Organismus : Bunker I Faszinierende Ausstellung im Kunstbunker vom Künstlerbund Bochum bis zum 14.1.23

Faszination Kunstbunker

Das besondere Thema „Organismus : Bunker“ hat sich der Bochumer Künstlerbund zu ihrer Ausstellung im neuen „Kunstbunker“ ausgedacht.

Der Kunstbunker – (c) André Brune

20 Künstler und Künstlerinnen haben sich Konzepte ausgedacht, die in keinem anderen Museum als in diesem zu finden wären. Denn der Künstlerbunker wurde als Luftschutzbunker 1941 von 1000, meist Zwangsarbeitern vom Bochumer Verein gebaut für 3200 Schutzbedürftige in Zeiten der Luftangriffe in Bochum-Stahlhausen. In den Räumen der Ausstellung sind Muster einer Tapete im Originalzustand. Das zeigt, dass die Menschen sich vor Ort trotz der immerwährenden Angst es versucht haben sich es etwas heimelig zu machen. Die Idee für dieses Motto war nicht weit hergeholt, denn die Frage steht im wahrsten Sinne im Raum: Wie haben sich die Bunkerbewohner in Zeiten des Krieges gefühlt? Leider ist es erschreckend aktuell, wenn wir an den aktuellen Krieg in der Ukraine denken oder den Unruhen im Iran, die Schrecknisse von Syrien oder den vergessenen Krieg in Jemen.

Pulsierendes Innenleben

Das empathisch pulsierende Innenlebens eines Bunkers, das gefüllt war von vielen Ängsten je länger und schlimmer die Bombadierungen waren, in Kunst umzuwandeln ist nicht einfach. Die Ausstellung zeigt, dass die Künstler und Künstlerinnen das sehr wohl geschafft haben. Wer einmal in dieser bedrückenden Atmosphäre eines genutzten Bunkers steht, versteht nicht nur die Bilder, Filme, Fotos und Skulpturen. Das laute Geräusch eines Herzschlags aus der Vertonung von Gisbert Danbergs Filmsequenz des Ertrinkens im Raum der Ausstellung macht den Bunker bedrückend lebendig. Zu den Öffnungszeiten führen anwesende Künstler auch durch die Ausstellungsräume. Dadurch wird die Kunst noch spannender und beeindruckender.

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Angeschlossen habe ich mich den Initiatoren vom Schaubüdchen. Sie organisierten eine geführte Führung durch den Kunstbunker mit seiner laufenden Ausstellung „Organismus:Bunker“ , der nur wenige hundert Meter entfernt ist vom kleinen Ausstellungskiosk.

Schon der Eingangsbereich mit dem noch angedeuteten Reichsadler aus Quadersteinen wirkt prägnant. Die Historie ist hier nicht ganz nebensächlich, weil sie wichtig ist für die Idee des Themas.

Wer durch die Glastür tritt, wundert sich über diesen großen Durchbruch. Denn es war ursprünglich eine Durchfahrt. Durch eine Luke oben in der Mitte konnten LKWs Versorgunsgüter sicher im Bunker abladen. Heute ist das Gebäude von außen nett herausgeputzt und sieht aus, wie ein großes schlichtes Wohngebäude. Oben auf dem Dach sind auch tatsächlich Wohnungen gebaut worden.

Eingangsbereich Kunstbunker (c) André Brune

Nach einer kurzen geschichtlichen Einführung zum Bunker von Jaqueline Kraemer, geht es schon die Betontreppe hoch, wo einem das Geräusch eines Herzschlags immer lauter entgegenkommt.

So unterschiedlich die Künstler und Künstlerinnen sind, so unterschiedlich ist auch die ausgestellte Kunst mit einer beeindruckenden Mischung aus Fotos, Skulpturen, Installationen und Bildern mit Acryl- oder Ölfarben.

Ausgestellt haben folgende 19 Künstler und Künstlerinnen: Krzysztof Gruse, Babette Sponheuer, Claudia Karweick, Tatiana Carneiro-dos-reis, Wibke Brandes, Farah Nourinejadfard, Klaus Pfeiffer, Johanna Sandau, Peter Gros, Klaus Nixdorf, Gisbert Danberg, Bernd Figgemeier, Anna Britz, Werner Block, Barbara Grosse, Ortrud Kabus, Uta Hoffmann, Dagmar Witt.

Krzysztof Gruse

nutzt das Thema Organismus als Summe der Verflechtung aller Leben. Das Leben ist verflochten. Ist eins zerstört, wird der Organismus insgesamt nicht mehr funktionieren und sterben.

Kontakt: https://superartmarkt.de/kuenstler/krzysztof-gruse/

Treppenaufgang zum Ausstellungsraum (c) André Brune
Babette Sponheuer und Felix Freier

inszenieren mit dem Konzept „Spurensuche“ – Abdrücke und Deja-vu an verschiedenen Wänden der Ausstellungsräume Hände. Die Dramatik im Bunker sind heute kaum vorstellbar. Wenn die vor den Bomben zusammengepferchten Menschen sich an den Wänden entlanggetastet haben, hinterließen sie unzählige heute nicht sichtbare Handabdrücke. Die Ängste, die durch die Aura der Hände in die Bunkerwände bis heute strahlen, wollen die beiden Künstler mit ihren Arbeiten sichtbar machen.

Kontakt:

Babette Sponheuer: bsp_contact@web.de

Felix Freier: felix.freier@rub.de 

Claudia Karweick und Daniela Werth 

haben eine Foto-Installation auf transluzenenter Polyesterfolie eine Installation der Lebendigkeit des Bunkers aus verschiedenen Blickwinkeln dargestellt. Die Kunst des Wandelns aus der Vergangenheit der Zweckgebundenheit des Krieges und der heutigen friedlichen Verwendung der dicken Wände ist eine innere Besonderheit dies in ein Bild zusammenzubringen.

Kontakt:

Claudia Karweick: claudia.karweick@gmail.com – www.claudiakarweick.com

Daniela Werth: info@daniela-werth.de

Tatiana Carneiro-dos-reis

Teil 1 und 2 namens „Organismus“ stellt auf Acryl die Interaktion und Globalisierung der Stockwerke dar. Beide Bilder stehen auf verschiedenen Ebenen und interagieren durch die Treppe miteinander.

Kontakt: https://tatiana-carneiro-dos-reis-q.jimdosite.com

Wibke Brandes 

symbolisiert in ihrem Acrylbild die Flucht aus der Heimat in eine neue Unterkunft für unbestimmte Zeit einhergehend mit traumatischen Erlebnissen oder auch Krankheit.

Kontakt: www.wibke-brandes.de – wibkebrandes@yahoo.de

Farah Nourinejadfard 

hat ein Werk geschaffen, das aus ihrem Inneren kommt. Ihre Wurzeln aus dem Iran hat die Bunkergefühle in „Hände im Dunkel“ eingefangen. Das Bild kann auch das Abbild des Inneren von Betroffenen und Bewohnern des Bunkers sein. 

Kontakt: a.nourinejadford@outlook.de
 
Die dunkle Hand von Farah Nourinejadfard
Klaus Pfeiffer

„oxydation 1 bis oxydation 6“ ist eine Form der esoterischen Fotografie. Die sechs Fotografien fordern den Betrachter auf sich mit dem nicht sehenden Präsenzen auseinander zu setzen. Das andächtige Schauen in ein Bild der satten Schwarztöne erzeugen ein hineintauchen in die Welt der anderen Seite des Nichtsehens. Es erzeugt ein schwebendes Nachdenken über das Erlebte, dass sich immer noch im Raum befinden kann.

Kontakt: info@klauspfeiffer.com

Johanna Sandau

lässt Blut als Energie in ihre Bilder einfließen. Blut in der roten Farbe hat die Funktion Leben zu erhalten, aber auch zu beenden.

Kontakt: info@johannasandau.de

Blut von Johanna Sandau
Peter Gros

arbeitet mit Holz als Leinwand. Das ergibt eine besondere Form eines Bildes, da über den Rand einer vorgezeichneten Leinwand gemalt werden kann. Das Bild „Schutzhütte“ ist wie der Bunker inmitten der Schwärze und Unwirklichkeit des Krieges, das sich zu der „lebendigen“ Zeit des Bunkers im Krieg ausdehnte, aber sicheren Schutz vor dem Tod bot.

In der Ausstellung erklärte er seine Bilder mit Füßen oder Ohren in der Landschaft. Wie haben sich die Menschen im Alltag des Bunkers, die Welt vorgestellt. Haben sie sich in Träumen an einen anderen Ort gesehnt, an Berge, ans Meer? Nutzten sie die Geräusche des Bunkers, um sich in eine andere Welt zu versetzen? Fragen, die Peter Gros uns in seiner Vorstellungskraft erklärend auf den Weg mitgab.

