Bratapfel ist sonst nicht so mein Ding, aber der Kuchen von Ewa Sliwka in ihrem Golden Café war ein Gedicht
Mitten in der schwierigen Phase von Pandemie und Lockdown schwimmt Ewa Sliwka gegen den Strom und eröffnet den langgehegten Wunsch ein Café zu eröffnen.
Im kleinen Innenbereich können leckere selbstgemachte Kuchen, Torten und Waffeln verschnabuliert werden. Ab 9 Uhr von Montags bis Samstags können frische Brötchen und Croissants mit Wurst und Käse verspeist werden.
Das kleine gemütliche Café auf der Gladbecker Straße 12 liegt zwischen der Fußgängerzone und dem Übergang zum ZOB (Zentraler Omnibus Bahnhof) von Bottrop.
Ich hab den Bratapfelkuchen sehr genossen und die Superhuperkaffeemaschine macht einen heißen süffigen Kaffee.
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Wer mal einen neugierigen Abstecher in die Bottroper Innenstadt macht, um sich die leeren Schaufenster des musealen Karstadt-Gebäudes anzusehen oder die historisch lange Baustelle des Hansa-Centers, der sollte zumindest das Quadrat, das besondere weltweit bekannte Kunst- und Heimatmuseum besuchen.
Bratapfelkuchen – LECKER
Anschließend in der GLA (Gladbecker Straße), wo eine kleine Vielfalt verschiedener Kneipen und Restaurants, den Gaumen auf unterschiedliche Art und Weise benetzt werden können, auf jeden Fall vorher lecker Kaffee und Kuchen bei Ewa Sliwka genießen.
Wer im Ort arbeitet, wie schon mal auch meine Frau Ewa als Übersetzerin und Dolmetscherin, kann bei der herzlichen Inhaberin Ewa neben dem Besuch und Genuß einen netten Plausch machen.
Speisen können auch mitgenommen werden. Im Café sitzt man sehr heimelig, aber auch draußen ist ein kleiner Bereich zum Genießen eingerichtet.
Studentenrabatt 10% bei Golden Cafe
Wenn ich Zeit habe, bin ich auch dort zu finden. Der Beitrag ist einfach eine POTTEmpfehlung ohne Aufforderung oder bezahlte Werbung von Ewa Sliwkas Seite.
Ich war mit Ralf Opiol nach dem Besuch des Quadrat kurz vor der Schließung dort und machte das Video spontan mit Genehmigung.
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Die Vorweihnachtszeit ist immer so stressig. Ist nicht weihnachtlich dekoriert worden, wie bei Bert Dussel, dann vergisst man auch welche Feiertage bevorstehen:
Youtube-Video:
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Ewa & André Brune von BigosKraut wünschen Frohe Weihnachten auf Polnisch = Wesołych Świąt in einem Bonus Video, bevor das ursprünglich vorgesehene zweite kommen sollte.
Wir erzählen auch etwas über Heinzelmännchen und Wichteln in Deutschland und Polen.
Zum Youtube-Video:
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Wie feiern die Ukrainer in den verschiedenen Landesteilen Weihnachten?
Im Westen der Ukraine leben mehr katholisch Gläubige. Sie feiern, Weihnachten, wie in Deutschland am 24. bzw. 25.12. nach dem Gregorianischen Kalender.
Im Osten der Ukraine leben mehr orthodox Gläubige Christen. Sie feiern nach dem Julianischen Kalender am 6. bzw. 7.1. Weihnachten.
So feiert man in der Ukraine sogar zwei Mal Weihnachten.
Zum Podcast:
Mehr Informationen zur Geschichte des im 16. Jahrhundert entstandenen Gregorianischen Kalender, der die im Laufe der Jahrhunderte verschobenen Jahreszeiten wieder in eine rechnerischen richtigen Bahn reformiert hat: Gregorianischer Kalender – Wikipedia
Mehr Informationen zur Geschichte des Julianischen Kalenders, der auf eine Einführung 45 v. Chr. von Julius Cäsar basiert:
An dem besagten Weihnachtstagen gibt es ein besonderes traditionelles Essen, das aus 12 Gerichten besteht. Den Quellen nach zu urteilen ist die Zahl 12 mit den Aposteln Jesus zusammenhängend, aber eine richtige Einordnung kann nicht bestätigt werden. Es können auch die Monate sein.
Dazu gehört ein besonderer Brei: Kutja
Bei Kinder ist es sehr beliebt. Es besteht aus gekochten Weizenkörnern, mit Zucker gemahlenen und eingeweichten Mohnkörnern und nach Geschmack zusätzlich mit Walnüssen, Rosinen und Honig. In verschiedenen Regionen wird auch Reis oder Gerste statt Weizen benutzt.
Eine etwa einstündige sowjetische Verfilmung von Nikolai Gogols Geschichte „Die Nacht vor Weihnachten zeigt wie in der Ukraine traditionell Weihnachten gefeiert wird.
Die weltweit bekannte Komposition „Schtschedryk“ ist ein altes ukrainisches heidnisches Volkslied.
Allein durch den Film „Kevin – Allein zu Haus“ wurde das Lied so berühmt und mittlerweile in unzähligen Varianten in Youtube zu finden. Es gibt die Muppets, Gregoriansche Chöre, Angelo Kelly, kürzlich im Dezember 2022 einem an der Grenze der Ukraine stehenden NATO-Chor und viele andere Interpreten, die das Lied auf ihre Art und Weise vertont haben.
Es geht in der Geschichte des altes Volksliedes um eine Schwalbe, die zu einem Wirt fliegt. Sie ruft ihn, damit er auf seine Schafherde schaut, die plötzlich viele Lämmlein geboren haben. Der Wirt wird dadurch sehr wohlhabend.
Gespielt wird das Lied alte Volkslied der Bauern zum alten Neujahrsfest nach altem Stil des Julianischen Kalenders am 13. Und 14. Januars. Der Tag heißt Schtschedryi Wetschir, übersetzt großzügiger Abend, weil an dem Tag nach der Fastenzeit alles auf dem Tisch stehen darf, auch Fisch und Fleisch. An diesen Tagen wünscht man einander Gesundheit, Wohlstand und gute Ernte
Stadtsportbund lädt zum "gesunden" Müllsammeln ein
Am 3.12.22 rief der Bochumer Stadtsportbund zu seiner Plogging-Aktion auf. Ich habe mich einfach mal mit angemeldet. Musste wieder was gut machen, nachdem ich länger aus Zeitgründen beim Bottroper Verein Waldfegen nicht mitmachen konnte. Und hier war es mal bei mir umme Ecke.
Sinnvolle Aktion „Gesund durch Bewegung in Wattenscheid“
Der Stadtsportbund Bochum hat das zu einer sinnvollen Aktion gemacht. Das Projektbüro des Stadtsportbundes Bochum e.V. mit dem Ansprechpartner Hendrik Straub hat speziell für Wattenscheid „Gesund durch Bewegung in Wattenscheid“ die Ploggingaktion initiiert und organisiert für mehr Bewegung vor Ort.
Der Umweltservice Bochum, der scheinbar mehr Pause macht als in die nahe Natur zu gehen, um auch da mal sauber zu machen, wo in den Gebüschen Müll rumfliegt, könnte auch etwas für seine Müllgebühreneinnahmen tun. Wenigstens hat er Müllsäcke und unhandliche Holzgreifer, wie übergroße japanisches Essstäbchen, zur Verfügung gestellt, denn er unterstützt gern die kostenlosen Helfer, die ihre Arbeit aus Überzeugung tun. Am Abend haben sie die zwei entstandenen Müllhaufen bis auf die Reifen und einiges an Bauschutt, die von mir gefundenen Schilderhalter des BVS und den Kaufland-Einkaufswagen stehen gelassen. Den Einkaufswagen habe ich noch zum nahe gelegenen Supermarkt weggebracht, damit er nicht wieder zweckentfremdet wird.
Rund 30 Personen aus den unterschiedlichsten Vereinen kamen vorbei um den Stadtsportbund zu unterstützen, u.a. Sportler vom Fechtverein aus Bochum-Linden. Die Presse war nur die ersten Minuten für ein Interview da und nicht mehr am Ende. Das habe ich dann zusammen als Video und diesen für mich wichtigen Beitrag gefriemelt und als Abschluss für die schöne Aktion dem Stadtsportbund und den Müttern mit ihren Kindern abmoderierend gewidmet.
