Das Kino im Ruhrgebiet hat eine besondere Geschichte im Revier. In den 1950er Jahren gab es eine einzigartige Dichte von unglaublichen 500 Filmpalästen, Schauburgen, Lichtspielhäusern und Kinotheatern, wie sie jeweils hier und da hießen. Heute gibt es noch 50 zwischen Emscher und Ruhr. Im Ruhrmuseum gab es viele interessanten Informationen, die wir im Podcast erzählen. Es geht los mit den unglaublichen Anfängen in Witten vor 1900 über das erste Gaststättenkino in Bottrop, das kleinste und größte Kino im Ruhrgebiet bis hin zur Stadt mit den meisten Kinos der Welt heute.
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Über das Kino zu erzählen, nachdem ich den Besuch kurz vor Schließung der faszinierenden Ausstellung ‚Glück auf – Film ab – Kinogeschichte vom Ruhrgebiet‘ noch geschafft habe, wollte ich mir nicht nehmen lassen mit Jack Tengo es zu besprechen.
Denn nicht nur was dort ausgestellt war, sondern auch wo die größten, die kleinsten, die ersten Kinos im Ruhrgebiet waren, ist spannend.
Die Geschichten rund um das Kino, die Schattenseite aus der Nazizeit und der Aufbruch in der Nachkriegszeit, wo in kurzer Zeit die 500 an der Anzahl wie Phoenix aus der Asche wieder auferstanden sind und welche Filme hier gedreht wurden. Es gibt wirklich viel darüber zu erzählen.
Im Blog kommen aus rechtlichen Gründen noch keine Fotos. Sollten dir Museen oder Privatleihgeber mit der Veröffentlichung einverstanden sein, dann folgen die Fotos im Blog nachträglich.
Fast fünf Stunden war ich da und fast zwei Stunden haben wir darüber geplaudert. Ein wenig musste ich kürzen, aber hier ist es nun kompakt im Videopodcast Folge 11 aus der Projektreihe Ruhrgebiet erklärt und Folge 102 von ‚Ruhrpottologe unterwegs im Ruhrgebiet‘. Noch kürzer ging es leider nicht.
Natürlich muss ich auch einige Beispiele nennen im Vergleich. Natürlich kommen einige Städte leider aus Platzgründen nicht vor. Bestimmt haben wir das ein oder andere nicht erzählt. Und es könnte auch sein, daß hier und da was falsch mitgeteilt wurde. (falls, dann bitte mitteilen) Wir sind ja keine Profihistoriker.
Wir möchten unterhalten und erzählen als Menschen aus dem Ruhrgebiet für Menschen und Interessierte des Ruhrgebiets von hier und außerhalb.
Wir haben aber auch noch das ein oder andere neue im Programm. Eine Zahl aus der Chronik vom Ruhrgebiet: 1988 und ein Ruhrpottwort:Kaschemme.
Hört mal rein. Es lohnt sich!
Glück auf und bis zum nächsten Mal!
P.S.: Bilder folgen eventuell bei Genehmigung. Das Skript wird nachträglich eingefügt.
Shownotes & auch Quelle neben dem Besuch in der Ausstellung
Welche riesige Bedeutung hatte die ehemalige Pferderennbahn in Gelsenkirchen für die Stadt? Sehr viel!
Was bebte die Erde in Horst durch 24 galoppierende Pferde! Sie preschten über die Rennbahn ab ins Ziel und brachten die Gläser in den Nachbarhäusern zum Klirren. Das Gallopiergeräusch mussten doch die Bergleute von Zeche Nordstern Untertage sogar mitbekommen haben. Dort haben sie dann bestimmt gewettet, ob Kaiserstern oder Newcomer das Rennen gewinnen wird.
Darüber und noch mehr spricht Sybille Hellier mit mir. Sie macht wöchentlich ehrenamtliche Führungen vor Ort. Sie ist ein Lexikon der Pferdekultur von Gelsenkirchen. Sehend oder hörend im jeweiligen Podcastformat:
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Sybille Hellier ist eine geborene von und zu aus Gelsenkirchen, Stadtteil Horst. Sie wohnte nicht nur immer in der Nähe der Galopprennbahn, sondern sie hatte auch einen direkten Bezug als Pferdewirtin. Sie erlebte noch die Hochzeiten der Bahn, aber auch den Niedergang durch neue Steuergesetze im Wettbereich, sowie das Abnehmen des Interesses seitens der Medien, und auch das veränderte Freizeitverhalten, das schlussendlich die fairste Pferderennbahn in Europa (!) den Genickbruch brachte. Sie versuchte, wie Don Quichotte die Pferderennbahn irgendwie in der Stadt als Denkmal zu erhalten. Heute ist es eine wunderbare Freizeitanlage zum Spazierengehen, auch zum Golfen bei Pott-Golf, zum Joggen oder Walken auf 2300 Meter ursprünglichen Rennbahnwegen. Die Kinder haben einen wunderbar nah dem Pferdesport nachempfundenen Spielplatz.
Im Video erzählt sie mir bereitwillig so einige Anekdoten vom Pferdebesatteln, Abwerfen, aber auch einem tragischen Todesfall auf der Pferderennbahn. Manchmal ist eben Freud und Leid nah beieinander.
Buntes Pferd Sybille Hellier
Sybille selbst ist in Horst bekannt, wie ein buntes Pferd. Sie macht nicht nur die Führungen der altehrwürdigen ehemaligen Pferderennbahn hinter dem Schloss Horst, sondern jeden letzten Samstag im Monat geht sie mit der Gruppe um Hans-Georg Kouker „Horst putzt sich heraus“ den Stadtteil in einer bestimmten Straße sauber zu machen. Sie engagiert sich als Vertreterin für die in Gründung befindliche Stiftung Greendays4Future und macht aufmerksam mit der Müllaktion „AufGEraucht“ (darüber hab ich schon berichtet. Link unten).
Damit tritt sie den Rauchern auf die Füße, die ihre Zigarettenfilter in die Landschaft oder auf die Straße werfen. Sie geht auch oft genug über die Galopprennbahn und sammelt hunderte Stück ein. Die sie dann in einer Wasserlake bei der ein oder anderen Veranstaltung präsentiert. Sie zeigt auf welche Umweltverschmutzung, auch in Verbindung mit dem Grundwasser dadurch entsteht, sollen Raucher eben auch erfahren. Rauchen verbietet sie ja nicht. Sie möchte nur, dass die Zigarettenstummel ganz normal in den Mülleimer gehören und nicht daneben. Bei der Führung reißt sie das mit Sicherheit auch immer an. Und sie berichtet natürlich auch darüber, wie gut Horst früher von den Pferderennen gelebt hat.
Viele aus Horst lebten von der Pferderennbahn. Angefangen vom Aufpiecker der Lose für den Müll bis eben hin zum Jockey. Es gab 40 verschiedene Berufe, die dort gearbeitet haben. Sybille kannte viele von ihnen, weil sie selbst dort tätig war. Heute sammelt sie Fotos, Filme und Geschichten, zeigt und erzählt sie Interessierten, damit diese Erinnerungskultur nicht verloren geht für den Stadtteil von Gelsenkirchen. Die Stadt selbst hat 1956 einen Stempel auf jeden Briefumschlag gesetzt, der stolz in die Welt prangte: „Metropole des westdeutschen Pferdesports“ . Die Pferderennbahn war ein weltweites Vorzeigeobjekt, dass heute zum Teil auch bebaut wurde, wo früher gesattelt wurde oder nervöse Pferde ein Gebäude hatten, sowie die Tribüne stand.
Wo früher die Pferdewaage stand, ist heute der Kindergarten „Galoppi“ und davor steht ein Denkmal für Rudolf Rose, der die Pferderennbahn aus der alten Kuhweide, und vorherigen Sumpfgebiet des Emscherbruchs 1895 bauen ließ.
Wer weiß das denn noch?
Ich wußte es tatsächlich nicht! Wenn die Autobahnen 40 oder 42 von Bochum nach Bottrop, meinen fast täglichen Arbeitsweg verstopft werden, dann gurke ich durch Gelsenkirchen – Horst, komme an ein paar neu gebauten Häusern vorbei, die rechts vor dem Schloss Horst seit einigen Jahren stehen. Was ich nicht wußte, dass dort jahrzehntelang einer der größten Arbeitgeber von Horst gewesen ist und den Stadtteil von Gelsenkirchen maßgeblich geprägt hat neben der Zeche Nordstern. Ich wollte mehr wissen, was der nördliche Stadtteil von Gelsenkirchen zu bieten hat, was hinter Häusern jetzt versteckt ist.
Sybille Hellier ist in Gelsenkirchen eine Person, die sich nicht nur für Horst einsetzt. Sie hält Stadtteil nicht nur monatlich sauber mit „Horst putzt sich heraus“, sondern sticht auch Rauchern wörtlich ins Herz mit ihrer Aktion „AufGEraucht“, wenn sie ihren Zigarettenfilter auf den Boden werfen. (Darüber habe ich schon berichet). Vor allem besitzt sie ein unschätzbares Wissen über die ehemalige Pferderennbahn von Horst. Sie gibt dieses Wissen und eigenen Erfahrungen in Führungen mit vollem Elan weiter. Sie verbrachte einen Großteil ihres Lebens dort, striegelte Pferde. Heute striegelt sie Menschen, die es interessiert zu erfahren, was früher Gelsenkirchen dort so attraktiv gemacht hat.
Die heutige grüne Oase wird im Inneren der Galopprennbahn zum Golfen für Jedermann und Jedefrau genutzt. Im dortigen Restaurant Pott-Gold wurden mir die Pommes empfohlen. Das Essen soll dort empfehlenswert sein. Das haben wir nicht geprüft zusammen. Aber werde ich natürlich mit einem erneuten Besuch in Horst bestimmt tun.
Sybille erzählt mit Leidenschaft Anekdoten, Geschichten und Besonderheiten über die Galopprennbahn. Und das macht sie ausnahmsweise diesmal mit mir, um die Erinnerungskultur noch etwas weiter als nur innerhalb der Stadtgrenzen zu erzählen. Gelsenkirchen wird 2025 150 Jahre. Damit möchte ich auch einen Beitrag zu mehr Positivismus und neue Aufbruchstimmung leisten für die von Medien immer arg gebeutelte Stadt mitten im Ruhrgebiet, die nicht nur mit dem Abstieg von Schalke 04 zu kämpfen hat, sondern auch immer noch mit hohen Schulden und einer hohen Arbeitslosenrate. Dabei war Gelsenkirchen in der Nachkriegszeit einer der reichsten Städte Deutschlands.
Emscherbrücher Dickköppe
Umso mehr ist es interessanter sich mal mit der Stadt von Heute in Bezug auf die Vergangenheit zu beschäftigen. Sybille ist ein Baustein in Gelsenkirchen. Sie hat sich auch mit den ausgestorbenen Emscherbrücher Dickköppen auseinander gesetzt. Im Zoo Münster gibt es die Pferdebibliothek. Alles, was man über Pferde wissen will, kann dort entdeckt werden. Nicht umsonst ist das Münsterland das Herz für die Pferdezüchtung. Dort gehen auch die Olympischen Medaillen meist hin.
Sybille fand heraus, dass diese Pferde, die wild an der Emscher grasten wahrscheinlich eine Mischrasse von reiterlosen Pferde waren, die durch die Kriege zerstreut wurden. Sie vermischten sich und so kam diese Rasse heraus über die Generationen. Sie waren nicht höher als 1,20 Meter. Sie hatten einen breiten Brustkorb, um sich in der sumpfigen Emscherlandschaft durchzupflügen. Als die letzten Pferde vom preussischen Amtmann von Waldhausen ins Münsterland entweder zum Sauerbraten oder in die Pferdekoppeln von münsterländischen Bauern führen ließ, waren die Wildpferde nicht mehr da. Aber sie grasten wahrscheinlich mal genau da, wo heute noch die Rennbahn ist in einer anderen Zeit in einer etwas anderen Landschaft, als die Emscher noch ein wilder unbändiger und gefährlicher Fluß für die Anwohner war. Die Dülmer Wildpferde von heute sollen von den Emscherbrücher Dickköppe abstammen. Es wird auch schon diskutiert, sie neu zu züchten und an der Emscher auszuwildern. Das habe ich mal irgendwo gehört. Ob das mal so kommen wird? Warten wir mal ab.
Ohne Pferde kein Ruhrgebiet von Heute
Wichtig zu wissen für jeden, der sich für das Ruhrgebiet interessiert ist, dass es das Ruhrgebiet von heute eben ohne Pferde so nicht gegeben hätte. Sie waren für die Transporte zuständig, halfen auf den Äckern, brachten die Milch zu den Bewohnern, wurden für die Sicherheit genutzt bei der Polizei, halfen den Bergleuten Untertage, brachten den Müll aus den Städten, zogen die Steine für die Straßen und treidelten die Schiffe auf der Ruhr, um die Kohle zum Rhein oder zu den Koksanlagen zu bringen. Zuletzt waren sie ein wichtiges Nahrungsmittel. Denn Pferdefleisch war eben für die Bevölkerung immer zu kriegen. Massentierhaltung gab es noch nicht. Pferde waren immer da.
Wer heute Sauerbraten bestellt, ißt ein selten gewordenes Gericht. Heute kann sich kaum jemand vorstellen, der durch Horst fährt, dass bei einem Pokalrennen über 100000 Zuschauer dort waren und auch gewettet haben. Der Stadtteil war von Autos überfüllt.
Nebenberuf Pferderennbahn
Sybille erzählt, was ein Pferdewirt macht, was sie selbst auf der Pferderennbahn erlebt hat und regt an auch über den Naturschutz der Tiere nachzudenken. Früher haben sich viele etwas nebenberuflich auf der Pferderennbahn dazu verdient. Heute sucht Sybille Material, damit diese Geschichte mitten im Ruhrpott nicht verloren geht.