Kontakt: www.pgrosmalerei.de

Schutzhütte von Peter Gros
Klaus Nixdorf 

zeigt in seiner „Spiegel-Skulptur“ namens „Fragmente“ in der Größe 2 * 2 Meter eine Reflexion des Innenraums aus unterschiedlichen Neigungswinkeln. Das Beeindruckende ist der Blickwinkel in die Spiegel in denen sich niemand ganz sehen kann. Gleichzeitig zeigt es auch die schnell zerbrechliche Psyche der Menschen, die von den Bomben bedroht werden.

Kontakt: a-k.nixdorf@t-online.de

Spiegel-Skulptur von Klaus Nixdorf im Raum
 
Gisbert Danberg 

zeigt mit dem Titel „Kyklos“ auf Griechisch in seinem millimetergenau gemessenen Ausstellungsraum wiederholende Kreisläufe aus Rohre, die durch Maschinen gehen und immer wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren, wie ein menschlicher Körper dessen Herz schlägt. Das Innere des Kunstbunkers wird in dieser Computeranimation abstrakt in 3D gezeigt.

Kontakt: mail@gisbert-danberg.de

Kyklos von Gisbert Danberg
 
Bernd Figgemeier 

stellt zwei Bilder aus. Während das eine als „up and down“  in Öl und Sand auf Leinwand gebeugte und aufrechtstehend das extreme Leben unter widrigen Umständen trotz des Bunkerschutzes in seiner Gänze zeigt, ist das zweite Bild „Frühe Schutzräume des Menschen“ mit Acrylfarbe und Quarzsand ein Rückblick auf die ersten Höhlen, die den Menschen Schutz boten gegen Witterung und Feinde aus der Natur.

Kontakt: bernd.figgemeier@web.de

Anna Brilz 

Installation „Pater Noster” aus verschiedensten Buchstaben, die in der Luft des Bunkers liegen. Menschen, die hier verharrt haben, fanden zum Glauben zurück, sprachen Gebete aus oder erzählten sich Märchen und Geschichten, um auf ein weiteres Leben zu hoffen.

Kontakt: www.mirart.de

Pater Noster von Anna Brilz
Werner Block 

legte auf den Bunkerboden ein „Gebrochenes Herz“. Eine Rauminstallation aus 15 verschiedenen Glasobjekten, wie Kopf, Fuß, Hände, Teile, die wie Organe aussehen und alle mit dem in Formaldehyd liegenden echten Herz von einem Tier mit Schläuchen verbunden, aber nicht direkt miteinander verbunden sind.

Kontakt: info@sternentor.de

Gebrochenes Herz von Werner Block
Barbara Grosse 

zeichnete mit Wachskreide auf Papier während sie einen Weg lief eine Linie. In der Linie findet sich Kreuzung und Verbindung der Linie neben Ordnung auch die „Figur-verwirrt“ beim genauen Betrachten des Bildes. Sinnbildlich stehen die Besucher neben sich und sind verwirrt durch die Situation in einem Bunker zu sitzen. Wahrscheinlich haben sie einen Schock oder wissen nicht, was als nächstes passiert.

Kontakt: www.barbaragrosse.de / Mail: b.s.grosse@gmail.com

Ortrud Kabus 

malt mit Acrylfarben und Öl Wuchsformen von Bäumen. In ihren Augen sind Geäste ähnlich wie menschliche Gestiken oder Körperteile.

Kontakt: www.ortrud-kabus.de

 
Uta Hoffmann 

schuf aus vielen verschiedenen und bunten Lederstücken aus der Auflösung der Familienwohnung eine große Collage. Die Lederstücke sind von ihrer Mutter seit den 1960er Jahren gesammelt worden. Sie war Innenarchitektin und wollte immer irgendwann etwas aus den Resten gestalten bis sie es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr konnte. Viele Lederstücke sind in Form und Farbe so nicht mehr erhältlich. So verbindet sich Uta Hoffmann in der Ledercollage „Berührung“ noch einmal mit ihrer Mutter, aber auch gleichzeitig sagt es aus, das damals zu Zeiten des Krieges verbindende Materialien zur bzw. aus der Vergangenheit zu schätzen wären.

Kontakt: www.uta-hoffmann.de

Dagmar Witt 

erreichte mit ihrer „Hedera“, einem Efeu-Geäst ein wahrlichen Gegensatz zum Beton. Die in weiß angestrichenen Papier liegenden Verästelungen sind ein Sinnbild für das in alle Richtungen fließende Leben, während der Betonbunker eher starr für sich steht und von dem Geäst aus dem Dunkel heraus von Innen gesprengt werden könnte.

Kontakt: art-witt@online.de

 
Nach den Ausführungen und der Entdeckungen der Kunstobjekte in zwei Meter Dicken Mauern, waren wir alle begeistert und beeindruckt von der Kunst und dem Kunstraum, den auch Menschen sehen sollten, denen Kunst nichts sagt. Es lohnt sich allein schon wegen des Herzschlags durch die Räume zu schlendern und die Atmosphäre aufzusaugen. 

Empathische Menschen spüren noch immer diese Aura aus Angst, die in diesen Räumen geherrscht haben musste.

Persönliches Fazit:

Lohnt sich!

 

Wer die Ausstellung noch sehen möchte, kann dies folgendermaßen tun:

Kunstbunker Öffnungszeiten
Öffnungszeiten bis zum 14.1.23

Mittwochs von 16 bis 19 Uhr

Samstags von 14 bis 17 Uhr (und nach Vereinbarung)

Heiligabend und Silvester geschlossen.

Die Ausstellung geht noch bis zum 14. Januar. Dann findet ab 17 Uhr die Finissage statt mit einer szenischen Lesung zur Kunst des Älterwerdens von Boys Group – alte Männer, man weiß nicht genau warum…  

Ab 18 Uhr wird das neue Jahr gefeiert.

Kontakt zum Kunstbunker

Kunstbunker Bochum (kunstbunker-bochum.de)

Adresse:

Baarestr. 68

44793 Bochum

Google-Maps

Künstlerbund Bochum

Bochumer Künstlerbund – Bildende Kunst in Bochum (bochumer-kuenstlerbund.de)

bochumerkünstlerbund e.V.
Kulturbüro der Stadt Bochum
Stefanie Kepper
Westring 32
44777 Bochum
Tel: 0234-910-3953
Mail: skepper@bochum.de 

FOTOGALERIE AUS DEM KUNSTBUNKER

Video I +Fotos I Printenbuhrg – der kleine besondere Kunsthandwerker-Weihnachtsmarkt in Oberhausen

Ein Besuch auf jeden Fall wert ist die Printenbuhrg mit dem Kunsthandwerker – Weihnachtsmarkt am 3. Adventswochenende in Oberhausen auf der Niebuhrg von 12-20 Uhr.
 
Die Niebuhrg ist das Gelände der ehemaligen Zeche Concordia Schacht 6. Heute ein Kunst-und Kulturtempel mit Theater und Musikrevue.⚒️
 
Viele verschiedene Händler und Künstler : Innen bieten selbstgemachte Dinge oder hochwertige Artikel an von Lederhandtaschen über Schals mit Ruhrpottmotiven und Marzipan. Kunst und Gebasteltes zu finden in wunderbarer Atmosphäre. Auch Ruhrpott-Klamotten hab ich gefunden.
 
Es lohnt sich!
Geht auch in den Atelierkeller, da gibbet echte Kunst zu sehen und zu kaufen !
Jedes Jahr zum 3. Adventswochenende könnt ihr die sogenannte Printenbuhrg besuchen.
 
Glück auf und viel Spaß!

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Video I +Fotogalerie I Feurige Ausstellungseröffnung zu 100 Jahre Berufsfeuerwehr Bottrop

100 Jahre Berufsfeuerwehr in Bottrop wird gebührend gefeiert!

Zur Ausstellungseröffnung 100 Jahre Berufsfeuerwehr Bottrop am 1.12.22 hielt Oberbürgermeister Bernd Tischler eine sichtlich bewegende Rede für die städtischen Feuerwehrleute. Chronist Oliver Kunde erzählte reichlich Anekdoten zur Geschichte, wie im langen Film zu sehen und hören.

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Die eigene sicherheits- und gesundheitsgefährdende Arbeit von Feuerwehrmännern und -frauen im Namen der Stadtbevölkerung von Bottrop bei örtlichen, auch überregionalen Einsätzen, wurde in der Rede hochachtungsvoll Respekt gezollt. Erwähnenswert war auch die vor genau 50 Jahre gegründete Jugendfeuerwehr. Die Ausstellung wurde eröffnet am Stichtag der Einstellung des ersten Berufsfeuerwehrmann Theodor Breuer am 1.12.1922.

Feurige musikalische Unterstützung zur Ausstellungseröffnung

Vor der Einführung der Berufsfeuerwehr wurden die Löscharbeiten immer von freiwilligen Kräften durchgeführt, die auch heute noch in Deutschland den überwiegenden Teil ausmachen und eine wichtige Unterstützung der Berufsfeuerwehren sind. In Bottrop ist die erste freiwillige Feuerwehr im Jahr 1886 entstanden.

Kurzvideo bei Youtube

Die Gründung der Berufsfeuerwehr wurde nötig nach der Stadtwerdung 1919. Am 24.6.1922 wurde über die Ortssatzung über die Einrichtung des Feuerlöschwesens in der Stadtverordnetenversammlung Bottrop beschlossen.

