Im Land der 1000 Feuer – Industriemalerei vom Ruhrpott im Ruhrmuseum I Ruhrgebiet erklärt I +Videopodcast I + Podcast Folge 25 #132

Nur noch einen Tag vor meinem Urlaub hatte ich, um die schon seit April 2025 gestartete Ausstellung „Im Land der 1000 Feuer“ im Ruhrmuseum in Essen über „Industriemalerei“ aus dem Ruhrgebiet zu sehen. Ich musste hin und sagte mir spontan, da will ich mehr wissen und einen Podcast machen mit Jack als Ruhrgebiet erklärt. Er sollte auch für Kunstdesinteressierte sein. Ich denke, dass es uns weitgehend gelungen ist und dass die Biographien so mancher Maler, denn es waren hauptsächlich Männer, die solche Bilder malten, so manchen aufhorchen ließen, die in den 1930er Jahren Kunst machten:

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Wer nur den Podcast „Ruhrgebiet erklärt“ folgen möchte:

Industriemalerei hat viele Facetten und die Maler und Malerinnen haben besondere farbige Einblicke geschaffen auf die Landschaft des Ruhrgebiets mit ihrer Industrie aus Stahl, Kohle und auch Ackerwirtschaft.

Viele Bilder aus dem 19. und 20. Jahrhunderts wurden ausgestellt. Alle stammten aus der Werksammlung aus über 10000 Stück von Künstlern von Ludwig Schönefeld. Seine Sammelleidenschaft ist einmalig. Er konnte bisher die Bandbreite aus vielen Jahrzehnten zusammen stellen. Bei einer Führung erzählte er, dass er überall nachgeschaut hat. Neben Galerien, auch bei Wohnungsauflösungen, wo solche Bilder angeboten wurden, dabei auch unbekannte Autodidakten dabei waren, aber tolle Bilder beisteuerten, schaute er auch in Ebay und bei Auktionen nach passenden Landschaftsbildern zur Landschaft geprägt durch Maloche und Stahlfluss, Kohle und Natur.

Wir hinterfragen im Podcast aber auch das ein oder andere. Und versuchen euch die interessantesten Bilder so einfach wie möglich näher zu bringen.

Es gibt ein Begleitbuch zur Ausstellung, das auch nachträglich noch gekauft werden kann im Ruhrmuseum, wer die Ausstellung nicht sehen konnte. Es lohnt sich aus der Sicht von Kunst und Landschaftsmalerei das Ruhrgebiet kennenzulernen. Der Link zum Klartext-Verlag ist in den Shownotes weiter unten anzuklicken.

Wer genauer hinschaut weiß, dass viele Bilder historisch sind und eine vergangene Arbeitswelt darstellt, anders, auch schöner als es eine Fotografie machen konnte. 

Vergessen wir nicht, dass Fotografie nicht in heißen Gegenden einer Stahlherstellung, Kokerei oder Untertage im Bergbau so einfach genutzt werden konnte.

Maler haben auch einen eigenen Blick auf den Rhein, die nächtliche Landschaft, die hart arbeitenden Männer, aber viele haben die Landschaft eher verfälscht, schöner gemacht, als sie war, ganz besonders auch Kokereien, die mehr die Umwelt verschmutzte früher als heute. Doch auch heute empfiehlt man den Menschen in der Nähe der Kokerei Prosper das Gemüse nicht zu essen.

Umweltverschmutzung war kein Thema in der Malerei.

Fotos haben wir nicht veröffentlicht, damit es wegen des Urheberrechts keine Schwierigkeiten gibt.

Außerdem sprechen wir über ein Ruhrpottwort, was eingewandert ist: Motek aus Polen, was aber nicht mehr so verwendet wird, aber vor allem bei den Bergleuten unter Tage wichtig war: Hammer.

Noch ein Tipp zu nächsten Besuchen im Ruhrmuseum: Geht Freitags! Da ist tatsächlich weniger los als am Wochenende!

Links/Shownotes

Buchtipp zur Ausstellung: 

Das Land der tausend Feuer | Sachbuch | BÜCHER | Klartext Verlag

Liste der angegebenen KünstlerInnen mit Link für mehr Informationen:

Richard Gessner – Wikipedia

Richard Gessner

Industriegemälde Hermann Heyenbrock – An Rhein und Ruhr … und anderswo

Herman Heijenbrock – Wikipedia

Alexander Calvelli – Wikipedia

Industriegemälde Alexander Calvelli – An Rhein und Ruhr … und anderswo

Alexander Calvelli | Artnet

Eisenwelten | LVR-Industriemuseum

Rainer W. Campmann – Wikipedia

Profil von Rainer W. Campmann

Horst Dieter Gölzenleuchter – Wikipedia

H.D. Gölzenleuchter, Maler/Grafiker

„Oskar“ Gölzenleuchter: Holzschneider im Namen der Humanität

Heinz Schildknecht – Wikipedia

Entnazifizierung Heinz Schildknecht , geb. 23.04.1913 (Kunstmaler) – Deutsche Digitale Bibliothek

Lithografie Zeche Vereinigte Dahlhauser Tiefbau von Heinz Schildknecht :: Deutsches Bergbau-Museum Bochum – Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen :: museum-digital:westfalen

Linolschnitt Bergmann mit Lederhelm von Heinz Schildknecht – Deutsche Digitale Bibliothek

Hermann Kätelhön – Wikipedia

www.fritzlar-forschungen.de/hermann-katehon

Fritz Gärtner – Wikipedia

Fritz Gärtner – Kaufen & Verkaufen | VAN HAM Kunstauktionen

Fritz Gärtner (1882-1958) – Gemälde & Auktionsdaten – MAGEDA

Erich Palmowski – Wikipedia

LWL-Industriemuseum – Zeche Hannover – Erich Palmowski. 90 Jahre vor Ort

Bergleute kehren nach Bochum zurück: Erich Palmowski stiftete Industriemuseum 50 Kunstwerke

Stellungnahme der MLPD zu den Bilden von Erich Palmowski im Willi Dickhut-Museum in Gelsenkirchen: Fälscher und Verleumder am Werk