Nebenbei noch Flaschengefühle gesehen und zum Abfalleimer gelegt
Ich hoffe, dass ich durch das Video und den Beitrag im Blog den ein oder andere animiere nicht nur nach Horst mal zu fahren und sich die Geschichte selbst mal anzuhören und zu sehen, sondern vielleicht ist ja einer dabei, der noch Fotos hat oder einen Super 8 Film über die Pferderennbahn. Sybille wird alles dankend annehmen und auch würdig verwahren.
Wer dort einen Abstecher macht, sollte sich auch das Heimatmuseum im Schloss Horst ansehen. Ein Blick in die Einkaufszone von Horst ist auch nicht verkehrt. Und wer will, kann von dort bis zur Gruga mit der Straßenbahn fahren. Aber der Nordsternpark ist fußläufig erreichbar und mit Sicherheit ebenfalls schön genug und vor allem spannend von der Lage, um einen kompletten Ausflugstag in Gelsenkirchen zu verbringen.
Kosten und Zeitpunkt einer Pferderennbahn-Führung
Ehrenamtlich und kostenlos immer an jedem 3. Freitag im Monat ab 15 Uhr außer in der Urlaubszeit. Ansonsten 5 € pro Person.
Anmeldung bitte am besten per Mail: info@hellier.de oder telefonisch: 01745174139
In der 10. Folge der Podcastreihe „Ruhrgebiet erklärt“ besprechen Jack Tengo und ich eine kleine Sage über einen Drachen im Recklinghausener Stadtteil Hochlar, was die Blitzkuhle ist und besprechen anschließend die Ergebnisse der Bundestagswahl in einigen Ruhrgebietsstädten durch, die diesmal revolutionär waren in fast allen Belangen. Ob das gut ist, sei dahin gestellt. Wir versuchen möglichst neutral zu bleiben, auch wenn es nicht einfach ist.
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Nach unserer gemeinsamen kleinen beruflich, wie auch privat, sowie auch durch die Sperrung meines Blogs für vier Wochen bedingten Zwangspause, wollten wir das aktuelle Thema der Wahl und seine Situation im Ruhrgebiet besprechen. Es macht uns Sorgen, dass die Blauen mehr Stimmen auch im Ruhrgebiet bekommen haben, wo Vielfalt und Einwanderung ein normaler Vorgang bisher war.
Ohne Einwanderung kein Ruhrgebiet. Mit Remigration kann eine Stadt, wie Gelsenkirchen ausbluten. Ganze Geschäftszeilen wären leer. Gewerbe- und Grundsteuereinnahmen würden fehlen. Die Ruhrgebietsstädte würden allgemein noch mehr Schwierigkeiten bekommen.
Ja, es ist wahr, dass es Gegenden gibt, wo die Menschen sich nicht mehr sicher fühlen. Dort ist vermehrte Polizeipräsenz. Aber es ist noch zu wenig. Aber das ist ein anderes Thema.
Am Ende gibt es wieder ein Quiz. Doch diesmal nicht aus dem Kartenquiz. Wir haben da natürlich nochmal Recklinghausen auf dem Schirm. Wer die Frage und Antwort wissen will, sollte bis zum Schluß dranbleiben.
Einen Literaturtipp gibt es auch noch. Nein, kein Anti-AFD-Buch, sondern das Buch für den nächsten Podcast. Ich werde über die Ausstellung „Glück auf – Film ab! Sprechen, die ich im Ruhrmuseum kurz vor dem Ende noch besucht habe und total fasziniert war.
Quellen für die Bundestagswahlergebnisse der Städte Bochum, Bottrop, Essen, Duisburg, Dortmund, Gelsenkirchen, Werne, Kreis Unna, die wir besprochen haben, findet ihr auf den jeweiligen Internetseiten der Städte oder direkt bei der Bundeswahlleitung : https://www.bundeswahlleiterin.de/
Literaturtipp
Glück auf – Film ab!
Kino- und Filmgeschichte des Ruhrgebiets
Das Buch zur Ausstellung im Ruhrmuseum Essen – Zeche Zollverein
Klartext Verlag ISBN 9783937526325
Wer den Podcast sehen oder hören möchte auf Jacks Kanal:
Wie funktioniert ein Internetradio, was kostet das Betreiben und wer steckt hinter Hitradio Ruhr? Am 6.3.2025 feierte das Webradio, gegründet von Marco Hölzer, das verflixte 7. Jahr. Herzlichen Glückwunsch!
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Vor einiger Zeit folgte mir plötzlich auf Instagram das Hitradio Ruhr. Ich dachte mir erstmal nix bei, aber schaute genauer hin bzw. hörte. Mit Internetradio hab ich mich bis dahin kaum befasst, obwohl ich schon gern das Radio Nostalgie gehört habe mit französischen Chansons. Das gab es in Deutschland aus Frankreich eben nur über das Internet. Ich wußte bis dahin nicht mal, was für ein Potential dahintersteckt, wenn es gut gemacht ist. Noch nie hatte ich jemanden fragen können, wie es abläuft und welche Personen dahinterstehen. Das war eine einmalige Möglichkeit und lernte so den sympathischen Marco Hölzer über Instagram kennen.
Wir machten einen Termin aus, denn Radiobetreiben ist nicht seine Haupterwerbsquelle. Er arbeitet im Restaurant des ehemaligen Fußballers „Ente“ Lippens. Da war ich noch nicht einmal essen und jetzt hab ich auch noch jemanden, der dort auch noch arbeitet im Podcast. Wie genial ist das denn?
Aber fangen wir erstmal mit dem Ankommen an:
Marco wohnt in Essen-Karnap in einer Siedlung aus dem Ende der 1920er, Anfang 1930er. Und dort mitten in der Siedlung, in seiner kleinen bescheidenen Wohnung ist das Studio. Dabei dachte ich erst an ein Großraumbüro mit einigen Angestellten, ein abgeteilter Raum, wo die Mikros sind und die Moderatoren, die ihr Programm vorstellen. Nix da.
Er war es. Marco Hölzer wartete fröhlich und lud mich in seine kleine schmucke Wohnung ein. Ein PC, ein Drucker, Lautsprecher, mitten drin ein gemütliches Sofa, ein Fernseher, Schals, Trikots und Fotos von VfL Bochum und Rot-Weiß Essen und einige Vitrinen voll mit Modellautos und Modell-Lastkraftwagen. Das war also das Internetradio. Ein Radio von Zuhause aus. Marco ist der Chef und Initiator. Ein intensives Hobby betreibt er. Denn so einfach ist das nämlich nicht, wie ich dachte.
Handykamera angestellt, Mikro in der Hand und los ging es mit dem Podcast
Sofort war Marco mir sympathisch, nicht nur wegen der Schals. Die Welt ist wirklich klein, denn Marco hat lange in meiner Geburtstadt Bottrop gewohnt, ist in Bochum-Langendreer aufgewachsen, ist ein VfL Bochum – Fan und arbeitet in der Küche bei Ente Lippens sein Restaurant in Bottrop-Welheim. Ein unglaublicher Zufall war auch noch das Foto an der Wand. Marco Hölzer mit Ata Lameck, einem der besten Abwehrspieler des VfL und ehemaliger Nachbar von mir.
Ein schnöder PC mit einem entsprechenden Radio-Software-Programm, dass gekauft werden kann reicht. Doch der Weg dahin ist erstmal müßig und steinig. Man muss als Radiobetreiber die Urheberschutzrechte beachten, sonst ist es schnell aus mit dem Geld verdienen mit einem Radio. Apropos sollte man ein Radio eher als Hobby, als eine Geldquelle sehen. Wer also selber mit eigenen Ideen starten möchte, muss auch erstmal Geld mitbringen und es sollten genug Hörer da sein. Wenn regelmäßig nur 20 Zuhörer sind, lohnt der ganze Aufwand nicht, der 24 Stunden laufen sollte.
Hitradio Ruhr hat eine gute Mischung von unterschiedlicher Musik. Deutsche Schlager über 1980er bis zu neuen Scheiben, Chillige Elektromusik und Neuvorstellungen. Jeden Tag bekommt Marco Musik zugeschickt. Neue Interpreten, die hoffen einfach mal gesendet zu werden für den Start in die Musikbundesliga. Aber so einfach ist es nicht. Denn da ist Marco streng, denn es kommt viel Schrott. Sogar ich könnte eine Scheibe singen und versuchen ins Radio zu kommen. Aber werde ich auch gesendet?
Auf die Genehmigung zum Betreiben des Webradios musste er ein Jahr warten. Das sind im Moment deutsche Behörden. Geduldiges Warten ist da angesagt, egal für was. Und da stehen erstmal Kosten im Raum: Zwischen 400 und 500 € kostet GEMA und GVL, um ein Webradio zu halten.
Im Internet gibt es die Firma laut.fm – User Generated Radio™. Sie sponsorn den Sendestream. Sie zahlen die Gebühren, aber man muss alle halbe Stunde deren Werbeblöcke miteinbauen lassen. Alle drei Monate bezahlt Marco dann nur noch den Server von 20 bis 25 €.
Verdienst gibt es da eigentlich keinen. Es ist für ihn ein Hobby. Es ist kein kommerzieller Sender. Sein Geld verdient Marco in der Gaststätte bei Ente Lippens. Er macht die Salate und macht nach der Schließung auch noch alles sauber für den nächsten Tag von der Küche bis zu den Toiletten.
Die Idee zum Hitradio Ruhr kam ihm beim Webradio machen. Damals waren Radioleute dabei, die es immer besser gewußt haben, wie Radio läuft. Auf das Mobbing und Konkurrenzdenken hatte Marco keine Lust, also musste ein eigenes her.
Er hat ein eigenes Team. Sie basteln sozusagen ein Programm zusammen und bieten das Webradios an. So landen sie dann auch mit ihren unterschiedlichen Programmen zu bestimmten Zeiten bei Marcos Hitradio Ruhr.
Anfragen von Künstlern und Promotern zu eigenen Songs kommen fast täglich. Oft genug kommen Schlager, aber genauso oft passt es erstens nicht in sein Programm, oder nicht zum Geschmack.
12 Jahre lang wohnt er nun in Karnap, davor hatte er 11 Jahre in Bottrop-Batenbrock gewohnt, aufgewachsen war er in Bochum-Langendreer. Aber weil er im Alpin-Center in der Küche gearbeitet hat, hatte er keine Lust mehr auf die lange Fahrt mit Bus und Bahn von Bochum nach Bottrop. Das kann ich gut verstehen. Er ist ein Pottmensch, wenn er schon in drei verschiedenen Ruhrgebietsstädten gewohnt hat!
Marco musste natürlich erstmal knapp ein Jahr schauen bis es dann auch abgesegnet ist, damit er keine Schwierigkeit hat wegen des Namens, denn es gibt um die 10000 Webradios. Das sind fast alle Einzelkämpfer, die nur eine kleine Hörerschaft haben.
Mit Teamspeak klärt Marco, ob das Konzept einer Sendung von einem neuen Teammitglied zum Hitradio Ruhr passen würde. Etwa zehn Teammitglieder schicken ihre musikalische Zusammenstellung, wie zum Beispiel „Schlager Boulevard“. Frauen sind in diesem Metier eher selten. In seinem Team sind nur Männer. Also liebe Frauen, macht doch auch mal Radio!
Was ist die GVL?
Die GVL (Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten) ist eine Verwertungsgesellschaft, die 1959 von der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) und der Deutschen Landesgruppe der International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) gegründet wurde.
Sie vertritt ausübende Künstler, Tonträgerhersteller und Veranstalter bei der Zweitverwertung ihrer Leistungsschutzrechte im Fernsehen, Radio und bei der öffentlichen Aufführung ihrer (Musik-)Produktionen. Das betrifft auch Diskotheken, Gaststätten und Einzelhandelsgeschäfte.
Die gleichberechtigten Geschäftsführer GVL vertreten Urheberschutzrechte für Tonträgerhersteller und Künstler, sowie Videoclipproduzenten. Guido Evers ist zuständig für Tonträgerhersteller*innen, Videoclipproduzent*innen, sowie Veranstalter*innen. Dr. Tilo Gerlach vertritt die ausübenden Künstler*innen. Die GVL kann neben Tarifverhandlungen, wie auch in der politischen Kommunikation ein starker Verhandlungspartner sein. Sie ist eine Art Lobbyfunktion für die genannten Bereiche und kann die Einnahmesituation verbessern und gesetzliche Rahmenbedingungen beeinflussen
Die nervige GEMA ist wichtig für die Künstler und Künstlerinnen
Die GEMA ist die Institution, die sich für Künstler und Künstlerinnen, deren Urheberrechte, Nutzungsrechte für die Musikwerke und auch die verbundenen Lizenzeinnahmen, also die Interessen von Musikschaffenden einsetzt.
Wenn ein Sender von einer Band zum Beispiel vier Songs spielen will, dann muss er das anmelden. Liegt zum Beispiel der Antrag auf eine Sondersendung vor, weil sie Geburtstag hat oder jemand aus der Band gestorben ist, macht man Ausnahmen. Ansonsten dürfen nicht mehr als drei Stücke in einer Stunde gespielt werden.
Allerdings bekommen die Künstler von GEMA und Co nur wenig Geld. Auch wenn sie sich einsetzen für die Rechte und das Geld für sie sammeln, geht mehr für die Verwaltung und Vorstände scheinbar raus. Sonst ist nicht zu erklären, warum Musiker und Musikerinnen bei einem gespielten Song nicht mal einen Cent bekommen. Die vielen Nullen hinter dem Komma zwingen förmlich einen dazu sich auf die Bühne zu begeben und hoffen, dass ein Konzert mehr als ausverkauft ist.