Die Zuständigkeiten und Aufgaben umfassen mittlerweile Brandschutz, technische Hilfeleistungen, Einsatzplanung, Notfallpläne, Rettungsdienst, Zivil- und Katastrophenschutz, Vorbeugenden Brand- und Gefahrenschutz und den Betrieb der Leitstelle zur Koordinierung aller Einsätze.

Die Ausstellung wurde von Pensionären der Berufsfeuerwehr und dem Chronisten und Archivar Oliver Kunde in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Bottrop zusammengestellt. 80 % der Bilder und Dokumente sind aus dem Archiv des Arbeitskreises Chronik der Feuerwehr Bottrop. Diethelm E. Wunderlich unterstützt den Arbeitskreis seit 10 Jahren.

Diethelm E. Wunderlich links, David Jany vom Historikernetzwerk NRW

Der Oberbürgermeister Bernd Tischler dankte im Namen der Stadt und Bürger allen ehemaligen und aktiven Kollegen und Kolleginnen, auch der freiwilligen Feuerwehr, was sie für die Stadt in 24 Stunden an 365 Tagen leisten unter Einsatz der eigenen Sicherheit und Gesundheit. Er lobte die Zusammenstellung der Ausstellung. Anschließend erklärte der Chronist Oliver Kunde die Anfänge der Berufsfeuerwehr und einige faszinierende Anekdoten, die im Laufe von 100 Jahren in Bottrop passierten.

Chronist Oliver Kunde

1987 ist Oliver Kunde schon in die Jugendfeuerwehr eingetreten. Heute ist er Unterbrandmeister in der freiwilligen Feuerwehr. Als begeisterter Feuerwehrhistoriker ließ er es sich nicht nehmen 2002 die Aufgaben von Johannes Lanfermann zu übernehmen. Er war der erste Chronist des von Branddirektor Wolfgang Liebald 1985 eingerichteten „Arbeitskreis Chronik der Feuerwehr Bottrop“.

Feuerwehrchronist Oliver Kunde

Oliver Kunde erwähnte nach der Rede des Oberbürgermeisters in seinem Vortrag zur Ausstellungseröffnung, wie wichtig der damalige Oberbürgermeister es fand die Berufsfeuerwehr zu gründen, obwohl die Stadt damals auch kaum Geld zur Verfügung hatte.

Oliver Kunde erzählte einige Anekdoten über die jeweiligen Leiter  und Kuriositäten aus 100 Jahre Berufsfeuerwehr. 

Die Ausstellung

Die Ausstellung zeigt auf historischen Fotografien und diversen technischen Ausrüstungsgegenständen in Vitrinen die ganze Bandbreite der Jahrzehnte

Ausstellung 100 Jahre Berufsfeuerwehr Bottrop

Auf großen angefertigten Tafeln sind Bilder von Persönlichkeiten, wie die Amtsleiter, die offenen alten Fahrzeuge, von denen auch der ein oder andere hätte stürzen können oder auf einem einzigen Bild alle technischen Fahrzeuge und Feuerwehrleute der Berufsfeuerwehr Bottrop zu sehen. Die ursprüngliche Unterkunft der Feuerwehr an der Moltkestraße hinter dem Rathaus, die in den 1980er Jahren dem Saalbau gewichen ist, kann hier entdeckt werden. Auf einem anderen Ausstellungsbild sind der Bau und der Wandel der bekannten Feuerwehrwache an der Hans-Sachs-Straße zu sehen.

In Vitrinen liegen historische und modernere technische Hilfmittel der Feuerwehr, wie Atemschutzgeräte, Helme, Funk- und Alarmierungsgeräte, Strahlrohre, Feuerlöschgeräte, Hinweisschilder und ein lebensgroßer Hitzeschutzanzug.

Was ist ein Pulmotor?

Pulmotor

Sehr spannend ist das Ausstellungsstück eines Pulmotors mit Original-Gebrauchsanweisung aus dem Jahr 1915 vom Drägerwerk aus Lübeck nach dem Patent von Professor Dr. Roth. Mit Hilfe des Pulmotors konnten Menschen erstmals schnell wiederbelebt werden durch eine automatische sogenannte Sauerstoff-Wiederbelebungs-Maschine für künstliche Atmung, der verbunden ist mit einem Apparat für gewöhnliche Sauerstoffinhalation, so teilt die Aufschrift mit.

Gebrauchsanweisung Pulmotor

Papst und Bush-Besuch

Die erwähnten Anekdoten aus dem Vortrag des Chronisten Oliver Kunde sind hier und da zu entdecken. Zum einen der Papstbesuch 1987 und zum anderen der Besuch des amerikanischen Vizepräsidenten George Bush 1983 zur Eröffnung des Josef-Albers-Museum, denn im Weißen Haus hängt ein Bild des Bottroper Künstlers. Der Besuch war eine besondere Ehrung des Künstlers und die Feuerwehr hatte mit dem Brandschutz an diesem Tag alle Hände voll zu tun. Beide Ereignisse prägen natürlich noch heute die Geschichten altgedienter Feuerwehrleute, die an dem Tag Dienst hatten.

Fahrradlaterne

Weiterhin sind Fotos des Archivs zu sehen von einem aufgehängten Fahrrad an einer Laterne, die Rettung von Tieren oder dem vor einigen Jahren stattgefundenden Sturm Ela, der ganz Welheim von der Aussenwelt abgeschnitten hatte. Einige Fotos zeigen die größten Brandkatastrophen der Stadt, wie das Busdepot der Vestischen an der Hiberniastraße, das durch einen Kurzschluss beim Batterieladen abbrannte. Zum Anderen zeigen Bilder das lichterloh brennende Hotel- und Gaststättenhaus von Sackers. Bis heute ist ungeklärt, wer die Tat verursacht hat.

Hochkarätige Gäste, unter anderem der altgediente 90 Jährige Berufsfeuerwehrmann Alfred Eiden, der Amtsleiter Kim Heimann und Andreas Schäfer, der Stellvertretende Amtsleiter, sowie Brandrat Bernd Klaedtke (auch Fachberater für Feuerwehrgeschichte im Verband der Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen), Branddirektor Heinz-Jürgen Banner a.D. und Feuerschutzdezernent Paul Ketzer ließen es sich nicht nehmen die Ausstellungseröffnung mitzumachen.

Getragen mit Humor, Ruhrpottologe hat ein Rechtschreibfehler entdeckt: Pabst-, nicht Papstbesuch
Papstbesuch 1987 in Bottrop

Bis wann und wo ist die Ausstellung?

Noch bis zum 13.1.2023 ist die Ausstellung 100 Jahre Berufsfeuerwehr im August-Everding – Kulturzentrum an der Blumenstraße 12 zu sehen. Außer Sonntags ist die Ausstellung von Montag bis Freitag von 9 bis 20 Uhr und Samstags von 9 bis 14 Uhr kostenlos zu besichtigen im Eingangsbereich und 1. Etage.

v.l. Oliver Kunde, Franz-Josef Borgmann, Peter Hannibal, Heike Biskup (Stadtarchiv Bottrop), Jürgen Mendler, Peter Labrenz, Roland Eiden

Fazit

Wer sich nicht für die Feuerwehr interessieren sollte, aber an der Stadtgeschichte interessiert ist, sollte sich die Ausstellung trotzdem ansehen. Wenn auch die Ausstellung viel größer sein hätte können, sie zeigt alles, was man wissen muss über die Bottroper Berufsfeuerwehr. Wer aber die spannende Geschichte der Feuerwehr liest und sieht und wer und was dahinter steht, der sieht die Welt der Feuerwehrmänner und -frauen mit anderen Augen. Mit Leib und Leben stehen sie jeden Tag in ihrem Job zu retten, was oder wer zu retten ist. Das allein gebührt einen großen Respekt aller Feuerwehrangehörigen in aller Welt!

v.l. Andreas Schäfer (stellv. Amtsleiter), Kim Heimann (Leiter Berufsfeuerwehr Bottrop), Alfred Eiden (90jähriger Pensionär der Berufsfeuerwehr)

Kleine Chronik 100 Jahre Berufsfeuerwehr Bottrop

Mit der Gründung der Berufsfeuerwehr sollten modernste Geräte und ein passendes Gebäude gefunden werden. Zentral und gut ausgestattet sollten möglichst schnell alle Stadtteile in Bottrop erreicht werden. Am 24.10.1923 wird die neue Hauptfeuerwache an der Moltkestraße, auf dem Gelände des heutigen Saalsbaus, eröffnet. Die neueste Fahrzeug- und Löschtechnik bestand aus je 1 Magirus-Ausziehleiter, Schlauch- und Hydrantenwagen, Mannschafts- und Gerätewagen, Magirus-Kraftspritze, Mannschaftswagen mit Zentrifugalpumpe und Krankenwagen.

