In „Weitersagen 2024“ am Samstag, 20.4 ab 11 Uhr und Sonntag ab 12 Uhr, die diesjährige Veranstaltung von „der salon.ruhr“, befassen sich kreativ verschiedene Künstler*innen, Fotograf*innen und Freischaffende mit Natur und Industrie. Im Mittelpunkt steht die IMMERSIVE INSTALLATION „More Many“, die ihre Premiere auf der ExtraSchicht 2023 hatte und von mir in einem kleinen Video von der Begehung zu sehen ist.
Short zur Extraschicht 2023:
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Eine kritische Fotoausstellung mitten in einer gemütlichen Bar zeigt die Ungemütlichkeit, wie wir Menschen mit der Umwelt umgehen. Vor Ort gibt es Kaffee, Kuchen oder orientalischen Speisen von „Kanzaman“ .
Es gibt einen Workshop zwischen 14 -17 Uhr in der Unternehmerkaue, wie aus alten Dias eine Lampe gebaut werden kann. Zudem wird die Zunft des Stickens oder andere Handarbeiten vorgestellt.
Zu jeder vollen und halben Stunde wird die IMMERSIVE INSTALLATION „More Many“ von vier Künstlern aus demStorylab KiU aus Dortmund. Die faszinierenden Bilder Many Szejstecki, die sich mit den Tiefen des Ruhrgebiets auseinandersetzen, sind in einem digitalen Kunstfilm in der Unternehmerkaue an den Wänden zu sehen. Der ganze Raum wird als Projektionsfläche genutzt. Die Fahrt in den Schacht einer Zeche ist der Anfang durch die abstrakten, netzartigen Strukturen aus der Bilderwelt von Many. Eine beeindruckende neue Art einer Grubenfahrt durch die geologischen Gesteinsschichten kann hier mitgemacht werden.
Ab 20 Uhr spielt DJ-Showcase groovige Techno-Beats in der Dusche, die zur Tanzfläche mutiert.
Der Eintritt kostet 10 € und erhältlich bei den folgenden VVK-Stellen:
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In Bottrop findet erstmalig „Die Nacht der 1000 Bilder“ statt. Kein Bild teurer als 49 € ist das Stichwort für die erste Verkaufsausstellung der Kunstwerke präsentiert von 50 Künstler und Künstlerinnen aus Bottrop und Umgebung, aus verschiedenen Genres und Stilrichtungen im „The Artspace“, der Galerie von Carsten Breuer.
Short vom Aufbau:
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Von abstrakter Malerei bis hin zu fotografischen Meisterwerken bietet die Ausstellung den Besuchern eine einzigartige Reise durch die Welt der Kunst aus Bottrop und Umgebung, inklusive einige hochwertige Fotos auf Acryl, Aluminium oder Leinwand meiner Fotoreihen.
Nicht nur in die kreative Vision jedes einzelnen Werkes kann eingetaucht werden. Jede Größe und Form ist dabei. Alle Künstler und Künstlerinnen können vor Ort kennengelernt werden und zu ihren Kunstwerken etwas erzählen.
Ralf Opiol hatte die Idee in einer Nacht kollektiv mit anderen Künstlern 1000 Bilder in seiner Heimatstadt Bottrop zu zeigen. Mit Nolin Wischermann, mit dem er zusammen den Bottrop.Art.Award vor zwei Jahren kreiert hatte, planten sie die Veranstaltung. In der Zusammenarbeit mit dem Essener Künstler Carsten Breuer in dessen großen Atelier „The Artspace“ wurde der Plan verwirklicht. Künstler und Künstlerinnen im neu entwickelten „Künstler Kollektiv Bottrop“ wurden eingeladen mitzumachen. So fanden sich 50 talentierte und auch bekannte Namen aus Bottrop und Nachbarstädten, wie u.a. Frank Gebauer, Gilda Bräuer, Catharina Lindeskov, Felix Amadeus Flick-Hofmann, Caro Kernspecht, Brigitte Münch, Rebecca Bujnowski, Paul Schulte, Ralf Opiol und Nolin Wischermann selbst und viele andere besondere Künstler (alle sind auf dem Foto zu lesen) sind nun dabei um 22 Stunden lang ihre Kunstwerke verkaufen zu können. Auch der Gewinner des Bottrop.Art.Award David Landgraf ist mit grandiosen Porträtzeichnungen dabei.
Wo?
The Artspace
Atelier von Carsten Breuer
Im Fuhlenbrock 168
Bottrop – Fuhlenbrock
Wer meine Motive aus der Fotoreihe „Flaschengefühle“, dem Kunstprojekt „Gegen die Vermüllung der Stadt“, erwirbt, der spendet die kompletten Erlöse an den Verein „Waldfegen e.V.“ in Bottrop, die einmal im Monat für eine saubere Stadt an bestimmten Orten eine Säuberungsaktion durchführen.
Außerdem habe ich auch Motive aus meiner Fotoreihe „Regenscheibe“ und auch aus dem Bottrop Kalender 2024 vor Ort drucken lassen. Kommt vorbei! Ihr lernt alle Künstler und Künstlerinnen kennen. Ihr könnt mit ihnen lamentieren und bei ihnen die Bilder kaufen!
Vor dem Start der Veranstaltung eklärt Ralf Opiol die Nacht der 1000 Bilder
49 € ist die Hürde, die für alle Kunstwerke eingebaut wurde, als Grenze, mit der dann beide Seiten leben können und sollten, wenn etwas gefällt. Und ganz ehrlich, da hängen Bilder, die mehr Geld verdient hätten.
Ausstellungen sind ja eigentlich auch „Verkaufsausstellungen“. Aber die wenigsten gehen hin, um sich ein Bild anzusehen, um es zu kaufen. Das muss es auch nicht. Hier in dieser besonderen Privatveranstaltung, ist jeder herzlich eingeladen zu schauen, vielleicht mit den Künstlern zu sprechen und die Bilder vor Ort auf sich wirken zu lassen. Wenn dann doch am Ende gekauft wird, umso schöner ist es, dass es 22 Stunden lang eine Nacht der 1000 Bilder gegeben hat, die dann für jeden einzelnen Künstler und Künstlerin als positives Erlebnis in Erinnerung bleiben wird und es wahrscheinlich in der Form nochmal wiederholt wird.
Und wenn nichts verkauft wird, dann war man da, hat ausgestellt und es gab Bewunderer oder Menschen, die über die Bilder zumindest diskutieren nach dem Besuch. Auch das gehört dazu bei einer Ausstellung. Also kommt gucken und kauft, wenn ihr etwas findet. Hier im Artspace, das dankenswerter Weise von Carsten Breuer zur Verfügung gestellt wird, wird es bestimmt interessant werden! Alle freuen sich auf die Besucher!
Wir sehen uns! Glück auf!
P.S.: Die „Nacht der 1000 Bilder“ ist eine Privatveranstaltung!
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Den Namen Catharina Lindeskov Nielsen muss man sich in Zukunft mit Sicherheit merken. Denn die gebürtige 33jährige dänische Bochumerin hat eine ganz besondere Art Gegenwartsprobleme in ihren Kunstwerken darzustellen.
Teaser zum Video:
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Ihre Werke spiegeln die moderne Zivilisation und ihre menschlichen Abgründe wider. Umweltprobleme, Mobbing oder Bodyshaming tauchten als wichtiges Element ihrer ersten eigenen Vernissage „Art Exhibition“ vom 18.-27. August 2023. Im Rahmen der Endhaltestelle der Kulturlinie 308/318, die nach Corona wieder neu belebt wurde mit Literatur, Musik und Kunst beeindruckte sie vor allem in der Wartehalle mit dem großen Buckelwal, der blau leuchtete.
Zum Video:
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In der Fahrkartenausgabestelle waren Bilder von Männern mit Blumenumrandung aufgehängt. Diese wurden im Dezember mit dem Publikumspreis mit dem 1. Platz bei der „Revierkunst“ – Ausstellung in der Hattinger Henrichshütte ausgezeichnet.
Urkunde Revierkunst - 1. Platz
Im Buckelwal konnten durch die Beleuchtung Plastikgegenstände entdeckt werden, die das Kunstwerk so besonders macht, wenn der Ernst der Lage in den Weltmeeren nicht so extrem schlimm wäre.
Sie hörte die Nachricht von einem an einem Strand verendeten Jungwal, der über 100 kg Plastik in sich trug. Weitere Informationen, wie die 1,6 Mio km2 große Müllinsel im Meer machten ihr Bauchschmerzen. Diese Informationen vereinte sie in dem einzigartigen Kunstwerk. Der in naher Zukunft in einem Foyer einer Firma hängen wird.
Auf einer großen Leinwand hinter der großen Walflosse sind Menschen wie in einem Wollknäuel miteinander verwoben. Die Videoinstallation zeigt den „Togetherness“-Gedanken von Catharina Lindeskov Nielsen. Jede Person steht nach und nach auf und sucht sich einen Standpunkt weit entfernt von dem Knäuel. Jeder muss seine Position im Leben finden, aber andererseits müssen alle zusammen arbeiten, um einen Wandel gemeinsam zu erreichen, erzählt sie mir im Gespräch. Niemand geringerer als Mahatma Ghandi mit dem Zitat: „Wer einen Fluss überqueren will, muss das eine Ufer erst verlasse“, war ihre Inspirationsquelle.
Allein schon der Gang durch den historischen Bahnhof von Bochum Dahlhausen kurz vor dem Eisenbahnmuseum, war es als Kulisse schon wert diese Ausstellung zu besuchen. Der Bahnhof bot in meinen Augen den besten Hintergrund für die Ausstellung von Catharina Lindeskov Nielsen.
Ihre moderne Kunst mit den jeweiligen wichtigen „Gegenwartsproblemen“ bricht die Historie auf, obwohl im 19. Jahrhundert damals die gleichen Probleme herrschten, wie heute, nur auf eine andere Art und Weise.
Als Kunst sah man eher Landschaftsbildern und Porträts, aber der Wandel zum Ende des Jahrhunderts kam mit dem Aufbrechen von Strukturen in der Malerei. Der Impressionismus kam auf und erste Skulpturen tauchten auf, die sich nicht mehr an alte Meister hielten, sondern die Zeit auf ihre Art und Weise interpretieren sollten.