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Plogging entstand 2016 durch Erik Ahlström in Schweden und entwickelte sich zu einem weltweiten Phänomen. Es ist eine Mischung aus Jogging und ‚Sich-Nach-Müll-Bücken-und-Mitnehmen‘, also ein Rundum-Sport mit einem guten Zweck. Die Bewegung ist neben Laufen, auch Rückentraining durch Bücken, Fingertraining durch Fassen, Muskeltraining durch Hochheben. Augentraining ist mit eingeschlossen, um den Müll zu finden.
Ploggen ist ein Mischwort aus dem Schwedischen „plocka“, was soviel wie „aufheben, pflücken“ übersetzt heißt. Mit Handschuhen, Eimern und diversen Aufsammelgeräten wird beim Laufen die Landschaft von Müll befreit. Täglich sind geschätzt 2 Mio Plogger weltweit unterwegs für einen guten Zweck in die Joggingschuhe zu schlüpfen. Es gibt mittlweile viele Ploggingveranstaltungen, um noch mehr Menschen zu reaktivieren neben dem Sinn darauf aufmerksam zu machen, dass es nicht gut ist Müll in die Landschaft zu schmeissen, sondern auch etwas für die Bewegung zu tun.
Da denkt man, dass in Schweden alles schön ist und die Menschen so nett. Alles Klischee. Die schmeißen auch Müll in die Natur. So gibt es da allerdings eben die Naturschutz-Jogger, die einfach angefangen haben sich beim Laufen nach Müll zu bücken und diesen in den nächsten Mülleimer zu entsorgen, was andere eben nicht getan haben.
Mittlerweile gibt es auch die anderen Formen im Sport. Plogging als olympische Sportart einzuführen, wäre so gesehen auch eine Maßnahme. Während der Spiele fliegt da auf den Geländen der teilnehmenden Städte so viel Müll rum. Wäre mal eine positive olympische Maßnahme für mehr Aufmerksamkeit und Sensibilisierung. So könnte eine Olympiade an der Küste von Indonesien stattfinden, wo auch deutscher Grüner Punkt Müll landet und Kinder gefährliche Dämpfe einatmen, von dem Zeug, was da so ins Land reingespült wird….
Haufen nach 30 Minuten Ploggen plus Reifen – Foto: André Brune
„Sportvarianten“ von Plogging
Das Pliking wurde vermischt aus dem Englischen „hiking“ und dem schwedischen „plocka“ zum „Müllwandern“, also das Aufsammeln von Müll auf den Wanderwegen. Dann gibt es noch das Plalking oder Plaking, das mit Walking zu tun hat, das langsame Müllaufsammeln. Beim Plycling ist das Aufsammeln mit dem Fahrrad gemeint. Anhänger wäre sinnvoll, um kleine wilde Müllkippen aufzusammeln. Bei Strawkling, aus „Strohhalm“ und „snorkeling“ wird beim Tauchen oder Schnorcheln unter Wasser liegender Müll aufgesammelt. Wenn man einmal eh schon sich den schicken abgestorbenen Atoll anschauen möchte, kann das auch gleich mitgenommen werden, was da so landet und schuld ist, das fischiges Leben dort unmöglich geworden ist. (Quelle: Plogging – Wikipedia)
Alte Arbeitsschuhe – Foto: André Brune
Neue Sportvariante „Berrystandling“
Jetzt mal im Ernst. Ich habe Berrystandling gemacht. Ich bin stehen geblieben am Müllabladeplatz und habe gesammelt. Ich habe nur fünf Meter weiter mich in die Brombeerhölzer begeben statt rumzuploggen, weil ich da mehr Müll gesehen habe, als ich beim Laufen hätte entdecken können. So gesehen hab ich Berrystandling gemacht. Ein neue Mischung der Wörter „In die Brombeeren gestanden und Müll gesammelt“. Später hab ich noch durch eine nette Helferin Unterstützung bekommen.
Da lagen Reifen, Sonnenschirm, Ölkanister, Schuhe, Kondom, Lackspray und vieles andere an Hygienepackungen, Getränkedosen, Flaschen Bier und Knisterfolien von der Großkonzernmarke aus der Schweiz.
Sonnenschirm mitten inne Gebüsche – Foto: André Brune
Die Plogger haben an den Wegen um den Förderturmbereich der Zeche Holland insgesamt 2 Berge Müll sammeln können. Ein trauriges Bild von diesem kleinen Radius der Sammelaktion, das leider immer noch zu den Stadtbildern der Welt gehört.
Ich fand auch vom Baustellen-Verkehrssicherheits-Service (BVS) GmbH schwere Schilderhalter, die einfach von der letzten Baustelleneinrichtung vergessen wurden mitzunehmen. Zählt das keiner durch? Unglaublich, da wundert man sich das der Bundesverkehrsminister sagt, dass es nicht genug Schilder gibt für die Einführung des Tempolimits. Das ist gelogen! Es sind die Aufsteller, die irgendwo in der Landschaft liegen geblieben sind. (Scherz!)
Kritik an das Grünflächenamt der Stadt und den USB
Die Leute vom Grünflächenamt allerdings sollten da auch mal genauer sein und nicht nur mit einer Maschine durchgehen. Es ist nun schon das zweite Mal, das ich sehe, wie Grünschnitt Wege frei macht im Herbst und dann der Müll des Sommers oder Jahre frei legt. Aber dann kommt kein USB (Umweltservice Bochum) oder in den Städten jeweils die vom Bürger von Steuergeldern bezahlten Müllsammlerfirmen. Da muss mehr Zusammenarbeit sein und die Zuständigkeit vermischt werden!
Heute sieht es so aus: Es werden Vereine gegründet, die dann das Aufsammeln und Bereitstellen der Müllsäcke organisieren. Das ist aber eigentlich die Aufgabe einer Stadt, die dafür Geld bekommt, die Wege und Grünflächen sauber zu halten. Ich äußere nur meine Kritik. Die fängt ja allein schon an, durch den gestiegenen Verpackungswahn nach der Einführung des Grünen Punktes. Denn dadurch stieg das Müllvolumen eindeutig, so dass die Müllberge so groß wurden, dass die Müllverbrennungsanlage mit der thermischen Verwertung vor das Deponieren von Müll gesetzlich verankert wurde, weil es schlicht und einfach keinen Platz mehr gibt in Deutschland und keiner mehr eine neue Deponie vor der Haustüre haben möchte.
Ich weiß als Ver- und Entsorger, Fachrichtung Abfall, wovon ich rede. Ich weiß, dass der Verpackungsmüll so oder so meist verbrannt wird, weil er nicht recyclefähig ist. Die Verpackungen sind aus Kunststoff, das aus Öl entstanden ist. So gesehen ist der extra in den gelben Tonnen gesammelte Verpackungsmüll einfach gutes Brennmaterial und billiger als Öl zu kaufen, um die Heizkessel einer Müllverwertungsanlage, wie es heute heißt, am Leben zu halten.
Müll gesammelt – Foto: André Brune
Kein Spielplatz am sozialen Treffpunkt Förderturm Zeche Holland
Vor Ort habe ich ja noch ein anderes Problem erzählt bekommen. Die Angestellte des Kumpeltreffs an dem Förderturm der Zeche Holland, teilte mir mit, dass viele Mütter mit ihren Kindern dort gerne sind. Aber sie bemängeln, dass es hier keinen Spielplatz gibt. An die Erwachsenen, die gerne Boule spielen, wurde jedoch gedacht. Die Bahn allerdings ist kaum zu sehen.
Förderturm Zeche Holland – Foto: André Brune
Bürgerantrag stellen
Wenige Bürger und Bürgerinnen wissen, dass es in der Demokratie einer Stadt die Möglichkeit gibt, einen Bürgerantrag zu stellen für Verbesserungsvorschläge. Das jeweilige Amt muss es prüfen und dem jeweiligen Ausschuss den politischen Gremien vorlegen. Dadurch kann es dann zu einer Ablehnung oder Annahme des Antrags kommen. So stelle ich einen Bürgerantrag als Bochumer für den Bereich des Förderturms Holland zu prüfen, ob eine Einrichtung eines Spielplatzes für die Kinder als neue Begegnungsstätte der Wattenscheider Bevölkerung eine Möglichkeit wäre. Vielleicht steht dann in ein paar Jahren, denn solange kann es dauern bis so ein Antrag bearbeitet wird, ein toller Spielplatz. Die deutschen Behördenmühlen mahlen bekanntlich leider sehr langsam…
Kumpeltreff
Zumindest ist der Kumpeltreff eine gute Entscheidung für vor Ort. Ab April bis Anfang Dezember kann dort lecker Pommes geschlubbert und Cocktails, Fiege und Cola geschlürft werden. Das wertet den Platz vor dem Förderturm stark auf.