Am 25.03.1924 wird vom damaligen Oberbürgermeister die erste Alarm- und Ausrückordnung für die Feuerwehr Bottrop als Dienstanweisung erlassen. Eine automatische Feuermeldeanlage mit sieben Hauptmeldern wird in Betrieb genommen und sechs zusätzliche Berufsfeuerwehrmänner eingestellt.

Ab 1927 verfügt Bottrop über eine 30 Meter lange automobile Drehleiter, was damals ein wichtiger Baustein war für die Löschung von Brandherden in Dachstühlen oder der Rettung von gefährdeten Menschen aus obersten Etagen, die über das Treppenhaus nicht mehr fliehen konnten. Viele Menschen konnten dadurch mit großer Sicherheit vor dem Tod gerettet werden. Zudem sind die ersten persönlichen Atemschutzmasken als Schutzausrüstung verteilt worden, in denen ein Feuerwehrmann die gefährlichen Dämpfe für einige Zeit überstehen konnte, um Leben zu retten oder Feuer näher zu löschen.

Genau 30 Jahre später wird die Drehleiter in offener Bauweise durch eine moderne Drehleiter mit geschlossener Mannschaftskabine ersetzt. Ein riesiger Fortschritt für die Männer, die sonst bei Wind und Wetter selbst sehr gefährlich auf dem offenen Wagen saßen, um zu den Orten in hoher Geschwindigkeit zu bringen. Wie ein Wunder hat sich niemand in den Jahrzehnten verletzt oder ist herabgestürzt.

1935 bestehen der Berufsfeuerwehr fünf Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr in den Stadtteilen Stadtmitte, Boy, Eigen, Fuhlenbrock und Vonderort, die Ausrückebereiche habens sich bis heute kaum verändert.

Ein dunkles Kapitel ist allerdings auch zu nennen, die in der Ausstellung nicht zu sehen ist, weil es sich zwar nicht direkt auf die Berufsfeuerwehr bezieht. Allerdings war der Leiter der Berufs- und Gesamtfeuerwehr involviert. Eugen Blumenthal, ein jüdischer Freiwilliger Feuerwehrmann wurde von dem Führerrat des Kreisfeuerwehrverbandes, in dem auch Theodor Breuer als Kreisfeuerwehrführer saß, am 1.11.1936, ausgeschlossen, weil er keinen arischen Nachweis erbringen konnte. Eugen Blumenthal hatte sich zwar katholisch taufen lassen, aber seine Vorfahren waren jüdisch. Somit gab es nach den damaligen Rassengesetzen unter den Nationalsozialisten ein Entlassungsschreiben. Im Schreiben des Kreisfeuerwehrführers an den Provinzialfeuerverbands Westfalen Münster steht Eugen Blumenthal nicht als vollwertiges Mitglied der Feuerwehr. Abwertend wird vom Jude Blumenthal oder „dem Blumenthal“… „wurde mitgeteilt“ geschrieben. Der altgediente Feuerwehrmann musste gehen und seine Mütze und Ausweis abgeben. Eugen Blumenthal gebührt einen großen Respekt, weil auch er hat bis zu seinem „Rauswurf aus der Feuerwehr“ Tag für Tag freiwillig sein eigenes Leben für andere geopfert. Da er aber Jude war, wurde dieser Respekt ihm nicht gebührt. Doch darüber wird ein anderes Mal berichtet.

Entlassungsbescheinigung – Foto Chronist Oliver Kunde
„Angelegenheit“ Blumenthal – Foto Chronist Oliver Kunde
Unterschriften vom Führerrat – Foto Chronist Oliver Kunde

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs, bevor die Alliierten in Bottrop einmarschierten, bekam der mittlerweile zum Brandingenieur ernannte Theodor Breuer den Befehl des Oberbürgermeisters mit  12 Löschfahrzeuge und gelagerten Ausrüstung die Stadt zu verlassen. Für zwei Wochen bis zum Einmarsch der amerikanischen Truppen übernimmt Oberbrandmeister Kuypers den Wachdienst und anschließend kommissarisch die Leitung mit 1 Löschfahrzeug, 1 Mannschaftswagen, 1 Anhängerpumpe, 1 Rüstwagen und 2 mechanischen Leitern. Brandingenieur Breuer kommt am 5.5.1945 mit den evakuierten Fahrzeugen wieder und übernimmt wieder die Leitung der Feuerwehr.

Breuer geht 1946 in den Ruhestand. Ab 1.1.1948 ist Brandingenieur Seidel der Nachfolger. 1952 erhält der Leiter der Berufsfeuerwehr die Dienstbezeichnung „Brandamtmann“.

1954 entsteht ein Wohnhaus mit 12 Wohneinheiten, damit die Berufsfeuerwehrmänner schneller einsetzbar sind. 1959 bekommt die Feuerwehr die erste Funkausrüstung mit einer Feststation und fünf mobilen Geräten.

Am 20.7.1963 gewinnt die Berufsfeuerwehr Bottrop unter der Führung von Hauptbrandmeister Matthes den 1. Platz bei den Ausscheidungswettkämpfen in Bad Godesberg, um an den internationalen Feuerwehrwettkämpfen in Mühlhausen in Frankreich teilnehmen zu können. Dort gewinnt sie als beste deutsche Gruppe eine Goldmedaille.

1966 wird die Feuermeldeanlage der ersten Stunde von 1924 durch eine neue der Firma T & N ersetzt. Wer die erste Feuermeldeanlage noch im Originalzustand der Berufsfeuerwehr Bottrop bewundern möchte, kann sie im Deutschen Feuerwehrmuseum in Fulda sehen.

Unter dem Brandamtmann Wolfgang Liebald, der 1969 die Leitung übernimmt, wird die neue Hauptfeuerwache 1972 an der Hans-Sachs-Straße in Betrieb genommen. Mittlerweile steigt die Mannschaftsstärke auf 62 Berufskräften und 208 Freiwilligen Feuerwehrmännern (SB).

Kurios ist die Neugliederung der Gemeinden Bottrop, Gladbeck und Kirchhellen zu „Glabotki“. Für die entstehende 200000 Einwohnerstadt werden gemeinsame Ausschüsse eingerichtet um ein Gesamtkonzept zu entwickeln, dass nur ein Jahr später wieder Geschichte ist. Gladbeck wird ausgegliedert am 6.12.1975.

Alle kreisfreie Städte sind ab dem 25.2.1975 verpflichtet, eine Berufsfeuerwehr grundsätzlich einzurichten. Mit dem Start des Jahres 1979 wird auch der Notarztdienst, eine Einrichtung des Rettungsdienstes in Betrieb genommen. Über Funk wird der Notarzt alarmiert und mit dem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) vom Marienhospital abgeholt. Das Rendevoussystem entsteht, wo Notarzt und Rettungswagenbesatzung am Einsatzort zusammenkommen.

Kirchhellen bekommt am 17.11.1980 eine moderne Feuer- und Rettungswache, die Feuer- und Rettungswache 2. Und 1982 bekommt Bottrop einen Gerätewagen mit Ladekran, der auf Paletten wichtige Einsatzort-Geräte verladen kann. So können Spezialfahrzeuge durch dieses Container-System ersetzt werden.

1982 wird auch die Werksfeuerwehr Prosper aufgelöst. Nun ist auch die Berufsfeuerwehr Bottrop für die Industrieanlagen des Bergbaus zuständig.

Am 1.9.1987 entsteht das neue „Amt für Feuer, Zivilschutz und Rettungsdienst“, denn die Ämter der Feuerwehr und des Zivil- und Katastrophenschutzes werden zusammengelegt.

1990 wird Oberbrandrat Heinz-Jürgen Banner der neue Leiter der Berufsfeuerwehr. Unter ihm entsteht 1994 nach zwei Jahren Bauzeit der Neubau des Feuerwehrgerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Bottrop-Altstadt, der Neubau der Rettungswache mit 8 Einstellplätzen und die Erweiterung des Feuerschutz-Anteils und neue Leitstellenräumlichkeiten.

Erst ab dem 1.3.2001 nach jahrelangen Verhandlungen beteiligt sich das Knappschaftskrankenhaus am Notarztsystem mit einem eigenen Notarzt.

2005 wird eine luK-Gruppe (Information und Kommunikation) gegründet. Diese besteht aus Berufs- und freiwilligen Feuerwehrleuten. Die Gruppe unterstützt die Einsatzleitung und Stabsarbeit bei größeren Einsätzen.

2010 übernimmt Oberbrandrat Kim Heimann die Leitung. Unter ihm übernimmt die Berufsfeuerwehr 2012 auch den Brandschutz der ehemaligen Kokerei Prosper, die nun zum Arcelor-Mittal-Konzern gehört. Die Mehrkosten, die der Feuerwehr durch personelle und technische Aufrüstung entstehen, werden von Arcelor-Mittal übernommen.

Am 1.9.2017 entsteht eine neue Logistikhalle auf dem hinteren Gelände der Feuer- und Rettungswache 1.

