Einladung zum Mit- und Nachmachen: Vorbildliche Stolpersteinputzaktion vom 22. September bis zum 09. November 2025 in Bochum

Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegte allein in Bochum seit 2004 mittlerweile 374 Stolpersteine und vier Stolperschwellen. Sie erinnern nicht nur in Deutschland an die Opfer des Faschismus. Die Patenschaften übernahmen Schulklassen, Vereine, Initiativen und auch engagierte Einzelpersonen, die sich jeweils mit der Biografie der Opfer beschäftigt haben. Stolpersteine erinnern an Jüdinnen und Juden, Homosexuelle, Sinti und Roma, Menschen mit Handicap und politisch Verfolgte.

Damit die Stolpersteine schön glänzen und gut lesbar sind, müssen sie regelmäßig gereinigt werden. 2022 ist die letzte stadtweite Putzaktion vom Kinder- und Jugendring organisiert worden. Da zahlreiche Steine wieder stark verschmutzt und kaum noch leserlich sind, laden das Kommunale Integrationszentrum und der Kinder- und Jugendring zu einer neuen Stolpersteinputzaktion ein.

Möglichst viele Stolpersteine und die Stolperschwellen sollen im Zeitraum zwischen dem 22. September und dem 09. November 2025 (87. Jahrestag der Reichspogromnacht) gereinigt werden.

Gruppen und Einzelpersonen, die sich an der Putzaktion beteiligen möchten, können sich in der Geschäftsstelle des Jugendrings (E-Mail: info@jugendring-bochum.de; Telefon: 0234 – 51 64 61 56) melden und mitteilen, wieviel Zeit sie für die Aktion einbringen können und in welchem Stadtteil sie sich engagieren möchten. Putzmaterial wird vom Jugendring zur Verfügung gestellt.

Ich werde meinen Teil dazu beitragen und so viele sauber machen, wie ich kann. Denn gerade jetzt ist #niewiederistjetzt Der Faschismus greift wieder um sich und verführt die Jugend. Die letzten Kommunalwahlen zeigten es, wie sehr Menschen auf die „einfachen“ Lösungen reinfallen, die eine Alternative sein sollen, die mit den gleichen Narrativen die Menschen verführen, wie damals die NSDAP. Wohin das die Bevölkerung in Europa geführt hat, zeigen die Stolpersteine. Gunter Demnig macht weiter, weil die Gefahr des Faschismus nie verschwunden war, sondern in ganz Europa immer noch vorhanden und jetzt wieder verstärkt wurde. Sie tragen keine Springerstiefel mehr, sondern schicke Anzüge, aber reden nicht nur von Remigration, sondern auch von Mord und das Ändern der Gesetze, das Abschaffen der Demokratie!

Ich selbst hätte nie gedacht, dass die Menschen so einfach zu verführen sind, wo meine Generation schon gut aufgeklärt wurde. Aber die sozialen Medien, die KI-Technik und einfache politische Polemik greift heute wieder Menschen an, die sich gerade ihre Freiheiten gesetzlich erkämpft haben.

Auch ich fühle mich verpflichtet für die Vielfalt des Ruhrgebiets zu kämpfen. Die Stolpersteine sind für mich das Projekt, das nun umso mehr in den Vordergrund kommen wird bis zur nächsten Landtagswahl in NRW. Wer mehr über die Geschichte der Stolpersteine erfahren möchte, kann sich gern den Vortrag als Podcast ansehen, den ich aufnehmen konnte, als Gunter Demnig in Bottrop 2023 Stolpersteine verlegt hatte:

Gunter Demnig, der Initiator und Künstler stellt sich vor I Stolperstein Ruhrgebiet Podcast #1 I #63 I + Fotos I + Video – Ruhrpottologe – André Brune

Mehr Informationen zur Stolperstein-Säuberungsaktion:

Kinder- und Jugendring Bochum e.V.

Engelsburger Straße 168, 44793 Bochum

Tel.: 0234 – 51 64 61 56

Fax: 0234 – 68 33 36

info@jugendring-bochum.de

www.jugendring-bochum.de

Der Text ist aus der Pressemitteilung entstanden, sowie die Fotos stammen vom Kinder- und Jugendring Bochum e.V.

Welt – Alzheimertag 21.9. I Gedenken mit einer Bademantelchallenge an Betroffene und Aufruf für Forschungsspenden I +Videos I +Shorts I +Fotos

Hiermit möchte ich an den Welt-Alzheimertag am 21.9. in meinem Blog erinnern. Vor zwei Jahren unterstützte ich die besondere Aktion der DZNE-Stiftung in Instagram: Die Bademantel-Challenge mit zwei Videos.

Short Teil 1:

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Der Welt-Alzheimertag soll nicht nur an die an Demenz Verstorbenen oder an weltweit 35 Millionen Erkrankte erinnern, sondern auch an die Angehörigen, die täglich mit der Erkrankung umgehen müssen oder es am Ende nicht mehr schaffen und ihre Betreuung dann durch ausgebildete Pflegekräfte in Seniorenheimen übernommen werden. Auch unsere Pflegekräfte sollten an dem Gedenktag nicht ausgeschlossen werden. Sie machen großartige Arbeit!

Auch ich gehörte bis 2008 zu den Angehörigen, denn meine Großmutter väterlicherseits musste in ein Seniorenheim, weil niemand die Pflege übernehmen konnte und siechte jahrelang dahin. Sie starrte an die Decke, konnte nicht mehr sprechen, kein Gespräch mehr über alte Zeiten, kein Lächeln mehr. Nur ein letztes erstaunliches Wiedererkennen mit einem Winken bei meinem letzten Besuch, bevor sie einen Tag später eingesperrt in einem Zimmer wegen eines multiresistenten Keims starb.

Die DZNE-Stiftung habe ich bei ihrer Bademantels-Challenge nicht nur deshalb mit Videos unterstützt. Es geht der Stiftung neben der Demenzforschung auch um Parkinson- und ALS-Erkrankungen. Alle drei Krankheiten sind sehr komplex. Erst seit wenigen Jahren sind durch neueste Forschungsergebnisse neue Medikamente entstanden, leichte Verbesserungen und eine Verzögerung der Erkrankungen erreicht worden. Ein Sieg gegen diese Krankheiten – wie auch bei Krebs – ist noch lange nicht in Sicht.

Jeder meiner Leserinnen und Leser oder sogar ich selbst kann daran erkranken und schlussendlich sterben. Umso wichtiger war es mir, dem Aufruf zu der vor zwei Jahren über Instagram stattgefundenen Bademantel-Challenge zu folgen und mitzumachen, bei der auch viele Prominente mitgemacht haben. Viele Tausende Menschen haben Videos gemacht, die sie so vorher noch nicht produziert hatten. Tolle Juwelen sind dabei entstanden. Alle sind bei Instagram abrufbar unter dem Hashtag #bademantelchallenge auf Instagram:

#bademantelchallenge • Instagram

Meine Videos sind ohne lange Überlegungen entstanden. Ich habe mir ein Drehbuch ausgedacht, spielte die Hauptrolle eines Demenzerkrankten, der sich verirrt hat in seiner Stadt. Mein Freund Ralf Opiol erklärte sich bereit, mich dabei zu filmen, wie ich umherirre. Er brachte mich dann zum Seniorenzentrum des Deutschen Roten Kreuzes in Bottrop, Rottmannsmühle, an der Karl-Englert-Straße. Dort wurde ich von dem Pfleger, gespielt und im Original von Christian Rapp, der schon lange dort aus voller Überzeugung seinen Beruf ausübt, in Empfang genommen. Ihm und Ralf Opiol sowie dem DRK-Seniorenzentrum Rottmannsmühle danke ich nochmals für das Mitwirken an diesem Film, damit er so authentisch wie möglich gemacht werden konnte. Die Leiterin Beatrice Werner war sofort mit Feuer und Flamme dabei.

Pfleger Christian Rapp vom DRK Rottmannsmühle in Bottrop nimmt mich in Empfang

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Im Aufruf konnte man zwei weitere Organisationen oder Personen nominieren. Daher rief ich die Triker Gemeinschaft NRW dazu auf, mitzuwirken. Sie baten mich, den Film für sie zu machen. Also gestaltete ich es noch etwas anders. Ich wurde in Altenessen an einem alten Lost Place-Gebäude vom Triker Markus Gärtner aufgefunden und von ihm und Ralf Opiol, der wieder die Kamera auf die Situation hielt, aber auch mehr in Szene gesetzt wurde, auf ein Trike gesetzt, um mich dort ins Seniorenzentrum Altenessen der GESOB in die entsprechende Abteilung zu bringen. Auch hier gilt mein Dank für das Mitwirken an dem Video an die GESOB GmbH mit der Genehmigung des Leiters Andreas Atzler sowie den Pfleger Bryan Karmasch, der mich „versorgt“ hat.

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Wie wichtig es ist, qualifizierte Pflegerinnen und Pfleger zu haben, zeigt ebenfalls das Video. Denn es braucht viel Verständnis, Einfühlungsvermögen und vor allem Überzeugung, diese Arbeit zu machen. Ich habe vollen Respekt für ihre Arbeit, die nicht selbstverständlich ist.

Ralf Opiol fotografierte meine Videokontrolle im GESOB Seniorenzentrum Altenessen

Ich habe beide Videos nicht so fertiggestellt, wie ich es sonst getan hätte, weil sie ja für Instagram kurzfristig als Spendenaufruf gedacht waren. Ich habe sie aber gleichzeitig auch auf YouTube hochgeladen, damit sie eine größere Reichweite bekommen. Ein Blogbeitrag war zeitlich nicht möglich. Umso wichtiger war es mir, diesen heute fertigzustellen am Welt-Alzheimertag im Jahr 2025, damit ich es nicht erneut vergesse.

Fantastisches Team für das tolle Video: Ralf Opiol und Markus Gärtner von der Triker Gemeinschaft NRW

Information zur DZNE-Stiftung

Es geht bei der Stiftung neben der Demenzforschung, auch um Parkinson und ALS-Erkrankungen. Alle drei Krankheiten sind sehr komplex und haben erst seit wenigen Jahren durch neueste Forschungsergebnisse Möglichkeiten bekommen mit  neuen Medikamenten und gesammelten Forschungsergebnissen Verbesserungen und Verzögerungen. Ein Sieg gegen diese Krankheiten, wie auch bei Krebs, ist noch lange nicht in Sicht. Sie wollen eine Zukunft ohne neurodegenerative Erkrankungen. Das Gehirn ist bis heute noch nicht vollständig erforscht und wird noch einen langen Weg haben.

Die Aktion der Bademantelchallenge der Stiftung sollte Alzheimer raus aus der Tabuzone holen und mehr Aufmerksamkeit für die Forschung bringen, denn sie ist meist durch private Spenden nur möglich. In Zimmern von Alzheimererkrankten hängen oft Bilder von ihnen, wie sie früher waren. Das blühende Leben, leuchtende Augen und Familienmitglieder, die sie umarmen oder bei Geburtstagen begleitet haben, als sie noch fit waren, zeigen die Aufnahmen. Wenn man heute auf sie hinabblickt, ist es oft traurig, was aus ihnen geworden ist.

Ein gutes Pflegeheim in Bottrop: DRK Rottmannsmühle. Danke für die Unterstützung des Videos! (screenshot aus dem Video)

 

Was könnt ihr tun oder unterstützen?

  1. Wenn ihr jemanden seht, der verwirrt durch die Straßen läuft, dann ruft 112. Wenn ihr in der Verwandtschaft jemanden habt, bei dem vermehrte Vergesslichkeiten sichtbar auftauchen. Arzt aufsuchen und auf Demenz prüfen lassen!
  2. Ihr könnt die Stiftung der Deutschen Demenzhilfe jederzeit mit einer Spende unterstützten. Mehr Infos zur Stiftung und Spendenlink: https://www.dzne-stiftung.de
  3. Für mich ist die Verbreitung sehr wichtig. Denn Demenzerkrankungen sind tückisch und kaum erforscht. Ihr könnt diesen Blogbeitrag liken, kommentieren und teilen, das ebenfalls auf den Sozialen Medien und vor allem die Seite der Stiftung weiter verbreiten!
  4. Sprecht darüber mit euren Angehörigen.

Ob die Krankheit jemals gestoppt werden kann, wird sich zeigen. Wie bei Krebs ist sie heimtückisch. Sie schleicht sich an und ist plötzlich dann doch mit großen Schritten da. Die Ursachen sind noch nicht klar erforscht. Umso wichtiger ist es, dass sich diese Stiftung um die Erforschung und Verbesserung der Erkrankten kümmert. Und ihr euren Teil an dieser Sache macht. Jeder rechtzeitige Schritt ist wichtiger denn je! Danke für das Mitwirken für diese großartige Sache!

Es kann jeden treffen. Immer und überall.

Ihr Pfand hilft Obdachlosen – ein besonderer Verein I Matthias Kersting und die Aktion Bollerwagen in Bochum I +Videopodcast I +Podcast #116 I +Fotos

Ihr Pfand hilft Obdachlosen e.V. – Hilfe, die direkt ankommt

Unter dem Motto „Jede Flasche zählt“ sammelt und gibt der Verein direkt die Spende an Wohnungslose:  Getränke, Essen, Schlafsäcke und Hygieneartikel. Ich bin jetzt mitgegangen, um den Ablauf zu erleben. 

Pfand sammeln einige Obdachlose, aber nicht alle. Es gibt jedoch eine sinnvollere direktere Alternative zum Pfandspenden als sie überall herumstehen zu lassen, was in dem Moment sogar eine Ordnungswidrigkeit ist und eben Müll auf der Straße: Direkt den Pfand an eine Organisation geben, der sich dann wiederum richtig darum kümmert. So kommen mehr als nur ein paar Cents bei den Obdachlosen an.

Die Idee und Gründung

Eine besondere Idee hatten die Vorsitzenden der VfL-Fanfußballclubs Oliver Nolting vom Blue-White-Malibu-1848 und Matthias Kersting vom Bochumer Herzschlag. Sie gründeten 2021 den Verein „Ihr Pfand hilft Obdachlosen e.V.“  Während der Corona-Pandemie saßen sie bei einem Fläschchen Bier auf einer Parkbank, wie es damals üblich war und wollten etwas für die Obdachlosen machen. So beschlossen sie Pfand zu sammeln an einem Getränkemarkt. Die Suche nach einem Getränkemarkt ging los. Nachdem der erste mitmachte, kamen vier weitere dazu, so dass der Verein immer im Wechsel vor Ort an verschiedenen Stellen an einem Sammeltag den Pfand der Menschen übernahmen, die ihn gegen neue Getränke eintauschen wollten. Das System kam bei den meisten sehr gut an. Zuletzt sind über 400 € am 13.9. an einem Sammeltag zusammengekommen.

Des weiteren bot der VfL Bochum 2022 dem gemeinnützigen Verein „Ihr Pfand hilft Obdachlosen e.V. mittlerweile zwei Mal an die Pfandbecher der Fußballfans im Stadion an der Castroper Straße einsammeln zu lassen. Ein Pfandbecher kostet 2 €. Zu Ostern 2024 kamen so 2158 Pfandbecher zusammen mit einer zusätzlichen Geldspende. Das war eine gute Summe um einige Lebensmittel, Schlafsäcke und Hygieneartikel für die Obdachlosen in Bochum besorgen zu können. 

Über die Gründung und das Handeln des Vereins spricht Matthias Kersting, einer der Gründer, im Podcast. Ich lasse auch kurz die Eindrücke zweier weiterer Mitläuferinnen, Heidi und Christina Pottmeyer zu Wort kommen.

Alles könnt ihr sehen oder hören im neuen Videopodcast bwz. Podcast:

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Spontan mitgemacht bei der „Aktion Bollerwagen“

Mal im Team mitgehen und erleben, helfen und die Gesellschaft ehrenamtlich zu unterstützen!

Mein Motto: Einfach machen

Ich war für einen Spätnachmittag spontan eingeladen worden an einem heißen Tag bei ihrer „Aktion Bollerwagen“. Damit verteilen sie direkt Wasser, Obst, auch Ruck- und Schlafsäcke für die Obdachlosen. Es war direkt nach dem Podcast mit Milton Merlano über den Verein „Barrierefrei sei mit dabei e.V.“ , der schon unter #114 erschienen ist.

Ich war beeindruckt von ihrem Tun und ihrem Umgang mit den Betroffenen, um die über 99% der Menschen einen großen Bogen machen oder sie sogar beschimpfen, sie sollen arbeiten gehen statt auf der Tasche zu liegen. Doch sie liegen niemanden auf der Tasche. Sie boxen sich irgendwie durchs Leben. 