Kumpeltreff – lecker Pommes – heißer Kaffee – Foto: André Brune (Öffnungszeiten ab April bis Anfang Dezember)Pommes waren knusprig und lecker und bei 3 Grad schön heiß!
Geschenk für die Teilnahme und weitere Termine vom Stadtsportbund
Übrigens gab es vom Stadtsportbund noch etwas als Geschenk für das Mitmachen: Eine Faszienrolle im Sportbeutel. Die kann für so manche gymnastische Übung genutzt werden. Ich als Sprecher, nutze sie für mein Zwerchfell. Vom Stadtsportbund ist das Ploggen als Aktionstag alle drei Monate geplant. Wenn ich es zeitlich einrichten kann, bin ich wieder dabei. Lieber wäre mir aber, dass die Pappköppe, um es mal salopp auf ruhrpottisch zu sagen, ihren Müll selber wieder mitnehmen und an den richtigen Stellen entsorgen.
Drei Ploggingtiere am Schluss übrig vom Stadtsportbund – Foto: André Brune
Glück auf und bis zum nächsten Ploggen, was bei mir eher Gewichtheben und Gartenarbeit war, während die anderen bei 3 Grad eisiger Kälte eher aus der Puste waren. Es war wirklich saukalt an dem Tag!
Aktualisiert, parodiert, neu interpretiert zum Thema Fußball-WM
Frei nach dem dadaistischen Text von Tristan Tzara : (brüllt!).
Ich konnte nicht anders, denn…
Ich musste jeden Tag hören:
Hätte Neuer die Binde nicht umgetan, dann… Hätte das Nationalteam nicht die Hand vor dem Mund gehalten, dann… Hätte Müller, dann… Hätte Flick, dann….
Jeder von 80 Millionen Bundestrainer wußte es besser und die Medien erst recht….
Dabei haben die anderen einfach auch guten Fußball gespielt und eben die Tore gemacht zum Weiterkommen. Es ist ein Spiel. Das kann auch mal verloren gehen.
Enttäuschung ist dann immer normal. Das können die Marokkaner und Franzosen nun ja auch: Enttäuscht sein.
Oder die Belgier, die gleich in der Vorrunde ausgeschieden sind und Krawalle in der Hauptstadt deswegen hatten.
Leute! Geht doch einfach mal mit Humor mit Sieg und Niederlage um.
Als Sprecher konnte ich nicht widerstehen, es mit einem Dada-Gedicht des großen Dadaisten Tristan Tzara zu machen.
Mein Text ist spontan schauspielerisch und nur einmal eingesprochen worden! Das war Absicht in der Kunstform, denn es hätte (!) auch besser sein können beim zweiten oder dritten Mal, aber das würde das Ganze zu perfekt machen. So hätte dann auch das Deutsche Nationalteam die WM dann gewonnen. …
Wichtig! Man muss es bis zum Ende gucken!!! Da ist ein kleiner Gag versteckt…
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Ich konnte nicht anders. Ich sah vor einigen Wochen von Thomas Frahm eine beeindruckende Darstellung des unleserlichen Dada-Textes von Kurt Schwitters „Die Ursonate“. Der Film davon folgt in wenigen Tagen, damit ihr seht, das meine Interpretation in keiner Weise an die von Frahm langt. Das ist auch nicht meine Absicht gewesen.
Als ich das sah und gleichzeitig die WM in Katar in aller Munde war und die Deutschen so spielten, das das frühe Aus drohte, regten mich die Gespräche anschließend auf. Denn die Moderatoren allesamt mit ihrem ständigen „Hätte“…dann…aber….sollte…. und weitere nicht gerade aufmunternden Sätzen verunsicherten an der „Heimatfront“ das deutsche Nationalteam zutiefst. Es war für mich kein Wunder, auch wenn sie sich im letzten Spiel gegen Costa Rica zwar anstrengten und sich auf die Spanier verlassen hatten, die wiederum gegen Japan verloren hatten, trotzdem in der Vorrunde ausgeschieden sind.
Was mussten die Argentinier, die gegen Saudi-Arabien im ersten Spiel verloren hatten, in der Presse aushalten? Sie gewannen am Ende dennoch den Titel, wenn auch ganz knapp. Auch das hatte Deutschland schon mal fast geschafft. Sie verloren das erste Spiel und landeten noch im Finale. Verlieren muss man können. Man muss auch mal einstecken können. Natürlich kann darüber diskutiert werden, was man wie hätte besser machen können. Aber das ist ja auch im täglichen Leben so.
Soll ich meinem Chef die Meinung geigen? Oder lieber nicht, denn sonst versau ich mein Arbeitsleben…
Soll ich dieses Mädchen zur Frau nehmen, obwohl sie schiefe Zähne hat, aber ein großes Herz?
Soll ich dieses Auto kaufen, obwohl es soviel Benzin schluckt oder lieber das teurere E-Auto?
Soll ich mit dem ICE nach Köln fahren, damit ich den Thalys nach Paris rechtzeitig erreiche oder lieber mit dem Auto?
Fragen, die jeweils im Anschluss, nach der einen falschen Entscheidung mit „Hätte“ anfangen und im Zwischensatz die Überlegung „dann“. Alles Vergangenheit über die sich die Menschen stundenlang unterhalten können, aber dennoch verlorene Zeit ist, dann zu diesem Zeitpunkt hat sich die Person dazu entschlossen, es so zu tun. Das die Umstände nachher positiv oder negativ sind, kann ja nur durch die Situation herausgefunden werden.
Die Situation der Nationalmannschaft war prekär in der ganzen Zeit vor und während der WM. Hierzulande wurde Katar ständig kritisiert, was mit Sicherheit seine Richtigkeit hat, aber eine verlogene Berichterstattung war. Denn über Katar hätte… und da ist genau das Wort… früher boykottiert werden können vom DFB und anderen Fußballverbänden. Alle wußten, dass die WM gekauft wurde, doch keiner hat etwas unternommen. Hätte…. dann wäre die WM dort nicht gewesen und die vielen Menschen, die bei den Bauarbeiten umgekommen sind, wären gerettet worden.
Keiner allerdings redet von den anderen Gebäuden, die dort stehen. Ist da keiner gestorben bei dem Hochziehen der Wolkenkratzer? Alle nur beim Stadionbau? Diese WM ist eine Farce und die Berichterstattung genauso.
Ich wollte meine Meinung einfach mal kundtun in diesem Beitrag. Ich finde, dass Katar seine eigenen Gesetze hat, seine Religion und festgeschriebenen Verhaltensweisen, genauso wie wir in Europa. Man fährt nach Ägypten in Urlaub oder Dubai, aber oft genug wird die dortige Gesellschaft kritisiert. Sie leben anders. Sie sind gastfreundlich. Sie mögen keine Homosexuellen, obwohl sie mit Sicherheit unter ihnen leben. Frauen haben nicht so viele Rechte. Alles keine tollen Nachrichten für die freiheitliebenden Europäer und Deutsche. Aber das ist da so. Wenn die Katarer sich entsprechend weiterentwickeln werden, wird das in der nächsten Generation vielleicht überwunden sein.
Als wenn wir Deutsche da besser wären, die noch vor 80 Jahren Homosexuelle in Konzentrationslager eingesperrt und umgebracht haben und in der Bundesrepublik strafrechtlich noch Jahrzehnte danach verfolgt haben. Frauen mussten in Westdeutschland ihre Ehemänner um eine schriftliche Erlaubnis bitten, wenn sie arbeiten wollten bis in die 1970er hinein. Eine lächerliche Diskussion.
Ich bin für LGBTQ. Letztendlich ist die Welt bunt, der Mensch ist bunt, mein Logo ist bunt, mein erstes T-Shirt und Tassenmotiv hat diese Farben. Ja, so kann ich ein Zeichen setzen und vielleicht ändern sich die Katari schneller, als wir uns das vorstellen.
Ich gedenke jedenfalls den verstorbenen Bauarbeitern! Egal, ob am Stadion oder Wolkenkratzer gestorben wurde. Jeder Fall ist tragisch. So hätte meine dadaistische „Hätte“-Sequenz auch eine andere Wendung nehmen können. Aber ich wollte keinen Scheich beleidigen, obwohl ich einen entsprechenden Kopfschmuck habe. Irgendwann werde ich damit noch was machen. Aber erstmal ist meine Ausführung wichtiger zum Thema Diskussion der Medien in Sachen „Verlorene WM“.
