr

Veranstalter:
Kunstgemeinschaft Bottrop 1969 e.V.
in Kooperation mit RWW

Bei Interesse an Interviews, Hintergrundinformationen oder weiterem Bildmaterial wenden Sie sich bitte an:

Pressekontakt:
Kunstgemeinschaft Bottrop 1969 e.V.
1. Vorsitzender André Brune : ruhrpottologe@gmail.com – Mobil : 01633912257

Ausstellung Kindheit in der Nachkriegszeit in Bottrop besuchen I Tipp zum 80. Jahrestag der Befreiung I +Fotostrecke I +Video

Die Ausstellung im August – Everding – Kulturzentrum zeigt eure Eltern, Groß oder Ur-Großeltern, wie sie zum Zeitpunkt des Einmarsches der 35. US-amerikanischen Division die sogenannte Stunde Null erlebt haben mussten in Bottrop und Anderswo. Sie beendeten den Krieg vor Ort am 28.3.1945. Sie ist für alle aus dem Ruhrgebiet interessiert gemacht. So sah es überall aus und so war es für jedes Kind damals.

Teaser

https://youtube.com/shorts/_ICVVfjsqqI?si=vPh8cYBjYDD2HRkH

Der Krieg ging aber für Deutschland noch bis zur endgültigen Kapitulation bis zum 8.5.1945 weiter, auch wenn das Herz der Kriegsmaschine Hitlers, das Ruhrgebiet, schon längst eingenommen wurde.

https://youtu.be/S9AYxy-LQ_4?si=g2rwoDBonVZSzcyh

Auf den ausgestellten schwarz-weiß Fotos sind spielende, musizierende, hungernde Kinder zu sehen, die versuchen zwischen den Ruinen ein relativ normales Leben zu führen.

Wir können es heute 80 Jahre nach der Befreiung von Hitlers Nazideutschland nur in kleinen Fotorahmen, den Erzählungen von Überlebenden, in der Videoinstallation oder die Leihgabe der echten Exponate der Army von der Familie Siebert, die sich Liberating Gelsenkirchen nennen, verstehen lernen.

Niemand kann sich heute aktuell den Hunger und den täglichen Kampf ums Überleben von damals noch vorstellen. Außer man schaut sich die aktuellen Nachrichten aus Gaza oder den Frontlinien in der Ukraine an.

Wir gehen heute in den Supermarkt und kaufen, was wir brauchen. Damals gab es nichts mehr. Die komplette Wirtschaft war zusammen gebrochen. Soviel zum totalen Krieg den Göbbels in einer Rede vom Zaun gebrochen hat, als schon klar war, dass Deutschland den Krieg nicht mehr gewinnen konnte.

Verbrannte Erde, Zerstörung und unendliches Leid und Tod durch diese faschistische Ideologie gingen für noch viele Menschen daraufhin in die Geschichte ein.

In dieser Ausstellung werden die Kinder in den Vordergrund gestellt mit Fotos von Fotos aus der Sammlung von Michael-Andreas Wahle. Sie sind gefunden worden als die Briten abzogen. Der Fotograf ist nicht zu ermitteln gewesen. Einige können auch aus Berlin stammen, weil man den Rosinenbomber sieht, der damals den Westteil versorgte. Im Erdgeschoss sind neben der Videoinstallation den Erlebnisberichte von Bottropern, auch Lebensmittelkarten, Hygieneartikel und ein berühmtes Carepaket zu sehen.

In der zweiten Etage im Rahmen von ‚Stunde Null‘ sind Fotos aus dem Stadtarchiv, die festgehalten haben, als die amerikanischen Soldaten Bottrop eingenommen haben und endlich kein Schuss mehr fiel. Wenige Tage später tauchten die Briten auf, die das Ruhrgebiet besetzt hielten und die Verwaltung übernommen haben für einen Neustart.

Auf einem Foto sieht man vor dem Postgebäude eine Militärparade.

Auf einer Pinnwand sieht man Informationen der Besatzer und die Bottroper Nachrichten, die in Deutsch und Englisch Informationen der Militärregierung der Briten mitgeteilt.