Kleine Aufmerksamkeiten sind für sie eine Besonderheit, die sie schätzen, weil sie nichts mehr haben. Sie besitzen kein Auto, keine Wohnung, geschweige denn ein Bett oder einen Kühlschrank. Wenn wir uns das bewusst machen, dann denken wir anders über sie, aber das ist ein Lernprozess bei vielen. Wohnungslose müssen betteln, um zu überleben. Das ist oft nicht einfach, besonders bei denjenigen, die gerade Obdachlos werden, also in eine unerwünschte Situation kommen, wo Stolz und Scham eine große Rolle spielen. Im Winter müssen sie Glück haben immer einen warmen Schlafplatz zu bekommen. Es kann passieren, dass wir auch eine Todesnachricht erhalten von einem erfrorenen Obdachlosen. Das war 2021 in Bochum passiert.

Machen wir uns nichts vor, schon morgen kann ein Unfall, eine schmerzvolle Trennung, Spielsucht, große Schuldenanhäufung, Arbeitslosigkeit, eine psychische Erkrankung oder einige andere schicksalsträchtige lebensverändernde Dinge dazu führen selbst in diese Lage zu kommen, und zwar schneller als man denkt.

Ich habe erlebt, wie Matthias und Heidi mit ihnen offenherzig sprechen. Wenn die Obdachlosen mit dem Vornamen angesprochen werden, sind sie sofort im Gespräch, fühlen sich respektiert und unterhalten sich über Gott und die Welt. Sie alle hatten ein Leben vor diesem Leben. Sie plaudern über Politik, die Stadt und das Wetter, wie heiß es ist, wie kalt oder regnerisch. Das Überleben hängt immer an einem seidenen Faden ohne ein vernünftiges Dach über den Kopf.

Montagsaktion

Jede Woche Montag schmieren Vereinsmitglieder am Musikforum in Bochum Brote und Brötchen mit Käse und Wurst. Kaffee wird ausgeschenkt, Süßigkeiten, Joghurt und Obst verteilt. Falls Altkleidung vorhanden ist, wird es ausgelegt und ist auch gleich schnell wieder weg.

Das ganze bezahlt der kleine, aber sehr aktive Verein Ihr Pfand hilft Obdachlosen e.V., nur ein kleiner Teil kommt von Sponsoren.

Menschen, die sich engagieren

Heidi  ist schon 78 Jahre alt. Mit Herzblut unterstützt sie den Verein seit drei Jahren. Sie erfährt viel Dankbarkeit für ihr Handeln. Sie will den Menschen in der Notlage unterstützen. Sie lief die vielen Kilometer in der Stadt als wenn sie 30 Jahre jünger wäre und würde ihr letztes Hemd abgeben, wenn sie könnte. Viel Freude erlebt sie, wenn sie die Dankbarkeit der Obdachlosen, das freudige Blitzen in den den Augen der Betroffenen sieht. Das macht dieses besondere Ehrenamt aus. Sie macht weiter, solange sie kann.

Heidi (links), Matthias Kersting, Vorsitzender (Mitte), Christina Pottmeyer (rechts)

Christina Pottmeyer ist Vorstandsmitglied vom Kreisverband der Bochumer AWO und war erstmals dabei. Sie lernte den Verein durch Matthias Kersting kennen, der sie zum Mitmachen eingeladen hatte. Für sie war es eine neue Erfahrung, direkt auf wohnungslose Menschen zuzugehen. Anfangs hatte sie Hemmungen. Diese baute sie jedoch nach und nach ab und bemerkte, dass der persönliche Kontakt eine positive Wirkung für beide Seiten erzielte.

Heute sammelt der Verein regelmäßig Pfand an sechs verschiedenen Supermärkten bzw. Getränkemärkten in Bochum. Einmal im Monat stehen dort abwechselnd in den Stadtteilen Infostände. In jedem Markt gibt es eine feste Pfanddose. Jeder Cent wird eins zu eins in Sachspenden, Lebensmittel und Getränke eingesetzt, um wohnungslose Menschen direkt vernünftig zu unterstützen.

Aktionen und Veranstaltungen

Das von dem Verein bisher zwei Mal stattgefundene Dreikönigstreffen mit Musikprogramm hat einen großen Erfolg. Beim letzten Mal 2024 besuchten 250 Betroffene die gebuchte KoFabrik in der Innenstadt. Es gab über 1.500 Waffeln und 35 Pizzableche. Dabei öffneten sich so einige Wohnungslose und erzählten ihre Geschichte. Wer sie hört bekommt Respekt und Wertschätzung. An dem Tag halfen auch der Oberbürgermeisterkandidat der SPD Jörg Lukat und der Bundestagsabgeordnete Serdar Yüksel.

Auch prominente Unterstützung gibt es: Der ehemalige VfL-Torwart Ralf Zumdick, vielen älteren Fußballkennern bekannt als „Die Katze“ ist Pate des Vereins. Auch die Damenmannschaft des VfL unterstützt tatkräftig.

Wusstest Du, dass es einen Tag der Wohnungslosen am 11.9. gibt?

Ich nicht, auch nicht das die Zahl der wohnungslosen Personen in Bochum sich von 900 im Jahr 2019 auf 1140 bis jetzt im Jahr 2025 vergrößert hat. Die Mieten werden gleichzeitig teurer. In allen Ruhrgebietsstädten ist eine Erhöhung an Wohnungslosen statistisch zu verzeichnen. Es gibt allerdings auch eine Dunkelziffer, deren Anzahl nicht anzugeben ist.

Konkrete Hilfe

Besonders bewegend war der Tod eines erfrorenen Obdachlosen 2021 in Bochum. Daraus entstand die Idee der Schlafsackpatenschaft. Für 25 Euro kann man einen „Kälterucksack“ spenden, gefüllt mit wichtigen Dingen wie Schlafsack, Isomatte und kleinen Alltagshelfern. 25 € ist nicht viel, um einen Menschen auf der Straße etwas mehr Würde und auch Überlebenschance zu geben. Es gibt den ein oder anderen, der wieder herauskommt, eine Wohnung bekommt und ein neues Leben beginnt.

Übergabe eines Schlafsacks

Wie schon erwähnt gab es am 13.9.25 eine Sammelaktion. Konkret wurde Pfand gesammelt in Wattenscheid bei „trinkgut“. Laut der Facebook-Angabe des Vereins wurden von Kunden und Kundinnen insgesamt 437,35 € gespendet. Das Geld wird wiederum der „Aktion Bollerwagen“ zur Verfügung gestellt, bei der ich teilgenommen hatte. Mit dem Geld können so genug Getränke, Lebensmittel und Hygieneartikel gekauft werden. 

In der nächsten Planung am 4.10.25 ist der REWE Markt Mokanski am Hellweg 163 in Bochum vorgemerkt. Vielleicht hat ja ein Leser oder eine Leserin Interesse mitzuhelfen. Oder möchte sich jemand das Prinzip anschauen, um es in seiner Stadt zu organisieren. Ich würde mich freuen, hiermit etwas in diese Richtung angeworfen zu haben.

FAZIT

Jeden Tag wird gemeckert, dass es uns ja doch soooo schlecht geht. Das will uns auch die ein oder andere Partei aus der ganz linken oder gerade besonders der rechten Ecke erzählen, wie die AfD, aber in Wahrheit geht es Menschen ganz besonders auf der Straße schlecht. Sie meckern nicht, sondern versuchen zu überleben. Die konkrete Hilfe des Vereins ist da Gold wert und baut auch Vorurteile ab. Jeder oder jede interessierte Person kann den Verein begleiten und es dann auch besser verstehen! Das baut Vorurteile ab und Respekt und Verständnis für die andere Seite auf. Es war ein besonderer Tag mit einigen sozialen Dingen, die jeder selbst anstoßen und unterstützen kann. Dankbarkeit in den Augen zu sehen kann innerlich eine gute Befriedigung geben etwas handfestes Gutes getan zu haben. Konkret etwas zu unternehmen für Menschen, die Hilfe brauchen, kann den eigenen Horizont erweitern.

Mein Buchtipp

Um sich mit der „Obdachlosigkeit“ zu befassen, die uns alle irgendwie drohen kann, kann sich folgenden Buchtitel besorgen:

Obdachlosigkeit – Warum sie mit uns allen zu tun hat | Scheidegger & Spiess

Mehr erfahren & mithelfen

Der Verein hat bewusst keine eigene Website, damit jeder Cent direkt in die Hilfe fließen kann. Die zentrale Plattform ist die Facebook-Seite von „Ihr Pfand für Obdachlose e.V.“. Dort gibt es regelmäßig Einblicke in die Aktionen, Termine für Pfandsammlungen und die Möglichkeit, per PayPal oder QR-Code schnell und unkompliziert zu spenden.

Ein Mitgliedsbeitrag ist läppische 2 € im Monat.

Mitgliedsantrag zum Ausdrucken

 

Ich habe angeboten die Kosten für eine Internetseite zu übernehmen, denn nicht jeder hat heute Facebook. Jüngere Menschen werden dadurch nicht mehr angesprochen. Die Reichweite würde dadurch etwas erhöht werden. Wer mehr wissen möchte bis jetzt:

Links & Kontakt

Facebook.com/IhrPfandHilftObdachlosen

instagram.com/IhrPfandhilftObdachlosen

Wer direkt spenden möchte für einen Schlafsack oder ein Essen:

Spenden an
Sparkasse Bochum
Ihr Pfand hilft Obdachlosen e.V.
IBAN: DE37 4305 0001 0031 4137 50

Kontakt

Königsberger Str. 9, Bochum

Tel.: +49 170 4397004 Oliver Nolting oder

0170 4396919 Matthias Kersting

Email: ihrpfandhilftobdachlosen@gmx.de

Über Ihr Pfand hilft Obdachlosen e.V.

Die Sammeltermine erfahren Sie hier unter Veranstaltungen sowie auf den Seiten vom Bochumer Herzschlag

Facebook : facebook.com/bochumer.herzschlag

 und Blue-White-Malibu-1848

Blue-White-Malibu-1848 : https://fanclubbochum.bwm.de 

Fotos Copyright teilweise vom Verein „Ihr Pfand für Obdachlose e.V.“ und André Brune

Im Waldpädagogischen Zentrum in Bottrop mit Ulrich Trockle I +Videopodcast I +Podcast #115 I +Fotogalerie

Eine Begehung im Waldpädagogisches Zentrum in Bottrop-Kirchhellen mit Ulrich Trockle in zwei Teilen war ein besonderes Erlebnis, denn dort kann jeder Natur erleben und bewahren!

Ulrich Trockle (rechts)

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Es war mir ein wichtiges Bedürfnis einen Blogbeitrag über das Waldpädagogische Zentrum zu machen, ihren Menschen und ihrem Tun für die Natur und nachfolgenden Generationen. Es ist ein Verein, der wieder ein Vorbild auch für andere Städte im Ruhrgebiet sein kann. Nicht nur ein neuer Mischwald entsteht durch ihn, sondern Kindern und Jugendlichen wird erklärt, was Natur ist, wie sie mit Natur umgehen können und sollten. Für jede Generation ist etwas zu lernen dabei. Staunen und auch Natur und Wald neu zu erschaffen, auf eigenem Stadtgebiet, den vorher Kinder wiederum zur Aufzucht eingepflanzt haben.

Die Baumaufzuchtbeete

Den Geschäftsführer des Vereins Ulrich Trockle vom Waldpädagogischen Zentrum lernte ich beim neuen Gastgebernetzwerk von Bottrop kennen und habe ihm nach einer gemeinsamen Begehung angeboten einen individuellen Videopodcast mit Begehung über das gesamte Gelände zu machen. Der herzlichen Einladung bin ich gefolgt und war erstaunt, wie groß es ist und was alles das Waldpädagogische Zentrum seit 1995 in die Wege geleitet hat.

Ulrich Trockle im Element Erzählen über das Waldpädagogische Zentrum

Zu diesem Zeitpunkt zog ich nach Bochum. Wäre ich in Bottrop geblieben, wäre ich einer der ersten Mitglieder geworden, weil es ein besonderer Verein ist, der Kinder und Erwachsene nicht erzieht, sondern mit Spiel und Spaß zur Natur führt und dabei einen neuen Wald klimagerecht aufbaut auf Flächen, die landwirtschaftlich vorher stark genutzt wurden.

Der Eingang Ruhehorst 14 zum Waldpädagogischen Zentrum

Der Verein sorgt für regionale Zusammenkünfte von Kindergärten und Schulen und Erwachsenen, sich mit dem Wald und seiner Natur auseinanderzusetzen, ihn respektieren zu lernen. Er ist ein kleiner Teil für den Weg zu einer besseren zukünftigen Welt. Hier wird angefangen Wald zu erschaffen. Der Verein führt jährlich Kinder und Jugendliche dazu die Natur schätzen zu lernen. Vor Ort lernen sie sie besser kennen und können mit ihren eigenen Händen Natur erschaffen.

Für mich war klar nach den insgesamt zweieinhalb Stunden Aufenthalt direkt meine Unterschrift für eine Mitgliedschaft zu geben. Wie weit ich aktiv sein kann, ob passiv oder aktiv, spielt erstmal keine Rolle. Der geringe Mitgliedsbeitrag tut nicht weh. Die Hälfte des Mitgliedsbeitrags geht in einen weiteren alten deutschen Verein zum Schutz der deutschen Wälder. Dann wird eben einmal auf Essengehen verzichtet im Jahr und tut was gutes für den Planeten Erde auf regionalem Niveau im Ruhrgebiet.

Tatsächlich wissen innerhalb der Stadt, geschweige denn der umliegenden Städte, nur wenige von diesem besonderen Verein und ihrem Tun. So hoffe ich, dass ich dazu beitragen kann etwas mehr Reichweite über die Bottroper Stadtgrenzen hinaus für das Waldpädagogische Zentrum mit Blog, Videopodcast und einer kleinen Fotogalerie über das Gelände zu geben. In Teil 1 gibt es ein Interview mit Ulrich Trockle und in Teil 2 zeigt er das ganze Gelände, das Vereinshaus und das Haus der Waldjugend, sowie das Wildgehege, das Imkerhaus und einiges mehr:

Zum Videopodcast/Podcast Teil 1 (Interview mit Ulrich Trockle)

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Zum Videopodcast/Podcast Teil 2 (Begehung mit Ulrich Trockle über das Gelände vom WPZ)

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Ulrich Trockle und das Waldpädagogische Zentrum in Bottrop

Seit Februar 2024 leitet Ulrich Trockle das Waldpädagogische Zentrum Kirchhellen. Ulli, wie seine Freunde ihn nennen suchte nach 30 Jahren als Geschäftsführer eines Autohauses und nun in der Rente, suchte er nach einer besonderen Aufgabe mit viel Sinn.

„Ich wollte etwas machen, das für kommende Generationen Wert hat“, sagt Trockle. Die Arbeit mit Kindern, Schulen und Vereinen erfüllt ihn heute mit viel Freude und ist ein großer Gewinn für den Verein, der innerhalb der Stadtgrenzen der Stadt Bottrop nach mehr als 30 Jahren immer noch nicht so bekannt ist, obwohl Schulen und Kindergärten eingeladen sind seit 26 Jahren  einen neuen Wald zu pflanzen. Was in der Form einmalig ist und für andere Städte, nicht nur im Ruhrgebiet ein Vorbild ist, muss natürlich im Blog und als Podcast besonders erwähnt werden.

Er ist die Stimme des Vereins zur Zeit, animiert auf vielen Veranstaltungen das Waldpädagogische Zentrum zu besuchen. Doch alle Arbeiten und Aktivitäten liegen natürlich beim gesamten Vorstand und den vielen ehrenamtlichen Helfern vom und außerhalb des Vereins, die das Organisieren der Pflanzungen unterstützen oder das Frühlingsfest und den Adventsbasar aufbauen und betreuen.

Ulrich Trockle vor dem Wildschweingehege

Deswegen habe ich auch zwei Teile gemacht, um einmal die Person und den Verein vorzustellen und im zweiten Teil die Begehung des 1,6 ha großen Areals mit Kräutergarten, Baumzüchtung, Imkerei, Obstbaumwiese, Wildschweine, Mufflons, Ziegen, Hühner und Bienen näher zu bringen.

Die Bienen fliegen fleißig Honig besorgen in der Umgebung

Es soll animieren sich den Verein näher anzuschauen, vielleicht auch einzusteigen oder zumindest einmal im Jahr bei der Einpflanzaktion eines zukünftigen neuen Waldes innerhalb des Stadtgebiets mit über 1400 Kindern mitzuhelfen im Frühjahr oder es in die eigene Stadt zu tragen, um so etwas pädagogisch sinnvolles zu eröffnen.

Die Bäume von der Schule Am Tetraeder eingepflanzt ins Zuchtbeet

Kirchhellen und die Bekanntheit des Vereins

Kirchhellen hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert: Von ehemals 5.000 Einwohnern ist die Zahl inzwischen auf über 22.000 gestiegen. Früher kannte jeder jeden – heute ist das anders, sagte Ulrich im Podcast. Wer im südlichen Stadtteil Ebel wohnt, hat wahrscheinlich noch nie was von diesem einzigartigen Naturzentrum gehört.