Hätte ist eine tägliche Vergangenheitsbewältigung. Ändert jedoch nichts an der Gegenwart. Das Wort kann allerdings genommen werden, um in Zukunft besser zu werden.
Hätte ist ein Anstoß zum Besserwerden, es kann aber auch nerven…
Die Figuren, die habe ich mir vor Ort spontan ausgedacht: Eine Flick-Löw – Mischung als Trainer, eine Müller-Neuer-Mischung, eine 80 Millionen-Mischung bei dem Moderator (das keine Kritik, sondern eine ironische Anspielung auf die Diskussionen um den Fußball und Katar sein soll) und eine Mischung aus Hooligan und genervten Fan aus dem Ruhrgebiet, wo Fußball zum Sport Nummer Eins gehört mit Borussia Dortmund, Schalke 04, MSV Duisburg, Rot-Weiß Essen, Wattenscheid 09, VfL Bochum, Westfalia Herne und viele andere wichtige Vereine vor Ort.
Was ist DADA überhaupt?
Der Dadaismus ist eine künstlerische und literarische Bewegung, die 1916 durch Hugo Ball, Emmy Hennings, Tristan Tzara, Richard Huelsenbeck, Marcel Janco und Hans Arp in der Schweiz in Zürich entstand. Zu dieser Zeit lebten einige Kriegdienstverweigerer von Kunst und Kultur in der Schweiz. Dadatexte lassen sich sehr schwer lesen. Oft sind es Buchstabenfolgen, die vom Autoren so gelegt worden sind, damit sie entsprechend interpretiert und vorgelesen werden können.
Ein einfaches Lesen ist nicht möglich, denn Dada kann in der Interpretation des Sprechens und Darstellens erst seine volle Textentfaltung hergeben. Dada wurde eine Art Parodie, ein Gegenpol auf die Weltpolitik, Kultur und dem Kleinbürgertum. Die alten traditionellen Kunstformen und die Gesellschaft von Adel und Drei-Klassen waren ihnen ein Dorn im Auge. So waren die Themen um sie herum ein gefundenes Fressen. Das frühe Kabarett bekam die ersten Sporen einer neuen Ausdrucksform.
Wenn auch der Dadaismus nur 8 Jahre aus Europa in die Welt getragen wurde, bis sich die ursprünglichen Akteure wegen der Weiterentwicklung so lange zerstritten haben bis der Dadaismus gestorben ist, so gelten heute in einer Art Renaissance Dadaaufführungen als etwas ganz besonderes.
Christian Morgenstern, ein Dichter des 19. Jahrhunderts, kann als Ursprung genannt werden mit seinen satirischen Versen. Hans Arp hatte beim Zeichnen eines Tages einen geschriebenen Text zerrissen. Dann wieder aufgehoben, um festzustellen, dass es jetzt besser ist. So entstanden die Wortfetzen, die wiederum zusammenhängend waren.
Meine Aufgabe ist nun als Ruhrpottologe Spuren von DADA im Ruhrgebiet nachzugehen. Mal sehen, ob ich diese neben Thomas Frahm finden werde. Ich bin gespannt und bleibe dran und berichte. Und natürlich fehlt das Fußballmuseum in Dortmund noch auf meiner Agenda des Blogs. Kommt Zeit und Geduld. Ich berichte auch von dort aus Dortmund.
Das besondere Thema „Organismus : Bunker“ hat sich der Bochumer Künstlerbund zu ihrer Ausstellung im neuen „Kunstbunker“ ausgedacht.
Der Kunstbunker – (c) André Brune
20 Künstler und Künstlerinnen haben sich Konzepte ausgedacht, die in keinem anderen Museum als in diesem zu finden wären. Denn der Künstlerbunker wurde als Luftschutzbunker 1941 von 1000, meist Zwangsarbeitern vom Bochumer Verein gebaut für 3200 Schutzbedürftige in Zeiten der Luftangriffe in Bochum-Stahlhausen. In den Räumen der Ausstellung sind Muster einer Tapete im Originalzustand. Das zeigt, dass die Menschen sich vor Ort trotz der immerwährenden Angst es versucht haben sich es etwas heimelig zu machen. Die Idee für dieses Motto war nicht weit hergeholt, denn die Frage steht im wahrsten Sinne im Raum: Wie haben sich die Bunkerbewohner in Zeiten des Krieges gefühlt? Leider ist es erschreckend aktuell, wenn wir an den aktuellen Krieg in der Ukraine denken oder den Unruhen im Iran, die Schrecknisse von Syrien oder den vergessenen Krieg in Jemen.
Pulsierendes Innenleben
Das empathisch pulsierende Innenlebens eines Bunkers, das gefüllt war von vielen Ängsten je länger und schlimmer die Bombadierungen waren, in Kunst umzuwandeln ist nicht einfach. Die Ausstellung zeigt, dass die Künstler und Künstlerinnen das sehr wohl geschafft haben. Wer einmal in dieser bedrückenden Atmosphäre eines genutzten Bunkers steht, versteht nicht nur die Bilder, Filme, Fotos und Skulpturen. Das laute Geräusch eines Herzschlags aus der Vertonung von Gisbert Danbergs Filmsequenz des Ertrinkens im Raum der Ausstellung macht den Bunker bedrückend lebendig. Zu den Öffnungszeiten führen anwesende Künstler auch durch die Ausstellungsräume. Dadurch wird die Kunst noch spannender und beeindruckender.
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Angeschlossen habe ich mich den Initiatoren vom Schaubüdchen. Sie organisierten eine geführte Führung durch den Kunstbunker mit seiner laufenden Ausstellung „Organismus:Bunker“ , der nur wenige hundert Meter entfernt ist vom kleinen Ausstellungskiosk.
Schon der Eingangsbereich mit dem noch angedeuteten Reichsadler aus Quadersteinen wirkt prägnant. Die Historie ist hier nicht ganz nebensächlich, weil sie wichtig ist für die Idee des Themas.
Wer durch die Glastür tritt, wundert sich über diesen großen Durchbruch. Denn es war ursprünglich eine Durchfahrt. Durch eine Luke oben in der Mitte konnten LKWs Versorgunsgüter sicher im Bunker abladen. Heute ist das Gebäude von außen nett herausgeputzt und sieht aus, wie ein großes schlichtes Wohngebäude. Oben auf dem Dach sind auch tatsächlich Wohnungen gebaut worden.
Eingangsbereich Kunstbunker (c) André Brune
Nach einer kurzen geschichtlichen Einführung zum Bunker von Jaqueline Kraemer, geht es schon die Betontreppe hoch, wo einem das Geräusch eines Herzschlags immer lauter entgegenkommt.
So unterschiedlich die Künstler und Künstlerinnen sind, so unterschiedlich ist auch die ausgestellte Kunst mit einer beeindruckenden Mischung aus Fotos, Skulpturen, Installationen und Bildern mit Acryl- oder Ölfarben.
Ausgestellt haben folgende 19 Künstler und Künstlerinnen: Krzysztof Gruse, Babette Sponheuer, Claudia Karweick, Tatiana Carneiro-dos-reis, Wibke Brandes, Farah Nourinejadfard, Klaus Pfeiffer, Johanna Sandau, Peter Gros, Klaus Nixdorf, Gisbert Danberg, Bernd Figgemeier, Anna Britz, Werner Block, Barbara Grosse, Ortrud Kabus, Uta Hoffmann, Dagmar Witt.
Krzysztof Gruse
nutzt das Thema Organismus als Summe der Verflechtung aller Leben. Das Leben ist verflochten. Ist eins zerstört, wird der Organismus insgesamt nicht mehr funktionieren und sterben.
Treppenaufgang zum Ausstellungsraum (c) André Brune
Babette Sponheuer und Felix Freier
inszenieren mit dem Konzept „Spurensuche“ – Abdrücke und Deja-vu an verschiedenen Wänden der Ausstellungsräume Hände. Die Dramatik im Bunker sind heute kaum vorstellbar. Wenn die vor den Bomben zusammengepferchten Menschen sich an den Wänden entlanggetastet haben, hinterließen sie unzählige heute nicht sichtbare Handabdrücke. Die Ängste, die durch die Aura der Hände in die Bunkerwände bis heute strahlen, wollen die beiden Künstler mit ihren Arbeiten sichtbar machen.
haben eine Foto-Installation auf transluzenenter Polyesterfolie eine Installation der Lebendigkeit des Bunkers aus verschiedenen Blickwinkeln dargestellt. Die Kunst des Wandelns aus der Vergangenheit der Zweckgebundenheit des Krieges und der heutigen friedlichen Verwendung der dicken Wände ist eine innere Besonderheit dies in ein Bild zusammenzubringen.