Die Gespräche mit den Kindern von damals sind schon 2005 von der Stadtarchivarin Heike Biskup zum 60. Jahrestag aufgenommen worden. Drei Stunden Filmmaterial lassen einen die Zeit nicht kalt werden und sind ein wichtiges Zeugnis für die Erinnerungskultur.

https://youtube.com/playlist?list=PLM9YbHRKOpCqGuhIVN97k4NZHpG8P8CZx&si=m-4fn4438-6kQz1Z

Heike Biskup hat umfangreiche Recherchen für diese Ausstellung aus britischen und amerikanischen Nationalarchiven zusammengestellt. Private Leihgaben mit Objekten und Dokumenten aus der Zeit machen die Ausstellung, die auch für Menschen aus dem gesamten Ruhrgebiet interessant sind, nahbar.

In der Innenstadt sind an einigen Stellen Banner aufgestellt, wie es zum Zeitpunkt der Stunde Null mit den Kriegszerstörungen ausgesehen hatte. Jetzt wurde auf dem Youtube-Kanal der Stadt Bottrop der historische Rundgang von der Stadtarchivleiterin Heike Biskup zu den Standorten der Banner veröffentlicht:

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Von dem Liberation Weekend am 11. und 12. April, habe ich schon berichtet und ein kleines Interview und Podcast zusammengestellt mit Melanie, Jonas und Philipp Siebert von Liberating Gelsenkirchen :

https://www.ruhrpottologe.de/zeitreise-zur-stunde-null-i-mit-liberating-gelsenkirchen-die-ausstellung-kindheit-in-der-nachkriegszeit-in-bottrop-besser-begreifen-i-videopodcast-i-podcast-i-fotos

Sie übernachteten in den Zelten der aufgebauten Sanitätsstation, wie es damals für die Menschen gewesen sein musste so ohne Strom.

Um die Geschichte von damals erlebbarer zu gestalten hat die Stadt Bottrop mit Liberating Gelsenkirchen zusammengearbeitet. Der Militaria – Experte Philipp erzählte den Besuchern die 3D – Modelle und Munition, sowie das Chirurgenbesteck, die verwendet wurden, um die Geschichte im Rahmen der Ausstellung erlebbarer zu machen.

Außerdem wurde und sind spezielle Filme und Lesungen im Filmforum an bestimmten Tagen zu sehen sein auch über die Ausstellung hinaus. Wer nun das alles nicht geschafft hat und trotzdem es sehen wollte, der hat nun in der Fotostrecke die Möglichkeit die Bilder zu sehen und einen Film aus der Videoinstallation. Damit die Ausstellung nicht ganz in Vergessenheit gerät.

Die Ausstellung ist noch bis zum 10.5.2025 im August Everding Kulturzentrum auf der Blumenstraße 12-14 kostenlos zu besuchen.

Weitere Infos zur Ausstellung :

Adresse :

August Everding Kulturzentrum

Blumenstraße 12-14 in Bottrop

Öffnungszeiten

Mo – Fr: 9-20 Uhr

Sa: 9-12 Uhr

Stadt Bottrop

https://www.bottrop.de/kultur-und-bildung/stadt-_und_zeitgeschichte/stadtarchiv/stunde0kinder.php

https://nrw.volksbund.de/aktuell/projekte/artikel/kriegsende-nrw

https://www.bottrop.de/kultur-und-bildung/aktuelles/stundenull1_25.php

Liberating Gelsenkirchen

https://liberating-gelsenkirchen.de

Fotostrecke Erdgeschoss (c) André Brune

Fotostrecke 1. Etage (c) André Brune

 

Zeitreise zur Stunde Null I Mit Liberating Gelsenkirchen die Ausstellung „Kindheit in der Nachkriegszeit“ in Bottrop besser begreifen I +Videopodcast I +Podcast I +Fotos

Ein „Liberation Weekend“ sollte die Ausstellung „Kindheit in der Nachkriegszeit“ der Stadt Bottrop zum 80. Jahrestag der Befreiung durch die amerikanische Armee besser veranschaulichen.

Liberating Gelsenkirchen machte es mit ihren zivilen und militärischen Ausstellungsstücken sehr nahbar und verständlicher, wie es denn gewesen sein musste. Niemand von heute hat noch eine Vorstellung von den damaligen Verhältnissen. Nur noch Erzählungen der Großeltern, Filme, Bücher oder eben Museen können der heutigen Generationen das Ende und die Nachkriegszeit erklären.

Teaser

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Die 35. Infanteriedivision der U.S. Army waren die Befreier von Bottrop und Gelsenkirchen. Von ihnen suchen sie immer echte Ausstellungsstücke. Liberating Gelsenkirchen haben auch die Vitrinen für die Bottroper Ausstellung „Kindheit in der Nachkriegszeit“ mit ihren Exponaten gefüllt und unterstützten dabei das Stadtarchiv mit der Leiterin Heike Biskup. Die Ausstellung ist noch bis zum 10.5.2025 im August-Everding – Kulturzentrum zu sehen. Die Fotos sind Bilder aus Beständen der U.S. Besatzer und zeigen Kinder in verschiedenen Situationen. Die ältesten Besucher können sich bestimmt noch daran erinnern, so wie es meine Mutter konnte, die 1936 geboren wurde. Wer sie wann fotografiert hat, ist nicht aufzuklären. In einem separaten Beitrag werde ich nochmal die Ausstellung beschreiben.

Das Stadtarchiv möchte mit dieser Zusammenarbeit die Zeit der heutigen Senioren, die das Kriegsende vor 80 Jahren damals erlebt haben, den Kindern und Enkelkindern von Heute anschaulich zeigen, die es sich eben nicht vorstellen können.

Das Ehepaar Siebert sind in Persona „Liberating Gelsenkirchen“. Sie sammeln seit 2019 intensiv Militaria und Zivile Dinge aus der Zeit. Sie suchen auch weiterhin solche Exponate auf Flohmärkten und im Internet. Wieviel sie bisher ausgegeben haben, wollen sie gar nicht wissen. Sie zeigen und erklären gern die mittlerweile um die 4000 Exponate der Öffentlichkeit. In entsprechenden Kleidungsstücken bringen sie die Zeit auch persönlich etwas näher und nehmen auch ihren neunjährigen Sohn Jonas immer mit.

Jonas schenkte mir eine Schokolade nach damaligen Rezept und U.S. Army Verpackung  (c) André Brune

Sie haben in Gelsenkirchen auch den ein oder anderen Stolperstein unterstützt aus Überzeugung, dass sich so ein Krieg, wie es der zweite Weltkrieg war, mit dem „industriellen“ Töten von Juden, Sintis, Romas, Homosexuellen, Behinderten und Andersdenkenden, nicht wiederholt. Der erstarkte Rassismus und Rechtsradikalismus ist für sie ein Gräuel, ebenso die schlechte Unterstützung der Ukraine seitens der Europäer.

Philipp als U.S. Army Sanitätsoffizier Philipp Siebert bei einer detailtreuen Pause (c) André Brune

Sehr anschaulich und stolz zeigen sie ihre Ausstellungsstücke. Sie erklären mir, dass die amerikanischen Museen viel anschaulicher sind als die deutschen Museen es machen und wünschen sich selbst ein privates Museum, wo sie das so zeigen können, wie sie es an dem Wochenende über zwei Tage getan haben auf dem Hinterhof des August-Everding-Kulturzentrums. Sie wollen das Tabuthema in Deutschland auf ihre Weise aufbrechen und suchen nach einer kostengünstigen Räumlichkeit, um alles in ihrem Sinne ausstellen zu können. Ein Sponsor wäre auch möglich.

Im Videopodcast erklärt der Sanitätsoffizier Philipp den Militaria Bereich, für den er sich interessiert, während seine Ehefrau Melanie als Krankenschwester sich für den Bereich der Zivilisten interessiert.