So kann man eigentlich sagen ist die Kunst Musik zu machen doch eine sehr schwierige Kunst Geld zu verdienen, genauso wie es mit einem Internetradio geht. Aber mit Kunst, ob mit Musik, Malen oder auch als Autor. Wer keinen Bestseller landet oder einen Hit, sowie einen guten Mäzen hat, der muss sich durchbeißen und wird mehr oder weniger Erfolg haben.
Ich wünsche Marco Hölzer viele neue Hörer und Hörerinnen und auch Gestalter für sein Radioprogramm. Damit ist nun Jeder, vor allem Jede angesprochen, die es gern machen möchte, ein bis zwei Stunden das Programm von Hitradio Ruhr mit Informationen und Musik zu füllen.
Es war ein schöner und spannender Nachmittag und toll den Ruhrpotttypen Marco Hölzer kennengelernt zu haben. Wir bleiben nun im stetigen Kontakt. Ich werde, wie im Podcast erzählt und vorgeschlagen, nun ein kleines Programm mit Jack Tengo zusammen kreieren. Mal sehen, ob es ankommen wird. Geduld. Alles braucht seine Zeit! Aber hören, hören könnt ihr das Programm von Hitradio Ruhr trotzdem jeder Zeit: 24/7. Ich wünsche Marco Hölzer und seinem Radioprogramm noch weitere 7 Jahre und viele weitere danach!
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Jack stellt diesmal seine Heimatstadt Werne im Kreis Unna vor. In Werne gibt es viel zu sehen. Klein, aber oho mit schöner Altstadt, viel Grün und die wilde Lippe.
Teaser:
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Dort gibt es sehr viel zu sehen: Das Heimatmuseum, das älteste erhaltene westfälische Fachwerkhaus, die mittelalterliche St. Christophorus Kirche, das alte Rathaus, das Pilger-Kloster, die Freilichtbühne, die SimJü und noch vieles mehr ist eine Reise wert im Osten des Ruhrgebiets im Kreis Unna an der Grenze zum Münsterland.
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Natürlich gibt es auch große Firmen in Werne, worüber der ein oder andere denkt: „Ach, das kommt von Werne? Hätte ich nicht gedacht.
Die berühmte Backhefe und alles was mit Backwaren zu tun hat, ist ein wichtiges Erzeugnis in Deutschland. Ohne der Uniferm GmbH wäre das Kulturgut Brot kaum denkbar:
Macht die Bochumer Wählergemeinschaft wirklich eine unabhängige Politik mit gesundem Menschenverstand? Das bespreche ich mit den drei Vertretern und Ansprechpartner der Unabhängigen Wählergemeinschaft / Freie Bürger: Fraktionsvorsitzender und Beisitzer Jens Lücking, dem Vorsitzenden der Wählergemeinschaft, Bezirksvertreter Wattenscheid, Stellvertretenden Fraktionsvorsitzender Hans-Josef Winkler und Holger Happe von der Geschäftsstelle.
v.l. Hans-Josef Winkler, Holger Happe, Jens Lücking im Gespräch (Screenshot aus dem Podcast)
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Die Partei ist klein, aber schon mehr als 50 Jahre alt. Damit ist sie fast schon eine alte Bekannte in der Stadt Bochum und eine feste Institution in der politischen Landschaft der Stadt geworden. Über eine, ich sage mal, langjährige „Außenseiter-Partei“ einen Beitrag zu machen, lag mir am Herzen, weil es mal anders ist, als der übliche Parteikram, der sonst jeden Tag zu sehen ist. Denn sie spielen keine Rolle im Bundestagswahlkampf. Dennoch habe ich wegen der überfrachteten Wahlkämpfe diesen Beitrag auf die Zeit nach der Bundestagswahl geschoben.
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Die Leute waren schon gesättigt genug. Unser gemeinsamer Gesprächstermin war noch gemacht worden, als die Ampel stand. Der Termin des Podcasts war zu dem Zeitpunkt geplant gewesen, als noch nicht klar war, wann die Bundestagswahl ist. Und natürlich war dann noch meine Seite gehackt worden. Aber jetzt ist alles gut. Die Wogen sind geglättet. Der Bundestag ist gewählt. Die Koalition aus CDU/CSU und SPD wird wohl die Zukunft für die nächsten vier Jahre bestimmen. Doch in diesem Jahr sind in Nordrhein-Westfalen auch die Kommunalwahlen. Was liegt näher sich mit einigen Parteien auseinander zu setzen, die für die Stadt kämpfen und sie gestalten. So wie es eben auch die UWG/Freie Bürger seit vielen Jahren in Bochum macht.
Jetzt nach diesen langen Wochen sollte es Zeit sein alles aufzuholen, was zwangsweise liegengeblieben ist. Und ja richtig. Die nächste Wahl kommt. Im September wird in Nordrhein-Westfalen wieder gewählt werden. Da spielt die UWG/Freie Bürger eine große Rolle in Bochum, denn es geht um die Kommunalwahl. Sie kann sogar ein Vorbild für andere Städte sein, wo Bürger und Bürgerinnen unzufrieden sind und eine Alternative suchen zur Alternative, wo es um geradlinige Politik geht, statt um Klientelpolitik oder Lügenverbreitung diktiert von oben. Also was liegt näher, einfach mal mit einer Partei in einer Stadt zu plaudern, die ihre Anfänge hatte in Wattenscheid, als Wattenscheid noch eine Stadt war und noch nicht durch die Kreisreform nach Bochum einverleibt wurde. Denn damals war es im Rat der Stadt nicht anders als man heute hier und da sagen könnte: Filz in den Fluren des Rathauses.
Die UWG gründete sich aus Parteimitgliedern aus CDU und SPD, die genug hatten mit dem Gekungel in Wattenscheid. Wie Don Quichotte setzen vertreten nach ihrem Politikverständnis die Basis der Stadtbevölkerung. Sie setzen sich für Umweltschutz und Verbesserungen von Stadtgeschehen ein. Sie werden jedoch durch Mehrheit immer wieder eben kleingehalten. Sie haben ein offenes Ohr für ihre Bezirke. Sie lassen die Bewohner und Bewohnerinnen Bochums zu Wort kommen und schauen, was politisch machbar ist.
Ganz wichtig: Sie haben ein schickes Fraktionsbüro im Rathaus im Erdgeschoss, wo früher die Information im Eingangsbereich war, geht man direkt auf ihre Räumlichkeiten zu.
So war ich nun in der Höhle der UWG/Freie Bürger – Löwen und besprachen den Weg der ihrer Kommunalpolitik und ihren Punkteplan für die nächsten fünf Jahre in Bochum.
Was ich direkt sagen kann, dass sie sehr viel Wasser trinken. Türme von Mineralwasserkästen stehen im Büro. Sie nässen die Stimmen, wenn es in der Fraktion mal politisch heiß hergeht. Die UWG/Freie Bürger sehe ich in der Richtung konservativ-liberal, aber im mittigen Lager. Offen für die Bürger und Bürgerinnen für die sie sich auch einsetzen ohne Druck aus dem fernen Berlin. Denn die Wählergemeinschaft hat keine Direktive aus der fernen Hauptstadt oder der Landeshauptstadt Düsseldorf. Sie können sich ganz auf Bochum konzentrieren. Das ist ein Pluspunkt für eine kleine Partei, die eigentlich keine ist. Sie ist, wie schon erwähnt, eine Wählergemeinschaft. Sie ist wie ein Verein, die sich hinstellt und mit einem Finger zeigt, entweder so oder so nicht, aber ihr könnt doch euch mal unsere Vorschläge anhören und drüber nachdenken und anders entscheiden. Einfach ist der Stand einer kleinen Wählergemeinschaft nicht. Aber sie engagieren sich aus Überzeugung und mit aller Kraft, die sie haben. Sie wollen neben Wörtern auch Taten folgen zu lassen, manchmal mit, manchmal ohne Kompromisse.
Kleine Geschichte der UWG
Sie ist 1969 aus Politikern in Wattenscheid entstanden, die mit dem Gekungel unter CDU und SPD im Rat der Stadt nicht mehr einverstanden war, lange bevor es überhaupt die Grünen gab und als die Stadt Wattenscheid noch nicht ein Bezirk von Bochum in der Gebietsreform von 1975 wurde.
Seit nun mehr als fünf Jahrzehnten ist sie in ganz Bochum eine wählbare Alternative. Die UWG/Freie Bürger steht für die Bürger und Bürgerinnen der Mitte. Nachdem 2012 sich die „Freie Bürger Bochum“ als Splitterpartei der FDP gründeten, gingen sie mit der UWG eine Partnerschaft auf Dauer ein. Jens Lücking war einer, der damals nicht mehr einverstanden war mit der Linie der FDP. Bis heute ist er für die UWG/Freie Bürger einer der drei Ratsmitglieder, die im Rathaus sitzt. Die Chancen wieder reinzukommen sind gut. Seit dem 1.1.2018 ist auch Jens Lücking in der UWG/Freie Bürger dabei. Vorher Fraktionsloser Ratsherr, hat er nun den Vorsitz der Wählergemeinschaft inne.
Die UWG / Freien Bürger sind ein Teil der politischen Stadtlandschaft von Bochum, die ganz anders als die anderen sind. Sie sind benennen sich nicht als Partei, sondern eine Wählergemeinschaft. Sie unterliegen nicht der üblichen Parteirichtlinie, wie die der anderen großen Parteien. Davon erzählen die drei anwesenden Musketiere Hans-Josef Winkler, Jens Lücking und Holger Happe.
Der studierte Jurist Holger Happe arbeitet in der Geschäftsstelle und gestaltet die Geschicke der Ratsfraktion mit. Er ist auch Mitglied in der Bezirksfraktion in Wattenscheid. Der Fraktionsvorsitzende Jens Lücking ist ebenfalls 60 Jahre alt. Jens Lücking, sowie der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Hans-Josef Winkler, der unter anderem Mitglied im Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur ist, versuchen die Bochumer Stadtpolitik zu beeinflussen.
Im Bezirk Bochum-Nord, also in den Stadtteilen Gerthe, Hiltrop-Bergen, sowie im Bezirk Wattenscheid – Mitte machen sie Vorschläge, stellen Anträge, reden mit Bürgern und Politikern.
In diesem Jahr ist neben der vorgezogenen Bundestagswahl auch die nordrhein-westfälische Kommunalwahl am 16.9.2025. Als ich den Termin im Dezember geplant hatte, überschlugen sich gerade die Ampelereignisse. Die UWG/Freie Bürger hat jedoch mit der der Bundestagswahl so wenig miteinander zu tun, wie eine Banane mit einem Eisbär.
Wir haben nach mehrmaligen verschieben den Termin auf dem Nikolaustag dann trotzdem erhalten. Das Erscheinen des Blogbeitrags bzw. Podcasts habe ich wegen der Wahlen, wie schon erwähnt, bewußt nach hinten geschoben. Der Podcast war für mich auch wichtig als Stadtbewohner von Bochum. So konnte ich auch einige Dinge erfragen oder vorschlagen, was die Vertreter der UWG/Freie Bürger mir dann beantworten konnten
Kommunalwahl 2020
Bei der Wahl im September 2020 hat die kleine Wählergemeinschaft mit 100 Mitgliedern drei Ratssitze errungen mit 3,4 %. Das ist nicht viel, aber drei Zungen können gegenüber die größeren Parteien in den Ausschüssen der Bezirke oder im Rat der Stadt Fürbitten, Gegenrede und eigene Anträge verlesen, sowie eigene Bürgeranträge stellen für die Verbesserung der Stadt.
Den Mitglieder und Mitgliederinnen geht es um die Mitgestaltung der Stadt. Es soll Spaß machen mit politischem Engagement die Stadt in der sie leben zu unterstützen. Wer einmal mitmachen möchte, erfährt so einiges, was nicht mal in der Presse steht, was aber für die Stadtgestaltung und das Leben in der Stadt wichtig ist.
Keine Schaufensteranträge, sondern Kümmerer
Die UWG/Freie Bürger bezeichnen sich selbst als hartnäckig. Sie machen keine „Schaufensteranträge“, die pressewirksam nach außen gezeigt werden. Die Wählergemeinschaft bezeichnet sich als eine Einheit in der Vielfalt der Parteienlandschaft und betrachtet die anderen Parteien als Mitbewerber. Sie fühlen sich als „Kümmerer“ in der Stadt. Sie sprechen mit Bürgern, stellen Bürgeranträge. Sie befassen sich mit den Belangen der Bürgern. Bürger und Bürgerinnen sind gern gesehen und werden gehört zu den Zeiten der Sprechstunden im Rathaus von Bochum.
Ein 12 Punkte – Programm
Im Podcast besprechen wir das neue Programm der Wählergemeinschaft. Es geht um Schulpolitik, Förderung der sozialen Mittel statt Streichung für öffentliche Vereine, um eine wichtige Sporthalle, um Fußgängerbeauftragte, die es in der Stadt nicht gibt, mehr Inklusion, Kauf von Schrottimmobilien statt weitere Flächenversiegelung mit gemeinsamen Lösungen für ein lebenswerteres Bochum, Erhalt des Freibads in Höntrop, allein schon wegen der immer mehr geringeren Anzahl an Kindern, die nicht schwimmen können, aber auch der Verringerung der Freizeitgestaltung im Stadtteil Höntrop und Umgebung. Es geht der UWG/Freie Bürger um das Stärken der Bezirke, einschließlich eben denen, die immer etwas weniger beachtet werden, die Stärkung der Kultur, gerade von kleinen Theaterbühnen zum Beispiel, sowie kleinen Initiativen und vieles mehr.