Karin Kahlhofer – Wikipedia

Franz Delaforgue – Wikipedia

Franz Delaforgue (1887-) – Gemälde & Auktionsdaten – MAGEDA

Gustav Deppe – Wikipedia

Gustav Deppe | LWL-Museum für Kunst und Kultur

Tisa von der Schulenburg – Wikipedia

www.tisa-stiftung.de/leben

Aktuelle Ausstellung 2026 im Bergbaumuseum Bochum: FÜHLST DU – Tisa von der Schulenburg – Der empathische Blick

Städtische Galerie zeigt Ausstellung zu Ehren von Heinz Eickholt – Bottrop

Eickholts Kunst in Warendorf: Ausstellung zeigt zwei Stile | Die Glocke

Werkverzeichnis Künstlerinnen und Künstler in Westfalen. Malerei und Grafik im 19. und 20. Jahrhundert

Fußballhochburg Ruhrpott – Das Herz der Bundesliga schlägt hier I Ruhrgebiet erklärt I +Videopodcast I +Podcast Folge 24 #131

Jack Tengo und ich machen einen kleinen historischen Rahmen über die Anfänge des Fußballs im Schatten der Fördertürme im Ruhrgebiet, reißen die Anfänge der Fußballvereine an und gehen kurz auf die Gründung der Bundesliga ein.

Wenn auch Borussia Dortmund im Moment der einzige Verein in der 1. Bundesliga ist, der die Stellung der traditionellen Vereine hält. Schalke 04 und VfL Bochum kämpfen um den Aufstieg in der 2. Bundesliga und Rot-Weiß Essen und MSV Duisburg liegen im Aufstiegskampf von der 3. in die 2. Bundesliga. 

Gestartet ist die Bundesliga mit drei Vereinen 1963 und haben damit das Herz der Fußballliga Deutschlands gebildet. Wir gehen auch auf die Rot-Weiß Oberhausen ein und werden alles Mannschaften im historischen Kontext nach und nach im Podcast besprechen. 

Viel Spaß beim Podcast als Video oder zum Hören:

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Wer nur den Podcast Ruhrgebiet erklärt folgen möchte:

Shownotes / Links:

• Kolbe, Gerd: Fußball im Revier, Klartext Verlag

• Peiffer, Lorenz: Sport im Nationalsozialismus, Campus Verlag

• DFB-Archiv, diverse Jahrgänge

• Kicker-Almanach (1930–1965)

• Assauer, Rudi: Wie ausgewechselt

• Herberger, Sepp: Das goldene Buch des deutschen Fußballs

Diverse Links der Vereine, Wikipedia und DFB.

 

Gerd Böttcher – Schwofen mit dem vergessenen Schlagerstar aus Werne I Ruhrgebiet erklärt Folge 23 I +Videopodcast I +Podcast #130

Gerd Böttcher war in den 1960er Jahren vom Gärtner zum Schlagerstar aufgestiegen. Der am 18. Juli 1936 geborene Berliner hat seine Lebenszeit hauptsächlich in Werne an der Lippe verbracht. Er war ein migrierter Ruhrpottler geworden. Und deswegen haben wir ihn auch in einem Podcast vorgestellt.

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Gerd Böttcher war ein lebenslustiger Mensch. Zuletzt war er sogar Karnevalsprinz im Ort. Leider verstarb er viel zu früh, als seine gesunkene Karriere einen kleinen Aufwind bekommen sollte mit einer Langspielplatte. Drafi Deutscher, Giorgio Moroder waren nur einige, die ihn unter die Arme gegriffen haben.

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Wer nur dem Podcast „Ruhrgebiet erklärt“ abonnieren möchte:

Gestartet ist er in Kneipen auf kleinen Bühnen in Berlin, wo er entdeckt wurde vom berühmten Komponisten Werner Müller, der die legendäre Musik der Sportschau kreiert hatte. Er wollte Gerd nicht mit einem italienischen Pseudonym auf der Bühne sehen, sondern er wollte ihn als Deutscher auf die deutsche Bühne bringen mit seiner klaren Stimme und förderte ihn. Er sang auch einige Lieder von Elvis Presley in deutscher Übersetzung als deutscher Elvis, was ihm auch viele Fans einbrachte. Die Singles wurden bei Decca verlegt, einem besonderen Musikverlag, die mit der deutschen Telefunken zu tun hatte. Mehr erfahrt ihr im Podcast.

Erst nach der Aufnahme erfuhren wir von jemanden, der ihn kannte, dass er auf den Karnevalswagen ging, obwohl er an einer heftigen Lungenentzündung litt. Seine Nieren haben wahrscheinlich auch schon angegriffen. Er starb am 26. Februar 1985 in einem Dortmunder Krankenhaus mit nur 48 Jahren.

Er hat sein Publikum ihrer Zeit gut unterhalten, wie unten in einigen Youtube-Musikvideos zu hören und zu sehen ist. Dafür gehört ihm auch gebührenden Respekt, die wir am Ende des Podcasts auch mit einer Schweigeminute für den Entertainer würdigen.

Links:

Youtube Channel zur Musik von Gerd Böttcher :

https://youtube.com/channel/UC9-1FDxpw_vCk-b6UmHGoow?si=DHzj7aEMmID9zUeP
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Gerd Böttcher – Wikipedia

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Gerd Böttcher – Biografie

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Gerd Böttcher Diskografie: Vinyl, CDs & Mehr | Discogs

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Gerd Böttcher – Spectre Media | Thomas Hauptmann

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Böttcher, Gerd | Bear Family Records

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Teldec – Wikipedia
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Musikkomponist Werner Müller – Wikipedia

Eine kleine Auswahl seiner Musik aus Youtube:

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Revierkunst aus Herne auf Nachbarschaftsbesuch in Gelsenkirchen I +Fotos

Im Ruhrgebiet gibt es immer irgendwo Grenzen. Sie sind nur durch Ortseingangsschilder zu entdecken. Die Kunst ist sie im wahrsten Sinne zu überschreiten. Und so kam es, dass der Herner Künstlerbund mit acht Künstler*innen im Domizil vom Bund Gelsenkirchener Künstler „Zu Gast“ sind für ein paar Wochen, so der treffende Titel der Unterkunftgeber.