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Umweltprobleme, wie die Verschmutzung von Luft und Gewässer, die hier im Ruhrgebiet zur damaligen Zeit sehr extrem war, oder die familiären Probleme unter dem starken religiösen oder sozialen Eindruck, der hier vorherrschten, tauchten in der Kunst kaum auf. Catharina bricht mit ihren Kunstwerken auch mit noch heute verkrusteten Strukturen im Denken und Handeln der Menschen, die immer noch nicht erkannt haben, dass wir nur auf einer Erde wohnen, die wir zu unseren Lebzeiten geliehen haben und sie verdrecken und verseuchen.
2020 als die Welle der Fridays for Future – Demonstrationen für mehr weltweiten Klimaschutz kurz vor der Corona-Pandemie ihren Höhepunkt mit ihrem Vorbild Greta Thunberg erreiche, hat Catharina sie als Göttin des Frühlings „Demeter“ aus der griechischen Mythologie mit einem Blumenkranz gemalt. Sie steht als starke Frau für den Aufbruch in eine blumige neue bunte Welt, die sich für den besseren Klimaschutz weltweit.
In dem Gesamtkunstwerk der „Daphne“-Mythologie zeigt die Künstlerin auch menschliche Abgründe, wie sie aber wie Phönix aus der Asche, daraus herauskommen und ein neues oder anderes Leben beginnen, als die Eltern es zum Beispiel vormachen oder gelebt sehen wollten.
Da sind die drei starken Frauen, die ihre Schicksalsschläge haben, die Catharina in einer einzigartigen fotografischer Weise auf Papier zeigt. Die einzelnen Fotos der Frauen sind eine Abfolge mit dem aus dem oberhalb des Herzens herauswachsenden Blume ihres Charakters, die auf dem Papier mit einem Beamer gezeigt werden. Gleichzeitig können Besucher die Geschichten der Frauen mit einem Kopfhörer hören, was sie für Schicksalsschläge haben und welchen Einfluss sie unterstanden, und wie sie das Leben neu begonnen haben.
Basiernd auf die jeweilige weibliche Figur hat Catharina die Form auf weißem Papier herausgeschnitten, wo die Fotoabfolge mit der oberhalb des Herzens herauswachsende Pflanze, den neuen Weg im Leben zeigt, das sie selbst erkoren haben.
Sie stehen um einem „Lebensbaum“ wie zufällig. Auf seinen Zweigen hängen Blätter hinter „Glas“ mit einem sinnigen Spruch verschiedener Persönlichkeiten, wie Albert Einstein. Fast wie ein wunderbarer positiver und nachdenklich stimmender Weihnachtsbaum steht er da im sanften blauen Licht eingehüllt. Wer ein „Blatt“ erwirbt für 30 € tut auch etwas Gutes. 5 € gehen an das Tierheim in Bottrop.
Hanna
Sina
Im farblichen Gegensatz zu der blumigen Mythologie-Kunst von Demeter und Daphne, hängen dort auch Schwarz-Goldene Bilder aus Acryl, das Kaleidoskop der Insekten. Akribisch gezeichnete Insekten, Käfer, Libelle und Motten sind mit Blättern aus Gold eingerahmt, mit der sie selbst immer in der Natur in Verbindung stehen.
Die bei „Revierkunst“ der „Metropole Ruhr“ ausgezeichneten Bilder von Männern mit Blumen hat sie mit dem Genderklischee gebrochen. Sie kehrt das Gendern um und macht aus den „harten“ Männerporträts, die mit den Pflanzeneigenschaften zusammenhängen, eine blumige Gestalt, die dadurch eher weiblich „weicher“ wirkt. Ihr Mann bekam die Sonnenblume mit der Charaktereigenschaft „Lebensfroh“ zugewiesen, denn das ist er, auch wenn er selbst ihr berichtet hat, dass Menschen, die ihn begegnen lieber die Straßenseite wechseln…
Die Aufwendigkeit dieser Bilder ist groß gewesen. Mehrere Wochen hat sie gebraucht um das erste Bild fertig zu stellen. Das Malen und Abtrennen auf dem Organza ist sehr mühsam gewesen. Die Vielschichtigkeit der Menschen wird in den Bilder faszinierend verarbeitet.
Kunst und Germanistik auf Lehramt hat Catharina studiert. Sie war im Museum für verfolgte Kunst in Solingen angestellt. Jetzt seit dem 1.3.2024 verheiratet, ein Kind und Hund, hat sie erste Auftragsarbeiten. Die Hochzeit wurde tatsächlich verschoben. Sie war am Tag der Vernissage geplant gewesen. Aufgeschoben ist je nie aufgehoben!
Fotos freundlichst bereitgestellt von Catharina Lindeskov Nielsen
Herzlichen Glückwunsch für den 1. Platz bei „Revierkunst“ und zur Hochzeit!
Von mir ein großes Glück auf für noch ganz viele tolle Kunstprojekte!
Das nächste ist schon in den Startlöchern:
Am 25. – 28.4.2024 wandert der große Buckelwal noch einmal zu einer Ausstellung, wo Catharina Lindeskov Nielsen vertreten ist: Art Discovery Fair Cologne, die Entdeckermesse für zeitgenössische Kunst. Wer weiß, was sich dort ergeben wird!
Der Abend war schön warm, so entschieden wir, meine Frau Ewa und ich, den Schauplatz der Extraschicht von der Zeche Fürst Leopold in Dorsten zum nahen Punkt Zeche Westerholt im Norden Gelsenkirchens zu verlegen. Es hat sich wahrlich gelohnt diesen Schritt noch um 0 Uhr zu machen statt nach Hause zu fahren.
Denn dort durch die Kauen zu laufen und anschließend noch auf den Sohn von Many Szejstecki zu treffen, der mir auf Instagram folgt und mich ansprach, wäre der Besuch nur halb so klasse geworden!
Und das Treffen war rein zufällig passiert beim Rausgehen. Also ging ich wieder rein, während Ewa dachte, ich komme nach ein paar Minuten wieder…
Zum fast ungekürzten Video:
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Der Anfang der Extraschicht auf Zeche Westerholt war schon spannend. Angekommen waren wir gegen 0.30 Uhr. Die Live-Bühne war schon leergefegt. Die Musik dröhnte noch aus vollen Boxen. Die Besucheranzahl war aufs Minimum gesunken. Also freie Bahn für uns relativ zügig durch die Kauen zu latschen und die Kunst dort zu bewundern.
Teaser zum Teil 1
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Die fluoreszierende Kunst von Adnan Kassim im Eingangsbereich des Rundgangs mit einem Joker, David Bowie, einem unbekannten Bergmann und anderen waren durch das besondere Licht und der dumpfen Technoklänge von Catronic ein erster Höhepunkt des Staunens. Nostalgische Gefühle wurden mit den Minimuseen von Ulle Bowski geweckt. Wenn die Zeit nicht gedrängt hätte, weil um 2 Uhr Schluss war, wäre ich gern noch geblieben und hätte das ganze auf mich einwirken lassen. So ist wenigstens das Video eine bleibende Erinnerung.
Weiter ging es in die Weißkaue, wo das Thema BERGBAU groß geschrieben wurde. Moderne Skizzen zeigten einen Streb oder Bergmänner in ihrer Arbeitskluft. An den Ketten hingen historische Bilder der Zeche Westerholt und ließen die Geschichte der jetzt historischen Hallen einwirken. Schaufensterpuppen als Bergmann oder Grubenwehr verkleidet zeigten die „Kostüme“ der Arbeiter. Auch der Geschichtskreis Hassel hatte einen Stand vor Ort, war aber zu diesem Zeitpunkt leider schon verlassen.
In der Schwarzkaue nebenan begeisterten uns die Wäschekörbe in unterschiedlicher Höhe und in blaues Licht eingehüllt an denen Papiervögel hingen. Chiara Dahlem hat sein mühevoll an die vielen Wäschekörbe in unterschiedlicher Weise aufgehängt. So wirken sie plastisch, dass sie eine Zeitlang ein Nest für die Bergleute waren und dann mit der Schließung flügge wurden. Mit einer großen Ehrfurcht liefen wir durch die in blauem Licht gehüllte Kaue. Die ganze Kunstinstallation wurde dadurch zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Weiter ging es in Angestelltenräume, die zwar leer waren, aber dennoch so wirken, als wenn sie gestern noch benutzt wurden und heute eigentlich nur saniert für die Zukunft werden würden. Anschließend folgte ein Schwarz-Weiß-Film mit einer treibenden Musik eines rollenden Güterzugs, der am Ende der Fahrt über eine Güterstrecke im Ruhrgebiet an der Zeche hielt.
Wer nur diese Sequenz sehen möchte, kann sich nur Teil 1 anschauen:
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Mit den Klängen eines metallischen Treibens ging es nach dem Kurzfilm über die Brücke auf die andere Seite, wo es dann bei „Hempels unter dem Sofa“ weiterging.
In der ersten Halle standen nicht nur plüschige Sitzmöglichkeiten, sondern an den Wänden hingen Leihgaben von Bildern unterschiedlicher Künstler, aber auch von Many Szejstecki.
Seine Bilder sind in der ganzen Zeche hier und da verteilt. Und hier hing ein ganz großes von der Zeche Westerholt. Many zeichnete, wie ein Computerprogramm. Sogar Geologen waren fasziniert, wie genau die Zeichnungen waren, die er anfertigte. Die Unterwelt mit allen Gesteinsschichten, die Streben und Flöze des Bergwerks wirken riesig gegenüber die Stadt darüber.
Auf dem Bild Zeche Westerholt ist die Stadt Gelsenkirchen kopfüber dargestellt. Wir schauen von unten auf die Stadt. Und aus 1000 Meter Tiefe wirkt sie wie ein kleines Dorf. Einfach nur faszinierend die Kunst von Many Szejstecki! Den Namen, den ich am Anfang nicht aussprechen konnte.
Die Halle bekam schon den Sound des nächsten Kunstwerks zu spüren und hören. Die lauten Klänge machten neugierig und schon waren wir drin. Spektakulär war dann das, was wir gesehen haben.