Holger Happe in der Geschäftsstelle der UWG/Freie Bürger im Rathaus Bochum
Die Jugend zu begeistern ist nicht einfach
Es ist schwierig die Jugend für Politik zu interessieren oder anzusprechen. Bei einzelnen Projekten sind sie begeistert, aber nach Fertigstellung verlieren sie schnell Interesse sich zu ändern. Die UWG/Freie Bürger jedoch kämpfen schon länger für ein Jugendparlament. Denn in Bochum gibt es das nicht, was ich aus Bottrop kenne.
Ein Jugendparlament ist umso wichtiger in einer Stadt, weil sie die Zukunft der Stadt sind und zur Mitgestaltung beitragen können. Sie können Vorschläge machen, die sie für wichtig erachten, was Erwachsene nicht sehen oder sehen wollen. Ein Unding, dass es in Bochum nicht vorhanden ist in dieser doch so weltoffenen Stadt mitten im Ruhrgebiet, tief im Westen.
Vor allem liegt der UWG/Freie Bürger der Wattenscheider Bezirk am Herzen. In Wattenscheid ist die UWG geboren worden. Und seit den Anfängen mit der Eingemeindung von 1975 sehen sie viele Dinge, die liegen gelassen wurde von der Stadt Bochum. Sie haben ihren Einfluss genutzt in den Bezirken und im Rat der Stadt. Wenn die Fraktion auch klein ist, ist das oft mehr als man denkt.
In den Ausschüssen wird schon mal hart debattiert und gerungen, um gemeinsame Lösungen zu finden, aber es passiert auch mal etwas durch die Mehrheit nichts. Das Freibad Höntrop ist ein gutes Beispiel. Denn Nichts bis Garnichts Tun bis es in sich zusammengefällt, so dass ein historisches architektonisches Sprungbrettjuwel aus den 1950er Jahren keine Zukunft mehr hat, zeigt wie Bochum mit Wattenscheid umgegangen ist über die Jahrzehnte.
Es ändert sich zwar in den letzten Jahren etwas, aber die Spuren sind nicht schnell wegzuwischen. Die Bochumer Innenstadt wurde bisher immer bevorzugt behandelt gegenüber dem größten „Stadtteil“. Bleibt alles anders würde Herbert Grönemeyer lapidar jetzt singen.
Finger in die Wunde legen
Die UWG/Freie Bürger legt hier und da schon mal die Finger in Wunden. Sie ist für Bürger und Bürgerinnen ansprechbar und ist nicht auf Landes- oder Bundesebene tätig. Damit ist sie keiner Parteirichtlinie oder Ideologie unterworfen. So kann sie ganz für die Bevölkerung da sein im Rahmen der Stadtgrenzen. Sie ist damit ein Zünglein der Waage in der Kommunalpolitik von Bochum. Sie ist politisch damit sogar ein kleines Vorbild für so manch andere Stadt im Ruhrgebiet, wo verärgerte Bürger und Bürgerinnen, die sich nicht mehr gut vertreten fühlen im Rat der Stadt nach einer Alternativen suchen, um den „Großen“ demokratisch freiheitlich auf die Finger zu klopfen.
Das ist jetzt keine Kritik von meiner Seite an die stadtregierenden Parteien. Aber wir alle wissen, wie es abgeht: Macht eine kleine Partei einen Antrag, der sinnvoll wäre angenommen zu werden, weil es zum Beispiel wilde Mülldeponien reduzieren würde, wird er von der regierenden Partei oder Koalition abgelehnt.
Einige Monate später leicht abgewandelt kommt ein Antrag, der dann auf die eigenen Fahnen geschrieben wird und den Menschen vorgaukelt, dass sie einen tollen Vorschlag haben zur Vermeidung von Müll. Das wird natürlich pressewirksam nach außen getragen, so dass es den Anschein hat, dass sie die ersten mit der Idee waren. Die oppositionellen Parteien gehen da natürlich leer aus und könnten durch die Bürger und Bürgerinnen abgewählt werden. Diese pauschale Aussage, kann ich machen, weil ich selbst schon kommunalpolitisch tätig war und genau diese Erfahrungen mitgemacht habe. Leider ist es oft genug so.
Statt sich also mal zusammen zu raufen und auch den kleinen Parteien Mal die ein oder anderen Lorbeeren zu überlassen, ist das sehr schwer sich durchzusetzen.
Politische Gespräche
Ich will zwischendurch meine „Politischen Gespräche“ als Podcast auch in anderen Ruhrgebietsstädten machen, um auf deren Leitlinien oder Personen, sowie Parteiprogrammen anders aufmerksam machen. Welche Partei einen Podcast möchte kann sich gern bei mir melden, denn für mich ist es wichtig Transparenzen zu zeigen, Personen hinter den Buchstaben eines trockenen Parteiprogramms und wie nah doch ein Politiker oder eine Politikerin doch sein kann ohne Vorurteile zu haben.
Nur an einem meiner eigenen politischen Grundordnung für Gespräche ist für mich nicht zu rütteln: Parteien, die das Grundgesetz und die Verfassung, verändern wollen, von Remigration reden oder die Abschaffung der EU oder Euro wollen, sind für mich keine demokratische Partei und haben mit dem modernen Grundverständnis der Demokratie und jetzigen Situation unseres friedlichen Zusammenlebens und Erhalten dieses Lebensverständnisses nichts zu tun.
Sie werden von mir nur kritisch betrachtet werden, aber kein Gehör finden. Das mag einseitig sein und undemokratisch wirken. Das ist allerdings meine demokratische Grundhaltung, dass Nazis oder Gesinnungsgenossen, die unser jetziges demokratische Gebilde einebnen wollen, nicht auf die öffentliche Bühne gehören, wo sie lautstark immer wieder Lügen verbreiten können oder einem die Wörter im Mund umdrehen, so dass sie im richtigen Licht erscheinen.
Die UWG/Freie Bürger sind alles andere als das. Sie sind für die Bürger und Bürgerinnen da. Sie können demokratisch gewählt werden. Sie setzen sich ein für sie, für dich und können als Wählergemeinschaft im Ruhrgebiet ein Vorbild für neu zu gründende poliltische Stadt-Basis-Partei sein. Deswegen war mir dieser Beitrag und der Podcast auch wichtig.
Politik bestimmt unser Leben
Politik bedeutet Gesetze schaffen und Rahmenbedingungen zum friedlichen Zusammenleben. Demokratisch gewählt oder auch nicht, wie in Russland zum Beispiel, ist Politik immer zum Leben dazu gehörend. Sie gestaltet unser Leben von der Geburt bis zum Grab mit Verordnungen, Gesetzen und Steuern, um das staatliche Zusammenleben eben auch zu erhalten.
Wenn der Brief der Einkommenssteuer zu Hause liegt, sollte man wissen, dass das steuerliche Geld in den Erhalt der Schulen, die polizeiliche Sicherheit, die Verteidigung des Landes, den Erhalt von Straßen und Museen und Kultur uvm. fließt, die für uns alle zum Leben wichtig sind. Jeder Euro aus der Mehrwertsteuer, die wir im Supermarkt, beim Restaurantbesuch, Friseur, Reisebüro, bei Versicherungen oder Autokauf bezahlen ist nicht nur unmittelbar für dich, sondern auch für deine Kinder und Enkelkinder und deren Nachkommen gedacht. Ob der Staat nun neue Schulden oder nicht aufnehmen muss, spielt keine große Rolle für das eigene unmittelbare Leben. So erhält er im Sinne seiner Bevölkerung die Demokratie und den Staat in den Festen der jetzigen Lage von Innen- und Außenpolitik und eben alles, was damit zusammen hängt.
Überall fließt die Politik indirekt in den Adern schon morgens nicht nur im Morgenmagazin, sondern im Müsli, den ich mir morgens reinschiebe mit einer Flasche Milch. Nur durch ein Kreuz an einer gewissen Stelle, je nach Gesinnung, Unterstützung oder auch ideologischen Einfluss, kann ein gewählter Vertreter oder Vertreterin aus dem Wahlkreis auch weitgehend für die entsprechenden Wähler und Wählerinnen da sein und die jeweiligen Interessen oder Parteirichtlinien durchsetzen versuchen in Sitzungen, Ausschüssen, Debatten und Abstimmungen.
Das ist die Demokratie! Ich will hier mit dem ein oder anderen Podcast aus der Politik eben auch mitteilen, dass es wichtig ist, wählen zu gehen!
Wählen gehen!
Geht also wählen, macht also euer Kreuz, Hauptsache ihr geht wählen, damit die Demokratie erhalten bleibt!
Umso mehr wünsche ich mir nun augenöffnende Podcast-Zuhörer und -Zuhörerinnen, die vielleicht alternativ die UWG/Freien Bürger interessant finden. Vielleicht würde die ein oder andere Person mitmachen die Stadt Bochum mitzugestalten, wie die drei anwesenden Vertreter der Wählergemeinschaft.
Vielleicht animiere ich dazu, Menschen für die Stadtgestaltung oder Politik zu interessierten und mitzumachen. Egal ob bei der UWG/Freie Bürger, sondern einfach ein Engagement für die Stadt, das Land oder den Staat. Der Podcast und Blogbeitrag soll einfach aufmerksam machen auf die städtische Gestaltungsmöglichkeiten. Ich bin selbst kein Mitglied der UWG/Freie Bürger. Ich möchte nur eine Möglichkeit zeigen, wie man sich in einer Stadt wie Bochum selbst politisch engagieren kann für seine oder ihre Stadt. Politik ist wichtig für unser Leben und das Leben der Nachkommen..
Ob ich damit auch jüngeres Publikum animieren kann mitzumachen, weiß ich nicht. Meine ersten Schritte in der Politik habe ich selbst mit 18 gemacht. Mich freut es ein kleines Rädchen im Getriebe der Demokratie zu sein mit jedem einzelnen Wort mit jedem einzelnen Tun als Blogger und Mensch.
Achtung! Das hier ist keine bezahlte Werbung für die UWG/Freie Bürger, auch kein Aufruf für die Wählergemeinschaft, sondern einfach nur eine politische stadtpolitische Alternative, die ich in meinem Blog bzw. Podcast aufzeigen wollte! Mir ging es einzig und allein darum sie zu zeigen und mitzuteilen, wie wichtig Politik in unserem städtischen Leben wichtig ist.
Wer mehr über die UWG/Freie Bürger wissen will, findet die Links nun hier:
Mit Ulli Engelbrecht, der den Bereich Presse und Öffentlichkeitsarbeit übernommen hat, hatte ich in den Politischen Gesprächen – Podcast bei meiner Ausstellung „Flaschengefühle“ schon das Vergnügen. Er war beim Gespräch nicht dabei.
Osama Aljabr habe ich auf der Kundgebung vom Bündnis Buntes Bottrop gegen die AfD gehört und ihn sofort gefragt, dass ich seine Geschichte gern in einem Podcast herausbringen möchte. Er sagte sofort zu. Der Podcast ist zwar lang, aber ungekürzt. Er beinhaltet seine Geschichte von Anfang an und seine Arbeit im Kinderschutzbund Bottrop. Seine Geschichte ist bewegend und emotional. Im zweiten Teil zeigt er mir das Haus vom Kinderschutzbund und die Arbeit vor Ort. Ein Moment der Vielfalt vor Ort, denn hier sind keine Grenzen gesetzt, welcher Religionszugehörigkeit oder Nationalität die Kinder entstammen. Allen wird geholfen mit viel Liebe, Wissen und Wärme bei Hausaufgaben, mit einer vernünftigen Mahlzeit und viel Spielen.
Videopodcast Teil 1 Krieg, Flucht und Ankommen:
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Videopodcast Teil 2 Osama und der Kinderschutzbund Bottrop:
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Ich hoffe, ich kann auch Zuhörer und Zuhörerinnen gewinnen, die vielleicht anders denken, wenn sie Osamas Ausführungen gehört haben. Denn im Moment ist die Stimmung im Land vor den Wahlen mit unberechenbaren Denkzetteln gepflastert. Denn die rechten Gesinnungskräfte werden immer mehr, obwohl wir doch alle irgendwie Migranten sind. Wir wissen ganz genau, was eben die Deutschen verursacht haben im 20. Jahrhundert. Für mich gibt und darf es keinen Schlussstrich unter der Erinnerungskultur geben! Es können dadurch unberechenbare weitere rassistische Übergriffe möglich sein ohne Aufklärung. Die Kinder, egal welcher Religion oder Nationalität, leiden am meisten darunter. Sie werden nicht gesehen in den ganzen Diskussionen. Rassistische Übergriffe sind nach der aktuellen Statistik stark gestiegen.
Ich stellte viele Fragen im Podcast, den ich bewusst nicht gekürzt habe, denn er sollte zu Wort kommen, sollte sich öffnen, sollte erklären, damit man als Außenstehender verstehen kann. Ich habe sehr wohl verstanden, warum er geflüchtet ist. Ich spreche mich nicht frei davon. In dieser Situation, in der er steckte, würde ich wahrscheinlich auch mich entscheiden zu flüchten, um eine neues Leben in Frieden leben zu wollen.
Wie war denn das Leben in Syrien, fragte ich ihn. Wie ist es im Krieg, weil wir keine Vorstellung mehr haben. Die älteren haben noch den Bombenhagel der Alliierten im Kopf, aber wir leben in Frieden seit fast 80 Jahren und können das nicht mehr nachvollziehen.
Was passierte auf der Flucht und wie war denn das Ankommen? Hatte er noch den Mut weiterzugehen? Und wie war es die Familie wieder in die Arme nehmen zu können? Das sind einige Fragen, die ich gestellt habe. Doch es war noch viel mehr.