Teil 1 und 2 namens „Organismus“ stellt auf Acryl die Interaktion und Globalisierung der Stockwerke dar. Beide Bilder stehen auf verschiedenen Ebenen und interagieren durch die Treppe miteinander.
symbolisiert in ihrem Acrylbild die Flucht aus der Heimat in eine neue Unterkunft für unbestimmte Zeit einhergehend mit traumatischen Erlebnissen oder auch Krankheit.
hat ein Werk geschaffen, das aus ihrem Inneren kommt. Ihre Wurzeln aus dem Iran hat die Bunkergefühle in „Hände im Dunkel“ eingefangen. Das Bild kann auch das Abbild des Inneren von Betroffenen und Bewohnern des Bunkers sein.
„oxydation 1 bis oxydation 6“ ist eine Form der esoterischen Fotografie. Die sechs Fotografien fordern den Betrachter auf sich mit dem nicht sehenden Präsenzen auseinander zu setzen. Das andächtige Schauen in ein Bild der satten Schwarztöne erzeugen ein hineintauchen in die Welt der anderen Seite des Nichtsehens. Es erzeugt ein schwebendes Nachdenken über das Erlebte, dass sich immer noch im Raum befinden kann.
arbeitet mit Holz als Leinwand. Das ergibt eine besondere Form eines Bildes, da über den Rand einer vorgezeichneten Leinwand gemalt werden kann. Das Bild „Schutzhütte“ ist wie der Bunker inmitten der Schwärze und Unwirklichkeit des Krieges, das sich zu der „lebendigen“ Zeit des Bunkers im Krieg ausdehnte, aber sicheren Schutz vor dem Tod bot.
In der Ausstellung erklärte er seine Bilder mit Füßen oder Ohren in der Landschaft. Wie haben sich die Menschen im Alltag des Bunkers, die Welt vorgestellt. Haben sie sich in Träumen an einen anderen Ort gesehnt, an Berge, ans Meer? Nutzten sie die Geräusche des Bunkers, um sich in eine andere Welt zu versetzen? Fragen, die Peter Gros uns in seiner Vorstellungskraft erklärend auf den Weg mitgab.
zeigt in seiner „Spiegel-Skulptur“ namens „Fragmente“ in der Größe 2 * 2 Meter eine Reflexion des Innenraums aus unterschiedlichen Neigungswinkeln. Das Beeindruckende ist der Blickwinkel in die Spiegel in denen sich niemand ganz sehen kann. Gleichzeitig zeigt es auch die schnell zerbrechliche Psyche der Menschen, die von den Bomben bedroht werden.
zeigt mit dem Titel „Kyklos“ auf Griechisch in seinem millimetergenau gemessenen Ausstellungsraum wiederholende Kreisläufe aus Rohre, die durch Maschinen gehen und immer wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren, wie ein menschlicher Körper dessen Herz schlägt. Das Innere des Kunstbunkers wird in dieser Computeranimation abstrakt in 3D gezeigt.
stellt zwei Bilder aus. Während das eine als „up and down“ in Öl und Sand auf Leinwand gebeugte und aufrechtstehend das extreme Leben unter widrigen Umständen trotz des Bunkerschutzes in seiner Gänze zeigt, ist das zweite Bild „Frühe Schutzräume des Menschen“ mit Acrylfarbe und Quarzsand ein Rückblick auf die ersten Höhlen, die den Menschen Schutz boten gegen Witterung und Feinde aus der Natur.
Installation „Pater Noster” aus verschiedensten Buchstaben, die in der Luft des Bunkers liegen. Menschen, die hier verharrt haben, fanden zum Glauben zurück, sprachen Gebete aus oder erzählten sich Märchen und Geschichten, um auf ein weiteres Leben zu hoffen.
legte auf den Bunkerboden ein „Gebrochenes Herz“. Eine Rauminstallation aus 15 verschiedenen Glasobjekten, wie Kopf, Fuß, Hände, Teile, die wie Organe aussehen und alle mit dem in Formaldehyd liegenden echten Herz von einem Tier mit Schläuchen verbunden, aber nicht direkt miteinander verbunden sind.
zeichnete mit Wachskreide auf Papier während sie einen Weg lief eine Linie. In der Linie findet sich Kreuzung und Verbindung der Linie neben Ordnung auch die „Figur-verwirrt“ beim genauen Betrachten des Bildes. Sinnbildlich stehen die Besucher neben sich und sind verwirrt durch die Situation in einem Bunker zu sitzen. Wahrscheinlich haben sie einen Schock oder wissen nicht, was als nächstes passiert.
schuf aus vielen verschiedenen und bunten Lederstücken aus der Auflösung der Familienwohnung eine große Collage. Die Lederstücke sind von ihrer Mutter seit den 1960er Jahren gesammelt worden. Sie war Innenarchitektin und wollte immer irgendwann etwas aus den Resten gestalten bis sie es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr konnte. Viele Lederstücke sind in Form und Farbe so nicht mehr erhältlich. So verbindet sich Uta Hoffmann in der Ledercollage „Berührung“ noch einmal mit ihrer Mutter, aber auch gleichzeitig sagt es aus, das damals zu Zeiten des Krieges verbindende Materialien zur bzw. aus der Vergangenheit zu schätzen wären.
erreichte mit ihrer „Hedera“, einem Efeu-Geäst ein wahrlichen Gegensatz zum Beton. Die in weiß angestrichenen Papier liegenden Verästelungen sind ein Sinnbild für das in alle Richtungen fließende Leben, während der Betonbunker eher starr für sich steht und von dem Geäst aus dem Dunkel heraus von Innen gesprengt werden könnte.
Nach den Ausführungen und der Entdeckungen der Kunstobjekte in zwei Meter Dicken Mauern, waren wir alle begeistert und beeindruckt von der Kunst und dem Kunstraum, den auch Menschen sehen sollten, denen Kunst nichts sagt. Es lohnt sich allein schon wegen des Herzschlags durch die Räume zu schlendern und die Atmosphäre aufzusaugen.
Empathische Menschen spüren noch immer diese Aura aus Angst, die in diesen Räumen geherrscht haben musste.
Persönliches Fazit:
Lohnt sich!
Wer die Ausstellung noch sehen möchte, kann dies folgendermaßen tun:
Kunstbunker Öffnungszeiten
Öffnungszeiten bis zum 14.1.23
Mittwochs von 16 bis 19 Uhr
Samstags von 14 bis 17 Uhr (und nach Vereinbarung)
Heiligabend und Silvester geschlossen.
Die Ausstellung geht noch bis zum 14. Januar. Dann findet ab 17 Uhr die Finissage statt mit einer szenischen Lesung zur Kunst des Älterwerdens von Boys Group – alte Männer, man weiß nicht genau warum…
Die letzten Wochen waren sehr streßig. Meine Frau sah mich selten. Meist spät abends erst. Wir gönnten uns wenigstens einen gemeinsamen Spaziergang in unserer unmittelbaren Umgebung im Schlosspark Weitmar.
Dort befindet sich mittlerweile das Museum Unter Tage, das ich noch nicht geschafft habe zu besuchen. Dort war noch vor über 100 Jahren das Vorburggelände und drumherum ein riesiger Wassergraben.
Motiv
Das Schloss Haus Weitmar ist ein ehemaliger Adelssitz, das aus einem Schultenhof des Klosters Werden im 8. oder 9. Jahrhundert entstand.
Im 13. Jahrhundert wurde es repräsentativ ausgebaut und immer wieder erweitert unter der Familie von Brüggeney genannt Hasenkamp.
Zuletzt im 18. Jahrhundert wurde das Herrenhaus klassizistisch umgebaut. Die besitzende Familie Hasenkamp starb leider aus. Die Nachfolgefamilie von Vaerst besaß es nur kurz, bevor es Andreas Friedrich Wilhelm von Berswordt-Wallrabe 1780 übernahm. Seine Nachfahren besitzen es noch heute.
Im Zweiten Weltkrieg am 13. Mai 1943 wurde das Herrenhaus so stark beschädigt, dass es nicht mehr bewohnbar war. 1968 wurde die unversehrte Vorburg leider eingeebnet. Die Ruine des Herrenhauses jedoch wurde zum Glück 1995 als Baudenkmal geschützt.