In 3 D schien ein Urknall zu entbranden. Ein Grollen ging durch die Halle, das den Durchgang der Steinschichten darstellte und die Augen folgten einem unentrinnbaren Thriller durch Millionen Jahre alten Stock und Stein, von Streben und Flözen bis sie nach ein paar Minuten aus dem Boden sprangen und ein Baum erschien mit zwitschernden Vögeln. Hier haben sich die 3-D-Artisten Timo Sodenkamp und Laurin Bürmann alles gegeben, um die Bilder von Many grandios in Szene zu setzen. In meinem Film kann es gesehen werden, aber ist längst nicht so beeindruckend, wenn es nicht selbst gesehen wurde. Zur Kunst muss man gehen, wie mein guter Podcast-Kunst-Freund Ralf Opiol immer sagt. Hier wird seine Aussage erst recht bekräftigt!
Beeindruckt von der ganzen Ausstellung ging ich dann mit meiner Frau Ewa zum Ausgang, wo plötzlich Roland Szejstecki stand und mir die Flyer in die Hand drückte. Er erkannte er mich. Ich kannte ihn ja noch nicht, hab ihn nur immer vor mir im Film gesehen. Er erklärte einem Besucher, was zu sehen war in den Szenen. Roland folgt mir schon länger auf Instagram. Dann hab ich ihn gefragt, ob er mir das Bild erklären könne. Und schon ging es wieder in die Halle zurück. Ewa dachte, ich komme gleich wieder zurück…
Dort zeigte er mir noch ein paar Landschaftsaufnahmen und prompt fand er selbst ein Bild, dass er selbst aus dem Nachlass nicht kannte und war hin und weg. Wenn wir uns nicht getroffen hätte, wäre er ohne das Wissen, dass dort ein für ihn unbekanntes Bild seines Vaters hing, nach Hause gegangen. Wie gut, dass wir uns also getroffen haben! Da wird die Frage von Zufall und Schicksal philosophisch aufs Auge gedrückt.
Noch besser wurde es, als er die Jungs fragte, ob sie für ein Interview kurz Zeit hätten und so plauderten Timo und Laurin auch noch einige Minuten mit mir über ihren unglaublichen Film. Beide arbeiten im Dortmunder U an verschiedenen Projekten. Das Dortmunder U ist noch ein weißer Fleck auf der Ruhrpottologen-Weste und ein unbedingtes Muss demnächst da aufzutauchen!
Um die Erklärungen kurz zu machen, die Beide im Film besser erklären konnten, so sei nur zu sagen, das sie Many Szejsteckis Kunst in ein Video packen wollten und es visuell begreifbarer machen. Das haben sie geschafft!
Teaser zu Teil 2:
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Wer nur die Sequenzen mit den Interviews sehen möchte, kann dies nun in Teil 2 machen:
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Am 19. und 20.4. 2024 ist auch wieder was besonderes für den Nachlass von Many Szejstecki in der Zeche Westerholt zu sehen. Ich werde da noch gesondert als Veranstaltung mitteilen und dann drüber berichten. So bleibt mir nur zu sagen, dass ich gespannt bin, was in der nächsten Extraschicht zu sehen ist. Allerdings werden wir dann woanders sein. Mal sehen, wohin es uns die Gesteinsschichten treiben werden.
Meine Frau und ich waren sehr begeistert und fanden dort alles Sensationell. Jetzt ist es für diejenigen, die Zeche Westerholt damals nicht besuchen konnten, wenigstens als Video erhalten, wenn auch nur im Hochkantformat, aber umso interessanter ist der Ausschnitt.
Glück auf!
P.S.: Abschließend kann ich mich nur für die Beteiligten entschuldigen, die sich auf den Beitrag schon früher gefreut haben, dass ich für den Zuschnitt des Films und den Beitrag so lange gebraucht habe. Es liegt noch einiges an Material aus dem letzten Jahr, dass durch private Dinge und meinen eigenen Projekten immer noch nach hinten geschoben werden musste. Aber ich denke, die Würdigung für die Extraschicht 2023 der Zeche Westerholt hat jetzt auf jeden Fall noch einen guten Abschluss gefunden.
Roland Szejstecki werde ich für einen Podcast einladen, damit ihr mehr über die Kunst von Many erfahren könnt, die wirklich einzigartig ist. Übrigens hab ich zufällig ein Original bei einem Rechtsanwalt in Oberhausen an der Wand gesehen. Many ist also sehr berühmt im Ruhrgebiet. Schade, dass ich nicht früher auf ihn aufmerksam geworden bin. Aber besser als Nie!
Ruhrpottologe unterwegs auf der Springorum-Trasse in Bochum mit Autorin & Sportlerin Verena Liebers & ihr Buch „Trasse ist Klasse“
Verena Liebers ist eine lebensfrohe naturverbundene Schreibbiologin. Sie seziert förmlich die natürliche Umgebung. In erzbahntrassenschwingenden Worten zwischen zwei Buchdeckeln lässt sie Leser und Leserinnen dann an ihren freien Dopamingedanken teilhaben.
Glücksgefühle bekommen auch Sofakartoffeln, die nicht so sportlich angehaucht sind. Aber schon beim Lesen werden auch sie sich die Schuhe schnüren und losgehen, wenn es gelesen wurde, ob in Bochum oder ganz Deutschland. Trassen finden sich überall, aber im Ruhrgebiet sehr viele.
Ich habe Verena Liebers, die sich abgekürzt VIGLi nennt, weil Verena Gisela Liebers ihr vollständiger Name ist, nicht nur zu ihrem autobiografischen Sport-Natur-Erzählbuch „Trasse ist Klasse“ interviewt, sondern ich wollte die Frau hinter den geschriebenen Worten kennenlernen.
Außerdem ist zeitgleich der Roman „Klang der Schritte“, an dem sie sieben Jahre lang gearbeitet hat, erschienen. Den reißen wir nur an, weil wir uns dafür mit einer Lesung nochmal extra treffen werden. Aber sie ist nicht nur Autorin, in erster Linie ist sie Biologin.
Teaser – Short zum Buch „Trasse ist Klasse“:
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Die 62 jährige Verena Liebers läuft schon immer gern seit dem 2. Lebensjahr, wie sie mir im Anfang unseres Gesprächs mitteilte. Mit dem Schreiben begann sie schon mit 7 mit einem ersten Bilderbuch.
Geboren in Berlin hat sie eine Zeitlang in München vor Bochum gewohnt. Die Innenstadt von München war ihr immer ein touristischer Graus, so fuhr für sportliche Freizeitaktivitäten außerhalb der Stadt zum Wandern in den Alpen oder in der Umgebung. Ist ja ein Katzensprung.
Das Schreiben gehörte für sie immer wie selbstverständlich zum Leben. Mit 13 allerdings entschied sie sich schon Biologie zu studieren und nicht Schriftstellerin zu werden. Damals hatte sie noch nicht geahnt, das sich beides erfolgreich vereinbaren lässt.
Zum Sport mit dem Rad, Joggen oder auch Marathon oder Triathlon mitzumachen, kam sie erst in Bochum auf dem Geschmack als sie 1990 beruflich mit der Dissertation über Allergien durch rote Mückenlarven in der Tasche hier ihre Zelte aufschlug. Seitdem arbeitet sie in der Immunologie für Arbeitsschutz.
Hier waren keine Berge, die ihre Kondition anstrengen konnte, weil es nicht die Berge, wie südlich von München vorhanden waren. Der sportliche Ausgleich wurde hier im Ruhrgebiet dennoch schnell gefunden.
In Bochum fühlt sie sich seit jeher wohl. Sie wohnt in der Nähe der großen Springorum-Trasse, die sie fast täglich nutzt. Sie hat die 2019 komplett fertiggestellte Trasse unweit ihrer Wohnung schätzen und lieben gelernt. Und immer einige Dinge aufgefangen, die sie sich aufgeschrieben hatte. Irgendwann war es soweit und um die sogenannten 25 „Trassensplitter“ kamen die autobiografischen Erzählungen von sportlichen Erlebnissen, die Sportgemeinschaft, die vielen Freunde und die Franks.
Verena und die klasse Trasse (Foto: Copyright André Brune)
Nicht nur in Bochum gibt es eine Trasse. Ganz Deutschland hat stillgelegte alte Eisenbahn-Linien zu Rad- und Fußwegen umfunktioniert. Im Ruhrgebiet sind die meisten sehr alt und lange nicht mehr in Funktion. Die Trasse sind ehemalige industriell genutzte Eisenbahnschienenwege. Güter, wie Kohle, Eisen, Koks, Stahl wurden von den Produzentenorten in den Städten, wie eben z.B. Zechen, Bochumer Verein oder Krupp in Essen, dann zu den Kanälen oder Flüssen gebracht, um sie weiter zu transportieren oder zu bearbeiten.
Viele Wege wurden jahrzehntelang nicht mehr genutzt und verwuchsen. Doch die Wege waren noch da. Die Idee war die Trassen nicht nur zur Verkehrsentlastung zu nutzen, um Menschen vom Auto auf das Fahrrad zu bekommen ohne eine Hauptverkehrsader nutzen zu müssen, und gleichzeitig auch einen idealen Freizeitort mit verschiedenen Verbindungswegen auszubauen, die an Sehenswürdigkeiten und Stadtteilen liegen. Erholungs- und Pendlerwege sind nun die Trassen geworden, die noch nicht überall zu 100 % fertig sind. Sie kosten ja auch einige Millionen
***
Kurzinfo zur Springorum-Trasse:
Für die 10 km Springorum-Trasse 5,8 Millionen Euro ausgegeben worden. Sie verbindet den Ruhrtalradweg mit der Innenstadt Bochum. Sie führt auch zum entstehenden Radschnellweg 1 bei der Buselohstraße. Der letzte Abschnitt wurde 2019 der Öffentlichkeit zur Nutzung freigegeben. Der Eisenbahntunnel unterhalb der Hattinger Straße wurde nach der Schließung und Verfüllung vor Jahrzehnten wieder aufgemacht und gesichert. Somit verband der Tunnel die Wege von der Innenstadt Bochum mit dem Weg ab Schlosspark Weitmar bis zum Ruhrtalradweg in Dahlhausen.
Für Verena Liebers ist nicht nur die Springorum-Trasse somit eine besondere Strecke, wo Joggen, Wandern, Radfahren und Sonntagsspaziergänge stattfinden können, sondern auch die Natur und die anliegenden Gebäude bewundert werden. Es gibt immer was neues zu entdecken!