Deshalb setzt Ulrich verstärkt auf Öffentlichkeitsarbeit und neu entstandene Netzwerke, um das Zentrum bekannt zu machen. Mittlerweile zählt der Verein über 300 Mitglieder. Wichtig zu wissen ist, dass der Verein eng mit dem Naturschutzverein SDW, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V., zusammenarbeitet, der sich der Waldpädagogik und eben dem Schutz des deutschen Waldes widmet. So wird die Hälfte von läppischen 26 € Mitgliedsbeitrag für den Verein an den SDW abgeführt, um deren naturfördernde Arbeit zu unterstützen.

SDW – Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

Kurz nach dem zweiten Weltkrieg gründete sich 1947 ein neuer Verein, der sich mit dem Waldschutz beschäftigen sollte. Es wurden Jugendlager in den Wäldern veranstaltet und Schulwälder eingerichtet. Waldjugendheime und Häuser im Wald sollten der Jugend das Verständnis zur Natur und deren Erhaltung näher gebracht werden. Sehr interessant, dass es zu einer Zeit gegründet wurde, als viele eher um Hunger und Wiederaufbau ging.

Daraus entwickelte sich die „Waldpädagogik“, ein Bildungskonzept für nachhaltige Entwicklung, die sich mit mehr als nur um den Erhalt des Waldes beschäftigt. Dazu gehört nicht nur die ganzheitliche Betreuung des Waldes, sondern auch die Persönlichkeitsentwicklung und der wichtigere Teil der Gesundheitsbildung. Denn der Wald hat ja nicht nur einen Nutzen für die Forstwirtschaft, sondern auch eine Schutz- und Reinigungsfunktion, gerade für stark luftbelastete Gegenden, wie das früher im Ruhrgebiet war, sowie auch eine Erholungsfunktion für Bürger und Bürgerinnen, nicht nur am Wochenende.

Unter diesem Aspekt sind die Waldschulen entstanden, Waldlehrpfade, sowie Waldlehrgärten, Forstmuseen, auch Waldtheater, Walderlebniszentren und daraus wiederum einzelne Vereine und Verbände, wie das Waldpädagogische Zentrum, die sich vor Ort mit dem Thema widmen.

Wer mehr über den SDW wissen möchte, oder sogar freiberuflicher Waldpädagoge werden möchte (Alter spielt keine Rolle!):

https://sdw.de

Oder die Angebote vor Ort in Waldschulen oder Bildungszentren aufsuchen möchte:

https://in.den-wald.de

Das TUN im Waldpädagogischen Zentrum

Baumpflanzaktionen mit Schulen und Kindergärten

Ein besonderes Highlight sind die jährlichen Baumpflanzaktionen. Alle Grundschulen in Bottrop werden damit angesprochen. Ein Jahrgang kommt in das Waldpädagogische Zentrum, wo auf ihren vorgefertigten Pflanzbeet eine Reihe Setzlinge gepflanzt werden. Vorrangig finden diese Pflanzungen im März statt, damit die kleinen Setzlinge noch genug Feuchtigkeit abbekommen, um die Hitze des Sommer zu überstehen. Bei späterer Pflanzung können 30 – 40% der Setzlinge eingehen.

Auch die Kindergärten können einpflanzen

Vier Jahre später werden sie auch im Frühjahr in einem von einem privaten Landwirt zur Verfügung gestellten ehemaligen Ackergelände in der Kirchheller Heide eingepflanzt. Ein neuer Wald entsteht. Es wird nicht aufgeforstet. Somit trägt der kleine örtliche Verein, das Waldpädagogischen Zentrum, viel mehr für den Klimaschutz bei als so manch andere und kann damit gleichzeitig den Schüler und Schülerinnen die Natur erklären, in dem sie selbst mit anpacken. Die Kinder erleben dabei nicht nur das Pflanzen, sondern auch Waldbegehungen mit Spielen und Naturerlebnissen.

So sind in 26 Jahren der jährlichen Pflanzaktionen auf 220.000 Bäume auf insgesamt 26 ha gepflanzt worden. Ziel ist Qualität vor Quantität – die Kinder sollen mit positiven Erfahrungen nach Hause gehen.

Klimagerechte Bäume

Gepflanzt werden vor allem Mischwälder aus Eichen, Buchen oder Vogelkirschen. Haselnussbäume haben eine Besonderheit. Sie werden am Rand gepflanzt, weil sie schnell wachsen. Sie halten das Wild auf, damit sie die kleinen Setzlinge nicht abkauen. Bewußt wird kein Baum aus den südlichen Regionen eingepflanzt. Das Klima verändert sich zwar rasend schnell, aber dennoch sind diese Baumsorten noch nicht geeignet in den hiesigen Boden einzupflanzen. Der Mineralgehalt und die Beschaffenheit der Böden sind vor Ort andere als hier. Sie können das Wachsen der heimischen Baumsorten auch hemmen. Im Einkauf, teilte Ulrich Trockle mit, kostet ein Setzling in der Mischkalkulation etwa 1,80 €.

Nachwuchsarbeit: Die Waldjugend

Der Verein hat auch eine Waldjugendgruppe. Sie trifft sich jeden Samstag von 10 bis 13 Uhr.  Mitmachen können Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre. Aber auch Jugendliche bis 25 Jahren sind herzlich eingeladen zu unterstützen. Im Waldjugendhaus mit Küche und Werkraum können sie auf Sofas sich fläzen. Dort können sie zur Verfügung gestellte ausgestopfte Tiere, die allesamt nicht erlegt wurden, sondern eines natürlichen Todes gestorben sind, für die Schaukästen vorbereiten, die auf dem Gelände des Vereins stehen, um die Waldtiere näher bringen. Von Fuchs bis zum Fischreiher, dem Biber und den Meisen oder Rehen, sind fast alle heimischen Tiersorten anschaulich zu sehen, auch in der Haupthütte, wo auch Hochzeitsfeiern stattfinden können gegen eine kleine Spende.

Die Waldjugend erlernt durch handwerkliche Projekte den Bau von Nistkästen. Wer hier einmal war, will auch nicht mehr zurück an die Playstation. Hier wird konkret die Zukunft gestaltet. Meisen zum Beispiel fressen den Eichenprozessionsspinner. Somit sind sie wichtig für den Erhalt der Eichen im Wald. Eichen können über 1000 Jahre alt werden. So macht nicht nur die neue Generation etwas gutes für die Nachwelt. Das Tun hier ist für die Zukunft des Planeten, auch wenn sich das im regionalen Bereich beschränkt.

Der Aufenthaltsraum der Waldjugend

Bildung und Gemeinschaft

Die 52 Bottroper Kindergärten nutzen das Zentrum. Wöchentlich sollen die Kindergärten vor Ort abwechselnd in das Waldpädagogische Zentrum. Sie lernen mit Begeisterung die Natur kennen. Das Miteinander klappt hier auf dem großen Areal besser als in den kleineren Räumlichkeiten eines Kindergartens. Ein Waldkindergarten soll hier entstehen, damit Kinder unter sechs Jahren, egal welcher Farbe oder Religion in der Natur diese erleben können. Ulrich sieht bei den Kindern eben keine Hürden. Sie werden eher von den Erwachsenen aufgebaut.

Tiere, Imker und Naturerlebnis

Auf dem Gelände leben Mufflons, Wildschweine, Enten, Hühner und Bienen. Der Bottroper Imkerverein, der älteste Verein der Stadt, hat hier eine feste Hütte mit Seminarräumen. Besucher können in Schaukästen die Arbeit der Bienen hautnah erleben. Das Highlight für die Kinder sind die Wildschweine. Deren Eingrenzung musste jetzt zu einem doppelten Zaun vergrößert werden, damit die afrikanische Schweinepest nicht auf oder von den Wildschweinen übertragen wird. Das würde zur Folge haben, so das Bottroper Veterinäramt, dass ca 50000 Schweine in den umliegenden Landwirtschaftsbetrieben „gekeult“, also getötet werden müssten. Was teuer für den Verein ist, so könnte dieser Umstand, der passieren könnte eher für einen noch größeren wirtschaftlichen Schaden werden, den keiner bezahlen kann.

Die Wildschweine freuen sich über Besuch

Die Mufflons sind sehr neugierig, aber auch gleichzeitig scheu. Sie sind eine Augenweide auf dem Gelände.

Die Mufflons sind neugierig, aber auch scheu

Es gibt einen umgedrehten Baum, der Besuchern zeigt, wie ein Baum mit Wurzeln aussieht.

Der umgedrehte Baum

Abgeschnittene Äste und Triebe werden an den Rand des Weges gelegt für die unzähligen Kleintiere, die das Totholz zum nisten nehmen.

Eine Informationstafel wofür Totholz wichtig ist

An den Zäunen hängen verschiedene Nistkästen für verschiedene Vögel, die wiederum die Waldjugend auch fertig stellt. Meisenkästen werden zum Beispiel an Eichen gehängt. Sie fressen Eichenprozessionsspinner. Eine Win – Win – Situation sozusagen für die Eiche und die Meise.

Auf dem Gelände stehen achteckige Glasschaukästen, die ich von früher vor dem Umbau der Fußgängerzone aus meiner Geburtsstadt kenne. Sie sind hier gelandet. In ihnen tummeln sich die ausgestopften Waldtiere. Sie sind alle eines natürlichen Todes gestorben, betont Ulrich Trockle immer wieder.

Die Glasschaukästen aus der Fußgängerzone haben einen vernünftigen Sinn bekommen

Die Glasschaukästen gibt es allerdings immer noch in den ein oder anderen Ruhrgebietsstädten. Kürzlich entdeckte ich einen in der Fußgängerzone in Bochum-Gerthe und in der Fußgängerzone in Recklinghausen standen ein paar. Meist waren sie leer und sehr verwahrlost. Leider! Hier auf dem Vereinsgelände zeigen sie anschaulich die Wald – und Wildtiere für jede Generation.

Veranstaltungen und Feste

Das Frühlingsfest mit ökumenischem Gottesdienst ist jährlich das größte Event mit den meisten Besuchern. Vor Ort üben die Jagdhornbläser. Immer wieder werden verschiedene Aktionen in der Natur gemacht. In der großen Vereinshütte können Feste gefeiert werden auch on externen Gruppen gegen eine kleine Spende.

Der Innenraum des Festsaals des Vereins mit eigener Zapfhahntheke aus einer ehemaligen Gaststätte von Kirchhellen

Jährlich finden die Jägerprüfungen vor Ort statt und es werden unterschiedliche Seminare durchgeführt.

Historie und Engagement

Das Gelände war ursprünglich ein Schießstand von Polizei und Jägern. Schon seit dem 1. Weltkrieg wurde hier das Schießen geübt. Als die Polizei es zuletzt nicht mehr nutzte, verfiel die Hütte. So hat sich Heinrich Tenhumberg die Idee in den Kopf gesetzt daraus einen außerschulischen Lernort herzurichten. Die 21 Grundschulen und Förderschulen und Kindergärten wurden direkt eingebunden. Er war bis 2010 Vorsitzender des Kreisverbands. Bis heute führt Peter Pawliczek das WPZ den Vorstand, wie es abgekürzt heißt.

Insgesamt unterstützen 10 feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie etwa 130 Freiwillige bei den jährlichen Pflanzaktionen den Verein. Bei der nächsten Pflanzaktion bin ich der 131 auf jeden Fall!

Sponsoren und Mitgliedschaft

Die Arbeit wird durch Mitgliedsbeiträge ermöglicht. Pro Jahr kostet es nur 26 €, davon gehen 13 € an die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Das Ganze wird durch Sponsoren unterstützt, um entweder die Setzlinge, die jährlichen Pflanzaktionen oder auch Flächen anzubieten, wie Stremmer – Sand und Kies, Wald und Flur GmbH, Metallbedachung Markus Kremer, Euroquarz und der Baumdienst Enbergs, sowie die beiden örtlichen Banken, Vereinte Volksbank und Sparkasse Bottrop. Natürlich sind immer neue Sponsoren herzlich eingeladen.

Blick in die Zukunft

Ulrich Trockle plant bereits die Pflanzflächen für die Jahre 2027 bis 2029. „Die größte Herausforderung ist, geeignete Flächen zu finden“, betont er. Dabei wird stets auf nachhaltige Waldwirtschaft geachtet: Der Eigentümer der Flächen übernimmt die Pflege und kann Bäume später nutzen. Zwischen 20 und 60 Jahren dauert es, bis ein Baum „erntereif“ ist.

Aber sie ist gleichzeitig auch eine Möglichkeit eines Landwirts generationenübergreifend in der Forstwirtschaft tätig zu sein, wenn die Flächen klima- und naturgerecht nutzbar gemacht werden. Niemand kann voraussehen, wie lange in der Kirchhellener Heide Sand und Kies weiter abgebaut werden. Wenn dort eine Fläche frei wird, dann ist das in der Zukunft auch eine Möglichkeit für den natürlichen Strukturwandel, wo keine Grundstücke für Häuser bereitgestellt werden, sondern eher die Natur sich normal weiter entwickeln kann.

„Wir wollen, dass vor allem die Kinder positive Erlebnisse mit nach Hause nehmen“, so Trockle, Ein Ziel bleibt klar: Natur erlebbar machen und kommende Generationen für den Wald begeistern und für den Erhalt ihres eigenen Planeten pädagogisch zu unterstützen.

Fazit

Ich wollte sofort dabei sein, ob ich in Bochum wohne oder in Gelsenkirchen wohnen würde. Es ist ein Verein, den es zu unterstützen gilt für die nächsten Generationen. Die 26 € tun mir nicht weh im Jahr. Dafür lasse ich einmal einen Restaurantbesuch aus und gebe das für einen sehr guten Zweck aus, nämlich den Erhalt der Natur und die pädagogische Nutzung für die Zukunft unserer nächsten Generationen. Ich habe keine Kinder, so unterstütze ich das erst recht!

Außerdem ist er eine Vorbildfunktion für andere Städte im Ruhrgebiet. Ich hoffe, das ich das nun über die Stadtgrenzen hiermit bekannter gemacht zu habe.

Mitmachen – Kontakt – Sponsoren – Links

Wer da auch mitmachen möchte, eine Waldfläche zur Verfügung stellen kann oder den Verein einfach nur mit einem Mitgliedsbeitrag unterstützten möchte, kann sich beim WPZ melden:

SDW KV Bottrop e.V.
Ansprechpartner: Ulrich Trockle

Ruhehorst 14
46244 Bottrop
Deutschland
Tel.: 
0204585111
E-Mail:
kontakt@sdw-wpz-bottrop.de

https://sdw-wpz-bottrop.de

Sponsoren:

Stremmer Sand + Kies

Wald und Flur GmbH & Co KG

Konzept-Metall-Bedachungs GmbH in Bottrop | Leistungen auf dem Dach

EUROQUARZ – Quarzsand, Quarzkies & Filterkiesprodukte

Baumdienst Enbergs GmbH – Home

Vereinte Volksbank

Sparkasse Bottrop

FOTOGALERIE (c) André Brune

Eine Bottroper Landkarte, mit den eingezeichneten Waldgebieten vom Waldpädagogischen Zentrum
Der Kräutergarten
Das Backhaus im Kräutergarten
Die Baumzuchtbeete hinter dem Kräutergarten
Informationstafeln zu den Kräutern
Das Imkerhaus des ältesten Imkervereins in der Stadt Bottrop
Die Waben tropfen den Honig anschaulich aus
Wilde Orchidee
Bienen in Aktion
Die Mufflons sind neugierig, aber scheu (c) André Brune
Hornissen kämpfen um Essen
Das Wildschweingehege
Die Wildschweine freuen sich über Besuch
Viel wildes Grün für Insekten und Bienen an der Obstwiese
Die Nachhaltigkeitshütte für pädagogische Erklärungen von Müll in der Natur
Streuobstwiese
Die Glasschaukästen aus der städtischen Fußgängerzone
Die Glasschaukästen aus der Fußgängerzone haben einen vernünftigen Sinn bekommen
Ein großes Insektenhotel
Giftige Pflanze: Gefleckter Aronstab - nicht mit Bärlauch verwechseln!
Die Ziegen
Das Brabanthuhn spielt Eminem. Der Goldklunker fehlt.

Kirchhellener – Motive I Eine ortsbezogene Fotografie-Ausstellung von André Brune im Bürgerbüro Kirchhellen ab 28.8.2025 mit Spende für den guten Zweck I +Fotos I +Video

Im Bürgerbüro der Bezirksverwaltung Kirchhellen stelle ich vom 29.8.25 bis 28.2.2026 frische Fotos unter dem Titel „Kirchhellener Motive“ aus mit einem Spendenanteil für den guten Zweck.

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Mehr Informationen

Aus meinen Fotoreihen Flaschengefühle, Regenscheibe, Schattenwand und den neuen mit KI illustrierte Fotos zeige ich 16 verschiedene Situationen und örtliche Sehenswürdigkeiten. Auch die neue Fotoreihe „Vintage“ habe ich hier erstmalig hängen. Nur einige Fotos sind durch die sozialen Medien bekannt geworden. Hier im Blog sind sie auch erstmalig veröffentlicht. So kann eine Bandbreite meiner fotografischen Kunst erlebt werden, die ich fast täglich erweitere mit weiteren Ideen und Synergieeffekten.