Wir lachen auch mal, weil Osama wieder lachen kann. Osama hatte lange Zeit das Lachen verloren. Heute ist er ein lebenslustiger Mann geworden, der es weitergeben kann. Das sieht man bei der Arbeit mit den Kindern beim Kinderschutzbund.
Viele weitere Fragen begegneten mir im Laufe des Gesprächs. Nichts war vorbereitet. Ich habe mit ihm, wie mit einem Freund gesprochen und Fragen gestellt, die er vor knapp 7 Jahren wahrscheinlich so noch nicht beantwortet hätte können.
Schmelztiegel und Fluchtburg Ruhrgebiet
Schon vor 170 Jahren begann durch die Industrialisierung die Entwicklung durch Einwanderung ins Ruhrgebiet. Menschen kamen von überall her, weil es hier Arbeit gab. Menschen, die als Knechte auf Bauernhöfe gearbeitet haben für einen kargen Lohn unter miesen Bedingungen, die einer Sklaverei ähnelte, suchten nach Verbesserungen im Leben und für ihre Familie. So kamen viele Landarbeiter aus dem Osten ins Ruhrgebiet. Allein Bottrop hatte fast 80% Migranten aus Polen. Klein-Warschau sagte man damals.
Dazu kamen über die Jahrzehnte Kriegsflüchtlinge nach dem zweiten Weltkrieg aus Ostpreussen und Wirtschaftsflüchtlinge aus der DDR, sowie Polen, Russen, Ukrainer, Italiener, Griechen, Portugiesen, Spanier, Türken, Bosnien-Herzegowina, Serben, Kroaten, Albaner, Rumänen, Bulgaren ins Ruhrgebiet. Das Ruhrgebiet wurde zu einem Schmelztiegel von Nationalitäten, die heute allein in Bochum 180 erreicht haben durch die Universität. Alle sind hier friedlich zusammen gekommen und leben auch friedlich zusammen, ergänzen sich und bereichern sich mit ihrer Kultur. Multikulti funktioniert, wenn es zugelassen wird. Vieles ist neu entstanden, anderes ist gegangen. Heute prägen Dönerbuden und nicht die Pommesbuden den Stadtraum als Beispiel. Das macht das Ruhrgebiet aus: Eine bunte Vielfalt. Osama Aljabr verkörpert sie in einer Person mit Tragik und Optimismus für eine bessere Welt, die wir doch wollen, oder nicht?
Ohne Migration kein Ruhrgebiet
Ohne Migration wäre das Ruhrgebiet von heute nicht das, was es heute ist und wir nicht hier. Syrer, egal welcher Religionszugehörigkeit (wichtige Erwähnung, denn Syrer sind nicht alle muslimischen Glaubens, sondern es gibt auch Christen und Drusen!) sind nun auch Teil der Migration und Integration. Sie sind in einen Bürgerkrieg geraten zwischen vielen Fronten. Viele sind geflüchtet und haben sich nach Europa retten können.
Das dabei auch „Schwarze Schafe“ mit ins Boot gekommen oder geworden sind, bedeutet nicht, dass eben ALLE zu welche geworden sind. So wie es in den Medien und einer bestimmten neueren Partei täglich durchgekaut wird. Ich betone, dass auch wir schwarze Schafe in der deutschen Bevölkerungsstruktur haben. Deswegen sind DIE Syrer für mich nicht alle über einen Kamm zu scheren. Es besteht kein Zweifel, dass mit Verbrechern und Terroristen im gesetzlichen Rahmen der Verfassung umgangen werden muss. Sie müssen dann nach unserer Verfassung und Gesetzesmöglichkeit abgeschoben werden oder ins Gefängnis gehen. Das nur kurz dazu, damit nicht die Meinung entsteht ich würde Terroristen und Verbrecher verteidigen. Auch Geflüchtete grenzen sich von diesen Personen ab. Sie werden eben gleich gesetzt mit den schlechten Menschen aus ihrem Land.
Kriegsflüchtling oder Wirtschaftsflüchtling?
In der heutigen Debatte um Flucht und Vertreibung werden „Kriegsflüchtlinge“ zu „Wirtschaftsflüchtlinge“. Sie könnten ja zurück und mit der Waffe kämpfen, um dann ihr Land wieder aufbauen zu können, so einige Meinungen die in den Sozialen Medien herumgeistern. Aber das ist einfacher gesagt als getan. Denn dazu gibt es viele Argumente, um zu verstehen, dass es eben nicht so einfach ist. Das ist am Beispiel Syriens eben nicht zu sagen, wenn auch Assad mittlerweile kein Präsident ist.
Heute haben viele Syrer, die allein 2015 gekommen sind, als der Krieg bestialischer denn je wurde, entweder eine Arbeit gefunden oder haben sich erfolgreich Selbstständig gemacht. Sie hatten in Syrien schon ein Leben vor dem Krieg. Hier wollen sie dieses Leben nur in Frieden ohne Waffe leben. Ausnahmen bestätigen die Regel. Natürlich gibt es welche, die sich nicht integrieren wollen, die nicht Deutsch lernen wollen, auch gegen das Gesetz verstoßen und dafür ins Gefängnis landen oder abgeschoben werden. Aber wir haben genug Deutsche, die nur vom Sozialsystem leben wollen, Gesetze brechen, sogar ihre Frauen zu Hause schlagen. Wir müssen uns immer erst an die eigene Nase fassen, bevor wir mit dem Finger auf andere zeigen.
Der überwiegende Teil der damaligen Flüchtlinge hat eine Arbeit gefunden, zahlen mittlerweile Steuern und in die Sozialsysteme ein. Es wächst schon eine neue Generation an, die alle einen deutschen Pass haben, die keine syrische Sprache mehr beherrschen. Und es gibt auch viele, die sich Selbstständig gemacht haben mit einer Konditorei zum Beispiel. In Bochum gibt es neben einer syrischen Konditorei auch eine Parfumerie und ein Schnellrestaurant mit syrischen Speisen.
Jetzt haben wir hier nach fast 80 Jahren Wohlstand und Frieden. Deutschland hat durch die Erfahrungen mit den Nationalsozialisten ein Grundgesetz und eine einmalige Verfassung geschaffen, die seit 75 Jahren Bestand hat und den Frieden, die Freiheit bewahrt und eine Wiederholung der Nazi-Regierung verhindern soll. Menschen, die aus Ländern mit Krieg kommen, wo Folter und Totschlag, die Freiheit des Einzelnen Lebens gefährdet ist, weil sie eine andere Meinung, eine andere Religion haben, können Asyl beantragen.
Arabischer Frühling und Syrien
2010 begann der Arabische Frühling. In den arabischen Ländern ist es damals wie heute wirtschaftlich nicht zum Besten gestellt. In einigen Ländern, wie Syrien und Libyen herrschten Diktatoren, die ihr Volk unterdrückten. In anderen regierten Personen, die ihr Volk auspressten mit hohen Steuern und wenig taten, um die Wirtschaft anzukurbeln, damit die jungen Menschen Arbeit haben. Zwangsweise suchen diese nach neuen Lösungen, nach einer Lebensperspektive, wenn die Heimat es nicht bieten kann.
Studierte junge Menschen kamen nicht in gute Jobs. Korruption und Willkür herrschte und herrscht noch heute in Ländern wie Tunesien, Algerien Ägypten und Libyen. Die Völker standen auf. So auch in Syrien. Doch dort passierte mehr als in den anderen Ländern, denn in Syrien leben verschiedene Glaubensrichtungen und Kulturen. Assad regierte noch bis kurz nach der Podcastaufnahme Ende November mit harter Hand, presste sein Volk aus und hatte Russland als Beistand, als die Revolution begann, die zu einem nicht enden wollenden Bürgerkrieg wurde.
Damaskus war schon früher zur Zeit des Kalten Krieges eine Bastion des sowjetischen Geheimdiensts KGB als Drehscheibe für den Nahen Osten. In die Tiefe dieses Themas zu gehen, würde jetzt zu weit gehen. In Syrien kämpften verschiedene Gruppen nun mit- oder gegeneinander, während Assad immer noch in seinem Präsidentensessel saß ohne Rücksicht auf das Volk mit Putins Segen. Assad hat Putin wegen den mittlerweile drei Jahre andauernden Krieg mit der Ukraine fallen gelassen, weil er die Kräfte vor Ort braucht. Assads Fall hängt also unmittelbar mit der Situation Putins zusammen.
Was bedeutet Flucht?
Wir, die wir in Sicherheit hier leben und jeden Tag im Supermarkt ein Überangebot von Lebensmitteln bekommen, die verschiedenste Arbeit bekommen, sich selbständig machen können, eine Meinungs- und Demonstrationsfreiheit genießen, ein Auto kaufen können, leben jetzt 80 Jahren in Frieden. Wir sind heute umringt von befreundeten Ländern, die Deutschland damals völkerrechtswidrig besetzt hatten. Gemeinsam setzen heute Deutschland und die heute befreundeten Länder mit der EU sich für Frieden, Freiheit und Wohlstand in Europa ein. Dafür kämpfe ich auch als kleines Rad am Wagen und vergesse dabei nicht, woher ich komme, warum es mir gut geht und was mich bedroht. Natürlich ist nicht alles rosig. Man kann einiges kritisieren, aber es geht uns verdammt nochmal besser als den Menschen eben in Syrien oder sonst wo.
Woanders ist Krieg, woanders leben die Menschen unter dem Existenzminimum. Woanders hat unser zivilisiertes und fortschrittliches Leben auch leider den Grund, warum Kriege entstehen. Wir haben die Länder ausgebeutet oder beuten sie immer noch aus. Haben sie politisch in Richtungen gelenkt, um uns freudig zu stimmen, um Rohstoffe billig zu liefern. Es gibt so viele Dinge, die ich aufzählen kann.
Es gibt nur drei Gründe zu fliehen: Familie, Sicherheit, Frieden. Was folgt ist Leben in Sicherheit und Frieden. Die Sprache lernen und dann den Wohlstand und die Sicherheit mit Gründung, sowie Erhalt der Familie in Zukunft in einer neuen Heimat zu sichern. Gerade die Rechten sagen dann: Klar Sicherheit! Die wollen nur unser Bürgergeld. Und wir zahlen das mit unseren Steuern. Erstens haben wir deswegen nicht weniger Butter auf dem Brot. Die wird nicht teurer, weil Ausländer zu uns kommen. Das sind wirtschaftliche und inflationäre, sowie Angebot und Nachfrage-Gründe. Außerdem wollen zu mindestens 98% alle so schnell wie möglich ein Leben aufbauen mit Arbeit und Wohnung. Es gibt auch da Ausnahmen. Aber die behördlichen Wartezeiten bis zur Anerkennung ist ein Spiel mit dem Leben. Der psychische Druck wächst, je länger die Menschen warten müssen, ob Asyl anerkannt wird oder nicht. Dann dürfen sie nicht arbeiten in der Zeit, bekommen eben nicht die Summe von Bürgergeld. Sie sind Spielball für Politik in diesem Moment. Es ist pervers mit Menschenleben zu spielen, die eine lange Flucht voller Gefahren hinter sich haben. Das wird mir beim Podcasten immer mehr bewusster.
Flüchtlingswelle Generation Zweiter Weltkrieg vs. Schlauchboot heute
Viele deutsche Familien haben das auch erlebt nach dem Zweiten Weltkrieg. Es leben noch Kinder des zweiten Weltkriegs, die jedoch langsam aussterben. Sie wissen, was Flucht und Vertreibung, Krieg und Hass bedeutet nach 80 Jahren. Doch wir unsere Generation und die Generation nach uns, kennt es nicht, hat es nicht am eigenen Leib erlebt. Und genau das ist das traurige, wenn ich Demonstrationen sehe für Remigration oder bei den Gegendemonstrationen zu wenige, die aufstehen gegen diese rechte Gesinnung. Sie alle, auch die Zuschauer und Schweigenden würde ich gern in ein Schlauchboot in die Region schicken, wo Bürgerkrieg herrscht, mal einen Monat lang leben lassen. Sie sollen es kennenlernen, ob es dort besser ist zu leben. Wer schweigt hat auch den zweiten Weltkrieg zugelassen, sowie den Holocaust und es hinterher auch akzeptiert. Ich schicke sie gern an die Front in die Ukraine, damit sie die Ängste der in den Kellern sitzenden Kinder und Mütter erfahren können. Was sind schon 1500 km Entfernung bis zur Grenze eines Landes, das schon mehr als 10 Jahre im Krieg lebt?
Geht zum Spiegel! Wer von uns selbst würde nicht auch flüchten, wenn hier Bomben, Granaten und Maschinengewehrsalven jeden Tag, jede Nacht fallen, man nicht kämpfen möchte für die Ansichten des Staates oder der Gruppierung und die Familie kaum was zu essen hat? Das alles hatten die Deutschen selbst schon durch zwei Weltkriege nicht nur verursacht, sondern auch selbst durch Vertreibung aus den Ostgebieten erfahren. Viele sind auch von ihnen im Ruhrgebiet gelandet.
Wer als Mann, aber auch Frau, flieht statt selbst die Waffe in die Hand zu nehmen um zu kämpfen, der/die ist mutig, aber wird seine Familie in Stich lassen, wenn er/sie stirbt. Und wofür wäre man dann gestorben in einem Bürgerkrieg, wenn die Situation unübersichtlich ist, wie in Syrien?
Genau das hat Osama erlebt. Es geht um Osama Aljabr, sozusagen stellvertretend für die Syrer, die einfach ein neues und friedliches Leben mit Arbeit in einem anderen Land führen wollte. Er gehört nicht zu diesem großen Kamm, der von Populisten gern aus der Gesäßtasche hervorgeholt wird um den rechten Scheitel zu striegeln.