Die Berufsfeuerwehrgeschichte der Stadt Bottrop, die mit dem ersten Berufsfeuerwehrmann, Theodor Breuer, vor 100 Jahren begann, endet nicht 2022. Mittlerweile besteht die Mannschaft aus 164 Beamten und 17 Angestellten und einer Vielzahl von verschiedenen modernsten technischen Fahrzeugen und Geräten. Die Freiwillige Feuerwehr ist in 8 Löschzügen in den Stadtteilen organisiert mit insgesamt 307 Mitgliedern.

Flächennutzungsplan aus dem Ratsinformationssystem der Stadt Bottrop

Die Zukunft der Berufsfeuerwehr wird gerade neu geplant. In der Nähe des Marienhospitals soll auf einem Gelände die neue Feuer- und Rettungswache 1 entstehen. Mit modernster Technik ausgerüstet wird sie mit ihren Männer und Frauen die Bottroper Bevölkerung bei Brand, Rettung und Katastrophenschutz noch effektiver unterstützten können.

Ausstellungsbild 100 Jahre Bottroper Berufsfeuerwehr

 Links:

Bottroper Feuerwehr: Feuerwehr | Stadt Bottrop

Freiwillige Feuerwehr Bottrop: Freiwillige Feuerwehr Bottrop – Für mich – Für alle (freiwillige-feuerwehr-bottrop.de)

Wikipedia-Eintrag: Feuerwehr Bottrop – Wikipedia

Facebook: Feuerwehr Bottrop | Bottrop (facebook.com)

Instagram: Feuerwehr Bottrop (@feuerwehrbottrop) • Instagram-Fotos und -Videos

Fotogalerie

– Alle Fotos Copyright André Brune – Fotografierte Ausstellungsbilder sind mit freundlicher Genehmigung der Stadt Bottrop und Arbeitskreis Chronik:

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Buchtipp

Leider nur noch antiquarisch zu erhalten

Feurio im Vest: Zur Geschichte des Brandschutzes zwischen Emscher und Lippe

 

Besuch aufm Weihnachtsmarkt vom Hof Schulze Beikel in Marbeck

Übern Tellerrand vom Ruhrpott besuchte ich den an jedem Adventswochenende stattfindenden,  weitläufigen romantischen Hof- und Waldweihnachtsmarkt von Schulze Beikel in Borken – Marbeck. 

Wat soll ich sagn? Et lohnt sich!

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Alles ist gut durchorganisiert vom privaten Weihnachtsmarktanbieter. Wer mit dem Auto kommt, wird auf einen Parkplatz dirigiert. Von dort sind es zum Eingangsbereich nur wenige Meter. Gutes Schuhwerk ist sinnvoll bei Regen oder Schnee, denn der Weg führt über eine Wiese mit Heu und dicken Rollplanen zum Weihnachtsmarkt, damit man in Matsch nicht versinkt. Das hat mir, meiner Frau und Freunden, am vernieselten 1. Adventsbesuchstag schon gut geholfen ohne verschmutztes Schuhwerk zum Eingang des Weihnachtsmarktes zu kommen, wo als erstes 10 € Eintritt ausgegeben wird pro Person.

Wer einen Weihnachtsbaum auf dem Hof kauft, bekommt allerdings die Hälfte zurück. Der Preis ist zu verkraften, weil alles auf dem Privatgelände entsprechend organisiert und bezahlt werden muss und nicht steuerfinanziert ist. Mitarbeiter vom Hof regeln Verkehr und Bewachung, betreuen die Gäste und sichern das Gelände, damit die Waren nicht hin und her transportiert werden müssen.

Was einen auf dem 3,5 ha Gelände erwartet, ist besonders durch die Lage schön angelegt. Das geht in einer ruhrpottischen Innenstadt so einfach nicht.

An fünf verschiedenen Plätzen mit besonderer Beleuchtung und leiser weihnachtlicher Musikberieselung kann das Kunsthandwerk besichtigt und gekauft werden: Tannenhof, Sternenwald, Remisenplättken, Scheunenhof und Glögg am See.

180 Stände zeigen allerlei verschiedenes Kunsthandwerk und individuelles Kreatives. Für Augen und Portemonnaie finden sich z.B. Krippen in jeder Größe, Holzspielzeug, Wichtel in jeder Größe, afrikanische Souvenirs, kleine Rentiere aus Holz und der besondere Stand von „Crealight“, dem einzigen Kunsthandwerk aus Kirchhellen mit „Ruhrpottmotiven“ im „Künstlerdachboden“.

Die Leckereien von Käse und Trockenobst bis Nougat, Popcorn und Lakritz, von Wilddöner und Twistpotato, von selbstgemachten Bonbons und Bratwurst oder Wildlachs erfreuen das Riech- und Geschmacksorgan.

Es gibt eine Spielscheune mit Kinderbetreuung, wenn die Eltern vielleicht Geschenke für die Kleinen kaufen möchten und eine Sing-mach-mit-Hütte. In der „Kinderherberge“ gibt es Bastelangebote, Vorlesegeschichten und Kinderschminken.

Am Abend kann das Publikum die Wasser-Licht-Show bewundern. Eine als Christkind verkleidete Sängerin steigt mit einem Hubwagen in die Lüfte während drumherum im Rhythmus das Wasser mittanzt. Bei „Stille Nacht, Heilige Nacht“ ist es ein bewegender Moment dort zu stehen und im Schein der bunten Lichter das tanzende Wasser zu bewundern.

Der Hof Schulze Beikel gibt sich viel Mühe die Weihnachtsgäste zufrieden zu stellen. Am Eingangsbereich steht eine Streichelzoo-Krippe mit Esel, Schaf und Ziege. Für die ganz Kleinen gibt es ein Kinderkarussel und eine kleine Eisenbahn.

Alle Wege sind dezent romantisch beleuchtet. Besonders schön bei dieser besonderen Atmosphäre durchzuschlendern ist der Bereich des Sternenwalds und der See.

Der Nikolaus und das Christkind verteilen Geschenke für die kleinen Gäste. Die Tanzgruppe des Heimatvereins legt eine Sohle aufs Parkett und das Blasorchester trompetet die Sternschnuppen an.

Fazit: Der bauernhöfliche Charakterweihnachtsmarkt auf dem Hof Schulze Beikel mit Wald und See hat eine besondere Advent-Atmosphäre durch die einmalige Lage, die so nicht in einem Innenstadtzentrum zu finden ist. Auf jeden Fall ist es ein Weihnachtsausflug wert und vom Ruhrgebiet nicht weit entfernt, egal woher man kommt.

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So findet ihr Hof Schulze Beikel:

Rhader Straße 16

46325 Borken-Marbeck

Internet: www.Weihnachtsmarkt Schulze-Beikel – Home (weihnachtsmarkt-schulze-beikel.de)

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Öffnungszeiten:

Weihnachtsmarkt Schulze-Beikel – Öffnungszeiten Weihnachtsmarkt Marbeck (weihnachtsmarkt-schulze-beikel.de)

  1. Advent: Sa 26.11.: 11-21 Uhr/So 27.11.: 11-20 Uhr
  2. Advent: Sa 3.12.: 11-21 Uhr/So 4.12.: 11-20 Uhr
  3. Advent: Do+Fr 8.+9.12. : 13-21 Uhr / Sa 10.12.: 11-21 Uhr / So 11.12.: 11-20 Uhr
  4. Advent: Sa 17.12.: 11-21 Uhr /So 18.12.: 11-20 Uhr

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Anfahrt:

Auto: A31 Abfahrt „Reken/Heiden“

ÖPNV: Shuttlebus vom Bahnhof „Marbeck-Heiden“

Google Maps

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Eintritt:

10 €

Kinder bis 14 Jahren haben freien Eintritt.

5 € Erstattung beim Kauf eines Weihnachtsbaums vom Hof Schulze Beikel

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Weihnachtlicher Kunsthandwerkertipp vom Ruhrpottologen für Ruhrgebietsgeschenkartikel :

Crealightandmore

Auf dem Weihnachtsmarkt & im Internet:

CreaLightandmore | Facebook

CreaLightandmore – Etsy.de

CreaLight and more | ein kasuwa-Shop

Beitrag und Links sind und unaufgeforderte Links und unbezahlte Werbung ohne Aufforderung oder Vertrag!

 

FOTOGALERIE BITTE ANKLICKEN ZUM VERGRÖSSERN:E

Video I +Fotos I Huey Colbinger Live Privat in Concert mit ‚Von Propheten‘ in der Galerie KiR

Huey Colbinger ist ein besonderer Musiker. Er setzt sich kritisch mit bestimmten gesellschaftlichen Themen auseinander.
In einem kleinen privaten Rahmen in der Galerie KiR in Oberhausen, sang er sein von Markus Elstners Schicksal inspirierten Song „Von Propheten“, der inhaltlich die Problematik der Katholischen Kirche in der jetzigen Zeit zum Thema hat. Mündlich gab er mir die Genehmigung zur Veröffentlichung der exklusiven Live-Aufnahme. Vielen Dank!