Der Hausmeister Andreas hat geholfen aufzuhängen. Vielen Dank!

Alle Motive habe ich in  Kirchhellen zufällig gefunden oder gezielt gesucht. Wenn ich in Kirchhellen ausstelle, wollte ich das auch mit Motiven aus dem Bottroper Norden und nicht das tausendste Bild vom Tetraeder oder die Halde mit dem Prosper Haniel Fördergerüst mit Sonnenuntergang oder im Nebel.

Persönliche Beziehung

In Kirchhellen wurde auch über Jahrzehnte Steinkohle gefördert. Zu sehen ist die Bergbaugeschichte an zwei Fördergerüsten, die es bald nicht mehr geben wird. Eines davon steht in Grafenwald und das andere einen Kilometer entfernt von der Dorfmitte: Prosper V. Dort habe ich auch ein paar Monate gearbeitet als Ver- und Entsorger. Meine Schwester hatte in Grafenwald ein Haus, bevor sie starb vor 10 Jahren. So habe ich eine gewisse engere Beziehung zu diesem Teil meiner Geburtsstadt.

Ich freue mich hier ausstellen zu dürfen. Ein Kunstherz für Kirchhellen!
 

Bergbaugeschichte

Das Kirchhellener Umland weist viele Bergschäden auf als Zeugnis der Bergbaugeschichte mit einem einzigen Unterschied: es gibt keine typischen Zechensiedlungen. Die Fördergerüste kamen sehr spät nach Kirchhellen; zu einem Zeitpunkt als die Bergleute anfingen von geschlossenen alten zu neu eröffneten Zechen zu pendeln, die immer weiter und immer tiefer in den Norden abgeteuft wurden.

Durch meine persönliche Zeit in Kirchhellen hat das Dorf immer ein Platz in meinem Herzen. Es ist mir also eine Ehre dort ausstellen zu dürfen im Rahmen als Mitglied der Kunstgemeinschaft Bottrop 1969 e.V. und seit März 2025 1. Vorsitzender. Jedes Mitglied darf dort für maximal sechs Monate in Kirchhellen oder im Rathaus der Stadt Bottrop im jeweiligen Bürgerbüro seine Kunst ausstellen.

Feste im Dorf

Kirchhellen ist der nördliche Teil von Bottrop. Das größte Dorf in Deutschland feiert andere Feste als die sonst in Deutschland bekannt sind: Brezelfest und die Bauernolympiade. Beide haben eine gewisse Form von Andersfotografie ihren Platz an der Bürgerbürowand gefunden.

Gut leben

Mittlerweile über 23000 Einwohner verzeichnet das Einwohnermeldeamt im Bezirk. Viele Neubauten sind auf das von Ackerbau geprägte Kirchhellen gesetzt worden. Das Dorf lebt und boomt im Gegensatz zu anderen Stadtteilen anderer Städte im Ruhrgebiet. Hier lässt es sich gut leben auf dem Land mit viel Grün und auch vielen Freizeitangeboten, die über das Radfahren hinaus gehen: Movie Park, Schloss Beck, die Bauernhöfe Schmücker Hof, Umberg, Bauer Sagel und Miermann, die mit ihren heimischen Obst, Gemüse und Fleischangeboten in ihren Bauernläden, dem Kuhkuscheln, Spargel- und Grillfesten auch Besucher und Besucherinnen aus dem Umland einladen.

Motiv Kirchhellen

Kirchhellen wird unterschätzt für die Motivauswahl. Es ist ein modernes Dorf mit Neubauten geworden, aber es hat viele kleine Dinge, die entdeckt werden können. Je nach Lichteinfall mit dem richtigen Auge können Motive gefunden werden. Wenn die Motive gewollt noch mit speziellen Foto-Apps oder mit KI verändert werden, bekommen BetrachterInnen einen eigenen anderen Blick auf ihr Dorf und auch Interesse das Dorf mit ihren Facetten eben anders zu erkunden.

Das war das Ziel meiner Auswahl, die ich kurz nach der Bekanntgabe, dass ich dort aufhängen kann, zusammen gestellt habe. Hier ist die Galerie zwar digital zu sehen, aber wie sagt mein Freund und Künstler Ralf Opiol: „Zur Kunst musst du gehen!“

Ja, es lässt das Motiv anders auf sich wirken, wenn es im Raum zu betrachten geht.

Zu besichtigen ist die Ausstellung immer zu den Öffnungszeiten vom Bezirksverwaltungsamt Kirchhellen im Erdgeschoss links im Bürgerbüro:

Anschrift

BVSt Kirchhellen
Kirchhellener Ring 84-86
46244 Bottrop

Karte öffnen (Google Maps)
Karte öffnen (OpenStreetMap)
ÖPNV-Verbindung

Öffnungszeiten

Montag & Dienstag

8.00 – 16.00 Uhr

Mittwoch

8.00 – 13.00 Uhr

Donnerstag

8.00 – 18.00 Uhr

Freitag

8.00 – 13.00 Uhr

Anschrift und Öffnungszeiten sind der Internetseite www.bottrop.de entnommen.

Dankesworte

Es gab keine Vernissage und wird auch keine Finissage geben, da eine kleine Party zu den Öffnungszeiten nicht möglich ist. Aber die Presse war nach der Hängung eingeladen für einen kleinen netten Beitrag. Ich bedanke mich beim Bezirksamtsleiter Magnus Thesing, der das möglich macht für die Kunstgemeinschaft Bottrop, und dass er mir sozusagen diesmal den roten Teppich ausrollte.

Limitierung für den guten Zweck

Mit der Ausstellung möchte ich auch was für Kirchhellen tun. Meist gebe ich einen Teil der Erlöse meiner Fotos an soziale Projekte ab. Diesmal bekommt 10 € pro verkauftem im weißen Rahmen das Waldpädagogische Zentrum, das in der Straße Ruhehorst 14, liegt und viel für die naturnahe pädagogische Erziehung macht. Kindergärten und Schulen einlädt Bäume zu pflanzen auf dem Grundstück, die nach fünf Jahren auf einem ausgewiesenen ehemaligen Ackergelände einen Wald aufforsten.

Waldpädagogisches Zentrum

Der Verein macht in meinen Augen viele wichtige Projekte. Ich lernte Ulrich Trockle, dem Vorsitzenden des Vereins bei den Bottroper Gastgebernetzwerk kennen und wollte den Verein in seinem Tun auch podcasten. Der Podcast erscheint in Kürze mit dem Video zur Begehung über das Gelände, wo sich neben Kräutergarten, Baumarten, auch Wildschweine, Ziegen, Mufflons und Hühner, sowie Honigbienen tummeln. Kinder und Jugendlichen sollen Spaß haben und für die Naturerhaltung sensibilisiert werden.

Die Bilder in dieser Größe und Ausgabe sind limitiert auf 10 Stück!

Hier sind sie nun in der Übersicht mit den entsprechenden Preisen, ihrem Namen und das Tun hinter den Kulissen. Alle Fotos sind Copyright André Brune, auch die KI-generierten Bilder, die aus meinen Fotomotiven von mir so bei ChatGPT kreiert wurden.

FOTOGALERIE

„Kirchregen I“ - Aus der Fotoreihe „Regenscheibe“ -Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm - Preis: 190 € - Jahr : 11.03.2024 - (c) André Brune
„Schachtregen 10“ - Aus der Fotoreihe „Regenscheibe“ Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm - Preis: 190 € - Jahr : 11.03.2024 - (c) André Brune
„Brückenregen I“ - Aus der Fotoreihe „Regenscheibe“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm - Preis: 190 € - Jahr : 22.04.2024 - (c) André Brune
„Bauernolympiadenhandy“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm - Preis: 190 € - Jahr : 07.06.2025 - (c) André Brune
„Flaschenolympiade“ - Aus der Fotoreihe „Flaschengefühle“ gegen die Vermüllung der Stadt - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm - Preis: 190 € - Jahr : 07.06.2025 - (c) André Brune
„Lekka Fisch aufm Kirchheller Markt“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm – Preis : 190 € - Jahr : 24.07.2025 - (c) André Brune
„Vintagesonnenblumenhummel“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm – Preis : 190 € - Jahr : 24.07.2025 - (c) André Brune
„Verlorene Gardine“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm – Preis : 190 € - Jahr : 29.07.2025 - (c) André Brune
„Im Namen Gottes I“ - Aus der Fotoreihe „Schattenwand“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm – Preis : 190 € - Jahr : 29.07.2025 - (c) André Brune
„Im Namen Gottes II“ - Aus der Fotoreihe „Schattenwand“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm – Preis : 190 € - (c) André Brune Jahr : 29.07.2025
„Im Namen Gottes III“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm – Preis : 190 € - (c) André Brune Jahr : 29.07.2025
„Gestörte Harmonie“ - Fotografie mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm – Preis : 190 € - Jahr : 29.07.2025 - (c) André Brune
„Brezelfest“ - Fotografie - mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 60 x 45 cm – Preis : 190 € - (c) André Brune Jahr : 29.07.2025
„Brezelbruder in Kirchhellen“ - Aus der Fotoreihe „Bottroper Motive“ - Mit KI illustrierte Fotografie - mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 30 x 40 cm – Preis : 150 € - (c) André Brune Jahr : 29.07.2025
„Schloss Beck in Kirchhellen“ - Aus der Fotoreihe „Bottroper Motive“ - Fine Art Print - Mit KI illustrierte Fotografie - mit Rahmen weiß - 30 x 30 cm – Preis : 90 statt 150 € auf der Kunstmesse Jahr : 29.07.2025 - (c) André Brune
„Fachwerk erhalts in Kirchhellen“ - Aus der Fotoreihe „Bottroper Motive“ - Mit KI illustrierte Fotografie - mit Rahmen weiß - Fine Art Print - 45 x 60 cm– Preis : 190 € - Jahr : 29.07.2025 - (c) André Brune

Milton Merlano – Gründer vom Verein Barrierefrei sei mit dabei I +Videopodcast I +Podcast #114

Neugierig auf Milton Merlano, der eine Vision hat, seine Stadt barrierefrei zu gestalten, das Vorbild für das ganze Ruhrgebiet sein könnte?

Dann hört in den Podcast bzw. schau in den Videopodcast hinein:

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Mehr Informationen

Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland: Artikel 3

Das Grundgesetz bildet in Deutschland die rechtliche Grundordnung. Im dritten Artikel wurde festgelegt, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Menschen mit Behinderung werden darin explizit erwähnt: Artikel 3, Absatz 3, Satz 2: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ (Quelle: www.gesetze-im-internet.de )

Betroffen und Verärgert

Milton Merlano kennt den Ärger aus eigener Erfahrung: In Ruhrgebiets-Städten findet man viele Läden, Restaurants,  Ämter oder auch Zugänge zu Ärzten und Kanzleien mit Treppen ohne barrierefreie Zugänge. Immer noch in den modernen oder sollte ich modernden Zeiten sagen, denn das o.g. Gesetz wird meines Erachtens nicht geachtet, sondern in vielen Firmen, wenn es um die Möglichkeit als körperlich eingeschränkter Mensch Arbeit zu bekommen nach Recht und Gesetz, auch mit Füßen getreten oder aus Gründen weniger beachtet als es nötig wäre. Milton hat Arbeit, die ihn erfüllt, aber privat ist er ein Kämpfer geworden für die Sache für mehr Barrierefreiheit, denn er ist ein Betroffener und sieht steht jeden Tag hier und da vor Barrieren, da wo sie einfach weg sein könnten. Diese Barrieren sind auch psychisch eine Hürde für die Betroffenen.

Milton Merlano bei der Vereinssitzung

 

Die Idee

Milton Merlano sitzt durch eine Kinderlähmung im Rollstuhl. Im November 2024 hat er die Idee einen Verein zu gründen, was viele Vorteile bringen kann, um seine Vision Wirklichkeit werden zu lassen.

Der Verein Barrierefrei Sei mit dabei e.V.

 

Der Verein übernimmt den Kaufpreis mit Hilfe von Spenden die Hälfte für eine mobile Rampe, bringt zusätzlich kostenlos einen Aufkleber als Hinweis für die Rampenaufstellung und eine Klingel an, um für die Betroffenen die Aufmerksamkeit der jeweiligen Verhinderung die Stufen hinauf zu kommen zu schaffen. Dann wird die mobile Rampe von Mitarbeitern oder Inhabern der jeweiligen Institution aufgestellt, solange wie es nötig ist ohne langjährige Baugenehmigungen abzuwarten oder Ärger mit dem Ordnungsamt zu bekommen.

Eine tragbare mobile Rampe vor dem Aufklappen

 

Das gesetzliche Grundrecht der Inklusion und Barrierefreiheit wird so durch den gemeinnützigen Verein auf eine einfache Art und Weise durchgesetzt und erregt mehr Aufmerksamkeit für diese konkrete geschaffene Lösung. Menschen im Rollstuhl oder im Rollator unterwegs können gleichberechtigt einkaufen und damit am Leben einfacher teilnehmen, wo vorher eine einzige Stufe eine große Hürde vorhanden war.

Der 1. Vorsitzende und Visionär

Milton Merlano, gebürtiger Kolumbianer, im Ruhrgebiet aufgewachsen, war lange eine „Sofakartoffel“ – bis er beschloss aufzuhören mit dem Meckern. Er wollte aktiv etwas bewegen. Das ging zu Anfang am besten sich politisch zu engagieren. Auf dem Sofa knirschten zwar die Federkerne, aber sonst konnte Milton von dort aus nichts bewegen. Das änderte sich im Laufe der Zeit seines Tuns und dazu kam eine Idee, die er bei einer Reise nach Paris vor einigen Jahren mitbrachte.

Lena Schmidt von Radio Bochum interviewt Milton beim Vorstellen der Rampen in Bochum-Gerthe

 

Aus dem Wunsch, Dinge besser zu machen, ist sein Engagement gewachsen: Aus einer Idee wurde ein Verein, der nun kurz vor den Sommerferien als gemeinnützig anerkannt wurde. Ab dem Zeitpunkt konnte gestartet werden für die mobilen Rampen Spenden zu sammeln und das einfache Win-Win-Konzept auch den Geschäftsinhaber*Innen vorzustellen.

Aufkleber und Klingel bei einem Anbieter einer mobilen Rampe

 

Win-Win-Situation

Der Verein bekommt Spendengeld. Die Spendengelder können steuerlich abgesetzt werden. Der Verein kauft für potentielle Interessenten die mobilen Rampen ein. Er übernimmt die Hälfte des Kaufpreises und übergibt sie eigentümerrechtlich den Interessenten, die die andere Hälfte kostenmäßig übernehmen. Gleichzeitig können sie diese Ausgabe auch steuerrechtlich absetzen. Sie bekommen den Hinweisaufkleber und die Klingel kostenlos dazu. Ebenfalls ergibt sich daraus nun noch der Faktor kostenlose Werbung dazu. Denn der Kauf und das Zeigen der Aufkleber bedeutet auch eine positive Bewertung in eigener Sache.

Die Inhaber sind begeistert: Der Nebeneingang vom Eiscafé Da Luca hat jetzt eine Rampe

 

Jede Firma wird auf der Vereinshomepage genannt. In den Bewertungen von Google und in den Sozialen Medien wird das Unternehmen zusätzlich positiv erwähnt werden für die Barrierefreiheit. So wird das Geschäft mit Sicherheit positiv in Erinnerung behalten werden! Und der Schritt für mehr Akzeptanz für mehr Barrierefreiheit wird mit jeder verteilten Rampe ein bisschen größer und wird auch andere, die sich vorher geweigert haben, vielleicht ebenfalls überzeugen lassen sich eine mobile Rampe anzuschaffen.

Lena von Radio Bochum interviewt die Inhaber vom Eiscafé Da Luca in Bochum-Gerthe

 

Im Großen und Ganzen bewirkt der Verein einen einfachen Weg einen barrierefreien Zugang für Geschäfte schneller voranzutreiben, als es städtische Genehmigungsverfahren jemals ermöglichen würden, die oft Jahre dauern.

Das Eiscafé Da Luca in der Fußgängerzone in Bochum-Gerthe

 

Das Ziel

Barrierefreiheit soll kein Luxus sein durch verbundene teure bauliche Kosten und langjährigen Genehmigungsverfahrens, sondern ein einfaches Selbst-in-die-Hand-nehmen-Durchsetzen sein eines des im Bürgerlichen Grundrecht rechtlichen Rahmen ohne bauliche Veränderungen vornehmen zu können.

Ich selbst habe den Verein mitgegründet, obwohl ich nicht betroffen bin, aber ich kann ja durch gesundheitliche Einschränkungen, wie ein Schlaganfall oder einen Fahrradunfall jederzeit einer der nächsten sein. Niemand will daran denken, aber wir sollten es nicht vergessen.

Ich sehe die Zukunft und ich sehe eine positive Veränderung einer Stadt auch für Gäste, die entsprechend eben eine gesundheitliche oder altersbedingte körperliche Behinderung haben und auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind oder einfach nur einen Kinderwagen fahren mit dem es nicht immer so einfach ist, die entsprechenden Stufen hochzukommen.

Die erste Rampe vom Verein Barrierefrei sei mit dabei

 

Netzwerken

Als Mitglied des Unternehmernetzwerks K.L.U.G. Netzwerk lernte ich Stephan Fink kennen, der ein eigenes Netzwerk betreibt: Business Club NRW. Wir haben einen Vortrag verfolgt über Barrierefreies Internet von dem sehbehinderten Unternehmer Stephan Jacobs aus Köln. Als wir ins Gespräch kamen beim Abschied, fragte er mich, ob ich in meinem Netzwerk etwas wüsste, was mit seinem Netzwerk ein Jahr lang mit Sponsorengeldern unterstützt werden könnte.

Ich berichtete über den sich gründenden Verein „Barrierefrei – Sei mit dabei“.  Er war begeistert, informierte sein Netzwerk und schon ging es weiter. Er ist auch Mitglied ist geworden. Über sein Netzwerk kam eine Firma hinzu, die das Layout entwickelt hat und gespendet hat. Die Erfolgsgestalter haben wirklich ein Gespür gehabt, was der Verein nach Außen zeigt. Die Flyer, die Internetseite und auch das wichtige Logo waren nach drei Vorschlägen schon perfekt.

Erste Erfolge

Über das Netzwerk kamen einige Geldspenden zusammen. So konnten die ersten Rampen und der Start des Vereins finanziert werden.

Durch die Quartiersmanagerin Sonja Hasenkamp von Bochum Marketing kam der Verein an zwei interessierte Geschäftsinhaberinnen, die die ersten zwei Rampen, die wir kostenlos übergeben haben in den Bochumer Norden nach Gerthe. Die Fußgängerzone ist damit auch weiter aufgewertet worden.

Sonja Hasenkamp von Bochum Marketing hat die Idee des Vereins in den Bochumer Norden getragen und Erfolg gehabt

 

So freuen sich nun Serpil Akbas mit ihrem Friseursalon Haartotal und das Eiscafé Da Luca über das Anbieten barrierefreier Zugänge. Der Anfang ist gemacht. Jetzt geht es weiter.

Serpil Akbas mit ihrem Friseursalon Haartotal ist ebenfalls begeistert mehr Barrierefreiheit anbieten zu können in der Gerther Fußgängerzone

 

Miltons Aufstehen aus dem Sofa, rein in den Rollstuhl, einen Aufruf in der Presse zu machen, dadurch 15 Gleichgesinnte zu bekommen, die Seite an Seite nun für ein barrierefreieres Leben kämpfen hat sich also schon nach wenigen Monaten gelohnt!

Wie funktioniert das Mobile Rampen-System?

Der Verein beschafft mobile Rampen und übernimmt die Hälfte der Kosten – zusätzlich Klingel- und Aufkleberkosten. Die andere Hälfte tragen die interessierten Geschäftsinhaber. Die mobilen Rampen lassen sich ein- und ausklappen, je nach Bedarf. Damit werden auftretende Hindernisse vorübergehend beseitigt, ohne bauliche Großprojekte anstoßen zu müssen.

Hinter dem Engagement steckt mehr als Technik: Es geht um eine wertebasierte Haltung, in der Barrierefreiheit, die in der Praxis sichtbar wird. Milton arbeitet außerdem ehrenamtlich in einer beratenden Funktion bei der Stadt Bochum, damit sie entsprechende barrierefreie Projekte umsetzt. Aber das reichte ihm nicht, weil er sah, dass es sehr lange dauert und an viele Dinge gedacht werden muss, auch schon, wenn es um einen eher banalen Behindertenparkplatz geht.

Hartnäckiger Kämpfer

Milton ist sein Leben lang ein Kämpfer gewesen, das nur kurzzeitig auf dem Sofa eingeschlafen ist. Jetzt geht sein Weg weiter. Er nimmt ab Herbst Flugstunden und freut sich auf die Erweiterung seines Lebenshorizonts, das er mit seinem Vater schon beweisen konnte. Mit ihm ist er in 50 Etappen durch ganz Deutschland von Flensburg bis Konstanz gewandert.

Er bewies auch Hartnäckigkeit, um einen guten Schirmherr für den Verein zu bekommen: Der Oberbürgermeisterkandidat Jörg Lukat, Polizeipräsident a.D. von Bochum ist ein sympathischer Mensch und ist mit vielen Menschen in Kontakt gekommen. Bei der Vorstellung seiner Person hat er volle Unterstützung angeboten für den Verein.

https://www.instagram.com/p/DJ85MoBM2JL/

@barrierefrei_sei_mit_dabei_ev

Demografie fordert Weitblick

Demografischer Wandel erfordert das Ziel einer flächendeckenden Barrierefreiheit. Der Verein will Barrierefreiheit flächendeckend vorantreiben. Im Namen steht nicht der Name Bochum. Wer in anderen Städten den Verein für einen barrierefreien Zugang anfragt, wird nicht abgewiesen.

Der erste Vereinsstand bei einem Straßenfest für Nachhaltigkeit in Bochum-Hamme am 17.5.2025

 

Die Idee ist, dass Städte ihre Strukturen stärker nach den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen ausrichten – nicht nur, weil es im Gesetz steht, sondern dadurch echte Teilhabe gelebt wird. Es ist mittlerweile auch der Politik klar, dass der Demografische Wandel auch dazu führt, dass in der Überalterung der Gesellschaft auch ein höherer Grad an Behinderungen auftauchen wird, ob im Alter oder durch gesundheitliche Probleme oder weil es angeboren ist. 10% der deutschen Bevölkerung gehören zu dieser Klientel. Das ist schon mehr, als viele denken und spielt mit Sicherheit ein großer Faktor in der Zukunft mehr politischen und auch wirtschaftlichen Willen in Barrierefreiheit und Inklusion zu bewegen in Projekten und Baumaßnahmen.

Zur Übersicht der Gesetzgebung

Das Grundrecht auf Barrierefreiheit ist in Deutschland durch verschiedene Gesetze und internationale Abkommen verankert, die die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben sicherstellen.

Gesetzliche Grundlagen (KI-Übersicht aus BING mit entsprechenden Links)

  1. Grundgesetz (GG): Artikel 3 Absatz 3 Satz 2 des Grundgesetzes besagt: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Dies stellt sicher, dass Menschen mit Behinderungen gleich behandelt werden und Zugang zu allen Bereichen des Lebens haben.  (Quelle: Aktion Mensch)
  2. UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK): Diese internationale Vereinbarung, die Deutschland 2009 ratifiziert hat, konkretisiert die Menschenrechte für Menschen mit Behinderungen. Artikel 9 der UN-BRK definiert Barrierefreiheit als den gleichberechtigten Zugang zu Transportmitteln, Informationen und Dienstleistungen.  (Quelle: Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V.)
  3. Behindertengleichstellungsgesetz (BGG): Dieses Gesetz regelt die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen im öffentlichen Recht und verpflichtet öffentliche Einrichtungen zur Schaffung von Barrierefreiheit. Es gilt für alle Bundesbehörden und stellt sicher, dass Gebäude, Verkehrsmittel und digitale Angebote barrierefrei sind.  (Quelle: Aktion Mensch)
  4. Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG): Dieses Gesetz, das am 28. Juni 2025 in Kraft trat, regelt die Barrierefreiheitsanforderungen für Produkte und Dienstleistungen, einschließlich Online-Shops und Apps. Es zielt darauf ab, die Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen zu verbessern.  (Bundesregierung)

Bedeutung der Barrierefreiheit

Barrierefreiheit ist entscheidend für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben. Sie ermöglicht den Zugang zu Bildung, Arbeit, Kultur und Freizeitaktivitäten. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sollen sicherstellen, dass Menschen mit Behinderungen selbstbestimmt leben können, ohne durch bauliche oder digitale Barrieren eingeschränkt zu werden. 

www.bundesfachstelle-barrierefreiheit.de

Insgesamt ist das Grundrecht auf Barrierefreiheit ein wesentlicher Bestandteil der Menschenrechte in Deutschland, das durch verschiedene Gesetze und internationale Abkommen gestützt wird. Es fördert die Gleichstellung und die Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft. Mein Fazit in der Übersicht: Es wird aber eben nur zu einem Bruchteil wirklich durchgeführt! Das ist meines Erachtens nicht akzeptabel!

Milton schaut positiv in die Zukunft

 Fazit

Barrierefreiheit ist mehr als eine Frage des Grundrechts. Es ist eine Frage der Teilhabe am Leben und Würde. Fragt man Menschen, die über Barrierefreiheit denkt, dann sind alle überzeugt mitzumachen. Wenn es an das Eingemachte geht, ist es zu teuer, gibt es Hürden oder wird das Gesagte am Ende eher als hohle Phrase von gestern abgetan und nichts gemacht. Alle wollen, doch nur wenige sind bereit diesen Willen auch durchzusetzen.

Miltons Engagement zeigt, wie man mit kleinen, pragmatischen Lösungen eine große Wirkung erzielen kann – und wie Netzwerke, Spenden und Ehrenamt gemeinsam etwas bewegen können, das nachwirken kann. Das ist echte Zugänglichkeit für alle. Und es birgt eine Hoffnung, dass mein im ersten Absatz geschriebenes negatives Denken darüber in naher Zukunft mit dem Verein verändert werden kann. Ich hoffe es mit Milton und dem gesamten Verein!

Ein Rampe für Dich!

Wenn auch du, lieber Leser oder Leserin, eine mobile Rampe haben möchtest oder den Verein unterstützen möchtest, dann melde dich einfach in den unten angegebenen Angaben oder Links, direkt auch bei Milton.

Ich unterstütze den Verein im Rahmen meiner Möglichkeiten. Ich habe die Öffentlichkeitsarbeit übernommen. Für mich war ganz klar von Anfang an, dass wenn die ersten Rampen an den ersten Läden stehen, kommt ein Podcast und  Blogbeitrag über den Mann, der die Idee aus Paris nach Bochum, ins Ruhrgebiet gebracht hat.

Milton Merlano ist ein Pottmensch, der sich auch politisch einsetzt für eine bessere Stadt aus Überzeugung für die Menschen, die mehr Teilhabe bekommen sollen und das Grundrecht darauf diese auch umgesetzt zu bekommen. Es geht mit einfachen Mitteln. Milton beweist es. Meine Unterstützung hat er definitiv und das ist auch wichtig für mich dies in meinem Blog für das Ruhrgebiet allgemein hier hinein zu verewigen!

***

Mehr Informationen zum Verein und die bisherigen Unterstützer:

Barrierefrei Sei mit dabei e.V.

https://barrierefrei-sei-mit-dabei.de  

  1. Vorsitzender: Milton Merlano

milton.merlano@barrierefrei-sei-mit-dabei.de

Telefon: 0234-54454611

Wer den Verein mit einer Spende unterstützen möchte:

Bankverbindung Barrierefrei – Sei mit dabei e.V.

IBAN: DE 49 4306 0129 0154 9273 00
BIC:    GENODEM1BOC

Volksbank Bochum Witten eG

Oder direkt über PayPal.
Link zum Spenden: PayPal Barrierefrei – Sei mit dabei e.V. 

Spendenquittung anfordern:

vereinskasse@barrierefrei-sei-mit-dabei.de

Öffentlichkeitsarbeit:

André Brune – Mobil: 01633912257

Instagram: @barrierefreie_sei_mit_dabei_ev

Facebook  

PDF-FLYER : barrierefrei_flyer_v6_Digital

***

Unterstützter/Sponsoren:

EROLGSGESTALTER GmbH

Reichspräsidentenstraße 21-25

45470 Mülheim an der Ruhr

Telefon: 0208 777245-30

Email: info@erfolgsgestalter.de

https://erfolgsgestalter.de

Markenberatung in Mülheim an der Ruhr | NeuroMarketing & Markenstrategie, Marketing & Designagentur

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Business-Club.NRW – Das Unternehmernetzwerk im Ruhrgebiet

Stephan Fink

Blötter Weg 79

45478 Mülheim an der Ruhr

Telefon: 017687091000

Email: kontakt@business-club.nrw

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K.L.U.G. Netzwerk

https://klug-netzwerk.de

Netzwerk für Unternehmen und Kunden » K.L.U.G Netzwerk

Leitung: Sybille Hellier

Telefon: 0209-94577720

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https://www.bundesfachstelle-barrierefreiheit.de/

Bundesfachstelle Barrierefreiheit – Gesetzliche Grundlagen

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https://www.barrierefreifueralle.de/ Gesetzliche Grundlagen

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https://www.dguv.de/DGUV Barrierefrei – Grundgesetz

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https://aktion-mensch.de I Inklusion I Gesetze I Teilhabe und Barrierefreiheit

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https://bfsg-gesetz.de (Barrierefreiheitsstärkungsgesetz)

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Die UN-Behindertenrechtskonvention | Aktion Mensch

Alle Fotos bis auf die Flyer sind Copyright André Brune

Eine Roadstory mit Melanie Hagen & der App I +Videopodcast I +Podcast #113

Das Ruhrgebiet mit einer App erkunden? Das geht! Sei dabei! Ich bin es und habe dafür den Früher-Vogel-fängt-den-Wurm-Preis von 0,99 € bezahlt!. Melanie Hagen und Thomas Vollstädt gründeten eine GbR, als sie sich kennenlernten, um eine innovative App zu entwickeln, die eine Reise zu einem Ort informativ begleitet, bevor es besucht wird.

Die Idee zur App Roadstory kam Melanie auf Hawaii! Schon bevor die Villa Hügel erreicht wird, können die Infos zu Krupp & Konsorten erfahren werden, so erzählt Melanie Hagen über das Entstehen, die Entwicklung und das weitere Tun im Podcast Nummer 113 bei Ruhrpottologe unterwegs im Ruhrgebiet bzw. Videopodcast bei RuhrpottlogeTV in Youtube:

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Mehr Informationen

Melanies Geschäftspartner Thomas Vollstädt ist Webentwickler und für den Content zuständig. Melanie Hagen arbeitete zuvor in einer Softwarefirma als Software-Beraterin im Bereich Maschinenlearning; dort sammelte sie Erfahrungen mit Automatisierung und Bestellprozessen. Für das Entstehen der App brauchte Melanie einen Webentwickler. Sie lernte zufällig Thomas kennen, der begeistert sofort mitmachte. Die ersten Ergebnisse waren vielversprechend und spornten an weiterzumachen.

Thomas Vollstädt & Melanie Hagen beim Pott-Talk getroffen

Sie wandten sich an die Stadtmarketing-Abteilungen der Ruhrgebietsstädte, erklärten ihr Konzept und suchten nach Partnern. Aktuell werden für die von einer KI eingesprochenen Texte zur Erklärung von Sehenswürdigkeiten aus Wikipedia und auch ChatGPT genutzt. Die Vorinformationen werden natürlich von Menschen nochmals überprüft. Von 10 Informationen aus ChatGPT, sind meist nur drei wirklich nutzbar.

Das Team arbeitet seit einem Jahr zusammen und ist durch die Zusammenarbeit auch freundschaftlich verbunden. Die Idee kam Melanie in den USA: Dort erlebte sie eine ähnliche App in einem Nationalpark in Hawaii. In Europa existiert ein ähnliches Angebot bisher noch nicht. Geplant und gestartet sind sie zunächst mit 15 Touren im Ruhrgebiet, wobei der Fokus auf der Industriekultur des Reviers liegt, aber auch Schlösser und andere Schmuckstücke Berücksichtigung finden sollen.

Die Bochumer Wirtschaftsförderung unterstützte das Projekt sofort und Bochum Marketing lieferte die Informationen für den Bochumer Teil. Ein Stadtrundgang ist zum Beispiel auch in der App. Durch die Förderung landete Melanie und Thomas Firma im Funkhaus in Bochum am Fritz-Husemann-Platz für ein Jahr. Auch andere Start-Up-Firmen sind hier zu finden, wie in einem Coworking-Space, die gefördert wurden. Melanie bunkerte uns den Raum „Oma Krause“. Ein herrlicher Raum, der wirklich an die Oma oder Uroma erinnert mit dem alten Lampenschirmen oder dem Gelsenkirchener Barockmöbeln, entsprechende bequeme Sitzmöbel mit Kissen, die erstmal den Handkantenschlag bekommen können, Geschirr aus den Zeiten 1950er – 1980er, entsprechende Fotos und einen Schrank ohne Fernseher, denn das ist das einzige Moderne hier: Ein Flachbildfernseher:

Ihre Recherchen fanden auch ungewöhnliche Dinge, wie den Salzbergbau in Unna und deren Ängste gegenüber dem aufkommenden Steinkohlebergbau. Bereits bei der Überprüfung der KI-Funktionsweise stellte sich heraus, dass sieben der zehn generierten „Fun Facts“ falsch waren – eine nützliche Erinnerung, wie wichtig menschliche Kontrolle bleibt.