Er gehört zu den Drusen, einer Glaubensrichtung, die von den islamischen Kriegern vor Ort nicht gern gesehen wird. Würde er überleben? Das konnte niemand vorhersagen. Er ist nur einer von vielen.
Jeder hat und hatte ein Motiv zu flüchten. Viele Familien sind gemeinsam geflüchtet. Mir brannte sich 2015 das Fotos eines ertrunkenen Kindes am Strand ein, das weltweit um die Welt ging. Das Symbol für Krieg, Flucht oder Vertreibung, aber auch der Festung Europa. Ein Kind, dass auch unser Kind sein könnte, wenn wir flüchten würden. Doch die Wahrnehmung war eine andere zu Sylvester 2015. Auch das spreche ich an. Die Situation hat sich für das schlechte Verhalten junger Männer auch in der Medienlandschaft verschlechtert, so dass die rechte Partei AfD mehr Stimmen bekam, vor allem im Osten. Sogar Italiener wurden wegen ihres Aussehens nicht nur von der Polizei angehalten, sondern auch beschimpft ohne zu wissen, woher sie stammten. Hätte ich schwarz gelockte Haare, wäre ich wahrscheinlich auch verhaftet worden, wenn ich zum gleichen Zeitpunkt am falschen Ort gewesen wäre ohne zu wissen, was da war.
Der Lehrer und sein Schlüsselerlebnis
Osama Aljabr war Lehrer an einer Schule in einer kleineren Nachbarstadt der Hauptstadt Damaskus. Er sah den täglichen Wahnsinn des Krieges. Er gründete eine Familie und blieb in seiner Heimat bis ein schlimmes Schlüsselerlebnis ihn dazu brachte, seine Eltern zu verlassen und zu flüchten.
Jeden Tag konnte jemand an die Tür klopfen, um ihn entweder zu erschießen oder ihm eine Waffe in die Hand zu drücken, um ihn zum Mitmachen zu zwingen. Er würde seine Familie dann wahrscheinlich nicht mehr wiedersehen. Niemand weiß, wie der nächste Tag weitergegangen wäre. Er wollte seine Familie beschützen. Er wäre vielleicht geblieben, wäre sein Bruder nicht gestorben in den Wirren des Bürgerkriegs. Er liebte seinen Bruder. Er packte mit seiner Frau die Koffer. Dann flohen sie, um auch seinen fünf Monate alten Sohn vor den Kriegswirren zu schützen.
Im Podcast besprechen wir weitgehend alle Einzelheiten, die er mitgemacht hat und starten mit dem Kennenlernen seines Geburtslandes und die Sprache. Denn für mich ist wichtig nicht nur den Menschen, sondern auch seine Umgebung näher kennenzulernen. Das ist in einem kleinen Rahmen von 30 bis 60 Minuten nicht machbar gewesen und deswegen ist der Podcast auch sehr lang. Er ist nur von der Begehung des Kinderschutzbundhauses getrennt worden.
Die Flucht – Eine Odysee
Sie flogen nach Indien, dann in die Türkei. Osama trennte sich von seiner Familie und begann eine Odysseereise nach Deutschland, wo er einen Bekannten hatte. Er hatte nur das Ziel seine Familie in Sicherheit nach Deutschland bringen zu können.
Osama erzählt über die langen Wege, das Fahren mit dem Schlauchboot, die Gefahren und die Gewalt, die er bei seiner Flucht erfahren hatte. Er kam in Deutschland an, bevor Angela Merkel ihre Willkommensgrüße an die über eine Million Flüchtlinge in Ungarn und den an den Grenzen der Balkanstaaten richtete, und unter unmenschlichen Bedingungen ausharrten. Es gab einzelne Menschen, die unter Drohung von Gefängnisstrafen trotzdem geholfen haben.
Das Ankommen
Dann kam er in Deutschland an. Zuerst in eine Flüchtlingsunterkunft in Halberstadt für eineinhalb Monate. Dann begann eine Reise durch verschiedene Städte. In Bremen begann er Deutsch zu lernen. Vor Ort wollte er nicht mehr rumliegen und auf neue Möglichkeiten warten.
Die Wahl der neuen Heimat
Er wollte etwas machen, nicht still im Asylantenhaus rumhängen und ging zur dortigen Caritas. Die Bremer haben sich nicht die Zeit genommen und waren recht unfreundlich. Dann kam er 2016 zu Besuch bei einem Bekannten nach Bottrop. Die Stadt gefiel ihm. Sie war ähnlich groß, wie die Heimatstadt bei Damaskus. Bottrop liegt an der großen Stadt Essen, so fühlte er sich fast wie „Zuhause“ und entschied ins Ruhrgebiet in diese Stadt zu ziehen. Er stellte auch fest, dass er hier freundlichere Menschen als in Bremen kennenlernte. Das man offen mit ihm umging.
In Bottrop suchte er nach Arbeit. Der Kinderschutzbund gab ihm eine Woche zum Probearbeiten. Dann wurde es ein Vertrag auf Dauer bis heute. Er machte noch eine Ausbildung als Erzieher und wurde Pädagogischer Leiter als die Vorgängerin in Rente ging. Seit dem Zuzug nach Bottrop macht er seinen Weg im Kinderschutzbund Bottrop. Das Kapitel Syrien ist für ihn abgeschlossen, egal, ob Assad noch regieren würde oder nicht. Die Aufnahme war einige Wochen vor dem Sturz von Assad. Nach einem Jahr und acht Monaten konnte er seine Familie wieder in die Arme schließen. Ein Datum, dass ihm ins Gehirn eingebrannt wurde.
Osama Aljabr und der Bürgerdialog der AfD
Wie erwähnt habe ich Osama Aljabr im September 2024 auf der Bühne bei einer Demonstration gegen den Bürgerdialog der AfD in der Aula der Berufsschule Bottrop erlebt. Viele Personen, die längst in der Gesellschaft nicht nur angekommen sind und sich integriert haben, erzählten ihre Geschichte und Ängste, die von den Remigrationsplänen der Partei geschürt werden. Sie erzählten von ihrer Flucht und das Ankommen. Darunter war auch Osama Aljabr. Nach der Kundgebung suchte ich ihn auf und machte einen Termin für einen Podcast über ihn, seine Flucht, sein Ankommen und seine Arbeit im Kinderschutzbund Bottrop, den er mittlerweile als Pädagogischer Leiter mit viel Herz betreut.
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Was fühlt nun ein integrierter Mensch mit Deutschem Pass, um es hart zu sagen, was fühlt ein Mensch, der die Gefahren der Flucht auf sich genommen hatte und nun ein politischer Spielball einer Partei wurde. Sie sprechen von Remigration und wollen sie durchführen, wenn sie an die Macht kommen würden. Was denkt ein Mensch, der in der Gesellschaft nicht nur angekommen ist, sondern eine wichtige Funktion hat, genauso ins Rentensystem und in die Krankenkassen einzahlt, wenn die AfD mit mehr als 30% im Osten Deutschlands gewählt wird. Und was denkt ein Syrer, der gerade Assads Sturz mit einer Freude erleben konnte (der passierte zufällig nun nach dem Podcast und vor der Veröffentlichung), der von Politikern der CDU mitgeteilt bekommt, dass sie nun schon prüfen würden, wie eine Rückführung stattfinden kann. Da war keine Stunde nach der Meldung vergangen. Was macht das mit den Menschen, die wissen, dass da noch lange kein Frieden herrscht und dass sie nach fast zehn Jahre mit einem neuen Leben hier leben?
Abscheulichkeiten der Politik
Meine persönliche Meinung: Diese Politiker sich schämen. Sie spielen rhetorisch mit der menschlichen Psyche und Menschenleben. Man muss erstmal abwarten, wie sich das alles in Syrien entwickelt, was da passiert und dann prüfen, wer noch zurück kann. Aber wer will noch zurück, der hier im Frieden leben kann und dort nur Krieg erfahren hat?
Der erste Teil des Podcasts war bewegend und emotional für mich. Ich musste schlucken, man sieht es mir vielleicht nicht an und machte dennoch weiter, denn im zweiten Teil wollte ich die Arbeit im Kinderschutzbund sehen.
Angst vor Remigration
Wenn er das Wort „Remigration“ von der AfD hört, kommen neue Ängste. Viele glauben sich nun eher in Sicherheit, als das sie es wissen. Keiner weiß, wie es sein wird, falls die Pläne von Remigration der AfD, wenn sie denn machtpolitisch an den Hebeln sitzen können nach der nächsten Bundestagswahl Wirklichkeit werden.
Der Bottroper Kinderschutzbund und sein Leiter
Als Pädagogischer Leiter ist Osama Aljabr für alles verantwortlich. Er betreut die Spendenannahme und Umsetzung, die Organisation seines Teams für die Betreuung der Kinder, Ausflüge und das Lernen, das Annehmen von Ehrenamtlichen und die Abrechnungen im Büro. Er zeigte mir die Räumlichkeiten vom Ruheraum, wo Kinder sich auch öffnen können, wenn sie etwas belastet, den Spielraum, die Lernräume, die Küche mit dem Aufenthaltsraum, wo auch gelernt wird. Ich war dabei, hab mit den Kindern zusammen Crepes gegessen und einen Kaffee getrunken. Habe sogar einem Mädchen bei der Mathematik geholfen.
Ich habe sie im Spielraum rumtollen sehen und war begeistert wieviel Platz sie haben in dem neu renovierten Haus, das vorher als Wohnhaus mit einem Kiosk noch den alten Grauputz mit Kokereischmutz hatte. Der Verein Wunschzauberer hat es gekauft und renoviert für den Kinderschutzbund. Über den Wunschzauberer habe ich jedoch nicht gesprochen, weil ich das extra behandeln wollte, was es ist und wer es initiiert hat.
Der „Pottmensch“ Osama Aljabr
Ich freue mich Osama Aljabr als einen „Pottmenschen“ zu zeigen, der eine Institution zu führen, die für Kinder da ist, der selbst Krieg und Flucht hinter sich bringen konnte, um ein neues Leben hier im Ruhrgebiet zu starten.
Mit Sicherheit bleibe ich mit ihm in Kontakt. Meine erste Handlung war, dass ich erfahren habe, dass der Kinderschutzbund auch Lebensmittelspenden gern erhalten möchte, damit die Kinder Mittagessen bekommen können.
Podcast zum Hören:
Öffnungszeiten beim Kinderschutzbund
montags und donnerstags, 11-17 Uhr dienstags, 8–17 Uhr mittwochs, 8– 19 Uhr freitags: besondere Veranstaltungen und Projekte, kurzfristige Terminierungen
Zielgruppe
6-14 Jahre
Anfahrt ÖPNV
Bus 268 Richtung Klopriesstraße, Haltestelle Brinkstraße, 1 min Fußweg / Bus 263 Richtung Essen Boyer Straße, Haltestelle Brinkstraße, 1 min Fußweg
Entnommen von der Städtischen Internetseite www.bottrop.de
Der Dt. Kinderschutzbund Bottrop e.V. stellt sich vor:
Unser Motto lautet „Der Kinderschutzbund ist bunt! Jeder ist hier herzlich willkommen!“ Der Kinderschutzbund liegt zentral in Stadtnähe an der Prosperstraße in Bottrop.
Wir fördern Kinder im Grundschulalter mit unterschiedlichen Projekten und stehen Eltern mit Rat und Tat zur Seite. Wir scheuen uns nicht vor Problemlagen, sondern möchten für Familien im Stadtteil ein aktiver Ansprechpartner sein.
Im Kinderschutzbund gibt es keine unlösbaren Probleme, sondern nur praktische Lösungen. Ob Sprachförderung, Erziehungsberatung oder Hausaufgabenhilfe – wir sind für euch da. Wir haben einen Blick für kleine und große Talente und möchten über das Medium Theater, Tanz und Musik Kindern Selbstbewusstsein mit auf ihren Lebensweg geben.
Das Team des Kinderschutzbundes leistet auf Nachfrage jegliche Hilfestellung im Umgang mit Ämtern. Wir möchten auf diesem Weg dazu beitragen, Ängste und Vorurteile gegenüber Behörden abzubauen und Familien dadurch stärken.
Ich habe kurz vor Weihnachten eine Lesung mit Genehmigung von Jack Tengo gemacht mit der Geschichte „Otto und der heilige Abend“, habe sie mit meinen Kunstfiguren „Kalle und Erwin“ abgeändert und die Huteinnahmen in der Rathausschänke mit einem Hut verdoppelt und ihm noch kurz vor meinem Urlaub vorbeigebracht.
Die Freude war groß 50 € zu erhalten. Da können schon mal wieder zwei Essen gestaltet werden. Außerdem werde ich mit ihm zusammen eine touristische Führung für die Kinder 2025 planen. Also ich werde hin und wieder anklopfen und was mitmachen. Alle Infos im Link:
Es ist, wie zu einem Freund zu kommen und zu Kindern, die ich selbst nicht habe. Es ist eine Freude zu sehen, wie sie sich freuen.
So kann ich nur aufrufen, dass ihr euch an den örtlichen Kinderschutzbund wenden könnt, bei euch in der Stadt. Oder werdet Mitglied im Landesverband. Ihr könnt auch Lebensmittel vorbeibringen, damit die Kinder was zum Essen zubereitet bekommen. Eine Liste hab ich abfotografiert:
Jetzt kann ich nur Glück auf sagen und hoffen, dass durch diese offene Fluchtgeschichte von Osama Aljabr Menschen nicht mehr auf den Populismuskram der AfD reinfallen und zur Vernunft kommen. Das war es mir wert und wird es immer wieder sein, wenn ich solche Geschichten immer wieder finde. Die nächste ich schon in Planung, denn ich habe eine junge Frau kennengelernt, die aus dem Iran flüchtete.