Sie freut sich über jeden Stau auf der Autobahn, wenn die schwarze Blechlawine steht und sie freudestrahlend ohne Stress staufrei über die Autobahn läuft. Das haben wir zufälligerweise bei unserem Podcasttermin auch erleben dürfen.
Niemand muss also weit fahren, um tolle Dinge zu erleben, stellt Verena Liebers fest. In Bochum ist alles nah beieinander, wenn sie die Haustür verlässt. Egal, ob Theater, Ausstellungen oder Abenteuer auf der Trasse erleben, alles ist sozusagen umme Ecke, wie man hier so schön sagt. Sie weiß den Wohnort im Ruhrgebiet zu schätzen und zu lieben.
Im Buch beschreibt sie auch einen Marathon in einem kleinen Volkspark in Bottrop oder in Uelzen. Sie beschreibt die Gemeinde der Läufer um sie herum. Irgendwie sind alle miteinander verbunden. Man lernt sich schnell kennen. Im Buch gibt es mehrere Franks. Wobei einer von ihnen gefühlt, wie ein innerer Schweinehund, Verena mit einer virtuellen Peitsche zu mehr Energie antreibt, wie ein Trainer einer Nationalmannschaft bei der Olympiade.
Verena trainiert nicht nach Plan. Sie verbindet Sport mit Freunde treffen oder Ausstellungen besuchen. Sie setzt sich dann auf ein Fahrrad und fährt mal eben 30 km nach Marl. Verena besitzt kein Auto und lüftet lieber ihr Hirn statt auf der Couch zu liegen. Sie hat auch keinen Fernseher. Nach der Arbeit und anschließendem Laufen oder Radfahren auf der Trasse, hat sie dann auch einen frischen Kopf, um diszipliniert eine Stunde zu schreiben.
Verena liebt die staufreie Trasse während unter ihr die Blechlawine steht (Foto: Copyright André Brune)
Mit Ironie belächelt Verena Menschen, die um frische Luft zu tanken extra ins Auto steigen, im Stau stehen, um irgendwo statt vor der Haustür das Gleiche erleben zu können.
Mein kleines Erlebnis mit der Springorum-Trasse:
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Die Trasse ist für sie wie ein Chamäleon, mal nach Flieder oder mal nach Haschisch riechend.
Verena Liebers Lebenslust ist in dem Buch „Trasse ist klasse“ wunderbar zu lesen. Mit dem Buch lernt man die Person kennen und bekommt Geschmack nicht nur das Ruhrgebiet zu besuchen, sondern sich die Joggingschuhe, das Fahrrad in die Hand zu nehmen oder vor die Tür zu gehen, egal wo man wohnt.
Wer hier wohnt, weiß noch immer nicht unbedingt, was es hier alles zu entdecken gibt! Und wer hier nicht wohnt, wird mit dem Verenas Buch mit Sicherheit indirekt aufgefordert mal vorbei zu schauen in Bochum und Umgebung.
Es gibt vieles zu entdecken hier auf und neben der Trasse, ob Springorum – oder Erzbahntrasse, hier ist lebenswerter als viele denken außerhalb des Ruhrgebiets. Deswegen mein Tipp: Buch lesen!
Wir hatten unseren Spaß (Foto: Copyright Verena Liebers)
Glück auf aufer Trasse!
P.S.: Mit Verena Liebers werde ich zum Buch „Klang der Schritte“ nochmal einen Extra-Podcast machen und dann auch andere Bücher ansprechen. Hier ging es ausschließlich darum Verena Liebers kennenzulernen und die Trasse und das Buch „Trasse ist Klasse“ und das drumherum. Seid also gespannt! Termin wird noch bekannt gegeben!
P.S. 2: Podcast, Videoaufnahme oder die Buchempfehlung ist aus freier Entscheidung hier beworben worden ohne bezahlt zu werden. Für mich ist wichtig Menschen zu zeigen und interviewen, die hier im Ruhrgebiet was besonderes machen oder sind. Der Beitrag ist unbezahlte und unaufgeforderte Werbung, falls jemand meint ich würde dafür bestimmt bezahlt werden. Ne. Is nicht! Entdeckt VIGLi einfach literarisch! Tschüssikowski!
Die entspannende und spannende Wohlfühlmesse ist alljährlich im Wissenschaftspark Gelsenkirchen. Die Buchhandlung Isensee aus Gelsenkirchen hat sie organisiert, die sich selbst als Wohlfühlbuchhandlung tituliert.
Wohlfühlen heißt hier eine Mischung aus Entspannen bei Massagen, Matratzen, Klangschalen, Aromaölen, Kosmetika, eigenem Wertgefühl stärken mit Personal-Coaching, sowie Mineralien, besserem Wasser als aus dem Kran und eine Mischung aus esoterischen Anbietern, wie Kontakt mit dem Jenseits, Trauerarbeit, Schamanismus, Runenlesen, Irislesen, Tarotkarten legen, Numerologie und Aurafotografie.
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Für einen Eintritt von nur 5 € konnten 80 Vorträge und ebenso viele Messestände zu den verschiedensten Themen besucht werden. Die einstündigen Vorträge wurden in vier Seminarräume während des Messetages gehalten. Um 11 Uhr war am Eingang des Wissenschaftsparks schon einiges los, so dass man in einer Schlange stand um hineinzukommen. Aber es ging schnell voran. In der Halle des Wissenschaftsparks war es gut besucht.
Mineralien, die mit Farben und Formen im eigenen Haushalt nicht nur Schönheit ausstrahlen, sondern auch Energie abgeben können, die sie über Millionen Jahre angespeichert haben, wurden feil geboten . Nun Kritiker können berechtigterweise sagen, dass es Unsinn ist, aber wie Shakespeare es schon im Hamlet sagen ließ: „Es gibt mehr zwischen Himmel und Erd, als unsere Schulweisheit träumt.“ Ich habe selbst genug Dinge erlebt, die nicht erklärbar sind, aber eben passiert sind.
Vorträge
Zwischen Himmel und Erd innerhalb der Halle vom Wissenschaftspark standen die verschiedensten esoterischen Anbieter mit ihren Dienstleistungen, die sie auch vor Ort offen oder hinter einem Vorhang oder einer kleinen Nische angeboten haben. Da war Runenlesen, Tarotkarten legen, Kaffeesatz lesen oder die Numerologie eine Möglichkeit je nach Geschmack oder Gedanken sich die Zukunft sagen zu lassen.
Faszinierend wie im aufgeklärten 21. Jahrhundert diese Formen aus Hunderten von Jahren immer noch Menschen offen sind für diese Dinge. Das ist keine Kritik, sondern zeigt, dass altbewährte Dinge immer noch ein Teil des Menschen sind, ob dran geglaubt wird oder nicht und ins Leben zugelassen werden.
Die Messe heißt ja nicht umsonst „Wohlfühlmesse“. Hier soll sich jeder und jede Person nicht nur wohlfühlen, sondern es soll ausprobiert werden. Hier wird niemand bekehrt, sondern hier kann vieles kennengelernt werden, was zum eigenen Wohlbefinden helfen oder unterstützen kann. Es können hier auch Menschen, die Esoterik für Unfug halten plötzlich anderer Meinung werden, wenn sie sich öffnen oder einfach nur einen Putzlappen kaufen, der in Amethystwasser getaucht wird, um reinere energiegeladenere Fenster zu bekommen.
Der Gong einer Klangschale kann den eigenen 80%igen Wasserhaushalt in Schwingungen von Beruhigung und Entspannung bringen, wie ich es selbst schon ausprobiert habe bei einer Klangschalenmassage. Auch diese wurden hier auf der Messe in allen Größen verkauft.
Anbieter von Kräftigung von Selbstheilungskräfte oder Anruf von Tier oder geliebte Menschen im Jenseits haben hier ebenfalls um „Kunden“ geworben und ihre Bücher und Visitenkarten weitergegeben.
Da fällt mir meine Oma ein. Sie hat mir selbst Karten gelegt. Ich war erst 14. Aber alles, was ich mitbekommen habe war, das vieles eingetreten ist, was sie den Menschen mitgeteilt hat. Vielleicht hat sie auch nur ein Händchen gehabt es gut zu verkaufen, aber sie nahm kein Geld dafür. War das Pik As aufgetaucht starb jemand aus der nahen Bekannt- oder Verwandtschaft. Nun, das tritt ja irgendwann ja immer ein. Das sie es nie professionell anbieten wollte, fand ich im Nachhinein schade. Sie hatte wahrlich Talent.
Nach dem Kartenlegen, machte sie sich erstmal eine „Lord“ an und paffte gemütlich. Mit 64 hatte sie erst angefangen zu rauchen. Da gingen dann die hellseherischen Fähigkeiten in den Rauch auf. Angeblich hatte sie auch einen Engel gesehen, der die Hände über ihr Haus vor Kriegsbomben mit den sieben Kindern beschützend legte. Aus der Familie wurde sie immer belächelt. Nun nebenan ist das Haus von einer Fliegerbombe platt gemacht worden. Ich würde diesen Beitrag gar nicht schreiben können ohne diese schützenden Hände, die Oma gesehen hatte. Oder hatte Oma ihren Spaß uns diese Geschichten zu erzählen? Man weiß es nicht…
Das Haus meiner Großeltern blieb heil. Niemand ist im Krieg gestorben. Dinge, die nachdenklich machen wegen der anfänglich angesprochenen Schulweisheit.
Grundsätzlich versetzt Glauben Berge, wird gesagt. Nun die Berge sind natürlich bildlich gemeint, sonst hätte ich mir hier gern vor die Tür die Lechtaler Berge gewünscht, die ich als Kind im Winter immer gern besucht hatte. Hier finden sich nur die Bergehalden.
Nicht alles war Esoterik, denn es ging auch um Entspannung. Zum einen war dort die „Energietankstelle Ruhrgebiet“ von Bettina Viergutz aus Marl. Sie hatte die Osflow-Rückenrüttlermaschine mit einer entsprechenden angepassten Massage angeboten. Ich wollte es unbedingt ausprobieren und auch meine Frau Ewa war interessiert. Ihr Mann Udo streckte meine Arme und Beine, strich über die Lymphen und schüttelte die Glieder sanft während der sanften Rüttlermaschine.