Lies weiter

Video I +Fotos I Empfehlenswerte Finissage ‚In Spiritus Sanctus‘ von Frank Gebauer

Der Künstler Frank Gebauer beendet mit der Finissage in der Galerie KiR in Oberhausen am 20.11.22 seine kritische Ausstellung zum Thema sexuellen Missbrauch in der Katholischen Kirche

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Am 20.11.22 geht die besondere Ausstellung ‚In Spiritus Sanctus‘ von Frank Gebauer in der Galerie KiR in Oberhausen mit einer Finissage und dadaistischen Lesung zu Ende.

Finissage Frank Gebauer

Frank Gebauer ist ein Künstler, der sich sehr kritisch auseinandersetzt mit der katholischen Kirche, ihre Geschichte und aktuellen Stellung zum Thema sexuellen Missbrauch.

Schaufenster Galerie KiR

Seine Fotos, Bilder und Skulpturen zeigen dies sehr anschaulich auf zynische oder auf ironische Art und Weise je nach Sichtweise des Betrachters. Gebauers Kunst fordert auf sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Frank Gebauer

Sehr empfehlenswert für jeden, der sich mit selbst kritisch mit der Kirche auseinandersetzt, sich das anzuschauen. Ein besonderes Augenmerk ist das exklusive und einzigartige Ausstellungsstück von Markus Elstner, ein Missbrauchsopfer eines Bottroper Geistlichen.

Bilder von Frank Gebauer

Markus Elstner hatte ich in einem besonderen Podcast zu seiner Situation ungeschnitten befragen dürfen. In der Ausstellung hatte er sich von Frank Gebauer inspirieren lassen und ein eigenes Werk ins Schaufenster der Galerie gestellt. Es zeigt sehr anschaulich, wie Religion in einem Filter eingetrichtert wird und in einem Käfig gehalten wird, dass seinen Weg findet nach außen zu drängen sucht. Nur kurze Zeit später hat das kritische Kunstwerk über Religionen schon eine beachtliche Aufmerksamkeit errungen, so dass es leicht verändert werden musste, um einem Gerichtsverfahren zu entgehen. Dies zeigt auch seine eigene psychisch belastende Situation und seine Sicht zur Religion.

Markus Elstners exklusive Kunst

Es lohnt sich am Tag der Finissage am 20.11.22 hinzugehen. Ab 17 Uhr wird eine Dadaistische Lesung von Thomas Frahm aus Kurt Schwitters ‚Die Ursonate‘ vorgetragen. 

Kurt Schwitters „Die Ursonate“ Lesung von Thomas Frahm

 

Die Finissage ab 18.30 Uhr läutet das Ende der Ausstellung ein. Die Kunst von Frank Gebauer ist in der Galerie KiR auch käuflich zu erwerben. In der jetzigen Zeit der Inflation wird Kunst mittlerweile als Wertanlage gesehen. Frank Gebauers zeitkritische Kunst gehört für mich zu einer guten Anlageform der aktuellen Welt. 

Wie komme ich hin?

https://www.google.de/maps/place/Kir+Galerie/@51.4707728,6.8539116,15z/data=!4m6!3m5!1s0x47b8c030a4abff9f:0x9278a10ed0e2136c!8m2!3d51.4707728!4d6.8539116!16s%2Fg%2F1thclw22

Mehr Informationen: Galerie KiR – Oberhausen – Galerie-KiR (jimdofree.com)

Bilder von Frank Gebauer

 

Glück auf  @Ruhrpottologe André Brune  

Im Video: Musik : Where do we go now von Arvid Svenungsson aus https://epidemicsound.com

FOTOS – (c) Ruhrpottologe André Brune

Nachfolgende Fotogalerie kann vergrößert werden durch Anklicken der Fotos:

Video I+Fotos I Im Blutkneippbad im Horrorhaus der Familie Beck

In Blut watend durch das Bad der Becks

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David und Kerstin Beck hatten letztes Jahr noch ihr Haus unbefleckt gelassen. Dieses Jahr ist alles anders. Jeder Raum des eigenen Hauses wurde für Halloween genutzt. Schlafen, Essen und der Toilettengang war unter entweder erschwerten Bedingungen oder gar nicht machbar gewesen.

Kurzfristig hat sich das Ehepaar durchgerungen es so zu gestalten. Drei Wochen hat es gedauert alles so hinzuplatzieren, dass es richtig guten Eindruck hinterlässt.

Im Eingangsbereich steht, wie letztes Jahr wachend das Monster von Frankenstein.

Man wird von den Eltern begrüßt in einem eher lustig wirkenden Horrorharlekinkostüm und einer blutig aussehenden Nonne.

Kerstin Beck ist als blutbefleckte Krankenpflegerin verkleidet und ihr Mann als Arzt mit ebenso viel Blut an seinem weißen Kittel.

In ihrem Bad führen blutige Spuren zur Badewanne. Auf ihr liegen Körperteile. In der Dusche befindet sich nur noch der Torso eines Menschen. Natürlich aus Kunststoff. Vor der Dusche liegt ein blutiger Mann. Auf dem Kopf krabbelt eine Spinne.

Unten im Eingangsbereich ist ein 3D-Bilderreigen, bevor es in die erste Etage geht. Oben angekommen begrüßt uns der erste Horror mit einer großen Spinne. Ab gehts links, wo die leuchtenden Augen der Medusa uns entgegenstarren. Daneben steht ein bulliger Zombie, der sich als echter verkleideter Mensch namens Markus mit einem Beil in der Hand entpuppt. Er sorgte für den ein oder anderen Schrecken. Markus ist ein langjähriger Freund von David und auch ein Halloweennarr.

In dem Raum ist ein kleiner Irrgarten angelegt. Spinnen, Horrorclownmasken, Puppen, abgeschnittene Köpfe und einige genial erschreckende Figuren, auch aus der Filmwelt, sind dort zu finden.

Gegenüber gehts in die Küche. Auf dem Herd steht ein qualmender Kopf. In ihm kocht die ein oder andere abgeschnittene Hand. Als Zutaten können Fingernägel oder Augen genutzt werden.

Im Schlafzimmer nebenan liegt eine mumifizierte Leiche. Da hilft auch nicht der Blutbeutel, der am Ständer von einer Nonne aufgehängt wurde. Davor singt unheimlich auf einem Schaukelpferd ein Kind. 

Nächstes Jahr sieht alles wieder anders aus. In der Zeit des Aufbaus war Lieferando die Lösung für die für Halloween brachliegende Küche.

Die Familie Beck hatte ich letztes Jahr schon besucht. Eigentlich wollte ich das zwar so oder so. Aber ein drittes Video sollte in Bochum gedreht werden. Aber die Facebookgruppe aus Bochum mit mehr als 40000 Personen hat mir das Rathaus vorgeschlagen. Nun so ironisch der Kommentar auch war, so schade fand ich es, dass es niemand ernst genommen hat.

Ein Vorschlag jedoch kam jedoch, der mich reizte: Witten-Bommern. Nach einer Wanderung in der Nähe am Sonntag, hatte ich vor das Haus zu besuchen. Jedoch standen bei der Suchmaschinenrecherche plötzlich zwei Straßen zur Verfügung. Bei beiden Artikeln fand ich keine Nummer. Festgestellt jedoch haben wir, meine Frau und ich, dass in beiden Straßen kein Horrorhaus stand. Es gab wohl eins. Aber wo genau, kläre ich für nächstes Jahr. Aufgeschoben ist nicht Aufgehoben. Ich halte es im Hinterkopf für nächstes Mal. Es kann ja nicht sein, dass Halloween nur in Bottrop wegen des Movieparks oder aus Leidenschaft gefeiert wird.

So frage ich jetzt für nächstes Jahr, wo sich die Häuser außerhalb von Bottrop befinden, damit ich sie filmen kann. Bitte in die Kommentare Eure Vorschläge!

Auf jeden Fall hat es Spaß gemacht auch dieses Jahr wieder vorbeizukommen.

Glück auf und bis zum nächsten Jahr ! Vielleicht….

Film/Fotos/Text/Moderator: André Brune

Galeriefotos anklicken für die volle Größe!

Fotos I+Video I Tolle Verlosungsaktion: Bottroper Kleinstblagen können auch Josef Albers

Was Joan Miro konnte, können Bottroper Kinder erst recht

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Die besondere Kunstausstellung der AWO-Kita „Am Stadtgarten“ in der Gaststätte Passmanns, Kirchhellener Straße 57, endete mit einer unerwartet erfolgreichen Geldspendensammlung bei der abschließenden Bilder-Verlosungsaktion am 24.10.22

In der Gaststätte hingen, die in verschiedenster bekannter Kunsttechnik von den Kindern hergestellten Bilder, bis zur Spenden-Losaktion. 37 Bilder konnten an dem Tag neue Besitzer und Besitzerinnen finden. In der Ausstellung zeigten Fotos die Kinder während der Arbeit, die von den Erzieherinnen der Kindertagesstätte unterstützt wurden, wie mir im Interview erzählt wurde.

Peter Metzen vom BOTTcast „Bierchen bitte mit Piet und Alex“ moderierte diese erstmalige Aktion. Gemeinsam mit den anwesenden Kinderkünstler*innen wurden die Gewinner und Gewinnerinnen ausgelost, die mit einer Geldspende daran teilnehmen konnten.