Wer solche Geschichten zu erzählen hat, kann sich gern bei mir melden. Auch Fluchtgeschichten aus der europäischen Kriegszeit, wie von Schlesien ins Ruhrgebiet interessieren mich und möchte ich eine Stimme geben. Ihr könnt euch gern melden.
Nun wünsche ich friedliche Tage und verbleibe mit einem lächelnden Gesicht Kinder spielen zu sehen in diesem schönen neuen Haus vom Kinderschutzbund.
Euer Ruhrpottologe André Brune
Fotogalerie vom Kinderschutzbund Bottrop (Kinder durften fotografiert werden mit Genehmigung vom Kinderschutzbund Bottrop!)
Das gelbe Haus vom Kinderschutzbund Bottrop
Der Flur
Ein Willkommensgruß im Haus
Pinnwand für Infos
Regal für Schultornister
Links vom Eingang der Aufenthaltsraum zum Lernen an der Küche und den Toiletten
Lern- und Aufenthaltsraum
Der Spielraum im Erdgeschoss
Vor dem Treppenaufgang eine Vorher-Nachher-Ansicht vom Haus und dem Spender Wunschzauberer und Projektentwickler Oliver Helmke
Treppenaufgang zum Büro und diversen anderen Räumlichkeiten
Erster Blick fällt auf ein besonderes Bild – nähere Infos im Podcast
Direkt links der Treppe ein Lern- und Spielraum
Wieder hängt dort ein besonderes Bild
Rechts der Treppe geht es in den Ruheraum. Dort stehen auch die Fotoalben seit Gründung des Kinderschutzbundes von Bottrop – Hier können Kinder sich auch im Gespräch öffnen, wenn sie etwas bedrückt oder sich einfach zurückziehen
Da ist auch die Schatzkiste
Daneben ist noch ein Spiel – und Besprechungsraum
Zur Straße hinaus ist das Büro. Auch dort wird gelernt. Gäste empfangen und mit Spendern gesprochen, Buchhaltung gemacht und Organisiert.
Hinten rechts ist Osamas hauptsächlicher Arbeitsplatz
Unterlagen zum Lernen. Der Sieger bekommt ein Schatzkistengeschenk
Mit Jack Tengo zusammen haben wir den ersten Podcast 2025 ‚Ruhrgebiet erklärt‘ Folge 8 und Folge 96 in der Podcast – Reihe von ‚Ruhrpottologe unterwegs‘ etwas salopper behandelt. Wir haben einen Rückblick auf 2024 und einen Ausblick der zukünftigen Projekte innerhalb des Podcast 2025 herausposaunt mit viel Humor und Nebenstrecken.
Wir besprechen auch zwei gefundene Podcasts, die sich mehr oder weniger mit dem Ruhrgebiet befassen und reißen auch eine Buchbesprechung an, die beim übernächsten Podcast Thema wird.
Wir haben einfach mal den Redefluss laufen lassen zum Jahresanfang und genossen die Zusammenarbeit beim Tässken Tee und Haldendudler.
Glück auf und bis zum nächsten Podcast über Werne an der Lippe!
Zum Gucken als Videopodcast:
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Ich wünsche allen meinen Lesern, Zuhörern und Zuschauern frohe ruhige Festtage und ein gesundes glückliches Jahr 2025!
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Das Jahr 2024 neigt sich dem Ende zu. Es war ein bewegendes Jahr mit vielen Eindrücken, aber auch Negativitäten in der Welt. Oft wird schnell geschaut nach Sündenböcken, zu oft wird zu schnell etwas falsch gemeldet und es wird nicht mehr nach der Wahrheit gesucht.
Bei mir gibt es keine Falschmeldung, ich berichte sporadisch frei von Menschen, Dingen und Orten aus und für das Ruhrgebiet. Es kommt nicht jeden Tag etwas, denn das Ganze läuft neben meinem Beruf. Aber es kommt. Wie auch der Beitrag über meine Begleitung bei der Hilfsfahrt nach Bosnien.
Es sind noch einige Themen, die ich aus Zeitgründen noch nicht veröffentlicht habe. Aber alles kommt. Für diejenigen, die warten mussten, muss ich vertrösten. Denn ich bin auch nur ein Mensch und manche Dinge müssen vorgezogen werden, wenn sie aktuell wichtiger sind. Mein zeitlicher Rahmen ist begrenzt und meine Frau will mich auch mal sehen.
Ausblick auf 2025
Das nächste Jahr 2025 wird ein besonderes, ein bewegendes Jahr sein, das bei mir am Anfang des Jahres eher traurige, aber auch hoffnungsvolle und erinnerungswürdige Informationen bereit halten wird, denn was ich vor über einem Jahr aufgenommen habe, wird im Januar veröffentlicht werden, weil sich die Befreiung Auschwitz nun zum 80.sten Mal jährt.
Warum kommt für das Ruhrgebiet etwas über Auschwitz?
Weil viele Transporte aus Bochum vom Bahnhof Nord in die Vernichtungslager gingen. Stolpersteine gibt es über Tausende verteilt in den Städten. Menschen kamen in die Vernichtungslager, die hier ein ganz normales Leben mit der gleichen Sprache mit den gleichen Heimatgefühlen geführt haben.
Stolpersteine Ruhrgebiet
Sie sollen nicht vergessen werden. Deswegen wird das Jahr auch einige Stolpersteine Ruhrgebiet Podcasts bereithalten. Die Erinnerungskultur wird hier und da im Blog Einzug halten. Denn es darf sich nicht wiederholen! Ihr werdet noch das Video bekommen von dem Stolpersteininitiator Gunter Demnig und der Holocaust-Überlebenden Eva Weyl, die ich bei einem Vortrag spontan filmen durfte.
Die Bundestagswahl wurde durch den Bruch der Ampelregierung vorgezogen. Zwei Parteien unterstützen einen Mann im fernen Osten, der einen Angriffskrieg begonnen hat, genauso wie es die Deutschen 1939 getan haben mit einem Vorwand. Für mich ist es wichtig die Demokratie zu schützen. Die Dinge, die uns heute ausmachen, will ich mit dem Finger zeigen, in die Wunde legen und mit diesen Podcastteilen und Informationen Rassismus bekämpfen.
Ukrainehilfe Ruhrgebiet
Die Ukraine wird weiterhin von mir und der „Gruppe“ Ukrainehilfe Ruhrgebiet unterstützt werden. Die humane Hilfe ist wichtiger denn je nach drei Jahren Krieg. Die am meisten leiden darunter sind die Kinder.
Warum das alles im Blog?
Weil alles irgendwie mit dem Ruhrgebiet zusammen hängt. Meine Ur-Oma ist migriert vor über 100 Jahren . Sie stammte aus der Region bei Lwiw. Kommt aus der heutigen Grenzregion nah der polnisch-slowakischen Grenze. Ich habe also über die Generationen hinweg ukrainisch-polnische Wurzeln und sehe genauer hin, dass alles eben, das Migranten, die in den letzten 170 Jahren ins Ruhrgebiet aus dem Osten gekommen sind, eben unser fast Aller Wurzeln sind. Wir genauer in unsere Ahnenreihen schauen sollten, wie es die Ureinwohner Amerikas tun. Es ist eben der Mensch, der das Ruhrgebiet geprägt hat, nicht die Industrie. Ohne den Menschen, der die Industrie gebaut hat hier in dieser Region, wären wir alle nicht hier und wäre auch nicht eine Partnerschaft mit Städten in aller Welt entstanden, so wie es Bochum mit der Partnerstadt Donezk gemacht hat. So entsteht über die Jahrzehnte eine Partnerschaft zwischen Städten in weiter Ferne, wobei eine leider im Krieg ist.
Ukraine Bild Podcast
Der Verein „Gesellschaft Bochum Donezk“ ist ein Verein vor Ort im Ruhrgebiet, der Kinder in einem Kriegskinderheim unterstützt, der medizinische Stationen neu aufgebaut hat und Kindern, die noch an der Frontlinie leben jedes Jahr, so gut es geht, mit den dortigen Kontakten, Weihnachtsgeschenke verteilt. Dieses Jahr sind 2857 Pakete zusammen gekommen inklusive meiner eigenen 2. Menschen aus dem Ruhrgebiet unterstützen mit Spenden den Verein. Ich bin Mitglied seit drei Jahren und unterstütze das Packen der Hilfstransporte, wenn ich das zeitlich einrichten kann. Ich rufe für Spenden auf in meiner eigenen Hilfsgruppe. Und es kommt immer wieder etwas, dafür bin ich allen dankbar! Der Verein hat Menschen aus der Region Donezk geholfen nach Bochum zu flüchten. Zurück können sie noch nicht. Dort ist jetzt die russische Besatzung. Keiner weiß, was mit den Ukrainern vor Ort passiert. Ich empfinde es als unsere Pflicht ihnen zu helfen. Ich mache es auf meine Art und Weise. Der Podcast „Ukraine Bild“ wird auch mehr Menschen haben, die ich interviewen werde, die schon länger sich für die humanitäre Hilfe einsetzen.
Ruhrpottwörter
Warum kam lange nichts über Ruhrpottwörter? Das hat Zeitgründe gehabt. Denn ich will nicht einfach nur was hinklatschen, wenn ich rausfinde, woher sie wirklich kommen. Ich wollte den Ruhrpottologe erst weiter entwickeln. Nur Ruhrpottwörter konnte nicht alles sein. Aber das kommt auch alles wieder. Es werden so einige Wörter erklärt werden. Ich bin nicht der bekannte Moderator des WDR Daniel Aßmann, der seit etwa einem halben Jahr als Pottfluencer auf Instagram unterwegs ist. Genauso hatte ich es anfangs auch vor, aber da steckt ein Team dahinter. Das habe ich nicht. Ich mache alles alleine, oft noch bis spät in die Nacht hinein, schreibe, schneide und spreche ich nach der Arbeit. Ich kann das in der Form technisch nicht so einfach machen. Das ist ein größerer Aufwand, als man sieht. Ich mache es auf meine Art und Weise und Gegebenheiten. Ich entwickel auch ein Bühnenprogramm für den Herbst.
Flaschengefühle
Es werden auch Ausstellungen kommen mit meinen Fotos und hier und da, um über die „Flaschengefühle“ zu sprechen, über die Vermüllung der Städte, was der Ursprung der Fotoreihe ist. Es wird der erste und auch zweite Band zu der Fotokunstaktion erscheinen. Als Repräsentant der Stiftung Greendays4future werde ich auch touristische Ziele zeigen, vielleicht auch mit gemeinsamen Aktionen, die nicht so auf dem üblichen Ruhrgebietsschirm sind.
Bigoskraut
Bigoskraut mit meiner Frau wird weitergehen. Es hatte etwas zurückstecken müssen, weil meine Frau Lernstress hatte für eine wichtige Prüfung im Herbst in Leipzig. Polen hat viel mit dem Ruhrgebiet zu tun. Manche Städte, wie Bottrop, wären ohne die Polen nicht zur Großstadt geworden. Bochum hat noch eine polnische Gemeinde. Vor einigen Jahren hat sich der Verein „Deutsch-Polnische Gesellschaft NRW e.V.“ gegründet, dem ich mit meiner Frau beigetreten bin. Wie schon erwähnt, kam meine Ur-Oma aus der heutigen Ukraine, mein Ur-Opa stammte aus Torn, als es vor dem Ende des ersten Weltkriegs noch im Deutschen Reich war, aber im heutigen Polen liegt. Torun habe ich schon drei Mal besucht ohne es zu wissen. Ich hatte das Gefühl es zu kennen und liebte die Stadt schon sofort. Sie ist die Lebkuchenstadt Polens. Hier ist Kopernikus geboren worden, der erklärte, dass die Erde keine Scheibe sein kann. Hier habe ich ebenfalls Wurzeln her. Polen wird immer noch als nicht entdeckungswürdig erklärt. Und dem möchte ich mit meiner polnischen Frau Ewa entgegentreten.
Touristische Führungen
Ich werde hier und da mehr Wanderungen unternehmen und Stadtteilpodcasts mit Bewohnern machen. Und es wird ab dem Frühjahr touristische Führungen geben. Es wird eine entsprechende Internetseite zur Zeit aufgebaut, wo auch die Buchungen stattfinden können. Eine Sprecherseite wird eröffnet, die schon länger schlummert, denn mich kann man als Sprecher für Bücher und Werbeclips buchen. Ich berichte in den nächsten Wochen über meine Einsätze bei Film und Fernsehen als Dialektcoach und Synchronsprecher, weil sie erst nach dem Erscheinen auch erst erzählt werden können. Und so eine Produktion dauert länger, als ich mir das gedacht habe.
Empfehlungen
Mit meiner Frau werde ich das ein oder andere Restaurant aufsuchen, die Currywürste futtern und mitteilen, was gut oder schlecht ist.
Ruhrpottverzeichnis
Das von mir von Janine Zinn erworbene Social Media Projekt für Kleinunternehmer der Ruhrgebietsregion „Ruhrpottverzeichnis“ möchte ich ausbauen. Dafür werde ich wahrscheinlich auch Hilfe brauchen, denn die kleinen Unternehmen haben es nicht einfach. Ich möchte sie neben meiner Mitgliedschaft in dem Netzwerk K.L.U.G. bei Sybille Hellier unterstützen, damit sie neben den großen Firmen bestehen können und mit ihren Dienstleistungen mehr Aufmerksamkeit bekommen.
Lesungen
Der Ruhrpottologe hat sich nach nun fast vier Jahren weiter entwickelt. Es werden nächstes Jahr Lesungen auch für den guten Zweck mit Weihnachtsgeschichten stattfinden und auch Bücher erscheinen. Lasst euch also überraschen!