Wir waren begeistert!
Alles in Allem stimmte es tatsächlich, dass die Lymphen und der Stoffwechsel mit dem Gerät angeregt werden. Ich war danach nicht nur entspannt, sondern war froh am Nachmittag zuhause zu sein, denn der Darm meldete Hochzeit mit der weißen Schüssel im kleinsten Raum der Wohnung. Es hat definitiv funktioniert.
Anschließend nach der Massage kamen wir an den Stand von Seven Sundays mit dem Vertreter Daniel Girten, der uns die Vorteile der besonderen Matratze erklärte. Sie wurde von Professor Dietrich Grönemeyer vom Bochumer Rückeninstitut mitentwickelt und der hochwertigen Technik vom Möbelhersteller Rolf Benz. Sehr bequem war die Matratze, auch das Kopfkissen. Fast wäre ich eingeschlafen…Schon ist ein Termin für April gemacht worden. Er kommt zu uns nach Hause und lässt sie uns vor Ort testen. Wir sind gespannt.
Daniel Girten von Seven Sundays
Als Letztes kam die Entspannungsmatte haben wir von Bemer. Dietmar Ney erklärte uns das in der Schweiz entwickelte System, das die kleinen Adern unseres Körpers sanft durchwalkt. Nun gespürt hab ich nicht viel, aber vielleicht hat es tatsächlich den Stoffwechsel noch mehr angeregt. Ich erinnere nur an die Darmgeschichte… Auch hier werden wir uns weiter schlau machen, was sie uns bringen wird.
Dietmar Ney von Bemer
Bemer Massagematratze
Faszinierend und Entspannend
Definitiv waren wir angetan von besonderen Massagematte. Mehr Informationen bekommt man in einer Zoom-Konferenz zu der man eingeladen wird. Wir warten noch auf einen passenden neuen Termin, da ich den ersten nicht wahrnehmen konnte.
Jennifer Ganser, die Coachingtante, die ich schon gepodcastet hatte, war auch anwesend und freute sich uns zu sehen. Wer mehr über das Personal-Coaching erfahren möchte, auch mit ihrer Coaching-Hypnose, kann sich gern meinen Podcast mit ihr anhören. Es ist wirklich spannend. Und ganz ehrlich, sie öffnet wirklich die Augen. Meine Frau kann es ebenfalls bestätigen.
Unsere Personal-Coachingtante
Vortrag von Jennifer Ganser
Fotos von dem Vortrag von Jennifer Ganser über Hypno-Coaching, was ich und meine Frau auch schon mitgemacht haben. Sehr empfehlenswert!
Auf der Messe wurde außerdem angeboten: Ernährungscoaching, Aloe Vera Kosmetik, Hautpflegeberatung, Yoga-Anbieter, Schamanische Heilarbeit, Elektrosmog und Mobilfunkstrahlungschützer, Motivationstrainer, Bewußsteinserweiterer, Kraftbilder auf Kissen oder Leinwand, als Foto oder Schmuck, Räucherwerk, Aromaöle, Seelenflüstern, natürliche Wasseraufbereitung, Heilpraktiker, Reiki, spirituelles Training, Burnout-Beratung, Klangmassagen, Instrumente, Aurafotografie. (Fotostrecke zeigt fast alle Anbieter und Anbieterinnen.)
Alles in Allem eine sehr interessante Messe, deren Schwerpunkt ich bei der nächsten Gelegenheit anders nutzen werde. Nächstes Mal lass ich mir die Runen und Tarot legen aus dem Kaffeesatz lesen, vielleicht kann mir einer der anwesenden Hellseherdienstleister sagen, dass ich endlich Lotto spielen soll, denn ich würde in naher Zukunft gewinnen. (Scherz!) Interessiert bin ich auf jeden Fall, sowie die Aurafotografie auszuprobieren oder aus meiner Iris meine Altersgebrechen zu lesen.
Spannend, interessant und Augenöffend ist die Wohlfühlmesse in jeder Beziehung. Einfach mal hin und wer sich mehr mit den Themen beschäftigen möchte auch mal die Fachbuchhandlung in Gelsenkirchen besuchen, die als Veranstalter mit Sicherheit aufklären kann. Ich bin ja selbst gelernter Buchhändler.
Glück auf und bis zur nächsten Wohlfühlmesse – Seufz!
Ich geh mich jetzt mal entspannen auf meinem Massagestuhl und les das Buch über „Botschaften aus dem Jenseits“ von Stefan Hermkes
Stefan Hermkes, Medium und Spiritueller Coach
Wer mehr Literatur aus der Wohlfühlmesse heraus finden möchte, sollte die Buchhandlung Isensee in Gelsenkirchen aufsuchen. Sie ist dafür eine Fachbuchhandlung und hat fachkundiges Personal zu den Themen, die auf der Messe zu sehen und zu erleben waren:
HINWEIS: Für diesen Beitrag bekomme ich kein Geld von irgendwelchen erwähnten Anbietern! Das hier ist ein privater Besuch und zwecks Recherchen zum Thema „Wohlfühlmesse in Gelsenkirchen“ gewesen über den ich hier berichte.
Beeindruckende teure, wie auch günstige Reise-, Fahrrad- und Campingmöglichkeiten, hat die Messe Essen gezeigt. Ursprünglich war mein Anreiz die Fahrradmesse innerhalb der Reisen + Camping – Messe zu besuchen.
Der Blick durch den ein oder anderen Wohnwagen oder Reisemobil war sehr interessant und machte plötzlich Bock auf einen unabhängigen Urlaub mit Zelt, einfachen günstigen Campanhänger namens „Essen“ oder mit dem Holzfahrrad und einem Holzanhängercampwagen im Schlepptau, z.B. nach Skandinavien. Eine vielfältige Messe, die ich mit meiner Frau besucht habe und für euch ein wenig aufgenommen habe.
Video:
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Wer es luxuriös mag konnte für fast 700000 Euro beim schicken Bus von Morelo fündig werden, der direkt im Eingangsbereich des Messeeingangs stand. Drin waren wir nicht. Eine kleine neugierige Schlange bildete sich vor dem Wagen, die ich nicht filmte, weil wir weitergehen wollten.
LuxuswohnmobilWohnmobile
Ewa, meine Frau, war neugierig und blieb in einem Reisemobil sitzen und war nahe dran für eine 0 weniger ein Fiat-Reisemobil zu kaufen.
Ewa kauft fast einen PremiumwohnwagenSoll es das Fiat-Wohnmobil sein?
Nein, es war auch nicht der kleine Beachy, der es ihr angetan hatte, der wäre ja wenigstens unter 19000 € gewesen, sondern der daneben stehende Premium-Wohnwagen von Hobby mit Fahrradträger.
Beachy Wohnwagen
Frauen mögen es also gemütlich mit viel Platz, dachte ich sogleich. Aber es geht auch kleiner mit dem Reiseanhänger Modell „Essen“ für knappe 18000 €. Oben drauf kann ein Zelt gepackt werden. Es gibt eine Spüle und eine Vorrichtung für einen Fernseher. Das Zelt ist so breit, dass auch unten drunter gesessen werden kann, wenn die Sonne prallt oder Regen plästert.
Preis Sondermodell Essen
Sondermodell EssenZelt auf dem Reiseanhänger EssenEinsteig zum Zelt beim Essen
Campen muss man mögen. Durch die hauchdünnen Wände hört man jeden Furz von Außen. Campingstellplätze kosten mit dem Draufrechnen eines Preises für einen Wohnwagen oder Reisemobil plus Pflege, TÜV, erhöhte Benzinkosten mittlerweile fast so viel, wie ein Fünf-Sterne-Hotel für die gleiche Zeit.
Das war nur eine kleine Kritik. Ich finde, wer Spaß an einem Urlaub im Zelt oder Wohnmobil hat, soll es ruhig machen. Als Kind mochte ich das Prasseln des Regens auf dem dünnen Blechdach. Meine Eltern hatten einen Wohnwagen für das Wochenende direkt am Wesel-Datteln-Kanal. Wenn wir den weggezogen hätten, wäre er auseinandergefallen. Wir hatten schöne Tage dort verbracht. Es sind wunderbare Erinnerungen, die genauso wichtig sein können, besonders als Kind. Ein Campingurlaub für Kinder ist mit Sicherheit eine tolle Freiheit, als in einem beengenden Hotelzimmer. Wohnwagen sind auch eng. Aber geht ein Kind aus der Tür, ist es in der Freiheit. Und genauso fühlen sich die meisten, die Campen lieben. Und so kann ein Campingurlaub ohne auf das Geld zu achten eine erholsame besondere Art des Reisens sein von der viele immer gerne reden.
Campinganhänger der kleinen Klasse für knappe 17000 €
Wer auf die Gleichgesinnten auf einem Campingplatz trifft, findet auch gleich neue Freunde fürs Leben, feiert zusammen und liebt das gemeinsame Anstoßen mit einem Bier und Grillen von Steak und Zuccini.
Sauna für den Garten oder fürs Glampen
Das Glamping ist mittlerweile auch In. Campen luxuriös in schicken Chalets mit Whirlpool und Sauna. Hat wenig mit Camping zu tun in ihrer Ursprungsform, aber mit einer Mischung aus Ferienwohnung und Hotel in einer Anlage in der freien Natur. Wer es mag, wird mehr und mehr Angebote finden. Die Messe hat einige Anreize gezeigt. Die Sauna stammte von einer Firma aus Krefeld. Sozusagen umme Ecke.
Whirlpool zum Glampen – Hatte meine Badehose vergessen…
Fiat, Ford, VW und Mercedes liefern sich ähnliche Wohnmobile mit mehr oder weniger Luxus, das sich im Preis niederschlägt. Für ca 70000 ist ein neues Wohnmobil mit Küche, Bad, Bett, Sitzecke und natürlich Lenkrad und Getriebe ausgestattet. Manche sind so gebaut, dass der Hund ein spezielles Schlafplätzchen bekommt mit eigenem Zugang.
Wohnmobile sind total in. Früher hat man sich eher etwas in einem alten Transporter zusammengeschustert, Blümchen auf den VW Bully gemalt und ist losgefahren. Heute ist Luxus kein Problem mehr. Es gibt bezahlbare günstige Möglichkeiten mit wenig Luxus, aber funktionell.