Jedes dieser besonderen Bilder, die mit jedem bekannten Künstler vergleichbar waren, konnten neue Besitzer finden. Tatsächlich war ich zufällig der Erste, der ein wunderschönes Bild gewann, dass mit der besonderen Malkunst von Joan Miro vergleichbar ist. Mit großem Applaus nahmen die Gewinner und Gewinnerinnen die fantastischen Bilder entgegen.

Am Ende gab es nochmal einen riesigen Jubel, denn Moderator Peter Metzen vermeldete die Spendensumme über 1100 € für die Kita „Am Stadtgarten“ in Bottrop.

Somit war die erstmalige nachahmenswerte Veranstaltung ein Riesenerfolg für die Kindertagesstätte, die von der Günther Schnitter Bedachungen GmbH unterstützt wurde.

Der Kinderrat der Einrichtung bestimmt nun selbst, was mit den Spendengeldern passieren wird.

Diese Idee ist eine willkommene Möglichkeit zur Wiederholung oder Nachahmung von anderen Kindertagesstätten in allen Ruhrgebietsstädten, um besondere Kinderwünsche innerhalb der Kindertagesstätten zu erfüllen.

Text/Bilder/Film/Moderation (c) Ruhrpottologe André Brune

Die Fotos können beim Draufklicken in der Galerie genauer betrachtet werden:

Video I +Fotos I Graf Tosun feiert Halloween ohne Vampir Vivawest

Familie Tosun hatte ich zwar schon letztes Jahr besucht, aber es gab nicht nur einen triftigen Grund dieses Jahr noch einmal vorbeizukommen. Zum einen hat die Vivawest als Eigentümer die Verkehrssicherheit für ein Verbot des Halloweenfest-Aufbaus vorangestellt. Auch weitere Feste, wie Weihnachts- oder Sommerfeste, wurden damit untersagt auf dem Grundstück der zwei Vivawest-Häuser in Bottrop Am Lamperfeld.

Eine Nachbarin mit einem eigenen Grundstück war letztes Jahr von dem Halloweenfest so begeistert und auch erbost wegen der Ablehnung der Vivawest, dass sie ihren Garten angeboten hat für dieses Jahr. Zum anderen war meine Suchanfrage für den Besuch eines Bochumer Horrorhauses in einer Facebookgruppe mit 40000 Personen mit „Rathaus“ beantwortet worden. Also bin ich wieder in Bottrop gelandet, um gerade über diese Situation der Tosuns, die mich erschreckt hatte, zu berichten.

Nach dem Angebot der Nachbarin überlegte Cengiz Tosun nicht lange. Innerhalb von fünf Tagen baute er das grandiose Zusammenspiel von Geisterfiguren, Drachen, Spinnen, Fledermäusen, Hexen, schreienden Kindern, Horrorclowns und diverse Filmfiguren auf.

 

Eingang von Tosuns Reich – Foto: André Brune

 

Los gehts – Foto: André Brune

Die Vivawest freut sich, denn so findet das Fest nicht auf ihrem Gründstück statt, das selber sehr gruselig aussieht bei Tageslicht. Duch die Absage jeglicher zukünftiger gemeinsamer Feste leidet das gemeinschaftliche solidarische Zusammenleben der Mieter und Mieterinnen. Sogar das Aufstellen von eigenen Blumen wurde Cengiz Tosun untersagt. Auch eine auf eigene Kosten von Cengiz Tosun aufgestellte Bank und Regentonnen für das Gießen der Blumen auf der Rückseite des Hauses musste wieder abgebaut werden. Es scheint, als wenn die Tosuns immer benachteiligt werden, obwohl sie sich für schöneres Wohnen bei der Vivawest einsetzen. Was hat die Vivawest für ein Problem? Ist das Willkür? Oder ist das eigene Nichtstun auf dem Gelände ein Grund das Fest abzusagen?

 

Auf dieser Wiese war das Halloweenfest letztes Jahr. Dieses Jahr und für die Zukunft wurde es von der Vivawest verboten. Foto: André Brune

Allein das Gelände ist selbst bei Tageslicht gruselig anzusehen. Da ist zum einen ein Teil des Sandkastens abgesperrt, weil da Wurzeln eines Baumes die Steine gehoben haben. Schon monatelang tut sich in dem Bereich nichts. Er sieht auch eher wie ein großes Katzenklo aus. Verkehrssicherheit auf dem Gelände ist von Seiten der Vivawest nicht gegeben. Wenn man genauer hinsieht ist dies allein schon bei den Lampen nicht möglich. Sie haben nur ein fadenscheiniges Licht und sind von innen dreckig oder sogar kaputt. Der Weg vom gemeinschaftlichen Parkplatz zum Nebenhaus ist nicht beleuchtet. An den Rampen für Kinderwagen oder Rollatoren blättert der Beton ab.

Gruseliges Aussehen auf dem Grundstücks der Vivawest. Absperrband seit Wochen. Sandkasten, wie ein Katzenklo. Foto: André Brune

 

Kaputter Beton auf dem Gelände. Vivawest ist nicht Verkehrssicher. Foto: André Brune

 

Kaputter Lampenschirm und keine Lampe vorhanden. Keine Blumen, um es schöner zu haben auf dem Gelände. Ungenügend! Foto: André Brune

 

Dreckige Lampen. Schlechtes Licht. Keine Verkehrssicherheit das ganze Jahr von der Vivawest. Foto: André Brune

Dabei wurden einige Aktionen gemacht, um es trotzdem stattfinden zu lassen. Eine Unterschriftensammlung aller Mieter und Mieterinnen der Vivawest-Häuser mit ihrem Einverständnis zum Halloweenfest, ein Vorschlag zur Verkleinerung der Aufstellung der Halloweenutensilien und ein von mir formulierter Vermittlungsvorschlag mit der Möglichkeit, dass die Vivawest für sich auch Werbung machen kann und die Verkehrssicherheit wahren kann. Sie hätte das tolle Engagement der eigenen Mieter und Mieterinnen rühmen, und als Vermieter sich auf die Schulter klopfen können. Es wurde trotzdem abgelehnt.

Dabei freuten sich alle Anwohner und Anwohnerinnen, bis auf einen schon weggezogenen ständig nörgelnden Mieter laut Augenzeugen, das Fest erneut zu erleben. Ich selbst habe das Leuchten in den Augen der Kinder letztes Jahr gesehen, als sie durch das gruselige Gelände gegangen sind.

 

Blick ins Gelände des Horrorgartens – Foto: André Brune

 

Eingang zu den Horrorzelten – Foto: André Brune

Für die Eheleute Tosun ist es ein besonderes Anliegen Freude in die Augen nicht nur ihrer eigenen Kinder zu bringen. Das ist damals auch mit den riesigen Figuren in der Mitte zwischen den Häusern gelungen. Die Wege wurden nicht versperrt, sondern nur die Wiese an der Seite genutzt und die Figuren standen auf einem Vorsprung in der Mitte der Häuser. Die Energiekosten und die Kosten für die Figuren stemmte die Familie komplett allein.

 

Pennywise wacht am Horrorclownzelt – Foto: André Brune

 

Ein Wahrsager – Foto: André Brune

Ein Eingangstor kann zu jeder Zeit geschlossen werden, um die Verkehrssicherheit des Geländes zu gewährleisten. In keiner Zeit wurde der Straßenverkehr behindert, da dort absolutes Halteverbot auf der Straße Lamperfeld ist.

Ein Vermieter sollte nicht alles ablehnen, was sich zum Wohlfühlen der eigenen Mieter eignet. Als Vergleich: Ich lebe in einer Baugenossenschaft. So ein Halloweenfest würde sie nie ablehnen, sondern begrüßen und mitgestalten. Es gibt eigens eine Angestellte, die sich um solche Dinge kümmert. Ich fühle mich wohl und es erschreckt mich zutiefst, dass es diese Ablehnung der Vivawest gegeben hat, die eher nur Miete abzieht, Häuser saniert und teurer anbietet.

 

Familie Tosun hat ihren Spaß und läßt sich nicht unterkriegen. Happy Halloween! Foto: André Brune

Was ist aus der ehemaligen RAG geworden?

40% Anteile gehören der RAG Stiftung, 26,8 % der Industriegewerkschaft IGBCE, 18,2 % der RAG Finanz GmbH & Co. KG, und zu 15% aufgeteilt der Evonik Pensionstreuhand e.V. und Operations GmbH. Die Vivawest GmbH besitzt 120000 Wohnungen in 100 Städten mit 300000 Mietern, was rein rechnerisch schon merkwürdig ist. 1500 Wohnungen werden jährlich modernisiert und teuer weitervermietet.  876 Mio Umsatz im Jahr (2021) mit 2344 Mitarbeitern. (Quelle: https://vivawest.de) Wer hätte gedacht, dass der frühere Arbeitgeber einer ganzen Region in verschiedenen Tochterscheibchen aufgeteilt zu so einem Vermieter wird und die Gewerkschaft ebenfalls noch ihre Finger im Spiel hat?