Bochum Marketing unterstützt das Vorhaben. Die App ist eine sehr gute Verbindung, wenn es zum Beispiel zur Jahrhunderthalle geht. Erste Informationen können abgerufen werden, bevor vor Ort die menschliche Gästeführung den Part der Historientiefe übernimmt.

Ein Ziel ist auch, die App in verschiedenen Sprachen zu entwickeln. Bisher kommen keine Profisprecher zum Einsatz. Das ist auch ein Kostenfaktor, den ich verstehen kann als professioneller Sprecher. Das übernehmen KI-Sprecher. Das zeigt jedoch, dass es noch Grenzen gibt. Sätze sind mittendrin abgehackt oder Straßen sind falsch ausgedrückt, wie die Huestraße zur Hüstraße wird.

Dennoch ist das Ziel diese in verschiedenen Sprachen anbieten zu können. Die App hat auch ein enormes Ausbaupotenzial: NutzerInnen können je nach Fortbewegungsart – Auto, Fahrrad oder zu Fuß – erste Touren ab Herbst 2025 starten können.

Preis

Zu Beginn werden Touren für 3–5 Euro zum Download angeboten; Tourenpakete für 12–15 Euro können das gesamte Ruhrgebiet abdecken. Bis zur offiziellen Veröffentlichung können Interessierte als Testperson teilnehmen oder das Earlybird-Angebot für das Ruhrgebiet von 0,99 Euro statt 15,99 € ab Herbst 2025 nutzen.

Das Deutschland-Paket liegt jetzt noch bei 5,99 € statt 28,99 €. Von der See bis in die Berge, Kurzurlaube, Auszeiten, Panoramarouten und Entdeckungen in ganz Deutschland sind darin enthalten. Im Europa-Paket werden ab Sommer 2026 traumhafte Urlaube in 15 Ländern Europas vorgestellt für jetzt noch 39,99 € statt 129,99 € einmalig. Kein Abo soll folgen. 

Die Touren werden alle ständig erwartet. Es sollen aus den verschiedenen Ländern Touren angeboten werden, auch in der Landessprache. Das ist das hochgesteckte Ziel. Als Tester und Earlybird kann ich ab sofort das System bzw. die Touren vom Ruhrgebiet vorab testen. Kritik und Verbesserungsvorschläge sind in den Anfängen natürlich erwünscht. Die App soll sich auch auf dem Markt besser als andere behaupten können. Deswegen:

Tester werden noch gesucht!

Ich bin auf die beiden beim Pott-Talk in Bochum aufmerksam geworden und bot ihnen einen Podcast an, wofür sie sich sofort begeistert hatten. Jetzt konnte ich ihren Start im Funkhaus in Bochum mit Blick auf den neu fast fertig gestalteten Fritz – Husemann-Platz  von ganz oben blicken. Als sie mir die Funktion erklärte, erzählte ich von einer Gästeführung zu den Stolpersteinen, die ich plane, so dass wir übereingekommen sind, dass ich sie für die App einsprechen kann und sie kostenlos zur Verfügung gestellt werden wird. Erinnerungskultur ist Melanie auch sehr wichtig, gerade zur jetzigen politischen Situation.

Wie funktioniert die App Roadstory?

Will man z.B. von Bochum zur Villa Hügel fahren, wählt man in der App Krupp & Konsorten aus. Während der Fahrt wird in einem Umkreis die gerade relevanten Audioinformationen abgespielt, heruntergedimmt, damit der Fahrer sich konzentrieren kann. Die App unterbrich sanft die Musik- oder Podcast-Wiedergabe. Dann werden die ZuhörerInnen von der Stimme mit Informationen gefüttert. Die App soll dynamischer werden und sich an verschiedene Gegebenheiten anpassen.

Tester gesucht!

Mehr Informationen, die Early-Bird-Angebote und die Touren findet ihr unter 

www.roadstory-audio.com

Mail: explore@roadstory-audio.com

Fragen? 015156941404

Social Media:
Roadstory Audio | LinkedIn

Roadstory Audioguide (@roadstory_audio) I Instagram

Roadstory Audio I Facebook

***

Erwähnt wurde die App https://Lialo.com als Vergleich.

Dort können Gästeführungen individuell runtergeladen werden gegen einen entsprechenden Preis. Beide Apps können sich sehr gut ergänzen, genauso sollte trotzdem kein Reiseführer vergessen werden.

FAZIT:

Eine innovative App, die zuerst das Ruhrgebiet auf eine neue Art touristisch entdecken lässt, bevor sie in die Europäische Liga aufsteigt. Einige Touren sind schon zu finden, wie in der Toskana oder auf den Kanaren. 

Ich sehe viel Potenzial. Ich habe die App mir für 0,99 € runtergeladen als früher Vogel, der den Wurm fängt. Ich werde die ein oder andere Tour als Tester ausprobieren. Ich bin gespannt und werde den Weg der Inhaber der App Roadmovie verfolgen. 

Vor allem freue ich mich auf das Stolpersteinprojekt, dass ich in Bochum starte und auch in anderen Städten des Ruhrgebiets vorhabe für die App zu erstellen. Sie werden kostenlos abrufbar sein. Und sie wird für die App auch von mir kostenlos im Sinne der Erinnerungskultur für die Opfer des Nationalsozialismus, damit es sich nicht wiederholt mit Melanie und Thomas eingerichtet werden, egal, wieviele Menschen diesen jeweiligen Stolperstein-Weg nutzen werden.

Müllsammeln mit Horst putzt sich heraus! in Gelsenkirchen I Eine Stadtteil-Initiative von Hans-Georg Kouker I +Video I +Podcast #112

Müll ist kein Naturgesetz, sondern ein Versäumnis. In den Städten des Ruhrgebiets landet oft mehr Abfall auf den Straßen, als dort hineingehört. Eine Ausnahme bildet da der Stadtteil Horst in Gelsenkirchen: Hier hat Hans-Georg Kouker 2021 eine Müllsammelaktion ins Leben gerufen, um den Heimatstadtteil sauberer zu machen: Horst putzt sich heraus.

Einmal im Monat treffen sich Gleichgesinnte, um den Stadtteil Horst von Unrat zu befreien. Mittlerweile unterstützt auch der städtische Entsorger Gelsendienste die Aktion. Alle 50 Meter hängt ein Abfallbehälter und fordert auf, den Müll doch bitte darin zu entsorgen und die Stadt sauber zu halten. Bürger und Bürgerinnen der Stadtteile Rotthausen und Ückendorf sind auf Koukers Aktion aufmerksam geworden und fangen an in ihrem Stadtteil sauber zu machen.

Ich unterstützte an einem Samstag auch mal die Aktion, um zu sehen, wie und wo Horst sauberer gemacht wird und ob es funktioniert hat. Ich als Ruhrpottologe will, dass unser Ruhrgebiet sauberer gehalten wird, denn ich sehe jeden Tag Unrat auf den Straßen, wo es nicht hingehört. Das macht keinen guten Eindruck auf unsere Region, wo wir doch unser Ruhrgebiet nach außen so toll bewerben wollen, damit wir Touristen bekommen und unser schönes Revier zeigen möchten.

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Podcastfolge 112 folgt am 20.8.25 ab 10 Uhr (abonniert den Newsletter oder auch den Podcast auf allen Kanälen: Ruhrpottologe unterwegs im Ruhrgebiet)

In Horst treffen sich die Unterstützer*innen von Hans-Georg Koukers Initiative Horst putzt sich heraus! an jedem letzten Samstag zwischen 10 und 12 Uhr auf dem Horster Marktplatz. Von hier aus sammeln sie sternförmig in den Straßenzügen den Abfall ein. Im Horster Norden macht Bernd Strickling, dem Geschäftsinhaber des alten traditionellen Textilhauses Strickling in Horst, mit. Er macht den Horster Norden mit Gleichgesinnten sauber. Die beiden teilten Horst in Nord und Süd auf, damit beide Bereiche sauberer werden.

Rechts: Hans-Georg Kouker

Der Anfang war mühselig, doch heute zahlt sich der Einsatz aus: Horst wirkt ordentlicher, und das Engagement inspiriert weitere Anwohnerinnen und Anwohner. Dennoch bleibt Müll auf den Straßen sichtbar – Aufklärungs- und Durchhaltearbeit ist weiter nötig.

Ich kann den Eindruck vor Ort betätigen durch meine Teilnahme: Am Kiosk am Marktplatz lagen Zigarettenstummel, Kronkorken und Verpackungsmüll zwischen Kopfsteinpflaster, Grünflächen und Baumstämmen. Vor dem Kioskeingang am Marktplatz steht ein Abfallbehälter mit einem Hinweisschild Danke von Horst putzt sich heraus, um den Stadtteil sauberer zu halten. Doch auch wenn die Aktion vieler Geschäftsinhaber*innen von Horst mit den von der Initiative aufgestellten Abfallbehältern unterstützen, liegt noch genug auf den Straßen herum, wenn auch insgesamt es Wirkung zeigt. Die Straßen sind nicht mehr so voll von Unrat wie vor dem Anfang von Horst putzt sich heraus!.

Die Initiative Horst putzt sich heraus hat sich zu einer Vorbildaktion für andere Stadtteile im Ruhrgebiet entwickelt: Nicht meckern, sondern mithelfen. Wer mitmachen will, findet Wege, unabhängig von einer Vereinsmitgliedschaft aktiv zu werden. Durch vermehrte Bürgerengagements entstehen saubere Orte und ein besseres städtisches Gemeinschaftsgefühl.

Die Idee hinter dem Projekt ist simpel: Menschen zusammenbringen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam sauber halten. Seit der Gründung von Horst putzt sich heraus! wirkt sichtbar: Ladenbesitzer machen mit zusätzlichen Abfallbehälter mit. So wird das Bewusstsein für Müllvermeidung im Stadtteil gesteigert.

Unterstützt wird die Initiative auch von Sybille Hellier, die sich durch das Mitmachen mit dem Sammeln von Zigarettenkippen beschäftigt hat. Sie zählt an jedem Sammeltag die Zigarettenstummel und klärt mit der daraus entstandenen Initiative „AufGEraucht“ über die schädlichen Umweltfolgen auf, wie Grundwasserverseuchung.

Die sich in der Gründung befindliche Umweltstiftung Greendays4Future ist sie Pressesprecherin geworden und informiert darüber über die Stadtgrenzen hinaus über dieses besondere Abfallproblem. Ihr Engagement zahlt sich aus, so dass auch der Fußballverein Schalke 04 auf sie aufmerksam wurde und nun die Aktion unterstützt und die Fans aufklären möchte für mehr Nachhaltigkeit.

Bei mir ist es nicht nur die Flaschen und Dosen, sowie die Kronkorken, die überall heraumliegen mit der Kunst-Müll-Aktion „Flaschengefühle“, sondern einfach aus Überzeugung, das Müll eben nicht auf die Straße und in die Natur gehört, sondern in den Müllbehälter oder bei Pfand abgegeben bei einem Händler.

Diese Flaschen sammelt kein Obdachloser oder Rentner ein. Sie sind nicht zu sehen. Sie sind in diesem Moment Müll und gehören auch in den Müllbehälter!
So sauber!

Insgesamt zeigt Horst putzt sich heraus! durch das jahrelange Tun Wirkung. Dennoch ist besonders an Schulen mehr Aufklärung nötig, denn trotz mehr Abfallbehältern liegt dort leider mehr Müll herum. Jugendliche nutzen leider selten die Müllentsorgungsbehälter. HG Kouker hat die Aufklärung schon angefangen, aber ist mehr nötig, um die Generation zum Thema Müll zu sensibilisieren, nämlich mitmachen zu lassen. Sie müssen die Müllproblematik sehen und dabei mithelfen.

Für mich persönlich war es eindrucksvoll zu sehen, wie die Aktion zu einer größeren Sensibilisierung beiträgt. Abends werden die Abfallmengen auf den Straßen langsam weniger – ein Zeichen dafür, dass Aufklärung und gute Beispiele wirken. Trotzdem bleibt der Bedarf groß: Es braucht mehr Mut, Gespräche mit Passantinnen und Passanten zu führen, Kinder für Müllvermeidung zu begeistern und regelmäßig Müll zu sammeln zur  weiteren Sensibilisierung für eine sauberere Stadt.

Vor dem Kiosk war das sehr schlimm versaut!

Die Botschaft ist klar: Wer alleine anfängt, kann andere motivieren. Horst putzt sich heraus zeigt, wie Gemeinschaft Verantwortung übernehmen kann. Wer Mahnungen hört, kann selbst aktiv werden: Nimm eine Mülltüte, sammle Müll auf oder melde Stellen von größeren Müllansammlungen der Stadt, damit sie entsorgt werden. Wenn jeder einen kleinen Beitrag leistet, kann eine Stadt wie Horst zu einer saubereren, lebendigeren und wohlfühlenden Umgebung werden.

Fertig! und wieder eine Menge gesammelt im Stadteil Horst von Gelsenkirchen

Und ja, es gibt noch viel zu tun. Manche Bereiche bleiben unachtsam, doch jeder Schritt zählt, um unser Ruhrgebiet nachhaltig sauberer zu machen.

Wer möchte, kann zum Beispiel nicht nur in Horst die Initiative in Gelsenkirchen unterstützen, sondern auch Greendays4Future bei den Aktionen. Ich bin selbst mittlerweile Repräsentant geworden mit meiner Kunstaktion „Flaschengefühle“ und den daraus resultierenden Hinweis, dass Flaschen ohne Pfand nicht in die Natur gehören. Oder wenn ihr in Bottrop seid, könnt ihr an jedem letzten Sonntag im Monat den Verein Waldfegen e.V. unterstützen.

Es gibt in vielen Städten des Ruhrgebiets einzelne Vereine oder Initiativen, um zu unterstützten. Ich für meinen Teil fange in Bochum einfach an und hoffe, damit Gleichgesinnte zu treffen, die in meinen beiden Stadtteilen, wo ich wohne Eppendorf und Weitmar, unterstützen. Den ersten Termin gebe ich noch bekannt. Start ist im Oktober!

Aller Anfang ist schwer, doch die Mühen zahlen sich aus. So ist Horst putzt sich heraus! initiiert von Hans-Georg Kouker in Gelsenkirchen eine Möglichkeit sich anzuschließen im Stadtteil oder als Vorbildfunktion im eigenen Stadtteil von Duisburg bis Hamm, von Dorsten bis Hagen einfach mal einen Greifer zu nehmen und anzufangen die eigene Stadt sauberer zu machen.

Und wer das einmal gemacht hat, wird erstaunt sein, dass ein inneres Gefühl sich breit macht: Stolz und ein gewisses Wohlgefühl etwas für seinen Wohnort gemacht zu haben und etwas zurückgegeben zu haben, wo man lebt.

Viel Spaß dabei und Müll frei statt Glück auf!

***

Wer bei Horst putzt sich heraus! mitmachen möchte:

An jedem letzten Samstag im Monat 10-12 Uhr

Hippolytusstraße/Markplatz Nord und/oder Süd von Gelsenkirchen Horst 

Bei Hans-Georg Kouker (Süd) oder Bernd Strickling (Nord)

***

Über Greendays4Future: https://GREENDAYS4FUTURE.DE

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Fit ab 50 Recklinghausen – Vorbildlicher Sportverein für Junggebliebene I Interview mit Karin Bergmann I +Videopodcast I +Podcast #111 I +Fotogalerie mit Zumba Gold Kurs

Wer sagt, dass Sport nur etwas für die Jugend ist? In Recklinghausen beweist der Verein Fit ab 50 eindrucksvoll das Gegenteil. Mit zur Zeit 624 Mitgliedern zeigt er, wie man auch jenseits der 50 aktiv, gesund und vor allem gemeinsam fit bleiben kann. Der Verein möchte die „goldene“ 50+ Generation ansprechen, um mit Gleichgesinnten gemeinsam Sport zu treiben.

Mit Karin Bergmann, der 1. Vorsitzenden von Fit ab 50 e.V., spreche ich im Podcast über diesen Verein, der einmalig ist im Ruhrgebiet, weil er eben nur über 50 Jährige anspricht und damit auch eine Art Vorbildfunktion für andere Orte sein kann für mehr Bewegung und Gemeinsames Erleben mit Gleichgesinnten. Ich möchte ihn über die Stadtgrenzen hinaus bringen, damit es mehr Menschen gibt, die zusammen was machen, statt zuhause allein zu sein und nicht wissen, was heute gemacht werden kann. Im Verein kann man täglich was mit anderen was unternehmen und es ist so vielfältig, dass es für jedes Alter ab 50 was gibt, was einem passt.

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Persönliche Begegnung

Ich selbst lernte die 1. Vorsitzende Karin Bergmann beim Ruhrdax im Herbst 2024 kennen, einem Netzwerktreffen für sozial engagierte Vereine oder Organisationen im Ruhrgebiet. Sie berichtete mir nicht nur von den vielfältigen Aktivitäten, sondern auch davon, wie sehr die Menschen in Recklinghausen den Verein schätzen.