Zwei Hallen waren für die inkludierte Fahrradmesse vorgesehen, denn es war ja eine Reisen und Camping-Messe. Fahrräder sind mittlerweile auch ein beliebtes Reisemittel. Liegeräder, schnelle E-Bikes, Lastenräder und auch schicke Mountainbikes oder amerikanisch angehauchte Harley-Fahrräder schmückten die Hallen.
Holland-E-BikesHarley-Rad
Claas, die Firma für Traktoren und Mähdrescher, suchte vor Ort nicht nur nach Beratern, sondern verkaufte in der gleichen patentierten Farbe Saatengrünrot Fahrräder. Mit Sicherheit waren die vom Agrardiesel befreit. Rechen hinten dran und übers Acker, ohne Subventionen. Wobei das Fahrrad kann von der Steuer abgesetzt werden. Also doch nicht so ganz ohne indirekte Subvention kaufbar. Schick waren sie. Sahen auch sehr stabil und schick aus in der Farbe. BMW macht ja genau das gleiche. Sie verkaufen auch Fahrräder, aber ohne Hinterradantrieb.
Claas ohne Agrardiesel
Pottbikes aus Essen hatte einen großen Stand und zeigte viele Fahrräder aus ihrer Verkaufshalle. An einem Stand konnte man 50% Rabatt für Räder bekommen. Es gab natürlich auch Ausstattung, wie Rucksäcke, Fahrradhalter, Klingeln, davon habe ich eine für mein Rad gekauft mit Bergbaumuseum bei Nacht drauf, Kleidung uvm.
Pottbikes
Short für die Reise- und Fahrradabteilungen in der Messe:
Die Reiseabteilung war mit allen Bundesländern vertreten und Regionen, wo immer schon starke Touristenströme zum Campen oder Radtouristik zu finden sind, wie Ostfriesland, Berchtesgadener Land, Eifel, Sachsen, Frankenland, Ostsee uvm. Aber auch das Sauerland und Radrevier Ruhr war vertreten, wo ich meine Visitenkarte hinterlassen habe.
Kreuzfahrten ohne Rad und Wohnmobil
In der vorletzten Halle waren noch besondere Putzlappen, Vorwerkstaubsauger, Strandkörbe, Luftkissensitze und ein Kajak, das in einem Rucksack verschwinden kann und aus Recyclingstoffen hergestellt wird.
Im Wohnwagen muss ja schließlich auch gesaugt werden und die Wohnmobile müssen gereinigt werden. Unsere Blicke blieben beim Luftsitz hängen für unterwegs. Sehr bequem und ganz einfach mit der Umgebungsluft aufgepumpt. Auch Kreuzfahrten konnten hier gebucht werden ohne Rad und Wohnmobil.
In der letzten Halle war ein Käsestand, Finnische Biere, Dänisches Eis, was wir leider wegen der Schlange und der wenigen Zeit, die uns noch blieb, nicht gegessen haben. Aber wir haben uns noch schnell bei Ruhrfeuer, die einen Imbisstand hatten, eine scharfe Currywurst reingezogen und ein allerletztes Fischbrötchen vom gerade schließenden Norddeutschen Fischstand ergattert statt Germknödel aus Österreich, was auch zu bekommen war.
Käsestand ohne Ende
Um 18 Uhr war Schluß. Wir sind um kurz vor 15 gekommen. Drei Stunden hat gereicht. Messen sind eh immer voll und anstrengend. Aber die meisten sind ab 14 Uhr wieder weg. Also nutzten wir als Ratschlag von einem Teilnehmer der Messe, die Nachmittagsstunden. Und es war wirklich nicht so voll mehr. Das ist nun ein Geheimtipp: Lieber erst ab 14 Uhr kommen und als letztes gehen. So macht Messe mehr Spaß!
Wir hatten unseren. Meine Frau Ewa, hat sich in den Luftsessel verliebt und gleich eins für uns haben wollen. Solange es kein Mann ist, ist mir das egal.
Bequem und gekauft
Und ich hab mich in das Holzrad mit Holzcampinganhänger verliebt:
Radcamping mit WoodyInnenausstattung des Woody
Glück auf und bis zur nächsten Messe, ob in Essen, Dortmund oder Gelsenkirchen. Eine kommt bestimmt!
Ingeborg Ader ist 91 Jahre alt. Erst kürzlich hat sie wieder ein Bild fertig gestellt, auch wenn die Hände es nicht mehr so können. Sie ist eine von mit Sicherheit vielen Künstlern, die für die Schublade malen bzw. gemalt haben, deren Werke der Öffentlichkeit nie gezeigt wurden oder gezeigt werden. Ich ändere es mit diesem Beitrag mit ihrer Erlaubnis.
Audio – Aufnahme mit ihrer Erlaubnis:
Ingeborg Ader vor ihrem zuletzt gemalten Kunstwerk (mittig)
Es gibt unterschiedliche Gründe, warum talentierte Künstler und Künstlerinnen ihre Werke nicht der Öffentlichkeit zeigen möchten. Ingeborg Ader hat mir erlaubt ihre in den letzten Jahrzehnten gemalten Bilder der Öffentlichkeit zu zeigen in meinem Blog.
Ihr Haus wirkt wie eine Galerie. Bunte Bilder, die entweder an Urlaubsorte oder vergangenen Zeiten erinnern, auch religiöse Motive hängen an den Wänden. Die Stilrichtung ist eine Mischung aus Impressionismus, Landschaftsmalerei und Naive Malerei. Das eine könnte ein Monet sein, das andere ein Chagall, aber es ist jeweils ein Ader.
Mit 50 fing Ingeborg Ader erst an zu malen. Sie hatte immer den Drang zu malen, hat es aber nie wirklich machen wollen oder können. Heute ist sie 91 und die Hände sind nicht mehr so willig, wie sie waren.
Der Lauf des Lebens macht vielen den Strich durch das Talent, was in einem schlummert. Die Erziehung von drei Kindern und einen Bergmann zu versorgen plus das Haus in Ordnung zu halten gingen vor. Da bleibt für einen selbst kaum Zeit. Doch irgendwann ist alles anders. Ingeborg Ader suchte nach einer Abwechslung. Das Malen war eine Möglichkeit aus diesem normalen Leben auszubrechen und ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen.
Von der oberen Etage bis in den Keller hängen Bilder, die auch in einem Museum hängen könnten. Ob das kleine Ölbild von Neuschwanstein oder das Abendmahl, das im Schlafzimmer hängt, neben jede Menge anderen Motiven.
Strandspaziergang der Eltern?
Ich bewundere die alte Dame, die von ihren Bildern schwärmt und fand es wichtig ihre Bilder zeigen zu dürfen. Vielleicht animiere ich dazu auch andere aus dem Schneckenhaus zu kommen. Einfach zeigen, was man kann ohne Scham. Ob es etwas wert ist spielt keine Rolle. Ob Anerkennung oder nicht, ist auch nicht wichtig. Der Wille es zu zeigen, was man aus Überzeugung macht, was Spaß macht oder Hobby ist, kann für den ein oder anderen auch zur Passion werden und sogar Berufung. Also keine Scheu!
Ingeborg Ader freut sich doch noch ein kleines bisschen Anerkennung zu bekommen von jemanden, der es wichtig findet diese Anerkennung anderen auch zu zeigen. So ist das Ruhrgebiet, so ist der Ruhrpottologe.
Sie hat ihren ersten Mann verloren an einem Tumor. Er war 24. Mit ihrem zweiten Mann und den Kindern aus der ersten Ehe hat sie eine glückliche zweite Jahreszeit fünfzig Jahre lang mit ihm gehabt.
Zum Malen kam sie über einen Krankenhausaufenthalt. Eine jüngere Patientin im Krankenzimmer war Grafikerin und Illustratorin und malte. Ingeborg Ader hat sich sehr für ihre Arbeiten interessiert. Die kranke Bettnachbarin animierte sie es doch auch mit Malen zu versuchen. Ingeborg Ader hat es sich nicht vorstellen können zu malen. Doch der innere Drang und die Neugier es auszuprobieren war größer.
Die gebürtige Essenerin fing mit Porträts an und arbeitete sich durch verschiedene Stilrichtungen. Sie entwickelte Spaß an der Kunst ohne daran zu denken die Werke zu veröffentlichen.
Erst mit meinem Besuch und meine Faszination ihrer Erzählung über die Bilder, die überall im Haus hingen, war sie bereit sich dafür zu öffnen. Bei meinem zweiten Besuch freute sie sich zu hören, dass nun ihre Freundin auf Gran Canaria die Bilder nun auch sehen kann, die sonst nur aus Telefongesprächen erfahren konnte, was tausende Kilometer entfernt in einem kleinen alten Haus einer alten Freundin so passiert.
In manchen Bildern sind schöne Urlaubserinnerungen abgebildet. Bottroper Motive sind ebenfalls zu finden. Die Hochstraße mit der Cyriakuskirche und dem Domcafé, worüber ich selbst meine Kindheit verbracht habe und groß wurde, bis ich 1995 nach Bochum zog. Wie klein die Welt doch ist.
Hochstraße mit Cyriakuskirche und Domcafe
Gaststätte Overbeckshof
Der Overbeckshof hatte immer große Hochzeiten ausgetragen. Der Stadtpark ist bis heute ein Hochzeitsmotiv, so auch ein Motiv ihrer Malarbeiten geworden.
Malen ist für Ingeborg Ader ein Hobby, aber vielleicht auch ein Festhalten schöner Erinnerungen, gerade, wenn das Leben nicht so rosig war und ein früher Tod eine Rolle in ihrem Leben spielte, der sie psychisch belastete.
Malen kann eine Katharsis sein für Menschen, ein Ausdruck, Innehalten, Meditation oder auch Mitteilen. Wer über sich hinauswachsen will, ohne einen geldlichen Hintergedanken zu haben, der kann genauso seine Bilder zeigen. Das heißt nicht, dass sie ohne Wert auch verkauft werden können, denn das wertet jedes Bild natürlich auf. Zu wissen, dass ein eigenes Bild irgendwo hängt.