Die ausgestellten Waffen, die Munition und auch die Raketen, sowie Minen sind allesamt maßstabsgetreu aus einem 3D-Drucker. So kann sich niemand verletzen und es besteht auch die Möglichkeit sorglos eine Panzerabwehrgranate in die Hand zu nehmen. Manche Menschen finden es geschmacklos. Aber es ist ja keine Waffenverherrlichung und auch kein Verkauf von Waffen, sondern nur eine Veranschaulichung, was diese kleinen Dinger für eine Gewalt auswirken können und Menschen zum Sterben bringen. Wer die Raketen sieht, kann sich besser in die Situation hineinversetzen. Es soll eher eine Abschreckung sein. Und so wie es dort im Hof hinter dem Stadtarchiv aufgestellt wurde, war es das für mich.

Kaum vorstellbar, dass die ein oder andere Tretmine heute noch hier und da zu finden sind und eventuell funktioniert. Da bleibt von der Wucht der Explosion nicht mehr viel übrig von einem Menschen, egal wie klein oder groß die Mine im Boden war bzw. noch ist.

Ich durfte dann auch mal das olivfarbene „Armeehemd“ anziehen setzte den Stahlhelm auf. Ich habe nie als Soldat gedient. Wenn ich mir vorstelle, dass es unter dem Helm ein Echo für die Ohren gibt beim Reden, wie muss dann der Hall von Raketeneinschläge sein. Heute sind es die ukrainischen Truppen, die täglich den Angriffen ausgesetzt sind. Natürlich auch umgekehrt, denn die Soldaten da sind ja Schachfiguren für die große Politik, die auf dem Schreibtisch entscheiden, was passiert. Ich kann mir nicht ausmalen, welche psychische Belastung neben dem ständigen möglichen Gedanken jeden Moment im Kugelhagel oder durch eine Panzergranate, Drohne oder Rakete zu sterben.

Wenn man die Ausstellungsstücke sieht, ist man erst fasziniert von den Dingen, die der Mensch erschaffen kann, aber gleichzeitig auch voller Ehrfurcht, was sie an Tod bringen können, sowie auch Hass, dass Menschen so etwas erzeugen können, ob es nun als Angriffswaffe oder auch Verteidigungswaffe gebaut wurde. Beides ist Kriegshandwerk der modernen Art, was früher die Keule im Steinzeitalter, Schwert und Schild bei den Römern, Pfeil und Bogen im Mittelalter oder auch Mistgabel in den Bauernkriegen des 16. Jahrhunderts war. Krieg begleitete den Menschen immer irgendwo. Leider.

Bei ihren Ausstellungen stellen sie immer eine Spendenbox hin, um weiter ihre Ausstellungsstücke zusammenzutragen, die sich oft genug auf dem Flohmarkt in Gelsenkirchen-Nienhausen an der Pferderennbahn finden können außer Samstags.

Auf dem Gelände, das zum Glück ohne Regen auskommen konnte, waren Originalverpackungen von Kellogs, die mit ihren Rice Pops die Armee beliefert haben, Zeitungen oder auch eine Bekanntmachung der Bottroper Nachrichten von den britischen Besatzern, die das Ruhrgebiet unmittelbar nach der Befreiung übernommen haben.

Philipp erklärte mir den Unterschied der Farben der Sprengköpfe. Ich wusste nicht, dass es da eine Unterscheidung gibt und auch geben muss. Die Panzerabwehrwaffen haben einen schwarzen Kopf. Die gelben und grünlichen sind mit Sprenggranaten und Zeitzündern ausgestattet.

Im Gras lagen die verschiedenen Minenarten, die 1945 von den Deutschen, sowie Amerikanern benutzt wurden. Die deutschen nutzten mangels Füllstoff auch Beton, das sehr große Verletzungen zufügen konnte.

Auf einem Tuch waren einige Waffen, wie die in Massen hergestellte Maschinenpistole M3, ausgestellt und eine Luger. Philipp erklärte, dass die Luger eine heißbegehrte Pistole war. Alle sind dort in 3D-Druckverfahren maßstabsgetreu hergestellt worden und konnten in die Hand genommen werden. Es gibt nur einen Unterschied dabei: Das Gewicht. Kunststoff wiegt weniger als die aus Metall hergestellten Waffen.