Eine kleine Anekdote zeigt das deutlich: Eine Recklinghäuserin, die nach Witten zog, war dort enttäuscht, keinen vergleichbaren Verein zu finden. „Fit ab 50“ ist eben mehr als ein Sportverein – er ist ein Stück Lebensqualität.

Stefanie Wuwer – Zumba Gold Kursleiterin (Links), Karin Bergmann, 1. Vorsitzende von Fit ab 50 e.V. (Mitte)

 

Mehr als nur Sport

Gegründet im Jahr 1999 feierte der Verein 2024 sein 25-jähriges Jubiläum. Sein Ziel: Bewegung, Gesundheit und Gemeinschaft. Denn Sport bedeutet hier nicht nur körperliche Fitness – er wirkt auch gegen Einsamkeit, die viele Menschen in diesem Alter erleben, sei es durch Scheidung, den Tod des Partners oder schlicht durch nachlassende Kontakte.

Ein besonderes Highlight sind die 20 verschiedenen Sportarten, die angeboten werden – vom klassischen Ballsport über Tanz bis hin zu Denksportaufgaben, die Gedächtnis und Koordination trainieren und sogar Demenz vorbeugen können.

Sportangebote im Überblick

Ball-Sportarten

Outdoor-Sportarten

Tanzsport

Entspannung

Gymnastik :

Schwimmen

(alle Links führen zu Ort- und Zeitangabe zur Homepage von Fit ab 50)

Jede Sportart wird von ausgebildeten Kursleiter*innen begleitet.

Stefanie Wuwer hab ich kurz interviewt bekommen, als ich mit ihrer Gold-Truppe einen Film für das Stadtsportfest zusammengestellt habe. 20 Sekunden werden am 6.9.2025 auf einer großen Leinwand zu sehen sein. Steffi, wie sie sich gern nennen läss, hat sich am Anfang der Kursleitung alle möglichen Zumba-Tänze ausgedacht. Als sie 2023 beim Verein als Kursleiterin anfing, wurde ihr klar, dass die schnellen Bewegungen erstmal zurückgeschraubt werden müssen für die über 50 Jährigen. 

Mit ihrer sympathischen Art und den Zumbarhythmus, den sie scheinbar mit der Muttermilch aufgesogen hat, betreut sie mittlerweile eine Teilnehmerinnenschaft von über 20 zusammengetrommelt, die einmal pro Woche ihre Hüften schwingen, um noch lange frisch im Saft zu bleiben. Männer sind so gut wie nie dabei…

Während der Aufnahmen, wo ich auch versucht habe mitzumachen, trotz eines Muskelfaserrisses (war etwas vorsichtig, wie ein Stück Holz), fiel mir auf, dass man erstmal auch kognitiv die schnellen Bewegungen, die sie vorzeigt, mitmachen muss. Drei Besuche braucht man schon, um soweit zu sein, die Andeutungen gehirntechnisch zu verstehen und entsprechend mitzumachen. Zumba hatte ich zuvor nur von Hörensagen mitbekommen, dass es ein guter Fitness-Tanzsport ist, wo Gehirn und Körper stark beansprucht werden, aber auch jeder Muskel genutzt wird. Ein Sport für jedes Alter, wer auf diesen Tanz steht!

Gemeinschaft wird großgeschrieben

Die Vereinsmitglieder sind zu zwei Dritteln Frauen, ein Drittel Männer. Während Männer sich eher im Ballsport austoben, sind Frauen in fast allen Sportarten vertreten.

Ein früheres Vorstandsmitglied, heute 90 Jahre alt, spielte noch bis vor kurzem Tennis. Das zeigt, dass durch nicht übertriebener Sportbetätigung eine gute Fitness bis ins hohe Alter erreicht werden kann.

StadtSportVest – StadtSportVerband Recklinghausen e.V.

Das Sportvest (warum in Recklinghausen alles Vest statt Fest heißt, kläre ich demnächst in einem „Ruhrgebiet erklärt“ Podcast) vom Stadtsportverband von Recklinghausen findet am 6.9.2025 zum 12. Mal statt und lädt die Bürger und Bürgerinnen ein sich umzuschauen. Welche Sportart, welcher Verein ist der passende, um mitzumachen. 

Auch Fit ab 50 e.V. nimmt jedes Mal daran teil und wird bestimmt das ein oder andere Mitglied gewinnen. Steffi mit Zumba Gold und die Kursleiterin Petra Kübber-Rösmann mit Fatburner- und Core-Training werden bestimmt die Bühne zum Beben bringen.  

Auf den verschiedenen Plätzen in der Innenstadt, wie auf dem Altstadtmarktplatz, dem Gymnasium Petrinum, am Kirchplatz St. Peter, sowie auf dem Löhrhof und im Palais Vest finden Interviews und Vorstellungen mit Spiel, Spaß und Musik statt, um die Sportarten von 35 Vereinen in der Stadt allen Interessierten vorzustellen. 
Es gibt u.a. auch Verlosungsaktionen für ein beitragsfreies Jahr einer Mitgliedschaft. 

Es werden Fragen geklärt, welche Sportarten es in der Stadt gibt, und ob man selbst in seiner Altersgruppe und der sportlichen Konstitution der jeweiligen Altersgruppe und den jeweiligen Sportaktivitäten gewachsen ist. Zwischen 11 und 16 Uhr kann sich jeder Interessierte auf dem Sportfest sehr ausführlich informieren. Vielleicht wollen ganz viele jetzt bei Zumba Gold mitmachen nachdem sie meine dort erstelltes Video gesehen haben. Wer weiß…

Mitgliedschaft & Kosten

  • Mitgliedsbeitrag: 10 € im Monat / 120 € im Jahr (inkl. Nutzung städtischer Hallen & Kursleiter*innen)

  • Zusatzangebot: Kooperation mit dem Fitnessstudio Cityfitness – der Verein unterstützt den Eintritt einen vergünstigten Monatstarif

  • Aufnahme: Mindestalter 48 Jahre

Damit können Interessierte an fast jedem Tag der Woche an einem Kurs teilnehmen – sei es wöchentlich, zwei Mal im Monat oder am Wochenende. Es findet immer irgendwo irgendwas statt.

Fazit zum Verein Fit Ab 50 Recklinghausen e.V.

Für einen geringen monatlichen Beitrag hat man eine sehr gute Bandbreite an sportlicher Aktivität, einen vergünstigten Tarif für ein Fitnessstudio, so dass auch mit einer kleinen Rente oder Menschen mit einem dünnen Portemonnaie viel gemeinsamen Sport gemacht werden kann. So kann auch einer Vereinsamung vorgebeugt werden und natürlich auch eine verbesserte Fitness. 10 € sind günstiger im Monat als eine Tablettenpackung in der Apotheke für irgendwelche Wehwehchen, die durch Sport eventuell ja verringert werden können.

Die Babyboomer sind jetzt in dem Alter über 50 (ich gehöre ja auch dazu). Sie können sich in diesem Verein gut vernetzen, neue Freunde und Freundinnen finden, vielleicht auch die ein oder andere neue Partnerschaft. Einmal im Jahr gibt es eine organisierte Reise vom Verein. Alles in allem wirklich ein Vorbild für andere Orte solch einen Verein für die „goldene“ Generation ins Leben zu rufen, wer selbst unzufrieden ist, weil man zum Beispiel eben mit jüngeren nicht mithalten kann im jeweils hiesigen Sportverein. Jeder muss sich einfach vor Augen halten, dass man eben älter wird und nicht mehr sportlich so mithalten kann. Aber auf gleicher Höhe bzw. Alter macht es dann wieder Spaß zusammen Sport zu treiben. Und danach kann man sich ja auch auf ein Essen, Kaffee oder Bierchen treffen, um anschließend mit Sport das wieder gemeinsam abzutrainieren.

Es ist toller Verein, den ich da in einer kurzen Form kennenlernen konnte. Wer nicht in Recklinghausen wohnt und wem der Weg nicht zu weit ist, kann auch Mitglied werden und fährt dann zu den Örtlichkeiten, wo der jeweilige Sport stattfindet. Das ist doch eine tolle Sache!

Links und Adresse zum Verein

Zur Vereinsseite: https://www.Fitab50-recklinghausen.de

Mitglied werden: Muster-Aufnahmeantrag (PDF)

Kontakt:

FitAb50 Recklinghausen e.V.

45605 Recklinghausen

Tel: 02361/3880999

info@fitab50-recklinghausen.de

***

Das Fitnessstudio, wo man als Mitglied des Vereins einen vergünstigten Monatsbeitrag zahlt:

https://www.city.fitness/studios/recklinghausen

Adresse: 

City-Fitness RecklinghausenHubertusstraße 26

Öffnungszeiten: 

  • Mo, Di, Do: 06:00 – 23:00 Uhr
  • Mi, Fr: 07:00 – 23:00 Uhr
  • Sa, So, Feiertag: 08:00 – 20:00 Uhr
Fotogalerie vom ZUMBA Gold – Kurs mit Stefanie Wuwer (c) André Brune

Malin Ostermann und das Mundartprojekt Dialektatlas – Gehört Ruhrdeutsch dazu? I +Videopodcast I +Podcast #110

Es gibt einen Dialektatlas, der die regionale Mundart aus den Regionen des Mittleren Westens für die Ewigkeit online mit Hörproben und Schriftlich festhalten wird. Malin Ostermann arbeitet an dieser Studie seit einigen Jahren mit. Sie hat mir auch die Antwort auf die Frage gegeben, ob Ruhrdeutsch in der Form ein Dialekt ist oder ein Regiolekt. Sie hat mir aber auch einen interessanten Einblick gegeben in die Sprachgeschichte und warum das Mammutprojekt so wichtig ist die nun sterbenden Dialekte zu bewahren für die Nachwelt.

Schaut doch einfach mal ins Video oder hört in den Podcast rein:

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Mehr Informationen

Malin Ostermann ist eine der Mitarbeiterinnen von der Universität Bonn an der Philosophischen Fakultät für Germanistik, vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft, Arbeitsstelle Rheinische Sprachforschung. Das Projekt „Dialektatlas Mittleres Westdeutschland (DMW)“ wird von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste gefördert. 2016 wurde es gestartet. Es wird nach einer Laufzeit von unglaublichen 17 Jahren 2032 abgeschlossen sein.

In vielen Regionen werden immer noch Menschen gesucht, die sich als „Gewährsperson“ zu einer „Erhebung“ bereit erklären, also Menschen, die bereit sind dabei freiwillig mitzumachen bei der Studie. So sollen aussterbende örtliche Mundartdialekte in den nachfolgenden Generationen nicht vergessen werden. In der Form der Digitalen Sprachverarbeitung ist das bisher für diese Region noch nie gemacht worden. Das Thema Sprache ist zwar trocken, aber wir haben einen wirklich spannenden Einblick in die regionalen Dialekte. Das Ruhrgebiet als solches ist auch vertreten, es könnte aber noch besser werden. Denn der Kreis Recklinghausen ist noch ein weißer Fleck, wo sich bisher noch niemand gefunden hat, der sich bereit erklärt hat mitzumachen. Dabei ist das gar nicht so schwer.

Wie läuft das Projekt „Dialektatlas“ ab?

  1. Recherchieren – An allen Standorten wird recherchiert, wo Befragungen stattfinden können und sollen. Das Projekt basiert auf den Sprachwissenschaftler Georg Wenker aus dem 19. Jahrhundert, der zum ersten Mal einen Großteil der Dialekte in Deutschland erforscht hat und entsprechende „Dialektgrenzen“ dadurch ermittelt hat.
  1. Kontaktieren – es werden über Heimatvereine, Ortsvorsteher und Bürgermeister *innen nach den „Gewährspersonen“ kontaktiert, die Interesse haben einen Fragebogen, der die „Ortsfestigkeit“ feststellt, also wie lange die Person dort wohnt, also wie fest sitzt sozusagen der Dialekt oder auch nicht. Dann wird ein Termin vereinbart, und die Person wird aufgesucht um zu
  1. Befragen & Aufnehmen – Malin Ostermann ist eine sogenannte „Exploratorin“, die dann anhand von einem Fragebuch Ausdrücke aus dem Dialekt prüft mit Bild- und Satzkarten und kleinen Videos. Die Befragung wird komplett aufgenommen und gespeichert. Keine Angst. Es wird kein Schindluder getrieben, sondern mit dem Datensatz und der Aufnahme natürlich rein wissenschaftlich umgegangen. Die Sprachdaten werden gespeichert und bei eingesprochenen Wörtern, wie zum Beispiel Kartoffel, wird dann das ausgesprochene Wort herausgefiltert und dem Dialektatlas online zugeführt.
  1. Sichern – Natürlich werden die kompletten Daten der Personen und Sprache getrennt voneinander digitalisiert und verschlüsselt über eine projektinterne Plattform. Alles nach Datenschutzgesetz für die weitere wissenschaftliche Bearbeitung.
  1. Aufbereiten – Etwa 800 Fragen werden durch entsprechende Bearbeiter*innen bearbeitet. Sie schneiden die Dialektwörter aus den Aufnahmen heraus zur Transkription in die entsprechende Lautschrift. Und es wird noch eine spezielle Analyse durchgeführt auf linguistische Phänomene.
  1. Hören & Sehen – Nachdem dieser mühsame Fragenkatalog gestellt, gesichert und aufbereitet, sowie analysiert wurde, kommen die Sprachbeispiele und ihre laiengerechte Verschriftung auf die sogenannten „Preview-Karten“. Das ist der Dialektatlas, der zum Teil auch gehört werden kann, was Malin mir im Podcast am Laptop zeigt. So wird ein Vergleich gemacht werden können zwischen den Orten. Manchmal eben hat ein Nachbarort eine andere Aussprache zur Kartoffel. Das liegt an den Sprachinseln, die früher eben waren, weil die Menschen mangels Geld und Möglichkeiten eben nicht verreist waren und immer im Ort blieben. Oder sie veränderten sich, weil sie Zuwanderung hatten oder sich mundartig eben ausgetauscht haben. Ohne Vergleichsdaten kann man das alles nicht genau feststellen.
Flyer zur Übersicht: 2024-06-17_DMW_Flyer_A5.pdf

Ich persönlich finde es faszinierend, dass es diese besondere Studie gibt, um die alte Sprache des Alltags in den Regionen für die Nachwelt festzuhalten. Ich finde sie auch sehr wichtig. Denn ich merke seit einigen Jahren, wie sich unsere Sprache verändert durch die Globalisierung, dem Internet, den abgehakten Nachrichten in den Chatrooms eine Verschwimmung der Dialekte hin zu reinem Hochdeutsch mit vielen englischen Wörtern, die oft grausig auch in der Werbung die deutsche Sprache verunstalten. Der englischsprachige Einfluss wird immer größer, aber es lässt auch deutsche Wörter in den englischen Sprachraum zu. So wird das deutsche Wort „Wanderlust“ weltweit für die wirkliche Freude zum Wandern genutzt. Da kann man sich aufregen, wie man möchte. Die Einflüsse können nicht getilgt werden. Sie werden sich auch weiter verändern werden in der Zukunft. Das ist ein normaler Vorgang seitdem wir als Mensch angefangen haben zu sprechen.

Sprachveränderung

Es passiert gerade durch den globalen Einfluss in der Sprache sehr viel, da wird die Regionalität eher vergessen. Die Jugendsprache hat jedes Jahr neue Wörter, die auch im Duden aufgenommen werden. Ein Komitee von Sprachwissenschaftlern, die neue Wörter aufnehmen, die immer mehr den deutschen Sprachraum übernehmen, prüfen aber auch, ob es Wörter gibt, die kaum noch gesprochen werden. So gehen auch ältere kaum genutzte Wörter wieder aus dem Duden heraus. Das war schon immer so. Man kann sich über die Jahrzehnte die alten Duden mit neuen vergleichen und wird mit Sicherheit große Veränderungen vorfinden. Aber wer liest schon einen Duden, der höchstens zum Nachschlagen einzelner Wörter genutzt wird, um zu wissen, wie es geschrieben wird?

Alte Wörter im regionalen Bereich gehen somit auch verloren. Die Wörter werden ersetzt durch andere oder entwickeln sich weiter. Diese Studie rettet sozusagen die Mundart der Regionen und die entsprechende große Vielfalt, so wie es schon im Süden Deutschlands gemacht wurde.

Österreich, die Schweiz, Bayern und Baden-Württemberg sind da schon fertig mit der Sprachforschung. In Deutschland liegt es bei der Kulturhoheit der Länder. Der Norden und auch Osten Deutschlands sind noch weiß. Dort gibt es so eine großangelegte Dialektforschung noch nicht oder nur im kleinen Rahmen. Es wäre schon spannend zu wissen, in wie fern sich dort der niederdeutsche Dialekt entwickelt hat, der einen großen Einfluss für das Ruhrgebiet hatte bis heute. Für diesen Bereich im Ruhrgebiet und drumherum gibt es die Erhebung nun.