Alexander von Berswordt-Wallrabe gründete 1968 die Galerie M. Dank der Initiative des Kunstvereins konnte in den 1970er Jahren der komplette Verfall der Ruine des Schlosses aufgehalten werden.
Der verwilderte Garten wurde 1974 von der Stadt Bochum gepachtet und wieder hergerichtet, so dass er ab 1978 der Bevölkerung frei zugänglich gemacht werden konnte.
Der Kubus innerhalb der Gemäuer des Herrenhauses entstand vor dem Hintergrund Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr.
Das Gebäude besitzt 1200 qm Fläche für kulturelle und wissenschaftliche Veranstaltungen, Ausstellungen und Lager- und Arbeitsräume.
In dem Kubus ist die Ausstellung von der „Situation Kunst“. Eine zeitgenössische Kunstsammlung mit Skulpturen und Bildern, die Alexander von Berswordt-Wallrabes der Ruhr-Universität Bochum schenkte. Die Sammlung entstand im Andenken an den ersten Inhaber des Lehrstuhls für Kunstgeschichte, dem Kunsthistoriker Max Imdahl.
Unten über die Gräftebrücke erreicht man auch das Café, das auf einem Teil des Schlossgeländes Außengastronomie anbietet.
Der Schlosspark ist mittlerweile nicht nur für Kunstliebhaber ein besonderes Ziel. Durch die Erweiterung des Schlossparks auf einem ehemaligen Ackergelände, können Familien mit ihren Kindern neben einem Abenteuerspielplatz auch die Wiesen zum Fußballspielen nutzen.
Durch den Schlosspark führen indirekt der Verbindungsradweg Richtung Dahlhausen zur Ruhr und umgekehrt in Richtung Stadt Bochum. Die ehemalige Bahnlinie für Koks und Kohle ist heute ein sehr großer Freizeitwert für Wanderer und Radfahrer. Wer genau hinschaut, kann hier und da noch alte ursprüngliche Metallteile der alten Bahnlinie entdecken.
Im Schlosspark selbst stehen einige moderne Skulpturen. Sie passen ergebenst zwischen die über 100 Jahre alten Bäume, die auch den 2. Weltkrieg und die Sägen des Grünflächenamtes überstanden haben.
Das Foto wird im Guten-Zweck-Kalender die 48. Woche zieren.
Welcher gute Zweck das sein wird, ob Ukrainehilfe, Obdachlosenhilfe, Tierheim oder eine andere unterstützenswerte Organisation, das entscheide ich kurzfristig und informiere darüber.
Motivsuche
Das jeweilige Foto mit Motiven aus der Natur, Architektur, Porträt oder Industriekultur des Ruhrgebiets wird auf jeden Fall das Wochenende einläuten. Es soll auch einen besonderen Titel bekommen und erklärt werden, wo es aufgenommen wurde.
Hast Du auch ein schönes Foto, das Du in den Kalender hinzufügen möchtest?
Hobby- oder Profi-Fotografen sind herzlich eingeladen an meine Emailadresse ihr Foto zu schicken, das ich dann veröffentlichen darf im Blog und natürlich auch in den „Guten-Zweck-Kalender“. Dazu bitte wenn möglich Aufnahmedatum, Motiverklärung, vielleicht auch Gefühle, Ort der Aufnahme und auch eigene Gefühle dazuschreiben. Ein Honorar wird nicht bezahlt, da der Kalender insgesamt für einen guten Zweck gedacht ist. Ich würde mich über zahlreiche Teilnehmer freuen! Vielen Dank für das Verständnis!
Ein Besuch auf jeden Fall wert ist die Printenbuhrg mit dem Kunsthandwerker – Weihnachtsmarkt am 3. Adventswochenende in Oberhausen auf der Niebuhrg von 12-20 Uhr.
Die Niebuhrg ist das Gelände der ehemaligen Zeche Concordia Schacht 6. Heute ein Kunst-und Kulturtempel mit Theater und Musikrevue.
Viele verschiedene Händler und Künstler : Innen bieten selbstgemachte Dinge oder hochwertige Artikel an von Lederhandtaschen über Schals mit Ruhrpottmotiven und Marzipan. Kunst und Gebasteltes zu finden in wunderbarer Atmosphäre. Auch Ruhrpott-Klamotten hab ich gefunden.
Es lohnt sich!
Geht auch in den Atelierkeller, da gibbet echte Kunst zu sehen und zu kaufen !
Jedes Jahr zum 3. Adventswochenende könnt ihr die sogenannte Printenbuhrg besuchen.
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100 Jahre Berufsfeuerwehr in Bottrop wird gebührend gefeiert!
Zur Ausstellungseröffnung 100 Jahre Berufsfeuerwehr Bottrop am 1.12.22 hielt Oberbürgermeister Bernd Tischler eine sichtlich bewegende Rede für die städtischen Feuerwehrleute. Chronist Oliver Kunde erzählte reichlich Anekdoten zur Geschichte, wie im langen Film zu sehen und hören.
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Die eigene sicherheits- und gesundheitsgefährdende Arbeit von Feuerwehrmännern und -frauen im Namen der Stadtbevölkerung von Bottrop bei örtlichen, auch überregionalen Einsätzen, wurde in der Rede hochachtungsvoll Respekt gezollt. Erwähnenswert war auch die vor genau 50 Jahre gegründete Jugendfeuerwehr. Die Ausstellung wurde eröffnet am Stichtag der Einstellung des ersten Berufsfeuerwehrmann Theodor Breuer am 1.12.1922.
Feurige musikalische Unterstützung zur Ausstellungseröffnung
Vor der Einführung der Berufsfeuerwehr wurden die Löscharbeiten immer von freiwilligen Kräften durchgeführt, die auch heute noch in Deutschland den überwiegenden Teil ausmachen und eine wichtige Unterstützung der Berufsfeuerwehren sind. In Bottrop ist die erste freiwillige Feuerwehr im Jahr 1886 entstanden.
Die Gründung der Berufsfeuerwehr wurde nötig nach der Stadtwerdung 1919. Am 24.6.1922 wurde über die Ortssatzung über die Einrichtung des Feuerlöschwesens in der Stadtverordnetenversammlung Bottrop beschlossen.
Die Zuständigkeiten und Aufgaben umfassen mittlerweile Brandschutz, technische Hilfeleistungen, Einsatzplanung, Notfallpläne, Rettungsdienst, Zivil- und Katastrophenschutz, Vorbeugenden Brand- und Gefahrenschutz und den Betrieb der Leitstelle zur Koordinierung aller Einsätze.
Die Ausstellung wurde von Pensionären der Berufsfeuerwehr und dem Chronisten und Archivar Oliver Kunde in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Bottrop zusammengestellt. 80 % der Bilder und Dokumente sind aus dem Archiv des Arbeitskreises Chronik der Feuerwehr Bottrop. Diethelm E. Wunderlich unterstützt den Arbeitskreis seit 10 Jahren.
Diethelm E. Wunderlich links, David Jany vom Historikernetzwerk NRW
Der Oberbürgermeister Bernd Tischler dankte im Namen der Stadt und Bürger allen ehemaligen und aktiven Kollegen und Kolleginnen, auch der freiwilligen Feuerwehr, was sie für die Stadt in 24 Stunden an 365 Tagen leisten unter Einsatz der eigenen Sicherheit und Gesundheit. Er lobte die Zusammenstellung der Ausstellung. Anschließend erklärte der Chronist Oliver Kunde die Anfänge der Berufsfeuerwehr und einige faszinierende Anekdoten, die im Laufe von 100 Jahren in Bottrop passierten.
Chronist Oliver Kunde
1987 ist Oliver Kunde schon in die Jugendfeuerwehr eingetreten. Heute ist er Unterbrandmeister in der freiwilligen Feuerwehr. Als begeisterter Feuerwehrhistoriker ließ er es sich nicht nehmen 2002 die Aufgaben von Johannes Lanfermann zu übernehmen. Er war der erste Chronist des von Branddirektor Wolfgang Liebald 1985 eingerichteten „Arbeitskreis Chronik der Feuerwehr Bottrop“.
Feuerwehrchronist Oliver Kunde
Oliver Kunde erwähnte nach der Rede des Oberbürgermeisters in seinem Vortrag zur Ausstellungseröffnung, wie wichtig der damalige Oberbürgermeister es fand die Berufsfeuerwehr zu gründen, obwohl die Stadt damals auch kaum Geld zur Verfügung hatte.
Oliver Kunde erzählte einige Anekdoten über die jeweiligen Leiter und Kuriositäten aus 100 Jahre Berufsfeuerwehr.