Ich wünsche mir für die Familie Siebert, dass ihr Wunsch in Erfüllung geht, denn diese Anschauungsmöglichkeit bringt den nun weit entfernten Krieg etwas näher. Die Augenzeugen sterben langsam und es wird uns in absehbarer Zeit nur noch Museen und Objekte aus der Zeit zur Verfügung stehen, die eine Mahnung zu dem Zweiten Weltkrieg sind.

Ebenso wie es Holocaust-Überlebende noch gibt, können die noch lebenden Personen ihre Kindheitserlebnisse der Öffentlichkeit mitteilen. In der Bottroper Ausstellung haben es einige getan und erzählen in einem Interview mit der Stadtarchiv-Leiterin Heike Biskup über ihre Kriegs- und Nachkriegserlebnisse, die auf YouTube zu sehen sind. In der Ausstellung wurden die Interviews mit Bottroper Stadtbildern der Kriegs- und Nachkriegszeit veranschaulicht.

Mit den beiden werde ich noch zwei Mal einen Podcast machen. Einmal im Rahmen der Stolpersteine im Ruhrgebiet und einen zum 8.5.1945. Denn Philipp weiß eine Menge darüber. Auch das wird im Rahmen der Stolpersteine. Ruhrgebiet veröffentlicht werden. Habt ein bisschen Geduld, denn ich muss erst einen Termin finden, damit wir das machen können.

Ich wünsche mir, dass sie Erfolg haben für ihr privates Museum und für die großartige Ausstellung im Kulturzentrum noch einige Besucher, die das auch in die Welt tragen. Das darüber gesprochen wird.

Links und Shownotes

Wer Liberating kontaktieren möchte oder unterstützen möchte, etwas hat, um es für ihre Sammlung zu geben (möglichst regionalbezogene Artikel):

Liberating Gelsenkirchen

Melanie & Philipp Siebert

https://liberating-gelsenkirche.de

Mobil: 01777312687

Mail: info@liberating-gelsenkirchen.de

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Ausstellung « Kindheit im Ruhrgebiet »

August – Everding – Kulturzentrum Bottrop

Blumenstraße 12-14, 46236 Bottrop

Bis zum 10.5.2025

Öffnungszeiten :

Mo-Fr 8-18 Uhr

Sa 9-13 Uhr

Eintritt frei – Führung auf Anfrage

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Buch-Tipp

Anthony Beevor: D-Day, Arnheim, Stalingrad, Der zweite Weltkrieg

97 Suchergebnisse für beevor d day – bei Humboldt-Buchhandlung (ich unterstütze kleine Buchhandlungen, Du auch?)

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Film-Tipp

Band of Brothers produziert von Steven Spielberg und Tom Hanks nach dem Buch von Stephen E. Ambrose

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Podcast-Tipp

ARD – Podcast

In Polen – Die gefährliche Lücke

https://www.ardaudiothek.de/episode/in-polen/die-gefaehrliche-luecke-42/ard/14403985/

NDR Podcast

Streitkräfte und Strategien

https://www.ndr.de/nachrichten/info/Drogen-im-Krieg-Tag-1140-mit-Julia-Weigelt,audio1849816.html

Fotos und Text (c) André Brune

Fotostrecke:

Gregor Wildförster – der Geiger der Fotografie & seine Hood I Interview zur Fotoausstellung in Gelsenkirchen – Horst I 150 Jahre Gelsenkirchen I +Videopodcast I +Fotos

Es sind besondere Schwarz-Weiß-Blicke von Gregor Wildförster auf den Gelsenkirchener Stadtteil Horst und Beckhausen. Die Fotos sind nun gemeinsam mit Christoph Bottarus Porträtfotografien bis zum 9.5.25 in einer Ausstellung in der Stadtteilbibliothek zur 150 Jahrfeier der Stadt Gelsenkirchen zusammen zu sehen.

Teaser zum Videopodcast:

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Mehr Informationen

Tolle Musikbegleitung von Kai Wälken:

https://youtube.com/shorts/bB-uE-1_tcg?feature=share

Ein Interview mit ihm kurz vor der Vernissage macht neugierig auf Mehr von ihm:

Gregor Wildförster nennt sich selbst Fiddler of light. Eine Geige ziert mit den vier Saiten auch seine Visitenkarte. Eine Kamera hat eben auch vier Saiten, erklärt Gregor mir. Sie sind ein Bezug auf die Virtuosität einer Geige auf die Blende,  die Belichtungszeit, die Brennweite und die Bearbeitung. Alle Nuancen, die für ihn ein Foto ausmachen sind wie in einer Geige vorhanden.

Stolz vor seinen Fotos: Gregor Wilförster (c) André Brune

Einfühlsam fotografiert er hauptsächlich Körper, die er durch seine Augen und seine Fotografie „positiv“ darstellt. Die sogenannte Body Positivity ist sein Fotografiefeld. Zur 150 Jahrfeier der Stadt Gelsenkirchen hat er sich sein Blick auf die Straßenfotografie (Streetphotography) verschoben.

(c) André Brune

Gregor Wildförster hat jeden Stadtteil Gelsenkirchens zwei Jahre lang nach Motiven aufgesucht. Menschen, die er in bestimmten Situationen traf oder öffentliche Fahrzeuge, sowie Motive in einem Stadion, an einem alten Bahngebäude, Förderturm, das Schlossgebäude, sowie das Gelände vom Nordsternpark fehlen nicht in dieser Ausstellung über den Stadtteil Horst und Beckhausen, die hauptsächlich in der Stadtbibliothek in der Vorburg zu sehen sind.

Die Portraitfotos von Christoph Bottaru blicken auf die Hood von Gregor Wilförster (c) André Brune

Die Ausstellungsreihe, die in Gelsenkirchen Mitte angefangen hat, nennt er selbst „Meine Hood“. Anglizismen sind streitbar, aber in diesem Fall wohlüberlegt und auch sehr passend. Das Wort beschreibt jeden Stadtteil, der sowie heruntergekommen und sozial benachteiligt sein kann, sowie auch ein heimatbezogener und geliebter Bereich ist, wo man sich trifft zu einem Gläschen Bier. Während Christoph Bottarus Portraits oben hängen zieren seine Bilder die Wände unten im Erdgeschoss der Stadtteilbücherei in der Vorburg in Gelsenkirchen – Horst.

Erste Gäste vor der Vernissage (c) André Brune

So entstand die ganze Idee tatsächlich in Horst im Café Klatsch. Dort wurde begonnen, die Idee für Gelsenkirchen Marketing zu gestalten. Ich hatte also die Ehre, das Bild erklärt zu bekommen, wie besonders es ist. Zufällig war ich vorher am gleichen Tag an dem Café Klatsch vorbeigegangen und habe es fotografiert. Unbewußt.

Die Stadtteilbibliothek Horst füllt sich (c) André Brune

Gregor Wildförster hat die Fotografie als Autodidakt erlernt. 1963 ist Gregor in Horst geboren. Er interessierte sich immer für die alte schwarz-weiße Filmwelt von John Ford zum Beispiel. Er wollte Regisseur werden, denn er war fasziniert, wie sie die bunte Farben in zwei Tönen so in Szene setzen konnten, dass die Filme für die Zuschauer ein Augenschmaus wurden. Aber das Studium erforderte ein finanzielles Polster, das er nicht hatte. So machte er eine Banklehre, hatte auch Abstecher in Frankfurt und Zürich bevor er 1995 wieder zurück nach Horst kam.

Bildbände und Preisliste von Gregor Wildförster (c) André Brune

Er beschäftigt sich während seinem Angestelltendasein mehr und mehr mit der Fotografie bis aus dem Hobby eine Berufung wurde. Ein Burnout-Syndrom und eine diagnostizierte Depression gab ihm den Schub sich nur noch der Fotografie zu widmen. Erst recht als er nach weiteren drei Jahren Angestelltendaseins wieder in einen Burnout rutschte. Die Fotografie hat sich als erfolgreiche Selbsttherapie entwickelt.