Ob sie gut oder schlecht sind, das sollte niemand selbst beurteilen, denn Kunst beurteilen andere für sich. Die Betrachter entscheiden je nach Geschmack, ob es sehenswert ist oder nicht. In der modernen Kunst ist es wie mit Schuhen. Die einen sehen schick aus, sind aber nicht zu tragen. Die anderen sind klobig und nicht schön, aber sie haben eine Bequemlichkeit. So sind auch Bilder. Das eine ist für den anderen schön, mit dem anderen kann die weitere Person nichts anfangen. So ist es mit allen Dingen. Deswegen freue ich mich, dass ich die Kunst von Ingeborg Ader nach außen bringen konnte. Die Betrachter können entscheiden, ob sie es schön finden oder nicht.
Beachtlich ist jedoch trotzdem, dass Ingeborg Ader immer noch mit Freude malt. Und es ist toll, dass sie nun weltweit zu sehen ist in einer virtuellen Ausstellung bei mir dem Ruhrpottologen.
Aber einen bitteren Beigeschmack hat die ganze Sache, die ich entdeckt habe. Wenn Sie aus dem Haus raus muss – so hart es klingen mag: Lebendig oder Tod – so sind die Bilder, ihre Kunst, ihre Gedankenwelt mit dem Pinsel aufgemalt in Gefahr. Sie wandern, wie so vieles, was die Nachkommen nicht selbst an die Wand hängen können oder wollen und keinen geldlichen Wert besitzt im Container und somit in den Müll.
Ich beziehe das auf meine eigene Situation und die vieler Nachkommen. Denn es ist wichtig die persönlichen Dinge, egal in welchem Verhältnis man mit den Vorfahren selbst zu klären. Die Dinge, die ungewöhnlich sind, eine Erinnerung haben oder durch die Hand der Person gegangen ist, wohlwollend zu betrachten und genau zu überlegen, ob es doch nicht sinnvoll ist, es zu behalten oder jemanden zu geben, der Spaß daran hat. Dabei kann man mit Gewissheit sagen, dass es jemand bekommt, der Spaß daran hat, wie z.B. eben sich ein Bild aufzuhängen oder einen Kerzenständer hinzustellen oder den alten Sessel zu benutzen, die sonst alle auf den Müll landen würden.
Ich möchte hiermit einen Aufruf an die Nachkommen machen, darüber nachzudenken, ob es nicht schöner ist, diese Bilder oder einfach irgendwelche Dinge aus einem Haushalt der Vorfahren dann der Nachwelt weiterzugeben. Dieser Aufruf gilt für alle Nachkommen von talentierten Künstler und Künstlerinnen, die ihre Werke im Hausflur, Dachboden oder in der Schublade hängen und liegen haben. Vielleicht einfach für kleines Geld anbieten, das gespendet werden kann, damit es einen Wert hat. Denn jedes einzelne Kunstwerk, ob von Ingeborg Ader oder jemand anderer, der oder die für die Schublade gemalt, geschrieben, gedrechselt, gebaut, gedruckt, gestickt oder gehäkelt hat, sollte gewürdigt werden.
Es muss nicht nur ein Van Gogh überdauern, dessen Kunst zu Lebzeiten nichts wert war, sondern auch ein Stück von unbekannteren Menschen, damit sie in Erinnerung bleiben, so wie die gemalten Bildern von Erinnerungen an Urlaub, Gedanken zur Religion oder Natur von Ingeborg Ader in Szene gesetzt wurde. Und wer weiß, vielleicht ist eins der Bilder von Frau Ader in 100 Jahren 100 Mio Euro wert, wenn es diese Währung noch geben wird.
Ein besonderes Bild ist mir selbst in Erinnerung geblieben, nicht von Frau Ader, sondern von einem Künstler, der schon lange unter der Erde liegt. Ein unbekannter Künstler, ein Schlesier, der in der Nähe von Verdun im ersten Weltkrieg gekämpft hat für die Deutschen, während der Bruder auf der französischen Seite für die Unabhängigkeit Polens kämpfte. Das Bild zeigte eine zerstörte Kirche. Das Bild war grün und grau. Es strahlte eine Besonderheit aus. Irgendwie war in dieser Besonderheit eine gewisse Ruhe trotz der pausenlosen Kampfhandlungen zu sehen.
Ich spürte, dass es eine Beruhigung für den Maler war, gerade dieses Motiv zu wählen. In den schrecklichen Kriegstagen eben an einen Gott zu glauben und ein Leben nach dem Tod statt in diesen Schlachtfeldern. Das Bild habe ich leider nie fotografiert und als ich es wollte, ist die Person, der Großneffe des Malers leider verstorben, so dass ich das Bild nie wieder sehen konnte. Er war ein Mann, der den Vater von Lukas Podolski seit Kindheit kannte und in Polen vor der Auswanderung in den 1980ern besondere Fußballer selbst trainiert hatte. Wo das Bild gelandet ist, weiß ich nicht. Doch ich hoffe, dass es eben nicht auf dem Müll gelandet ist, denn gerade dieses Bild zeigt, wie wichtig es ist, darüber nachzudenken. Ich hätte mir das Bild mit dieser Geschichte an die Wand gehängt.
So wünsche ich Ingeborg Ader noch viel Lebenszeit, um weitere Bilder zu malen, die vielleicht der ein oder andere irgendwann selbst an der eigenen Wand sehen möchte!
Glück auf!
Bildergalerie
Copyright Fotos André Brune – Copyright der Bilder Ingeborg Ader
Im Sommer rief der RVR, der Regionalverband Ruhr zu einem Fotowettbewerb in Instagram auf. Die Gewinner der Ausschreibung sollten in einen Kalender für 2024 zusammengefasst werden und in eine Ausstellung im RVR – Begegnungszentrum Haus Ripshorst kommen.
Der Hintergrundgedanke von Wettbewerb #meinegrüneinfrastruktur ist der Strukturwandel des grauen Ruhrgebiets zur grünsten Industrieregion der Welt. Die Fotografien sollten sich im Motiv damit auseinandersetzen und zeigen, wie grün es hier wirklich ist, trotz Bebauung und Industrie. Ein Foto von mir landete auch in dieser besonderen Foto-Ausstellung.
Kalender Perspektiven aus der Metropole Ruhr
Mein Foto hat es wegen der vertikalen Variante leider nicht geschafft in den Kalender zu kommen, weil alle Kalenderfotos horizontal sein sollten. Dennoch war meins neben weiteren sieben Fotografien so gut, dass sie in der Ausstellung zum Kalender auch ausgestellt wurden.
Ich bekam eine Einladung zur Vernissage, die von der Beigeordneten für den Bereich Umwelt und Grüne Infrastruktur beim Regionalverband Ruhr Nina Frense mit einer schwungvollen Rede eröffnet wurde. Wobei ich gestehen muss, dass ich mit meiner Frau nur die letzten Sätze mitbekommen habe. Durch den Stau und den Umweg um 16 Uhr pünktlich zu sein, kam ich mit meiner Frau erst um 16.35 Uhr an.
Wir haben wenigstens die letzten Worte und den Spieß mit Tomaten mit Fetakäse nicht verpasst, der mir natürlich nach dem Einschmieren mit Balsamicoessig über den Daumen rollte und meine Hand total verschmierte.
Mit anwesenden Fotografen und Fotografinnen konnten anregende Gespräche geführt werden, wie sie entstanden sind. Um 18 Uhr löste sich die Gesellschaft im Dunkeln auf.
Ein kleine Video und ein paar Fotografien der Ausstellung sollen hier eher den Besuch des Haus Ripshorst in Oberhausen anregen, das in einer schönen grünen Landschaft liegt und über die Natur im Ruhrgebiet aufklärt. Aus dem nebenan stehenden Honighaus kann Honig gekauft werden.
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Über die Geschichte des Hauses Ripshorst berichte ich ein anderes Mal. Es ist ein altes Gutshaus aus dem Mittelalter. Ein Besuch lohnt sich definitiv, um sich die Fotos von nahem anzusehen und durch das Grün zu laufen.
Ich war bewegt ein Foto dort von mir liegen zu sehen und bedanke mich in dieser Form nochmal bei dem Regionalverband Ruhr, dass ich dort auch mit einem Bild vertreten bin.
Ich komme auf jeden Fall zur Ausstellung nochmal und schau mir bei einer Wanderung um das Gelände alles genauer an, denn es war nass und dunkel, als wir herauskamen.
Mein Foto von der Hummel an der Schiene im Westpark in Bochum ist dafür in meinem Bochumer Kalender 2024 gelandet.
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Ein Mann sieht Orange – Die Kunst, eine Farbe ins Spiel zu bringen – Eine Ausstellung der besonderen Orange
Nolin Wischermann vor seiner Ausstellung Orange.Bottrop
Nolin Wischermann liebt seine Heimatstadt Bottrop, aber noch mehr die Farbe Orange. Im Jahr 2022 hat er gemeinsam mit Ralf Opiol und Konstantin Karras den Bottrop.Art.Award ins Leben gerufen, um Bottroper Künstlern einen Preis zu verleihen, den es in dieser Form zuvor nicht gegeben hatte. Mittlerweile mutierte er zum Bottroper Kunstpreis.
Von den ausgestellten Künstlern angesteckt, begann er in seinem Atelier mit Farbspraydosen zu experimentieren und erschuf erste Graffitibilder.
Er drückte auf den Sprühknopf, drehte die Bilder, ließ die Farbe vor dem Antrocknen noch etwas zerfließen und schuf so einzigartige Kunstwerke. Diese wirken wie fliegende Luftballons, Stecknadeln auf einem Kopfkissen oder ein variabler Stadtplan mit buntem Baumbestand. Orange und Grün sind dabei die vorherrschenden Farben.
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Die ungewöhnlichen Titel wie „Homogenität“ und „Heterogenität“ regen die Fantasie dazu an, etwas anderes zu sehen. Geht es um Gene, Genialität oder Genitalien?
Es lohnt sich also, genauer hinzuschauen, um zu verstehen, was sich Nolin Wischermann überlegt hat, auf die Leinwand zu sprühen.