Vor dem „Domizil“ auf der Bergmannstraße in Ückendorf trifft sich die Kunstszene

Es gibt zwischen den Städten Herne und Gelsenkirchen keine Distanz. Sie sind Nachbarn. Doch wie es im Ruhrgebiet so ist, die meisten Vereine kochen ihr Süppchen im eigenen Haus. Hier in der Kunstszene ist es nun anders gelaufen. Und das ist gut so! Der Bund Gelsenkirchener Künstler (BGK) mit der Vorsitzenden Gordana Djukic hat Kreativköpfe des Herner Künstlerbundes eingeladen das „Domizil“ nach Ückendorf. Natürlich ist diese, wie es sich im Ruhrpott gehört, auf der Bergmannstraße Nummer 53, denn Bergbau und Kunst gehörten immer schon irgendwie zusammen.

Ein besonderer Ausstellungsort mit Ruhrgebiets-Charme von 1900

In Ückendorf, ein Stadtteil von Gelsenkirchen, in dem durch die öffentlichen Medien oft nur negatives berichtet wird über Schlägereien und Clans, stehen noch wunderbare Häuser aus der Gründerzeit. Aber es ist eigentlich ganz anders. Hier steppt nicht nur der Bär bei den Künstlergangs. Da geht es kunterbunt zu! Es ist ein Ort geworden voller Kreativität im Neuanfang des Strukturwandels, in dem der Stadtteil seit Jahrzehnten steckt, wie kaum ein anderer.

Früher lebten hier überwiegend Arbeiterfamilien und es kamen Einwanderer aus der Türkei dazu, die angeworben wurden für das Kohleschürfen und die Stahlherstellung. Heute wandelt sich das bisher trostlose verfallende, das dem Niedergang der Montanindustrie gleicht, langsam zu einem der attraktivsten Stadtteilen. Es lohnt sich, es zu entdecken. Neben der Kunstszene, ist hier eine neue Gaststättenlandschaft entstanden. Heute wandelt er sich mit neuer Aufbruchstimmung in eine der attraktivsten Stadtteile mit unterschiedlichen Gaststätten, sowie mit der Kulturkirche Heilig – Kreuz und dem „Hier ist nicht da“ auch zu einem soziokulturellen Hot Spot von Veranstaltungen unterschiedlicher Art von Comedy, Poetry Slam über Jazz und Rock bis Klassikkonzerten.

Im Domizil der Gelsenkirchener finden sich nun Acht Künstler und Künstlerinnen aus Herne, die unterschiedlicher nicht sein können mit Malerei, Grafik, Fotografie und experimentellen Techniken. Die Kunst ist so vielfältig wie das Ruhrgebiet selbst: Hagen Apel, Annett Breitfeld, Annika Döring, Sophia Kühn, Jörg Kippmeyer, Daniel Pajonk, Gisela Schulte und der Vorsitzende des Herner Künstlerbundes Hassan Jelveh. 

Bei der Vernissage am 18.1.26 grinsten alle breit über den riesigen Andrang von neugierigen Besuchern, wovon ich auch einer war. Ich hörte den interessanten Ausführungen des Kunsthistorikers Dr. Bernd A. Gülker zu, sowie der fantastischen Violinistin Astrid Sophie Müller, die das Domizil mit kunstvoller klassischer Musik erfüllte.

Ein Dialog zwischen zwei Städten

Das Domizil ist ein Austauschort nicht nur für Kreative, sondern auch für Kreativbegeisterte, zur gegenseitigen Inspiration und Vernetzung. Die Ausstellung lud auch Interessierte aus anderen Städten ein.

Und wer denkt in Herne is nix… Doch ! Herne hat auch jede Menge unterschiedliche Kreativität zu bieten! Allein an den unterschiedlichen Kunstwerken ist es mit Sicherheit anders zu beurteilen. Das Miteinander zwischen Herne und Gelsenkirchen hat auch etwas Symbolträchtiges. Es überschreitet geografische Grenzen und zeigt gedankliche Offenheit, wo es keine Grenzen gibt.

Die 1. Vorsitzende vom Bund Gelsenkirchener Künstler Gordana Djukic erklärt die Ausstellung für eröffnet

Für mich als Ruhrpottologe, der auch 1. Vorsitzender der Kunstgemeinschaft Bottrop geworden ist, zeigt diese Ausstellung genau das, was die Region Ruhrgebiet ausmacht: Zusammenhalt statt Abschottung, Austausch statt Einzelkämpfertum und ein Gefühl von Aufbruch Menschen dazu zu bringen ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Etwas schlummert in dir und du bist interessiert dich anzuschließen, mitzumachen, grenzüberschreitend kreativ über den eigenen Tellerrand zu gucken zwischen den stillstehenden Fördergerüsten und Trinkhallen, dann schau dir die Kunst an und mach mit.

Das Ruhrgebiet ist im steten Wandel, wie auch die Kreativität der teilnehmenden Künstler. Wer sich dafür interessiert, sag ich nun in Dialekt: Geh ma rübba! Kunst kanntse nicht hier im Blog erleben, kanntse nur persönlich vor Ort mitte Nase anne Bilder klebend erleben. Dat is Revierkultur!

Und wenne noch Zeit hass, dann gehste nebenan auffe Bochumer, da kannste speisen von Döner über Tapas bis hin zu Omas Apfelkuchen. Glaubse nich? Überzeuchse dich bessa vor Ort!

Und danach wird der Austausch umgekehrt sein. Solche Projekte machen unsere Region aus. Keine Eitelkeiten, kein Konkurrenzdenken, sondern gelebte Nachbarschaft! Ein Grund mehr Ückendorf näher kennenzulernen. Übrigens ist ganz in der Nähe eine Halde zu entdecken. Zu Fuß oder mit dem Rad! Aber das ist ein anderer Blogbeitrag…

Die Ausstellung ist immer Samstags bis zum 21.2.26 zwischen 14 und 17 Uhr oder nach Vereinbarung mit dem Bund Gelsenkirchen Künstler. Aber hier im Blog habt ihr die Möglichkeit die Bilder wenigstens fotografisch zu entdecken auch nach der Ausstellung. Wer mehr von den einzelnen Künstler und Künstlerinnen wissen will, scrollt einfach weiter runter. Da sind auch alle Links zu ihnen.

Fazit

Ich fand die Herner Kunst inspirierend und so unterschiedlich in ihrer Form, dass ich Lust auf mehr bekommen habe auf mehr Herne. Nicht nur in der Kunst, sondern auch drumherum ist Herne einfach mehr als nur Herne. Nach Herne komm ich gerne. Ich kann es nur empfehlen!

Adresse:

Domizil

BGK – Bund Gelsenkirchener Künstler e.V.