Die Ausstellung
Die Ausstellung zeigt auf historischen Fotografien und diversen technischen Ausrüstungsgegenständen in Vitrinen die ganze Bandbreite der Jahrzehnte
Ausstellung 100 Jahre Berufsfeuerwehr Bottrop
Auf großen angefertigten Tafeln sind Bilder von Persönlichkeiten, wie die Amtsleiter, die offenen alten Fahrzeuge, von denen auch der ein oder andere hätte stürzen können oder auf einem einzigen Bild alle technischen Fahrzeuge und Feuerwehrleute der Berufsfeuerwehr Bottrop zu sehen. Die ursprüngliche Unterkunft der Feuerwehr an der Moltkestraße hinter dem Rathaus, die in den 1980er Jahren dem Saalbau gewichen ist, kann hier entdeckt werden. Auf einem anderen Ausstellungsbild sind der Bau und der Wandel der bekannten Feuerwehrwache an der Hans-Sachs-Straße zu sehen.
In Vitrinen liegen historische und modernere technische Hilfmittel der Feuerwehr, wie Atemschutzgeräte, Helme, Funk- und Alarmierungsgeräte, Strahlrohre, Feuerlöschgeräte, Hinweisschilder und ein lebensgroßer Hitzeschutzanzug.
Was ist ein Pulmotor?
Pulmotor
Sehr spannend ist das Ausstellungsstück eines Pulmotors mit Original-Gebrauchsanweisung aus dem Jahr 1915 vom Drägerwerk aus Lübeck nach dem Patent von Professor Dr. Roth. Mit Hilfe des Pulmotors konnten Menschen erstmals schnell wiederbelebt werden durch eine automatische sogenannte Sauerstoff-Wiederbelebungs-Maschine für künstliche Atmung, der verbunden ist mit einem Apparat für gewöhnliche Sauerstoffinhalation, so teilt die Aufschrift mit.
Gebrauchsanweisung Pulmotor
Papst und Bush-Besuch
Die erwähnten Anekdoten aus dem Vortrag des Chronisten Oliver Kunde sind hier und da zu entdecken. Zum einen der Papstbesuch 1987 und zum anderen der Besuch des amerikanischen Vizepräsidenten George Bush 1983 zur Eröffnung des Josef-Albers-Museum, denn im Weißen Haus hängt ein Bild des Bottroper Künstlers. Der Besuch war eine besondere Ehrung des Künstlers und die Feuerwehr hatte mit dem Brandschutz an diesem Tag alle Hände voll zu tun. Beide Ereignisse prägen natürlich noch heute die Geschichten altgedienter Feuerwehrleute, die an dem Tag Dienst hatten.
Fahrradlaterne
Weiterhin sind Fotos des Archivs zu sehen von einem aufgehängten Fahrrad an einer Laterne, die Rettung von Tieren oder dem vor einigen Jahren stattgefundenden Sturm Ela, der ganz Welheim von der Aussenwelt abgeschnitten hatte. Einige Fotos zeigen die größten Brandkatastrophen der Stadt, wie das Busdepot der Vestischen an der Hiberniastraße, das durch einen Kurzschluss beim Batterieladen abbrannte. Zum Anderen zeigen Bilder das lichterloh brennende Hotel- und Gaststättenhaus von Sackers. Bis heute ist ungeklärt, wer die Tat verursacht hat.
Hochkarätige Gäste, unter anderem der altgediente 90 Jährige Berufsfeuerwehrmann Alfred Eiden, der Amtsleiter Kim Heimann und Andreas Schäfer, der Stellvertretende Amtsleiter, sowie Brandrat Bernd Klaedtke (auch Fachberater für Feuerwehrgeschichte im Verband der Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen), Branddirektor Heinz-Jürgen Banner a.D. und Feuerschutzdezernent Paul Ketzer ließen es sich nicht nehmen die Ausstellungseröffnung mitzumachen.
Getragen mit Humor, Ruhrpottologe hat ein Rechtschreibfehler entdeckt: Pabst-, nicht PapstbesuchPapstbesuch 1987 in Bottrop
Bis wann und wo ist die Ausstellung?
Noch bis zum 13.1.2023 ist die Ausstellung 100 Jahre Berufsfeuerwehr im August-Everding – Kulturzentrum an der Blumenstraße 12 zu sehen. Außer Sonntags ist die Ausstellung von Montag bis Freitag von 9 bis 20 Uhr und Samstags von 9 bis 14 Uhr kostenlos zu besichtigen im Eingangsbereich und 1. Etage.
v.l. Oliver Kunde, Franz-Josef Borgmann, Peter Hannibal, Heike Biskup (Stadtarchiv Bottrop), Jürgen Mendler, Peter Labrenz, Roland Eiden
Fazit
Wer sich nicht für die Feuerwehr interessieren sollte, aber an der Stadtgeschichte interessiert ist, sollte sich die Ausstellung trotzdem ansehen. Wenn auch die Ausstellung viel größer sein hätte können, sie zeigt alles, was man wissen muss über die Bottroper Berufsfeuerwehr. Wer aber die spannende Geschichte der Feuerwehr liest und sieht und wer und was dahinter steht, der sieht die Welt der Feuerwehrmänner und -frauen mit anderen Augen. Mit Leib und Leben stehen sie jeden Tag in ihrem Job zu retten, was oder wer zu retten ist. Das allein gebührt einen großen Respekt aller Feuerwehrangehörigen in aller Welt!
v.l. Andreas Schäfer (stellv. Amtsleiter), Kim Heimann (Leiter Berufsfeuerwehr Bottrop), Alfred Eiden (90jähriger Pensionär der Berufsfeuerwehr)
Kleine Chronik 100 Jahre Berufsfeuerwehr Bottrop
Mit der Gründung der Berufsfeuerwehr sollten modernste Geräte und ein passendes Gebäude gefunden werden. Zentral und gut ausgestattet sollten möglichst schnell alle Stadtteile in Bottrop erreicht werden. Am 24.10.1923 wird die neue Hauptfeuerwache an der Moltkestraße, auf dem Gelände des heutigen Saalsbaus, eröffnet. Die neueste Fahrzeug- und Löschtechnik bestand aus je 1 Magirus-Ausziehleiter, Schlauch- und Hydrantenwagen, Mannschafts- und Gerätewagen, Magirus-Kraftspritze, Mannschaftswagen mit Zentrifugalpumpe und Krankenwagen.
Am 25.03.1924 wird vom damaligen Oberbürgermeister die erste Alarm- und Ausrückordnung für die Feuerwehr Bottrop als Dienstanweisung erlassen. Eine automatische Feuermeldeanlage mit sieben Hauptmeldern wird in Betrieb genommen und sechs zusätzliche Berufsfeuerwehrmänner eingestellt.
Ab 1927 verfügt Bottrop über eine 30 Meter lange automobile Drehleiter, was damals ein wichtiger Baustein war für die Löschung von Brandherden in Dachstühlen oder der Rettung von gefährdeten Menschen aus obersten Etagen, die über das Treppenhaus nicht mehr fliehen konnten. Viele Menschen konnten dadurch mit großer Sicherheit vor dem Tod gerettet werden. Zudem sind die ersten persönlichen Atemschutzmasken als Schutzausrüstung verteilt worden, in denen ein Feuerwehrmann die gefährlichen Dämpfe für einige Zeit überstehen konnte, um Leben zu retten oder Feuer näher zu löschen.
Genau 30 Jahre später wird die Drehleiter in offener Bauweise durch eine moderne Drehleiter mit geschlossener Mannschaftskabine ersetzt. Ein riesiger Fortschritt für die Männer, die sonst bei Wind und Wetter selbst sehr gefährlich auf dem offenen Wagen saßen, um zu den Orten in hoher Geschwindigkeit zu bringen. Wie ein Wunder hat sich niemand in den Jahrzehnten verletzt oder ist herabgestürzt.
1935 bestehen der Berufsfeuerwehr fünf Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr in den Stadtteilen Stadtmitte, Boy, Eigen, Fuhlenbrock und Vonderort, die Ausrückebereiche habens sich bis heute kaum verändert.
Ein dunkles Kapitel ist allerdings auch zu nennen, die in der Ausstellung nicht zu sehen ist, weil es sich zwar nicht direkt auf die Berufsfeuerwehr bezieht. Allerdings war der Leiter der Berufs- und Gesamtfeuerwehr involviert. Eugen Blumenthal, ein jüdischer Freiwilliger Feuerwehrmann wurde von dem Führerrat des Kreisfeuerwehrverbandes, in dem auch Theodor Breuer als Kreisfeuerwehrführer saß, am 1.11.1936, ausgeschlossen, weil er keinen arischen Nachweis erbringen konnte. Eugen Blumenthal hatte sich zwar katholisch taufen lassen, aber seine Vorfahren waren jüdisch. Somit gab es nach den damaligen Rassengesetzen unter den Nationalsozialisten ein Entlassungsschreiben. Im Schreiben des Kreisfeuerwehrführers an den Provinzialfeuerverbands Westfalen Münster steht Eugen Blumenthal nicht als vollwertiges Mitglied der Feuerwehr. Abwertend wird vom Jude Blumenthal oder „dem Blumenthal“… „wurde mitgeteilt“ geschrieben. Der altgediente Feuerwehrmann musste gehen und seine Mütze und Ausweis abgeben. Eugen Blumenthal gebührt einen großen Respekt, weil auch er hat bis zu seinem „Rauswurf aus der Feuerwehr“ Tag für Tag freiwillig sein eigenes Leben für andere geopfert. Da er aber Jude war, wurde dieser Respekt ihm nicht gebührt. Doch darüber wird ein anderes Mal berichtet.
Entlassungsbescheinigung – Foto Chronist Oliver Kunde„Angelegenheit“ Blumenthal – Foto Chronist Oliver KundeUnterschriften vom Führerrat – Foto Chronist Oliver Kunde
Zum Ende des Zweiten Weltkriegs, bevor die Alliierten in Bottrop einmarschierten, bekam der mittlerweile zum Brandingenieur ernannte Theodor Breuer den Befehl des Oberbürgermeisters mit 12 Löschfahrzeuge und gelagerten Ausrüstung die Stadt zu verlassen. Für zwei Wochen bis zum Einmarsch der amerikanischen Truppen übernimmt Oberbrandmeister Kuypers den Wachdienst und anschließend kommissarisch die Leitung mit 1 Löschfahrzeug, 1 Mannschaftswagen, 1 Anhängerpumpe, 1 Rüstwagen und 2 mechanischen Leitern. Brandingenieur Breuer kommt am 5.5.1945 mit den evakuierten Fahrzeugen wieder und übernimmt wieder die Leitung der Feuerwehr.
Breuer geht 1946 in den Ruhestand. Ab 1.1.1948 ist Brandingenieur Seidel der Nachfolger. 1952 erhält der Leiter der Berufsfeuerwehr die Dienstbezeichnung „Brandamtmann“.
1954 entsteht ein Wohnhaus mit 12 Wohneinheiten, damit die Berufsfeuerwehrmänner schneller einsetzbar sind. 1959 bekommt die Feuerwehr die erste Funkausrüstung mit einer Feststation und fünf mobilen Geräten.
Am 20.7.1963 gewinnt die Berufsfeuerwehr Bottrop unter der Führung von Hauptbrandmeister Matthes den 1. Platz bei den Ausscheidungswettkämpfen in Bad Godesberg, um an den internationalen Feuerwehrwettkämpfen in Mühlhausen in Frankreich teilnehmen zu können. Dort gewinnt sie als beste deutsche Gruppe eine Goldmedaille.
1966 wird die Feuermeldeanlage der ersten Stunde von 1924 durch eine neue der Firma T & N ersetzt. Wer die erste Feuermeldeanlage noch im Originalzustand der Berufsfeuerwehr Bottrop bewundern möchte, kann sie im Deutschen Feuerwehrmuseum in Fulda sehen.
Unter dem Brandamtmann Wolfgang Liebald, der 1969 die Leitung übernimmt, wird die neue Hauptfeuerwache 1972 an der Hans-Sachs-Straße in Betrieb genommen. Mittlerweile steigt die Mannschaftsstärke auf 62 Berufskräften und 208 Freiwilligen Feuerwehrmännern (SB).
Kurios ist die Neugliederung der Gemeinden Bottrop, Gladbeck und Kirchhellen zu „Glabotki“. Für die entstehende 200000 Einwohnerstadt werden gemeinsame Ausschüsse eingerichtet um ein Gesamtkonzept zu entwickeln, dass nur ein Jahr später wieder Geschichte ist. Gladbeck wird ausgegliedert am 6.12.1975.
Alle kreisfreie Städte sind ab dem 25.2.1975 verpflichtet, eine Berufsfeuerwehr grundsätzlich einzurichten. Mit dem Start des Jahres 1979 wird auch der Notarztdienst, eine Einrichtung des Rettungsdienstes in Betrieb genommen. Über Funk wird der Notarzt alarmiert und mit dem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) vom Marienhospital abgeholt. Das Rendevoussystem entsteht, wo Notarzt und Rettungswagenbesatzung am Einsatzort zusammenkommen.
Kirchhellen bekommt am 17.11.1980 eine moderne Feuer- und Rettungswache, die Feuer- und Rettungswache 2. Und 1982 bekommt Bottrop einen Gerätewagen mit Ladekran, der auf Paletten wichtige Einsatzort-Geräte verladen kann. So können Spezialfahrzeuge durch dieses Container-System ersetzt werden.
1982 wird auch die Werksfeuerwehr Prosper aufgelöst. Nun ist auch die Berufsfeuerwehr Bottrop für die Industrieanlagen des Bergbaus zuständig.
Am 1.9.1987 entsteht das neue „Amt für Feuer, Zivilschutz und Rettungsdienst“, denn die Ämter der Feuerwehr und des Zivil- und Katastrophenschutzes werden zusammengelegt.
1990 wird Oberbrandrat Heinz-Jürgen Banner der neue Leiter der Berufsfeuerwehr. Unter ihm entsteht 1994 nach zwei Jahren Bauzeit der Neubau des Feuerwehrgerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Bottrop-Altstadt, der Neubau der Rettungswache mit 8 Einstellplätzen und die Erweiterung des Feuerschutz-Anteils und neue Leitstellenräumlichkeiten.
Erst ab dem 1.3.2001 nach jahrelangen Verhandlungen beteiligt sich das Knappschaftskrankenhaus am Notarztsystem mit einem eigenen Notarzt.
2005 wird eine luK-Gruppe (Information und Kommunikation) gegründet. Diese besteht aus Berufs- und freiwilligen Feuerwehrleuten. Die Gruppe unterstützt die Einsatzleitung und Stabsarbeit bei größeren Einsätzen.
2010 übernimmt Oberbrandrat Kim Heimann die Leitung. Unter ihm übernimmt die Berufsfeuerwehr 2012 auch den Brandschutz der ehemaligen Kokerei Prosper, die nun zum Arcelor-Mittal-Konzern gehört. Die Mehrkosten, die der Feuerwehr durch personelle und technische Aufrüstung entstehen, werden von Arcelor-Mittal übernommen.
Am 1.9.2017 entsteht eine neue Logistikhalle auf dem hinteren Gelände der Feuer- und Rettungswache 1.
Die Berufsfeuerwehrgeschichte der Stadt Bottrop, die mit dem ersten Berufsfeuerwehrmann, Theodor Breuer, vor 100 Jahren begann, endet nicht 2022. Mittlerweile besteht die Mannschaft aus 164 Beamten und 17 Angestellten und einer Vielzahl von verschiedenen modernsten technischen Fahrzeugen und Geräten. Die Freiwillige Feuerwehr ist in 8 Löschzügen in den Stadtteilen organisiert mit insgesamt 307 Mitgliedern.
Flächennutzungsplan aus dem Ratsinformationssystem der Stadt Bottrop
Die Zukunft der Berufsfeuerwehr wird gerade neu geplant. In der Nähe des Marienhospitals soll auf einem Gelände die neue Feuer- und Rettungswache 1 entstehen. Mit modernster Technik ausgerüstet wird sie mit ihren Männer und Frauen die Bottroper Bevölkerung bei Brand, Rettung und Katastrophenschutz noch effektiver unterstützten können.
Ausstellungsbild 100 Jahre Bottroper Berufsfeuerwehr
– Alle Fotos Copyright André Brune – Fotografierte Ausstellungsbilder sind mit freundlicher Genehmigung der Stadt Bottrop und Arbeitskreis Chronik:
Kammerkonzertsaalbühne für die Ausstellungseröffnung
Dem Kollege im hitzebeständigen Anzug fehlt was
Jetzt ist richtig
Eine Ausstellung, die sich lohnt
Pulmotor
Gebrauchsanweisung Pulmotor
Papstbesuch 1987 in Bottrop
Ich war erster im Kondolenzbuch der Ausstellung
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