Durchgeführt wird die Studie und das Werden vom Dialektatlas der mittleren westdeutschen Gebiete an den Universitäten in Siegen, Paderborn, Münster und in Bonn. Ich war zum Gespräch eingeladen worden in Bonn. Dort besteht die Projektleitung aus Prof. Dr. Claudia Wich-Reif (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn). Außerdem sind zuständig Prof. Dr. Petra M. Vogel an der Universität Siegen, Prof. Dr. Helmut Spiekermann von der WWU Münster und Prof. Dr. Doris Tophinke von der Universität Paderborn.

Malin Ostermann und der Dialektatlas

Kennengelernt habe ich Malin Ostermann bei dem 100 Jahre Fest vom Verein Komm-Ommend, der die regionale Mundart in Essen – Werden das Waddisch noch pflegt und hegt (Hab ich im Podcast/Blogbeitrag drüber berichtet: Waddisch – Ruhrpottologe – André Brune). Doch auch dort ist der Verein überaltert, das Interesse in Werden leider sehr gering mitzumachen, weil es im Alltag nicht mehr verwendet wird. Mir machte es Spaß den Podcast mit Marc Real zu machen, der enthusiastisch den Verein mit jungem Esprit am Leben erhält und auch junges Publikum anspricht. Natürlich war ich Feuer und Flamme einen Podcast mit Malin Ostermann zu machen über das Projekt Dialektatlas. Sie lud mich nach Bonn zu ihrem Sprachinstitut der Universität ein.

Malin ist früh mit ihren Eltern durch deren Arbeit nach Portugal gekommen. Sie begeisterte sich schon früh für Sprachen. Sie hatte auch nicht gewusst, dass in Portugal an der Algarve anders gesprochen wurde als in Norden bei Porto. Für sie war, wie auch für uns Außenstehende Portugiesisch eine einheitliche Sprache. Aber es ist dort genauso regional unterschiedlich, wie in Deutschland zwischen Bayern und Schleswig-Holstein.

Mit 18 kam sie aus Portugal zurück nach Deutschland und hat in Siegen den Bachelor in Sprachwissenschaft und in Bonn den Master in Germanistik gemacht. Ursprünglich war die Dialektforschung nicht ihr Ziel. Sie hatte das eher nebenbei im Studium kennengelernt. Professorin Wich-Reif bat sie für das Projekt zu bleiben und mitzumachen, was sie mit Begeisterung auch unterstützt. Sie ist einer der Exploratoren. Sie macht die Erhebungen vor Ort bei den Probanten, die das Projekt mit ihrem Mundartdialekt unterstützten.

Malin Ostermann schreibt an einer Doktorarbeit im Rahmen des Projekts, das eigentlich nur im Inneren der deutschen Grenzen hält. Sie wurde gefragt, ob sie nicht über die Grenzen hinausschauen möchte Ich wünsche ihr viel Erfolg dabei und denke, dass sie wirklich eine tolle Doktorarbeit hinlegen wird, die sich eben mit der deutschen Sprache im Grenzraum beschäftigt. Das wurde bisher eben auch nicht gemacht. Dort wird hier und da auch Deutsch gesprochen oder einzelne Wörter aus dem Deutschen beeinflussen den dortigen Dialekt stärker als im Inland.  Es ist eben auch so, dass auf der belgischen, wie auch auf der niederländischen Seite, sowie auch in Luxemburg und auch Frankreich, wie in Elsass und Lothringen Deutsch gesprochen wird.

Dort hat sich mit Sicherheit eine eigene Mundart entwickelt mit mehr Einfluss von Flämisch, Niederländisch und Französisch. Umso spannender ist es herauszufinden, wie nah sie an dem Wort Kartoffel sind oder nicht. Denn vom Erdäppel bis zum Krumper ist die Kartoffel allein in Nordrhein-Westfalen ein einziges Wortphänomen in den verschiedensten Regionen. Sie erklärt mir auch, dass wenn kleinräumig geschaut wird, jeder Ort einen unterschiedlichen Begriff sogar hat für zum Beispiel die „Kartoffel“.

Es gibt viele Gründe warum die Sprache sich früher noch nicht und später mehr verändert hat, besonders im Ruhrgebiet. Die Menschen konnten früher nicht verreisen. Sie hatten kein Geld. Sie arbeiteten, um zu überleben immer meist an einem einzigen Ort, gingen nie weg und starben dort. Sogenannte Sprachinseln entstanden, so wie eben das Waddisch in Essen-Werden, das genauso anders ist als z.B. in Werne an der Lippe oder in Duisburg-Meiderich früher gesprochen wurde. Durch die Industrialisierung und Einbindung in die Großstädte, dem Einwandern von fremden Arbeitskräften wurde nach und nach auch der Heimatdialekt dem Tode geweiht. Nur vereinzelt wehren sich ein paar Vereine im Ruhrgebiet noch und erhalten die Sprachtradition und haben sichtlich Spaß daran.

Die heutige deutsche Sprache entstand ursprünglich aus dem Indogermanischen. Durch Völkerwanderungen hat sich auch die Vermischung und später die weitere Sprache in den Orten weiterentwickelt. Es gibt die schon erwähnte Benrather Linie. Sie trennt das Althochdeutsche von den anderen germanischen Sprachen auch vom Englischen. Georg Wenker prägte diesen Begriff 1877, als er bei seinen Forschungen die sprachliche Veränderung nah bei Düsseldorf am Rhein feststellte, wo sich das Niederdeutsche/Niederfränkische vom Mittel- und Oberdeutsch durch Lautverschiebungen in der Sprache veränderte. Er legte eine Sprachkarte fest, die in den Räumlichkeiten des Instituts hängt.

Martin Luther, Duden und Potten

Was mit Martin Luther im 16. Jahrhundert mit dem Druck der Bibel auf Deutsch begann, mit dem Rechtschreibwerk von Konrad Duden fortgeführt wurde, haben die Schulen und auch Eltern geschafft. Erziehungstechnisch wurde den Schüler und Schülerinnen das Hochdeutsch oft genug gewaltsam mit dem Lineal auf den Fingern oder auch Prügel zu Hause eingeprägt. Man wollte ihnen die „Dialekte“ austreiben. Sie waren nicht mehr schicklich zur Neuzeit. Sie sollen verstanden werden in allen Teilen des Landes. Die „Einheitssprache“ des vereinten Deutschen Reiches unter den Kaisern bis in die Zeit der Bundesrepublik setzte sich mehr und mehr durch. Es gibt aber noch in den Bundesländern Sachsen und Bayern, sowie auch Baden-Württemberg genügend Leute, wo durch Vereine und Initiativen auch die Jugend angeregt wird den Dialekt zu pflegen.

Im Ruhrgebiet kann man das nicht unbedingt pflegen, im Gegenteil, alles was überlustig klingt ist eher witzig, eine Verulkung der wirklichen echten Sprache, die zum Teil noch gesprochen wird. Klar kann man das auch in die Welt tragen, aber es ist nicht echt. Es ist mundartlich lustig. Was humorvoll ist, mögen die Leute der Region. Das ist keine Frage. Ich schalte auch um, wenn ich will und ich kann. Ruhrdeutsch ist eben nicht Tegtmeier, Knebel und Pottfluencer, der die Pottsprache in die Welt bringen möchte. Alles witzig keine Frage, aber so lustig es klingt, so abgedreht spricht niemand und hat auch niemand so gesprochen früher, wie heute. Einzelne Wörter vielleicht. Das ist Comedy und nicht die Sprache, nicht der Regiolekt. Aber es ist der Mainstream, der die Sprache für kurze Zeit noch einmal hochholt und mit Witz aufrecht erhält. Das hat mit der Studie insgesamt wenig zu tun bis gar nichts. So gut wie kein Wort wird so richtig übernommen werden, weil viele Ausdrücke auch aus meiner Jugendzeit stammte der 1980er und 1990er Jahren und nicht aus der Zeit der Urgroßväter von damals.

Ist Ruhrdeutsch ein Dialekt?

Eindeutig sprachwissenschaftlich gesehen NEIN! Klar kenne ich, wie alle Einwohner*innen, die hier groß geworden sind viele Wörter. Aber kommen denn die Wörter meist aus dem Ruhrgebiet, die der Pottfluencer Daniel Aßmann seit einem Jahr so gern in einem eher Comedy-Ruhrkauderwelsch raushaut? Ruhrcomedy ist lustig, aber nicht echt.

Das ist witzig. Daniel macht es gut. Ich hab damit in gewisser Form mit zu langen Videos und Erklärungen vor fünf Jahren begonnen. Dennoch wollte ich das Ruhrdeutsch nicht verulken, sondern die Alltagssprache nutzen, um einzelne Wörter zu erklären. Die Anfänge sind in Facebook zu sehen und werden von mir nun neu aufgelegt. Damals fand ich bei fast allen bisher besprochenen Wörtern heraus, dass sie ins Ruhrgebiet eingeschleppt wurden oder eigentlich aus der Zeit der Benrather Linie stammen, also schon hier durch das Niederdeutsche im normalen Sprachgebrauch festgestanden haben. Andere wiederum kamen von woanders her, werden auch woanders gesprochen und sind deswegen auch keine Pottwörter, die in die Welt getragen werden müssen. Ich mag den Spaß ja und ich möchte ihn wirklich nicht verderben!  

Viele stammen nicht wirklich von hier und sind deswegen auch keine Ruhrgebietswörter. Wir meinen, weil wir damit groß geworden sind, dass es zum Ruhrdeutschen gehört. Einige Wörter stammen aus der Jugend und sind auch woanders zu hören. Die Wörter Maloche und Kasalla, sowie Fiesematente stammen von woanders her, was ich beim Recherchieren herausfand. Sie sind bekannt, aber nicht aus dem Ruhrgebiet. Sie haben nur in den Regiolekt Einzug erhalten und wurden im Sprachgebrauch auch gut genutzt.

Die Sprache des Ruhrgebiets hat sich im Laufe der Industrialisierung verändert durch Zuwanderung aus vielen Teilen des damaligen Deutschen Reiches, wie auch durch das örtliche Hin- und Herwandern, da hin zu gehen, wo Arbeit ist, so dass die Sprache sich verändert hat. Die ursprüngliche Mundart hatte nicht mehr die Kraft sich durchzusetzen. Sie verlor an Bedeutung, wie es eben um das Ruhrgebiet herum gerade passiert, wo diese Art der Zuwanderung nicht passiert ist. Es passiert jetzt durch verschiedene Eindrücke der Globalisierung.

Dialektuntergang

Die wirklich echte ruhrdeutsche Sprache mit Wörtern, die wir in unserer Jugend oder in der Jugend der Generation meiner Eltern und Großeltern oder noch älter gesprochen wurde, geht nun nach und nach verloren. Das ist schade, aber das war und ist immer schon der Lauf der Dinge. Wir sind inmitten einem Prozess des Sprachwandels, den wir ältere nicht wahrhaben, den wir festhalten wollen. Aber auch das Althochdeutsche wurde im Laufe der Jahrhunderte vom Mittelhochdeutschen und dann vom Hochdeutschen ersetzt. Das ist nun eben auch im Ruhrgebiet der Fall. Es gibt kaum noch Arbeiter, die die lässige Art haben, die üblichen bekannten Wörter weiter zu nutzen. Sie gehen nun nach und nach in Rente.

Eltern gaben ihren Kindern im Ruhrgebiet früher auch mit, dass die ruhrgebietsartige Aussprache eine eher minderwertige Arbeitersprache war. Sie wollten sie zu etwas besseren bekehren, damit sie in der Gesellschaft überall anerkannt werden, statt aus dem grau-schwarzen Loch der Industrie zu kommen, die ärmlich war und im Rest von Deutschland als schmutzig angesehen wurde. Obwohl ohne das Ruhrgebiet wäre Deutschland nicht das von heute möglich gewesen. Das, was in anderen Teilen Deutschlands tatsächlich noch normal ist in ganz Deutschland, schien im Ruhrgebiet einen schlechten Eindruck nach außen zu machen, wer mit „Dat“ und „Wat“ kam, obwohl es in Köln, in Münster, Hamburg und Rostock durch den Einfluss des Niederdeutschen eigentlich normal ist bis heute.

Das Ruhrgebiet liegt nun mal nördlich der sogenannten „Benrather Linie“, wo das Niederdeutsche, die plattdeutsche Sprache normal war. Im Ruhrgebiet teilt sie sich in den westfälischen und sauerländischen, den münsterländischen Sandplatt, sowie dem Rheinländischen (Achtung!:) Dialekt.

Ebenso hat sich viel verändert nicht nur durch Zuwanderung. Im Laufe der Jahrhunderte und dem letzten Jahrhundert kamen auch Einflüsse durch Besetzung von französischen Truppen unter Napoleon, sowie auch viel früher noch durch das Durchstreifen von Söldnertruppen im 30jährigen Krieg.

So weit zur Geschichte müssen wir allerdings nicht zurückgehen, um das Studienprogramm heute zu unterstützen, damit alte Wörter auch in der Zukunft noch hör- und lesbar sind. Dafür sorgt Malin Ostermann, die in Cottbus geboren wurde.

Dialektpionierforscher Georg Wenker

Der schon erwähnte Georg Wenker war der Pionier der Dialektologie. Er machte die erste Erhebung der deutschen Dialektsprache und erstellte daraufhin einen ersten Dialektatlas. Er machte die Benrather Linie fest und zeigte mit dieser Linie, wo der Dialekt sich mundartlich veränderte. In der Sprache wurden unterschiedliche Ausdrücke verwendet, die im Norden normal waren, was im Süden eher nicht der Fall war, wie bei Ik statt Ich oder Dat und Das oder bei Hebben und Haben, auch die Tide und Zeiten sind darin gemeint.

Seit dem zweiten Weltkrieg verschiebt sich vieles. Im Ruhrgebiet selbst sind auch neue Wörter dazugekommen, die nun langsam auch wieder ihre Bedeutung verlieren. Sie wanderten durch die ostpreussischen Flüchtlinge ein, so wie 50 Jahre vorher polnische Einwanderer taten. Im Bergbau ist der Motek noch ein Begriff für den Hammer. Doch der Bergbau ist zu Ende im Ruhrgebiet. Der Motek wird bald auch nicht mehr als Wort benutzt werden in Deutschland, aber in Polen bleibt er bestimmt.

Die Benrather Linie beginnt in der belgischen Stadt Eupen, wo auch heute noch weitgehend Deutsch gesprochen wird. Sie zieht durch die Niederlanden bei Broekhuizen. Bei Kerkrade geht sie in die deutsche Grenze. Dann ging sie von Aachen bis hinter Küstritz, zog durch Berlin (deswegen klingen einige Wörter auch im Ruhrdeutschen nach Berlinerisch und kreuzen sich sprachlich).

Die Linie hat sich nach dem zweiten Weltkrieg verändert. Und sie verändert sich wahrscheinlich heute rasant noch mehr nach Norden bis sie in wenigen Jahrzehnter wahrscheinlich auch Geschichte ist.

Fazit

Die Studie bzw. Erhebung ist umso wichtiger durch die Verschiebung. Auch wenn es eine trockene Materie ist. Für jeden ist es interessant mal in die Region zu gehen, wo wie Wörter anders klingen oder mal geklungen haben. Es ist wie eine Vergangenheit, die durch diese Studie wieder aufgeweckt wird und dann erhalten bleibt. Die Sprache wird sich weiter verändern. Für jede Generation, die älter wird, wird es genauso schwierig zu verstehen sein, wie für unsere Generation. Aber das ist der Lauf der Dinge. Umso wichtiger ist der Erhalt der ganz alten Sprache, wie Dinge früher ausgesprochen wurden. Auch wenn es wenige Menschen wahrscheinlich interessieren wird. Verlorene regionale Sprachen in aller Welt und ihre Wörter gehören zur Geschichtsforschung des Menschen.

Ich werde an der Studie als Gewährsperson bei Malin nochmal mitmachen und dann noch einmal darüber berichten, wie das war. Zeit habe ich noch bis 2030. Dann müsste das noch 2 Jahre lang von mir eingesprochene wahrscheinlich noch ausstudiert werden, um es der Öffentlichkeit auf den Dialektatlas packen zu können…

Wer mehr wissen möchte über die Studie oder mitmachen möchte:

DMW – Dialektatlas Mittleres Westdeutschland

https://www.dmw-projekt.de

Wer mitmachen möchte:

https://www.dmw-projekt.de/#mitmachen

Soziale Medien:

Facebook : DialektatlasDMW

Instagram : @dialektatlasdmw

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Teilnehmende Universitäten:

https://www.iglk.uni-bonn.de/de/forschung/forschungsprojekte/dialektatlas-mittleres-westdeutschland

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Dialektatlas Mittleres Westdeutschland – Institut für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft | Universität Paderborn

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https://www.uni-siegen.de/sisal/

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https://www.uni-muenster.de/Germanistik/cfn/Forschung/projekte/dialektatlas.html

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Zu den Online-Atlas-Karten:

www.dmw-projekt.de/?page_id=748&af=1

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Die PDF-Datei zur Erklärung:

2024-06-17_DMW_Flyer_A5.pdf

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Sprachwissenschaftler: Georg Wenker – Wikipedia

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Sprachgrenze: Benrather Linie – Wikipedia