Im Bild „Aufstieg“ ist deutlich eine zerfließende Treppe zu erkennen, während am Horizont die Sonne scheint. Das Leben mit seinen Erfahrungswerten zerfließt am Punkt ins Nirgendwo. Ein blasses Gedächtnis oder ein Schatz beim Aufstieg ins Nichts. Unten irritiert ein orangefarbener Streifen, der seitlich nach links fließt. Er kann den Einfluss von außen oder den Beginn eines neuen Lebens symbolisieren. Muss es aber nicht.
Aufstieg (c) Nolin Wischermann
In der Reihe „orange.art“ dominieren die Farben Orange und Schwarz. Hier wird mit den Farben und dem Hintergrund gespielt. Betrachter mögen es schön finden oder nicht, es einordnen können, sich etwas vorstellen oder einfach kopfschüttelnd weitergehen.
orange.art #02 (c) Nolin Wischermann
Das Kreuz in „#03“ hat in der Mitte einen zerfließenden, braunen Sprühklecks bekommen. Ist es ein rostiger Nagel, der vielleicht die Kirche in ihrer jetzigen Form kritisiert, als rostige, alte, verkommene Institution oder einfach nur ein Verbindungsstück? Fantasien und Interpretationen sind keine Grenzen gesetzt.
orange.art #03 (c) Nolin Wischermann
Im Bild „#04“ fällt sichtlich ein oranger Komet durch das dunkle Weltall.
orange.art #04 (c) Nolin Wischermann
Die Graffiti-Kunst von Nolin Wischermann ist eine Suche, die nicht klar abgegrenzt ist. Punkte sind eingegrenzte Kreise, aber sie zerfließen nach außen.
graffiti.art untiteld #078 (c)Nolin Wischermann
Das Spiel mit Grün oder Braun zeigt auf manchen Bildern einen Wald oder Hirnströme, die in schwarzen Wellen über den orangefarbenen Hintergrund fließen und zerfließen. Ein orangefarbener Komet fliegt durch den schwarzen Weltraum oder eine orange Raupe zerfließt auf einem unscharfen dunklen Hintergrund.
Extrovert (c) Nolin Wischermann
Punkte, die zerfließen, lassen sich prägen. Punkte sind ein Schlusspunkt, setzen jedoch beim Künstler keinen, sondern geben die Möglichkeit ein anderes Ende zu überlegen. Damit zeigen die Bilder, dass nach einem Punkt auch ein Weitermachen und Weiterdenken möglich ist.
orange.art #06 (c) Nolin Wischermann
Ein zerfließendes Kreuz ist nicht das Ende. Die geometrische Form aus der Mathematik zeigt ein Ende, Kunst zeigt einen Neuanfang und die Unendlichkeit der Wahrnehmung und Farbkonstellationen. Ein Gedankenstrich, der zerfließt, ist ein flüchtiger Gedanke. Mehrere Punkte in verschiedenen Farben können je nach Herkunft der Gedanken aus der Dunkelheit Licht bringen oder umgekehrt. Die Bilder sind in der Tat eine Herausforderung für die Betrachter, aber sehenswert. Sie stehen für den Anfang einer Kunstform, die Nolin Wischermann irgendwann auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt machen kann.
graffiti.art untitled #057 (c) Nolin Wischermann
Orange ist Nolins Lieblingsfarbe und wurde zu seinem Markenzeichen, ähnlich wie andere Künstler bestimmte Farben, einen roten Faden oder wiederkehrende Symbole in ihre Werke integrieren. Es entstanden bereits bekannte Werke wie „Aufschwung“, „Wagemut“ und „Gegenwehr“, die nicht nur in der Popup-Galerie hängen, sondern auch schon in der Jahresausstellung des Josef-Albers-Museum Quadrat 2022 zu sehen waren.
Bilder aus der Jahresausstellung im Museum Quadrat 2022
In kurzer Zeit hat Nolin Wischermann durch einen Kunstvirus über 150 Motive geschaffen. Ein kleiner Teil davon ist nun in der Popup-Galerie ausgestellt worden. Er wollte sich selbst beweisen, dass er mehr kann. Stadtbekannte Motive, bei Sonnenschein fotografiert, hat er mit einem orangefarbenen Horizont verfremdet. Orange füllt den Hintergrund städtischer Denkmäler, bekannter Skulpturen und der Rathausturm.
orange.sky von Nolin Wischermann
Blaue Himmel werden durch Orange ersetzt, was die Fotos wie Szenen vom Mars wirken lässt. Orange dominiert die Fotografien, verleiht den Motiven aber eine wärmere Wirkung und spiegelt sie in einer anderen Originalität wider. Das Grau der Stadt und die negativen Aspekte der letzten Jahre werden farblich in den Bildern ad acta gelegt. Die Bilder erwärmen die Wände schon beim Betreten der Ausstellung in der Popup-Galerie in Bottrop, Hansastraße 17.
Eingangsbereich Popup-Galerie
Manche denken an die 1970er Jahre, in denen Orange- und Brauntöne vorherrschten und vor einigen Jahren als Farbe in Kleidung, Wandfarbe oder Wohnmöbeln, wie zum Beispiel einem Stressless-Sessel, wiederbelebt wurden. Die Farbe wertet langweiliges Weiß mit einem Knall auf. Orange ist auch meine eigene Lieblingsfarbe, nicht umsonst trage ich eine orange Alltagsbrille. Ich war beeindruckt von der kurzen Zeit der intensiven Auseinandersetzung mit seinen Ideen, der Umsetzung und der Farbnutzung in seinen Bildern.
Die Fotos aus seiner Serie „orange.sky“ zeigen klar, wo sein Herz hängt: seine Heimatstadt und die Farbe Orange. Orange.Bottrop ist auch der Aufhänger der Ausstellung. Nolin Wischermann kommt aus dem Marketingbereich und hat klare Vorstellungen darüber, was mit seinen Bildern gemacht werden kann. Auf Bierdeckeln oder größeren quadratischen Kacheln, dem Ehrenbürger Josef Albers gewidmet, hat er seine Motive drucken lassen, um sie als kleine Bilder in die Wohnungen der Bottroper zu bringen für kleines Geld.
Verkaufstisch von Nolin Wischermann
Zusätzlich hat Nolin Wischermann in seiner vierwöchigen Ausstellung acht Gastkünstler eingeladen, die alle die Aufgabe hatten, die Farbe Orange in die Motivsuche einzubeziehen.
orange.sky (c) Nolin Wischermann
Das Bild von Fabian Skowronek zeigt mit einer orangefarbenen Krone einen bekannten Rapper, der einen Traum gelebt hat (@ivematic).
it was all a dream (c) Fabian Skowronekit was all a dream (c) Fabian Skowronek
Ralf Opiol hat in seiner neuesten Collagenarbeit eine eher traurige Stadtgeschichte in einen kleinen Rahmen gebracht: Der Aasgeier, das Apothekenzeichen, ein orangefarbener Krebs und das Wort „Stadt“ sagen alles über den Skandal des Apothekers aus, der noch in Haft sitzt. „Haftnotiz“ hat in einem kleinen Rahmen den kompletten mehrjährigen Skandal geschafft. Ein Bild, das innerhalb der Ausstellung als erstes verkauft wurde und mit Sicherheit noch für Aufsehen sorgen wird (@metropiol).
Fabian Mende hat auf dem Weihnachtsmarkt von Münster oranges Licht fotografisch eingefangen. Das Foto zeigt die Spiegelung eines Baukrans oder einer Weihnachtsbude. Doch beim Betrachten sind es, wie der Titel schon sagt, Treppen in Reflektion. Oder einfach Stairways to Heaven/Treppen zum Himmel? (@der.mende).
stairs in reflection (c) Fabian Mendestairs in reflection (c) Fabian Mende
Caro Kernspecht zeigt auf ihrem Bild eine im orangefarbenen Horizont endende Landstraße. Das kann das Ende sein oder ein Weg nach rechts oder links, den wir im Leben wählen können. Am Horizont gibt es immer eine Wahl zu sehen. Oder einfach nur der Sonnenuntergang am Firmament. (@caro_._art).
Caro Kernspecht vor ihrem Kunstwerkorange hour (c) Caro Kernspecht
Gilda Bräuer stellt in ihrem Rahmen die Frage „Would all this be true, if I didn’t care for you?“. Kunstvoll wird ein Stück Jeansstoff mit orangefarbendem Garn eingerahmt auf dem die Frage „Wäre das alles wahr, wenn ich mich nicht um dich kümmern würde?“ Eine private oder eine politische Frage? Die Antwort liegt in der Kunst die Frage selbst zu beantworten. (@gilda_braeuer).
i didn´t care (c) Gilda Bräuer
Marcel Häselhoff hat auf vier orangefarbenen Bierdeckeln das alte Bottroper und das Kirchhellener Stadtwappen, das Tetraeder und Rathaus in schwarz verewigt (@marcel_hazel_1990 / @the.hazel.perspective).
Carsten Breuer führt seine Motivauswahl des Hollywoodkinos fort. Auf seinem türkisorangenen Bild ist nicht leicht erkennbar Meryl Streep, die wie Mephisto die Betrachter anschaut. Ich konnte sie jedenfalls nicht sofort erkennen. Aber das Bild zeigt mir eine wandlungsfähige Schauspielerin, die ihresgleichen sucht. Dennoch hat das Bild keinen Titel. (@carstenbreuerarts).
untitled (c) Carsten Breuer
Am Schaufenster stehen benutzte orangefarbene Sprayflaschen des Künstlers.
Spraydosen von NW
Insgesamt handelt es sich um eine sehenswerte Ausstellung, die noch bis zum 31. Januar läuft, mit verschiedenen Aktionen und einem Künstlerdialog.
Öffnungszeiten:
Januar 9-13 Uhr + 20-22 Uhr Bottroper.Bier & Kunst mit DJ timo k
Wer von Orange nicht genug bekommen kann und sich für Zuhause Bottroper Motive mit Sonnenuntergangsstimmung an die Wand hängen möchte, kann über 150 Motive auf der Internetseite finden: https://nolinwischermann.art. Dort gibt es Drucke der Fotografien auf 5 mm Leichtschaumplatten in den Größen 10×10 cm, 20×20 cm und 30×30 cm in der bekannten Sonnenuntergangsstimmung sowie in Schwarz-Weiß.
Oder vielleicht wird es ja auch ein Graffiti-Bild das die Fantasie anregt und auf der langweiligen Wand farbliche Muster versprüht.
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