Bergmannstr. 53

45886 Gelsenkirchen

Öffnungszeiten: Samstags 14-17 Uhr

Kontaktdaten

Johanniter Str. 13

45879 Gelsenkirchen

Mail: info@bundgelsenkirchenerkuenstler.de

www.bundgelsenkirchenerkuenstler.de

Mobil: 01773430514

Herner Künstlerbund ´90 e.V. :

Hassan Jelveh 

1. Vorsitzender

Unser-Fritz-Straße 22, 44649 Herne

Die ausstellenden Künstler und Künstlerinnen:

Hagen Apel

Es sind Fotos von Natur, die ein ihrer Echtheit banal erscheinen. Es sind Fotos in Nahaufnahme. Fotos, die Hagen Apel so bearbeitet, das die Wirklichkeit wie ein abstraktes gemaltes Kunstwerk aussieht. Ist die Natur so abstrakt? Sie kann es sein. Sie ist seine größte Inspirationsquelle und inspiriert jeden Betrachter, zieht einem in einen Bann von lyrischer Fotografie.

https://hagenapel.art

Hagen Apel im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Annett Breitfeld

In Tusche-, Kohle-, Acryl- und Ölmalerei sucht sie Verborgenes. Sie dreht die Seelen nach Außen. Sagt uns: Schaut drauf, was denkt, was fühlt die Person auf dem Bild im Hier und Jetzt.

https://annett-breitfeld.de

Annett Breitfeld im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Annika Döring

Acryl auf Leinwand und in Zukunft auch getöpferte Kunstwerke sind ihre Schwerpunkte. Hier lässt sie den Blick zum Horizont auf die Betrachter wirken. Es weckt nicht nur Sehnsucht zum Meer, sondern auch das Nachdenken über das Leben und die Kraft der Natur. Die Bilder laden ein zum Verweilen, Träumen und Genießen am Sandstrand, das Meer und das Rauschen der Wellen. Alles ist sichtbar. Im Hintergrund denkt das Gehirn sich den Rest und macht es erlebbar.

https://annika-döring.de

Annika Döring im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Hassan Jelveh

Auf mich wirken die kleinen Bilder übergroß in der Betrachtung. Es sind Farben der Seele. Die Pinselstriche hinterlassen in dem überwiegend roten Variationen – Kunstwerk, ein Gefühl von unterschiedlichen Stufen von Wut oder Wärme. In dem anderen mit grünen Pinselvariationen ist es die Unterschiedlichkeit von Hoffnung. Insgesamt sind es Kunstwerke, die nicht nur in die Seele blicken, sondern auch einen in die Seele fallen lassen kann. Ein Schwelgen in der Schönheit der Farbgestaltung geht natürlich auch.

Hassan Jelveh im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Sophia Kühn

Sophias Werke lassen einen träumen von Landschaften, wo Engel aufsteigen an der stürmischen Atlantikküste oder sie unterzieht eine dunkle Landschaft mit Phosphorfarbe durch eine UV-Lampe sichtbar eine Veränderung. Das Bild wird mit zweierlei Maß gemessen: Kommende Dunkelheit, wie ein Sonnenuntergang oder in Licht gehüllt von einem strahlenden Mond, der nicht zu sehen ist. Es lässt die Betrachter das Bild im wahrsten Sinne in einem anderen Licht sehen.

Atelier: https://sophiakuehn.de

Sophia Kühn im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Jörg Lippmeyer

Seine karikaturhaften  Kunstwerke nehmen die aktuelle politische Situation im Land und den USA aufs Korn. Mal bleibt einem das Lachen im Hals stecken, mal ist es einfach nur lustig. Eine Anregung ist sich die Bilder näher anzusehen. Unverkennbar ist er ein Schalke 04 –  Fan. Das ist nicht zu übersehen und fährt mit den Kunstwerken auch den Bundesligafahrstuhl mit. Katzen begleiten ihn in vielen Bildern. Katzen sind seine Lieblingstiere und sind nicht nur in der Karikatur zu finden. Sie sind für ihn die Königinnen der Haustiere und seiner Kunstwerke.

Jörg Lippmeyer im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Daniel Pajonk

Die Welt in Schwarz-Weiß zu zeigen kann auch eine Anregung sein. Das die Welt nicht immer Schwarz-Weiß ist kann aus den vielen Variationen von Pajonks Kunstwerken entdeckt werden. Sie regen zum Nachdenken, zum fantasieren und zum Entdecken an. Er sucht immer nach anderen Strukturen, die einen immer neugierig machen auf mehr von seinem Können.

Instagram: @art_by_daniel_pajonk

Daniel Pajonk im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Gisela Schulte

Farben und Linien, abstrakt gestrickt gepinselt lassen die Betrachter zurück, den eigenen Blickwinkel der Einfachheit zu erweitern. Das genaue Hinsehen, in die Tiefe gehen, kann das Bild einen Spiegel vorhalten von Anecken oder Linientreue. Weiche Ecken, die einem mitteilen, dass es auch komplett anders gehen kann, zeigen die Bilder, genauso, wie die Unendlichkeit von Linien, die nicht immer gerade sein müssen. Gisela Schultes Kunstwerke sind einfach anders und genau macht es das ganze spannend bei der Betrachtung.

Gisela Schulte im Herner Künstlerbund ’90 e.V.

Alle auf dem Bild ohne Hagen Apel, der etwas früher gehen musste.

Fotos alle (c) André Brune

Schalke 04 I Geschichte, Fakten, Anekdoten #129 I 150 Jahre Gelsenkirchen Teil 3 I Ruhrgebiet erklärt Folge 22 I +Videopodcast I +Podcast

10 Fußlümmel vonne Zeche Consolidation und der Firma Küppersbusch um Willy Gies herum trafen sich in der Hauergasse 2 im Jahr 1904 im neuen Gelsenkirchener Stadtteil Schalke. „Wir werden einmal vor 90000 Zuschauern spielen“, war Willys Vision. Sie gegründeten einen Verein, der die Stadt prägen sollte, wie nichts anderes in ihrer 150 jährigen Geschichte.

Es liegt nahe in der Podcast-Trilogie über die Geschichte und Sehenswürdigkeiten der 150 Jahre alten Stadt Gelsenkirchen, auch den weltweit berühmten Fußballverein mit Freud und Leid, Auf und Ab zu bringen:

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Jack und ich hatten nicht vor einen Podcast über zwei Stunden zu machen. Eigentlich hätte ich ihn auf eine Stunde gekürzt. Und eigentlich haben wir wahrscheinlich das ein oder andere wichtige nicht gesagt. Wir hätten gern noch mehr über einzelne Spieler mitgeteilt, aber das folgt irgendwann ein anderes Mal.

Es war ein Abriss der Geschichte, die über 120 Jahre alt ist. Bei allen Skandalen, die der Verein hatte, war es wichtig das Herz des Fußballs zu erklären und erzählen es im Rahmen der Stadtgeschichte von Gelsenkirchen.

Wir hoffen, dass ist gelungen, trotz der Erkältung von Jack Tengo bei der Aufnahme, der zudem natürlich auch ein Borussia Dortmund – Fan ist. Also ein Derby ist hier auf jeden Fall zu hören.

Der FC Schalke 04 startete als Westfalia Schalke in Gelb-Rot, änderte die Farbe in Königsblau-Weiß, kämpfte sich mit weniger Mann durch den ersten Weltkrieg, blieb erhalten durch eine Frau, fusionierte mit einem Turnverein, um nicht unterzugehen, hielt sich wacker, ließ sich wieder scheiden von den Turnern und wurde reinkarniert in FC Schalke 04 e.V. Dann ging es los:

Der Fußball begann nach der Schicht und würde förmlich „erackert“ auf der Wiese. Die Ballmann-Brüder, geboren in Dortmund, ausgewandert mit den Eltern nach Großbritannien, aber nach dem Weltkrieg wieder zurück, brachten den unbekannten weiterentwickelten Inselfußball mit Fallrückzieher, Doppelpass und Kurzpassspiel mit.

Ernst Kuzorra und Fritz Szepan waren im Mittelfeld die Antreiber und formten den „Schalker Kreisel“, der für jede Mannschaft unschlagbar waren. Sie wurden zu Idolen ihrer Zeit und auch Vorbild in der Zeit des Nationalsozialismus.

Sie gewannen jedes Jahr die Westfalenmeisterschaft und sechs Mal die Deutsche Meisterschaft, fuhren auch mal an die Front, um mit der Wehrmacht Truppenfußball zu spielen.

Fritz Szepan sagte nicht nein, als er in der Arisierung das Textilhaus Julius Rode & Co von einem jüdischen Ehepaar namens Sally Mayer und Julie Lichtmann bekam. Ob er es wußte oder nicht, dass sie dann in Riga ermordet wurden nach der Deportation, können wir nicht nachvollziehen, auch nicht, ob er Schuldgefühle danach bekam.

Schalke hat als erste Bundesliga-Mannschaft die unrühmliche Geschichte aus der Nazizeit aufgearbeitet, der ein Skandal wurde, als 2001 eine Straße nach dem großartigen Fußballer benannt werden sollte und diese Geschichte herauskam.

Schalke wäre nicht Schalke, wenn der Verein immer weiter oben mitspielte, auch Gründungsmitglied der Bundesliga 1963 war. Doch der letzte Meisterschaftstitel wurde noch in der Oberliga 1958 gewonnen. Danach wurden sie meist Schalke Viz Vier oder Schalke Null Vize. Wie man es nimmt ist egal. Die Mannschaft spielte oben mehr mit als der Reviernachbar Borussia Dortmund. Weltweit gehört Schalke als Stadtteilmannschaft zu den größten. Das Stadion ist das meistbesuchte in ganz Deutschland.

Ein Denkmal hat sich der Manager Rudi Assauer geschaffen für sich und die Mannschaft und erst recht für die Stadt, die von der Multifunktionshalle profitiert nachdem sie in der Abschaffung der Montanindustrie im Strukturwandel eher zum Schlußlicht in der Arbeitslosenzahl gehörte, wie auch beim Schuldenberg.

Rudi Assauer sprechen wir im Podcast kurz an, denn er prägte als Manager wie kaum ein anderer mit seiner Zigarre und er durfte auch noch einen Pokal hochheben, den UEFA-Pokal.

Den gewannen sie gegen Inter Mailand. Im letzten Spiel im Parkstadion feierten sie viereinhalb Minuten die Deutsche Meisterschaft 2001. Doch die Bayern aus München trafen dann in einer unerhörten Überlänge doch noch in letzter Sekunde und hatten den Titel weggeschnappt.

Freud und Leid liegen eben wirklich nah beieinander. Der Malocherclub ist einem Millionenbeinverein gewichen. Gazprom kaufte sich ein, um eine sportliche symphatische Mannschaft für ihre Werbung zu nutzen. Als der russische Einmarsch in der Ukraine losging, zog der Verein die Reissleine und warf den Sponsor raus. Eine Konsequenz, die natürlich weniger Geld in die Kasse spülte, aber die ehrlich war.

Je mehr ich selbst über Schalke als Bochum-Fan lese, desto symphatischer wird mir Gelsenkirchen mit Schalke 04. Die Stadt und der Verein verdienen mehr Respekt als die ständigen negativen Schlagzeilen in den deutschen Medien.

Mehr Geschichte gibt es im Podcast und viele Infos, haben wir in folgenden Links und Büchern gefunden:

Links

https://www.schalke-erleben.de/

https://schalke04.de : FC Gelsenkirchen-Schalke 04 e.V. | Offizielle Website vom S04

Epochen Archiv – Fußball – Schalke 04

https://veltins-arena.de

Fritz Szepan – Wikipedia

Schalke Erleben | Fritz Szepan

Robert Schuermann – Gelsenkirchener Geschichten Wiki

Bücher

Homann, Ulrich: Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten, Klartext Verlag

Homann, Ulrich: Schalke 04 für Klugscheißer

Steffen, Simon: 100 unglaubliche Fakten über Schalke 04: Das große Fussballbuch, Kindle

Harris, Brian: Der unerzählte Mythos FC Schalke 04: Fakten die jeder Schalke-Fan kennen sollte, Kindle

Bernhard, Kai: Mythos Schalke 04: 22 Meilensteine der S04-Clubgeschichte, Kindle

Wer nur den Podcast „Ruhrgebiet erklärt“ folgen möchte:

Gelsenkirchen & seine Sehenswürdigkeiten #127 & #128 I Ruhrgebiet erklärt I +Podcast Folge 20 + 21 I +Videopodcast

Gelsenkirchen hat Sehenswürdigkeiten! Entdeckt mit mir und Jack Tengo die Stadt im Herzen des Ruhrgebiets, dass mehr zu bieten hat, als schlechte Nachrichten, um den größten Bankraub von Deutschland. Die meisten verbinden Gelsenkirchen nur mit der Arena Auf Schalke und dem weltbekannten Fußballverein, den wir im letzten Teil der Trilogie besprechen werden. Gelsenkirchen hat mehr zu bieten als viele denken!

Es gibt das Musiktheater, den Zoo Zoom, den Consolpark, Nordsternpark, einige erhaltene alten Zechenhäuserstraßen und noch viel mehr. Wir werden bestimmt nicht alles aufgelistet haben, was es gibt. Ihr könnt uns gern in die Kommentare schreiben, was euch gefehlt hat.

Was hat Gelsenkirchen noch zu bieten?  Die Innenstadt ist ja wohl nix besonderes. Von wegen!  Man muss genau hinsehen.  Zum Entdecken der Stadt wird es definitiv reichen.  

Empfehlen können wir die beiden in den Shownotes stehenden Bücher, in denen wir auch recherchiert haben neben den vielen Links.  Hier habt ihr einen kleinen Einblick in Gelsenkirchen, in Sehenswürdig- und Merkwürdigkeiten. 

Wer durchfährt, sollte anhalten und auch mal aussteigen. Es lohnt sich, dort mal genauer hinzuschauen.  

Gelsenkirchen entdecken ist auf jeden Fall interessant! 

Im ersten Teil sind wir südlich der Emscher im alten Gelsenkirchen und seinen Stadtteilen:

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Im zweiten Teil besprechen wir den Norden der Emscher bestehend aus Buer und seinen Stadtteilen:

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Unsere Recherchelinks:
***
Buch: Gelsenkirchen in Geschichte und Gegenwart, Klartext Verlag, ISBN: 9783837527049
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Gelsenkirchener Geheimnisse von Mike Durlacher und Maira Schröer, ISBN: 9783946581482
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Antiquarisch: Gelsenkirchen Buer und Horst von Hans-Rudolf Thiel

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Bosnische Märchen erzählt von Markus Kaupp-Herdick in Bottrop – Eine Benefizveranstaltung vom Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien

Es war einmal…in Bottrop, da hat sich vor über 10 Jahren ein Verein gegründet, der Hilfsfahrten nach Bosnien-Herzegowina organisierte. Nun begab es sich, dass bei einer Benefizveranstaltung am 26.1.26 im Stück.Gut, Kirchplatz 3 in Bottrop, bosnische Märchen erzählt wurden von Markus Kaupp-Herdick. Er forschte in alten übersetzten Büchern nach passenden Märchen aus diesem für uns eher unbekannten Land und brachte vier ins Ruhrgebiet mit. Schon das erste Märchen „Die zwei Groschen“ begeisterte das Publikum und machte Lust auf mehr.

Teaser:

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Hier könnt ihr es in voller Länge erleben::

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Die Tonqualität ist nicht das beste, weil ich es spontan aufgenommen habe. Die Nebengeräusche bitte ich zu entschuldigen.

Schon das erste Märchen „Die zwei Groschen“ begeisterte das Publikum und machte Lust auf mehr.

Das anschließende Märchen „Die Bärenprinzessin“ war ein ungewöhnliches Märchen. Die Mischung aus Fabel und einer Vorstellung eines Jenseits, dass jederzeit in einer Höhle zugänglich ist, wurde im Märchen auf ungewöhnliche Art und Weise vermischt.

 Im vierten Märchen wurden alle an die „Drei Nüsse von Aschenbrödel“ erinnert, das mit anderen Namen und einem etwas anderen Ende ebenso spannend, wie bewegend jeden Zuhörer packen konnte.

Vorsitzender des Vereins Aktion Leben und Lernen in Bosnien Semir Hasanspahic übergibt ein kleines Geschenk für den Märchenerzähler Markus Kaupp-Herdick. Im Hintergrund der zweite Vorsitzende Herbert Schröer, der den Kontakt hergestellt und die Idee zu diesem wunderbaren Abend verwirklichte.

Bosnische Märchen sind herrlich ironischer als so manches eher brutales Märchen von den Gebrüdern Grimm. Die Märchen waren für Alt und Jung eine schöne Abwechslung, um in eine alte Zeit einzutauchen in dieser schnelllebigen Zeit des Internets. Es machte am Ende Lust auf mehr Märchen erzählt zu bekommen statt sie selbst zu lesen.

Die gemütliche Räumlichkeit im Stück.Gut in Bottrop am Kirchplatz 3 waren mit einem bosnischen Teppich ausgelegt worden und machte die Märchen sehr nahbar

Seit vielen Jahren ist der Männerseelsorger und Gemeindereferent der Erzdiözese Freiburg Markus Kaupp-Herdick leidenschaftlich unterwegs im Land, um Kindern und Erwachsenen Märchen auf eine unnachahmlichen Art und Weise zu erzählen. Er erklärte sich bereit extra eine Veranstaltung zu machen, wo das eingesammelte Geld wiederum für Hilfsmittel und Unterstützungen für Schulen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen gesammelt wurde.

Ins Ruhrgebiet sind viele Bosnische Familien migriert in den 1990er Jahren während des Krieges in Bosnien – Herzegowina. Viele sind geblieben, haben sich integriert, haben Arbeit und  engagieren sich auch politisch.

Sie haben auch ihre Kultur mitgebracht. Einen Teil der Kultur haben wir in diesen schönen Märchen mitten im Ruhrgebiet erleben können. Eine Wertschätzung und Wiederholung der bosnischen Märchenerzählungen von Markus Kaupp-Herdinck ist definitiv erwünscht für diejenigen, die es verpasst haben sollten.

Ich war bei zwei Hilfsfahrten in den letzten beiden Jahren mitgefahren und unterstütze seitdem den Verein ein wenig.

Ein Märchen hab ich aufgenommen. Den Rest wollte ich selbst genießen. Im Herbst lade ich Markus für Ruhrgebiets-Märchen ein. Mal sehen, was er da erzählen wird!

Wer mehr wissen möchte zum Märchenerzähler Markus Kaupp-Herdick und den Verein aus Bottrop:

Markus Kaupp-Herdick Seelsorgeeinheit Batzenberg – Obere Möhlin

Männerseelsorge

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https://aktion-bosnien.eu

Die Hilfsfahrten habe ich jeweils im Blog auch beschrieben und zwei Podcasts gemacht:

Aktion Leben und Lernen in Bosnien – Ruhrpottologe – André Brune

Alle Fotos (c) André Brune für den Verein Aktion Leben und Lernen in Bosnien e.V.

Werde Unterstützer für das Podcastprojekt Stolpersteine Ruhrgebiet I Start zum Holocaustgedenktag bei Steady

Schon lange hegte ich den Wunsch für ein neues Podcastprojekt, das sich mit Erinnerungskultur im Ruhrgebiet befasst.

Im Schmelztiegel von Migration im Ruhrgebiet gab es unter der NS-Diktatur eine Vielzahl an Mitläufern und Mittätern, die nach dem Zweiten Weltkrieg davon gekommen sind.

Die Opfer, ob Juden, Romas, Sintis, Homosexuelle, Menschen mit psychischen oder körperlichen Behinderungen, sowie politisch anders Denkende wurden verfolgt, gefoltert und umgebracht.

Die Opfer haben an ihrem letzten Wohnort von Verwandten oder Menschen, die sich für ihr Schicksal interessierten und nachrecherchiert haben aus Vereinen oder Schulen, an Gunter Demnig gewandt, um einen Stolperstein für das Gedenken an die Person einzusetzen.

Reden werden gehalten und im jeweiligen Stadtarchiv, auch online festgehalten für jeden einsichtbar.

Doch wie war die Zeit, was wurde herausgefunden, wie war die Person, was hat sie erleiden müssen? Wie sind die Initiatoren auf genau diesen Menschen gekommen, um nachzuforschen, was passiert ist?

All das sind Dinge, die bei der Vielzahl von Stolpersteinverlegungen untergehen nach dem Einsetzen in den Boden. Und das sind die Fragen, die ich habe, die ich festhalten will in der Nachwelt, damit die erfolgte Situation für niemanden genauso wieder erfolgen wird.

Die Floskel „Nie wieder ist jetzt“ wird jetzt in Frage gestellt, doch in den sozialen Medien können die schlimmsten Worte am nächsten Tag auch Taten folgen. Gestern war der Nachbar noch ein netter Mensch, morgen hasst er dich und möchte dich denunzieren oder selber foltern, weil er „Gründe“ hat.

Die Aufteilung des Podcast „Stolpersteine Ruhrgebiet“ hat einen Sinn: Bei Steady, einer deutschen Podcast-Firma, kann ich Mitgliedschaften anbieten. Mit nur 4 € im Monat bei jährlicher Abrechnung (20% gespart) oder 5 € im Monat kann dieser ehrenamtlich entstehende Podcast finanziert werden. Davon wird von mir 50% der Summe an einen Verein oder einer Initiative für ihre Bildungs-, Erinnerungs- oder Aufklärungsarbeit abgegeben. So macht der Podcast einen dreifachen Sinn, den die Mitglieder aktiv unterstützen können.

Hier ist der Link für eine Mitgliedschaft:

https://steady.page/plans/2e77f62d-82c8-4f8a-a795-3899a5d6764e

Vielen Dank an alle Unterstützer und Unterstützerinnen!

Alle zwei Wochen kommt zur Zeit ein Podcast in dieser Reihe immer Dienstags ab 20 Uhr.

Die schon herausgebrachten Podcasts werden noch einmal dort aufgelegt werden.

Die Seite wird zusätzliche Informationen haben, die exklusiv nur Mitglieder sehen oder lesen werden können.

Ich würde mich freuen, wenn ihr davon erzählt, es teilt und Unterstützer findet, damit es erfolgreich wird im Namen für die Opfer der NS-Diktatur. Danke!

An der schönen blauen Emscher I Eine kunstvolle Hommage an den Fluss von Wilma Reidick in Bottrop

Als 1899 die Emschergenossenschaft entstand, war Wilma Reidick noch nicht geboren. Zur Zweinullenrundung tauchen ihre Kunstwerke noch einmal aus den gereinigten Fluten des alten Flusses im Infopoint in Bottrop auf und das zum richtigen Zeitpunkt. Denn dieses Jahr feiert die Lippegenossenschaft 100 Jahre und ein neuer Stadtteil in Bottrop Grenze Essen direkt am Fluss hat kürzlich den ersten Spatenstich bekommen: Freiheit Emscher. Wilma Reidicks Collagen mit dem Thema „An der schönen blauen Emscher“, die vor knapp 25 Jahren noch visionär war, ist heute Wirklichkeit. Sie stellt den Lauf der Emscher auf unterschiedliche Weise an verschiedenen wichtigen Punkten von der Quelle bis zur Mündung dar. Sie noch einmal in einer Ausstellung sehen zu können ist zu einem richtigen Zeitpunkt geschehen. Sie zu neu zu entdecken lohnt sich im Blickwinkel des Betrachters!

Selfie in der Collage von Wilma Reidick

Wilma Reidick setzte sich aus ihrer persönlichen Lebenserfahrung mit dem kleinen stinkigen Fluss Emscher von der Quelle bis zur Mündung in den Rhein collagenartig auseinander. Damals war der Fluss noch der Fluss, der sich nicht durch die Landschaft windete, sondern in einer Betonröhre brackig in Richtung Rhein floß. Wer dort reingefallen war, hatte kaum Chancen zu überleben. Fische waren dort nicht zu finden, bis auf den Braunen Kackstreif. Der ist jedoch ungenießbar gewesen und starb auch evolutionär innerhalb kürzester Zeit aus, weil die Sauerstoffzufuhr auf Null ging durch das Einleiten von Industrieabfälle neben den extremen Exkrementen menschlicher Notdurft.

Wilma Reidick erzählt von ihren Emschererfahrungen

Anfang der 1990er Jahren kam die Überlegung, dass das so nicht weitergehen kann. Der ökologische Umbau begann und er sollte dreißig Jahre dauern. Ich bekam damals einiges indirekt mit durch meine Ausbildung bei der Ruhrkohle AG als Ver- und Entsorger, und weil ich politisch aktiv war, als die Beschlüsse dazu gemacht wurden.

Es wurden die „Fauleier“ hier und da an die Emscher gebaut. Nein, sie wurden nicht von Storchen gelegt. Moderne bessere Kläranlagen sollten die Emscher wieder zu dem Fluß machen, was er mal war. Zumindest grob, denn der alte Emscherbruch mit Überschwemmungen wäre jetzt nicht so gut gewesen.

Damals vor dem Bau der Betonröhre Emscher jedoch war es positiv erstmal für die stark wachsende Bevölkerung. Zu jeder Überschwemmung gab es übertragbare Krankheiten, wie Cholera, Rur oder Thyphus. An den Stellen vom Emscherbruch wurde dann natürlich reichlich Straßen und Häuser, sowie Gewerbegebiete gebaut. Rien ne va plus, wie der Franzose sagt. Nichts geht mehr.

Doch dann begann die Renaturierung und der komplette Umbau der Emscherzuflüsse mit riesigen Regenrückhaltebecken, und der Umbau der Kläranlagen, die zu den modernsten der Welt gehören. Und dann kam eine Künstlerin mit einem besonderen Blick auf die Emscher, die ihre Kindheit und das Erwachsenleben mit dem Fluss selbst erlebt hat und dann war da noch ihr Ehemann Ingenieur, dem nichts ists zu schwör, der dann auch noch bei der Emschergenossenschaft direkt involviert war in dem Umbau der Emscher.

Wenn das nicht alles zusammen ein Emscherpool war voller Ideen zu den Kunstwerken, die dann entstanden, dann weiß ich auch nicht. Sie schaut auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Flusses. Sie zeigt farbenfroh die Emscher zwischen Landwirtschaft, Industrie und Bebauungen auf den Collagen, sowie eine Vision einer blauen Emscher, die so damals noch nicht war. Das Skelett eines Fisches, der damals noch nicht den Hauch einer Überlebenschance hatte, der Bau der Fauleier im Bottroper Stadtteil Welheim mit technischen Zeichnungen und die Mündung bei Dinslaken sind nur einige Beispiele ihrer Collagen.

Heute ist es so: Es stinkt nicht mehr. Klopapier findet sich nicht mehr auf der Wasseroberfläche, was vor einigen Jahren noch zu entdecken war. Fische tummeln sich dort fast wie in alten Zeiten. Algen wachsen, und Enten sowie Schwäne schwimmen in dem Gewässer. Ich selbst konnte es kaum glauben.

Das ich dies selbst noch erleben kann, aus der Generation, die die Nase rümpfte, wenn man auf der B224 oder B226 an der Brücke im Stau stand, ist ein besonderes Erlebnis. So wie auch die Kunstwerke von Wilma Reidick, die bis zum Sommer 2026 im Infopoint der Stadt Bottrop in der Hansastraße gesehen werden können.

Es ist toll diese Kunstwerke von Wilma Reidick nochmal sehen zu können, die damals schon im Landtag von Nordrhein-Westfalen (2012), in der Burg Vondern und kurz vor der Mündung in Dinslaken ausgestellt war. Es ist die künstlerische Art für den Startschuss für den weiteren Umbau ihrer Heimatstadt Bottrop mit dem neuen „Stadtteil“ Freiheit Emscher. Industriebrachflächen werden dort zum Teil Gewerbepark und zum Teil Wohnfläche. Darüber schreibe ich ein anderes Mal, denn das ist ein weiteres neues Kapitel zum Thema Emscher.

Historisch müsste man das Ruhrgebiet eigentlich Emschergebiet nennen, weil hier die ganze Mischpoke von Abwässern aus unseren Hintern von nördlich und südlich des Abwasserflusses und der Industrie abgeseilt bzw. abgelassen wurde.

Ob es Absicht war, die meisten Bilder beim Abgang zur Toilette zu hängen? Manche finden es vielleicht als Affront gegenüber der Künstlerin. Nun der Ausstellungsraum ist etwas begrenzt. Und wer dann mal das Bedürfnis einer Darmentleerung ausgerechnet im Infopoint verspürt, der kommt an den alten Nasenrümpferfluss im eigenen „Abgang“ ohne einen Blick auf die Bilder nicht vorbei. Und das ist gut so, denn dort schwimmen nicht mehr die braunen Klümpchen und das Toilettenpapier herum. Jetzt gibt es den Schwanentanz von Tschajkowksi dort auf der Emscher!

Die Ausstellung ist sehr zu empfehlen! Dort im Infopoint kann auch ein Blick auf Termine von Comedy bis Theater in der Stadt geworfen werden. Auch Souvenir-Artikel finden sich hier: Von Kirchhellener Gin bis zum T-Shirt. Es gibt sehr schöne Postkarten für den guten Zweck und auch Honig von einem örtlichen Imker.

Bürgermeister der Stadt Bottrop Thomas Göddertz

Die Ausstellungseröffnung am 14.1.2026 wohnte ich für ein paar interessante Stunden beim Gastgebernetzwerk Bottrop bei. Das zeigt, das Kunst, Kultur, Industrie und Tourismus zusammen verbunden sind, was der frisch gewählte Bürgermeister Thomas Göddertz in seiner Ansprache den ca. fünfzig Anwesenden verklickerte. Kunst und Kultur ist ein Impulsgeber für den Besuch einer Stadt und hob damit auch den Infopoint als Ort der Begegnung für Gäste, sowie Einheimische und auch Kulturschaffenden hervor. Ich kann das nur bestätigen. Es bereichert jede Stadt im Ruhrgebiet. Denn Tourismus braucht jede Stadt. Es bringt jeder Stadt nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch ein bisken Geld inne Stadtkasse.

Die Besucher des Gastgebernetzwerks hörten interessiert zu im Infopoint

Also einfach mal reinschneien im Winter, aber auch darüber hinaus vorbeikommen. Der kunstvolle Blick auf die schöne blaue Emscher geht noch bis zum Sommer, dann kommt wieder was anderes. Es lohnt sich!

Adresse:

Infopoint Bottrop

Hansastraße 15 – 46236 Bottrop

Mi & Sa 10-14 Uhr

Do 10-17

Fr 10-16

Di & So geschlossen

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Atelier der Künstlerin

Wilma Reidick

Parkstraße 4

46236 Bottrop

www.wilmareidick.com

Alle Fotos im Beitrag von (c) André Brune

Da die Beleuchtung das Glas spiegelt und ich nicht alle hier fotografisch abgebildet habe, kann ich nur empfehlen: Geht selbst hin, um alles richtig zu sehen!