Follower
Ich habe nicht viele Follower, aber das ist mir egal. Mir ist wichtig, dass ich hier und da gelesen, gesehen werde, im Gespräch bin. Man soll sehen, dass es Einzelpersonen gibt, die sich touristisch, politisch, gesellschaftskritisch, historisch und kunstbildend für die Region einsetzt.
Podcast
Es sind viele Vereine und Institutionen auf meiner Liste, die ich aufsuche für einen Podcasttermin. Der erste ist die Bonner Universität, die sich mit der Geschichte von Ruhrdeutsch befasst hat.
Es sind viele „Ruhrgebiet erklärt“ Themen auf dem Schirm, die ich mit Jack Tengo zusammen entwickele, denn das Ruhrgebiet hat viel zu bieten an Informationen. Wir wollen nicht Fachsimpeln, sondern locker vom Hocker über die Themen sprechen. Wir nehmen Fachbücher, Google und auch Wikipedia zur Nutzung der Informationen über die Städte, die Menschen und Geschichten des Ruhrgebiets und sprechen wie uns der Schnabel gewachsen ist.
Es sind z.B. Persönlichkeiten, wie Heinz Rühmann, einem Kind des Ruhrgebiets, dessen Biographie zum Beispiel erzählen, es sind Städte und Stadtteile, die mehr als nur Zechenhäuser zu bieten haben, die wir erklären, es sind Ziele und Begebenheiten, die wir als Wichtig empfinden und sind immer dankbar über Kritik oder Vorschläge. Es war mir immer wichtig das nicht allein zu machen, denn ein Gesprächspartner, der auch was beisteuern kann, macht einen Podcast immer etwas spannender und lustiger.
Kunstpodcast
Bei der Kunst ist Ralf Opiol immer der Gesprächspartner, der sich mit bedachten Worten und Kenntnissen ohne abzuwerten mitmachen wird.
Erwin & Kalle
Die ohne Drehbuch entstehenden Kunstfiguren Erwin & Kalle, die fast jede Woche Freitag in kleinen Videos erscheinen werden, begleiten mich weiter. Sie sagen zu aktuellen Themen oder Gegebenheiten, was sie denken. Mit dem Finger drücken sie in Wunden der Zeit. Ob es gefällt oder nicht, ist mir egal. Ich möchte die zwei Figuren als Ruhrpotttypen zeigen mit dem Herz auf der richtigen Seite, die kritisch die Welt erklären, die um sie herum ist. Auch sie werden sich hier und da weiterentwickeln. Sie werden auch das ein oder andere Ruhrpottwort erklären.
Ruhrpottologe unterwegs
Der Podcast „Ruhrpottologe unterwegs“ behandelt die unterschiedlichsten Themen, die euch begleiten werden. Und wer weiß, was sich noch daraus entwickeln wird, wie z.B. die Stadtteilpodcasts. Jeder Podcast wird, wenn möglich als Video erscheinen.
Man fragt sich, wann will der das alles schaffen? Keine Ahnung. Es wird geschafft werden, obwohl ich einen Hauptjob habe, denn von irgendwas muss ich das hier finanzieren und auch Leben können.
Ausblick 2025
2025 wird ein Wandel durchmachen. Es wird ein spannendes Jahr, angefangen von der Bundestagswahl und auch wie es sich weltpolitisch entwickeln wird, über die Kommunalwahl im Herbst und wie der „Ruhrpottologe“ weiter gehen wird in die nächsten 12 Monate.
Leerstand & Kiosk
Es sind noch ein paar kleine Filme zum Thema Leerstand und Kiosk auf dem Schirm, die ebenfalls 2025 herauskommen werden.
Barfuss – Spenden – Marsch
Die Zeit wird es zeigen, denn da ist ja auch noch der Barfuss-Spenden-Marsch, der letztes Jahr aus Zeitgründen leider nicht stattfinden konnte. Ein Weg für den Frieden und für Spenden. Auch das ist in der Planung. Was in wie weit stattfinden kann und wird, zeigt die Zeit, die immer in Bewegung ist.
Wünsche
In diesem Sinne der Zeit wünsche ich Allen nun eine geruhsame Weihnacht zum Auftanken im Kreise der Familie und dat ihr mir alle artich bleibt!
Ich wünsche für das Jahr 2025 Euch allen viel Gesundheit, denn das ist das Wichtigste im Leben, denn wir haben nur das eine. Machen wir also alle das Beste daraus!
Glück auf und Gehabt euch wohl mit weihnachtlichen Grüßen
Dat Brettspiel um Tacken, Tauben und staufreie A40 ist eine Hommage an dat Ruhrgebiet, annen Ruhrpott allgemein vom ausgewanderten Burkhard von Prondzynski. In der neuen Podcastfolge erzählt der Mann mit dem richtigen Herz zur alten Heimat aus dem Nähkästchen und seinem Lebensweg, der ihn nach Sardinien gebracht hat. Der Podcast wird ergänzt durch das Videointerview von der Spiel Messe in Essen 2023.
Der Besuch der Spiel Messe ist immer eine Besonderheit im Ruhrgebiet. Denn sie ist in dieser Form die größte Brettspiel-Messe der Welt. Burkhard von Prondzynski hatte mich für eine außergewöhnliche Aktion angefragt. Er schrieb mir ein Jahr zuvor, ob ich doch mal bei seinem Brettspiel „Der Pott“ ein wenig dialektmäßig unterstützen könnte, denn er lebe schon zu lange auf Sardinien. Kein Problem für mich als Eingeborener. Also hab ich ihn wortwörtlich unterstützt. Die im Spiel vorkommene Duzform von „kannste“ statt „kannse“ machen akzeptiert.
Es hat nicht nur Spaß gemacht, sondern bin auch dafür namentlich in der Gebrauchsanweisung verewigt worden. Denn es sind ja nicht nur einzelne Wörter, sondern ganze Sätze, die auch verewigt werden sollten im Spiel.
Vielen Dank, dass ich dabei sein durfte!
Zum Videopodcast:
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Mittlerweile ist ein weiteres Jahr vergangen bis ich nach dem letzten Messeaufeinandertreffen ein weiteres kleines schon früher geplantes Interview durchführen konnte. Sonst fahre ich ja immer zu den Leuten hin. Aber mal eben nach Sardinien fliegen für eine Stunde Quatschen, ist schon eine nicht ganz so günstige Situation für ein Interview.
Wir haben ein sehr fruchtbares Gespräch geführt. Burkhard erzählte, dass er nicht im Ruhrgebiet geboren wurde. In Bochum studierte er Bauingenieurwesen und wohnte von da an im „Königreich“ und Stadtteil Stiepel. Dort blieb er auch nach seinem Studium mit seiner Ehefrau und Kind, während er bei der Essener Firma Hochtief hart arbeitete. Dann kam eine Entscheidung, die ihn bis heute komplett veränderte. Er entschied sich mit seiner Frau zu ihrer Heimat nach Sardinien auszuwandern. Als Bauingenieur dort eine Stelle zu finden, war weniger einfach als gedacht.
Burkhard ist stolz auf seine tolle Spieleidee, die schon viele begeisterte Spieler gefunden hat
Für das Kind fehlte den Eltern jedoch ein Spieleladen, wie das bekannte Bochumer „Brummbär“. Sie haben die Idee aufgegriffen und kurzerhand selbst einen eigenen Laden eröffnet. Nach der erfolgreichen Schließung der Marktlücke, kam die Beteiligung an dem Spieleverlag Demoela mit Sitz in Genua. Dann kam irgendwann der Funke bei Burkhard etwas für die alte Heimat zu kreieren. Eine bleibende Erinnerung hat der Spieleverlag für das Ruhrgebiet auf jeden Fall geschafft!
Wer selbst Spieleideen hat, kann diese dem Verlag per Mail mitteilen. Sie prüfen, ob es eine machbare Spielvariante ist. Da spielt nicht nur die Idee, sondern auch die Wirtschaftlichkeit ein große Rolle. Außerdem kann man bei dem Demoela Verlag Spiele mit eigenem Firmenaufdruck herstellen lassen:
„Der Pott“ ist auf jeden Fall ein gelungenes Brettspiel! Freunde und meine Frau haben es mit mir am Sylvesterabend 2023 getestet. Wir waren alle begeistert.
Warum ich beim ersten Spiel ausgerechnet bei den gemischten Karten meine Geburtsstadt Bottrop und dann auch noch Bochum, meine zweite Heimatstadt plus Herten und eine Trinkhalle als Start bekommen habe, ist mir schleierhaft. Sebastian Mersch, der Kirchheller Spielejunkie von Game Feature, hat gut gemischt. Hätte ja Gelsenkirchen und Dortmund sein können. Aber nein.
„Der Pott“ ist ähnlich wie Monopoly, aber doch nicht. Jeder vergleicht es mit dem traditionellen Ellebogenspiel. Aber „Der Pott“ ist anders, denn Tauben darf man zu einem Rennen nutzen und wetten, wie es im Taubensport im Ruhrgebiet früher der Fall war. Auch die A 40 ist auf dem Spielbrett staufrei und kann als Abkürzung quer über das Spielfeld genutzt werden.
Man zahlt mit Tacken nicht mit Dollars. Es ist zwar nicht ganz der Ausdruck für die vielen hohen Geldbeträge, aber er hört sich witziger an als ein Heiermann. Der hätte auch wörtlich nicht auf die Scheine gepasst. So oder so, wären die Leute bestimmt dabei eher eingeschlafen (Heia gehen = schlafen gehen).
Das Spiel
Das Familienspiel ist nicht ganz allein von Burkhard von Prondzynski entwickelt worden. Dino Sechi und Simone Riggo hatten ihre Finger mit im Spiel.
2 – 6 Spielende ab 8 Jahren können die Reise durch den Ruhrpott machen. Natürlich geht es darum Immobilien und Vermögen anzusammeln. Anders als bei Monopoly ist hier neben Investition, auch Verhandeln wichtig.
Vor dem Start wird die Zeit des Spiels ausgemacht. Ob 60, 90 Minuten oder bis fast keiner mehr Kohle hat gespielt wird, entscheiden alle als Team. Es gibt Bietkarten, paar erste Tacken und Besitzkarten.
Hier im Pott muss keiner ins Gefängnis, aber ins Museum Folkwang und der „Eintritt“ ist nicht billig…Ansonsten finden Versteigerungen, Aktionsfelder mit Aktionskarten und Taubenrennen zum Wetten statt.
Die Spielregeln sind einfach, kurz beschrieben und es kann relativ zügig losgelegt werden. Der Pott macht auf jeden Fall Spaß, wie im kurzen Blick aufs Spiel bei mir Zuhause:
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Video zum Spiel mit Interview auf der Spiel Messe und eine Familie, die vom Spiel begeistert ist:
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Im Jahr 2024 hatte ich leider keine Zeit gehabt, wieder bei der Spiel Messe vorbei zu schauen. Aber die Essener Messe ist ja jedes Jahr. Wir werden uns also wiedersehen!
Das Spiel könnt ihr im Shop von Demoela direkt kaufen, oder aber auch in ausgesuchte Kioske, im Bergbaumuseum in Bochum, beim VfL Bochum Shop und natürlich in gut geführten Spieleläden in eurer Stadt. Geht mal hin und schaut, was es da noch gutes Andere zum Spielen gibt und unterstützt auch mal die kleinen Händler, damit die Leerstände nicht größer werden, die im Ruhrgebiet immer mehr werden statt die großen amerikanischen Nichtsteuerzahler zu unterstützen. Danke!
Zum Shop von Demoela, wer es nicht abwarten kann in einen Spieleladen zu gehen:
Dies ist unbezahlte Werbung! Ich bin ein kleiner Teil des Pott-Universums von Burkhard von Prondzynski, das ist mir genug und freut mich auch sehr. Ich habe dafür auch kein Geld genommen, weil ich das Projekt allein schon toll gefunden habe.
Ich hätte nicht zugesagt, wenn das Spiel nicht das gewesen wäre, als es erklärt wurde. Mit schon 2000 verkauften Exemplaren ist das Spiel zu einem Bestsellerspiel im deutschsprachigen Raum geworden Aus allen Teilen Deutschlands wird „Der Pott“ sogar gekauft, um das Ruhrgebiet auf spielerische Weise kennenzulernen. Eine tolle Art Menschen für das Ruhrgebiet zu begeistern. Schön, dass ich davon ein kleiner Teil sein durfte. Ich hoffe, dass es noch ganz viele kaufen und dadurch auch in unsere Gegend kommen werden. Sozusagen über das Brettspiel hinaus gehen und unsere Region touristisch erkunden. Denn es gibt viel zu sehen, mehr als die Industriekultur. Viel Spaß beim Spielen wünsche ich allen !
AUKTION eines Spiels „Der Pott“
Wer bei der Auktion mitmachen möchte, sollte meinen Instagram-Kanal abonnieren. Dort wird die Auktion für das Tierheim Bochum laufen im neuen Jahr.
VERLOSUNGSAKTION bis zum 5.1.2025
Wer die Verlosungsaktion mitmacht bis zum 5.1.2025, der kann ein Spiel „Der Pott“ gewinnen. Dazu sollte der Podcast gehört oder gesehen werden, denn da steckt die Antwort auf die Frage:
Wo ist Burkhard von Prondzynski geboren worden?
Die Antwort bitte zu meiner Email schicken: ruhrpottologe@gmail.com
Am 6.1.2025 wird die Verlosung stattfinden.
Nun hab ich „Der Pott“ noch als letzte Idee auch für ein Weihnachtsgeschenk rausgebracht…
Ich freue mich auf weitere Spielvarianten von „Der Pott“, wie das geplante „Berlin“. Der Demoela Verlag wird spannend bleiben und Burkhard von Prondzynski wird bestimmt noch die ein oder andere Idee haben nochmal auf seine Heimat in Nordrhein-Westfalen zurück zu kommen.
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