Gerd Kaemper macht für Gerne Gelsenkirchen das Gruppenfoto (c) André Brune

Seit zehn Jahren ist er nun der Meinung seinen Stil in der Fotografie gefunden zu haben. Und ja für mich ist es so, dass er aus den fotografierten Menschen auch ihre Seele einfängt. Heute ist er auch in den USA kein unbekannter Fotograf mehr.

Den kantigen Charme mancher Gelsenkirchener Stadtteile fängt Gregor auf eine eigentümliche Art und Weise ein. Beim Instagram- und Facebook – Account „Gerne Gelsenkirchen“ kann man seine Fotos immer wieder aus allen Stadtteilen sehen.

Screenshot von Ausstellungseröffnung (c) Elisabeth Koetke

Den kantigen Charme mancher Gelsenkirchener Stadtteile fängt Gregor auf eine eigentümliche Art und Weise ein. Beim Instagram- und Facebook – Account „Gerne Gelsenkirchen“ kann man seine Fotos immer wieder aus allen Stadtteilen sehen.

Sie sind auch käuflich zu erwerben mit einem weißen Rahmen, auf Passepartout und seiner Signatur für 149 €.

Gern hätte ich noch mehr über seine „Therapeutische Fotografie“ erfahren, aber das war zeitlich nicht mehr möglich, weil schon viele Besucher und Besucherinnen hereinströmten zur Vernissage. Das holen wir nach.

Gregor Wildförster in Gelsenkirchen Mitglied im „Bund der Gelsenkirchener Künstler e.V. und auch bei der Gelsenkirchener Künstler-Initiative „Kunst in der City“

Die Ausstellung geht noch bis zum 5.5.25 in der Stadtbibliothek Horst, Turfstraße 21 in Gelsenkirchen. Für Navis immer „Rennbahn 5“ eingeben, sonst landet man wahrscheinlich zwischen den Büchern.

Infos und Anmeldung: 0209 – 169 6126

Zu sehen während der Öffnungszeiten:

Mo 11 – 13 und 14 – 19 Uhr

Di geschlossen

Mi 9 – 14 Uhr

Do & Fr 11 – 13 und 14 – 17 Uhr

ACHTUNG: Ab dem 29.4. ist die Stadtbibliothek zeitweise geschlossen, aber eine Besichtigung ist nach vorheriger Terminabsprache möglich.

Veranstaltet wird die Ausstellung von der Stadtmarketing Gesellschaft Gelsenkirchen mbH im Rahmen von „150 Jahre Stadt Gelsenkirchen“

Links:

Kontakt mit Gregor Wildförster über seine Internetseite:

Internet & Shop: FIDDLER OF LIGHT – Einfühlsame Fotografie für Menschen – www.fiddler-of-light.de

Instagram: @fiddler_of_light_decent

Facebook: fiddler.of.light

gregoronline@cityweb.de

Buerer Str. 1

45866 Gelsenkirchen

Mobil: 0171 7928612

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Gerne Gelsenkirchen / Gelsenkirchen Marketing mbH

Instagram: @gernegelsenkirchen

Facebook: Gerne Gelsenkrichen

Adresse:

Ebertstr. 11 , Gelsenkirchen, Germany, 45879

Tel: 0209 1694900

info@stadtmarketing.de

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Die musikalische Begleitung machte Kai Wälken, der in Gelsenkirchen eine eigene Musikschule hat. Er hat Eric Clapton beeindruckend in den Gitarrensaiten gehauen und die Stimme war passend. Er hat die Atmosphäre zum Brodeln gebracht. Toll!

Facebook/kaiwalken

Facebook.com/kaisrockpopschool

Instagram @kaisrockpop

Ewaldstr. 23 – Gelsenkirchen

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Alle Fotos Copyright André Brune:

Flaschengefühle zur Ausstellung (c) André Brune
Bei der Arbeit. Eingefangen von (c) Sybille Hellier / Danke für das Foto!