 

Welcher Kürbis bist du? Foto: André Brune

Was treibt eine GmbH denn an, die für so gut wie nichts haftet und nicht mal ein Aktienunternehmen ist, dass Mieter nicht das Grundstücksgelände nutzen können? Bergschäden? Sorge um die Haftpflicht bei so viel Umsatz im Jahr?

Die Vivawest hat zwar dieses Halloweenfest gewonnen mit ihrer Ablehnung und das sie auf einem anderen Gelände trotzdem stattfinden kann. Aber sie hat verloren im Ansehen als Vermieter in ganz Bottrop. Aber vielleicht überlegt sich die Vivawest doch nochmal mit der Familie Tosun zu sprechen oder besser mit allen Mieter und Mieterinnen um das Wohnen auf dem Grundstück attraktiver zu gestalten. Das wäre zumindest ein großer Gewinn für Alle durch diese Ablehnung der Gebietsleitung.

Das Halloweenfest jedenfalls ist noch schöner als letztes Jahr. Fünf Tage hat Cengiz Tosun daran gearbeitet. Es ist großartig geworden mit allen Geistern, Hexen, Clowns. Es lohnt sich es zu besuchen!

Wo?

Am Lamperfeld 48 – Bottrop, Seiteneingang zum Garten

Öffnungszeiten:

Täglich 18 bis 21.30 Uhr

Bis einschließlich 1.11.22 

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Mehr Informationen
https://www.youtube.com/watch?v=xwUh_Y06D9E&t=2s

Halloweenfest der Familie Tosun auch ohne Vivawest 2022

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Mehr Informationen
https://www.youtube.com/watch?v=6Jo30lP1Ots&t=196s
Dies Video zeigt das gelungene Halloweenfest vom letzten Jahr 2021 bei den Tosuns. Video: André Brune
Glück auf, Happy Halloween und viel Spaß wünsche ich den Familien, die dort hingehen

 

Ruhrpottologe André Brune

Video I +Audio I +Fotogalerie I Unterwegs im Horrorhaus von Mark Pfeifer in Kirchhellen

Halloweenzeit - Horrorhausbesuchszeit

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Video vom Horrorhaus in Kirchhellen von Mark Pfeifer mit Interview 🎥🎬🎞️🍿

Audiolesung des Textes für Sehbehinderte oder Lesfaule:

Vorgarten Horrorhaus Kirchhellen (c) André Brune

 

Genial, was die Familie Pfeifer da aufgestellt hat.🧛 

Jede Menge horrorartige Gegenstände, Figuren und Animationen hinterlassen jedem Besucher, ob Groß oder Klein, einen besonderen Eindruck.

Eingangsbereich mit lebendigem Sachsen (c) André Brune

Als erstes wird man von einem sächsisch sprechenden Skelett mit einer Ratte in der Hand begrüßt.

 

Hauswandhorror (c) André Brune

Das Haus und der Vorgarten ist halloweenartig geschmückt mit aufblasbaren Geistern und Kürbissen. Hexen, Spinnen und Totenköpfe zieren die Hauswand. Der alte ständig ungesund aussehnde Sachse schwadroniert in seinem Dialekt und macht Besucher, hiesige Ruhrpottler, sichtlich nervös.

Ein Kürbishaufen ziert den Hauseingang. Ein weiterer ungesund aussehender Bauarbeiter und eine große Nosferatu-Spinne bewachen den Hauseingang.

Auf der dreiteiligen Fensterscheibe können Besucher*innen eine ständig wechselnde Filmsequenz mit animierten Wesen aus der Horrorwelt besichtigen. Alles ist eher Kindgerecht gemacht. Die Figuren bewegen sich eher lustig über die Fensterscheiben. Mark erklärt die aufwendige Zusammenstellung der Filme und der Kniff, wie die Figuren dort auf die Scheiben kommen.

Links außen geht man in kleinen Besuchergruppen durch eine Sammlung von Spinnweben an dem Reiter der Totenwache vorbei.

Horrorgarten (c) André Brune

Der erste Blick schweift über ein in Blutrot getauchtes Friedhofsfeld mit Kreuzen, Totenköpfen, Händen, Skeletten. Links vorbei gehts dann weiter an schaurigen 3-D-Bildern, einer animierten Lichtshow, einem schaukelnden und einem rutschenden Skelett in blauem Licht gehüllt auf dem kindgerechten Spielplatz. 

Kindgerechte Rutsche für die Toten (c) André Brune

Dann geht es an einem Hexenhaus vorbei, wo auch ein animierter Film aus Amerika zu sehen ist. Er wurde von einem begeisterten Deutschen im Tonstudio synchronisiert für die Halloweenverrückten in Deutschland.

Hexensabatt (c) André Brune

Ein brennender Kürbismann erschreckt die vorbeigehenden Besucher. Der Blick schweift über abgesägte Körperteile. Dabei ist die Küche auch noch sichtbar in der Nachbarschaft und man kann sich seinen Teil denken.

Schicker Kürbis (c) André Brune

Ein echter Holzsarg aus dem scheinbar ein halber Zombie herauskommt, säumt den Ausgang zum Garten mit brennenden Kerzen und dem Sensenmann.

Ein kleiner Teil wurde leider kurz vor meinem Besuch durch eine Sturmböe zerstört. Aber das macht in der Fülle der Eindrücke nichts aus.

Als Letztes kommt man durch die Horrorclownschleuse, die so Mark, sogar die Eltern nicht gern durchschreiten wollen. Pennywise macht wohl einen unheimlichen Eindruck.

Die Garage ist der leuchtende befreiende Ausgang vom Schrecken des Gartens. Dort kann man sich noch ein wenig mit Süßem wieder stärken. 

Alles hat auch einen guten Zweck als Grund: Der älteste Sohn hat die unheilbare Krankheit Duchenne Muskeldystrophie, eine Muskelschwunderkankung. Die Familie will dafür mehr Aufmerksamkeit für diese besondere unheilbare Erkrankung schaffen und damit auch Spenden für die Duchenne Stiftung sammeln.

Die Stiftung hilft in besonderer Form den Betroffenen. Auch die Forschung kann unterstützt werden, um mehr Erfolge in lebensverlängernden Maßnahmen zu verbuchen. Sie machen es beiden Kindern das Leben so toll wie irgendwie möglich!

Wer mag kann im Vorgarten etwas in die Spendendose für die Duchenne Stiftung abgeben. Es ist eine Herzensangelegenheit von Mark die große Halloweenaktion auch zur Unterstützung der Duchenne – Stiftung zu machen und eine Aufmerksamkeit für die Betroffenen zu erwirken.

Duchenne Stiftung (c) André Brune

Ohne die Duchenne-Stiftung würde die eigene Betreuung des an der Muskeldystrophie erkrankten ältesten Sohn nicht so einfach sein. Die als Duchenne Muskeldystrohphie bekannte Erkrankung trifft meist junge Menschen. Sie ist sehr selten, unheilbar und deswegen ist sie schwer diagnostizierbar.

Die Duchenne – Stiftung unterstützt mit unterschiedlichen Maßnahmen jeden Betroffenen und die Familien, um es ihnen so einfach wie möglich in schweren Zeiten zu machen.

Ich habe sofort auch einen 20 € – Schein dagelassen für die tolle private Führung, die ich exklusiv von Mark erhalten habe mit einem besonderen Interview für Euch.

Jeder Euro zählt! 

Wer Spenden möchte :

Sparkasse Bochum DE67 4305 0001 0000 4277 24

Kontakt:

Duchenne Deutschland e. V.

Huestr. 20 

44787 Bochum

info@duchenne-deutschland.de

Internet: Deutsche Duchenne Stiftung – ehemals aktion benni & co e. V. (duchenne-deutschland.de)

Duchenne Information (c) Duchenne Stiftung

Am 31.10. ab 17 bis 23 Uhr findet ein großes Halloweenfest für Eltern mit Kindern statt. Kostenlose Bratwürste, Getränke und Süß- oder Saurem Kram wird den Besuchern angeboten.

Einlassdaten vom Horrorhaus Kirchhellen (c) Mark Pfeifer

Wer verkleidet kommt hat einen großen Pluspunkt. Und wer möchte, kann in die Duchenne-Stiftung-Spendenbox mal den einen oder anderen Euro für diese großartige Halloweenlandschaft spenden.

Mein Respekt mit einer besonderen Note geht an Mark Pfeifer für diese Attraktion und Umsetzung des Horrorhauses in Kirchhellen, mit der sie schon seit Mitte September angefangen haben aufzubauen!

Mark und ich beim Erschrecken des Ruhrpotts (c) André Brune

 

Adresse des Horrorhauses : Lippweg 146c – Bottrop – Kirchhellen

Viel Spaß, Freude und viel Erfolg auf allen Wegen wünsche ich der Familie Pfeifer!

Glück auf Euer

 @Ruhrpottologe André Brune 

Musik: https://epidemicsound.com The Victim von Mary Riddle

Kleine Fotogalerie: